72 Kommunikationspolitik als Marketinginstrument im Drittvertriebsleasing — Ansätze der Leasinggesellschaft der Sparkasse GmbH — Arbeitsergebnisse einer Diplomarbeit — von Dipl.-Kfm. Peter Schaaf Abkürzungsverzeichnis..........................................................................................................74 1 Einführung und Problemstellung.....................................................................................76 2 Die Kommunikationspolitik im Drittvertriebsleasing .......................................................76 2.1 Definitorisches.........................................................................................................76 2.1.1 Der Drittvertrieb.............................................................................................76 2.1.2 Zum Begriff der Kommunikation ....................................................................77 2.1.3 Zum Begriff der Kommunikationspolitik.........................................................77 2.2 Umfeldbedingungen der Kommunikationspolitik von Leasinggesellschaften im Drittvertrieb ..........................................................................................77 2.2.1 Besonderheiten der Kommunikationspolitik im Drittvertriebsleasing....................................................................................................77 2.2.2 Die für die Kommunikationspolitik bedeutsamen Spezifika des Leasing...........................................................................................................78 2.3 Planung des Kommunikationsprogramms.................................................................79 2.3.1 Kommunikationsprozeß..................................................................................79 2.3.2 Wesentliche Elemente des Kommunikationsprogramms ..................................79 2.3.2.1 Ziele und Zielgruppen der Kommunikation........................................79 2.3.2.2 Kommunikationsbotschaft.................................................................80 2.3.2.3 Kommunikationsbudget ....................................................................81 2.3.2.4 Kommunikationsmix .........................................................................82 2.4 Erörterung der einzelnen Kommunikationsinstrumente.............................................83 2.4.1 Werbung ........................................................................................................83 2.4.1.1 Zum Begriff der Werbung .................................................................83 2.4.1.2 Festlegung des Werbeprogramms......................................................83 2.4.1.2.1 Werbeziele und Zielgruppen..............................................83 2.4.1.2.2 Werbebotschaft.................................................................83 2.4.1.2.3 Werbebudget ....................................................................84 73 2.4.1.2.4 Werbeträger .....................................................................84 2.4.1.2.5 Werbemittel......................................................................85 2.4.1.2.6 Werbeerfolgskontrolle ......................................................86 2.4.1.3 Werbung der LGS ............................................................................86 2.4.1.3.1. Aufbau der Sparkassenwerbung ........................................87 2.4.1.3.2. Werbemaßnahmen ............................................................87 2.4.2 Verkaufsförderung .........................................................................................88 2.4.2.1 Zum Begriff der Verkaufsförderung..................................................89 2.4.2.2 Festlegung des Verkaufsförderungsprogramms .................................89 2.4.2.2.1 Ziele und Zielgruppen der Verkaufsförderung..................................................................................89 2.4.2.2.2 Verkaufsförderungsbotschaft ............................................90 2.4.2.2.3 Instrumente der Verkaufsförderung ..................................90 2.4.2.2.3.1 Maßnahmen der Information...........................90 2.4.2.2.3.2 Bereitstellung von Sachmitteln........................91 2.4.2.2.3.3 Incentives .......................................................91 2.4.2.2.4 Verkaufsförderungserfolgskontrolle ..................................92 2.4.2.3 Verkaufsförderungsaktivitäten der LGS............................................93 2.4.3 Public Relations .............................................................................................94 2.4.3.1 Zum Begriff der Public Relations ......................................................94 2.4.3.2 Festlegung des PR-Programms .........................................................94 2.4.3.2.1 Ziele und Zielgruppen .......................................................94 2.4.3.2.2 Instrumente der Public Relations.......................................95 2.4.3.2.2.1 Medienarbeit ..................................................95 2.4.3.2.2.2 PR-Veranstaltungen........................................96 2.4.3.2.2.3 Innerbetriebliche PR-Maßnahmen..............................................96 2.4.3.2.2.4 Eigene PR-Publikationen ................................96 2.4.3.2.3 Kontrolle der Public Relations ..........................................97 2.4.3.3 Public Relations der LGS..................................................................97 3 Abschließende Betrachtung ............................................................................................98 Literaturverzeichnis ............................................................................................................101 Gesprächsliste.....................................................................................................................108 74 Abkürzungsverzeichnis Abb. AG AIDA Aufl. Auto-Expo B.Bl. Bd. BTX BUM BW bzgl. bzw. ca. CI d.h. DB DBW DGZ DIF-Bank Diss. DL DM DSGV DSV EDV etc. ff. FLF GmbH GüKG HB HGB hrsg. Hrsg. HWS IFO Jg. KWG Abbildung Aktiengesellschaft Attention, interest, desire, action Auflage Deutsche Auto-Markt Linden GmbH Betriebswirtschaftliche Blätter Band Bildschirm-Text Bank und Mark und Technik Betriebswirtschaft bezüglich beziehungsweise circa Corporate identity das heißt Der Betrieb Die Betriebswirtschaft Deutsche Girozentrale - Deutsche Kommunalbank Deutsche Investitions Finanz GmbH Dissertation Deutsche Leasing AG Deutsche Mark Deutscher Sparkassen- und Giroverband Deutscher Sparkassenverlag Elektronische Datenverarbeitung et cetera fort folgende Finanzierung Leasing Factoring Gesellschaft mit beschränkter Haftung Güterkraftverkehrsgesetz Handelsblatt Handelsgesetzbuch herausgegeben Herausgeber Handwörterbuch der Sparkassen Institut für Wirtschaftsforschung e.V. Jahrgang Gesetz über das Kreditwesen 75 LGS Mio. MKP Mrd. MuB Nr. o.a. o.J. o.O. o.V. ÖBA PC PR Rewe S. S-Leasing sog. TDM u. u.a. usw. vgl. z.B. ZfB ZfgK Zfo Leasinggesellschaft der Sparkasse GmbH Million Marketing, Kommunikations-, Planung Milliarde Mitteilungen und Berichte Nummer oben angeführt ohne Jahresangabe ohne Ort ohne Verfasser Österreichisches Bankarchiv Personal Computer Public Relations Rechnungswesen Seite Sparkassen-Leasing sogenannten Tausend Deutsche Mark und unter anderem und so weiter vergleiche zum Beispiel Zeitschrift für Betriebswirtschaft Zeitschrift für das gesamte Kreditwesen Zeitschrift für Organisation 76 1 Einführung und Problemstellung Leasing als die vertragsmäßig geregelte, gegen Entgelt gewährte mittel- bis langfristige Nutzungsüberlassung beweglicher und unbeweglicher Investitionsgüter sowie langlebiger Konsumgüter1 wurde, aus Amerika stammend, mit der Gründung der ersten deutschen Leasing-Gesellschaft, der Deutsche Leasing GmbH, im Jahre 19622 auf dem deutschen Markt eingeführt. Für den Banken- und Sparkassensektor ist das Leasinggeschäft insbesondere wegen der zum Stillstand gekommenen Expansion des Finanzierungssektors3 und des verstärkten Auftretens von sog. "Non-" oder "Near-Banks"4 als neue Konkurrenten lukrativ. Leasing in Form des Vermittlungsvertriebs, bei dem die Sparkasse lediglich Vermittler zwischen (potentiellem) Leasingnehmer und Leasinggesellschaft ist, genügt den Anforderungen der Sparkassen u.a. im Hinblick auf Bilanzwirksamkeit, Eigenverantwortlichkeit und Rentabilität des Leasinggeschäfts nicht mehr.5 Die Gründung einer eigenen Leasinggesellschaft unter Berücksichtigung der speziellen Vorschriften des Sparkassenrechts oder eine über das reine Vermittlungsgeschäft hinausgehende enge Kooperation mit einem Leasingpartner