Elektrotechnik und Maschinenbau

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Elektrotechnik undMaschinenbau
Zeitschrift des Elektrotechnischen Vereines in Wien
Schriftleitung: Ing. A. Qrünhut
Nachdruck n u r
mit B ew illig u n g
der S ch riftle itu ng, auszugsw eise
Heft 45
W iedergabe n u r m it A ngabe der Q uelle „ E . u.
Wien, 5. November 1933
M. W ie n “
geatattet.
51. Jahrgang
Stromrichtermotoren
für Einphasenwechselstrom beliebiger Frequenz.
Von M. Stöhr, Berlin.
Inhaltsübersicht: Nach einer Erklärung des Be­
griffes „Stromrichtermotor“ wird der Gleichstrombetrieb,
das Anlassen, Regeln und Nutzbreinsen solcher Motoren
beschrieben. Aus den Anlaufbedingungen ergibt sich
jedoch, daß Wechselstrombetrieb des Stromrichter­
motors i. a. vorzuziehen ist. Die hiezu zweckmäßigen
Schaltungen werden entwickelt und die Frage der Aus­
nützung des Motors erörtert.
1. Einleitung.
Die Verwendung von Stromrichtern zur Dreh­
zahl regelung von Motoren umfaßt grundsätzlich
zwei verschiedene Möglichkeiten, je nachdem die
Entladungsgefäße in der Hauptsache nur zur
Stromumformung dienen oder oh sie gleichzeitig
noch andere Aufgaben mit übernehmen, die sonst
einem Teil des Motors, wie zum Beispiel dem
Kollektor zufallen. Zur ersten Gruppe gehört unter
anderem der über gesteuerte Gleichrichter ge­
speiste normale Gleichstromkollektormotor, bei
welchem der Gleichrichter im wesentlichen an
die Stelle der sonst üblichen Leonard-Umformer
o. dgl. tritt'). Bei der zweiten Gruppe dagegen,
mit der wir uns im folgenden ausschließlich be­
fassen wollen, werden die Stromrichter gewisser­
maßen zu einem Bestandteil des Motors und sind
damit für dessen Betrieb unentbehrlich. Es ist
deshalb berechtigt, die Bezeichnung „Stromrichter­
motor“ nur für diese Motorart zu verwenden, bei
der die Entladungsgefäße, das heißt die Strom­
richter, in ähnlicher Weise zum Motor gehören
wie bei den Kommutatormotoren der Kollektor.
Mit dem Ersatz des Kollektors durch gesteuerte
Ventile verschwinden dann auch alle jene Schwie­
rigkeiten, die bei den bisherigen Kollektormotoren
zu besonderen Maßnahmen zwangen, wie vor
allem
bei Einphasenwechselstromspeisung
die
Beschränkung auf niedrige Periodenzahlen-).
2. Der Stromrichtermotor für Gleichst, omspeisung.
u)
Wirkungsweise.
Ehe wir auf die Einphasenspeisung über­
gehen, legen w ir zunächst die einfacher zu über­
sehende Gleichstromspeisung zugrunde und be­
trachten die Gesamtanordnung von Motor und
Stromrichtgefäß als einen Wechselrichter. Auf
diese Weise finden wir einen bequemen Anschluß
‘)
u. M. 50 (1932) S. 323.
') E. u. M. 49 (1931) S. 799; 50 (1932) S. 360.
an die bekannten Gleichrichterschaltungen und
erleichtern uns dadurch das Verständnis für die
Wirkungsweise der Stromrichtermotoren wesent­
lich. Ihre für Gleichstromspeisung geltenden Eigen­
schaften und Besonderheiten sind dann ohne
weiteres auf den Eall der Speisung aus einem
Wechselstromnetz übertragbar. Bei Gleichrichterbetrieb bedeutet in der Abb. 1 die Maschine AI
einen Generator und speist in unserem hall un­
mittelbar, also ohne Zwischenschaltung
eines
Abb. 1. Gleich- bzw. Wechselrichterschaltung
unmittelbaren Anschluß an Mehrphasenmaschine
liebiger Drehzahl.
für
be­
Transformators den Gleichrichter G. Die Maschine
ist der Bauart nach eine normale Synchron­
maschine mit herausgeführtem und belastbarem
Nullpunkt und einer der gewünschten Welligkeit
der erzeugten Gleichspannung
entsprechenden
Phasenzahl. Bei zweiphasiger Ausführung erhält
der Stator nur die beiden in der Zeichnung stark
hervorgehobenen und gegeneinander um 180 elek­
trische Grade versetzten W icklungen 1 und 2 und
der Gleichrichter entsprechend die Anoden «, und
590
Elektrotechnik und Maschinenbau, 5i. Jahrg., 1933, Heit 45
</2; bei Sechsphasenausführung die je um 60u ge­
geneinander versetzten W icklungen 1 . . . 6 und die
Anoden « , . . . a,t. Die auf dem Läufer angeordnete
Erregerwicklung F.W wird entweder fremd ge­
speist oder liegt parallel bzw. in Reihe zum
Gleichstromnetz. Zur Glättung des Gleichstromes^
dient noch die Drossel I), die bei genügend großer
Induktivität trotz der Welligkeit der erzeugten
Gleichspannung einen
konstanten
Gleichstrom
erzwingt.
Die Anoden sind zum Zwecke der Gleich­
spannungsregelung mit Steuergittern ausgerüstet.
Als Steuermethode kann die bekannte Regulierung
nach T o u 1o n:1) benutzt werden, bei welcher den
Gittern eine in ihrer Phasenlage regelbare W ech­
selspannung von derselben Frequenz wie die des
speisenden Netzes zugeführt wird, ln der Abb. 1
ist an Stelle des sonst bei dieser Steuerung
üblichen Drehreglers ein Kontaktgeber in Form
eines kleinen mit der Maschinenwelle gekuppelten
Steuerkommutators verwendet. Infolge der starren
Kupplung von Kontaktgeber und Maschine werden
die Anoden des Gleichrichters bei jeder Drehzahl
im richtigen Takt gesteuert. Der Kontaktgeber
besteht beispielsweise aus einem kleinen Zu­
führungsschleifring s:, und dem mit diesem ver­
bundenen, teils aus leitendem und teils aus nichtleitendem Material bestehenden Ring s4. Von der
Batterie B (oder einer entsprechenden Gleich­
stromhilfsquelle) erhalten zunächst sämtliche Ano­
den eine
negative Gittervorspannung,
durch
welche sie gesperrt werden. Diejenige Bürste des
Kontaktgebers nun (in der Abb. die Bürste ft,),
die im betrachteten Moment gerade auf dem leiten­
den (schraffierten) Teil des Ringes s'4 schleift, gibt
der zugehörigen Anode («,) ein genügend posi­
tives Gitterpotential, durch das die negative Vor­
spannung kompensiert wird und gibt damit die
betreffende Anode zur Zündung frei. Nach spä­
testens einer halben Motorumdrehung kommt das
leitende Segment von s4 mit der Bürste b2 in
Verbindung, wodurch die Anode a., gezündet wird,
während von da ab am Gitter der zuletzt brennen­
den Anode a, wieder die negative Vorspannung
liegt. Durch Verdrehen der Bürsten des Steuer­
kommutators kann der Finsatz der Zündung jeder
Anode innerhalb der Halbwelle der Netzwechselspannung verschoben und damit die Höhe der
erzeugten Gleichspannung reguliert werden. Die
Steuerung des Gleichrichters ist in der Abbildung
nur für die zweiphasige Generatoranordnung dar­
gestellt; die Sechsphasenschaltung ist in bezug
auf die Steuerapparatur im wesentlichen nur eine
dreifache Wiederholung der Zweiphasenanordnung (Bürsten
b,„ W iderstände »r, . . . w*
usw.). Das leitende Stück des Ringes s4 wird dann
mit Rücksicht auf den später zu behandelnden
Wechselrichterbetrieb aber nicht V2 — w 'e ’n der
Zeichnung für die Zweiphasenschaltung angegeben
— , sondern höchstens */6 des ganzen Bogens ein­
nehmen. An Stelle des Steuerkommutators mit
dem verdrehbaren Bürstensatz, der ja nur die
minimalen Gitterströme von wenigen Milliampere
n) E. u. M. 50 (1932) S. 320.
5. November 1933
zu führen hat, kann auch eine den Zündmaschinen
der Verbrennungsmotoren entsprechende Einrich­
tung verwendet werden, und man spricht a u d
ganz analog wie bei diesen von einer Verstellung
der Zündung.
In der Abb. 2 sind der Spannungsverlauf unc
(für einen bestimmten Fall) der Anodenstrom bei
der Gittersteuerung eines Zweiphasen-Stromrichters dargestellt. Bei dauernd positiver Gitterspan­
nung während der ganzen positiven Wechsel­
spannungshalbwelle ergeben sich die Spannungs­
verhältnisse der Abb. 2 a mit dem Maximalwert
Ego der erzeugten mittleren Gleichspannung. W ird
die Zündung der nächstfolgenden Anode, wie in
Abb. 2. Spannungs- und Stromverhältnisse fiir Glcichund Wechselrichter.
