Schießen mit Brille

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Foto: Dr. Ing. J. Eckert
Jäger - Jagdpraxis
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WILD UND HUND | 17/2014
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SCHIESSEN MIT SEHSCHWÄCHE
Das Ziel und die Visierung scharf zu sehen, sind Basis
für den erfolgreichen Schuss. Doch wenn die Sehkraft
nachlässt, steht der Schütze vor einem Problem.
Dr. M. Metzner
Im jugendlichen Alter kann der Kurzsichtige ohne
Brille auskommen, denn ferne Bilder kann das Auge
von selbst noch scharf stellen. Diese Selbstkorrektur
wird mit zunehmendem Alter immer schwächer, und
der Weg führt nicht mehr an einer Sehhilfe vorbei.
­Weitsichtige können nahe Objekte nicht scharf sehen.
Gerade bei der Zielaufnahme und dem Scharfstellen
der Visierung tritt hier das Problem deutlich zutage.
Heute gibt es eine ­
Vielzahl von Möglichkeiten, den
­diesen entgegenzutreten.
Die erste Wahl wird meist die Brille vom Optiker sein.
Doch welche Brillenfassungen eignen sich? „In Bezug
auf die Jagd gibt es Kriterien, die die Auswahl der Brillengestelle einschränkt. Für den Schuss legt der Jäger zum
Zielen den Kopf leicht schräg an den Schaft an. Die
­Brillenfassung darf also nicht zu klein sein, ­damit der
Haltesteg nicht das Sichtfeld einengt. Ein G
­ estell für
größere Gläser mit schmalen Stegen sollte g­ewählt
­
­werden, das bis oder über die Augenbrauen ragt“, erläutert Andreas Müller, Augenoptikermeister und Jäger aus
dem saarländischen Spiesen-Elversberg. Hier bieten sich
auch Brillenfassungen für Billardspieler an, die mit fast
denselben Schwierigkeiten zu kämpfen haben.
Welche Linsen sollten für die Brille genutzt werden?
„Beliebt sind heutzutage Gleitsichtgläser. Diese eignen
sich allerdings für den Schützen nur bedingt bis gar
nicht“, so der passionierte Sauenjäger. „Der Fokus der
Gleitsichtlinse wird auf eine vertikale Achse gelegt. Im
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Grafiken: Sarah Puderbach
Jäger - Jagdpraxis
Gleitsichtbrille
Die Linsen der Geitsichtbrille teilen sich in drei verschiedene Zonen, die fließend ineinander übergehen. Im oberen Teil (rot)
wird die Ferne scharf, im zentralen Segment (gelb-orange) mittlere Distanzen zwischen einem halben und zwei Metern, im
unteren Teil (grün) die Nähe. Die Randbereiche (blau) haben eine relative Unschärfe.
oberen Segment des Glases erfolgen
Korrektur­
schliffe für die Ferne, im unteren
Teil für die Nähe. Die Übergänge sind dabei
fließend.“ Der Jäger nutzt zum Zielen den
oberen, ­nasenseitigen Bereich der Brille. In
diesen Randbereichen überlagern sich die
Korrekturen, und es kommt beim Durchsehen
zu ­Unschärfen.
Kunststoff ab 65 Euro pro Glas
(ohne Fassung).
Mit der Problematik beschäftigte sich auch der Augen­
optikermeister Manfred Müller
aus Manching bei Ingolstadt. Als
bisher Einziger in Deutschland
­
entwickelte er eine Schießbrille
extra für die Anforderungen von
Jägern und Schützen, das Modell
„Dynamik“. „Ziel war es, ein optimales Sehfeld nach oben und
­innen zu gewährleisten, auch bei
schwierigen Anschlagsarten, wie
bei einem starken Winkelschuss
oder einem Liegendanschlag.
­Dabei sollte auch ein Schutz des
Auges nach vorne und zur Seite
gewährleistet sein, ohne eine zu
starke Wölbung der Brille zu konstruieren“, erläutert der 60-jährige
Bayer. Ausgestattet wurde die Bril-
Große Glasränder (grün) bieten auch ein großes Sehfeld und
stören nicht beim Zielen. Der rote Kreis markiert die Blickrichtung
beim Zielen mit Büchse und Flinte.