in Form des Drittvertriebs zeigen Alternativen auf, wobei auf weitere Ausführungen zu Erstgenanntem aufgrund der Themenstellung verzichtet wird. Für die kooperierende Leasinggesellschaft ergeben sich aus einer verstärkten Zusammenarbeit zwei wesentliche Anforderungen: Zum einen ist der Partner Sparkasse als eigenständiger Markt zu sehen und entsprechend zu behandeln; zum anderen muß der Sparkassenkunde über den Vertriebspartner Sparkasse als Leasingnehmer gewonnen werden. Zur Erfüllung dieser Anforderungen setzt die Leasinggesellschaft die Kommunikationspolitik als ein Marketing-Instrument ein. Ziel dieser Arbeit ist die Erstellung einer strukturierten, auf die Besonderheiten des Drittvertriebsleasing innerhalb der Sparkassenorganisation eingehenden Konzeption für die Kommunikationspolitik einer Leasinggesellschaft unter Berücksichtigung der Ansätze der Leasinggesellschaft der Sparkasse GmbH. 2 Die Kommunikationspolitik im Drittvertriebsleasing 2.1 Definitorisches 2.1.1 Der Drittvertrieb Der Drittvertrieb oder die horizontale Kooperation ist ein indirekter Absatzweg, bei dem ein Unternehmen einen rechtlich selbständigen Absatzmittler zum Verkauf seiner Lei1 2 3 4 5 Vgl. Büschgen, H. E.: Leasing, S. 230. Vgl. o.V.: Informationen zum S-Leasing, S. 3. Vgl. Tichy, G.: Ertragskrise, S. 177. Vgl. Krumnow, J.: Herausforderungen, S. 416. Vgl. Büschgen, H. E.: Herausforderungen, S. 43. 77 stungen einschaltet. Die Entlastung des eigenen Vertriebs und die Nutzung des sog. Multiplikator-Effektes6 durch Erschließung des Kundenpotentials des Kooperationspartners sind die vorrangigen Motive zur Nutzung dieser Vertriebsform. Insbesondere bei Leasinggesellschaften konzentriert sich dabei die Vermarktung auf wenige erklärungsbedürftige, standardisierte und für das Mengengeschäft geeignete Vertragsmodelle.7 Als Kooperationspartner kommen "verwandte" Unternehmen wie Sparkassen, Banken, Versicherungen, Kapitalanlagegesellschaften etc. in Frage, wobei sich diese Arbeit auf Erstgenannte beschränkt. 2.1.2 Zum Begriff der Kommunikation Kommunikation bedeutet Austausch von Informationen.8 Es ist ein Prozeß der Informationsübertragung, durch den eine Nachricht von einem Sender zu einem Empfänger übermittelt wird.9 2.1.3 Zum Begriff der Kommunikationspolitik Unter Kommunikationspolitik ist die auf der Kommunikation basierende, bewußte Gestaltung der auf den Markt gerichteten Informationen eines Unternehmens zu verstehen.10 Ziel der Kommunikationspolitik ist, durch Übermittlung von Informationen Meinungen, Einstellungen, Erwartungen und Verhaltensweisen der Marktteilnehmer gemäß spezifischen Zielsetzungen zu steuern.11 2.2 Umfeldbedingungen der Kommunikationspolitik von Leasinggesellschaften im Drittvertrieb 2.2.1 Besonderheiten der Kommunikationspolitik im Drittvertriebsleasing Aus dem bereits in Kapitel 1 erläuterten doppelten Adressatenkreis ergeben sich die weiteren Besonderheiten der Kommunikationspolitik im Drittvertriebsleasing. Die Partnersparkassen sind als rechtlich selbständige Kreditinstitute weitgehend autonom in ihren Entscheidungen. Ob und wie eine Sparkasse ihren lokalen Markt bearbeitet, ist alleine ihre Entscheidung.12 Dieses Faktum bestimmt die Kommunikationspolitik der Leasinggesellschaft in mehrfacher Hinsicht. Über gezielte Informationen können direkt lediglich die Sparkassen motiviert werden, ihre Aktivitäten im Leasing auszubauen. Dagegen ist der Sparkassenkunde nahezu ausschließlich indirekt über den Kooperationspartner erreichbar. Aufgrund dessen zeigen alle auf den potentiellen Leasingnehmer bezogenen 6 7 8 9 10 11 Vgl. Schaefer, A.: Sparkassen-Leasing, S. 10. Vgl. Hermann, H.-P.: Leasing als Leistungsangebot, S. 186. Vgl. Berndt, R.: Kommunikationspolitik, S. 11. Vgl. Picot, A.: Kommunikation, S. 1019. Vgl. Wolf, J. u.a.: Marketing, S. 150. Vgl. Meffert, H.: Marketing, S. 443. 78 kommunikationspolitischen Überlegungen nur dann Wirkung, wenn sie von der einzelnen Sparkasse getragen werden. Sie haben damit lediglich Vorschlagscharakter.13 Zudem besteht die Möglichkeit, daß die von der einzelnen Sparkasse verfolgten Marketing-Ziele nicht mit denen der Leasinggesellschaft übereinstimmen. In solchen Fällen ist eine Marktbeeinflussung nach den Vorstellungen der Leasinggesellschaft nahezu unmöglich. Schließlich bedingen die vielen Vertragssparkassen und die daraus resultierenden manigfaltigen Marketing-Konzepte einen Koordinierungsbedarf bei der Leasinggesellschaft. Aufgrund der hohen Anzahl an Kooperationspartnern wird die konsequente Abstimmung sämtlicher Marketing-Aktivitäten in praxi ein schwer zu realisierendes Vorhaben sein. 2.2.2 Die für die Kommunikationspolitik bedeutsamen Spezifika des Leasing Für die Kommunikationspolitik im Drittvertriebsleasing bedeutsam sind die analog zu den Besonderheiten von Bankleistungen spezifischen Eigenschaften des Leasing. Hierzu zählen: - die Abstraktheit (Stofflosigkeit), - die nicht vorhandene Patentierfähigkeit, - die Erklärungsbedürftigkeit14 und - die Vertrauensempfindlichkeit.15 Leasing ist — wie jede andere Dienstleistung — abstrakt, d.h. entbehrt jeder Substanz. Für die Kommunikationspolitik ergeben sich hieraus Schwierigkeiten, da es nicht möglich ist, die Leistung "Leasing" selbst, etwa wie das Produkt "Auto", in der Werbung darzustellen. Aufgrund dessen gilt es, die Kundenmotive bei der jeweiligen Zielgruppe für Leasing zu identifizieren und als Basis für alle weiteren Marketing-Überlegungen einzusetzen.16 Leasing ist ferner als Dienstleistung nicht patentierfähig mit der Konsequenz der Nivellierung des Leistungangebotes der am Markt tätigen Leasinggesellschaften. Aufgabe des Marketing ist es hier, ein unverwechselbares Profil von Sparkasse und Leasinggesellschaft nach außen zu entwickeln mit dem Ziel, die Einstellung der Zielgruppe positiv zu verändern.17 Um Wettbewerbsvorteile zu erzielen, kommt folglich dem Aspekt "Image" innerhalb der Öffentlichkeitsarbeit besondere Bedeutung zu. Die Abstraktheit, die detaillierten steuerlichen und rechtlichen Bestimmungen und die individuellen Anforderungen des Leasingnehmers machen Leasing zu einer erklärungs12 13 14 15 16 17 Vgl. Gespräch mit Herrn Rindermann vom 03.02.94. Vgl. Imgrund, U.: Direktmarketing, S. 3. Vgl. Schott, B.: Bank-Marketing, S. 810. Vgl. Süchting, J.: Marketing, S. 994. Vgl. Drewes, W.: Marketing von Leasinggesellschaften, S. 10. Vgl. Renker, C.: Firmenkundenmarketing, S. 10. 79 bedürftigen Leistung mit differenzierten Konsequenzen für die Kommunikationspolitik der Leasinggesellschaft im Hinblick auf die verschiedenen Zielgruppen. Kommunikationspolitik mit der Zielgruppe "Kooperationspartner" bedeutet für die Leasinggesellschaft, durch Information eine hohe Motivation innerhalb der Sparkassen zu erreichen mit dem Ziel, daß sich diese in einem forcierten Leasinggeschäft niederschlägt. Bezogen auf die Bankkunden sind die Kommunikationsinhalte mit den Anforderungen der anvisierten Botschaftsempfänger abzustimmen, da der Grad der Erklärungsbedürftigkeit mit der Individualität des Leasinggeschäftes und der fachlichen Vorbildung der Zielgruppe variiert. Aus der Nähe zu anderen bankbetrieblichen Leistungen ergibt sich die Vertrauensempfindlichkeit als letztes Charakteristikum des Leasing. Die Leasinggesellschaft profitiert von dem seriösen Image des Kooperationspartners in Form eines sog. "Imagetransfers"18 und erzielt somit einen Wettbewerbsvorteil gegenüber nicht kooperierenden Gesellschaften. Abschließend kann festgehalten werden, daß Leasing aufgrund der oben dargestellten, für die Kommunikationspolitik bedeutsamen Spezifika besondere Anforderungen an das Marketing der Leasinggesellschaft stellt. 2.3 Planung des Kommunikationsprogramms Da das Verständnis über die Wirkungsweise des Kommunikationsprozesses Voraussetzung für die Entwicklung eines wirkungsvollen Kommunikationsprogramms ist, soll diese kurz dargestellt werden. 2.3.1 Kommunikationsprozeß Die Funktionsweise des Kommunikationsprozesses läßt sich anschaulich an dem von Harold Lasswell entwickelten Kommunikationsmodell erläutern: "Who says what in which channel to whom with what effect?"19 Hieraus abgeleitet besteht Kommunikation aus einem Sender (Who), der eine Botschaft (what) über einen Kommunikationskanal (in which channel) an einen Empfänger (whom) richtet, der darauf reagiert.20 Sender ist die Leasinggesellschaft, die eine Botschaft z.B. über den Nutzen des Leasinggeschäftes über einen Kommunikationskanal (z.B. LGS-Info) an eine Zielgruppe Partnersparkasse sendet, um dort das Interesse für Leasing zu verstärken. Für die Kommunikationspolitik ist das Lasswell´sche Kommunikationsmodell insofern von Bedeutung, als sich aus ihm wesentliche Elemente eines wirkungsvollen Kommunikationsprogramms ableiten lassen. 