Relevanz von MRSA – Kolonisation und – Infektion auf der

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Aus der
Chirurgischen Universitätsklinik,
Abteilung Allgemein- und Viszeralchirurgie mit Poliklinik
der Albert-Ludwigs-Universität
Freiburg im Breisgau
Relevanz von MRSA – Kolonisation und
– Infektion auf der chirurgischen Intensivstation
INAUGURAL-DISSERTATION
zur
Erlangung des Medizinischen Doktorgrades
der Medizinischen Fakultät
der Albert-Ludwigs-Universität
Freiburg im Breisgau
vorgelegt 2010
von
Sandra Melanie Stratz
Geboren in Titisee - Neustadt
Dekan:
Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Hubert Erich Blum
1. Gutachter:
PD Dr. Peter Baier
2. Gutachter:
Prof. Dr. Torsten Loop
Jahr der Promotion:
2011
Inhalt
1. EINLEITUNG ................................................................................................................................................... 1
1.1. METHICILLIN – RESISTENTE STAPYHYLOKOKKUS AUREUS (MRSA) – NOSOKOMIALE INFEKTIONEN ........... 1
1.2. ZIELSETZUNG UND FRAGESTELLUNG ........................................................................................................... 4
2. PATIENTEN UND METHODEN ................................................................................................................... 5
2.1. PATIENTENAUSWAHL ................................................................................................................................... 5
2.2. MRSA – SCREENING AUF DEN INTENSIVSTATIONEN 3 UND 4....................................................................... 6
2.3. DATENERHEBUNG ........................................................................................................................................ 7
2.4. DER APACHE – II – SCORE ......................................................................................................................... 8
2.5. LABORWERTE ............................................................................................................................................. 10
2.6. HAUPTDIAGNOSEN UND FACHGEBIETE ....................................................................................................... 12
2.7. ART DER ENTLASSUNG ............................................................................................................................... 13
2.8. TODESURSACHEN ....................................................................................................................................... 13
2.9. ANTIBIOTIKA .............................................................................................................................................. 14
2.10. MRSA – ABSTRICHE UND PRIMÄRER INFEKTIONSORT ............................................................................. 15
2.11. STATISTISCHE AUSWERTUNG ................................................................................................................... 15
3. ERGEBNISSE UND AUSWERTUNGEN .................................................................................................... 17
3.1. ERGEBNISSE DER POSITIV GESCREENTEN PATIENTEN ................................................................................. 17
3.1.1. Demographische Daten ..................................................................................................................... 17
3.1.2. Laborwerte ........................................................................................................................................ 19
3.1.3. Antibiotika ......................................................................................................................................... 24
3.1.4. Chirurgische Fachgebiete ................................................................................................................. 26
3.1.5. Positive MRSA – Abstriche und Infektionsorte.................................................................................. 28
3.1.6. Todesursachen ................................................................................................................................... 30
3.1.7. Apache II Score ................................................................................................................................. 32
3.1.8. Fallberichte der an MRSA verstorbenen Patienten ........................................................................... 35
3.2. ERGEBNISSE DER KONTROLLGRUPPE ......................................................................................................... 36
3.2.1. Demographische Daten ..................................................................................................................... 36
3.2.2. Chirurgische Fachgebiete ................................................................................................................. 36
3.2.3. Todesursachen ................................................................................................................................... 37
3.2.4. Apache II Score ................................................................................................................................. 37
3.3. AUSWERTUNGEN ........................................................................................................................................ 38
3.3.1. Vergleich zwischen Kolonisationsgruppe und Infektionsgruppe ....................................................... 38
Chirurgische Fachgebiete ......................................................................................................................................... 39
Laborwerte ............................................................................................................................................................... 39
Apache Score und Infektionsorte.............................................................................................................................. 39
3.3.2. Vergleich zwischen Kolonisationsgruppe und Kontrollgruppe ......................................................... 40
Chirurgische Fachgebiete ......................................................................................................................................... 40
Apache Score............................................................................................................................................................ 41
Entlassungsart........................................................................................................................................................... 41
4. INTERPRETATION UND DISKUSSION DER ERGEBNISSE................................................................ 42
4.1. BEDEUTUNG DER ERGEBNISSE IN BEZUG AUF POSITIVE SCREENING – RESULTATE .................................... 42
4.2. BEDEUTUNG DER ERGEBNISSE IN BEZUG AUF DIE INFEKTIONSORTE .......................................................... 43
4.3. BEDEUTUNG DER ERGEBNISSE IN BEZUG AUF DIE ANTIBIOTIKA ................................................................ 46
4.4. BEDEUTUNG DER ERGEBNISSE IN BEZUG AUF DIE CHIRURGISCHEN ABTEILUNGEN .................................... 48
4.5. BEDEUTUNG DER ERGEBNISSE IN BEZUG AUF DEN APACHE II SCORE ..................................................... 49
4.6. BEDEUTUNG DER ERGEBNISSE IN BEZUG AUF DIE TODESURSACHE ............................................................ 50
4.7. EINSCHRÄNKUNGEN UNSERER ERGEBNISSE ............................................................................................... 50
5. ZUSAMMENFASSUNG ................................................................................................................................ 52
ANHANG............................................................................................................................................................. 53
ERKLÄRUNG..................................................................................................................................................... 59
LEBENSLAUF ........................................................................... FEHLER! TEXTMARKE NICHT DEFINIERT.
DANKSAGUNG.................................................................................................................................................. 62
LITERATURVERZEICHNIS ........................................................................................................................... 63
1. Einleitung
1.1. Methicillin – resistente Stapyhylokokkus aureus (MRSA) –
nosokomiale Infektionen
Weltweit nimmt die Zahl an Methicillin-resistentem Stapylokokkus aureus über die
letzten Jahre zu. So stieg in Mitteleuropa der Anteil von MRSA an S. aureus –
Isolaten von 15,2% im Jahr 1998 auf 20,7% im Jahr 2001.1 Allerdings variiert die
MRSA- Prävalenz innerhalb Europa erheblich. Während die skandinavischen Länder
und die Niederlande eine Prävalenz von < 1% aufzeigen, beträgt die Prävalenz im
Süden und Westen Europas über 40%.2
Unter bestimmten Rahmenbedingungen, wie zum Beispiel einer bereits vorliegenden
Immunschwäche des Patienten, kann eine harmlose Besiedelung mit dem Bakterium
zu einer zum Teil lebensbedrohlichen Infektion werden. Die Infektionen reichen von
einer
lokalen
Infektion
der
Haut
und
Schleimhäute,
die
zur
klassischen
Abszessbildung führen können, bis hin zur Infektion der inneren Organe, wie zum
Beispiel der Lunge oder des Knochens. Im Zuge solcher Infektionen kommt es leicht
zu einer Sepsis oder gar einem septischen Schock.
MRSA sind meist multiresistent gegen mehrere Antibiotikaklassen, hierzu gehören
alle Penicilline, Cephalosporine und Fluorchinolone.
S. aureus gehört zu den häufigen Erregern einer nosokomialen Infektion. Das
endemische Auftreten der MRSA Klone in Kliniken variiert nicht nur zwischen
verschiedenen Krankenhäusern, sondern auch innerhalb eines Krankenhauses je
nach Risikobereich von 0 – 15%, in Einzelfällen sogar bis zu 60%.3
Man spricht von nosokomialen Infektionen, wenn diese später als 48 Stunden nach
der Krankenhausaufnahme auftreten. Im Mittel haben ungefähr 3,5% aller
1
Kresken M, Hafner D, Schmitz F-J, Wichelhaus T, für die Studiengruppe (2003): Resistenzsituation bei
klinisch wichtigen Infektionserregern gegenüber Antibiotika in Deutschland und im mitteleuropäischen Raum.
Bericht über die Ergebnisse einer multizentrischen Studie der Arbeitsgemeinschaft Empfindlichkeitsprüfungen
& Resistenz der Paul-Ehrlich-Gesellschaft für Chemotherapie e. V. aus dem Jahre 2001. Antiinfectives
Intelligence, Bonn
2
Quintel M, Wofgang W (2005): MRSA- eine interdisziplinäre Herausforderung. 1. Auflage, Pfizer Pharma
GmbH, Karlsruhe
3
Höck M, Swidsinski S, Eberspäcker B, et al. (2004): Bakterielle Erreger von Krankenhausinfektionen mit
besonderen Resistenzen und Multiresistenzen. Teil II. Erfassung und Bewertung gem. §23, Abs. I IfSG in einem
regionalen Netzwerk. Bundesgesundheitsbl Gesundheitsforsch Gesundheitsschutz 47: 363-368
-1-
hospitalisierten Patienten eine nosokomiale Infektion, bei Intensivpatienten sogar 15
– 20%. Am häufigsten handelt es sich um Harnwegsinfekte, gefolgt von Pneumonien,
an dritter Stelle stehen die chirurgischen Wundinfektionen und zuletzt die Sepsis.4
Der Anteil von MRSA bei S. aureus – bedingten nosokomialen Pneumonien und
primären Sepsis- Fällen stieg von 1997 bis 2003 um jeweils mehr als 20% an.5
Nosokomiale MRSA – Infektionen führen nicht nur zu einer verlängerten Liegedauer
des Patienten, sondern bereiten den Krankenhäusern zusätzliche ökonomische
Belastung.6,7
Ein effektives MRSA- Management spielt also bei stetig steigender MRSA- Zahl eine
immer größer werdende Rolle. Dieses kann aus der aktiven Suche mittels Screening
bei der stationären Aufnahme, Isolationspflege und Dekolonisation der betroffenen
Patienten, sowie einer konsequenten Händedesinfektion des Krankenhauspersonals
bestehen. Es zeigte sich, dass trotz laufender Kosten für die kontinuierliche
Durchführung des Screenings bereits eine Prävention von 2,9 nosokomialen MRSAInfektionen kostensparend ist.8 Allerdings bringt ein generelles Screening aller
Patienten keinen Vorteil9 und wird aufgrund seiner Personal- und Kostenintensivität
in größeren Kliniken wie die Uniklinik Freiburg nicht durchgeführt. Ein selektives
Screening der Risikopatienten hingegen erfasst genügend besiedelte Patienten, um
eine nosokomiale Übertragung zu verringern.10,11
4
Kayser F, Böttger E, Zinknagel RM, Haller O, Eckert J, Deplazes P (2005): Taschenlehrbuch Medizinische
Mikrobiologie. 11. Auflage, Georg Thieme Verlag, Stuttgart
5
vgl.: Nationales Referenzzentrum für Surveillance für nosokomiale Infektionen 2005: http://www.nrzhygiene.de/surveillance/mrsa.htm
6
Cosgrove S, Qi Y, Kaye K, Harbarth S, Karchmer A, Carmeli Y (2005): The impact of methicillin resistance in
Staphylococcus aureus bacteremia on patient outcomes: mortality, length of stay, and hospital charges. Infect
Control Hosp Epidemiol 26 (2): 166-174
7
Engemann J, Carmeli Y, Cosgrove S, Fowler V, Bronstein M, Trivette S, Briggs J, Sexton D, Kaye K (2003):
Adverse clinical and economic outcomes atributable to methicillin resistance among patients with
Staphylococcus aureus surgical site infection. Clin Infect Dis 36: 592-598
8
Wernitz MH, Keck S, Swidsinski S, Schulz s; Veit SK (2005): Cost analysis of a hospital-wide selective
screening-progamme for methicillin resistant Staphylococcus aureus (MRSA) carriers in the context of diagnosis
related groups (DRG) payment. Clin Microbiol Infect 11 (6): 466-471
9
Girou E, Azar J, Wolkenstein P, Cizeau F, Brun-Buisson C, Roujeau JC (2000): Comparison of systematic
versus selective screening for methicillin resistant Staphylococcus aureus carriage in a high risk dermatology
ward. Infect Control Hosp Epidemiol 21: 583-587
10
Eveillard M, Ernst C, Couviller S, Lescure FX, Malpaux M, Defouilloy I (2002): Prevalence of methicillin
resistant Staphylococcus aureus cariage at the time of admission in two geriatirc wards. J Hosp Infect 50: 122126
11
Troillet N, Yehuda C, Samore MH, Dakos J, Eichelberger K, De Girolami PC et al. (1998): Carriage of
methicillin resistant Staphylococcus aureus at hospital admission. Infect Control Hosp Epidemiol 19: 181-185
-2-
Zu den Risikofaktoren für eine Kolonisation mit MRSA gehören:12,13,14,15,16,17,18
•
Weichteilinfektionen
•
Hautläsionen und Wunden, wie zum Beispiel Dekubitalulzera
•
Diabetes mellitus und diabetische Gangrän
•
Dauerkatheter, z.B. Trachealkanülen, transurethrale Dauerkatheter
•
Dialysepflichtigkeit
•
Frühere MRSA – Infektionen, beziehungsweise Besiedelungen
•
Frühere
Krankenhausaufenthalte,
längere
Krankenhausverweildauer,
Aufenthalte auf einer Intensivstation, Verlegung aus einem ausländischen
Krankenhaus
•
Aufenthalte in Pflege – und Altersheimen
•
Vorangegangene Antibiotikatherapie, vor allem mit Cephalosporinen der
dritten Generation und Fluorchinolonen
In einer Studie in einem 700 – Betten – Krankenhaus konnte gezeigt werden, dass
nach einer sorgfältigen Risikogruppen – Definition nur 1,5% aller Patienten bei der
stationären Aufnahme gescreent werden müssen.19
Zwar ist in Deutschland derzeit das selektive Screening von Risikopatienten von der
Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRIKO) empfohlen,
allerdings ist in dieser Empfehlung die Kontaktisolierung (Tragen von Kitteln,
Mundschutz, Haarschutz und Handschuhen, Händedesinfektion, Unterbringung der
betroffenen Patienten in Einzelzimmern) bis zum MRSA – Ausschluss nicht
12
Corea E, de Silva T, Perera J (2003): Methicillin-resistant Staphylococcus aureus: prevalence , incidence and
risk factors associated with colonization in Sri Lanka. J Hosp Infect 55: 53-59
13
Eveillard M, Ernst C, Cuviller S, Lescure FX, Malpaux M, Defoulloy I (2002): Prevalence of methicillinresistant Staphylococcus aureus carriage at time of admission in two geriatric wards. J Hosp Infect 50: 122-126
14
Lucet JC, Chevret S, Durand-Zaleski I, Chastang C, Régnier B (2003): Prevalence and risk facors for carriage
of methicillin-resistant Staphylococcus aureus at admission to the intensive care unit. Arch Intern Med 163: 181188
15
Mulligan ME, Murray-Leisure KA, Ribner BS, Standiford HC, John JF, Korvick JA et al. (1993): Methicillinresistant Staphylococcus aureus: a consensus review of the microbiology, pathogenesis, and epidemiology with
implications for prevention and management. Am J Med 94: 313-328
16
Samad A, Banerjee D, Carbans N, Ghosh S (2002): Prevalence of methicillin-resistant Staphylococcus aureus
colonization in surgical patients, on admission to a Welsh hospital. J Hosp Infect 51: 43-46
17
Troillet N, Yehuda C, Samore MH, Dakos J, Eichelberger K, De Girolami PC et al. (1998): Carriage of
methicillin-resistant Staphylococcus aureus at hospital admission. Infect Control Hosp Epidemiol 19:181-185
18
Working Party Report 81998): Revised guidelines fort he conrtol of methicillin-resistant Staphylococcus
aureus infection in hospitals. J Hosp Infect 39: 253-290
19
Wernitz MH, Swidsinski S, Weist K, Sohr D, Witte W, Franke KP, Roloff D, Rüden H, Veit SK (2005):
Efectiveness of a hospital-wide selctive screening programme for methicillin resistant Staphylococcus aureus
(MRSA) carriers at hospital admission to prevent hospital-acquired MRSA infections. Clin Microbiol Infect 11
(6): 457-465
-3-
enthalten.20 Dies ist jedoch bereits seit einigen Jahren unter anderem in den
Niederlanden und Skandinavien, der Fall21,22,23. So konnte in diesen Ländern der
MRSA – Anteil auf 1% niedrig gehalten werden. In Deutschland beträgt die MRSA –
Prävalenz seit Jahren konstant 20%.24
1.2. Zielsetzung und Fragestellung
Ziel unserer Studie war es, durch eine retrospektive Datenerhebung herauszufinden,
ob eine Besiedelung beziehungsweise eine Infektion mit MRSA auf den
chirurgischen Intensivstationen 3 und 4 des Universitätsklinikums Freiburg mit einer
erhöhten Letalität einhergeht.
