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30. Januar 2014
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Was macht die Leber krank
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Krankheitsbilder
Vortrag von Prof. Dr. med. Gerd Treiber, Facharzt Innere Medizin
und Gastroenterologie FMH, Gastrozentrum Hirslanden Klinik
Aarau.
Erhöhte Leberwerte – was bedeutet das?
Symptome
Erhöhte Leberwerte weisen auf eine Störung oder
auf eine Krankheit der Leber oder des
Gallensystems hin und werden oft per Zufall
entdeckt. Häufige Gründe, erhöhte Leberwerte zu
entdecken sind, wenn z.B. ein Bluttest aufgrund
eines Verkehrsdeliktes angeordnet wird, ein
Routine Check­up gemacht wird oder wenn
Medikamente neu verordnet werden.
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Normale Leberwerte ­
immer gesunde Leber?
Die Leberwerte sind nicht nur bei chronischem
Alkoholkonsum erhöht und sind meist nur die
Spitze des Eisbergs. Das tatsächliche Ausmass des
Leberschadens ist oft grösser als der erhöhte Wert vermuten lässt. Die
Aufgabe sowohl des Hausarztes wie auch des Spezialisten
(Gastroenterologe) ist es, die erkrankte Leber und deren Ursache möglichst
früh zu entdecken. Fatalerweise dauert es oft Jahrzehnte bis Beschwerden
entstehen; die Leber leidet sozusagen still vor sich hin.
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Funktionen und Aufgaben der Leber, Ursachen von Leberschädigungen,
Erkennung von Lebererkrankungen sowie deren Vorbeugung und
Behandlung waren die Schwerpunktthemen der Publikumsveranstaltung.
Inhalt
Anatomie und Funktion der Leber
Akute und chronische Leberentzündung – Ursachen
Wie fällt eine kranke Leber primär auf?
Wie erkennt der Arzt die kranke Leber?
Körperliche Anzeichen oder Erscheinungsbild des Patienten
Untersuchungsmöglichkeiten beim Arzt
Fakten und Zahlen zu Lebererkrankungen
Akute und Chronische Lebererkrankung – Vorbeugen und Überleben
Behandlung der Grunderkrankung, Verhinderung von Leberzirrhose
oder Leberkrebs
Zusammenarbeit Hausarzt und Facharzt/Klinik (Gastroenterologe)
Künftige Entwicklung von Lebererkrankungen
Experteninterview
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Leber und Galle – zwei miteinander verbundene Organsysteme
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Leber/Gallensystem
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Zunächst muss unterschieden werden, ob es sich bei den erhöhten
Leberwerten um eine Erkrankung der Leber selbst oder um eine
Lebererkrankung aufgrund einer Erkrankung des Gallensystems handelt.
Anatomie und Funktion der Leber
Die Leberzellen produzieren die Galle. Das Gallensystem fängt die Galle auf,
teilweise wird die Galle in der Gallenblase gespeichert. Wenn Nahrung über
den Magen in den Dünndarm kommt, wird Galle zur „Verdauung“ der Speise
freigesetzt, damit die Nahrung im Körper aufgenommen werden kann.
Die Leber ist ausserdem für viele Stoffwechselvorgänge, Immunfunktionen,
Produktion/Speicherung von Eiweissen und Vitaminen sowie für die Bildung
von Ausgangsprodukten für Sexualhormone zuständig. Die Leber ist das
Entgiftungsorgan, welches den Körper sowohl von körpereigenen wie auch
von körperfremden Substanzen (Alkohol, Drogen, Umweltschadstoffe etc.)
entgiftet. Die Bildung von Gerinnungsfaktoren sowie die Speicherung von
Eisen, welches für die Produktion der roten Blutkörperchen benötigt wird, ArtikelId: 16037836
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Leber/Gallensystem
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Zunächst muss unterschieden werden, ob es sich bei den erhöhten
Leberwerten um eine Erkrankung der Leber selbst oder um eine
Lebererkrankung aufgrund einer Erkrankung des Gallensystems handelt.
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Anatomie und Funktion der Leber
Die Leberzellen produzieren die Galle. Das Gallensystem fängt die Galle auf,
teilweise wird die Galle in der Gallenblase gespeichert. Wenn Nahrung über
den Magen in den Dünndarm kommt, wird Galle zur „Verdauung“ der Speise
freigesetzt, damit die Nahrung im Körper aufgenommen werden kann.
Die Leber ist ausserdem für viele Stoffwechselvorgänge, Immunfunktionen,
Produktion/Speicherung von Eiweissen und Vitaminen sowie für die Bildung
von Ausgangsprodukten für Sexualhormone zuständig. Die Leber ist das
Entgiftungsorgan, welches den Körper sowohl von körpereigenen wie auch
von körperfremden Substanzen (Alkohol, Drogen, Umweltschadstoffe etc.)
entgiftet. Die Bildung von Gerinnungsfaktoren sowie die Speicherung von
Eisen, welches für die Produktion der roten Blutkörperchen benötigt wird, sind weitere Aufgaben der Leber.
Akute und chronische Leberentzündung – Ursachen
Man unterscheidet zwischen der akuten und der chronischen
Leberentzündung (Hepatitis).
