Energie - Contracting

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Bachelor Betriebsökonomie, Modul: Projektarbeit
5. Semester 2011/2012
Energie - Contracting
Marc Moser
Jonas Zöllig
Michael von Rohr
Dominic Scheidegger
Betriebsökonomie Herbstsemester 2011
Fachhochschule Nordwestschweiz
Eingereicht bei: Rudolph Zobrist, Olten, 13. Januar 2012
Management Summary
Contracting präsentiert sich als die neue Art, in welcher Verträge in der heutigen Zeit
abgeschlossen werden sollten. Attraktiv wirkte dies auch auf die Firma eWin, die daraufhin
eine Projektarbeit bei der FHNW einreichte, um ein entsprechendes Geschäftsmodel
auszuarbeiten. Die Autoren versuchten abzuklären, ob diese Form anwendbar wäre. Die
eWin ist momentan eine kleine aber aufstrebende Firma mit einem innovativen Produkt im
Bereich Sanitärer Anlagenoptimierung.
Als Quellen werden hauptsächlich Contracting Theorien mit vereinfachten Beispielen
herangezogen. Die Autoren mussten sich mit den möglichen Formen vertraut machen und
haben konkretere Beispiele für ein besseres Verständnis erarbeitet. Schlussendlich folgen
Lösungen im Bereich Contracting basierend auf Gelesenem, welches direkt auf die Situation
der eWin adaptiert wird. Das Hersteller Leasing wird auch thematisiert als weitere Idee für
eine mögliche Vertragsform. Der letzte Teil betreffend Marketing lehnt an Kotler und Walter
Hugentobler/Karl Schaufenbühl und weitere.
Neben theoretischen Vertiefungen werden diverse Dritte herangezogen um einige
spezifische Fragen abklären zu können. Zum einen wurde ein Anwalt hinzugezogen um
rechtliche Aspekte zu prüfen. Auch Banken werden bezüglich bekannter Eco-Hypotheken
befragt. Letztendlich noch ein Gespräch mit einem Contracter in der Schweiz, nämlich der
Alpic, um auch einen praktischen Einblick zu erhalten.
Eine grosse Schwierigkeit, welche sich schon Anfangs der Arbeit bemerkbar machte, wird
den Autoren auch bei Adaption auf das Produkt bewusst: fehlendes technisches Know-how.
Es stellten sich viele Fragen auf, welche nicht direkt beantwortet werden konnten. Durch das
erstellte Theorem konnte aber relativ präzise die Lösung aufgezeigt werden ohne diese zu
tangieren.
Nach einem kurzen, theoretischen Einstieg in die Materie wird dann eine Kalkulationsbasis
für ein Contracting geschaffen. Diese erstellt sich aus dem gesammelten Fachwissen. Es
finden sich viele graphische Veranschaulichungen um das Ganze fassbarer und somit
verständlicher zu machen. Was sofort auffällt ist, dass der doppelte Gewinn des normalen
Contracter nicht vorhanden ist. Diese Ausgangslage macht es extrem schwierig immer noch
rentabel bleiben zu können und dennoch attraktive Angebote für den Kunden machen zu
können. Ein Anderes ist der ständig abnehmende Grenznutzen des Kunden. Dies muss auch
in Betracht gezogen werden, da dies eine lange Bindungen fast verunmöglicht. Die
Ungewissheit der Zukunft mit ihrem unklaren technologischen Wandel in dieser Branche.
Neben Contracting werden aber noch zwei weitere Möglichkeiten kurzerhand thematisiert.
Es soll gezeigt werden, dass sich auch alte Methoden als Vertragsmodel eignen können.
Zuerst der klassische Kauf der Gerätes anschliessend ein Leasing auf die Gerätschaften.
Das Leasing bezieht sich hier, um mögliche Dritte auszuschliessen, auf ein Hersteller
Leasing. Somit ist der Wunsch der eWin über den Besitz des Gerätes weiterhin
gewährleistet.
Alles in allem zielt der Projektauftrag darauf ab, um eine theoretische Grundlage für ein
Contracting zu schaffen. Es ist jedoch Fragwürdig, ob Contracting als beste Lösung gesehen
werden kann oder ob doch auf eine alternative Möglichkeit zurückgegriffen werden soll. Ein
gut angewandtes Hersteller Leasing ist ein Mittel, welches auch zu einem entsprechenden
Erfolg verhelfen könnte und einfacher adaptier- und erklärbar wäre. Somit wäre mit
Sicherheit auch eine höhere Kundenattraktivität vorhanden, was auch nicht zu unterschätzen
wäre.
Inhaltsverzeichnis
Vorwort................................................................................................................................. 1
Energie-Contracting ............................................................................................................ 2
Geschichte......................................................................................................................... 2
Contracting Boom ab 2002 ................................................................................................ 2
Was ist Energie-Contracting .............................................................................................. 2
Funktion von Energie- Contracting ..................................................................................... 3
Nutzen von Energie Contracting ..................................................................................... 5
Risikobesichtigung ......................................................................................................... 6
Geeignete Projekte im Contracting ................................................................................. 6
Eco-Hypotheken ............................................................................................................. 7
Anlage-Contracting......................................................................................................... 8
Energiespar-Contracting: ................................................................................................... 9
Theoretische Kalkulationsbasis ........................................................................................10
Ausgangslage ...................................................................................................................10
Regulierung ...................................................................................................................11
Sanierung ......................................................................................................................11
Investition Micro Clima ..................................................................................................12
Mischform Contracting Micro Clima ..................................................................................12
Grundsätzliches.............................................................................................................13
Berechnung IST-Verbrauch ...........................................................................................14
Dauer ............................................................................................................................15
Vor- und Nachteile für den Kunden ...............................................................................17
Situation Kunde/ Contracting .........................................................................................18
Kauf Micro Clima ..............................................................................................................19
Hersteller-Leasing Micro Clima .........................................................................................20
Fazit Theoretische Kalkulationsbasis ................................................................................22
Marketing ............................................................................................................................23
Marketingprozess .............................................................................................................23
Aufbau einer Kundenbeziehung ........................................................................................28
Aufbau einer Markenstrategie (Branding Strategy) ...........................................................29
Promotion (Werbung)........................................................................................................31
Beispiel Wohlfühl-Werbung bico .......................................................................................34
Ausgangslage ...............................................................................................................34
Ziel der Werbung ...........................................................................................................35
Zielgruppe .....................................................................................................................35
Budget...........................................................................................................................35
Strategie ........................................................................................................................35
Umsetzung ....................................................................................................................36
Erfolg.............................................................................................................................36
Schlusswort ........................................................................................................................38
Ausblick .........................................................................................................................38
Quellenverzeichnis .............................................................................................................40
Abbildungsverzeichnis ......................................................................................................42
Anhang ................................................................................................................................45
Zusätzliche Grafiken .........................................................................................................45
Vorwort
Die eWin AG ist ein Systemanbieter mit Lösungen in den Bereichen Heizung, Kühlung und
Lüftung. Herr Josef Huber, der Inhaber der eWin AG, hat ein revolutionäres Gerät, Namens
Micro Clima entwickelt. Damit werden alle Systeme mit einer grossen Effizienz verbunden
und dadurch lässt sich viel Energie einsparen. Bis jetzt koordinierte die eWin AG die Arbeiten
von Sanitär, Heizungsfachleuten, Lüftungsinstallateuren und Photovoltaik-Spezialisten. Als
Endprodukt wird das ganze System von Installateuren, auf der Grundlage der Berechnungen
der eWin eingebaut und angeschlossen. Dabei besteht aber ein grosses Risiko, dass das
vorhandene Know-how von Herrn Huber und der eWin kopiert, respektive gestohlen wird.
Mit dieser Ausgangslage befasst sich diese Projektarbeit. Im ersten Teil mit dem Erarbeiten
von rechtlichen und wirtschaftlichen Grundlagen für ein Contracting oder ob sich
gegebenenfalls andere Formen anbieten, um das Know-how von Herrn Huber und der eWin
zu schützen. Im zweiten Teil wird eine kleine Marketinganalyse mit Empfehlungen gemacht
um das Micro Clima Gerät besser zu lancieren und bekannter zu machen.
Die Projektarbeit stützt sich dabei auf Informationen von Fachliteratur, Internetseiten und
Interviews bei Banken und einem Anwalt.
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Energie-Contracting
Geschichte
Das Energie-Contracting basiert auf einer Idee aus dem 17. Jahrhundert. Ein schottischer
Erfinder hatte seinen Kunden kostenlos Dampfmaschinen überlassen. Von der Installation
bis zur Wartung war der Contractor zuständig. Einzig mit der Einsparung, dass die Maschine
weniger kostet, als das Futter (Energie) für die Pferde, wollte der Pionier einen Anteil des
Gewinnes. Für beide Vertragsparteien ein lukratives Geschäft. Der Bauer konnte mit der
neusten Technologie arbeiten, obwohl er die dazu benötigten finanziellen Mittel nicht
aufbringen konnte. (vgl. wikipedia 2011a)
In der Schweiz wurde das Energiespar-Contracting vor etwa 15 Jahren erstmals erwähnt.
Dieser Begriff hatte sich in den kommenden Jahren stark etabliert. Vor allem die
Stromlieferanten hatten den Ansporn diese Dienstleistung anzubieten, dadurch konnten Sie
ihre Geschäftstätigkeit ausweiten. Denn Strom wurde schon früher in einer Art Contracting
angeboten, aber für die Lieferung von Wärme müsste das Know-how für die Erstellung der
Heizanlagen erarbeitet werden.
Bei neuen Wohnüberbauungen konnten schnelle Erfolge realisiert werden, so nutzten
Generalunternehmen für Ihre Eigentumswohnungen auf dem Immobilienmarkt diese
Dienstleistung, weil dadurch die ganze Wärme- und Warmwasserversorgung aus der
Verantwortung der Eigentümer genommen werden konnte.
Contracting Boom ab 2002
Da in der Schweiz viele Projektentwickler, Investoren und Generalunternehmen früh
feststellten, dass Contracting eine umfassende Dienstleistung darstellt, worin die ganze
Verantwortung für eine Heizung über die Bau- und Betriebsphase (Nutzungsdauer) enthalten
ist, verbreiteten sich die Vorteile sehr schnell. Vor allem die Sicherheit bei gleichbleibenden
oder sogar günstigeren Jahresenergiekosten während der Vertragsdauer (normalerweise 15
bis 20 Jahre) überzeugte. Dies hatte eine massive Zunahme von Energie-ContractingProjekten zur Folge. Eine weitere Tatsache, die viele Investoren bewogen hat, war, dass
durch Contracting die Investitionskosten über die ganze Vertragsdauer verteilt werden
konnte und somit die Mehrkosten von unter einem Rappen pro Kilowattstunden akzeptierten.
(vgl. swisscontracting 2011a)
Was ist Energie-Contracting
Contracting ist ein Energiekonzept, welches vertraglich zwischen dem Contractor
(ausführendes Unternehmen) und dem Contracting-Nehmer (Auftraggeber, Eigentümer der
2
zu beliefernden Liegenschaft, Kunde). Der Contractor stellt dem Contracting-Nehmer
Anlagen oder Energie gegen eine Gebühr zur Verfügung. Das Contracting hat zum Ziel die
allgemeinen Kosten und den Energieverbrauch zu senken, somit bestrebt das Contracting
eine beidseitige Gewinnorientierung.
Die Zusammenarbeit findet oft mit verschiedenen Partnern statt, so kann beim EnergieContracting ein Anteil der Einsparung durch die gesunkenen Energiekosten gegenüber dem
ursprünglichen Energieverbrauch gewonnen werden. Demzufolge bietet das EnergieContracting einige entscheidende Vorteile, die Auslagerung von technischen Risiken, die
optimale Einbringung von Know-How in Energie-Projekte und die Entlastung der
Investitionsbudgets. (vgl. swisscontracting 2011b)
Funktion von Energie- Contracting
Energie-Contracting kann beschrieben werden als die Auslagerung von Planung,
Finanzierung, Bau und Wartung einer Energieversorgungsanlage an eine Firma, den
Contractor. Als Contractoren treten Unternehmen auf, die sich auf die Energieversorgung
von Gebäuden und Prozessen spezialisiert haben. Zu den Verantwortlichkeiten des
Contractors zählen die folgenden Punkte.

