KUNStstoff 14

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Das Bayer Kultur-Magazin
Richard Hoppe-Sailer | Kunst und Religion
-8+x | Kinderoperette
SCHAUSPIEL | Zwischen Kenia und Dresden
KUNST | Kunst und Wissenschaft
SCHAUSPIEL | Comics statt Bühnenbild
TANZ | John Neumeier
Editorial
Aber damit nicht genug! Neben dieser Uraufführung haben wir mit dem Jugend-Tanz-Stück Sideways Rain, dem
Kindertheater Ein Fall für Freunde, dem Kinderatelier
zum Spielzeit-Thema Glauben und Wissen, zwei Vorstellungen des Schul-Lektüre-Klassikers Fahrenheit 451
und dem Seelenvogel, einer Tanz-Produktion speziell
für Kinder, eine beachtliche Reihe weitere Angebote für
unsere jungen und jüngsten Theater-, Tanz-, Kunst- und
Musikfans vorbereitet.
Liebe Freunde von Bayer Kultur!
Was könnte unser Engagement im Bereich der Kinder- und
Jugend-Arbeit besser unterstreichen als die Uraufführung
einer Kinderoperette als Eigenproduktion von Bayer Kultur.
Kinderoperette? Hat es diese Gattungsbezeichnung überhaupt je schon gegeben?! Wie dem auch sei: Das Gift im
Lift – warum Orpheus ganz nach unten fuhr ist der Titel
des Stücks, das Kay Link auf der Basis von Jacques Offenbachs berühmtem Orpheus in der Unterwelt in unserem Auftrag geschrieben hat. Auf dem Titelfoto unseres
Magazins geben Herr Schäfer (eigentlich Pluto, der Gott
der Unterwelt) und der frech-charmante Cupido aus der
Götter-WG, die eine Etage über Herrn Schäfer im Loft eines Hochhauses ihr Unwesen treibt, schon einen kleinen
Vorgeschmack auf diesen turbulenten Theaterspaß für
die ganze Familie. Auf den Seiten acht und neun dieser
KUNSTstoff-Ausgabe erfahren Sie mehr über diese Musiktheater-Produktion für Kinder.
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Der Pianist Hardy Rittner, stART-Künstler der ersten Generation, wird sich nach drei aufregenden und sehr produktiven Jahren von seinem Leverkusener Publikum mit
Arnold Schönbergs Klavierkonzert verabschieden. Dieses
Symphonie-Konzert mit der hervorragenden Jenaer Philharmonie unter der Leitung von Olaf Henzold ist einmal
mehr Paradigma für unser stART-Konzept: Wir wollen
den jungen Musikern Partner sein für besonders ambitionierte Vorhaben. Das Schönberg-Konzert war ein echter
Herzenswunsch von Hardy Rittner und ich bin angesichts
der immer restriktiveren Marktmechanismen in der Klassik-Branche sicher, dass er dieses außergewöhnliche Werk
so schnell nicht noch einmal wird aufführen können.
Ich freue mich auf Stars wie Victoria Mullova (zusammen
mit l’arte del mondo), Sharon Kam oder Lars Vogt genauso
wie auf die Europäische Erstaufführung von The dream of
getting a Job, die Deutsche Erstaufführung von Halpern
und Johnson sowie meinen Kulissen-Talk mit TV-Star
Helmut Zierl.
Hierzu und zu allen anderen Veranstaltungen lade ich Sie
sehr herzlich ein!
Ihr
Dr. Volker Mattern
Leiter Bayer Kultur
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März/April 12
Essay
Richard Hoppe-Sailer über Kunst und Religion im
Spannungsfeld von Distanz und Annäherung
Seite 4
Uraufführung
Eine Kinderoperette? Geht das? Noch dazu über Orpheus
in der Unterwelt? Volker Mattern sagt ja!
Seite 8
SCHAUSPIEL
Europäische Erstaufführung der kenianisch-österreichischdeutschen Koproduktion The Dream of getting a Job
Seite 10
KUNST
Drei „ars viva“-Preisträger erklären ihre Ateliers zum Labor. Ergebnisse ihrer Arbeiten ab 4. März im Kulturhaus
Seite 12
SCHAUSPIEL
Zwei Urgesteine des Theaters schenken sich Halpern und
Johnson zum 50-jährigen Bühnenjubiläum.
Seite 16
-16+x | Jugend
Die Zeichnungen des Comiczeichners FuFu Frauenwahl
sind das Bühnenbild zu Fahrenheit 451.
Seite 14
TANZ
John Neumeier über seine legendäre Matthäus-Passion und
die Einflüsse des eigenen Glaubens auf seine Arbeit.
Seite 18
Das Bayer Kultur-Magazin
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Richard Hoppe-Sailer, geb. in Mönchengladbach. Studium
der Kunstgeschichte, Germanistik, Publizistik und Philosophie an der Ruhr-Universität Bochum. 1980 Promotion,
wissenschaftliches Volontariat an der Kunsthalle Bremen,
Fellow am Kulturwissenschaftlichen Institut Essen, 1998
Habilitation an der Universität Basel. Lehraufträge an den
Universitäten Bremen und Basel, seit 2000 Professor für
Kunstgeschichte an der Ruhr-Universität Bochum.
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Neo Rauch: Fenster für die Elisabethkapelle im
Naumburger Dom, 2007
Kunst und
Religion
Distanz und Annäherung
Text: Richard Hoppe-Sailer
Die Künstler drängt es in die Kirchen, die Museen präsentieren ihre Sammlungen mit nahezu sakralem Habitus. Was
steckt hinter diesen allenthalben zu beobachtenden Bewegungen und Trends? Versuchen die christlichen Kirchen
einmal mehr, in einer Zeit zunehmender Sakralisierung
ihren Bezug zur Welt zu sichern? Oder geht der Impuls von
der Kunst aus, die nach der Geschichte ihrer Autonomie
von staatlichen und kirchlichen Auftraggebern nun wieder
versucht, sich über sakrale Kontexte zu nobilitieren? Zahlreich und äußerst fruchtbar sind die vielfältigen Versuche,
die in den letzten Jahren und Jahrzehnten unternommen
worden sind, um die Kluft zwischen Theologie und Ästhetik, zwischen der Kunst und der religiösen Praxis zu untersuchen und zu überbrücken. Immer wieder zeigt sich eine
textorientierte Theologie an den Erkenntnispotentialen der
bildenden Kunst interessiert, wie umgekehrt die Kunstgeschichte im methodischen Instrumentarium der Theologie
Modelle findet, sich ihres Gegenstandes, einer radikal auf
der Wirkmacht des Bildlichen insistierenden Kunst, zu versichern. Man kann den Eindruck gewinnen, dass es insbesondere die Entwicklung der ungegenständlichen Malerei
war, die diesen Prozess initiierte und nachhaltig beförderte. Ein Prozess, der ganz offensichtlich mit der Aufklärung
und der Geschichte der Moderne seit dem Ende des 18.
Jahrhunderts eng verknüpft ist.