Abb. 2 b durch Verdrehen des Bürstenpaares b v b2
um einen bestimmten W inkel a über den Null­
durchgang der Anodenwechselspannung hinaus
verhindert, so wird dadurch die mittlere Gleich­
spannung auf den W ert Eg vermindert. Dreht man
die Bürsten stetig weiter, bis schließlich a = 90°
wird, so wird Eg = 0 (Abb. 2 c). Fine noch größere
Verdrehung der Bürsten führt schließlich (Abb. 2 d)
zu negativen W erten von Eg. Bei genügend großer
Kathodendrossel I), die wir im folgenden immer
voraussetzen wollen, fließt der Strom, wie in 2 e
für den Fall 2 d dargestellt, in jeder Anode von
dem Beginn ihrer Zündung bis zum Zünden der
nächsten Anode trotz der Welligkeit der Spannung
mit konstanter Größe. Die folgende Anode (zum
5. November 1933
Elektrotechnik und Maschinenbau, 51. Jahrg., 1933, Heft 45
Beispiel a.,) ist stets dann in der Lage, den Strom
der vorausgehenden (zum Beispiel o,) zu über­
nehmen und letztere damit wieder zu erlöschen,
wenn sie im Moment ihrer Zündung das höhere
Potential besitzt. Das ist in der Abb. 2 stets der
Fall. Man erkennt aber insbesondere aus 2 d, daß
die zuletzt brennende Anode kurz nach ihrem Er­
löschen gegenüber der neu gezündeten wieder das
höhere Potential annimmt, daß also die erstere
durch ein negatives Qitterpotential gesperrt ge­
halten werden muß, bis sie nach Ablauf einer
Halbwelle wieder erneut zur Zündung freigegeben
wird. Damit das Potential der nächstfolgenden
Anode im Moment ihrer Zündung auch ausreichend
höher ist als das der vorausgehenden, so daß
diese auch sicher gelöscht wird, muß der W inkel a
um einen ausreichenden Betrag kleiner als 180°
bleiben. Der negative W ert der Gleichspannung
kann infolgedessen maximal nicht ganz so groß
werden wie der positive bei n = 0 ist.
W as bedeutet nun im Falle 2 d eine negative
Gleichspannung? Schaltungstechnisch heißt es zu­
nächst, daß gegenüber 2 a und b die Polarität der
Gleichstromanschlüsse vertauscht ist. daß also
jetzt die Kathode des Stromrichtgefäßes an Minus
und der Sternpunkt der Maschinenwicklung an
Plus liegen. Da infolge der Ventilwirkung des
Fntladungsgefäßes sich die Richtung des Stromes
nicht hat ändern können, so bedeutet die Span­
nungsumkehr eine Änderung der Fnergierichtung.
Wenn bei positiven Werten der Gleichspannung
die Maschine M als Generator arbeitet und Energie
in das Gleichstromnetz liefert, wird bei nega­
tivem Eg Energie aus dem Gleichstromnetz bezogen
und in das Wechselstromnetz, das heißt in unserem
Fall in die Maschine geliefert. Der Gleichrichter­
betrieb ist also in den Wechselrichterbetrieb über­
gegangen und der Generator ist zum Motor ge­
worden. Die Frequenz und damit die Drehzahl
dieses
kollektorlosen
Stromrichtermotors
für
Gleichstromspeisung ist ganz beliebig, wie ja auch
die Generatordrehzahl beim Gleichrichterbetrieb
willkürlich gewählt werden konnte. Die Spannung
U des Gleichstromnetzes ist bei Motorbetrieb die
treibende Spannung und
die gleichgerichtete
Wechselspannung Eg des Motors die Gegenspan­
nung. Beide müssen im stationären Betrieb —
abgesehen von den Spannungsabfällen in den Lei­
tungen und W icklungen — einander gleich sein.
Bei Wechselrichter- oder Motorbetrieb rech­
net man den Steuerwinkel a besser vom negativen
Schnittpunkt nach vorwärts und spricht dann im
Gegensatz zum NacheiKvinkel beim Gleichrichter
von einem Voreilwinkel oder einer Frühzündung a
des Wechselrichters. Zum Unterschied der beiden
Bezugspunkte haben wir den Nacheilwinkel mit
«+ und den Voreilwinkel mit a~ bezeichnet. Die
Summe a±-\-a- = n. Eine Vergrößerung von a+
und ebenso von o- bewirkt (solange a kleiner als
90" ist) eine Verminderung des Absolutbetrages von
Eg, und zwar gilt in beiden Fällen Eg = Egn. cos a,
wenn Ego den Maximalwert der im Gleichrichter­
betrieb erzielbaren Gleichspannung (Abb. 2 a) be­
deutet.
591
b) Regeln, Anlassen und Nutzbremsen.
Aus diesem einfachsten Beispiel eines kollek­
torlosen Motors lassen sich bereits alle Fragen
der Regulierung, der Drehzahlcharakteristik des
Motors u. dgl. klar übersehen. Eine Drehzahl­
änderung muß zwangläufig eintreten. wenn die
vom Gleichstromnetz aufgedrnckte Spannung U
und die gleichgerichtete Motorgegenspannung l K
einander nicht gleich sind. Ist U größer (kleiner)
als Eg. so wird sich der Motor so lange beschleu­
nigen (verzögern), bis seine Wechselspannung
und damit Eg wieder den W ert von U erreicht hat,
das heißt also der Motor kann durch Änderung
der ihn speisenden Gleichspannung in seiner Dreh­
zahl beliebig geregelt werden. Bei konstantem U
kann aber ebenso Fg verändert werden, indem
man entweder den Zündwinkel a oder die Erre­
gung des Motors vergrößert bzw. verkleinert. Die
Regulierung im Feldkreis wirkt genau so, wie bei
den normalen Gleichstrom - Nebenschlußmotoren,
wo die Drehzahl durch Verstärkung der Erregung
vermindert und durch Verringerung des Feldstromes erhöht wird. Eine Vergrößerung von
bewirkt eine Verringerung von Eg und hat, damit
wieder Gleichgewicht zwischen Eg und U herrscht,
eine Drehzahlerhöhung zur Folge; umgekehrt eine
Verringerung von a eine Drehzahlverminderung.
Die Parallelschaltung des Erregerkreises mit dem
Gleichstromnetz ergibt eine Nebenschlußcharakteristik, die Reihenschaltung der Feldwicklung
eine Hauptstromcharakteristik für den Motor.
W ährend somit derartige Motoren ihrer Bauart
nach vollkommen den normalen Synchronmaschi­
nen ähnlich sind, gleichen sie ihrer Wirkungsweise
nach in jeder Beziehung den normalen Gleich­
strommaschinen4).
Eine Nutzbremsung des Stromrichtermotors
gestaltet sich sehr einfach, da man hiezu nur durch
Umpolen der Gleichstromklemmen und Verstellen
der Gittersteuerurig wieder auf den in Abb. 2 a
und b dargestellten Gleichrichterbetrieb überzu­
gehen braucht, bei welchem die Bremsenergie an
das Gleichstromnetz zurückgegeben wird.
In der beschriebenen einfachen Anordnung
ist ein derartiger Stromrichtermotor nicht in der
Lage, bei Gleichstromspeisung vom Stillstand aus
hochzufahren. Bei den verwendeten Dampfcntladungsgefäßen (zum Beispiel QuecksilberdampfGleichrichtern) kann nämlich der einmal über
eine Anode fließende Strom durch das Steuer­
gitter allein nicht mehr gelöscht werden, sondern
das Gitter ist nur imstande, eine einmal gelöschte
Anode an der neuen Zündung zu verhindern. Im
Betrieb erlischt die zuletzt brennende Anode
selbsttätig, wenn die nachfolgende wie in Abb. 2 d,
im Moment ihrer Zündung das höhere Potential
besitzt. Die Unterschiede im Anodenpotential
rühren aber nur von der Motorspannung her. Im
Stillstand des Motors und bei ganz kleinen Dreh­
zahlen wird noch keine, bzw. noch keine genügend
große Motorgegenspannung induziert, so daß die
*) E. u. M. 51 (1933) S. 54.
592
Elektrotechnik und Maschinenbau, 51. Jahrg., 1933, Heft 45
notwendige Kommutierung des Stromes von der
einen auf die andere Anode nicht in der beschrie­
benen Weise möglich ist. Es sind zw ar Maß­
nahmen und Einrichtungen bekannt (Konden­
satoren, Einfügen besonderer Kommutierungspan­
nungen und ähnliches', mit deren Hilfe auch bei
Gleichstromspeisung ein selbsttätiger Anlauf mög­
lich wird. Sie sollen aber nicht näher behandelt
werden, da sie bei der praktisch wichtigeren
Speisung mit Wechselstrom entbehrlich werden.
Bei Wechselstrom wird sowieso am Ende jeder
Halbwelle der Strom zu Null und es besteht damit
immer wieder die Möglichkeit, die betreffende
Anode während der folgenden Spannungshalb­
welle zu sperren. Es bietet deshalb bei Wechsel­
stromspeisung der Anlauf keine besonderen Schwie­
rigkeiten, da man nicht allein auf die Kommutie­
rung mit Hilfe der Motorgegenspannung ange­
wiesen ist.
3. Der Stromrichtermotor für Wechselstrom­
speisung.
a) Schaltung und Wirkungsweise.
Von den bei Wechselstromspeisung möglichen
Schaltungen nimmt die im folgenden näher be­
schriebene ihren Ausgang von den sogenannten
Umrichterschaltungen. In der Abb. 3 ist zunächst
angenommen, daß es sich um ein Einphasenwechselstromnetz handelt und daß der Motor nur die
beiden um 180° gegeneinander versetzten W ick­
lungen 1 und 2 besitzt. W ährend in Abb. 1 bei
(Ileichstromspeisung zu jeder Motorwicklung nur
eine einzige Anode gehört, wird bei Abb. 3 jeweils
ein Anodenpaar benötigt, durch das der Wechsel­
strom des Netzes gleichgerichtet wird. Die Motor­
wicklungen 1 und 2 führen, wie in Abb. 1, ab­
wechselnd nur während einer Motorhalbwelle
Strom, indem je nach der Stellung des Läufers
mittels des starr gekuppelten Kontaktgebers ent­
weder die Anodengruppe 1 oder die Gruppe 2
zur Stromführung freigegeben wird. Die andere
5. November 1933
Gruppe ist dann durch ein genügend negatives
Gitterpotential gesperrt. Die Abb. 3 zeigt noch
durch Pfeile den Stromverlauf für einen bestimm­
ten Moment, in welchem die Stromwicklung 1 und
damit auch die Anodengruppe a, Strom führt. Von
den beiden Anoden der Gruppe 1 ist entsprechend
der Richtung der Netzwechselspannung gerade die
linke leitend. Außer der Steuerung der ganzen
Gruppe in Abhängigkeit von der Motorstellung
vermittels des Kontaktgebers können die einzelnen
Anoden zum Zwecke der Gleichspannungsregelung
noch getrennt gesteuert werden. Jede Anoden­
gruppe ist ein Gleichrichter für sich, dessen Span­
nung stetig durch Gittersteuerung geregelt werden
kann. Zu diesem Zweck ist noch der Drehregler
DR vorgesehen, durch welchen der von der
Batterie
H
gelieferten
Gittergleichspannung noch
eine Gitterwechselspannung von der Netzfre­
quenz überlagert wird.
