Bregenzer Festspiele 2013 Liebe und Geld, Schatten und Licht

Werbung
Bregenzer Festspiele 2013
Liebe und Geld, Schatten und Licht
W.A. Mozarts Die Zauberflöte auf der Seebühne,
Tchaikowskys Der Kaufmann von Venedig im Festspielhaus
André
Dem Licht entgegen streben die Bregenzer Festspiele im Sommer 2013: Unter
diesem Motto zeigt das Festival auf der Seebühne erstmals seit 1985/86
wieder
Wolfgang
Amadeus
Mozarts
phantastische
Märchenoper
Die
Zauberflöte. Im Festspielhaus ist die Uraufführung der Oper Der Kaufmann von
Venedig des britisch-polnischen Komponisten André Tchaikowsky zu sehen.
Die Zauberflöte verbindet eine Liebesgeschichte mit den großen Fragen der
Aufklärung, stellt fidelen Vogelfänger-Charme neben königliche Rachsucht und
bezaubert mit einer Musik zwischen munteren Melodien und verliebten Arien,
zwischen halsbrecherischen Koloraturen und geheimnisvollen Chorälen. Die
Bregenzer Festspiele zeigen Mozarts 1791 uraufgeführtes Werk, eine der
weltweit am häufigsten gespielten Opern, in den Sommern 2013/14 als Spiel
auf dem See. Regie führt Festspielintendant David Pountney, Premiere ist am
17. Juli 2013.
William Shakespeares Der Kaufmann von Venedig ist ein Stück über Liebe
und Geld, über Gnade und Gesetz: Die gleichnamige Oper des polnischen,
nach Großbritannien ausgewanderten Komponisten André Tchaikowsky (19351982) entstand in den 70er- und 80er-Jahren des 20. Jahrhunderts, wurde
aber
noch
nie
aufgeführt.
Die
Bregenzer
Festspiele
präsentieren
die
Uraufführung von Der Kaufmann von Venedig am 18. Juli 2013 und setzen
damit die Reihe noch nie gespielter Werke im Festspielhaus fort.
Das Programm der Orchesterkonzerte bietet 2013 einen musikalischen
Rückblick auf die Intendanz von David Pountney: Werke von Benjamin Britten
bis Mieczysław Weinberg lassen zahlreiche musikalische Höhepunkte Revue
passieren und rufen erfolgreiche Opernproduktionen wie Brittens Tod in
--------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------Bregenzer Festspiele 2013
Seite 1 von 17
Venedig
(2007)
und
Weinbergs
Die
Passagierin
(2010)
in
Erinnerung.
Außerdem gibt es ein Wiedersehen mit den bekannten britischen Dirigenten
Paul Daniel und Sir Mark Elder, die beide schon mehrmals erfolgreich am
Bodensee zu Gast waren.
Zwei neue Musiktheaterwerke stehen 2013 auf der Werkstattbühne im
Zentrum der zeitgenössischen Reihe Kunst aus der Zeit. Den Anfang macht
am 1. und 3. August The Wasp Factory des in Island lebenden Australiers
Ben Frost nach dem gleichnamigen Bestseller von Iain Banks und einem
Libretto von David Pountney, gefolgt von der österreichischen Erstaufführung
von Olga Neuwirths American Lulu am 16. und 17. August. In ihrem
neuesten Werk wirft die österreichische Komponistin einen weiblichen Blick
auf eine der schillerndsten Frauengestalten der Theatergeschichte.
„Selber
machen!“
lautet
alljährlich
die
Devise
des
Kinder-
und
Jugendprogramms crossculture: Neben den Fixpunkten fest des kindes,
crossculture night, tours und workshops präsentiert crossculture im Sommer
2013 die crossculture blasmusikmatinee Brass Impossible am 4.
August mit den Absolventen des ersten Internationalen Blasmusik-Camps
(IBC) und das kinder- und familienkonzert Der Tierkreis am 15. und 17.
August.
--------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------Bregenzer Festspiele 2013
Seite 2 von 17
Hand in Hand ins Licht
W.A. Mozarts Die Zauberflöte als Spiel auf dem See 2013/14
Was beginnt wie ein Märchen wird zum phantastischen Spiel zwischen
Zauberposse
und
Freimaurer-Mystik:
Die
Zauberflöte
verbindet
eine
Liebesgeschichte mit den großen Fragen der Aufklärung, stellt fidelen
Vogelfänger-Charme neben königliche Rachsucht und bezaubert mit einer
Musik
zwischen
munteren
Melodien
und
verliebten
Arien,
zwischen
halsbrecherischen Koloraturen und geheimnisvollen Chorälen.