Nach subjektiver Einschätzung der Ärzte dieser Intensivstationen war eine MRSA –
Kolonisation nicht mit einer höheren Krankenhaus – Sterblichkeit verbunden. Es galt
nun zu überprüfen, ob dies den Tatsachen entspricht.
20
Kommision für Krankenahushygiene und Infektionsprävention (1999): Empfehlung zur Prävention und
Kontrolle von Methicillin resistanten Staphylococcus aureus-Stämmen (MRSA) in Krankenhäusern und anderen
medizinischen Einrichtungen. Bundesgesundheitsbl Gesundheitsforsch Gesundheitsschutz 42 (12): 954-958
21
Guidline of the Working Party Infection Prevention No. 35a: Management policy for methicillin resistant
Staphylococcus aureus
22
Working Party Reprot. Revised guidelines fort he control of methicillin resistant Staphylococcus aureus
infection in hospitals. J Hosp Infect 39: 253-290
23
Muto CA, Jernigan JA, Ostrowsky BE, Richet HM, Jarwis WR, Boyce JM et al. (2003): SHEA Guideline for
preventing nosocomial transmission of multidrug-resistant strains of Staphylococcus aureus and Enterococcus.
Infect Control and Hosp Epidemiol 24 (5): 362-386
24
vgl.: SARI- Daten 2010: www.sari.ipse-freiburg.de
-4-
2. Patienten und Methoden
2.1. Patientenauswahl
Auf den Intensivstationen 3 und 4 der Allgemein – und Viszeralchirurgischen
Abteilung des Universtiätsklinikums Freiburg (im Folgenden Intensiv 3/4) wurden im
Zeitraum vom 01.01.2000 bis zum 31.12.2006 insgesamt 14976 Patienten behandelt.
Obwohl der Schwerpunkt dieser beiden Stationen auf der Viszeralchirurgie liegt,
werden hier zusätzlich Patienten von der plastischen Chirurgie, der Traumatologie,
der Urologie und der Orthopädie behandelt. Da in der Universitätsklinik Freiburg die
Herz – und Gefäßchirurgie, sowie die Transplantationschirurgie, die Anästhesiologie,
die Innere Medizin und die Neurologie jeweils über eine eigene Intensivstation
verfügen, wurden Patienten aus diesen Fachbereichen in dieser Studie prinzipiell
nicht mit einbezogen, jedoch mit einigen Ausnahmen (siehe Hauptdiagnosen und
Fachgebiete).
In die Studie aufgenommen wurden zunächst alle auf der Intensivstation versorgten
Patienten, bei welchen ein oder mehrere Abstriche des unten beschriebenen MRSA
– Screenings, beziehungsweise während ihres intensivstationären Aufenthaltes bei
Verdacht abgenommenen Abstriche, positiv ausfielen. Gab es bei den Patienten
mehrere Intensivaufenthalte in dem oben genannten Zeitraum, so wurden sie
dennoch nur einfach bewertet.
So ergab sich eine Kohorte von 98 MRSA – Patienten aus den Fachbereichen
Viszeralchirurgie, Orthopädie und Traumatologie, sowie Transplatations – und
Gefäßchirurgie, welche retrospektiv bewertet wurden.
Zusätzlich untersuchten wir zum Vergleich eine Kontrollgruppe, in die ausschließlich
Patienten mit einem negativen Screening – Ergebnis aufgenommen wurden (siehe
Datenerhebung).
-5-
2.2. MRSA – Screening auf den Intensivstationen 3 und 4
Bei der stationären Aufnahme auf die Intensivstationen der Uniklinik Freiburg werden
folgende Patienten und Patientinnen auf MRSA gescreent25,26:
•
Alle Patienten, die älter als 60 Jahre sind
•
Patienten , die von anderen Kliniken verlegt wurden
•
Patienten von anderen Intensivstationen
•
Ausländische Patienten
•
Patienten mit längerem (>1 Woche) und wiederholtem Krankenhausaufenthalt
•
Chronische Dialysepatienten
•
Frühere MRSA- Patienten
•
Patienten mit chronischen Hautläsionen und Wunden
•
Patienten aus Einrichtungen mit bekanntem MRSA- Problem
•
Patienten
mit
vorausgegangener
Antibiotikatherapie
(>
2
Wochen
durchgeführte Therapie mit einem Breitspektrum – Antibiotikum)
•
alle Transplantpatienten
Nicht gescreent werden Patienten, welche unter einer MRSA – wirksamen Therapie
stehen, sowie Patienten, welche bereits zuvor auf anderen Stationen gescreent
wurden.
Für die Durchführung wird jeweils mit einem sterilen, mit 0,9%-igem NaCl
angefeuchteten Tupfer ein Abstrich von beiden Nasenlöchern, beiden Leisten,
alternativ auch perineal und aus dem Rachen entnommen, so dass insgesamt drei
Tupfer untersucht werden. Bei dem Vorliegen von offenen chronischen Wunden, wie
auch beim Dekubitus, wird auch von dort eine Probe entnommen. Diese werden in
das Institut für Mikrobiologie eingeschickt. Das Screening erfolgt in jedem Einzelfall
in Rücksprache mit einem Arzt der Station.
25
Institut für Umweltmedizin und Krankehaushygiene, Universitiätsklinikum Freiburg: HygienestandardMRSA Screening bei Patientenaufnahme
26
Abteilung Allgemein- und Viszeralchirurgie mit Poliklinik, Universitiätsklinikum Freiburg:
Verfahrensanweisung zum MRSA- Screening auf Intensiv 3 und 4
-6-
Bei Verdacht auf MRSA werden nur einmal die Abstriche entnommen und zwar aus
der Nase, dem Rachen, vom Perineum oder den Leisten und gegebenenfalls aus
offenen Wunden.
2.3. Datenerhebung
Die Patientendaten wurden retrospektiv anhand der archivierten Patientenakten
ausgewertet. Diese lagen für alle Patienten in eingescannter und elektronisch
archivierter Form vor. Die in der Studie erfassten Daten und Diagnosen stützen sich
auf Verlegungs- und Entlassbriefe, sowie auf dokumentierte Untersuchungen, welche
auf der Intensivstation 3/4 durchgeführt wurden. Ferner wurden die benötigten
Laborwerte aus den elektronischen Laborergebnismitteilungen entnommen. Die
Vitalparameter sowie die durchgeführten Therapien entstammten der eingescannten
Form der Pflegedokumentationen der Intensivstation. Nicht erfasste Labor – und
Vitalparameter wurden als Normwerte im physiologischen Bereich angenommen.
In der Studie erfasst wurden Patientenname, Geburtsdatum, Geschlecht, die
Hauptdiagnose, sowie das jeweiligen Fachgebiet. Weiterhin wurden bestimmte
Laborwerte, welche der Kontrolle des Gesundheitszustandes der Patienten dienen,
erfasst. Ferner wurde die Art der Entlassung, sowie bei den Verstorbenen die
Todesursache dokumentiert.
Die positiv gescreenten Patienten wurden retrospektiv in zwei Gruppen unterteilt,
hierbei wurde unterschieden, ob es sich bei dem positiven MRSA – Screening
lediglich
um
eine
behandlungspflichtige
Kolonisation
Infektion
handelte,
vorlag.
Dies
oder
wurde
ob
aus
eine
tatsächliche,
den
vorliegenden
Pflegedokumentationen, den Entlassbriefen und den Lokalisationen der positiven
MRSA – Abstriche entnommen.
In der Gruppe der Infektionen wurde die Lokalisation der positiven MRSA –
Nachweise, sowie der primäre Ort der MRSA – Infektion erfasst. Weiterhin wurde in
dieser Patientengruppe das verwendete Antibiotikum mit in die Studie aufgenommen.
Die negativ gescreenten Patienten in der Kontrollgruppe wurden jeweils anhand von
„matched pairs“ zu den besiedelten Patienten gesucht, das heißt, für jeden
-7-
besiedelten Patienten wurde ein in Alter, Geschlecht und Aufenthaltszeitraum auf der
Intensivstation passender Patient gesucht, bei dem bei Aufnahme ein MRSA –
Screening durchgeführt wurde und negativ ausfiel.
Zuletzt wurde der APACHE – II – Score (Acute Physiology And Chronic Health
Evaluation) für die ersten 24 Stunden nach Aufnahme auf der Intensivstation
erhoben.
2.4. Der APACHE – II – Score
Um Vergleichbarkeit gewährleisten zu können, muss der Gesundheitszustand der
Patienten bei Aufnahme objektiviert werden. Zu diesem Zweck wurde der APACHE II
Score
27 28
,
herangezogen. Anhand dieses Scores lässt sich eine Aussage über die
Prognose eines Patienten treffen.
Der Score errechnet sich aus 12 physiologischen Parametern, dem Alter der
Patienten und bestimmten chronischen Vorerkrankungen29, sowie stattgefundenen
Operationen30.
Die physiologischen Parameter sind:
•
Rektaltemperatur
•
Mittlerer arterieller Druck
•
Herzfrequenz
•
Atemfrequenz
•
Oxygenierung
•
Arterieller pH – Wert
•
Serumnatrium- und kalium
•
Serumkreatinin
•
Hämatokrit
27
Knaus WA, Zimmermann JE, Wagner DP, Draper EA, Lawrence DE (1981) APACHE- Acute Physiology
And Chronic Health Evaluation; Crit Care Med 9: 591-597
28
Knaus WA, Draper EA, Wagner DP, Zimmermann JE (1985): APACHE II – a severety of disease
classificaction system, Crit Care Med 13: 818-829
29
Lefering, R., Dicke S, Böttcher B, Neugebauer E.; (1997): APACHE II Score und Prognose von
Intensivpatienten nach Trauma. In: Langenbecks Arch Chir Suppl II (Kongressbericht 1997) :1387 - 1389
30
vgl.: A. Gerdes 2004, http://www.intensivcareunit.de/apache2.html
-8-
•
Leukozytenzahl
Glasgow – Coma – Scala (bei Patienten, welche direkt aus dem OP kamen und
bereits intubiert und beatmet waren, wurde ein GCS von 15 angenommen. Somit hat
der GCS keinen Einfluss auf den APACHE score)
Je größer jeweils die Abweichung dieser Parameter von Normwert ist, desto mehr
Punkte ergeben sich für den Score.
Das Alter der Patienten wird ebenfalls mit Punkten versehen: Je älter der Patient ist,
desto höher ist sein Score. Patienten unter 44 Jahren erhalten keine zusätzlichen
Punkte, während bei Patienten über 75 Jahre aufgrund ihres Alters 6 Punkte dazu
addiert werden.
Die folgenden chronischen Grundkrankheiten haben einen Einfluss auf den Score
(Chronic Health Evaluation):
•
Durch Biopsie gesicherte Leberzirrhose und festgestellter portaler Hochdruck
•
Obere gastrointestinale Blutungen in der Vorgeschichte, ausgehend von einer
portalen Hypertension
•
Vorhergehende
Episoden
mit
hepatischer
Insuffizienz,
hepatischer
Enzephalopathie, hepatischem Koma
•
Chronische Herzinsuffizienz, New York Heart Association (NYHA) IV
•
Chronisch restriktive, obstruktive oder gefäßbedingte Erkrankungen, die mit
einer schweren Einschränkung bei leichten Aufgaben einhergehen
•
Bekannte chronische Hypoxie, Hyperkapnie, sekundäre Polyzystämie
•
Schwere pulmonale Hypertension, Beatmungsabhängigkeit
•
Chronische Dialyse
•
Immunsuppression,
hochdosierte
Chemotherapie,
Steroide,
sowie
Bestrahlung,
Erkrankungen,
langfristige
welche
mit
oder
einer
Immunschwäche einhergehen (z.B. Leukämie, Lymphom, AIDS)
Das Vorliegen einer dieser Erkrankungen in Abhängigkeit davon, ob der Patient
elektiv oder notfallmäßig operiert werden musste bzw. keine Operation nötig war,
führt zu einer weiteren, unterschiedlich stark gewichteten Punktevergabe.