Häufigste Ursachen für eine akute Leberentzündung
Die häufigsten Ursachen für eine akute Leberentzündung (Hepatitis) sind
virale Infektionen (Hepatitis A bis E), Nahrungsmittelvergiftungen (Pilze),
Vergiftungen durch Medikamente (dosis­ oder wirkstoffabhängig),
Chemikalien oder Drogen. Auch andere Infektionen durch Viren oder
Bakterien (z.B. Pfeiffersches Drüsenfieber, Chlamydien etc.) können eine
akute Leberentzündung hervorrufen.
Siehe Krankheitsbilder Hepatitis A, Hepatitis B, Hepatitis C
Die akute Leberentzündung heilt oft ohne Folgen ab. Sie kann aber auch
einen chronischen Verlauf nehmen. Von einer chronischen Hepatitis wird
gesprochen, wenn die Leberentzündung länger als sechs Monate andauert.
Umgekehrt kann eine chronische Leberentzündung, zum Beispiel die
Virushepatitis, plötzliche akute Schübe machen. Die Leberwerte steigen
zunächst rasch an, normalisieren sich nach dem akuten Schub aber wieder.
Im schlimmsten Fall (z.B. bei einer schweren Vergiftung) führt die
Entzündung zu einem akuten Leberversagen.
Häufigste Ursachen einer chronischen Leberentzündung
Die chronische Leberentzündung entsteht oft aus einer nicht abgeheilten
akuten Hepatitis (am häufigsten Hepatitis A, B oder C). Immer häufiger ist
aber die Fettleber die Ursache für eine chronische Leberentzündung. Die
Fettleber entsteht langsam und über Jahre hinweg und wird erst spät –
häufig zu spät für eine Heilung – entdeckt. Ursache für eine Fettleber sind
entweder chronischer Alkoholkonsum oder das metabolische Syndrom bei
der nichtalkoholischen Fettleber. Von einem metabolische Syndrom spricht
man, wenn verschiedene Faktoren zusammentreffen: Schweres
Übergewicht, hohe Blutfettwerte, Diabetes, hoher Blutdruck. Das
metabolische Syndrom gehört auch zu den Risikofaktoren für
Herzkreislauferkrankungen.
Chronische Leberentzündungen können aber auch durch Ursachen
entstehen, welche bei uns selten, in anderen Ländern jedoch häufig sind,
z.B. durch Parasiten wie Würmer (Fuchsbandwurm).
Dazu gehören auch Autoimmunerkrankungen (Autoimmunleber,
Eisenstoffwechselüberladung, Erkrankungen der Gallenwege oder
Begleiterkrankungen wie chronische­entzündliche Darmerkrankungen
(Morbus Crohn, Colitis ulercosa).
Was sind die Folgen einer chronischen Leberentzündung
Eine chronische Leberentzündung verhärtet das elastische Lebergewebe,
gesunde Leberzellen sterben ab und werden durch narbiges, hartes
Bindegewebe ersetzt – die Leber schrumpft, es entsteht eine Leberzirrhose
(Schrumpfleber). Unbehandelt führt dies zum akuten Leberversagen.
Leberkrebs ist ebenfalls eine häufige Folge der Leberzirrhose. Dabei kann
es sich um einen Krebs der Leber selber handeln oder um bösartige Tumore
in den Gallengängen.
Meist ist nicht nur eine Ursache oder ein Risikofaktor schuld an der
Entstehung einer Lebererkrankung, wie man auch an Zahlen aus den USA
(ca. 1990) feststellen kann.
Ursachen für eine Leberzirrhose: 51% chronischer Alkoholkonsum,
26% Hepatitis C, 11% Hepatitis B, 17% unklare Ursache, 14% Hepatitis
C plus Alkohol, 3% Hepatitis B plus Alkohol.
Allgemein gilt, kommen zwei oder mehr Faktoren zusammen, wird das
Risiko mindestens verdoppelt.
Wie fällt eine kranke Leber primär auf?
Lebererkrankungen entstehen meist über Jahre oder Jahrzehnte hinweg –
ausser es handelt sich um eine akute Leberentzündung. Erhöhte Leberwerte
werden deshalb oft als Zufallsbefund zum Beispiel bei einer
Routinekontrolle durch den Hausarzt, den Betriebsarzt entdeckt oder wie
oben beschrieben, durch eine Blutkontrolle aufgrund eines Verkehrsdeliktes.
Häufig werden erhöhte Leberwerte auch bei Abklärungen anderer
Erkrankungen wie zum Beispiel bei hohem Blutdruck oder bei Diabetes
entdeckt. Manchmal wünscht der Patient die Messung der Leberwerte, weil
Lebererkrankungen in der Familie bestehen.
Auffälligstes Merkmal für eine Lebererkrankung ist eine Gelbfärbung der
Haut oder des Augenweiss (Gelbsucht). Auch unklare Bauchschmerzen
(häufig als Koliken) können auf eine Leber­ oder Gallenwegserkrankung
hinweisen.
Wie erkennt der Arzt die kranke Leber?
ArtikelId: 16037836
Ausschnitt Seite: 2/7
Meist ist nicht nur eine Ursache oder ein Risikofaktor schuld an der
Entstehung einer Lebererkrankung, wie man auch an Zahlen aus den USA
(ca. 1990) feststellen kann.
Datum: 29.01.2014
Ursachen für eine Leberzirrhose: 51% chronischer Alkoholkonsum,
26% Hepatitis C, 11% Hepatitis B, 17% unklare Ursache, 14% Hepatitis
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C plus Alkohol, 3% Hepatitis B plus Alkohol.
