Informationen zur Sprachentwicklung

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Gemeinschaftspraxis Logopädie BreuLa | Sonntagstraße 31 | 10245 Berlin
Informationen zur Sprachentwicklung
Logopädie BreuLa
Sonntagstraße 31
10245 Berlin
Tel: 030 / 50 34 32 04
Fax: 030 / 50 34 45 23
www.logopaediebreula.de
Die Sprachentwicklung Ihres Kindes können Sie sich vorstellen, wie den Bau eines Hauses.
Als erstes braucht man ein gutes Fundament, dann stabile Wände und als letztes kann man
oben drauf das Dach setzen. Wenn Fundament und Mauern nicht stabil genug sind, wird man
mit dem Dach Probleme bekommen. Und dieses Dach heißt in unserem Fall „Sprache“.
Das Fundament:
Solange das Kind in seinem ersten Lebensjahr ist, muss es sowohl den Umgang mit Personen als
auch mit Gegenständen erst einmal kennenlernen und erforschen. Es ist noch nicht in der Lage
Personen und Dinge miteinander zu verbinden. (Bsp: Das Kind spielt mit einer Rassel und die
Mutter kommentiert dies mit Worten. Daraufhin schenkt das Kind der Mutter seine volle
Aufmerksamkeit. Die Rassel vergisst es. Es ist also noch nicht in der Lage seine Aufmerksamkeit
zu teilen und auf Mutter und Rassel gleichzeitig zu richten.)
Ende des ersten Lebensjahres hat das Kind Personen und Dinge so gut kennengelernt, dass es
nun beide miteinander verbinden kann: Wenn es jetzt mit der Rassel spielt, ist es in der Lage,
gleichzeitig den Blick zur Mutter zu wenden, als wollte es fragen: „Was hältst du von meiner
Rassel?“ und schaut zurück zur Rassel. Es bildet mit seinem Blick ein Dreieck zwischen sich,
seiner Mutter und der Rassel. Dies ist der „trianguläre Blickkontakt“ (dreieckiger
Blickkontakt).
Dieser bildet das Fundament der Sprache, denn diese macht erst einen Sinn, wenn man sich mit
jemand anderem über eine Sache „unterhalten“ kann.
Die Wände und Mauern des Hauses, die unser Dach, die Sprache tragen sollen, sind die
Entwicklung von:
•
Bewegung (Fein- und Grobmotorik)
•
Sinneseindrücke (Hören, Sehen, Riechen, Schmecken, Tasten)
•
Denken und Gedächtnis
•
Sozialverhalten
Bewegung (Fein- und Grobmotorik):
Indem das Kind lernt zu krabbeln und später zu laufen, wird es selbständiger. Es setzt sich damit
aber auch Gefahren aus. Deshalb hört es nun sehr häufig das Wort „Nein“ und beginnt, dessen
Bedeutung zu verstehen. Es erfährt also, dass Sprache z. B. Dann einen Sinn macht, wenn es
darum geht, Grenzen zu setzen. Dies wird es dann auch kurze Zeit später für sich selber nutzen,
indem es anderen Menschen seine eigenen Grenzen klarmacht, sich wehrt und selber „Nein“
sagt.
Einleuchtend ist auch, dass die Motorik der Zunge, der Lippen und aller weiteren, am Sprechen
beteiligten Muskeln einen großen Einfluss auf die Aussprache des Kindes haben.
Sinneseindrücke:
Ohne intakte Sinnesorgane kann das Kind die Welt nicht optimal kennenlernen. Über Hören,
Sehen, Riechen, Schmecken und Tasten lernt das Kind die Dinge und ihre Eigenschaften kennen.
Eigenschaftswörter wie z.B. „laut“, „gelb“, „süß“, „weich“ etc. kann man nur verstehen, wenn man
sie mit seinen Sinnen erfahren kann. Kann ein Kind nicht gut hören, kann es nicht erfahren, wie
z.B. ein Hund bellt. Dies hat Auswirkungen auf die Sprache des Kindes, denn es kann Wörter wie
„bellen“ schwer verstehen, wenn es nicht erfahren hat, was sie bedeuten. Es kann sich beim
Sprechen aber auch nicht selber korrigieren, wenn es sich selber nicht gut hören kann. Dies hat
wiederum Auswirkungen auf die Aussprache. Wenn ein Kind nicht oder nicht gut sehen kann
und daher die Gegenstände nicht gut erkennt, wird es Schwierigkeiten haben, sich die Wörter
für diese zu merken.
Denken und Gedächtnis
DerBegriff des Denkens fasst verschiedene Fähigkeiten zusammen.
Es ermöglicht z.B., dass das Kind Wahrgenommenes erkennt, einordnet, benennt und versteht.
Außerdem ist das Kind durch das Denken in der Lage verschiedene Erfahrungen miteinander zu
kombinieren und Dinge, die über die Erfahrungen hinausgehen, zu planen („Wenn ich den Ball
auf die Treppe rolle, wird er herunterfallen.“).
Das Gedächtnis ist wichtig, um Wahrgenommenes zu speichern und sich bei Bedarf daran zu
erinnern (z.B. an Dinge, Personen, Sachverhalte oder die dazugehörigen Begriffe/ Wörter).
Auch die Entwicklung dieser Fähigkeiten beeinflusst also die Sprachentwicklung Ihres Kindes.
Sozialverhalten
Die Fähigkeit zur Kommunikation wirkt sich auf den Umgang mit anderen Personen aus, da wir
mit Hilfe der Sprache z.B. Freundschaften schließen, zwischenmenschliche Probleme lösen,
unsere Grenzen abstecken oder Kompromisse schließen können. Daher kann der Umgang des
Kindes mit anderen Personen auch Aufschluss über seine kommunikativen Fähigkeiten geben.
Kinder, die sich mit der Sprache nicht so gut ausdrücken können könnten sich z.B. zurückziehen,
da sie sich den anderen Kindern unterlegen fühlen. Vielleicht werden sie manchmal auch etwas
handgreiflich, da sie keine andere Möglichkeit sehen, ihre Interessen durchzusetzen.
Nun kennen Sie das Fundament und die Wände, die das Dach „Sprache“ tragen.
Sie sehen also, dass die Sprachentwicklung Ihres Kindes eine ziemlich komplizierte
Angelegenheit ist.
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