kostenrechnung

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Kostenrechnung / Betriebswirtschaft
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1. Grundlagen des Rechnungswesen
1.1 Kostenrechnung vs. Buchhaltung ......................................................... 2
1.2 Kostenrechnung ...................................................................................... 4
2. Maschinenstundensatzrechnung................................................................ 5
2.1 Grundlagen und Formeln......................................................................... 5
3. Vollkostenrechnung
3.1 Grundlagen .............................................................................................. 8
3.2 Betriebsabrechnungsbogen ................................................................. 10
3.3.1 Grundlagen......................................................................................... 10
3.3.2 Einstufiger Betriebsabrechnungsbogen .............................................. 11
3.3.2 mehrstufiger Betriebsabrechnungsbogen ........................................... 12
3.3 Vollkosten-Kalkulation .......................................................................... 14
3.3.1 Nachkalkulation ................................................................................. 15
3.3.2 Kostenträgerstückrechnung (mit Verkaufskalkulation)....................... 16
3.4 Divisionskalkulation .............................................................................. 18
3.4.1. einstufige Divisionskalkulation .......................................................... 18
3.4.2. Zweistufige Divisionskalkulation ....................................................... 19
3.5 Äquivalenzkennziffernkalkulation........................................................ 20
4. Teilkostenrechnung
4.1 Grundlagen.............................................................................................. 21
4.1.1 Vorüberlegung 1: Kapazität und Beschäftigungsgrad........................ 21
4.1.2 Vorüberlegung 2: Fixe und Variable Kosten - Kostenauflösung ........ 21
4.2 Break-Even-Point (Kosten-Nutzen-Schwelle) ..................................... 22
4.3 Gewinnschwelle..................................................................................... 24
4.4 Preisuntergrenzen ................................................................................. 24
4.4.1 Preisuntergrenze, kostenbestimmt .................................................... 24
4.4.2 Preisuntergrenze, erfolgsbestimmt .................................................... 25
4.4.3 Preisuntergrenze, liquiditätsbestimmt ................................................ 26
4.5 Zusatzaufträge ....................................................................................... 26
4.6. Eigenfertigung oder Fremdbezug ....................................................... 27
4.7 optimales Produktionsprogramm ........................................................ 28
4.8 Mehrstufige Deckungsbeitragsrechnung ............................................ 30
.
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1. Grundlagen des Rechnungswesens
1.1 Kostenrechnung vs. Buchhaltung
In der klassischen Sicht unterscheidet man das Rechnungswesen in die beiden
Teilbereiche Kostenrechnung und Buchhaltung:
Das Rechnungswesen
Kostenrechnung ( internes
Rechnungswesen)
Buchhaltung ( externes
Rechnungswesen)
Die Kostenrechnung als
Hauptbestandteil des internen
Rechnungswesens wird geführt, um
ein Unternehmen betriebswirtschaftlich
erfolgreich führen zu können.
Die Kostenrechnung ist von jedem
Unternehmen frei gestaltbar. Es gibt
dazu keine gesetzlichen Vorschriften,
allerdings bewährte Verfahren und
Methoden. Jedes Unternehmen
rechnet so, wie es für seine speziellen
Abläufe erforderlich ist.
Über die Buchhaltung werden alle
Geschäftsvorfälle dokumentiert und
stehen zur Rechenschaft ggü. dem Staat
(Steuerbehörden), Anteilseignern,
Arbeitnehmern und Geschäftspartnern zur
Verfügung. Für die Buchführung
grundlegend sind die Regelungen des
Handelsgesetzbuches (HGB) , steuerliche
Bestimmungen (AO, EStG, KStG, UStG)
und die Grundlagen ordnungsgemäßer
Buchführung (GoB)
In der Kostenrechnung wird der
Werteverbrauch bei der Erstellung von
Leistungen Kosten, die Leistungen der
Kunden für die erstellten Leistungen
Erlöse genannt.
In der Buchhaltung wird der Werteverbrauch bei der Erstellung von
Leistungen Aufwendungen, die
Leistungen der Kunden für die erstellten
Leistungen Erträge genannt.
Was betriebswirtschaftlich sinnvoll ist,
kann in die Kostenrechnung
einbezogen werden. Dazu gehören alle
Grundkosten und auch die
aufwandslosen Kosten, weiterhin alle
betrieblichen Erlöse.
Aufwendungen müssen den formalen
Anforderungen des Finanzamtes
entsprechen. Sie haben unmittelbar mit
der Leistungserstellung im
Zusammenhang zu stehen. An Erträgen
wird anerkannt, was Kunden geleistet
haben.
Beispiel: Die tatsächlichen Anschaffungskosten der Geschenke an Geschäftsfreunde werden als Kosten angesetzt.
Beispiel: Geschenke an Geschäftsfreunde
sind nur bis zu einer Höhe von 35 € als
Aufwendung anerkannt.
In der Kostenrechnung kann auf
unterschiedliche Arbeits-Instrumente
zurückgreifen. z.B. der
Deckungsbeitragsrechnung:
Die einfachste Darstellungen der
Arbeitsergebnisse der Buchhaltung:
Erlöse
- variable Kosten
= Deckungsbeitrag I
- fixe Kosten
= Gewinn
Erträge
- Aufwendungen
= Gewinn
Warenverkäufe
- Wareneinkäufe
= Rohgewinn
- weitere Aufwendungen
= Gewinn
Aus dem Gewinn werden gewinnabhängige Steuern (z.B. Körperschaftssteuer bei GmbHs berechnet.)
.
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Stellt man die Aufwendungen der Buchhaltung den Kosten der Kostenrechnung
gegenüber, erhält man folgendes Bild:
Aufwand
Neutraler
Aufwand
Zweckaufwand
Grundkosten
Anderskosten
Zusatzkosten
Kalkulatorische Kosten
Kosten
Geschäftsbuchführung
= Buchhaltung, die entsprechend der gesetzlichen Bestimmungen geführt wird.
Kostenrechnung
= Betriebswirtschaftliche Kosten- und Preiskalkulation
,
Aufwendungen
Sind der Werteverzehr, der entsprechend der gesetzlichen Bestimmungen als Aufwand
anerkannt wird.
Neutrale Aufwendungen
sind der vom Finanzamt als Aufwand anerkannte Werteverzehr, der aber nicht
mit dem unternehmerischen Zweck im Zusammenhang steht und deshalb nicht
bzw. nur bedingt in die Kostenrechnung aufgenommen wird.
Betriebliche Aufwendungen (Zweckaufwand)
ist der vom Finanzamt als Aufwand anerkannte Wertverzehr, der durch die
unternehmerische Kerntätigkeit verursacht wurde
Kosten
Ist der Werteverzehr, der bei der Erstellung von Leistungen entsteht und der Gegenstand der
betriebswirtschaftlich geprägten Kostenrechnung ist.
Grundkosten
Teil der Kosten, der durch die Erstellung von Leistungen entstehen
und den betrieblichen Aufwendungen entspricht.
Anderskosten
Teil der Kosten, für die in der Kostenrechnung ein anderer Betrag als in der
Buchführung verrechnet wird
Zusatzkosten
Teil der Kosten, die keinen Aufwand bilden, da keine Ausgabe erfolgt ist.
Anderskosten und Zusatzkosten bilden zusammen die kalkulatorischen Kosten
Zusammengefasst kann festgestellt werden, dass sich der Unterschied zwischen Aufwand
und Kosten aus der Definition der beiden Begriffe ergibt. Aufwendungen entstehen durch
einen mit Ausgaben verbundenen Güterverbrauch, während bei Kosten zusätzlich ein
Sachbezug, aber nicht unbedingt eine Ausgabe vorliegen muss. Sachzielbezogen sind alle
Aufwendungen, die dem eigentlichen Unternehmenszweck im Rahmen der ordentlichen
Geschäftstätigkeit dienen. Außerdem gibt es in der Kostenrechnung teilweise andere
Wertansätze.
.
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Die Kostenrechnung:
Die Kostenrechnung dient dazu, ein Unternehmen ökonomisch erfolgreich zu führen. Weil es
eine Vielzahl von Branchen und eine unüberschaubare Zahl von Unternehmen gibt, sind
kostenrechnerische Überlegungen entsprechend vielfältig. Im Grund kann man sage, dass
ein jedes Unternehmen so rechnen kann, wie notwendig ist, um effizient zu wirtschaften.
Dennoch haben sich bestimmte Grundprinzipien der Kostenrechnung herausgebildet, die
sich als besonders erfolgreich herausgestellt haben, wenn es um die Berechnung von
Kosten in einem Unternehmen geht. Dabei werden als ‚Kosten’, der in Geld bewertete
Wertverzehr bei der Herstellung von Leistungen bezeichnet
In der Kostenrechnung werden die Kosten eines Unternehmens näher betrachtet.
Eine der wichtigsten Gedankengänge der Kostenrechnung ist die Unterteilung der Gesamtkosten eines Unternehmens in seine fixen und variablen Bestandteile, sowie die Aufteilung in
Gemein- und Einzelkosten.
Kosten des Unternehmens
fixe Kosten
- Miete
- Abschreibungen
- Gehälter
variable Kosten
- Materialeinsatz
- Energie
- Benzin
Kosten des Unternehmens
Einzelkosten
- Materialeinzelkosten
- Lohnkosten
- Vertriebseinzelkosten
Gemeinkosten
- Materialgemeinkosten
- Gehälter
- Bürokosten
Die hier aufgeführten Beispiele sind typische für ein produzierendes Unternehmen.
Bitte beachten Sie, dass nur die wenigsten Kostenarten ausschließlich fix oder
ausschließlich variabel bzw. ausschließlich Gemeinkosten oder ausschließlich Einzelkosten
sind. Es gibt auch Übergangsbereiche:
variable
Kosten
Gesamtkosten
fixe
Kosten
Gemeinkosten
Einzelkosten
Unterteilt man die Kosten in fix und variabel und stellt damit betriebswirtschaftliche
Überlegungen an und kalkuliert, so nennt man die Kostenrechnung Teilkostenrechnung.
Werden die Kosten in Einzelkosten und Gemeinkosten (auch direkte und indirekte Kosten
genannt) aufgeteilt und damit betriebswirtschaftliche Überlegungen angestellt und kalkuliert,
so nennt man diese Kostenrechnung Vollkostenkostenrechnung
Die Kostenrechnung
Teilkostenrechnung
ab Seite 21
Vollkostenrechnung ab
Seite 5
Die Teilkostenrechnung betrachtet die
fixen und die variablen Kosten.
Die Vollkostenrechnung betrachtet die
Einzelkosten und Gemeinkosten.
fixe Kosten:
Kosten, die auch dann anfallen, wenn nicht
produziert wird.
