hildesheim

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ZfP-Sonderpreis der DGZfP beim Regionalwettbewerb Jugend forscht
HILDESHEIM
Bestimmung der
Wanderungsgeschwindigkeit
von Ionen im elektrischen Feld
Simon Röde
Thore Pohl
Schule:
Gymnasium Marienschule
Hildesheim
Jugend forscht 2017
Thore Pohl
Simon Röde
Gymnasium Marienschule Hildesheim
Langfassung:
Bestimmung der Wanderungsgeschwindigkeit von Ionen im
elektrischen Feld
Kurzfassung des Themas:
Nachdem wir in vorherigen Projekten die Schallgeschwindigkeit als auch die
Lichtgeschwindigkeit bestimmt haben, wollten wir nun die Geschwindigkeit von gerichteten
Teilchenbewegungen messen. Wird an eine Elektrolytlösung eine Gleichspannung
angelegt, so wandern die positiv geladenen Kationen zur Kathode und die negativ
geladenen Anionen zur Anode. Bei dieser Bewegung, also bei der Ionenwanderung
bewegen sich die Ionen in Richtung der entgegengesetzt geladenen Pole. Diese
Bewegung findet mit der Wanderungsgeschwindigkeit der Ionen statt. Wir haben in
unseren Versuchen versucht, die Wanderungsgeschwindigkeit der Ionen bei dem Prozess
der Elektrolyse in unterschiedlichen Lösungen experimentell zu bestimmen. Dafür haben
wir in einem bestimmten Zeitraum die Wanderungsdifferenz der Schichtgrenzen
gemessen. Aus diesen Messwerten war es uns letztendlich möglich, die
Wanderungsgeschwindigkeit der Ionen als auch die Ionenbeweglichkeit zu bestimmen.
Thore Pohl,
Simon Röde;
Marienschule
Bestimmung der Wanderungsgeschwindigkeit
von Ionen im elektrischen Feld
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Inhaltsverzeichnis:
Kurzfassung des Themas
1.
Seite
Einleitung
1.1
Einleitung in die Thematik............................................................................ 2
1.2
Physikalisch/chemische Grundlagen........................................................... 2
2.
Messreihen und Auswertung
2.1
Versuchsreihen mit Kaliumpermanganat – Lösung..................................... 4
2.1.1 Durchführung.....................................................................................4
2.1.2 Beobachtungen................................................................................. 5
2.1.3 Deutung............................................................................................ 5
2.2
Versuchsreihen mit Kupferchlorid – Lösung................................................ 7
2.2.1 Durchführung.................................................................................... 7
2.2.2 Beobachtungen................................................................................ 7
2.2.3 Deutung............................................................................................ 8
2.3
Vergleich der beiden Versuchsreihen......................................................... 10
3.
Schluss
3.1
Aufgetretene Probleme.............................................................................. 11
3.2
Fehlerbetrachtung...................................................................................... 11
3.3
Ausblick..................................................................................................... 12
4.
Literaturverzeichnis...............................................................................................13
5.