2.3.2 Wesentliche Elemente des Kommunikationsprogramms 2.3.2.1 Ziele und Zielgruppen der Kommunikation 18 19 20 Vgl. Geise, W.: Sparkassen-Finanzgruppe, 2/93, S. 62. Lasswell, H.: Communication in Society, S. 117. Vgl. Kotler, P.: Marketing-Management I, S. 491. 80 Voraussetzung für eine wirkungsvolle Kommunikationspolitik ist ein konsistentes Marketing-Konzept, in dem die Marketing-Ziele, die Zielgruppen und die MarketingStrategien der Leasinggesellschaft eindeutig bestimmt sind. Analog zu den dort festgelegten Zielgruppen richtet sich die Kommunikationspolitik primär an die Sparkasse, sekundär an den Sparkassenkunden. Unabhängig von den speziellen Gegebenheiten sind in einem Unternehmen die Profilierung gegenüber der Konkurrenz, die Erhöhung der Attraktivität für die anvisierten Zielgruppen, die Erzeugung eines positiven einheitlichen Gesamtbildes und die Erreichung eines hohen Identifikationsgrades der Mitarbeiter mit ihrem Unternehmen und dessen Produkten erstrebenswerte Kommunikationsziele.21 Insbesondere im -Leasing gilt es, bezogen auf Zielgruppe "Sparkasse", die Vorteile des -Leasing für die Sparkasse herauszustellen sowie das notwendige Leasing Know-how dem Kooperationspartner zu vermitteln, bezogen auf die sekundäre Zielgruppe "Sparkassenkunde" den Markt mit der Information, daß die Sparkasse durchdringen und dem Leasingnehmer die Vorteile des 2.3.2.2 -Leasing offeriert, zu -Leasing zu verdeutlichen.22 Kommunikationsbotschaft Inhalt einer wirkungsvollen Kommunikationsbotschaft sollte die Darstellung des LeasingNutzens für die Empfänger sein. Daher gilt es zunächst Motive zu ermitteln, aus denen sich die Zielgruppen für das Leasing interessieren. Abb. 1: Leasingmotive der Sparkassen Quelle: Eigene Darstellung Da die aus den Abbildungen 1 und 2 ersichtlichen Motive nur in den seltensten Fällen von der Gesamtheit der Zielgruppe präferiert werden,23 sollte der heterogene Gesamt- 21 22 23 Vgl. Renker, C.: Firmenkundenmarketing, S. 45. Vgl. o.V.: MKP, Anlage 5.5.2. Vgl. Drewes, W.: Marketing von Leasinggesellschaften, S. 10. 81 markt in homogene, gezielt mit einzelnen Motiven ansprechbare Segmente aufgeteilt werden. Abb. 2: Leasingmotive der Sparkassenkunden24 Quelle: Eigene Darstellung Ebenso wichtig wie der Inhalt ist eine zielorientierte Gestaltung der Botschaft. Idealtypisch erfüllt die Kommunikationsbotschaft alle Kriterien des sog. AIDA-Schemas, eines Modells zur Erklärung der Werbewirkung, das aus den vier Stufen "attention," "interest," "desire" und "action" besteht.25 Danach ist eine Botschaft dann als wirkungsvoll anzusehen, wenn sie Aufmerksamkeit (attention) erzeugt, Interesse (interest) weckt, Wünsche (desire) entstehen läßt und zur Handlung (action) auffordert. 2.3.2.3 Kommunikationsbudget Bei der Bestimmung des richtigen Kommunikationsbudgets geht es um die Frage, wieviel Geld für die Erreichung der Kommunikationsziele maximal zur Verfügung gestellt werden soll. In der Literatur werden einige Verfahren, wie die Umsatzmethode, die Methode der finanziellen Tragbarkeit, die Konkurrenzmethode und die Ziel-AufgabenMethode, zur Ermittlung der optimalen Höhe des Kommunikationsbudgets vorgestellt.26 Da nur bei der letztgenannten Methode, nach der das Kommunikationsbudget genau so hoch sein soll, daß die gestellten Kommunikationsziele/-aufgaben mit geringstmöglichem finanziellen Aufwand erreicht werden können, die Bugethöhe in Abhängigkeit von den gesetzten Kommunikationszielen bestimmt wird, entspricht die Ziel-Aufgaben-Methode am ehesten den theoretischen und praktischen Anforderungen an ein optimales Kommunikationsbudget.27 24 25 26 27 Vgl. o.V.: Seminar S-Leasing, S. 27. Vgl. Köhler, R.: Sparkassen-Marketing, S. 93. Vgl. Schweiger, G. u.a.: Werbung, S. 53. Vgl. Schweiger, G. u.a.: Werbung, S. 55. 82 Die Geschäftsleitung der LGS bestimmt zu Beginn eines jeden Geschäftsjahres nach Rücksprache mit den Referenten der Marketing-Abteilung ein Gesamtbudget, aus dem sämtliche Marketing-Aktivitäten der Leasinggesellschaft im Jahresverlauf finanziert werden.28 Dieses Budget, dessen Höhe nach der Ziel-Aufgaben-Methode festgelegt wird,29 ist zwar in einzelne Positionen wie Werbemittel, Sparkassenunterstützung, Imagepflege, Schulungsmaterial etc. mit Soll-Vorgaben und in Einzelbudgets für die Aktivitäten der Geschäftsführung der Geschäftsstellen gegliedert;30 eine systematische Aufteilung der geplanten finanziellen Mittel in die drei Bereiche der Kommunikationspolitik, Werbung, Verkaufsförderung und Öffentlichkeitsarbeit erfolgt jedoch nicht. Aufgrund der Einbindung der Kommunikationspolitik der LGS in die Marketing-Aktivitäten der Sparkassenorganisation, wird zudem ein Großteil der entstehenden Kosten von Institutionen des Sparkassensektors, wie dem DSV, DSGV etc., getragen.31 2.3.2.4 Kommunikationsmix Um die Kommunikationsziele an die Empfänger zu übermitteln, werden die einzelnen Kommunikationsinstrumente Werbung, Verkaufsförderung und Public Relations eingesetzt. Im Kommunikationsmix ist daher festzulegen, welche Kommunikationsinstrumente, wann, in welcher Ausprägung eingesetzt werden sollen. Hierfür sind die Art der Leistung, die zu erfüllende Kommunikationsaufgabe und die gesamtwirtschaftlichen Aussichten wichtige Kriterien.32 Sowohl im Hinblick auf die Zielgruppe "Sparkasse" als auch bezogen auf die Sparkassenkunden dominiert der Anteil der persönlichen Kommunikation. Im Mittelpunkt der Beziehung zwischen LGS und Sparkasse steht weniger die Leasinggesellschaft als Unternehmen, sondern eher der persönliche Kontakt zwischen dem für Leasing verantwortlichen Sparkassenangestellten und dem diese Sparkasse betreuenden LGS-Außendienstmitarbeiter. Die Funktionsfähigkeit dieser zwischenmenschlichen Beziehung ist eine wichtige Voraussetzung für den geschäftspolitischen Erfolg des -Leasing;33 sie sollte deswegen ständig gepflegt und ausgebaut werden. Aus dem Erfordernis einer ständigen Anpassung des Marketing-Mixes an die wechselnden Marktgegebenheiten und sich ändernden Anforderungen der Kooperationspartner, ergibt sich die Notwendigkeit der Koordination aller Marketing-Aktivitäten von einer zentralen Marketing-Abteilung. Sie sollte den zeitlichen Einsatz der Instrumente ver- 28 29 30 31 32 33 Vgl. Gespräch mit Frau Schaub vom 14.04.94. Vgl. Gespräch mit Herrn Dünnebacke vom 20.05.94. Vgl. o.V.: Budget, S. 1. Vgl. Gespräch mit Herrn Escriva vom 08.06.94. Vgl. Kotler, P.: Marketing-Management I, S. 514. Vgl. Gespräch mit Herrn Esch vom 18.04.94. 83 bindlich bestimmen, das Kommunikationsbudget aufteilen und die Zusammensetzung des Kommunikationsmixes verändern, sofern sich Kosten- und Wirkungsvorteile realisieren lassen. Eine optimal koordinierte Marketing-Kommunikation wirkt Widersprüchen im Bild des Unternehmens bei Kooperationspartnern, Kunden und den einzelnen Gruppen der Öffentlichkeit entgegen.34 Die Marketing-Abteilung der LGS koordiniert ebenfalls den zeitlichen Einsatz der Instrumente, berücksichtigt dabei allerdings in hohem Maße die regionalen Interessen der einzelnen Verbandsbereiche.35 2.4 Erörterung der einzelnen Kommunikationsinstrumente Um die Kommunikationsziele umsetzen zu können, stehen der Leasinggesellschaft die Kommunikationsinstrumente Werbung, Verkaufsförderung und Public Relations zur Verfügung, auf die im weiteren eingegangen wird. 2.4.1 Werbung 2.4.1.1 Zum Begriff der Werbung Unter Werbung versteht man die Belegung von Werbeträgern mit Werbemitteln gegen ein leistungsbezogenes Entgelt zur Erreichung vorgegebener Werbeziele.36 2.4.1.2 Festlegung des Werbeprogramms Werbeziele, Zielgruppen, Werbebudget, Werbebotschaft, Werbeträger und Werbewirkung sind Faktoren, die zur Entwicklung eines effektiven Werbeprogramms bestimmt werden müssen. 2.4.1.2.1 Werbeziele und Zielgruppen Um strategische und taktische Werbemaßnahmen gezielt durchführen zu können, müssen eindeutige Werbeziele in Abstimmung mit den Marketing- und Kommunikationszielen festgelegt werden. Generelle Werbeziele wie z.B. die Erweiterung des Marktanteils (Expansionswerbung) sind durch operationale, spezielle Ziele im Hinblick auf die anvisierte Zielgruppe, die kommunikative Aufgabe, das vorgegebene Aufgabenerfüllungsniveau und die Planperiode37 zu konkretisieren. Die Zielgruppen, auf die sich die Werbeaktivitäten der Leasinggesellschaft speziell im Drittvertrieb schwerpunktmäßig richten, ergeben sich aus dem Marketing-Konzept: Die Sparkasse bzw. die Sparkassenmitarbeiter bilden die primäre, die von den Kooperationspartnern noch differenziert in Segmente einzuteilenden Sparkassenkunden die sekundäre Zielgruppe. 