Einzelkosten:
Kosten, die einem produzierten Gegenstand
direkt zugerechnet werden können.
variable Kosten:
Kosten, die nur entstehen, wenn produziert
wird.
Gemeinkosten:
Kosten, die einem produzierten Gegenstand
nicht direkt zugerechnet werden können.
.
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2. Maschinenstundensatzrechnung
2.1 Grundlagen und Formeln
Im Rahmen der Maschinenstundensatzrechnung werden alle im Rahmen einer Maschine
entstehenden Kosten verrechnet und mathematisch auf eine Stunde heruntergerechnet. Bitte
betrachten Sie dazu folgendes Beispiel:
Anschaffungspreis: 600.000 €, Nutzungsdauer: 8 Jahre,
Laufstunden 1.976 h / Jahr, Wiederbeschaffungspreis: 660.000 €, Zinsen: 8 %,
Energieverbrauch 80 kWh., tatsächlicher Energieverbrauch 70 % (= 0,7)
1 kWh = 0,20 €, Miete: 100 € /m²/ Monat. Instandhaltungskosten: 45.000 € / Jahrbei 10 m².
Lösung der Aufgabe:
Kostenposition
Kalkulatorische
Abschreibungen
Formel
Wiederbeschaffungspreis*___
Jahre x Laufstunden
Beispiel
660.000 €
8 x 1.976 h
.
41,75 €
Kalkulatorische
Zinsen
Anschaffungspreis* x Zinsen
2 x 100 x Laufstunden
600.000 x 8 .
2 x 100 x 1.976 h
12,15 €
Energiekosten
Verbrauch x % x Kosten
70% v. 80 kWh x 0,20
€
11,20 €
100 x 10 x 12
1.976 h
6,07 €
45.000 €
1.976 h
22,77 €
Raumkosten
Instandhaltungskosten
Mietpreis x m²
Laufstunden
Summe Instandhaltungskosten
Laufstunden
93,94 €
Bitte beachten Sie folgende Angaben:
- Die Laufstunden entsprechen den tatsächlichen Nutzungszeiten,
ob Rüstzeiten eingerechnet werden, hängt von der individuellen
Berechnungsmethoden ab.
- Anstatt des Anschaffungspreises kann auch der voraussichtliche
Wiederbeschaffungspreis angesetzt werden.
- Der angesetzte Zins entspricht dem ökonomischen Zielen des Investors.
- Der Anschlusswert entspricht dem tatsächlichen Stromverbrauch
- Der Mietpreis kann selbsteingeschätzt sein.
* = Zwischen Wiederbeschaffungspreis und Anschaffungspreis kann frei gewählt werden.
Im Einschichtbetrieb werden Wartungsarbeiten außerhalb der Arbeitszeit erledigt, d.h. die
Jahresarbeitszeit wird nicht verringert. Im 24h-Betrieb wird die Jahresarbeitszeit durch die
Wartung verringert. Im Zwei-Schicht-Betrieb finden Sie entsprechende Angaben in der
Aufgabenstellung. Fehlt diese Angabe, entscheiden Sie sich bitte selbst und kennzeichnen
Sie bitte Ihre Lösung entsprechend!
.
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Aufgabe 1 zur Maschinenstundensatzrechnung (Ein-Schicht-Betrieb)
Bitte berechnen Sie den Maschinenstundensatz aufgrund folgender Angaben:
Anschaffungspreis 350.000 € (Preissteigerung 5 %), Nutzungsdauer 5 Jahre (gesetzlich) und
8 Jahre (tatsächlich), Stromverbrauch der Maschine 40 kWh (Belastung 0,75) der Strompreis
0,10 € / kWh, Platzbedarf 20 m²,
Raumkosten 45 € / Monat, 40 Std Arbeitszeit, die Wartungszeit entspricht 15 % der
Arbeitszeit. Der Produktion erfolgt im 1-Schicht-Betrieb, Wartungskosten: 40.000 €
Lösung 1 zur Aufgabe Maschinenstundensatzrechnung
Die Angaben werden wie folgt geordnet:
Anschaffungspreis 350.000 € (Preissteigerung 5 %)
= Wiederbeschaffungspreis 367.500 €
Nutzungsdauer 5 Jahre (gesetzlich) und 8 Jahre (tatsächlich = kalkulatorisch)
Stromverbrauch der Maschine 40 kWh (Belastung 0,75) = 30 kWh.
der Strompreis 0,10 € / kWh
Platzbedarf 20 m²
Raumkosten 45 € je m² / Monat
40 h Arbeitszeit
Die Wartungszeit entspricht 15 % der Arbeitszeit.
1-Schicht-Betrieb
Wartungskosten 40.000 €
Bitte beachten Sie: Ausfallzeiten spielen im Ein-Schicht-Betrieb keine Rolle (die Angaben
dienen in dieser Aufgabe nur zur 'Verwirrung')
Kalk. Abschreibung = Wiederbeschaffung
Jahre x Laufstunden
367.500
8 x 2080
Kalk. Zinsen =
Anschaffungspreis x Zins
2 x 100 x Laufstunden
350.000 x 5
2 x 100 x 2080
Energiekosten
Belastung in % x kWh-Verbr. x Kosten / kWh
0,75 x 40 x 0,10
Raumkosten
m² x m²-Satz
Laufstunden
20 x 45 x 12
2080
Instandhaltung
Instandhaltung
Laufstunden
40.000
2080
Kalkulatorische Abschreibung:
Kalkulatorische Zinsen
Energiekosten
Raumkosten
Instandhaltung
22,09 €
4,21 €
3,00 €
5,19 €
19,23 €
53,72 €
Aufgabe 2 zur Maschinenstundensatzrechnung (Zwei-Schicht-Betrieb)
Bitte berechnen Sie den Maschinenstundensatz aufgrund folgender Angaben:
Anschaffungspreis 350.000 € (Preissteigerung 3 %), angesetzter kalkulatorischer Zins: 4 %,
Nutzungsdauer: bilanziell: 4 Jahre kalkulatorisch: 3 Jahre, Stromverbrauch der Maschine 80
kWh (Belastung 0,80) der Strompreis 0,15 € / kWh,
Platzbedarf 20 m², Raumkosten 540 € / m² und Jahr, 40 Std. Arbeitszeit, Ausfallzeit durch
Wartung 15 %. Der Produktion erfolgt im 2-Schicht-Betrieb, Wartungskosten: 40.000 €. Im
Unternehmen wird 50 KW im Jahr gearbeitet.
.
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Lösung 2 zur Aufgabe Maschinenstundensatzrechnung
Die Angaben werden wie folgt geordnet:
Anschaffungspreis 350.000 € (Preissteigerung 3 %) = 360.500 €
Nutzungsdauer 3 Jahre kalkulatorisch (tatsächlich) und 4 Jahre bilanziell (gesetzlich)
Stromverbrauch der Maschine 80 kWh (Belastung 0,80) = 64 kWh.
der Strompreis 0,15 € / kWh
Platzbedarf 25 m², Raumkosten 540 € je m²/Jahr
(40 h Arbeitszeit x 2 Schichten x 50 Wochen) = 4.000 h minus 15 % = 3.400 h
Wartungskosten 40.000 €
Kalk. Abschreibung =
Wiederbeschaffung
Jahre x Laufstunden
360.500
3 x 3.400
Kalk. Zinsen =
Anschaffungspreis x Zins
2 x 100 x Laufstunden
350.000 x 4 .
2 x 100 x 3.400
Energiekosten
Belastung in % x kWh. x Kosten / kWh
0,8 x 80 x 0,15
Raumkosten
m² x € x Satz
Laufstunden
20 x 540
3.400
Instandhaltung
Instandhaltung
Laufstunden
40.000 €
3.400 h
Kalkulatorische Abschreibung:
Kalkulatorische Zinsen
Energiekosten
Raumkosten
Instandhaltung
35,34 €
2,06 €
9,60 €
3,18 €
11,76 €
61,94 €
Weitere Übungsaufgaben:
Wie viele Stunden beträgt die jährliche Arbeitszeit in folgenden Fällen:
Fall 1:
52 KW, 40 h / Woche, 2-Schicht-Betrieb, Wartungszeit 4 h / Woche.
Fall 2:
50 KW, 48 h / Woche, 3-Schicht-Betrieb, Wartungszeit 6 h / Woche, sonstige Ausfallzeit 1 h /
Schicht.
Fall 3:
52 KW, 40 h / Woche, 1 Schicht-Betrieb, durchschnittliche Rüstzeit / Schicht: 30 min.
Wartungszeit: 5 h / Woche
Lösung 1:
52 KW x 80 h = 4.160 h minus 52 KW x 4 h = 208 h Lösung: 3.952 h
Lösung 2:
50 KW x 48 h x 3 Schichten = 7.200 h minus 50 KW x 6 h = 300 h minus
50 KW x 3 Schichten x 1 h = 150 h Lösung: 6.750 h.
Lösung 3:
52 KW x 40 h = 2080 h minus 52 Schichten x 0,5 h = 26 h minus 52 KW x 5 h = 260 h
Lösung: 1.794 h
.
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3. Vollkostenrechnung
3.1 Grundlagen
In der Vollkostenrechnung werden alle Kosten, die in einem Unternehmen entstehen, den
Produkte einzeln zugerechnet. Diese Kostenrechnung ist die traditionelle, bewährte und
älteste Form der Kostenrechnung. Der zentrale Dreh- und Angelpunkt der
Vollkostenrechnung ist die Eigenschaft der „Zurechenbarkeit der Kosten zu den einzelnen
hergestellten Produkten“. Kosten, die einem Produkt zugerechnet werden können, werden
Einzelkosten (direkte Kosten) genannt. Kosen, die einem Produkt nicht zugerechnet werden
können, werden Gemeinkosten (indirekte Kosten) genannt. Einzelkosten und Gemeinkosten
werden grundsätzlich in folgende Gruppen unterteilt:
Einzelkosten
Materialeinzelkosten
Fertigungseinzelkosten
Gemeinkosten
Material-
Fertigung-
Verwaltung-
Vertrieb-
Die ist die klassische Aufteilung, die die Grundlage bildet. Je nach Unternehmen können
Verwaltungs- und Vertriebsgemeinkosten zusammengefasst oder um
Forschungsgemeinkosten erweitert werden.
