Infozept Nr. I-ALK-030

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Infozept Nr. I-ALK-030:
Alkoholkonsum
Genießen in Maßen
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© HausMed 2011
Diese Patienteninformation wurde geprüft und zertifiziert vom
Institut für hausärztliche Fortbildung im Deutschen Hausärzteverband (IhF) e.V.
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HausMed Infozept Alkoholkonsum
Trinkalkohol (Ethanol) hat eine Vielzahl von unterschiedlichen Wirkungen auf den menschlichen
Organismus. Auf der einen Seite hilft er Anspannungen zu lösen, ein Wohlgefühl zu erzeugen
und Sorgen zu vergessen und auf der anderen Seite entfaltet er bei übermäßigem Konsum
sein gesundheitszerstörerisches Potenzial. Denn chronischer Alkoholgenuss kann zu schweren
Organstörungen und Erkrankungen führen.
Ziele der Publikation
Das Ziel dieser Patienteninformation ist die Vermittlung eines bewussten Umgangs mit Alkohol.
Bei Patienten kann ein gründliches Verständnis über Folgen und körperliche Auswirkungen des
Alkoholkonsums den bewussten Umgang damit verbessern. Eine zentrale Rolle dabei spielen
gute Patienteninformationen. So können Patienten sich sowohl über mögliche Frühwarnzeichen
und die Erkrankungsrisiken für einen gesundheitsschädlichen Alkoholkonsum, als auch über
einen moderaten Alkoholgenuss informieren.
Die Inhalte dieser Informationen beruhen auf medizinischen Leitlinien (evidenzbasiert) und
sind auf die Bedürfnisse in der hausärztlichen Praxis zugeschnitten (hausarztrelevant). Die hier
enthaltenen Informationen können aber in keinem Fall eine ärztliche Beratung ersetzen. Im
Folgenden erhalten Sie einen kurzen Überblick über die Kapitel, in die diese Patienteninformation
gegliedert ist.
Wissenswertes zu Alkohol
Ethanol ist eine farblose, brennbare Flüssigkeit und wird durch alkoholische Gärung hergestellt. Auf den menschlichen Körper hat Alkohol einerseits eine berauschende Wirkung.
Andererseits ist er stark gesundheitsschädigend und kann bei übermäßigem Konsum zu
ernsthaften Erkrankungen führen.
• Seite 4
Moderater Alkoholgenuss
Moderater Alkoholgenuss ist relativ ungefährlich. Mit einem bewussten Konsumverhalten
kann man Wein und Bier genießen, ohne seine Gesundheit zu schädigen.
• Seite 9
Alkoholabhängigkeit
Alkoholmissbrauch und Alkoholabhängigkeit unterscheiden sich. Kennzeichnend für
Alkoholmissbrauch sind die alkoholbedingten körperlichen und psychischen Schäden.
Bei Alkoholabhängigkeit kann der Alkoholiker seinen Konsum nicht mehr kontrollieren.
• Seite 12
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Alkoholbedingte Organstörungen und Erkrankungen
Übermäßiger Alkoholgenuss kann alle menschlichen Organe schädigen. Hauptsächlich
sind aber Nervensystem, Leber und Magen-Darm-Trakt betroffen. In der Regel gilt, je höher
die aufgenommene Alkoholmenge und Trinkhäufigkeit, desto gravierender sind die zu
erwartenden Gesundheitsschäden.
• Seite 16
Weitere hilfreiche Informationen
Weiterführende Informationen und Links zum Thema Alkoholkonsum.
• Seite 19
Hierbei handelt es sich um eine unabhängige Patienteninformation der HausMed eHealth Services GmbH, die
ohne Mitwirken von Sponsoren erarbeitet wurde. Ziel dieser Informationsdienstleistung ist es, der Leserschaft
bedarfsorientierte und qualitativ hochwertige Inhalte zu präsentieren, welche ohne die Notwendigkeit
medizinischen Fachwissens verständlich sind. Es wird keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit erhoben. In allen
Belangen kann und sollte der behandelnde Arzt konsultiert werden. Diese Patienteninformation kann keine
ärztliche Beratung, Diagnostik oder Therapie ersetzen.
Gültig vom 21.10.2011 bis 20.10.2016
Diese Patienteninformation wurde geprüft und zertifiziert vom
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Wissenswertes zu Alkohol
Ethanol ist eine farblose, brennbare Flüssigkeit und wird durch alkoholische Gärung hergestellt.
Auf den menschlichen Körper hat Alkohol einerseits eine berauschende Wirkung. Andererseits
ist er stark gesundheitsschädigend und kann bei übermäßigem Konsum zu ernsthaften Erkrankungen führen .
Alkohole sind organische Kohlenwasserstoffverbindungen wie Butanol, Propanol, Ethanol oder
Methanol. Die Anwendungsgebiete sind vielfältig. Unter anderem finden sie Einsatz als
Lösungsmittel in der chemischen Industrie, als Bestandteil von Arzneimitteln oder in diversen
alkoholischen Getränken. Im letzteren Falle handelt es sich um Ethylalkohol (Ethanol). Dieser
wird durch alkoholische Gärung hergestellt. Dabei wird kohlenydratreiches Getreide, Kartoffeln
oder Früchte mit Hilfe spezieller Hefestämme vergärt.
Bereits in der Antike hat man von der berauschenden Wirkung des Alkohols gewusst und Wein
als Getränk war ein wichtiges Gut der griechischen und römischen Kultur. Auch heutzutage
gehört Alkohol in Deutschland zum Alltag. Ob als Weißwein zum Essen, Kräuterschnaps
zur Verdauungsanregung oder ein, zwei Flaschen Bier zum Feierabend. Alkohol fördert die
Geselligkeit und ist meist ein fester Bestandteil bei Feiern und Festlichkeiten, auf den man
ungern verzichtet.
Viele Menschen nutzen Alkohol zur Entspannung oder Konfliktbewältigung. Gerade bei der
Problembewältigung ist Alkoholkonsum als Lösungsansatz jedoch kontraproduktiv. Da die
Betroffenen in vielen Fällen nicht mehr in der Lage sind, die Probleme objektiv einzuschätzen
und zu lösen, verschlimmern sich diese noch weiter.
Alkohol (Ethanol) ist ein gefährliches und schnell abhängig machendes Immun- und Nervengift .
Insgesamt sterben in Deutschland laut Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung
jährlich über 70.000 Menschen an den gesundheitsschädigenden Folgen des chronischen
Alkoholkonsums. Außerdem ist eine große Zahl der Todesfälle im Straßenverkehr auf
Alkoholeinfluss zurückzuführen.
Erschreckend ist auch die hohe Zahl der Gewalttaten, die unter Alkohol stattfinden. 2008 wurden
ungefähr 32 % der aufgeklärten Gewaltfälle (entspricht ungefähr 50.000 Gewaltfällen absolut)
unter Alkoholeinfluss verübt.
Alkoholwirkung
Bei Alkohol handelt es sich um eine das menschliche Bewusstsein beeinflussende Substanz
(psychotrope Substanz). Zudem wirkt Alkohol auf Gefühle. Nach der Aufnahme überwindet
Alkohol relativ schnell die Blut-Hirnschranke und erzeugt an bestimmten Bindungsstellen
(Rezeptoren) im Gehirn ein Wohlgefühl.
