Skript KLR - frank

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Kosten- und Leistungsrechnung
Kosten- und Leistungsrechnung (KLR)
die Kosten- und Leistungsrechnung ist ein elementarer Baustein im betrieblichen Rechnungswesen.
Ohne eine funktionierende Kosten- und Leistungsrechnung wird sich kein Betrieb langfristig am
Markt halten können.
In Zeiten der Globalisierung muss auf Veränderungen am Markt immer schneller reagiert werden,
nur mit einer effektiven Kosten- und Leistungsrechnung kann diesem Erfordernis entsprochen
werden.
Aufgaben und Ziele
der KLR
Kontrolle der
Wirtschaftlichkeit
Kalkulation
(Preisermittlung,
Preiskontrolle)
Planungsgrundlage
für Entscheidungen
Ermittlung der
Wertansätze für
die Bilanz
Die Kosten- und Leistungsrechnung ist nicht gesetzlich geregelt, wie wir dies in der
Geschäftsbuchführung vorfinden, aber bestimmte Verfahrensweisen und Regeln sind zu beachten.
Gerade bei öffentlichen Aufträgen und Ausschreibungen müssen die Kosten klar und übersichtlich
aufgeführt und gegliedert werden.
Grundlage für die Kosten und Leistungsrechnung sind immer die Ansätze aus der
Geschäftsbuchhaltung, die eventuell einer neuen Bewertung unterzogen werden.
Zusätzlich gibt es weitere Kostenansätze die wir in der Geschäftsbuchführung nicht vorfinden
werden.
Eine wesentliche Größe in der Kosten- und Leistungsrechnung ist der Preis.
Marktpreis
Preis für ein Gut oder Dienstleistung der am Markt erzielt werden
kann, dieser richtet sich nach Angebot und Nachfrage.
kalkulierter Preis
ist der Preis den wir für unser Produkt am Markt erzielen müssen
um alle Kosten zu decken und einen Gewinn zu erzielen.
Seite 1
FH
Kosten- und Leistungsrechnung
Gliederung der Kosten- und Leistungsrechnung
Gliederung der KLR
Kostenartenrechnung
Kostenstellenrechnung
Kostenträgerrechnung
Welche Kosten
und in welcher
Höhe sind sie
entstanden?
Wo sind die
Kosten entstanden?
Wofür sind Kosten
entstanden?
Kostenartenrechnung (Welche Kosten und in welcher Höhe sind Kosten entstanden?)
In der Kosten- und Leistungsrechnung finden wir einige Grundbegriffe, die wir im täglichen Leben
sehr oft Synonym verwenden, aber in der KLR strikt voneinander abgrenzen müssen.
Auszahlung
Abfluss liquider Mittel (Bargeld und Bankguthaben) pro
Periode
Einzahlung
Zufluss liquider Mittel (Bargeld und Bankguthaben) pro
Periode
Ausgabe
Wert aller zugegangenen Sachgüter, Dienstleistungen und
Rechte der Periode
(= Zugangs- oder Beschaffungswert)
Einnahme
Wert aller veräußerten Sachgüter, Dienstleistungen und
Rechte pro Periode
(= Erlös)
Seite 2
FH
Kosten- und Leistungsrechnung
Aufwand
bewerteter Verzehr von Sachgütern, Dienstleistungen und
Rechte pro Periode
Ertrag
Wert aller erbrachten Leistungen pro Periode
Kosten
bewerteter Verzehr von Sachgütern, Dienstleistungen und
Rechten pro Periode zum Zweck der Erstellung und
Verwertung der eigentlichen betrieblichen Leistungen
Leistung
Wert aller erbrachten Güter, Dienstleistungen und Rechte pro
Periode der betrieblichen Tätigkeit.
Auszahlung
1
3
2
Ausgabe
4
5
6
Aufwand
7
8
9
Kosten
1
Auszahlung
•
•
•
•
•
2
3
Seite 3
=
Ausgabe
Bareinkauf von Rohstoffen
Bareinkauf von Maschinen
Ausgabe
•
•
Ausgabe
Anzahlung auf Rohstoffe
Bezahlung einer Lieferantenverbindlichkeit
Steuerzahlungen
Bezahlung von Versicherungsbeiträgen
Barentnahme für private Zwecke
Auszahlung
•
•
≠
≠
Auszahlung
Zieleinkauf von Rohstoffen
Zieleinkauf von Maschinen
FH
Kosten- und Leistungsrechnung
4
Ausgabe
•
5
6
7
8
9
Seite 4
≠
Ausgabe
≠
Kosten (Neutraler Aufwand)
Betriebsfremder Aufwand
Periodenfremder Aufwand
Betrieblicher außerordentlicher Aufwand
Aufwand
•
•
•
•
Aufwand
Materialentnahme von Lagerbeständen, die in einer früheren Periode gekauft wurden
Abschreibungen
Aufwand
•
•
•
=
Kauf und Lieferung von Rohstoffen die noch in der gleichen Periode verbraucht werden
Aufwand
•
•
Aufwand
Einkauf von Rohstoffen auf Lager
Ausgabe
•
≠
=
Kosten (Zweckaufwand = Grundkosten)
Materialverbrauch
Gehälter
Löhne
Mieten der betrieblich genutzten Räume
Kosten
≠
Aufwand (Kalkulatorische Kosten)
•
Zusatzkosten
z. B:
Kalkulatorischer Unternehmerlohn
Kalkulatorische Miete
•
Anderskosten
z.B:
Kalkulatorische Abschreibungen
Kalkulatorische Zinsen
Kalkulatorische Miete
FH
Kosten- und Leistungsrechnung
Die Aufwendungen aus der Gewinn- und Verlustrechnung können nur zum Teil als Grundkosten in
die KLR übernommen werden.
Kosten die nochmals neu bewertet werden müssen bezeichnen wir als Anderskosten (sie kommen
zwar als Aufwand in der GuV vor müssen aber in einer anderen Höhe in der KLR berücksichtigt
werden.
Beispiel
Anderskosten
Abschreibungen werden in der GuV nach steuerlichen Geschichtspunkte gebucht
(höhere Abschreibungen niedriger Gewinn weniger Steuern).
In der KLR muss die tatsächliche Nutzungsdauer und der Wiederbeschaffungswert
berücksichtigt werden.
Zinsaufwendungen finden wir der GuV nur als Posten für Zinsen des
Fremdkapitals.
In der KLR wird das betriebsnotwendige Kapital berücksichtigt, dass Teile des
Fremdkapitals und Teile des Eigenkapitals beinhalten.
Gibt es Kosten die in der GuV nicht erfasst wurden, so sprechen wir von Zusatzkosten.