Beispiel: Ein Behälterhersteller baut auf Kundenwunsch einen Stahl-Behälter. Dazu werden
Stahlplatten zum Preis von 1.000 € benötigt (1). Es ist bekannt, dass bei der Montage dieser
Stahlbehälter noch einmal Material des anderthalbfachen Preises der Stahlplatten benötigt
werden (2).Dieses Material kann oder möchte man jedoch nicht auf diesen einen,
herzustellenden Behälter beziehen. Die Mitarbeiter, die die Montage konkret durchführen,
verursachen Kosten in Höhe von 3.000 € (3). Ebenso, wie beim Material ist bekannt, dass
jetzt noch einmal Personalkosten in der doppelten Höhe anfallen (4), die jedoch nicht genau
auf diesen einen herzustellenden Behälter zurückzuführen sind. Außerdem wird für die
Herstellung des Behälters eine Maschine genutzt. Dies verursacht separat errechnete
Kosten von 500 € (5). (aus einer Maschinenstundensatzrechnung vgl. S 7) Zusätzlich ist
bekannt, dass in der Vergangenheit Verwaltungskosten genau in der Höhe der
Herstellkosten angefallen sind (6). Für den Vertrieb werden vom Unternehmen noch einmal
Kosten einkalkuliert, die der Hälfte der Herstellkosten entsprechen (7).
Folgendermaßen wird in der Vollkostenrechnung kalkuliert:
(1)
Eingesetzes Material (Einzelkosten, Material)
(2)
+ Materialgemeinkosten (Gemeinkosten, Material)
= Materialkosten (Gesamtkosten, Material
(3)
(4)
(5)
(6)
(7)
Fertigungseinzelkosten (Einzelkosten, Löhne)
+ Hilfslöhne (Gemeinkosten, Löhne)
+ Maschinenstunden
= Fertigungskosten
Materialkosten + Fertigungskosten = Herstellkosten
Verwaltungsgemeinkosten
Vertriebsgemeinkosten
= Selbstkosten
1.000 €
1.500 € (150 %)
2.500 €
3.000 €
6.000 € (200 %)
500 €
.
9.500 €
12.000 €
12.000 € (100 %)
6.000 € ( 50 %)
30.000 €
Folgende Zusammenfassung veranschaulicht die Kalkulation noch einmal:
Fertigungsmaterial (FM / MEK)
Materialgemeinkosten (MGK)
Fertigungslöhne (FL / FEK)
Fertigungsgemeinkosten (FGK)
Maschinenkosten
Verwaltungskosten (VWGK)
Vertriebsgemeinkosten (VTGK)
Sondereinzelkosten des Vertriebs
.
Materialkosten
Fertigungskosten
Herstellkosten
Verwaltungsund Vertriebs=
kosten
Selbstkosten
Kostenrechnung / Betriebswirtschaft
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In folgendem Beispiel wird aufgeführt, wie die Zuschlagssätze für Material, Fertigung,
Verwaltung und Vertrieb errechnet werden.
„Errechnung von Gemeinkostenzuschlägen für die Zukunft“
Im Laufe des letzten Jahres haben sich folgende Daten eines Unternehmens, das ein
Produkt bzw. eine Produktgruppe herstellt ergeben:
Fertigungsmaterial: 1.000.000 €, Fertigungskosten: 3.000.000 €, Materialgemeinkosten:
1.500.000 €, Fertigungsgemeinkosten: 6.000.000 €, Verwaltungsgemeinkosten: 1.150.000 €,
Vertriebsgemeinkosten: 2.300.000 €.
Daraus wird folgende Kalkulation erstellt:
Fertigungsmaterial
+ Materialgemeinkosten
= Materialkosten
1.000.000 €
1.500.000 €
2.500.000 €
Fertigungskosten
+ Fertigungsgemeinkosten
= Fertigungskosten
3.000.000 €
6.000.000 €
9.000.000 €
Herstellkosten
+ Verwaltungsgemeinkosten
+ Vertriebsgemeinkosten
= Selbstkosten
11.500.000 €
1.150.000 €
2.300.000 €
14.950.000 €
Nun können die Gemeinkostenzuschläge errechnet werden und im folgenden Jahr bei jeder
einzelnen Kalkulation eingesetzt werden:
Materialgemeinkostenzuschlag: 150 %
Fertigungsgemeinkosten: 200 %
Verwaltungsgemeinkosten: 10 %
Vertriebsgemeinkosten: 20 %.
1.000.000 = 100 %
3.000.000 = 100 %
11.500.000 = 100 %
11.500.000 = 100 %
Bisher wurde im Rahmen einer Kalkulation eine sog. „Kostenträgerrechnung“ durchgeführt.
Es stellt sich nun die Frage, wie festgestellt wurde, wie hoch die Material-, Fertigungs-,
Verwaltungs- und Vertriebsgemeinkosten sind?
Dazu folgende Aufstellung in der die bisher durchgeführte Kalkulation rechts zu finden ist.
Die Herkunft der Materialeinzelkosten ist über die dünnen Linien aus der
Kostenartenrechnung erkennbar. Die dickeren Linien geben Auskunft über die Herkunft der
Gemeinkosten aus dem Betriebsabrechnungsbogen:
Kostenartenrechnung
Erfassungsrechnung
Kostenarten
Mat.-Einzelkosten
Fert.-Einzelkosten
Gemeinkosten
Gemeinkosten
Gemeinkosten
Gemeinkosten
Kostenstellenrechnung
Verteilungsrechnung
Kostenstellen
Mat. Fert. Verw. Vertr.
Betriebsabrechnungsbogen
Kostenträgerrechnung
Vergleichsrechnung
Kostenträger
Materialeinzelkosten
+ Materialgemeinkosten in %
= Materialkosten
Fertigungseinzelkosten
+ Fertigungsgemeinkosten in %
= Fertigungskosten
Herstellkosten
+ Verwaltungsgemeinkosten in %
+ Vertriebsgemeinkosten in %
Selbstkosten
.
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3.2 Betriebsabrechnungsbogen
3.3.1 Grundlagen
Der Betriebsabrechnungsbogen hat die Aufgabe, die Gemeinkosten in eine von vier
Kostenstellen zuzuordnen. Werden die Kosten entsprechend ihrer sachlichen Art unterteilt
z.B. Materialkosten, Werbekosten oder Versicherungskosten, spricht man von der
Kostenartenrechnung. Werden die Kosten entsprechend ihres Entstehungsortes
unterschieden, spricht man von Kostenstellenrechnung. Werden Kosten entsprechend der
Produkte eingeteilt, die im Unternehmen hergestellt werden, dann spricht man von
Kostenträgerrechnung. Der Betriebsabrechnungsbogen verteilt im Rahmen der
Vollkostenrechnung die Gemeinkosten auf die Kostenstellen.
Vorüberlegung 1:
Gemeinkosten sind den produzierten Produkten (= Kostenträger) nicht direkt zurechenbar.
z.B. Personalkosten des Sekretariats, das für das gesamte Unternehmen arbeitet.
Einzelkosten sind den produzierten Produkten direkt zurechenbar.
z.B. Materialpreis für eine Karosserie im Fahrzeugbau.
Vorüberlegung 2:
Da die Gemeinkosten aber auf Kostenträger verteilt werden müssen, werden Kostenstellen
gebildet, die dazu dienen, dieses Ziel zu erreichen.
Vorüberlegung 3:
Die Kostenstellen, die dazu gebildet werden, sind in jedem Unternehmen andere, weil sie
individuell angepasst werden. Um einen auf möglichst viele Unternehmen passenden Ansatz
zu finden, hat man sich auf vier klassische Kostenstellen geeinigt:
Das sind:
Material
Fertigung
Verwaltung
Vertrieb
Die Einzelkosten, also Fertigungsmaterial und Fertigungslöhne, sind Ausgangspunkt für die
Zurechnung der Gemeinkosten. Beispiel:
In einem Unternehmen sind 300.000 € Einzelkosten und 575.000 € Gemeinkosten
angefallen. Im Einzelnen waren das:.
Einzelkosten:
Fertigungsmaterial: 100.000 € (),
Fertigungslöhne: 200.000 € (),
Gemeinkosten:
Materialgemeinkosten 10.000 € ()
Hilfslöhne 40.000 € ()
Verwaltungsgemeinkosten 350.000 € ()
Vertriebsgemeinkosten 175.000 € (
)
Fertigungsmaterial
+ Materialgemeinkosten
= Materialkosten
: 100.000 €
: 10.000 € (10 %)
110.000 €


 Diese
Fertigungslöhne
+ Hilfslöhne
= Fertigungskosten
: 200.000 €
: 40.000 € (20 %)
240.000 €








Materialkosten + Fertigungskosten = Herstellkosten
Herstellkosten
+ Verwaltungsgemeinkosten
+ Vertriebsgemeinkosten
= Selbstkosten
.
350.000 €
: 350.000 € (100 %)
: 175.000 € ( 50 %)
875.000 €
.

Berechnung
wird
auch
Kalkulation
auf
Vollkostenbasis
genannt.
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Die Formeln zur Errechnung der vier Gemeinkostenzuschläge lauten:
Allgemein:
Gemeinkosten x 100
Zuschlagsgrundlage
Materialgemeinkosten x 100
Fertigungsmaterial
Verwaltungsgemeinkosten x 100
Herstellkosten
Fertigungsgemeinkosten x 100
Fertigungslöhne
Vertriebsgemeinkosten x 100
Herstellkosten
Grundsätzlich ist es möglich, mit der Angabe aller Geldbeträge die Zuschlagssätze zu
errechnen, aber auch umgekehrt aus den Zuschlagssätzen die Geldbeträge zu kalkulieren.
Sicher haben Sie sich schon die Frage gestellt, wie die Gemeinkosten sachlich geordnet in
Kostenarten den vier Kostenstellen zugeordnet werden.
Dies erfolgt mit einem Betriebsabrechnungsbogen. Die einfache Form nennt man einstufigen
Betriebsabrechnungsbogen. Unter 3.3.2. finden Sie den mehrstufigen
Betriebsabrechnungsbogen.
Eine detaillierte Betrachtung dieser Kalkulation finden Sie unter Vollkostenkalkulation auf
Seite 9.
3.3.2 Einstufiger Betriebsabrechnungsbogen
Mittels Betriebsabrechnungsbogen erfolgt die Verteilung von Gemeinkosten auf die vier
Kostenstellen: Fertigung, Material, Verwaltung und Vertrieb.
Aufgabe Betriebsabrechnungsbogen (einstufig)
Folgende Gemeinkosten sind auf die vier Kostenstellen des Betriebsabrechnungsbogens zu
verteilen:
Kostenarten:
Energiekosten:
Verteilung:
25.000 kWh 1 : 14 : 4 : 6 (1 kWh = 1 €)
Gehälter:
Material 10.000 €, Fertigung 8.000 €,
Vertrieb 6.000 €, Verwaltg. 6.000 €.
Büromaterialkosten:
Kalkulatorischen
10.000 €: 2 : 2 : 8 : 8 verteilt.
Abschreibungen:
30.000 €: 10 : 18 : 1 : 1.