Die Alkoholwirkungen auf den Organismus sind vielfältig. Mit steigender Alkoholmenge, die
aufgenommen wurde, verschlimmern sich die Auswirkungen. Schlimmstenfalls kann es zur
Bewusstlosigkeit, zum Atemstillstand und letztendlich zum Tod kommen.
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• 0,2 - 0,5 ‰ (Promille): Konzentrationsschwierigkeiten und erhöhte Risikobereitschaf
• ab 0,5 ‰: Gleichgewichtsstörungen, Reaktionszeit verlängert sich, Hemmungen
werden abgebaut
• ab 0,8 ‰: zunehmende Gleichgewichtsstörungen, eingeschränktes Blickfeld, Tunnelblick
• 1 - 2 ‰: Störung der Sprech- und Orientierungsfähigkeit, Reaktionsfähigkeit
erheblich vermindert
• ab 2 - 3 ‰: Schmerzunempfindlichkeit, Bewusstlosigkeit kann eintreten, Gedächtnisverlust
• 4 ‰: Atemstillstand, Koma, Herz-Kreislauf-Versagen, Tod
Die aufgeführten Promillegrenzen mit den entsprechenden Wirkungen im Körper gelten nur für
Erwachsene und sind variabel. Sie können nicht auf Kinder und Jugendliche übertragen werden.
So kann bei Kleinkindern bereits eine Blutalkoholkonzentration von 0,5 Promille lebensgefährlich
sein.
Besonders Jugendliche sind anfällig für die Alkoholwirkungen, da die Gehirnreifung bis
zum 20. Lebensjahr andauert. Ihr Gehirn reagiert empfindlicher auf Alkohol und so können
sich Denkvermögen, Empfindungen und Wahrnehmungsfähigkeit intensiver und schneller
verändern.
Vergessen werden sollte nicht, dass Alkohol neben Nahrungsfett der Dickmacher Nr. 1 ist.
So enthält 1 g Alkohol bereits 7 kcal an Energie; das ist doppelt so viel wie 1 g Eiweiß oder
Kohlenhydrate. Die durch Alkohol aufgenommenen Kilokalorien fließen zusätzlich in die tägliche
Energieaufnahme mit ein. Deswegen führt häufiger und maßloser Alkoholkonsum meist zu
Übergewicht.
Alkoholverbrauch
Im Jahre 1999 wurden in Deutschland pro Kopf 10,6 Liter reiner Alkohol konsumiert. Diese Zahl
wurde statistisch erhoben und bezieht alle Personen vom Kind bis zum Greis mit ein. Folglich
muss es Personengruppen geben, die wesentlich größere Alkoholmengen zu sich nehmen. Die
Zahl der Alkoholiker in Deutschland wird auf rund 2,5 - 3 Millionen Menschen geschätzt.
Durchschnittlich nimmt jeder Bundesbürger ungefähr 23 g Alkohol pro Tag auf, wobei die
tatsächlich aufgenommene Menge besonders bei Männern mittleren Alters wohl wesentlich
höher ist. Hauptsächlich wird in Deutschland Bier getrunken, gefolgt von Wein und Spirituosen.
Im Jahr 2008 wurden dagegen 9,9 Liter reiner Alkohol pro Kopf getrunken. In Form von
alkoholischen Getränken sind das 141,2 Liter pro Kopf. Davon machen die nachfolgenden
Getränke einen absoluten Anteil aus von:
• 111,1 Liter Bier
• 20,7 Liter Wein
• 5,5 Liter Spirituosen
• 3,9 Liter Schaumwein/Sekt
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Ungefähre Berechnung des Blutalkohols
Der Alkoholgehalt von Getränken in Gramm kann mit nachfolgender Formel berechnet werden:
Reiner Alkoholgehalt = Menge des Getränks in ml x (Vol.-% / 100) x 0,8
Dabei sind folgende Angaben nötig:
• die Menge des Getränks in ml
• der Alkoholgehalt in Volumenprozent (Vol.-%)
• das spezifische Gewicht des Alkohols: 0,8 g/cm3
Folgendes Beispiel dazu:
1 Flasche Bier 0,5 l
500ml x (5 Vol.% / 100) x 0,8 0 = 20 g reiner Alkoholgehalt
Die Blutalkoholkonzentration (BAK) in Promille kann mit Hilfe der Widmark-Formel berechnet
werden. Für Männer muss aufgrund des höheren Körperflüssigkeitsanteils ein Wert von 70 %
und für Frauen ein Wert von 60 % in die Formel eingesetzt werden.
BAK = Alkoholmenge (in Gramm) / (Körpergewicht in Kilogramm x Anteil der Körperflüssigkeit)
Folgendes Beispiel dazu: Ein 70 kg schwerer Mann trinkt 2 Bier (0,5 l mit ca. 5 Vol.-% Alkohol). Wie
hoch ist seine Blutalkoholkonzentration?
BAK = 2 x 25 g / 70 kg x 0,7 = 1.02 Promille
Die BAK ist zusätzlich noch von der Trinkgeschwindigkeit, dem Mageninhalt und dem
Alkoholabbau abhängig. Zu berücksichtigen ist zudem, dass nur ungefähr 90 % des Alkohols
in den Blutkreislauf gelangen. Deswegen liegen die tatsächlichen Werte etwas unter dem
mit dieser Formel berechneten Wert. Für eine schnelle und unkomplizierte Berechnung ist die
Widmark-Formel aber geeignet.
Alkoholaufnahme und -abbau
Der getrunkene Alkohol wird hauptsächlich über die Dünndarmschleimhaut aufgenommen.
Die Aufnahmegeschwindigkeit hängt dabei zum Beispiel von der Temperatur des Getränks, der
Körpertemperatur und der Zusammensetzung der gleichzeitig aufgenommenen Mahlzeiten ab.
So verzögern fettreiche Speisen und kalte Alkoholika die Alkoholaufnahme, während ein hoher
Zuckergehalt, warme Alkoholika wie Glühwein und Kohlensäure (zum Beispiel im Sekt) diese
beschleunigen. Anschließend gelangt der Alkohol in den Blutkreislauf. Nach ungefähr 45 - 75
Minuten wird das Maximum der Blutalkoholkonzentration gemessen in Promille erreicht. Frauen
vertragen in der Regel weniger Alkohol als Männer und erreichen bei gleichem Alkoholkonsum
ein höheres Maximum der Blutalkoholkonzentration. Dafür gibt es zweierlei Begründungen:
Zum einen haben Frauen im Verhältnis zum Gesamtgewicht mehr Körperfett als Körperwasser
im Vergleich zum Mann. Da Alkohol besser wasser- als fettlöslich ist, findet sich nach dem
Konsum gleicher Mengen, bei Frauen eine höhere Alkoholkonzentration im Blut als bei einem
gleichgewichtigen Mann.
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Zum anderen ist die Konzentration des alkoholabbauenden Enzyms ADH bei Frauen geringer.
Verstoffwechselt wird der Alkohol überwiegend in der Leber, obwohl bis zu 10 % über Atemluft,
Schweiß und Urin unverändert ausgeschieden werden. Daneben wird auch in den Schleimhäuten
des Magens und Dünndarms Alkohol abgebaut. In der Leber wird Alkohol durch das Enzym
Alkoholdehydrogenase (ADH) zu Acetaldehyd abgebaut, welches für den Organismus sehr giftig
ist und unter anderem auch für Leberschädigungen verantwortlich gemacht wird. Anschließend
wird Acetaldehyd durch das Enzym Aldehyddehydrogenase (ALDH) in Essigsäure (Acetat)
umgewandelt. Diese wiederum wird durch eine Vielzahl von weiteren Schritten zu Wasser und
Kohlenstoffdioxid abgebaut und ausgeschieden.