Die
Bregenzer
Festspiele
zeigen
Wolfgang
Amadeus
Mozarts
1791
uraufgeführtes Werk, eine der weltweit am häufigsten gespielten Opern, in den
Sommern 2013 und 2014 als Spiel auf dem See. Zuletzt war Die Zauberflöte
1985 und 1986 auf der Seebühne zu sehen. Die musikalische Leitung liegt
beim Amerikaner Patricks Summers. Regie führt Festspielintendant David
Pountney, das Bühnenbild stammt von Johan Engels, das Kostüm- und
Puppendesign von Marie-Jeanne Lecca: Ein Trio, das am Bodensee zuletzt
2010 mit der Oper im Festspielhaus Die Passagierin für großes Aufsehen
sorgte.
Für
das
Light
Design
zeichnet
der
Franzose
Fabrice
Kebour
verantwortlich, für die Stunt & Action Choreographie der Israeli Ran Arthur
Braun. Premiere ist am 17. Juli 2013.
„Habe Mut, Dich Deines eigenen Verstandes zu bedienen!“
Prinz Tamino sieht sich plötzlich einer riesigen Schlange gegenüber. Doch
anstatt das Untier zu bekämpfen, fällt der Prinz in Ohnmacht. Die Königin der
Nacht lässt ihn durch ihre Damen retten – nur um ihm eine noch viel größere
Aufgabe aufzuerlegen: Ihre Tochter Pamina sei von Sarastro entführt worden;
wenn Tamino sie befreie, werde er sie zur Frau bekommen. Als die Königin ihm
ein Bild ihrer Tochter zeigt, verliebt sich Tamino augenblicklich in Pamina und
erklärt sich bereit, den Auftrag zu übernehmen. Begleitet vom Vogelfänger
Papageno, drei rätselhaften Damen und drei wissenden Knaben sowie
ausgestattet mit Zauberinstrumenten, die vor Gefahren schützen, wilde Bestien
bezähmen und schließlich die Liebenden vor dem Verbrennen und dem
Ertrinken bewahren, macht sich Tamino auf den Weg.
--------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------Bregenzer Festspiele 2013
Seite 3 von 17
Die Zauberflöte ist ein Aufklärungsstück par excellence: Im Zentrum steht die
innere Verwandlung des Menschen zu einem Wesen, das seinen Tugenden
folgend selbstbestimmt zu leben imstande ist. Am Ende der Oper finden die
Menschen den Weg ins Licht, in ein besseres Leben jenseits der Autoritäten
von altehrwürdigen Mächten wie Adel und Klerus. Es ist eine menschliche
Existenz ganz selbstbestimmt und ganz im Geiste der Aufklärung: „Habe Mut,
Dich Deines eigenen Verstandes zu bedienen!“
„Noch mehr – er ist Mensch!“
Die Zauberflöte vermittelt ein aufgeklärtes, humanistisches Ideal des
„Menschseins“: Am Ende tragen ein normaler Mann und eine normale Frau die
Verantwortung für die Zukunft der Gesellschaft, während sich der Machtapparat
von Königinnen und Priestern als überflüssiges Brimborium erweist. Es gibt eine
Stelle, in der Sarastros Priester sich fragen, ob es Tamino wohl gelingen werde,
alle Prüfungsaufgaben zu meistern, denn er sei ja ein Prinz. Doch Sarastro
antwortet: „Noch mehr – er ist Mensch!“
Am Ende der Oper sieht man Tamino und Pamina nicht mehr als Prinz und
Prinzessin, sondern tatsächlich nur als einen Mann und eine Frau: Für mich ist
das das Fazit dieses Stücks! Die Zauberflöte ist durchdrungen von den Ideen der
Aufklärung, einer Bewegung, die den menschlichen Verstand in den Mittelpunkt
rückte und damit die Autorität althergebrachter Mächte wie Adel und Religion in
Frage stellte.
Würde sich aber die Zauberflöte nur um solche Dinge drehen, wäre diese Oper
wohl schon längst in Vergessenheit geraten. Mozart jedoch gelingt ein Spagat,
wie wir ihn sonst nur von Shakespeare kennen: Die Zauberflöte ist auch ein
wunderbar erzähltes Märchen. Sie ist charmant und unterhaltsam, bezaubernd
und witzig, romantisch und geistreich – und transportiert dennoch eine große
philosophische Botschaft.
David Pountney
Inszenierung Die Zauberflöte
--------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------Bregenzer Festspiele 2013
Seite 4 von 17
Geld – oder Liebe?
