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Lernpaket für Lehrer und Schüler
Weltkulturerbe Völklinger Hütte
Europäisches Zentrum für Kunst und Industriekultur
Generaldirektor Prof. Dr. Meinrad Maria Grewenig
Buddha
Sammler öffnen ihre Schatzkammern –
232 Meisterwerke buddhistischer Kunst aus 2.000 Jahren
25. Juni 2016 bis 19. Februar 2017, täglich ab 10 Uhr
Lernpaket für Lehrer und Schüler
Inhalt
Seite
Ausstellungsdaten und Service für Schulen
3
Vorwort
4
Einführung: Der historischer Buddha
5
Der Buddhismus
10
1. Buddha – Sammler öffnen ihre Schatzkammern
12
Südasien | Indien
Ostasien | China, Japan
18
Südostasien | Kambodscha, Thailand, Indonesien, Burma
24
Himalaya | Nepal, Tibet
35
2. Der Pfad der Erkenntnis
48
3. Steve McCurry – Buddhismus
61
Buddhismus von A bis Z
66
Unterrichtsvorschläge
74
Quellentexte
93
Katalogbuch zur Ausstellung
101
Literaturauswahl
102
Impressum
Weltkulturerbe Völklinger Hütte - Europäisches Zentrum für Kunst und Industriekultur | 66302 Völklingen/Saar
Redaktion: Peter Backes, Jeanette Dittmar, Frank Krämer | Besucherdienst Tel. 06898/9100100, Fax 06898/9100111
[email protected]
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Weltkulturerbe Völklinger Hütte
Europäisches Zentrum für Kunst und Industriekultur
Generaldirektor Prof. Dr. Meinrad Maria Grewenig
Ausstellungsdaten und Service für Schulen
Öffnungszeiten ab 20. März 2016
Gebläsehalle, täglich von 10-19 Uhr
Öffnungszeiten ab 1. November 2016
Gebläsehalle, täglich von 10-18 Uhr
Eintritt
Kinder, Jugendliche, Schüler
bis 18 Jahre, Studenten mit Ausweis
Eintritt frei
Ermäßigt
13,00 Euro
Normal
15,00 Euro
Gebuchte Führung
100,00 Euro (plus ermäßigten Eintritt)
(max. 30 Personen, Dauer der Führung ca. 1,5 Stunden)
Jahreskarte
Erwachsene
32,00 Euro
Sonderkonditionen für Schulen
Schulklassenführung im Bonuspaket zum Preis von 100 Euro inkl. Führung
(max. 30 Personen einschließlich Lehrkraft) in der Zeit von Montag bis Freitag
zwischen 10 und 14 Uhr.
Bucht eine Schule zum gleichen Termin drei Führungen, zahlt sie nur zwei!
Die Ausstellungen Buddha mit dem Pfad der Erkenntnis und Steve McCurry sind für
Schulklassen besonders zu empfehlen.
Kontakt / Besucherservice
Telefon
+49 (0)6898 - 9 100 100
+49 (0)6898 - 9 100 104
Fax
+49 (0)6898 - 9 100 111
Service zur Ausstellung
Sonderpublikation zur Ausstellung
Buddha
Sammler öffnen ihre Schatzkammern
232 Meisterwerke buddhistischer Kunst aus 2.000 Jahren
Edition Völklinger Hütte, Köln 2016, 528 Seiten, durchgehend vierfarbig,
Sonderpreis 29,90 €
Weltkulturerbe Völklinger Hütte - Europäisches Zentrum für Kunst und Industriekultur | 66302 Völklingen/Saar
Redaktion: Peter Backes, Jeanette Dittmar, Frank Krämer | Besucherdienst Tel. 06898/9100100, Fax 06898/9100111
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Weltkulturerbe Völklinger Hütte
Europäisches Zentrum für Kunst und Industriekultur
Generaldirektor Prof. Dr. Meinrad Maria Grewenig
Vorwort
Sehr geehrte Frau Fachleiterin, sehr geehrter Herr Fachleiter,
liebe Freunde des Weltkulturerbe Völklinger Hütte,
die Ausstellung versammelt 232 hochkarätige Exponate aus zwei Jahrtausenden
und lässt die Welt des Buddha und die damit verbundene Weltsicht lebendig werden.
Meisterwerke buddhistischer Kunst aus der antiken Region Gandhāra, aus Indien,
China, Korea, Japan, Kambodscha, Thailand und vom Dach der Welt Nepal/Tibet
entwerfen die Kultursicht einer der ältesten Weltreligionen und das sie
bestimmende Bildnis des Buddha. Für die Ausstellung "Buddha" öffnen die
bedeutendsten Sammler rund um den Globus ihre Schatzkammern. Viele dieser
Exponate werden zum ersten Mal öffentlich gezeigt. Die Objekte stammen
ausschließlich aus Privatsammlungen und waren in diesem Umfang noch nie zu
sehen. Die Buddha-Ausstellung bedeutet für das Weltkulturerbe Völklinger Hütte
einen Quantensprung in den kulturhistorischen Ausstellungen. Zum ersten Mal
zeigen wir nicht nur außergewöhnliche Meisterwerke, sondern thematisieren eine
Weltanschauung, die noch heute globale Bedeutung hat und Ziel vieler westlicher
Menschen ist. In der Ausstellung "Buddha" im Weltkulturerbe Völklinger Hütte
werden die Besucher die Aura des Buddha spüren. Wir möchten westlichen
Besuchern eine Begegnung mit den tiefen Weisheiten und Einsichten des Buddha
ermöglichen.
Im Zentrum der Buddha-Ausstellung stehen drei große epochale
Ausstellungsthemen: die Entstehung der ersten Bilder des Buddha in der GandhāraZeit, die Entwicklung des Buddha-Bildnis von der Antike bis in die Neuzeit in Asien
und die Weltanschauung des Buddhismus. Meditationsbilder laden die Besucher ein,
sich in die mannigfache Bildwelt zu vertiefen Kooperationspartner des
Weltkulturerbes Völklinger Hütte ist das Tibethaus Deutschland in Frankfurt, das
unter der offiziellen Schirmherrschaft des XIV. Dalai Lama steht. Zentrales
Faszinosum der buddhistischen Kultur und Zentrum der Ausstellung ist die Gestalt
des Buddha, des Erwachten. Das Bildnis des friedlichen Menschen ist eine der
großen Ikonen. Es zieht Gläubige und selbst Atheisten in seinen Bann. Dabei wurde
Siddhārtha Gautama jahrhundertelang nur symbolisch ins Bild gesetzt. Erst in der
Gandhāra-Kultur wurde der Buddha in menschlicher Gestalt abgebildet. Heute
versinnbildlicht die Figur des Buddha die Lehre von der Loslösung. Die Ausstellung
"Buddha" zeigt diese buddhistische Kunst und diskutiert damit auch die
Weltanschauung, die sich mit Buddha verbindet.
Begleitend zur Buddha-Ausstellung präsentiert das Weltkulturerbe Völklinger die
Ausstellung "Steve McCurry. Buddhismus – Fotografien 1985 bis 2013". Zu sehen
sind 40 großformatige Fotos des Magnum-Fotografen Steve McCurry, die er auf
seinen zahlreichen Reisen nach Asien aufgenommen hat. Zusätzlich zu den beiden
Ausstellungen präsentiert das Weltkulturerbe Völklinger Hütte den "Pfad der
Erkenntnis". Acht Meditationsstationen auf 7.000 Metern Besucherweg bieten die
Möglichkeit, Meditation und die Industriekultur der Völklinger Hütte miteinander zu
verbinden.
Prof. Dr. Meinrad Maria Grewenig
CEO | Generaldirektor des Weltkulturerbe Völklinger Hütte
Weltkulturerbe Völklinger Hütte - Europäisches Zentrum für Kunst und Industriekultur | 66302 Völklingen/Saar
Redaktion: Peter Backes, Jeanette Dittmar, Frank Krämer | Besucherdienst Tel. 06898/9100100, Fax 06898/9100111
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Europäisches Zentrum für Kunst und Industriekultur
Generaldirektor Prof. Dr. Meinrad Maria Grewenig
Einführung
Der historische Buddha. Eine biografische Skizze
Volker Zotz
Keinem Zweiten sind in Asien so viele und derart hohe Denkmaler errichtet
worden wie Siddhārtha Gautama. Auch wenn dem indischen Weisheitslehrer
erheblich weniger Anhänger als Jesus und Mohammed folgen, so gehört er doch
zu den bekanntesten Personen der Weltgeschichte. In Europa dekorieren
Statuen, die ihn als Buddha zeigen, in tausend Varianten die Wohnzimmer. Was
aber weiß man tatsachlich über den in zahllosen Figuren Dargestellten?
Über viele Jahrhunderte galten in Asien Biografien wie Nidānakathā und
Lalitavistara als verlässliche Quellen. Man glaubte ihre Berichte über den Buddha
wie man im Abendland lange an Jesu Leben nach den Evangelien festhielt. Als die
buddhistischen Texte im Europa des 19. Jahrhunderts n. Chr. bekannt wurden,
herrschten vonseiten der Gelehrten allerdings längst Zweifel an der historischen
Korrektheit der Bibel.
Mit entsprechender Skepsis nahmen sie auch die Erzählungen über den Buddha
auf. Bedeutende Forscher wie Hendrik Kern und Emile Senart hielten Gautama
gar für eine rein literarische Figur ohne faktische Basis. Dass man es eher mit
fantasievollen Sagen als überlieferten Tatsachen zu tun hatte, legten die
indischen Texte nahe. Sie präsentieren einen Mann, der ganz selbstverständlich
mit Göttern und Geistern verkehrt, über seine und anderer Menschen frühere
Existenzen Auskunft gibt und über das Wasser wandelt.
Vieles sprach deshalb dafür, dass ein historischer Buddha nie gelebt hatte. Dann
aber siebte der Indologe Hermann Oldenberg 1881 im Buch Buddha nüchterne
Fakten aus der bunten Wunderwelt alter Schriften und rekonstruierte jenseits
aller Übernatürlichkeit den glaubhaften Werdegang eines Menschen. Dazu traten
archäologische Belege, nachdem 1898 William Claxton Peppe eine mehr als
zweitausend Jahre alte Urne ausgegraben hatte, die laut Inschrift Asche des
Buddha enthielt. Obwohl seither als erwiesen gelten kann, dass der "Buddha"
Genannte tatsachlich existiert hat, wissen wir doch kaum Sicheres bezüglich
seines Lebens. In den Sprachen Sanskrit und Pāli aufgezeichnete Texte über sein
Wirken entstanden Jahrhunderte nach seiner Epoche. Authentische Erinnerung
und spätere Zutat sind kaum unterscheidbar. Schon seine Lebensdaten bleiben
unklar, denn zwischen den verschiedenen und gleichermaßen plausiblen
Annahmen klaffen mehr als hundert Jahre. Neben den häufigen Angaben 563 bis
483 und 466 bis 382 v. Chr. hat die Forschung weitere denkbare Möglichkeiten
ermittelt. Der Überlieferung zufolge gehörte Gautama zu den Shākya, einer Sippe
der Kriegerkaste, die ein überschaubares Gebiet mit kleinen Städten und einigen
Dörfern im heutigen indisch-nepalesischen Grenzland regierte. Familien des
Clans übten eine gemeinsame Herrschaft (ganarājya) unter Führung des
Stammesaltesten aus. Dieses Amt nahm Gautamas Vater Shuddhodana wahr,
den buddhistische Autoren später zum mächtigen König stilisierten.
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Als Geburtsort gilt Lumbinī im heutigen Nepal. Unweit dieses Dorfs brachte
Shuddhodanas Frau Māyā bei der Rast auf einer Reise ihren Sohn unter freiem
Himmel zur Welt. Dass Gautamas Leben während einer Ausfahrt begann, mag
Fakt oder Metapher sein: Ein Buddha, der keine Bindung an Haus und Familie
kennt, wird demgemäß passenderweise fern von allem geboren, was Menschen
begehren. Auf ähnliche Weise lässt sich fast jedes Detail aus Gautamas Biografie
als Gleichnis für ihm zugeschriebene Lehren lesen, weshalb die Frage nach
Dichtung oder Wahrheit in den meisten Fällen offenbleibt.
Mit sechzehn Jahren wurde Gautama verheiratet. Er hatte einen Sohn,
unterstützte den Vater und genoss das Leben. Die buddhistische Literatur und
Kunst schildern seine Jugend in üppigem Luxus. Viele Frauen erfüllten ihm in
prunkvollen Schlossern jeden Wunsch. Doch hinter den fiktiven Palästen frommer
Maler und Autoren steht in Wahrheit ein Haus in der Heimatstadt Kapilavastu,
das sich beim regionalen Anführer der Kriegerkaste allenfalls durch die Hohe
sowie den Gebrauch gebrannter Ziegeln von den Schilf- und Lehmhütten der
anderen abgehoben haben dürfte.
Irgendwann überschattete Unzufriedenheit Gautamas Freuden: "Die vier Monate
der Regenzeit umgaben mich Musikantinnen, und ich verließ den Palast nicht.
Dann erkannte ich zuverlässig, wie sinnliche Freuden entstehen und vergehen"
(Majjhimanikaja 75). Dass die Nichtdauer alles Schönen zum Problem für
Gautama wurde, mag auch an politischen Umwälzungen gelegen haben.
Expandierende Reiche in der Ebene des Ganges bedrohten kleine Gemeinwesen
wie das der Shākya, die an Autonomie verloren und ihre Zerschlagung befürchten
mussten. Gautama wollte sich an nichts mehr hängen, das dem Gesetz des
Vergehens folgt: "Warum begehre ich, was diesem Gesetz gehorcht? Sollte ich,
der das Missliche daran sah, nicht besser erstreben, was ihm nicht unterliegt?"
(Majjhimanikaja 26). Als etwas, das nicht dem Gesetz der Nichtdauer folgt,
betrachteten Denker und Mystiker damals das Vermögen der Wahrnehmung.
Jene Instanz, die an allen Dingen und am eigenen Körper Veränderungen
registriert, schien als Beobachter selbst unveränderlich zu sein. Manche
deuteten das Wahrnehmen als die mit einer beständigen Gottheit verbundene
Substanz (ātman) des Menschen. Andere erkannten darin die Eigenschaft einer in
jedem einzigartigen ewigen Individualität (jīva).
Gautama wollte dieses in ihm verborgene Ewige aus der Verflechtung mit der
flüchtigen Welt losen, ließ im Alter von 29 Jahren gegen den Willen der
"weinenden Eltern Haar und Bart scheren, zog ein gelbes Gewand an und ging in
die Hauslosigkeit" (Majjhimanikaja 26). Er wanderte zu Asketen, die versuchten,
das Dauerhafte durch Meditation zu befreien. Indem sie sinnliches Wahrnehmen
und Denkprozesse auf ein Minimum herabsetzten, um das dauerhafte
wahrnehmende Subjekt von vergänglichen Objekten zu trennen, erfuhren sie
einen Rest von Bewusstsein, der ihnen als ewiger Kern im Menschen galt.
Gautama, der solche Erlebnisse als Erreichen der "Sphäre des Nichts" und der
"Grenzsphäre von Wahrnehmen und Nichtwahrnehmen" bezeichnete, glaubte
nicht, dass dadurch das Ewige in ihm befreit war.
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Darum wandte er sich radikalen Praktiken zu: "Ich ging in Ställe, wenn die Hirten
fort waren, aß von der Ausscheidung junger, saugender Kälber. Auch was in
meinem Kot unverdaut war, aß ich" (Majjhimanikaja 12). Er hielt den Atem an, bis
der Leib schmerzte, als schmore er "in einer Grube kühlender Kohlen". Die im
Missachten des Körpers gezeigte Abscheu vor dem Endlichen sollte das
Dauerhafte erlösen. So magerte Gautama durch striktes Fasten ab: "Beim
Berühren der Bauchdecke spürte ich das Rückgrat; beim Befühlen des Rückgrats
traf ich die Bauchdecke." Ihm "fielen die Körperhaare aus, denen durch extrem
weniges Essen die Wurzel faulte" (Majjhimanikaja 36).
Dem Tod nahe fühlte er sich auf dem falschen Weg und aß wieder. Fünf Männer,
die wegen seiner Kompromisslosigkeit Gautamas Anhänger geworden waren,
wandten sich enttäuscht ab, als er sich davon lossagte. Statt die Wahrnehmung
des Nichtdauernden zu unterdrücken und sich vom vergänglichen Leib zu lösen,
wollte er diesen fortan mit ganzem Bewusstsein erfahren. So hielt er den Atem
nicht mehr gewaltsam an, sondern ergründete dessen natürliches Strömen. Dabei
entdeckte er "vier Stufen der Vertiefung", aus denen später das Grundmodell
buddhistischen Meditierens abgeleitet wurde:
(1) Sein Denken begleitete konzentriert das Erlebnis des Atmens, was ein
körperliches Wohlsein und freudige Gefühle auslöste.
(2) Allmählich gab das Denken einem Empfinden tiefer Beruhigung Raum.
(3) Dieses ging in Gleichmut über, wodurch freudige Gefühle abklangen und
körperliches Wohlsein anhielt.
(4) Das Wohlsein ging schließlich in einem gleichmutigen Bewusstsein auf, das
ihn ungetrübt durch Wünsche und Wertungen sich und anderes erkennen ließ, wie
es war.
Gautama war 35 Jahre alt, als er derart meditierend zu einem "Erwachten"
wurde, was Buddha wörtlich bedeutet. Nachdem er nicht länger versuchte, sich
vom Vergänglichen abzusondern, durchschaute er dessen Gesetze. Zunächst
zeigte ihm eine Vision, dass er das momentane Ergebnis hunderttausend
früherer Leben war: "Dort lebte ich in dieser Familie, das waren mein Stand,
Beruf, Glück und Leid. Das war mein Tod. Dort gestorben, trat ich hier wieder ins
Dasein" (Majjhimanikaja 36). Anschließend sah er das Entstehen und Vergehen
hunderttausend vorangegangener Kosmen. Beim Wandern durch diese Welten
und Lebensformen verändern sich die Wesen ihrem Wirken (karman)
entsprechend. Im unaufhörlichen Wandel findet sich kein Dauerhaftes, wonach er
sechs Jahre vergeblich suchte, denn der Mensch ist "ohne Substanz" (anātman).
Die Befreiung vom Leid an der Vergänglichkeit besteht im Aufgeben des Durstes
nach Dasein und Besitz, im "Erlöschen" (nirvāna) von Gier, Hass und jener
Verblendung, die einen nach Beharrendem suchen lasst. Dieses Erkennen oder
"Erwachen" (bodhi) erlangte Gautama bei Gayā im heutigen indischen Staat
Bihar während einer Vollmondnacht im Mai. Damit schwanden ihm alle Wünsche,
weshalb er auch keinen Drang spürte, seine Erfahrung mit anderen zu teilen. Ein
Gott stieg vom Himmel herab und bat ihn, seine Einsichten nicht für sich zu
behalten. Gautama willigte ein, was ihn zum "Lehrer der Götter und Menschen"
werden ließ.
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Die folgenden 45 Jahre, in denen er Nordindien durchwanderte, beschreiben die
Texte als eindrucksvollen Triumphzug. In Benares legte er den fünf vormaligen
Anhängern seine Lehre dar und gewann sie zurück. Damit war der buddhistische
Orden gegründet. Einen reichen Mann, der ihm begegnete, befreite Gautama von
seiner Depression, was dessen Familie und Freunde zu seinen Förderern machte.