Gesetzliche Regelungen
Gesetzliche Regelungen zum Umgang und Konsum von Alkohol finden sich hauptsächlich im
Jugendschutzgesetz und Straßenverkehrsgesetz.
Das Jungensschutzgesetz bestimmt unter anderem den Erwerb von Alkohol und Tabakwaren
durch Jugendliche (14 - 17 Jahre). Weiterhin wird der Aufenthalt von Jugendlichen in Discotheken
geregelt. Insgesamt dient es dem Schutz von Jugendlichen in der Öffentlichkeit. So ist es ihnen
untersagt, sich in Gaststätten, Nachtbars und Nachtclubs aufzuhalten. Nur Personen ab 18 Jahren
ist der Zutritt gestattet. Das Gleiche gilt für Tanzveranstaltungen. Der Aufenthalt von Kindern
und Jugendlichen unter 16 Jahren ist nur in Begleitung einer erziehungsbeauftragten Person
erlaubt. Grundsätzlich dürfen hochprozentige Spirituosen wie Branntwein nicht an Jugendliche
unter 18 Jahre abgegeben werden.
Durch Alkohol wird eine Vielzahl der Unfälle im Straßenverkehr verursacht. Geringe
Alkoholmengen reichen aus, um das Reaktions- und Orientierungsvermögen herabzusetzen.
Gleichzeitig nimmt die Risikobereitschaft zu. Besonders für Fahranfänger gelten strenge
Regeln. Diese müssen in der Probezeit die Null-Promille-Grenze einhalten. Bei Verstoß liegt eine
Ordnungswidrigkeit vor und es wird ein Bußgeld von 250 Euro fällig. Zusätzlich gibt es Punkte in
Flensburg. Weiterhin verlängert sich die Probezeit auf 4 Jahre und man muss eine Nachschulung
durchführen.
Das Führen von Kraftfahrzeugen bei Blutkonzentrationen
• von mehr als 0,5 Promille stellt eine Ordnungswidrigkeit dar und wird mit einem
Bußgeld von bis zu 1500 Euro geahndet
• von 1,1 bis 1,6 Promille stellt eine Straftat dar, welche den Entzug der Fahrerlaubnis
nach sich zieht. Zusätzlich gibt es Punkte im Verkehrszentralregister und eine Geldstrafe.
Zu beachten ist, dass bei Fahrradfahrern die gleichen Strafen gelten, aber erst bei
einer Promillegrenze ab 1,6 Promille
• von 1,6 Promille oder mehr führt dazu, dass man sich der sogenannten
Medizinisch-Psychologischen Untersuchung (MPU) unterziehen muss. Dabei
findet eine medizinische Untersuchung statt und in einem Gespräch mit
einem Psychologen muss nachgewiesen werden, dass man sich mit seinem
Trinkverhalten ernsthaft auseinandergesetzt und dieses nachhaltig verändert hat
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Daneben gibt es die sogenannten alkoholtypischen Ausfallerscheinungen, das heißt wer im
Straßenverkehr auffällig fährt und dadurch andere Verkehrsteilnehmer gefährdet, kann bereits
ab einer Blutalkoholkonzentration von 0,3 Promille den Führerschein entzogen bekommen.
Zudem liegt eine Straftat vor.
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Moderater Alkoholgenuss
Moderater Alkoholgenuss ist relativ ungefährlich. Mit einem bewussten Konsumverhalten kann
man Wein und Bier genießen, ohne seine Gesundheit zu schädigen.
Prinzipiell ist bei gesunden Erwachsenen nichts gegen den Alkoholgenuss einzuwenden. In
geringen Mengen ist Alkohol für sie nicht gesundheitsschädlich. Wichtig zu wissen ist aber,
welche Alkoholmenge man zu sich nehmen darf, ohne körperliche und psychische Schäden zu
erleiden oder sich in die Gefahr einer Alkoholsucht zu begeben.
Um einen moderaten und ungefährlichen Alkoholgenuss zu erreichen, ist es ratsam, einige
Ratschläge zu beachten. In allen Fällen ist es wichtig, „sein eigener Herr zu sein“ und Alkohol
auch bei Einladungen nur dann zu trinken, wenn man es wirklich will. Dazu gehört auch, höflich
aber bestimmt zu sagen, wenn man keinen Alkohol trinken möchte. Je öfter man eine Einladung
zum Trinken ablehnt, umso selbstverständlicher wird es für einen selbst und umso souveräner
tritt man dabei auf.
Es gibt eine Reihe von Alltagssituationen in denen eine Null-Promille-Grenze unabdingbar
ist. So zum Beispiel in der Schule, am Arbeitsplatz, in der Schwangerschaft und Stillzeit, bei
Medikamenteneinnahme und als Verkehrsteilnehmer. Wer in diesen Situationen Alkohol trinkt,
gefährdet nicht nur sich selbst, sondern auch andere Menschen.
Es ist unbestritten, dass moderater Alkoholgenuss einige positive Wirkungen auf die menschliche
Gesundheit hat. Insgesamt sind diese positiven Effekte aber vor dem Hintergrund zu sehen, dass
Alkoholkonsum immer zahlreiche Gesundheitsrisiken in sich birgt. Insbesondere bei erblich
vorbelasteten Menschen besteht die Gefahr einer Alkoholabhängigkeit. Aus diesem Grund sind
allgemeine Empfehlungen für eine gesundheitsfördernde Aufnahmemenge problematisch.
Was ist moderater Alkoholgenuss?
Diese Frage ist nicht einheitlich zu beantworten, da die Alkoholmenge, welche gesundheitliche
Schäden verursachen und zu Abhängigkeit führen kann, von Mensch zu Mensch sehr variiert.
Es existiert also kein allgemein gültiger Grenzwert einer Alkoholmenge, unter dem jegliches
Risiko für Gesundheit und Alkoholsucht ausgeschlossen werden kann.
Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung und die Weltgesundheitsorganisation
empfehlen für gesunde Erwachsene Grenzwerte, in denen das Risiko sehr gering ist. Für Frauen
gilt 12 g Alkohol und für Männer 24 g Alkohol pro Tag als moderat. Frauen sollten daher nicht
mehr als ein Glas Bier (0,3l) und Männer nicht mehr als 2 Gläser Bier pro Tag trinken. Zusätzlich ist
es empfehlenswert, mindestens 2 Tage pro Woche keinen Alkohol zu trinken. Falls die genannten
Grenzwerte überschritten werden, kann es zu schweren körperlichen und psychischen Schäden
kommen.
Tipps für die Reduzierung des Alkoholkonsums
Wichtig ist, sein eigenes Trinkverhalten zu überdenken und in die Richtung eines moderaten
Alkoholgenusses zu lenken. Gerade Menschen, die bei sich festgestellt haben, dass ihr
Alkoholkonsum über das Normalmaß hinausgeht, sollten die Trinkmenge reduzieren. Ansonsten
laufen sie Gefahr, langfristig einer Alkoholsucht zu erliegen.
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In vielen Cliquen ist es „schick“, sich vor der eigentlichen Party zu betrinken. Oftmals werden in
sehr kurzer Zeit hochprozentige Spirituosen getrunken, um schnell einen hohen Alkoholpegel
zu erreichen. Dabei ist das Risiko für eine Alkoholvergiftung sehr hoch. Deswegen ist es
empfehlenswert, sich beim Trinken genügend Zeit zu lassen und auf hochprozentige Spirituosen
zu verzichten.