Mit dem Beginn der Moderne um 1800 schwindet die Verbindlichkeit der traditionellen Symbole, der großen mythologischen und biblischen Geschichten und selbst die Gewissheit der religiösen und historischen Traditionen steht
in Frage. Dies bleibt nicht ohne Konsequenzen für Inhalt
und Form der neuen Kunst und es provozierte unmittelbar harsche Kritik der Traditionalisten. Als Caspar David
Friedrich 1807 ein Altarbild im Stil eines Landschaftsgemäldes schuf, den sogenannten Tetschner Altar, legt der
Kunstkritiker Basilius von Ramdohr sofort den Finger in
die Wunde und fragt: „Ist es ein glücklicher Gedanke, die
Landschaft zur Allegorisierung einer bestimmten religiösen Idee oder auch zur Erweckung der Andacht zu gebrauchen? (…) In der Tat, es ist eine wahre Anmaßung, wenn
die Landschaftsmalerei sich in die Kirchen schleichen und
auf die Altäre kriechen will.“
Damit ist ein Grundton angeschlagen, der die Debatten
bis heute beherrscht. Die Vermischung der Gattungen, der
religiösen Malerei hier, und aller Abkömmlinge einer neuen, auf ihr eigenes ästhetisches Recht pochenden Malerei
dort, kann nicht gelingen. Die Nazarener, eine katholische
Künstlergruppe des frühen 19. Jahrhunderts, versuchen es
noch einmal mit frommen Bildern in der Tradition der
frühen Renaissance. Ihnen aber wird mangelnde Zeitgenossenschaft vorgeworfen und die vernichtende Rezension
des Philosophen Friedrich Theodor Vischer an einem der
Programmbilder ihres Protagonisten Friedrich Overbeck,
seinem 1831 entstandenen Triumph der Religion aus den
Künsten, macht das Dilemma deutlich. Vischer wirft ihm
Bigotterie vor, und geißelt die Rückkehr zum Stil der Alten
Meister mit scharfen Worten: „(...) wir Kinder einer Zeit,
wo es Fräcke und Krawatten gibt, haben die entgegengesetzte Stimmung in allen Nerven und Adern, und jede
Mühe ist vergeblich, uns auf dem Wege der (...) Dogmatik
in jenen zurückzuversetzen. Dahin kommt man nicht mit
Dampfkraft, es ist aus und vorbei.“
Die einen wenden sich der Natur als einem Ort transzendentaler Erfahrung zu, die anderen zitieren historische
Modelle religiöser Erfahrung. Beiden gemeinsam aber
ist, und das sollte zum Signum der neuen Epoche werden,
die Reflexion des eigenen Tuns. Damit hält eine Form der
Distanzierung Einzug in die Kunst, die ihr Verhältnis
zur Religion und zu unmittelbarer religiöser Erfahrung
nachhaltig beeinflusst. Im Laufe der Moderne entsteht ein
ambivalentes Verhältnis von Kunst und Religion. In dem
Maße, in dem die bildende Kunst ungegenständlich wird
und auf Selbstreflexion und Entwicklung ihrer autonomen bildnerischen Mittel setzt, in dem Maße ersetzen die
Künstler die alten, literarischen Erzählungen durch eine
deutliche Referenz auf religionsnahe, transzendente Gehalte. Nicht nur die Künstlertexte der klassischen Moderne sind voll von Anspielungen auf religiöse Erfahrungen,
auch in den Bildern selbst und in ihrer Inszenierung wird
dies deutlich. Das prominenteste Beispiel ist Kasimir Malewitschs Schwarzes Quadrat des Jahres 1915. Er hängt
es in die obere Ecke eines Ausstellungsraumes und spielt
damit deutlich auf die Präsentation der Ikone in einer traDas Bayer Kultur-Magazin
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ditionellen russischen Wohnung an. In der Ikonenmalerei
findet der Maler eine Darstellungsform, die in hoher Abstraktion auf eine andere Realität verweist. Er befreit in
seiner ungegenständlichen Malerei die Kunst von jedem
Bezug auf eine religiöse Erzählung, und postuliert einen, in
seinen Augen reinen und unverfälschten Zugang zu transzendenten Erfahrungen. Erst in einer solchen Befreiung
von jedem traditionellen Gehalt ist für die Künstler des frühen 20. Jahrhunderts wie den Niederländer Piet Mondrian
oder den Russen Wassily Kandinsky transzendente Erfahrung möglich. Damit entfallen allerdings auch alle dogmatischen Vorstellungen, die mit den alten religiösen Bildern
verbunden waren. Der Künstler erschafft ein vielschichtiges Projektionsfeld, das dem Betrachter eine freie, zugleich
aber ästhetisch klar strukturierte Erfahrungswelt anbietet,
in dem sich Verbindungen zu religiösen Erfahrungen ausbilden können, zu Erfahrungen des Numinosen und des
Spirituellen. Neben dieser in Reduktion und Konzentration
gründenden Bildsprache gibt es in der Geschichte der Moderne auch in den Bildern der Symbolisten immer wieder
Bezüge auf religiöse Themen, die für uns heutige Betrachter
teils befremdlich wirken. So, wenn sich James Ensor 1888
als Christus beim triumphalen Einzug in Brüssel malt, oder
Paul Gauguin ein Jahr später in einem Selbstporträt in der
Figur des von seinen Jüngern verlassenen Christus am Ölberg, oder, 1900, Edvard Munch im Kreis seiner Künstlerfreunde unter dem Kreuz. Diese Referenz auf die Passion
Christi geschieht weniger in der Attitüde der Identifikation mit dem verfolgten Christus, als vielmehr in Bezug auf
die existentielle Situation des Ausgesetztseins im Akt des
kreativen Schaffens. Um die Jahrhundertwende dient den
Symbolisten und den frühen Expressionisten das Thema
der Passion Christi als ein Motiv der Nobilitierung des
künstlerischen Tuns und zugleich, zumindest bei Gauguin,
als ein Modell unverstellter Frömmigkeit und Spiritualität.
Ähnlich formuliert es wenige Jahre später Malewitsch und
vergleichbar nimmt das Thema in den 60er Jahren des 20.
Jahrhundert der Amerikaner Barnett Newman in seinem
berühmten Zyklus Stations of The Cross. Lema Sabachthani auf, oder mit einer davon gänzlich unterschiedlichen
künstlerischen Haltung, Joseph Beuys, der vom Christusimpuls in seiner Kunst spricht.
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Betrachtet man Newmans Stations of the Cross, erkennt
man, dass die ungegenständlichen Bilder dieser Serie sich
in keiner Form mehr auf die Kreuzwegstationen beziehen lassen. Newman versteht die letzten Worte Christi
am Kreuz: Lema sabachtani als Ausdruck einer zutiefst
existenzielle Situation. Der Künstler hofft, die eigene existentielle Situation, die für ihn mit dem kreativen Akt zusammenhängt, in der Bildwahrnehmung wieder aufrufen
zu können. Er ist davon überzeugt, dass das Bild eine Fähigkeit besitzt, Grenzerfahrungen menschlicher Existenz
in eine Form zu verwandeln und sie so anschaulich und
beherrschbar zu machen. Diese Bilder zeigen ein ästhetisches Janusgesichts: Sie spielen auf ein religiöses Thema
an und transformieren es in eine Anschauungsform, die
die religiöse Erfahrung in einen Akt künstlerischer Selbstreflexion überführt.
Dies ist eines der zentralen Probleme zeitgenössischer
Kunst, die sich mit Erfahrungsmöglichkeiten des Religiösen befasst. Nach der Geschichte der Autonomie kann
sie davon nicht mehr absehen. Die Künstler fragen nun
nach dem Status des Bildes und nach den Bedingungen
visueller Erkenntnis. Wenn sich daraus Reflexionen über
theologische Inhalte ergeben, die Kunst ein locus theologicus werden kann, wie es der Theologe Alex Stock formuliert, so ist das im Rahmen des Autonomiekonzeptes
der Moderne zwar nicht intendiert, aber die Kunst muss
sich der Tatsache bewusst sein, dass sie ihre Inhalte mit
einem solchen Autonomiekonzept auch in den Markt der
vielfältigen Sinnstiftungen einspeist und sich dessen Mechanismen nicht widersetzen kann.