Anhang (Wird bei der Präsentation vorgelegt)
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Bestimmung der Wanderungsgeschwindigkeit
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1. Einleitung
1.1
Einleitung in die Thematik
Wenn bei einer Elektrolytlösung mit Hilfe zweier Elektroden eine Spannung angelegt wird,
so kommt es zu einem Stromfluss innerhalb der Lösung. Als Ladungstransport in der
Lösung dienen die Ionen, in die der Elektrolyt dissoziiert ist, d.h. es handelt sich um einen
selbstständig ablaufenden Vorgang der Teilung in zwei Atome, Moleküle oder Ionen, in
unserem Fall letztere. Die Ladungsträger, die in Form von Kationen und Anionen
vorzufinden sind, bewegen sich in dem vorhandenen elektrischen Feld in Richtung der
entgegengesetzt geladenen Pole. Hierbei muss man allerdings zwischen den jeweiligen
chemischen Lösungen unterscheiden, da die Ionen bei unterschiedlichen Lösungen eine
unterschiedliche Größe und Masse besitzen und sich somit nicht mit der gleichen
Geschwindigkeit bewegen. Dieses Fortbewegen der Ionen in einer Elektrolytlösung, wird
als Ionenwanderung oder Migration bezeichnet. Die Geschwindigkeit, mit der sich die
Ionen
in
der
Elektrolytlösung
fortbewegen
und
die
man
auch
als
Wanderungsgeschwindigkeit oder Ionengeschwindigkeit bezeichnet, ist abhängig von der
Feldstärke und somit von der Spannung der Lösung und dem Abstand zwischen den
beiden Elektroden. 1
1.2
Physikalisch/chemische Grundlagen zur Bestimmung der
Wanderungsgeschwindigkeit
Bei unseren Versuchen, die oben beschrieben worden sind, entsteht zwischen den beiden
stromführenden Elektroden ein elektrisches Feld. Die Feldstärke war hierbei abhängig von
der angelegten Spannung und dem sogenannten Plattenabstand, bzw. dem Abstand
zwischen den beiden Elektroden. Die Feldstärke wird, wie oben bereits beschrieben
wurde, wie folgt berechnet:
E=
U
l
Hierbei ist U die angelegte Spannung und l ist der Plattenabstand.
Somit wirkt nun auf die elektrischen Ladungen der Ionen die Kraft des vorhandenen
elektrischen Feldes. Diese kann durch eine einfache Formel berechnet werden.
F =Q× E
Hierbei ist Q die elektrische Ladung der Ionen und E die oben berechnete
Feldstärke. Dies beides ergibt die wirkende Kraft F.
Aufgrund dieser wirkenden Kraft wandern die positiv geladenen Ionen, die Kationen zum
negativen Pol, also zur Kathode. Die negativ geladenen Anionen bewegen sich in
Richtung zum positiven Pol, also in Richtung Anode. Dieser nun ausführlich beschriebene
Vorgang wird, wie in der Einführung bereits erläutert, als Ionenwanderung oder
Migration beschrieben. In der Elektrolytlösung findet nun ein Transport von elektrischer
1
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Ladung durch die entweder positiv geladenen Kationen oder negativ geladenen Anionen
statt.
Die Wanderungsgeschwindigkeit ist die in einer bestimmten Zeiteinheit zurücklegte
Strecke.
Zur Erklärung des Zusammenhangs zwischen der Ionenwanderung und der elektrischen
Leitfähigkeit betrachten wir eine einfache Elektrolytlösung mit der Konzentration c. Die
Elektrolytlösung soll sich in dem unten zu erkennenden Querschnitt A (Abbildung 1)
befinden. Hier bewegen sich die Ionen mit der Wanderungsgeschwindigkeit in Richtung
ihrer Pole. Der Querschnitt A wird von den Ionen mit der Wanderungsgeschwindigkeit u+
und u- , dies ist abhängig von der Ladung der Ionen, in der Zeit t durchquert.2
Abbildung 1: Ionenwanderung im elektrischen
Feld
Somit ist die Wanderungsgeschwindigkeit der Ionen abhängig von der elektrischen
Feldstärke. Für eine Ionenart mit der uns bekannten Ladung Q ist die dabei wirkende
Kraft F, die aus der oben abgebildeten Gleichung hervorgeht, proportional zu der
vorhandenen Spannung U und umgekehrt proportional zu Plattenabstand l. Das heißt
also, dass die Wanderungsgeschwindigkeit bei zunehmender Spannung und einem
geringeren Plattenabstand größer wird.