Aufgrund dessen, dass Alkohol dem Körper Wasser „entzieht“, sollte Alkohol nicht als
Durstlöscher eingesetzt werden. Bevor man mit dem eigentlichen Alkoholtrinken anfängt,
sollten mehrere alkoholfreie Getränke wie Wasser, Fruchtsaftschorlen und alkoholfreie Cocktails
getrunken werden. Weiterhin kommt es oft vor, dass ein Gruppenzwang aufgebaut wird und
man bei Trinkspielen oder beim „Ausgeben von Runden“ quasi zum Trinken gezwungen wird.
Auch wenn es schwer fällt, ist es besser, öfter eine Runde auszusetzen und stattdessen ein
alkoholfreies Getränk zu wählen. Die Einladung zu alkoholischen Getränken kann und sollte des
Öfteren in einer höflichen, aber bestimmten Art und Weise abgelehnt werden. Die Angst vor
einer verärgerten Reaktion des Gegenübers ist oftmals unbegründet.
Obwohl der Grundsatz vielen heutzutage überholt scheint, gilt nach wie vor, dass man auch
ohne Alkohol Spaß haben kann. Man sollte sich an Bekannten und Freunden orientieren, welche
wenig oder keinen Alkohol trinken und trotzdem „eine gute Zeit“ haben können. Weiterhin
bergen exzessive Trinkspiele und Flatrate-Parties immer die Gefahr einer Alkoholvergiftung in
sich.
Das Auftreten von Problemen ist ein normales Vorkommnis im Leben. Wichtig ist, dass man seine
Probleme mit vertrauten Personen wie Freunden oder Eltern bespricht und sie aktiv angeht.
Alkohol ist hingegen kein adäquates Mittel, um seine Probleme zu lösen. Im Gegenteil, oftmals
steigern sich die Probleme und man ist nicht mehr in der Lage, sie angemessen zu lösen.
Tipps zum richtigen Umgang mit Alkohol
Besondere Risikogruppen für alkoholbedingte Organerkrankungen sind die ungefähr 2,5
Millionen Alkoholkranken und Gewohnheitstrinker. Dabei haben Frauen ein höheres Risiko als
Männer. Dies liegt unter anderem daran, dass Frauen einen geringeren Körperflüssigkeitsanteil
als Männer aufweisen, dafür aber mehr Körperfett besitzen. Alkohol verteilt sich aber ausschließlich in der Körperflüssigkeit.
Ferner haben alle Personen ein gesteigertes Risiko alkoholabhängig zu werden, die regelmäßig
mehr als 40 - 50 g Alkohol pro Tag (Männer) und 20 - 30 g Alkohol pro Tag (Frauen) konsumieren.
Präventionsmaßnahmen wie Aufklärungsgespräche sollten gerade auf Jugendliche, besonders
gefährdete Berufsgruppen wie Brauereiarbeiter, Bestatter, Gastwirte oder Discjockeys, Frauen in
der Schwangerschaft, Menschen mit hoher Arbeitsbelastung wie Ärzte und Autofahrer abzielen.
Besonders Jugendlichen sollte ein bewusster Umgang mit der „berauschenden Flüssigkeit“
beigebracht werden. Problematisch ist es, wenn man nur mit Alkohol Spaß haben kann und auf
diese Weise regelmäßiges und übermäßiges Trinken vorprogrammiert sind. Empfehlenswert ist,
bei Feiern und Festlichkeiten zu versuchen, seinen Alkoholkonsum auf ein moderates Maß zu
reduzieren oder hin und wieder ganz auf Alkohol zu verzichten.
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Eltern sollten ihren Kindern ein Vorbild beim ordnungsgemäßen Umgang mit Alkohol sein. Oft
übernehmen Kinder Verhaltensweisen bezüglich des Alkoholkonsums ihrer Eltern. Alkohol sollte
kein Mittel der Konfliktlösung sein oder als „Kummerkasten“ für Probleme und Sorgen genutzt
werden. Am effektivsten bewahrt man seine Kinder vor einer späteren Alkoholabhängigkeit,
wenn man den bewussten und kontrollierten Alkoholgenuss aktiv vorlebt. Zudem sollte man mit
seinen Kindern über die Gefahren des Alkoholkonsums und seine schädlichen Folgen sprechen.
Dafür kann auch das Infotelefon der Suchtberatung der Bundeszentrale für gesundheitliche
Aufklärung genutzt werden. Die Ansprechpartner dort sind versierte Experten auf dem Gebiet
der Suchtvorbeugung und können zahlreiche Fragen zum Thema Alkohol und Sucht beantworten.
Falls der persönliche Alkoholkonsum über das Normalmaß hinausgeht oder man bereits
Gesundheitsschäden dadurch erlitten hat, ist es höchste Zeit, sich ernsthaft mit seinem
Trinkverhalten auseinanderzusetzen. Um die momentan aufgenommene Alkoholmenge festzustellen, empfiehlt es sich, ein Trinktagebuch anzulegen. Dies sollte über einige Wochen geführt werden, damit der durchschnittliche Alkoholkonsum richtig beurteilt werden kann. Dazu
werden alle Drinks mit der entsprechenden Alkoholmenge täglich protokolliert.
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Alkoholabhängigkeit
Alkoholmissbrauch und Alkoholabhängigkeit unterscheiden sich. Kennzeichnend für Alkoholmissbrauch sind die alkoholbedingten körperlichen und psychischen Schäden. Bei Alkoholabhängigkeit kann der Alkoholiker seinen Konsum nicht mehr kontrollieren.
Nach den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wird zwischen Alkoholmissbrauch und Alkoholabhängigkeit unterschieden. Kennzeichnend für Alkoholmissbrauch
ist der durch den Alkoholkonsum verursachte körperliche und psychische Gesundheitsschaden.
Daraus resultieren oftmals soziale und berufliche Probleme, die meist zu einer Unterlassung
der persönlichen und häuslichen Pflichten führen. Auch beim Auftreten von Problemen wird der
Alkoholkonsum in den meisten Fällen fortgesetzt.
Im Gegensatz dazu wird Alkoholismus von der WHO wird folgt definiert: „Alkoholiker sind
exzessive Trinker, deren Abhängigkeit vom Alkohol einen solchen Grad erreicht hat, dass sie
deutliche Störungen und Konflikte in ihrer körperlichen und seelischen Gesundheit, ihren
mitmenschlichen Beziehungen, ihren sozialen und wirtschaftlichen Funktionen aufweisen oder
Podrome (Anzeichen) einer solchen Entwicklung zeigen.“ Weiterhin liegt sowohl eine körperliche,
als auch eine psychische Abhängigkeit vor. Die körperliche Abhängigkeit ist charakterisiert durch
eine ganze Reihe von auftretenden Krankheitsanzeichen bei Entzug. Zum Beispiel treten Zittern,
Schwitzen, Übelkeit und Brechreiz auf. Die psychische Abhängigkeit äußert sich im zwanghaften
Drang, Alkohol zu trinken. Dieser Zwangszustand resultiert aus inneren Spannungen, Konflikten
und Stresszuständen.
Weiterhin definiert die WHO Abhängigkeit als Syndrom (gleichzeitige Vorliegen mehrerer Krankheitsanzeichen) verschiedener Verhaltensweisen.