Die Zusatzkosten sind immer kalkulatorische Kosten.
Die kalkulatorischen Kosten werden auch als Opportunitätskosten (Alternativkosten) bezeichnet.
Beispiel
kalkulatorische Miete, selbstgenutzte Räume könnten auch alternativ vermietet
werden.
kalkulatorischer Unternehmerlohn, was würde der Unternehmer in einen
anderen Betrieb, vergleichbarer Größe, an Gehalt verdienen.
Die Kostenartenrechnung gliedert die Aufwendungen und Erträge in betriebsbedingt und neutral
auf. Es ist immer zu fragen ob ein Aufwand oder Ertrag nur dem eigentlichen Betriebszweck, den
Kosten und Leistungen zuzuordnen ist, oder mit dem eigentlichen Betriebszweck nichts zu tun hat
und als neutraler Aufwand oder Ertrag zu sehen ist.
Das Ergebnis der Kostenartenrechnung ist das Betriebsergebnis in EURO und die Kennzahl der
Wirtschaftlichkeit.
Betriebsergebnis = Leistungen - Kosten
Wirtschaftlichkeit =
Seite 5
Leistungen
Kosten
Wirtschaftlichkeit > 1
= Betrieb arbeitet mit Gewinn
Wirtschaftlichkeit < 1
= Betrieb arbeitet mit Verlust
FH
Kosten- und Leistungsrechnung
kalkulatorische
Kosten
klalkulatorischer
Unternehmerlohn
kalkulatorische
Zinsen
kalkulatorische
Miete
klakulatorische
Abschreibungen
klakulatorische
Wagnisse
kalkulatorischer Unternehmerlohn
in Kapitalgesellschaften sind die Gehälter der Vorstände oder Geschäftsführer der Unternehmerlohn. In
Einzelunternehmen oder Personengesellschaften werden an die mitarbeitenden Inhaber keine Gehälter
gezahlt, die Arbeitsleistung wird über den Gewinn abgegolten.
Kalkulatorischer Unternehmerlohn sind Zusatzkosten.
Der kalkulatorische Unternehmerlohn sollte sich mit dem Entgelt für Geschäftsführer in vergleichbaren
Unternehmen messen lassen.
kalkulatorische Zinsen
Zinsen sind Entgelt für überlassenes Kapital. In der Finanzbuchhaltung werden die Zinsen für Fremdkapital
erfasst. Aber auch der Eigentümer erwartet für sein eingesetztes Eigenkapital eine angemessene Verzinsung.
Vergleichen lassen muss sich die Eigenkapitalverzinsung (Eigenkapitalrendite) mit dem Zinssatz für
langfristige Kapitalanlagen. Je nach Branche erwartet der Eigentümer auch einen Risikozuschlag für das
eingesetzte Eigenkapital.
Zuerst muss das betriebsnotwendige Kapital ermittelt werden. Das betriebsnotwendige Kapital, ist das
eingesetzte Kapital mit dem Gewinn erzielt werden soll.
Betriebsnotwendiges Kapital
+
=
=
Betriebsnotwendiges Anlagevermögen
Betriebsnotwendiges Umlaufvermögen
Betriebsnotwendiges Vermögen
Abzugskapital
Betriebsnotwendiges Kapital
Betriebsnotwendiges Anlagevermögen
Seite 6
-
nicht abnutzbare Gegenstände des Anlagevermögens (Grundstücke) sind mit ihrem vollen
Wertansatz zu berücksichtigen
-
abnutzbare Gegenstände des Anlagevermögens sind nach der Restwertverzinsung oder der
Durchschnittswertverzinsung anzusetzen.
FH
Kosten- und Leistungsrechnung
Restwertverzinsung
Beispiel:
Anschaffungswert
Nutzungsdauer
Restwert
kalkulatorischer
Zinssatz
100.000,00 €
10 Jahre
10.000,00 €
8%
Jahr
Buchwert
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
100.000,00 €
91.000,00 €
82.000,00 €
73.000,00 €
64.000,00 €
55.000,00 €
46.000,00 €
37.000,00 €
28.000,00 €
19.000,00 €
Abschreibung
9.000,00 €
9.000,00 €
9.000,00 €
9.000,00 €
9.000,00 €
9.000,00 €
9.000,00 €
9.000,00 €
9.000,00 €
9.000,00 €
Restwert
91.000,00 €
82.000,00 €
73.000,00 €
64.000,00 €
55.000,00 €
46.000,00 €
37.000,00 €
28.000,00 €
19.000,00 €
10.000,00 €
kalkulatorische
Zinsen
7.280,00 €
6.560,00 €
5.840,00 €
5.120,00 €
4.400,00 €
3.680,00 €
2.960,00 €
2.240,00 €
1.520,00 €
800,00 €
Durchschnittswertverzinsung
Zinsen werden auf den durchschnittlich gebundenen Wert berechnet.
durchschni ttlich gebundener Wert =
Anfangsbes tan d + Re stwert
2
Beispiel
Anschaffungswert
Nutzungsdauer
Restwert
kalkulatorischer
Zinssatz
Jahr
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
Seite 7
100.000,00 €
10 Jahre
10.000,00 €
8%
Durchschnitt
55.000,00 €
55.000,00 €
55.000,00 €
55.000,00 €
55.000,00 €
55.000,00 €
55.000,00 €
55.000,00 €
55.000,00 €
55.000,00 €
kalkulatorische
Zinsen
4.400,00 €
4.400,00 €
4.400,00 €
4.400,00 €
4.400,00 €
4.400,00 €
4.400,00 €
4.400,00 €
4.400,00 €
4.400,00 €
FH
Kosten- und Leistungsrechnung
Betriebsnotwendiges Umlaufvermögen
a. durchschni ttlich gebundener Wert =
b. durchschni ttlich gebundener Wert =
Anfangsbes tan d + Endbes tan d
2
Anfangsbes tan d + 12 Monatsbest ände
13
Abzugskapital
zinsfreie Lieferantenkredite (Verbindlichkeiten aus LL)
+ zinsfreie Darlehen
+ Anzahlungen von Kunden
= Abzugskapital
Kalkulatorische Zinsen haben eine andere Höhe als die Zinsen aus der Finanzbuchhaltung und sind deshalb
als Anderskosten in der Abgrenzungsrechnung anzusetzen.
kalkulatorische Mieten
Werden von Unternehmer eigene Räume für betriebliche Zwecke zur Verfügung gestellt ist eine
kalkulatorische Miete anzusetzen. Die Höhe der Miete sollte sich an den ortsüblichen Mieten orientieren.
kalkulatorische Abschreibungen
In der Geschäftsbuchführung werden Abschreibungen nach Handels- und Steuerecht gebildet z.B. auch für
eine stillgelegte Maschine.