„Befinden sich die Ionen in einem homogenen elektrischen Feld, so haben sie unabhängig
von der Entfernung zu den Elektroden eine konstante Geschwindigkeit v.“ 3
Bei wässrigen Lösungen von Ionen, die eine Färbung aufweisen, kann man aus der
Verschiebung der Schichtgrenzen gegenüber der ungefärbten Phase die
Wanderungsdifferenz ableiten. Somit kann das Verhältnis der zurücklegten Strecke s und
der dafür benötigten Zeit t bestimmt werden.
„Um die Ionenbeweglichkeit zu erhalten, muss die ermittelte Ionengeschwindigkeit oder
Wanderungsgeschwindigkeit v durch die elektrische Feldstärke E dividiert werden:“4
u=
v
E
Die Beweglichkeit von Ionen in einer Lösung bei einer bestimmten Temperatur wird als
Ionenbeweglichkeit bezeichnet.
2
NÄSER; Karl – Heinz; LEMPE, Doz. Dr. sc. nat. Dieter; REGEN, Dipl. - Chem. Otfried [Juli 1987 ]: PHYSIKALISCHE
CHEMIE. Für Techniker und Ingenieure. 18. Auflage, Berlin; VEB Deutscher Verlag für Grundstoffindustrie, Leipzig.
3
4
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2. Messreihen und Auswertung
2. 1 Versuchsreihe mit Kaliumpermanganat – Lösung
2.1.1 Durchführung
Materialien:
U-Glasrohr mit Hahn; Kaliumpermanganat-Lösung; KaliumnitratLösung; Platinelektroden; Transformator (25 Volt); Scheidetrichter; Schlauch; Stoppuhr
Versuchsaufbau:
Das U-Glasrohr wird mit etwa 25 ml Kaliumnitrat – Lösung befüllt. Der Hahn, welcher sich
an der Gefäßunterseite befindet, bleibt dabei geschlossen. Danach werden die
Platinelektroden mit Hilfe von Stopfen am Gefäß befestigt und an den Transformator
angeschlossen. Die Spannung von 25 Volt wird aber noch nicht eingeschaltet.
Anschließend wird nun eine Menge von 35 ml der Kaliumpermanganat - Lösung in den
Scheidetrichter gegeben. Hierbei ist zu beachten, dass das Volumen der
Kaliumpermanganat - Lösung 10 ml größer sein muss, als das der Kaliumnitrat - Lösung,
da ebendiese Menge innerhalb des Schlauches, welcher die Lösung dem Glasrohr
zuführt, bleibt.
Ferner wird der Hahn des Scheidetrichters leicht geöffnet, sodass die Kaliumpermanganat
- Lösung langsam in den Gummischlauch fließt. Dieser wird allerdings erst an den Hahn
des U-Glasrohrs befestigt, wenn er vollständig mit Kaliumpermanganat - Lösung gefüllt ist,
da die Lufteinschlüsse unbedingt verhindert werden müssen, da sich ansonsten die
Schichtgrenzen nicht scharf ausbilden können und sich das Einfließen der Flüssigkeit in
das U-Glasrohr erschweren würde. Ist der Schlauch letztlich am Hahn des U-Glasrohrs
befestigt, dann wird auch der Hahn des Glasrohrs leicht geöffnet. Es muss jedoch darauf
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geachtet werden, dass die Flüssigkeit langsam in das U-Glasrohr einfließt, damit sich die
Schichtgrenzen scharf ausbilden können. Dies ist für den späteren Verlauf des Versuchs
von großer Wichtigkeit, um letztendlich erkennen zu können, um welche Differenz sich die
Schichtgrenzen gehoben oder gesenkt haben. Das Einfließen der Kaliumpermanganat Lösung in die Kaliumnitrat - Lösung soll insgesamt ungefähr 15 Minuten beanspruchen.
Wenn sich die Schichtgrenzen schließlich scharf ausgebildet haben, so wird der Hahn des
U-Glasrohrs geschlossen, die Höhe der Schichtgrenzen markiert und der Transformator
mit einer Gleichspannung von 25 Volt wird angeschaltet. Alle 300 Sekunden wird
gemessen, um welche Differenz sich die Schichtgrenzen nach oben oder nach unten
verschoben haben.