Dazu zählen:
• übermäßiger Drang nach Alkoholkonsum
• Entwicklung einer Toleranz mit ansteigenden Alkoholdosen
• Unfähigkeit, den Alkoholkonsum zu kontrollieren
• Auftreten von Entzugssymptomen
• Vernachlässigung von kulturellen, sozialen, persönlichen und beruflichen Interessen aufgrund
des Alkoholkonsums
• hoher Zeitaufwand für Beschaffung und Konsum von Alkohol
• fortgesetzter Alkoholkonsum trotz eindeutiger gesundheitlicher Schäden
Der Übergang von Alkoholmissbrauch zur -abhängigkeit ist oft fließend. Die Zahl der alkoholabhängigen Personen in Deutschland wird auf 2,5 - 3 Millionen geschätzt. Volkswirtschaftlich
bedeutet dies einen großen finanziellen Schaden, da Folgekosten für Arbeitsausfall und Krankenhausaufenthalt entstehen.
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Alkoholismus ist eine Erkrankung!
Das Bundessozialgericht hat 1968 Alkoholismus als Krankheit anerkannt. Die Entwicklung der
Abhängigkeit ist durch soziale, genetische und neurobiologische (das Nervensystem betreffende)
Faktoren bedingt. Wissenschaftliche Untersuchungen des Erbguts haben gezeigt, dass es
höchstwahrscheinlich eine „genetische Anfälligkeit“ für Personen mit bestimmten Genvarianten
gibt, an Alkoholsucht zu erkranken. Eine langwierige und übermäßige Alkoholaufnahme führt
früher oder später zur Entwicklung von einer Toleranz mit anschließender Abhängigkeit. Betont
sei zudem, dass es keine eindeutige Alkoholmenge gibt, die festlegt, ob eine Alkoholsucht vorliegt oder nicht.
Grundsätzlich gilt, mit zunehmender Trinkhäufigkeit und Alkoholmenge steigt auch das Risiko
für gesundheitliche Schäden und Abhängigkeit. Bei Alkoholsucht dreht sich das persönliche
Leben zunehmend nur noch um die Beschaffung und den Konsum von Alkohol. Andere Interessen
werden vernachlässigt.
Bei Alkoholikern kommt es bei Alkoholabstinenz zum Auftreten von vielfältigen Entzugssymptomen. Das Gehirn eines Alkoholikers hat „immer Durst“, auch nach jahrelanger Abstinenz
besteht noch ein gewisses Verlangen nach Alkohol. Bereits kleine Alkoholmengen können zu
einem Rückfall in die Abhängigkeit führen.
Auffällig ist, dass Alkoholabhängigkeit sich auf alle soziale Schichten und Altersgruppen erstreckt.
Auch sehr erfolgreiche Menschen wie Schauspieler, Sänger oder Autoren sind immer wieder
von Alkoholsucht betroffen. So spiegelt der gesamtgesellschaftliche Konsum unter anderem
ein gewisses Bedürfnis der Ersatzbefriedigung wieder. Die Wahrscheinlichkeit, in seinem Leben
an Alkoholsucht zu erkranken, ist von Person zu Person unterschiedlich groß. Eine besondere
Risikogruppe stellen Jugendliche und zunehmend auch Frauen dar.
Die negativen Auswirkungen des Alkoholkonsums sind vielfältig. Abgesehen von den zahlreichen
gesundheitsschädlichen Effekten, führt er zu Problemen im sozialen Umfeld. Dies kann die
Partnerschaft, den Freundeskreis oder den Arbeitsplatz betreffen. Oftmals spielt Alkohol auch
eine wesentliche Rolle bei Gewalttaten und Sachbeschädigungen. Bei vielen Menschen wirkt er
aggressions- und gewaltfördernd.
Selbsttest zum Alkoholkonsum
Es existiert eine Reihe von Tests zur Früherkennung einer Alkoholabhängigkeit. Der nachfolgende
CAGE-Test stellt insgesamt 4 Fragen zum persönlichen Alkoholkonsummuster.
1. Cut down drinking: Hatten Sie jemals das Gefühl, dass Sie weniger trinken sollten?
2. Annoyed: Hat es Sie belästigt oder gekränkt, wenn jemand Ihr Trinkverhalten kritisiert hat?
3. Guilty: Hatten Sie jemals Schuldgefühle wegen Ihres Trinkens?
4. Eye Opener: Mussten Sie jemals morgens trinken, um sich zu beruhigen oder in
Gang zu kommen?
Auswertung:
• Zweimal Ja: Es besteht ein Verdacht auf Alkoholismus
• Dreimal Ja: Alkoholismus wahrscheinlich
• Viermal Ja: Alkoholismus sehr wahrscheinlich
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Laborchemischer Test des Alkoholkonsums
Neben Testverfahren zur Selbstbeantwortung gibt es einige laborchemische Parameter,
die Aufschluss über den persönlichen Alkoholkonsum geben und somit das Vorliegen einer
Alkoholabhängigkeit diagnostizieren können. So weisen Alkoholiker typische Leberenzymmuster
auf.
Bei alkoholbedingten Lebererkrankungen findet sich ein erhöhtes Verhältnis von GlutamatPyruvat-Transaminase (GPT) zu Glutamat-Oxalacetat-Transaminase (GOT). Diese speziellen
Eiweiße werden in der Leber gebildet und ihre Konzentration steigt bei Lebererkrankungen an.
Weiterhin ist bei Leberzellschädigung die Konzentration der Gamma-Glutamat-Transferase
erhöht. Zum Nachweis eines chronischen Alkoholkonsums kann diese ebenfalls laboranalytisch
bestimmt werden. Zu beachten ist, dass dieser Laborwert auch bei anderen Lebererkrankungen
erhöht sein kann. Weiterhin hat die Bestimmung des Kohlenhydrat-defizienten-Transferrin
(CDT) einen wichtigen Stellenwert bei der Diagnose einer chronischen Alkoholabhängigkeit.
Diese Bestimmung zeigt eine alkoholbedingte Lebererkrankung in 90 % der Fälle zuverlässig
an. Eine Untersuchung des Lebergewebes gibt zusätzliche Sicherheit über das Vorliegen einer
Leberentzündung (Hepatitis).
Der behandelnde Arzt kann sowohl Testverfahren, als auch Laboruntersuchungen und
Verhaltensmuster der Patienten zur Diagnostik nutzen.
Klassifizierung von Alkoholkonsumenten
In Abhängigkeit von den Motiven und der Häufigkeit der Alkoholaufnahme werden verschiedene
„Trinkertypen“ klassifiziert.
1. Alpha-Typ: Trinkt, um Konflikte zu bewältigen und auf diese Weise Erleichterung zu erfahren.
2. Beta-Typ: Konsumiert Alkohol bevorzugt am Wochenende. Auch Gelegenheitsoder Wochenendtrinker genannt.
3. Gamma-Typ: Bei diesen Personen liegt bereits körperliche und psychische Abhängigkeit vor.
Es resultiert ein häufiger Kontrollverlust beim Trinken. Zudem besteht meist die Unfähigkeit,
nur kleine Alkoholmengen zu trinken, ohne sich einem exzessiven Konsum hinzugeben.
4. Delta-Typ: Sehr regelmäßiger Konsum und das Unvermögen, seinen Alkoholkonsum
zu unterbrechen (Gewohnheitstrinker).