In der KLR werden nur die zur Produktion benutzten Maschinen berücksichtigt und auf die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer und den Wiederbeschaffungswert abgeschrieben.
Beispiel
Seite 8
Anschaffungswert einer Maschine
Nutzungsdauer lt. AfA-Tabelle
betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer
Wiederbeschaffungswert nach 8 Jahren
steuerliche lineare AfA
40.000 / 5
kalkulatorische AfA
68.000 / 8
40.000,- €
5 Jahre
8 Jahre
68.000,- €
8.000,- €
8.500,- €
FH
Kosten- und Leistungsrechnung
kalkulatorische Wagnisse
wurden Wagnisse versichert so ist die Versicherungsprämie aus der Finanzbuchhaltung anzusetzen.
Ist das Wagnis nicht versicherbar wird ein durchschnittlicher Wagnisausfall auf die letzten 5 bis 10
Jahre berechnet.
Beispiel:
Verlust durch Schwund,
Verderb und Diebstahl
100.000,00 €
80.000,00 €
120.000,00 €
70.000,00 €
80.000,00 €
90.000,00 €
Jahr
1
2
3
4
5
Durchschnitt
Wagnissatz
= 90.000 / 4.500.000 * 100
durchschnittlicher Lagerbestand
Wagnissatz
kalkulatorische Wagnisse
durchschnittlicher
Lagerbestand
5.000.000,00 €
4.000.000,00 €
5.000.000,00 €
4.250.000,00 €
4.250.000,00 €
4.500.000,00 €
2%
5.500.000,00 €
2%
110.000,00 €
Kalkulatorische Wagnisse können Anderskosten oder Zusatzkosten darstellen. Je nachdem ob in der
Finanzbuchhaltung bereits eine Erfassung (Buchung) erfolgte.
Weitere kalkulatorische Wagnisse können sein:
•
•
•
•
•
Anlagenwagnis
Fertigungswagnis
Garantien
Gewährleitungen
Vertriebswagnis
Einzel- und Gemeinkosten
Einzelkosten
können dem Produkt oder der Dienstleistung direkt zugerechnet werden,
auch Sonderkosten sind Einzelkosten die nicht Material oder Lohkosten
sind z.B. Modelle,
Gemeinkosten
können dem Produkt oder der Dienstleistung nicht, oder nur mit großem
Aufwand, zugerechnet werden.
Sie werden mit Hilfe von Zuschlagssätzen auf die Kostenstellen verteilt.
Seite 9
FH
Kosten- und Leistungsrechnung
Aufgliederung der Kostenarten nach Einzel- und Gemeinkosten
SKR 04
Kostenart
Einzelkosten
Gemeinkosten
5000
Materialeinsatz (Fertigungsmaterial)
X
5110
Hilfs- und Betriebsstoffe
X
5900
Fremdleistungen
X
6000
Personalkosten
X
6220
Abschreibungen
X
6260
Geringwertige Wirtschaftsgüter
X
6305
Raumkosten
6320
Energiekosten
6400
Versicherungen, Beiträge
X
6460
Reparaturen, Instandhaltung
X
6498
Mietleasing
X
6500
Fahrzeugkosten
6600
Werbekosten
6650
Reisekosten Arbeitnehmer
X
X
Reisekosten Unternehmer
X
X
6670
6800-6828
X
X
X
X
X
X
X
X
Bürokosten
X
6825
Rechts- und Beratungskosten
X
6830
Buchführungskosten/Steuerberater
X
6845
Werkzeuge, Kleingeräte
6850
Sonstiger Betriebsbedarf
X
7300
Zinsaufwand
X
7610
Gewerbesteuer
X
X
X
(6980)
Kalkulatorischer Unternehmerlohn
X
X
(6989)
Kalkulatorischer Lohn für mithelfende Familienangehörige
X
X
(6984)
Kalkulatorische Zinsen
X
(6982)
Kalkulatorische Miete
X
(6986)
Kalkulatorische Abschreibungen
X
Material- und Personalkosten sind im Handwerk die größten Posten der Aufwendungen, deshalb sollen Sie
hier besonders betrachte werden.
Materialkosten
Im Bereich Materialverbrauch kommen im Wesentlichen drei Verfahren zur Anwendung:
laufende Fortschreibung
Inventurmethode
Seite 10
der Materialverbrauch wird laufend fortgeschrieben, sie ist die
aufwendigste Methode, aber auch die genauste Methode.
Anfangsbestand
+ Zugänge
- Schlussbestand
= Verbrauch
FH
Kosten- und Leistungsrechnung
Retrograde Methode
Rückrechnung des Materialverbrauchs durch Verrechnung von
Standardverbrauchsmengen.
Nach der Stückliste gehen 4 Anteil des Materials in das Produkt ein, es
wurden 80 Stück produziert. Verbrauch = 80 Produkte x 4 Anteile
Beispiel zur Ermittlung des Rohstoffverbrauchs
In der Lagerkartei sind folgende Bewegungen dokumentiert:
Datum
01.01.2003
01.02.2003
10.02.2003
01.04.2003
12.05.2003
12.06.2003
12.10.2003
31.12.2003
Vorgang
AB lt. Inventur
Abgang
Zugang
Abgang
Zugang
Abgang
Zugang
SB lt. Inventur
Menge in Stück
100
50
150
150
100
100
50
50
lt. Stückliste gehen 4 Rohstoffanteile in die Produktion ein
es wurden 80 Produkte hersgetellt.