Ist in der Kunst der Moderne eine weit verbreitete Tendenz
zu beobachten, sich sakraler Inszenierungen und religiöser
Vorstellungen zu bedienen, so ist das Verhältnis der christlichen Kirchen zur Kunst immer von dem Bewusstsein um
das alttestamentarische Bilderverbot bestimmt. Selbst
wenn es schon früh aus der Volksfrömmigkeit gespeiste
Gegenbewegungen gibt, so hat doch die Bilderdiskussion
im Umkreis von Reformation und Gegenreformation dieses Verhältnis nicht einfacher werden lassen.
Zugleich kommt es im Bestreben der christlichen Kirchen,
sich der gesellschaftlichen Realität der Moderne zu stellen, zu unterschiedlichen Formen der Rezeption der Kunst
der Moderne. Eine der zentralen Figuren in diesen Debatten ist auf theologischer Seite Romano Guardini. Guardini diagnostiziert 1939 in seiner Schrift Kultbild und
Andachtsbild eine Krise der Kunst und eine gleichzeitige
Krise des religiösen Lebens. Daraus erwachse der Wunsch
nach einem neuen Kultbild, der zusammenhänge: „mit
jener Bewegung, die wir die liturgische nennen; dem Verlangen also, aus dem neuzeitlichen Subjektivismus heraus
ein seinsmäßiges, vom Werden der neuen Schöpfung bestimmtes christliches Leben“ zu entwerfen. Dabei geht es
ihm, ganz in der Tradition der Kunst des frühen 20. Jahrhunderts, um eine neue Bestimmung des Erfahrungsbegriffs. Ist dies eine der Schnittstellen zwischen Kunst und
Theologie in der Moderne, so ist die andere die Geschichte der Selbstreferentialität. Hier bietet der protestantische
Theologe Paul Tillich einen wichtigen Anknüpfungspunkt. Er entwickelt in seinen Schriften eine „Lehre von
der Manifestation des Göttlichen in dem künstlerischen
Akt und seinen Schöpfungen“. Damit formuliert Tillich
die Grundlagen einer theologischen Ästhetik, die auf den
Kunstprozess abzielt. Diesen Überlegungen kommt für die
Diskussion der Moderne eine fundamentale Bedeutung
zu, ermöglicht sie doch eine theologische Auseinandersetzung mit einer Kunst, die sich von traditionellen Sujets
löst und auf der Eigenlogik des Bildes insistiert. In seiner
Unterscheidung von inhaltsgebundenem Stoff und allgemein sinnstiftendem Gehalt nähert er sich den Konzeptionen eines Barnett Newman, wenn er formuliert „weil
alle Kunst einen Gehalt, eine Stellung zum Unbedingten
zum Ausdruck bringt, darum ist sie religiös.“ Damit ist
ein allgemeiner Bezugspunkt formuliert, auf den sich die
Theologie wie die Kunst gemeinsam einigen könnten, allerdings laufen sie damit Gefahr, ihre wechselseitigen Differenzierungen, die das Ergebnis langwieriger Modernisierungsprozesse sind, aufzugeben.
Beispiele für diese neue Annäherung von Kirche und
Kunst sind Le Corbusiers Notre-Dame-du-Haut de
Ronchamp von 1955 oder die extrem reduzierten, eng an
die theologischen Vorstellungen Romano Guardinis angelehnten Bauten Rudolf Schwartz’. Daneben stehen die
aus dem Brutalismus entstandenen, stark auf Materialität und zugleich auf ein urbanes Konzept abzielenden Architekturen Gottfried Böhms wie dessen Wallfahrtskirche in Neviges. In jüngster Zeit wird diese Entwicklung
fortgesetzt mit einer Reihe spektakulärer Fenstergestaltungen, die die Probleme einer zeitgenössischen Kunst im
Kirchenraum noch einmal deutlich zu Tage treten lassen.
Sind die Fenster Georg Meistermanns in den 1950/60er
Jahren aus der Tradition der ungegenständlichen Kunst
entwickelt, oder arbeitet Johannes Schreiter in seinen
Entwürfen für die Heidelberger Universitätskirche mit
den Methoden der Collage und versucht dadurch auf die
zeitgenössische Gesellschaft Bezug zu nehmen, so versetzen die neuen Werke Neo Rauchs für den Naumburger
Dom und Gerhard Richters für den Kölner Dom ihre aus
innerkünstlerischen Fragen entwickelten Bildprogramme, ohne Abstriche und Modifikationen, in den Kirchenraum. Während dies angesichts der erzählerischen Bilder
Rauchs naheliegt und in seinem Naumburger Elisabeth-
zyklus in einem nahezu altertümlichen Duktus gelingt,
stellt sich das Problem bei Gerhard Richter grundlegend
anders dar.
Auf den ersten Blick scheint sein monumentales Kölner
Fenster in der Tradition einer ungegenständlichen, auf
Einfühlung und Emotionalität ausgerichteten Kirchenkunst zu stehen, oder auf die spezielle Lichtmetaphysik
gotischer Architektur zu rekurrieren.
Blickt man allerdings auf das grundlegend bildkritische
Œuvre Richters, so offenbart sein Kölner Domfenster all
jene Widersprüche, in die sich eine postmoderne, sinnund bedeutungsoffene Kunst für die Kirche zwangsläufig
begibt. Während die Kirche versucht, in einer zunehmend
säkularen Welt, über die Kunst den Anschluss an die Gesellschaft zu sichern, ist die Kunst bestrebt, in der von ihr
selbst im Zuge der Moderne propagierten Bedeutungsoffenheit im Bezug auf das Religiöse nicht zu verlieren, versucht sich zugleich aber im Rückgriff auf die Religion im
Modus der Letztbegründung zu nobilitieren.
Das Bayer Kultur-Magazin
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Wie eine Operette
für Kinder entsteht
Die Uraufführung von Das Gift im Lift – warum Orpheus ganz nach unten fuhr gibt im Rahmen
von Mitmachen! spannende Einblicke in die faszinierende Welt des Musiktheaters
10 Fragen an Volker Mattern · Fotos: Pedro Malinowski, Jens Komossa, Meyer Originals
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Seit wann erarbeitet Bayer Kultur selbst Produktionen?
Vor zwei Spielzeiten haben wir damit begonnen, das Bayer
Kulturhaus im Rahmen von Eigenproduktionen von Zeit
zu Zeit auch zum Ort kreativer und lebendiger Schaffensprozesse werden zu lassen. Erinnert sei hier etwa an die
gelungene szenisch-musikalische Adaption von Rainer
Maria Rilkes dramatischem Gedicht Die weiße Fürstin in
der Inszenierung von Hanfried Schüttler.
Mitmachen!-Telefon bei Christine Hellweg, unserer Theaterpädagogin, für einen ihrer Workshops anmeldet, erhält
von Kay Link, Olga von Wahl, den Sängern und uns die
Antworten auf all diese Fragen. Der Vorstellungsbesuch
darf im Anschluss daran natürlich nicht fehlen.
Wieso kam jetzt ausgerechnet eine „Operette für Kinder“
zustande?
In der Planungsphase war zunächst einmal dramaturgischer Entdeckergeist gefragt, Konzepte mussten erarbeitet,
die Stückvorlage musste ausgesucht werden. Die Wahl fiel
auf Jacques Offenbachs Operetten-Klassiker Orpheus in
der Unterwelt, aus dem Das Gift im Lift entstanden ist.