Der Kaufmann von Venedig als Oper im Festspielhaus 2013
William Shakespeares Der Kaufmann von Venedig ist ein Stück über Liebe und
Geld, über Gnade und Gesetz: Die gleichnamige Oper des polnischen, nach
Großbritannien ausgewanderten Komponisten André Tchaikowsky (19351982) entstand in den 70er- und 80er-Jahren des 20. Jahrhunderts, wurde aber
noch nie aufgeführt. Die Bregenzer Festspiele präsentieren die Uraufführung
von Der Kaufmann von Venedig am 18. Juli 2013 und setzen damit die Reihe
noch nie gespielter Werke im Festspielhaus fort.
Bassanio, ein junger Adeliger, möchte in Venedig zur Zeit der Renaissance der
schönen Portia den Hof machen, doch fehlt ihm das Geld, um zu ihrem
Landsitz zu reisen. Also bittet er den Kaufmann Antonio um Hilfe. Antonios
Vermögen aber ist in Schiffshandelsgeschäften angelegt. Daher bietet er
Bassanio an, die benötigte Summe vom jüdischen Geldverleiher Shylock zu
besorgen. Doch Shylock ist über Antonio verärgert, weil dieser den Juden für
gewöhnlich voller Verachtung behandelt, und fordert daher, dass – sollte die
Schuld nicht binnen drei Monaten beglichen sein – der Preis dafür ein Pfund
von Antonios eigenem Fleisch sein solle…
„Festklammern an den Buchstaben des Gesetzes“
Zuletzt 2005 mit Hollywood-Stars wie Al Pacino, Jeremy Irons und Joseph
Fiennes opulent verfilmt, rückt Shakespeares 1605 erstmals aufgeführtes
Werk Der Kaufmann von Venedig weder Shylocks Judentum noch seinen
Wucher ins Zentrum, sondern, wie Karl Marx es nannte, das erbarmungslose
„Shylocksche Festklammern an den Buchstaben des Gesetzes”. Dieses blinde
Bestehen auf Recht und Gesetz ist es, was auf dem Höhepunkt der Handlung
auf Shylock selbst zurückfällt.
Die musikalische Leitung von Der Kaufmann von Venedig liegt beim Amerikaner
Erik Nielsen, für die Inszenierung kehrt der Brite Keith Warner nach seinem
großen Erfolg mit André Chénier an den Bodensee zurück. Die Ausstattung
übernimmt der ebenfalls aus Großbritannien stammende Ashley Martin-Davis,
das Light Design sein Landsmann Davy Cunningham.
--------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------Bregenzer Festspiele 2013
Seite 5 von 17
Ein erstaunliches Schicksal – der Komponist André Tchaikowsky
Der polnisch-britische Komponist André Tchaikowsky kam unter dem Namen
Robert Andrzej Krauthammer 1935 als Sohn jüdischer Eltern in Warschau zur
Welt. Schon sehr früh zeigt sich sein musikalisches Talent, bereits mit vier
Jahren erhält er von seiner Mutter ersten Klavierunterricht. Mit Ausbruch des
Zweiten Weltkriegs wird die Familie ins Warschauer Ghetto verlegt, wo André
bis 1942 verbleibt. Dank falscher Papiere, die ihn als normalen polnischen
Bürger ausweisen, und seines neuen Namens Andrzej Czajkowski, überlebt er
gemeinsam mit seiner Großmutter sowohl den Warschauer Aufstand als auch
die Deportation in das Konzentrationslager Pruszkow. Nach dem Krieg setzt
Tchaikowsky, wie er sich später nennen sollte, seine Studien in Polen und Paris
fort, später wandert er nach England aus. Trotz einer herausragenden Karriere
als Pianist galt seine wahre Leidenschaft immer dem Komponieren: Seine
einzige Oper, Der Kaufmann von Venedig, entstand in den Jahren 1968 bis
1982.
„Zwei gegensätzliche Welten, in exquisiten Farben gezeichnet“
André Tchaikowsky, ein Überlebender des Warschauer Ghettos, wählte
ausgerechnet Shakespeares Kaufmann von Venedig als Gegenstand für seine
erste und einzige Oper. Doch ganz abgesehen davon, dass Tchaikowsky
Antisemitismus am eigenen Leib erfahren hat, eignet sich Der Kaufmann von
Venedig hervorragend für ein Musiktheaterwerk, denn die Handlung umfasst
zwei einander entgegengesetzte Welten, von denen jede eine andere Art des
musikalischen Ausdrucks nahelegt.
Venedig ist der Ort der männlichen Geschäftswelt, eine Stadt dominiert von
Macht, Geld und Intoleranz. Belmont hingegen ist ein Ort der Frauen, der Liebe
und der Musik. Aus drei Schatullen müssen die Werber um die Hand der
schönen Portia die richtige auswählen. Bassanio zieht die bleierne Schatulle der
goldenen und silbernen vor. Die Botschaft ist eindeutig: Das Element des
Geldes, in Venedig die Maßgröße für fast alles, ist in Belmont wertlos.