-9-
So ergibt sich eine Gesamtpunktzahl für den APACHE II Score, auf dessen
Grundlage objektive Aussagen über den aktuellen Gesundheitszustandes eines
Patienten möglich sind. Je höher die Punktzahl, desto schlechter ist die Prognose:
Erreichte
0–4
5–9
Punktzahl
Letalität
≈4%
≈8%
10
– 15
– 20
– 25
– 30
– > 34
14
19
24
29
34
≈ 15 %
≈ 25 %
≈ 40 %
≈ 55 %
≈ 75 %
≈ 85 %
27
Um später eine genauere statistische Aussage machen zu können, setzten wir
aufgrund des Sprunges der Todesrate von 25 % auf 40 %, und somit einer signifikant
erhöhten Letalität, einen Cut- off- Wert zwischen 19 und 20 Punkten. Somit
vergleichen wir Patienten, welche einen Wert von 0 – 19 und größer oder gleich 20
aufwiesen miteinander.
Wir vergleichen in dieser Studie diesen Score im Zusammenhang mit dem Vorliegen
einer Besiedelung, beziehungsweise einer Infektion und setzten ihn in Bezug mit den
Infektionsorten und den Todesursachen der infizierten Patienten.
2.5. Laborwerte
Um
im
Verlauf
des
intensivstationären
Aufenthaltes
Aussagen
über
den
Gesundheitszustand, sowie den Schweregrad der zugrundeliegenden Erkrankung
oder einer aktuell vorliegenden Infektion eines Patienten machen zu können,
beurteilten wir in dieser Studie retrospektiv die elektronisch dokumentierten
Laborwerte für den entsprechenden Zeitraum.
Unser
Augenmerk
lag
dabei
auf
den
Leukozyten-,
Thrombozyten-
und
Kreatininwerten. Die Leukozyten und Thrombozyten wurden zum Ausdruck einer
Infektion herangezogen. Ein erhöhter Kreatininwert zeigt ein Nierenversagen an, dies
ist ein wichtiger Risikofaktor für die Letalität auf einer Intensivstation. Damit eine
Aussage über den Verlauf dieser Parameter möglich war, dokumentierten wir den im
gesamten intensivstationären Aufenthalt höchst gemessenen Leukozytenwert, sowie
- 10 -
den
höchsten
Serumkreatininwert
und
den
niedrigsten
gemessenen
Thromobozytenwert.
Um dann eine statistische Aussage darüber treffen zu können, teilten wir die drei
Werte in jeweils drei Gruppen ein: Laborwert erniedrigt, normal oder erhöht. Hierfür
verwendeten wir die jeweiligen physiologischen Referenzbereiche:
Leukozyten 4 – 10 Tausend/µl
Serum – Kreatinin bei Männern 0,5 – 1,2 mg/dl, bei Frauen 0,5 – 0,9 mg/dl
Thrombozyten 150 – 300 Tausend/µl
- 11 -
2.6. Hauptdiagnosen und Fachgebiete
In dieser Studie betrachteten wir ausschließlich die Hauptdiagnose, welche zur
intensiv-stationären Aufnahme auf Intensiv 3/4 führte. Anhand derer teilten wir die
Patienten den jeweiligen Fachgebieten zu. Dies ermöglicht den Vergleich der
chirurgischen Disziplinen in Bezug auf die Kolonisation, beziehungsweise die
Infektion mit MRSA.
Wir teilten die Patienten anhand ihrer Hauptdiagnose in folgende chirurgische
Disziplinen ein:
Viszeralchirurgie:
Diese umfasst alle Patienten, welche aufgrund eines gastro – intestinalen Tumors,
eines Ileus, chronisch – entzündlichen Darmerkrankungen, Magen – und
Darmperforationen,
Pankreatitis,
Appendizitis,
Cholezystitis,
Divertikulitis,
mesenteriale Ischämien und Infarkte, Milzruptur, mesenterialen Blutungen und
Darmfisteln intensivmedizinisch betreut wurden.
Orthopädie/Traumatologie:
Diese Gruppe bildeten alle Patienten, bei denen eine traumatische Fraktur, ein
Schädel
–
Hirn
–
Trauma,
eine
pathologische
Fraktur,
Arthritiden,
Spinalkanalstenosen, Hüft – und Knieprothesen der Grund für die stationäre
Aufnahme auf Intensiv 3/4 waren.
Transplantationschirurgie:
Hierunter befinden sich alle Patienten, die aufgrund einer Nierentransplantation eine
intensivmedizinische Behandlung benötigten.
Gefäßchirurgie:
Patienten, bei welchen eine peripher arterielle Verschlusskrankheit, ein rupturiertes
Aneurysma, ein Verschluss des Truncus coeliacus beziehungsweise der Arteriae
mesenteriae superior et inferior und Thrombembolektomien der Grund für den
intensivstationären Aufenthalt waren.
- 12 -
Sonstige:
Diese Gruppe schließt aufgrund der geringen Fallzahl Patienten aus den
urologischen und plastisch – chirurgischen Fachgebieten zusammen ein. Patienten
in
dieser
Gruppe
wiesen
eine
benigne
Prostatahyperplasie,
ausgedehnte
Dekubitalulzera, eine chronische Osteomyelitis und Weichteildefekte auf und wurden
aufgrund
ihrer
Begleiterkrankungen
auf
der
Intensivstation
3/4
stationär
aufgenommen wurden.
2.7. Art der Entlassung
In dieser Studie wurde unterschieden, ob die Patienten während ihres Aufenthaltes
auf der Intensivstation 3/4 verstarben, ob sie auf eine Normalstation oder in ein
auswärtiges Krankenhaus verlegt werden konnten oder direkt nach Hause entlassen
wurden.
2.8. Todesursachen
Die Todesursachen der beobachteten verstorbenen Patienten wurden in 4 Gruppen
unterteilt:
1. Gruppe: Todesursache MRSA – Infektion
•
Pneumonien
•
septisches Multiorganversagen
•
Aspirationspneumonie
2. Gruppe: abdominale Todesursache
•
septisches Multiorganversagen bei einer Infektion mit anderen Bakterien
•
Peritonitis durch Anastomoseninsuffizienz, Colonperforation, persistierenden
Darmfisteln
•
intraabdominale Blutungen
- 13 -
3. Gruppe: pulmonale Todesursache
•
Magensaftaspiration
•
pulmonale Sepsis aufgrund anderer Bakterien als MRSA
•
respiratorische Insuffizienz bei pulmonalen Vorerkrankungen
4. Gruppe: sonstige Todesursachen
Diese wurden aufgrund ihrer zu geringen Fallzahl nicht einzeln gewertet.
•
akute Leberversagen
•
Asystolie infolge Kammerflimmern
•
Sepsis aufgrund einer nicht MRSA-bedingten, nicht abdominalen oder
pulmonalen Ursache
•
Lungenembolie
2.9. Antibiotika
Anhand der vorliegenden elektronisch archivierten Pflegedokumentationen wurde
das Antibiotikum, welches im kausalen Zusammenhang mit einer MRSA – Infektion
stand, beobachtet. Hierzu zählten die zu dem damaligen Zeitpunkt als MRSA –
wirksame Antibiotika:
•
Vancomycin
•
Doxycyclin
•
Linezolid
•
Cotrimoxazol
Im Jahr 2000 wurde ausschließlich Vancomycin zur Therapie von MRSA –
Infektionen eingesetzt, ab 2001 therapierte man bis Mitte 2002 zusätzlich mit
Cotrimoxazol. Gegen Ende 2001 kam dann Linezolid als MRSA – wirksames
Antibiotikum hinzu. Doxyzyclin fand erst Ende des Jahres 2005 seinen Einsatz zur
MRSA – Therapie.
Wir dokumentierten, mit welchen Antibiotika die infizierten Patienten jeweils
behandelt wurden. So ergibt sich, dass einige dieser Patienten beim Fehlschlagen
eines Antibiotikums auf ein anderes umgesetzt wurden und somit mit mehreren
MRSA – wirksamen Antibiotika behandelt wurden.
- 14 -
2.10. MRSA – Abstriche und primärer Infektionsort
Für uns war es in der Studie wichtig, zwischen jenen Abstrichen, welche lediglich
eine Kolonisation mit MRSA anzeigen und jenen Abstrichen, welche einen kausalen
Zusammenhang mit einer MRSA – Infektion haben, zu unterscheiden. Somit fließen
die Abstriche aus den Nasenlöchern und dem Rachen und die der Leisten,
beziehungsweise perineal nicht weiter in die Bewertung mit ein, sondern dienen nur
dazu, die infizierten Patienten von den besiedelten Patienten zu differenzieren.
Anhand dieser positiven Abstriche, sowie den Verlegungs – und Entlassbriefen und
den Pflegedokumentationen konnten wir für die Gruppe der infizierten Patienten auf
den primären Infektionsort mit MRSA schließen.
Diese teilten wir in folgende Untergruppen ein:
•
Wunde
•
Blut
•
Lunge
•
Knochen
•
abdominal
2.11. Statistische Auswertung
Die
deskriptive
Statistik
wurde
durch
Mittelwerte
und
Median,
Standardabweichungen, Minimal – und Maximalwerte, 25 %, 50 % und 75 %
Perzentilen und die Häufigkeit der einzelnen Werte beschrieben.
Zum Nachweis beziehungsweise Ausschluss eines Zusammenhangs zwischen
erhöhten bzw. erniedrigten Laborwerten, den chirurgischen Abteilungen, den
Infektionsorten, des APACHE II Scores, der Todesursache und dem Vorliegen einer
Infektion bzw. einer Besiedelung wurden die jeweiligen Risiken, sowie die Odds
Ratios (OR) mit dem jeweiligen 95%-Konfidenzintervall (95 CI) berechnet. Mittels des
Chi – Quadrat – Tests für Vierfeldertafeln wurden die oben genannten Faktoren auf
signifikante Unterschiede getestet. Hierbei wurden p – Werte p <= 0,05 als signifikant
und p<= 0,01 als hoch signifikant angesehen.
- 15 -
Die gesammelten Daten wurden mittels Microsoft® Excel 2003 zusammengefasst
und graphisch dargestellt. Die statistische Auswertung erfolgte mit der Software
Mathematica® 7.0 und Origin 8.0.
- 16 -
3. Ergebnisse und Auswertungen
3.1. Ergebnisse der positiv gescreenten Patienten
3.1.1. Demographische Daten
In den beobachteten 7 Jahren wurden 14976 Patienten auf den Intensivstationen 3
und 4 behandelt, hiervon wurde bei 98 Patienten MRSA nachgewiesen. Das
entspricht einer Inzidenz von 0,6%.
Von diesen 98 beobachteten Patienten waren 60 Männer (61,2%) und 38 Frauen
(38,8%). Das Alter der Patienten betrug im Mittel 64,5 Jahre (+/- 15,5), der Median
lag dabei bei 67,5 Jahren. Somit waren 50% der beobachteten Patienten jünger als
67,5 Jahre und 50 % waren älter. Jedoch waren 75% der Patienten unter 75 Jahren,
25% sogar jünger als 58 Jahre.
Der älteste Patient war zum Zeitpunkt des positiven MRSA – Abstriches 98 Jahre alt,
während der jüngste Patient 20 Jahre alt war.
Die 98 Patienten wurden in zwei Hauptgruppen unterteilt. Die erste fasst alle
Patienten mit einer MRSA – Kolonisation zusammen, die zweite Gruppe betrifft jene,
bei denen eine behandlungsbedürftige MRSA – Infektion vorlag. Somit waren in der
Gruppe der Besiedelung 56 Patienten (57,1%) und in der Gruppe der Infektion 42
Patienten (42,9%).
Von den Männern waren 33 (55%) besiedelt, 27 (45%) litten unter einer Infektion. Bei
23 (60,5%) Frauen lag eine Kolonisation vor, 15 (39,5%) waren mit MRSA infiziert.
Somit ergab sich, dass 58,9% der besiedelten Patienten Männer und 41,1% Frauen
waren und 64,2% der Patienten, welche eine MRSA – Infektion aufwiesen Männer
beziehungsweise 35,8% Frauen waren.
- 17 -
Abb. 1: Besiedelung vs. Infektion in Bezug auf das Geschlecht
Die 56 besiedelten Patienten hatten im Mittel ein Alter von 67,2 Jahren (+/- 14,9). Der
Median lag bei 70 Jahren. 75% waren jünger als 76 Jahren und 25% jünger als 61
Jahre. Der älteste Patient mit einer MRSA – Kolonisation war 98 Jahre alt, während
der jüngste 21 Jahre alt war.
Bei den 42 mit MRSA infizierten Patienten betrug das Alter im Mittel 60,8 Jahren (+/15,6). Die 25% - Perzentile lag bei 48, der Median bei 63,5 und die 75% - Perzentile
bei 75 Jahren. Der jüngste Patient in der Gruppe der mit MRSA infizierten Patienten
war 20 Jahre alt, der älteste Patient 86 Jahre.
Von den 98 Patienten verstarben 30 (30,6%) auf der Intensivstation. Davon waren 10
Patienten besiedelt (33,3%) und 20 (66,7%) infiziert.
59 Patienten (60,2%) konnten auf eine Normalstation oder in ein externes
Krankenhaus verlegt werden, 9 Patienten (9,2%) wurden primär entlassen.
- 18 -
Abb. 2: Art der Entlassung bei besiedelten und infizierten Patienten
3.1.2. Laborwerte
Während des gesamten intensivstationären Verlaufs wurden bei jedem Patienten der
höchste Leukozyten -, der höchste Kreatinin -, und der niedrigste Thrombozytenwert
dokumentiert.
