bericht des beurteilungsgremiums

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Evangelisch - reformierte Kirchgemeinde Rüti ZH
Studienauftrag im selektiven Verfahren
Umbau des alten Pfarrhauses und Neubau eines Kirchgemeindesaals
BERICHT DES BEURTEILUNGSGREMIUMS
16. September 2014
Impressum
Evangelisch - reformierte Kirchgemeinde Rüti ZH
Amthofstrasse 12, 8630 Rüti ZH
Redaktion, Modellfotos
Lisa Ehrensperger
Frei & Ehrensperger Architekten, Anwandstrasse 32, 8004 Zürich
Druck
SauterCopy AG Zürich
September 2014
Digitale Version im pdf-Format auf www.refrueti.ch
INHALT
Seite
1
EINLEITUNG
1.1Ausgangslage
1.2
Ziele des Studienauftrags
1.3Studienauftrag
2
ALLGEMEINE BESTIMMUNGEN
1
1
1
2
2
2.1 Veranstalterin
2.2Verfahren
2.3Beurteilungsgremium
2.4
Fachliche Begleitung und generelle Vorprüfung
2.5TeilnehmerInnen
2.6
Ablauf Studienauftrag
2.7Preissumme/Entschädigung
2.8
Orientierung über das Ergebnis
2.9Weiterbearbeitung
2.10Urheberrecht
2
2
3
3
3
3
4
4
4
5
3
GRUNDLAGEN DES STUDIENAUFTRAG
5
3.1Aufgabenstellung
3.2Rahmenbedingungen/Anforderungen
5
5
4BEURTEILUNG
7
4.1Zwischenbesprechung
4.2Vorprüfung
4.3
Schlusspräsentation und Beurteilung
4.4
Entscheid / Empfehlung des Beurteilungsgremiums
4.5
Dank und Würdigung
7
8
8
10
10
5
11
GENEHMIGUNG 5.1
Unterschriften des Beurteilungsgremiums
11
6
BESCHRIEB UND DOKUMENTATION PROJEKTE
13
6.1
Pojekt zur Weiterbearbeitung empfohlen:
ARGE JMN, Zürich
Joos & Mathys Architekten
Daniel Nyffeler Architekten
weitere Projekte:
6.2
6.3
6.4
6.5
Menzi Bürgler Architekten ETH SIA, Zürich
ARGE Bünzli & Courvoisier Architekten AG
laterza graf baupartner gmbh, Zürich
KADEN ARCHITEKTEN SIA, Zürich
moos giuliani herrmann architekten ag, Uster
13 ff
21 ff
29 ff
35 ff
41 ff
1
EINLEITUNG
1.1
Ausgangslage
Die Evangelisch-reformierte Kirchgemeinde Rüti ZH (Kirchgemeinde) ist eine selbstständige Körperschaft des öffentlichen Rechts und untersteht dem öffentlichen Beschaffungswesen. Sie ist Teil der Evangelisch-reformierten Landeskirche des Kantons
Zürich. Die Rechtsgrundlagen sind in der Gesetzessammlung des Kantons Zürich (Loseblattsammlung, www.zhlex.zh.ch) abrufbar (ab Ordnungsnummer 180.1).
Die Kirchgemeinde umfasst alle der Evangelisch-reformierten Landeskiche angehörenden Einwohnerinnen und Einwohner der politischen Gemeinde Rüti ZH, zur Zeit rund
3‘800 Personen. Die Mitgliederzahl sinkt tendenziell und die Finanzkraft der Kirchgemeinde ist eher schwach.
Die Kirchenpflege als Exekutivorgan der Kirchgemeinde hat am 27.02.2014 eine Immobilienstrategie verabschiedet. Diese enthält Thesen und formuliert den sich daraus ergebenden Handlungsbedarf. Alle Bauten im Eigentum der Kirchgemeinde sind im Inventar
der kunst- und kulturhistorischen Schutzobjekte von überkommunaler Bedeutung sowie
im Inventar der schutzwürdigen Ortsbilder von überkommunaler Bedeutung enthalten.
Mit Freude und Stolz betreut die Kirchgemeinde diese historische Bausubstanz. Sie soll,
soweit sie für das Gemeindeleben benötigt wird, sorgfältig saniert und für die heutigen
Bedürfnisse bereitgestellt werden. Das Projekt für den Umbau des alten Pfarrhauses
und den Neubau eines Kirchgemeindesaals an der Amthofstrasse 12 ist prioritär und
Gegenstand des vorliegenden Studienauftrags.