Allgemein gilt, kommen zwei oder mehr Faktoren zusammen, wird das
Risiko mindestens verdoppelt.
Wie fällt eine kranke Leber primär auf?
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Lebererkrankungen entstehen meist über Jahre oder Jahrzehnte hinweg –
ausser es handelt sich um eine akute Leberentzündung. Erhöhte Leberwerte
werden deshalb oft als Zufallsbefund zum Beispiel bei einer
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Routinekontrolle durch den Hausarzt, den Betriebsarzt entdeckt oder wie
oben beschrieben, durch eine Blutkontrolle aufgrund eines Verkehrsdeliktes.
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Häufig werden erhöhte Leberwerte auch bei Abklärungen anderer
Erkrankungen wie zum Beispiel bei hohem Blutdruck oder bei Diabetes
entdeckt. Manchmal wünscht der Patient die Messung der Leberwerte, weil
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Lebererkrankungen in der Familie bestehen.
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Auffälligstes Merkmal für eine Lebererkrankung ist eine Gelbfärbung der
Haut oder des Augenweiss (Gelbsucht). Auch unklare Bauchschmerzen
(häufig als Koliken) können auf eine Leber­ oder Gallenwegserkrankung
hinweisen.
Wie erkennt der Arzt die kranke Leber?
Mann mit Gelbsucht
Zunächst nimmt der Arzt eine gründliche Anamnese (Krankengeschichte)
auf, wobei er seine Beobachtungen und die Schilderungen /Wahrnehmungen
des Patienten mit einbezieht. Folgende Schilderungen/Wahrnehmungen
können direkt/indirekt auf eine akute Lebererkrankung oder auf das Risiko
für eine chronische Lebererkrankung hinweisen:
Starke Müdigkeit, Abgeschlagenheit
Juckreiz und Gelbfärbung der Haut oder des Augenweiss (Gelbsucht,
medizinisch Ikterus)
Beschwerden nach Genuss eines Pilzgerichtes (z.B. Pilzvergiftung durch
Knollenblätterpilz)
Beinschwellungen, Bauchschwellungen
Alkoholkonsum (selbst oder von Familienmitgliedern geschildert)
Einnahme bestimmter Medikamente
Bestehendes metabolisches Syndrom: starkes Übergewicht,
Bluthochdruck, erhöhte Blutfettwerte, Diabetes.
Risikofaktoren, die das Infektionsrisiko erhöhen: Bluttransfusion (vor
1990)*, intravenöser Drogenkonsum, Auslandaufenthalt
Zeichen für Magen­Darmblutungen (Erbrechen oder Blutstuhl)
Sehr selten: Zeichen für Gelenkerkrankungen oder Eisenüberladung
(dunkle Hautpigmentierung)
*siehe Hepatitis C und Folgeekrankungen
Körperliche Anzeichen oder Erscheinungsbild des Patienten als
Hinweis auf eine chronische Lebererkrankung
Eine chronisch kranke Leber hat einen grossen Einfluss auf die Gesundheit
vieler anderer Organe, mit teilweise lebensgefährlichen Komplikationen.
Typische Leber/Hautveränderungen : z.B. sogenannte Spider­Nävi
(spinnenartige Hauterhebungen) häufig am Hals und am Decoltée zu
sehen; beständige Rotfärbungen an den Handinnenflächen
Wasseransammlungen im Bauch, oft verbunden mit einem Nabelbruch,
Leistenbruch (Hernie) sowie sichtbaren, vergrösserten Venen am Bauch
oder am Hals.
Tastbare Milz­ und Lebervergrösserung
Typischer Lebermundgeruch (Foetor hepaticus)
Sehnenverkürzungen an den Händen mit Zusammenzug eines einzelnen
Fingers (medizinisch Dupuytren) oder sogenannte
Trommelschlägelfinger
Bei den Männern: Haarausfall am Bauch, Brustbildung (Gynäkomastie),
Hodenschwund, und eingeschränktes Wasserlassen
Allgemeiner Muskelschwund
Starke Abmagerung, da die Nahrung nicht mehr richtig verwertet
werden kann
Ausgedünntes, schütteres Haar
Erhöhtes Infektionsrisiko
Bei mangelnder Entgiftungsfunktion der Leber kann es zur sogenannten
hepatischen Enzephalopathie kommen: Der Patient ist verlangsamt,
weisst Verwirrtheitszustände auf und ist schlecht ansprechbar. Es kann
zu Bewusstseinstrübungen bis hin zum Komma kommen.
Erhöhung des Druckes im Blutkreislauf der Leber (Pfortader) führen zu
Krampfadern in der Speiseröhre und zu einer Mehrbelastung des
Herzens. Krampfadern in der Speiseröhre sind ausserdem sehr fragil
und bereits leichte Verletzungen können zu grossen Blutungen führen.
Die Leberschädigung führt auch zu einer Beeinträchtigung
der Nierenfunktion. Als Folge wird weniger Urin produziert und es
kommt ebenfalls vermehrt zu Wasseransammlungen im Körper
(Ödeme).
Durch Störungen im Vitamin­Stoffwechsel können im Laufe der Zeit
Knochenprobleme wie Osteoporose auftreten.
Manche Lebererkrankungen (Autoimmunhepatitis, Hämochromatose)
führen auch zu Gelenkbeschwerden.