Fertigungsmaterial:
220.000 €
Fertigungslöhne
100.000 €
Bitte erstellen Sie einen Betriebsabrechnungsbogen (BAB) und errechnen Sie die
Zuschlagssätze.
.
Kostenrechnung / Betriebswirtschaft
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Lösung einstufiger Betriebsabrechnungsbogen
Kostenart
Energie
Gehälter
Büromat.
kalk Abschr
-
€
25.000
30.000
10.000
30.000
95.000
Grundlage
kWh-Zähl.
Gehaltsliste
Verhältnis
Maschinen
-
Schlüssel
1.000 : 14.000 : 4.000 : 6.000
2:2:8:8
10 : 18 : 1 : 1
-
K o s t e n s t e l l e n :
Material Fertigung Verwaltg Vertrieb
1.000,14.000,4.000,6.000,10.000.8.000.6.000,6.000.1.000,1.000,4.000,.
4.000,10.000,18.000,1.000,1.000,22.000,41.000,- 15.000,- 17.000,-
Die Kalkulation, die die durch die Daten des Betriebsabrechnungsbogens möglich wird sie
wie folgt aus:
22.000 x 100
220.000
41.000 x 100
100.000
15.000 x 100
383.000
17.000 x 100
383.000
= 10 % Material
gemeinkostenzuschlag 

= 41 % Fertigungs
gemeinkostenzuschlag 

3,9 % Verwaltungs
gemeinkostenzuschlag 

4,4 % Vertriebs
gemeinkostenzuschlag 

Fertigungsmaterial:
+ Materialgemeinkosten:
= Materialkosten
220.000 €
22.000 €
242.000 €
Fertigungslöhne:
+ Fertigungsgemeinkosten:
= Fertigungskosten:
100.000 €
41.000 €
141.000 €
Herstellkosten:
+ Verwaltungsgemeinkosten:
+ Vertriebsgemeinkosten:
= Selbstkosten:
383.000 €
15.000 €
17.000 €
415.000 €
Als erstes werden die Gemeinkosten entsprechend der Angaben in der Aufgabe auf die
Kostenstellen verteilt.
Die vier Summen werden dann entsprechen der Systematik der Zuschlagkalkulation addiert
und ergeben die Selbstkosten.
3.3.2 Mehrstufiger Betriebsabrechnungsbogen
Ist ein Unternehmen so groß, dass sich die anfallenden Gemeinkosten nicht auf Anhieb und
vollständig auf die vier Kostenstellen „Material“, „Fertigung“, „Verwaltung“ und „Vertrieb“
verteilen lassen, werden Hilfskostenstellen gebildet. Häufig anzutreffende Hilfskostenstelle
sind „Instandhaltung“ „Kantine“ oder „Betriebsarzt“:
Die erstmalige Verteilung der Gemeinkosten auf die Kostenstellen erfolgt genau so, wie dies
in im einstufigen Betriebsabrechnungsbogen der Fall ist. Im zweiten Arbeitsschritt werden
dann die Hilfskostenstellen der Reihe nach aufgelöst und auf die verbleibenden
Kostenstellen verteilt.
Beispiel:
Die Kostenstellen im Unternehmen lauten Material (M), Fertigung (F), Verwaltung (Vw),
Vertrieb (Vt.), Instandhaltung (i) und Betriebsarzt (A).
Energiekosten: gesamt: 26.000 kWh, 1 kWh kostet 0,10 €, der Verbrauch beträgt:
i: 1.000kWh, A: 3.000kWh, M: 6.000kWh, F: 10.000kWh, Vw: 2.000kWh, Vt: 4.000kWh.
Gehälter: i: 3.000 €, A: 6.000 €, M: 9.000 €, F: 6.000 € Vw: 6.000 €, Vt: 6.000 €.
Büromaterialkosten: 2.500 €: i : A : M : F : Vw : Vt = 4 : 1 : 2 : 2 : 8 : 8
Kalkulator. Abschreibungen.: 31.000 €: i : A : M : F : Vw : Vt = 1 : 1 : 10 : 18 : 0,5 : 0,5
.
Kostenrechnung / Betriebswirtschaft
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Die Verteilung der Hilfskosten erfolgt wie folgt:
In der Instandhaltung nach m²
beim Betriebsarzt nach Mitarbeitern.
Die Instandhaltung verursacht 109.500 € Kosten, der Betriebsarzt 11.800 €.
Nutzflächen des Unternehmens (für die Instandhaltung)
A: 200 m ², M: 3.000 m², F: 6.000 m², Vw: 1.000 m², Vt: 1.200 m²
Mitarbeiter im Unternehmen (für den Betriebsarzt)
M: 12, F: 30, Vw: 8, Vt: 3.
In folgender Tabelle sind alle vorgegebenen Daten einmal zusammengeführt:
Betrag:
Energie
Gehälter
Büromat.
Abschr.
Fläche
Kosten*
Mitarb.
0,10/kWh
2.500 €
31.000 €
K o s t e n s t e l l e n
Hilfskostenstellen
H a u p t k o s t e n s t e l l e n
Inst.
Arzt
Material (M)
Fertigung
Verwaltg
Vertrieb
(i)
(A)
(F)
(Vw))
(Vt)
1.000 kWh
3.000 kWh
6.000 kWh
10.000 kWh 2.000kWh
4.000 kWh
3.000 €
6.000 €
9.000 €
6.000 €
6.000 €
6.000 €
4
1
2
2
8
8
1
1
10
18
0,5
0,5
200 m²
3.000 m²
6.000 m²
1.000 m²
1.200 m²
109.500 €
12
30
8
3
11.800 €
Kosten* = Kosten, die die beiden Hilfskostenstelle selbst verursacht haben.
Material, Fertigung, Verwaltung und Vertrieb sind Hauptkostenstellen.
Instandhaltung und Betriebsarzt sind Allgemeine Kostenstellen.
Der Verteilungsschlüssel der Instandhaltung ist die Fläche und umfasst auch die Allgemeine
Kostenstelle 'Betriebsarzt'. Der Verteilungsschlüssel des 'Betriebsarztes' ist die Anzahl der
Mitarbeiter, sie umfasst aber nicht die Allgemeine Kostenstelle 'Instandhaltung’. Dadurch ist
jetzt klar, in welcher Reihenfolge die beiden Allgemeinen Kostenstellen aufgelöst werden.
Kostenst. Beschr. Energie
Gehälter
Büromaterial
Abschreibung
Zw.Summe:
Nutzfläche:
Umlage 1
Mitarbeiter:
Umlage 2
Zw.- Summe
Allgemeine Kostenstelle
Instandhaltg. Betriebsarzt
100 €
300 €
3.000 €
6.000 €
400 €
100 €
1.000 €
1.000 €
4.500 €
109.500€
114.000 € * 7.400 €
11.800 €
200 m²
2.000 €
21.200 € ** Material
600 €
9.000 €
200 €
10.000 €
Hauptkostenstellen
Fertigung
Verwaltung
1.000 €
200 €
6.000 €
6.000 €
200 €
800 €
18.000 €
500 €
Vertrieb
400 €
6.000 €
800 €
500 €
19.800 €
25.200 €
7.500 €
7.700 €
3.000 m²
30.000 €
12
4.800 €
54.600 €
6.000 m²
60.000 €
30
12.000 €
97.200 €
1.000 m²
10.000 €
8
3.200 €
20.700 €
1.200 m²
12.000 €
3
1.200 €
20.900 €
* Zu den 109.500 € der Kosten der Instandhaltung kommen noch die 4.500 € der einstufigen Verteilung
** Zu den 11.800 € der Kosten des Betriebsarztes kommen noch die 7.400 € der einstufigen Verteilung und
weitere 2.000 € der Umlage 1 (Instandhaltung)
.
Kostenrechnung / Betriebswirtschaft
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3.3 Vollkostenkalkulation
Die Materialeinzelkosten (auch Fertigungsmaterial genannt) und Fertigungseinzelkosten
(auch Fertigungslöhne genannt) sowie die vier Gemeinkostenarten ergeben das Schema der
Vollkostenrechnung.
Werden alle Kosten für die Produktion eines Produktes in einem Jahr in eine Kalkulation
zusammengeführt, so nennt man dies Kostenträgerzeitrechnung.
Wird ein Produkt einzeln kalkuliert, spricht man von einer Kostenträgerstückrechnung.
Mathematisch macht es jedoch grundsätzlich keinen Unterschied, ob eine
Kostenträgerzeitrechnung oder eine Kostenträgerstückrechnung durchgeführt wird.
Zusätzlich zu den bisherigen Bestandteilen der Vollkostenrechnung treten jetzt noch
Sondereinzelkosten der Fertigung, Sondereinzelkosten des Vertriebs und
Maschinenstunden hinzu. Die drei Positionen werden wie folgt in die Kalkulation
einbezogen:
Maschinenstunden = Fertigung
Sondereinzelkosten der Fertigung = Fertigung
Sondereinzelkosten des Vertriebs = Vertrieb
Aufgabe Vollkostenrechnung
Bitte führen Sie folgende Kostenträgerstückrechnung durch! (Sondereinzelkosten der
Fertigung und des Vertriebs sind nur bei der Kostenträgerstückrechnung möglich.)
Das Fertigungsmaterial beträgt 1.000 €, die Materialgemeinkosten machen 150 % aus, die
Fertigungslöhne 3.000 €, die Hilfslöhne 200 %, Maschinenbelegungsstunden kosten 100 €,
die Sondereinzelkosten betragen für die Fertigung 15.000 €, für den Vertrieb10.000 €,
Verwaltungsgemeinkosten 100 %, Vertriebsgemeinkosten 50 %.
Lösung Vollkostenrechnung
Fertigungsmaterial
+ Materialgemeinkosten
= Materialkosten
1.000 €
1.500 € (150 %)
2.500 €
Fertigungslöhne
+ Hilfslöhne
+ Maschinenstunden
+ Sondereinzelkosten der Fertigung
= Fertigungskosten
3.000 €
6.000 € (200 %)
100 €
15.000 €
24.100 €
Herstellkosten
+ Verwaltungsgemeinkosten
+ Vertriebsgemeinkosten
+ Sondereinzelkosten des Vertriebs
= Selbstkosten
26.600 €
26.600 € (100 %)
13.300 € ( 50 %)
10.000 €
76.500 €
Fertigungsmaterial (FM / MEK)
Materialgemeinkosten (MGK)
Fertigungslöhne (FL / FEK)
Fertigungsgemeinkosten (FGK)
Sondereinzelkosten der Fertigung
Maschinenkosten
Verwaltungskosten (VWGK)
Vertriebsgemeinkosten
Sondereinzelkosten des Vertriebs
.