34 35 36 37 Vgl. Kotler, P. u.a.: Marketing-Mangement II, S. 866. Vgl. Gespräch mit Herrn Escriva vom 08.06.94. Vgl. Berndt, R.: Kommunikationspolitik, S. 13. Vgl. Kotler, P. u.a.: Marketing-Management II, S. 873. 84 2.4.1.2.2 Werbebotschaft Grundsätzlich wird der Inhalt der Werbebotschaft von der angebotenen Leistung und der anvisierten Zielgruppe bestimmt. Zwei Aspekte sind dabei zu berücksichtigen:38 Zum einen muß sich die Werbebotschaft zur Vermeidung von Zieldivergenzen den MarketingZielen unterordnen. Empfehlenswert ist die Anwendung der sog. "copy strategy",39 mit deren Hilfe die eingeschlagene Marketing-Strategie in Richtlinien für die Gestaltung der Werbung umgesetzt wird.40 Zum anderen sollte die Botschaft dem Empfänger den Nutzen der Leistung in Aussicht stellen und diesen begründen. Wesentlich ist, einen solchen Nutzenaspekt aufzugreifen, der das Interesse des Umworbenen weckt.41 2.4.1.2.3 Werbebudget Dem Zweck der Werbung, das Leasingvolumen der Leasinggesellschaft zu erhöhen, sollte bei der Festlegung des Werbebudgets Rechnung getragen werden. In Anlehnung an das Minimalprinzip ist es ratsam, genau so viele finanziellen Mittel bereitzustellen, wie für die Erreichung des Werbeziels unbedingt erforderlich sind. Neben den bereits vorgestellten Verfahren zur Ermittlung des optimalen Budgets muß das Unternehmen zusätzlich zeitliche Faktoren bei der Budgetverteilung auf Werbeträger und -mittel berücksichtigen. Die Wirkung der Werbung setzt nicht unmittelbar sondern zeitverzögernd ein, so daß einerseits die Werbewirkung noch nach Einstellung der Werbekampagne anhält, andererseits aber eine gewisse "Latenzzeit" bei der zeitlichen Planung der Werbeaktivitäten einkalkuliert werden muß. Zudem erfordert alleine die Kompensation von Gegenkräften (Konkurrenzwerbung, nachlassendes Erinnerungsvermögen der Empfänger an die Werbung im Zeitablauf) einen gewissen kontinuierlichen Werbeaufwand.42 2.4.1.2.4 Werbeträger Werbeträger sind — am Beispiel des "Lasswellschen Kommunikationsmodells" erläutert — die Kanäle, über die die Werbebotschaft vom Werbetreibenden (Sender) zur Zielgruppe (Empfänger) gelangt.43 Sie werden als Streuorgane zur Verteilung von Werbemitteln (typische Kombinationen von Werbeelementen wie Wörter, Bilder, Symbole usw.)44 eingesetzt.45 Grob lassen sich die "klassischen" Werbeträger in die Gruppen Printmedien (Zeitung, Zeitschriften usw.), FFF-Medien (Film, Funk, Fernsehen) und Medien 38 39 40 41 42 43 44 45 Vgl. Leven, W. u.a.: Werbebotschaft, S. 11-26. Vgl. Huth, R. u.a.: Werbelehre, S. 95 ff. Vgl. Nieschlag, R. u.a.: Marketing, S. 547. Vgl. Bänsch, A.: Marketing-Lehre, S. 226. Vgl. Meffert, H.: Marketing, S. 476. Vgl. Grimm, R. u.a.: Werbeträger, S. 164. Vgl. Diller, H.: Werbung, S. 2055. Vgl. Althans, J.: Klassische Werbeträger, S. 393. 85 der Außenwerbung (Verkehrsmittel, Leuchtschriften etc.) einteilen.46 Bei der Vielzahl von möglichen Organen der Nachrichtenübermittlung stellt sich das Problem der optimalen Auswahl der Werbeträger, die nach folgenden Kriterien ausgewählt werden können: Mediennutzung der Zielgruppe, Kommunikationserfordernisse der Werbebotschaft,47 Reichweite und Kosten.48 Ergänzend zu den traditionellen Werbeträgern stehen die sog. "Neuen Medien" als Streuorgane für die Verbreitung der Werbebotschaft zur Verfügung, die sich dreifach in die Gruppe der Kabel-, Funk- und Audiovisionsmedien unterteilen lassen. Während Bildschirmtext, Telex und Telefax zu der Gruppe der Kabelmedien, Videotext und Satellitenfernsehen zu der Kategorie der Funkmedien zählen, sind Bildplatte und Videorecorder als Beispiele für Audiovisionsmedien zu nennen.49 Obwohl der Anwendbarkeit der "Neuen Medien" zum einen aus den rechtlichen Rahmenbedingungen zum anderen aufgrund der (noch) geringen Ausbreitung teilweise enge Grenzen gesetzt sind,50 ist ihr Einsatz nicht nur aus Konkurrenzgesichtspunkten zu erwägen; er bietet zudem die Möglichkeit, auch im Bereich der Werbung beiden Zielgruppen Fortschrittlichkeit und Professionalität zu demonstrieren. 2.4.1.2.5 Werbemittel Werbemittel verkörpern die aus dem Gedanklichen ins Stoffliche transformierte Werbebotschaft. Man versteht darunter eine Zusammenfassung sowohl inhaltlicher als auch formaler Komponenten zu einer Ganzheit.51 Für ein Dienstleistungsunternehmen sind Werbebriefe, Anzeigen, Rundfunkdurchsagen, Fernsehspots, Werbefilme, Plakate usw. verwendbare Werbemittel, deren Auswahl insbesondere von den bereits festgelegten Werbeträgern, dem Werbeobjekt, dem Verhalten der Mitbewerber52 und den Kosten53 abhängt. Zwischen Werbemitteln und -trägern besteht eine gegenseitige Abhängigkeit, da die Wahl bzw. die Verfügbarkeit eines Werbeträgers die Art des zu verwendenden Werbemittels vorzeichnet.54 Das Werbeobjekt "Leasing" schränkt die zur Verfügung stehenden Werbemittel weiter ein. Sie müssen zu den Eigenschaften der Dienstleistung passen. Flugblätter suggerieren Billigangebote von mitunter niedriger Qualität, nicht jedoch Problemlösungskompetenz und maßgeschneiderte Finanzierung. Sie wären folglich als Werbemittel für Leasing gänzlich ungeeignet. Ebenso hat das Werbeverhalten der 46 47 48 49 50 51 52 53 54 Vgl. Diller, H.: Werbeträger, S. 2054. Vgl. Kotler, P. u.a.: Marketing-Management II, S. 888. Vgl. Meffert, H.: Marketing, S. 474. Vgl. Huth, R. u.a.: Werbelehre, S. 175. Vgl. Fantapié Altobelli, C.: Neue Medien, S. 460. Vgl. Nieschlag, R. u.a.: Marketing, S. 548. Vgl. Bänsch, A.: Marketing-Lehre, S. 230. Vgl. Huth, R. u.a.: Werbelehre, S. 105. Vgl. Nieschlag, R. u.a.: Marketing, S. 548. 86 Mitbewerber Einfluß auf die Bestimmung eines geeigneten Werbemittels. Während es manchmal, etwa zur pauschalen Erhöhung des Bekanntheitsgrades von -Leasing, sinnvoll erscheinen mag, sich an den von der Konkurrenz ausgewählten Werbemitteln zu orientieren, verspricht in anderen Fällen, wie der individuellen Ansprache von Kunden oder Sparkasen, die umgekehrte Vorgehensweise mehr Aussicht auf Erfolg.55 Die o.a. Kriterien lassen erkennen, daß jedes Werbemittel im Grunde nur für bestimmte Verwendungszwecke besonders geeignet ist.56 Eine pauschale Empfehlung der zu präferienden Werbemittel kann daher nicht gegeben werden. Ergänzend zu den Werbemitteln können Werbehilfen eingesetzt werden, die neben der Verfolgung der Werbeziele zusätzliche Aufgaben erfüllen.57 Briefbögen, Visitenkarten, Vertragsformulare usw. sind hierfür einige Beispiele, sofern sie durch Aufdruck eines Slogans die Werbeziele unterstützen. Obwohl sie in der Gruppe der Werbemittel nur sekundäre Bedeutung haben, bilden sie oft das "I-Tüpfelchen" der gesamten Werbeaktion.58 Die Wirkung der verwendeten Werbeträger, Werbemittel und Werbehilfen bleibt relativ gering, wenn ihr Einsatz zeitlich unkoordiniert erfolgt. Infolgedessen ist die Streuung der Werbemittel bzw. -träger in zeitlicher Hinsicht59 in einem genauen Zeitplan festzulegen, der zusätzlich Informationen über die Zielgruppe und das Marktziel der geplanten Werbemaßnahmen enthalten sollte. Speziell im Drittvertriebsleasing wäre zu überlegen, den eigenen Werbeplan in die Organisation des Vertriebswegepartners über die bereits genutzten Informationswege zu integrieren. So könnte beispielsweise der Werbeplan der Leasinggesellschaft in einigen der auf die primäre Zielgruppe "Sparkasse" bezogenen Zeitschriften des DSV veröffentlicht werden. 2.4.1.2.6 Werbeerfolgskontrolle Ansatzpunkte der Werbeerfolgskontrolle können entweder der außerökonomische Werbeerfolg, der sich nach der Messung kommunikativer Werbewirkungen (z.B. Veränderung von Bekannheitsgraden) richtet, oder der ökonomische Werbeerfolg, bei dem die werbebedingten Steigerungen des Leasingvolumens mit den durch die Werbung verursachten Kosten verglichen werden, sein.60 Ergänzend zu den globalen MarketingAktivitäten der Leasinggesellschaft werden die lokalen Märkte von dem jeweiligen Kooperationspartner bearbeitet. Die einzelne Sparkasse paßt ihre Marketing-Maßnahmen hinsichtlich Art, zeitlichem Einsatz und Intensität an die Gegebenheiten des für sie 55 56 57 58 59 60 Vgl. Junk, H.: Werbeprogrammplanung, S. 103. Vgl. Huth, R. u.a.: Werbelehre, S. 103. Vgl. Tietz, B.: Marketing, S. 1085. Vgl. Lang, F.: Unternehmenspraxis Marketing, S. 64. Vgl. Müller-Hagedorn, L.: Handelsmarketing, S. 240 ff. Vgl. Weis, H.-C.: Marketing, S. 321. 87 relevanten Marktes an. Daher kann die Werbeerfolgskontrolle von der Leasinggesellschaft alleine nur bedingt durchgeführt werden. 2.4.1.3 Werbung der LGS Weil die Werbeaktivitäten der LGS durch die sonstige Sparkassenwerbung beeinflußt werden, soll deren Aufbau nachstehend kurz erläutert werden. 