Untersuchungsmöglichkeiten beim Arzt
Leberwerte – wie aussagekräftig sind sie?
ArtikelId: 16037836
Ausschnitt Seite: 3/7
Datum: 29.01.2014
Tastbare Milz­ und Lebervergrösserung
Typischer Lebermundgeruch (Foetor hepaticus)
Sehnenverkürzungen an den Händen mit Zusammenzug eines einzelnen
Fingers (medizinisch Dupuytren) oder sogenannte
Trommelschlägelfinger
Bei den Männern: Haarausfall am Bauch, Brustbildung (Gynäkomastie),
Hodenschwund, und eingeschränktes Wasserlassen
Allgemeiner Muskelschwund
Starke Abmagerung, da die Nahrung nicht mehr richtig verwertet
werden kann
Ausgedünntes, schütteres Haar
Erhöhtes Infektionsrisiko
Bei mangelnder Entgiftungsfunktion der Leber kann es zur sogenannten
hepatischen Enzephalopathie kommen: Der Patient ist verlangsamt,
weisst Verwirrtheitszustände auf und ist schlecht ansprechbar. Es kann
zu Bewusstseinstrübungen bis hin zum Komma kommen.
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Erhöhung des Druckes im Blutkreislauf der Leber (Pfortader) führen zu
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Krampfadern in der Speiseröhre und zu einer Mehrbelastung des
Herzens. Krampfadern in der Speiseröhre sind ausserdem sehr fragil
und bereits leichte Verletzungen können zu grossen Blutungen führen.
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Die Leberschädigung führt auch zu einer Beeinträchtigung
der Nierenfunktion. Als Folge wird weniger Urin produziert und es
kommt ebenfalls vermehrt zu Wasseransammlungen im Körper
(Ödeme).
Durch Störungen im Vitamin­Stoffwechsel können im Laufe der Zeit
Knochenprobleme wie Osteoporose auftreten.
Manche Lebererkrankungen (Autoimmunhepatitis, Hämochromatose)
führen auch zu Gelenkbeschwerden.
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Untersuchungsmöglichkeiten beim Arzt
Leberwerte – wie aussagekräftig sind sie?
Erhöhte Leberwerte zeigen an, dass eine Störung oder Krankheit vorliegt –
normale Leberwerte schliessen aber eine Lebererkrankung nicht aus! Denn: Bei jedem 4. Patienten, bei dem eine Lebergewebsuntersuchung eine
Lebererkrankung ergibt, sind die Leberwerte normal.
Erhöhte Leberwerte ­ Welche Untersuchungen werden
notwendig?
Ultraschall
Bei erhöhten Leberwerten ist die erste, häufigste, einfachste, effektivste und kostengünstigste Untersuchung die Ultraschalluntersuchung. Damit kann
der Arzt den ganzen Bauch (medizinisch Abdomen) und seine Organe bei
freier Sicht (ohne Strahlenbelastung wie bei der Computertomografie)
einsehen und beurteilen. Mit dem Ultraschall können Lebererkrankungen,
die aus der Leber selbst entstanden sind, dargestellt werden
(intrahepatische Probleme): zum Beispiel eine Leberzirrhose
(Leberschrumpfung), Leberkrebs oder auch Absiedlungen von Krebszellen
(Metastasen).
Mit der Ultraschalluntersuchung werden auch Probleme, die zwar die Leber
krank machen, aber deren Ursache nicht direkt auf die Leber
zurückzuführen ist (sogenanntes extrahepatisches Problem) sichtbar. Dazu
gehört zum Beispiel die Stauungsleber.
Eine Stauungsleber kommt durch einen mangelnden Blutabfluss aus der
Leber zustande. Ursache ist eine Erkrankung des Herzens oder der Lunge.
Das venöse Blut staut sich vor dem rechten Herzen in die Eingeweide und in
die Leber. Hier ist nicht nur die Leber vergrössert, es kommt auch zu einer
sichtbaren Stauung der Halsvenen.
Computertomographie
Zur Unterscheidung von Leberproblemen und Gallenproblemen kann eine
Computertomographie folgen. Die Untersuchungsresultate sind genauso gut,
teilweise besser, die Untersuchung aber wesentlich teurer als eine
Ultraschalluntersuchung und es besteht eine Strahlenbelastung. Oft sind die
Gallenwege wegen Darmüberlagerungen nicht gut sichtbar oder ganz kleine
Gallensteine können mit dem Ultraschall übersehen werden. Hier hilft die
Computertomographie weiter.
Gallengangsystemspiegelung (Endoskopie)
Bei dieser minimalinvasiven Untersuchung wird mittels eines Schlauchs eine
Kamera über den Mund, in die Speiseröhre und den Magen bis in den
Zwölffingerdarm im Bereich der gemeinsamen Mündung des Gallen­ und
des Bauchspeicheldrüsenganges vorgeschoben.
Bei dieser Untersuchung kann das Gallensystem untersucht und gleichzeitig
können Gewebeproben entnommen werden. Gallensteine können zum
Beispiel gefasst und aus dem Gallengang entfernt werden. Anschliessend
werden die Gallensteine über den Darm ausgeschieden.
MRT oder Kernspinntomographie
Die Kernspinntomographie ist zwar die teuerste Untersuchungsmethode, hat
aber den Vorteil, dass der Patient nicht mit Strahlen belastet wird, wie das
z.B. mit Röntgenaufnahmen der Fall ist.