1.2
Mit dem Umbau der Liegenschaft „altes Pfarrhaus“ an der Amthofstrasse 12 und dem
Neubau eines Kirchgemeindesaals im heutigen Garten können alle öffentlich genutzten Räume der Kirchgemeinde an einem Ort zusammengeführt werden. Es entsteht
ein Kirchenzentrum in nächster Nähe der Kirche. Der Ortskern der Gemeinde Rüti mit
dem Klosterhof-Bezirk soll damit städtebaulich deutlich aufgewertet werden. Für die
Kirchgemeinde bedeutet das geplante Kirchenzentrum mit der Möglichkeit, die notwendigen Arbeitsplätze und die Räume für Veranstaltungen gleichenorts bereitzustellen, ein
eigentlicher Quantensprung. Damit entsteht ein Zentrum für das Gemeindeleben, ein
Begegnungsort, der generationenübergreifend genutzt werden soll.
Ziele des Studienauftrags
1.
Aufzeigen eines architektonisch und städtebaulich überzeugenden Projekts, das den Vorgaben des Denkmal- und Ortsbildschutzes gerecht wird.
2.
Die Planung soll auf der Regelbauweise beruhen.
3.
Das Raumprogramm (Kapitel 6) ist zu erfüllen. Chancen für die zusätzliche Bereitstellung von Raum sind zu nutzen.
4.
Das Projekt soll wirtschaftlich, termingerecht und ökologisch sinnvoll ausge
führt werden können.
5.
Der zukünftige Betrieb soll wirtschaftlich erfolgen und für die Nutzerinnen und Nutzer zweckmässig sein.
6.
Die Architektur soll das Gemeindeleben mit Begegnungszonen unterstützen und muss generationenübergreifend nutzbar sein.
7.
Das Kirchenzentrum soll verschiedenen Anspruchsgruppen zur Verfügung stehen. Unterschiedliche Nutzungen (kirchlicher Unterricht für Kinder und Jugendliche, Chorproben, Trauergespräche usw.) sollen gleichzeitig möglich sein. Der dafür notwendigen Bauweise (Lärmdämmung) ist Rechnung zu tragen.
Studienauftrag altes Pfarrhaus Rüti ZH; Bericht des Beurteilungsgremiums
© Evangelisch - reformierte Kirchgemeinde Rüti ZH /Frei & Ehrensperger Architekten GmbH, Zürich
1
1.3
Studienauftrag
Zum Erreichen der unter 1.2 formulierten Ziele wurde ein Studienauftrag im selektiven
Verfahren durchgeführt. Die TeilnehmerInnen wurden vom Beurteilungsgremium im
Rahmen einer Präqualifikation bestimmt und eingeladen.
Das gesamte Verfahren unterstand dem GATT/WTO-Übereinkommen der interkantonalen Vereinbarung über das öffentliche Beschaffungswesen IVöB und der Zürcher
Submissionsverordnung SVO. Die Ordnung SIA 143 galt subsidiär zu den Bestimmungen des öffentlichen Beschaffungswesens.
Siehe dazu mehr unter Kapitel 2.2, Verfahren.
2
ALLGEMEINE BESTIMMUNGEN
2.1
Veranstalterin
Veranstalterin war die Evangelisch-reformierte Kirchgemeinde Rüti, vertreten durch die
Planungs- und Baukommission.
2.2
Verfahren
Der Studienauftrag wurde als einstufiges Verfahren im Dialog, also nicht anonym, gestützt auf die Ordnung SIA 143 Ausgabe 2009 durchgeführt. Er wurde öffentlich ausgeschrieben, die Publikation erfolgte auf www.simap.ch, dem Newsletter SIA und auf
der Webseite der Evangelisch-reformierten Kirchgemeinde Rüti, www.refrueti.ch. Die
entsprechenden Unterlagen konnten auf beiden Webseiten heruntergeladen werden.
Das Grundstück an der Amthofstrasse 12 ist sowohl aufgrund der bestehenden Bausubstanz wie auch aufgrund seiner Umgebung von historischer Bedeutung und dies
wird durch die entsprechenden baurechtlichen Schutzinstrumente belegt. So ist das
alte Pfarrhaus zusammen mit dem Waschhaus und der Umfassungsmauer im Inventar der überkommunalen Schutzobjekte der kantonalen Denkmalpflege aufgeführt,
das ganze Ensemble inklusive Garten darüber hinaus im Inventar der schutzwürdigen
Ortsbilder. Sämtliche Eingriffe, sowohl im Bereich des alten Pfarrhauses (Umbau), wie
dem Aussenraum, dem eigentlichen Pfarrgarten (Neubau) werden in enger Zusammenarbeit mit den entsprechenden Amtsstellen, insbesondere der Kantonalen Denkmalpflege, erfolgen müssen.