2.1.2
Beobachtungen
Bereits nach kurzer Zeit bilden sich an der einen Platinelektrode kleine Bläschen und die
Schichtgrenzen beginnen sich leicht zu verschieben. Nach dem Ablauf der 300 Sekunden
hat sich die Schichtgrenze auf der Seite des positiv geladenen Pols angehoben, auf der
anderen Seite abgesenkt.
In den ersten zehn bis fünfzehn Minuten ist die Wanderungsdifferenz der PermanganatIonen erheblich höher, als die in den darauffolgenden Minuten. Zum Ende hin nimmt die
Wanderungsdifferenz der Ionen immer weiter ab.
Messergebnisse:
Zeit in Minuten:
0
5
10
15
20
25
30
35
2.1.3
Wanderungsdifferenz in m:
0
0,01
0,0145
0,0155
0,0165
0,018
0,02
0,023
Tabelle 1
Deutung
Die Permanganat – Ionen wandern zur Anode, sie können aber nicht weiter oxidiert
werden, sondern sie bilden in wässriger Lösung Mangandioxid (Braunstein).
MnO4- (aq) + 2 H2O(l) + 3 e- → MnO2 (s) + 4 OH- (aq)
Die Kaliumionen wandern zu Kathode und werden durch Aufnahme je eines Elektrons zu
ungeladenem Kalium. Dieses Kalium ist so reaktiv, dass es sofort mit Wasser
weiterreagiert. Dabei entsteht Wasserstoffgas.
Reaktionsgleichungen:
K+(aq) + e- → K(s)
2 K(s) + 2 H2O(l) → 2 K+(aq) + 2 OH- (aq) + H2 (g)
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Der anfangs beschriebene Zusammenhang zwischen der Wanderungsgeschwindigkeit
und der Höhe der elektrischen Feldstärke zeigt sich in unseren Messergebnissen deutlich:
Denn beispielsweise war die Wanderungsgeschwindigkeit der Ionen bei einer angelegten
Spannung von 10 Volt geringer als die Wanderungsgeschwindigkeit bei 20 Volt. Hierbei
muss aufgeführt werden, dass der Plattenabstand gleich groß war. Diesen haben wir bei
unseren Versuch allerdings nicht verändert. Zur Veranschaulichung dieser
Gesetzmäßigkeit fügen wir an dieser Stelle noch einmal das Messdiagramm einer
Versuchsreihe mit einer Spannung von 10 Volt (Diagramm 1) und einer Spannung von 20
Volt (Diagramm 2) ein.
Aus diesen Diagrammen wird also deutlich, dass die Wanderungsgeschwindigkeit bei 20
Volt höher ist, als bei 10 Volt. In diesen Abbildungen ist
nicht die
Wanderungsgeschwindigkeit erfasst, sondern die Wanderungsdifferenz, um die sich die
Schichtgrenze immer weiter verschoben hat. Bei der höheren elektrischen Feldstärke ist
die Wanderungsdifferenz größer, da die Wanderungsgeschwindigkeit höher ist. Dieser
Strecke
Zusammenhang wird durch die folgende Formel erfasst: Geschwindigkeit =
Zeit
Kaliumpermanganat 20 Volt
1,8
1,6
Wanderungsdifferenz
1,4
Wanderungsdifferenz in cm
Kaliumpermanganat 10 Volt
0,8
0,6
0,4
1,2
1
0,8
0,6
0,4
0,2
0,2
0
0
0
5
10
15
20
Zeit in Minuten
Diagramm 1
25
30
35
0
5
10
15
20
Zeit in Minuten
Diagramm 2
25
30
35
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2.2
Bestimmung der Wanderungsgeschwindigkeit
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Versuchsreihen mit Kupferchlorid - Lösung
2.2.1
Durchführung
Materialien:
U-Glasrohr mit Hahn; Kupferchlorid-Lösung; Schwefelsäure (0,5mol);
Kohleelektroden; Transformator (12 Volt); Scheidetrichter; Schlauch; Stoppuhr
Versuchsaufbau:
Statt der Kaliumpermanganat – Lösung wird eine Kupferchlorid – Lösung mit der 100fachen Konzentration von c = 10 mol/L eingesetzt und an Kohlestäben elektrolysiert. Die
weitere Versuchsdurchführung bleibt dieselbe.