Die Fachplanung der Wärmeerzeugung (und oft auch der Wärmeverteilung)

Die Finanzierung der Wärmeanlage auf eigenen Rechnung

Die Ausführungsplanung und Installation der Anlagen

Die spätere Wärmelieferung (inklusive Service, Reparaturen, Unterhalt und
Erneuerung)
Hier ein Vergleich der konventionellen Projektabwicklung mit der Projektrealisierung mit
Contracting.
3
Abbildung 1: Vergleich der konventionellen Projektabwicklung mit der Projektrealisierung mit
Contracting (http://swisscontracting.ch/share/Downloads/Artikel%20Haustech0003.PDF)
Die Energieversorgung wird unter vertraglich klar geregelten Rahmenbedingungen
ausgelagert. Darin legen die Vertragspartner fest, was der Contractor zu welchen
Bedingungen zu liefern hat:
- Energie-Menge
-> Leistung, Verbrauch
- Energie-Form
-> Wärme, Kälte, Strom etc.
- Schnittstelle
-> Schnittstelle zum Verteilsystem, Zuordnung der
Verantwortung
- Vertragslaufzeit
-> üblich 15 – 20 Jahre, durchschnittliche Nutzungsdauer der
Anlage
- Kosten
-> Grund- und Energiepreis
- Primärenergie
-> Anteile der verschiedenen Energieträger
Die Funktionsgarantie wird vom Ersteller der Anlage nicht nur während ein bis fünf Jahren
übernommen, sondern während der gesamten Laufzeit des Contracting-Vertrages. Somit hat
der Bauherr im Contractor einen einzigen, zuständigen und kompetenten Ansprechpartner,
wenn es um die Energieversorgung seiner Gebäude oder Prozesse geht. (vgl.
swisscontracting 2011b)
4
Nutzen von Energie Contracting
Contracting bietet vielfältige Vorteile für den Kunden.

Investitionsmittel sinnvoll einsetzen
Da der Contractor die Anlage selber finanziert, wird die Bausumme für den
Hauseigentümer kleiner, was die Hypothekarschuld schmälert.
Des Weiteren bieten die meisten Schweizer Banken, unter verschiedenen
Bedingungen, eine sogenannte ECO-Hypothek an. Der Kunde kommt dadurch in den
Genuss eines tieferen Hypothekarzinssatzes. (mehr dazu unter rechtliche Aspekte)
Die Anlage wird mit den laufenden Kosten amortisiert, die Belastung ist dadurch
besser verkraftbar. Das Prinzip der Lebenszeit-Betrachtung wird dabei angewendet,
das heisst die Kosten während der ganzen Lebenszeit der Anlage werden optimiert.
Sofern aber die Beschaffung einer optimalen Anlage etwas kostenintensiver sein
sollte, holt sie dies mit tieferen Betriebskosten wieder auf.
Die Kosten beim Contracting sind absehbare und kalkulierbare Ausgaben. Es treten
keine zusätzlichen Kosten für Reparaturen oder Erneuerungen auf, auch nicht bei
Schäden oder unerwarteten Problemen.

Effiziente Anlagen
Professionelle Planung und Errichtung von Energieanlagen sowie auch
energetischen Verbesserungsmassnahmen werden durch den Contractor als
Energieexperten wahrgenommen. Es liegt auch im Interesse des Contractors eine
qualitativ hochstehende Anlage zu realisieren, denn diese wird kostengünstig und
sparsam im Energieverbrauch, Betrieb und Unterhalt sein. Desweiteren ist der
Contractor für den Unterhalt jeglicher Art, wie auch für die Reparaturen zuständig.

Der Kunde trägt kein Investitionsrisiko. Das finanzielle sowie technische Risiko wird
vollumfänglich vom Contractor getragen. Er verpflichtet sich, eine Mindesteinsparung
bzw. einen planbaren Kostenverlauf zu erzielen.

Die Energieeinsparung wird auch an erneuerbare Energie gekoppelt, damit der
Auftraggeber die neusten und umweltverträglichsten Anlagen zur Generierung von
Energie verwendet, was ein zusätzlich positives Image auszeichnen kann. Dieser
zusätzliche Nutzen wird in Zukunft noch stärker zum Tragen kommen.
(swisscontracting 2011c)
5
Risikobesichtigung
Hier wird das Risiko betrachtet, welches beim Eigenbetrieb oder im Contracting für den
Kunden auftreten kann.
Abbildung 2: Risiko im Vergleich Eigenbetrieb/ Contracting
(http://www.swisscontracting.ch/share/Downloads/Contracting_0912_richtig_ausschreiben.pdf)
Geeignete Projekte im Contracting
Contracting eignet sich für viele Projekte. Es wird gleichermassen für Modernisierungen/
Sanierungen und bei Neubauten eingesetzt. Aber auch für alle üblichen Energietechnologien
mit fossiler und erneuerbarer Energiequellen.
Typische Anwendungsbeispiele von Contracting sind:

Einzelne und Mehrfamilienhäuser

Mehrere Einfamilienhäuser bzw. Reihenhäuser

Öffentliche und private Büro- und Dienstleistungsgebäude

Industriebauten.
Je grösser aber das Projektvolumen ist, desto mehr erweitert sich der
Optimierungsspielraum für den Contractor. Aus diesem Grund ist es lukrativer grössere
Überbauungen oder Firmenkunden in ein Contracting einzubinden. Bei Einfamilienhäusern
kann die Einsparung nicht dieselbe Dimension erreichen, wie in der Industriebranche (grosse
6
Energieverbrauch) oder bei grösseren Siedlungen/ Überbauungen. (vgl. swisscontracting
2011b)
Eco-Hypotheken
In der Presse und im Internet sind mehrere Artikel und Informationen über nachhaltiges
Bauen zu finden, wie beispielsweise der Minergie Standard. Minergie ist der meist
verbreitete Standard für Niedrigenergiehäuser. Um das Eigenheim als Niedrigenergiehaus zu
bezeichnen, müssen folgende Standards erfüllt werden:

Heizung und Warmwasseraufbereitung müssen über eine Wärmepumpenheizung
erfolgen

Holzheizung mit einer Warmwasseraufbereitung über Sonnenkollektoren

Pellet-Heizung, die auch das Warmwasser aufbereitet

Nutzung der Abwärme

Wärmepumpe mit Luft für die Raumtemperatur und das Warmwasser
Erkenntnisse nach Interview mit Stv. Kreditabteilung, Raiffeisenbank Olten:
Das Entwickeln eines Standards für energiearmes Heizen bietet heutzutage nicht nur einen
Vorteil bezüglich der Energieeinsparung, sondern auch seitens der Finanzierung. Die
meisten Banken bieten eine sogenannte Eco-Hypothek an. Der Hauseigentümer geniesst
dabei eine, auf den ersten Blick, lukrative Zinssenkung der Hypothekarschuld. Die
Einsparung entspricht in etwa einer Zinssenkung von einem halben Prozent, was auf den
ersten Blick rentabel klingt. Der Schein trügt. Die Eco-Hypothek wird mehrheitlich als
Lockvogelangebot verwendet, wobei die Herabsetzung des Zinssatzes an Bedingungen
gekoppelt ist. Beispielsweise müssen die Kreditnehmer ihr Hauptkonto bei derselben Bank
haben und das Hypothekarvolumen ist gegen oben begrenzt. Folglich muss noch eine
weitere Zweithypothek aufgenommen werden. Aus der Sicht des Kundenberaters ist eine
ECO-Hypothek nicht direkt ein Vorteil für den Kunden. Bei grösseren Bauvolumen ist der
individuell auf den einzelnen Kunden konzipierter Ansatz besser als die standardisierte ECOHypothek. Hinzu kommt, dass die Laufzeit, in welcher der Kunde einen Vorzugszins
geniessen kann, jährlich befristet ist. Die Banken verwenden dieses Angebot letzten Endes
nur um ihren Kundenstamm zu erweitern. (vgl. Interview Raiffeisen)
7
Anlage-Contracting
Beim Anlage-Contracting liegt der grösste Bestandteil bei der Energielieferdienstleistung.
Der Contractor konzentriert sich auf die Bereiche der Energiebereitstellung und –Verteilung.
Wie die gelieferte Energie beim Endverbraucher genutzt wird, ist nicht Vertragsbestandteil.
(vgl. swisscontracting 2011c)
Das Vertragsmodell kann bei vorhandenen Objekten auf Neubauten erweitert werden. Des
Weiteren müssen bei dieser Energieversorgungslösung keine schwer berechenbaren
Bezugsgrössen, wie beispielsweise beim Einspar-Contracting berechnet werden. Eine
Bedarfsgrösse der zu liefernden Energien (Wärme, Kälte, Strom und Druckluft) reichen
vollkommen aus. Die mit dem Auftraggeber vereinbarten Mengen, bilden die Grundlage für
die Umsetzung. Anhand von der nachgefragten Menge kann der Contractor mit der
technischen Planung und der Umsetzung beginnen. (vgl. swisscontracting 2011c)
Da der Contractor die damit verbundenen Investitionen alle selber tragen muss, werden
diese durch die Bereitstellung und Lieferung der Energie refinanziert. Die Kosten sind für den
Contractingnehmer konstant. Es besteht kein Risiko von unvorhersehbaren Ereignissen.
Dafür ist der Contractor versichert. (vgl. swisscontracting 2011c)
Neben einer einmaligen Massnahme wie die Wärmelieferung durch eine Kesselanlage,
besteht die Möglichkeit ein rund um Paket anzubieten. Eine Energieversorgung nicht nur für
Wärme, sondern auch für Kälte und Strom. Das umfangreichere Contracting ist für die
Auftraggeber an Vorteile/ Synergien gekoppelt. Denn nur so kann beispielsweise die Abluft in
Wärme umgewandelt werden. Es besteht eine win-win-Situation für beide Parteien. (vgl.
swisscontracting 2011c)
Die Energieliefergrenze ist so zu setzen, wie es der Kunde gerne möchte. Anbei 3
verschiedene Szenarien wie ein Anlage-Contracting aussehen könnte.
1. Die Liefergrenze liegt beim zu liefernden Brennstoff. Das heisst, der Contractor ist
bloss für die Bereitstellung des Rohstoffs zuständig. Beispiel: Eine Holzofenpizzeria
vereinbart mit einem Vertragspartner, dass für jeden Tag genügend Holz im Speicher
ist. Um die Energie für eine schmackhafte Holzofenpizza zu gewerkstelligen.
2. Der Contractor ist nun nicht nur für die Lieferung zuständig, sondern auch noch für
die Anlage (z.B. Heizraum). Beispiel: Der Eigentümer eines Mehrfamilienhauses
verfügt nicht über das nötige Fachwissen betreffend Sanitäranlagen. Aus diesem
Grund wird die Verantwortung des Heizraumes für das gesamte Einfamilienhaus
ausgegliedert. Die Liefergrenze wurde nun vertraglich auf den Heizraum gelegt. Der
Eigentümer ist jedoch immer noch für die Verteilung der Energie zuständig. Wie viel
die einzelnen Mieter heizen möchten ist ihnen überlassen.
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3. Es wird von der Lieferung bis zur Wärmeversorgung alles vom Contractor
übernommen. Der Eigentümer ist nur verpflichtet das abgemachte Entgelt für die
Rundum-Dienstleistung zu tragen. Die Lieferung kann also bis zum Endnutzer
vertraglich geregelt werden. (vgl. delta-q 2011a)
Bei allen Szenarien können die Objektnutzer (Mieter, Pächter) selber entscheiden wie viel
sie heizen möchten.
Bei grösseren Contracting-Unternehmen besteht die Möglichkeit mehrere Überbauungen
miteinander zu verbinden, um hochkarätige Objekte mit weniger reizvollen Objekten quer zu
subventionieren. Dies hat auch einen strategischen Nutzen. Der Marktanteil kann dadurch
erweitert werden. (vgl. delta-q 2011a)
Die Vertragslaufzeit wird üblich so lange dauern, wie der Abschreibungszeitraum der
eingesetzten Anlage dauert. Zwischen 10 bis 20 Jahren ist dabei üblich. Es kommt auch auf
die eingesetzte Anlagetechnologie an. Gewiss ist es eine sehr lange Bindung der
Auftraggeber an dieselbe Contracting-Firma. Deshalb ist das Vertrauen elementar bei dieser
Form von Contracting. (vgl. delta-q 2011a)
Die Vertragspartner sind in den meisten Fällen die Objekteigentümer. Ohne eine Investition
zu tätigen, verbessert sich die Mietqualität der Liegenschaft. Da der Contractor selber
interessiert ist, sparsames und umweltverträglicheres Anlagen zu verwenden, weil das
Marktpreisrisiko beim Contractor ist und er den Profit durch die Differenz des Festpreises
und den Marktpreisen erhält. Dadurch entsteht eine bereits erwähnte win-win-Situation. (vgl.
spiegel 2011a)
Energiespar-Contracting
Im Unterschied zum Anlage-Contracting umfasst das Energiespar-Contracting Massnahmen,
die weit aus vielseitiger sind, als das Bereitstellen von Energie. Nämlich alle Anstrengungen,
die eine Reduktion der Kosten bezüglich Wärme, Kühlung und Strom bewerkstelligen
können. (vgl. swissengineering 2011a)
Die Vertragsform ist eine vereinbarte Dienstleistung zwischen dem Contractor und einem
Objekteigentümer. Hierbei verpflichtet sich der Contractor mit Hilfe von Erneuerungen bei der
Energieversorgung (Neuinvestitionen, Massnahmen und Installationen) eine nachweisliche
Energieeinsparung zu garantieren. Um auch für sich einen Nutzen und Reiz zu haben,
beteiligt er sich an den erzielten Einsparungen und kann damit die zu leistenden
Aufwendungen sowie einen Gewinn erzielen. (vgl. swissengineering 2011a)
Damit dies auch korrekt umgesetzt werden kann, wird der IST-Zustand der Energiekosten
analysiert, um einen Referenzwert zu bestimmen. Danach können die nötigen Massnahmen
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umgesetzt werden, sodass eine Einsparung auch möglich wird. Die Aufteilung der
Einsparung auf Eigentümer der Liegenschaft und dem Contractor müssen fair sein. Denn es
muss ein Anreiz für den Dienstleister ersichtlich sein, damit stetige Verbesserungen an der
Liegenschaft vorgenommen werden können.
Das Energiespar-Contracting kommt am häufigsten in öffentlichen Liegenschaften wie
Schulhäuser, Gemeinden und Spitälern sowie bei privatwirtschaftlichen Liegenschaften vor.
Dieses Konzept ist jedoch erst ab einer bestimmten Höhe an Energiekosten für den
Contractor interessant. (vgl. swissengineering 2011a)
Vorteile:

Der Contractor profitiert bei der Energieeinsparung. Der Anreiz und Motivation die
Einsparung noch zu erweitern, ist sehr hoch. Im Gegenzug kann auch der
Eigentümer der Liegenschaft profitieren, weil sich die Energiekosten stark
reduzieren.

Es kommen innovative Technologien zum Einsatz. Das Experten Know-How des
Contractors führt dazu, das nur effiziente Produkte eingesetzt werden. Die
Aufgaben werden nur Leuten zugeteilt, die auch über das nötige Fachwissen
verfügen. (Arbeitsteilung)

Positive Auswirkung auf den Klimaschutz
Theoretische Kalkulationsbasis
Ausgangslage
Die eWin möchte ihr innovatives Produkt, das Micro Clima, in Form des
Energiesparcontractings neu auf dem Markt lancieren. Dem Kunden (Privat- und
Geschäftskunden) wird eine Energieeinsparung, unabhängig der am Markt herrschenden
Preise, in Form des Micro Clima (Energielieferung) garantiert. Das Micro Clima umfasst eine
individuell auf den Kunden abgestimmte, optimale Lösung zum Heizen und Kühlen mit Hilfe
von verschiedenen zusätzlichen Komponenten wie beispielsweise Solarkollektoren,
Wärmepumpen und Lüftungssystemen. Wobei die eWin dem Kunden eine kostengünstige,
umweltfreundlichere, angenehme Raumtemperatur ganzjährlich verspricht.
Eine standardisierte Lösung für beide Kundengruppen ist nur schwer umsetzbar, da die
Investitionskosten für die eWin immens wären. Für kleinere Liegenschaften sind die
Investitionen zu hoch, um eine angemessene Rendite zu generieren. Denn beim Contracting
gilt, je grösser die Immobilien, desto lukrativer wird es, für den Contractor ein für beide
Parteien gewinnbringende Energieeinsparung vertraglich anzubieten. Bei Geschäftskunden
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(z.B Immobilienverwaltungen / öffentliche Verwaltung / Unternehmen) ist ein enormes
Potenzial vorhanden, jedoch mit hohen Investitionskosten für die eWin verbunden. Aus
diesem Grund ist ein herkömmliches Contracting nicht umsetzbar.
Da die eWin nicht daran interessiert ist, allfällige Sanierungskosten zu tragen, bietet sich
eine Gliederung in Teilprozesse an. Dadurch wird eine genaue Zuteilung der anfallenden
Kosten ersichtlich.

Regulierung

Sanierungen

Investition in Micro Clima
Regulierung
In einem ersten Schritt wird der IST-Zustand der Sanitäranlagen überprüft und analysiert.
Bereits hier ist durch die langjährige Erfahrung der eWin ein grosses Sparpotential
vorhanden. Dem Kunden werden Vorschläge zur Energieeinsparung unterbreitet. Zusätzlich
wird das Potential des Micro Climas, welches die herkömmliche Regulierung der bereits
installierten Anlagen bei weitem übertrifft, veranschaulicht. Somit ist der Transfer zum
eigenen Produkt hergestellt.
Es besteht die Möglichkeit, für diese Dienstleistung, einen gewissen Betrag in Rechnung zu
stellen. Der Kunde profitiert durch die Regulierung bereits von einer Energieeinsparung.
Dadurch kann das eingesetzte Fachwissen und der dazugehörige Aufwand verrechnet
werden.
Sanierung
Nach einer erfolgreichen Regulierung kann die Haussanierung in einem zweiten Teilprozess
folgen. An dieser Stelle hat die eWin kein Interesse sich finanziell zu beteiligen. Der damit in
Verbindung stehende Aufwand wäre zurzeit weder tragbar noch attraktiv. Investitionen
bezüglich Haussanierungen sind nicht standardisierbar. Die Kosten variieren individuell der
zu betreuenden Liegenschaft und können je nach Ausmass der Arbeiten hohe
Investitionsvolumen erreichen.
Obwohl sich die eWin an Sanierungsarbeiten nicht direkt beteiligen will, besteht die
Möglichkeit eine beratende Funktion einzunehmen. Dadurch entsteht ein Netzwerk aus
verschiedenen Unternehmungen (Architekt/Installateure). Dies fördert den
11
Wertschöpfungsprozess und standardisiert den Vorgang. Mit solchen Kooperationen sind
optimale Voraussetzungen geschaffen allfällige Vorinstallationen des Micro Climas zu
tätigen. Des Weiteren profitieren die Beteiligten von gegenseitigen Aufträgen.
Investition Micro Clima
Um einen höchstmöglichen Gewinn zu erzielen, ist es notwendig, verschiedene Modelle bei
der Lancierung des Micro Clima zu untersuchen. Wie bereits erwähnt, ist ein herkömmliches
Energiesparcontracting nicht anwendbar. Folgende drei Szenarien bieten sich an.