Ist das nicht ein Stoff für Erwachsene?
„Mutig, so ein Stück für Kinder zu bearbeiten“, hörten
wir auch aus berufenem Munde. Nein, meinten wir, darin steckt auch ein tolles Stück für Kinder – wenn man es
denn richtig anpackt. Gesagt, getan!
Wer steht hinter der Produktion?
Mit Kay Link wurde ein wunderbarer Autor von uns beauftragt, das Stück zu schreiben (er wird es auch inszenieren). Dann wurde das Team ergänzt durch Olga von
Wahl (Bühnenbild und Kostüme), die Gesangssolisten,
die Regieassistentin usw.; später werden dann die Dekorationen gebaut (ja, auch das können die Bühnen-Techniker des Bayer Kulturhauses!), die Kostüme entworfen
und und und…
„Die Theaterkulissen und Kostüme schaffen einen künstlichen Ort des Spiels, der Verrücktheit, des Übermuts und
Wagemuts und diese unverschämte Freiheit ist es, die zutiefst froh, heiter und zuversichtlich stimmt. Was treiben
nur diese seltsamen Götter in dem Haus?“
Olga von Wahl, Bühnen- und Kostümbildnerin
Das ist aber ein langer Prozess…
Ja, von den ersten Überlegungen im Jahre 2010 bis hin
zur Premiere am 18. März 2012 (die Proben im Bayer Kulturhaus haben am 5. Februar begonnen) arbeiten alle Beteiligten mit großem und unermüdlichem Engagement an
nur einem Ziel: Ein Stück zu erarbeiten, das vor allem den
kleinen, aber natürlich auch den großen Theaterbesuchern
gefallen soll.
Was ist Ihr Ziel?
Die geheimnisvolle Welt des Theaters (die ja mit vielen
Tricks und Kniffen arbeitet) ist – wie die Erfahrung immer
wieder zeigt – gerade für Kinder eine faszinierende und
neue Erfahrung. Aber diese Erfahrung lässt sich lebendig
nur in einem laufenden Produktionsprozess vermitteln.
Und diese Chance möchten wir bei der Inszenierung von
Das Gift im Lift natürlich nicht ungenutzt lassen.
Wie, wann und mit wem lernen die jungen Sänger ihre Arien, Duette und Ensembles? Was macht denn eigentlich genau der Regisseur in der sechswöchigen Probezeit? Warum
spielen statt eines großen Orchesters in diesem Stück nur
ein Klavier und eine Geige? Und die alles entscheidende
Frage: Wo fährt der Lift denn eigentlich hin?
Halt, stopp. Das sind zu viele Fragen auf einmal. Ich kann
hier unmöglich alle beantworten. Wer sich aber über unser
„Kinder brauchen Hörerfahrung, um gar nicht erst – wie
viele Erwachsene – eine Schwellenangst vor der Kunstform Oper zu bekommen. Die Operette ist da ein guter
Einstieg, weil gesprochen und gesungen wird. Dort, wo
die Sprache des Schauspielers an ihre Grenzen stößt, kann
Musik die Szene, die Gedanken und Gefühle weiterführen
und für die Zuschauer verstehbar oder besser: erfühlbar
machen. Diese wunderbare Erfahrung sollten so viele Kinder wie möglich machen dürfen.“
Kay Link, Autor und Regisseur
Das Gift im Lift –
warum Orpheus ganz nach unten fuhr UA
SO 18.03 | 15:00 | Bayer Kulturhaus, Leverkusen
Das Bayer Kultur-Magazin
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Afrikanische
Zukunftspläne
Eine ungewöhnliche Theaterproduktion feiert ihre Europäische Erstaufführung in Leverkusen:
The Dream of getting a Job entsteht als Kulturen-übergreifendes Projekt zwischen Kenia, Deutschland und
Österreich, zwischen afrikanischen Slums und europäischem Wohlstand.
Text: Stephan Bruckmeier und Reiner Ernst Ohle · Fotos: Heike Schiller
Die Zusammenarbeit von Bayer Kultur mit dem österreichischen Theatermacher Stephan Bruckmeier begann
2005, als dessen mosambikanische Theaterproduktion
Schillers Räuber in Leverkusen präsentiert wurde, die
eine gelungene und hervorragend besprochene Verbindung aus europäischen und afrikanischen Theatertraditionen kreiert hatte und das Publikum in Deutschland,
Österreich, der Schweiz und in Mosambik begeisterte. Im
Jubiläumsjahr 100 Jahre Bayer Kultur wurde seine Uraufführungsinszenierung der tragischen Beziehungskomödie
Hund, Frau, Mann von Sybille Berg gezeigt und 2010 die
filmisch-theatralische Auseinandersetzung mit dem Filmgenie Fritz Lang, eine Produktion, die bereits erfolgreich
in Paris, Wien, Stuttgart, Bonn, Aix-en-Provence und
Nairobi zu sehen war.
Mit dem Hope Theatre Nairobi kommt nun das größte
und wohl auch nachhaltigste Projekt des Theatermachers
nach Leverkusen. Mit The Dream of getting a Job feiert
eine Theater-Revue in Leverkusen ihre Europapremiere,
die gemeinsam mit jungen SchauspielerInnen und TänzerInnen aus den Slums der Millionenmetropole kreiert
wurde und sich mit einem Thema auseinandersetzt, das
auf der ganzen Welt brisant ist: Arbeit.
The Dream of getting a Job erzählt die Geschichte des
jungen jobsuchenden Myk und seiner Ehefrau Mellisa im
Großstadtdschungel von Nairobi. Alles beginnt mit einem
traditionellen afrikanischen Abendessen in einer kleinen,
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für die Slums typischen Hütte. Die Familien von Mellisa
und Myk sind zu Gast und drängen den Jungen, unter
allen Umständen, das Bewerbungsgespräch in einer großen Bank am nächsten Morgen zu bestehen, denn er habe
schließlich die Verantwortung für seine junge Frau und
die beiden Familien. Als die beiden wieder alleine sind,
legt sich Myk ins Bett, um noch ein letztes Mal seine Unterlagen durchzusehen, während Mellisa das Geschirr
zum Waschen vor die Hütte trägt. Myk schläft sofort erschöpft ein und es beginnt die Traumreise durch das Leben, die Ängste, Nöte, Hoffnungen und Sehnsüchte des
jungen Mannes. Im Stil einer rasanten, bunten Revue rast
Myk durch wechselnde Szenerien: die Verführung der Gemahlin durch den jüngeren Bruder, das Verkehrschaos mit
Busunglück, der Song der idealen Frühstückssorten, der
Kampf mit den Ängsten, der Sprachverlust im Vorzimmer,
die donnernde Rede des Pastors, das Verspielen des Ichs
im Casino, der Verkauf von Aktien an Tiere, der Protestmarsch der Kinder, die Fernsehshow zum Eheglück, der
Partypool der Banker, die Begegnung mit sich selbst, das
Gespräch mit Gott. Immer wieder wacht er auf – in seiner
kleinen Hütte mit seiner Frau an der Seite, die ihn beruhigt und ihm Mut macht. Doch immer wieder schläft er
ein und wird in neue Reisen katastrophaler Angstvisionen
und komödiantischen Scheiterns gestürzt. Am nächsten
Morgen beschließt der erschöpfte und geläuterte Mann mit
seiner klugen Frau, das Bewerbungsgespräch abzusagen,
um stattdessen auf die Universität zu gehen und eine Ausbildung zum Lehrer zu beginnen, damit er in Zukunft für
Andere sinnvoll tätig sein kann, anstatt durch deren Ausbeutung reich zu werden.