Rohstoffverbrauch nach:
Fortschreibungsmethode
Abgänge
300
Inventurmethode
Anfangsbestand
+ Zugänge
- Schlussbestand
= Verbrauch
100
300
50
350
Retrograde Methode
= 80 x 4
320
Personalkosten
Leistungslohn
Einzelkosten
Akkordlohn
Prämienlohn
1
gesetzliche Sozialkosten
2
tarifliche Sozialkosten
3
freiwillige Sozialkosten
Seite 11
FH
Kosten- und Leistungsrechnung
Zeitlohn
Gemeinkosten
Gehälter
Hilfslöhne (Löhne die nicht direkt zugerechnet
werden können)
1
gesetzliche Sozialkosten
2
tarifliche Sozialkosten
3
freiwillige Sozialkosten
1
2
Gesetzliche Sozialkosten
Gemeinkosten
• Arbeitgeberbeitrag zu den
Sozialversicherungen
Rentenversicherung (z.Zt. 9,45%)
Krankenversicherung (z.Zt. 7,30%)
Pflegeversicherung (z.Zt. 1,025%)
Arbeitslosenversicherung (z.Zt. 1,50%)
• Gesetzliche Unfallversicherung
Berufsgenossenschaft
• Umlageverfahren für Entgeltfortzahlung
und Mutterschutz
bei Betrieben unter 30 Beschäftigten
Tarifliche Sozialkosten
Gemeinkosten
• Urlaubsgeld
(periodengerecht aufteilen Einmalzahlung)
• Weihnachtsgeld
(periodengerecht aufteilen Einmalzahlung)
• Vermögenswirksame Leistungen
• Krankengeldzuschüsse
3
Freiwillige Sozialkosten
primäre / direkte freiwillige Sozialkosten
Gemeinkosten
•
•
•
•
Essensgeld
betriebliche Altersvorsorge
Fahrtkostenzuschuss
Hochzeits- und Geburtsbeihilfen
(periodengerecht aufteilen Einmalzahlung)
• Arbeitskleidung
sekundäre / indirekte freiwillige Sozialkosten
•
•
•
•
•
Seite 12
Gemeinkosten
Betriebskindergärten
Sportanlagen
Erholungsheime
Kantinen
Werksbibliotheken
FH
Kosten- und Leistungsrechnung
Sonstige Personalkosten
•
•
•
•
Gemeinkosten
Abfindungen
Stelleninserate
Personalberater
Umzugskosten für Mitarbeiter
Zurechnung der Gemeinkosten nach betrieblichen Funktionen
Gemeinkosten
Material
Fertigung
Verwaltung
Vertrieb
Variablen Kosten und fixe Kosten
Variable Kosten
ändern sich mit der Beschäftigung, fallen nur an wenn produziert wird alle Einzelkosten
Fixe Kosten
entstehen immer, egal ob produziert wird oder nicht.
Der größte Teil der Gemeinkosten sind fixe Kosten, aber nicht alle
Gemeinkosten sind fixe Kosten.
Beispiel
Kostenart
Kostenbetrag
variabel
Rohstoffaufwand
Hilfsstoffe
Betriebsstoffe
Löhne
Gehälter
Arbeitgeberanteil SV
Abschreibungen
Büromaterial
Werbung
Betr. Steuern
Kalk. Zinsen
Unternehmerlohn
Insgesamt
294.000,00 €
79.500,00 €
3.500,00 €
240.000,00 €
50.000,00 €
60.000,00 €
66.000,00 €
5.000,00 €
205.000,00 €
18.800,00 €
103.500,00 €
30.000,00 €
1.155.300,00 €
100%
100%
100%
60%
Seite 13
30%
40%
40%
60%
fix
40%
100%
70%
100%
60%
60%
40%
100%
100%
Variable
Kosten
294.000,00 €
79.500,00 €
3.500,00 €
144.000,00 €
- €
18.000,00 €
- €
2.000,00 €
82.000,00 €
11.280,00 €
634.280,00 €
Fixe
Kosten
96.000,00 €
50.000,00 €
42.000,00 €
66.000,00 €
3.000,00 €
123.000,00 €
7.520,00 €
103.500,00 €
30.000,00 €
521.020,00 €
FH
Kosten- und Leistungsrechnung
Kostenstellenrechnung (Wo entstehen die Kosten?)
Kostenstellen nach betrieblichen Funktionen
Kostenstellen
Material
Fertigung
Verwaltung
Vertrieb
weitere Einteilungen der Kostenstellen könnten auch sein:
Verantwortungsbereich
z.B. Abteilung, Filiale
Räumlichkeiten
z.B. Lager, Werkstatt, Laden, Büro
Rechentechnisch
z.B. Fuhrpark, Gebäude
Die Zahl der Kostenstellen ist abhängig von der jeweiligen Betriebsgröße und Betriebsstruktur. Generell
werden größere Betriebe oder Betriebe mit einer Vielzahl von Produkten mehrere Kostenstellen haben als
kleinere Betriebe.
Jede Hauptkostenstelle ermittelt ihren Zuschlagssatz.
Desweiteren könne auch Hilfskostenstellen (auch als Vorkostenstellen bezeichnet) eingerichtet werden, sie
werden verwendet um z.B. Kosten für Energie, Fuhrpark, Lohnbüro auf die Hauptkostenstellen zu verteilen.
Hilfskostenstellen haben keine Zuschlagssätze, da Sie auf die Hauptkostenstellen verteilt werden.
Die Verteilung der Gemeinkosten auf die einzelnen Kostenstellen findet im Betriebsabrechnungsbogen
(BAB) statt. Grundlagen für den Ansatz der Kostenarten im BAB sind die Zahlen aus der
Abgrenzungsrechnung.
Die Verteilung der Gemeinkosten auf die Kostenstellen ist eine sehr aufwendige und teilweise schwierige
Aufgabe. Hilfsmittel für eine „gerechte“ Aufteilung der Gemeinkosten sind z.B:
•
•
•
•
•
•
•
•
Stundenzettel
Lohnlisten
Materialentnahmescheine
Inventurlisten
Auftragszettel
Kapazitätsberechnungen
Maschinenlaufzeiten
Raumgrößen
Bei Positionen die keinen großen Wert haben, reichen auch gewissenhafte Schätzungen aus.
Die Verteilungsschlüssel bleiben auch für einen längeren Zeitraum bestehen. Änderungen erfolgen nur wenn
sich grundlegende Änderungen ergeben z.B. andere Kapazitäten.
Seite 14
FH
Kosten- und Leistungsrechnung
Der Zuschlagssatz wird immer mit folgender Formel ermittelt:
=
Beispiel:
Materialaufwand
Gemeinkosten Material
280.000,- €
225.000,- €
.
.
=
,−
,−
=80,36%
Stundenverrechnungssätze
Bei Handwerksbetriebe die im Dienstleistungsbereich tätig sind, fallen meist wenige Materialkosten, dafür
umso mehr Arbeitsstunden an.
Hier werden die gesamten Gemeinkosten des Betriebes auf die Arbeitsstunde zugeschlagen.
=
Beispiel:
Gemeinkosten insgesamt
Lohneinzelkosten
"
!
ö
202.507,00 €
135.933,00 €
= .
$, % . &%%,
= ' , & %
Stundenverrechnungssatz
Seite 15
Lohneinzelkosten z.B.
+ Gemeinkostenzuschlag 148,98 %
= Stundenverrechnungssatz
13,00 €
19,37 €
32,37 €
FH
Kosten- und Leistungsrechnung
Maschinenstundensatzrechnung
Wenn bei stark mechanisierten Betrieben die Zuschlagssätze zum Fertigungslohn sehr hoch werden, dann ist
es sinnvoll die Maschinenstundensatzrechnung anzuwenden.