Mischform Contracting Micro Clima

Kauf Micro Clima

Leasing Micro Clima
Mischform Contracting Micro Clima
Die eWin verspricht dem Kunden eine garantierte Energieeinsparung basierend auf dem
aktuellen Energieverbrauch. In dieser Form verrechnet der Contractor dem Kunden einen
Teil der Energieeinsparung. Die am Markt herrschenden Preisen für Öl oder Gas werden
nicht berücksichtigt. Das heisst, bei steigenden Öl- und Strompreisen ist eine
gleichbleibende Kostensenkung nicht garantiert, die Energieeinsparung jedoch schon.
Dementsprechend ist der Fokus bei der Einsparung der Energie zu setzen.
Es ist zu berücksichtigen, dass das Einsparpotenzial der Liegenschaften stetig individuell
nach den neu herrschenden äusseren Bedingungen (Alter, Zustand etc.) berechnet werden
müssen. Des Weiteren ist es von den Sanierungsmöglichkeiten der Auftraggeber abhängig
inwieweit gespart werden kann.
Im Gegensatz zum herkömmlichen Energiesparcontracting ist die eWin bei dieser Form nicht
verpflichtet, die anfallenden Sanierungskosten zu tragen. Nur die in Verbindung mit dem
Micro Clima entstehenden Kosten trägt die eWin. Wie beispielsweise Regulierung,
Installation, Wartung etc.
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Grundsätzliches
Die eWin garantiert den Kunden eine vereinbarte Energieeinsparung. Mit ihrem Produkt kann
die eWin zurzeit einen Vorteil erzielen. Jedoch ist es fragwürdig, ob dieser Vorsprung
gegenüber den Mitbewerbern auch in Zukunft beibehalten werden kann. Da das ContractingModell auf längerfristiges Vertrauen zwischen den Parteien beruht, ist es schwierig den
Verlauf der Basiswerte korrekt zu kalkulieren. Falls die eWin die am Markt üblichen
Verbesserungen nicht kompensieren kann, schmälert dies die Energieeinsparung, sowie den
Gewinn für die eWin. Das folgende Modell illustriert die geschilderte Problematik.
Abbildung 3: Erwartenden Verlauf der Energiekosten im Contracting (eigene Darstellung)
Die Grafik illustriert den zu erwartenden Verlauf der Energiekosten im Contracting. Dabei
wird mit einer konstanten Energieeinsparung, welche seitens der eWin versprochen wird,
gerechnet. Dies repräsentiert die blaue Linie. Aufgrund von zukünftigen technologischen
Fortschritten in der Energiebranche und allfälligen Sanierungsmassnahmen, wird
längerfristig der Verbrauch sinken, entsprechend der roten Linie. Daraus resultiert eine
Energieeinsparung für den Kunden. Die eWin ist daran interessiert einen Teil dieser
Einsparung für sich zu beanspruchen, entsprechend der grundsätzlichen Idee des
Energiesparcontractings. Nach einer Absprache mit der jeweiligen Kundschaft wird die grüne
Linie definiert. Mit Hilfe der untenstehenden Grafiken wird das Sparpotenzial und dessen
Aufteilung gezeigt.
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Abbildung 4: Generelles Sparpotential (eigene Darstellung)
Abbildung 5: Sparpotential eWin und Kunde (eigene Darstellung)
Berechnung IST-Verbrauch
Um eine gleichbleibende Energieeinsparung zu garantieren, müssen bereits vorhandene
Werte als Basis verwendet werden. Daraus resultiert ein durchschnittlicher IST-Verbrauch,
womit die eWin der Kundschaft das individuelle Potenzial im Energiebereich veranschaulicht.
Des Weiteren sollte die eWin eine Höchsttemperatur und ein durchschnittlicher periodischer
Verbrauchswert definieren, die nach der Inbetriebnahme des Micro Clima fixiert wird.
Allfällige Manipulationsversuche werden vermieden. Falls eine extreme Standartabweichung
festgestellt wird, muss die eWin intervenieren. (Abbildung Anhang)
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Abbildung 6: Unregelmässigkeiten beim Energieverbrauch (eigene Darstellung)
Verbrauch der analysierten Liegenschaft. X1 erklärt ein beliebiges zukünftiges Datum, bei
welchem Unregelmässigkeiten beim Energieverbrauch festgestellt werden. Wie
beispielsweise: offene Fenster im Winter, Heizen über dem festgelegten Höchstwert.
Es liegt im Interesse der eWin, möglichst genaue Verbrauchswerte, vor der Installation des
Micro Climas vorweisen zu können. Falls die garantierten Werte ansteigen sollten, kann die
eWin trotz allem eine Einsparung vorweisen. Da situativ auch Konkurrenzsysteme einen
Anstieg zu verzeichnen hätten.
Dauer
Die Vertragsdauer ist der Kern des Contractingmodells. Jeder Contractor ist daran
interessiert seine Kunden möglichst lange vertraglich an sich zu binden. Aufgrund der
herrschenden Marktbedingungen (Verdrängungskampf in Technologiebranchen) ist es
schwierig die entsprechende Kundschaft zu finden. Auf die Dauer wird der Grenznutzen des
Kunden systematisch abnehmen, schon geringe Verbesserungen konkurrierender Produkte
bewirken dies. Demzufolge ist eine Dauer zu finden, bei welcher noch genügend Attraktivität
gegeben ist (Nutzenoptimierung). Bei einer zu langen festgelegten Zeitdauer besteht die
Gefahr, dass der Kunde in den letzten Jahren einen negativen Nutzen erzielt. Die
Konkurrenz könnte effizientere Produkte anbieten, was einen Kundenrückgang zur Folge
hat.
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Abbildung 7: Dauer des Vertrages/ Nutzungsoptimierung (eigene Darstellung)
Sofern die Vertragsdauer optimal definiert werden konnte, bleibt der Kundennutzen in einer
angemessenen Höhe bestehen.
Nach Beendigung des Vertrages muss eine neue IST-Analyse, jetziger bestehender und
möglicherweise veränderter Umstände, gemacht werden. An diese verknüpft muss die eWin
eine neue und tiefere Garantie versichern. Die Einsparung gegenüber konkurrierender
Produkte muss gewährleistet sein.
Abbildung 8: Ablauf Contracting / neuer Vertrag (eigene Darstellung)
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Je nach Präferenz der eWin und zusätzlich erwünschter Attraktivität für den Vertrag können
auch kontinuierliche Verbesserungen während der Vertragsdauer durchgeführt werden. Dies
könnte sich schlussendlich auch auf die entsprechenden und fixen Contractingraten
auswirken. (siehe Abbildung Anhang)
Vor- und Nachteile für den Kunden
Vorteil für den Kunden:

Wirtschaftlichkeit
Durch das effiziente Micro Clima geht der Energieverbrauch zurück. Demnach kann der
Auftraggeber Kosten einsparen. Zusätzlich wird er unabhängiger von steigenden Öl- und
Strompreisen.
Die Erstinvestition für Anschaffung / Inbetriebnahme / Installation der Energieanlage (MC)
entfallen für den Kunden. Die Sanierungskosten bestehen aber weiter.

Net Present Value
Die Kunden können ihr Geld in andere Projekte investieren.

Ökologischer Fussabdruck
Die Energieeinsparung wirkt durch den geringeren Verbrauch von fossilen Brennstoffen
umweltfreundlicher. Es werden in den meisten Fällen umweltverträgliche Anlagen verwendet,
was einen zusätzlichen ökologischen Nutzen (Image) zur Folge hat.

Wohlbefinden
Eine kostengünstiger gewonnene Energie, welche zu einem höheren Wohlbefinden führt. Für
beide Parteien besteht eine win-win Situation. Der Kunde erhält ein angenehmeres Klima zu
einem günstigeren Preis. Die Firma eWin kann sich an der Einsparung beteiligen.

Risiko
Das finanzielle Risiko des Kunden wird kleiner, durch die geringere Abhängigkeit von Öl- und
Strompreis.
Weniger anfällig für gesetzliche Verschärfungen im Bereich Energieversorgung (Als Beispiel
die CO2 Abgaben / Strafsteuer im Kanton Aargau).
Nachteile für den Kunden:
17

Eigentum
Die Kundschaft kann nicht über das Produkt verfügen. Es wird eine Nutzungsdauer definiert.
Nach vertraglich abgemachten Zeiten ist der eWin der Zutritt zu ihren Anlagen zu gewähren.
Dies kann zu Irritation beim Kunden führen.
Situation Kunde/ Contracting
Der grundsätzliche Vorteil eines Contractings besteht darin, dass der Kunde die Kosten des
Systems nicht selber tragen muss. Dieser Ansatz sollte in einem möglichen Modell
visualisiert werden, um es dem Kunden möglichst einfach zu erklären.
Abbildung 9: Modell Mischform Contracting (eigene Darstellung)
Die Systematik des Mischform Contracting, mit seinen Teilprozessen, ist in der
Gesamtinvestition C0 ersichtlich. Zum einen setzt sich diese aus der Haussanierung
zusammen, welche vom Kunden getragen wird. Zum anderen aus der Investition in das
System. Diese wird zu C0 von der eWin getragen. Auf die Dauer des Vertrages werden
Zahlungen fällig. Die abgemachten Raten dienen dazu das Gerät zu amortisieren und
darüber hinaus einen Gewinn zu erzielen.
Eine Möglichkeit wäre es, dass die Contractingraten sich aus der Verbrauchseinsparung
zusammensetzen. Die zu bezahlenden Raten müssen hoch genug angesetzt werden, um
18
alle Kosten zu decken. Dennoch darf der Preis nicht zu hoch angesetzt werden. Je höher der
Preis angesetzt wird, desto kleiner wird der Gewinn des Kunden (Kundenoptimierung) und
somit die Attraktivität des Vertrages.
Kauf Micro Clima
Bei einem Kauf von Micro Clima erhält der Kunde, nach einer einmaligen Zahlung, die Hardund Software. Im Preis inbegriffen sind die Installation sowie eine Einführung in die
Handhabung der Gerätschaften. Optional besteht die Möglichkeit eines zusätzlichen
Servicevertrages. Bei der Dienstleistung verpflichtet sich die eWin regelmässige
Wartungsarbeiten, Software-Updates (keine Hardware-Updates) sowie eine telefonische
Betreuung zu gewährleisten.
Abbildung 10: Modell Kauf Micro Clima (eigene Darstellung)
Im Gegensatz zur Mischform Contracting verliert die IST-Verbrauchskurve ihre Bedeutung.
Bei einem Kauf überträgt sich der Besitz des Systems auf den Kunden. Die eWin übergibt
zugleich auch das Risiko sich mit konkurrierenden Produkten vergleichen zu müssen. Sie
muss nicht länger, je Rate, ihren Anteil an die Einsparung vorweisen, da diese einmal auf
einem bestimmten Level definiert wurde und sich nicht mehr verändert. Die Anteile der
Einsparung werden vorweg, auf eine bestimmte Anzahl Jahre abdiskontiert solange ein
theoretischer Vorteil gewonnen werden könnte. Dieser Nutzen wird mit dem Kaufpreis
verrechnet.
19
In der folgenden Grafik sind die Kosten der Haussanierung und der Regulierung nicht
inbegriffen.
Abbildung 11: Kaufpreis des Micro Clima (eigene Darstellung)
Hersteller-Leasing Micro Clima
Die Kunden erhalten dieselben Komponente und Dienstleistungen wie bei einem
herkömmlichen Kaufvertrag. Das Produkt gehört jedoch weiterhin der eWin. Mit einer
Ratenzahlung wird die Nutzung gewährleistet. In wie fern die Wartung – und Serviceleistung
im Vertrag beinhaltet ist, muss unter den Parteien ausgemacht werden. Optional könnte die
Ratenzahlung erhöht werden, um einen rund um Service zu garantieren. Nach Ablauf des
Leasingvertrages kann die Kundschaft die Installationen zu einem Vorzugspreis beziehen,
oder den Vertrag verlängern. Es handelt sich bei dieser Leasingvariante um ein
Finanzierungs-Leasing. Das heisst, die mittel- bis langfristige Leasingzeit, die kürzer als die
Lebensdauer des Micro Climas ist, eingehalten werden muss (unkündbarer Vertrag).
Die Leasingdauer ist abhängig von der Erstzahlung (Sonderzahlung). Je höher die
Anzahlung, desto kleiner sind die Raten. Für die eWin wäre eine höhere Sonderzahlung mit
mehreren Vorteilen verbunden. Zum einen verringert sich das Ausfallrisiko und zum anderen
kann die eWin bei Vertragsabschluss das bereits erhaltene Geld anderweitig investieren.
In der folgenden Grafik sind die Kosten der Haussanierung und der Regulierung nicht
inbegriffen.
20
Abbildung 12: Modell Hersteller-Leasing (eigene Darstellung)
Die Investition in Micro Clima wird durch C0 widerspiegelt. In dieser befindet sich ein
möglicher Einkauf in den Leasingvertrag. Der restliche Wert entspricht der Restsumme der
Investition, welche durch die Leasingraten amortisiert werden und worauf auch ein Gewinn
enthalten sein kann.
Abbildung 13: Modell Investition Micro Clima beim Hersteller-Leasing (eigene Darstellung)
21
Die Leasingrate, in der Idee der Projektarbeit, setzt sich aus einer Zahlung an den Preis des
Micro Clima sowie einer Beteiligung für die Verbrauchsoptimierung zusammen. Mit diesem
Grundgedanken wird auch das Know-how der eWin in die Rate einbezogen.
Fazit Theoretische Kalkulationsbasis
Die Feststellung, dass eine optimale Zeitdauer des Contractings nur schwer zu definieren ist,
aufgrund der am Markt herrschenden Konkurrenz und der stetig weiterentwickelten
Technologien, wäre folgende Leasingvariante eine gute Alternative/Möglichkeit:
Es handelt sich um ein Herstellerleasing, bei welchem die eWin Leasinggeber sowie
Lieferant des Micro Clima sind. Das hat zur Folge, dass die eWin eine Tochtergesellschaft
gründen sollte. Nur bei dieser Konstellation ist es möglich, dass die eWin Eigentümerin des
Produkts bleibt. Voraussetzung dafür ist ein grosses Fachwissen bezüglich Finanzierung und
eine hohe Liquidität.
Den Kunden wird wie im Contracting eine Energieeinsparung garantiert. Einzig die Zeitdauer
und die Preisansetzung unterscheiden sich. Die Vertragsdauer sollte kurz- bis mittelfristig
sein. Bei längerfristiger Bindung wird es schwierig die Kunden, ohne Skepsis und allfällige
Ängste hinsichtlich der Investition, zu überzeugen. Im Weiteren besteht für den
Leasingnehmer die Möglichkeit einer Kaufoption.
Die Leasingkosten setzen sich für den Kunden aus verschiedenen Teilbeträgen zusammen:
Die Bearbeitungsgebühr ist ein Prozentsatz vom Anschaffungswert. Die Leasingrate, die
monatlich fällig ist. Von folgenden vier Faktoren ist die Höhe der Leasingrate abhängig.