Sekundärseitig hat der
Drehregler entsprechend
der Zahl der Anoden­
gruppen 2 voneinander
elektrisch isolierte W ick­
lungssysteme, die aber
beide auf dem gemein­
samen Rotor des Dreh­
reglers angeordnet sind
und gemeinsam verstellt
werden.
Im Gleichstromkreis
ist wieder eine große
Kathodcndrossel l) ange­
nommen, so daß mit kon­
stantem Gleichstrom ge­
rechnet werden kann5).
Die Abb. 4 gibt die Spannungs- und
Stromver­
hältnisse für die Anordnung nach Abb. 3 wieder,
und zwar ist hier der besseren Übersicht halber
im Gegensatz zu der Darstellung von Abb. 2
trotz Motorbetrieb die Motorgegenspannung F.g
positiv, das heißt nach oben aufgetragen. W ir
müssen demnach nur darauf achten, daß wir für
die Zündung mit einer Voreilung a rechnen müssen,
daß also zum Beispiel die Anode 1 den Strom
um a elektrische Grade vor den Schnittpunkt von
e, und e2 übernimmt. Die Gleichspannung U, die
bei Vernachlässigung aller Spannungsabfälle gleich
dem Mittelwert der Motorgegenspannung Eg sein
muß, bildet das Mittel aus den positiven Halb­
wellen der Anodenspannungen ea. In der linken
Abb. von 4 ist angenommen, daß die Anoden jeder
Gruppe voll geöffnet sind, daß also der Dreh­
regler I)R sich in seiner Ausgangsstellung befin­
det. Dann wird der Maximalwert £/„ der Gleich­
spannung erhalten (und damit muß sich dann auch
der Maximalwert der Gegenspannung Eg ein­
stellen).
5) Es können auch, wie punktiert gezeichnet, an
Stelle der Drossel D Induktivitäten in die Kreise der
Motorwicklungen 1 und 2 geschaltet werden, die aber
dann
zu
einem
Kommutierungstransformator
(KT)
vereinigt werden müssen.
5. November 1933
Elektrotechnik und Maschinenbau, 51. Jahrg., 1933, Heft 45
Die rechte Figur von Abb. 4 zeigt einen
anderen Betriebszustand des Motors mit nied­
rigerer Drehzahl und kleinerem W ert für die
Gegenspannung Hg"). Die entsprechende Verrin­
gerung der treibenden Gleichspannung U wurde
durch eine zusätzliche Gittersteuerung der ein­
zelnen Anoden jeder Gruppe mittels des Dreh­
reglers DR erreicht. Der Zündeinsatz der nächst­
folgenden Anode jeder Gruppe wird um den Naclieilwinkel a w verzögert. Statt dessen könnte natür­
lich auch mit Hilfe eines Stufentransformators die
Größe der Anodenspannungeu *•„ und damit U
verändert werden.
Die Abb. 4 b zeigt unter der Annahme einer
genügend großen Induktivität D den Verlauf des
593
die treibende Gleichspannung U oder man ver­
ändert durch eine passende W ahl von « (Verdrehen
des Bürstensatzes des Steuerkommutators) oder
durch Feldregulierung
die Gegenspannung t g.
Wenn man von jeder Stufenschaltung absehen will,
kann also die Drehzahlregelung auch ausschließ­
lich durch Gittersteuerung bewirkt werden. Damit
dabei der W inkel <tw nicht zu große und damit
der cos <p des Wechselstromnetzes zu ungünstige
Werte annimmt, wird die Regulierung der trei­
benden Gleichspannung U mit dem Drehregler DR
und der Gegenspannung t g durch Verdrehen des
Bürstensatzes des Kontaktgebers
zweckmäßig
kombiniert.
Außerdem ist es auch möglich, ausschließlich
durch Verstellen des Bür­
stensatzes des Kontaktgebersund des Drehreglers
DR, also ebenfalls durch
Betätigung der Gitter­
steuerung, von
Motor­
betrieb auf Nutzbrem­
sung, das heißt Genera­
torbetrieb, überzugehen.
Nach dem bisher Gesag­
ten ist dies ohne weiteres
verständlich, wenn man
sich vergegenwärtigt, daß
beim Motorbetrieb das
Finphasennetz den
die
Fnergie liefernden Gene­
rator bildet, jede Anoden­
gruppe für sich betrachtet,
einen Gleichrichter dar­
stellt, aber in bezug auf
die andere Anodengruppe
Abb. -1. Spannungs- und Stroinverhältnisse des Stromrlchtermotors.
als Wechselrichter arbei­
Motorstromes in den beiden Maschinenwicklungen
tet. Bei der Nutzbremsung stellt dann das Finpha­
sennetz den Motor dar und die Maschine ist der
1 und 2. Abb. 4 c gibt schließlich noch Strom und
Generator; jede Anodengruppe wird für sich als
Spannung auf der Wechselstromseite wieder;
Wechselrichter gesteuert, während sie in bezug
links sind beide in Phase, während in der rechten
Abb. der Strom iw der Spannung e„, um den W in ­ auf die andere Gruppe als Gleichrichter arbeitet.
Auch bei Nutzbremsung kann durch dieselben
kel ihr nacheilt.
Methoden wie bei Motorbetrieb die Drehzahl
h) Regelung.
reguliert werden.
In der bisherigen Darstellung war die Netz­
frequenz immer höher als die Motorfrequenz. Das
ist aber durchaus nicht nötig, sondern man kann
den Motor auch für eine höhere Betriebsfrequenz
auslegen und betreiben, als der Netzfrequenz ent­
spricht. Fs ist also sowohl unter- wie übersyn­
chroner Betrieb möglich.
Für die Drehzahlregelung des Motors stehen
somit die beiden folgenden Möglichkeiten zur
Verfügung. Fntweder reguliert man durch Gitter­
steuerung (Drehregler DR) oder Stufenschalter
*) Da « gegenüber der linken Figur unverändert
geblieben ist — wieder etwa = 30 elektrische Grade —
so rührt die Verringerung der Gegenspannung von der
Verminderung der Drehzahl des Motors bei unverändetem Feldstrom her. Statt dessen könnte aber Eg bei
unveränderter Drehzahl auch durch Vergrößern von a
oder durch Feldschwächung verringert worden sein.
c) Die Ausnutzung des Motors.
Soll der Motor, wie in der mehrphasigen
Anordnung der Abb. 1, beispielsweise mit 6 W ick­
lungen ausgeführt werden, so ist die Anordnung
der Abb. 3 dreimal zu wiederholen. Der Transfor­
mator erhält statt 2 dann 6 Sekundärwicklungen,
die voneinander elektrisch isoliert sein müssen,
und der Gleichrichter im ganzen 12 Anoden. Da­
durch ist aber für die Verbesserung der Ausnut­
zung des Motors oder des Transformators nichts
gewonnen; denn von den 6 W icklungen führt
genau so wie beim Sechsphasengleichrichterbetrieb in jedem Moment nur eine einzige
Strom. Eine gleichzeitige Stromführung mehrerer
Motorwicklungen und damit eine Verringerung
der Typenleistung des Transformators und vor
allem des Motors erreicht man zum Beispiel da­
594
Elektrotechnik und Maschinenbau, 51. Jahrg., 1933, Heft 45
durch, daß bei der dreifachen Wiederholung der
Schaltung nach Abb. 3 die drei Stromkreise ma­
gnetisch miteinander entsprechend verkettet wer­
den. Eine solche magnetische Verkettung zeigt die
Abb. 5, bei der drei getrennte Einphasentransformatoren, jeder wie in Abb. 3 mit einer primären
und zwei sekundären W icklungen ausgerüstet,
5. November 1933
Abb. 5 geht dann über in die der Abb. 6. Die
Bezeichnungen sind dieselben wie früher. Führen
beispielsweise gerade die Ventilgruppen 1. 3 und (>
Strom, dann überlagern sich in der geschlossenen
Motorwicklung folgende Stromkreise: Der Strom
von der ersten Ventilgruppe tritt bei 1 in die ge­
schlossene Motorwicklung
ein,
teilt sich in
zwei Zweige, die sich in
Punkt 2 wieder vereinigen
und zum Sternpunkt der
Transformatorwicklung 7',
zurückkehren. Ähnlich teilt
sich der von der dritten
Anodengruppe kommende
Strom in Punkt 3 in die
beiden Wicklungszweige,
vereinigt sich in 4 wieder
und fließt zum Stern­
punkt T:t zurück. Schließ­
lich ist von den 3 in Reihe
geschalteten
Systemen
noch die Anodengruppe f>
leitend und schickt den
Strom von Punkt 6 des
Motors nach 5 und wieder
zurück
zum
Transformator-Sternpunkt Tn. Die
Abb. 5. Stromrichterniotor mit offener, mehrphasiger
Überlagerung dieser drei
Statorwicklung.