88 2.4.1.3.1 Aufbau der Sparkassenwerbung Da die Werbung einer Leasinggesellschaft des Sparkassensektors — neben anderen Faktoren — zusätzlich in nicht geringem Umfang durch die Werbeaktivitäten der Sparkassenorganisation beeinflußt wird, soll der Aufbau der Sparkassenwerbung kurz erläutert werden. Analog zum Aufbau der Sparkassenorganisation, ist die Sparkassenwerbung dreistufig auf einer zentralen, regionalen und lokalen Ebene organisiert.61 Die zentralen Werbeaktivitäten werden in Zusammenarbeit mit den Regionalverbänden, den Sparkassen sowie deren Gremien und Arbeitskreisen vom DSGV geplant und vom Deutschen Sparkassenverlag (DSV) entwickelt.62 Vorrangige Aufgaben der regionalen Werbung sind — neben der Verbundwerbung — die Verdichtung der zentralen Werbeaktivitäten63 in den regionalen Medien und die werbliche Unterstützung der lokalen Sparkassen.64 Im Gegensatz zu der eher imageorientierten Zentral- und Regionalwerbung zielen die Werbeaktivitäten der einzelnen Sparkasse (Lokalwerbung) auf die Verwirklichung ihrer individuellen geschäftspolitischen und daraus abgeleiteten kommunikationspolitischen Vorstellungen ab. Koordinieren die Sparkassen ihre institutseigene Werbung mit der über die Regionalwerbung durchgängig verfolgten zentralen Werbelinie, erweist sich dies nicht nur als vorteilhaft für die einzelne Sparkasse vor Ort,65 sondern erhöht zudem die Effizienz der Sparkassenwerbung insgesamt.66 2.4.1.3.2 Werbemaßnahmen Ausgehend von dem Selbstverständnis, Servicegesellschaft der Sparkasse zu sein,67 liegt der Schwerpunkt der von der LGS unternommenen Werbeaktivitäten in der aktiven Unterstützung der Marketing- und Werbemaßnahmen der Kooperationspartner.68 Außer der praktischen Unterstützung durch Bereitstellung von Know-how, Entwicklung von Werbemitteln etc. zählt die Initiierung der regionalen und zentralen Werbung für das Leasingangebot der einzelnen Sparkasse, in der das Produkt - -Leasing werblich nicht als Dienstleistung der LGS, sondern als hauseigenes Leistungsangebot des Kooperationspartners dargestellt wird,69 zu den Serviceleistungen der Leasinggesellschaft.70 Konkrete Werbeziele sind zur Zeit in Erarbeitung und sollen zukünftig aufgestellt werden.71 Gleichzeitig umwirbt die Leasinggesellschaft die Kooperationssparkassen selbst mit der 61 62 63 64 65 66 67 68 69 70 71 Vgl. Güde, U.: Geschäftspolitik, S. 372. Vgl. Brunnecker, H.-J.: Werbung, S. 365. Vgl. Köhler, R.: Sparkassen-Marketing, S. 102. Vgl. Brunnecker, H.-J.: Werbung, S. 366. Vgl. Stumbaum, R. u.a.: Sparkassen-Marketing, S. 237. Vgl. Köhler, R.: Sparkassen-Marketing, S. 102. Vgl. Balzereit, R.: Sparkassen-Leasing, S. 212. Vgl. Wolf, K.: Leasing I, S. 20. Vgl. Gespräch mit Herrn Imgrund vom 07.04.94. Vgl. Nicolai, H.: Aufgaben, S. 3. Vgl. Gespräch mit Herrn Escriva vom 08.06.94. 89 Absicht, ein positives Image als kompetenter Leasingpartner bei den Sparkassen aufzubauen.72 Für die umworbenen Zielgruppen werden unterschiedliche Werbemittel- und artikel eingesetzt. Die sich konsequent an der Werbelinie der Sparkassenorganisation orientierenden Werbemittel zum Thema -Leasing mit der Zielgruppe "Sparkassenkunde" werden vornehmlich in Zusammenarbeit mit dem DSV entwickelt, der zudem die Entwicklungskosten, Produktion und den Absatz übernimmt.73 Hierbei wird bewußt auf die Präsentation des eigenen Firmenlogos verzichtet.74 Die mit dem LGS-Logo versehenen eigenen Werbeartikel der LGS werden mit externen Firmen auf Kosten der Leasinggesellschaft entwickelt und vornehmlich von Außendienstmitarbeitern der LGS bei der Betreuung der Zielgruppe "Sparkasse" verwendet. Die Planung und Durchführung einzelner Werbeaktivitäten, insbesondere die Entwicklung der Werbemittel und die Initiierung regionaler und zentraler Werbung, obliegt einer zentralen Marketing-Abteilung.75 Zusätzlich betreiben die Geschäftsstellen der LGS im Rahmen ihrer Betreuungsfunktion der Partnersparkassen eigene Werbeaktivitäten.76 Eine regelmäßige Rückkoppelung zwischen den unmittelbar am Markt tätigen und die Marktreaktionen spürenden Geschäftsstellen und der Marketing-Abteilung erfolgt in verschiedenen Gremien, wie z.B. dem Marketing-Beirat.77 Eine systematische und verbindliche Gesamtkonzeption für eine Planperiode78 im Hinblick auf die anvisierte Zielgruppe, die Aufstellung und Aufteilung eines eigenen Werbebudgets, die systematische Entwicklung von Werbeträgern und Werbemitteln etc. wird zur Zeit erarbeitet. Ihr momentanes Fehlen führt dazu, daß viele Werbeaktivitäten nicht offensiv in den Markt hineingetragen, sondern als Reaktion auf die Markterfordernisse nur passiv durchgeführt werden. 2.4.2 Verkaufsförderung In Ergänzung zur verkaufsvorbereitenden Wirkung der Werbung soll die Verkaufsförderung den Abschluß von Leasingverträgen möglichst unmittelbar erleichtern und beschleunigen.79 72 73 74 75 76 77 78 79 Vgl. Gespräch mit Frau Schaub vom 14.04.94. Vgl. o.V.: Wachstumschancen, S. 10. Vgl. Gespräch mit Herrn Imgrund vom 14.04.94. Vgl. Gespräch mit Frau Schaub vom 14.04.94. Vgl. Gespräch mit Herrn Escriva vom 08.06.94. Vgl. Gespräch mit Herrn Dünnebacke vom 20.05.94. Vgl. Gespräch mit Frau Schaub vom 14.04.94. Vgl. Weber, B.: Produktwerbung, S. 237. 90 2.4.2.1 Zum Begriff der Verkaufsförderung Unter Verkaufsförderung (Sales-Promotion) versteht man die Summe aller Maßnahmen, die darauf gerichtet sind, bei den externen Absatzmittlern besondere Leistungfähigkeit und -willigkeit zugunsten der abzusetzenden Leistungen zu schaffen und beim Endkäufer abschlußanregend und -stabilisierend zu wirken.80 2.4.2.2 Festlegung des Verkaufsförderungsprogramms 2.4.2.2.1 Ziele und Zielgruppen der Verkaufsförderung Analog zu den Werbezielen sind die Verkaufsförderungsziele in Übereinstimmung mit den übergeordneten Marketing- und Kommunikationszielen zu formulieren. Ziel von Verkaufsförderungsmaßnahmen ist es, durch zusätzliche und außergewöhnliche Leistungsanreize eine über den durch Werbung erreichten Produktabsatz hinausgehende Absatzsteigerung herbeizuführen.81 Im Unterschied zur eher routinemäßigen Werbung sind Verkaufsförderungsmaßnahmen überwiegend taktischer Natur,82 so daß beide Kommunikationsinstrumente nicht alternativ sondern ergänzend zur Erreichung der Kommunikationsziele eingesetzt werden sollten.83 Unter Berücksichtigung der beiden Zielgruppen sind folgende Verkaufsförderungsziele denkbar: Abb. 3: Verkaufsförderungsziele Quelle: Eigene Darstellung 80 81 82 83 Vgl. Bänsch, A.: Sales Promotion, S. 567. Vgl. Meffert, H.: Marketing, S. 490. Vgl. Wolf, J. u.a.: Marketing, S. 168. Vgl. Meffert, H.: Marketing, S. 491. 91 2.4.2.2.2 Verkaufsförderungsbotschaft Die Verkaufsförderungsbotschaft sollte sich an dem Inhalt der Werbung orientieren, indem die gleichgerichtete Werbebotschaft aufgenommen, vertieft und speziell auf die jeweilige Zielgruppe abgestimmt wird.84 2.4.2.2.3 Instrumente der Verkaufsförderung Die Instrumente der Verkaufsförderung lassen sich in Maßnahmen der Information, Bereitstellung von Sachmitteln und Schaffung von Anreizen (Incentives) unterteilen.85 2.4.2.2.3.1 Maßnahmen der Information Absicht solcher Maßnahmen ist es, die Sparkasse und den Sparkassenmitarbeiter durch eine Verbesserung des Informationshintergrundes und der Produktkenntnis über Leasing zu einem verstärkten Leasingabsatz zu bewegen. Besonderes Interesse der Sparkasse gilt möglichst aktuellen Informationen bzgl. der Höhe des bisher abgeschlossenen Leasingvolumens, der durchschnittlich gewährten Konditionen, Produktänderungen usw., da sie Grundlage für geschäftspolitische Entscheidungen sind.86 Regelmäßig, in kurzen Abständen erscheinende, auf die individuellen Bedürfnisse des einzelnen Kooperationspartners zugeschnittene Berichte sind die einfachste Art der Befriedigung des Informationsedürfnisses. Sinnvoller erscheint der tägliche Datenaustausch via Netzwerk, bei dem aus einem zentralen Datenpool der Leasinggesellschaft nur die Informationen überspielt werden, die für die Sparkasse tatsächlich relevant sind. Die zentrale informationsbezogene Verkaufsförderungsmaßnahme besteht in dem Aufbau der für das -Leasing erforderlichen Beratungskompetenz der Sparkasse durch umfangreiche Schulungsprogamme.87 Sie setzen an der Nahtstelle des Verkaufs, dem Mitarbeiter, an,88 dessen Beratungsqualität einen wichtigen Erfolgsfaktor darstellt.89 Neben der Vermittlung von umfangreichem Fachwissen müssen die Mitarbeiter verkaufstechnisch so ausgebildet werden, daß ihr Auftreten, ihr Verhalten und ihre Verhandlungen zum gewünschten Vertragsabschluß beim Kunden führen.90 Darüber hinaus sollen die auf diese Weise von der Leasinggesellschaft geschulten Sparkassenmitarbeiter in ihrer Sparkasse als Multiplikator für die Verbreitung des Leasing Know-how sorgen.91 Allerdings reicht der einmalige Besuch 84 85 86 87 88 89 90 91 Vgl. Brunnecker, H.