10.2010, 21.10.2010, TOP 3.1 - Impfen im Alter -

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Impfen im Alter
Impfungen
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Noch zu Beginn des letzten Jahrhunderts waren
Infektionskrankheiten eine große Bedrohung für die
Menschen
Viele Menschen starben an Krankheiten wie Masern,
Keuchhusten, Diphtherie oder Mumps.
Heute kennt man viele Krankheiten nicht mehr aus
eigenem Erleben.
Ziele von Impfungen
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Schutz des Einzelnen
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Schutz der Allgemeinheit
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Ausrottung der Erkrankung
Was wurde bereits erreicht ?
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Europa ist seit 2002 frei von Kinderlähmung
1961 letzte schwere Epidemie in Deutschland
Mit 4600 Erkrankten
Zahl der Ansteckungen weitaus höher
95 % der Infizierten weisen keine Krankheitserscheinungen auf
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In Afrika und Asien ist Kinderlähmung heute noch weit verbreitet
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Infektionskrankheiten früher und heute
Krankheit
Jahr
Fälle
1997
( Daten aus USA)
(vor der Impfung )
Diphtherie
1921
206. 939
5
Masern
1941
894.134
135
Mumps
1968
152. 209
612
Tetanus
1948
1560
43
Polio
1952
21. 269
0
( Zahl der Fälle )
Impfungen
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Es gibt heute keine Impfpflicht in Deutschland
Durchführung von Impfungen gesetzlich geregelt
( § 20 Infektionsschutzgesetz – IfSG )
Es gibt öffentlich empfohlene Impfungen z.B.
gegen Tetanus
das bedeutet, daß der Staat seinen Bürgern rät, sich
vor bestimmten Infektionskrankheiten zu schützen
z.B. Tetanus ( Wundstarrkrampf )
Impfungen
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Wer „ empfiehlt „ diese Impfungen ?
STIKO ( Ständige Impfkommission unabhängiges Expertengremium von Ärzten,
Mikrobiologen,Vertretern der Bundesländer, Vertreter
der Krankenkassen )
Hat ihren Sitz in Berlin - am Robert –Koch - Institut
Mitglieder berufen vom
Bundesgesundheitsministerium
und den obersten Landesgesundheitsbehörden
Impfungen
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Impfempfehlungen = medizinischer
Standard
sind Grundlage der öffentlichen
Impfempfehlungen der Länder
Begutachtung und Anerkennung von
Impfschäden gilt nur für öffentlich
empfohlene Impfungen ( § 60 IfSG )
Impfungen
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Impfkalender
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zeigt, welche Impfungen in welchem Alter
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zeigt, welche Abstände zwischen den einzelnen
Impfungen notwendig sind
Impfungen
Wer impft :
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-
-
- 85 – 90 % aller Impfungen von niedergelassenen
Ärzten durchgeführt
- 15 % vom öffentlichen Gesundheitsdienst (
Gesundheitsämter, Betriebsärzte usw.
- „ Impfärzte“ haben eine Aufklärungspflicht
- Dokumentationspflicht im Impfausweis
oder Ausstellen einer Impfbescheinigung
Impfungen
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Damit Kinder und Erwachsene weiterhin vor
gefährlichen Infektionskrankheiten geschützt sind,
sollte sich jeder dagegen impfen lassen.
Je weniger Menschen geimpft sind, desto
wahrscheinlicher ist der Ausbruch von Erkrankungen.
Ein gutes Beispiel ist die Masernepidemie in NRW im
Sommer 2006.
Wie wirkt eine Impfung ?
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Bei einer Impfung werden die gleichen Vorgänge
nachgeahmt, mit denen sich der Körper gegen
Krankheitserreger wehrt.
Bei diesem „ Training „ kann der Körper jedoch nicht
ernsthaft erkranken.
Es werden nur abgetötete oder stark abgeschwächte
Erreger oder einzelne Bestandteile geimpft, die keine
schwerwiegende Erkrankung auslösen können.
Wie wirkt eine Impfung ?
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Dem Körper wird eine Infektion „ vorgetäuscht „
Es werden „ Gedächtniszellen „ und „ Abwehrzellen “
( Antikörper ) gebildet.