Ströme hat auf die ein­
zelnen Kommutierungsvorgänge keinen Einfluß.
vorgesehen werden und deren primäre Wicklungen
Nach je einer Motorhalbwelle kehrt der betref­
sämtlich in Reihe geschaltet sind. Sobald primär­
fende Teilstroni seine Richtung um, ohne von den
seitig ein Strom fließt, verlangt das Amperewindungsgleichgewicht, daß auch sekundärseitig in anderen Teilströmen beeinflußt zu werden. So
jedem der in Reihe geschalteten 3 Transformatoren
ein Stromfluß vorhanden ist. Dam it führen aber
von den 6 Motorwicklungen ebenfalls ständig drei
Strom (in der Abb. 5 die W icklungen 1, 3 und fi)
und es beteiligen sich wie in Abb. 3 die Hälfte
aller Motorwicklungen an der Momentbildung.
Gegenüber der Abb. 3 besteht aber der Vorteil,
daß ein Mehrphasenmotor wesentlich besser aus­
genutzt ist als eine Einphasenmaschine. W ie aus
der Abb. 5 noch hervorgeht, erhält der mit der
Welle verbundene Steuerkommutator 3 Paare von
Bürsten, die ebenso wie die Wicklungsgruppen
des Motors je um 120 elektrische (irade versetzt
M
sind. Genau so würde auch der (in der Abb. 5
nicht dargestellte) Drehregler D R gegenüber der
Einphasenausführung der Abb. 3 mit der drei­
fachen Zahl von Sekundärwicklungen ausgerüstet
werden.
Eine noch weitere Verbesserung der Motor­
ausnutzung ist möglich, wenn man einanodige
Entladungsgefäße verwendet und dann an Stelle
der offenen eine geschlossene Motorwicklung
Abb. 6. Stromrichtermotor mit geschlossener Stator­
wählt. W ährend bei einem mehranodigen Gefäß
wicklung.
die gemeinsame Kathode mit nur einem Punkt des
werden zum Beispiel nach einer halben MotorMotors verbunden werden kann und somit für die
umdrehung (vom
Moment der Zündung der
W icklungen eine Sternschaltung erforderlich wird,
Ventilgruppe 1 an gerechnet! mit Hilfe des Steuerkann bei der einanodigen Ausführung die Kathode
kominutators die Ventile 2 leitend gemacht und
jedes (iefäßes (oder jeder Gefäßgruppe) ein be­
dadurch 1 gelöscht, so daß während der nächsten
liebiges Potential erhalten und infolgedessen mit
Motorhalbwelle der Strom zwischen den W ick­
irgendeinem Punkt der geschlossenen Motor­
lungspunkten 1 und 2 in umgekehrter Richtung
wicklung verbunden werden. Die Anordnung der
5. November 1933
Elektrotechnik und Maschinenbau, 51. Jahrg., 1933, Heft 45
fließt wie vorher. Man erhält mit einer solchen
Schaltung für den Motor eine nur unwesentlich
geringere Ausnutzung als bei normalen Drehstrommaschinen.
Die Einphasentransformatoren der
Abb. 5 und 6 können zweckmäßig zu einem ein­
zigen Fünfschenkel- oder Manteltransformator
vereinigt werden, bei welchem ebenfalls für die
drei Gruppen getrennte magnetische Rückschlüsse
bestehen.
W ill man auch bei der Schaltung nach Abb. 6
eine Reihenschlußcharakteristik für den Motor
erhalten, so muß mittels eines besonderen Gleich­
richters für den Erregerkreis ein dem Netzstrom
proportionaler Gleichstrom erzeugt werden. Man
schaltet zu diesem Zweck in die Primärleitung
einen Serientransformator ST und speist damit
sekundärseitig die Ventile 7. Stator und Feldwick­
lung erhalten in jedem Moment proportionale
Ströme.
Eine andere Möglichkeit zur Erreichung der­
selben Motorausnutzung wie in Abb. 6, zeigt
schließlich noch die Abb. 7. bei der an Stelle der
Reihenschaltung eine Parallelschaltung der An­
ordnung nach Abb. 3 gewählt wurde. Um auch
hier bei einanodigen Gefäßen eine geschlossene
Motorwicklung verwenden zu können, wird in
jedem der drei Systeme an Stelle der Kathoden­
drossel I) der in Abb. 3 punktiert gezeichnete
Komniutierungstransformator verwendet; die drei
Kommutierungstransformatoren werden dann ihrer­
seits wieder magnetisch miteinander verkettet.
Die Transformator-Sekundärwicklungen brauchen
in diesem Fall nicht sämtlich elektrisch voneinan­
der getrennt zu sein, sondern können teilweise zu
gemeinsamen Sekundärwicklungen vereint werden.
Auf die Dimensionierung des Motors hat die
Frequenz des speisenden Wechselstromes prak­
tisch keinen Einfluß. Dagegen wird der Transfor­
mator natürlich um so kleiner, je höher die Fre­
quenz ist. Sollen derartige Motoren für verschie­
dene Frequenzen eingerichtet werden, wie es im
Lokomotivbetrieb unter Umständen von Bedeu­
tung sein kann (zum Beispiel 50 und 16 2/n Hz), so
braucht im wesentlichen nur der Transformator
für die niedrigere Periodenzahl bemessen zu
werden.
Außer den bereits genannten betrieblichen
Torzügen der Stromrichtermotoren. wie Wegfall
595
des Kommutators, Vermeidung komplizierter An­
lasser, Steuereinrichtungen u. dgl. ist noch die
Möglichkeit der betriebsmäßigen Ein- und Ab­
schaltung der ganzen Anlage ausschließlich mit
Hilfe der Gittersteuerung zu erwähnen. Genau so
wie die Frequenz ist auch die Motorspannung
keinen einengenden Beschränkungen unterworfen,
sondern kann so gewählt werden, wie es für die
Gesamtdisposition am vorteilhaftesten erscheint.
Ahb. 7. Stromrichterniotor mit geschlossener Statorwicklung und besonderem Kommuticrungstransforniator.
Die Verluste der Gleichrichter sind bei höheren
Spannungen geringer als bei jeder anderen Um­
formungseinrichtung, so daß auch hinsichtlich des
Wirkungsgrades günstige Ergebnisse erzielt wer­
den können. Da sich die besprochenen Anordnun­
gen und Schaltungen sinngemäß auch auf die
Speisung aus einem Drehstromnetz übertragen
lassen, sind die Stromrichtermotoren nicht nur
auf den Bahnbetrieb beschränkt, sondern können
in gleicher Weise auch in Industrieanlagen, vor
allem für größere Leistungen Verwendung finden.
„
Ein Großgenerator Oerlikon“ für Canada.
ln den W erkstätten der Maschinenfabrik Oerlikon
(Zürich) wurde vor Kurzem ein vertikalachsiger Dreiphasen-Wechselstromgenerator fertiggestellt, welcher in
verschiedener Hinsicht spezielles Interesse bietet: stellt
er doch in seinen Abmessungen den größten bisher in
Europa gebauten Generator für W asserturbinenantrieb
vertikaler Bauart dar.
Der Generator ist für die „Beauharnois Power
Corporation Ltd., Montreal, Canada“ bestimmt, welche
am Lorenzostrom, zwischen dem St. Francis- und
St. Louis-See, ein Wasserkraftwerk baut, in welchem
auf einer Strecke von 29 km, ein Gefälle von 25 m
ausgenützt wird. Im vollen Ausbau wird die Zentrale
4(1 Maschinensätze zu je 50 000 PS enthalten und somit
eine Abgabe von total 2 Mill. PS ermöglichen. Oie
Zentrale wird nach fertigem Ausbau eine Länge von
über I km haben. Der erste Ausbau umfaßt fünf M a­
schinensätze zu je 50 000 PS. Die Lieferung eines der
benötigten Generatoren wurde vor zirka zwei Jahren
der Maschinenfabrik Oerlikon übertragen.
Die charakteristischen Daten des Generators sind
die folgenden:
Normale Kraftaufnahme in PS . . .
50 000
Normale Dauerleistung in kVA . . .
44 000
Maximale Dauerleistung in kVA . .
48 500
Normale Drehzahl U / m in ....................
75
Durchgangs-Drehzahl U'min . . . .
150
Klemmenspannung V ............................ 13200— 14500
F r e q u e n z ................................................
25 Hz
Schwungmoment des Rotors tm 2 . .
19 000
Totales Gewicrit (einschl. Traglager) t
600
5%
Elektrotechnik und Maschinenbau, 51. Jahrg., 1933, tieft 45
Der Stator ist sechsteilig ausgeführt; er weist einen
äußeren Durchmesser auf von 122 m bei einer zylindri­
schen Höhe von 2'6 m und ein Gewicht von zirka 220 t.
Der 40polige Rotor hat, über die Pole gemessen, einen
Durchmesser von 10'5 m und ein Gewicht von 320 t.
Zur Herstellung des Generators haben an Stelle
der sohweren und komplizierten Grau­
gußteile durchwegs elektrisch ge­
schweißte Flußeisen- und S. M.-Stahlblech-Konstruktionen Verwendung ge­
funden, für die rund 240 t gewalzte
Grobbleche von 2 0 . .. 50 mm Dicke be­
nötigt wurden. (Das Gewicht des Ge­
häuses aus Gußeisen wäre um 65 vH
höher.)
Eine weitere Besonderheit im kon­
struktiven Aufbau des Generators
liegt in der Anordnung des Trag­
lagers, das die Gewichte der rotieren­
den Teile des Generators und der
Turbine sowie den W asserdruck von
insgesamt 700 t aufzunehmen hat.
Das Traglager ist, entgegen der in
Europa im allgemeinen üblichen Anord­
nung über dem Stator, unter dem
Rotor auf zwei einfachen I-Trägern
aufgestellt. Diese Anordnung gew ähr­
leistet dem Traglager zufolge der
wesentlich kürzeren Baulänge der
Tragkonstruktion eine größere Stabi­
lität
bei
gleichzeitiger
Gewichts­
ersparnis an Tragkonstruktion und
W elle von zirka 40 t.