Die Arbeit begann 2009 mit dem ersten Aufenthalt von
Stephan Bruckmeier in Korogocho, dem drittgrößten
Slum Nairobis, der an die riesengroße Müllkippe der
Stadt grenzt. In dieser ersten Arbeit entstand die theatralische Aufarbeitung des Bürgerkriegs mit Szenen aus
Romeo and Juliet, die durch zahlreiche selbst entwickelte
Szenen zu einem Theaterabend geformt wurden. Seither
arbeitet die Gruppe kontinuierlich im Jugendzentrum der
Dachorganisation „Hands of Care and Hope“, entwickelt
eigene Szenen und politische Kurzstücke, die sie in den
verschiedenen Slums und bei regionalen Festivals präsentiert. Unter der Leitung des Kenianer Dramaturgen und
Thema und auf keinen Kontinent beschränkt. Elemente
der Worldmusic, des Contemporary Dancing, afrikanische Tanz- und Musikrichtungen, Filmsequenzen und
europäische Theaterformen verbinden sich und wechseln
einander ab.
Der renommierte Filmkomponist und Jazzpianist Gerd
Schuller (Kommissar Rex), der Club- und Theatermusiker
Gilbert Handler und der Perkussionist Sylvester Odhiambo entwickeln die Musik aus europäischen und afrikanischen Einflüssen sowie Originalaufnahmen aus dem
Alltag in Nairobi, die Choreographin und Tanzpädagogin
Madelaine Reiner entwirft mit dem Ensemble die Tanzszenen, der Filmer Ephantus Kariuki dreht Szenen an Originalschauplätzen wie der Müllhalde oder dem typischen
Stau, die Kostüme stammen von der Kostümbildnerin
Angelika Pichler, die sich von Ensemblemitgliedern durch
Sozialarbeiters Constant Hore ist das Hope Theatre zu
einer bekannten Truppe in Nairobi geworden. The Dream
of getting a Job ist das zweite abendfüllende Stück des
Ensembles.
Die DarstellerInnen kommen alle aus den ärmsten Teilen
der Gesellschaft und kennen Europa und das Europäische
vor allem aus dem Fernsehen und aus dem Zentrum der
Metropole, die sie selten bereisen, zu teuer ist dieses glamouröse Leben der Touristen und oberen Mittelschicht.
The Dream of getting a Job entsteht aus der Zusammenarbeit mit deutschen und österreichischen Künstlerinnen,
die gemeinsam mit den Afrikanern ein Ganzes schaffen.
Denn Armut, Chancenlosigkeit, Sehnsucht, Zukunft, Lebensfreude und das Recht auf Würde sind ein weltweites
die Peripherie Nairobis führen lässt. Die Afrikaexpertin
Margit Niederhuber wird gemeinsam mit der Stuttgarter
Fotografin Heike Schiller ein Buch mit dem Titel Meeting
Nairobi herausbringen, das durch Fotos und Interviews
Einblicke in das Innenleben der Stadt zwischen Uno-Sitz
und größtem Slum Afrikas gibt. Das Buch wird pünktlich zur Uraufführung im mandelbaum verlag erscheinen.
Ephantus Kariuki wird das Projekt in Europa dokumentieren und für die Menschen in Nairobi zu einem SlumTV-Movie formen, der Einblick über das Leben in Europa
aus der Sicht eines Afrikaners bieten wird.
The Dream of getting a Job DE
SO 15.04 | 18:00 | Bayer Kulturhaus, Leverkusen
Das Bayer Kultur-Magazin
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Willkommen
im Lab!
Versuchsanordnung Kunst zeigt mit Arbeiten von Klara Hobza, Markus Zimmermann
und Andreas Zybach die wissenschaftlich-theoretischen Strömungen
zeitgenössischer Kunst im Bayer Kulturhaus.
Text: Rike Zoebelein · Fotos: Markus Zimmermann, Klara Hobza, Andreas Zybach
„Je besser wir die Dinge begreifen, umso fremder schauen
sie zurück. Je mehr wir verstehen, umso größer ist ihr Geheimnis.“ (Roland Meyer)
Kunst und Wissenschaft gehören enger zusammen als wir
glauben: Beide sind Formen des Wissens, sie bedienen sich
visueller Dimensionen für ihre Sicht und Erklärung der
Welt. Seit dem 19. Jahrhundert bestimmen die Naturwissenschaften unser Bild von der Wirklichkeit. Zeitgenössische Künstler reagieren auf diese Autorität, indem sie
sich mit naturwissenschaftlichen Verfahren und Systemen
auseinandersetzen und die wissenschaftlich orientierte
Weltsicht in ihren Werken hinterfragen und kommentieren. So auch die Künstler, die unter dem Titel Versuchsanordnung Kunst im Bayer Kulturhaus präsentiert werden:
Klara Hobza, Markus Zimmermann, Andreas Zybach
sind ars viva-Preisträger des Kulturkreises der deutschen
Wirtschaft im BDI, die 2010/2011 für ihre Arbeiten unter
dem Aspekt „Labor/Laboratory“ ausgezeichnet wurden.
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Ausgangspunkt der Performances, Videos, Zeichnungen
und künstlerischen Erzählungen von Klara Hobza (geboren 1975 in Pilsen, Tschechien) sind spielerische und oft
waghalsige Aufgaben, die sie sich selbst auferlegt. Allen
Aktionen gemeinsam ist, dass sie – trotz minutiöser Recherchen und Versuchen – kaum Chancen auf Erfolg haben. Hobza, die an der Columbia University in New York
und an der Münchner Akademie der Bildenden Künste
studierte, beschäftigte sich beispielsweise 2003-2005 – in
einem Zeitalter von SMS, Smartphone und Internet – mit
Samuel Morse und dem Morsecode. Mit kindlichem Eifer
schickte sie monatelang auf einem Dach sitzend Nachrichten durch New Yorks Himmel, doch der wichtige Kommunikationscode des 19. Jahrhunderts war komplett in Vergessenheit geraten. Anlässlich ihrer Diplom-Ausstellung
entwarf sie aus der Perspektive von 2058, zwei Jahre nach
ihrem fiktiven Todesjahr, ihre Biografie. Für den noch
nicht real durchlebten Zeitraum entwickelt sie ein konzep-
tuelles Selbstporträt, das sich aus Träumen, Ambitionen
und realistischen Einschätzungen zusammensetzt. Derzeit
taucht die Künstlerin durch Europa: von der Nordsee zum
Schwarzen Meer. Für Diving through Europe absolviert
sie Tauchstunden, lernt, wie man eine Banane bei Tauchgängen verspeist, sie untersucht Wasserwege, erwägt Gefahrenquellen. Bis ins Detail ist das „unmögliche Projekt“
durchdacht, so durchdacht, dass es möglich erscheint.
Markus Zimmermann (geboren 1978 in Hannover) studierte an der Kunstakademie Münster und der Hochschule
für Bildende Künste Braunschweig. Sein Forschungslabor
beherbergt Objekte, die an minimalistische Skulpturen
im Kleinformat erinnern, die eine komplexe Wirkung von
Innen und Außen, Zeigen und Verstecken, Präsenz und
Täuschung, Flächigkeit und Tiefe entfalten. Aus einfachen
Materialien gebaut, lassen sie sich durchaus aber auch als
im Raum befindlichen Betrachter verdrängen oder zur
Bewegung motivieren. Die Installationen oder Skulpturen
sind als Experimente zu verstehen, die ein unberechenbares Eigenleben entwickeln.