Allgemeine Zinsniveau

Kreditwürdigkeit Leasingnehmer

Wiederverwertbarkeit des Micro Climas

Höhe des Zinssatzes für innovatives Produkt (Energieeinsparung)
22
Marketing
Eine einfache und passende Beschreibung für Marketing ist der Aufbau einer langen und
profitablen Kundenbeziehung. Ziel jedes Marketing Konzepts oder Prozesses ist es
herauszufinden was sich Kunden wünschen, das Akquirieren von Neukunden, welches
schlussendlich in Kundenzufriedenheit und dadurch in einer möglichst langen
Kundenbeziehung endet. (Vgl. Armstrong, Kotler 2011, S. 32)
Marketingprozess
Um ein Marketing Konzept aufzubauen und eine erfolgreiche Kundenbeziehung und
Anbindung zu pflegen, ist es wichtig folgende fünf Schritte zu verstehen.
Abbildung 14: Einfaches Marketingmodell (eigene Darstellung in Anlehnung an Armstrong, Kotler
2011, S. 34)
Der erste Schritt beschreibt, Kundenbedürfnisse und die aktuelle Marktsituation zu kennen.
Um dies zu präzisieren wird in weiteren fünf Punkten unterschieden.

Kundenbedürfnisse (was braucht der Kunde? Welche Wünsche hat der Kunde?)
23

Marktangebote (welches Produkt? Welchen Service erhält man zusätzlich zum
Produkt)

Kundenzufriedenheit (Welche Erwartungen soll das Produkt erfüllen?)

Markt (Wo bieten wir unser Produkt an? Wie sind wir für Kunden erreichbar?)

Kundendaten (gut strukturierte Informationen über Kunden geben eine Antwort
darüber, welche Bedürfnisse der Kunde hat)
(Vgl. Armstrong, Kotler 2011, S. 34)
Transfer eWin
Die Marktsituation der eWin zeigt sich zur heutigen Zeit sehr komfortabel, da sie die
einzigen sind, welche zumindest in der Schweiz, ein derartiges System anbieten. Ob dies
jedoch auch in Zukunft förderlich ist, ist fraglich, da eine gewisse Anzahl von Konkurrenz
nicht schaden kann. Die eWin hätte derzeit einfach den Vorteil, der Leader zu sein und
somit einen Wissensvorsprung gegenüber allen möglichen Konkurrenten zu haben. Die
Kunden der eWin haben hauptsächlich ein grosses Bedürfnis: Billige und effiziente Energie.
Es besteht mit Sicherheit auch eine gewisse Nachfrage für eine saubere und
umweltfreundlichere Energie, jedoch entscheidet bei den meisten Kunden die
Energieeinsparung und somit die Einsparung an eigenen Kosten darüber, ob sie ein Produkt
kaufen oder nicht. Daher ist es wichtig, einen zusätzlichen Nutzen für den Kunden zu
generieren. Deshalb gilt es für die eWin, ihren möglichen Kunden den Nutzen aufzuzeigen,
dass man mit ihrem System Strom sparen kann (Verbrauch sinkt) und somit auch Geld
(Preisvorteil). Ein weiterer Nutzen ist sicher die Umweltfreundlichkeit, welche das System
mitbringt. (Neubauten sind CO2 frei). Ein weiterer Nutzen wäre auch das wohltuende und
fühlbar bessere Klima, welches durch das Produkt von eWin generiert wird.
Im zweiten Schritt des Marketingprozesses ist es das Hauptziel, wie man Kunden am besten
findet, wie man diese Neukunden akquiriert und wie man mit diesen Kunden in Kontakt tritt
und kommuniziert. Dabei muss jedes Marketing Konzept zwei wichtige Fragen beantworten.

Welche Kunden wollen wir für unser Produkt akquirieren?
Bei diesem Punkt geht es nicht darum alle Kunden zu bedienen, da dies kaum
möglich ist. Das Hauptziel sind diejenigen Kunden herauszunehmen, welche man
optimal und gut bedienen kann.
24

Wie wollen wir diese Kundenbedürfnisse am besten sättigen?
Unter diesem Punkt sollten sich die Unternehmen fragen, wie man seine Kundschaft
und deren Bedürfnisse am besten zufriedenstellen kann und wie man sich im Markt
positionieren und differenzieren will. Viele Unternehmungen positionieren sich auch
als Marke (Brand). Somit wird nicht nur ein Produkt auf dem Markt positioniert
sondern ein ganzes Unternehmen mit seiner Unternehmensphilosophie.
(Vgl. Armstrong, Kotler 2011, S. 37)
Transfer eWin
Da die eWin mit ihrem System sehr stark bei Sanierungen von Gebäuden sind, sind vor
allem Kunden interessant, welche eine sanierungsfällige Liegenschaft besitzen. Diese muss
man sehr individueller betreuen und beraten und dies ist gerade die Stärke der eWin.
Kunden, die einen Neubau erstellen können jedoch für die eWin auch als zusätzliche und
attraktive Einnahmequelle fungieren. Daher sollte man auch das Segment der Neubauten
nicht vernachlässigen. Weil Sanierungsbauten jedoch lukrativer sind, sollte der Fokus bei
diesem Kundensegment liegen.
Der dritte Schritt in einem Marketingkonzept ist nun die Marketingstrategie, welche man
unter Schritt zwei generiert hat, in die Tat umzusetzen. Das Endergebnis sollte schliesslich
der Entstehung einer guten Kundenbeziehung dienen. Die wohl bekannteste Form der
Umsetzung einer Marketingstrategie sind die 4P. Folgende Schritte sind in den 4P enthalten
und sollten beachtet werden. (Vgl. Walter, Hugentobler u.a 2008, S. 136)

Product (Produkt)
Unter diesem Punkt muss überlegt werden, welche Beschaffenheit das Produkt hat und
welche Qualität. Dabei sollten auch immer die Kundenbedürfnisse und deren Nutzen
beachtet werden. (Produkt-Mix)
(Vgl. Walter, Hugentobler u.a 2008, S. 136)

Price (Preis)
Bei diesem Punkt wird festgelegt, wie hoch der Preis für das Produkt sein soll. Ebenfalls
werden Rabatte oder Bonussysteme erarbeitet. (Preis-Mix)
(Vgl. Walter, Hugentobler u.a 2008, S. 136)
25

Place (Distribution)
Hier wird entschieden in welcher Form das Produkt zum Endkonsumenten gelangt,
welche Distributionskanäle (Zentrallager, Franchise) dabei benötigt werden und wo
allenfalls das Produkt dem Kunden angeboten werden kann (Fachhändler).
(Distributions-Mix)
(Vgl. Walter, Hugentobler u.a 2008, S. 137)