Die vertikal gestellte W elle hat
in den Führungslagern einen Durch­
messer von 915 mm und ein Gewicht
von zirka 35 t.
Der Radstern ist zehnarmig; jeder
Arm besteht aus zwei aneinandergeschweißten I-Trägern. Zufolge der
außergewöhnlich großen Gewichte und
Abmessungen muß das Polrad für
den Transport in viele Teile zerlegt
werden. Dies bedingt, daß auch der
Radkranz, auf dem die 40 Polkörper
angeschraubt sind, radial getrennt
werden muß. Gehört dieser Genera­
tor mit seinen 75 U/min zweifellos zu
den Typen der Langsam-Läufer, so
birgt der Rotor beim Durchgang der
Turbine doch gewaltige Zentrifugal­
kräfte in sich, die zum größten Teil
von den Radkranz-Verbindungen auf­
genommen werden müssen. Der R ad­
kranz ist radial in Drittel aufgeteilt
und jede der drei Trennungs-Verbin­
dungen hat beim Durchgang einer
Zentrifugalkraft von zirka 4 Mill. kg
zu widerstehen. Die Maschinenfabrik
Oerlikon benützte hiezu eine ihr geschützte Konstruk­
tion, die erlaubt, solche Kräfte zu bemeistern mit M a­
terialspannungen, die kaum 50 vH der Streckgrenze des
für die Verbindungen verwendeten Materials erreichen.
Jeder Pol wiegt etwa 3 t und erfährt bei der Schleuder­
drehzahl (150) eine Fliehkraft von 355 t.
Bei normaler Leistungsabgabe des Generators be­
trägt die Umfangskraft des Rotors bei einer Umfangs­
geschwindigkeit von 40 m/s zirka 110 t, während die
5. November 1933
Keile der Radnabe eine Umfangskraft von 1200 t zu
übertragen haben. Auf die untere Läufer-Ringfläche wir­
ken 28 am Umfang verteilte Bremszylinder in Achsen­
richtung, die mit 15 at Luftdruck betätigt, ein Abbretnsen
der rotierenden Teile in 3 min gestatten: die Brems­
zylinder können auch mit Drucköl von 150 at gespeist
Abb. l.
werden zwecks Heben des Rotors
bei Arbeiten am Spurlager.
samt Turbinenrad
Die Erregung geschieht durch einen Maschinen­
satz, der aus einem 320 kW-, 250 V-Generator mit
Fremderregung, die durch eine 4 kW-Kompound-Hilfserregermaschine besorgt wird, sowie einem 1200 U/minDrehstrom-Käfigankermotor als Antrieb besteht.
E. J a e g e r, Oerlikon.
Rundschau.
Elektrische Maschinen, Transformatoren.
Transformatoren
mit verstärkten Jochen. Von
M. V i d m a r. Beachtet man die drei Grundgesetze für
den billigsten Aufbau des Transformators, nämlich:
1. Gleiche jährliche Eisen- und Kupferverluste. 2. Glei­
cher Kostenaufwand für aktives Eisen und aktives
Kupfer. 3. Gleiches Säulen- und Jochgewicht1), so ergibt
ein Vergleich zwischen zwei Transformatoren gleicher
Leistung, gleicher Eisengewichte, gleicher Kupferge­
wichte und gleicher Kupferverluste, von denen der eine
unverstärkte, der andere x-mal verstärkte Joche hat.
‘ ) E. u. M. 51 (1933) S. 69.
5. November 1933
Juli
die
Elektrotechnik und Maschinenbau,
Eisenverluste
des
zweiten
Transformators
x ( I /x)
-71—-tt- mal so grob sind wie die des ersten. Hieraus ist
2 . ar/s
durch Jochverstärkungen bis zu 106 vH eine — aller­
dings ziemlich kleine — Verminderung der Eisenverluste
zu erreichen (Bereich 1 < * < 2 06). Am günstigsten ist
eine Jochvcrstärkung von *11 vH (a; = V2 ) : die Eisenverluste werden dadurch um 55 vH reduziert. Zu
beachten ist allerdings, daß infolge der getroffenen
Annahmen bei der Ausführung mit verstärkten Jochen
S __
mit einer Vx-mal höheren Induktion in den Säulen zu
rechnen ist als bei der unverstärkten Ausführung. Bei
der günstigsten Verstärkung liegt also die Induktion um
12 vH höher als beim gleichwertigen Transformator mit
unverstärkten Jochen. Infolgedessen ändert sich durch
die Jochvcrstärkung auch der Magnetisierungsstrom:
I /jC*)
dieser wächst proportional der Funktion ------- Bis
51. Jahrg., 1933, Heft 45
597
bildet mit den beiden Außenzinken für den motorisch
unwirksamen Spannungsfluß einen aus symmetrischen
Hälften bestehenden magnetischen Kreis. Der kleinere,
wirksame Teil des Spannungsflusses durchsetzt die
Ankerscheibe und schließt sich zum Teil über den
Gegenpol e, zum Teil über die Zinken des Stromeisens.
Der am Joch des Spannungseisens festgeschraubte
Gegenpol, dessen bogenförmige, die Ankerscheibe angrei­
fende Zunge aus einem ferromagnetischen Bimetall be­
steht, hat die Abhängigkeit der Zählerangabe von Temperaturschwankungen zu kompensieren, indem sie durch
ihre Biegung den Luftspalt zwischen sich und dem
Spannungspol ändert. Anschläge i begrenzen die Be­
wegung der Zunge.
Zur genauen Einstellung der 90"-Verschiebung zw i­
schen wirksamem Strom- und Spannungsfluß, die bei
induktionsfreier Belastung auftreten muß, dienen zwei
zu rund 20 vH Verstärkung bleibt der Magnetisierungs­
strom kleiner, bei der Verstärkung von 41 vH hingegen
liegt er um etwa 18 vH höher als bei unverstärkten
Jochen. Diese Erhöhung des Magnetisierungsstromes
wird in den meisten Fällen in Anbetracht der durch die
Jochverstärkung zu erwartenden fühlbaren Senkung der
Eisenverluste gerne in Kauf genommen werden.
Dr. B g.
(Bull. SEV 24 (1933) S. 257.)
Der Schweißtank. Von W . W . R e d d i e. Eine ganz
neuartige Schweißmaschine ist von der Westinghouse
El. & Mfg. Co. entwickelt worden. Sie ist selbstfahrend,
und zwar fährt sie wie ein Tank oder Traktor auf
Raupenketten mit einer Geschwindigkeit von etwa
3 km/h, kann selbst auf einen flachen Eisenbahnwagen
klettern, am Fleck wenden usw. Der Traktor ist 4'5 m
lang. 0'75 m breit und 90 cm hoch: er wiegt etwa 5 t.
Am Hinterende ist ein Sitz für den Fahrer. Seine geringe
Höhe und Breite erlaubt ihm, die Kronen der Eisen­
bahndämme entlangzufahren ohne von den verkehrenden
Zügen gefährdet zu werden. Das Fahrzeug enthält einen
Benzinmotor, einen Schweißgenerator, einen Hilfsgenera­
tor, zwei Fahrmotoren
und die Steuergeräte. Der
Schweißgenerator ist für 300 A/25 V und 270 Af40 V
ausgelegt. Der Hilfsgenerator (für 7'4 k W , 125 V)
liefert den Erregerstrom für den Schweißgenerator, ferner
Strom für die Fahrmotoren und anzuschließende Elektro­
werkzeuge (Schleif- und Bohrmaschinen). Die Reihenschlußfahrmotoren leisten 5 PS bei 1200 U/min und
treiben je eine Raupenkette mittels eines Schnecken­
getriebes 1/60 an. Die Fahrgeschwindigkeit wird durch
ein Pedal geregelt, welches die Erregung des Hilfs­
generators beeinflußt. Die Lenkung des Fahrzeuges ge­
schieht durch Abschaltung oder Umkehrung der Dreh­
richtung eines Motors. Wegen seiner geringen Fahr­
geschwindigkeit läßt man den Schweißtank nur kurze
Strecken mittels der Raupen seihst fahren. Eine Eisenbahngescllschaft hat zur Fahrt über längere Strecken
ein niedriges Fahrgestell entwickelt, welches einen
schnellaufenden Fahrmotor enthält. Dieser wird mittels
eines Kabels mit dem Hilfsgenerator des Traktors ge­
kuppelt. welcher das Fahrgestell besteigt und dadurch
längere Strecken rasch befahren kann.
H. S.
(El. Journ. 30 (1933) S. 307.)
Ueßkunde.
Neue Induktionszähler für Einphasenstrom und
Drehstrom. Eine Reihe von Induktionszählern der Firma
Landis & Gyr, Ges. m. b. H.. W ien, wurde zur eichamtlichen Behandlung zugelassen. Als Beispiel sei der
Zähler, Type M G I , beschrieben, der für DrehstromVierleiteranlagen bis 500 V, 30 A, 4 0 ... 60 Hz geeignet
ist. Der Zähler (Abb. 1) ist ein Induktionsmotor der
aus drei Triebsystemen I, II. III besteht. Die drei auf
einer W elle sitzenden Kurzschlußanker aus Aluminium a
werden durch zwei Dauermagnete m gebremst. Auf der
einen Seite der Scheiben sind die tZ-förmigen Stromeisen
c, auf der anderen die dreizinkigen Spannungseisen b
angebracht. Der Mittelzinken mit seinem Polschtth d
ADO. 1.
Kupferflügel I, die auf die Achse g aufgepreßt sind.