Alle drei Künstler übertragen Erkenntnisse aus Wissenschaft und Forschung in künstlerische Ausdrucksformen.
Sie hinterfragen und erproben sie mit ästhetischem Anspruch. Sie betrachten die Welt auf ungewohnte Weise,
verknüpfen Dinge, die nicht zusammengehören, und bilden
abstruse Zusammenhänge. Während der Wissenschaftler
seine Erkenntnisse mit nachprüfbaren Beweisführungen
untermauert, fragt der Künstler, was all diese Erklärungen, Beweise und Belege für unser Leben bedeuten sollen
oder können.
Behälter und Schachteln begreifen, die man anfassen und
erforschen darf. In der näheren Betrachtung fühlt man
sich an Guckkästen erinnert, mit ihren eigenen inszenierten Projektionsräumen. In den Objekten Zimmermanns
lassen sich diese mit Phantasien, Erinnerungen und Assoziationen füllen und werden zu atmosphärisch aufgeladenen Miniaturräumen oder „Mini-Monumenten“. Zimmermann wird für das Bayer Kulturhaus eine Installation
konzipieren, die Labor, Archiv und Wunderkammer verschmelzen lässt.
Wissenschaftsrelevanten Fragen nachzugehen und daraus
raumgreifende oder auch interaktive Installationen zu entwickeln ist der künstlerische Schwerpunkt von Andreas
Zybach (geboren 1975 in Olten, Schweiz). Er studierte
an der Hochschule für Gestaltung, Zürich, sowie am
Frankfurter Städel, Hochschule für Bildende Künste. Die
Bestandteile seiner Installationen, die immer auch den utopischen Charakter wissenschaftlicher Experimente reflektieren, können sein: Aluminium, Motoren, Heizelemente,
Lüfter, Kunststofffolie. Daraus entwickelt er Objekte, die
wachsen können, die Energie, Luft, Wärme, Druck sichtbar machen, sich raumgreifend aufblähen und sogar die
Versuchsanordnung Kunst
Klara Hobza | Markus Zimmermann | Andreas Zybach
ars viva-Preisträger 2010/2011 „Labor/Laboratory“
In Zusammenarbeit mit dem Kulturkreis der deutschen
Wirtschaft im BDI e. V., Berlin
04.03 – 29.04
SO 04.03 | 11:00 | Vernissage
| Bayer Kulturhaus, Leverkusen
| Einführung: Katja Mittag,
Referentin Bildende Kunst im
Kulturkreis des BDI e. V., Berlin
Die Künstler sind anwesend. Musikalische Umrahmung
der Vernissage: Pre-College Cologne.
Das Bayer Kultur-Magazin
13
Dinosaurier des
Theaters
Hans Teuscher und Friedrich-Wilhelm Junge stehen beide seit 50 Jahren auf der Bühne und kennen
sich aus Studientagen. Gemeinsam haben sie noch nie gespielt – bis jetzt. Mit ihrer Erfolgsproduktion
Halpern und Johnson gastieren sie im April in Leverkusen.
Text: Reiner Ernst Ohle · Foto: Theaterkahn Dresden
In Dresden blüht die Kultur – die Stadt verfügt über 56
Galerien, 44 Museen und 36 Theater. Ihre Tradition als
Musikstadt reicht 700 Jahre zurück. Semperoper, Staatskapelle, Philharmonie und Kreuzchor sind feste Größen
des internationalen Musiklebens. Im Glanz der großen
Institute und angesichts der bewegten Historie werden die
kleinen Kostbarkeiten dieses Kulturlebens leicht übersehen.
Beispiel: der Theaterkahn Dresden. In unmittelbarer Nähe
von Semperoper und Brühlscher Terrasse an der Augustusbrücke gelegen, ist der liebevoll nur „Kahn“ genannte
schwimmende Bühnen- und Restaurantbetrieb mit einem
Zuschauersaal mit 100 Plätzen seit 1983 ein Ort kreativer Unruhe und kurzweiliger intellektueller Zerstreuung
– niveauvolles Amüsement inbegriffen. Friedrich-Wilhelm
Junge, Gründungsintendant und Schauspieler, der seit den
1980er Jahren in Leverkusen präsent ist, hat sich zu seinem und zu Hans Teuschers 50-jährigen Bühnenjubiläum
ein besonderes Geschenk gemacht. Der „Kahn“ hat sich
die Rechte an der deutschen Erstaufführung von Halpern
und Johnson gesichert – Gastspiele inbegriffen.
Die Komödie von Lionel Goldstein spielt auf einem Friedhof: Joe Halpern (Hans Teuscher) hat nach fünfzig Jahren Ehe seine Frau Florence verloren. An ihrem Grab tritt
ein Fremder mit einem Blumenstrauß an ihn heran und
stellt sich als Dennis Johnson (Friedrich-Wilhelm Junge)
vor, der – wie sich zur großen Überraschung herausstellt
– eine ununterbrochene Beziehung zu Florence unterhielt.
Die Liaison datiert aus der Zeit, in der die Verstorbene
noch nicht verheiratet war. In ihren Begegnungen entdecken die beiden Männer nicht nur, dass sie ihr Leben
mit derselben Frau verbracht haben, sie lernen – auch an
sich selbst – Seiten kennen, die ihnen verborgen waren.
Ebenso wie die deutschsprachige Erstaufführung in Wien
mit Helmut Lohner und Otto Schenk war die deutsche
Erstaufführung auf dem Theaterkahn in Dresden ein Gipfeltreffen zweier Dinosaurier des Theaters. Unter der Regie von Klaus Dieter Kirst ist der Abend vor allen Dingen
eins: großes Schauspielertheater. Das Stück – angesiedelt
zwischen Drama und Komödie – fordert von den beiden
Protagonisten einen wohltemperierten und feinsinnigen
Balanceakt. Teuscher und Junge sind zwei „Erzkomödianten“, die in ihrer Spielweise nicht auf krachenden Kla14
mauk setzen, sondern sensibel die leisen, nachdenklich
stimmenden Zwischen- und Untertöne in ihren Figuren
finden. So sind die Pointen nicht billig, die Dialoge nicht
platt – zu entdecken ist ein Spektrum humaner Regungen
und menschlicher Schwächen. Den beiden gelingt es, die
Beziehung der beiden Männer als virtuoses Spiel auf der
Klaviatur der Gefühle in Szene zu setzen und sie zeichnen
dabei ihre Charaktere so feinsinnig, dass es dem Zuschauer leicht fällt, sich zu identifizieren.