Grafik: M. Müller
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„Eine gute Wahl sind unter anderem Bifokalgläser. Auch hier werden wie bei der Gleitsichtbrille im
unteren Bereich Korrekturen für
die Naheinstellung eingearbeitet,
oben für die Ferne. Allerdings
sind die Übergänge nicht fließend, sondern hart“, erklärt der
Optometrist. „Für Jäger empfehle
ich, die Linse für Kurzsicht weiter
in den unteren Bereich legen zu
lassen. So können Kimme und
Korn sowie Ferne klar fokussiert
werden, ohne dass es zu Überlagerungen kommt.“ Diese Gläser
bieten sich für Menschen mit Sehschwächen sowohl in der Ferne
als auch in der Nähe an. Für Kurzsichtige könnte schon ein Einstärken-Glas für die Ferne reichen, für
Weitsichtige eine kleine Lesebrille. Preislich starten laut Müller
entspiegelte Bifokalgläser aus
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Bifokalbrille
Die Linsen sind in Nah- (rot) und Fernbereich eingeteilt. Die Übergänge sind nicht, wie bei der Gleitsichtbrille, fließend,
sondern hart. Bei einer Brille extra für die Jagd sollte der Nahbereich weiter nach unten gelegt werden. So können Kimme
und Korn sowie das Ziel scharf gesehen werden.
le mit einer Fassung aus leichtem und
allergiefreiem Titan, mit einer Stegbreite von acht Millimetern, einer Höhenverstellung und ­einer Wechselmöglichkeit der Gläser. „Wenn das Nahsehen
unbedingt erforderlich ist, verwenden
wir auch große Bifokal­gläser“, sagt Müller aus Manching. Seine „Dynamik“ ist
in drei G
­ rößen mit geschlossenem Titanrand und mehreren G
­ rößen mit einem unten offenen Nylonfadenrand
erhältlich.
„Wenn sich der Waidmann schon für
eine spezielle Jagd-Brille entscheidet,
kann er auch seine Sicht weiter optimieren. Farbige Brillengläser können helfen, den Kontrast zu erhöhen und die
Zielerfassung zu erleichtern“, fügt Manfred Müller hinzu. Ein oranges Glas
funktioniert bei orangefarbenen Tontauben sowie bei grünem und blauem
­Hintergrund optimal. Pink ist vor rein
grünem Hintergrund unübertroffen,
­
wäre also theoretisch die erste Wahl für
die Jagd. Allerdings sieht es wohl in der
Praxis zu gewöhnungsbedürftig aus.
­
Gelb wird seit Jahrzehnten gerne von
Sport- und ­Tontaubenschützen verwendet, da sich das Ziel optimal ­abzeichnet,
und der Pulverdampf subjektiv besser
„durchblickt“ werden kann. Bei hellen
Unter- oder Hintergründen ­steigern wiederum Blautöne den Kontrast. Bei
­hellem Sonnenlicht ist braun eine gute
Wahl, da dieser Ton ein Blaublocker ist
und auch das Auge vor starker Strahlung schützt. Manfred Müller bietet deshalb zu seinem Brillengestell verschiedenfarbige Linsen an. Unter anderem
auch ein klares Selbsttönungsmodell,
welches sich der Sonnen­
einstrahlung
anpasst und dann braun einfärbt. Eine weitere Möglichkeit, die Sehschwäche zu korrigieren, ist das Tragen
von Kontaktlinsen. „Grundvoraussetzungen dafür sind aber die Fähigkeit,
sich diesen Fremdkörper in die Augen
einsetzen zu können und dass ein
ausreichender Tränenfilm im Auge
­
vorhanden ist“, sagt der Saarländer
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Farbige Gläser erhöhen den Kontrast.
Das Ziel wird deutlicher und hebt sich
gegen den Hintergrund besser ab.
Fotos: Dr. M. Metzner
Jäger - Jagdpraxis
­ndreas Müller. Viele Menschen
A
haben Probleme mit trockenen
­
Augen. Für jene scheidet diese
­
­Option aus. Unterschieden wird bei
Kontaktlinsen zwischen weichen
und formstabilen beziehungsweise
harten Linsen. „Für den gelegentlichen Gebrauch sind die weichen
die bessere Wahl, da bei den harten
eine Gewöhnungszeit eingeplant
werden muss“, so Müller.