Tchaikowsky meistert die musikalischen Möglichkeiten dieser beiden
kontrastierenden Milieus mit erstaunlichem Geschick, als handelte es sich hier
bereits um seine fünfte Oper. Venedig ist düster und grausam, Belmont
--------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------Bregenzer Festspiele 2013
Seite 6 von 17
hingegen zeichnet Tchaikowsky in exquisiten Farben, die an die Musik der
Renaissance erinnern, und auch an Humor fehlt es nicht. Shylock und Portia, die
beiden zentralen Partien der Oper, durchlaufen dramatische Entwicklungen, die
Tchaikowsky musikalisch meisterlich und äußerst fantasievoll umsetzt.
David Pountney
Intendant
--------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------Bregenzer Festspiele 2013
Seite 7 von 17
Heiter und düster, lyrisch und schwelgerisch
Orchesterkonzerte 2013
Das Programm der Orchesterkonzerte bietet 2013 einen musikalischen
Rückblick auf die Intendanz von David Pountney: Werke von Benjamin Britten,
Karol Szymanowski und Mieczysław Weinberg lassen musikalische Höhepunkte
Revue passieren und rufen erfolgreiche Bregenzer Opernproduktionen wie
Brittens Tod in Venedig und Weinbergs Die Passagierin in Erinnerung.
Außerdem gibt es ein Wiedersehen mit den beiden bekannten britischen
Dirigenten Paul Daniel und Sir Mark Elder. Beide haben am Bodensee bereits
sowohl Orchesterkonzerte als auch Opern im Festspielhaus dirigiert: Paul
Daniel Tod in Venedig 2007 und Achterbahn 2011, Sir Mark Elder König Roger
2009. Im Sommer 2011 begeisterte Sir Mark Elder die Besucher in Bregenz
darüber hinaus mit dem Hallé Orchestra Manchester, dessen Chefdirigent er
ist. Der Dritte im Bunde ist der deutsche Dirigent Claus Peter Flor.
Das Symphonieorchester Vorarlberg präsentiert 2013 gleich zwei Konzerte: Da
ist zum einen die traditionelle Orchestermatinee unter Dirigent Gérard Korsten
am 18. August und zum anderen ein Porträtkonzert zu Ehren des polnischen
Komponisten Witold Lutosławski am 12. August.
Tchaikowsky und Rachmaninoff: Virtuosen und Komponisten
Das erste Konzert der Wiener Symphoniker am 22. Juli ist Teil des AndréTchaikowsky-Wochenendes, im Rahmen dessen neben einem Symposium zu
Leben und Werk dieses Komponisten und bedeutenden Pianisten auch seine
sechs wichtigsten Kompositionen präsentiert werden. Im Mittelpunkt des von
Paul Daniel dirigierten Konzerts steht Tchaikowskys Konzert für Klavier und
Orchester. Im zweiten Teil ist die Symphonie Nr. 2 von Sergej Rachmaninoff
(1873-1943) hören. Rachmaninoff, zu seiner Zeit ebenfalls ein sehr bekannter
Pianist,
beweist
Klavierkonzerte,
in
diesem
sondern
Werk,
auch
dass
er
nicht
hochromantische,
nur
phantastische
schwelgerisch-düstere
Orchestermusik schreiben konnte.
Elegisch, lyirsch, zugänglich: Weinberg und Beethoven
Unter der Leitung des deutschen Dirigenten Claus Peter Flor spielen die
Wiener Symphoniker in ihrem zweiten Konzert am 29. Juli Mieczysław
--------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------Bregenzer Festspiele 2013
Seite 8 von 17
Weinbergs
fünfte
und
Ludwig
van Beethovens
neunte
Symphonie.
Die
Symphonie Nr. 5 von Mieczysław Weinberg (1919-1996) ist eines der
wichtigsten und gleichzeitig auch unmittelbar zugänglichsten Werke dieses
Komponisten. Geschrieben 1962 für den Dirigenten Kirill Kondraschin, wurde
sie immer wieder mit Schostakowitschs vierter Symphonie verglichen. Ernst
und elegisch, mit Momenten des Protests, gilt diese lyrische Symphonie auch
als perfekte Einführung in das sinfonische Schaffen dieses im Sommer 2010 in
Bregenz wiederentdeckten Komponisten.
Beethovens neunte Symphonie ist heute weltweit eines der populärsten Werke
der klassischen Musik. Das Hauptthema des Finalsatzes, für den Beethoven als
Text Friedrich Schillers Gedicht An die Freude wählte, ist seit 1985 auch die
offizielle Hymne der Europäischen Gemeinschaft.