Materialkosten
Fertigungskosten
Herstellkosten
Verwaltungsund Vertriebs=
kosten
Selbstkosten
Kostenrechnung / Betriebswirtschaft
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3.3.1 Nachkalkulation
Die Kalkulation (Gemeinkostenzuschläge sind ja bekanntlich aufgrund von Vergangenheitsdaten berechnet) sollten nach der Produktion kontrolliert werden. Möglicherweise ist ja in der
Produktion nicht alles „nach Plan“ gelaufen und Kostenvorgaben wurden überschritten Dies
kann für einen einzelnen Auftrag geschehen oder für eine ganze Abrechnungsperiode.
Aufgabe Nachkalkulation
Folgende Daten liegen Ihnen vor: Links die tatsächlich erfolge Produktion, rechts die durch
Vergangenheits-Daten entstandenen Soll-Daten
Erlöse
MGK
FGK
VWGK
VTGK
FM
FL
Mehrbest.
Minderbest.
Ist-Daten
6.000.000
100.000
300.000
400.000
300.000
2.000.000
3.000.000
400.000
-
Zuschläge:
MGK
FGK
VWGK
VTGK
Soll-Daten
6%
9%
7%
8%
Die zum Inventurzeitpunkt festgestellten:
Mehrbestände = Bestand an fertigen Waren sind höher als bei der letzten Inventur
oder
Minderbestände = Bestand an fertigen Waren sind niedriger als bei der letzten Inventur
werden folgendermaßen berücksichtigt: Mehrbestände werden von den Kosten abgezogen,
weil die Absatzzahlen geringer sind als die Verkaufszahlen. Minderbestände werden zu den
Kosten hinzugerechnet, weil den Absatzzahlen größer sind, als die Herstellungszahlen.
So wird in beiden Fällen sichergestellt, dass den Produktionszahlen ebenso hohe
Verkaufszahlen gegenüberstehen.
Lösung Nachkalkulation
FM
+ MGK
= MK
IST
IST
2.000.000 €
100.000 € 5 %
2.100.000 €
SOLL
SOLL +Überdeckung, -Unterdeckung
2.000.000 €
120.000 € 6 %
+ 20.000 €
2.120.000 €
FL
+ FGK
= FK
3.000.000 €
300.000 € 10 %
3.300.000 €
3.000.000 €
270.000 € 9 %
3.270.000 €
HK d. Fertig.
+ Minderbestand
- Mehrbestand
= HK d. Umsatzes
+ VWGK
+ VTGK
= SK
- Erlöse
Umsatzergebnis:
5.400.000 €
5.390.000 €
- 400.000 €
5.000.000 €
400.000 € 8 %
300.000 € 6 %
5.700.000 €
6.000.000 €
= 300.000 €
- 400.000 €
4.990.000 €
349.300 € 7 %
399.200 € 8 %
5.738.500 €
6.000.000 €
=261.500 €
+ 38.500 € 
= 300.000 €
.
- 30.000 €
- 50.700 €
+ 99.200 €
= 38.500 €
 Ist < Soll = Überdeckung
Kostenrechnung / Betriebswirtschaft
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3.3.2 Kostenträgerstückrechnung (mit Verkaufskalkulation)
Die Kostenträgerstückrechnung ist als Vollkostenrechnung genauso genommen einer
Kostenträgerzeitrechnung sehr ähnlich. Einziger Unterschied ist, dass nicht die Kosten, die
während einer Zeitperiode angefallen sind berechnet werden, sondern jene Kosten, die ein
Stück in der Produktion verursacht haben.
Die Verkaufskalkulation setzt die Kostenträgerstückrechnung fort:
Mit der Vollkostenkalkulation errechnet man die Selbstkosten eines Produktes. Dabei besteht
die Möglichkeit, einen Gewinn einzukalkulieren, dies erfolgt jedoch nicht in jedem Fall.
Zweck der Verkaufskalkulation ist die Ermittlung des Angebotspreises.
Aufgabe zur Verkaufskalkulation
Es liegen folgende Daten vor: Selbstkosten von 7.450 €. Bitte errechnen Sie den Listenpreis,
wenn 2 % Kundenskonto, 3 % Vertreterprovision und 6 % Kundenrabatt.
Lösung Verkaufskalkulation
Selbstkosten:
+ 2 % Kundenskonto
+ 3 % Vertreterprovision
= Zielverkaufspreis
+ 6 % Kundenrabatt
= Listenpreis
7.450,00 €
156,84 €
235,26 €
7.842,10 €
500,56 €
8.342,66 €
↓
↓
95 %
2%
3%
100 %
↓
94 %
6%
100 %
Zur Erklärung: Die 7.450,00 € entsprechen 95 %, gesucht sind 2 % bzw. 3 %.
Diese Rechnung wird 'im Hundert' genannt. So wird der Betrag von 7.450 € durch
95 dividiert und mit 2 multipliziert um den Kundenskonto zu errechnen / bzw. mit 3
multipliziert, um zur Vertreterprovision zu errechnen.
Der Zielverkaufspreis wird entsprechend mit 94 dividiert und mit 6 multipliziert, um zum
Listenpreis zu gelangen.
Der Grund dieser Berechnungsmethode:
Der Kunde hat die Preisliste in Händen und soll sich mit einer einfachen Prozentrechnung:
(Listenpreis - 5 % Rabatt = Überweisungsbetrag) ausrechnen können, wie teuer sein Produkt
nach Abzug des Rabattes wird.
Das ist nur möglich, wenn die im-Hundert-Rechnung durchgeführt wird.
Komplett-Aufgabe: Vollkosten-Kalkulation mit Verkaufs-Kalkulation mit
nachträglich niedrigerem Verkaufspreis
Ein Unternehmen weist folgende Kosten auf: Fertigungsmaterial 10.000 €, es wird mit einem
Maschinenstundensatz von 66,67 € gerechnet, die Maschine wird 1:30 h in Anspruch
genommen. Die Materialgemeinkosten betragen 2.500 €. Die Fertigungslöhne betragen
8.000 €, Fertigungsgemeinkostensatz: 120 %. Es wird eine besondere
Konstruktionszeichnung, die 800 € kostet, erstellt. Die Verwaltungsgemeinkosten betragen
56 %, die Vertriebsgemeinkosten 30 %. Es fielen für diesen Auftrag noch Reisekosten in
Höhe von 2.340 € an. Als Gewinn werden 8 % eingeplant. Kundenskonto 3%,
Vertreterprovision 5 %,Kundenrabatt 10 %.
.
Kostenrechnung / Betriebswirtschaft
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Die Daten werden als erstes geordnet:
Kostenkalkulation:
- Fertigungsmaterial 10.000 €
- Materialgemeinkosten 2.500 €
- Maschinenstundensatz von 66,67 € (1:30 h)
- Fertigungslöhne 8.000 €
- Fertigungsgemeinkostensatz: 120 %
- Sondereinzelkosten der Fertigung: Konstruktionszeichnung 800 €
- Verwaltungsgemeinkosten 56 %
- Vertriebsgemeinkosten 30 %
- Sondereinzelkosten des Vertriebs: Reisekosten 2.340 €
Verkaufskalkulation:
- Gewinn 8 %
- Kundenskonto 3%
- Vertreterprovision 5 %
- Kundenrabatt 10 %.
Dann kann die Kalkulation aufgestellt werden:
FM
+ MGK
= MK
10.000,00 €
2.500,00 €
12.500,00 €
100 %
+ 25 %
= 125 %
FL
+ FGK
+ Masch.-std.
+ SEK Fertig.
= FK
8.000,00 €
9.600,00 €
100,00 €
800,00 €
18.500,00 €
100 %
+ 120 %
MK+FK= HK
+ VWGK
+ VTGK
+ SEK Vertr.
= Selbstkosten
+ Gewinn
= Barverkaufspreis
+ Ku.-Skonto
+ Vertr.-prov.
= Zielverkaufspreis
+ Kundenrabatt
= Listenpreis
31.000,00 €
17.360,00 €
9.300,00 €
2.340,00 €
60.000,00 €
4.800,00 €
64.800,00 €
2.113,04 €
3.521,74 €
70.434,78 €
7.826,09 €
78.260,87 €
100 %
+ 56 %
+ 30 %
.
= 220 %
= 186 %
100 %
+ 8%
= 108 %
92 %
+ 3%
+ 5%
= 100 %
90 %
+ 10 %
= 100 %
Kostenrechnung / Betriebswirtschaft
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Aufgabe Differenzkalkulation:
Ein Hersteller von Produktionsmaschinen kommt mit seiner Kalkulation zu folgendem
Ergebnis:
= Selbstkosten
+ Gewinn
= Barverkaufspreis
+ Ku.-Skonto
+ Vertr.-prov.
= Zielverkaufspreis
+ Kundenrabatt
= Listenpreis
60.000,00 €
4.800,00 €
64.800,00 €
2.113,04 €
3.521,74 €
70.434,78 €
7.826,09 €
78.260,87 €
100 %
+ 8%
= 108 %
90 %
+ 10 %
= 100 %
92 %
+ 3%
+ 5%
= 100 %
Der Kunde akzeptiert jedoch nur einen Listenpreis von 75.000 €. Welcher Gewinn wird dem
Unternehmen bleiben?
Lösung: Differenzkalkulation:
Ausgehend vom Listenpreis wird nun mit den Angaben: Kundenrabatt 10%,
Vertreterprovision: 5 %, Kundenskonto 3 % bis zum Barverkaufspreis gerechnet. Die
Differenz des Barverkaufspreises mit dem Selbstkostenpreis ist der verbleibende Gewinn. In
der Lösung kursiv angegebenen Angaben sind die zu errechnenden Daten.
↓
↑
↑
↑
↑
↑
↑
= Selbstkosten
+ Gewinn
= Barverkaufspreis
+ Ku.-Skonto
+ Vertr.-prov.
= Zielverkaufspreis
+ Kundenrabatt
= Listenpreis
↓
↑
↑
↑
↑
↑
↑
60.000,00 €
2.100,00 €
62.100,00 €
2.025,00 €
3.375,00 €
67.500,00 €
7.500,00 €
75.000,00 €
100 %
3,5 %
103,5 %
90 %
+ 10 %
= 100 %
LöSUNG
92 %
+ 3%
+ 5%
= 100 %
↓
↑
↑
↑
↑
↑
↑
3.4 Divisionskalkulation:
(einstufig, zweistufig, mehrstufig)
Die Divisionskalkulation wird angewendet, wenn es sich um ein
Ein-Produkt-Unternehmen handelt. Folgende Formen werden dabei unterschieden:
3.4.1 Einstufige Divisionskalkulation
Dem Ein-Produkt-Unternehmen entstehen keine Bestandsveränderungen durch ein Lager
von Fertigprodukten z.B. Betonmisch-Betriebe oder Elektrizitätswerk.
.