Die Mittelwerte, Mediane, 25% und 75% Perzentilen der Laborwerte für alle 3
Gruppen, das MRSA Gesamtkollektiv, besiedelte und infizierte Patienten, wurden
zum direkten Vergleich im Tabellen gefasst.
Leukozyten
Die Leukozytenzahl aller MRSA – Patienten ergab im Mittel 22,2 Tausend
Leukozyten/µl (+/-16,3). Der Median der Leukozytenzahl lag bei 18,5 Tsd/µl. Somit
hatten genau 50% der Patienten einen Leukozytenwert über 18,5 Tsd/µl.
Der Maximalwert betrug 134,8 Tsd/µl, während der niedrigste Wert bei 3,9 Tsd/µl lag.
Von den insgesamt 98 untersuchten Werten, bei welchen es sich um den höchsten
Leukozytenwert im Verlauf des Aufenthaltes auf Intensiv 3/4 handelt, waren 85
(86,7%) erhöht, während 12 (12,3%) normal und 1 (1%) erniedrigt waren.
- 19 -
In der Gruppe der besiedelten Patienten ergab sich ein Mittelwert von 19,3 Tausend
Leukozyten/µl (+/- 12,4), der Median lag hier bei einer Leukozytenzahl von 16,2
Tsd/µl.
Der Minimalwert bei den besiedelten Patienten lag bei 3,9 Tsd/µl, der Maximalwert
betrug 57,9 Tsd Leukozyten/µl.
Von den 56 besiedelten Patienten hatten 44 (78,6%) eine Leukozytose, 1 Patient
(1,8%) zeigte definitionsgemäß eine Leukopenie und 11 Patienten (19,6%) zeigten
einen Leukozytenwert in Normbereich als höchsten gemessenen Wert während ihres
gesamten intensivstationären Aufenthaltes.
Bei den mit MRSA infizierten Patienten ergab sich für den höchsten gemessenen
Leukozytenwert ein Mittelwert von 26,0 Tausend Leukozyten/µl (+/- 19,9). Der
Median befand sich bei einer Leukozytenzahl von 22 Tsd/µl.
Als Maximalwert fand sich hier eine Leukozytenzahl von 134,8 Tsd/µl, der
Minimalwert betrug 6 Tsd/µl.
41 (97,6%) der insgesamt 42 MRSA- infizierten Patienten zeigten im Verlauf ihres
Aufenthaltes auf der Intensivstation eine Leukozytose, während lediglich bei einem
Patienten (2,4%) der höchst- gemessene Leukozytenwert im Normbereich lag.
Leukozytenzahl Mittelwert
Median
25% Perzentile 75% Perzentile
MRSA Gesamt
22,2 (+/- 16,3)
18,5
12,4
26,9
Besiedelung
19,3 (+/- 12,4)
16,2
10,4
24,3
Infektion
26,0 (+/- 19,9)
22
14,8
28,5
Tab. 1: Mittelwerte, Mediane, Perzentilen der Leukozytenzahl
- 20 -
Abb. 3: Verteilung der Leukozytenwerte insgesamt, bei Besiedelung und bei Infektion
Serum-Kreatinin
Der im Mittel höchst gemessene Serum – Kreatininwert der gesamten Kohorte lag
bei 1,9 mg/dl (+/- 1,8), der Median betrug 1,2 mg/dl.
Als Maximum der Kohorte fand sich ein Serum – Kreatinin von 8,85 mg/dl, während
der Mimimalwert bei 0,3 mg/dl lag.
Insgesamt lagen beim höchst gemessenen Serum – Kreatininwert 41 Patienten
(41,8%) über dem physiologischen Normwert, 51 (52,1%) wiesen einen normalen
Wert auf und 6 Patienten (6,1%) zeigten einen erniedrigten Wert als höchst
gemessenes Serum – Kreatinin.
In der Gruppe der mit MRSA besiedelten Patienten ergab sich ein Mittelwert von 1,8
mg/dl (+/- 1,7). Der Median für den Serum – Kreatininwert befand sich hier ebenfalls
bei 1,2 mg/dl.
Als Maximum war in der Gruppe der besiedelten Patienten ein Kreatininwert von 8
mg/dl zu vermerken, der Mimimalwert befand sich bei 0,3 mg/dl.
24 (42,9%) besiedelte Patienten zeigten einen erhöhten Serum – Kreatininwert, 29
Patienten (51,8%) hatten ein normales Kreatinin, 3 (5,3%) wiesen einen erniedrigten
Kreatininwert auf.
- 21 -
Im Mittel hatten die mit MRSA infizierten Patienten ein Serum – Kreatinin von 2,0
mg/dl (+/- 2,1), als Median des Kreatinins fand sich ein Wert von 1,3 mg/dl.
Der höchste Wert in der Gruppe der Infektionen war 8,85 mg/dl, der Minimalwert lag
bei 0,3 mg/dl.
Von allen infizierten Patienten zeigten 17 (40,5%) ein erhöhtes Kreatinin, 22 (52,4%)
der Patienten hatten ein Serum – Kreatinin im Normbereich und bei 3 (7,1%) der
infizierten fand sich ein Kreatininwert unter der physiologischen Norm.
Kreatininwert
Mittelwert
Median
25% Perzentile 75% Perzentile
Gesamt
1,9 (+/-1,8)
1,2
0,8
2,2
Besiedelung
1,8 (+/- 1,7)
1,2
0,8
2,1
Infektion
2,0 (+/- 2,1)
1,3
0,7
2,2
Tab. 2: Mittelwerte, Mediane, Perzentilen des Kreatininwertes
Abb. 4: Verteilung der Kreatininwerte insgesamt, bei Besiedelung und bei Infektion
Thrombozyten
Der höchste gemessene Wert betrug 717 Tsd/µl, der Minimalwert lag bei 4 Tsd/µl.
Von
allen
98
beobachteten
Patienten
lag
der
tiefste
dokumentierte
Thrombozytenwert bei 41 Patienten (41,8%) unterhalb des physiologischen
- 22 -
Normbereichs. Einen normalen Thrombozytenwert zeigten 46 Patienten (46,9%),
während 11 Patienten (11,3%) eine Thrombozytose aufwiesen.
Die niedrigste gemessene Thrombozytenzahl über den gesamten intensivstationären
Aufenthalt aller Patienten dieser Studie ergab im Mittel 173,9 Tausend/µl (+/- 120,9).
Als Median ergab sich ein Wert von 173,5 Tsd/µl.
Bei den besiedelten Patienten lag der tiefste Thrombozytenwert im Mittel bei 188,8
Tausend/µl (+/- 129,8) Der Median der niedrigsten Thrombozytenzahl betrug 171,5
Tsd/µl. Der höchste gemessene Wert aller mit MRSA besiedelten Patienten betrug
717 Tsd/µl, das Minimum lag bei 4 Tsd/µl.
In der Gruppe der kolonisierten Patienten wiesen 23 (41,1%) eine Thrombopenie auf,
24 (42,9%) zeigten eine Thrombozytenzahl im Normbereich und 9 Patienten (16%)
hatten eine Thrombozytose.
Der niedrigste Thrombozytenwert während des gesamten Aufenthaltes auf der
Intensivstation 3/4 betrug bei jenen Patienten, welche eine therapiebedürftige MRSAInfektion hatte, im Mittel 153,9 Tausend/µl (+/- 106,2), der Median betrug 174,5
Tsd/µl.
Der Maximalwert lag bei 314 Tsd/µl, das Minimum betrug 8 Tsd/µl.
Eine Thrombopenie zeigte sich bei 18 infizierten Patienten (42,9%), 22 Patienten
(52,4%) wiesen eine Thrombozytenzahl im Normbereich auf und 2 Patienten (4,7%)
hatten eine Thrombozytose.
Thrombozyten
Mittelwert
Median
25% Perzentile 75% Perzentile
Gesamt
173,9 (+/-120,9)
173,5
63
264
Besiedelung
188,8 (+/- 129,8)
171,5
78,5
271
Infektion
153,9 (+/- 106,2)
174,5
46
249
Tab. 3: Mittelwerte, Mediane, Perzentilen der Thrombozytenzahl
- 23 -
Abb. 5: Verteilung der Thrombozytenwerte insgesamt, bei Besiedelung und bei Infektion
3.1.3. Antibiotika
Wie bereits beschrieben, wurden vier MRSA – wirksame Antibiotika im Zeitraum vom
01.01.2000 bis zum 31.12.2006 verwendet.
Insgesamt kamen bei den 42 MRSA – infizierten Patienten diese 4 Antibiotika 48 –
mal zur Anwendung. Das erklärt sich dadurch, dass bei einigen Patienten eine
zunächst therapie – refraktäre Infektion vorlag, so dass auf ein weiteres Antibiotikum
umgestiegen wurde, beziehungsweise die Therapie um ein anderes MRSA –
wirksames Antibiotikum erweitert wurde.
In dem beobachteten Zeitraum wurde mit 34 Anwendungen (70,8%) Vancomycin am
meisten verwendet, die Therapie mit Vancomycin fand konstant über die gesamten
beobachteten 6 Jahre statt. Linezolid wurde erst Ende 2001 eingesetzt, ist aber
trotzdem jenes
MRSA – wirksame Antibiotikum, welches mit 9 Anwendungen
(18,8%) am zweit häufigsten verwendet wurde. Cotrimoxazol war mit 4 Einsätzen
(8,3%) an dritter Stelle, es wurde jedoch nur bis Mitte 2002 zur MRSA – Therapie
verwendet. Doxycyclin wurde nur 1 Mal (2,1%) im Jahr 2006 eingesetzt.
- 24 -
Abb. 6: Antibiotika-Verteilung
Von den infizierten Patienten, welche mit Vancomycin behandelten wurden,
verstarben 15 (44,1%) auf der Intensivstation. Die restlichen 19 (55,9%) konnten
verlegt (16 Patienten), beziehungsweise entlassen (3 Patienten) werden.
7 (77,8%) mit Linezolid behandelten infizierten Patienten starben während ihres
intensiv- medizinischen Aufenthalts, 2 Patienten (22,2%) wurden auf eine
Normalstation verlegt.
Von den Patienten, welche bei einer vorliegenden MRSA- Infektion mit Cotrimoxazol
behandelt wurden, konnte eine Patient (25%) auf eine Normalstation verlegt werden,
3 Patienten (75%) verstarben noch auf der Intensivstation.
Der einzige Patient, der mit Doxycyclin aufgrund einer MRSA – Infektion behandelt
wurde, konnte auf eine Normalstation verlegt werden.
Insgesamt verstarben 20 von 42 infizierten Patienten (47,6%), jedoch starben nur 4
Patienten (20%) direkt am MRSA (siehe Ergebnisse Todesursache). Von diesen 4
Patienten wurden 3 (75%) mit Vancomycin behandelt, 1 Patient (25%) erhielt eine
Kombinationstherapie aus Vancomycin und Linezolid.
Bei den restlichen 16 verstorbenen Patienten (80%) lag eine andere Todesursache
zu Grunde.
- 25 -
3.1.4. Chirurgische Fachgebiete
Die beobachteten Patienten wurden anhand ihrer Hauptdiagnose, welche zur
stationären Aufnahme auf die Intensivstation führte, in die oben beschriebenen
chirurgischen Fachbereiche eingeordnet.
60 Patienten (61,2%) wiesen eine Hauptdiagnose auf, welche der Viszeralchirurgie
zugeordnet werden konnte, davon waren 35 (58,3%) lediglich mit MRSA besiedelt,
während 25 (41,7%) aufgrund einer MRSA- Infektion antibiotisch behandelt wurden.
24 Patienten (24,5%) konnten der Orthopädie und Traumatologie zugeteilt werden.
13 Patienten (54,2%) mit einer orthopädisch – traumatologischen Hauptdiagnose
zeigten eine MRSA – Kolonisation, 11 (45,8%) waren mit dem Bakterium infiziert.
Der Transplantationschirurgie entstammten 4 Patienten (4,1%), 6 Patienten (6,1%)
hatten eine gefäßchirurgische Hauptdiagnose und 4 Patienten (4,1%) konnten der
Gruppe der sonstigen chirurgischen Disziplinen zugeordnet werden. Aufgrund der
geringen
Fallzahl
der
transplantationschirurgischen,
gefäßchirurgischen
und
sonstigen chirurgischen Patienten fassten wir sie im Folgenden zusammen. Damit
machten diese 14 Patienten 14,3% des Gesamtkollektivs aus. 6 Patienten (42,9%)
davon hatten eine behandlungswürdige MRSA – Infektion, bei 8 (57,1%) lag eine
Kolonisation mit MRSA vor.
Somit befinden sich in der Gruppe der besiedelten Patienten 35 (62,5%) aus der
Viszeralchirurgie,
13
(23,2%)
wurden
zu
Orthopädie
und
Traumatologie
zusammengefasst, 2 (3,5%) entstammten der Transplantationschirurgie, 3 (5,4%) der
Gefäßchirurgie und weitere 3 Patienten (5,4%) sind den sonstigen chirurgischen
Fachbereichen zuzuordnen.
- 26 -
Abb. 7: Verteilung der besiedelten Patienten auf die chirurgischen Disziplinen
Die Gruppe der mit MRSA infizierten Patienten besteht aus 25 (59,5%)
viszeralchirurgischen Patienten, 11 (26,2%) orthopädisch- traumatologischen, 2
(4,8%) transplantationschirurgischen, 3 (7,1%) gefäßchirurgischen, sowie einem
Patienten (2,4%) aus den sonstigen chirurgischen Fächern.
- 27 -
Abb. 8: Verteilung der infizierten Patienten auf die chirurgischen Disziplinen
3.1.5. Positive MRSA – Abstriche und Infektionsorte
Bei den insgesamt 42 infizierten Patienten wurden im MRSA – screening 61 positive
Abstriche entnommen. Hierzu zählen jene Abstriche, welche in einem kausalen
Zusammenhang mit der dokumentierten MRSA – Infektion stehen. Somit wurden die
Abstriche, die lediglich eine Kolonisation mit dem Bakterium anzeigen, wie zum
Beispiel die nasalen und perinealen Abstriche, sowie jene aus dem Rachen und der
Leisten, hier nicht weiter bewertet.