Die Achse ist in der Mitte mit einer Kerbe versehen
und wird dort durch eine Klemmvorrichtung festgehal­
ten. Durch Drehung der Achse werden die Flügel in
die Luftspalte zwischen Polschuh d und den Außen­
zinken von b eingeschwenkt. Durch die schräg gegen
die Ankerscheibe gestellten Lappen des eisernen Doppelflügels h w ird zum Ausgleich der Reibung ein kleines
zusätzliches Drehmoment erzeugt. Die Verhütung des
Leerlaufes erfolgt durch ein auf die Systemwelle auf­
gewundenes Eisendrähtchen, das von einem Streublech
des Spannungseisens angezogen wird. Die anderen Typen
( F G1 , H G 1 , K G 1 , L G 1 , D G l , C G I , D G 1*) sind
ihren Verwendungszwecken entsprechend aus den oben
beschriebenen Triebsystemen zusammengesetzt. H. S.
(Eichschrift 167/1933 des BA f. Eich- u. Vermessungs­
wesen, W ien.)
Stromverteilung, K raftübertragung.
Dämpfung und W änn ew irk u ng des Stoßstromes bei
einfach gespeistem Netzkurzschluß. Von P. J a c o 11 e t.
In Anlehnung an die Theorie der Ausgleichsvorgänge
beim Klemmenkurzschluß läßt sich der allgemeinere
598
Elektrotechnik und Maschinenbau, 51. Jahrg., 1933, Heft 45
Fall
des
Netzkurzschlusses
behandeln1).
Wechsel­
strom- und Qleichstromanteil des Stoßstromes klingen
mit eigenen Zeitkonstanten ab, die bei Vernachlässigung
der Wirbelstrom- und
Sättigungserscheinungen
im
üenerator nur vom Netzwiderstand und der numerischen
Kurzschlußentfernung abhängen. Die Rechnung ergibt
für die Dämpfung des Stoßwechselstromes die Zeitkonstante
w ird A t„ " =
5. November 1933
^l' ^ er G le'chstromanteil der E r­
wärmung wird schon bei kleinen numerischen Kurz­
schlußentfernungen gewöhnlich so gering, daß er ver­
nachlässigt werden kann; er muß nur bei kleinen Genera­
toren mit niedrigen Leerlaufs-Läuferzeitkonstanten 7/
berücksichtigt werden. Bei Klemmenkurzschluß wird
4 14 am größten und läßt sich leicht aus den entspre­
chenden W erten von T und ° berechnen.
Frd.
(Arch. El. 26 (1932) S. 679.)
Leitungen und Leitungsbau.
wobei Ri und Li den Ohmschen W iderstand und die
Induktivität des Läufers, r„ und xn Netzwiderstand und
Netzreaktanz, xr die von der Ankerrückwirkung her­
rührende Reaktanz, xs die gesamte Streureaktanz (ein­
schließlich
Bohrungsfeld),
und a = (xs + xn): xs die
numerische Kurzschlußentfernung bezeichnet. Nach 4er
angegebenen Formel wächst die W echselstromzeitkon­
stante mit zunehmendem a und nähert sich dem Grenz­
wert T ‘‘ = T i = - , der mithin gleich der Leerlaufn i
Läuferzeitkonstante 7/ ist, die bei normalen Maschinen
bekanntlich das fünf- bis zehnfache der Streufeldzeit­
konstanten beträgt. Den kleinsten W ert besitzt T” bei
Klemmenkurzschluß, nämlich T u " = 7/ xs : (ay + xs) =
= 7/. A r ; dabei bedeutet
die relative Gesamtstreuung
und k das für jeden Generator bekannte Kurzschluß­
verhältnis bei Leerlauferregung. Die Zeitkonstante der
Stoßgleichstromdämpfung kann für die praktisch vor­
kommenden Netz- und Generatorkonstanten mit genügen­
der Annäherung aus
berechnet werden, wobei <*> die Kreisfrequenz und fst
den W icklungswiderstand des Ständers je Phasenleitung
bezeichnet. Die Diskussion dieses Ausdruckes zeigt,
daß T mit zunehmender numerischer Kurzschlußent­
fernung a abnimmt, und zwar um so rascher, je größer
rn :x„ ist. Bei Klemmenkurzschluß erhält man 7*/'==
—
« \rst /
dagegen bei sehr entfernten Kurzschlüssen
In Kabelnetzen mit hohem Ohmschen W iderstand
wird daher bei einem Kurzschluß im Netz der Stoß­
gleichstrom sehr stark gedämpft sein. Ganz allgemein
wird mit wachsender Kurzschlußentfernung und zuneh­
mendem Netzwiderstand der Stoßgleichstrom immer
langsamer abklingen. Dies gilt auch dann, wenn man
den Einfluß der Maschinensättigung berücksichtigt, der
sich nur dahin auswirkt, daß Tn " immer kleiner als
Ti bleibt. Die Berechnung der Dämpfungskonstanten
ermöglicht auch die Berechnung der W ärm ew irkung des
Stoßstromes bei Netzkurzschluß, die man nach R ü d e n ­
b e r g 2) als W ärm ew irkung des Dauerkurzschlußstromes
während einer Zuschlagzeit ^ t darstellen kann. Zerlegt
man 4 1 in zwei Anteile 4 ? und 4
die vom Stoß­
gleichstrom und Stoßwechselstrom herrühren, so führt
die Rechnung zu den folgenden einfachen Ausdrücken:
U Xg
xr + a x s
in welchen der Streukoeffizient o = -- ; „ — zu setzen
ist. Die zahlenmäßige und graphische Auswertung die­
ser Ausdrücke ergibt, daß die durch den Stoßwechselstrom bewirkte zusätzliche Erwärm ung mit wachsender
numerischer Kurzschlußentfernung zunächst rasch bis
zu einem Höchstwert zunimmt und dann wieder allm äh­
lich abnimm t: dieser Verlauf ist um so ausgeprägter, je
größer der W ert von rnlxn ist. Für große W erte von a
*) Vgl. a. R. R ü d e n b e r g , E. u. M. 45 (1927)
S. 77; A. S m o l a n s k i , E. u. M. 50 (1932) S. 234.
2) Wiss. Veröff. Siemens-Konz. 10 (1931) S. 57.
Untersuchungen über die Ursachen von Nebensprechstörungen ln Fernsprechkabeln. Von H. F e i n e r .
Die in einem aus Sternvierern oder Dießelhorst-MartinVierern (zwei Adernpaare erst für sich verdrillt und
dann miteinander verseilt) aufgebauten Fernsprechkabel
möglichen Beeinflussungen zwischen den verschiedenen
Sprechkreisen haben ihre Ursachen in gewissen Un­
symmetrien des Aufbaues, zum Teil verursacht durch
Ungenauigkeiten der Fabrikation: außerdem kann als
Kopplungsursache
noch die ungünstige W ahl
der
Drallängen hinzukommen. Der Verfasser berichtet, an­
schließend an frühere Arbeiten von H. S c h i l l e r 1)
über Messungen die an DAf-Vierern bei verschiedenen
Drallverhältnissen durchgeführt werden; durch systema­
tische Versuche an Sternvierern wurde der Einfluß
von verschiedenen möglichen Fabrikationsfehlern auf
die maßgebenden Kopplungswcrte geklärt. Die Messung
der Kopplungswerte der ganzen Viererlänge erfolgte
mit einer normalen Kopplungsmeßbrücke. Um den Ver­
lauf der Kopplungen auf der Viererlänge zu bestimmen,
wird der von der AEG entwickelte kapazitive und
induktive Kopplungsmesser verwendet. W ährend das
eine Ende des Versuchsvierers ständig mit dem Kopp­
lungsmesser verbunden ist, wird vom fernen Ende nach
jeder Messung eine bestimmte Länge abgeschnitten und
die Messung des verkürzten Vierers vorgenommen. Die
so erhaltenen Meßwerte ermöglichen eine kurvenmäßige
Darstellung des Kopplungsverlaufes längs der ganzen
Viererlänge. Bei Dießelhorst-Martiri-Gruppen zerfällt
gemäß der erwähnten Theorie die Viererlänge in sich
periodisch wiederholende
sogenannte „Kopplungsab­
schnitte“, welche für sich entkoppelt sein müssen, um
eine Kopplung der ganzen Viererlänge durch Summie­
rung der Restkopplungen jedes Kopplungsabschnittes
zu vermeiden. Die Länge des Kopplungsabschnittes
ergibt sich rechnerisch aus den Drallängen der die
Gruppe bildenden Paare. Durch geeignete W ahl der
Drallängen kann man praktisch sämtliche Kopplungs­
größen gleichzeitig zum Verschwinden bringen. Bei
Sternvierern
entstehen Nebensprechstörungen dann,
wenn entweder die Symmetrie der Leiteranordnung ge­
stört wird oder wenn eine elektrische Verschiedenheit
der Dielektriken zwischen den Leitern vorhanden ist.
Ersteres kann eintreten durch eine Ungleichheit der
Aderstärken oder durch eine Verschiedenheit der
Bremsung der Adern bei der Verseilung zum Stern­
vierer, das zweite durch den Einfluß der Färbung. Bei
vollkommener
Symmetrie
der
geometrischen
und
Materialverhältnisse sind die zwischen ie zwei Leitern
vorhandenen
sogenannten
Teilkapazitäten
einander
gleich. Um den Einfluß der Färbung auf die Gleich­
mäßigkeit der Teilkapazitäten zu untersuchen, wurde
die W irkung jeder Farbe für sich gemessen. Dabei war
das zur Bespinnung der zu kennzeichnenden Ader ver­
wendete Papier nach der neuerdings gebräuchlichen
Art nur mit einem schmalen Längsstreifen bedruckt.