Anschließend suchte er Kāshyapa auf, den angesehenen Führer einer
Gemeinschaft von Asketen. Diesem hielt er vor, bei Weitem nicht so
"verwirklicht" zu sein, wie andere glaubten. Der perplexe Kāshyapa gestand das
unmittelbar ein und akzeptierte mit zahlreichen Schülern Gautama als Lehrer. In
kurzer Zeit folgten diesem tausend Anhänger, mit denen er zur Hauptstadt des
Landes Magadha zog. Der alarmierte Konig Bimbisāra kam der Schar entgegen,
um nach einem Gespräch Gautamas Gönner zu werden. Das Berichtete
wiederholte sich in anderen Regionen: Herrscher, einflussreiche Persönlichkeiten
und ganze spirituelle Gemeinschaften fühlten sich von Gautama und seiner Lehre
angesprochen. Ein Grund für diesen Erfolg war zweifellos, dass sich verschiedene
Zielgruppen seine Einsichten zunutze machen konnten. Dass es nichts Dauerndes
gibt und wahres Glück darin besteht, innerlich loszulassen, um an nichts zu
hängen, ließ sich schließlich auf so gut wie jede Lebenssituation anwenden.
Wer vollkommene Freiheit vom Leiden an der Vergänglichkeit suchte, dem
empfahl Gautama, sich als wandernder Asket der Meditation zu widmen. Ohne
Besitz und Bindungen sollte er von gespendeter Nahrung leben und jeweils nur
kurz an einem Ort verweilen. Die später für den Buddhismus typischen Klöster
waren Gautama unerwünscht.
Jenen, die Eigentum und Familienbande nicht aufgaben, empfahl er, klug zu
wirtschaften: "So werden die Einkünfte meine Ausgaben übertreffen und nicht
meine Ausgaben die Einkünfte" (Anguttaranikāya IV, 61). Ein Leben in Liebe,
Mitgefühl und Gleichmut, das Gier, Hass und Verblendung überwindet, hielt er
auch vor dem Hintergrund von Besitz und Beziehungen für möglich. So erwies
sich seine Lehre als attraktiv für wohlhabende Händler, deren Förderung
wesentlich dazu beitrug, dem Buddhismus in Indien über Gautamas Zeit hinaus
bedeutenden Einfluss zu sichern.
Im Alter war Gautamas Gesundheit stark angegriffen, und er konnte sich offenbar
nur mit Stützverbänden bewegen. "Wie Stricke einen alten Karren
zusammenhalten, wird auch mein Körper von Stricken zusammengehalten",
kommentierte er seinen Zustand, den er im Sinn seiner Lehre gefasst nahm: "Wie
konnte es sein, dass Entstandenes, Gewordenes nicht zerfiele?" (Dīghanikāya 16).
Gautama starb mit achtzig Jahren an einer Lebensmittelvergiftung bei
Kushīnagar im heutigen indischen Staat Uttar Pradesh. Sein Leichnam wurde
verbrannt, die Asche geteilt und von den Herrschern mehrerer Länder
Nordindiens beigesetzt. Als seine letzten Worte überlieferte man: "Strebet ohne
Unterlass."
Weitere Aufsätze finden Sie im Katalogbuch zur Ausstellung.
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Gonkar Gyatso (*1961)
Untamed Encounter ("Ungezähmte Begegnung")
2012
Kunstharz, Collage mit applizierten farbigen Stickern
Höhe 122 cm
Privatsammlung
Siehe Katalognummer 232
Gonkar Gyatso ist der bekannteste zeitgenössische Künstler Tibets. Die weiße Oberfläche
der Statue ist mit hunderten von individuell gefertigten Plastikstickern beklebt worden.
Zum Kopf hin nimmt die Anzahl der Sticker ab. Dies ist ein genialer Kunstgriff, der die
"Essenz" des Buddhismus zum Ausdruck bringt: der Buddha entfernt sich geistig
sukzessive von der „Materie“, die seinen Körper noch so reichlich umgibt. Er löst seine
Anhaftung an die sinnlich wahrnehmbare, flüchtige Welt und hat das Prinzip der "Leerheit
aller Phänomene" erkannt. Somit setzt diese Skulptur den „Weg zur Erleuchtung“ auf sehr
eindrucksvolle Weise ins Bild.
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Der Buddhismus
Anfänge
563 bis 382 v. Chr.
Gautama Siddhārtha, den man Buddha nennt, und seine Schüler wirken im
Norden Indiens.
um 260 v. Chr.
Unter dem indischen Kaiser Ashoka findet die Lehre des Buddha auch in
benachbarten Regionen wie Sri Lanka Anhänger.
228 v. Chr.
Der Tradition zufolge gelangt der Buddhismus in das Gebiet des heutigen
Myanmar.
Ausbreitung
148 n. Chr.
Der parthische Prinz An Shigao übersetzt buddhistische Texte ins Chinesische.
um 150
Der indische Philosoph Nāgārjuna formuliert Positionen des MahāyānaBuddhismus, der in China, Korea, Japan, Vietnam und Tibet von Bedeutung wird.
551
Der Mönch Hyeryang wird erstes buddhistisches Oberhaupt des koreanischen
Köngreichs Silla.
552
In Japan, wohin der Buddhismus über Korea gelangte, beginnt er seine
Entwicklung zur staatstragenden Religion.
629
Der chinesische Gelehrte Xuanzang bricht zu einer langjährigen Reise nach
Indien auf. Seine Studien und mitgebrachten Texte prägen den Buddhismus
Ostasiens.
755
König Trisong Detsen besteigt den Thron Tibets und fördert den dortigen Einfluss
des Buddhismus.
968
In Vietnam beginnt die Herrschaft der Đinh-Dynastie, die dem Buddhismus eine
offizielle Stellung im Staat verleiht.
1006
Mit Beginn der Herrschaft des Königs Suryavarman I erfährt der Buddhismus in
Kambodscha starke Unterstützung.
1215
Der Zen-Mönch Myōan Eisai, der die Kultur des Tees in den Buddhismus Japans
einführte, stirbt.
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1238
Mit der Gründung des Königreichs Sukhothai im heutigen Thailand bis zu dessen
Ende 1583 erfährt der Buddhismus starke staatliche Förderung.
1252
Die berühmte große Buddha-Statue von Kamakura in Japan wird geschaffen.
1279
Mit der Herrschaft der Yuan-Dynastie wird der tantrische Buddhismus Tibets am
Hof und im ganzen chinesischen Reich bedeutend.
1353
Mit seiner Krönung gibt König Fa Ngum von Laos dem Buddhismus eine
wesentliche Rolle in der Gesellschaft.
1362
König Binnya U lässt die goldene Shwedagon-Pagode restaurieren, den
wichtigsten buddhistischen Kultbau Myanmars.
1578
Altan Khan festigt die Bedeutung des Buddhismus als Religion der Mongolei.
1642
Die drei Jahrhunderte andauernde politische Herrschaft der Dalai Lamas über
Tibet beginnt.
1788
Arthur Schopenhauer wird geboren, der sich später als "Buddhaist" bezeichnet
und starkes Interesses an der Lehre des Buddha unter europäischen
Intellektuellen auslöste.
1868
Die staatlich unterstützte antibuddhistische Bewegung Haibutsu kishaku drängt
den Einfluss des Buddhismus in Japan stark zurück und führt zur Enteignung und
Zerstörung tausender Tempel.
1880
Der amerikanische Offizier Henry Steel Olcott konvertiert im heutigen Sri Lanka
zum Buddhismus und trägt in Zusammenarbeit mit dem Singhalesen Anagarika
Dharmapala zur Renaissance des Buddhismus bei.
1950
In Colombo gründen Buddhisten mehrerer Länder die World Fellowship of
Buddhists, nach zweieinhalb Jahrtausenden ein erstes gemeinsame Organ des
Buddhismus.
1959
Der XIV. Dalai Lama verlässt nach zunehmenden Spannungen mit der
chinesischen Regierung Tibet
2001
Die monumentalen Buddha-Statuen des Weltkulturerbes von Bamiyan in
Afghanistan werden von den Taliban zerstört.
2016
Das UNESCO-Weltkulturerbe Völklinger Hütte zeigt die Welt des Buddhismus: Die
Ausstellungen "Steve McCurry. Buddhismus – Fotografien von 1985 bis 2013"
und "Buddha – Sammler öffnen ihre Schatzkammern – Meisterwerke
buddhistischer Kunst aus 2000 Jahren" geben einen Einblick in die reiche Kultur
des Buddhismus.
Zusammengestellt von Volker Zotz
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Südasien | Indien
Für etwa 600 Jahre war die Entwicklung der buddhistischen Kunst ausschließlich auf
das antike Indien beschränkt. Dazu gehörte auch die antike Region Gandhāra im
damaligen Nordwestindien, deren künstlerisches Vermächtnis sich heute auf
Nordwestpakistan und Teile Afghanistans verteilt.
Die Phase vom 5. Jahrhundert v. Chr. bis ca. 50 n. Chr. gilt als die "anikonische
Phase" der buddhistischen Kunst, weil Buddha selbst nicht anthropomorph
dargestellt wurde. Das Relief mit einem Männerkopf aus der Sunga-Periode (185-73
v. Chr.)repräsentiert diese Phase (Kat. Nr. 1). Die Schaffung von BuddhaDarstellungen in menschlicher Gestalt - wohl etwa zeitgleich in den kushan-zeitlichen
Kunstschulen von Mathurā und Gandhāra im 1. Jahrhundert n. Chr. - stellt einen
Wendepunkt in der Geschichte der buddhistischen Kunst und Religion dar, der in
seiner Bedeutung gar nicht hoch genug eingeschätzt werden kann. Erst durch
sinnlich erfahrbare Bildnisse des Buddha bekam die buddhistische Kunst jenen
anschaulichen Charakter, durch den sich der Buddhismus wie ein Lauffeuer in ganz
Asien verbreiten konnte. Insofern kommt dieser "Bildwerdung des Buddha" eine
fundamentale Bedeutung zu. Ohne die Entstehung dieses anthropomorphen BuddhaBildes wäre der Buddhismus wahrscheinlich ein lokales Phänomen geblieben. Die
Kunst Gandhāras (1. - 5. Jahrhundert n. Chr.) ist durch eine große und exquisite
Gruppe in der Ausstellung vertreten. Ein Kapitell mit Sphinxen veranschaulicht das
Kunstschaffen der Schule von Mathurā (Kat. Nr. 2). Neben Meisterwerken wie z.B.
dem feinsten ostindischen Gupta-Buddha oder einer großartigen Orissa-Skulptur wird
eine in dieser Qualität und Vielgestaltigkeit kaum je gezeigte Gruppe von Werken der
ostindischen Pāla-Kunst vorgestellt.
Ausstellung Buddha | Südasien
Gebläsehalle | Weltkulturerbe Völklinger Hütte 2016/2017
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Kapitell mit Sphinxen und Reitern
Nordindien, Uttar Pradesh, Mathurā
1. – 2. Jahrhundert n. Chr.
Roter Sandstein mit hellen Einschlüssen
Höhe 39,5 cm
Sammlung Kathrin und Andreas Lindner
Siehe Katalognummer 2
Geflügelte Fabeltiere und Mischwesen wie Sphinxen oder Kentauren waren ab spätestens
dem 2. Jahrhundert v. Chr. in der indischen Kunst weit verbreitet. Sie gehören zum festen
Bestandteil des Dekors sakraler buddhistischer Architektur. Auf Steinzäunen umschreiten
sie im Uhrzeigersinn das Bauwerk. Ansonsten schmücken sie oft Kapitelle von
Eingangstoren, Pfeilern oder Pilastern.
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Stūpa
Nordwestpakistan, Gandhāra-Region
1.-2. Jahrhundert n. Chr.
Schiefer mit Resten von Vergoldung
Höhe 88 cm
Privatsammlung
Siehe Katalognummer 4
Aus mehreren Teilen bestehende Stūpas sind nur in Ausnahmefällen so vollständig
erhalten. Stūpas sind nicht begehbare Kultbauten, die üblicherweise Reliquien des
Buddha oder seiner Schüler beherbergen. Man verehrt sie durch rituelles Umschreiten
im Uhrzeigersinn sowie durch das Darbringen von Girlanden, Lampen, Bannern und
Ähnlichem.
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Buddha
Nordwestpakistan, Gandhāra-Region
6. Jahrhundert n. Chr.
Bronze
Höhe 31,5 cm
Privatsammlung
Siehe Katalognummer 8
Der frontal dargestellte Buddha steht auf einem sich nach oben verjüngenden Sockel, hat
seine rechte Hand Schutz und Zuversicht verheißend (abhaya-mudrā) erhoben und hält
einen Gewandzipfel mit seiner Linken. Dieser Darstellungstyp war schon in der KushanKunst sehr verbreitet und wurde, wie diese Figur zeigt, noch lange nach dem Ende der
Kushan-Dynastie beibehalten.
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Meditierender Buddha
Nordwestpakistan, Gandhāra-Region
2. – 3. Jahrhundert n. Chr.
Grauer Schiefer mit Resten von Vergoldung
Höhe 92,5 cm
Privatsammlung
Siehe Katalognummer 11
Diese meisterhaft gestaltete, große Skulptur zeigt den aufrecht sitzenden Buddha, dessen
Hände im Schoß zur Meditation ineinandergelegt sind (dhyāna-mudrā). Sein fein
geschnittenes Gesicht, entsprechend dem Gandhāra-Stil mit großen Augen und kräftiger
Nase, strahlt Ruhe und Konzentration aus. An der Vorderseite des Throns zeigt ein Relief
eine Gruppe von Adoranten vor einem Vorhang.
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Vierarmiger Avalokiteshvara
Ostindien, Bihar, Pāla-Periode
8. Jahrhundert n. Chr.
Dunkelgrauer Stein
Höhe 120 cm
Privatsammlung
Siehe Katalognummer 22
Die Stele des Avalokiteshvara, der für sein großes Mitgefühl mit allen Lebewesen gerühmt
wird, ist eines der Hauptwerke der frühen Pāla-Kunst. Das tief versenkte, fein lächelnde
Gesicht ist dem klassischen Ideal der Gupta-Zeit noch sehr nahe. Der unbekannte PalaKünstler hat die Herausforderung, eine solche „universelle Schutzengelgestalt“ ergreifend
ins Bild zu setzen, unnachahmlich gemeistert.
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Ostasien | China, Japan
Der Buddhismus erreichte China bereits im 1. Jahrhundert n. Chr. Allerdings bildete
sich dort erst ab dem 4. Jahrhundert n. Chr. eine eigenständige buddhistische
Kunst heraus. Der pan-asiatisch wirkende Gupta-Stil hatte ab der zweiten Hälfte
des 6. Jahrhunderts n. Chr. auch in China eine stilbeeinflussende Wirkung, wie ein
Buddha-Kopf aus der Nördlichen Qi-Periode (550-577) zeigt (Kat. Nr. 53).
Im Verlauf der Tang-Dynastie (618-907) wurde dieser Einfluss nach und nach wieder
stärker von chinesischen Formen überlagert. Auch unter der Liao-Dynastie (9071125 n. Chr.) und in der Sung-Periode (960-1279) wurde die buddhistische Religion
und Kunst königlich gefördert. Die Yuan-Zeit (1271-1368) bedeutete für China ein
Jahrhundert der Fremdherrschaft. Kublai Khan, der Enkel Ghenghis Khans, machte
China zu einem Teil des Mongolenreichs. Die Yuan-Herrscher waren religiös tolerant
und förderten die Künste. Die Ausstellung präsentiert eine herausragende Gruppe
von fünf vergoldeten Yuan-Bronzen. Auch unter der aus China selbst stammenden
Ming-Dynastie (1368-1644) und der von den Manchu gegründeten Qing-Dynastie
(1644-1911) entstanden wichtige buddhistische Werke. Kaiser Qianlong (1735-1796)
war der letzte große Mäzen der buddhistischen Kunst in China. Im 6. Jahrhundert
n. Chr. gelangte der Buddhismus schließlich nach Japan und war dort im
7. Jahrhundert n. Chr. bereits weit verbreitet. Während der Nara-Periode (710-794)
besuchten viele japanische Mönche und Künstler China und Korea. Dadurch
gelangte der dort verbreitete Gupta-Einfluss auch nach Japan. In der Folge erwies
sich die japanische Kunst, durch die Insellage begünstigt, als extrem konservativ.
In der Kamakura-Zeit (1185-1333) kam es zu einem letzten Höhepunkt der
japanischen Plastik.
Ausstellung Buddha | Ostasien
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Buddha-Kopf
China, Nördliche Qi-Dynastie
6. Jahrhundert n. Chr.
Sandstein
Höhe 33 cm
Privatsammlung
Siehe Katalognummer 53
Der lebensgroße Buddha-Kopf ist ein herausragendes Beispiel für den Einfluss indischer
Formen in der chinesisch-buddhistischen Kunst während der Nördlichen Qi-Dynastie: eine
naturalistische Modellierung des Gesichts ersetzt die überspitzte Stilisierung des Wei-Stils.
Auch die eng beieinander liegenden, spiralförmigen Locken gehen unmittelbar auf die
Gupta-Vorbilder zurück. Sandstein wurde in dieser Periode recht selten verwendet.
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Avalokiteshvara
China, Sung-Dynastie
12. – 13. Jahrhundert n. Chr.
Vergoldete Bronze
Höhe 61 cm
Sammlung A & J Speelman, London
Siehe Katalognummer 57
Die Skulptur ist ein Hauptwerk der Sung-Kunst und eine der wichtigsten chinesischbuddhistischen Bronzen überhaupt. Das einzige Vergleichsstück, welches wohl im gleichen
Atelier und für denselben Tempel entstand, befindet sich im Asian Art Museum in San
Francisco. In seinem Haarknoten befinden sich die Gesichter von 3 weiteren Bodhisattvas.
Auf der Stirn und beiden Handflächen hat er je ein zusätzliches Auge.
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Siddhārtha Gautama als Asket
China, Yuan-Dynastie
14. Jahrhundert n. Chr.
Vergoldete Bronze
Höhe 28,5 cm
Privatsammlung
Siehe Katalognummer 63
Im indischen Kulturkreis wurde der fastende Siddhartha Gautama als bis auf die Knochen
abgemagerter Mann im Meditationssitz dargestellt. Wie diese meisterhafte Bronzefigur
zeigt, wurde das Thema in China anders ins Bild gesetzt. Obwohl er beide Hände und den
Kopf auf seinem linken Knie aufstützt, strahlt seine Pose eine Anmut aus, die darauf
hinzuweisen scheint, dass er als künftiger Buddha trotz der körperlichen Schwächung noch
ganz Herr der Lage ist.
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Arhat
China, Ming-Dynastie, Hongzhi-Periode
1496
Bronze mit partieller Vergoldung
Höhe 31,6 cm
Sammlung A & J Speelman, London
Siehe Katalognummer 64
Im Unterschied zu einem Buddha, der aus eigenem Karma Erleuchtung erfährt, ist ein Arhat
(chin. Luohan) ein Buddhaschüler, der durch Anleitung Erleuchtung erlangt. Zeugnisse im
Pāli-Kanon des frühen Buddhismus weisen darauf hin, dass während der Lebenszeit des
Buddha Shākyamuni viele seiner Schüler die Arhatschaft erlangten. Aufgrund des
Federfächers könnte es sich bei diesem Meisterwerk um den nach chinesischer Zählung
ersten Arhat namens Pindola Bharadvaja handeln.
