Ausgabe A - Deutsches Ärzteblatt

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KULTUR
FILMKALENDER
Im Kino andere Welten entdecken
Weibliche Hauptrolle: Die Protagonisten der aktuellen Filme sind Frauen. Das Deutsche
Ärzteblatt stellt alle vier Wochen eine Auswahl sehenswerter Neustarts vor.
BIOGRAFIE
Ab 13. August:
Coco Chanel
hung. Natürlich hat Madame Preloux
andere Pläne für ihren Sohn.
Großbritannien 2009, 100 Minuten
DRAMA
Ab 27. August:
Beim Leben meiner Schwester
Als Sara (Cameron Diaz) und Brian Fitzgerald (Jason Patric) erfahren, dass ihre
zweijährige Tochter Kate an Leukämie
DVD-TIPP
Die Kunst des Atemholens
Dieter Gränicher: „Pausenlos“,
ca. 85 Min., Absolut Medien,
Bestellnr.: 669, 19,90 Euro,
Telefon: 0 30/28 53 98 70
Deutsches Ärzteblatt | Jg. 106 | Heft 33 | 14. August 2009
Foto: Absolut Medien
Wie macht man einen Film über die Zeit? Wie nähert man
sich einem derart abstrakten Thema? Der Dokumentarfilmer
Dieter Gränicher („SeelenSchatten“, „Der Duft des Geldes“)
legt den Fokus auf die Pause, auf den Wunsch nach
Entschleunigung, der in unserer schnelllebigen Zeit immer
mehr Menschen bewegt. Dafür lässt er einen Zeitforscher
zu Wort kommen und porträtiert Menschen mit völlig
unterschiedlichem Zeitbewusstsein: eine berufstätige Mutter,
die erst in klösterlicher Abgeschiedenheit Ruhe findet, einen
Skitrainer und Weltcupsieger, eine
überarbeitete Angestellte, die
einen Zusammenbruch erleidet.
Ab 10. September:
Sturm
Foto: Warner Bros.
Gleich zwei Filme sind in diesem Jahr der
französischen Mode-Ikone gewidmet:
Demnächst kommt „Coco & Igor“ über
Chanels Liaison mit dem russischen Komponisten Igor Strawinski ins Kino. Und jetzt
läuft der Biopic über ihre jungen Jahre an:
Audrey Tautou – mit den dunklen Augen
und dem androgynen Körperbau von verblüffender Ähnlichkeit – verkörpert darin
das ehemalige Waisenkind, das in ärmlichsten Verhältnissen in der Provinz aufwuchs und sich von Kindheit an behaupten musste. Daraus bezog sie die Kraft, die
Mode von allen Konventionen zu befreien
und mit der Reduktion auf das Wesentliche
eine völlig neue Ära einzuleiten.
Frankreich 2009, 110 Minuten
erkrankt ist, nimmt ihr Leben eine dramatische Wendung. Per künstlicher Befruchtung bekommen sie eine genetisch maßgeschneiderte Retortentochter, um immer
passende Stammzellen für Kate verfügbar
zu haben. Anna wird von Geburt an als
Spenderin von Stammzellen oder
Knochenmark für Kate (Sofia Vassilieva)
gebraucht. Als sich die Elfjährige (Abigail
Breslin) schließlich weigert, auch noch
eine ihrer Nieren zu spenden, und den
Anwalt Campbell Alexander (Alec Baldwin)
engagiert, um die Selbstbestimmung für
ihren Körper einzuklagen, steht die Familie
vor einer harten Probe. Nick Cassavetes
Film basiert auf dem US-Bestseller von
Jodi Picoult, in dem diese die Krebserkrankung ihres Sohns verarbeitete. Auch das
deutsche Buch war ein Riesenerfolg.
USA 2009, 109 Minuten
Ab 27. August:
Chéri
Mit Topschauspielern inszenierte
Stephen Frears („Die Queen“) Colettes
Skandalroman über die Amour fou
zwischen einem jugendlichen Lebemann
(Rupert Friend) und der in die Jahre gekommenen Edelkurtisane Léa (Michelle
Pfeiffer). Im Paris des späten 19. Jahrhunderts lebt sie in unbeschreiblichem
Luxus. Auf Wunsch ihrer ehemaligen
Kollegin Madame Preloux (Kathy Bates)
soll Léa deren hübschen, verwöhnten
Sohn Chéri zum Mann machen. Was als
Flirt beginnt, wird allerdings zu einer
sechs Jahre andauernden Liebesbezie-
Hans-Christian Schmids („Requiem“)
Politthriller über eine junge Anklägerin,
die einem jugoslawischen Völkermörder
in Den Haag den Prozess machen will,
wurde mit Auszeichnungen überhäuft:
Staatsanwältin Hannah Maynard (Kerry
Fox) möchte einen serbischen Offizier
hinter Gitter bringen, der die Deportation
und den Tod zahlloser bosnisch-muslimischer Zivilisten zu verantworten hat. Ihre
Aufgabe gleicht einer Sisyphusarbeit.
Schließlich gelingt es ihr, die in Berlin lebende Bosnierin Mira (Anamaria Marinca) zu
überzeugen, vor dem Kriegsverbrechertribunal auszusagen. Doch nicht nur bosnisch-serbische Nationalisten, sondern
auch Gegner aus den eigenen Reihen haben großes Interesse daran, dass die Verbrechen von einst nie aufgeklärt werden.
Deutschland/Dän./Niederl. 2009, 110 Min.
KOMÖDIE
Ab 3. September:
Julie & Julia
Zwei Frauen und ihre Liebe zum Essen:
1949 entdeckt Julia Child (hinreißend:
Meryl Streep), die Frau eines nach Paris
versetzten Amerikaners, an der Seine ihre
neue Berufung: das Kochen. Mit naiver
Verwegenheit setzt sie sich im Umfeld von
Profiköchen durch, wird Mitautorin eines
Bestsellers über die französische Küche.
Rund 50 Jahre später, im New York des
Jahres 2002, bricht auch Julie Powell
(Amy Adams) in ein neues Leben auf.
Tagsüber arbeitet sie als telefonische
Kummertante für die Opfer von Ground
Zero. In ihrer Freizeit versucht sie, alle
524 Rezepte ihres Idols Julia Child in einem Jahr nachzukochen, dokumentiert
dies in einem Blog und wird berühmt. Diese beiden Zeitebenen verknüpft der Film
auf locker-schmackhafte Weise.
USA 2009, 123 Minuten
Sabine Schuchart
A 1629
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