Die Messung ergab, daß die einzelnen Farben eine
annähernd gleich große Kopplung verursachen, so daß
bei einem Vierer, bei welchem alle Adern gefärbt sind,
eine weitgehende Kompensation zu erwarten ist. Die
Ubersprechkopplung zwischen den Paarsprechkreisen
blieb von der Färbung unbeeinflußt. Um den Einfluß
der Aderstärken, das ist der Durchmesser der mit
Kordel und Papier umsponnenen Ader zu untersuchen,
wurden Versuchssternvierer gemessen, bei denen eine
•) ENT 8 (1931) S. 114: 9 (1932) S. 81.
S. November 1933
Elektrotechnik und Maschinenbau, 51. Jahrg., 1933, Heit 45
oder mehrere Adern einen größeren Durchmesser
erhielten als die ü b r i g e n . Ebenso wurde der Einfluß
einer ungleichmäßigen Aderbremsung an Versuchssternvierern untersucht, bei denen eine oder mehrere
Adern bei der Verseilung eine stärkere Bremsung erhal­
len hatten als die übrigen. Aus den Versuchsergebnissen,
welche eine deutliche Übereinstimmung mit den zu
erwartenden Kopplungsverhältnissen zeigen, geht her­
vor, daß in beiden Fällen nur eine wesentliche Beein­
flussung der sogenannten Mitsprechkopplungen (zw i­
schen Paarsprechkreis und Vierersprechkreis) erfolgt,
während die Übersprechkopplung unbeeinflußt bleibt.
Dabei ist zu erwähnen, daß bei diesen künstlich erzeug­
ten Fabrikationsungenauigkeiten das bei einer normalen
Erzeugung mögliche Maß weit überschritten wurde.
F.
(ENT 9 (1932) S. 412...420.)
Werkstoffe.
Direkter Nachweis der Raum ladung in ölen.
Untersuchungen der letzten Jahre haben ergeben, daß
auch bei hochgradig gereinigten ölen freie Ionen analoge
Verhältnisse hervorrufen wie in Oasen. A. G e m a n t
weist die durch freie Ionen bedingte Raumladung auf
folgende Weise experimentell nach: In ein mit Öl ge­
fülltes Qefäß werden zwei Elektroden und vor die eine
Elektrode eine aus porösem Papier hergestellte flache
Hülse gebracht, welche dem Stromdurchgang kein Hin­
dernis bietet, jedoch mit Hilfe eines isolierten Griffes
herausgeholt werden kann und so das Herausholen des
innerhalb der Hülle in der Nähe der einen Elektrode
befindlichen Öles gestattet. An die Elektrode wird
Gleichstrom-Hochspannung (0'8 bis 20 kV) gelegt: nach
Abschaltung derselben werden die Elektroden auf einen
Augenblick kurzgeschlossen, die Hülse samt Ölinhalt
schnell herausgenommen und in einen eigenen isoliert
aufgestellten Behälter gegeben. Mit Hilfe eines ballisti­
schen Galvanometers wird die Ladung des Öles in der
Hülse (Raumladung) und zur Kontrolle die Ladung der
Elektroden gemessen. Für eine gewisse Anordnung von
Parallelelektroden ergab sich, daß die Raumladung pro­
portional der Spannung wuchs und etwa */s der raum­
freien Ladung zwischen den Elektroden betrug. Für eine
koaxial-zylindrische Anordnung nahm die Raumladung
mit der Spannung nicht proportional zu. sondern es
scheint, daß sie einem Sättigungswert zustrebte. Für die
niedrigen Spannungen betrug sie etwa */» der raumfreien
Ladung.
Dr. T s c h.
(ETZ 54 (1933) S. 468.)
Wirtschaftliche Nachrichten.
(Geschäftsberichte
und
Betriebsergeb­
ni sse. )
A. E. G. - Union Elektrizitäts-Gesellschaft, W ien. (Aus
dem Bericht über das Geschäftsjahr 1932.) An größeren
und interessanten Lieferungen und Aufträgen sind zu
erwähnen: An die ö . B. B. wurden sieben Güterzugund Verschublokomotiven, Achsfolge D ‘), geliefert, wo­
durch die Gesamtzahl der Ausführungen dieser Lokomotivbauart auf 21 stieg. An Aufträgen wurden die elektri­
schen Ausrüstungen für zwei dieselelektrische Per­
sonentriebwagen, für zwei dieselelektrische Gepäck­
triebwagen, sowie die Triebmotoren für weitere acht
dieselelektrische Personentriebwagen, hereingenommen.
Der Auftrag auf die Elektrifizierung der Linie Schwarzach— St. Veit— Mallnitz gelangte im Mai I. J. zur Ver­
gebung, ebenso konnten die im Berichtsjahre angebahn­
ten Verhandlungen hinsichtlich Bestellung von Lokomo­
tiven einer neu entwickelten Einheitstype, Bo— Bo3), im
Mai 1. J. zum Abschluß gebracht werden. An die W iener
Straßenbahnen wurden 20 Stück Leichtgcwichts-Triebtnotoren geliefert. An die W iener Städtischen Elektri­
zitätswerke wurden eine größere Anzahl Netztransfor­
matoren und eine Schalt- und Umspannstation für das
5 kV-Netz geliefert. Die 5 kV-Schaltanlage des Umspann­
werkes Engerthstraße, bei welcher zum ersten Male in
Österreich Druckgasschalter zur Anwendung kamen,
wurde im laufenden Geschäftsjahr in Betrieb gesetzt.
An das Elektrizitätswerk Klagenfurt wurde ein 2000 kVATransformator geliefert. Seitens der Lokalbahn Innsbruck
*) Vgl. E. u. M. 50 (1932) S. 37.
’ ) Vgl. E. u. M. 51 (1933) S. 267.
599
— Hall ging ein Auftrag auf eine Glasgleichrichteranlage,
aus zwei Gleichrichtern für je 350 A bei 600 V, zur
Versorgung der Innsbrucker Straßenbahn ein. Für die
Trifailer Kohlenwerke wurde die Apparateausrüstung
für eine 30 kV-Freiluftstation geliefert, für den Bisamberg-Großsender der Ravag ein großer Teil der
maschinellen Einrichtungen in Auftrag genommen. Beim
Umbau der elektrischen Einrichtungen des Burgtheaters
in W ie n 1) war die A. E. G. - Union, insbesondere durch
die Lieferung von Spezialapparaten für die Beleuchtung
— n —.
der Bühne, beteiligt. _____________
Patentbericht.
Elektrische Regulierung.
(Fortsetzung an« Heft 41, Seile S50.)
Regulierung von Gleichstrommotoren.
Me h r m o t o r e n a n t r i e b e .
Die A E G - U n i o n E I. - G e s., W ien (L. L u n d .
Berlin), schlägt eine Gleichlaufregelvorrichtung für Mehrmotorenantriebe vor, bei der zur Drehzahlregelung der
Teilmotoren ein Kohledruckregler verwendet wird. Das
die Kchlensäule aufnehmende Gehäuse wird mit der
Leitgeschwindigkeit angetrieben, ist also zum Beispiel
mit der W elle einer mit der Leitfrequenz angetriebenen
Wechselstronnnaschine verbunden, die Druckschraube ist
mit der W elle einer der Kegelscheiben des Riementriebes
verbunden, läuft somit mit der Ist-Geschwindigkeit um.
(ö . P. Nr. 130 942.)
Nach einem Vorschlag der E L I N , W ien, wird
durch die Differentialgetriebe zur Gleichlaufregelung, die
einerseits von den Teilmotoren, andererseits von einer
Leitwelle oder einem Synchronmotor angetrieben sind,
bei Abweichungen der Drehzahl eines Teilmotors vom
Sollwert der magnetische W iderstand des magnetischen
Kreises des zum Beispiel mit Regulierpolen ausgeführ­
ten Teilmotors solange verändert, bis die Drehzahl dem
Sollwert entspricht.
(ö . P. Nr. 129 594.)
Eine Erfindung der S S W , Berlin, die Gleichlauf­
regelung der Teilmotoren von Mehrmotorenantrieben mit­
tels Differentiaivorrichtung betreffend, besteht darin, daß
eine Elektronenröhre mit Gittersteuerung als Differential­
vorrichtung verwendet wird, wobei die Lage des Zünd­
punktes in Einklang mit der gegenseitigen Abweichung
zwischen Ist- und Sollwert geändert wird.
(Brit. Pat. Nr. 389 447.)
Eine Anordnung zur selbsttätigen Geschwindigkeits­
regelung von Elektromotoren für eine Reihe von einzeln
angetriebenen
Arbeitsmaschinen
mit durchlaufendem
Arbeitsgut nach einer Erfindung von S S W , Berlin, ist
dadurch gekennzeichnet, daß die Drehzahl irgendeines
Motors in Abhängigkeit von der Belastung eines der in
der Arbeitsrichtung folgenden Motoren gesteuert wird.
Bei kontinuierlichen W alzw erken schwächt der Strom
irgendeines Gleichstrommotors das Feld des in der
Reihe vorangehenden Motors, wodurch eine gleichmäßige
Zugbeanspruchung des W alzgutes erreicht wird.
(D. R. P. Nr. 574 258.)
Bei elektrischen Mehrmotorenantrieben wurden zur
Vermeidung von Pendelungen die zu vergleichenden Ge­
schwindigkeiten unter Verwendung einer doppelseitig
wirkenden Feder auf einen Regler übertragen. Nach
einer Erfindung von B B C , Baden, ist die mit Vor­
spannung versehene doppelseitig wirkende Feder zw i­
schen den Regler, zum Beispiel das Antriebsorgan
eines Magnetreglers und das Differentialgetriebe ge­
schaltet, und der Regler mit einer Dämpfung versehen.
(D. R. P. Nr. 567 078.)