Leicht und hell, streitbar und düster: Schreker, Britten, Dvořák
Sir Mark Elder dirigiert am 5. August das dritte Orchesterkonzert der
Wiener Symphoniker. Zu hören sind Franz Schrekers Kammersymphonie für
23 Soloinstrumente, Benjamin Brittens Our Hunting Fathers und Antonín
Dvořáks achte Symphonie.
Der Stil des österreichischen Komponisten Franz Schreker (1878-1934) liegt
zwischen Schönbergs Spätromantik und der post-romantischen Gestik eines
Richard
Strauss.
Seine
1916
uraufgeführt
Kammersymphonie
für
23
Instrumente – darunter Klavier, Harfe, Celesta und Schlagzeug – ist ein sehr
reizvolles Werk: Leicht und hell, melodiös und ganz und gar romantisch, ähnelt
es zwar in der Zusammensetzung den Schönbergschen Kammersinfonien, aber
nicht im Temperament.
Benjamin
Brittens
(1913-1976)
packender
und
sehr
ungewöhnlicher
Liederzyklus Our Hunting Fathers entstand 1936 und spiegelt auf düstere Art
und Weise den streitbaren Pazifismus dieser Zeit wider. Der Text stammt vom
Dichter W.H. Auden.
Antonín Dvořáks (1841-1904) 1890 uraufgeführte Symphonie Nr. 8 war von
Anbeginn an großer Erfolg beschieden. Das Werk entstand im Spätsommer in
seiner Sommerresidenz bei Vysoká u Příbramě. Dvořáks ließ sich von der
--------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------Bregenzer Festspiele 2013
Seite 9 von 17
dortigen Landschaft inspirieren und schuf eine frohe, farbenreiche Symphonie
voller Rückgriffe auf böhmische Volkslieder.
Symphonieorchester Vorarlberg im Doppelpack
Nachdem
die
Bregenzer
Festspiele
in
den
vergangenen
Jahren
mit
Komponisten wie Szymanowski, Weinberg und nun Tchaikowsky schon fast
zum inoffiziellen Festival für polnische Musik geworden sind, feiert das erste
Konzert des Symphonieorchesters Vorarlberg im Sommer 2013 am 12.
August den hundertsten Geburtstag eines ebenfalls sehr bedeutenden
polnischen Komponisten:
gehören
zu
den
Witold
lyrischsten
Lutosławski (1913-1994).
und
schönsten
Seine
Kompositionen
Werke
des
20.
Jahrhunderts, er selbst gilt als der vielleicht eigenständigste musikalische
Avantgardist dieser Zeit.
In der Orchestermatinee des Symphonieorchesters Vorarlberg am 18.
August unter der Leitung von Gérard Kosten liegt der Focus dann wieder auf
Weinberg: Gespielt wird sein Violinkonzert, Solist ist Ilya Gringolts. Außerdem
ist mit Bohuslav Martinus (1890-1959) vierte Symphonie ein Werk desjenigen
Komponisten zu hören, dessen Opern Die griechische Passion und Julietta zu
den großen Erfolgen von Pountneys Vorgänger Alfred Wopmann gehören.
Gruß aus Wien – Sonderkonzert und Tag der Wiener Symphoniker
Der 11. August gehört ganz den Wiener Symphonikern, dem Hausorchester
der Bregenzer Festspiele seit Anbeginn: Die Symphoniker werden sich an
diesem Tag aber nicht nur mit verschiedensten Ensembles rund um das
Festspielhaus präsentieren und das Publikum bei freiem Eintritt zum Zuhören
und Verweilen einladen. Schon um 11 Uhr morgens bringen die Musiker im
Rahmen des Sonderkonzert Gruß aus Wien das ganz besondere Flair ihrer
Heimatstadt an den Bodensee, und zwar mit Werken von Johann Strauß (Sohn),
Josef Strauß, Felix Mendelssohn Bartholdy und Carl Maria von Weber.
Musik & Poesie: Kammermusik und Literatur im Seestudio
Im intimen Rahmen des Seestudios präsentiert die Reihe Musik & Poesie in
ihrem vierten Jahr einen polnischen Schwerpunkt: Im Zentrum stehen unter
anderem Klavierwerke von Frédéric
Chopin, Karol Szymanowski, André
--------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------Bregenzer Festspiele 2013
Seite 10 von 17
Tchaikowsky und Witold Lutosławski sowie Streichquartette von Tchaikowsky
und Lutosławski.
Zu
hören
sind
am
20.
Juli
der
Pianist
Maciej
Grzybowski
und
die
Mezzosopranistin Urszula Kryger, am 21. Juli das Meccorre Streichquartett. Am
4. August gibt es ein Wiedersehen mit dem jungen Vorarlberger Pianisten
Aaron Pilsan, dessen Konzert im vergangenen Jahr zu den Highlights von Musik
& Poesie zählte.