-J.: Verkaufsförderung, S. 269. Vgl. Wolf, J. u.a.: Marketing, S. 170 ff. Vgl. Gespräch mit Herrn Schneider vom 28.02.94. Vgl. Balzereit, R.: Sparkassen-Leasing, S. 211. Vgl. Weber, B.: Produktwerbung, S. 238. Vgl. Renker, C.: Firmenkundenmarketing, S. 11. Vgl. Höfner u.a.: Marketing, S. 126. Vgl. Fuchs, W. u.a.: Zusammenarbeit, S. 38. 92 eines Leasingseminars alleine nicht aus, um ein kontinuierlich hohes Beratungsniveau innerhalb der Sparkasse zu garantieren. Nach Möglichkeit sollte jeder im Leasinggeschäft ausgebildete Sparkassenmitarbeiter sein Fachwissen regelmäßig aktualisieren, fortwährend anwenden und ständig an seine Kollegen weitergeben. 2.4.2.2.3.2 Bereitstellung von Sachmitteln Sachmittel stellen einerseits eine Verkaufshilfe für den Mitarbeiter dar und wirken andererseits interesseweckend auf den Sparkassenkunden. Unter Berücksichtigung der wichtigsten Leasingmotive konzipierte Demonstrationsmaterialien wie Prospekte, graphische Darstellungen oder Beispielrechnungen präsentieren dem Kunden anschaulich die Vorteile dieser Finanzierungsalternative. Eine ansprechende Gestaltung und die gezielte Verwendung des "Sparkassen-Rot" wecken die Aufmerksamkeit des Betrachters. Die Verwendung eines plakativen Slogans stellt eine spannungsvolle Überleitung zum weiteren Text sicher.92 Bei der differenzierten Gestaltung der verschiedenen Sachmittel darf ein einheitlicher Werbestil mit dem Ziel eines positiven, den Erinnerungswert der Werbung93 erhöhenden Firmen- bzw. Markenimages nicht vernachlässigt werden.94 Für eine Leasinggesellschaft des Sparkassensektors bietet sich die Übernahme des unverwechselbaren Kennzeichens der Sparkassenorganisation, des "Sparkassen ", bei der visuel- len Darstellung an. Neben den Sachmitteln sollte die Leasinggesellschaft dem Kooperationspartner Werbemittel aller Art zur Verfügung stellen, die den Aufbau eines überregionalen Images für das -Leasing begünstigen. Wann welche Mittel wo eingesetzt werden, liegt im Ermessen der Sparkasse. Eine angemessene EDV-technische Sachmittelunterstützung der Sparkasse, zu der die Entwicklung und die Bereitstellung von leasingspezifischer Software zählt, erlaubt beiden Kooperationspartnern eine rationelle, kostengünstige und schnelle Abwicklung des Leasinggeschäfts. Für den Sparkassenmitarbeiter ist die EDV vielfach ein wichtiges Instrument zur professionellen Kundenberatung. Zudem ist sie unabdingbare Voraussetzung, um in einem wichtigen Kundensegment, den Herstellern und Händlern, fußfassen zu können.95 2.4.2.2.3.3 Incentives Der Begriff "Incentives" bezeichnet ein Anreizsystem, welches bestimmten Zielgruppen bei der Erfüllung gesetzter Vorgaben Belohnung verspricht.96 Der Zweck eines solchen Systems liegt in der Beeinflussung des Verhaltens der anvisierten Zielgruppen durch Aktivierung von Motiven in der Weise, daß sowohl die individuellen Ansprüche als auch 92 93 94 95 96 Vgl. Lang, F.: Unternehmenspraxis Marketing, S. 68. Vgl. Escriva, M.: Markteinführung, S. 27. Vgl. Schweiger, G. u.a.: Werbung, S. 125. Vgl. Gespräch mit Herrn Rindermann vom 03.02.94. Vgl. Wolf, J. u.a.: Marketing, S. 170. 93 die gesamtbetrieblichen Ziele erfüllt werden.97 Als Ansatzpunkt für Verkaufsförderungsmaßnahmen der Leasinggesellschaft spielen die Renditeüberlegungen des Kooperationspartners eine Rolle, durch den Leasingabsatz den Sparkassenertrag zu steigern. Provisionierung im Sinne von Verkaufsförderung bedeutet für die Zielgruppe "Sparkasse", die sich im Leasinggeschäft besonders stark engagierenden Kooperationspartner durch über die Grundvergütung hinausgehende Zusatzprämien auszuzeichnen. Zur Motivation des Sparkassenmitarbeiters, Leasing seinen Kunden anzubieten, können sowohl immaterielle als auch materielle Anreize eingesetzt werden. Immaterielle Anreize, bei denen Aspekte wie Ansehen unter Kollegen, persönlicher Ehrgeiz und Teamgeist eine Rolle spielen, zielen auf die emotionale Ebene ab; materielle Anreize sind in erster Linie finanzieller Natur. Zweck von Mitarbeiterwettbewerben, die zur Vermeidung von Abnutzungseffekten nicht zu häufig durchgeführt werden sollten, ist die generelle Förderung der Kundengewinnung und des Produktverkaufs.98 Ein spezifisches Problem eines durch die Leasinggesellschaft geschaffenen Anreizsystems im Drittvertriebsleasing liegt in der Autonomie der Sparkasse, die mitunter in der Zahlung von Provisionen bzw. Preisgeldern einen Eingriff in ihre Vergütungshoheit sieht.99 Die Motivierung und Unterstützung der Sparkasse zur Durchführung hausinterner Verkaufswettbewerbe für das Leasing in eigener Regie oder die Gewährung von Sachpreisen seien deshalb als Alternativen genannt. 2.4.2.2.4 Verkaufsförderungserfolgskontrolle Neben den bereits vorgestellten, weitestgehend auf die Verkaufsförderungserfolgskontrolle übertragbaren Gründen, Verfahren und Problemen der Werbeerfolgskontrolle ist die Wirksamkeit von Verkaufsförderungsaktionen generell dadurch bedroht, daß aufgrund von zu häufigen oder über einen zu langen Zeitraum durchgeführten Aktionen Gewöhnungseffekte bei der anvisierten Zielgruppe entstehen.100 Das Ziel von Verkaufsförderungsmaßnahmen, eine besondere Leistungswilligkeit und -fähigkeit, kann dann nicht mehr erreicht werden. Meßkriterien wie Bestandsveränderung, Marktausschöpfung, Anzahl und Volumen der Abschlüsse, Cross-selling-Quote, Antwortkartenrückläufe und protokollierte Verkaufsgespräche ermöglichen das Ergebnis einzelner Verkaufsförderungsmaßnahmen, zu dessen Beurteilung sowohl die gesetzten Zielvorgaben als auch die an der Aktion betei- 97 98 99 100 Vgl. Köhler, R.: Marketing-Management, S. 163. Vgl. Weber, B.: Produktwerbung, S. 248. Vgl. Gespräch mit Herrn Imgrund vom 14.04.94. Vgl. Nieschlag, R. u.a.: Marketing, S. 495. 94 ligten Mitarbeiter hinzugezogen werden sollten, festzustellen.101 Aus den so gewonnenen Erkenntnissen lassen sich Verbesserungsvorschläge für künftige Verkaufsförderungsmaßnahmen ableiten.102 101 102 Vgl. Holz, N.: Verkaufsförderung, S. 55. Vgl. Cristofolini, P.: Verkaufsförderungsplanung, S. 525. 95 2.4.2.3 Verkaufsförderungsaktivitäten der LGS Ziele der von der zentralen Marketing-Abteilung der LGS durchgeführten Verkaufsförderungsmaßnahmen, die im weiteren nur auszugsweise dargestellt werden können, sind die Forcierung des -Leasing-Neugeschäfts und die gleichzeitige Intensivierung der persönlichen Kontakte zwischen den Mitarbeitern beider Kooperationspartner.103 Zur Zielerreichung werden Maßnahmen der Information eingesetzt, Sachmittel bereitgestellt und Incentives geschaffen. Eine Konzeption zur Systematisierung der Verkaufsförderungsaktivitäten der LGS wird zur Zeit erarbeitet.104 Zentrales Organ zur Sicherstellung eines kontinuierlichen Informationsflusses zwischen LGS, Sparkasse und Sparkassenmitarbeiter ist die monatlich erscheinende "LGS-Info". Sie enthält, zusammen mit den sporadisch beiliegenden "Fachmitteilungen", aktuelle Informationen über Marktgeschehnisse, Entwicklungen innerhalb der LGS, Leasingaktivitäten der Sparkassen sowie Kurzschulungen für die Sparkassenmitarbeiter über sämtliche Bereiche des -Leasing.105 Die ursprünglich als "Informationsblatt" konzipierte "LGS-Info" wird jedoch auch für Zwecke der Public Relations eingesetzt.106 Speziell zur Befriedigung der Informationsbedürfnisse der Partnersparkassen werden deren Rechenzentren nach erfolgreicher Beendigung eines zur Zeit noch laufenden Pilotprojektes in naher Zukunft mit dem der LGS vernetzt, so daß ein ständiger Datenaustausch via Netzwerk möglich wird.107 Zum Aufbau und zur Erhaltung des notwendigen Leasing Know-how in der Sparkasse bietet die LGS ein umfangreiches Schlungsprogramm an,108 in dem das erforderliche Fachwissen und die Fertigkeit zur Abgabe kundenorientierter Leasingangebote vermittelt wird.109 Die LGS-Beratungsmappe,110 diverse Broschüren, das " -Nutzfahrzeugkonzept",111 den " -Auto-Leasing-Rechner"112 und das Softwareprogramm "LEASA"113 sind Beispiele für den Kooperationssparkassen bereitgestellte Sachmittel. Incentives werden u.a. durch die jährlich stattfindenden -Leasing- Wettbewerbe mit der Zielgruppe "Sparkasse" geschaffen.114 Ein speziell entwickeltes Prämierungssystem vermeidet nicht nur einen Eingriff der LGS in die Vergütungshoheit der Sparkasse, sondern stellt zusätzlich die "Belohnung" der sich im Leasinggeschäft kontinuierlich engagierenden Sparkassenmitarbeiter sicher. 