Der Maschinenstundesatz wird dann in der Kalkulation neben den Gemeinkostenzuschlägen auf
Fertigungslöhne und Fertigungsmaterial verwendet.
Anschaffungs- oder Herstellkosten der Maschine
Voruassichtliche betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer
Wiederbeschaffungwert in 8 Jahren
sonstige Angaben:
kalkulatorische Abschreibungen linear vom
Wiederbeschaffungswert (60.000,00 / 8)
kalkulatorische Zinsen für die Kapitalbindung
6% vom der Hälfte des Anschaffungswert
(40.000,00 / 2 x 6%)
kalkulatorische Flächekosten 20 m² a' 6,- € im Monat
(20 x 6 x 12)
Werkzeugkosten
Wartung und Instandhaltung
Energiekosten 40 kW à 0,15 € je kW
(40 x 0,15 x 800)
Durchschnittliche Jahreslaufzeit
Gesamtkosten
40.000,00 €
8 Jahre
60.000,00 €
7.500,00 €
1.200,00 €
1.440,00 €
1.800,00 €
800,00 €
4.800,00 €
800 Stunden
17.540,00 €
21,93 €
Maschinenstundensatz (17.540,00 / 800)
Beispiel:
Summe aller Gemeinkosten einer Kostenstelle
./. Maschineneinzelkosten
= Verbleibende Gemeinkosten
55.723,00 €
17.540,00 €
38.183,00 €
Lohneinzelkosten
Maschineneinzelkosten
51.870,00 €
17.540,00 €
vorher:
Lohnstundensatz
Seite 16
)
*
=
.$ %
. $
)
*
=
$, ' %
Lohneinzelkosten z.B.
+ Gemeinkostenzuschlag 107,42 %
= Lohnstundensatz
13,00 €
13,96 €
26,96 €
FH
Kosten- und Leistungsrechnung
neuer Zuschlagssatz auf:
Maschinenstundensatz
Restgemeinkostenzuschlag
Lohnstundensatz
21,93 €
38.183,00 x 100
51.870,00
= 73,61 %
Lohneinzelkosten z.B.
+ Gemeinkostenzuschlag 73,61 %
= Lohnstundensatz
13,00 €
9,57 €
22,57 €
Kostenträgerrechnung (Wofür sind Kosten entstanden?)
Kalkulation (Kostenträgerstückrechnung)
Divisionskalkulation
nur möglich bei:
-
ein Produkt
keine Lagerbestandsveränderungen an unfertigen Erzeugnissen
keine Lagerbestandsveränderungen an fertigen Erzeugnissen
Einstufige Divisionskalkulation
Summarische Divisionskalkulation
Beispiel:
Im Jahre 2003 fielen bei einer Ausbringungsmenge (Verkaufsmenge) von 5.000 Stück
Kosten in Höhe von 50.000 € an.
Selbstkosten pro Stück
Kosten
=
Ausbringun gsmenge
Seite 17
50.000 €
Selbstkosten pro Stück
=
Selbstkosten pro Stück
= 10,- €
5000
FH
Kosten- und Leistungsrechnung
Differenzierende Divisionskalkulation
Aufteilung der Kosten in einzelne Bereiche:
Materialkosten
Personalkosten
Abschreibungen
Sonstige Kosten
30.000 €
10.000 €
5.000 €
5.000 €
50.000 €
Als Stückkosten ergeben sich:
Materialkosten
Personalkosten
Abschreibungen
Sonstige Kosten
Stückkosten
30.000 €
5000
10.000 €
5000
5.000 €
5000
5.000 €
5000
=
6 € / Stück
=
2 € / Stück
=
1 € / Stück
=
1 € / Stück
=
10 € / Stück
Zuschlagskalkulation
Im Handwerk spielt die Zuschlagkalkulation die größte Rolle, es findet eine Trennung zwischen Einzelkosten
und Gemeinkostens statt. Die Gemeinkosten werden mit Hilfe der im Betriebsabrechnungsbogen (BAB)
ermittelten Zuschläge verrechnet.
Beispiele
Zuschlagskalkulation mit einem betriebseinheitlichen Gemeinkostenzuschlagssatz
Materialeinzelkosten
+ Lohneinzelkosten
+ Gemeinkostenzuschlag
(auf die Lohneinzelkosten)
+ Sondereinzelkosten
= Selbstkosten
+ Gewinn und Wagniszuschlag
= Angebotspreis netto
+ Umsatzsteuer
= Angebotspreis brutto
Seite 18
135,00%
15,00%
19,00%
100,00 €
450,00 €
607,50 €
50,00 €
1.207,50 €
181,13 €
1.388,63 €
263,84 €
1.652,46 €
FH
Kosten- und Leistungsrechnung
Zuschlagskalkulation mit mehreren Gemeinkostenzuschlagssätzen
FertigungsMaterial (FM)
+
Material GemeinKosten (MGK) Zuschlag
=
Material Kosten (MK)
Fertigungs Löhne (FL)
+
Fertigungs GemeinKosten (FGK) Zuschlag
=
Fertigungs Kosten (FK)
+
Sonderkosten der Fertigung
= MK + FK HerstellKosten (HK)
+
VerwaltungsGemeinKosten (VwGK) Zuschlag
+
VertriebsGemeinKosten (VtGK) Zuschlag
=
SelbstKosten (SK)
+
Gewinn und Wagnis Zuschlag
=
Angebotspreis netto
+
Umsatzsteuer
=
Angebotspreis brutto
Vorkalkulation
75,00%
120,00%
15,00%
10,00%
20%
19%
200,00 €
150,00 €
350,00 €
235,00 €
282,00 €
517,00 €
150,00 €
1.017,00 €
130,05 €
86,70 €
1.233,75 €
216,75 €
1.450,50 €
275,60 €
1.726,10 €
findet vor der Erstellung der Betriebsleistung statt, hierbei stellen
sich meist folgende Fragen:
Was kostet das Material?
Wie viel Arbeitszeit benötige ich?
Welche und wie viel Arbeit entfallen auf Maschine und Handarbeit?
Wie hoch ist mein Zuschlag für die Gemeinkosten?
Welche Verrechnungsart wähle ich für den Gemeinkostenaufschlag?
Welchen Gewinn und Wagniszuschlag setze ich an?
Erfahrungswerte aus der Vergangenheit die so genannten Ist-Werte
spielen eine wichtige Rolle. Diese Ist-Werte sind aber auf
zwischenzeitliche Veränderungen zu prüfen.