2.2.2
Beobachtungen
Bereits nach kurzer Zeit bilden sich an beiden Kohleelektrode viele kleine Gasbläschen
und die Schichtgrenzen beginnen sich leicht zu verschieben. Die Schichtgrenze der
blauen Färbung hebt sich auf der Seite des negativen Pols an und nach etwa 20 Minuten
ist an der Kathode ein orange-brauner Niederschlag zu erkennen. Gleichzeitig trübt sich
die Suspension durch einen feinverteilten grau-schwarzen Feststoff auf der anderen Seite
so stark ein, dass gegen Ende des Versuches die Verschiebung der Schichtgrenze nur
noch auf einer Seite abgemessen werden kann. In den ersten zehn bis fünfzehn Minuten
ist die Wanderungsdifferenz der Kupfer-Ionen erheblich höher als die in den
darauffolgenden Minuten. Zum Ende hin nimmt die Wanderungsdifferenz der Ionen immer
weiter ab.
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Simon Röde;
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Messergebnisse:
Zeit in Minuten:
0
5
10
15
20
25
30
35
2.2.3
Wanderungsdifferenz in m:
0
0,01
0,0145
0,0155
0,0165
0,018
0,02
0,023
Tabelle 2
Deutung
Die zweifach positiv geladenen Kupferionen wandern im elektrischen Feld zur Kathode,
nehmen dort jeweils zwei Elektronen auf und werden zum metallischen Kupfer, das sich
an der Elektrode niederschlägt.
Reaktionsgleichung:
Cu2+(aq) + 2 e- → Cu(s)
Gleichzeitig wandern die negativ geladenen Chlorid-Ionen zur Anode und geben jeweils
ein Elektron an die Elektrode ab. Jeweils zwei der so gebildeten Chloratome bilden ein
Chlormolekül. (Angefeuchtetes Kaliumiodidstärkepapier verfärbt sich schwarz, sodass die
Gasentwicklung als Chlor identifiziert werden konnte.)
Reaktionsgleichung:
2 Cl-(aq) → Cl2 (g) + 2 e-
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Marienschule
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Kupferchlorid und Schwefelsäure bei 20V
Wanderungsdifferenz in cm:
Wanderungsdifferenz in cm:
3
Kupferchlorid und Schwefelsäure bei 12V
Wanderungsdifferenz in cm:
Wanderungsdifferenz in cm:
Wanderungsdifferennz in cm
2,5
2
Wanderungsdifferenz in cm
1,8
1,6
1,4
1,2
1
0,8
0,6
2
1,5
1
0,5
0,4
0,2
0
0
5
10
15
20
Zeit in Minuten
Diagramm 3
25
30
35
0
0
5
10
15
20
Zeit in Minuten
Diagramm 4
25
30
35
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2.3. Vergleich der beiden Versuchsreihen
Der Vergleich der beiden Versuchsreihen soll die Hypothese stützen, ob die
Wanderungsgeschwindigkeit zusätzlich von der Größe der betrachteten Ionen abhängig
ist.
Tatsächlich
hat
sich
bei
unseren
Versuchen
ergeben,
dass
die
Wanderungsgeschwindigkeit der Kupfer - Ionen höher ist als die der Permanganat –
Ionen, sodass es nahe liegt, dass kleinere Ionen, bzw. Ionen mit einer geringeren Masse
eine höhere Wanderungsgeschwindigkeit zeigen als größere Ionen, bzw. Ionen mit einer
größeren Masse.