103 104 105 106 107 108 109 110 111 112 113 114 Vgl. o.V.: Teilnahmebedingungen, S. 1. Vgl. Gespräch mit Herrn Escriva vom 17.06.94. Vgl. u.a. LGS (Hrsg.): LGS-Info, S. 1 ff. Vgl. Gespräch mit Herrn Escriva vom 08.06.94. Vgl. Gespräch mit Herrn Imgrund vom 14.04.94. Vgl. Balzereit, R.: Sparkassen-Leasing, S. 211. Vgl. Buchholz, H.: Vorstandsinformation, S. 1.22. Vgl. Jansen, R.: Akquisition, S. 26. Vgl. o.V.: S-Nutzfahrzeug-Leasing, S. 1 ff. Vgl. o.V.: S-Leasing 1993, S. 1 ff. Vgl. Mettel, F.: LEASA, S 1. ff. Vgl. Gespräch mit Frau Schaub vom 14.04.94. 96 2.4.3 Public Relations Während die übrigen kommunikationspolitischen Instrumente vorwiegend der Absatzförderung dienen, liegt die Aufgabe von Public Relations in der Pflege der Beziehungen des Unternehmens mit der Öffentlichkeit.115 2.4.3.1 Zum Begriff der Public Relations Public Relations (Öffentlichkeitsarbeit) bezeichnet die planmäßige Gestaltung der Beziehungen zwischen dem Unternehmen und den verschiedenen Gruppen der Öffentlichkeit116 mit dem Ziel, Vertrauen und Sympathie für das Unternehmen zu schaffen.117 Aus o.a. Definition ergeben sich die fünf Funktionen der Public Relations:118 Informationsfunktion, Kontaktfunktion, Imagefunktion, Kontinuitätsfunktion und Absatzförderungsfunktion. 2.4.3.2 Festlegung des PR-Programms 2.4.3.2.1 Ziele und Zielgruppen Im Gegensatz zu den übrigen kommunikationspolitischen Instrumenten bezweckt Public Relations nicht eine unmittelbare Umsatzerhöhung,119 sondern den Aufbau einer allgemein günstigen wohlwollenden Atmosphäre für die unternehmerischen Aktivitäten.120 Dabei ist im Hinblick auf die gleichzeitig anvisierten Zielgruppen "Sparkasse" und "Sparkassenkunde" zwischen - Unternehmens-PR und Dienstleistungs-PR zu differenzieren. Die Unternehmens-PR sucht den Dialog mit ausgesuchten Teilöffentlichkeiten mit dem Ziel, Vertrauen und Akzeptanz zu schaffen.121 Bezogen auf die primäre Zielgruppe "Sparkasse" beabsichtigt die Leasinggesellschaft mit Einsatz von Unternehmens-PR, sich durch den Aufbau eines positiven Unternehmensimages vor den Partnersparkassen gegenüber Konkurrenten zu profilieren. Die sich an die Zielgruppe "Kunde" wendende Dienstleistungs-PR versucht dagegen, den Bekanntheitsgrad zu erhöhen, Produktwissen zu verbreiten und produktbezogene Einstellungen zu beeinflussen.122 Übertragen auf das Drittvertriebsleasing bezeichnet Dienstleistungs-PR sämtliche Bemühungen der Leasinggesellschaft zur Profilierung des 115 116 117 118 119 120 121 122 -Leasing gegenüber den Sparkassenkunden. Vgl. Höfner u.a.: Marketing, S. 130. Vgl. Meffert, H.: Marketing, S. 493. Vgl. Bänsch, A.: Marketing-Lehre, S. 206. Vgl. Meffert, H.: Marketing, S. 494. Vgl. Hennemann, H.: Öffentlichkeitsarbeit, S. 239. Vgl. Bänsch, A.: Marketing-Lehre, S. 206. Vgl. Naundorf, S.: Public Relations, S. 609. Vgl. Naundorf, S.: Public Relations, S. 607. 97 2.4.3.2.2 Instrumente der Public Relations Die Instrumente der Public Relations können in die Bereiche - Medienarbeit, - PR-Veranstaltungen, - innerbetriebliche PR-Maßnahmen und - eigene PR-Publikationen unterteilt werden.123 2.4.3.2.2.1 Medienarbeit Der Aufbau von guten Beziehungen zur Presse ermöglicht der Leasinggesellschaft, gezielt für Teilmärkte bestimmte Informationen z.B. über Neugeschäftsvolumen, Leistungsprogramm, Spenden usw. zu veröffentlichen. Die Vorteile der Informationsverbreitung auf diese Weise sind vielfältig. Aufgrund der Schnelligkeit der Informationsveröffentlichung besteht die Möglichkeit, auf aktuelle Ereignisse wie z.B. Bekanntgabe von Konjunkturprognosen unmittelbar zu reagieren. In der mit "Objektivität der Medien" bezeichneten allgemeinen höheren Glaubwürdigkeit und damit verbundenen höheren Wirksamkeit der Veröffentlichung von Informationen über die Presse liegt ein weiterer Vorteil der Medienarbeit.124 Hinzu kommt, daß solche Veröffentlichungen vielfach kostenlos sind, somit das Kommunikations-Budget der Leasinggesellschaft nicht belasten. Eng mit der Medienarbeit verknüpft ist die Suche, Auswahl und Aufbereitung der zur Veröffentlichung geeigneten Nachrichten. Durch geschickte Auswahl geeigneter Fachzeitungen aus der Zeitschriftenpalette der - Finanzgruppe kann die gewünschte Zielgruppe (z.B. Vorstand, Produktverantwortlicher, Leasingspezialist, Kundenberater, Sparkassenkunde etc.) ohne allzu große Streuverluste erreicht werden. Doch nicht nur die Nachricht selbst sondern ebenso deren Aufbereitung haben Auswirkungen auf die Reaktion der Presse. Wie muß die Nachricht gestaltet werden, um von der Presse interessant empfunden zu werden? Solche Überlegungen beziehen sich nicht nur auf die rein formale und inhaltliche Gestaltung; die Leasinggesellschaft sollte zusätzlich versuchen, die Sympathie der verantwortlichen Redakteure zu erlangen. Je intensiver der Kontakt zur Presse ist, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit einer umfangreichen Berichterstattung.125 123 124 125 Vgl. Wolf u.a.: Marketing, S. 176. Vgl. Meffert, H.: Marketing, S. 493. Vgl. Kotler, P.: Marketing-Management II, S. 953. 98 2.4.3.2.2.2 PR-Veranstaltungen Die direkte kommunikative Erreichung der anvisierten Zielgruppe ist die Aufgabe von PR-Veranstaltungen. Bezogen auf die Kooperationssparkassen dienen Einladungen zum Besuch der Leasinggesellschaft, Vortragsveranstaltungen und gemeinsam unternommene Freizeitaktivitäten dazu, den persönlichen Kontakt zwischen den Mitarbeitern der Kooperationspartner zu intensivieren. Zusammen mit den Sparkassen veranstaltete Pressekonferenzen, Vortragsreihen und Ausstellungen zum Thema " -Leasing" sind Beispiele für an die Sparkassenkunden gerichtete PR-Veranstaltungen. 2.4.3.2.2.3 Innerbetriebliche PR-Maßnahmen Die Aussage "Public Relations begins at home"126 spiegelt die Basis wirksamer Kommunikationspolitik pointiert wider. Die Qualität der internen Beziehungen innerhalb des Unternehmens ist entscheidend für eine erfolgreiche externe Öffentlichkeitsarbeit. Die in der Literatur als "Human relations" bezeichneten innerbetrieblichen PR-Maßnahmen127 wie Informationsveranstaltungen, Hauszeitungen oder Rundschreiben zielen auf die eigenen Mitarbeiter ab und versuchen, eine möglichst hohe Identifikation mit der Leasinggesellschaft zu erreichen. Durch eine kontinuierliche, in ihrem Umfang und in ihrem Inhalt auf die Bedürfnisse der Mitarbeiter abgestimmte Kommunikation wächst das Verständnis für das Unternehmen, weil viele Entscheidungen nachvollziehbar werden. Der Einzelne identifiziert sich mit seinem Arbeitsplatz128, mit "seiner" Leasinggesellschaft, so daß ein "Wir-Gefühl" entsteht. Hoch motivierte, von ihrer Leasinggesellschaft überzeugte Mitarbeiter engagieren sich nicht nur stärker für ihr Unternehmen, sondern fungieren zudem als Meinungsmultiplikatoren. Indem sie ihre Überzeugung auf die Sparkassen und die Sparkassenmitarbeiter — oft unbewußt — übertragen, helfen sie, ein positives Firmenimage aufzubauen. 2.4.3.2.2.4 Eigene PR-Publikationen Veröffentlichungen aller Art werden vorrangig dazu eingesetzt, den Zielmarkt kommunikativ zu erreichen und zu beeinflussen.129 Sie sollen die Zielgruppe in positiver Weise über die Leasinggesellschaft und ihre Aktivitäten informieren.130 Durch eigene PRPublikationen werden den Sparkassen wichtige Informationen zur Verfügung gestellt. Speziell für die Sparkassenkunden verfaßte Publikationen zum -Leasing ermöglichen es, die Kunden unmittelbar über wesentliche Ereignisse (z.B. über neue LeasingProdukte) zu informieren. Aufgrund der Marktbearbeitungshoheit und der Heterogenität 126 127 128 129 130 Vgl. Jung, H.: Öffentlichkeitsarbeit, S. 108. Vgl. Lang, F.: Unternehmenspraxis Marketing, S. 104. Vgl. Scior, W.: Öffentlichkeitsarbeit, S. 82. Vgl. Kotler, P.: Marketing-Management II, S. 953. Vgl. Wolf u.a.: Marketing, S. 176. 99 der einzelnen Partnersparkassen bzgl. Geschäftspolitik, Leasing Know-how usw. sind die Einsatzmöglichkeiten dieses PR-Instruments zur produktbezogenen Beeinflussung der Sparkassenkunden allerdings begrenzt. 2.4.3.2.3 Kontrolle der Public Relations Analog zu den beiden bereits erläuterten kommunikationspolitischen Instrumenten "Werbung" und "Verkaufsförderung" sollten sämtliche PR-Maßnahmen im Hinblick auf den Erreichungsgrad der definierten PR-Ziele überprüft werden. Wegen der schlechten Meßbarkeit von "Vertrauen" und "Verständnis" der Öffentlichkeit gegenüber einem Unternehmen,131 der zeitverzögernden Wirkung bestimmter PR-Maßnahmen132 und im Hinblick auf Interdependenzen mit den übrigen Marketing-Instrumenten erweist sich die Kontrolle allerings als schwierig. Um dennoch eine kontinuierliche, aufgrund der sich ständig ändernden Meinungen und Einstellungen der in den Kommunikationsprozeß involvierten Zielgruppen notwendigen Kontrolle zu ermöglichen,133 sollte auf die systematische Auswertung von Pressemitteilungen, auch Rundfunk- und Fernsehsendungen ausgewichen werden. 