Hans Teuscher und Friedrich-Wilhelm Junge kennen sich
seit ihren Studententagen an der Hochschule für Darstellende Kunst in Leipzig. „Wir haben uns bei der Aufnahmeprüfung 1957 kennengelernt und bis zu unserer Begegnung auf dem Theaterkahn nie zusammengearbeitet. Wir
haben uns aber auch nie aus den Augen verloren“, erläutert
Hans Teuscher im Gespräch. Hans Teuscher ist der Spross
einer weit verzweigten Schauspielerfamilie. Seine Eltern,
all seine Großeltern sowie ein Onkel und ein Großonkel
waren ebenfalls Schauspieler. Nach seiner Ausbildung
machte er Theaterkarriere als Ensemblemitglied in Berlin an der Volksbühne und am Deutschen Theater sowie
am Staatsschauspiel Dresden. Daneben gehörte er bald zu
den profiliertesten und bekanntesten Fernseh- und Kinoschauspielern der DDR, wo er zwischen 1978 und 1988
an über 30 Produktionen beteiligt war. 1988 siedelte er
nach West-Berlin über. Hier hatte er bald Engagements
an den Staatlichen Schauspielbühnen Berlin, dem Renaissance-Theater und dem Theater des Westens und gastierte
daneben auch in Basel, Zürich, Dresden, Essen und Hamburg. Teuscher stellt dabei die herausragende Ausbildung
in der DDR heraus – um nicht unerwähnt zu lassen, dass
im angeblichen Arbeiter- und Bauernstaat nur diplomierte
Schauspieler auf die Bühne durften. „Das Theater war ein
Aushängeschild der Partei. Nicht wenige Schauspieler, die
die Karriereleiter erklettern, haben schnell den Boden unter den Füssen verloren.“ Er selbst gehörte zu denjenigen,
die schon vor der Wende 1989/90 in der Bundesrepublik
gastiert haben. „Ich war sogar zwei Mal in Leverkusen.
Einmal Ende der 1960er Jahre mit dem Schauspiel Leipzig und einmal 1987 mit dem Biberpelz von der Volksbühne Berlin – ein legendäres Gastspiel, bei dem Margit
Straßburger nicht mehr zum Ensemble zurückgekehrt ist.
Unsere Zusammenarbeit hat mit Kirst zu tun. Er hat uns
zusammengebracht. Er kannte das Stück und hat es uns
erschlossen. Es hat einen klugen, charmanten Tiefsinn,
viel Humor und ist dem Leben abgeguckt.“ Ebenso freut
er sich, dass das Stück auf dem Kahn in Dresden immer
ausverkauft ist. „Dresden hat ein eigenes Publikum – die
Stadt ist ein schwieriger Boden. Viele sind hier gescheitert.
Die sächsische Sturheit hat jedoch auch eine Kultur- und
Lebensqualität erhaltende Größe.“ Die Folge: In Dresden
blüht die Kultur wie nirgends sonst in Deutschland.
Halpern und Johnson DE
SO 22.04 | 18:00 | Bayer Kulturhaus, Leverkusen
Das Bayer Kultur-Magazin
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Comics auf der
Bühne
Die Zeichnungen von FuFu Frauenwahl ersetzen ein ganzes Bühnenbild und werden
gleichzeitig Teil des Bühnengeschehens – so auch in Fahrenheit 451, das die Münchner
Schauburg zweimal in Leverkusen zeigt.
Text: Reiner Ernst Ohle · Zeichnungen: FuFu Frauenwahl
Ob der mechanische Hund, der Bücher aufspürt, die Zahl
451, die Fahrenheit-Temperatur, bei der Papier Feuer fängt
oder der – der Legende nach feuerresistente – Salamander,
das Abzeichen der Feuerwehrleute, das sie auf der rechten
Schulter tragen: in Fahrenheit 451, einer Produktion des
Theaters der Jugend in München, sind Bühne und Design
der Aufführung in unverwechselbarer Art und Weise von
dem Comiczeichner FuFu Frauenwahl geprägt. Was früher
der Malersaal für die Prospektmalerei, sind heute Zeichentisch und Computer: eine Werkstatt für junge Ausstatter.
Mit der zeitgenössischen Bildenden Kunst ist auch der Comic ins Theater eingezogen – Projektion und Animation
gezeichneter Bilder treten an die Stelle der Kulissenmalerei
und setzen neue Akzente in der Ästhetik.
Eindrucksvolle Beispiele für die inspirierende Kraft der Bilderzählung auf der Bühne sind in der Zusammenarbeit von
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Gil Mehmert und FuFu Frauenwahl entstanden. Mehmert
ist mit Frauenwahl die einzelnen Szenen durchgegangen und
hat dabei einige grundsätzliche Vorgaben gemacht. Danach
designte Frauenwahl basierend auf ständig aktualisierten
Probenmitschnitten an seinem Rechner die exakt mit der
Performance der Band und der Schauspieler synchronisierten Animationen.
Das Duo arbeitet seit 2008 immer wieder zusammen – am
Musiktheater im Revier Gelsenkirchen ist damals eine
Candide-Aufführung entstanden – spektakulärer Höhepunkt war vorerst das Finale der RUHR.2010. Mehmert
und Frauenwahl präsentierten in einem filmisch unterlegten Schlussakt ein imaginäres Schiff, das sich mit seiner Besatzung auf eine Reise durch das Jahr 2010 gemacht hat.
FuFu Frauenwahl, Jahrgang 1974, studierte nach dem Abitur und einem einjährigen künstlerischen Praktikum Kom-
munikationsdesign in Nürnberg. Noch vor seinem Diplom
(2002) spezialisierte er sich auf das Comiczeichnen und ging
für einen Studienaufenthalt nach Angoulème (Frankreich)
– dem Mekka der „neunten Kunst“ in Europa. Seit 2002
ist er im Hauptberuf freischaffender Illustrator. Außerdem
ist Frauenwahl Mitbegründer der beiden Indie-Comiclabels
Ten Eyes (Deutschland) und La Maison Qui Pue (Frankreich), unter denen zwischen 1996 und 2005 viele seiner
Comics in selbstverlegten Anthologien erschienen. Mit Ray
Murphy, dem Detektiv der Träume, hat er seine eigene Co-
micfigur entwickelt, deren surreale Abenteuer auf Frauenwahls Traumtagebuch basieren. Die Serie erscheint regelmässig im niederländischen Magazin Pulpman. Für seinen
interaktiven Flash-Comic zu Ray Murphy ist er 2003 beim
Av@tar-Award auf der Frankfurter Buchmesse mit dem 2.
Preis ausgezeichnet worden.
Fahrenheit 451
DO 29.03 | 20:00 | Bayer Kulturhaus, Leverkusen
FR 30.03 | 11:00 | Bayer Kulturhaus, Leverkusen
Das Bayer Kultur-Magazin
17
„Ich bin Christ
und Tänzer“
Auszug aus einem Text von John Neumeier über die Entstehungsgeschichte seiner Choreografie
Matthäus-Passion zu Musik von Johann Sebastian Bach, die in der Karwoche in Leverkusen zu sehen ist.
Text: John Neumeier · Foto: Holger Badekow
Das Bedürfnis nach metaphysischen Inhalten im Tanz hat
sich bis heute erhalten, während die Fähigkeit, sie zu gestalten, für Europa in den letzten Jahrhunderten, in denen
sich der Tanz zur Kunstform Ballett entwickelte, verloren
ging. Wir versuchen, diesen Mangel in den zeitgenössischen Choreografien dadurch auszugleichen, dass wir Anleihen bei fremden Religionen und Kulturen machen. Ein
Ballett, das sich mit anderen Glaubensformen und Tanzweisen auseinandersetzt, erscheint uns nicht gewagt. Die
tänzerische Gestaltung des eigenen Glaubens und die Zuflucht zu parallelen künstlerisch-religiösen Äußerungen,
wie der Matthäus-Passion Johann Sebastian Bachs, gilt
dagegen als Sakrileg. Ist es denn nicht Aufgabe der Kunst
– auch der Tanzkunst –, metaphysische Inhalte zu vermitteln? Ist diese Idee unchristlich? Und ist unsere abendländische Tanzform, das Ballett, wirklich so profan; hat nicht
auch in ihm ein kultischer Kern überlebt? (...)