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Amitābha-Trias
Japan, Frühe Edo-Periode,
17. Jahrhundert n. Chr.
Vergoldetes Holz
Höhe 60,5 cm
Privatsammlung
Siehe Katalognummer 69
Im Zentrum dieser sogenannten „Amida-Trias“ (jap. Amida-sanzon) steht Buddha Amitābha
(jap. Amida Nyorai). Er führt mit seiner Rechten eine Geste aus, mit der er die Gläubigen in
Sukhavati willkommen heißt. Er wird von zwei Bodhisattvas flankiert, die ihrer geringeren
Bedeutung entsprechend kleiner dargestellt sind: zu seiner Linken von Avalokiteshvara
(jap. Kannon Bosatsu) und zu seiner Rechten von Mahāsthāmaprāpta (jap. Seishi).
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Südostasien | Kambodscha, Thailand, Indonesien, Burma
Ab dem 5. Jahrhundert n. Chr. nahm eine beispiellose kulturelle "Indisierung"
Südostasiens ihren Lauf. Nicht im Rahmen einer "Kolonialisierung", sondern durch
eine freiwillige, erst punktuelle und dann immer flächendeckendere Übernahme
indischer Kultur. Portable Kunstwerke, die Mönche oder Kaufleute aus Indien
mitbrachten, dienten als Modelle oder Inspiration für regionale Kunstschöpfungen.
Zur frühesten königlichen Förderung der buddhistischen Kunst in Südostasien und
Etablierung des Buddhismus als eine Art "Staatsreligion" kam es im späten 5. oder
frühen 6. Jahrhundert n. Chr. im Pyu-Reich in Zentral-Burma. Unter den MonHerrschern im Königreich Dvāravatī (im heutigen Thailand) kam es vom 7. bis 9.
Jahrhundert n. Chr. zu einer bis dahin beispiellosen königlichen Förderung der
buddhistischen Kunst, wovon in der Ausstellung drei Bronzebuddhas und eine
Goldfigur zeugen. Die frühen Stile in der "formativen Phase" der buddhistischen
Kunst Südostasiens - vom 5.-8. Jahrhundert n. Chr. - ähneln sich sehr. Dies wird
deutlich, wenn man den Buddha im Angkor Borei-Stil (Kat. Nr. 72) mit den
erwähnten Mon-Buddhas vergleicht. Durch die Gründung des Khmer-Reiches unter
König Jayavarman II zu Beginn des 9. Jahrhundert n. Chr. entstand ein neues
Machtzentrum in Festland-Südostasien, welches in den nächsten 400 Jahren fast
ständig expandierte und die absolute Vorherrschaft in der Region behielt. Obwohl
der Hinduismus im Khmer-Reich bis zum Ende der Angkor Wat-Periode (1181)
dominierte, kam es ab dem Ende des 9. Jahrhunderts n. Chr. auch zur Förderung
des Buddhismus. Das Khmer-Reich erstreckte sich im 12.-13. Jahrhundert n. Chr.
auch auf weite Teile des heutigen Thailands. Unter König Jayavarman VII (regierte
1181 – ca. 1220 n. Chr.) hatte das Khmer-Reich seine größte territoriale Ausdehnung.
Es kam zu einer letzten Blütezeit der Khmer-Kunst und das einzige Mal in der
Angkor-Periode zu einer königlichen Förderung des Buddhismus als eine Art
"Staatsreligion", da sich Jayavarman VII zum Mahayana-Buddhismus bekannte.
Ausstellung Buddha | Südostasien
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Elefant
Kambodscha, Prä-Khmer-Periode
7. – 8. Jahrhundert
Bronze
Höhe 6,5 cm
Privatsammlung
Siehe Katalognummer 70
Obwohl diese Figur eines kauernden Elefanten-Babys stilisiert ist, drückt sie das Wesen des
Elefanten gleichwohl perfekt aus. Die Vermutung, dass die Figur der Aufbewahrung von
Kalkpaste zur Betelzubereitung oder von Farbpulver zur Beopferung buddhistischer
Kultbildnisse diente, wird durch die kleine Öse verstärkt, die im Nacken des Elefanten
angebracht ist. Allerdings schließt dies eine religiöse Verwendung der Figur nicht aus.
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Tanzender Hevajra
Kambodscha, Khmer
Baphuon-Stil
11. Jahrhundert n. Chr.
Bronze
Höhe 44 cm
Privatsammlung
Siehe Katalognummer 78
Dieser Hevajra ist eine der feinsten Khmer-Bronzen auf der Welt. Kaum jemals wurde in der
Weltkunst eine Tanzbewegung so vollendet ins Bild gesetzt. Die Baphuon-Kunst erschuf die
elegantesten Körperformen der gesamten Khmer-Kunst. Im 11. Jahrhundert n. Chr. setzte
sich die sechzehnarmige tanzende Form als bevorzugte Darstellungsweise durch.
Die Attribute symbolisieren Hevajras übermenschliche Fähigkeiten: so beherrscht er z.B.
Krankheit und Tod und kann Wohlstand gewähren.
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84
Portrait des Jayavarman VII
Kambodscha, Khmer, Bayon-Stil
Spätes 12. Jahrhundert n. Chr.
Sandstein
Höhe 6,5 cm
Sammlung Kathrin und Andreas Lindner
Siehe Katalognummer 84
Die Portraits des Jayavarman VII sind die einzigen nachweisbaren Portraits in der
Khmerkunst. Bisher sind außer diesem einmaligen kleinen Portraitkopf mindestens fünf
lebensgroße Portraits bekannt. Sie sind die feinsten und bemerkenswertesten SteinSkulpturen der Bayon-Zeit und gehören zu den größten Errungenschaften der Khmer-Kunst
überhaupt. Jayavarman VII war der einzige Khmer-Herrscher, der den Buddhismus als eine
Art "Staatsreligion" königlich förderte.
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Prajnāpāramitā-Mandala
Kambodscha, Khmer, Bayon-Stil
Spätes 12. Jahrhundert n. Chr.
Vergoldete Bronze
Höhe 27,2 cm
Privatsammlung
Siehe Katalognummer 87
Im Zentrum des Mandalas erscheint die elfköpfige Prajnāpāramitā mit 22 Armen. Um ihre
Füße herum sitzen auf einem stilisierten Lotossockel sechs von ursprünglich acht
Emanationen der Gottheit in Meditation versunken. Eine weitere gleichartige Figur sitzt
vorne auf einem separaten Lotospodest. Das dritte Auge auf der Stirn der Hauptfigur
symbolisiert ihre spirituelle Vollkommenheit und die Erlangung der Buddhaschaft.
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Maitreya
Thailand, Prakhon Chai-Stil
8. Jahrhundert n. Chr.
Bronze
Höhe 16,5 cm
Privatsammlung
Siehe Katalognummer 96
Dieser Stil ist nach dem wichtigsten Fundort in der heutigen thailändischen Provinz
Buriram benannt. In Prakhon Chai wurden Mitte der 1960-er Jahre fast 300 buddhistische
Bronzen unterschiedlicher Größe aus dem 7.-9. Jahrhundert n. Chr. entdeckt, die zu den
bedeutendsten Zeugnissen der frühen buddhistischen Kunst Südostasiens gehören.
Der Bodhisattva kann aufgrund des Stūpa-Emblems in seinem Haar als Maitreya
identifiziert werden.
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Stehender Buddha
Thailand, U Thong-Stil
14. Jahrhundert n. Chr.
Vergoldete Bronze
Höhe 175 cm
Privatsammlung
Siehe Katalognummer 106
Die lebensgroße Figur ist ein Hauptwerk des U Thong-Stils. Innerhalb dieses Stils werden
drei Untergruppen gebildet: U Thong A, U Thong B und U-Thong C. Der Buddha ist im frühen
U Thong C-Stil ausgeführt, der zusammen mit dem späten U Thong B-Stil - diese beiden
Stile überschneiden sich zeitlich teilweise - die früheste Phase des Kunstschaffens während
der Ayutthaya-Periode (1351-1767) repräsentiert. Die Skulptur zeigt Einflüsse der Khmerund Mon-Kunst.
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Achtarmige Cundā
Indonesien, Zentraljava
9. Jahrhundert n. Chr.
Bronze
Höhe 19,5 cm
Privatsammlung
Siehe Katalognummer 118
Die achtarmige Göttin sitzt in eleganter Pose auf einem Doppellotos. In ihren rechten
Händen hält sie einen Vajra, eine Axt, ein abgebrochenes Schwert und eine Fangschlinge
(pāsha); in den linken Händen ein Manuskript (pustaka), einen Dreizack (trishūla), einen
Spiegel (darpana) und schließlich in der unteren, neben dem Bein liegenden Hand den
Stengel einer hoch aufragenden Lotosblüte (padma).
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Vajrasattva
Indonesien oder Thailand
Srīvijaya-Stil
8. Jahrhundert n. Chr.
Bronze
Höhe 18,7 cm
Privatsammlung
Siehe Katalognummer 120
Die überaus elegant geformte Skulptur entstand im Einflussbereich Srīvijaya. Das SrīvijayaReich beherrschte seit dem 7. Jahrhundert n. Chr. von seinem Zentrum auf Sumatra aus
Handel und Häfen zwischen der malaiischen Halbinsel (heutiges Thailand) und West-Java.
Vajrasattva, das "Diamantwesen", wird in vielen Schulen des Mahāyāna-Buddhismus als
Verkörperung des höchsten Buddhaprinzips betrachtet.
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Yaksha
Burma
Pyu-Periode
6. – 7. Jahrhundert n. Chr.
Sandstein
Höhe 89 cm
Privatsammlung
Siehe Katalognummer 121
Diese einmalige Skulptur hat ein besonders ausdrucksstarkes Gesicht. Yakshas gelten
bereits in den frühesten Texten als impulsive, unberechenbare Personifizierungen einer
ungezähmten Natur. Sie können gleichermaßen wohlwollend wie bedrohlich sein und sind
Herren über Fruchtbarkeit und materiellen Wohlstand. Oft wurden sie vor buddhistischen
Heiligtümern aufgestellt, um diese vor störenden Kräften zu schützen.
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Buddha
Burma, Pagan-Periode
12. Jahrhundert n. Chr.
Sandstein
Höhe 87 cm
Privatsammlung
Siehe Katalognummer 123
Charakteristisch für die Stein-Figuren aus Pagan sind neben dem hellen grauen Sandstein
Details wie der kegelförmige Aufsatz auf dem Schädelauswuchs, der spitz zulaufende
Nimbus, die Gestaltung der Thronlehne, der sehr expressive Lotossockel aus stark
gegeneinander versetzten Lotosblättern und der zu einem schmalen Streifen gefaltete
Überwurf (sanghāti), der über die linke Schulter des Buddha gelegt ist.
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Himalaya | Nepal, Tibet
Nepal
Die Meisterwerke in der Ausstellung zeigen die Entwicklung der nepalesischen Skulptur
über einen Zeitraum von 1000 Jahren (7. - 17. Jahrhundert n. Chr.).
Die ersten buddhistischen Skulpturen in Nepal entstanden während der LicchaviPeriode (ca. 400-879 bzw. nach anderer Meinung ca. 450 bis 750). Obwohl die
Licchavi-Könige Hindus waren, ließen sie auch der buddhistischen Kunst königliche
Förderung angedeihen. Es kam in dieser Phase, von der in der Ausstellung eine
sensationelle Holzfigur des Avalokiteshvara und eine einmalige Kupferfigur des
Siddhaikavira Manjushri zeugen (Kat. Nr. 126, 129), zu einer beispiellosen kulturellen
Blüte und einem "Goldenen Zeitalter" der nepalesischen Kunst. Die Licchavi-Kunst
entwickelte sich unter dem prägenden Einfluss des indischen Gupta-Stils. Dennoch
waren die nepalesischen Künstler schon in der Licchavi-Zeit fähig, ihren Werken einen
ganz eigenständigen und unverwechselbar nepalesischen Charakter zu verleihen. In
der anschließenden "Übergangsperiode" (ca. 879 - 1200) herrschte zunächst
weitgehend stilistische und qualitative Kontinuität. Erst im weiteren Verlauf der
Übergangsperiode entwickelte sich der prachtvolle Stil mit reichem Schmuck- und
Steindekor, der zu Beginn der langen und künstlerisch fruchtbaren Malla-Periode (12011769) bereits etabliert war. Allerdings wird die Sinnlichkeit und Schönheit, durch
welche sich die nepalesische Skulptur von Anbeginn auszeichnet, durch den reichen
Dekor nicht beeinträchtigt. Auch in der Malla-Zeit blieb die nepalesische Kunst sehr
konservativ. Fremde stilistische Einflüsse waren in dieser Periode niemals dominant,
sondern blieben in die nepalesische Formensprache eingebettet.
Tibet
Tibetische Werke bilden die größte Gruppe der Ausstellung. Das künstlerische
Vermächtnis Tibets ist von einzigartiger Vielgestaltigkeit und Komplexität. Die
Offenheit gegenüber Neuem führte zur Übernahme vieler "fremder" Elemente, die
unter anderem aus Indien, Nepal, China oder Kashmir kamen und zu Recht als
Bereicherung angesehen wurden. Die ersten buddhistischen Skulpturen Tibets
stammen aus dem 7. Jahrhundert n. Chr. Schon in dieser frühen Phase und dann fast
durchgehend bis zum 15. Jahrhundert n. Chr. war der nepalesische Einfluss auf die
tibetische Kunst am deutlichsten. Besonders dominant war dieser Einfluss vom
13.-15. Jahrhundert n. Chr., als viele Newar-Künstler in Tibet wirkten und tibetische
Künstler häufig in nepalesischem Stil arbeiteten. Ab dem 12. Jahrhundert n. Chr. kam
die indische Pāla-Kunst als weitere extrem wichtige Inspirationsquelle hinzu. Dieser
Zufluss von Neuem traf auf das Talent und die Innovationskraft tibetischer Künstler.
Da in Tibet prinzipiell jeder darstellungsfähig war, der sich religiös verdient gemacht
hatte, gibt es dort ein viel größeres Spektrum an Darstellungen - z.B. zahlreiche
Portraits - als in der buddhistischen Kunst anderer Länder. Während die nepalesische
Kunst im 15. Jahrhundert n. Chr. ihren Zenit schon leicht überschritten hatte, wurden
in Tibet noch bis ins 19. Jahrhundert n. Chr. äußerst bemerkenswerte Werke
geschaffen. Obwohl auch vom 15. - 19. Jahrhundert n. Chr. noch phasenweise fremde
Einflüsse in Tibet wirkten (z.B. aus China), erlangte die tibetische Kunst ab dem
15. Jahrhundert n. Chr. doch eine große Eigenständigkeit.
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Ausstellung Buddha | Nepal und Tibet
Gebläsehalle | Weltkulturerbe Völklinger Hütte 2016/2017
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Bodhisattva Avalokiteshvara
Nepal, Licchavi-Periode
8. Jahrhundert n. Chr.
Holz mit polychromer Bemalung
Höhe 114 cm
Privatsammlung
Siehe Katalognummer 129
Die Skulptur zählt zu den größten Meisterwerken der asiatischen Kunst und ist die mit
großem Abstand wichtigste Holzfigur aus dem Himalaya. Das Überdauern einer Holzfigur
dieser Größe und Qualität aus dem 8. Jahrhundert n. Chr. ist fast ein Wunder. Allzu oft fällt
Holz der Zerstörung durch Feuer, Feuchtigkeit oder Insekten zum Opfer. Aus Europa ist
keine Holzfigur dieser Qualität und Periode bekannt, obwohl dort die klimatischen
Bedingungen viel günstiger sind.
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Vajrayoginī
Nepal
10. Jahrhundert n. Chr.
Vergoldetes Kupfer
Höhe 13,2 cm
Privatsammlung
Siehe Katalognummer 130
Vajrayoginī ist eine Anführerin der Dākinīs (Himmelstänzerinnen). Die meisterhafte
Skulptur ist die früheste nepalesische Darstellung dieser Ikonographie, die bekannt ist.
Sie tanzt zornvoll auf einem liegenden Leichnam, wodurch das Überwinden der Vorstellung
von einem beständigen Selbst mit inhärenten Eigenschaften symbolisiert wird. Sie tanzt
durch den leeren Raum, der für das Prinzip der Leerheit aller Phänomene (shūnyatā) steht.
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Avalokiteshvara mit Hayagrīva
Nepal, Frühe Malla-Periode
14. Jahrhundert n. Chr.
Vergoldetes Kupfer mit Steinbesatz
Höhe 27 cm
Privatsammlung
Siehe Katalognummer 137
Die Figur ist die mit Abstand beste ihrer Art und ein Hauptwerk der frühen Malla-Kunst.
Der indischen Tradition folgend wird der zornvolle Hayagrīva als Begleiter und Beschützer
des friedlichen Avalokiteshvara dargestellt. Hayagrīva ist an dem Pferdekopf in seinem
Haar zu erkennen. Er hält eine Keule und scheint eine Vase mit dem Elixier des ewigen
Lebens (amrita-kalasha)zu bewachen. Hayagrīva gehört, wie auch Avalokiteshvara, zur
Lotos-Familie des Buddha Amitābha.
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Meditierender Buddha
Westtibet
11. – 12. Jahrhundert n. Chr.
Bronze mit Silbereinlagen
Höhe 31 cm
Privatsammlung
Siehe Katalognummer 150
Die Figur ist ein feines und seltenes Werk aus dem westtibetischen Königreich Guge und ist
vom Kaschmir-Stil beeinflusst. Die Augen sind mit Silber eingelegt. Der Guss ist sehr
dünnwandig. Der kräftig ausgebildete Schädelwulst (ushnīsha) ist eines der markantesten
Erleuchtungsmerkmale des Buddha. Die langgezogenen Ohrläppchen weisen ihn als
früheren Träger von schwerem Fürstenschmuck aus.
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Manjushrī
Tibet
12. – 13. Jahrhundert n. Chr.
Vergoldete Bronze mit Steinbesatz
Höhe 46 cm
Privatsammlung
Siehe Katalognummer 157
Diese hochbedeutende Figur ist von großem kunstgeschichtlichem Interesse. Sie ist eine
der ganz wenigen vergoldeten Bronzen dieses Stils und ein Musterbeispiel für den starken
Einfluss der indischen Pāla-Kunst auf viele tibetische Werke dieser Periode. Manjushrī ist
an dem "flammenden" Weisheitsschwert und dem in Herzhöhe gehaltenen Buch der
Weisheit erkennbar. Das Buch muss man sich als Stapel von lose übereinanderliegenden
Palmblättern vorstellen, die von zwei Buchdeckeln geschützt werden.
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Mahāsiddha Virūpa
Tibet
14. Jahrhundert n. Chr.
Vergoldete Bronze
Höhe 11,3 cm
Privatsammlung
Siehe Katalognummer 167
Diese einmalige Figur ist eine „Ikone“ der tibetischen Kunst und ein vollendetes
Meisterwerk. Virūpa, welcher der Legende zufolge im 9. Jahrhundert n. Chr. in Ostindien
lebte, soll im hohen Alter von der Göttin Vajra Nairātmyā die sogenannten „LamdreLehren“ empfangen haben, deren Anwendung ihn schließlich zur Erleuchtung führten.
Folglich gilt er als „Begründer“ der Lamdre-Lehren, die im 11. Jahrhundert n. Chr. nach
Tibet gelangten und dort die Kernpraxis der Sakya-Schule darstellen.
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Maitreya
Tibet
14. Jahrhundert n. Chr.
Vergoldete Bronze und Steinbesatz
Höhe 35 cm
Privatsammlung
Siehe Katalognummer 179
Die Figur wird durch den silbernen Miniaturstūpa auf der Vorderseite des hohen
Haarknotens (jatāmukuta) eindeutig als Maitreya identifiziert. Aufgrund des starken
nepalesischen Einflusses ist es denkbar, dass nepalesische Künstler bei der Schaffung
dieses Werks zumindest beteiligt waren. Eine große stilistische Ähnlichkeit besteht zu
einigen Bronzefiguren im Kloster Shalu, die von in Tibet lebenden Newar-Künstlern
geschaffen wurden.