Der Studienauftrag als Verfahren im Dialog, nicht anonym, wurde deshalb gewählt,
weil die Komplexität der vorliegenden Aufgabe, namentlich die Bedürfnisse der Auftraggeberin resp. Veranstalterin, die Anforderungen an die Behindertengerechtigkeit
sowie heutige Standards mit den Vorgaben der Denkmalpflege in Übereinstimmung zu
bringen, aus fachlicher Sicht den direkten Dialog zwischen dem Beurteilungsgremium
und den TeilnehmerInnen erfordert.
Präqualifikation (PQ)
Studienauftrag
2
Um die erforderliche Qualifikation der PlanerInnen sicherzustellen, wurde ausdrücklich
der Erfahrungsnachweis im Umgang mit ähnlichen Bauaufgaben als Eignungskriterium
für die Teilnahme am Studienauftrag festgelegt (siehe Programm Studienauftrag vom
16.05.14, Kapitel 4.5, Auswahl).
Aufgrund der Ausschreibung konnten sich interessierte ArchitektInnen für die Bearbeitung der Aufgabe bewerben. Anhand von Bewerbungsunterlagen mit vorgegebenen
Eignungskriterien traf das Beurteilungsgremium eine Auswahl von 5 ArchitektInnen, die
zur Teilnahme am Studienauftrag eingeladen wurden.
Studienauftrag altes Pfarrhaus Rüti ZH; Bericht des Beurteilungsgremiums
© Evangelisch - reformierte Kirchgemeinde Rüti ZH /Frei & Ehrensperger Architekten GmbH, Zürich
Im Rahmen des Studienauftrags wurde im diskursiven Verfahren der Projektvorschlag
gesucht, der die unter 1.2 formulierten Ziele des Studienauftrags am Besten erfüllt. Dazu
wurden neben der Begehung (Start Studienauftrag) eine Zwischenbesprechung sowie
eine Schlusspräsentation der Arbeiten durchgeführt.
2.3
Beurteilungsgremium
Entsprechend der Ordnung SIA 143 für die Durchführung von Studienaufträgen setzte
sich das Beurteilungsgremium wie folgt zusammen:
Sachpreisrichter resp. Vertreter der der Veranstalterin (2):
Ersatz-Sachpreisrichter:
- Andreas Weber, Präsident der Planungs- und Baukommission (Vorsitz), Rüti
- Martin Jurt, Präsident der Evangelisch-reformierten Kirchenpflege Rüti, Rüti
- Bruno Schulthess, Mitglied der Planungs- und Baukommission, Rüti
FachpreisrichterInnen (3):
- Reto Gadola, Bauberater Kant. Denkmalpflege und Architekt ETH SIA, Zürich
- Dieter Jüngling, Architekt BSA SIA, Chur
- Regula Harder, Architektin BSA ETH SIA, Zürich
Ersatz-Fachpreisrichterin:
- Lisa Ehrensperger, Architektin BSA ETH, Zürich (Verfahrensbegleitung)
Beraterin/Expertin ohne
Stimmrecht:
- Claudia Rüegg Bissig, Pfarrerin Rüti
2.4
Fachliche Begleitung und generelle Vorprüfung
Frei & Ehrensperger Architekten, Anwandstrasse 32, 8004 Zürich
Bearbeitung: Lisa Ehrensperger (Ersatz Fachpreisrichterin)
2.5
TeilnehmerInnen
Aus den eingegangenen Bewerbungen wählte das Beurteilungsgremium am 28.04.14
die folgenden Büros zur Teilnahme am Studienauftrag aus (Einladung durch die Evangelisch-reformierte Kirchenpflege vom 29. April 2014):
-
moos giuliani herrmann architekten ag, Uster
-
Menzi Bürgler Architekten ETH SIA, Zürich
-ARGE
Bünzli & Courvoisier Architekten AG
laterza graf baupartner gmbh, Zürich
2.6
Begehung
Fragenbeantwortung
-
KADEN ARCHITEKTEN SIA, Zürich
-
ARGE JMN, Zürich
Joos & Mathys Architekten
Daniel Nyffeler Architekten
Ablauf Studienauftrag
Mit den TeilnehmerInnen fand eine gemeinsame Begehung vor Ort statt, in deren Anschluss die Unterlagen für den Studienauftrag abgegeben wurden.