Promotion (Kommunikation/ Werbung)
In diesem letzten Punkt wird bestimmt, mit wem kommuniziert wird und mit welchem
Medium die Werbebotschaft übertragen werden kann. (Kommunikations-Mix)
(Vgl. Walter, Hugentobler u.a 2008, S. 137)
Transfer eWin
Produkt: Für die eWin ist dies sicher ein ganz wichtiger Schritt zu definieren, was genau ihr
Produkt ist und was die eWin zusätzlich als Dienstleistungen anbieten will. Als Basisprodukt
sehen wir die Geräte, in welchen die Wärmeumverteilung und die Lüftung gesteuert werden.
Dazu gehört auch die Software, welche es der eWin ermöglicht viel effizienter und daher
billiger zu sein als herkömmliche Anbieter mit ihren Produkten. Zudem ist erwähnenswert,
dass bei Neubauten die Häuser bis zu einem CO2 freien Level gebaut werden können.
Preis: Interessant wäre es für die eWin, immer einen attraktiveren und billigeren Preis als
Konkurrenzprodukte anbieten zu können. Dies wären die herkömmlichen Heizungs- und
Lüftungssystem- Unternehmen. Da heute der Preis bei vielen Käufern im Vordergrund steht,
ist dies wohl die beste Preisstrategie.
Place: Da sich die eWin derzeit noch nicht etabliert hat und eine überschaubare Grösse hat,
wäre es aus unserer Sicht das Beste, die Produkte selber, soweit als möglich, an den
Kunden zu liefern und zu verkaufen. Ebenfalls ist dadurch das Risiko kleiner von einem
Konkurrenten kopiert zu werden.
Der wohl wichtigste Schritt in einem Marketingprozess ist der vierte Schritt. Hier konzentriert
man sich darauf, eine langfristige, für das Unternehmen profitable Kundenbeziehung
aufzubauen. Das Endergebnis sollte sein, dass Neukunden akquiriert werden und dass
dadurch die Kundenzufriedenheit maximiert wird. Demzufolge möchte man in einer möglichst
langen Kundenbeziehung enden. Das Wichtigste in diesem Teilschritt ist die Zufriedenheit
des Kunden, denn nur ein zufriedener Kunde ist schlussendlich auch ein loyaler Kunde, der
auch zu einem profitablen Kunden für das Unternehmen wird. Bei der Kundenzufriedenheit
26
gilt es aber zu beachten, dass nicht jeder Kunde die gleichen Bedürfnisse hat und dadurch
nicht gleich schnell zufrieden ist. Für einige Kunden ist der Preis entscheiden und für andere
wiederum die Qualität des Produkts. Jedoch sollte kein Unternehmen zu grosse Versprechen
bei seinen Produkten machen, denn je grösser die Versprechen sind, desto höher sind auch
die Erwartungen der Kunden. (Vgl. Armstrong, Kotler 2011, S. 41)
Generell kann man heute sagen, dass Kundenbeziehungen immer tiefer und direkter
werden. Ebenfalls wird die Auswahl der Kunden immer detaillierter und vorsichtiger seitens
der Unternehmungen.
Transfer eWin
Was für die eWin von grosser Bedeutung sein sollte ist, dass sie alles unternimmt um die
Kunden zufrieden zu stellen. Dabei geht es nicht nur darum, dem Kunden ein gutes,
möglichst auf ihn zugeschnittenes Produkt zu verkaufen, sondern auch einen guten und
zufriedenstellenden Service zu gewährleisten. Das Ziel muss sein, die Erwartungen zu
erfüllen
wenn nicht sogar zu übertreffen (sofortige Hilfe/ Reparaturservice,
Fernwartung, das Versprechen effizienter zu sein im Verbrauch und daher billiger als andere
Anbieter). Wichtig für die eWin ist mit Sicherheit auch, besonders im Hinblick auf mögliche
Serviceverträge, einen Service zur vollsten Zufriedenheit der Kundschaft umzusetzen. Damit
wird eine solide Grundlage geschaffen für eine allfällige Erneuerung des Servicevertrages
oder eines anderen Vertrages mit der Firma. Da sich die eWin als eine Unternehmung mit
einem revolutionären Produkt sieht, sollte daher der Service auch dementsprechend
hochwertig sein. Es muss durch den Service signalisiert werden, dass man sich um die
Kundschaft bemüht. Gerade Kunden, die keine grossen Kenntnisse in diesem Bereich
haben, werden dies honorieren.
Im letzten Schritt in einem Marketingprozess geht es darum, nicht nur dem Kunden einen
Nutzen zu erbringen, sondern dass auch das Unternehmen einen Nutzen vom Kunden hat,
in Form von loyalen Kunden, welche regelmässig Produkte kaufen oder Dienstleistungen
beanspruchen. Auch unter diesem Schritt gilt es wieder eine möglichst langfristige
Kundenbeziehung aufzubauen. Denn es ist viel billiger für jedes Unternehmen mit einem
bestehenden Kunden Geschäfte zu machen als immer wieder neue Kunden zu akquirieren.
(Vgl. Armstrong, Kotler 2011, S. 48)
Neukunden sind für jedes Unternehmen wichtig, denn jede Kundenbeziehung wird langfristig
ein Ende haben. Deshalb ist es wichtig, sich auf dem Markt so zu positionieren, dass man
immer wieder neue Kunden anwerben kann. Aber jedes Unternehmen muss sich bewusst
27
sein, dass es ein langwieriger Prozess ist, eine funktionierende Kundenbeziehung
aufzubauen. Jedoch genau in diesen langfristigen Kundenbeziehungen resultiert für die
Unternehmen am Ende ein grosser Profit.
Transfer eWin
In unserer Projektarbeit konzentrieren wir uns auf das Kalkulieren von drei Szenarien,
welche die eWin ihren Kunden anbieten kann. Mit diesen drei Szenarien sollte die eWin eine
Grundlage erhalten, um möglichst auf die verschiedenen Wünsche der Kunden eingehen zu
können und schlussendlich für jeden Kunden das Maximum aus dem Produkt oder dem
Service Paket herausholen zu können. Daraus kann sich anschliessend eine starke
Kundenbeziehung entwickeln.
Aufbau einer Kundenbeziehung
Eine langfristige Kundenbeziehung ist enorm wichtig, denn ohne Kunden kann
schlussendlich kein Produkt und Dienstleistung verkauft werden. Um jedoch eine
Kundenbeziehung überhaupt aufbauen zu können ist es unabdingbar, innerhalb des
Unternehmens eine gute Zusammenarbeit aufzubauen. Es ist nicht möglich ein Produkt nur
herzustellen und mit einem guten Marketing zu verkaufen. Langfristiger Erfolg braucht noch
andere Dinge, dazu gehören auch die finanziellen und personellen Aspekte eines jeden
Unternehmens.
Um eine stabile Kundenbeziehung aufzubauen, ist es möglich, auf externe Partner
angewiesen zu sein, welche das Produkt verkaufen, Produktelemente liefern, installieren
oder allenfalls weiterempfehlen. Auf dem heutigen Markt werden nicht nur solide
Kundenbeziehungen vorausgesetzt um erfolgreich zu sein, sondern auch gute Beziehungen
zwischen den diversen Unternehmen und Partnern, welche auch in das zu verkaufende
Produkt involviert sind. Es ist denkbar, dass ein Unternehmen das beste Produkt auf dem
Markt anbietet, aber trotzdem an Marktanteile verliert, da der direkte Konkurrent das bessere
Beziehungsnetz mit seinen verschiedenen Vertragspartnern (z.B. Vertreter) pflegt und somit
trotz seinem schlechteren Produkt eine bessere Kundenzufriedenheit erreichen kann.
(Vgl. Armstrong, Kotler 2011, S. 75)
Transfer eWin
Durch das schwierige Vorhaben der eWin, mit Serviceverträgen die Kunden möglichst lange
an sich zu binden, ist es für sie unabdingbar, eine starke und zufriedene Kundenbeziehung
zu schaffen. Einerseits ist dies wichtig, weil dadurch Kunden mit neuen Verträgen
ausgestatten werden können, anderseits weil nach einer gewissen Dauer die Verträge
28
wieder verlängert werden müssen. Dabei spielt für die Kunden neben den Versprechungen,
die ihnen vonseiten der eWin gemacht wurden auch die generelle Zufriedenheit mit der
Firma eine entscheidende Rolle.
Auch gute Beziehungen zu Architekten, Heizungsplaner oder sonstigen Parteien, welche mit
der eWin in Kontakt kommen, sind essentiell und sollten zwingend gut gepflegt werden.
Denn die eWin ist derzeit hauptsächlich noch von der Mund zu Mund Werbung abhängig.
Deshalb sind sie auf ein intaktes, starkes und gutes Verhältnis mit all diesen beteiligten
Parteien angewiesen, damit diese das System der eWin als optimale Lösung
weiterempfehlen. Gerade durch diese Beziehungen kann es letztendlich zu einem
erfolgreichen Vertragsabschluss kommen.
Aufbau einer Markenstrategie (Branding Strategy)
Eine Marke ist mehr als nur ein Symbol. Denn eine Marke ist ein Schlüsselelement, damit
das Produkt eines Unternehmens in den Köpfen der Konsumenten hängen bleibt.
Unternehmen, die es geschafft haben, eine starke Marke aufzubauen, deren Produkte sind
meistens im Vorteil gegenüber Produkten anderer Unternehmen, welche keine Marke
aufgebaut haben oder deren Marke nicht so bekannt ist. Denn Konsumenten kaufen eher
Produkte, welche sie kennen, als Produkte, die nicht durch eine bekannte Marke gestützt
werden. Um eine Marke aufzubauen, sind folgende vier Punkte zu beachten.
Abbildung 15: Aufbau einer Markenstrategie (eigene Darstellung in Anlehnung an Armstrong, Kotler
2011, S. 257)
29

Marken Positionierung
Eine Marke muss sich klar auf dem Markt positionieren, so dass sie sich in den Köpfen
der Kundschaft eingeprägt haben. Marken können beispielsweise so positioniert werden,
dass die Eigenschaften des Produkts sofort mit der Marke in Verbindung gebracht
werden. Jedoch können direkte Konkurrenten dies sehr schnell kopieren und der Effekt
geht dabei bei den Kunden verloren. Eine zweite Möglichkeit ist es, die eigene Marke so
zu positionieren, dass der Kunde sofort einen Nutzen hinter der Marke sieht (Image).
Zum Beispiel steht Volvo für Sicherheit oder Ferrari für Eleganz und Schnelligkeit. Die
schwierigste Methode aber wohl die effektivste ist, eine Marke so zu positionieren, dass
der Kunde eine emotionale Verbindung empfindet, dass er immer etwas Neues,
Überraschendes erwartet. Solche Marken (z.B. Apple) welche es schaffen, die Kunden
stark an die Marke zu binden, haben eine viel tiefere und eine extrem treue Kundschaft.
Wenn ein Unternehmen eine neue Marke positioniert, ist es wichtig, dass man eine
einfache Mission oder Vision der Marke vermittelt, welche für die potentiellen Kunden
einfach zu verstehen ist und die man auf jedem Fall einhalten kann.
(Vgl. Armstrong, Kotler 2011, S. 257)
Transfer eWin
Um eine Marke wie eWin bekannter zu machen und zu etablieren, muss sie sich ein
geeignetes Image kreieren und dieses dann in den Köpfen der Kunden und auch den
potentiellen Kunden vermitteln. Auch hier gilt es zuerst zu definieren, was die Eigenschaften
des Produkts sind und für welche Werte die Marke eWin letztendlich stehen will.

effizient und dadurch billig

innovativ/ Vorreiter

langlebig

guter schneller Service

Umweltfreundlich
Wenn die eWin als Marke für all diese Eigenschaften stehen will, muss sie sich konsequent
um die Akquisition von Neukunden, Beratung, Lieferung und Montage des Endprodukts
sowie den dazugehörenden Service kümmern und konsequent für all diese Eigenschaften
einstehen.
30

Auswahl des Markennamens
Einen richtigen Markennamen zu finden kann sehr komplex sein. Auf jeden Fall sollte er
zum Unternehmen, zum Produkt und zum Markt, den man bedienen will, passen. Ein
Markenname sollte folgende Merkmale aufweisen.
1. Der Name des Produkts sollte etwas versprechen, welches das Produkt auch
einhalten kann
2. Der Name sollte einfach zu erkennen sein und einfach auszusprechen sein. Man
sollte sich einfach an die Marke erinnern können
3. Der Name sollte unverwechselbar sein
4. Der Name sollte beliebig erweiterbar sein, falls noch neue Produkte zur Marke
hinzukommen
5. Der Name sollte einfach in andere Sprachen zu übersetzen sein oder für andere
Sprachen nachvollziehbar sein
6. Der Name sollte geschützt werden, damit niemand anderes ihn verwenden kann
(Vgl. Armstrong, Kotler 2011, S. 258)
Transfer eWin
Aus der Sicht der Projektgruppe ist die Auswahl des Namens „eWin“ als sehr gut empfunden
worden um eine Marke zu repräsentieren. Alle wichtigen, oben beschriebenen Eigenschaften
werden im Namen klar dargestellt und beschrieben. Der Name ist zudem gut erkennbar,
einfach auszusprechen und zu interpretieren. Zudem kann man sich „eWin“ gut merken

E= Energie (es handelt sich um Energie)

Win= effizient, billig, innovativ, umweltfreundlich (ein Gewinn auf ganzer Linie)
Zusätzlich können weitere Namenzusätze generiert werden, falls neue Produkte oder
Dienstleistungen um das Basisprodukt entwickelt werden. Einziger negativer Aspekte,
welcher herausstechen könnte ist, dass der Name eWin schnell mal verwechselt werden
könnte mit ähnlichen Produkten. Er könnte aber auch leicht von Konkurrenten mit einem
ähnlichen Produkt abgeändert oder kopiert werden. Ein spontanes Beispiel wäre hier: cWin
für Clima Win oder sonstige Kreationen in diese Richtung.
Promotion (Werbung)
Damit ein Unternehmen seine Produkte gut vermarkten kann und eine stabile
Kundenbeziehung aufbauen kann, muss die Unternehmung mit seinen potentiellen Kunden
31
kommunizieren. Die Theorie des Promotion-Mix gibt einen Überblick was diese
Kommunikation alles enthält.
Abbildung 16: Promotion-Mix (eigene Darstellung in Anlehnung an Armstrong, Kotler 2011, S. 409)

Werbung
Um den Bekanntheitsgrad eines Produkts oder eine Marke zu erhöhen eignet sich
Werbung sehr gut. Egal ob im Fernseher (Werbespots), in Zeitschriften oder in
Magazinen. Mit dieser Form der Kommunikation wird eine breite Masse an
potentiellen Kunden direkt angesprochen und erreicht (Massenwerbung). Werbung
erreicht sehr viele Leute in einer relativ kurzen Zeit, ist aber für den Aufbau einer
Kundenbeziehung schlecht geeignet, weil es unpersönlich erscheint. Zudem werden
Konsumenten heutzutage dermassen mit Werbung überhäuft, dass man mit dieser
Form eventuell nicht mehr die gewünschte Aufmerksamkeit des Kunden erreicht.
Die Unternehmen müssen auf jeden Fall sehr genau beachten, mit welchem
Medium sie Werbung machen wollen, um das gewünschte Zielpublikum zu
erreichen. (Vgl. Armstrong, Kotler 2011, S. 410)
Transfer eWin
Interessant für die eWin sind in diesem Bereich die Broschüren und Prospekte. Eine gute
Idee ist, wie dies die eWin bereits plant, eine Broschüre für Fachpersonen und eine für
Personen, welche sich technisch in diesem Fachgebiet nicht sonderlich auskennen, zu
lancieren. Somit kann die eWin individuell auf die Kenntnisse aller interessierten Personen
eingehen und eine bessere Beratung anbieten sowie zielgerichtete Werbung machen.
32

Persönliches Verkaufsgespräch
Ein direktes Verkaufsgespräch ist wohl die effektivste Methode in einem
Verkaufsprozess. Ein persönliches Gespräch ist auch eine einfache Methode, um eine
Kundenbeziehung zu generieren, da eine direkte Begegnung stattfindet und Kunden
schnell über Probleme diskutieren können und sofort individuelle Antworten erhalten. Bei
einem solchen persönlichen Gespräch fühlen sich auch die meisten Kunden wohler, da
sie direkt mit jemanden in Kontakt treten können und sich diese Person in greifbarer
Nähe befindet. Jede Unternehmung, welche persönliche Kundengespräche durchführt,
muss sich aber bewusst sein, dass dies mit Abstand die aufwändigste und sicher auch
teuerste Methode ist, sein Produkt an den Käufer zu bringen (Vgl. Armstrong, Kotler
2011, S. 411)
Transfer eWin
Ein individuelles Verkaufsgespräch ist zurzeit die interessanteste Methode, um Promotion
oder Werbung für die eWin zu machen. Gerade bei Sanierungen von Häusern kann es nur
vorteilhaft sein, wenn man die Möglichkeit hat direkt auf den Kunden einzugehen und Fragen
oder spezielle Wünsche zu beantworten. Das Problem könnte in diesem Fall für die eWin
sein, dass das Fachwissen auf zu wenigen Personen verteilt ist. Somit könnten nur wenige
Mitarbeiter persönliche Verkaufsgespräche führen und die eWin verliert dabei viel Zeit und
eventuell auch Kunden. Falls diese Schlüsselpersonen ausfallen würden, wäre es für die
eWin vielleicht gar nicht mehr möglich, weitere Verkaufsgespräche zu führen oder
schlimmstenfalls Weiterentwicklungen des Produkts voranzutreiben.