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Buddha
Tibet
15. Jahrhundert n. Chr.
Thangka, Tempera und Gold auf Baumwollgewebe
87 x 76 cm
Privatsammlung
Siehe Katalognummer 188
Buddha Shākyamuni wird von zwei seiner ersten Jünger flankiert und nimmt mit der
beidhändigen Lehrgeste Bezug auf seine erste Predigt als Buddha im Gazellenhain von
Sārnāth. Insgesamt 17 Arhat-Darstellungen nehmen Teile des äußeren Registers ein (im
Uhrzeigersinn vom linken Rand etwa in der Mitte bis zum rechten Rand leicht oberhalb der
Mitte). In der Reihe um den Thron herum sind u.a. Erscheinungsformen des Avalokiteshvara
dargestellt.
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Portrait des VII. Karmapa Chödrak Gyatso
Tibet
15. – 16. Jahrhundert n. Chr.
Vergoldete Bronze
Höhe 16,5 cm
Privatsammlung
Siehe Katalognummer 210
Die Inschrift weist dieses einmalige Portrait als den siebten Karmapa Lama Chödrak Gyatso
(1454-1506) aus. Er schrieb u.a. bedeutende wissenschaftliche Werke. Die Handhaltung ist
extrem selten und die Gestaltung des Gewandes - vor allem auf der Rückseite - beispiellos
fein. Der markante Hut ist die typische Kopfbedeckung der Karmapa Lamas. Der Karmapa
ist das Oberhaupt der Karma Kagyü-Schule, der wichtigsten Unterschule der Kagyü-Schule.
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Vajrabhairava
Tibet
17. Jahrhundert n. Chr.
Elfenbein mit partieller Bemalung
Höhe 6,5 cm
Privatsammlung
Siehe Katalognummer 220
Dieses meisterhafte und extrem ausdrucksstarke Miniaturbildnis des Vajrabhairava ist eine
von sehr wenigen tibetischen Elfenbeinskulpturen. Größe und Form der Statue weisen
darauf hin, dass sie sich ursprünglich in einem "Gau" - einem tibetischen Reisealtar einer
hochgestellten Persönlichkeit – befand. Reisende trugen diese reich verzierten
Metallkästchen in der Nähe des Herzens, um sich vor Gefahren und Krankheiten zu
schützen.
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Vajrabhairava
Tibet
18. Jahrhundert n. Chr.
Thangka, Tempera und Gold auf Baumwollgewebe
107 x 72 cm
Privatsammlung
Siehe Katalognummer 229
Vajrabhairava erscheint hier in Vereinigung mit seiner Partnerin Vajravetali. Umgeben wird
das zentrale Paar von acht männlichen Gottheiten mit Partnerin sowie vier weiblichen
Gottheiten mit ihrem jeweiligen Partner. Komplettiert wird das "Mandala" durch vier mit
Nektar gefüllte Schädelschalen. Oberhalb der Hauptgottheiten thront Tsongkhapa, der
Gründer der Gelug-Tradition. Mittig am unteren Rand steht Yama Dharmarāja, der Schützer
der tantrischen Praxis des Vajrabhairava.
Weitere Informationen zu den Exponaten finden Sie im Katalogbuch zur Ausstellung.
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2. Der Pfad der Erkenntnis
Station 1 | Buddhistischer Meditationsraum
Die Anschauung
Buddhistische Meditationen
Der Pfad der Erkenntnis öffnet einen "anderen" Blick auf die eigene Person und das
Weltkulturerbe Völklinger Hütte. Die mächtigen Maschinen und die beeindruckenden
Bauwerke treten in den Dialog mit den Weisheiten des Buddhas. An den acht
Stationen des Pfades der Erkenntnis laden wir dich dazu ein, über dein Leben in der
fantastischen Welt des Eisenwerkes, mitten in der Sinteranlage, der Hochofengruppe
und der Kokerei, zu meditieren. Im Anschluss an den achtfachen Pfad der Erkenntnis
empfehlen wir dir einen Besuch der Buddha-Ausstellung.
Anfängern empfehlen wir, den Pfad der Erkenntnis bei regenfreiem Wetter zu
begehen, weil sich ein Großteil der Stationen im Freien befindet. Festes Schuhwerk
und wetterfeste Kleidung sind bei der Begehung des Pfades der Erkenntnis sehr zu
empfehlen. Ein besonderes Erlebnis bietet der Pfad der Erkenntnis bei Regen, Wind
und Schnee – wir empfehlen ihn dann für Fortgeschrittene.
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Buddhistische Weisheit
Buddha gibt uns den Rat, die Dinge möglichst wahrheitsgetreu so zu sehen wie sie
sind. Wir sollen gewohnte Denkbahnen verlassen und verschiedene Sichtweisen
einüben. Dazu müssen wir unser Ego in den Hintergrund stellen. Vollkommene
Anschauung ist immer voller Güte und friedvoll.
Handlungsempfehlung
Setze dich an der ersten Station auf eine Bank und komme zur Ruhe. Spüre die Aura
des buddhistischen Meditationsraumes. Formuliere dann dein persönliches Ziel für
den Pfad der Erkenntnis, z. B. Erfüllung, Liebe, Glück. Dieses Ziel kannst du bei einer
der nächsten Stationen auf einen Stein schreiben und bis zum Ende des Pfades mit
dir führen. Bestätige am Ende deine Meditation mit dem Stempel der goldenen
Fische, des Symbols für Liebe, Fruchtbarkeit, Glück und Reichtum in deinem
Meditationspass. Bitte verlasse dann den Meditationsraum und folge den
Hinweisschildern zur nächsten Station.
Erlebnisschleife - optional
Wenn du dein persönliches Ziel gefunden hast, nimm auf den Meditationsbänken im
Meditationsraum Platz und vertiefe dein persönliches Ziel. Verlasse danach den
Raum, wende dich nach rechts, folge den Hinweisschildern und gehe bis zum Ende
der Halle. Dort findest du eine Treppe, die hinüber zur zweiten Station auf dem Dach
der Erzhalle führt: die Erkenntnis. Auf dem Weg dorthin gehst Du entlang der
gigantischen Gebläsemaschinen, der riesigen Ersatzteile und Werkzeuge der
Maschinisten.
Der Pfad oder einzelne Stationen können auch im Klassenverband z. B. im Anschluss
an eine Führung abgegangen werden. Den Plan mit dem Meditationspass wird an der
Kasse ausgegeben.
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Station 2 | Dach der Erzhalle
Die Absicht
Buddhistische Weisheit
Wenn wir die vollkommene Absicht anstreben, sind wir entschlossen in der
Ablehnung aller unheilsamen Handlungen, in Freiheit von Feindschaft, im
Nichtverletzen. Wir verstärken unsere Offenheit anderen gegenüber, die Ausdruck
bedingungsloser, konstanter Zuneigung ist, die nicht davon abhängt, was wir
zurückbekommen. Wir dürfen weder uns noch anderen etwas vormachen.
Handlungsempfehlung
Setze dich auf die Bank vor dem Geländer der Installation und lasse deinen Blick auf
den Geleisen ruhen. Über die von einem Tuch verhüllten Gleise, die vom Bahnhof in
das Innere der Hütte führen, sind über fast 100 Jahre unvorstellbare Mengen an
Rohstoffen für die Hochöfen in die Möllerhalle transportiert worden. Lasse deine
Gedanken über diese Gleise in das Innere der Hütte gleiten und spüre den Fluss der
Energie. Stempele bitte nach deiner Meditation das Rad, das Symbol des
buddhistischen Weges zur Erleuchtung, in deinen Meditationspass und gehe den Weg
weiter ins Innere der Anlage auf dem achtfachen Pfad der Erkenntnis.
Erlebnisschleife - optional
Gehe langsam und aufmerksam über das Dach der Erzhalle und nimm die Eindrücke
von der Umgebung in dir auf. Blicke von der Gebläsehalle hinüber zum pulsierenden
Stahlwerk und zur Stadt Völklingen. Spüre die Nähe von Stadt und Hütte.
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Station 3 | Möllerhalle
Das Reden
Buddhistische Weisheit
Wir sollten alle Lüge, Verleugnung, Beleidigung und Geschwätz vermeiden. Genauso
wie bei unseren Gedanken kann unsere Rede heilsam oder unheilsam, nützlich oder
nicht nützlich, wahr oder falsch sein. Alles sollte zum richtigen Zeitpunkt gesprochen
werden, wahr, höflich, zweckmäßig sein und aus liebevoller Gesinnung kommen.
Handlungsempfehlung
Setze dich auf die Bank und schaue dich in der Halle um. Hier waren riesige Mengen
an Rohstoffen für die Hochöfen gelagert. Die Wände der Siloräume umfangen dich.
Heute zeigen wir hier die Fotos von Steve McCurry, die uns ein Bild vom aktuell
gelebten Buddhismus in verschiedenen Ländern Asiens vermitteln. Nimm dir einen
weißen Stein aus dem Korb und schreibe darauf das Ziel deiner Meditation, z. B.
Erfüllung, Liebe, Glück. Spüre die Wärme des Steins. Behalte auf deinem weiteren
Weg den Stein in deinen Händen. Lasse die Eindrücke von der Ausstellung an dir
vorüber ziehen und folge dann weiter dem Pfad der Erkenntnis in die Granulieranlage.
Mache dir einen Stempelabdruck mit dem Lotos, dem Symbol für die Reinheit und
harmonische Entfaltung des Geistes, in deinen Meditationspass.
Erlebnisschleife - optional
Gehe langsam und aufmerksam durch diesen letzten Raum der Fotoausstellung
und lassen die Bilder auf dich wirken. Nimm dir auch den Eindruck des Graffitis
von Jeff Aérosol mit auf deinen weiteren Weg auf dem Pfad der Erkenntnis.
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Station 4 | Granulieranlage
Das Tun
Buddhistische Weisheit
Zum vollkommenen Handeln gehören die fünf ethischen Richtlinien: nicht töten; nicht
nehmen, was mir nicht gegeben wurde, keine falsche Rede führen, kein sexuelles Verhalten,
das für andere und mich Leid erzeugt und mich nicht berauschen. Unser Handeln darf aber
nicht auf Gehorsam und blindem Folgen gründen, sondern auf Einsicht, Verstehen und
innerer Überzeugung beruhen.
Handlungsempfehlung
In der Völklinger Hütte hat der Lärm der Maschinen das Reden oft schwer gemacht. Die
Arbeiter mussten sich anschreien, um sich untereinander verständlich zu machen. Heute ist
Ruhe eingekehrt in die Gebäude und Hallen. Setze dich auf die Bank im Raum an der
Granulieranlage und spüre der Ruhe des Ortes nach. Höre auf das sanfte Rauschen des
Wassers. Zünde einen Räucherstab an und nehme diesen Eindruck zusammen mit dem
authentischen Ort der Granulieranlage auf. Denke an das Ziel deines Meditationsweges.
Mache nach deiner Meditation einen Stempelabdruck mit der Schatzvase, dem Symbol für
geistige und materielle Wunscherfüllung, in deinen Meditationspass und folgen den
Hinweisschildern zur nächsten Station oder benutze den Aufzug zur Gichtbühne.
Erlebnisschleife - optional
Gehe von der Granulieranlage zurück auf den Achtfachen Pfad der Erkenntnis. Lasse deinen
Blick auf dem kleinen Teich mit seiner Bewachsung ruhen. Nimm dir in der Helmstation einen
Helm und steige die Treppe zur Gichtbühne hinauf. Erlebe die langsam anwachsende Höhe
und genieße den Rundblick über das Weltkulturerbe Völklinger Hütte.
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Station 5 | Gichtbühne / Hochofen 3
Das Leben
Buddhistische Weisheit
Der vollkommene Lebenswandel bezieht sich auf den Beruf und das Handeln in der Familie und
der Gesellschaft: Wir sollen ein ethisch einwandfreies Leben führen, ständig an uns arbeiten und
schädliche Gewohnheiten ablegen. Buddha nennt auch Berufe, die wir nicht ausüben und zu
denen wir andere nicht veranlassen sollen, wie Handel mit Waffen, Handel mit Lebewesen und
Fleisch, Handel mit Rauschmitteln oder Handel mit Giften.
Handlungsempfehlung
Du bist auf dem Dach der Hochöfen. Gehe langsam in Uhrzeigerrichtung um die Haube des
Hochofens herum. Schaue dir die acht Glückssymbole an, die mit Kreide auf die Haube des
Hochofens gemalt sind. Die acht Glückssymbole repräsentieren die Stationen des Achtfachen
Pfads der Erkenntnis. Mache dir dann einen Stempelabdruck mit dem endlosen Knoten, der
daran erinnert, dass alles und alle miteinander verbunden sind, in deinen Meditationspass. Folge
den Hinweisschildern zur nächsten Station oder benutze den Aufzug zur Gichtbühne, um in das
Paradies zu kommen.
Erlebnisschleife - optional
Gehe weiter entlang der anderen Hochöfen bis zum Ende der Gichtbühne. Gehe auf der anderen
Seite zurück und steige auf die Aussichtsplattform, von wo du einen fantastischen Rundblick
über die Völklinger Hütte und die Landschaft um Völklingen hast. Steige am Hochofen hinab und
gehe über die kleine Brücke zum Paradies in der Kokerei. Mache Station auf diesem Platz und
betrachte die Gebetsfahnen, von denen die Gebete der Buddhas mit dem Wind die Welt wehen.
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Station 6 | Paradies / Bastion
Die Einstellung
Buddhistische Weisheit
Wir sollen heilsame Zustände schaffen und erhalten. Das gelingt, wenn wir Affekte
wie Begierde, Hass, Zorn und Ablehnung kontrollieren und zügeln. Wir müssen die
eigenen Gedanken prüfen und unheilsame Gedanken durch heilsame Gedanken
austauschen. Es geht nicht um Verdrängen, es geht um Erkennen und konstruktivem
Verwandeln zum eigenen Nutzen und Nutzen der anderen. Ziel der vollkommenen
Einstellung sind Wohlwollen, Mitgefühl, Mitfreude und Gleichmut.
Handlungsempfehlung
Setze dich auf eine Bank und lasse deinen Blick auf dem Steingarten ruhen.
Betrachte die Linien der Muster in den Steinfeldern. Die Steinmuster symbolisieren
die Wellen des Wassers, eines der vier Elemente. In wenigen Metern Entfernung fließt
die Saar an der Völklinger Hütte vorbei, die Lebensader der Industriewerke im
Saarland. Atme den Geruch der Natur und denke über dein Meditationsziel nach.
Mache nach deiner Meditation einen Stempelabdruck mit dem Siegesbanner, das den
Sieg über alle Hindernisse symbolisiert, in deinen Meditationspass.
Erlebnisschleife - optional
Gehe zurück über die Brücke auf den Pfad der Erkenntnis. Vorbei an den großen
Teerbecken, in denen früher der Teer aus den Kokskammern gesammelt wurde und
wo sich heute Fische tummeln, geht es zur nächsten Station des Pfades der
Erkenntnis, dem Kamin der Kokerei.
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Station 7 | Paradies / Kamin
Die Achtsamkeit
Buddhistische Weisheit
Wir sollten nicht nur aktiv in der Welt sein, sondern auch Phasen der Einkehr und
Verinnerlichung haben, um dann gestärkt in den Alltag zurückkehren zu können.
Wir richten unsere Aufmerksamkeit ruhig und besonnen auf das, was hier und jetzt
geschieht, beobachten unseren Körper, fühlen Anspannungen und versuchen sie
loszulassen, wir beobachten unsere Atmung: das Einatmen und das Ausatmen.
Handlungsempfehlung
Der Kamin in der Kokerei hat die Abgase aus den Kokskammern in den Himmel über
Völklingen geleitet. Heute ist der Kamin ein Ort der Ruhe, der den Blick freigibt auf
die Weite des Himmels über dem Weltkulturerbe. Setze dich auf die Bank und schlage
die Klangschale an – folge dem Ton bis er verlischt und denke an das Ziel deines
Weges. Lausche der Entwicklung des schönen Klanges und hebe deinen Blick in die
Unendlichkeit des Himmels über der Völklinger Hütte. Danach mache dir bitte einen
Stempelabdruck des Schneckengehäuses, dem Symbol für den reinen Klang der
buddhistischen Lehre, in deinen Meditationspass.
Erlebnisschleife - optional
Gehe an den stählernen Kammern der Koksbatterie 4 entlang zum Platz der Stille.
Genieße die Ruhe des Platzes inmitten der Kokerei, wo früher ohrenbetäubender
Lärm und der Staub und Qualm der Koksanlagen die Arbeit der Hüttenleute
begleiteten. Betrachte wie sich heute die Gebetsfahnen im Wind bewegen.
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Station 8 | Kohlegleis / Ausziehgleis
Die Sammlung
Buddhistische Weisheit
Ziel der vollkommenen Sammlung ist es, unseren unruhigen und abschweifenden
Geist zu kontrollieren. Hier geht es im Wesentlichen um eine buddhistische
Meditation, die vor allem die Konzentration auf ein einziges Phänomen verwendet häufig den Atem -, wodurch der Geist nach und nach zur Ruhe kommt.
Handlungsempfehlung
Setze dich auf die Bank. Du hast die letzte Station des achtfachen Pfades der
Erkenntnis erreicht. Von hier hast du einen fantastischen Blick auf die Hochöfen der
Völklinger Hütte Lasse den gesamten Pfad der Erkenntnis Revue passieren und
denke an das Ziel deiner Meditation, das du auf den Stein geschrieben hast. Hast du
das Ziel deiner Meditation erreicht, dann lege den Stein zu den anderen in die Schale.
Solltest du dein Ziel erreicht haben, empfehlen wir dir, den Pfad der Erkenntnis
nochmal zu beschreiten. Mache nach deiner Meditation einen Stempelabdruck mit
dem Schirm, der alle schädlichen Einflüsse fernhält, in deinen Meditationspass. Über
eine Spende im Brunnen freuen wir uns. Danke.
Erlebnisschleife - optional
Gehe über das Kohlegleis zum Ausgang. Lasse unterwegs das Panorama der
gigantischen Hochofengruppe auf dich wirken. Dein Pfad der Erkenntnis geht zu Ende.
Belohne dich im B40 mit einem kleinen Becher Tee. Wir freuen uns auf deinen
nächsten Besuch im Weltkulturerbe Völklinger Hütte.
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Redaktion: Peter Backes, Jeanette Dittmar, Frank Krämer | Besucherdienst Tel. 06898/9100100, Fax 06898/9100111
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Buddhistische Mönche auf dem Pfad der Erkenntnis
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3. Steve McCurry. Buddhismus - Fotografien 1985-2013
Steve McCurry ist einer der bekanntesten internationalen Fotografen. Sein
Porträt des afghanischen Flüchtlingsmädchens Sharbat Gula ist eine der Ikonen
des 20. Jahrhunderts. Die ausdrucksstarken grünen Augen und der eindrückliche
Blick dieses Mädchens sind Teil unseres kollektiven Gedächtnisses.
Steve McCurry
*1950 Philadelphia
Afghanisches Mädchen
Pakistan, 1984
Steve McCurry ist Mitglied der berühmten Fotografenagentur "Magnum Photos",
der das Weltkulturerbe Völklinger Hütte 2003 eine eigene Ausstellung widmete.