2.4.3.3 Public Relations der LGS Die LGS betreibt zur Zeit keine aktive Öffentlichkeitsarbeit.134 Infolgedessen fehlt ein nur für PR-Angelegenheiten zuständiges Referat innerhalb der Marketing-Abteilung.135 Einzelne PR-Aktionen werden von den jeweiligen Referaten in Eigenregie auf Anfrage der Sparkassen durchgeführt; eine zentrale Planung und Koordination der Einzelmaßnahmen erfolgt nicht. Aufgrund fehlender Kapazitäten beschränken sich beispielsweise die externen PR-Aktivitäten im Referat "Auto-Leasing" bei ständiger Beobachtung der Fachpresse auf eine passive Pressearbeit. Lediglich auf Anfrage werden Fachmitteilungen zum Thema "Auto-Leasing" für die Zielgruppe "Sparkasse/Sparkassenmitarbeiter" veröffentlicht.136 Parallel hierzu wird im Referat "Werbung/Verkaufsförderung" die Neukonzeption einer Imagebroschüre zum Thema " -Leasing" für die Zielgruppe Sparkassenkunden erarbeitet137 und diverse, von der Geschäftsführung oder den Geschäftsstellen verfaßte Artikel über alle Bereiche des -Leasing veröffentlicht.138 Bei- spiele für interne PR-Aktivitäten der LGS sind das sog. "Jour fix", eine mehrmals jährlich 131 132 133 134 135 136 137 138 Vgl. Dürbaum, M.: Public Relations, S. 352. Vgl. Weis, H.-Ch.: Public Relations, S. 526. Vgl. Leipziger, J.: Public-Relations, S. 623. Diese Ansicht wurde von Herrn Escriva, Herrn Imgrund und Frau Schaub in den Gesprächen vom 07.04.94 bzw. 14.04.94 bestätigt. Vgl. Oestmann, I.: Organigramm, S. 1. Vgl. Gespräch mit Herrn Imgrund vom 14.04.94. Vgl. Schaub, S.: Werbemitteldokumentation, S. 7. Vgl. z.B. Dünnebacke, F. u.a.: Geschäftsentwicklung, S. 1 ff. und Esch, H.: Nachgeschäftskonzept, S. 1 ff. 100 stattfindende innerbetriebliche Veranstaltung zwischen Geschäftsführung und Mitarbeitern, das "LGS-Forum", in dem Mitarbeiter in Workshops über aktuelle, geschäftspolitisch relevante Themen diskutieren, sowie die "LeasTime", eine konzerninterne Mitarbeiterzeitschrift.139 3 Abschließende Betrachtung Im folgenden werden die wesentlichen Aspekte der Kommunikationspolitik im Drittvertriebsleasing zunächst allgemein, anschließend speziell bezogen auf die Leasinggesellschaft der Sparkasse GmbH abschließend betrachtet. Um einen möglichst hohen Wirkungsgrad der eingesetzten kommunikationspolitischen Instrumente zu erreichen, kann Kommunikationspolitik nicht isoliert, sondern in Abstimmung mit den übrigen Marketing-Instrumenten betrieben werden. Hierfür ist ein in sich schlüssiges MarketingKonzept Voraussetzung, das eine einheitliche Ausrichtung sämtlicher MarketingAktivitäten auf die festgelegten Marketing-Ziele bei Verfolgung einheitlicher Strategien garantiert. Zusätzlich sind die einzelnen Instrumente Werbung, Verkaufsförderung und Public Relations vor Beginn einer Periode im Hinblick auf Ziele, zu übermittelnde Botschaft und zur Verfügung stehendes Budget systematisch zu planen und hinsichtlich ihres Erfolges ständig zu kontrollieren. Fehlt die systematische Planung sowohl des gesamten Marketing-Mix im Marketing-Konzept als auch der einzelnen kommunikationspolitischen Instrumente selbst, haben die durchgeführten Werbe-, Verkaufsförderungs- und PR-Aktivitäten den Charakter von Einzelmaßnahmen, die aufgrund der fehlenden einheitlichen Ausrichtung nicht den optimalen Wirkungsgrad erreichen. Neben diesen grundlegenden Voraussetzungen sind für die Kommunikationspolitik einer Leasinggesellschaft im Drittvertriebsleasing zusätzlich insbesondere zwei Faktoren zu berücksichtigen: - Die beiden gleichzeitig anzusprechenden Zielgruppen "Sparkasse" und "Sparkassenkunde" und - die Autonomie der Partnersparkasse. Die parallele Ansprache zweier Zielgruppen stellt hohe Anforderungen an die Planung, Durchführung und Kontrolle sämtlicher kommunikationspolitischer Maßnahmen. Da die Partnersparkasse den alleinigen Marktzutritt zum tatsächlichen bzw. potentiellen Leasingnehmer d.h. zum Sparkassenkunden hat, sollte die Kommunikationspolitik einer Leasinggesellschaft primär auf den Kooperationspartner Sparkasse ausgerichtet sein. Eng hieran knüpft sich der zweite, die Wirkung der Kommunikationspolitik einer Leasinggesellschaft beeinflussende Faktor an: Die Autonomie jedes einzelnen Kooperationspartners. Zwar sind die Sparkassen wegen ihrer prinzipiell nur örtlichen Tätigkeit 139 Vgl. Gespräch mit Herrn Escriva vom 08.06.94. 101 (Regionalprinzip) und teilweise relativ geringen Betriebsgröße auf eine gewisse überregionale Kooperation angewiesen; dennoch bleiben sie rechtlich selbständige, ihre eigenen geschäftspolitischen Ziele verfolgende Kreditinstitute, deren Marketing-Maßnahmen von einer externen Gesellschaft nur schwer beeinflußt werden können. Neben den o.a. Ausführungen ist speziell bezogen auf die Kommunikationspolitik der Leasinggesellschaft der Sparkasse GmbH zusammenfassend im Hinblick auf - Marketing-Strategie, - Kommunikationsplanung, - Verkaufsförderung, - Public Relations und - Erfolgskontrolle folgendes zu konstatieren: Ein systematisches Marketing-Konzept mit detailliert formulierten Zielvorgaben, einheitlichen Marketing-Strategien und aufeinander abgestimmten Maßnahmen ist schriftlich nicht fixiert. Ob die mittlerweile erreichte Unternehmensgröße nicht zum Zwecke eines einheitlichen Marktauftritts und zur einheitlichen Ausrichtung der Unternehmenskräfte auf die gesetzten Ziele zumindest die Festlegung einer strategischen Richtung im Marketing-Bereich bedingt oder zumindest sinnvoll erscheinen läßt, sollte eingehend geprüft werden. Einzelne Werbe- und Verkaufsförderungsaktivitäten werden zwar ausführlich, vornehmlich von der zentralen Marketing-Abteilung, konzipiert; ein systematischer, für eine Periode geltender Kommunikationsplan, der unter anderem festlegt, wann welches Kommunikationsinstrument mit welchem Ziel, mit welcher Dauer, für welche Zielgruppe und mit welchen Kosten einzusetzen ist, existiert jedoch noch nicht. Sowohl zur besseren Übersicht über die eigenen kommunikationspolitischen Aktivitäten als auch zur Erhöhung deren Wirkung, sind die systematische Konzeption und die Dokumentation der geplanten Maßnahmen nachhaltig zu empfehlen. Die gleichzeitige Verwendung der "LGS-Info" sowohl für Informations- als auch für PR-Zwecke erscheint problematisch. Eine Mischung der zur Verkaufsförderung notwendigen Informationen mit den rein aus PR-Gründen ausgewählten Nachrichten muß mit Vorsicht erfolgen. Hierbei besteht die Gefahr, zentrale Mitteilungen der LGS über Vertragsvariationen, Akquisitionshilfen, Produktinformationen etc. zu überlesen. Infolgedessen werden die Erhöhung des Anteils an Fachinformationen in der "LGS-Info" u.a. durch Integration der "Fachmitteilungen" oder alternativ die Umstrukturierung der "LGS-Info" zur "reinen" PR-Zeitschrift in Verbindung mit einer Erweiterung der "Fachmitteilungen" zu einem regelmäßig erscheinenden Informationsblatt vorgeschlagen. Zudem ist der Aufbau einer systematischen, auf das Produkt " -Leasing" ausgerichteten Public Relations durch Einrichtung eines eigenen Referates innerhalb der Marketing-Abteilung zu überlegen. Da das vorrangige 102 Ziel solcher PR-Aktivitäten nicht die Profilierung des Unternehmens "LGS" sondern die positive Beeinflussung der produktbezogenen Einstellung der Sparkassenkunden zum - Leasing wäre, könnte zudem auf das Marketing-Know-how der Sparkassenorganisation zurückgegriffen werden. Abschließend wird eine fortwährende Erfolgskontrolle der kommunikationspolitischen Aktivitäten der LGS auf Grundlage eines ständigen Feedback zwischen Marketing-Abteilung, Geschäftsstellen und ggf. Sparkassen empfohlen. Aus einer kontinuierlichen Erfolgsprüfung sämtlicher Maßnahmen ließen sich Erkenntnisse für die Optimierung der Kommunikationspolitik gewinnen. Insgesamt sollte die Kommunikationspolitik der LGS zukünftig weniger als passive Reaktion auf Markterfordernisse durchgeführt sondern verstärkt aktiv in den Markt hineingetragen werden. 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HERRN UWE IMGRUND Referent der Abteilung Sparkassen-Marketing der Leasinggesellschaft der Sparkasse GmbH, Frölingstr. 15-31, 61352 Bad Homburg vor der Höhe am 07.04.1994 und 14.04.1994. HERRN DIPL. SPARKASSENBETRIEBSWIRT WOLFGANG RINDERMANN Vorstandsmitglied und Dezernent für das Kreditgeschäft der Sparkasse Bonn, Friedensplatz 1, 53101 Bonn am 03.02.1994. FRAU SABINE SCHAUB Referentin der Abteilung Sparkassen-Marketing der Leasinggesellschaft der Sparkasse GmbH, Frölingstr. 15-31, 61352 Bad Homburg vor der Höhe am 14.04.1994. HERRN SPARKASSENBETRIEBSWIRT WOLFGANG SCHNEIDER Fachberater Leasing der Sparkasse Bonn, Friedensplatz 1, 53101 Bonn am 28.02.1994 und 07.03.1994.