Histologische Untersuchung – Lebergewebsprobe
Wenn sowohl die Blutergebnisse wie auch die bildgebenden Darstellungen
(Ultraschall, Computertomographie, MRT) keinen Aufschluss zur Ursache
der Erkrankung ergeben, wird eine Lebergewebsprobe notwendig.
Unter lokaler Betäubung wird mittels einer Punktion ein Stück Lebergewebe
entnommen (Leberbiopsie) und mikroskopisch untersucht. Damit kann nicht
nur die Ursache der Leberschädigung (z.B. eine Fettleber) sondern auch die
Schwere der Leberschädigung festgestellt werden.
Fakten und Zahlen zu Lebererkrankungen
Für das Überleben einer chronischen Lebererkrankung ist die Ursache
zweitrangig. Die Schwere und die Dauer der Lebererkrankung bis zur
Diagnosestellung sind viel wichtiger.
Die Leberzirrhose zum Beispiel entsteht über viele Jahrzehnte, weshalb
häufig erst ältere Menschen, meist über 65­ jährig, an Leberzirrhose
erkranken. Leberzirrhose ist häufiger als man denkt: jeder 10­20.
Erwachsene ist davon betroffen – Tendenz steigend. Eine Leberzirrhose
(Leberschrumpfung) ist in der Regel nicht reversibel. Für das Überleben in
weit fortgeschrittenen Stadien kann eine Lebertransplantation notwendig
sein.
Hepatitis C­Virusinfektion und Folgeerkrankungen
Bis Ende des zweiten Weltkrieges war die Hepatitis­C­Infektion kaum
bekannt. Nach 1960 bis ca. Ende der 1990­er Jahre stiegen die
Neuinfektionen um über das 6­Fache an und nahmen danach wieder stark
ab. Insbesondere Neuinfektionen via Bluttransfusion gab es keine mehr.
Der Grund dafür war die Einführung eines Testes, mit welchem das Hepatitis
C im Blut nachgewiesen werden konnte. Mit dem Test konnten ab sofort
sämtliche Blutkonserven vor einer Bluttransfusion getestet werden.
Die Anzahl der Lebererkrankungen durch Hepatitis C­Infektionen ist in der
Gesamtbevölkerung trotzdem ansteigend und zwar deshalb, weil die
Infektionen bei Erwachsenen, die vor 1990 mit dem Hepatitis­C­Virus
angesteckt wurden, wahrscheinlich erst Jahrzehnte später entweder durch
Zufall oder durch Beschwerden der Leberentzündung, entdeckt werden.
Leberkrebserkrankungen
In zwei Jahrzehnten (zwischen 1981 und 1998) kam es in den USA zu einer
ArtikelId: 16037836
Ausschnitt Seite: 4/7
Unter lokaler Betäubung wird mittels einer Punktion ein Stück Lebergewebe
entnommen (Leberbiopsie) und mikroskopisch untersucht. Damit kann nicht
nur die Ursache der Leberschädigung (z.B. eine Fettleber) sondern auch die
Schwere der Leberschädigung festgestellt werden.
Datum: 29.01.2014
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Fakten und Zahlen zu Lebererkrankungen
Für das Überleben einer chronischen Lebererkrankung ist die Ursache
zweitrangig. Die Schwere und die Dauer der Lebererkrankung bis zur
Diagnosestellung sind viel wichtiger.
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Die Leberzirrhose zum Beispiel entsteht über viele Jahrzehnte, weshalb
häufig erst ältere Menschen, meist über 65­ jährig, an Leberzirrhose
erkranken. Leberzirrhose ist häufiger als man denkt: jeder 10­20.
Erwachsene ist davon betroffen – Tendenz steigend. Eine Leberzirrhose
(Leberschrumpfung) ist in der Regel nicht reversibel. Für das Überleben in
weit fortgeschrittenen Stadien kann eine Lebertransplantation notwendig
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Hepatitis C­Virusinfektion und Folgeerkrankungen
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Bis Ende des zweiten Weltkrieges war die Hepatitis­C­Infektion kaum
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bekannt. Nach 1960 bis ca. Ende der 1990­er Jahre stiegen die
Neuinfektionen um über das 6­Fache an und nahmen danach wieder stark
ab. Insbesondere Neuinfektionen via Bluttransfusion gab es keine mehr.
Der Grund dafür war die Einführung eines Testes, mit welchem das Hepatitis
C im Blut nachgewiesen werden konnte. Mit dem Test konnten ab sofort
sämtliche Blutkonserven vor einer Bluttransfusion getestet werden.
Die Anzahl der Lebererkrankungen durch Hepatitis C­Infektionen ist in der
Gesamtbevölkerung trotzdem ansteigend und zwar deshalb, weil die
Infektionen bei Erwachsenen, die vor 1990 mit dem Hepatitis­C­Virus
angesteckt wurden, wahrscheinlich erst Jahrzehnte später entweder durch
Zufall oder durch Beschwerden der Leberentzündung, entdeckt werden.