McCurry erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter die "Robert Capa Gold
Medaille", vier erste Preise zum "Pressefoto des Jahres" und die Auszeichnung
zum "Magazine Photographer of the Year" der National Press Photographer’s
Association. 40 großformatige Fotos in der Möllerhalle nehmen uns mit auf die
Reise in ferne Länder, wie China, Thailand, Myanmar, Tibet oder Kambodscha.
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Ausstellung Steve McCurry. Buddhismus | Möllerhalle
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Tibetische Gebetsfahnen
2005
180 x 270 cm
D-Print
Seit Jahrhunderten wehen in Tibet vor Häusern und an spirituell wichtigen Orten
Gebetsfahnen. Der Wind, so glauben die Tibeter, trägt die darauf gedruckten
Segensformeln mit sich fort, um Mitgefühl in die Welt zu tragen.
Betende Mönche am Goldenen Felsen
Kyaiktiyo, Myanmar, 1994
180 x 270 cm
D-Print
Der Goldene Fels wird der Legende nach von einer einzigen Haarsträhne Buddhas im
Gleichgewicht gehalten. Viele Menschen pilgern in den Süden Myanmars, um am
Goldenen Felsen zu beten.
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Zur Ausstellung ist ein Katalogbuch erschienen:
Meinrad Maria Grewenig (Hg.), 98 S., vierfarbige Abbildung aller
ausgestellten Werke, Edition Völklinger Hütte, 2016, Wienand Verlag
Köln
Sonderpreis: 14,80 Euro
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Buddhismus von A bis Z
Achtfacher Pfad (ashtanga mārga)
Inhalt der "Vierten Edlen Wahrheit", gibt konkrete Hinweise auf relevante
heilsförderliche Aspekte der Praxis. Er beinhaltet: rechte Einsicht, rechtes Denken,
rechtes Reden, rechtes Handeln, rechte Lebensführung, rechte Anstrengung, rechte
Achtsamkeit, rechtes Sich-Versenken/Sammlung.
Ādibuddha ("Ur-Buddha")
Ca. im 10. Jahrhundert n. Chr. entstandene Vorstellung eines höchsten und
ursprünglichsten Buddha, im tantrischen Buddhismus meist verkörpert durch
Vairocana, Vajrasattva oder Samantabhadra.
Akshobhya ("der Unerschütterliche")
Einer der Fünf Tathāgatas; verkörpert Standhaftigkeit und ist dem Osten zugeordnet.
Amitābha ("grenzloses Licht")
Einer der Fünf Tathāgatas; verkörpert Licht und ist dem Westen zugeordnet.
Amitāyus ("grenzloses Leben")
Weitere Form von Amitābha.
Amoghasiddhi ("dessen Vollendung unfehlbar ist")
Einer der Fünf Tathāgatas; verkörpert Furchtlosigkeit und ist dem Norden
zugeordnet.
Amrita
Nektar der Unsterblichkeit
Apsarās
Weibliche mythische Wesen im Hinduismus und Buddhismus. Meist als schöne,
verführerische Tänzerinnen dargestellt.
Arhat ("Würdiger")
Bezeichnung für einen erleuchteten Buddhaschüler. Später wurden noch einige
andere Erleuchtete der Arhats zugerechnet. Üblicherweise werden 16, bzw. 18 Arhats
verehrt.
Arhat Ajita
Einer der Sechzehn Arhats.
Avalokiteshvara ("der Herr, der [die Welt] betrachtet")
Im Mahāyāna-Buddhismus der Bodhisattva des universellen Mitgefühls.
Chin. Guanyin, jap. Kannon, tib. Chenrezig.
Bhaishajyaguru
Medizin-Buddha, Buddha der Heilung; heilt die Leidenden.
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Bodhgayā
Heiliger Pilgerort für Buddhisten im Bundesstaat Bihar, Indien; nach der Tradition
erlangte Siddhārtha Gautama dort die Buddhaschaft unter dem Bodhi-Baum.
Bodhi ("Erwachen")
Erlangen der Buddhaschaft. Ein Zustand inneren Friedens verbunden mit besonderen
Fähigkeiten. In den frühen hīnayānischen Schulen und im Theravāda nur dem Buddha
Gautama vorbehalten, im Mahāyāna und Vajrayāna Ziel aller Praktizierenden.
Bodhi-Baum ("Baum des Erwachens", Lat. ficus religiosa)
Heiliger Feigenbaum, unter dem Buddha den Zustand des Erwachens verwirklichte.
Bodhisattva ("nach Befreiung strebendes Wesen")
Wesen auf dem Weg zur Befreiung. Ein Bodhisattva verzichtet auf die endgültige
Befreiung, um zum Wohle aller Wesen zu wirken.
Buddha ("der Erwachte")
Historisch bezogen auf Siddhārtha Gautama (ca. 5. bis 4. Jahrhundert v. Chr.), nach
seinem Erwachen Begründer einer Gemeinschaft, aus der die späteren
buddhistischen Traditionen hervorgingen. Mythologisch vor allem im Mahāyāna und
Vajrayāna Bezeichnung für viele "erwachte" Wesen.
Caitya
Caitya ist ein stūpa-förmiger Schrein oder eine Gebetshalle mit einem Stūpa
(dann jedoch eigentlich caitya-griha).
Cakra ("Rad" oder "Kreis")
Psycho-physische Körperzentren, auf die Praktizierende durch Meditation Einfluss
nehmen können.
Cakravartin (wörtlich: "der das Rad in Bewegung hält")
Bezeichnet den idealen Herrscher.
Dākinī
Im tantrischen Buddhismus eine eigene Kategorie weiblicher Gottheiten.
Deva
Überwiegend als Bezeichnung für "niedere Gottheiten" wie Apsarās oder Yakshas im
indisch geprägten Kulturkreis" verwendet.
Dhāranī
Haben eine ähnliche Funktion wie Mantras. Im Unterschied dazu bestehen sie aber
meist aus vollständigen Worten oder Sätzen, denen besondere Kräfte zugeschrieben
werden.
Dharma
Name für die Lehre Buddhas. Im Mahāyāna und Vajrayāna-Buddhismus steht das
Wort für die Gesamtheit der buddhistischen Lehre. Auch eine Bezeichnung für die
Gesamtheit aller Phänomene.
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Dharmacakra ("Rad der Lehre")
Symbol für die von Buddha verkündete Lehre; die acht Speichen stehen für den
"Achtfachen Pfad".
Dharmakāya ("Wahrheitskörper")
Im System der Drei Körper (trikāya) Bezeichnung für das höchste Prinzip der
Buddhaschaft, u. a. assoziiert mit der Leerheit.
Dvāravatī
Kulturepoche vom 6. bis 11. Jahrhundert n. Chr. in Thailand.
Fünf Tathāgatas
Auch die fünf Jinas ("Sieger") genannt. Fünf Buddhas, die im Mahāyāna und
Vajrayāna an der Spitze eines Ordnungssystems stehen, das die Vielzahl von
Buddhas und Bodhisattvas in fünf sog. Buddha-Familien einteilt. Siehe auch:
Vairocana, Akshobhya, Ratnasambhava, Amitābha, Amoghasiddhi.
Gandhāra
Antike Region, die Teile des heutigen Nordwestpakistan und Teile Afghanistans
einnahm.
Guanyin
siehe Avalokiteshvara.
Gupta-Kunst
Periode der nordindischen Kunst vom 4. bis 6. Jahrhundert n. Chr. Benannt nach der
nordindischen Dynastie 320 – 550; "Goldenes Zeitalter" der indischen Kunst und
Kultur.
Guru Drag Dmar
Eine zornvolle Erscheinungsform Padmasambhavas
Hīnayāna ("kleines Fahrzeug")
Sammelbezeichnung für die frühen buddhistischen Schulen aus der Sicht des
späteren Mahāyāna.
Jātaka
Geschichten oder Legenden aus Buddhas (früheren) Leben in moralischer und
belehrender Form.
Kapilavastu
Hauptstadt der Shākya-Republik, wo der Buddha aufgewachsen ist.
Karma ("Tat", "Werk")
Bezieht sich auf das Gesetz der Kausalität, wonach die Absichten und Taten eines
Menschen seine Zukunft beeinflussen.
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Karmapa
Im tibetischen Buddhismus seit dem 12. Jahrhundert n. Chr. Ehrentitel für die
Oberhäupter der Karma Kagyü-Schule.
Kushān-Reich (ca. 1. bis 4. Jahrhundert n. Chr.)
Zentralasiatisches und nordindisches Reich, stark multikulturell geprägt mit
indischen, hellenistisch-provinzialrömisch, persischen und zentralasiatischen
Einflüssen. Wichtige Region für die Förderung und Verbreitung des Mahāyāna.
Kushīnagar
Nordindischer Ort, wo Siddhārtha Gautama starb.
Lokeshvara
siehe Avalokiteshvara.
Lumbinī
Ort der Geburt des Siddhārtha Gautama in Nord-Indien.
Luohan (chin.)
Chinesischer Begriff für Arhat.
Madhyamaka ("Lehre vom mittleren Weg")
Traditionell auf Nāgārjuna (2. bis 3. Jahrhundert n. Chr.) zurückgeführte
philosophische Schule des Mahāyāna, in deren Zentrum das Konzept der "Leerheit"
steht.
Mahāsiddha ("großer Vollendeter")
Ein tantrischer Meister, der übermenschliche Fähigkeiten (siddhi) entwickelt hat.
Mahāyāna ("großes Fahrzeug")
Buddhistische Bewegung frühestens ab dem 1. Jahrhundert v. Chr.; Merkmale u. a.
größere Bedeutung der Laien, Begriff der "Leerheit", Bodhisattva als
Erlösungshelfer.
Maitreya ("der von liebender Güte")
Buddha der Zukunft; freundlich und wohltätig.
Manjushrī
Einer der wichtigsten Bodhisattvas; symbolisiert Weisheit. Im Vajrayāna-Buddhismus
als Buddha der Weisheit verehrt.
Mandala
Geometrisches Schaubild in Form des Grundplans eines sakralen Gebäudes, welches
das gesamte Universum verkörpert und im Zentrum oft einen Buddha, Bodhisattva
oder eine zornvolle Gottheit aufweist.
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Mantra
Gruppe von Silben oder Worten, rezitiert zur Stärkung heilsförderlicher
Bewusstseinskräfte.
Māra
Dämon, repräsentiert das Böse und die Versuchung.
Mathurā
Stadt im nordindischen Bundesstaat Uttar Pradesh. Eine der Hauptstädte des
Kushān-Reiches. Zentrum der Kunstschule von Mathurā während der Kushān- sowie
der anschließenden Gupta-Periode.
Māyā ("Illusion")
Bezeichnung für die Erscheinungshaftigkeit der Welt, die Mutter des Buddha.
Muchalinda
Name eines Nāga (eines schlangenähnlichen Wesens), der den Buddha nach seinem
Erwachen vor den Elementen beschützte.
Mudrā ("Siegel")
Symbolische Handgeste.
Nāga
Mythisches Schlangenwesen.
Nālandā
Größte buddhistische Universität und Lehrzentrum in Ostindien; gegründet im
5., zerstört Ende des 12. Jahrhunderts n. Chr.
Nirmānakāya ("Manifestations- / Verwandlungskörper")
Die konkrete menschliche Verkörperung eines Buddha; einer der drei Körper (trikāya)
eines Buddha im Mahāyāna.
Nirvāna ("Verlöschen")
"Verlöschen" unheilsamer Eigenschaften wie Gier, Hass und Verblendung. Zustand
von höchster geistiger Ruhe und Frieden.
Padmapāni ("Halter des Lotus")
Eine Erscheinungsform von Avalokiteshvara.
Pāla
Eine ostindische Dynastie vom 8. bis 12. Jahrhundert n. Chr.
Pāli
Südindische Sprache, in der die Texte der Theravāda-Schule überliefert sind.
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Prajnāpāramitā ("Vollkommenheit der Erkenntnis")
Bezeichnung für das Realisieren der Leerheit, Textgattung des frühen Mahāyāna,
auch ein weiblicher Bodhisattva.
Parinirvāna ("endgültiges Verlöschen")
Nach dem Erlangen des Nirvāna zu Lebzeiten die endgültige Befreiung aus dem
Kreislauf des Leidens und der Wiedergeburten im Zeitpunkt des physischen
Hinwegscheidens.
Ratnasambhava ("der Juwel-Geborene")
Einer der fünf Tathāgatas; dem Süden zugeordnet.
Reines Land (chin. jing-tu, jap. jôdo)
Kraft der Erleuchtung eines Buddha erzeugter überirdisch-geistiger Bereich,
entspricht im Sanskrit buddha-kshetra – "Buddha-Feld" bzw. "Buddha-Land".
Sanskrit
Klassische Gelehrtensprache Indiens.
Shadaksharā ("Herr über sechs Silben")
Eine Erscheinungsform von Avalokiteshvara.
Sambhogakāya ("Freudenkörper")
Einer der "drei Körper" (trikāya) eines Buddha.
Samsāra ("beständiges Wandern")
Kreislauf von Tod und Wiedergeburt.
Sangha ("Versammlung", "Gemeinschaft")
Im engeren Sinn die Gemeinschaft der Ordinierten, im weiteren Sinne aller ernsthaft
Praktizierenden.
Sechszehn Arhats
Legendarische Gruppe von erwachten Schülern des Buddha (Arhats), die er
ausgewählt haben soll, um nach seinem Tod die Lehre weiter zu verbreiten. Beliebt
vor allem in Ost-Asien und Tibet als 16, manchmal auch als 18 Arhats.
Shūnyatā ("Leerheit")
Zentraler Begriff des Mahāyāna, er leugnet eine absolute Existenz in den
Gegebenheiten der Erfahrung und betont deren wechselseitige Abhängigkeit. Das
Realisieren der "Leerheit" entspricht der Befreiung.
Srīvijaya-Reich
Ein thalassokratisches Reich von der Malaiischen Halbinsel bis Westjava mit Zentrum
in Sumatra; wichtiges buddhistisches Zentrum vom 8. bis 12. Jahrhundert n. Chr.
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Stūpa
Ursprünglich Grabhügel; Aufbewahrungsort der Reliquien des Buddha, später auch
von Heiligen. Verbreitung und architektonische Weiterentwicklung von Indien bis
Japan.
Sukhāvatī ("Land der Glückseligkeit")
Name für das "Reine Land" des Buddha Amitābha.
Sukhothai
Bezeichnung für das Königreich Sukhothai. Der Sukhothai-Stil gilt als der klassische
und wichtigste Stil der Thai-Kunst.
Sūtra ("Faden", "Kette")
Lehrtext in der buddhistischen Literatur; im Unterschied zu anderen Texten in Form
von Berichten über Belehrungen eines Buddha.
Tantra ("Gewebe", "Zusammenhang")
Sammelbezeichnung für eine Strömung innerhalb des Hinduismus und Buddhismus.
Bezeichnung für die Texte dieser Richtung; Grundlage des Vajrayāna.
Tārā
Weiblicher Bodhisattva im Mahāyāna-Buddhismus; im Vajrayāna auch als weiblicher
Buddha angesehen.
Tathāgata
Eine der Ehrenbezeichnungen für einen Buddha.
Thangka (tib.)
Ein tibetisches Rollbild; häufig zur Meditation genutzt; überwiegend Darstellungen
von Buddhas, Bodhisattvas, zornvollen Gottheiten und Mandalas.
Theravāda (pāli "Schule der Ältesten")
Älteste heute noch existierende buddhistische Schule; weitverbreitet in Südostasien.
Trikāya ("Drei Körper")
Bezeichnet die Abstufungen zwischen dem höchsten Befreiungsprinzip, der
Buddhaschaft und den konkreten menschlichen Verkörperungen eines Buddha. Siehe
Dharmakāya, Sambhogakāya und Nirmānakāya.
Torana
Torbau vor Heiligtümern in Indien oder anderen asiatischen Ländern, oft in
Verbindung mit Stūpas; auch Türeinrahmungen bei Tempeln werden so genannt.
Ūrnā
Glücksverheißendes Symbol; kreisförmige oder spiralförmige Markierung auf der
Stirn.
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Ushnīsha
Erhebung am Scheitel (Schädelauswuchs); symbolisiert Weisheit, Spiritualität und
das Erwachen.
Vairocana ("der Sonnengleiche")
Einer der fünf Tathāgatas. In Verbindung mit anderen Buddhas meist im Zentrum,
manchmal auch in östlicher Position; gilt auch als Ādibuddha.
Vajra
Diamantzepter oder Donnerkeil (tib. rdo rje); symbolisiert Reinheit und Erleuchtung.
Vajrapāni ("Halter des Vajra")
Bodhisattva, Wächter und Beschützer des Buddha.
Vajrayāna ("Diamantfahrzeug")
Selbstbezeichnung des tantrischen Buddhismus, charakterisiert u. a. durch
intensiven Gebrauch von Mantras und Mandalas.
Vier Edle Wahrheiten (chatvāriāryasatyāni)
Gehören zu den grundlegendsten buddhistischen Lehrsätzen. Sie besagen: 1. Leben
ist Leiden; 2. Ursache des Leidens ist das Verlangen; 3. das Leiden kann beendet
werden; und 4. der Achtfache Pfad führt zur Beendung des Leidens.
Vinaya
Sammlung der buddhistischen Ordensregeln.
Yab Yum (tib. "Vater-Mutter")
Im Vajrayāna die Darstellung eines männlichen und weiblichen Buddha/ Bodhisattva
in (sexueller) Vereinigung.
Yidam (tib.)
Im Vajrayāna Bezeichnung für einen Buddha oder Bodhisattva, den Praktizierende
ins Zentrum ihrer Meditation stellen (ishta-devatā, "geehrte / gewünschte Gottheit").
Yogi / Yoginī
Männliche bzw. weibliche Form für Praktizierende im tantrischen Buddhismus, häufig
zurückgezogen lebend, um sich ganz der Übung zu widmen.
Zen (Chin. Chan)
Der Name geht zurück auf den Sanskritbegriff dhyāna ("Versenkung", "Meditation").
Buddhistische Schule in Ostasien mit Fokus auf Meditation.
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Unterrichtsvorschläge
Unterrichtsvorschläge für das Fach Religion
Thema 1: Das Leben des Buddha (Sekundarstufe I)
Aufgabe 1:
Vervollständige den Lückentext.
Asket - acht - Feigenbaum - Siddhārtha - Nirvāna - vier
edlen Wahrheiten - Palast - Erleuchtung - Wirkungen - Dharma
- Erleuchtete - Sangha
Vor mehr als 2500 Jahren wurde in der königlichen Familie der Shakyas ein
Sohn geboren, den sie auf den Namen _________tauften. Der Name bedeutet
"der, der sein Ziel erreicht hat". Schon bald merkten seine Eltern, dass sie
einen besonderen Sohn geboren hatten. Aufgewachsen in einem
königlichen______, wo es ihm an nichts fehlte, machte sich Siddhārtha eines
Tages auf den Weg, das Leben außerhalb der Palastmauern zu erkunden. Dort
sah er an seinem ersten Tag einen kranken Mann, an dem zweiten einen alten,
gebrechlichen Mann und schließlich einen Toten. Siddhārtha musste bitterlich
feststellen, dass alle Menschen leiden. Selbst die Reichen und vom Schicksal
begünstigten Menschen sind manchmal von vergifteten Gedanken, wie Gier
und Hass geplagt. Alles ist voneinander abhängig, veränderlich und
vergänglich – letztlich leidvoll. Mit dieser Erkenntnis ließ Siddhārtha seine
Familie und sein gesamtes Vermögen zurück, um als ______das Land zu
bereisen. Sieben Jahre suchte er durch Fasten und Entsagen vergeblich
nach__________, bis ihm klar wurde, dass er auf rein geistigem Wege zum Ziel
gelangen müsse. So meditierte er unter einem __________sechs Tage und
Nächte bis er schließlich die "_____________________": vom Leiden, von der
Entstehung des Leidens, der Vernichtung des Leidens und dem zur
Vernichtung des Leidens führenden Weg, erkennt. Damit war er zu Buddha,
dem "___________", geworden.