Die TeilnehmerInnen konnten Fragen zur Aufgabe und dem Programm zum Studienauftrag stellen. Die Fragen waren schriftlich an das verfahrensbegleitende Büro Frei &
Studienauftrag altes Pfarrhaus Rüti ZH; Bericht des Beurteilungsgremiums
© Evangelisch - reformierte Kirchgemeinde Rüti ZH /Frei & Ehrensperger Architekten GmbH, Zürich
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Ehrensperger Architekten, Anwandstrasse 32, 8004 Zürich zu richten.
Die Antworten wurden allen TeilnehmerInnen per Email zugestellt; sie gelten als Bestandteil des Programms zum Studienauftrag.
Zwischenbesprechung
Die Zwischenbesprechung diente der Klärung der Aufgabenstellung. Während einer
Dauer von je ca. 45 Minuten präsentierten die TeilnehmerInnen je einzeln ihren konzeptionellen Ansatz für den Eingriff im alten Pfarrhaus sowie den Neubau im Pfarrgarten.
Das Beurteilungsgremium hatte die Gelegenheit, Fragen zu stellen, aber auch allfällige
Fragen der TeilnehmerInnen entgegenzunehmen. Fragen und Beantwortung wurden
protokollartig festgehalten und abgegeben. Allfällige Erkenntnisse, die für alle Gültigkeit
hatten, wurden allen TeilnehmerInnen zusammen mit dem Protokoll zugestellt.
Die Veranstalterin behielt sich vor, den Aufgabenbeschrieb aufgrund der Zwischenbesprechung zu präzisieren.
Siehe dazu mehr unter Kapitel 4.1, Zwischenbesprechung
Schlusspräsentation
An der Schlusspräsentation hatten die TeilnehmerInnen die Möglichkeit, ihre weiter entwickelten Lösungen vorzustellen und zu begründen.
Siehe dazu mehr unter Kapitel 4.3, Schlusspräsentation und Beurteilung
Im Anschluss an die Schlusspräsentation nahm das Beurteilungsgremium eine Bewertung vor, welche in diesem Bericht begründet und festgehalten wird, und aufgrund derer
es der Veranstalterin eine Empfehlung für die weitere Bearbeitung abgegeben hat. Als
Grundlage für die weitere Bearbeitung gelten die im Projektbeschrieb formulierten kritischen Hinweise.
Siehe dazu mehr unter Kapitel 4.3, Schlusspräsentation und Beurteilung
Beurteilung
2.7
Preissumme / Entschädigung
Präqualifikation
Die Bewerbung und das Einreichen der für die Präqualifikation geforderten Unterlagen
wurde nicht entschädigt.
Studienauftrag
Für den Studienauftrag betrug die Preissumme sFr. 60‘000.- exkl. MwSt., sie wurde voll
ausgerichtet.
Jedes zur Beurteilung zugelassene Projekt wurde mit einer festen Entschädigung von
sFr. 12‘000.- exkl. MwSt. honoriert. Kosten für FachplanerInnen, SpezialistInnen, Modelle, Plankopien etc. wurden nicht separat vergütet. Die Entschädigung ist nicht Bestandteil eines späteren Honorars.
2.8
Bericht des
Beurteilungsgremiums
öffentliche Ausstellung
Nach Abschluss des Studienauftrags wurden die TeilnehmerInnen schriftlich über das
Resultat orientiert. Allen wurde der Bericht des Beurteilungsgremiums zugestellt.
Das Resultat des Studienauftrags wurde der Tages- und Fachpresse bekannt gegeben. Alle Projekte wurden unter Namensnennung während zehn Tagen öffentlich ausgestellt.
2.9
Umsetzung
4
Orientierung über das Ergebnis
Weiterbearbeitung
Der Entscheid über die Auftragserteilung zur Weiterbearbeitung liegt bei der Veranstalterin. Diese beabsichtigt, vorbehältlich der Kreditgenehmigung, die ArchitektInnen
des vom Beurteilungsgremium empfohlenen Projekts mit der weiteren Bearbeitung zu
beauftragen.
