Wahlplakate interpretieren

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Die Parteien in der Weimarer Republik – Wahlplakate als politische Botschaft
Methode
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Wahlplakate interpretieren
A. Politische Plakate als historische Quellen
Politische Plakate sind uns allen insbesondere aus
Wahlkampfzeiten bekannt, wo wir sie in Massen an
Straßen und öffentlichen Plätzen finden. Alle Parteien
bedienen sich des Mediums Plakat, um in prägnanter,
kurzer Form für ihre Ziele und Abgeordneten zu werben. Solche Wahlplakate dienen insbesondere der
Mobilisierung von Massen. Dabei versuchen sie, mit
ihren Botschaften bewusste, aber auch unbewusste
Wünsche der Wählerinnen und Wähler anzusprechen.
Wer von vielen gewählt werden möchte, greift den
politischen Gegner scharf an, greift Hoffnungen,
Wünsche, aber auch Ängste der Menschen auf und
verspricht eigene bessere Lösungen für politische,
soziale und wirtschaftliche Probleme.
Deshalb sind Wahlplakate eine wichtige Quelle, um
etwas über das Selbstverständnis der Parteien und
über das Verhältnis der Parteien zueinander zu erfahren. Der aufmerksame Beobachter erfährt jedoch aus
Wahlplakaten noch sehr viel mehr: Als Ausdruck und
Spiegel des Zeitgeistes lassen sie Rückschlüsse auf Einstellungen und Mentalitäten der Menschen in ihrer
Zeit zu. Dabei lassen sich kontroverse zeitgenössische
Denkweisen am besten herausarbeiten, wenn wir
mehrere Plakate miteinander vergleichen.
B. Schritte der Interpretation von Wahlplakaten
1. Schritt – Leitfrage(n) festlegen:
Die Erkenntnisinteressen bestimmen und als Untersuchungsfrage(n) formulieren, die für
die Interpretation leitend ist (sind).
2. Schritt – Analyse:
– Beschreibung und
● Den Auftraggeber und die Zielgruppe des Plakats vorstellen.
Klärung formaler
● Den Inhalt/das Thema des Plakats benennen.
äußerer Merkmale
– Plakatbeschreibung und -erläuterung
● Systematisch und genau beschreiben, was auf dem Plakat im Einzelnen zu sehen ist,
und im Zusammenhang der Beschreibung den historischen Sachverhalt sowie die
aktuelle historisch-politische Situation, in der das Plakat entstanden ist und auf die es
Bezug nimmt, erläutern.
● Den Plakataufbau und die Gestaltungselemente, die verwendet werden, darstellen.
Aspekte, auf die der Blick gerichtet werden sollte:
– Schriftelemente
– Verwendung von Symbolen
– Bildelemente
– Komposition, z. B. Staffelung von
– Farbwahl
Hintergrund, Mitte, Vordergrund;
– Perspektive, z. B. Auf- oder Untersicht
Verhältnis von Schrift- und Bildelementen
3. Schritt –
Interpretation:
● Die Plakataussage im historischen Entstehungskontext sowie in ihrer Darstellungsabsicht unter Berücksichtigung des Zusammenspiels von Inhalt und Form deuten.
Mögliche Fragestellungen für eine Interpretation:
– Welche „Botschaft“ vermittelt das Plakat?
– Welche Zielgruppe wird umworben?
– Welche Wirkung dürfte das Plakat auf den zeitgenössischen Betrachter ausgeübt haben?
– Ist das Plakat in seinen Formulierungen und seiner grafischen Gestaltung überzeugend
gestaltet, sodass es dem Betrachter effektiv auf den ersten Blick einen „Schnelldialog“
mit der Plakataussage ermöglicht?
– Wie zeittypisch ist das Plakat in seiner Zielsetzung, seiner inhaltlichen Aussage und
seiner Gestaltungsweise?
● Auf der Grundlage der Ergebnisse der Interpretation im engeren Sinne belegbare
Schlussfolgerungen mit Blick auf die gestellten Leitfragen ziehen und tragfähige Antworten formulieren.
– Ebene 1
Interpretation im
engeren Sinne
– Ebene 2
Zusammenfassendes Resümee
mit Blick auf die
Leitfrage(n)
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