Kostenrechnung / Betriebswirtschaft
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Aufgabe Divisionskalkulation, einstufig
Bitte errechnen Sie die Kosten für das folgende Betonmischwerk:
Materialkosten
1.000.000 €
Personalkosten
2.300.000 €
Verwaltungskosten
560.000 €
Vertriebskosten
1.200.000 €
Abschreibungen
500.000 €
Produktionsmenge:
10.000.000 m³
Lösung Divisionskalkulation, einstufig
Kostenart
Materialkosten
Personalkosten
Verwaltungskosten
Vertriebskosten
Abschreibungen
Summe:
Produktionsmenge:
1.000.000 €
2.300.000 €
560.000 €
1.200.000 €
500.000 €
5.560.000 €
10.000.000 m³
Kosten
Produktionsmenge
5.560.000
10.000.000
= 0,556 €/ m³
Warum gibt es hier keine Zuschläge zu den aufgeführten Kosten?
Zuschläge sind deswegen völlig überflüssig, weil es keine Gemeinkosten geben kann in
einem Ein-Produkt-Unternehmen. Alle Kosten sind einem Produkt zurechenbar.
3.4.2 Zweistufige Divisionskalkulation
Dem Ein-Produkt-Unternehmen entstehen - anders, als bei der einstufigen
Divisionskalkulation - auch ein Lager an fertigen und / oder unfertigen Produkten. Dabei
werden die Herstellkosten (Material- und Fertigungskosten) auf die hergestellten Produkte
verteilt und die Verwaltungs- und Vertriebskosten auf die verkauften Produkte.
Aufgabe Divisionskalkulation, zweistufig
Die Gesamtkosten eines Unternehmens betrugen 60.000 € (davon 10.000 € Verwaltungsund Vertriebskosten). Es wurden 10.000 Liter produziert und 8.000 Liter verkauft. Die
Produktion besteht ausschließlich aus einem Produkt.
Lösung Divisionskalkulation, zweistufig
Die Gesamtkosten eines Unternehmens betrugen 60.000 €.
10.000 € Verwaltungs- und Vertriebskosten und 50.000 € Produktionskosten
10.000 Liter Produktion („zugehörig“ = 50.000 € Produktionskosten)
8.000 Liter Verkauf
(„zugehörig“ = 10.000 € Verwaltungs- und Vertriebskosten)
Herstellkosten
Verwaltungs- und Vertriebskosten
Gesamtkosten:
50.000 €
10.000 €
60.000 €
Herstellkosten für (hergestellte) 10.000 Liter:
50.000 € / 10.000 Liter =
5,00 €
Verwaltungs- und Vertriebskosten für (verkaufte) 8.000 Liter:
10.000 € / 8.000 Liter =
1,25 €
Gesamtkosten für 1 Liter (5,00 € + 1,25 €)
6,25 €
.
Kostenrechnung / Betriebswirtschaft
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3.5 Äquivalenzziffernkalkulation
Die Äquivalenzziffernkalkulation ist eine Variante der Divisionskalkulation. Sie wird
angewendet, wenn ein Unternehmen nicht ein Produkt (wie bei der Divisionskalkulation)
herstellt, sondern verschiedene Produkte einer Sorte herstellt.
Die Äquivalenzziffernkalkulation wird durchgeführt, wenn:
- aus einem einheitlichen Ausgangsprodukt
- ähnliche Fertigungsprozess
- mit unterschiedlichen Zutaten / Einbauteilen
- mit unterschiedlichen Fertigungszeiten
- und auf gleichartigen oder den gleichen Fertigungsanlagen
produziert wird. (z.B.: Brauerei, Ziegelwerk, Zigarettenfabrik)
Beispiel:
Sorte Äquivalenzziffer Aussage
A
B
C
0,90
1,00
1,30
Die Kosten der Sorte A sind um 10 % niedriger, als Sorte B
Das Hauptprodukte erhält die Kennziffer 1,00
Die Kosten der Sorte C ist um 30 % höher, als Sorte B
Aufgabe Äquivalenzziffernkalkulation
(mit Angabe der Äquivalenzziffern)
Einem Unternehmen entstehen Gesamtkosten von 201.600 €. Hergestellt wurden 100.000
Stück vom Produkt A, 120.000 Stück vom Produkt B und 60.000 Stück vom Produkt C. Die
Äquivalenzziffern entsprechen dem oben aufgeführten Beispiel.
Lösung Äquivalenzziffernkalkulation
Sorten:
A
B
C
-
(a)
Stück
(b)
ÄZ
(c)
(d)
Recheneinheit Kosten je Sorte
100.000
0,9
90.000
63.000 €
120.000
1,0
120.000
84.000 €
60.000
1,3
78.000
54.600 €
280.000
201.600 €
288.000
. Kosten je Recheneinheit: 201.600 : 288.000 = 0,70 €
Rechenweg:
Die kursiv eingetragenen Daten sind zu berechnen.
. Multiplikation der Stück mit den Äquivalenzziffern = Recheneinheit
. Errechnung der Summe der Recheneinheiten.
. Division der Gesamtkosten durch die Summe der Recheneinheiten.
. Multiplikation der 'Kosten je Recheneinheit' mit der Recheneinheit
. Division der Kosten je Sorte mit der Stückzahl.
.
(e)
Kosten je Stück
0,63 €
0,70 €
0,91 €
-
Kostenrechnung / Betriebswirtschaft
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4. Teilkostenrechnung
4.1 Grundlagen
In der Deckungsbeitragsrechnung wird zwischen fixen Kosten und variablen Kosten
unterscheiden.
Fixe Kosten - also Kosten, die auch dann noch anfallen, wenn nicht produziert wird .
Variable Kosten - also Kosten, die sich in dem Maße verändern, wie sich die Produktion
verändert .
Sie erinnern sich: Einzelkosten und Gemeinkosten sind das große Unterscheidungsmerkmal
von Kosten in der Vollkostenrechnung!
Einfaches Berechnungsbeispiel:
Erlöse
- variable Kosten
Deckungsbeitrag
- Fixe Kosten
= Ergebnis
Produkt I
345.000 €
- 120.000 €
225.000 €
- 200.000 €
+ 25.000 €
Produkt II
540.000 €
- 400.000 €
140.000 €
- 200.000 €
- 60.000 €
4.1.1 Vorüberlegung 1: Kapazität und Beschäftigungsgrad
Die Kapazität ist die maximale Produktionsmenge in einer festgelegten Zeit. Der
Beschäftigungsgrad ist die prozentuale Auslastung dieser Kapazität:
Beispiel:
125.000 Liter Produktion (maximal), tatsächliche Produktion 95.500 Liter. Dies entspricht
einem Kapazitätsauslastungsgrad von 76,4 %
4.1.2 Vorüberlegung 2: Fixe und Variable Kosten – Kostenauflösung
Sind fixe Kosten und variable Kosten nicht voneinander getrennt, sind sie bei vorliegen
folgender Angaben mathematisch zu zerlegen.
Aufgabe Fixe und Variable Kosten - Kostenauflösung
Produktionsmenge Gesamtkosten
März:
16.000
183.200
April:
10.000
152.000
die variablen Kosten betragen 5,20 €.
Wie hoch sind die fixen Kosten / variablen Kosten? Wie hoch ist die jeweilige
Kapazitätsauslastung bei der Produktionskapazität von 19.000 Stück?
Lösung Fixe und Variable Kosten - Kostenauflösung
Produktionsmenge Gesamtkosten
März:
16.000
183.200
April:
10.000
152.000
Variable Kosten 5,20 €.
16.000 x 5,20 € = 83.200 € variable Kosten:
Gesamtkosten 183.000 € minus variable Kosten 83.000 = fixe Kosten 100.000 €
10.000 x 5,20 € = 52.000 € variable Kosten:
Gesamtkosten 152.000 € minus variable Kosten 52.000 = fixe Kosten 100.000 €
Die Kapazitätsauslastung im März beträgt 84,2 %, im April 52,6 %
.
Kostenrechnung / Betriebswirtschaft
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4.2 Break-Even-Point (Kosten-Nutzen-Schwelle bzw. Gewinnschwelle)
Unter dem Break-Even-Point wird jene Produktions- bzw. Absatzmenge verstanden, bei der
die Erlöse die Kostenhöhe erreichen:
Kosten
max
Erlöse
gesamte Kosten
Break-Even-Point
(Kosten-Nutzen-Schwelle)
varialbe Kosten, gesamt
fixe Kosten, gesamt
variable Kosten / Stück
min
max Produktionsmenge
Fixe Kosten / Stück
Erlöse:
Steigen grundsätzlich proportional zum Absatz. (Rabatte beachten)
Variable Kosten, gesamt
Sind die kumulierten Kosten, die nur dann entstehen, wenn auch produziert wird.
Variable Kosten / Stück
Bleiben grundsätzlich unverändert bei unterschiedlichen hoher Produktion.
Fixe Kosten
Fallen in gleicher Höhe an, gleichgültig, wie viel bzw. ob produziert wird, oder nicht.
Fixe Kosten / Stück
Die gesamten fixen Kosten verteilen sich bei zunehmender Produktion auf eine immer
größere Menge und sinken deshalb degressiv. (Siehe Seite 15)
Break-Even-Point
Ist der Punkt, d.h. die Absatzmenge und zugleich die Kostenhöhe, bei der die Erlöse den
Kosten entsprechen. Bei Überschreitung dieses Punkts und Verkauf eines Produktes mehr
wird ein Gewinn erwirtschaftet.
Beispiel zur Fixkostendegression:
Produktion
1
2
5
10
100
200
300
400
500
Fixe Koste ges.
250.000 €
250.000 €
250.000 €
250.000 €
250.000 €
250.000 €
250.000 €
250.000 €
250.000 €
Fixe Kosten/St.
250.000 €
125.000 €
50.000 €
25.000 €
2.500 €
1.250 €
~ 833 €
625 €
500 €
Variable Kost./St.
1.200 €
1.200 €
1.200 €
1.200 €
1.200 €
1.200 €
1.200 €
1.200 €
1.200 €
Ges.-Kost./Stck.
251.200 €
126.200 €
51.200 €
26.200 €
3.700 €
2.450 €
2.033 €
1.825 €
1.700 €
Die hier grafisch dargestellte Erreichung des Break-Even-Points kann rechnerisch
folgendermaßen ermittelt werden:
Fixe Kosten
Deckungsbeitrag je Stück
Oder (nächste Seite)
.
Kostenrechnung / Betriebswirtschaft
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Umsatzerlöse = Kosten, fix + Kosten, variabel
Die Erklärung bzw. Berechnung des Begriffs Deckungsbeitrag:
Erlöse = Geld, das das Unternehmen für den Verkauf seiner Produkte erwirtschaftet
Preis = in der Kostenrechnung entspricht der Preis dem Erlös
Deckungsbeitrag = Differenz zwischen Erlösen und variablen Kosten
Aufgabe Break-Even-Point und kritische Menge
Bei welcher Menge liegt der Break-Even-Point in den beiden folgenden Situationen?