Die Arbeit an der Matthäus-Passion war wie die Suche
nach einer verschollenen Sprache: nach einer Sprache für
religiöse Inhalte und nach einer choreografischen Form
für Bachs musikalische Formulierung. Ich wollte nicht
eine dramatische Darstellung oder Illustration des Passionsgeschehens, sondern eine vielschichtige, Bachs Komposition entsprechende tänzerische Wiedergabe des biblischen Geschehens in seiner religiösen und menschlichen
Bedeutung. Die Choreografie hat wie die Musik mehrere
Ebenen und lebt aus der Gegenüberstellung und Gleichzeitigkeit verschiedener Sprachelemente: die fast naive,
schlichte Erzählung der „Handlung“ verbindet sich mit
einer gestischen Symbolsprache von beinahe liturgischem
Charakter; und höchst „kunstfertige“, auf klassischen wie
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modernen Tanztechniken aufbauende Passagen wechseln
mit Situationen, in denen – wie ich empfinde – „rohe“
Emotion sich körperlichen Ausdruck schafft und auch
Momente von Improvisation und ganz persönlicher Reaktion des einzelnen Tänzers Platz haben. (...)
Menschliche Einheit – vielleicht war das das wichtigste Erlebnis und die überwältigendste Erfahrung bei der Arbeit
an der Matthäus-Passion. Choreografie wird nicht im Kopf
eines einzelnen vollendet. Ein choreografischer Gedanke
muss durch den Tänzer realisiert werden; und dessen physische Präsenz verwandelt und ändert das Erdachte. Ich muss
das entwickelte Material getanzt sehen, um es choreografisch weiter formen zu können. Die ungewöhnliche Aufgabe, die Matthäus-Passion zu choreografieren, brauchte eine
andere Konfrontation: ich war auf die völlige Öffnung, den
ganzen persönlichen Einsatz und die aktive Mitarbeit der
Tänzer angewiesen. Der lange Probenprozess hat unsere
bisherige Arbeitsweise verändert. Die Tänzer hatten nicht
mehr Rollen zu gestalten; sie hatten zunächst sie selbst zu
sein. Sie hatten während der Proben – und haben noch in
der endgültigen Fassung – Improvisations-Spielräume. Für
Augenblicke schlüpfen sie in eine Rolle oder werden zum
Instrument einer choreografisch ausgefeilten Bewegungsidee, um dann wieder selbständig auf das Geschehen zu
reagieren. Die 41 Tänzer – und das ist ebenso wichtig für
die Konzeption wie die Form des Stücks – sind gleichermaßen Darsteller und Zeugen. Sie spielen quasi sich selber und
verkörpern gleichzeitig die Worte des Petrus, des Judas, die
Worte des Matthäus und schlagen dadurch eine Brücke zu
den Menschen, die ihrerseits Zeugen sind, die gekommen
sind, um die Matthäus-Passion zu hören und zu sehen.
Seit ich choreografiere, gab es für mich noch nie eine solche Zeit der Harmonie mit den Tänzern, des Voneinanderlernens, ein solch instinktives Verstehen des Werks, solch
positive Zusammenarbeit und Konzentration wie während
der Kreation der Matthäus-Passion. Auch wenn sie niemals
über das Probenstadium hinaus und zur Aufführung gekommen wäre, wäre ihr Entstehen das tiefste Erlebnis meines bisherigen Arbeitslebens.
Matthäus-Passion
DI 03.04 | 19:00 | Forum, Leverkusen
Impressum
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März/April 12
Kulturkalender
März.12
DO 01.03 20:00 Na Putu – Zwischen uns das Paradies Film Fo
FR 02.03 20:00 Die Wahrheit SCHm BK
FR 02.03 22:30 Helmut Zierl Talk BK
SO 04.03 11:00 Vernissage: ars viva-Preisträger KUNST BK
SO 04.03 15:00 Ein Fall für Freunde -8+x BK
DI 06.03 20:00 Botelho: Sideways Rain TANZ/-16+x BK
SO 11.03 11:00 Gürzenich Bläserquintett KLM Mo
SO 11.03 18:00 Traum eines lächerlichen Menschen Studio BK
SA 17.03 14:30 Kinderatelier „Glauben und Wissen“ -8+x BK
SO 18.03 15:00 Das Gift im Lift UA -8+x BK
MO 19.03 20:00 Sharon Kam | Lars Vogt KM BK
DO 22.03 20:00 l’arte del mondo | Mullova SK BK
FR 23.03 20:00 l’arte del mondo | Mullova SK BK
SA 24.03 20:00 Robin Hood BB BK
SO 25.03 18:00 Robin Hood BB BK
MO 26.03 20:00 Oliver Schnyder KL BK
DI 27.03 20:00 Oliver Schnyder KL Wu
DO 29.03 20:00 Fahrenheit 451 -16+x BK
DO 29.03 20:00 Madeinusa – Das Mädchen aus…
Film Fo
FR 30.03 11:00 Fahrenheit 451 -16+x BK
SO 01.04 11:00 Tapshot Jazz Kul
DI 03.04 19:00 Neumeier: Matthäus-Passion TANZ FO
SO 15.04 18:00 The Dream of getting a Job DE SCHh BK
MO 16.04 20:00 Cédric Pescia KL Wu
DI 17.04 20:00 Cédric Pescia KL BK
DO 19.04 20:00 Congo River Film Fo
SO 22.04 11:00 Kinderkonzert/Märchenerzählung KLM Q26
SO 22.04 18:00 Halpern und Johnson DE SCHm BK
SO 29.04 16:00 Der Seelenvogel – Tanz -8+x BK
SO 29.04 18:00 Jenaer Philharmonie | Rittner SK FO
April.12
Herausgeber: Bayer AG Communications | Bayer Kultur
Verantwortlich: Dr. Volker Mattern
Redaktion: Silke Schenk
Texte: Richard Hoppe-Sailer Kunst und Religion. Distanz und
Annäherung (Originalbeitrag)
Weitere Texte: Volker Mattern, Reiner Ernst Ohle, Bettina Welzel,
Rike Zoebelein
Redaktionelle Mitarbeit: Regina Bernt, Carolin Sturm
Designkonzept: Büro Kubitza, Leverkusen
Layout und Realisation: wedeldesign, Bochum
Titelbild: Pedro Malinowski
Bildnachweis S. 2: Pedro Malinowski
Bildnachweis Seite 4 und 7: Neo Rauch, Fenster im Naumburger
Dom © courtesy Galerie EIGEN + ART Leipzig/Berlin/VG Bild-Kunst,
Bonn 2012. Barnett Newman, Stations of the Cross © VG Bild-Kunst,
Bonn 2012.
Druck: Ollig-Druck, Köln
Auflage: 3.000
© Bayer AG Communications | Bayer Kultur 2012
Redaktion KUNSTstoff
c/o Bayer Kultur
Kaiser-Wilhelm-Allee
Gebäude Q 26 | 51368 Leverkusen
Telefon 0214.30-41277 | Telefax 0214.30-41282
Änderungen vorbehalten!
Karten
Karten-/Abonnementbüro im Bayer Kulturhaus, Leverkusen
Öffnungszeiten: MO-DO 9:00-16:00 | FR 9:00-13:00
Telefon 0214.30-41283/84 | Telefax 0214.30-41285
Kurzparkmöglichkeit (15 Min.) für Kunden des Kartenbüros vor der Kulisse.
Abendkassen je 1 Std. vor Veranstaltungsbeginn
Bayer Kulturhaus, Nobelstraße 37, 51373 Leverkusen | Telefon 0214.30-65973
Forum, Am Büchelter Hof, 51373 Leverkusen | Telefon 0214.406-4157
kultur.bayer.de
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