5. Epsilon-Typ: Konsumiert in regelmäßigen Abständen (Quartalstrinker).
Hilfe bei Alkoholismus
Falls der persönliche Alkoholkonsum ein kritisches Maß erreicht hat, ist es unabdingbar, sich
professionelle Hilfe zu suchen. Dieser Schritt und das Sprechen über die persönliche Alkoholsucht
fallen in der Regel nicht leicht. Wichtig ist aber, dass man in dieser schwierigen Situation ehrlich
zu sich selber ist und das bestehende Alkoholproblem weder verharmlost noch verdrängt.
In jedem Falle ist es sinnvoll, ausgebildete Experten zu konsultieren. In der Regel wird am Anfang
der Gespräche geklärt, aus welchen Beweggründen Alkohol getrunken wird. Ob zum Beispiel
aus Gründen der Stressbewältigung, Ablenkung, sozialen Isolation, Versagensangst, Langeweile
oder des Jobverlustes. Oftmals ist eines dieser Probleme der Grund für den Alkoholkonsum. In der
Regel muss dieses Problem zuerst beispielsweise mit Hilfe einer Psychotherapie gelöst werden.
Infozept - Alkoholkonsum
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Hausarzt
Erster Ansprechpartner sollte ein vertrauensvoller Hausarzt sein. Gespräche mit Angehörigen
können zwar unterstützen, aber die professionelle Therapie nicht ersetzen. Falls Hemmungen
bestehen, sich an seinen Hausarzt zu wenden, kann man auch spezialisierte Suchtmediziner zu
Rate ziehen. Weiterhin können Beratungsstellen wie Caritas und Suchberatungsstellen der Stadt
oder Kommunen aufgesucht werden. Diese können auch von Menschen aufgesucht werden, bei
denen das Alkoholproblem noch keine weitreichenden Schäden hinterlassen hat.
Systemische Familientherapie
Bei Alkoholproblemen ist die Einbeziehung der Familienangehörigen oder Freunde von Bedeutung, denn diese Beziehungen haben oft einen Einfluss auf das Problem und umgekehrt. Dies
geschieht in der systemischen Therapie. Der Therapeut veranlasst die Auseinandersetzung mit
den Konflikten und Gefühlsäußerungen. Der Patient kann so noch nicht beachtete Sichtweisen
einnehmen.
Selbsthilfegruppen
Zur Unterstützung der Abstinenz gibt es viele Selbsthilfegruppen. Ein großes Problem bei
Alkohol ist, dass es schnell zum Rückfall kommt. Besonders wenn man zum Beispiel nach einem
Klinikaufenthalt wieder in das gleiche Umfeld gerät und keinerlei soziale Unterstützung bei der
Abstinenz erfährt, sind Selbsthilfegruppen wie die Anonymen Alkoholiker hilfreich.
Betriebliche Angebote
In vielen Unternehmen gibt es im Rahmen des Betrieblichen Gesundheitsmanagements unter
anderem psychologische Beratung. Riskanter Alkoholkonsum oder Abhängigkeit sind Themen,
die man in einer solchen Beratung ansprechen kann.
Mangelernährung bei Alkoholikern
Alkoholkranke leiden oft an einem Mangel an essentiellen Nährstoffen. Aufgrund dessen, das
sie aber zumindest in Deutschland oft normal- bis übergewichtig sind, tritt dieser oftmals erst
im Endstadium zu Tage.
Falls der tägliche Alkoholgenuss über einen langen Zeitraum 10 - 70 % der täglichen Energieaufnahme ausmacht, wird die Verwertung zahlreicher Nährstoffe erheblich gestört. Zudem wird
die Ausscheidung von den Mineralstoffen Calcium, Phosphat, Zink und Kalium gesteigert. Die
Verstoffwechslung von Alkohol bedeutet einen erhöhten Bedarf an B-Vitaminen und Folsäure,
da diese beim Alkoholabbau zunehmend verbraucht werden.
Die gestörte Versorgung mit Vitaminen und Mineralstoffen kann nach einer bestimmten Zeit
zur Ausprägung von Krankheitsanzeichen führen, die auf eine Mangelversorgung mit einzelnen
oder mehreren Nährstoffen hinweisen. Die vielfältigen Organstörungen und Erkrankungen durch
chronischen Alkoholeinfluss führen insgesamt zu einer häufig bei Alkoholikern auftretenden
Störung der Nahrungsaufnahme und -verwertung. So liegt bei Alkoholikern häufig eine Minderversorgung mit den wasserlöslichen Vitaminen B1, B2, B6 und Folsäure vor. Weiterhin sind auch
die Blutspiegel der fettlöslichen Vitamine A, D und E oft erniedrigt.
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Alkoholbedingte Organstörungen und Erkrankungen
Übermäßiger Alkoholgenuss kann alle menschlichen Organe schädigen. Hauptsächlich sind
aber Nervensystem, Leber und Magen-Darm-Trakt betroffen. In der Regel gilt, je höher die
aufgenommene Alkoholmenge und Trinkhäufigkeit, desto gravierender sind die zu erwartenden
Gesundheitsschäden.
Übermäßiger Alkoholkonsum kann prinzipiell jedes Organ des menschlichen Körpers schädigen.
Hauptsächlich sind aber das Nervensystem, die Leber und der Magen-Darm-Trakt betroffen.
Zudem erhöht andauernder Alkoholmissbrauch das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen,
Krebserkrankungen und Gesundheitsschäden für Neugeborene.
Die genauen Wirkmechanismen und Ursachen für die Entstehung dieser Erkrankungen sind
noch nicht vollständig erforscht. Wissenschaftliche Studien haben in der Mehrzahl einen
Zusammenhang zwischen der Dauer des Alkoholmissbrauchs auf der einen Seite und der
Häufigkeit des Auftretens und dem Schweregrad der Organerkrankungen auf der anderen Seite
festgestellt. In Abhängigkeit vom Geschlecht, der genetischen Veranlagung und dem Konsum
anderer Genussmittel wie Zigaretten sind manche Menschen mehr und manche Menschen
weniger von alkoholbedingten Organschäden betroffen. Warum diesbezüglich individuelle
Unterschiede bestehen, ist größtenteils noch ungeklärt.
Hauptsächlich kommt es durch zwei wesentliche Mechanismen zu Folgeschäden durch Alkohol.
Zum einen durch die direkt giftige Wirkung des Alkohols selbst und zum anderen durch die von
ihm verursachte Mangelernährung. Grundsätzlich greift Alkohol direkt oder indirekt in den
Stoffwechsel aller Organe ein, spielt aber besonders für die Entstehung von Lebererkrankungen
eine große Rolle.
Alkoholbedingte Lebererkrankungen
Alkoholgenuss verursacht verschiedene Leberveränderungen. Dies ist darauf zurückzuführen,
dass Alkohol hauptsächlich in der Leber verstoffwechselt wird. Bei regel- und übermäßigem
Konsum finden sich meistens zuerst Schäden und Erkrankungen der Leber. Angefangen bei einer
relativ harmlosen Leberverfettung über Entzündungen (Hepatitis) bis hin zur Leberzirrhose
(Schrumpfleber) und -krebs.