Bei den infizierten Patienten fanden sich 22 (36,1%) positive MRSA – Befunde aus
dem Trachealsekret, 18 (29,5%) Wundabstriche waren positiv, 10 mal (16,4%) waren
die untersuchten Blutkulturen positiv, 4 mal (6,5%) fand man MRSA in
Knochenabstrichen, sowie 7 (11,5%) sonstige positive Abstriche, welche aufgrund
der zu geringen Fallzahl zusammen gefasst wurden.
- 28 -
Aus diesen 61 positiven Abstrichen ergaben sich 43 primäre Infektionsorte. Wir
untersuchten zusätzlich zur Verteilung der Infektionsorte die Art der Entlassung und
die verwendeten Antibiotika im Zusammenhang mit diesen Infektionsorten.
19 mal (44,2%) war der primäre Infektionsort in der Lunge zu finden, 7 davon
betroffene Patienten (36,8%) konnten auf eine Normalstation verlegt werden, 12
(63,2%) verstarben auf der Intensivstation.
Von den 12 verstorbenen Patienten wurden 6 (50%) nur mit Vancomycin behandelt,
4 Patienten (33,4%) erhielten eine Linezolid – Monotherapie, 1 Patient (8,3%) wurde
mit einer Vancomycin – Linezolid – Kombination behandelt und 1 Patient (8,3%)
erhielt Vancomycin und Cotrimoxazol.
Die 7 überlebenden Patienten wurden alle ausschließlich mit Vancomycin therapiert.
Bei 8 (18,6%) infizierten Patienten handelte es sich um eine primäre Wundinfektion,
2 starben auf der Intensivstation, 5 wurden auf eine Normalstation verlegt und 1
Patient (12,5%) konnte nach Hause entlassen werden.
Ein verstorbener Patient wurde mit Vancomycin und Cotrimoxazol behandelt, der
zweite verstorbene Patient erhielt Vancomycin, Cotrimoxazol und Linezolid.
4 (66,6%) der überlebenden Patienten wurden mit Vancomycin therapiert, 1 Patient
erhielt Cotrimoxazol und ein Patient bekam eine Linezolid – Monotherapie.
6 Patienten (14%) wiesen eine primäre Infektion des Knochens auf, davon
verstarben 2 noch während ihres intensivstationären Aufenthaltes, während 4 auf die
Normalstation verlegt werden konnten.
Einer der beiden gestorbenen Patienten bekam eine Vancomycin – Linezolid –
Kombination, der zweite Patient erhielt eine Linezolid – Monotherapie.
3
der überlebenden Patienten wurden mit Vancomycin therapiert, 1 Patient mit
Cotrimoxazol.
Primäre Infektionen des Blutes lagen bei 5 Patienten (11,6%) vor, 3 betroffene
starben auf der Intensivstation, 1 Patient wurde verlegt und 1 Patient wurde nach
Hause entlassen.
Alle 3 verstorbenen Patienten erhielten eine Vancomycin – Monotherapie. Von den 2
Überlebenden wurde je einer mit Vancomycin und Linezolid behandelt.
- 29 -
Eine primäre abdominale Infektion fand sich bei 5 Patienten (11,6%), ein Patient
verstarb auf der Intensivstation 3/4, ein Patientwurde entlassen und 3 Patienten
konnten auf die Normalstation verlegt werden.
Alle Patienten mit einer abdominalen Infektion wurden ausschließlich mit
Vancomycin therapiert.
Abb. 9: Primäre Infektionsorte mit der jeweiligen Entlassungsart im inneren Kreis
Somit verstarben insgesamt 20 von 42 infizierten Patienten (47,6%) auf der
Intensivstation, 60% davon litten unter einer MRSA – Pneumonie, 10% wiesen eine
Wundinfektion auf, weitere 10% hatten primär eine Osteomyelitis, bei 15% handelte
es sich um eine primäre MRSA – Sepsis und bei 5% lag die MRSA – Infektion primär
im Abdomen.
3.1.6. Todesursachen
Aus dem gesamten beobachteten MRSA – Patientenkollektiv starben 30 von 98
Patienten (30,6%) während ihres stationären Aufenthaltes auf der Intensivstation 3/4,
davon lag bei 20 Patienten (66,7%) eine MRSA – Infektion vor, die restlichen 10
Patienten (33,3%) hatten lediglich eine Kolonisation mit dem Bakterium.
- 30 -
In der Gruppe der besiedelten Patienten starben 5 (50%) infolge eines abdominalen
Geschehens, bei 3 Patienten (30%) handelte es sich um eine pulmonale
Todesursache, bei 2 (20%) lagen sonstige Todesursachen vor.
Von den 20 verstorbenen infizierten Patienten gab es bei 9 (45%) eine abdominale
Todesursache, 2 (10%) starben aufgrund eines pulmonalen Geschehens, bei 5
(25%) lag eine sonstige Todesursache zugrunde und 4 Patienten (20%) verstarben
infolge der MRSA – Infektion.
Somit war die Todesursache bei insgesamt 13 Patienten (43,3%) abdominal, bei 5
(16,7%) führte ein pulmonales Ereignis zum Tode, 8 Patienten (26,7%) konnte man
der Gruppe „sonstige Todesursache“ zuordnen und nur 4 Patienten (13,3%) starben
aufgrund der MRSA – Infektion.
Abb. 10: Verteilung der Todesursachen aller MRSA- Patienten
- 31 -
3.1.7. Apache II Score
Der Apache II Score dient zur Objektivierung des Gesundheitszustandes des
Patienten am Tag seiner stationären Aufnahme auf die Intensivstation. So lässt sich
die Prognose des Patienten besser einschätzen.
Zum direkten Vergleich der Mittelwerte, der Median und der 25% und 75%
Perzentilen wurden diese für alle positiv gescreenten Patienten, sowie für die
Gruppen
der
kolonisierten
und
infizierten
Patienten
in
der
Tabelle
4
zusammengestellt.
Von den insgesamt 98 beobachteten Patienten lag der Apache II Score im Mittel bei
15,2 Punkten (+/- 6,5). Der Median des Scores betrug 14 Punkte, somit hatten 50 %
aller beobachteten Patienten einen Score über 14, beziehungsweise unter 14
Punkten.
Der höchste beobachtete Wert betrug 34 Punkte, der niedrigste Wert lag dagegen
bei 3 Punkten.
Die errechneten Punktzahlen wurden in die oben erwähnten 8 Gruppen eingeteilt. 3
Patienten (3,1%) hatten einen Score zwischen 0 und 4, 14 (14,3%) einen Wert von 5
– 9, bei 33 Patienten (33,7%) lag der errechnete Wert zwischen 10 und 14, 25
(25,5%) hatten einen Score von 15 – 19, 12 (12,2%) einen Wert zwischen 20 und 24.
Bei 10 Patienten (10,2%) befand sich der Score im Bereich zwischen 25 und 29 und
1 Patient (1%) hatte einen Score zwischen 30 und 34.
Somit hatten 75 Patienten (76,5%) einen Wert zwischen 0 und 19, während 23
(23,5%) einen Score aufwiesen, der größer oder gleich 20 war.
Von allen Patienten, die einen Apache II Score zwischen 0 und 19 hatten, waren 43
(57,3%) besiedelte und 32 (42,7%) infizierte Patienten.
Patienten, welchen einen Score erreichten, der größer oder gleich 20 war, waren 13
(56,5%)
lediglich
mit
MRSA
besiedelt,
behandlungspflichtige MRSA – Infektion aufwiesen.
- 32 -
während
10
(43,5%)
eine
Apache II Score bei Besiedelung
In der Gruppe der besiedelten Patienten lag der Apache II Score im Mittel bei 14,8
Punkten (+/- 6,4), der Median befand sich bei 13.
Der maximal errechnete Wert betrug 29 Punkte, der niedrigste Wert in dieser Gruppe
lag bei 3 Punkten.
43 (76,8%) kolonisierte Patienten hatten einen Apache II Score bis 19 Punkten, 13
(23,2%) hatten einen Wert, der größer oder gleich 20 ist.
Apache II Score bei Infektion
Der Apache II Score lag bei den mit MRSA infizierten Patienten in Mittel bei 15,8
Punkten (+/- 6,7), der Median betrug 14,5 Punkten.
In der Gruppe der Infektionen war der Maximalwert 34, der niedrigste Score lag bei 4
Punkten.
Somit ereichten 32 (76,2%) infizierte Patienten eine Punktzahl zwischen 0 und 19,
während bei 10 Patienten (23,8%) die errechnete Punktzahl über oder bei 20 war.
Apache
Mittelwert
Median
25% Perzentile 75% Perzentile
Gesamt
15,2 (+/- 6,5)
14
10
19
Besiedelung
14,8 (+/- 6,4)
13
10
18,5
Infektion
15,8 (+/- 6,7)
14,5
11
19
Tab.4 : Mittelwerte, Mediane und Perzentilen für den Apache II Score
- 33 -
Abb. 11: Apache Score bei Kolonisation und Infektion
Von den 32 mit MRSA infizierte Patienten, die einen Apache II Score zwischen 0 und
19 ereichten, hatten 13 (40,6%) eine primäre Infektion der Lunge, 8 (25%) wiesen
eine Wundinfektion auf, jeweils 4 Patienten (12,5%) hatten eine primäre Knochen -,
beziehungsweise abdominale Infektion und 3 Patienten (9,4%) litten unter einen
primären Bakteriämie.
Bei einem Score, der größer oder gleich 20 war, hatten von 10 Patienten 6 (60%)
eine Lungeninfektion, 2 (20%) wiesen eine primäre Infektion des Blutes auf, ebenfalls
2 (20%) hatten eine Knocheninfektion und 1 Patient (10%) hatte eine MRSA –
Infektion im Abdomen.
4 (20%) der insgesamt 20 verstorbenen infizierten Patienten wurden mit einem
Apache II Score zwischen 0 und 19 auf die Intensivstation aufgenommen. 16
Patienten (80%) dagegen erreichten bereits am ersten Tag auf der Intensivstation
3/4 einen Wert, der größer oder gleich 20 war. Von diesen 16 Patienten verstarben 7
(43,8%) aufgrund eines abdominalen Geschehens, bei 2 Patienten (12,5%) handelte
es sich um eine pulmonale Todesursache, 4 (25%) verstarben aufgrund sonstiger
Todesursachen und 3 Patienten (18,7%) starben direkt an einer MRSA – Infektion.
Somit hatten 3 der 4 an MRSA verstorbene Patienten (75%) bereits am Tag ihrer
intensivstationären Aufnahme einen Apache II Score über 20 und deshalb auch
- 34 -
unabhängig von der Infektion eine Todesrate von über 40 % (siehe Methodik Apache
Score Tabelle).
3.1.8. Fallberichte der an MRSA verstorbenen Patienten
Von den insgesamt 98 auf MRSA positiv gescreente Patienten verstarben lediglich 4
(4,1%) Patienten direkt an den Folgen einer MRSA – Infektion.
Der erste Patient wurde aufgrund einer retroperitonealen und mesenterialen Blutung
bei Hämophilie A auf Intensiv 3/4 aufgenommen. Er war männlich und 45 Jahre alt.
Der Apache II Score betrug 27 Punkte. Der primäre MRSA – Infektionsort war die
Lunge, diese Infektion wurde versucht, mit Vancomycin zu behandeln. Jedoch starb
der Patient trotzdem an einem septischen Schock nach einer Aspirationspneumonie
mit MRSA und Pseudomonas.
Bei dem zweiten an MRSA verstorbenen Patienten handelte es sich um eine 77
jährige Frau, welche aufgrund multipler Gelenkempyeme auf der Intensivstation
behandelt wurde. Am Tag der Aufnahme betrug ihr Apache- Wert 22. Bei der MRSAInfektion handelte es sich um eine primäre Osteomyelitis, welche mit einer
Vancomycin – Linezolid – Kombination therapiert wurde. Die Patientin starb jedoch
trotz aller Bemühungen an einer MRSA – Sepsis.
Eine 79 Jahre alte Patientin wurde mit einem Apache II Score von 27 Punkten von
der traumatologischen Abteilung auf Intensiv 3/4 verlegt. Die Hauptdiagnose war
eine offene Femurfraktur rechts und eine distale Unterschenkelfraktur links. Die
Patientin wurde aufgrund einer MRSA – Pneumonie mit Vancomycin behandelt.
Diese Therapie blieb jedoch erfolglos, die Patientin verstarb an dieser Pneumonie.
Der vierte Patient, der aufgrund einer MRSA – Infektion starb, war ein 20 jähriger
Mann
mit
einem
Unterschenkelfraktur
Apache
rechts
Score
und
von
einer
12,
der
wegen
Meningomyelocele
mit
einer
einem
offenen
damit
verbundenen Lähmungsniveau unter Th 10 intensivstationär betreut wurde. Der
Patient erhielt bei einer primären MRSA – Pneumonie eine Vancomycin –
Monotherapie. Er verstarb jedoch trotzdem an den Folgen dieser Pneumonie.
- 35 -
3.2. Ergebnisse der Kontrollgruppe
3.2.1. Demographische Daten
Für die Kontrollgruppe untersuchten wir 56 negativ gescreente Patienten. Es
handelte sich hierbei um 23 Frauen (41,1%) und 33 Männer (58,9%). Das Alter
dieser Patienten betrug im Mittel 67 Jahre (+/- 14,3), der Median lag bei 70 Jahren.
25% der Patienten waren jünger als 61 Jahre und 75% jünger als 76,5 Jahre. Der
jüngste Patient war 21 Jahre alt, während der älteste 93 Jahre alt war.
Von den 56 Patienten konnten 43 (76,8%) verlegt werden, 4 (7,1%) wurden
entlassen und 9 Patienten (16,1%) verstarben auf der Intensivstation.