Leberkrebserkrankungen
In zwei Jahrzehnten (zwischen 1981 und 1998) kam es in den USA zu einer
Verdoppelung der Leberkrebsfälle, ausgelöst durch Hepatitis­C­
Virusinfektionen sowie durch Fettlebererkrankungen. Mittlerweile gehört
Leberkrebs zu den 10 häufigsten Krebserkrankungen. Der Grund dafür sind
schweres Übergewicht durch Fastfood und Bewegungsmangel.
Daten zu schwerem Übergewicht und Diabetes aus den USA
Im Jahr 1994 waren 14­17.9% schwer Übergewichtig (Body­Mass­Index
über 30) und 4.5 – 5.9% litten an Diabetes. Seither steigen diese Raten
jährlich an: Im Jahr 2000 waren 18­22% schwer übergewichtig und 6­7.4%
litten an Diabetes und im Jahr 2010 waren es bereits 22­26% Fettleibige und
fast 9% litten an Diabetes. Dementsprechend sind die wichtigsten Vorbeugemassnahmen zur
Vermeidung einer Fettleber: eine ausgewogene Ernährung, regelmässige
Bewegung und Vermeidung von Alkohol.
Akute und Chronische Lebererkrankung – Vorbeugen und
Überleben
Eine akute Lebererkrankung, die frühzeitig entdeckt und behandelt wird,
heilt zu 80­90% ohne Folgen für den Betroffenen aus.
Vorbeugemassnahmen betreffend Leberentzündungen
Gegen die Hepatitis A und B kann eine Impfung schützen. Gegen Hepatitis C
gibt es keine Impfung. Die Hepatitis C wir übertragen durch Sexualkontakt,
offene Wunden, Drogenbesteck, vor 1990 auch durch Bluttransfusionen,
Tätowierungen und früher auch bei Zahnbehandlungen in „Billigländern“.
Während der Geburt können infizierte Mütter durch Verletzungen das Baby
anstecken. Medikamente sollten immer nach Absprache mit dem Arzt oder Apotheker
eingenommen werden – dies gilt auch für rezeptfreie Medikamente (z.B.
Schmerzmittel) oder auch teilweise für pflanzliche Präparate (Kava­Kava).
Vorbeugung der chronischen Fettleber
Vermeidung der Ursache Nummer 1 Alkohol: Ein erwachsener Mann
sollte täglich nicht mehr 40g Alkohol zu sich nehmen (Rotwein scheint
dabei weniger schädlich zu sein als Schnaps); Frauen nicht mehr als 20­
30g täglich. Bei bestehender Lebererkrankung (z.B. Hepatitis C) sollte
strikt auf Alkohol verzichtet werden.
Vermeidung der Ursache Nummer 2: Metabolisches Syndrom
(Übergewicht, Diabetes, zu hohe Blutdruckwerte, zu hohe Blutfettwerte:
Übergewicht vermeiden oder Gewichtsreduktion durch Diät und
Bewegung; allenfalls können Medikamente zur Gewichtsreduktion oder
ein einen magenchirurgischer Eingriff (z. B. Magenband,
Magenverkleinerung etc.) die Gewichtsreduktion unterstützen. Wichtig:
Bereits ein paar verlorene Kilos können die Leberwerte verbessern.
Behandlung der Grunderkrankung, Verhinderung von
Leberzirrhose oder Leberkrebs
Wichtig für den Verlauf der Lebererkrankung ist die möglichst frühzeitige
Erkennung. Dies geschieht am einfachsten durch Messung der Leberwerte
sowie durch Ultraschalluntersuchungen, welche der Hausarzt durchführen
kann.
Bei bestehender Grunderkrankung (z.B. einer Virushepatitis C und B) muss
Alkohol dringend vermieden werden. Mit modernen Medikamenten
(Interferonen), kann die Viruslast heute gut eingedämmt werden, sodass
eine Heilungsrate von 80% erreicht wird. Im nächsten Jahr (2014) werden
drei neue orale Medikamente zur Behandlung der Virushepatitis C auf den
Markt kommen, welche die Interferonspritzen, die mit starken
Nebenwirkungen einhergehen, ablösen werden. Allerdings werden diese
Medikamente extrem teuer sein: Die Kosten für ein halbes Jahr werden pro
Patient auf ca. 40‘000 Franken prognostiziert.
Bei den Autoimmunerkrankungen werden entzündungshemmende
Medikamente und Medikamente zur Unterdrückung des Immunsystems
eingesetzt (z.B. Kortison).
Bei den Gallenwegserkrankungen wird ein spezielles Gallensalz
(Ursodesoxycholsäure) zur Verbesserung der Leberfunktion eingesetzt.
Vermeidung von Komplikationen bei einer chronischen
Lebererkrankung
Ist die Leber bereits erkrankt muss dringend Alkohol vermieden werden und
Medikamente sollen nur nach Absprache mit dem Arzt eingenommen
werden.
Weitere Massnahmen sind:
Impfungen gegen Hepatitis A und B
Regelmässige Ultraschalluntersuchungen, um zum Beispiel
Wasseransammlungen im Bauch frühzeitig zu entdecken
Regelmässige Laborkontrollen (Leberfunktion) und eventuelle
Magenspiegelung zum Aufdecken von lebensgefährlichen Krampfadern
(Blutungsgefahr).