Studienauftrag altes Pfarrhaus Rüti ZH; Bericht des Beurteilungsgremiums
© Evangelisch - reformierte Kirchgemeinde Rüti ZH /Frei & Ehrensperger Architekten GmbH, Zürich
2.10
Urheberrecht
Die eingereichten Planunterlagen und Modelle gehen in das Eigentum der Veranstalterin über. Das Urheberrecht an den Beiträgen zum Studienauftrag bleibt bei den jeweiligen VerfasserInnen. Die Veranstalterin behält sich das Recht vor, die Beiträge unter
Namensnennung zu publizieren (siehe dazu auch 2.8, Orientierung über das Ergebnis).
3
GRUNDLAGEN DES STUDIENAUFTRAG
3.1
Aufgabenstellung
Die Kirchenpflege als Exekutivorgan der Evangelisch-reformierten Kirchgemeinde Rüti
beabsichtigt, zukünftig alle öffentlich genutzten Räume der Kirchgemeinde am Standort Amthofstrasse 12 in nächster Nähe zur Kirche zusammenzuführen und damit ein
eigentliches Kirchenzentrum zu schaffen. Mitten im Ortskern von Rüti soll einerseits ein
lebendiges Zentrum für das Gemeindeleben entstehen und an-dererseits der Klosterhofbezirk städtebaulich aufgewertet werden (siehe dazu auch 1.1, Ausgangslage).
Die Umsetzung beinhaltet zwei Schwerpunkte: Den Umbau des alten Pfarrhauses inklusive des dazugehörigen Waschhauses sowie den Neubau eines Kirchgemeindesaals
auf dem dazugehörigen Grundstück. Pfarr- und Waschhaus sind inklusive der Umfassungsmauer im Inventar der überkommunalen Schutzobjekte der Kantonalen Denkmalpflege aufgeführt, das ganze Ensemble inklusive Garten darüber hinaus im Inventar
der schutzwürdigen Ortsbilder. Sämtliche Eingriffe in die denkmalpflegerisch wertvolle
Bausubstanz sowie die schutzwürdige Umge-bung erfordern deshalb höchste Sensibilität und grösste Sorgfalt.
Im Übrigen sind unter 1.2 des vorliegenden Berichts die Ziele des Studienauftrags stichwortartig umschrieben.
3.2
Rahmenbedingungen/Anforderungen
Grundstück/Perimeter
Das Grundstück (Kat.Nr. 6412) liegt in der Kernzone I, Dorf, der Detailplan 1:500 mit den
als Rotbauten gekennzeichneten Gebäuden ‚Altes Pfarrhaus’ und ‚Waschhaus’ sowie
dem eingezeichneten geschützten Baumbestand ist seit 1986 eigentümerverbindlich
festgesetzt und genehmigt.
Der Perimeter für den Studienauftrag ist mit der Grundstücksgrenze identisch, er ist im
Katasterplan 1:500 gekennzeichnet.
Baurecht
Es gelten die Bestimmungen der Bau- und Zonenordnung der Gemeinde Rüti ZH
vom Juni 2004, im Besonderen wird auf die Zonenvorschriften für Kernzonen, Kernzone I, verwiesen. Es liegt im Interesse der Kirchgemeinde, dass das künftige Projekte
möglichst in der Regelbauweise realisiert werden kann. Im Hinblick auf die Vorgaben
von Denkmalpflege und Ortsbildschutz, die verlangen, dass der Neubau des Kirchgemeindesaals die Präsenz des alten Pfarrhauses als Hauptbau weder räumlich noch
volumetrisch beeinträchtigt, kann das faktische Flachdachverbot im Rahmen des Studienauftrags ausgesetzt werden. Für die weitere Bearbeitung bleibt die erforderliche
Ausnahmebewilligung der Baubehörde für die Abweichung von der vorgeschriebenen
Dachform gemäss Art. 19 BZO (Satteldachvorschrift) vorbehalten.
Das Grundstück mit seinem historischen Gebäudeensemble inkl. Umfassungsmauer
und Garten untersteht dem kommunalen Ortsbildschutz und ist darüber hinaus im Inventar der schutzwürdigen Ortsbilder von überkommunaler Bedeutung des Kantons
Zürich enthalten. Der neue Kirchgemeindesaal hat sich deshalb gut in die bestehende
Situation zu integrieren.
Ortsbildschutz
Baumschutz
Im Detailplan zur Kernzone Dorf sind vier schutzwürdige Bäume aufgeführt, die zu erStudienauftrag altes Pfarrhaus Rüti ZH; Bericht des Beurteilungsgremiums
© Evangelisch - reformierte Kirchgemeinde Rüti ZH /Frei & Ehrensperger Architekten GmbH, Zürich
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halten oder bei Abgang gleichwertig zu ersetzen sind (Art. 20 BZO), dagegen ist im
Inventar der schutzwürdigen Ortsbilder kein schützenswerter Baumbestand aufgeführt.