3.2.2. Chirurgische Fachgebiete
Analog zu den besiedelten und infizierten Patienten konnten wir die Patienten der
Kontrollgruppe anhand ihrer Hauptdiagnose den jeweiligen Fachbereichen zuordnen.
So konnten 39 Patienten (69,6%) der Viszeralchirurgie, 12 (21,4%) der Orthopädie
und Traumatologie, 2 (3,6%) der Transplantationschirurgie und je ein Patient (1,8%)
der plastischen Chirurgie, der Thoraxchirurgie und der Urologie zugeteilt werden.
- 36 -
Abb. 12: Aufteilung der chirurgischen Disziplinen in der Kontrollgruppe
3.2.3. Todesursachen
Von den 56 negativ gescreenten Patienten verstarben 9 (16,1%) während ihres
stationären Aufenthaltes auf der Intensivstation 3/4. 5 Patienten (55,6%) starben
aufgrund eines pulmonalen Geschehens, 2 (22,2%) infolge einer abdominellen
Ursache, bei 2 (22,2%) lagen sonstige Todesursachen vor.
Abb. 13: Verteilung der Todesursachen in der Kontrollgruppe
3.2.4. Apache II Score
Die Kontrollgruppe wies im Mittel einen Apache Score von 11,7 Punkten (+/- 5,9) auf.
Die 25% - Perzentile lag bei 8, der Median bei 9,5 und die 75% - Perzentile bei 14,5
Punkten. Der niedrigste Wert betrug 2, der höchste 29.
Auch in dieser Gruppe unterteilten wir die Punkte in 8 Gruppen. 3 Patienten (5,4%)
hatten einen Score zwischen 0 und 4, 25 (44,6%) einen Wert von 5 – 9, bei 13
(23,2%) lag die errechnete Punktzahl zwischen 10 und 14, 10 (17,8%) wiesen eine
- 37 -
Score von 15 – 19 auf. 2 Patienten (3,6%) hatten einen Wert von 20 – 24, 3 (5,4%)
erreichten einen Wert von 25 – 29. In der Kontrollgruppe hatte kein Patient einen
Wert über 29.
Bei 51 Patienten (91,1%) lies sich bei Aufnahme auf Intensiv 3/4 ein Apache Score
zwischen 0 und 19 Punkten errechnen, während lediglich 5 Patienten (8,9%) einen
Wert größer oder gleich 20 erreichten.
Die 9 verstorbenen Patienten wurden ebenfalls anhand ihres Apache Wertes
unterteilt. Dabei hatten 2 Patienten (22,2%) einen Wert zwischen 5 und 9, 4
Patienten (44,5%) eine Punktzahl von 10 – 14, ein Patient (11,1%) wies einen Wert
zwischen 15 und 19 auf und 2 Patienten hatten einen Apache Score zwischen 25
und 29. Somit hatten 7 der 9 verstorbenen Patienten (77,8%) einen Apache Score
zwischen 0 und 20 und 2 Patienten (22,2%) einen Wert größer oder gleich 20.
Abb. 14: Vergleich des Apache Scores zwischen der Kolonisations- und der Kontrollgruppe
3.3. Auswertungen
3.3.1. Vergleich zwischen Kolonisationsgruppe und Infektionsgruppe
Der nachfolgende Abschnitt zeigt auf, welche der untersuchten Faktoren einen
signifikanten Einfluss darauf haben, ob bei einem Patienten nun eine Kolonisation mit
MRSA vorliegt oder ob er aufgrund einer MRSA – Infektion antibiotisch behandelt
- 38 -
werden musste. Ferner wird geprüft, ob eine Infektion, beziehungsweise eine
Besiedelung im Zusammenhang mit den untersuchten Laborwerten, den Apache
Score Werten und den Todesursachen steht.
Erwartungsgemäß hatte das Geschlecht bei einer OR von 1,25 (95 CI 0,55 – 2,86)
keinen signifikanten Einfluss auf das Auftreten einer MRSA- Infektion (p= 0,59).
Chirurgische Fachgebiete
Um den Einfluss der verschiedenen untersuchten chirurgischen Abteilungen auf das
Auftreten einer Infektion zu beurteilen, wurden hierfür die zwei großen Gruppen,
Viszeralchirurgie und Orthopädie/Traumatologie, miteinander verglichen. Doch auch
hier fand sich kein signifikanter Unterschied (OR= 0,84; 95 CI 0,33 – 2,18) (p= 0,73).
In diesen Zusammenhang wurde auch geprüft, ob eine der beiden großen
chirurgischen Disziplinen ein höheres Risiko zu versterben darstellt, jedoch zeigte
sich wiederum mit einer OR von 1,61 (95 CI 0,55 – 4,68) und einem p – Wert von p=
0,38 keine signifikanter Unterschied.
Laborwerte
Wie zu erwarten, hatten mit MRSA infizierte Patienten hoch signifikant erhöhte
Leukozytenwerte (OR= 11,18; 95 CI 1,39 – 89,85) (p=0,006). Jedoch fanden sich
keine signifikanten Unterschiede zwischen besiedelten und infizierten Patienten im
Hinblick auf die Kreatininwerte (OR= 0,91; 95 CI 0,4 – 2,04) (p=0,81), sowie auf die
Thrombozytenzahlen (OR= 1,07; 95 CI 0,47 – 2,42) (p=0,86).
Apache Score und Infektionsorte
Wir untersuchten, ob der Apache Score einen Einfluss auf das Auftreten einer MRSA
– Infektion, die Infektionsorte und die Todesursachen hat.
- 39 -
Weiterhin wurde geprüft, ob signifikante Unterschiede zwischen einer primären
Lungeninfektion und den anderen primären Infektionsorten im Hinblick auf die
Sterblichkeit vorliegen.
Ein hoher Apache Score (>= 20) stellte bei einer OR von 1,03 (95 CI 0,4 – 2,65)
keinen signifikanten Risikofaktor für das Auftreten einer Infektion dar (p=0,95).
In Bezug auf diesen Score machte die Odds ratio von 0,57 (95 CI 0,14 – 2,26) klar,
dass kein signifikanter Zusammenhang zwischen einer primären Lungeninfektion und
einem hohen Apache Score (>= 20) besteht (p=0,18).
Nun wurde geprüft, ob ein hoher Apache Score ein erhöhtes Risiko für eine MRSA –
bedingte Todesursache darstellt. Jedoch lag auch hier kein signifikanter Unterschied
(OR=5; 95 CI 0,42 – 59,66) zwischen einem MRSA – bedingten Tod und den
anderen oben erwähnten Todesursachen (p=0,18) vor.
Patienten mit einer primären MRSA – Pneumonie hatten kein signifikant erhöhtes
Risiko (OR= 3,42; 95 CI 0,97 – 12,1) zu versterben im Vergleich zu anderen
untersuchen Infektionsorten (p=0,052).
Ferner wiesen infizierte Patienten im Vergleich zu kolonisierten Patienten mit einer
Odds Ratio von 4,18 (95 CI 1,67 – 10,42) eine hoch signifikant erhöhte Sterblichkeit
auf (p=0,002).
3.3.2. Vergleich zwischen Kolonisationsgruppe und Kontrollgruppe
Chirurgische Fachgebiete
Auch in der Kontrollgruppe lag unser Augenmerk auf den zwei großen chirurgischen
Disziplinen,
der
Viszeralchirurgie
und
der
Orthopädie/Traumatologie.
Wir
untersuchten, ob Patienten aus der Viszeralchirurgie ein höheres Risiko für eine
Besiedelung mit MRSA haben als Patienten aus der Traumatologie. Es zeigte sich
bei einem p – Wert von 0,68 und einer OR von 0,83 (95 CI 0,33 – 2,05) allerdings
kein signifikanter Unterschied zwischen den beiden Fachbereichen.
- 40 -
Apache Score
In Bezug auf den Apache Score stellte sich die Frage, ob ein hoher Wert (>= 20) ein
Risikofaktor für eine Besiedelung mit MRSA darstellt im Vergleich zu einem
niedrigerem Wert (0 – 19). Mit einem p – Wert von 0,04 haben besiedelte Patienten
einen signifikant höheren Apache Score als die negativ gescreenten Patienten (OR=
3,08; 95 CI 1,02 – 9,34).
Entlassungsart
Wir untersuchten ferner den Einfluss einer MRSA – Kolonisation auf die Sterblichkeit
im Vergleich zur Kontrollgruppe. Es bestand kein signifikanter Unterschied zwischen
diesen beiden Gruppen im Hinblick auf die Mortalität (OR= 1,1; 95 CI 0,42 – 3,05)
(p= 0,8).
- 41 -
4. Interpretation und Diskussion der Ergebnisse
4.1. Bedeutung der Ergebnisse in Bezug auf positive Screening –
Resultate
Für den Zeitraum von Januar 2000 bis Dezember 2006 wurden 98 MRSA – Träger
bei 14976 Intensivpatienten auf den Intensivstationen 3 und 4 durch das Aufnahme –
Screening identifiziert. Das entspricht einer Inzidenz der MRSA – Fälle von 0,6 pro
100 Patienten. Das entspricht in etwa den Daten des Krankenhaus – Infektions –
Surveillance – System (KISS)31, hier zeigte sich für 108 Intensivstationen eine
MRSA- Inzidenz von 1,1%. Harbarth et al hingegen fanden bei 5,5% aller bei
Aufnahme gescreenten chirurgischen Patienten einen positiven MRSA – Nachweis.32
Weitere Studien besagen, dass bei 4 – 11% aller Patienten auf chirurgischen
Intensivstationen MRSA nachgewiesen wird.33,34,35 Generell ist das Risiko für
nosokomiale Infektionen auf post – operativen Stationen und Intensivstationen am
höchsten.36
In unserer Studie waren 57% der Patienten kolonisiert mit MRSA und 43% der
Patienten hatten eine MRSA – Infektion. Auch hier stimmen die Zahlen mit denen
des KISS überein (46,8% infizierte Patienten, 53,2% besiedelte Patienten).
31
vgl.: Nationales Referenzzentrum für Surveillance für nosokomiale Infektionen 2005: http://www.nrzhygiene.de/surveillance/mrsa.htm
32
Harbarth S, Frankenhauser C, Schrenzel J, et al (2008): Universal Screening for Methicillin-resistenten
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33
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methicillin-resistant Staphylococcus aureus (MRSA) in high-risk hospital areas with a high level of endemic
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34
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risk of acquisition of methicillin-resistant Staphylococcus aureus in a medical intesive care unit. Infect Control
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35
Marshall C, Harrington G, Wolfe R, Fairley C (2003): Acquisition of methicillin-resistant Staphylococcus
aureus in a large intensive care unit. Infect Control Hosp Epidemiol 24: 322-326
36
Anonymous (1991): A report from the National Nosocomial Infections Surveillance System. Nosocomial
infection rates for inter-hospital comparison: limitations and possible solutions. Infect Control Hosp Epidemiol
12: 609-621
- 42 -
Jedoch gilt es zu beachten, dass bei 29% der mit MRSA – besiedelten Patienten in
Akut- Krankenhäusern37, beziehungsweise 3 – 15% in Einrichtungen zur Betreuung
chronisch kranker Patienten38, es zu einer Infektion kommt.
Durch die stetig wachsende Zahl besiedelter Patienten, die häufig verlegt werden,
kommt es zu einem steigenden Kolonisationsdruck in den medizinischen
Einrichtungen, der zur Kolonisation weiterer Patienten führt.39
In unserer Studie fällt auf, dass die Letalität von 30,6% bei positiven MRSA –
Nachweisen, unabhängig ob nun eine Infektion vorliegt, sehr hoch ist. Das liegt
daran, dass die Risikofaktoren für eine MRSA – Kolonisation, welche Anlass zur
Durchführung des Screenings geben, an sich bereits mit einer höheren Mortalität
einhergehen, da sie meist ältere, schwer kranke, beziehungsweise chronisch kranke
Patienten und Patienten mit einer längeren Bettlägerigkeit betreffen. So ist es nicht
verwunderlich, dass kein signifikanter Unterschied zwischen der Kolonisationsgruppe
und der Vergleichsgruppe in Bezug auf die Mortalität vorlag. Trotz allem verstarben
aber nur 4 von 98 (4,1%) Patienten direkt an einer MRSA – Infektion.
4.2. Bedeutung der Ergebnisse in Bezug auf die Infektionsorte
Im Allgemeinen gehören Infektionen zu den wichtigsten Komplikationen auf
Intensivpflegestationen, da sie zu einer Anstieg der Sterblichkeit, zu längeren
stationären Aufenthalten und zu erhöhten Kosten führen.40 Hierbei finden sich die
häufigsten Infektionen in den Harnwegen, Wunden und zentralvenösen Kathetern.41
Jedoch sind Pneumonien und intraabdominale Infektionen hauptverantwortlich für die
Letalitäts- und Morbiditätserhöhung, vor allem, wenn diese in eine Sepsis
37
Huang SS, Platt R. (2003): Risk of methicillin-resistant Staphylococcus aureus infection after previous
infection or colonization. Clin Infect Dis 36 (3): 281-285
38
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Kontrolle von Methicillin-resistenten Staphylococcus aureus-Stämmen (MRSA) in Krankenhäusern und anderen
medizinischen Einrichtungen. Bundesgesundheitsbl Gesundheitsforsch Gesundheitsschutz 42 (12): 954-958
39
Merrer J, Santoli F, Appéré-De Vecchi C, Tran B, De Jonghe B, Outin H (2000): „Colonizations pressure“ and
risk of acquisition of methicillin-resistant Staphylococcus aureus in a medical intesive care unit. Infect Control
Hosp Epidemiol 21 (11): 718-723
40
Welte T (2004): Antibiotikatherapie der Sepsis. DMW 129: 2609-2613
41
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nosocomial infections in intensive care units: data of 274 intensive care units participating in the German
Nosocomial Infections Surveillance System (KISS). Anasthesiol Intensivmed Notfallmed Schmerzther (Jan 39)
1: 15-19
- 43 -
übergehen.42 Auch bei uns zeigte sich dies in der signifikant höheren Letalität bei
Infektion im Vergleich zur Besiedelung.