Bei bestehender Leberzirrhose kommen folgende Medikamente
zum Zug:
Wasserausschwemmende Medikamente bei Wasserbauch (Ascites)
Antibiotika bei Infektionen
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Bei bestehender Grunderkrankung (z.B. einer Virushepatitis C und B) muss
Alkohol dringend vermieden werden. Mit modernen Medikamenten
(Interferonen), kann die Viruslast heute gut eingedämmt werden, sodass
eine Heilungsrate von 80% erreicht wird. Im nächsten Jahr (2014) werden
drei neue orale Medikamente zur Behandlung der Virushepatitis C auf den
Markt kommen, welche die Interferonspritzen, die mit starken
Nebenwirkungen einhergehen, ablösen werden. Allerdings werden diese
Medikamente extrem teuer sein: Die Kosten für ein halbes Jahr werden pro
Patient auf ca. 40‘000 Franken prognostiziert.
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Bei den Autoimmunerkrankungen werden entzündungshemmende
Medikamente und Medikamente zur Unterdrückung des Immunsystems
eingesetzt (z.B. Kortison).
Bei den Gallenwegserkrankungen wird ein spezielles Gallensalz
(Ursodesoxycholsäure) zur Verbesserung der Leberfunktion eingesetzt.
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Vermeidung von Komplikationen bei einer chronischen
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Ist die Leber bereits erkrankt muss dringend Alkohol vermieden werden und
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Medikamente sollen nur nach Absprache mit dem Arzt eingenommen
werden.
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Weitere Massnahmen sind:
Impfungen gegen Hepatitis A und B
Regelmässige Ultraschalluntersuchungen, um zum Beispiel
Wasseransammlungen im Bauch frühzeitig zu entdecken
Regelmässige Laborkontrollen (Leberfunktion) und eventuelle
Magenspiegelung zum Aufdecken von lebensgefährlichen Krampfadern
(Blutungsgefahr).
Bei bestehender Leberzirrhose kommen folgende Medikamente
zum Zug:
Wasserausschwemmende Medikamente bei Wasserbauch (Ascites)
Antibiotika bei Infektionen
Medikamente zur Senkung des Blutstaus vor der Leber oder Behandlung
von Krampfadern
Medikamente zur Stuhlregulierung (Milchzucker) vermindern Giftbildung
im Darm
Behandlung von weiteren Komplikationen einer Leberzirrhose
Blutende Krampfadern in der Speiseröhre können durch eine
Speiseröhrenspiegelung entdeckt und gleichzeitig behandelt werden. Bei
Blutstau müssen künstliche Umleitungen gelegt werden, sodass das Blut
andere Wege findet. Häufig bleibt aber nur noch die Lebertransplantation.
Behandlung von Leberkrebs
Leberkrebs oder Tumore im Gallensystem können operativ oder
medikamentös behandelt werden. Bei Leberkrebs bleibt mitunter als
einzige heilende Option die Lebertransplantation.
Zusammenarbeit Hausarzt und Facharzt/Klinik
(Gastroenterologe)
Der enge Kontakt zwischen dem Hausarzt und dem Facharzt ist sehr wichtig
bei der Lebererkrankung. Insbesondere Erstuntersuchungen und
Abklärungen kann der Hausarzt vornehmen: Messung der Leberwerte,
Nachweis einer Hepatitis­Infektion oder auch der Nachweis von
Blutbildveränderungen. Da der Hausarzt den Patienten meist besser kennt
als der Facharzt, ist er für die Therapiekontrolle sowie die
Therapiemotivation ebenfalls sehr gut geeignet.
Der Facharzt wird beigezogen, wenn nicht klar ist, ob eine Therapie
notwendig ist sowie zur Einleitung der Behandlung, für Dosisanpassungen
oder zur Behandlung von Nebenwirkungen. Ob allenfalls eine Therapie
abgebrochen werden soll, sollte ebenfalls dem Facharzt überlassen werden.
Wichtig ist ein reger Austausch zwischen Hausarzt und Facharzt über
Zwischenwerte und Befunde während der Therapie.
Voraussichtliche Entwicklung von häufigen Lebererkrankungen
in den nächsten 10 Jahren
Lebererkrankungen mit Alkohol als Ursache werden zunehmen – hier spielt
der Alkoholkonsum der Jugendlichen eine grosse Rolle. Mit den Alcopops
(alkoholische Süssgetränke) werden die Jugendlichen nach und nach zum
Alkoholkonsum „erzogen“. Die Zahl der nichtalkoholischen Fettleber
aufgrund des metabolischen Syndroms wird ebenfalls zunehmen.
Die Lebererkrankungen der Hepatitis C­Virusinfektionen, insbesondere
durch Bluttransfusionen vor 1990, werden weit in die 2000 Jahre
zunehmend spürbar werden, obwohl die Zahl der Neuinfektionen stetig
sinkend ist. Die Zahl der Leberkrankheiten durch Hepatitis B­Infektionen
nimmt dank der Impfung, die in sehr vielen Ländern bereits im
Säuglingsalter verabreicht wird, weiter stark ab.
Zahlen für die Entwicklung von Lebererkrankungen in Deutschland
Von ca. 1.6 Millionen Menschen mit alkoholbedingter Fettleber werden etwa
90­100% eine chronische Leberentzündung und etwa 10­20% (160‘000) im
Laufe ihres Lebens eine Leberzirrhose entwickeln.