--------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------Bregenzer Festspiele 2013
Seite 11 von 17
Kunst aus der Zeit 2013
Musiktheater
Verstörend, faszinierend, grotesk
The Wasp Factory von Ben Frost
Iain Banks‘ Debütroman und Bestseller The Wasp Factory ist ein äußerst
origineller Schauerroman, in dessen Zentrum die Suche nach Identität unter
ungeheuerlichsten Umständen steht: Frank wächst auf einer entlegenen Insel
auf. Die Mutter ist verschwunden, der Vater überlässt den Jungen sich selbst.
Frank stilisiert sich selbst zum Herrscher der Insel und hängt einem
selbsterfundenen Kriegerkult an. Noch bevor er 14 ist, hat er drei Menschen
ermordet. Die Rückkehr seines geistesgestörten Halbbruders Eric löst eine
Kette von Ereignissen aus, an deren Ende sich das im verriegelten Labor des
Vaters verborgene Geheimnis offenbart: Frank ist ein Mädchen.
Basierend auf dem Originalroman The Wasp Factory, einer wilden, zornigen
Mischung aus der Blechtrommel und American Psycho, haben Komponist Ben
Frost und Librettist David Pountney ein neues Musiktheaterwerk erschaffen,
das sich auf Franks Leben auf der Insel konzentriert, auf die drei Morde und
die Frage nach seinem sozialen Geschlecht – eine Thematik, die diese
Geschichte über die Suche nach der eigenen Identität dominiert. Auch aus
diesem Grund hat sich Ben Frost auch entschlossen, die drei Rollen des Werks
mit Frauen zu besetzen. Ein Streichquintett wird nicht nur live spielen, sondern
auch singen und sprechen und somit mehrere Rollen des Erzählstrangs
übernehmen.
The Wasp Factory ist zu sehen am 1. und 3. August auf der Werkstattbühne.
Die Inszenierung liegt bei Komponist Ben Frost, die Bühne stammt von Mirella
Weingarten, die bereits bei Kunst aus der Zeit 2010 für Inszenierung, Bühne
und Kostüme von Morton Subotnicks Jacob’s Room verantwortlich zeichnete.
Die Kostüme entwirft der avantgardistische deutsche Modedesigner Boris
Bidjan Saberi, das Licht die Britin Lucy Carter.
Eine Musik, schön und befremdlich zugleich
Die Kompositionen des in Island lebenden Australiers Ben Frost sind
gleichermaßen fesselnd und rätselhaft, schön und befremdlich. Seine Musik
--------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------Bregenzer Festspiele 2013
Seite 12 von 17
steht für Kontraste; beeinflusst vom klassischen Minimalismus wie auch von
Musikgenres wie Punk, Rock und Metal, erscheinen Frosts Texturen scheinbar
aus dem Nichts und verbinden sich zu riesigen, bedrohlichen Gebilden, die
konventionelle
Strukturen
oft
zugunsten
der
Entfaltung
gewaltiger
mechanischer Systeme hinter sich lassen. Frosts Kompositionen sind dabei
aber weit mehr als eine reine Gehirnübung: Ihre unbestreitbar physische
Präsenz ist nicht nur hör-, sondern auch fühlbar. Frost erforscht jegliche
Extreme von Tonhöhe und Lautstärke. Er richtet sich damit ganz bewusst an
seine Zuhörer – und an deren Unbehaglichkeitsschwelle.
Frosts berüchtigte, gebäudeerschütternde Performances bei internationalen
Festivals (darunter Montreals berühmtes MUTEK) verbinden Elektronikmusik
mit wütend-peitschendem Gitarrensound. Ben Frost wird heute beschrieben
als einer der interessantesten und innovativsten Produzenten weltweit. Die
intensive, physische Präsenz seiner Musik erfüllt Galerieräume und liefert den
Soundtrack zu zeitgenössischen Tanzproduktionen von Chunky Move, der
Icelandic
Dance
Company
und
gefeierten
Choreographen
wie
Erna
Ómarsdottir und Wayne McGregor.
Musiktheater
Wider den männlichen Blick
American Lulu von Olga Neuwirth
Die vielfach ausgezeichnete österreichische Komponistin Olga Neuwirth wirft
einen
neuen
Blick
auf
eine
der
schillerndsten
Frauengestalten
der
Theatergeschichte: In American Lulu, ihrer Auseinandersetzung mit Alban
Bergs Lulu, werden die drei Hauptpersonen zu Afroamerikanern, deren
Schicksal vor dem Hintergrund der US-amerikanischen Protestbewegungen
der 60er und 70er Jahre erzählt wird.