In unserer Studie waren 44,2% der MRSA – Infektionen primär in der Lunge
manifestiert, bei 18,6% handelte es sich um eine Wundinfektion, in 14% der Fälle lag
eine Infektion des Knochens vor, 11,6% der infizierten Patienten hatten eine primäre
Bakteriämie und bei weiteren 11,6% lag eine abdominale Infektion vor. Im Vergleich
dazu waren auf den KISS – Intensivstationen 40,7% der MRSA – Infektionen
Pneumonien, 8,9% Bronchitiden, 17,2% primäre oder sekundäre Sepsis, 17,9%
postoperative Wundinfektionen, 4,7% Hautinfektionen, der Rest waren sonstige
Infektionsarten.
63,2% der MRSA – Pneumonie – Patienten verstarben noch auf der Intensivstation,
wobei insgesamt nur 3 Patienten an dieser Pneumonie direkt verstarben, die
restlichen starben aufgrund anderer Todesursachen. Generell haben Pneumonien
und Infektionen der unteren Atemwege die höchste Letalität von allen nosokomialen
Infektionen.43
Zusätzlich haben Patienten mit einer MRSA – Pneumonie eine dreifach höhere
Letalität als Patienten mit einer Pneumonie durch MSSA (Methicillin- sensibles
Staphylococcus aureus).44 Allerdings ist die Aussage, MRSA sei pathogener als
MSSA umstritten. Das ist wahrscheinlich nur dann der Fall, wenn sie besondere
Virulenzfaktoren exprimieren wie PVL (Panton Valentine Leukozidin). Dies ist bei in
Europa gefundenen MRSA-Stämmen aber selten und wurde im vorliegenden
Patientenkollektiv nicht untersucht.
Ein beatmeter Patient auf der Intensivstation ist einem doppeltem Risiko für eine
nosokomiale
Besiedelung
Infektion
mit
ausgesetzt:
einem
der endotracheale Tubus erleichtert
Krankenhauskeim
und
die
Versorgung
die
der
beatmungsassoziierten Zugänge begünstigt einen exogenen Keimtransfer, wenn die
42
Albert C, Brun-Buisson C, Chevret S, Antonelli M, Goodman SV, Martin C, Moreno R, Ochagavia AR,
Palazzo M, Werdan K, Le Gall JR (2005): European Sepsis Study Group. Systemic inflammatory response and
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43
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Hemmer M (1995): The prevalence of nosocomial infection in intensive care units in Europe. Results of the
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JAMA (Aug 23-30) 274 (8): 639-644
44
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Death in Patients in the Intensive Care Unit. Eur J Surg 164(6): 411-418
- 44 -
Hygienemaßnahmen nicht korrekt durchgeführt werden.45 Trotz einer Therapie mit
Vancomycin haben Patienten mit einer nosokomialen MRSA – Pneumonie eine
Letalität von ungefähr 50%.46
Jedoch führt eine MRSA – Pneumonie in unserer Studie zu keiner signifikant
erhöhten Letalität im Vergleich zu den anderen MRSA – Infektionen, allerdings liegt
dies wohl an der kleinen Fallzahl, denn ein Trend ist in diese Richtung zu bemerken.
Von den Patienten mit einer Wundinfektion starben 25% während ihres
intensivstationären
Aufenthaltes.
In
unserer
Studie
sind
die
Haut
–
und
Weichteilinfektionen die zweit häufigste Infektionsart, dies entspricht auch den Daten
von Rennie et al., sowie Rybak et al., die zeigen, dass die Wundinfektionen neben
den Infektionen des oberen Respirationstrakts und des Nasen – Rachen – Raums
am häufigsten auftreten. Es zeigte sich ebenfalls, dass 80% der Wundinfektionen
durch grampositive Bakterien hervorgerufen werden.47,48 Ferner stellten Horan et al.
fest, dass hierbei S. aureus den häufigsten Erreger darstellt.49
60% der Patienten, die eine primäre MRSA – Bakteriämie hatten, starben auf der
Intensivstation. Im Allgemeinen haben MRSA – Septikämien eine höhere Letalität als
MSSA – Septikämien.50,51 Ursache hierfür ist vermutlich der oft verzögerte
Therapiebeginn mit einem MRSA-wirksamen Antibiotikum oder die unbefriedigende
in-vivo-Effektivität des Standardantibiotikums Vancomycin. Das Risiko für eine
Bakteriämie bei nasalen MRSA – Trägern ist im Vergleich zu MSSA 3,9-mal
höher.52,53
45
Girou E (2003): Prevention of nosocomial infections in acute respiratory failure patients. Eur Respir J 22
(Suppl. 44): 72s-76s
46
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48
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52
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hospital: what have we learned? J Hosp Infect 47: 9-18
- 45 -
Thompson et al untersuchten die Mortalität bei Patienten mit MRSA – Bakteriämien
im Zusammenhang mit dem bei Aufnahme berechneten Apache II Score. Hierbei
stellten sie fest, dass die Letalität bei MRSA – Bakteriämien 57,1% beträgt, während
der Apache II Score und die Diagnosen eine Letalität von 34,9% vorhersagten. Im
Vergleich dazu war die Letalität bei Patienten ohne MRSA – Bakteriämie nahezu
gleich wie die durch den Apache II Score vermutete (31,8% vs. 30,4%).54
Auch bei uns zeigte sich, dass die tatsächliche Letalität bei einer Infektion höher ist
als die durch den Apache II Score vorhergesagte. Im Mittel betrug der Score bei den
infizierten Patienten 15,8 und entspricht somit einer Todesrate von ungefähr 25%,
während tatsächlich 47,6% verstarben. Anders verhielt es sich in der Gruppe der
kolonisierten Patienten, hier starben 17,8% bei einer vorhergesagten Letalität von
ungefähr 15% (Apache Mittelwert lag bei 14,8). Ebenso verhielt es sich in der
Kontrollgruppe. Bei einem Mittelwert des Apache Score von 11,6 lag die
vorhersagbare Letalität ebenfalls bei ca. 15%, tatsächlich starben 16,1% der
Patienten.
4.3. Bedeutung der Ergebnisse in Bezug auf die Antibiotika
Mit 70,8% wurde Vancomycin mit Abstand am häufigsten zur Therapie bei MRSA –
Infektionen eingesetzt, an zweiter Stelle folgte das bei uns erst seit 2001 eingesetzte
Linezolid. Die restlichen Substanzen spielten in unserer Studie also eine
untergeordnete Rolle und wurden eher zur Kombination und/oder Ergänzung dieser
beiden Antibiotika verwendet.
Vancomcin gilt als das Standard – Glykopeptid55 und wird auch heute noch mit
großem Abstand am häufigsten zur MRSA- Therapie verwendet.56 Jedoch ist eine
sorgfältige Anwendung von Vancomycin bedeutend, um eine Selektion und weitere
Ausbreitung von Glycopeptid - und Vancomycin – intermediär – empfindlichen
Staphylokokken (GISA, VISA), sowie Vancomycin – heteroresistente S. aureus
53
Cosgrove SE, Sakoulas G, Perencevich EN, Schwaber MJ, Karchmer AW, Carmeli Y (2003): Comparison
ofmortality associated with methicillin-resistant and methicillin-susceptible Staphylococcus aureus bacteremia:
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conventional molecules to new derivatives. Drugs 64: 913-936
- 46 -
(hVRSA) zu vermeiden.57,58,59,60 Dies würde die klinische Nutzbarkeit der
Standardtherapie von grampositiven nosokomialen Pneumonien mit Vancomycin
erheblich gefährden.
Im Vergleich hierzu ist Linezolid neben MRSA auch wirksam gegen VRSA und
VISA61 und erreicht zudem eine höhere Konzentration in Organgeweben62, wie
Lunge, Haut, Knochen und Muskel, während Vancomycin diese Gewebe schlecht
penetriert63,64.
Aus unserem Patientenkollektiv verstarben 44,1% der mit Vancomycin und 77,8%
der mit Linezolid behandelten Patienten. Jedoch sind die Fallzahlen zu klein, um eine
genauere statistische Aussage darüber machen zu können.
In Bezug auf die Therapie bei Patienten mit MRSA – Pneumonien ist nach Kollef et
al., sowie Wunderink et al. das Linezolid dem Vancomycin vorzuziehen. Sie zeigten,
dass 59% der mit Linezolid behandelten Patienten geheilt werden konnten, während
es in der Vancomycin – Gruppe lediglich 35,5% waren (p=0,009). Ebenso signifikant
fiel das Ergebnis bei beatmungsabhängigen Pneumonie aus (p=0,001), hier war
auch die Eradikationsrate bei Linezolid signifikant höher als bei Vancomycin
(p=0,001). Ferner überlebten 80% der Patienten in der Linezolid – Gruppe und
63,5% in der Vancomycin – Gruppe .65,66
56
Quintel M, Wofgang W (2005): MRSA- eine interdisziplinäre Herausforderung. 1. Auflage, Pfizer Pharma
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- 47 -
In unserer Studie lässt sich aufgrund der zu geringen Fallzahl in der Linezolid –
Gruppe darüber leider keine statistische Aussage treffen.
Auch bei den Haut- und Weichgewebeinfektionen konnte in verschiedenen Studien
gezeigt werden, dass die Linezolid – Therapie der Therapie mit Vancomycin
eindeutig überlegen ist. Hierbei ergaben sich klinische Erfolgsraten von 92% bei der
Linezolid – Anwendung, im Vergleich zu 88% klinischer Heilung unter Vancomycin –
Therapie.67 In einer weiteren Studie ergab sich sogar eine klinische Heilungsrate von
98% bei Linezolid, die Ergebnisse für Vancomycin lagen hier bei 87%. Zusätzlich
zeigte sich hier eine mikrobiologische Erfolgsrate von 87% für Linezolid und lediglich
48% für Vancomycin.68
In unserer Studie kam Teicoplanin nicht zum Einsatz und die heute verfügbaren
exzellenten MRSA- wirksamen Antibiotika Daptomycin und Tigecyclin waren noch
nicht auf dem Markt.
4.4. Bedeutung der Ergebnisse in Bezug auf die chirurgischen
Abteilungen
Erwartungsgemäß hatten in unserer Studie die meisten MRSA – Patienten (61,2%)
eine viszeralchirurgische Hauptdiagnose, mit 24,5% waren die Patienten aus der
Orthopädie und Traumatologie am zweit häufigsten vertreten. Die restlichen
chirurgischen Disziplinen spielten eher eine untergeordnete Rolle. Ähnliche
Ergebnisse fanden sich in der Kontrollgruppe.
Hinsichtlich des Risikos eine MRSA – Infektion zu bekommen, konnten wir keinen
signifikanten Unterschied zwischen der viszeralchirurgischen und orthopädisch –
traumatologischen Gruppe feststellen. Ebenso lag kein signifikanter Unterschied in
Bezug auf die Mortalität vor.
66
Wunderink RG, Rello J, Cammarata SK, Croos-Dabrera RV, Kollef MH (2003): Linezolid vs Vancomycin:
analysis of two double-blind studies of patients with methicillin-resistant Staphylococcus aureus nosocomial
pneumonia. Chest (Nov124) 5: 1789-1797
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Vancomycin from surgical site infections. Am J Surg 188: 760-766
- 48 -
Harbarth et al. zeigte, dass bezüglich MRSA – Träger bei der stationären Aufnahme
kein Unterschied zwischen Gruppe 1 (Orthopädie, Neurochirurgie, Plastische
Chirurgie, Herz- Gefäß- Chirurgie, Thoraxchirurgie) und Gruppe 2 (Viszeralchirurgie,
Urologie,
Transplantationschirurgie)
besteht.
Auch
hinsichtlich
69
Infektionsrate war kein statistischer Unterschied festzustellen.
der
MRSA-
Auch in unserer
Studie lag kein signifikanter Unterschied zwischen der Viszeralchirurgie und der
Traumatologie/Orthopädie in Bezug auf das Risiko für eine MRSA – Besiedelung vor.
4.5. Bedeutung der Ergebnisse in Bezug auf den APACHE II Score
Der Mittelwert des Apache Scores lag bei unserem gesamten MRSA –
Patientenkollektiv bei 15,2 Punkten, in der Gruppe der besiedelten Patienten betrug
er 14,8 und bei den infizierten Patienten 15,8. Mit einem p – Wert von 0,95 bestand
kein statistischer Unterschied zwischen besiedelten und infizierten Patienten. Das
bedeutet, dass ein niedriger beziehungsweise ein hoher Score nicht mit der
Infektionswahrscheinlichkeit korreliert.
Im Vergleich zur Kontrollgruppe zeigte sich jedoch, dass die Kolonisationsgruppe
einen signifikant höheren Score aufwies. Hierbei ist zu beachten, dass aufgrund der
Risikofaktoren für eine MRSA – Kolonisation (siehe Einleitung) die betroffenen
Patienten wahrscheinlich einen höheren Apache II Score erreichen können als die
Vergleichsgruppe.
Thompson et al. zeigten, dass bei einer vorliegenden MRSA – Bakteriämie die
Letalität signifikant höher ist, als die durch den Apache Score bei Aufnahme
vorhergesagte Letalität (p=0,015), während bei Patienten, bei denen keine
Bakteriämie vorlag, kein signifikanter Unterschied zwischen der vorhergesagten und
der tatsächlichen Sterblichkeit war.70
Jedoch hatten 80% der verstorbenen Patienten aus der Gruppe der MRSA –
Infektion einen Apache Score der größer oder gleich 20 war und somit bereits eine
vorhersagbare Letalität von über 40%. 3 der 4 an MRSA gestorbenen Patienten
69
Harbarth S, Frankhauser C, Schrenzel J, et al. (2008): Universal Screening for Methicillin-resistant
Staphylococcus aureus at HOSPITAL Admission and Nosocomial Infection in Surgical Patients. JAMA 299
(10): 1149-1157
70
Thompson DS, Workman R, Strutt M (2008): Contribution of acquired methicillin-resistant Staphylococcus
aureus bacteriaemia to overall mortality in a general intensive care unit. J Hosp Infect 70: 223-227
- 49 -
hatten ebenfalls einen Wert über 20, zwei davon hatten sogar 27 Punkte, womit ihre
durch den Apache Score errechnete Letalität bereits bei 55% lag.