Zwischenkalkulation
bei größeren Aufträgen die sich über einen langen Zeitraum
erstrecken, ist es sinnvoll einen Zwischenkalkulation durchzuführen.
Sie dient der Überwachung der bisher angefallenen Kosten. Hier
kann dann noch versucht werden korrigierend einzugreifen.
Nachkalkulation
nach der Ausführung des Auftrages ist eine Nachkalkulation
notwendig, um die tatsächlich entstanden Kosten (Ist-Kosten) mit
den Kosten aus der Vorkalkulation (Plan-Kosten) zu vergleichen.
Die Nachkalkulation hat somit eine Kontrollfunktion.
Aus der Nachkalkulation können neue Ansätze für nachfolgende
Aufträge abgeleitet werden.
Seite 19
FH
Kosten- und Leistungsrechnung
Vollkostenrechnung
Die Vollkostenrechnung erfasst alle Kostenarten (Gehälter, Werbung, Mieten ...) periodengerecht
(für einen Zeitraum) und weist sie den einzelnen Kostenträgern (Produkten oder Warengruppen)
zu.
Ihre Aufgabe erfüllt Sie gut, wenn auf dem Markt die mithilfe der Zuschlagskalkulation errechneten
Preise akzeptiert werden Verkäufermarkt
Nicht geeignet für kurzfristige Entscheidungen
noch am Markt bestehen?
der Markt reagiert
können wir mit dem Preis
Teilkostenrechnung
Nicht entscheidend:
Die Kosten sind Grundlage der Kalkulation und bestimmen den Preis des
Erzeugnisses.
Entscheidend:
Der Marktpreis des Erzeugnisses ist Grundlage der Kalkulation und legt den Gewinn
nach Abzug der Kosten offen.
Unterteilung der Kosten in
Kosten
Variable Kosten
Fixe Kosten
Kosten die abhängig von
der Produktion steigen oder fallen
Einzelkosten
Kosten die immer
entstehen, ob produziert
wird oder nicht
Gemeinkosten
Voraussetzung:
Für das Funktionieren einer Teilkostenrechnung ist es unbedingt erforderlich, dass alle
Kostenarten der Produktion untersucht werden, ob sie variable oder fixe Kosten sind.
welche Kosten verändern sich bei der Produktion.
Maßgeblich sind die variablen Kosten für den Betriebserfolg, da Sie sich proportional zu
den fixen Kosten (sie sind in der Regel unvermeidbar) verhalten.
Seite 20
FH
Kosten- und Leistungsrechnung
Um festzustellen in welcher Höhe ein Kostenträger (Produkt oder Dienstleistung) zum
Betriebserfolg beiträgt werden von den Umsatzerlösen des Kostenträgers die variablen Kosten
abgezogen.
Umsatzerlöse
- variable Kosten
= Deckungsbeitrag
Bruttoerfolg
Deckungsbeitrag
- fixe Kosten
= Betriebsgewinn
Beispiel
Gehäuse
Typ G I
Gehäuse
Typ G II
Gehäuse
Typ G III
Gesamt
Umsatzerlöse
2.500.000 €
1.000.000 €
4.500.000 €
8.000.000 €
Variable Kosten
1.500.000 €
750.000 €
2.500.000 €
4.750.000 €
Deckungsbeitrag
1.000.000 €
250.000 €
2.000.000 €
3.250.000 €
fixe Kosten
2.375.000 €
Betriebsergebnis
875.000 €
Berechnung der Gewinnschwelle (Break-Even):
+
+
,
− -
−.
/ = )
1
0
!
2
3 ü
oder
Gewinnschwelle (Break Even)
Erlöse = Kosten
Gewinnzone
Erlöse > Kosten
Verlustzone
Erlöse < Kosten
+
Seite 21
= 3 ü
!
5
− )
0
FH
Kosten- und Leistungsrechnung
Kurzfristige Preisuntergrenze
= variable Kosten -> kein Beitrag zur Fixkostendeckung
Menge
Umsatzerlöse
Variable Kosten
100.000 Stück
2.500.000 €
1.500.000 €
)
.
=
)
.
=
)
.
variableKosten
Menge
.
.
.
€
3 ü
=
,
€
-
! 0
Langfristige Preisuntergrenze
= Selbstkostenpreis -> kein Beitrag zum Gewinn
Menge
Umsatzerlöse
Variable Kosten
Fixe Kosten
100.000 Stück
2.500.000 €
1.500.000 €
500.000 €
)
Seite 22
.
=
+)
0
5
)
.
=
)
.
=
, .
.
,
€
€ +
.
.
3 ü
€
FH
Kosten- und Leistungsrechnung
Zusatzaufträge
sind Aufträge die zu Preisen unterhalb der derzeitigen Verkaufspreise angeboten werden
•
•
•
•
Auslastung von nicht genutzten Produktionskapazitäten.
Verbesserung des Betriebsergebnisses
immer zu empfehlen, solange der VK-Preis über den variablen Stückkosten liegt
zur Arbeitsplatzerhaltung ist ein Zusatzauftrag immer zu befürworten
Beispiel
Gehäuse
Typ G I
Gehäuse
Typ G II
Gehäuse
Typ G III
Gesamt
Verkaufspreis
55,00 €
38,50 €
75,00 €
169 €
Variable Stückkosten
27,00 €
23,50 €
35,00 €
86 €
Deckungsbeitrag
28,00 €
15,00 €
40,00 €
83 €
Absatzmenge
85.000 Stück
62.000 Stück
47.000 Stück
Umsatzerlöse
4.675.000,00 €
2.387.000,00 €
3.525.000,00 €
Variable Kosten
2.295.000,00 €
1.457.000,00 €
1.645.000,00 €
Deckungsbeitrag
2.380.000,00 €
930.000,00 €
1.880.000,00 €
fixe Kosten
Betriebsergebnis
Kapazität
Beschäftigungsgrad
5.190.000 €
375.000 €
4.815.000 €
105.000 Stück
80,95%
80.000 Stück
77,50%
65.000 Stück
72,31%
Zusatzauftrag für Typ GII Menge 10.000 zum Preis von 33,00 € annehmen oder nicht?