In Bregenz ist American Lulu am 16. und 17. August als Österreichische
Erstaufführung zu sehen. Es spielt das Scottish Opera Orchestra unter der
Leitung des aus Großbritannien stammenden Gerry Cornelius. Regie führt der
Brite John Fulljames, der zuletzt 2010 Weinbergs Das Porträt im Theater am
Kornmarkt inszeniert hat. Die Ausstattung stammt von der Schweizerin Magda
--------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------Bregenzer Festspiele 2013
Seite 13 von 17
Willi, das Licht vom Briten Guy Hoare und das Video Design von seinem
Landsmann Finn Ross.
Lulu – umschwärmt und dennoch immer unerreichbar
An Lulu leiden und sterben die Männer: Verewigt in Alban Bergs gleichnamiger
Oper verkörpert sie den klassischen Typ der Femme Fatale des frühen 20.
Jahrhunderts. Umschwärmt und dennoch immer unerreichbar, leidenschaftlich
und dennoch immer scheinbar völlig kalt, treibt sie die Männer mit ihrer
verhängnisvollen Mischung aus Hingabe und Ablehnung reihenweise in den
Selbstmord; nur um Ende als Prostituierte selbst ihr Leben zu lassen – als
Opfer des Massenmörders Jack the Ripper.
In American Lulu wirft Olga Neuwirth einen ganz neuen Blick auf diese
schillernde Frauengestalt: „Es ging mir nicht darum, einen authentischen Alban
Berg wieder zu erschaffen, sondern aus der Perspektive einer Frau, einer
Komponistin meiner Generation, einen neuen Blick auf diese mystische
Frauengestalt (mal als ‚Rätsel-Weib‘, ‚Schlange‘, ‚Dämon-Weib‘, ‚Sphinx‘ oder
‚Kind-Weib‘
angesehen
und
von
berühmten,
wissenschaftlichen
‚Weib‘-
Interpreten wie Kraft-Ebbing oder Sigmund Freud und seinem Kreis gedeutet)
zu werfen. Es waren alles immer Blicke von Männern auf diese Frauengestalt
Lulu. Dieser männliche Blick auf weibliche Hauptfiguren in Opern hat mich
immer schon irritiert.“
Eine legendäre Figur in neuem Kontext
In Neuwirths Auseinandersetzung mit Alban Bergs Werk werden die Figuren
Lulu, Geschwitz und Schigolch zu den Afroamerikanern Lulu, Eleanor und
Clarence, deren Schicksal vor dem Hintergrund der US-amerikanischen
Protestbewegungen der 60er und 70er Jahre erzählt wird.
Ihr Vater sei Jazzmusiker gewesen, so erzählt Olga Neuwirth, weshalb sie
schon früh mit der afroamerikanischen Kultur und der Musik der Südstaaten in
Berührung gekommen sei: „Einen Film, den ich schon als Kind gesehen habe,
nämlich Otto Premingers Carmen Jones aus dem Jahr 1954, in dem er die Oper
Carmen in den Süden der USA verlegt und ausschließlich mit Afroamerikanern
besetzt, hat mich angeregt, meine Neubetrachtung von Alban Bergs Lulu nach
New Orleans und New York City zu verlegen. Basierend auf Bergs Idee,
--------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------Bregenzer Festspiele 2013
Seite 14 von 17
Wedekinds Drama, das um 1900 spielt, in einen neuen gesellschaftlichen
Kontext
zu
versetzen,
nämlich
um
1930,
entschied
ich
mich,
meine
Neuinterpretation in die USA der 1950er und 1970er Jahre zu verlegen,
nämlich vor den Hintergrund des ‚civil rights movement‘, der ‚counterculture‘
und der verschiedenen ‚liberation movements‘.“
Von Bergs posthum in Juni 1937 uraufgeführten Originalwerk hat Olga
Neuwirth die ersten beiden Akte bearbeitet und den dritten selbst textlich und
musikalisch vollkommen neu gefasst. Vom neuen Akt aus betrachtet erklingen
nun die ersten beiden Akte wie eine ferne Erinnerung: „Bergs Musik der ersten
beiden Akte ist für eine Art Jazzensemble orchestriert, denn es ist die Musik für
Lulus Rückblende in die 50er Jahre in New Orleans. Der Dritte Akt spielt im
New York der 70er Jahre. Lulu ist zu einer Nobelhure aufgestiegen, die
Kontakte zu bedeutenden Persönlichkeiten aus Wirtschaft und Politik hat und
der Privates und Öffentliches gleichermaßen ungefragt anvertraut wird.“
„Würgeengel oder Lebensglück?“
Wer und was ist aber nun diese Lulu aus ihrer Sicht? Olga Neuwirth: „Lulu hat
sich an die Gesellschaft, die sie diskriminiert, perfekt angepasst. Der Mensch
hat
die
Möglichkeit
auf
Selbstbestimmung,
auch
wenn
dieser
Weg
anstrengender ist, als sich aushalten und anhimmeln zu lassen. Die gequälte
und quälende Lulu – ob nun Würgeengel oder Lebensglück – lebt von Männern
und durch Männer. Sie lässt sich auf ein Gewirr zwielichtiger Machenschaften
und Machtspiele ein. Die Andere, Bergs Geschwitz, bei mir Eleanor, eine
Bluessängerin, beharrt auf dem Unaufhebbaren des Schmerzes und auf ihrer
Subjektivität. Sie ringt um Freiheit, geht einen schweren, aber selbst
gewählten Weg. Sie sucht selbstbewusst ihren eigenen Ausdruck, ihre eigene
Identität. Doch letztlich zählt für uns heute wieder: Wessen Stimme wird
gehört?“
Kunst aus der Zeit – Konzert
„Ich habe für dich meine Stimmen vervielfacht“
Seine Stimme finden in besonders prägenden Ausnahmesituationen des
Lebens, sich, wenn auch nur für sich selbst artikulieren, Jugendliebe und
Todesahnung, kein Gegensatz, lassen das Leben spüren.