4.6. Bedeutung der Ergebnisse in Bezug auf die Todesursache
43,3%
der
verstorbenen
Patienten
starben
aufgrund
eines
abdominalen
Geschehens, bei 16,7% lag eine pulmonale Todesursache vor. Lediglich 4 Patienten
13,3% starben an den Folgen der MRSA- Infektion. Zwischen den besiedelten und
den infizierten Patienten konnten wir keinen statistischen Unterschied hinsichtlich der
Todesursachen feststellen.
4.7. Einschränkungen unserer Ergebnisse
Da die Daten unserer Studie retrospektiv erhoben wurden, sind sie nicht vor
systematischen Fehlern wie Bias und Confounding geschützt.
In
unserer
Arbeit
handelt
es
sich
ausschließlich
um
Patienten
einer
hochspezialisierten Intensivstation der Universitätsklinik Freiburg mit einem relativ
großen
Einzugsgebiet,
so
dass
die
Ergebnisse
nur
bedingt
auf
andere
Intensivstationen übertragbar sind.
Aufgrund des viszeralchirurgischen Schwerpunkts der Intensivstationen 3 und 4
entsprechen
die
Krankheitsbildern
Diagnosen
der
nicht
den
Normalbevölkerung.
durchschnittlichen
So
gingen
doch
chirurgischen
zum
Großteil
viszeralchirurgische und orthopädisch – traumatologische Patienten in unsere Studie
mit ein, während aus den anderen chirurgischen Disziplinen nur wenige Patienten
vertreten waren. Somit war ein interdisziplinärer Vergleich nur bedingt möglich.
Da in dem beobachteten Zeitraum lediglich 1,1% aller auf Intensiv 3/4 behandelten
Patienten einen positiven MRSA – Nachweis hatten, bildeten nur 98 Patienten unser
Patientenkollektiv. Hierdurch ist eine statistische Auswertung unserer Ergebnisse nur
bedingt möglich gewesen.
In Bezug auf das Outcome bei den verwendeten Antibiotika war es schwierig, eine
statistische Aussage zu machen, da der Einsatz der Substanzen doch in den
verschiedenen Jahren erheblich variierte. Um einen Vergleich zwischen Vancomycin
- 50 -
und Linezolid machen zu können, müssten die beiden Gruppen wenigstens
annähernd gleich groß sein, das heißt, dass ungefähr gleich viele Patienten mit
Linezolid wie mit Vancomycin behandelt werden müssten, jedoch war in der Linezolid
– Gruppe die Fahlzahl leider zu klein.
Bei den Infektionsorten war eindeutig, dass die MRSA – Pneumonie am häufigsten
vorkam, jedoch konnten wir keinen signifikanten Unterschied in Bezug auf die
Mortalität zwischen der Pneumonie und den anderen Infektionsorten beweisen. Der
Trend in diese Richtung war allerdings gegeben und hätte sich mit einer größeren
Fallzahl sicherlich auch bestätigt.
Da nur 4 Patienten tatsächlich an der MRSA – Infektion verstarben, war für sie
lediglich eine Fallbeschreibung und keine statistische Aussage möglich.
Einige unserer Patienten wurden vor ihrer Aufnahme auf Intensiv 3/4 bereits auf
einer anästhesiologischen Intensivstation behandelt und stabilisiert. Hierdurch
weisen einige dieser Patienten einen niedrigeren Apache Score auf, als sie
tatsächlich bei der Aufnahme auf eine Intensivstation hatten, da uns die vollständige
Dokumentation der anderen Intensivstationen nicht zugänglich war.
Leider konnten wir anhand der Datenlage retrospektiv nicht den Anteil von MRSA an
allen S. aureus Infektionen bestimmen, womit ein Vergleich mit anderen Studien auf
Intensivstationen möglich gewesen wäre.
Hierfür wäre ein prospektives, randomisiertes, kontrolliertes Studiendesign nötig.
- 51 -
5. Zusammenfassung
Die durch den Apache Score geschätzte Letalität auf der Intensivstation in der
Kontrollgruppe beziehungsweise der Kolonisationsgruppe lag jeweils bei 15% und
entsprach somit nahezu der tatsächlichen Letalität von 16,1% bzw. 17,8%. In der
Gruppe der Infizierten war die tatsächliche Letalität deutlich höher, als die durch den
Apache Score vorhergesagte (47,6% vs. 25%). Somit zeigte sich, dass die infizierten
Patienten zwar bereits bei der Aufnahme auf die Intensivstation eine höhere
geschätzte Letalität aufwiesen als die beiden anderen Gruppen, allerdings in Verlauf
ihres stationären Aufenthaltes aufgrund der MRSA – Infektion eine eindeutig höhere
Krankenhaus- Sterblichkeit zeigten.
Es konnte sich also zeigen, dass gemäß unserer Erwartungen Patienten mit einer
MRSA – Besiedelung keine höhere Letalität hatten als die Kontrollgruppe. Patienten
mit einer MRSA – Infektion wiesen dagegen eine signifikant höhere Krankenhaus –
Sterblichkeit auf.
Leider ließ sich zur Effektivität der einzelnen Antibiotika bei MRSA aufgrund der zu
geringen Fallzahl keine Aussage machen.
Im Hinblick auf die verwendeten Laborwerte zeigte sich lediglich bei den Leukozyten
ein signifikanter Unterschied zwischen einer Besiedelung und einer Infektion. Da bei
Organversagen am häufigsten die Niere betroffen ist untersuchten wir hierfür die
Kreatininwerte, allerdings ohne signifikanten Unterschied. Ebenso verhielt es sich mit
den Thrombozyten, welche als frühes Zeichen der Sepsis abfallen, jedoch fand sich
auch hier kein signifikanter Unterscheid zwischen einer Besiedelung und einer
Infektion mit MRSA.
Entgegen unserer Erwartungen hatten orthopädisch – traumatologische Patienten
kein höheres Risiko für eine Besiedelung beziehungsweise eine Infektion mit MRSA.
- 52 -
Anhang
APACHE II Score Erhebungsbogen
- 53 -
Tabellen
Mittelwerte im Vergleich
Leukozyten
Kreatinin
Thrombozyten
Gesamt
22,2 (+/- 16,3)
1,9 (+/-1,8)
173,9 (+/-120,9)
Infektion
19,3 (+/- 12,4)
1,8 (+/- 1,7)
188,8 (+/- 129,8)
Besiedelung 26,0 (+/- 19,9)
2,0 (+/- 2,1)
153,9 (+/- 106,2)
Alter
Apache
MRSA Gesamt
64,5 (+/- 15,5)
15,2 (+/- 6,5)
Infektion
60,8 (+/- 15,6)
14,8 (+/-6,4)
Besiedelung
67,2 (+/- 14,9)
15,8 (+/- 6,7)
Kontrollgruppe
67,0 (+/- 14,3)
11,7 (+/- 5,9)
Einflussgrößen auf das Vorliegen einer Infektion bzw. Besiedelung mit MRSA
Infektion Besiedelung Total Odds
ratio
p-Wert
95%
KonfidenzIntervall
Geschlecht
Männlich
27
(0,45)
Weiblich
15
(0,39)
Abteilungen
Total
42
Viszeral-
25
Chirurgie
(0,42)
33 (0,55)
60
23 (0,61)
38
56
98
35 (0,58)
60
- 54 -
von
bis
1,25
0,55
2,86
0,59
0,84
0,33
2,18
0,73
Ortho/
13 (0,54)
34
48
84
13 (0,57)
23
43 (0,57)
75
56
98
10 (0,34)
30
46 (0,68)
68
56
98
44 (0,52)
85
1 (0,07)
12 (0,93)
13
Total
42
56
98
Erhöht
17
24 (0,59)
41
32 (0,56)
57
56
98
23 (0,56)
41
33 (0,58)
57
56
98
Trauma
Apache
11
(0,46)
Total
36
> 20
10
(0,43)
0 – 19
32
(0,43)
Verlegungsart
Total
42
Tod
20
(0,66)
Kein Tod
22
(0,32)
Leukozyten
Total
42
Erhöht
41
(0,48)
Nicht
erhöht
Kreatinin
(0,41)
Nicht
25
erhöht
(0,44)
Total
Thrombozyten Erniedrigt
42
18
(0,44)
Nicht
erniedrigt
Total
24
(0,42)
42
- 55 -
1,03
0,40
2,65
0,95
4,18
1,67 10,42
0,002
11,18 1,39 89,85
0,006
0,91
0,40
2,04
0,81
1,07
0,47
2,42
0,86
Todesursache MRSA
andere
4 (1)
0 (0)
4
10
26
10
30
16
(0,61)
Total
20
Einflüsse auf die Verlegungsart beim Nachweis von MRSA
Tod
Kein
Total
Tod
Odds
95%
p-Wert
ratio
KonfidenzIntervall
Abteilungen
Viszeral-
21
39
chirurgie
(0,35)
(0,65)
6
18
(0,25)
(0,75)
27
57
12
7
(0,63)
(0,37)
8
16
(0,33)
(0,67)
Total
20
23
Infektion
20
22
(0,48)
(0,52)
10
46
(0,19)
(0,81)
30
68
Ortho/
Trauma
Total
Infektionsort Lunge
Andere
MRSA
Besiedelung
Total
- 56 -
von
bis
1,61
0,55
4,68
0,38
3,42
0,97 12,10
0,052
4,18
1,67 10,42
0,002
60
24
84
19
24
43
42
56
98
Zusammenhänge mit dem Apache II Score und MRSA
0
– > 20
Total
19
Odds
95%
p-
ratio
Konfidenz-
Wert
Intervall
Infektionsort
Lunge
13
6
(0,68) (0,32)
Andere
19
5
(0,79) (0,21)
Total
Todesursache MRSA
bei Infektion
32
11
1
3
10
(0,62) (0,38)
MRSA
24
11
9
Infektion
32
10
43
13
(0,77) (0,23)
Total
75
0,14
2,26
0,18
5,0
0,42 59,66
0,18
1,03
0,40
0,95
4
16
20
(0,76) (0,24)
Besiedelung
0,57
43
6
Total
bis
19
(0,25) (0,75)
Andere
von
23
42
56
2,65
98
Vergleich zwischen der Kolonisationsgruppe und der Kontrollgruppe
Besiedelung
Keine
Besiedelung
Total Odds 95%
ratio
KonfidenzIntervall
- 57 -
pWert
Abteilungen
ViszeralChirurgie
Ortho/
39 (0,53)
12 (0,48)
25
Total
48
51
99
>= 20
13 (0,72)
5 (0,28)
18
0 – 19
43 (0,46)
51 (0,54)
94
Total
56
56
112
Tod
Kein Tod
bis
0,83
0,33
2,05
0,68
3,08
1,02
9,34
0,04
74
13 (0,52)
Trauma
Apache
35 (0,47)
von
Total Odds 95%
ratio
p-
Konfidenz-
Wert
Intervall
von
Gruppen
Besiedelung
Keine
Besiedelung
Total
10 (0,18)
46 (0,82)
56
9 (0,16)
47 (0,84)
56
19
93
112
- 58 -
bis
1,1
0,42 3,05
0,8
Erklärung
Ich erkläre hiermit, dass ich die vorliegende Arbeit ohne unzulässige Hilfe Dritter und
ohne Benutzung anderer als der angegebenen Hilfsmittel angefertigt habe.
Die aus anderen Quellen direkt oder indirekt übernommenen Daten und Konzepte
sind unter Angabe der Quelle gekennzeichnet.
Niemand hat von mir unmittelbar oder mittelbar geldwerte Leistungen für Arbeiten
erhalten, die im Zusammenhang mit dem Inhalt der vorgelegten Dissertation stehen.
Insbesondere habe ich nicht die entgeltliche Hilfe von Vermittlungs- beziehungsweise
Beratungsdiensten (Promotionsberater oder anderer Personen) in Anspruch
genommen.
Die Arbeit wurde bisher weder im In- noch im Ausland in gleicher oder ähnlicher
Form einer anderen Prüfungsbehörde vorgelegt
Sandra Stratz
Lörrach, den 23.11.2010
- 59 -
Die Seiten 60 - 61 (Lebenslauf) enthalten persönliche Daten. Sie sind deshalb nicht
Bestandteil der Online-Veröffentlichung.
- 60 -
- 61 -
Danksagung
Ich danke Herrn PD Dr. Peter Baier für die Bereitstellung des Dissertationsthemas
und für die Erstellung des Erstgutachtens, sowie für die Betreuung, die Anleitung und
die Geduld, die er mir entgegen brachte.
Ich danke Herrn Prof. Torsten Loop für die Erstellung des Zweitgutachtens.
Besonders möchte ich mich bei Herrn Dr. Stefan Utzolino für die Betreuung und
Beratung, die Hilfe bei der Datenerhebung und deren Auswertung, sowie für das
häufige Korrekturlesen meiner Arbeit bedanken.
Ich danke auch all jenen Assistenzärzten- und Ärztinnen, sowie der Pflege der I 3/4,
die mich so oft in ihrem Arztzimmer erduldeten und mir einen Computer zur
Verfügung stellten.
Ich bedanke mich auch bei meinem guten Freund Alex, der mit viel Zeit und Geduld
mich bei der Auswertung der Daten unterstützte und mir die Statistik näher brachte.
Ein herzlicher Dank gilt meiner Familie, besonders meinen Eltern, die mir mein
Studium ermöglicht haben und mich jahrelang tatkräftig unterstützten.
Zuletzt möchte ich mich bei meinem Freund David bedanken, für all die Ratschläge
und die guten Worte, doch ganz besonders für das geduldige Zuhören, Beruhigen
und Dasein.
- 62 -
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