Zusammen mit fünf anderen Wanderasketen, denen er bereits während der
Suche nach der Erleuchtung begegnet worden war, bildet er den Kern der
Mönchgemeinde, den Buddha ________nennt. Gemeinsam verbreiteten sie die
vier edlen Wahrheiten und setzten so symbolisch das Rad des _________in
Bewegung. Bestehend aus ____Speichen steht jede einzelne symbolisch für ein
Gebot des achtfachen Pfades. Dabei spielt der Begriff Karma eine
entscheidende Rolle. Karma bedeutet aus buddhistischer Sicht, die
___________________. So soll jeder Buddhist Gutes tun, damit ihm Gutes
widerfährt. Erst das Leben nach diesen Geboten ermöglicht dem gläubigen
Buddhist das höchste Ziel zu erreichen, den Einzug ins________. Dies ist ein
Ort jenseits der Erde, der das Paradies für den Geist darstellt, den Zustand
der Erlöstheit.
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Lösung:
Siddhārtha
„Erleuchteten“
Palast
Sangha
Asket
Dharma
Erleuchtung
acht
Feigenbaum
Wirkungen
„vier edlen Wahrheiten“
Nirvāna.
Quellen:
http://www.planet-wissen.de/kultur/religion/buddhismus/index.html 18.03.16
http://www.buddhakids.de/html/das_dharmarad.html 18.03.16
http://atlantis-film.de/blog/buddha-der-weg-zur-erleuchtung/ 21.03.16
Aufgabe 2:
Verbinde die zueinander gehörenden Begriffspaare miteinander.
Dharma
Gemeinschaft
Buddha
Feigenpappel
Nirvāna
Lehre Buddhas
Sangha
Erleuchteter
Karma
Meditationshilfe aus geometrischen Formen
Bodhibaum
Symbol für Lauf der Zeit und Wirkung der Lehre
Mandorla
Wirkung der Taten
Lotusblüte
Aura, die die ganze Figur umgibt
Mandala
Zustand der Erlöstheit
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Lösung:
Dharma
buddhistische Gemeinschaft
Buddha
Feigenpappel
Nirvāna
Lehre Buddhas
Sangha
Erleuchteter
Karma
Meditationshilfe aus geometrischen Formen
Bodhibaum
Symbol für Lauf der Zeit und Wirkung der Lehre
Mandorla
Wirkung der Taten
Lotusblüte
Aura, die eine ganze Figur umgibt
Mandala
Zustand der Erlöstheit
Aufgabe 3:
Gemeinsames Meditieren (Fantasiereise) im buddhistischen Meditationsraum
Nimm auf einer der Meditationsbänke Platz. Versuche die Augen nur halb zu
schließen, wie in der buddhistischen Meditation üblich, und werde ganz still.
Alternativ können die Augen auch ganz geschlossen werden. Konzentriere dich
anschließend auf deinen Atem. Atmet tief ein und wieder aus. Genieße die Ruhe
und konzentriere dich auf dein Innerstes, deinen Geist. Befreie dich von allen
negativen Gedanken und spüre, wie diese aus deinem Körper heraus in den
Boden fließen. Deine Klassenlehrerin / dein Klassenlehrer lesen euch folgende
Geschichte vor, die von einem Spaziergang entlang eines Bachs handelt.
Natürlich funktioniert diese Übung auch mit anderen Geschichten, die Ruhe und
Kraft hervorrufen sollen.
Stell dir vor, du gehst über eine weite Wiese. Blumen blühen. Gräser stehen
hoch in das Licht ...
Grillen zirpen. Das ist wie ein Meer. Am Himmel singt eine Lerche ...
Du achtest auf deine Schritte. Das Gras fühlt sich weich an ...
Ein Bächlein rinnt durch die Wiese. Du beugst dich über das Wasser ... kühl ist
es, klar. Du spürst die Kühle und Klarheit des Bächleins aufsteigen, du fühlst sie
in dir ...
Du gehst ein wenig am Bach entlang, entgegen der Strömung ...
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Blumen und lange Gräser wachsen am Ufer des Baches. Ab und zu stehen
vielleicht auch Schilfrohre ...
Immer weiter gehst du und kommst an den Waldrand. Und weiter folgst du dem
Bächlein, ein Stückchen hinein in einen lichten Buchenwald ...
Es ist schattig geworden, Blätter schirmen das Licht ab. Das Murmeln des
Bächleins scheint tiefer zu sein ...
Weiter folgst du dem Bächlein. Du spürst deine Schritte auf Walderde, auf Moos
und Laub vom vergangenen Jahr. Du hörst die Geräusche deines Schritts ...
Nun kommst du an die Quelle des Bächleins. Ein kleiner Quellsee ist dort, kaum
zwei Schritte breit. Von seinem Grund steigen Blasen auf. Sand hebt sich und
senkt sich. Hier strömt aus der Erde das Wasser hinein ...
Du gehst einmal um den Quellsee und setzt dich dann daneben aufs Moos. Du
schaust in das klare Wasser ... Du spürst seine Ruhe und Frische ...
Aus den Bäumen um dich hörst du Waldvögel pfeifen ... Hier bist du, und ruhst
dich aus, und schöpfst dir neue Kraft aus der Ruhe ...
Quelle: http://www.entspannung-plus.de/Entspannung-fuer-Kinder/Fantasiereisen-fuerKinder/fantasiereisen-fuer-kinder.html 05.04.16
Buddha auf dem Nāga-Thron
Thailand, Lopburi-Stil
12. Jahrhundert n. Chr.
Polierter Sandstein
Höhe 61 cm
Privatsammlung
Siehe Katalognummer 98
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Thema 3: Die fünf Thatāgatas
(Sekundarstufe I)
Sie werden auch als die fünf Jinas ("Sieger") bezeichnet. Es handelt sich um fünf Buddhas,
die im Mahāyāna und Vajrayāna an der Spitze eines Ordnungssystems stehen, das die
Vielzahl von Buddhas und Bodhisattvas in fünf sogenannte Buddha-Familien einteilt.
Suche in der Ausstellung Beispiele für die fünf Thatāgatas und beschreibe, woran du sie
identifizieren kannst, z.B. an der Handgeste oder den Attributen.
Ratnasambhava
Der
Juwelengeborene
Akshobhya
Der Unerschütterliche
Vairochana
Der Sonnengleiche
Amitabha
Unermeßliches Licht
Amogasiddhi
Der von unfehlbarer
Macht
Himmelsrichtung
Süden
Osten
Zentrum
Westen
Norden
Rot
Grün
Farbe
Gelb
Blau
Weiß
Mudra
varadamudra
(Mudra der
Wunschgewährung)
bhumisparsamudra
(Mudra der
Erdberührung)
bodhyagrimudra
(Mudra der
höchsten
Erleuchtung)
dhyanamudra
(Mudra der
Meditation)
abhayamudra
(Mudra der
Ermutigung/Furcht
losigkeit)
dharmachakraprava
rtanamudra
(Mudra des
Ingangsetzens des
Dharmarades)
vitarkamudra
(Mudra der
Lehrdarlegung)
dhyanamudra mit
dharmachakra
(Mudra der
Meditation)
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fünf Arten des Wissens – panca-jnana (fünf Aspekte der Befreiung – bodhi)
Wissen der
Gleichheit (aller
dharmas) samatajnana Wissen,
dass alle
Erfahrungsgegebenheiten
„leer“ sind
spiegelgleiches
Wissen
adarsana-jnana
nichtduales
Wissen, das
vereint ist mit
seinem Inhalt wie
die Spiegelungen
mit dem Spiegel
Stolz
mana
Hass
dvesa
Wissen der Soheit
tatahata-jnana
Realisieren der
Leerheit/Soheit
frei von allen
Konzepten
unterscheidendes
Wissen
pratyaveksanajnana
Wissen das die
allgemeinen und
besonderen
Eigenschaften der
Erfahrungsgegebenheiten
erkennt
Wissen über die
Vollendung von
Handlungen
krtyanusthanajnana
Die Fähigkeit,
spontan das zu tun,
was zum Wohle der
Wesen nötig ist
klesha – Geisteshemmung/-Gift
Unwissenheit/
Illusion
avidya/moha
Gier
raga
Neid
irsya
Skandha – Gruppen, die das Selbsterleben konstituieren
wertende
Empfindungen
vedana
Form/Körper
rupa
Sehen
Tasten
Erde
Wasser
Mamaki
Locana
Bewusstsein
vijnana
Sinnesfähigkeit
Hören
Element
Raum
Prajna/Shakti
Vajradhatvisvari/
Prajnaparamita
Wahrnehmung/
Berührung mit den
Erfahrungsgegebenheiten
sanjna
Gestaltungen/
Willensregungen/
karmische
Einprägungen
samskara
Geschmack
Geruch
Feuer
Luft
Pandara
Tara
Bodhisattvas auf der Sambhogakaya-Ebene
Ratnapani
Vajrapani
Samantabhadra
Avalokitesvara
Visvapani
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Lösung:
Bei folgenden Exponaten sind alle 5 Thatāgatas am oberen Rand des Exponates
dargestellt.
Südasien I Indien
Avalokiteshvara
Avalokiteshvara
Cat. no. 30
Cat. no. 48
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Thema 4: Gesten
In der buddhistischen Kunst gibt es eine Vielzahl von Handhaltungen und Gesten,
die jeweils unterschiedliche Bedeutungen haben und für verschiedene
Eigenschaften stehen. Die wichtigsten sind im Folgenden aufgezeigt. Das
angehängte "-mudrā" heißt übersetzt Geste.
abhaya-mudrā
Schutzgewährung und Furchtlosigkeit
Wie der Name sagt, kommt hier die wohlwollende und schützende Eigenschaft
des dargestellten Buddhas oder Bodhisattvas zum Ausdruck.
anjali-mudrā
Verehrungsgeste
Drückt Ehrerbietung und Hingabe aus.
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bhūmisparsha-mudrā
Erdberührungsgeste
Erinnert an den Moment kurz vor dem Erwachen des Buddha Gautama, als er den
Versuchungen des Dämonen Māra widerstanden hatte und die Erdgöttin als
Zeugin dafür anrief.
dharmacakra-mudrā
Lehrgeste
Kennzeichnet einen lehrenden Buddha, erinnert an die erste Lehrrede des
Buddha Gautama in der Nähe der Stadt Sārnāth, das Ereignis wird auch als das
"In Bewegung setzen des Dharmarades" (dharmacakra pravartana) bezeichnet.
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dhyāna-mudrā
Meditationsgeste
Dhyāna bedeutet geistige Versenkung/Meditation. Die Geste zeigt an, dass die
dargestellte Figur die entsprechenden geistigen Eigenschaften verwirklicht hat.
tarjanī-mudrā
Drohgeste
Tarjanī in Sanskrit meint den (drohend erhobenen) Zeigefinger. Die Geste
repräsentiert die Überwindung von negativen Eigenschaften und Hindernissen,
mythologisch auch der Bannung von Dämonen.
varada-mudrā
Wunschgewährung
Zeigt die Großzügigkeit eines Buddhas oder Bodhisattvas an.
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vajrahumkāra-mudrā
Geste der diamantenen Silbe Hum
Die Glocke (ghantā) in der linken Hand steht für die Erkenntnis der "Leerheit"
aller Phänomene und wird als weiblich identifiziert, der vajra (Diamantzepter
oder Donnerkeil) in der rechten Hand gilt als männlich und steht für die Methoden
der Anwendung dieser Erkenntnis. Die überkreuzte Haltung verweist auf die
Verbindung von beidem.
vitarka-mudrā
Lehr- und Argumentationsgeste
Die Geste unterstreicht die Fähigkeit, die buddhistische Lehre zu erklären und
mit Argumenten zu belegen.
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Aufgabe:
Suche in der Ausstellung nach Exponaten mit den jeweiligen Gesten.
Lösung:
abhaya-mudrā
z. B. Cat. no.
30/39/80/106/148
anjali-mudrā
z. B. Cat. no. 83/131/203
bhūmisparsha-mudrā
z. B. Cat. no. 18/24/42
dharmacakra-mudrā
z. B. Cat. no. 44/125/140/186
dhyāna-mudrā
z. B. Cat. no. 11/52/56/98/
tarjanī-mudrā
z. B. Cat. no. 171/198
varada-mudrā
z. B. Cat. no. 126/134/183/185
vajrahumkāra-mudrā
z. B. Cat. no. 141
vitarka-mudrā
z. B. Cat. no. 93/97/99/104/
Zusammengestellt von
Karsten Schmidt.
Ausstellung Buddha | Nepal
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Unterrichtsvorschläge für das Fach Biologie (Sekundarstufe I)
Thema 1: Die Lotosblüte
Die Lotosblüte hat im Buddhismus eine ganz besondere Bedeutung und ist
deshalb auch in vielen buddhistischen Kunstwerken zu sehen. Ihre teils weiße
Farbe symbolisiert Reinheit. Sie zählt zu den acht Kostbarkeiten des
Buddhismus. Ikonographisch steht die Lotosblüte für die Erleuchtung, dem
höchsten Ziel im Buddhismus.
Aufgabe 1:
Überlege, weshalb die Lotosblüte als Symbol der Reinheit angesehen wird
(s. Lotoseffekt).
Lösung:
Als Lotoseffekt wird die geringe Benetzbarkeit einer Oberfläche bezeichnet, wie
sie bei der Lotospflanze beobachtet werden kann. Wasser perlt in Tropfen ab
und nimmt dabei alle Schmutzpartikel auf der Oberfläche mit. Verantwortlich
dafür ist eine komplexe mikro- und nanoskopische Architektur der Oberfläche,
die die Haftung von Schmutzpartikeln minimiert. Diesen Effekt macht sich auch
der Mensch zu Nutze. So gibt es beispielsweise Waschbecken oder Textilien mit
dem Lotoseffekt.
Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Lotoseffekt 05.04.16
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Unterrichtsvorschläge für das Fach bildende Kunst
Thema 1: Das Mandala und seine Bedeutung
(Primarstufe, Sekundarstufe I)
Ein Mandala dient in der buddhistischen Kultur als Mediationshilfe und besteht
meist aus runden oder viereckeigen geometrischen Formen.
Das Ziel bei der Anfertigung eines Naturmandalas ist es, zur Ruhe zu kommen
und die Natur auf eine andere Art und Weise kennenzulernen. Weiterhin lernen
die Schülerinnen und Schüler achtsam mit den natürlichen Ressourcen
umzugehen. Daher sollen möglichst wenige Pflanzen abgerissen werden,
sondern in erster Linie Materialien Verwendung finden, die vom Boden
aufgesammelt werden können, wie z. B. Blätter, Stöcke oder Steine.
Aufgabe 1:
Gestalte mit deiner Klasse ein Naturmandala. Im Anschluss kann auf die
verwendeten Materialien näher eingegangen werden und so das Wissen über die
Natur erweitert werden.
Beispiel:
Quelle:
http://www.bing.com/images/search?q=naturmandala&view=detailv2&&id=FDFC802BE8789515A3423
AF3ADF8CA2561F65B29&selectedIndex=2&ccid=X1ziAI3N&simid=608039989906049571&thid=OIP.M
5f5ce2008dcd0afceddfade5af25ccf0o0&ajaxhist=0 17.03.16
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Aufgabe 2:
Entscheide dich für eine Mandala-Vorlage und male diese aus.
Abb.1:
Quelle: http://www.mandala-bilder.de/mandala-innere-ruhe.html 05.04.16
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Abb.2:
Quelle: http://www.mandala-bilder.de/free-mandala.html 05.04.16
Aufgabe 3:
Gestalte selbst ein Mandala. Du benötigst dazu zwei DIN A4 Blätter, einen Zirkel,
ein Geodreieck, einen Bleistift und einen schwarzen Filzstift.
Nimm ein Blatt Papier und falte es zweimal, einmal längs und einem quer,
sodass sich in der Mitte ein Kreuzpunkt ergibt. Den markierst du mit dem
Bleistift. Anschließend kommt der Zirkel zum Einsatz, indem du die Spitze in
den zuvor markierten Kreuzpunkt stichst und einen Kreis zeichnest. Der
Umfang des Kreises ergibt die Größe des Mandalas. Als nächstes geht es
darum, den Kreis zu gleichen Teilen aufzuteilen. Ziehe dabei weitere Kreise, die
alle kleiner sein sollten als der erste.
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Wie viele und in welchem Abstand, kannst du dir aussuchen. Nun kommen noch
Linien hinzu. Zeichne mit Hilfe des Geodreiecks eine Linie durch den
Kreismittelpunkt. Mit dem Geodreieck kannst du danach ganz einfach die neu
entstandenen Felder ebenfalls halbieren. Nach dem Einzeichnen der Kreise und
Linien soll das Mandala deine persönliche Note bekommen. Dazu kannst du dir
Punkte innerhalb des Mandalas aussuchen und diese miteinander verbinden,
sodass ein symmetrisches Muster entsteht. Deiner Fantasie sind dabei keine
Grenzen gesetzt.
Wenn du nun mit dem Vorzeichnen des Mandalas fertig bist, umrande jede Linie
mit dem schwarzen Filzstift. Anschließend legst du das zweite Blatt genau über
das Erste und paust die durchscheinenden Linien des Filzstiftes auf das neue
Blatt Papier ab. Auf diese Weise sind auf dem neuen Blatt keine Faltlinien oder
Einstiche der Zirkelnadel zu sehen. Schließlich kannst du dein selbst
entworfenes Mandala noch bunt ausmalen.
Unterrichtsvorschlag für das Fach Deutsch (ab Sekundarstufe I)
Thema: Sanskrit
Sanskrit stammt von dem Wort "samskrta" ab, was so viel heißt wie geregelt
oder genormt und gilt in Indien als Literatur- und Gelehrtensprache, die die
verschiedenen Nebenformen des Alt-Indischen beinhaltet. Da Kenntnisse des
Sanskrit als ein Merkmal eines hohen sozialen Status und Bildungsgrades im
antiken Indien galten, wurde die Sprache ausschließlich bei Angehörigen der
höheren Kasten gelehrt.
Lange wurde Sanskrit als Sprache nur mündlich überliefert, weshalb die
korrekte Artikulation, also eine besonders reine und perfektionierte Art des
Sprechens, von hoher Bedeutung war. Das Gesprochene klingt dabei sehr
melodisch, sodass Sanskrit-Mantras durch die Kraft ihres Klanges wirken.
Durch ihre Charakteristik als heilige Sprache wurde sie meist für Rituale oder
wichtige Texte wie die Veden (Sammlungen religiöser Texte) benutzt. Erst seit
dem Mittelalter hat sich eine bis heute noch verwendete Schriftform etabliert:
die Devanagari-Schrift. Kunstvolle Buchstaben und eine einheitliche
Kleinschreibung sind Merkmale dieser Lautschrift. Sie weist eine hohe
Ähnlichkeit bei Wortstämmen, Phonetik und Grammatik zu indogermanischen
Sprachen auf, z.B. wird "Gott" auf Latein mit "deus" übersetzt und auf Sanskrit
verwendet man den Begriff "deva“. Sanskrit ist, ebenso wie Latein oder
Deutsch, eine beugende Sprache, d.h. ein Wort kann in seinen grammatischen
Formen abgewandelt werden (z. B. durch die Konjugation eines Verbs). Ebenso
wie im Deutschen, verläuft die Schrift von links nach rechts.