Bei einer sogenannten Fettleber handelt es sich primär um eine Lebervergrößerung, die sich
in vielen Fällen ohne bleibende Schäden zurückbilden kann, falls keine Leberentzündung
vorliegt. Bei Vorliegen einer Leberentzündung ist das Voranschreiten der Leberschäden bis
zur Leberzirrhose sehr wahrscheinlich. Häufig auftretende Beschwerden in Abhängigkeit vom
Vorliegen einer Leberzirrhose sind Untergewicht (Anorexie), Gelbsucht (Ikterus), Schmerzen
im Bauchbereich, Lebervergrößerung, Übelkeit und Erbrechen, erhöhte Blutungsneigung,
Flüssigkeitseinlagerungen im Gewebe (Ödeme) und Brustvergrößerungen bei Männern
(Gynäkomastie). Ungefähr 50 % der Patienten mit einer Leberentzündung entwickeln im Laufe der
Zeit eine Leberzirrhose. Dabei wird das gesunde Lebergewebe umgebaut. Zunehmend bildet sich
Bindegewebe und die Leber „vernarbt“. Leberzirrhose führt früher oder später zu Leberversagen
mit Gelbsucht, Flüssigkeitseinlagerungen im Gewebe oder erhöhter Blutungsneigung.
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Verschiedene Untersuchungen ergaben, dass bei einem täglichen Alkoholkonsum von ca. 30
– 60 g bei Männern (entspricht ungefähr 0,3 bis 0,4 l Wein) und bei Frauen bei mehr als 20
g pro Tag das Risiko für Leberschädigungen in Form einer Leberverfettung, Entzündung oder
Leberzirrhose stark ansteigt. Die sogenannte Schrumpfleber (Leberzirrhose) als ein Symptom
des Endstadiums von chronischem Alkoholkonsum ist in den Industrienationen die häufigste
Ursache für die Entstehung von Leberkrebs.
Die Erkrankungsanfälligkeit der Leber durch Alkohol ist von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich. Dies liegt wohl an dem individuell unterschiedlichen Alkoholstoffwechsel, welcher erblich
bedingt ist.
Weiterhin führen alkoholbedingte Leberschädigungen zu einer gestörten Fettverdauung und
beeinträchtigten Freisetzung der gespeicherten Nährstoffe.
Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts
Getränke mit einem Alkoholgehalt bis zu 10 % (vor allem Bier mit seinen Malzanteilen) fördern die
Magensäureproduktion. Bei einer Aufnahme von großen Alkoholmengen in kurzer Zeit kann es zu
Magenschleimhautschäden bis hin zu einer entzündlichen Erkrankung der Magenschleimhaut
(Gastritis) kommen. Häufig ist auch der Dünndarm von solchen Veränderungen und zusätzlich
von Beweglichkeitsstörungen betroffen. Diese Faktoren werden für das bei übermäßigem
Alkoholkonsum auftretende Erbrechen verantwortlich gemacht.
Weiterhin kann es zu Störungen bei der Nährstoffverwertung kommen. So wird die Aufnahme
von Einfachzuckern wie Glucose, bestimmten Aminosäuren und wasserlöslichen Vitaminen
wie Folsäure, Vitamin B1 und B12 gestört. Bedenklich ist vor allem der daraus resultierende
Folsäuremangel, der wiederum zu einer Störung der Nährstoffaufnahme führt.
Zudem fördert Alkohol das Auftreten von Durchfall (Diarrhö). Dafür verantwortlich ist hauptsächlich die gehemmte Natrium- und Wasseraufnahme im Dünndarm.
Entzündung der Bauchspeicheldrüse
Chronische Alkoholiker entwickeln oftmals eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse
(Pankreatitis). Wissenschaftliche Untersuchungen haben einen Zusammenhang zwischen der
täglich aufgenommenen Alkoholmenge und dem Entstehungsrisiko für eine Bauchspeicheldrüsenentzündung aufgezeigt. Diese wiederum ist durch das Auftreten von starken Schmerzen
im linken Oberbauch, Übelkeit, Erbrechen und Fieber gekennzeichnet. Bei voranschreitendem
Krankheitsverlauf kann es zu einem Schocksyndrom kommen, welches nicht selten zum Tod
führt. Zusätzlich treten meist Verdauungsstörungen (besonders der Fettverdauung) oder ein
Diabetes mellitus auf.
Hormonelle Störungen
Bei Frauen vor den Wechseljahren (Menopause) ist eine Reihe von hormonellen Störungen
beschrieben worden, die durch reichlichen Alkoholkonsum bedingt ist. Die Konzentration
der weiblichen Geschlechtshormone Östrogen und Progesteron, welche unter anderem der
Steuerung des weiblichen Zyklus und der Vorbereitung der Schwangerschaft dienen, sind
bei jüngeren Frauen mit übermäßigem Alkoholgenuss oft vermindert. Zudem liegen oft
eine eingeschränkte Funktion der Eierstöcke (Ovarialinsuffizienz), Menstruationsstörungen
(Oligomenorrhoe) oder vollständiges Ausbleiben der Regelblutung (Amenorrhoe) vor.
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Wernicke-Korsakow-Syndrom
Chronischer Alkoholismus kann zur Ausbildung des Wernicke-Korsakow-Syndroms führen.
Dieses ist durch eine Vielzahl an Symptomen gekennzeichnet. Es kann zu Augenzittern
(Nystagmus), Bewegungsstörungen mit Lähmungserscheinungen, Verwirrtheitszuständen,
Bewusstseinstrübungen, Wesensveränderungen, verminderter Merkfähigkeit, Phantasieren,
Demenz und Nervenstörungen (Polyneuropathie) kommen. Entscheidend für die Entwicklung
dieses Krankheitsbildes ist das Vorliegen eines Vitamin-B1-Mangels. Einige Symptome können
durch rechtzeitige Gaben von Vitamin B1 relativ schnell verbessert werden.
Das Wernicke-Korsakow-Syndrom bildet sich bei ungefähr 3 – 5 % der chronischen Alkoholiker
aus.
Alkohol und Krebs
Übermäßiger und chronischer Alkoholgenuss erhöht das Risiko für bestimmte Krebserkrankungen
um ein Vielfaches. Besonders die Organe des Magen-Darm-Trakts sind häufig davon betroffen.
Im Vergleich zu Nichtalkoholtrinkern steigt das Risiko um das 3– bis 8fache, an Rachenund Kehlkopfkrebs (Pharynx- und Larynxkarzinom) zu erkranken. In Abhängigkeit von der
Alkoholkonzentration der Getränke erhöht sich das Risiko für Speiseröhrenkrebs um das 5– bis
25fache. Es wird vermutet, dass hauptsächlich das giftige Stoffwechselprodukt des Alkohols
Acetaldehyd für die Entstehung von Speiseröhrenkrebs verantwortlich ist, indem es das Erbgut
schädigt.
Eine alkoholbedingte Leberzirrhose führt in den meisten Fällen zu Leberkrebs (Leberzellkarzinom).
Es kann auch eine Virusinfektion mit Hepatitis C eine Leberzirrhose und folglich Leberkrebs
bedingen. Die Leberzirrhose wird als ein eigenständiger Faktor für Lebertumoren angesehen.
Diese wiederum entsteht höchstwahrscheinlich durch freie Radikale, welche während des
Alkoholstoffwechsels gebildet werden (oxidativer Stress).
Viele wissenschaftliche Untersuchungen weisen darauf hin, dass die alkoholbedingten
Folge-Erkrankungen wie Leberentzündungen oder Übergewicht die Ursachen für bestimmte
Krebserkrankungen sind.
Alkohol wird oft zusammen mit Zigaretten konsumiert. Deswegen ist die krebserzeugende
Wirkung im Einzelfall auch nicht immer nur dem Alkohol oder nur dem Zigarettenkonsum
zuzuordnen. Aber auch ohne gleichzeitigen Zigarettenkonsum ist Alkohol ein eigenständiger
Risikofaktor für die Entwicklung von vielen Krebsarten.