Da Körper mit einer größeren Masse eine größere Trägheit besitzen ist es naheliegend,
dass diese sich langsamer bewegen.
Allerdings hängt die Wanderungsgeschwindigkeit auch von der Ladung der Ionen ab und
die Kupferionen sind zweifach positiv geladen, während die Pergament - Ionen nur einfach
negativ geladen sind. Auch die höhere Ladung verursacht wegen der stärkeren Anziehung
zu den entgegengesetzt geladenen Polen vermutlich eine größere Wanderungsgeschwindigkeit.
Kupferchlorid 20V
Wanderungsdifferenz in cm:
Kaliumpermanganat 20V
Wanderungsdifferenz in cm
3
Wanderungsdifferenz in cm:
2
1,5
1
0,5
0
0
5
10
15
20
Zeit in Minuten
Diagramm 5
25
30
35
Wanderzungsdifferenz in cm
2,5
2
1,5
1
0,5
0
0
5
10
15
20
Zeit in Minuten
Diagramm 6
25
30
35
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3. Schluss
3.1
Aufgetretene Probleme
Es lässt sich sagen, dass sich bei der Durchführung unserer Versuche eine Vielzahl von
Problemen ergab, angefangen bei der Beschaffung eines geeigneten U – Glasrohres, da
ein Einfluss der Lösung von unten in das Gefäß gewährleistet werden muss. Denn
ansonsten ist keine Bestimmung der Wanderungsgeschwindigkeit der gegebenen Ionen
möglich, da sich keine Schichtgrenzen ausbilden können, welche für die Durchführung
unserer Versuch unverzichtbar sind. Aus diesem Grund ließen wir ein solches U –
Glasrohr speziell für unsere Versuche anfertigen.
Des Weiteren wollten wir auch die Wanderungsgeschwindigkeit von anderen Ionen
messen. Um die Versuchsreihe zur Messung der Wanderungsgeschwindigkeit der KupferIonen durchführen zu können, mussten wir die Konzentration der Kupferchlorid-Lösung
stark erhöhen um die Schichtgrenze zwischen der gefärbten und ungefärbten Phase
erkennen zu können. Außerdem mussten wir für die farblose Phase verdünnte
Schwefelsäure als geeignete Elektrolytlösung verwenden. Wie im oben aufgeführten
Versuchsprotokoll bereits beschrieben ist, ergaben sich auch für uns bei diesem Versuch
mit Kupferchlorid und Schwefelsäure Probleme, da die Lösung nach geraumer Zeit trüb
wurde und die Schichtgrenzen nicht mehr eindeutig zu erkennen waren.
Ein weiterer Versuch mit Ammoniumacetat – Lösung, die mit Bromthymolblau grün
eingefärbt war, führte nicht zu brauchbaren Ergebnissen.
3.2
Fehlerbetrachtung
Ein Vergleich unser Messergebnisse mit den Literaturwerten stellte sich als äußerst
schwierig heraus, da sich für die Durchführung der Versuche mit einer Spannung von 25
Volt und niedriger keine Literaturwerte finden ließen, bzw. der Versuchsaufbau sich in
anderen wesentlichen Teilen unterschied.
Die aufgetretenen Messfehler beruhen im Wesentlichen auf folgenden Punkten:
5
–
Unseren bisherigen Versuchen haftet ein systematischer Fehler an, weil alle
Teilchen auch ohne angelegte Spannung ständige Teilchenbewegungen entlang
des Konzentrationsgradienten (Diffusion) ausführen. Diese müssten von der
gemessenen
Wanderungsdifferenz
abgezogen
werden.