„Grundsätzlich können mit einfachen, weichen Kontaktlinsen Diop­
trienwerte von -25 Dioptrien (dpt)
für Kurzsichtige bis +25 dpt für Weitsichtige korrigiert werden und auch
Hornhautverkrümmungen bis 3,5
dpt“, so Manuel Hermann, Oberarzt
an der Universitätsklinik Köln, Leiter
des Kontaktlinsenlabors und der Refraktiven Chirurgie. „Auch hier können spezielle Multifokale-Linsen
Pinkfarbene Gläser sind ideal für einen
grünen Hintergund.
hergestellt werden, die die Eigenschaften einer Gleitsichtbrille haben und preislich um etwa 500 Euro
für die Linsen liegen. Das Problem
mit der Zielaufnahme tritt hier allerdings auch auf, nur in abgeschwächter Form“, erklärt der Kölner weiter.
Weiche Kontaktlinsen gibt es in
drei verschiedenen Ausführungen:
Tageslinsen, Tauschsysteme für
­
etwa zwei bis drei Wochen und
Jahres­linsen. Tageslinsen gibt es ab
circa 20 Euro pro 30 Stück. Diese
werden nach einmaligem Tragen
weggeworfen. Tauschsysteme sind
ab etwa 60 Euro pro Halbjahr erhältlich, Jahreslinsen ab 60 bis 70 Euro.
„Zu beachten ist bei Linsen für
­einen längeren Zeitraum, dass die
Haltbarkeit ab dem ­Öffnungstag gilt.
Somit verfallen M
­ onats-Linsen nach
Oranges Glas funktioniert bei grünem
wie blauem Hintergrund optimal.
Bei geraden Blick durch
das Zentrum der
Gleitsichtbrille wird
der Bereich für mittlere
(0,5 Meter [m] bis 2 m)
und ferne (> 2 m)
Distanzen genutzt.
Fotos: Dr. M. Metzner
Fotos: Peter Schmitt
Bei gelben Linsen werden Tontauben
deutlicher wahrgenommen.
Mit einem Höhenverstellbaren
Nasensteg lässt sich die Brille für das
Flintenschießen anheben.
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einem M
­ onat, auch wenn sie nicht
getragen werden“, erläutert Andreas
Müller. „Für den gelegentlichen
Gebrauch wie zur Drückjagdsaison
­
bieten sich deshalb Tageslinsen an.
Bevor jedoch eine Kontaktlinse eingesetzt wird, muss ein Gespräch mit
dem Augenarzt g­ eführt werden. Eventuell vorhandene Infektionen, Verletz­
ungen, ­Narben oder gesundheitliche
Veränderungen an den Bindehäuten
müssen im V
­ orfeld abgeklärt w
­ erden.“
Wichtig ist ­jedoch beim Einsatz von
weichen Kontaktlinsen laut Oberarzt
­Hermann die Hygiene, da sonst ein
Infektions­risiko besteht.
Während des Besuchs beim Augen­
­­
arzt
kann sich der interessierte
Waidmann auch über eine weitere
­
Möglichkeit informieren, seine Sehkraft ­wiederherzustellen. „Mit einem
operativen Eingriff lassen sich Sehschwächen von -8 dpt bis +3 dpt
korrigieren. Für weitsichtige Jäger
­
j­
edoch können Schwierigkeiten bei
der
Nachtsichtigkeit
entstehen.
D­eshalb rate ich diesen Patienten von
der OP ab. Bei Kurzsichtigen besteht
der Nachteil meist nicht. Allerdings
sollte im Vorgespräch mit dem Chirurgen auf die Jagdproblematik eingegangen werden“, ­
erklärt Augenarzt
Hermann. Bei ­
einer Hornhautverkrümmung bis 5 dpt lässt sich hingegen operativ leicht der gleiche Effekt
herstellen wie mit einer Brille. Eine
generelle Schwachsichtigkeit, die auf
dem Nichttragen einer Brille in der
Kindheit ­beruht, kann aber nicht­behandelt werden. Die Kosten für eine
­solche Operation beginnen bei etwa
1 000 Euro und können bis circa 3 000
Euro pro Auge betragen.
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Zum Zielen wird der obere,
nasenseitige Bereich des
Brillenglases genutzt. Bei
kleineren Fassungen ragt
der obere Teil störend ins
Blickfeld. Zudem sieht
man bei Gleitsichtbrillen
durch den unscharfen
Randbereich.
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