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Die Website http://www.omniglot.com/writing/sanskrit.htm
bieten einen umfangreichen Überblick über Buchstaben und Zahlen sowie
zahlreiche weiterführende Links.
Wenn du dir Buchstaben und Zahlen angeschaut hast, kannst du z.B. eine
Schreibübung machen. Es gibt feste Regeln, wie die Zeichen geschrieben werden.
Diese werden auf https://de.ashtangayoga.info/sanskrit/devanagari
ausführlich zum Nachzeichnen erklärt. Die Zahlen in den Zeichnungen geben an,
in welcher Reihenfolge die Striche gezogen werden. Die Pfeile zeigen dir die
Richtung an.
Dein Wissen kannst du nun mit dem Sanskrit-Lernspiel auf
https://de.ashtangayoga.info/sanskrit/devanagari/devanagari-lernspiel/ testen.
Tipp:
Mit dem Transliterations-Tool auf
https://de.ashtangayoga.info/sanskrit/transliteration/transliterations-tool/
können Wörter oder einfache Texte in Sanskrit übertragen werden.
बद्ध
ु
Buddha
मेदितततओन ्
Meditation
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Unterrichtsvorschlag für das Fach Sport (ab Sekundarstufe I)
Thema: Yoga
Yoga stammt ursprünglich aus Indien, wo es im Hinduismus und Buddhismus
praktiziert wurde. Die Philosophie, die hinter den Übungen steckt, bezieht sich
sowohl auf den Körper als auch auf den Geist. Der Mensch wird als Reisender
angesehen, der Körper dient ihm als Wagen. Ziel ist es zur Erleuchtung zu
finden. Trotz der religiösen Tradition wird Yoga von Menschen
unterschiedlichster Religion praktiziert. Mit Hilfe der Übungen sollen Körper,
Geist und Seele in Einklang gebracht werden. Aus diesem Grund werden häufig
bestimmte Körperübungen ("Asanas") mit Mediationseinheiten kombiniert.
Wichtig dabei ist richtige Atemtechnik.
Um die Yogaeinheit entspannt beginnen zu können, bietet es sich an, eine fünfbis zehnminütige Fantasiereise zu machen, wie sie z. B. auf Seite 82 zu finden
ist.
Auf der Website https://de.ashtangayoga.info/praxis/download/cheat-sheetspdf/ findest du Yoga-Übungen zum kostenlosen Download, sodass du die
Übungen auch zu Hause machen kannst.
Ausstellung Buddha | Buddhistischer Meditationsraum
Verdichterhalle | Weltkulturerbe Völklinger Hütte 2016/2017
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Quellentexte
Die Entstehung und Verbreitung des Buddha-Bildes
Jens-Uwe Hartmann
Meditierende Buddhas sind heutzutage in Wellness-Oasen ebenso anzutreffen wie in
Baumärkten und Einrichtungshäusern. Ob dafür edlere Materialien oder einfach nur
Kunststoff und Beton zum Einsatz kommen, ob die Figuren sorgfältig ausgearbeitet
sind oder, auf alle Feinheiten verzichtend, nur in Umrissen gemalt, gegossen oder
geschnitzt, ob sie in indischem, chinesischem oder tibetischem Stil gestaltet sind – all
das spielt für ihre Erkennbarkeit keine Rolle. Ohne irgendeine zusätzliche Erklärung
werden sie mühelos identifiziert. Nur deshalb können sie sofort ihre Symbolkraft
entfalten und die gewünschte Aura von Ruhe und Gelassenheit – vermeintlich ganz
im Sinne des Erfinders – ausstrahlen. Diese heutige Allgegenwart des Buddha-Bildes
steht in überraschendem Gegensatz zu den Anfängen der buddhistischen Kunst.
Tatsachlich sollten nach dem Tod des Siddhārtha Gautama mehrere Jahrhunderte
verstreichen, ehe man ihn erstmals in menschlicher Gestalt wiedergab.
Die ältesten Zeugnisse buddhistischer Kunst reichen bis ins 2. Jahrhundert v. Chr.
zurück und sind untrennbar mit den Stūpas verbunden. Stūpas sind zunächst
monumentale Bauwerke aus Stein, die aus einem halbkuppelförmigen Tumulus mit
einer aufgesetzten Spitze bestehen. Bis heute dienen sie, zwischenzeitlich aber in
allen Größen, als die wichtigsten Kultbauten im Buddhismus. Ein Stūpa beherbergt
eine Reliquie, idealerweise sogar eine des Buddha. Unabhängig von seiner Größe gilt,
dass er nicht betretbar ist. Das Kultobjekt kann daher nur von außen verehrt werden.
Das geschieht, indem der Gläubige im Uhrzeigersinn um den Stūpa herumschreitet.
Von Beginn an war der entsprechende Umrundungsweg mit Steinreliefs geschmückt.
So konnte dem Besucher bei seinem Gang gleichzeitig die buddhistische
Vorstellungswelt vor Augen geführt werden, darunter auch die wichtigsten
Ereignisse im Leben des Buddha. Der Weg um den Stūpa glich also geradezu einer
Bilderprozession, die anhand bekannter Szenen durch das Leben des
Religionsbegründers führte. Eine solche Anordnung lässt sich schon bei den ältesten
Stūpas in Indien beobachten, etwa in Sanchi, Bharhut und Amaravati. Die Bauten sind
relativ gut erhalten und berühmt für die hervorragend gearbeiteten Steinreliefs, die
sie zieren. Auf den heutigen Besucher, der dort vor einer Szene aus dem Leben des
Buddha steht, wartet allerdings eine Überraschung, denn er wird vergeblich nach der
Hauptperson suchen. Die so wohlvertraute Gestalt des Buddha findet er in den
Darstellungen jedenfalls nicht.
In den ersten Jahrhunderten der buddhistischen Kunst wurde der Buddha nämlich
nicht abgebildet, zumindest nicht in menschlicher Gestalt. Stattdessen
repräsentierten ihn Symbole, die für ein bestimmtes Ereignis stehen und zeigen, wo
man ihn gewissermaßen in das Bild hineinzudenken hat. Beispielsweise hat der
Buddha seine Erleuchtung unter einem Bodhi-Baum erlangt. Also markiert ein leerer
Sitz unter einem solchen Baum dieses wichtigste Ereignis in seinem Leben. Kaum
weniger bedeutend ist die erste Predigt, mit der seine Lehrtätigkeit beginnt.
Stellvertretend dafür steht ein Rad, das von zwei Gazellen flankiert wird, weil sich
das "In-Bewegung-Setzen des Rades der Lehre" im Gazellenpark bei Benares
zugetragen hat. Eine nächtliche Flucht aus dem Palast markiert die dramatische
Wende vom Leben im Luxus zur spirituellen Suche.
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Hier kann ein Ehrenschirm, der über einen leeren Pferderücken gehalten wird, die
Stelle des Buddha einnehmen. Der Schirm galt im alten Indien als königliches
Herrschaftssymbol und verweist auf den auf seinem Lieblingspferd fliehenden
Prinzen.
Die Reliefs sind von zahlreichen Gestalten bevölkert, darunter auch Gottheiten und
andere nichtmenschliche Wesen, die aber alle in menschlicher Form dargestellt
werden. Lediglich der Buddha fehlt – und zwar schon als Kind. Auch bei Wiedergaben
seiner Geburt sieht man nur die Mutter und die diversen Begleitpersonen. Die Zeit
des Verzichts auf eine unmittelbare Abbildung des Buddha wird als die anikonische
Phase der buddhistischen Kunst bezeichnet. Es ist nicht bekannt, warum Gläubige
und Künstler davon absahen, auch den Buddha als Menschen zu zeigen. Schließlich
gibt es im Buddhismus kein Bilderverbot, weshalb immer wieder gefragt worden ist,
ob sich die Künstler vielleicht einfach nicht imstande fühlten, eine erleuchtete
Persönlichkeit angemessen darzustellen. Allerdings gibt es bislang auch darauf keine
befriedigende Antwort.
Kurz nach der Zeitenwende erscheinen dann die ersten Reliefs, in denen der Buddha
in menschlicher Gestalt auftritt. Wiederum ist nicht bekannt, warum ausgerechnet zu
diesem Zeitpunkt der Schritt von der anikonischen zur ikonischen Darstellung
vollzogen wird. Es lässt sich aber beobachten, dass zeitgleich auch die beiden
anderen großen Religionen Indiens, der Hinduismus und der Jainismus, damit
beginnen, ihre zentralen Gottheiten und ihre Stifterfiguren erstmals abzubilden.
Daher liegt die Vermutung nahe, dass es sich um eine gesamtindische Entwicklung
handelt. Bis heute streitet die Wissenschaft darüber, ob das erste Buddha-Bild in
Mathurā im zentralen Nordindien oder aber im fernen Nordwesten in Gandhāra
geschaffen wurde. Gandhāra war in der Antike der Name für die Gegend um die Stadt
Peschawar im Norden Pakistans. Heute dient er zur Bezeichnung eines sehr
charakteristischen Kunststils, dessen Ursprunge nicht nach Indien, sondern vielmehr
nach Rom und Griechenland weisen. Sein Verbreitungsgebiet reicht weit über das
Gebiet um Peschawar hinaus und erstreckt sich im Westen bis in das afghanische
Bamiyan-Tal. Die frühesten Buddha-Bilder aus Mathurā und aus Gandhāra weisen
erstaunliche Gemeinsamkeiten und ebenso klare Unterschiede auf. Gemeinsam sind
die Körperhaltungen – bei den sitzenden Figuren etwa die bis heute charakteristische
Haltung im Lotossitz – sowie die durchbohrten und gelangten Ohrläppchen, die auf
das vorangehende Leben als Prinz verweisen, da Männer aus der Oberschicht im
alten Indien große und schwere Ohrreife trugen. Eine weitere Übereinstimmung
besteht im oftmals vor dem Körper erhobenen rechten Arm mit der nach außen
gewendeten Handfläche, eine Geste, die als Gewährung von Furchtlosigkeit gedeutet
wird. Gemeinsam ist schließlich der bemerkenswerte Umstand, dass die Kopfhaare in
einem hochgebundenen Knoten dargestellt werden, obwohl sich der Buddha nach
seiner Flucht aus dem Palast die Haare abgeschnitten haben soll und daher eigentlich
als Mönch mit geschorenem Kopf erscheinen musste. Gleichzeitig markieren die
Haare aber auch einen der augenscheinlichsten Unterschiede. Während sie in
Mathurā glatt dargestellt und vor allem durch ihre Begrenzung markiert wurden,
orientierten sich die Künstler in Gandhāra an den griechisch-römischen Vorlagen und
stellten sie gewellt und in einzelnen Strähnen dar. Ebenfalls unterschiedlich ist die
Mönchsrobe gestaltet. Bei den Mathurā-Buddhas liegt sie ganz eng an, lasst den
rechten Arm frei und zeigt lediglich über dem linken Oberarm eine relativ
schematische Fältelung. Bei den Gandhāra-Buddhas hat hingegen die römische Toga
als Vorbild gedient.
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Die Statuen zeichnen sich demnach durch ein Gewand mit einem aufwendig
gestalteten Faltenwurf aus, das den ganzen Körper bedeckt. Stellt man die Buddhas
der beiden Kunststile einander gegenüber, dann zeigen Körper und Gewand bei den
Figuren aus Mathurā kaum Nuancierungen, während sie bei denen aus Gandhāra viel
plastischer gestaltet sind und dadurch fast realistisch wirken.
Aus dem Vergleich wird deutlich, dass die beiden Darstellungsweisen nicht
unabhängig voneinander entstanden sein können. Dafür weisen sie zu viele
Gemeinsamkeiten auf. Außerdem erkennt man bereits die ältesten Buddha-Figuren
ganz mühelos als solche, was zeigt, dass ihre Grundzüge schon ganz am Anfang
festgelegt und später nur noch in Einzelheiten modifiziert wurden. Wenige
Jahrhunderte nach der Zeitenwende verschmelzen die beiden Darstellungsweisen,
und aus dieser Überblendung geht das indische Standardbild des Buddha hervor. Die
glatten Haare aus Mathurā und die Wellen aus Gandhāra münden in die
charakteristischen rechtsgedrehten Haarlöckchen, die den Kopf eines Buddha
bedecken. Der anfangs deutlich sichtbare Haarknoten wird in den merkwürdigen
Kopfauswuchs, das sogenannte Ushnīsha, verwandelt. Der kleine Schnurrbart, den
frühe Gandhāra-Buddhas bisweilen tragen, verschwindet hingegen völlig. Das
Mönchsgewand bleibt gefältelt, aber die Fältelung verliert die in Gandhāra zu
beobachtende realistische Bewegtheit. Eine weitere entscheidende Veränderung
betrifft den Gesichtsausdruck, der aller individuellen Zuge enthoben ist. Frühe
Buddhastatuen blicken den Betrachter noch direkt an, bald aber neigt sich der Kopf
ganz leicht nach unten, und die Augenlider schließen sich ein wenig, sodass der Blick
schräg nach unten geführt wird. Dadurch entsteht der typische meditative
Gesichtsausdruck, der geistige Ruhe und inneren Frieden ausstrahlt und den die
Wellness-Kultur heute so gerne als Dekor aufgreift. Die Auswahl an Körperhaltungen
ist äußerst begrenzt. Der Buddha sitzt in Meditationshaltung – die bei Weitem
häufigste Form – oder steht aufrecht. Sitzt er in westlicher Haltung mit
herabgelassenen Beinen, handelt es sich zumeist um den zukünftigen Buddha
Maitreya. Die liegende Haltung ist ausschließlich der Darstellung des Sterbevorgangs
vorbehalten. Variabler sind die Handgesten, aber auch nur innerhalb eines
bestimmten Repertoires. Als Attribut kann eine Bettelschale in der linken Hand
dazukommen, und die Mönchsrobe kann beide Schultern bedecken oder aber die
rechte Schulter freilassen. Von Anfang an ist die Darstellung des Buddha auf diese
geringe Zahl von Variationen beschränkt. Dem Künstler sind daher auch nur in ganz
engen Grenzen eigene Gestaltungsmöglichkeiten erlaubt. Hervorzuheben ist
schließlich, dass keinerlei Individualisierung angestrebt wird, wodurch der Buddha
endgültig zum Typus avanciert.
Als sich der Buddhismus in den größten Teil Asiens verbreitet, ist der Formenkanon
also bereits verbindlich festgelegt. Das Standardschema einer Buddha-Darstellung
erreicht Java ebenso wie Japan, es wird nach Kambodscha exportiert, und es gelangt
gleichermaßen nach Sri Lanka wie in die Mongolei. Daher erkennt man BuddhaStatuen, egal ob sie in Borobudur, Kamakura, Angkor Wat, Kandy oder Ulan Bator
stehen, auch wenn sie zeitlich und räumlich weit voneinander getrennt sind. Das
heißt freilich nicht, dass man einen chinesischen Buddha aus dem 5. Jahrhundert n.
Chr. nicht von einem thailändischen aus dem 18. Jahrhundert n. Chr. unterscheiden
könnte. Vielmehr bedeutet es, dass sich die Abweichungen nur aus sekundären
Merkmalen wie der Gestaltung des Thronsitzes, des Heiligenscheines oder der
Begleitfiguren ergeben. In Abhängigkeit von Zeit und Raum lassen sich damit sehr
wohl verschiedene Stilrichtungen ausmachen.
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Generell gilt etwa, dass der Gesichtsausdruck des Buddha in China schon früh der
Umgebungskultur angepasst wird. Die Augen schließen sich dementsprechend noch
weiter, und das Gesicht nimmt stärker mongolide Züge an. Die Lippen sind
plastischer, die Haarlocken kugelförmig. Solche Veränderungen wandern mit dem
chinesischen Buddhismus weiter nach Japan und Korea und prägen auch dort die
Darstellungsweise.
Ein Detail wie die Gestaltung der Lippen kann ebenso in Südostasien zu einer
Unterscheidung herangezogen werden. Beispielsweise zeichnen sich Buddha-Statuen
der Khmer-Kunst aus Kambodscha in der Regel durch einen breiten, geradezu
sinnlichen Mund aus. Figuren des Sukothai-Stiles in Thailand hingegen weisen eine
fein geschwungene Lippenlinie auf. Immer wieder lassen sich Wechselwirkungen
zwischen verschiedenen Kunststilen beobachten, die gewöhnlich auf enge politische
oder wirtschaftliche Beziehungen zwischen den jeweiligen Regionen verweisen. Das
gilt beispielsweise im Falle Tibets, das relativ spät, nämlich erst ab dem
8. Jahrhundert n. Chr., unter den Einfluss des Buddhismus kommt. Zunächst werden
die Darstellungsweisen der Pāla-Kunst im Nordosten Indiens und der Kunst aus
Kaschmir im Nordwesten kopiert. Etwa vom 12. oder 13. Jahrhundert n. Chr. an, als
der Buddhismus in Nordindien allmählich untergeht, lässt sich aber ein zunehmender
Einfluss der chinesischen Kunst beobachten. Er führt letztlich zu der für Tibet
charakteristischen Darstellungsweise, die indische Vorlagen und chinesische
Einwirkungen bis heute in einer geradezu einzigartigen Weise miteinander
verschmilzt.
Ausstellung Buddha
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Grundlagen buddhistischer Lehren – Hīnayāna und
Mahāyāna
Karsten Schmidt
Die Begegnung mit buddhistischen Lehren stellt uns vor besondere
Herausforderungen. Das beginnt schon mit der Frage, ob Buddhismus überhaupt eine
Religion sei. Schaut man etwa aus einer christlich geprägten Perspektive, so fehlen
die Vorstellung eines absoluten Gottes als Schöpfer der Welt und endzeitlichem
Richter, damit auch eine lineare Zeitvorstellung mit einem Anfang und einem Ende
der Geschichte, eine unsterbliche Seele, die ewiges Leben oder ewige Verdammnis
erfahrt usw. Das erzeugt Unsicherheit und viele Missverständnisse. Im Folgenden soll
daher versucht werden, zentrale Aspekte buddhistischer Lehren aus ihren eigenen
Begrifflichkeiten heraus zu verstehen und einige wichtige Entwicklungen
nachzuvollziehen, was angesichts des knappen Raums natürlich nur andeutungsweise
möglich ist.
Frühe Lehren und Theravāda
Wenn wir nach einer ursprünglichen Lehre des Buddha fragen, so sind die Quellen
dazu leider sehr dürftig. In der ersten Zeit sammelten die Mönche und Nonnen alles,
was ihnen zu Ohren kam, und überlieferten es nur mündlich. Die ältesten erhaltenen
Manuskripte stammen frühestens aus dem 1. Jahrhundert v. Chr. Im günstigsten Fall
liegen mindestens 300 Jahre zwischen dem Tod des Buddha im 5. bis 4. Jahrhundert
v. Chr. und der Entstehung der erhaltenen Aufzeichnungen. Die umfassendste
Sammlung von Texten, die den ältesten Lehren zumindest nahekommen, ist der
Kanon der Theravāda-Schule ("Lehre der Ältesten"), verfasst in der südindischen
Pāli-Sprache. Auch wenn der Name Theravāda erst ab dem 4. Jahrhundert n. Chr.
verbürgt ist, beziehen sich zumindest die älteren Textschichten des Kanons auf
frühere Traditionen, die viele spätere Entwicklungen nicht mitvollzogen haben.