Da
die
Diffusionsgeschwindigkeit sowohl von der Konzentration als auch von der
Teilchengröße abhängt ist deren Ausmaß bei den beiden Versuchsreihen
vermutlich unterschiedlich. 5
–
Die tatsächliche Wanderungsgeschwindigkeit ist erheblich höher, als die von uns
in den Versuchen bestimmte. Dies liegt aber nicht nur an den unvermeidbaren
Messfehlern, sondern auch daran, dass die Ionen, die in Richtung ihrer Pole
FALBE, Prof. Dr. Jürgen ; Regitz, Prof. Dr. Manfred; Hillen, Dr. Elisabeth [1995]: RÖMPP. Chemie Lexikon. 9. Auflage,
Stuttgart; Georg Thieme Verlag, Stuutgart, New York. Seite 995 f.f.
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migrieren, vielmehr ungeordnete Bewegungen ausführen, die aber in Richtung
der Pole verlaufen.
–
Die Differenz, die die Schichtgrenze während des zu Grunde gelegten
Zeitintervalls zurücklegte, ließ sich nur äußerst schwer genau ablesen, da ein
anderer Blickwinkel auf das U – Glasrohr, sowie die Abmessung der
Wanderungsdifferenz mit dem Lineal im teilweise Millimeter genauen Bereich
unsere Messwerte beeinträchtigten.
–
Auch Schwankungen der Umgebungstemperatur und der Temperatur der
Flüssigkeit blieben unberücksichtigt, obwohl die Wanderungsgeschwindigkeit
der Ionen zum Teil von der Temperatur abhängt.
–
Ferner ergaben sich für uns kleine Ungenauigkeiten beim Eingeben, bzw.
Einfließen lassen der Lösungen. Denn für unsere Versuche war eine scharfe
Ausbildung der Schichtgrenzen, die sich mit Hilfe langsamen Einfließens der
Kaliumpermanganat- oder Kupferchloridlösung in das U-Glasrohr, realisieren
ließ, von großer Wichtigkeit, um eben die Wanderungsdifferenz klar
herauszustellen. Auch hier lagen Messfehler begründet, da die Zeit des
Einfließens der Lösungen nicht immer gleich groß war und aus diesem Grund
eine nicht immer eindeutig scharfe Ausbildung der Schichtgrenzen nach sich
zog.
Um die Fehler zu minimieren haben wir die Versuchsreihen mehrfach durchgeführt und
entsprechende Mittelwerte gebildet.
3.3
Ausblick
Um die Verschiebung der Schichtgrenzen, die durch die Diffusion auch ohne angelegte
Spannung stattfindet, herauszurechnen, könnte man einen Kontrollversuch ohne
angelegte Spannung durchführen.
Aus Sicherheitsgründen war es uns nicht erlaubt eine höhere Spannung (wie in der
Literatur) anzulegen.
Thore Pohl,
Simon Röde;
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7. Literaturverzeichnis
1. FALBE, Prof. Dr. Jürgen ; Regitz, Prof. Dr. Manfred; Hillen, Dr. Elisabeth [1995]:
RÖMPP. Chemie Lexikon. 9. Auflage, Stuttgart; Georg Thieme Verlag, Stuutgart,
New York
2. NÄSER, Karl – Heinz; LEMPE, Doz. Dr. sc. nat. Dieter; REGEN, Dipl. - Chem.
Otfried [Juli 1987 ]: PHYSIKALISCHE CHEMIE. Für Techniker und Ingenieure. 18.
Auflage, Berlin; VEB Deutscher Verlag für Grundstoffindustrie, Leipzig.
3. NERNST, Walter: [2016]: Wikipedia, Dissoziation (Chemie)
Pfad: https://de.wikipedia.org/wiki/Dissoziation_(Chemie)
4. TU Dresden, Chemie [2016]: Formelbrause [3.Semester WS 2011/2012]
Pfad: https://formelbrause.wordpress.com/ [Zugriff: 09.12.2016]
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