Dengue-Fieber - Landkreis Deggendorf

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Dengue-Fieber
Dengue-Fieber (DF) ist die medizinisch bedeutendste durch Stechmücken übertragene
Virusinfektion.
Erreger:
Denguevirus (4 Serotypen: DEN-1, DEN-2, DEN-3, DEN-4).
Vorkommen:
Dengue-Fieber kommt in mehr als 100 tropischen und subtropischen Regionen außerhalb
Europas endemisch vor: Südostasien, Pazifik, tropisches Afrika, Mittelamerika/Karibik. Auch
im südlichen Teil Europas kann künftig mit Dengue-Fieber gerechnet werden. Typische
Infektionsländer für Reisende aus Deutschland sind Thailand, Indien, Indonesien, Vietnam,
die Philippinen sowie auch Malaysia, Sri Lanka, Dominikanische Republik und Brasilien.
Infektionsweg:
Das wichtigste Erregerreservoir ist der Mensch. Die Übertragung erfolgt durch Stechmücken
der Gattung Aedes (Aedes aegypti, A. albopictus und A. scutelaris). Die Mücken sind zum
Teil auch tagaktiv.
Prophylaxe:
Schutzmaßnahmen gegen die Mücken (geschlossene Kleidung, Repellents, Insektizide,
Verhalten). Eine Schutzimpfung ist derzeit nicht verfügbar. In Endemiegebieten spielt die
Bekämpfung der übertragenden Mücken eine zentrale Rolle, z.B. Beseitigung von
Mückenbrutstätten, Bekämpfung der erwachsenen Mücken und der Larven mit
verschiedenen Verfahren.
Inkubationszeit:
3–14 Tage, gewöhnlich 4–7 Tage.
Symptomatik/Verlauf:
Das klinische Spektrum reicht von milden atypischen Formen über das klassische DengueFieber bis zu der schweren komplikationsreichen Verlaufsform Dengue-hämorrhagischesFieber (DHF).
Klassisches Dengue-Fieber:
Manchmal tritt ein Vorläuferstadium mit grippeartigen Beschwerden auf, dann plötzlicher
Fieberanstieg bis 40 ºC, häufig mit Schüttelfrost und starken Kopfschmerzen, besonders
hinter den Augenhöhlen. Es folgen starke Muskel- und Gelenkbeschwerden
(„Knochenbrecher-Fieber“), Bindehautentzündung, anhaltendes Fieber über zwei bis drei
Tage, ein relativ langsamer Puls und niedriger Blutdruck. Das Auftreten eines blassen
Hautausschlages, evtl. auch eine Rötung der Hand- und Fußflächen, eine Milzvergrößerung
und generalisierte Lymphknotenschwellungen sind häufig. Der Fieberverlauf ist häufig, aber
nicht immer zweigipflig. Nach einer vorübergehenden Entfieberung erneuter Fieberanstieg
nach 1–2 Tagen, gleichzeitiges Erscheinen eines scharlachartigen Ausschlages, manchmal
mit tastbaren Erhebungen, am gesamten Körper außer dem Gesicht. Kleine Einblutungen in
die Haut sind häufig. Meist werden ein mäßiger Anstieg der Leberwerte (Transaminasen)
sowie eine Abnahme der Gerinnungsplättchen und der Lymphozyten beobachtet.
Charakteristisch ist die Trias: Fieber, Ausschlag, Schmerzen (Kopf, Muskeln, Gelenke).
Häufig kommt es zu einer wochenlang andauernden Genesungsphase. Das klassische
Dengue-Fieber ohne Komplikationen hat in der Regel eine günstige Prognose.
Milde atypische Verlaufsform:
Diese Form verläuft ähnlich wie die klassische Verlaufsform mit milderer Symptomatik und
einer Krankheitsdauer von maximal 72 Stunden.
Dengue-hämorrhagisches-Fieber (DHF):
Diese komplizierte Verlaufsform tritt vor allem nach Zweitinfektion mit einem anderen
Serotyp und bei Kindern unter 15 Jahren auf. Nach schnellem Fieberanstieg,
Kopfschmerzen, Erbrechen und Dyspnoe kommt es zu verschiedensten Symptomen, die auf
eine gestörte Blutgerinnung hinweisen: Kleine Einblutungen in die Haut, Nasenbluten oder
größeren flächenhaften Blutungen, z.B. im Magen-Darm-Trakt mit Bluterbrechen,
Einblutungen in die Hirnunterhaut oder in die Lungen mit der Folge einer Lungenentzündung,
Abnahme der Blutplättchen und Bluteindickung. Bei schweren Verläufen kann es zu starken
Gerinnungsstörung kommen. Symptome einer Gehirnentzündung oder einer Mitbeteiligung
des Herzens können auftreten, sind aber sehr selten.
Das Dengue-Schocksyndrom (DSS) ist eine ernste Komplikation des DHF. 2–6 Tage nach
Krankheitsbeginn tritt zu Fieber und Gerinnungsstörungen ein Kreislaufversagen mit
Schocksymptomatik auf. Die Sterblichkeit des DHF und DSS beträgt 6–30 %, besonders
gefährdet sind Kleinkinder.
Immunität:
Eine abgelaufene Infektion sorgt für eine lang anhaltende, serotyp-spezifische Immunität,
aber nur für eine kurzzeitige Kreuzimmunität. So besteht nach einer kurzen Periode des
Schutzes kein Schutz vor Infektionen mit anderen Serotypen. Eine Zweitinfektion mit einem
anderen Serotyp verläuft gelegentlich schwerer.
Diagnostik:
Die Reiseanamnese in ein bekanntes Endemiegebiet liefert wertvolle Hinweise auf die
Verdachtsdiagnose „Dengue-Fieber“. Im Blutbild sind eine Abnahme der Blutplättchen und
der Lymphozyten auffällig. Virusnachweis aus dem Blut während der ersten 3–7
Krankheitstage. Nachweis von spezifischen Antikörpern.
Therapie:
Krankenhausbehandlung bei schwerem Verlauf, rasche intensivmedizinische Betreuung
beim DHF. Symptomatische Behandlung: fiebersenkend, schmerzstillend, keine
Acetylsalicylsäure (ASS) wegen verstärkter Blutungsneigung, Flüssigkeits- und
Elektrolytausgleich.
Meldevorschriften:
Meldepflicht bei Krankheitsverdacht, Erkrankung und Tod bei hämorrhagischem (d.h. die
Gerinnung beeinflussendem Verlauf) und bei direktem oder indirektem Erregernachweis in
Verbindung mit einer akuten Infektion.
Falls Sie weitere Fragen haben, steht Ihnen das Gesundheitsamt Deggendorf unter der
Telefonnummer 0991/3100-150 zur Verfügung.
(09/2013)
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