Daher bieten sie eine gute Grundlage für die Suche nach buddhistischen
Kernaussagen. Der Ausgangs- und Mittelpunkt ist die Frage nach den Ursachen des
"Leidens" (dukkha) und den Möglichkeiten zu ihrer Überwindung. Vereinfacht gesagt
erkennt man das Hauptproblem darin, dass persönliches Glück über alles gestellt und
von bestimmten Umständen abhängig gemacht wird. "Leiden" meint hier etwas ganz
Bestimmtes, nämlich eine tiefe Verunsicherung, die entsteht, weil es nicht
zuverlässig gelingt, das Erwünschter an sich zu binden und das Unerwünschte zu
vermeiden. Eine klassische Formel spricht von drei "Verunreinigungen" (kilesa) des
Geistes: "Begehren", "Abneigung" und "Unwissenheit" (über die Leidentstehung).
Das Heilsziel (nirvāna – wörtlich: "Verlöschen", Pāli nibbāna) besteht dann in einem
unerschütterlichen, friedvollen Bewusstseinszustand, der frei ist von ich-bezogenen
Erwartungshaltungen. Die wörtliche Bedeutung "verlöschen" bezieht sich dabei auf
die Leidursachen im eigenen Geist. Eine Lehrrede (sutta) des Pāli-Kanons gibt hierfür
folgende Definition:
"Die Auslöschung von Begehren [rāga],
die Auslöschung von Abneigung [dosa],
die Auslöschung von Unwissenheit [moha],
das ist es, was nibbāna genannt wird."
(Samyutta-Nikāya 31.1)
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Ein synonymer Ausdruck für diesen befreiten Zustand ist das "Erwachen" (bodhi).
Darüber hinaus heißt es, dass mit Erreichen dieses Zustandes der leidvolle Kreislauf
der Wiedergeburten (samsāra) beendet sei. Der Befreite lebt sein Leben zu Ende, es
folgt aber keine weitere Geburt. Alle Inhalte buddhistischer Lehren sind mit diesen
zentralen Überlegungen verbunden.
Davon betroffen sind beispielsweise die Fragen danach, was das Ich ist und was
genau wiedergeboren wird. Im Gegensatz zu anderen indischen Traditionen glauben
Buddhisten zwar an Wiedergeburt, nicht aber an eine unsterbliche "Seele" (jīva) oder
eine klar definierbare Identität der Person (ātman – wörtlich: "Selbst", Pāli atta), was
wieder etwas Beständiges und Greifbares wäre. Das Ich wird vielmehr so bestimmt,
wie man sich selbst und seine Welt wahrnimmt, nämlich als ein veränderlicher
Prozess, der aus Elementen (khandha, wörtlich: "Gruppen") wie sinnlichen
Eindrucken, Emotionen, begrifflichem Denken und Willensimpulsen besteht. In einem
Ich, das als fortgesetzte wechselhafte Selbsterfahrung verstanden wird, prägen die
Handlungen (karman, Pāli kamma) bzw. die sie motivierenden geistigen Einstellungen
die zukünftige bewusste Existenz. Das gilt schon in diesem Leben, nach
buddhistischem Glauben aber auch über den Tod hinaus.
Ein anderer Aspekt ist die Sicht auf die Welt insgesamt. Weil jedes geistige
"Festhalten" Leid bewirkt, ist auch jede zu starke konzeptionelle Festlegung (ditthi,
wörtlich: "Ansicht") zu vermeiden — egal welche. Aus dem Grund dürfen auch keine
zu starken Bindungen an die buddhistischen Lehren selbst entstehen. Ein Gleichnis
des Pāli-Kanons beschreibt sie als ein "Floß" (kulla), das die Mönche zwar brauchen,
um das nirvānische Ufer zu erreichen, das sie aber zurücklassen müssen, wenn sie
das Ufer betreten wollen (Majjhimanikāya 22).
Im Rahmen der gemeinsamen Ansätze zur Leidüberwindung zeigten sich bei einigen
Themen schon früh kontroverse Ansichten, was sich in der weiteren Entwicklung
verstärkte. Vermutlich auf ganz frühe Überlieferungen zurückgehende Passagen des
Pāli-Kanons z.B. lassen vermuten, dass in der Anfangszeit noch nicht genau
differenziert wurde zwischen dem "Erwachen" eines Buddha und dem von Mönchen
und Nonnen. Als sich Jahrhunderte nach dem Tod des Buddha die Lehren der frühen
Schulen ausformten, bestand eine Richtung darauf, das "Erwachen" des Buddha sei
größer als das seiner Anhänger – diese Ansicht vertraten dann auch die späteren
Theravādins.
Im Unterschied zu dem "Erwachen" (bodhi) allgemein sprach dieser Traditionsstrang
von einem "unübertrefflichen vollkommenen Erwachen" (anuttara-samyaksambodhi), das nur dem Buddha Gautama zukäme. Anders als das "normale" bodhi sei es
ausgezeichnet durch besondere Fähigkeiten wie der Erinnerung an alle
Wiedergeburten und Allwissenheit. Neben ihm konnten besonders befähigte Mönche
zwar auch "erwachen", ihr Status sei aber geringer, weil sie dazu die Lehre eines
Buddha hören müssen. Solche Mönche heißen Arhats (wörtlich: "Ehrwürdiger").
Nonnen und Laien waren ausgeschlossen; ihnen blieb das Streben nach einer
besseren Wiedergeburt. In jedem Fall wurden für einen Buddha und jeden Arhat keine
weiteren Leben folgen. Auf die Frage, ob sie in einem Jenseits noch existieren, gab es
ausdrücklich keine Antwort. All diese Aspekte blieben jedoch Gegenstand von
Diskussionen. Anstatt in dieser Weise nach einem endgültigen und individuellen Heil
zu streben, empfanden es einige Buddhisten z. B. als ethisch hoher stehend, bewusst
immer wieder geboren zu werden, um weiterhin anderen helfen zu können. Außerdem
schien der bloße Wunsch nach Befreiung nur für sich selbst wieder jene
Geisteshaltung zu verstärken, die es zu überwinden galt.
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In diesem Zusammenhang bildete sich im Laufe des 2. bis 1. Jahrhunderts v. Chr.
innerhalb einiger der frühen Schulen eine Art Übungsweg für Fortgeschrittene
heraus, der Bodhisattva-yāna ("Bodhisattva-Fahrzeug") genannt wurde. Wie der
Name sagt, stand im Zentrum die Figur des Bodhisattva. Traditionell verstand man
darunter ein "zum Erwachen (bodhi) strebendes Wesen (sattva)". Ursprünglich bezog
sich der Ausdruck auf den historischen Buddha vor seinem "Erwachen", im
Bodhisattvayāna wurden alle Übenden so genannt. Die Frage, ob es auch für Frauen
gilt, blieb kontrovers. Häufig findet sich die Aussage, sie mussten erst als Mann
wiedergeboren werden, einige Texte jedoch, z. B. das Lotus Sūtra, sprechen ganz klar
auch von Frauen, die die Buddhaschaft erreichen.
Es entwickelten sich Vorstellungen von einem Stufenweg, auf dessen höheren
Ebenen ein Bodhisattva zwar "erwacht" sei, aber aus "Mitgefühl" (karunā) in samsāra
bleibt und den leidenden Wesen beisteht, bis in unbestimmter Zukunft alle befreit
sind. Damit verbunden war spätestens ab dem 3. Jahrhundert n. Chr. die Idee, alle
Wesen besäßen immer schon eine Buddhanatur (tathāgatagarbha, wörtlich: "Keim
des Vollendeten"), die letztlich identisch sei mit der Buddhaschaft überhaupt
(buddhadhātu, wörtlich: "Buddha-Bereich"). Gemeint ist eine im Prinzip befreite
ursprüngliche Natur des Geistes, die im samsārischen Zustand von Eigenschaften wie
"Gier", "Hass" und "Unwissenheit" verdeckt ist. Die Ausweitung möglicher
Buddhaschaft unterstützte auch den Glauben, dass jetzt schon viele Buddhas und
weit fortgeschrittene, d. h. "erwachte" Bodhisattvas existieren.
Ein Beiname des Bodhisattvayāna war Mahāyāna ("großes Fahrzeug"). "Groß" war im
Sinne von "besser" vor allem auf das stärker altruistische Heilsziel bezogen, verwies
aber auch darauf, dass darin alle auf dem Weg zur Befreiung Platz haben. Die
anderen Schulen, darunter Theravāda, nannte man abschätzig Hīnayāna
("kleines/geringeres Fahrzeug"). Darin steckte viel Polemik, die aus heutiger Sicht
differenziert zu betrachten ist.
Mahāyāna
Man darf sich die Unterscheidung zwischen Hīna- und Mahāyāna nicht als eine
institutionelle Trennung vorstellen, wie z. B. zwischen Katholiken und Protestanten.
Auch gab es keine Konflikte oder sogar Kampfe zwischen beiden Richtungen. Zwar
bildete sich etwa ab dem 1. Jahrhundert v. Chr. ein mahāyānisches Schrifttum heraus,
aus dem z. B. die überwiegend in Sanskrit verfasste Prajnāpāramitā-Literatur
("Vollkommenheit der Erkenntnis") hervorging, als eine sich verselbstständigende
Bewegung trat Mahāyāna aber erst ab dem 4. bis 5. Jahrhundert n. Chr. in
Erscheinung. Über mehr als 500 Jahre blieben die neuen Ideen und Texte ein Teil der
frühen Schulen. Das war möglich, weil die Grundlage der Gemeinschaften die
Ordensregel (vinaya) war. Welchen Lehren die Mönche und Nonnen folgten, war
zweitrangig. Neben dem betont altruistischen Heilsideal ergaben sich zentrale
Aussagen mahāyānischer Lehren aus der Ablehnung philosophischer Spekulationen,
die innerhalb einiger der frühen Schulen aufkamen. Sie betrafen die Natur der
erfahrenen Wirklichkeit. Dazu gab es unterschiedliche Positionen. Eine sprach davon,
alle Erscheinungen waren zwar vergänglich, aber zusammengesetzt aus ewigen
Grundelementen. Eine andere Ansicht definierte Samsāra als einen Bereich, in dem
alles nur bedingt, d. h. abhängig von anderem existiert, dem Nirvāna dagegen käme
ein unbedingtes Sein zu.
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Die Prajnāpāramitā-Texte sahen darin Widersprüche zum ursprünglichen
buddhistischen Ansatz, der jede Vorstellung von etwas "Greifbarem" zu vermeiden
versuchte. Um dem wieder Geltung zu verschaffen, nahmen sie den Ausdruck "leer"
(shūnya) bzw. "Leerheit" (shūnyatā) auf und weiteten ihn aus zu einem umfassenden
Konzept, das keinerlei Ausnahmen mehr zuließ. Viele klassisch gewordene Aussagen
finden sich dazu auch bei Nāgārjuna (2. bis 3. Jahrhundert), der die PrajnāpāramitāLehren in eine systematische Form brachte. Diese "Leerheit", von der hier die Rede
ist, wird oft missverstanden als eine nihilistische Verneinung allen Seins oder
mystifiziert zu einer Art unaussprechlichen höheren Realität. Beides ist falsch.
"Leerheit" meint weder "etwas" noch überhaupt "nichts", sondern der Begriff
behauptet, dass allen Gegebenheiten der Erfahrung etwas Bestimmtes fehlt, nämlich
ein absolutes "Eigensein" (svabhāva). Trotzdem, so heißt es, existieren sie, aber nur
als vergängliche Gebilde, die von vielfältigen anderen Faktoren abhängig sind. Eine
berühmte Formulierung Nāgārjunas besagt: "Entstehen in Abhängigkeit
[pratītyasamutpāda] ist das, was wir Leerheit nennen" (Mūlamadhyamakakārikā,
24.18). Die befreiende Erkenntnis (prajnā) besteht darin, die Wirklichkeit, wie sie sich
uns präsentiert, als wechselhaften Erfahrungsstrom ohne absolute Fixpunkte zu
sehen. Zugleich betont man im Mahāyāna, dass diese Einsicht in
"Leerheit"/"Abhängigkeit" die Grundlage bildet, auf der ein Gefühl von
Verbundenheit und "Mitgefühl" (Skt. karunā) mit anderen Wesen entstehen kann.
Alle heute noch bestehenden buddhistischen Traditionen, ausgenommen Theravāda,
gingen aus dem "großen Fahrzeug" hervor. Über Handelswege verbreitete es sich in
ganz Asien und nahm jeweils lokal geprägte neue Formen an.
Weitere Aufsätze zu nachfolgenden Themen finden Sie im Katalogbuch zur Ausstellung.
Buddhas und Bodhisattvas: Weder Menschen noch Götter
von Karsten Schmidt
Buddhistische Kunst im traditionellen Kontext
von Elke Hessel
Die Wirklichkeit buddhistischer Kunstwerke
von Meinrad Maria Grewenig
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Katalogbuch zur Ausstellung
Meinrad Maria Grewenig, Eberhard Rist (Hg.)
Buddha
Sammler öffnen ihre Schatzkammern –
232 Meisterwerke buddhistischer Kunst aus 2000 Jahren
Edition Völklinger Hütte, Wienand Verlag Köln 2016, 528 Seiten,
durchgehend vierfarbig
Sonderpreis 29, 90 Euro
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Literatur
Bechert 2000
Heinz Bechert (Hg.): Der Buddhismus.
Geschichte und Gegenwart.
München 2000
Belting 2005
Hans Belting: Das echte Bild. Bildfragen als
Glaubensfragen.
München 2005
Belting 2005
Hans Belting: Szenarien der Moderne. Kunst
und ihre offenen Grenzen.
Hamburg 2005
Belting 2013
Hans Belting: Faces. Eine Geschichte des
Gesichts.
München 2013
Belting/Haustein 1998
Hans Belting, Lydia Haustein (Hg.): Das Erbe
der Bilder. Kunst und moderne Medien in den
Kulturen der Welt.
München 1998
Béguin 2013
Gilles Béguin: Art sacré du Tibet.
Paris 2013
Boehm 1985
Gottfried Boehm: Bildnis und Individuum.
München 1985
Boehm 2007
Gottfried Boehm: Wie Bilder Sinn erzeugen.
Die Macht des Zeigens.
Berlin 2007
Brauen 2005
Martin Brauen (Hg.): Die Dalai Lamas.
Zürich 2005
Brück 2007
Michael von Brück: Einführung in den
Buddhismus.
Frankfurt am Main 2007
Buddha 2015
Stephan v. d. Schulenburg, Elke Hessel,
Karsten Schmidt, Matthias Wagner K (Hg.):
Buddha. 108 Begegnungen/Encounters.
Museum Angewandte Kunst Frankfurt
am Main.
Köln 2015
Buthan 2010
Alexandra von Przychowski, Axel Langer
(Hg.): Bhutan: Heilige Kunst aus dem
Himalaya.
Museum für Ostasiatische Kunst, Köln
Zürich 2010
Collani/Rösch 2012
Claudia von Collani, Petra H. Rösch (Hg.):
Glanz der Kaiser von China. Museum für
Ostasiatische Kunst 2012.
Köln 2012
Czuma 1985
Stanislaw J. Czuma: Kushan Sculpture.
Images from Early India.
Cleveland 1985
Essen/Thingo 1989
Gerd-Wolfgang Essen und Tsering Tashi
Thingo (Hg.): Die Götter des Himalaya.
München 1989
Gandhara 2008
Christian Luczanits (Hg.):
Gandhara – Das buddhistische Erbe
Pakistans. Legenden, Klöster und
Paradiese. Kunst- und Ausstellungshalle
der Bundesrepublik Deutschland, Bonn.
Mainz 2008
Goepper 1989
Roger Goepper (Hg.): Entdeckungen.
Skulpturen der Khmer und Thai.
Köln: Museum für Ostasiatische Kunst, 1989
Classique. L'Empire des Gupta.
Paris 2007
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Grewenig 2016
Meinrad Maria Grewenig (Hg.)
Steve McCurry | Buddhismus | Fotografien
1985-2013
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Industriekultur, Völklingen 2016
Grewenig/Rist 2016
Meinrad Maria Grewenig, Eberhard Rist (Hg.)
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Schatzkammern 232 Meisterwerke buddhistischer Kunst aus
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Industriekultur, Völklingen 2016
Seattle/London 1990
Gerhardt Schuster, Susanne Schuster
(Hg.): Geheimnisvolle Welt Tibet.
Lokschuppen Rosenheim.
Rosenheim 2002
Uwe Bräutigam/Jeong-hee Lee-Kalisch
(Hg.): Tibet. Klöster öffnen ihre
Schatzkammern.
Villa Hügel.
Essen 2006
Uhlig 1979
Helmut Uhlig: Das Bild des Buddha.
Berlin 1979
Wagner 1980
Frits A. Wagner: Indonesien.
Die Kunst eines Inselreiches.
Baden-Baden 1980
Jarand 1996
Ursula Jarand (Übers.): Linji Yixuan:
Das Denken ist ein wilder Affe.
Aufzeichnungen der Lehren und
Unterweisungen des großen Zen-Meisters.
Bern u. a. 1996
Walleser 1914
Max Walleser: Prajnāpāramitā.
Die Vollkommenheit der Erkenntnis.
Nach indischen, tibetischen und
chinesischen Quellen.
Göttingen/Leipzig 1914
Lee-Kalisch 1999
Jeong-Hee Lee-Kalisch (Hg.): Korea.
Die Alten Königreiche. Villa Hügel.
Essen 1999
Zotz 2000
Volker Zotz: Auf den glückseligen Inseln.
Buddhismus in der deutschen Kultur.
Berlin 2000
Luczanits 2008
Christian Luczanits: Gandhara.
Das buddhistische Erbe Pakistans.
Legenden, Klöster und Paradiese.
Mainz 2008
Weitere Titel finden Sie im Katalogbuch zur
Ausstellung.
Pomian 1998
Krzysztof Pomian: Der Ursprung des
Museums. Vom Sammeln.
Berlin 1998
Schmidt 2011
Karsten Schmidt: Buddhismus als Religion
und Philosophie. Probleme und
Perspektiven interkulturellen Verstehens.
Stuttgart 2011
Seipel 1995
Wilfried Seipel (Hg.): Buddha in Indien.
Kunsthistorisches Museum.
Wien 1995
Weltkulturerbe Völklinger Hütte - Europäisches Zentrum für Kunst und Industriekultur | 66302 Völklingen/Saar
Redaktion: Peter Backes, Jeanette Dittmar, Frank Krämer | Besucherdienst Tel. 06898/9100100, Fax 06898/9100111
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Weltkulturerbe Völklinger Hütte
Europäisches Zentrum für Kunst und Industriekultur
Generaldirektor Prof. Dr. Meinrad Maria Grewenig
Impressum
Herausgegeben von
Meinrad Maria Grewenig
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Europäisches Zentrum für Kunst und Industriekultur
© Weltkulturerbe Völklinger Hütte
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66302 Völklingen
Tel +49 (0) 6898/9 100 100
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www.voelklinger-huette.org
Konzept und Redaktion
Peter Backes, Jeanette Dittmar, Frank Krämer
Recherche
Jeanette Dittmar, Viktoria Kijas, Margo Morgenstern
Aufsätze
Jens-Uwe Hartmann: Die Entstehung und Verbreitung des Buddha-Bildes
Karsten Schmidt: Grundlagen buddhistischer Lehren – Hīnayāna und Mahāyāna
Ausstellung Buddha | China / Japan
Gebläsehalle | Weltkulturerbe Völklinger Hütte 2016/2017
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