Gehäuse
Typ G I
Gehäuse
Typ G II
Gehäuse
Typ G II
Gehäuse
Typ G III
Gesamt
Verkaufspreis
55,00 €
38,50 €
33,00 €
75,00 €
202 €
Variable Stückkosten
27,00 €
23,50 €
23,50 €
35,00 €
109 €
Deckungsbeitrag
28,00 €
15,00 €
9,50 €
40,00 €
93 €
Absatzmenge
85.000 Stück 62.000 Stück 10.000 Stück 47.000 Stück
Umsatzerlöse
4.675.000
2.387.000
330.000
3.525.000
Variable Kosten
2.295.000
1.457.000
235.000
1.645.000
Deckungsbeitrag
2.380.000
930.000
95.000
1.880.000
fixe Kosten
Betriebsergebnis
Kapazität
Beschäftigungsgrad
5.285.000
375.000
4.910.000
105.000 Stück 80.000 Stück
80,95%
90,00%
65.000 Stück
72,31%
Deckungsbeitrag 33,00 € - 23,50 € = 9,50 € , unveränderte Fixkosten.
Seite 23
FH
Kosten- und Leistungsrechnung
Eigenfertigung oder Fremdbezug (Make-or-Buy)
ob ein Produkt selbst hergestellt werden soll oder von einem Zulieferer bezogen wird kann
vielfältige Gründe haben.
Gründe:
Leitsatz des Controllings:
"Tun wir die richtigen Dinge
kümmern wir uns um das
was wir wirklich können
– Tun wir die Dinge richtig"
führen wir diese Sachen richtig aus
Vorteile:
Kostengünstiger
Konzentration auf die Kernkompetenzen (was ist unser Hauptgeschäft – können es
andere besser) Beispiel: Daimler Reuter / Schrempp
Durch Kapazitätsabbau weniger Kapitalbindung
Höhere Qualität
Ausgleich von Spitzenzeiten
Folgekosten
keine Vorproduktion nötig
keine Lagerkosten
Mitarbeiter Aus- und Fortbildung
Nachteile:
starke Abhängigkeit von externen Anbietern
Unternehmens
Marktstellung des eigenen
einmal abgebaute Ressourcen lassen sich schwer wieder aufbauen
Fachkräfte benötigt aber die Ausbildung wurde eingestellt.
es werden
Wettbewerbsvorteile durch eigenes Know-How geht verloren.
Keine direkte Einflussnahme auf die ausgelagerten Bereiche
Direktionsrecht.
Eventuell hohe Kosten bei "Sonderleistungen"
Standardprogramm.
kein Weisungs
Abweichungen vom
Nahezu alle betrieblichen Aktivitäten können vom Outsourcing betroffen sein.
Seite 24
FH
Kosten- und Leistungsrechnung
Controlling
Abgrenzung Kontrolle und Controlling
Kontrolle
Controlling
Vergangenheitsorientiert
Zukunftsorientiert
Fehler feststellen
Schuldige suchen
Planen
Steuern
Überwachen
Kennziffern
Wirtschaftlichkeit
Kosten
Liquidität
Mengen
Zeit
Produktivität
Rentabilität
Anklagen, Bestrafen
Helfen, Leiten
Operatives und strategisches Controlling
Strategisches Controlling
Operatives Controlling
Zeitraum
Längerfristig
Kurzfristig
Ziele
Situationsanalyse, Erkennen und
Lokalisieren von Fehlentwicklungen,
Aufdecken von zukünftigen Potenzialen
Erhalten der Liquidität, Sicherung der
Rentabilität
Instrumente
Zielgruppenanalyse
Schwachstellenanalyse
Szenario-Technik (Entwicklung von
Zukunftsbildern unter Beachtung
interner und externer Faktoren)
Kostartenrechnung
Kostenstellenrechnung
Deckungsbeitragsrechnung
Break-even-Analyse
Budgetierung
Finanzplan
Investitionsrechnung
Kennzahlen
Informationsquellen
Seite 25
funktionierendes Finanz- und Rechnungswesen
Bilanzen
Gewinn- und Verlustrechnung
betriebswirtschaftliche Auswertungen
FH
Kosten- und Leistungsrechnung
Schwachstellenanalyse
Schwachstellen sind Verlustquellen
Wo können Schwachstellen auftreten?
Beschaffung
schlechte Qualität der Roh- und Hilfsstoffe
ungenügender Vergleich von Lieferantenangeboten
Produktion
unklare und unverständliche Anordnung der Vorgesetzten
Überbeanspruchung von Maschinen und Werkzeugen
Absatz
ungenügende Werbung
fehlende Kundenbetreuung
Verwaltung
ungenügende Büroorganisation
schlechtes Formularwesen
Ablauf einer Stärken-Schwächen
Analyse
1. Kriterien bestimmen
auf Bedürfnisse des Handwerkbetriebes
zuschneiden
mit Mitarbeitern und Führungskräften
erarbeiten
auf wesentliche Faktoren konzentrieren
deutliche Formulierungen wählen
2. Kriterien bewerten
Bewertung nach mehrstufiger Skala (gutmittel—schlecht oder -2 bis +2)
3. Informationen erheben Befragungen nicht nur im Betrieb
(Mitarbeiter) sonder auch außerhalb
(Kunden)
Seite 26
4. Antworten auswerten
Darstellung in Form eines Profils
5. Konsequenzen ziehen
auf Stärken konzentrieren
Schwächen beheben
Konkret und zeitlich festgelegten
Maßnahmenkatalog erarbeiten
FH
Kosten- und Leistungsrechnung
Sortiments- und Leistungsanalyse
Umsatzstrukturanalyse
mit welchen Produkten oder Dienstleistungen machen wir den
größten Umsatz
Deckungsbeitragsanalyse
welche Produkte oder Dienstleistungen erzielen den größten Erfolg
Kundenstrukturanalyse
mit welchen Kunden werden die meisten Umsätze erzielt
Analyse
ABC
Betriebswirtschaftliche Kennzahlen
Vermögensstruktur (Konstitution, Aktiva)
Anlagenintensität
Anlagenintensität = Anlagevermögen / Gesamtvermögen
•
Die Anlagenintensität wird ermittelt, um die Gewinnaussichten und Risiken
abzuschätzen.
•
Eine hohe Anlagenintensität kann sich über hohe Fixkosten negativ auf den Gewinn
auswirken. Sie signalisiert eine mangelhafte Ausnutzung der Kapazität, wenn
gleichzeitig der Absatz stagniert oder zurückgeht.
Vorratsintensität
Vorratsintensität = Vorräte / Gesamtvermögen
•
Die Vorratsintensität wird ermittelt, um die möglichen Risiken und Kosten
(Lagergebäude, Einrichtungen, Kapitalbindung, Zinsbelastung) zu erkennen.
•
Eine hohe Vorratsintensität kann ein Vorteil beim Aufschwung oder ein Nachteil beim
Abschwung sein.