Bei den hypothetischen 16 Millionen Menschen mit nichtalkoholbedingter
Fettleber (Metabolisches Syndrom) werden 30% an einer „bedeutsamen“
Fettleber leiden und etwa 2­3% eine chronische Leberentzündung
entwickeln. Etwas weniger als 1% werden eine Leberzirrhose entwickeln,
was aber dennoch ca. 100‘000 Leberzirrhosen infolge einer
nichtalkoholbedingten Fettleber bedeuten wird.
Interview mit Prof. Dr. med. Gerd Treiber
Frage: Das metabolische Syndrom ist ein wichtiger Risikofaktor für die
nichtalkoholbedingte Fettleber. Wie erkennen Betroffene, dass Sie
gefährdet sind und was können Sie vorbeugend dagegen tun?
Antwort: Zusammen mit dem Hausarzt sollten die Risikofaktoren für das
metabolische Syndrom überprüft werden, Übergewicht kann man in der
Regel selbst feststellen (Faustformel: Körpergrösse in cm ­ 100 ist gleich
max. zulässiges Gewicht). Dann stehen im Vordergrund die
Bekämpfung/Korrektur der Risikofaktoren und mehr Bewegung.
Frage: Was kann der Hausarzt tun, wenn bei einer Routinekontrolle
erhöhte Leberwerte festgestellt werden und wann sollte ein Patient an
den Spezialisten weitergeleitet werden?
Antwort: Abklärung häufiger Ursachen (Alkohol, metabolisches
Syndrom, Medikamente, virale Hepatitisinfektionen) durch den Hausarzt.
Wird hierbei keine definitive Ursache gefunden oder verschlechtern sich
die Leberwerte trotz Therapie, sollte der Patient zum Spezialisten
überwiesen werden.
Frage: Wie häufig kommt eine Lebertransplantation vor, wie lange ist
die durchschnittliche Wartezeit für eine Leber und wie lange ist die
durchschnittliche Überlebenszeit einer transplantierten Leber?
Antwort: Es gibt deutlich mehr Patienten, welche auf eine neue Leber
warten als Spenderorgane. Durch Skandale ist die Zahl der
Leberspenden sogar rückläufig. Die Wartezeit beträgt oft mehrere Jahre,
kann aber deutlich verkürzt werden, wenn ein naher Angehöriger für
eine Leberteilspende in Frage kommt (hierbei wird nur eine "Hälfte"
entnommen und transplantiert, es handelt sich um eine sogenannte
Lebendspende).
ArtikelId: 16037836
Ausschnitt Seite: 6/7
Datum: 29.01.2014
Fettleber (Metabolisches Syndrom) werden 30% an einer „bedeutsamen“
Fettleber leiden und etwa 2­3% eine chronische Leberentzündung
entwickeln. Etwas weniger als 1% werden eine Leberzirrhose entwickeln,
was aber dennoch ca. 100‘000 Leberzirrhosen infolge einer
nichtalkoholbedingten Fettleber bedeuten wird.
sprechzimmer.ch / Sprechzimmer
Interview mit Prof. Dr. med. Gerd Treiber
Frage: Das metabolische Syndrom ist ein wichtiger Risikofaktor für die
nichtalkoholbedingte Fettleber. Wie erkennen Betroffene, dass Sie
gefährdet sind und was können Sie vorbeugend dagegen tun?
Mediscope AG
3250 Lyss
044/ 204 16 77
www.sprechzimmer.ch
Antwort: Zusammen mit dem Hausarzt sollten die Risikofaktoren für das
metabolische Syndrom überprüft werden, Übergewicht kann man in der
Regel selbst feststellen (Faustformel: Körpergrösse in cm ­ 100 ist gleich
max. zulässiges Gewicht). Dann stehen im Vordergrund die
Bekämpfung/Korrektur der Risikofaktoren und mehr Bewegung.
Medienart: Internet
Frage: Was kann der Hausarzt tun, wenn bei einer Routinekontrolle
Medientyp: Fachmedien
erhöhte Leberwerte festgestellt werden und wann sollte ein Patient an
den Spezialisten weitergeleitet werden?
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Antwort: Abklärung häufiger Ursachen (Alkohol, metabolisches
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Syndrom, Medikamente, virale Hepatitisinfektionen) durch den Hausarzt.
Wird hierbei keine definitive Ursache gefunden oder verschlechtern sich
die Leberwerte trotz Therapie, sollte der Patient zum Spezialisten
überwiesen werden.
Frage: Wie häufig kommt eine Lebertransplantation vor, wie lange ist
die durchschnittliche Wartezeit für eine Leber und wie lange ist die
durchschnittliche Überlebenszeit einer transplantierten Leber?
Antwort: Es gibt deutlich mehr Patienten, welche auf eine neue Leber
warten als Spenderorgane. Durch Skandale ist die Zahl der
Leberspenden sogar rückläufig. Die Wartezeit beträgt oft mehrere Jahre,
kann aber deutlich verkürzt werden, wenn ein naher Angehöriger für
eine Leberteilspende in Frage kommt (hierbei wird nur eine "Hälfte"
entnommen und transplantiert, es handelt sich um eine sogenannte
Lebendspende).
Sprechzimmer bedankt sich herzlich bei Prof. Dr. med. Gerd Treiber für die
ausführlichen und interessanten Informationen rund um die kranke
Leber und wünscht ihm weiterhin viel Erfolg bei sei seiner Arbeit.
Prof. Dr. med. Gerd Treiber, Facharzt Innere
Medizin und Gastroenterologie FMH, Gastrozentrum
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