Angabe:
Preis
variable Kosten je Stück
Fixe Kosten
Unternehmen A
80 €
60 €
120.000 €
Unternehmen B
90 €
60 €
120.000 €
Lösung Aufgabe Break-Even-Point und kritische Menge
Preis:
- variable Kosten je Stück
= Deckungsbeitrag je Stück:
Break-Even-Point
A:
80 €
- 60 €
= 20 €
B:
90 €
- 60 €
= 30 €
120.000 €
20 €
120.000 €
30 €
= 6.000 St.
= 4.000 St.
Weitere Aufgabe zum Break-Even-Point
Ein Unternehmen steht vor der Entscheidung, eine Erweiterungsinvestition durch zu führen.
Zur Auswahl stehen zwei Maschinen: Maschine 1 hat einen Anschaffungspreis von 100.000
€, die variablen Kosten je hergestelltem Stück sind 45 €. Maschine 2 hat einen
Anschaffungspreis von 140.000 €, die variablen Kosten je hergestelltem Stück sind 35 €. Ab
welcher Produktionsmenge arbeitet Maschine B kostengünstiger als Maschine A?
Maschine:
Anschaffungspreis:
Variable Kosten je Stück
A
100.000 €
45 €
B
140.000 €
35 €
Lösung: Am schnellsten gelangt man zur Lösung, wenn man eine Gleichung ansetzt:
100.000 + 45X = 140.000 + 35X
Erklärung:
Links: 100.000 € fixe Kosten + Produktionsmenge x variable Kosten von 45 € je Stück
Rechts: 140.000 € fixe Kosten + Produktionsmenge x variable Kosten von 35 € je Stück
X = Produktionsmenge
100.000 + 45X = 140.000 + 35 X
45 X = 40.000 + 35 X
10 X = 40.000
X = 4.000



Kontrollrechnung:
100.000 + (4.000 x 45) = 280.000 €
140.000 + (4.000 x 35) = 280.000 €
.
- 100.000
- 35 X
:10
Kostenrechnung / Betriebswirtschaft
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Gesetz der Massenproduktion
Unter dem Gesetz der Massenproduktion wird vor allem die Reduzierung der fixen Kosten je
Stück bei steigender Produktion verstanden. (= Fixkostendegression) verstanden.
Betriebliche Anpassungsmaßnahmen
Anpassungsmaßnahmen bei steigendem oder sinkendem Verkauf können die Anpassungen
auf folgende Arten und Weisen erfolgen:
Quantitative Anpassung = Reduzierung der Kapazität
Zeitliche Anpassung = Herabsetzung der Arbeitszeit
Intensitätsmäßige Anpassung = Herabsetzung der Arbeitsgeschwindigkeit
Kostenremanenz
Unter Kostenremanenz versteht man die verzögerte Reaktion der Kosten auf betriebliche
Anpassungsmaßnahmen. Speziell bei Verringerung der Ausbringungsmenge bleiben
manche Kosten zunächst bestehen (z.B. wegen Kündigungsfristen), so dass die Stückkosten
relativ höher ausfallen.
4.3 Gewinnschwelle
Aufgabe Gewinnschwelle
Die Erlöse je Stück
=
250 €
Die Variablen Kosten je Stück
=
140 €
Fixe Kosten
=
110.000 €
Bei welcher Menge liegt die Gewinnschwelle (Break-Even-Point)
Lösung Gewinnschwelle
Die Erlöse je Stück
Die Variablen Kosten je Stück
Fixe Kosten
=
250 €
=
140 €
= 110.000 €
Erlöse / Stück
- variable Kosten / Stück
= Deckungsbeitrag / Stück
=
=
Fixe Kosten
Deckungsbeitrag
110.000
110
250 €
140 €
110 €
= 1.000 Stück
Bitte beachten Sie folgende Frage-Variante zu dieser Aufgabe:
Ab welcher Absatzmenge erwirtschaftet das Unternehmen einen Gewinn?
Antwort: ab 1.001 Stück!
4.4 Preisuntergrenzen
Die Preisuntergrenze ist jener Preis, der erzielt werden muss, damit kein Verlust
erwirtschaftet wird. Die Preisuntergrenze kann auf drei unterschiedliche Arten und Weisen
festgelegt werden: Kostenbestimmt, Erfolgsbestimmt, Liquiditätsbestimmt.
4.4.1 Preisuntergrenzen, kostenbestimmt
Aufgabe Preisuntergrenzen, kostenbestimmt
Kapazität 25.000 Stück
Variable Kosten je Stück 34 €
Fixe Kosten = 250.000 €
Preis = 48 €
Wo liegt die kurzfristige Preisuntergrenze?
Wo liegt die langfristige Preisuntergrenze?
Wo liegt der Break-Even-Point?
.
Kostenrechnung / Betriebswirtschaft
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Lösung Preisuntergrenzen, kostenbestimmt
Erlös / Stück:
variable Kosten / Stück
Deckungsbeitrag
Fixe Kosten:
DB / Stück:
48 €
34 €
14 €
250.000
14.
= 17.858 Stück
Deckungsbeitrag je Stück = 14 €
Kurzfristige Preisuntergrenze = 34 €, weil so die variablen Kosten gedeckt sind.
Langfristige Preisuntergrenze = 48 €, weil so fixe und variable Kosten gedeckt sind.
Break-Even-Point = rechnerisch bei 17.857,1 Stück. Also wird bei einer Produktion von
17.858 Stück oder mehr ein Gewinn erwirtschaftet.
Bitte beachten Sie unbedingt folgende Sachverhalte zum Thema kurzfristige
und langfristige Preisuntergrenzen:
Die Sichtweise, dass die kurzfristige Preisuntergrenze bei 34 € liegt, unterstellt, dass die
fixen Kosten keine regelmäßig fälligen Zahlungen enthalten. Existieren diese jedoch, wie z.B.
bei der Miete, müssen jene Teile der fixen Kosten doch gedeckt sein. In diesem Fall muss
die liquiditätsbestimmte Preisuntergrenze (4.4.3. [Liquiditätsbestimmte Preisuntergrenze] S.
26) ermittelt werden.
4.4.2 Preisuntergrenzen, erfolgsbestimmt
Aufgabe Preisuntergrenzen, erfolgsbestimmt
Kapazität 25.000 Stück, Variable Kosten je Stück 34 €, Fixe Kosten = 250.000 €
Wo liegt die erfolgbestimmte Preisuntergrenze bei einer Produktionsmenge von:
10.000 Stück, 15.000 Stück, 20.000 Stück, 25.000 Stück
Lösung Preisuntergrenze, erfolgsbestimmt:
Die erfolgsbestimmte Preisuntergrenze muss mindestens allen Kosten entsprechen.
Vorzugsweise hat dieser Preis noch mit einem Gewinn-Aufschlag versehen werden.
Formel:
Fixe Kosten
Stück
+ Kosten, variabel
Lösung 10.000 Stück:
250.000
10.000
= 25,00 € + 34,00 € = 59,00 €
Lösung 15.000 Stück:
250.000
15.000
= 16,67 € + 34,00 € = 50,67 €
Lösung 20.000 Stück:
250.000
20.000
= 12,50 € + 34,00 € = 46,50 €
Lösung 25.000 Stück:
250.000
25.000
.
= 10,00 € + 34,00 €
= 44,00 €
Kostenrechnung / Betriebswirtschaft
Seite 26 / 30
4.4.3 Preisuntergrenze, liquiditätsbestimmt
Aufgabe Preisuntergrenze, liquiditätsbestimmt
Wo liegt die liquiditätsbestimmte Preisuntergrenze
Kapazität 25.000 Stück
Variable Kosten je Stück 34 € (alle Kosten führen zu Liquiditätsabfluss)
Fixe Kosten = 250.000 € (50.000 € führen zu Liquiditätsabfluss)
Wo liegt die erfolgsbestimmte Preisuntergrenze bei einer Produktionsmenge von:
10.000 Stück, 15.000 Stück, 20.000 Stück, 25.000 Stück
Lösung Preisuntergrenze, liquiditätsbestimmt:
Formel:
Liquiditätsrelevante Kosten*
Stück
+ Kosten, variabel
* =Liquiditätsrelevante Kosten sind alle Kosten, die durch regelmäßige Auszahlungen
(= Banküberweisungen) bestritten werden.
10.000 Stück:
50.000
10.000
= 5,00 € + 34,00 € = 39,00 €
15.000 Stück:
50.000
15.000
= 3,33 € + 34,00 € = 37,33 €
20.000 Stück:
50.000
20.000
= 2,50 € + 34,00 € = 36,50 €
25.000 Stück:
,
50.000
25.000
= 2,00 € + 34,00 € = 36,00 €
4.5 Zusatzaufträge
Aufgabe Zusatzaufträge
Ein Unternehmen verkauft seine Produkte zu einem Preis von 48 €, die fixen Kosten
betragen 250.000 €, die variablen Kosten je Stück betragen 34 €, der Absatz beträgt 20.000
Stück. Unter diesen Bedingungen erhält das Unternehmen einen Auftrag von 1.000 Stück zu
einem Preis von 36 €. Lohnt es, den Auftrag anzunehmen?
Lösung Zusatzaufträge
Ohne den Zusatzauftrag ergibt sich folgendes Bild:
Erlös / Stück:
variable Kosten / Stück
Deckungsbeitrag
48 €
34 €
14 €
Erlös, gesamt: 20.000 x 48 €
960.000 €
- Variable Kosten: 20.000 x 34 €
- 680.000 €
= Deckungsbeitrag:
280.000 €
- fixe Kosten:
- 250.000 €
= Ergebnis / Gewinn
30.000 €
Das Unternehmen erwirtschaftet also einen Gewinn von 30.000 €. Die fixen Kosten sind
gedeckt. Für den Zusatzauftrag gilt:
.
Kostenrechnung / Betriebswirtschaft
Erlös / Stück:
variable Kosten / Stück
Deckungsbeitrag
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36 €
34 €
2€
Erlös, gesamt: 1.000 x 36 €
- Variable Kosten: 1.000 x 34 €
= Deckungsbeitrag:
- fixe Kosten (bereits gedeckt)
= Ergebnis / Gewinn
36.000 €
- 34.000 €
2.000 €
0€
2.000 €
Lösung: Es lohnt sich, den Zusatzauftrag anzunehmen, weil dadurch der Gewinn um 2.000
€ steigt. (Die variablen Kosten sind durch den Verkaufserlös von 36 € gedeckt. Der Gewinn
steigt um 2 € je verkauftem Stück.)