Nach einem weiteren Vorschlag von B B C , Baden,
sind zwecks Gleichlaufregelung mit jedem der Teilantriebsmotoren zwei Wechselstrommaschinen gekuppelt,
davon die eine unmittelbar, die andere über ein Kegelriemenscheibenpaar. Die unmittelbar mit einem Teil­
motor gekuppelte Wechselstrommaschine ist mit der
mittelbar gekuppelten des nachfolgenden Motors in Reihe
geschaltet, und zw ar unter Zwischenschaltung von Lei­
stungsreglern, die unter der W irkung eines Energie­
flusses zwischen den in Reihe geschalteten Wechsel’ ) Die Lichttechnik 10 (1933) S. 1.
600
Elektrotechnik und Maschinenbau, 51. Jahrg., 1933, Heft 45
strommaschinen die Spannung oder Erregung der Autriebsmotoren beeinflussen.
(D. R. P. Nr. 565 600.)
Bei einer Regelvorrichtung für Mehrmotorenantriebe
mittels Änderung der den Ankern der Teilmotoren
zugeführten Spannung mit Hilfe von Zusatzmaschinen
lassen sich Vereinfachungen
und kleinere Zusatzinaschinen erzielen, wenn nach einer Erfindung der
S S W , Berlin (H. B r ü h n), der die Erregung der Zu­
satzmaschine beeinflussende, von der Differentialvor­
richtung gesteuerte W iderstand als Spannungsteiler aus­
gebildet ist, mit dessen Teilpunkt einerseits und dessen
beweglicher Schleifbürste andererseits die Feldwicklung
der Zusatzmaschine verbunden ist.
(D. R. P. Nr. 542 964.)
( F o r t s e t z u n g .f o lg t )
Chronik.
Erster Internationaler Talsperrenkongreß, Skandina­
vien 1933. Der Gesamtbericht über den ersten Inter­
nationalen Talsperrenkongreß, Skandinavien 1933, wird
demnächst in fünf Bänden erscheinen, und zw ar Bd. I:
Altersschüden von Beton (250 S.); Bd. II: Formände­
rungen in Schwergewichtsmauern (550 S.): Bd. III:
Untersuchung von zu Erddämmen bestimmtem Material
(330 S.): Bd. IV: Sickerung durch Erddämme (400 S.):
Bd. V: Kommunikationen (kurze fachliche Mitteilungen
und Ergänzungen), (90 S.).
Dieses für Fachleute unentbehrliche W erk, von
dem auch jeder Band einzeln abgegeben wird, kann
beim österreichischen Nationalkomitee der Weltkraftkonferenz Wien, I., Stubenring 1, Tür 204, bestellt wer­
den, wo auch ein Gesamtexemplar zur Ansicht aufliegt.
Die Bezugspreise, zu denen noch die Versandspesen
kommen, betragen für die ersten vier Bände S 108, für
alle fünf Bände S 115. Bei Bestellungen vor dem
15. Dez. d. .1. gilt der Subskriptionspreis von S 86 bzw.
--- -— —— "
S 92.
Literaturberichte.
,,#7 Selbstkostenberechnung elektrischer Arbeit, ihr Auf­
bau und ihre Durchführung. Von Dipl.-Ing. Hermann
Rückwardt.
148 S. mit 37 Abb. Verlag von R.
Oldenbourg, München und Berlin 1933. Preis RM. 9 50.
Zur Kennzeichnung des reichen Stoffes vorliegen­
den Buches diene nachfolgende kurze Inhaltsangabe:
I. E i n 1e i t u n g. Wesen und Bedeutung der Selbst­
kostenberechnung elektrischer Arbeit für ein Elektrizi­
tätswerk. I I . H a u p 11 e i 1. Die Selbstkostenberechnung
elektrischer Arbeit, ihr Aufbau und ihre Durchführung:
A) Versorgungsprogramm und Prinzipschaltbild des
Unternehmens als Grundlage für den Aufbau des
Buchungsschemas, ß) Das Buchungsschema für die Ver­
buchung sämtlicher Aufwendungen. C) Rückstellungen,
die in den Buchungsschemata nicht erfaßt, aber in der
Selbstkostenberechnung berücksichtigt werden. [)) Die
Feststellung und Verrechnung der in Selbstkostenberech­
nungen zu berücksichtigenden Aufwendungen. E) General­
unkosten und deren Umlegung. F) Durchführung und
Ergebnisse der Selbstkostenberechnungen. G) Das Pro­
blem der Verteilung von Gemeinschafts-Leistungskosten.
H) Die Berücksichtigung des Leistungsfaktors in Selbst­
kostenberechnungen. /) Die Berücksichtigung der Ver­
luste und des Eigenverbrauches in Selbstkostenbe­
rechnungen, und die Einheiten, auf die die Kosten be­
zogen werden (Kostenträger). K) Fehlerquellen bei
Selbstkostenberechnungen auf Grund erzielter Betriebs­
ergebnisse. L) Zwischenzeitliche Selbstkostenkontrolle
und Zwischenbilanzen. 111. S c h 1u ß. Zusammenfassende
Betrachtung über die Ergebnisse der Selbstkostenbe­
rechnungen und ihre Verwertung bei der Tarifkalkula­
tion. Literaturverzeichnis.
Die Selbstkostenfrage bei Elektrizitätswerken ist
bisher im Schrifttum — vom amerikanischen abgesehen
— nur spärlich behandelt worden. Es ist daher das Er­
scheinen eines Werkes, das diese Lücke ausfüllt, sehr
zu begrüßen, zumal die richtige Selbstkostenberechnung
nicht nur für die Rentabilität des Stromlieferungsunternehmens, sondern auch für die Lebensfähigkeit
5. November 1933
vieler Industriezweige im Versorgungsbereich eines
Elektrizitätswerkes von größter Bedeutung ist. Seinem
eigentlichen Thema, der Selbstkostenberechnung, schickt
der Verfasser eine eingehende Erörterung der Grund­
sätze für eine systematische buchhalterische Erfassung
aller Aufwendungen eines Unternehmens der Elektrizi­
tätsversorgung voraus. Er zeigt hier die große Bedeu­
tung richtiger Buchungsschemata, die in engster An­
lehnung an den auf dem Versorgungsprogramm fussenden prinzipiellen Schaltplan des Unternehmens auf­
gestellt sein müssen. Verfasser führt die Analyse der
Selbstkosten elektrischer Arbeit an einem sehr gut
geeigneten Beispiel, der Berliner Städtischen Elektrizi­
tätswerke, A.-G., durch. Größe und Umfang der Strom­
erzeugungsanlagen, die Verschiedenartigkeit der ange­
schlossenen Verbraucher, bringen die Notwendigkeit mit
sich, auf nahezu alle Probleme einzugehen, die sich bei
der Selbstkostenberechnung elektrischer Arbeit über­
haupt ergeben können.
Das W erk kann Allen, die sich mit elektrizitäts­
wirtschaftlichen Fragen, insbesondere mit der Ermitt­
lung der Gestehungskosten der elektrischen Energie
großer W erke, befassen, bestens empfohlen werden.
I) i t t e s.
*710 Dezimalklassifikation und Weltsprache. Eine kriti­
sche Betrachtung. Von W . B. N ie m a n n. 96 S. mit
8 Abb. Verlag von Robert Kiepert, Berlin-Charlottenburg 1933. Preis RM. 2'75.
Die Schrift bringt im ersten Teil nach einer ge­
schichtlichen Einleitung (frühere Ordnungsversuche) eine
Darstellung der Dezimalklassifikation nebst einer ein­
gehenden Besprechung der Vorzüge und Mängel des
Systems, ferner Angaben über seine Verbreitung und
den Zusammenhang mit der Normung. Im zweiten Teile
werden die verschiedenen Versuche zur Schaffung von
Kunstsprachen, die Sprachnormungsbestrebungen und
schließlich die Frage einer Weltsprache behandelt.
Der Verfasser steht der von technischer Seite aus­
gehenden Sprachnormung und auch der Einführung einer
künstlichen Weltsprache ablehnend gegenüber. Die
Durchsicht der sehr interessanten und auch gut ge­
schriebenen Schrift kann aber den sich mit Normungs­
fragen befassenden technischen Kreisen nur empfohlen
werden.
J e 11 i n e k.
Vereins-Nachrichten.
Beginn der Vortragssession 1933/34
des Elektrotechnischen Vereines in Wien
am 8. November 1933.
M i t t w o c h , d e n 8. N o v e m b e r d. J„ u m
im großen Saale des üsterr. Ingenieurund Architekten-Vereines, W ien I., Eschenbachgasse 9, Vortrag des Herrn Dr.-Ing. E. W i s t,
o. Professor der Technischen Hochschule in Wien
über: „Eindrücke einer Studienreise durch die Ver­
einigten Staaten Nordamerikas.“ (Mit Lichtbildern.)
18 U h r ,
I n h a l t s a n g a b e : New York. Elektrifizierung der
Pennsylvania-Bahn. Hochspannungsprüffeld der Ohio
Brass Co. Ausstellung Chicago. Ford’s Kraftwerk in
Detroit.
Niagarafälle.
General
Electric
Werke
in
Schenectady.
Dieser Vortrag wird gemeinsam mit der F a c h ­
gruppe
für
Elektrotechnik
des
österr.
Ingenieur- und Architekten-Vereines veranstaltet.
Der Sekretär: Ing. A. M a r x e. h.
Metallmarkt.
B e r l i n (Nach Neues Wr. Tagblatt) Mk. je 100 kg.
Kupfer
24.X.
25. X.
26. X.
27. X.
Electrolytlc 49»/,
50'/.
50
49«/.
L o n d o n (Nach „Mining Journal“ v. 20. X.) je t
Kupfer:
Pf.
sh
d
E le c tr o ly tlc .................................
*
0
0
Wire bars
.................................
37
10
0
Blei :
Engl, pl* c o m m o n ...................
13
5
0
28. X
30.X.
49»/,
50
(1016 kn)
Pf.
»h
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37
10
0
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