Verkaufspromotion
Ist eine Methode um den Kunden direkt zu einem Kauf des Produkts zu bewegen. Unter
Sales Promotion versteht man beispielsweise, dass Promoting des Produktes an
Fachmessen. Hier wird versucht den Kunden anhand von Rabatten oder durch
verschiedene spezielle Abmachungen zum Kauf des Produkts zu bewegen.
(Vgl. Armstrong, Kotler 2011, S. 411)
Transfer eWin
Diese Art von Verkaufspromotion an Messen ist sicher äusserst attraktiv für die eWin. Wobei
man unterscheiden muss zwischen Publikumsmessen wie der Olma St. Gallen oder der Bea
Expo in Bern. Diese Messen wären mit Sicherheit vorteilhaft für eine Bekanntheitssteigerung
des Produkts. Vorteil dieser Methode wäre auch, dass man direkt mit den potentiellen
Kunden in Kontakt treten, das System „Micro Clima“ erklären könnte und auf direkt
anfallende Fragen eingehen könnte. An Fachmessen, wie zum Beispiel die Schweizer
33
Hausbau und Energie-Messe in Bern oder die Swissbau Messe in Basel, könnten
hauptsächlich fachkundige Kunden angesprochen werden, mit welchen man in Zukunft
zusammenarbeiten könnte oder zumindest ein gemeinsames Projekt erarbeiten könnte.

Öffentlichkeitsarbeit/ Beziehungen pflegen (PR)
Bei der Öffentlichkeitsarbeit (PR) geht es mehr darum das Unternehmen in der
Öffentlichkeit zu präsentieren und bekannt zu machen als etwas zu verkaufen. Man
versucht mit Hilfe von Geschichten, diversen Sponsoring- Engagements oder dem
Organisieren von speziellen Events ein gutes Image in der Bevölkerung zu generieren
und dieses zu verbreiten. Diese Art kombiniert mit einer anderen Methoden des
Promotion-Mix könnte sehr effektiv sein, um eine enge Kundenbeziehung zu bilden.
(Vgl. Armstrong, Kotler 2011, S. 411)
Transfer eWin
Für die eWin ein sehr spannendes und attraktives Gebiet um die Bekanntheit der Firma und
des Produkts zu steigern. Hier könnten beispielsweise Events organisiert werden, welche in
Form von Vorträgen stattfinden. Die eWin hat ja bereits einen erfolgreichen öffentlichen
Vortrag durchgeführt und aus diesem ist eine grosse Nachfrage nach dem Produkt Micro
Clima entstanden. Ein Versuch bei einer obengenannten Fachmesse auftreten zu können
wäre sicher eine tolle Möglichkeit, das System unter Fachleuten bekannt zu machen und
allfällige Vorurteile beseitigen zu können. Bei solchen Veranstaltungen könnte die eWin auch
ein Networking betreiben und aufbauen. Nur schon die vielen Gespräche mit Fachleuten
wären für die eWin eine spannende und gewiss gewinnbringende Angelegenheit.
Beispiel Wohlfühl-Werbung bico
In diesem Kapitel geht es darum, der eWin einen Einblick zu geben wie ein anderes
Unternehmen (bico Matratzen) mit einem ähnlichen Werbestrategischen Problem
umgegangen ist. Bico wollte in ihrer Werbung nicht die Fakten hervorheben, sondern dass
sich die Leute Wohlfühlen auf einer Bico Matratze.
Ausgangslage
Schweizer schlafen im Durchschnitt rund 17 Jahre auf der gleichen Matratze. Bico wollte
dies nun ändern und zugleich auch ihr etwas verstaubtes Image aufpolieren. Dabei wollte
Bico eine neue kreative Werbeform lanciere aber zugleich ihr altbewährten Slogan „BICO, für
ä tüüfä gsundä Schlaaf“ beibehalten da dieser Schweiz weit bekannt ist. Mit der neuen
34
Werbestrategie wollte man aber neue junge Leute ansprechen. Das Problem von Bico war
nun, in der Werbung darzustellen, wie man auf einer Matratze gut schläft. (Vgl. Bico 2011a)
Ziel der Werbung
Die neue Werbung hatte zwei Hauptziele. Erstens wollte man eine Verjüngung des
Markenbildes zeigen, ohne die Wichtigkeit des Kundennutzens zu mildern (gut schlafen
können auf der Bico Matratze). Zudem sollte der Begriff „Bico“ wieder Schweiz weit bekannt
gemacht werden und den Leuten aufzeigen, auf was sie eigentlich schlafen. Ebenfalls sollte
Bico in der Öffentlichkeit als dynamisches Unternehmen erscheinen. Das zweite Ziel war,
mithilfe der Werbeaktion die Verkaufszahlen zu steigern und einen grösseren Marktanteil zu
erreichen. (Vgl. Bico 2011a)
Zielgruppe
In der Schweiz wohnhafte Frauen und Männer im Alter zwischen 25 und 50 Jahren. Jedoch
war der Fokus bei den 30 bis 40 Jährigen. Bei den Frauen wollte man vor allem diejenigen
ansprechen, welche über ein hohes Haushaltseinkommen verfügten. Bei den Männern wollte
man vor allem die gesundheitsbewussten Männer ansprechen. (Vgl. Bico 2011a)
Budget
Das Gesamtbudget der Werbekampagne betrug ca. 2 Millionen Schweizer Franken.

TV-Spot: 53% Anteil am Gesamtbudget

Zeitungen: 39% Anteil am Gesamtbudget

Plakate:3% Anteil am Gesamtbudget

Messen: 5% Anteil am Gesamtbudget
(Vgl. Bico 2011a)
Strategie
Den Slogan „BICO, für ä tüüfä gsundä Schlaaf“ wollte man nicht ändern, da dieser schon
bekannt war. Die Strategie hatte folgende Schritte beinhaltet.
1. Produktwerbung mit leicht witzigen Sprüchen, die den Haupt-Kundennutzen
auf den Punkt bringt (z.B. Klimaanlage beim Modell ClimaLuxe Matratze).
2. Dynamische Werbung, die die Marke in neuem überraschendem Auftritt leicht frech und
witzig zeigt. Dies wollte man vor allem in TV-Spots erreichen. Doch das Problem war, wie
man einen bekannten Slogan mit einem auffallenden Inhalt untermauert, dass man auf einer
35
Bico Matratze gut schläft. Dies im Fernsehen zu zeigen ist enorm schwierig. Das Problem
löste man, indem man erkannt hat, dass noch kein anderer Matratzenanbieter einen TV-Spot
kreiert hat, in dem gezeigt wurde, dass eine Matratze eine rettende Wohlfühl-Insel ist. Im TVSpot wird erzählt, wie eine Frau, deren Haus unter Wasser steht, versucht sich aufs Dach zu
retten. Doch dann erblickt sie plötzlich unter den vielen Gegenständen, die an ihr
vorbeischwimmen, eine Bico Matratze und dabei wird ihr klar, „Auf eine Bico-Matratze kann
ich mich verlassen“. Sie springt auf die Matratze, als ein Retter sie in einen Helikopter ziehen
will und wehrt sich gegen die Rettung, da die Bico Matratze ihr Sicherheit und Geborgenheit
gibt. Mit diesem Spot wird höchste Qualität der Matratze und Zuverlässigkeit kommuniziert
und ein hoher Aufmerksamkeitsgrad war dem Spot auch sicher. (Vgl. Bico 2011a)
Umsetzung
Die TV-Spots wurden als Hauptmedium verwendet. In Zeitschriften, vor allem
Frauenzeitschriften wurde eine geringe Anzahl Anzeigen geschaltet. Zudem wurde an
ausgewählten Orten Plakate platziert. Zusätzlich war Bico an Messen präsent.(Vgl. Bico
2011a)
Erfolg
Nach der ersten Welle der Webekampagne machte Bico eine Marktforschungsanalyse, wie
hoch der Erfolg war. Dabei hat man gemerkt, dass der Marktanteil um 3% gestiegen ist, auf
rund 36% (2004). Die Bekanntheit der Marke stieg um 11% auf 62%. Damit hatte man die
Erwartungen bei weitem übertroffen. (Vgl. Bico 2011a)
Transfer eWin
Eine Werbekampagne, wie sie hier von Bico gemacht wurde, zeigt, dass es ohne viele
technische Fakten für Vor- und Nachteile möglich ist, erfolgreich zu werben. Bico verwendet
mehr visuelle Symbole für ihre Werbespots. Eine Frau (siehe Bild unten), welche sich
einfach nur wohl fühlt und einen guten Schlaf hat, ist ein gutes Exempel.
Wenn man nun das Produkt, welches die eWin verkaufen möchte, auf seine Attribute
überprüft (ökologischer Fussabruck, ganzheitliches Klima für das ganze Haus schaffen,
hohes Wohlbefinden ect.), kann man gewisse parallelen zur Bico Werbung finden. Für eine
eWin Werbung würde man sicher auf das neue, bessere Raumklima anspielen oder auf das
gute Gewissen, welches man sich damit verdient hat etwas für die Umwelt zu leisten, indem
man weniger Öl verbraucht.
36
Bico hat es erfolgreich vorgemacht und die Zahlen sprechen für sich. Wie könnte das die
eWin nun für sich adaptieren? Es wäre möglich eine ähnliche Kampagne zu starten um auf
sich aufmerksam zu machen, dies in Form von Bildern, welche die Menschen beim kurzen
betrachten schon berühren würden, ohne viele technische Angaben über das Gerät selber
oder sonstige Informationen (wie Beispielsweise der Preis) zu vermitteln. Eine glückliche
Familie, welche dank des neuen Klimas, ihr umgerüstetes Zuhause geniessen kann, wäre
zum Beispiel eine gute Möglichkeit.
Abbildung 17: Typisches Wohlfühl Werbeplakat von bico
(http://www.pfister.ch/de/marken/schlafen/schlafen.html)
37
Schlusswort
Die eWin ist ein aufstrebendes Unternehmen. Mit ihrem innovativen Produkt namens Micro
Clima können sie ihren Kunden eine zurzeit auf dem Markt einzigartige Energieeinsparung
garantieren. Leider konnte sie bis anhin noch kein Konzept entwickeln, in welchem das
Fachwissen im Preis enthalten ist. Folgende Methoden können das Problem bezüglich des
Fachwissens lösen:

Contracting

Kauf Micro Clima

Herstellerleasing
Das Contracting kann nicht als optimale Lösung für die eWin betrachtet werden. Da die eWin
allfällige Sanierungskosten wie beispielsweise: neue Fenster, Neuanstrich Aussenfassade
und Isolationsarbeiten nicht tragen will. Bloss Investitionen bezüglich Micro Clima werden
finanziert. Aus diesem Grund wurde eine Mischform des Contractings eruiert. Dabei ist die
Bestimmung der optimalen Vertragsdauer das grösste Problem. Falls die Dauer zu lang
angesetzt wird (ca. 15 Jahre), kann es sein, dass der zusätzliche Grenznutzen in den letzten
Jahren schlechter ist als derjenige der Mitbewerber. Die Konkurrenz wird mit dem Micro
Clima substituierbare oder bereits bessere Produkte zukünftig anbieten können. Damit dies
nicht geschieht, muss die eWin stetige Weiterentwicklungen vornehmen.
Falls die eWin weiterhin das Produkt verkaufen möchte, sollte der Preis höher angesetzt
werden. Es kann eine garantierte Einsparung auf den zurzeit herrschenden Verbrauch (ISTZustand) aufgezeigt werden. Dadurch ist es legitim einen höheren Preis zu verlangen.
Beim Herstellerleasing ist zu berücksichtigen, dass die eWin nicht nur als Lieferant der
Anlagen sondern auch als Leasinggesellschaft auftreten muss. Dabei sollte eine
Tochtergesellschaft (Leasing eWin) gegründet werden. Andernfalls ist sie nicht mehr
Eigentümer der Sanitärinstallationen und erhält wie bereits beim Kauf einen einmaligen
Geldbetrag. Eine erfolgreiche Umsetzung des Leasingmodells ist nur möglich, mit genügend
Fachwissen im Bereich Finanzen sowie eine hohe Liquidität.
Ausblick
Die eWin ist hinsichtlich der Nachhaltigkeit und der Qualität, die das Micro Clima bietet, in
der Schweiz einzigartig. In den letzten Jahren konnte ein technologischer Fortschritt
gegenüber den Konkurrenten generiert werden. Nun möchte sie diesen Vorsprung in Profit
38
umwandeln. Die Herausforderung des Unternehmens im Bereich sanitärer
Anlagenoptimierung wird daher sein:

Investoren
Dies ist einer der wichtigsten Punkte neue Marktanteile zu gewinnen und genügend
liquide zu sein, um ein Konzept in Form vom Mischform-Contracting oder dem
Herstellerleasing.

Neukunden
Mit gezielten Auftritten an Fachmessen oder sonstigen öffentlichen Auftritten kann das
Interesse am Micro Clima gesteigert werden.

Trend
Die eWin sollte sich für die Weiterentwicklungen ihrer Produkte einsetzen. Ansonsten
könnte es sein, dass die Konkurrenz hochwertigere Produkte entwickelt. Der Trend der
gesamt Energiebranche sollte stetig beobachtet werden.
Die genannten Unklarheiten müssen soweit als möglich untersucht werden, sodass eine
optimale Vertragsform erarbeitet werden kann.
Die Projektgruppe hofft mit dieser Arbeit einen Grundstein für ein gutes Gelingen geschaffen
zu haben.
39
Quellenverzeichnis
Bücher:
 Walter, Hugentobler / Karl, Schaufelbühl u.a (2008): Integrale Betriebswirtschaftslehre. 2.
Aufl. Zürich: Orell Füssli Verlag.
 Gary Armstron / Philip Kotler (2011): Marketing an Introduction. 10. Aufl. London: Pearson
Verlag
Interview:
 Raiffeisenbank Olten, Nick Sterchi, Kreditabteilung, 8. November 2011
Internet:
 Wikipedia (2011a) Geschichte Contracting [Online]
URL: http://de.wikipedia.org/wiki/Contracting [Stand: 23. Oktober 2011]
 swisscontracting (2011a) Erfolgsgeschichte[Online]
URL: http://swisscontracting.ch/share/Downloads/Artikel%20Haustech0003.PDF[Stand:
23. Oktober 2011]
 swisscontracting (2011b) Anlagencontracting [Online]
URL:http://www.swisscontracting.ch/share/Downloads/Leitfaden_Ausschreibung_Architekt
en.PDF[Stand: 23. Oktober 2011]
 swisscontracting (2011c) Anlagecontracting [Online]
URL:http://www.swisscontracting.ch/share/Downloads/Intelligent_bauen_0908_ganzheitlic
h.pdf[Stand: 23. Oktober 2011]
 delta-q 2011a (2011a) Szenarien [Online]
URL: http://www.delta-q.de/export/sites/default/de/downloads/anlagen-contracting.pdf
[Stand: 23. Oktober 2011]
 spiegel (2011a) Anlagecontracting [Online]
URL: http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/0,1518,763115,00.html [Stand: 23. Oktober
2011]
40
 swissengineering (2011a) Energiesparcontracting [Online]
URL: http://www.swissengineering-stz.ch/pdf/stz0520114610.pdf [Stand: 28. Oktober
2011]
 Bico (2011a) Beispiel Wohlfühl-Werbung bico [Online].
URL: http://www.matratzenexperte.ch/download/presse/Matratzenexperte_BICO_1.pdf
[Stand: 28. Oktober 2011]
41
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Vergleich der konventionellen Projektabwicklung mit der Projektrealisierung
mit Contracting
http://swisscontracting.ch/share/Downloads/Artikel%20Haustech0003.PDF
(Seite: 4)
Abbildung 2: Risiko im Vergleich Eigenbetrieb/ Contracting
http://www.swisscontracting.ch/share/Downloads/Contracting_0912_richtig_ausschreiben.pdf
(Seite: 6)
Abbildung 3: Erwartenden Verlauf der Energiekosten im Contracting
eigene Darstellung
(Seite: 13)
Abbildung 4: Generelles Sparpotential
eigene Darstellung
(Seite:14)
Abbildung 5: Sparpotential eWin und Kunde
eigene Darstellung
(Seite: 14)
Abbildung 6: Unregelmässigkeiten beim Energieverbrauch
eigene Darstellung
(Seite: 15)
Abbildung 7: Dauer des Vertrages/ Nutzungsoptimierung
eigene Darstellung
(Seite: 16)
Abbildung 8: Ablauf Contracting / neuer Vertrag
eigene Darstellung
(Seite: 16)
42
Abbildung 9: Modell Mischform Contracting
eigene Darstellung
(Seite: 18)
Abbildung 10: Modell Kauf Micro Clima
eigene Darstellung
(Seite: 19)
Abbildung 11: Kaufpreis des Micro Clima
eigene Darstellung
(Seite: 20)
Abbildung 12: Modell-Hersteller Leasing
eigene Darstellung
(Seite: 21)
Abbildung 13: Modell Investition Micro Clima beim Hersteller-Leasing
eigene Darstellung
(Seite: 21)
Abbildung 14: Einfaches Marketingmodell,
eigene Darstellung in Anlehnung an Armstrong, Kotler 2011, S. 34
(Seite: 23)
Abbildung 15: Aufbau einer Markenstrategie
eigene Darstellung in Anlehnung an Armstrong, Kotler 2011, S. 257
(Seite: 29)
Abbildung 16: Promotion-Mix
eigene Darstellung in Anlehnung an Armstrong, Kotler 2011, S. 409
(Seite: 32)
Abbildung 17: Typisches Wohlfühl Werbeplakat von bico
(http://www.pfister.ch/de/marken/schlafen/schlafen.html)
(Seite 37)
43
Abbildung 18 Anhang: Schwankender Energieverbrauch
eigene Darstellung
Abbildung 19 Anhang: Ständige Weiterentwicklung des Micro Clima
eigene Darstellung
44
Anhang
Zusätzliche Grafiken
Verbrauch
IST
eWin
Zeit / Jahr
Frühling
Sommer
Herbst
Winter
Abbildung 18: Schwankender Energieverbrauch (eigene Darstellung)
Der Verbrauch variiert jährlich und die eWin muss dies messen und nachweisen können.
Deshalb kann die Verbrauchsgarantie schwanken. Beispielweise ist im Winter der
Stromverbrauch höher.
Verbrauch
IST
x
x1
eWin
x
Zeit t
Ablauf Contracting/
neuer Vertrag
Zeit
Abbildung 19: Ständige Weiterentwicklung des Micro Clima (eigene Darstellung)
Anstelle einer einmaligen Weiterentwicklung bei Zeit t, werden regelmässige Updates
vorgenommen.
45
Marketing IST-Analyse
Bei dieser Ist-Analyse geht es darum einen Überblick zu schaffen wie die eWin AG derzeit
mit seinen Kunden kommuniziert und wie ihr Gesamtauftritt nach aussen erscheint
(Werbestrategie).
Wie akquiriert die eWin AG momentan neue Kunden?
Zurzeit gewinnt die eWin AG vor allem neue Kunden durch Mund zu Mund Werbung ihrer
bereits vorhandenen Kunden und Interessenten. Zusätzlich melden sich auch interessierte
Kunden, welche einen Artikel in der Zeitschrift Net-Journal gelesen haben und dadurch auf
das Angebot der eWin aufmerksam wurden. Zudem referierte Josef Huber in Bern, wodurch
ebenfalls zahlreiche neue, interessierte Kunden gewonnen werden konnten.
Die eWin AG selber, macht aktuell aber keine gezielte Werbung und hat auch keine
Werbestrategie, welche auf ihr Unternehmen abgestimmt wäre.
Wie macht die eWin AG momentan Werbung? (durch Broschuren und Anzeigen)
Die eWin AG hat zum jetzigen Zeitpunkt eine Broschüre, welche ihre Kunden, über das
neuartige System, informieren soll. Jedoch haben sie vor kurzem einen externen Berater
beauftragt, zwei neue Broschüren zu kreieren. Die eine Broschüre soll Privatkunden, welche
kein grosses Fachwissen vom System „Micro-Clima“ haben, umfassend informieren. Die
zweite Broschüre soll auf Architekten und Fachpersonal abgestimmt werden, welche ein
grösseres Sachverständnis in diesem Bereich haben. Beide Broschüren sollen aber
kundenfreundlicher werden in Zukunft. (bessere Gestaltung, mehr Bilder)
Nebst diesen Broschüren konzentriert sich die eWin AG derzeit nicht auf weitergehende
Werbeaktionen und Werbeplattformen.
Internetauftritt
Die eWin AG betreibt ihre eigene Internetseite. Jedoch wird diese im Moment erneuert und
aktualisiert, da sich nach dem Umzug der Firma, nach Hunzenschwil, einige Angaben
geändert haben.
Dies ist die einzig aktiv betriebene Plattform im Internet, welche die eWin für sich nutzt.
Die eWin AG hat derweil, wie bereits oben erwähnt, keine konkrete Werbestrategie. Zudem
bestätigt die eWin AG gegenwärtig der einzige Anbieter von „Micro Clima“ oder einem
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vergleichbaren System zu auf dem Markt zu sein. Eine umfassende Konkurrenzanalyse
wurde noch nicht gemacht.
Zusammengefasst beinhaltet dies alle aktiven Werbeauftritte der eWin gegenüber möglichen
Käufern und Interessenten.
(Quelle: Aus Gesprächen mit Josef Huber und Peter Tschannen)
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