Dies ist jedoch nur die kostenrechnerische Sicht des Problems, es besteht nämlich die
Gefahr, dass sich unter den Kunden, die bisher 48 € bezahlt haben, die Nachricht verbreitet,
dass es die gleiche Leistung auch schon für 36 € erbracht wurde. Dies wird sich verheerend
für zukünftige Verkaufsgespräche mit Kunden auswirken, die bisher 48 € bezahlt haben.
4.6 Eigenfertigung oder Fremdbezug
Zur Berechnung, ob Eigenfertigung oder Fremdbezug vorteilhafter ist, müssen die
Beschaffungspreise des Fremdbezugs mit den Produktionskosten verglichen werden. Bitte
beachten Sie, dass bei Einstellung der Produktion zugunsten des Fremdbezugs nicht alle
Kosten wegfallen. Die Verwaltungs- und Vertriebskosten u.U. sogar Teile der
Produktionsfixen Kosten (in Aufgaben stets angegeben) sinken bei Produktionseinstellung
nicht.
Aufgabe Eigenfertigung oder Fremdbezug
Ein Unternehmen stellt Zubehörteile her, die auch zu 310 € fremd bezogen werden könnten.
Die Daten zur Eigenfertigung lauten: Fertigungsmaterial: 100 €, Fertigungslöhne: 120 €,
Materialgemeinkosten 20 %,
Fertigungsgemeinkosten: 166 2/3 %,
Verwaltungs- und Vertriebsgemeinkosten: 100 €. Von den aufgeführten Produktionskosten
sind folgende Anteile fix:
- Materialgemeinkosten: 50 %
- Fertigungsgemeinkosten: 120 €
- Verwaltungs- und Vertriebsgemeinkosten: 90 %
Lohnt es sich die eigene Produktion einzustellen und Zubehörteile fremd zu beziehen? Bitte
führen Sie auch Argumente an, die gegen eine Einstellung der Eigenproduktion sprechen
würden.
Lösung Aufgabe Eigenfertigung oder Fremdbezug
FM
+ MGK
MK
Gesamtkosten
100,00 €
20,00 €
120,00 €
FL
+ FGK
FK
120,00 €
200,00 €
320,00 €
120,00 €
MK + FK = HK
+ VW- und VTGK
Selbstkosten
440,00 €
100,00 €
540,00 €
130,00 €
90,00 €
220,00 €
.
davon fix
10,00 €
Kostenrechnung / Betriebswirtschaft
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Lösung:
die Eigenproduktion verursacht Kosten von 540 €, davon sind 220 € fix. Der Fremdbezug
verursacht Kosten von 310 €. Um feststellen zu können, ob die Eigen-fertigung oder der
Fremdbezug günstig ist, müssen dem Fremdbezug die fixen Kosten der Eigenerstellung
hinzugerechnet werden. Der Grund ist, dass die fixen Kosten der Eigenfertigung auch nach
einem eventuellen Fremdbezug bestehen bleiben:
Kosten der Eigenfertigung: 540 €
Kosten des Fremdbezugs: 310 € + 220 € = 530 €
Aus kostenrechnerischer Sicht lohnt es sich, die Eigenproduktion einzustellen und die zu
fertigenden Teile fremd zu beziehen!
Folgende Gründe können gegen einen kostenrechnerischen Entscheid sprechen:
- Qualitätsansprüche des Unternehmens:
Übersteigen die Kosten der Eigenfertigung die Kosten des Fremdbezugs, können
vom Lieferanten nicht erfüllbaren Qualitätsansprüche Grund sein, die Teile
dennoch selbst zu erstellen.
- Geheimhaltung:
Möglicherweise wären beim Fremdbezug auch Wettbewerber in der Lage, indirekt
Einblicke in die eigene Verkaufsmenge zu bekommen.
- Beschäftigungslage und Flexibilität:
Die Beschäftigungslage der eignen Mitarbeiter oder auch der Erhalt der eigenen
Flexibilität können Gründe sein, die Eigenfertigung auch bei höheren Kosten
aufrecht zu erhalten.
4.7 optimales Produktionsprogramm
Übersteigen die Produktionsplanungen des Unternehmens die eigenen Kapazitäten, ist die
Deckungsbeitragsrechnung eine Möglichkeit, kostenrechnerisch festzustellen, auf welche
Produktion das Unternehmen verzichten sollte. Darüber hinaus kann die
Deckungsbeitragsrechnung eine feste Rangfolge der Produktionsaufträge festlegen helfen:
Produkte, die einen hohen Deckungsbeitrag aufweisen werden hiernach zuerst produziert,
Produkte mit geringem später. Dazu folgende Aufgabe:
Aufgabe optimales Produktionsprogramm
Bitte errechnen Sie das optimale Produktionsprogramm: Hergestellt werden drei Produkte,
die Verkaufspreise betragen: A: 200 €, B: 300 € und C: 250 €. Die variablen Kosten
betragen: A: 150 €, B: 200 €, C: 140 €. Die angestrebte Absatzmengen sind: A: 1000 Stück,
B: 2000 Stück und C: 3000 Stück. Die Produktionsdauer: A: 12 min. B: 14 min, C: 8 min. Die
fixen Kosten betragen: 120.000 €, die Kapazität der Maschine beträgt: 63.000 min.
.
Kostenrechnung / Betriebswirtschaft
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Lösung Aufgabe optimales Produktionsprogramm
In eine Tabelle übertragen ergibt sich folgendes Bild.
Preis
variable Kosten
max. Absatz
Produktionsdauer
Fixe Kosten
Kapazität
Produkt A
200 €
150 €
1.000 Stück
12 min


Produkt B
300 €
200 €
2.000 Stück
14 min
120.000 €
63.000 min
Produkt C
250 €
140 €
3.000 Stück
8 min
1. Lösungsteil: Kapazitätsberechnung:
A:
B:
C:
1.000 x 12 min =
2.000 x 14 min =
3.000 x 8 min =
12.000 min
28.000 min
24.000 min
64.000 min bei 63.000 min Kapazität! Die Fertigungskapazität
reicht nicht aus. Es liegt ein Engpass vor!
Die Kapazität reicht nicht aus, es muss also eine Rangfolge errechnet werden:
2. Lösungsteil: Rangfolgeerrechnung:
Preis
variable Kosten
DB absolut
Produktionsdauer
DB je Minute *
Rangfolge:
Produkt A
200 €
150 €
50 €
12 min
4,17 € / min
3
Produkt B
300 €
200 €
100 €
14 min
7,14 € / min
2
Produkt C
250 €
140 €
110 €
8 min
13,75 € / min
1
* Deckungsbeitrag je Minute wird auch "relativer Deckungsbeitrag" genannt.
Es fehlen 1.000 min. Dies sind 83,33 also 84 Stück „A“ oder 71,42 also 72 Stück „B“ oder
125 Stück „C“.
Da das Produkt Ab den geringsten Deckungsbeitrag je Minute aufweist, sollte aus
kostenrechnerischer Sicht auf die Restproduktion des Produktes „A“ verzichtet werden. 84
Stück vom Produkt „A“ werden nicht produziert.
Die Lösung lautet also: C, B, A
Es handelt sich um eine Rangfolge, nicht um eine Reihenfolge. Der Grund liegt darin, dass
die Reihenfolge in der Arbeitspraxis von anderen Sachverhalten abhängig ist:
Die Reihenfolge beim Eingang der Bestellung, die Bedeutung des Kunden (So kann ein
wichtiger Kunde, der einen Großteil des Umsatzes sicherstellt nicht deshalb nur einen Teil
der bestellten Waren erhalten, weil der relative Deckungsbeitrag des einen bestellten Artikels
zu gering ist.)
Die Lösung hier soll nur eine grundsätzliche Aussage darüber machen, welcher Produktion
aus kostenrechnerischer Sicht der Vorzug zu geben ist.
.
Kostenrechnung / Betriebswirtschaft
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4.8 Mehrstufige Deckungsbeitragsrechnung
Die mehrstufige Deckungsbeitragsrechnung unterscheidet unterschiedliche Formen der fixen
Kosten. Es werden z.B. die fixen Kosten, die in unmittelbarem Zusammenhang zu einem
Produkt stehen von jenen fixen Kosten unterschieden, die für eine Gruppe von Produkten
entstehen. Darüber hinaus können auch Unternehmensfixe Kosten erfasst werden. Vielleicht
sogar die fixen Kosten einer Konzernführung, der das Unternehmen angehört.
Aufgabe Mehrstufige Deckungsbeitragsrechnung
In einem Unternehmen werden drei Produktgruppen hergestellt. Die Produktgruppen werden
getrennt voneinander hergestellt, so dass jede der drei Produktgruppen auch jeweils fixe
Kosten verursacht. Zusätzlich verursachen die drei Gruppen gemeinsame Unternehmensfixe
Kosten:
Produktgruppe A: Fixe Kosten Gruppe A: 200.000 €
Produkt A1
Produkt A2
variable Kosten: 200 € / Stück, Erlös: 500 €, Absatz: 2.000 St.
variable Kosten: 250 € / Stück, Erlös: 450 €, Absatz: 5.000 St.
Produktgruppe B: Fixe Kosten Gruppe B: 250.000 €
Produkt B1
Produkt B2:
variable Kosten: 100 € / Stück, Erlös: 200 €, Absatz: 5.000 St.
variable Kosten: 200 € / Stück, Erlös: 300 €, Absatz: 8.000 St.
Produktgruppe C: Fixe Kosten Gruppe C: 230.000 €
Produkt C1
Produkt C2
variable Kosten: 200 € / Stück, Erlös: 450 €, Absatz: 10.000 St
variable Kosten: 150 € / Stück, Erlös: 250 €, Absatz: 11.000 St
Unternehmensfixe Kosten: 5.000.000 €
Lösung mehrstufige Deckungsbeitragsrechnung:
Erlös:
- Kost., var.
= DB I
Su. DB I
- Kosten,fix1
= DB II
Su DB II
- Kosten,fix2
Gewinn:
Gruppe A
1.000.000
2.250.000
- 400.000
- 1.250.000
= 600.000 = 1.000.000
1.600.000 €
- 200.000 €
= 1.400.000 €
Gruppe B
1.000.000
2.400.000
- 500.000
- 1.600.000
= 500.000
= 800.000
1.300.000 €
- 250.000 €
= 1.050.000 €
5.820.000 €
- 5.000.000 €
820.000 €
Kosten, fix1 = fixe Kosten der Produktgruppe
Kosten, fix2 = fixe Kosten des gesamten Unternehmens
.
Gruppe C
4.500.000
2.750.000
- 2.000.000
- 1.650.000
= 2.500.000
= 1.100.000
3.600.000 €
- 230.000 €
= 3.370.000 €
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