Bei einem späteren Kontakt mit „ echten“
Krankheitserregern „ erinnert „ sich der Körper an den
Erreger.
Antikörper werden jetzt schnell in ausreichender Menge
gebildet.
Die Erkrankung kann nicht ausbrechen !
Impfungen
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Gegen welche Erkrankungen kann geimpft werden ?
Diphtherie
Wundstarrkrampf ( Tetanus )
Keuchhusten ( Pertussis )
Kinderlähmung ( Poliomyelitis )
Hirnhaut- und Kehlkopfentzündungen ( Hib )
Hepatitis B/ A
Pneumokokken
Masern
Mumps
Röteln
Windpocken ( Varizellen )
Meningokokken
Gebärmutterhalskrebs ( HPV )
Tollwut
Typhus usw..........
Impfungen
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Standardimpfungen für Erwachsene ( gem.
Impfkalender 2010 ) ab 18 Jahre - > 60 Jahre
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Diphtherie
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Wundstarrkrampf ( Tetanus )
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Keuchhusten ( Pertussis )
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Pneumokokken ( Lungenentzündung )
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Masern
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Grippe ( Influenza )
Wundstarrkrampf ( Tetanus )
Erreger : Bakterium
Vorkommen : Erdreich, Staub
Übertragung : durch Verletzungen
Krankheitssymptome : schwerste Muskelkrämpfe bis zum
Ersticken
Impfungen
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Wundstarrkrampf ( Tetanus )
Sterblichkeit : fast 60 % !
Besonders gefährdet : Ältere Menschen,
da ein Impfschutz bei ca. 2/3 fehlt !!!
Erwachsene erhalten alle 10 Jahre eine
„ Auffrischung „
Impfungen
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Diphtherie - „ Würgeengel der Kinder „
Erreger : Bakterium
Übertragung : Tröpfcheninfektion
Symptome : Fieber, Schwellung der Schleimhäute in Rachen und Kehlkopf bis hin zum Ersticken !
Besonders gefährdet sind Menschen im
Erwachsenenalter, da Auffrischimpfungen oft
fehlen !
Impfungen
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Keuchhusten ( Pertussis )
Bei Neugeborenen und Säuglingen häufig
Atemstillstand
Hinterläßt keine lebenslange Immunität
Impfungen
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Keuchhusten ( Pertussis )
Erreger : Bakterium
Übertragung : Tröpfcheninfektion
Symptome : über Wochen heftige Hustenanfälle ,
evtl. mit Atemnot und Erbrechen
Durchgemachte Erkrankung hinterläßt keine
lebenslange Immunität !
-
Deshalb nächste fällige Tetanus/ DiphtherieImpfung in Kombination mit Pertussis impfen
Impfungen
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Wer sollte geimpft werden ?
- alle Erwachsenen
- Frauen im gebärfähigen Alter
- enge Haushaltskontaktpersonen (
Eltern, Geschwister, Großeltern,
Tagesmütter )
Personal im Gesundheitsdienst
Impfungen
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Masernimpfung
- nach 1970 Geborene bzw. in der
Kindheit nur einmal geimpfte Personen
> 18 Jahre oder nach 1970 geborene
Personen mit unklarem Impfstatus
Pers. mit Kontakt zu Masernkranken
und unklarem Impfstatus
Impfungen
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Pneumokokken
Auslöser schwerer Infektionen bei Säuglingen,
Kleinkindern und älteren abwehrgeschwächten
Menschen
Verursacher von Lungenentzündungen,
Mittelohrvereiterungen, Hirnhautentzündungen
In Deutschland fallen jedes Jahr rund 75 000
Menschen einer Lungenentzündung zum Opfer
Impfungen
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Wer sollte gegen geimpft werden ?