--------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------Bregenzer Festspiele 2013
Seite 15 von 17
„Ich habe meine Stimme für Dich vervielfacht“, unter diesem Motto spielt das
Altenberg
Trio
am
30.
Juli
im
Kunsthaus
Bregenz
Werke
von
Dimitri
Schostakowitsch, Luciano Berio, Beat Furrer und André Tchaikowsky.
Schostakowitsch
erkrankt
15jährig
an
Tuberkulose.
Während
eines
Kuraufenthalts am Schwarzen Meer verliebt er sich in die gleichaltrige Tatjana.
Anstelle einer Liebeserklärung widmet der Schüchterne ihr dieses Klaviertrio,
das erst nach seinem Tod wiederentdeckt wird. Am anderen Ende des
Programms steht das in dessen Sterbejahr komponierte Trio Notturno von
André Tchaikowsky. Dazwischen liegt die Kunst, im Leben seine Stimme zu
finden, sich für sich selbst und gegenüber anderen zu artikulieren.
--------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------Bregenzer Festspiele 2013
Seite 16 von 17
Sternbilder, Stockhausen und Spaß mit Blasmusik
crossculture 2013
„Selber
machen!“
Jugendprogramms
lautet
alljährlich
crossculture:
Im
die
Devise
Sommer
2013
des
Kinder-
stehen
neben
und
den
Fixpunkten fest des kindes, crossculture night, tours und workshops das
crossculture
kinder-
und
familienkonzerte
Der Tierkreis
und
das
erste
Internationale Blasmusik-Camp IBC auf dem Programm.
crossculture blasorchestermatinee: Brass Impossible
Von
30.
Juli
bis
4.
August
treffen
junge
talentierte
Blasmusiker
der
Bodenseeregion beim ersten Internationalen Blasmusik-Camp in Hard am
Bodensee in Zusammenarbeit mit dem Vorarlberger Blasmusikverband und
dem ORF Vorarlberg auf Dozenten der Wiener Symphoniker. Gemeinsam
werden große Musikwerke erarbeitet, Erfahrungen gesammelt und das Können
verbessert. Der Spaß am Musizieren steht dabei natürlich an erster Stelle!
Höhepunkt des Camps ist der Konzertauftritt bei den Bregenzer Festspielen
am 4. August: Unter der Leitung von Martin Kerschbaum spielen Absolventen
des 1. IBC und Dozenten der Wiener Symphoniker unter anderem Werke von
Klaus Badelt, Hans Zimmer, Lalo Schifrin und Leonard Bernstein.
crossculture kinder- und familienkonzerte: Der Tierkreis
Wer hat nicht schon einmal davon geträumt, quer durch die Galaxien zu sausen
und fremde Sterne auszukundschaften? Rocca Raccheti, die verwegene
Astronautin, nimmt in ihrem virtuellen Raumschiff alle mit auf die Reise, um die
Geheimnisse der zwölf Sternbilder des Tierkreises zu erforschen. Alle können
mitmachen und sich am 15. und 17. August im Seestudio gemeinsam mit den
Klarinettisten Petra Stump und Heinz-Peter Linshalm und dem Akkordeonisten
Krassimir Sterev von den Melodien des Komponisten Karl-Heinz Stockhausen
inspirieren lassen.
© Babette Karner 2012
Die Bregenzer Festspiele 2013 finden vom 17. Juli bis zum 18. August 2013 statt. Tickets und Infos unter
+43 (0)5574 407-6 und www.bregenzerfestspiele.com.
--------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------Bregenzer Festspiele 2013
Seite 17 von 17
Herunterladen