Generell ist die Entstehung von Krebs von vielen Faktoren abhängig. Auch wenn man nicht
in jeder Hinsicht einer Krebserkrankung vorbeugten kann, lässt sich durch den Lebensstil das
Risiko für eine Erkrankung senken. So sollte nicht geraucht, wenig Alkohol getrunken, Sport
getrieben und intensive Sonneneinstrahlung vermieden werden. Zudem sollte mehr Obst und
Gemüse und wenig Fett und rohes Fleisch gegessen werden. Auch am Arbeitsplatz sollte sich an
Sicherheitsmaßnahmen gehalten werden, etwa im Umgang mit krebserregenden Substanzen.
Gerade der Früherkennung von Brustkrebs, Dickdarmkrebs und Gebärmutterhalskrebs sollte in
Zukunft größere Beachtung geschenkt werden.
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Weitere hilfreiche Informationen
Weiterführende Informationen und Links zum Thema Alkoholkonsum.
Alkohol und Schwangerschaft
Alkoholkonsum in der Frühschwangerschaft kann den Fötus schädigen (embryofetales
Alkoholsyndrom). So hat Alkohol zahlreiche negative Wirkungen auf Frauen in der Schwangerschaft und auf das ungeborene Kind. Die Gesundheitsschäden reichen von einer Reduzierung
der Körperlänge und Körpergröße, Schädelfehlbildungen (Mikrognathie), zu kleinen Augäpfeln
(Mikrophthalmie), Fehlbildungen der Gliedmaßen, Gelenkschäden, geringer Kopfgröße (Mikrozephalie), bis zu Fehlbildungen der Nieren, Harnwege und Blutgefäße. Bis zu 45 % der Kinder von
Alkoholikern weisen solche Schäden und Behinderungen auf. Besonders problematisch ist, dass
diese nach der Geburt weiterbestehen und die Nachkommen ein Leben lang darunter leiden
müssen.
Das Risiko für Alkoholikerkinder, mit Untergewicht geboren zu werden, ist bei einem Konsum
der Eltern von mindestens 100 g Alkohol pro Tag doppelt so hoch wie bei einer konsumierten
Alkoholmenge von 50 g. Die Ursachen dieser Schäden sind höchstwahrscheinlich die giftige
Alkoholwirkung an sich, aber auch die durch Alkohol ausgelöste Nährstoffunterversorgung oder
die schädlichen Effekte des Alkoholabbauproduktes Acetaldehyd. Besondere Vorsicht muss auch
bei der Aufnahme von kleinen Alkoholmengen gelten, weil diese bereits ausreichen, um das
Nervensystem des Ungeborenen zu schädigen. Gerade Störungen des Lern- und Sozialverhaltens
werden nicht bereits nach der Geburt sichtbar, sondern erst im Vorschulalter. Weiterhin können
Bewegungs- und Koordinationsstörungen, Verzögerungen bei der Reifeentwicklung auftreten
und die Wahrscheinlichkeit für Fehlgeburten steigt.
Die Empfehlung lautet deshalb ganz eindeutig, dass in der Schwangerschaft kein Alkohol
getrunken werden darf. Alkohol ist auch in der Stillzeit absolut tabu, da er in die Muttermilch
übertreten kann. Dies verändert nicht nur Geruch und Geschmack der Muttermilch, sondern
führt auch zu Verhaltensänderungen der Säuglinge.
Mixgetränke
In der Regel sind Longdrinks und Cocktails hochprozentiger als andere alkoholische Getränke. Der
Alkoholgehalt kann meistens nicht eingeschätzt werden, da die Süße der anderen Bestandteile
den Alkoholgeschmack überdeckt. Deswegen wird deren Wirkung auch oft unterschätzt, was
wiederum schnell zu Übelkeit, Erbrechen und schlimmstenfalls zu einer Alkoholvergiftung
führen kann. So kann ein Cocktail 20 g oder mehr reinen Alkohol enthalten. Wodka Energy oder
Cola-Kräuterlikör enthalten standardmäßig 4 cl, das heißt ungefähr 13 Gramm reinen Alkohol.
Dies entspricht bereits einem großen Bier (0,5 l, 5,5 Vol.-%).
Industriell hergestellte alkoholische Mixgetränke enthalten meist 2,5 – 5,5 Vol.-% reinen Alkohol.
Auch diese schmecken sehr süß, was dazu führt, dass der Alkoholgeschmack überdeckt wird.
Zur Verdeutlichung: 3 Alcopops (0,33 l; 5,5Vol.-%) haben den gleichen Alkoholgehalt wie 4 Gläser
Bier (0,25 l; 5,5Vol.-%). Oder 2 Flaschen Mixgetränke (0,33 l, 2,5 Vol.-%) die gleiche Alkoholmenge
wie drei Schnäpse (0,02 l; 35 Vol.-%). Bei alkoholhaltigen Mixgetränken muss der Alkoholgehalt
ab 0,5 % auf dem Etikett angegeben sein. Empfehlenswert ist ein maßvoller Konsum von
Mixgetränken, da in vielen Fällen der tatsächliche Alkoholgehalt nicht bestimmt werden kann.
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Zudem sind Mixgetränke oft sehr kalorienreich, da sie oftmals viel Zucker enthalten. Alcopops
(0,33 l) haben ungefähr 200 Kilokalorien, so viel wie eine halbe Tafel Schokolade.
Alkohol und Sport
Der Genuss von Alkohol wirkt sich negativ auf die mentale und sportliche Fitness aus. Funktionen des zentralen Nervensystems werden gehemmt und die Koordinationsfähigkeit verschlechtert. Nicht nur die Leistungsfähigkeit durch eine geminderte Energiebereitstellung wird
eingeschränkt, sondern auch die Regeneration nach dem Training. Dies ist vor allem durch das
verzögerte Auffüllen der Kohlenhydratspeicher der Leber bedingt.
Weiterhin kommt es zu einer vermehrten Wasserausscheidung über die Nieren und folglich zu
einer Austrocknung (Dehydratation), welche wiederum die Leistungsfähigkeit stark vermindert.
Gerade Wintersportler sollten sorgsam mit ihrem Alkoholkonsum umgehen, da dieser die
Wärmeabgabe über die Haut durch eine gesteigerte Durchblutung erhöht und so eine Unterkühlung (Hypothermie) fördern kann. Der Irrglaube, dass hochprozentige Spirituosen wie Obstler
und Kräuterschnaps von innen wärmen, ist schlichtweg falsch, da sich die Blutgefäße erweitern
und vermehrt Wärme abgestrahlt wird. Besonders im Skisport kommt es durch die verminderte
Reaktionsfähigkeit und die kältebedingte Muskelverhärtung zu drastischen Verletzungen wie
Zerrungen, Verstauchungen und Muskelfaserrissen.
Da Alkohol wenig Vitamine und Mineralstoffe enthält, ist er nicht als Durstlöscher vor, während
oder nach dem Training geeignet. Besser sind Fruchtsaftschorlen, die Natrium und Kalium enthalten.
Weiterführende Links und Quellen
• Anonyme Alkoholiker
• Blaues Kreuz Suchtkrankenhilfe
• Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e.V.
• Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung
• Kampagne zur Alkoholaufklärung der Bundeszentrale für gesundheitlich
Aufklärung speziell für Jugendliche
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