Alle Personen über 60 Jahre
Alle Kinder ab vollendetem 2. Monat
der, Jugendliche und Erwachsene mit erhöhter
gesundheitlicher Gefährdung infolge einer
Grundkrankheit wie :
Impfungen
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Chron. Erkrankungen der Lunge und des Herz –
Kreislaufsystems
Chron. Leber – und Nierenerkrankungen
Diabetes mellitus und andere Stoffwechselerkrankungen
Krankheiten der blutbildenden Organe
Bei HIV – Infektionen
Bei Krebserkrankungen
Nach Knochenmarktransplantation
Patienten mit fehlender oder funktionsuntüchtiger Milz
Vor einer Organtransplantation
Impfungen
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Kinderlähmung ( Poliomyelitis )
Erreger : Virus
Übertragung : Tröpfchen – und Schmierinfektion
Symptome : schlaffe Lähmung der Muskulatur
Einziger wirksamer Schutz vor der Erkrankung
ist die Impfung
Impfungen
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Kinderlähmung ( Poliomyelitis )
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Impfung seit 1962 in Deutschland
Bis 1962 jährlich 10.000 Fälle jährlich
Seit 1984 hier keine einheimische
Kinderlähmung mehr
Impfungen
Polyomyelitis- Impfung
-
-
-
-
Alle Personen mit fehlender oder
unvollständiger Grundimmunisierung
Alle Personen ohne einmalige
Auffrischimpfung
Weiterhin : Reisende in Regionen mit Infekt.
Risiko( WHO- Meldungen beachten )
Weitere siehe STIKO
Impfungen
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Wundstarrkrampf ( Tetanus ), Diphtherie,
Kinderlähmung ( Poliomyelitis ) und Keuchhusten
( Pertussis )
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Können in jedem Alter auftreten
Können trotz moderner Medizin lebensbedrohlich
verlaufen
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Nur die rechtzeitige Impfung schützt !
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Impfungen
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Influenza ( Virusgrippe )- Impfung
Für wen ?
- alle Personen über 60 Jahre
- alle Schwangeren
- Personen mit erhöhter gesundheitl. Gefährdung
- Bewohner von Alters – und Pflegeheimen
- Personen mit berufl. Gefährdung
Impfen
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Schützt die saisonale Influenzaimpfung auch
gegen die „ Schweinegrippe „ ?
- der saisonale Impfstoff enthält auch eine
Komponente des H1N1 – Virus (
„Schweinegrippevirus „)
Aktueller Impfstoff richtet sich gegen 3
verschiedene Viren
Impfungen
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Warum jedes Jahr wieder Impfen ?
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Weil sich das Virus laufend verändert
Impfungen
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Hepatitis B
Ca. 1 % der Erkrankten stirbt
Chronischer Verlauf : zu 90 % bei Säuglingen !
zu 10 % bei Erwachsenen
Folgen : Leberzirrhose , Leberzellkarzinom
Eine spezifische Behandlung der akuten Hepatitis B
existiert nicht !
Einziger wirksamer Schutz ist die Impfung !
Impfungen
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Kontraindikationen für Impfungen
- akute behandlungsbedürftige
Erkrankungen ( 2 Wochen abwarten )
- Allergien gegen Bestandteile des
Impfstoffes ( zB. Hühnereiweiß )
- Schwangerschaft ( Lebendimpfstoffe
)
Impfungen
Falsche Kotraindikationen
- banale Infekte
- Behandlung mit Antibiotika oder
niedrigen Dosen Kortikosteroiden
- Ekzem / Dermatose
- Fieberkrämpfe in der Anamnese
- Krampfanfälle in der Familie
- Chronische Krankheiten sowie nicht
fortschreitende Erkrankungen des ZNS
- Usw.
Impfungen
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Wer bezahlt die Impfungen ?????
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Standardimpfungen zahlt die Krankenkasse
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Impfungen bei beruflicher Gefährdung ( Krankenschwestern,
Kanalarbeiter ….) zahlt der Arbeitgeber
Reise – Impfungen, zB. Gegen Gelbfieber, müssen privat bezahlt
werden; seit 2007 auch von einigen Krankenkassen
Die im Jahr 2004 eingeführte Praxisgebühr wird im Rahmen von
Vorsorgeleistungen, zu welchen auch Impfungen zählen, nicht
erhoben.
Welche Impfung kommt für mich in
Frage ?
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Sprechen Sie mit Ihrem
Hausarzt !
Vielen Dank für Ihre
Aufmerksamkeit
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