Forderungsintensität
Forderungsintensität = Forderungen / Gesamtvermögen
Seite 27
•
Die Forderungsintensität wird ermittelt, um die möglichen Risiken aus der
Abhängigkeit vom Markt und die Kapitalbindung zu erkennen
•
Eine hohe Forderungsintensität kann Ausdruck der schwachen Stellung des
Unternehmens am Markt sein, aber auch eine nachlässige (großzügige) Überwachung
der Außenstände sein.
FH
Kosten- und Leistungsrechnung
Zahlungsmittelintensität
Zahlungsmittelintensität = Zahlungsmittel / Gesamtvermögen
•
Die Zahlungsmittelintensität wird zur Aufdeckung von „totem Kapital“ ermittelt.
•
ein hoher Zahlungsmittelanteil zeigt eine unwirtschaftliche Bereithaltung von „totem
Kapital“, weil Geld im Kassenschrank oder auf einem Kontokorrentkonto keine oder
wenig Zinsen bringt.
•
Die Anlagenintensität wird zur Beurteilung der, durch den Betriebscharakter,
bedingten Gewichtung zwischen Anlage- und Umlaufvermögen ermittelt.
•
ein hohes Anlagevermögen ist typisch für Industrie- und Verkehrsbetriebe, der Anteil
im Handel ist eher klein.
•
zum Teil auch Abhängigkeiten volle Kapazitätsausnutzung großer Anlagen bedürfen
auch ein entsprechend großes Betriebsvermögen (Vorräte, Zahlungsmittel,
Forderungen)
Kapitalstruktur
Eigenkapitalintensität
Die Eigenkapitalintensität gibt an, wie hoch der Prozentsatz der eigenen Mittel an der
Finanzierung ist. Je höher die Eigenkapitalintensität ist, desto unabhängiger und
krisenfester ist ein Unternehmen.
Eigenkapit alquote =
Eigenkapit al x 100
Gesamtkapi tal
Fremdkapitalintensität (Anspannungsgrad)
Die Fremdkapitalintensität gibt an, wie hoch der Prozentsatz des Fremdkapitals an der
Finanzierung ist. Mit einer erhöhten Fremdkapitalintensität steigt auch das Risiko für das
Unternehmen, denn Investitionsentscheidungen können nicht mehr allein getroffen
werden. Bei geringer Auslastung können die Zinszahlungen zur Belastung werden.
Fremdkapit alquote =
Seite 28
Fremdkapit al x 100%
Gesamtkapi tal
FH
Kosten- und Leistungsrechnung
Verschuldungsgrad
Der Verschuldungsgrad gibt an, wie stark ein Unternehmen verschuldet ist. In welchem
Verhältnis wird Fremdkapital zu Eigenkapital eingesetzt.
Verschuldungsgrad =
Fremdkapit al x 100%
Eigenkapit al
Anlagendeckung I
Anlagendec kung I =
Eigenkapit al x 100%
Anlageverm ögen
•
Ideales Verhältnis ist, wenn das Eigenkapital voll das Anlagevermögen abdeckt
(goldene Bilanzregel)
•
Dem Unternehmen steht damit für langfristige Investierung Kapital zur Verfügung, das
nicht von fremden Einflüssen abhängig ist. (In der Praxis kaum anzutreffen)
Anlagendeckung II
Anlagendeckung II =
•
(Eigenkapit al + langfristiges Fremdkapit al) x 100%
Anlageverm ögen
Steht für die langfristige Investierung auch langfristig Kapital zur Verfügung.
Anlagendeckung III
Anlagendec kung III =
•
Seite 29
(Eigenkapit al + langfristiges Fremdkapit al) x 100%
Anlageverm ögen + Vorratsvermögen
In manchen Branchen müssen Vorräte lange vorgelagert werden (trocknen von Holz,
Energievorräte durch gesetzliche Auflagen), so dass man hier fast schon von
Anlagevermögen sprechen kann.
FH
Kosten- und Leistungsrechnung
Liquidität
Flüssige Mittel 1. Ordnung
•
•
•
•
•
Kasse
täglich fällige Bankguthaben
Schecks
diskontierbare Wechsel
lombardfähige Wertpapiere
Flüssige Mittel 2. Ordnung
•
•
•
•
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
nicht diskontierbare Wechsel
sonstige kurzfristige Forderungen
fällige Teile langfristiger Forderungen
Flüssige Mittel 3. Ordnung
•
•
fertige Erzeugnisse
Waren
Liquidität 1. Grades (Barliquidität)
Liquidität 1. Grades =
•
•
liquide Mittel 1. Ordnung x 100%
kurzfristige Verbindlichkeiten
Zielvorgabe 10% bis 20%
eingehende Mittel sollten schnell zur Bezahlung von kurzfristigen Verbindlichkeiten
verwendet werden -> Skontoausnutzung
Liquidität 2. Grades (einzugsbedingte Liquidität)
Liquidität 2. Grades =
•
•
(liquide Mittel 1. Ordnung + 2. Ordnung) x 100%
kurzfristige Verbindlichkeiten
Zielvorgabe 75% bis 120%
ein Wert darunter könnte auf eine falsche Kalkulation von Produkten schließen, ein
hoher Bestand an Vorräten oder halbfertigen Gütern sein.
Liquidität 3. Grades (umsatzbedingte Liquidität)
Liquidität 3. Grades =
•
Seite 30
(liquide Mittel 1. Ordnung bis 3. Ordnung) x 100%
kurzfristige Verbindlichkeiten
Zielvorgabe 120% bis 150%
FH
Kosten- und Leistungsrechnung
Kennzahlen der Rentabilität
Rentabilität des Eigenkapitals
Eigenkapitalrentabilität =
•
•
Gewinn pro Jahr x 100%
Eigenkapital
Wie verzinst sich das Eigenkapital
Vergleich mit Zinssatz für langfristige Geldanlagen
Rentabilität des Gesamtkapitals
Gesamtkpaitalrentabilität =
•
•
Gewinn pro Jahr + Fremdkapitalzinsen x 100%
Gesamtkapital
wie hat sich das Gesamtkapital verzinst
Vergleich mit anderen Unternehmen, egal wie finanziert wir
Umsatzrentabilität
Umsatzrent abilität =
•
•
Gewinn pro Jahr x 100%
Umsatzerlö se
Wie viel Prozent bleiben vom Umsatz als Gewinn übrig
die wichtigste Kennzahl für den Unternehmer
Cashflow
+
=
Jahresüberschuss / Jahresfehlbetrag
Abschreibungen
Cashflow
•
•
Seite 31
zeigt den Kassenzufluss
durch hohe Abschreibungen kann das Ergebnis nach GuV negativ sein aber der
Cashflow positiv
FH
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