Im Interesse des notwendigen Planungsspielraums für den Neubau des Kirchgemeindesaals hat die Kirchgemeinde im November 13, gestützt auf ein Baumgutachten, um
die Bewilligung zum Fällen der Bäume ersucht. Das Gesuch wurde am 10.12.13 gutgeheissen, die Bewilligung unter der Bedingung, zu fällende Bäume durch neue, ökologisch wertvolle Bäume zu ersetzen erteilt.
Pfarrgarten/Aussenraum
Die Bereitschaft der Kantonalen Denkmalpflege, für die Erweiterung des Raumangebots der Kirchgemeinde Hand zu bieten und den durch Neubauten stark beeinträchtigten Pfarrgarten für die Planung freizugeben, steht unter der Prämisse, dass ein qualitätsvoller Neubau und eine ebenso qualitätsvolle Aussenraumgestaltung die aktuell
wenig befriedigende Situation aufwerten könne. Dem Umstand, dass dieser historische
Freiraum nie überbaut war, ist dabei Rechnung zu tragen. Auch soll die Wirkung des
alten Pfarrhauses und des Waschhauses möglichst unge-schmälert erhalten bleiben.
Der Einbezug des Aussenraums insbesondere für das neue Foyer und den Kirchgemeindesaal soll zur Attraktivität dieser Nutzungen beitragen und als konzeptioneller
Ansatz aufgezeigt werden. Ein detaillierter Gestaltungsvorschlag ist jedoch nicht Gegenstand des Studienauftrags.
Denkmalschutz
Altes Pfarrhaus und Waschhaus befinden sich im Inventar der kunst- und kultur-historischen Schutzobjekte von überkommunaler Bedeutung. Die äussere Erscheinung
sowie die primäre Tragstruktur und das Raumgefüge sind grundsätzlich zu erhalten.
Ziel ist es, die neuen Anforderungen so in die bestehende Gebäudestruktur einzufügen, dass die historisch wertvolle Substanz möglichst wenig tangiert wird und deren
Wirkung gewahrt bleibt.
Im Vorfeld des Studienauftrags wurden die Vorgaben für den Umbau in Zusammenarbeit mit der Kantonalen Denkmalpflege detailliert festgelegt. Die Vorgaben liegen in
Planform vor und wurden den TeilnehmerInnen zusammen mit einer baugeschichtlichen Würdigung der kantonalen Denkmalpflege vom Juli 2013 sowie einem historischen Plandossier abgegeben (pdf-files.)
Energie und Haustechnik
Die gesetzlichen Vorgaben der kantonalen Energiekonferenz sind einzuhalten. Für den
Neubau gelten die aktuellen Forderungen des nachhaltigen Bauens, das darauf abzielt,
ökologisch verträgliche und ressourceneffiziente Lösungen wirtschaftlich und mit viel
Aufenthaltsqualität umzusetzen. Wichtig sind im Wesentlichen ein haushälterischer
Umgang mit dem Boden sowie ein geringer Ressourcenaufwand für die Erstellung
(graue Energie) und den Betrieb.
Behindertengerechtes
Bauen
Erschliessung
6
Im alten Pfarrhaus muss die bestehende Infrastrukturversorgung sorgfältig und substanzschonend erneuert werden. Es gilt, gescheite und taugliche Strategien zur Lösung
möglicher denkmalpflegerischer Konflikte aufzuzeigen.
Es wird von einem neu zu planenden Heizerzeuger z.B. Gas ausgegangen.
Grundsätzlich muss die SIA-Norm 500:2009 „Behindertengerechtes Bauen“ erfüllt
werden. Beim Umbau des alten Pfarrhauses können Widersprüche zwischen den Anforderungen des behindertengerechten Bauens und den Vorgaben der Denkmalpflege
entstehen. Hier gilt es gescheite und taugliche Strategien zur Lösung dieser Widersprüche aufzuzeigen. Behindertengerecht zu erschliessen sind alle öffentlich zugänglichen
sowie für den Betrieb erforderlichen Räume.
Die Erschliessung des neuen Kirchgemeindezentrums hat primär wie heute über die
Amthofstrasse zu erfolgen. Eine gute Verbindung zwischen dem alten Pfarrhaus,
Waschhaus und dem neuen Kirchgemeindesaal wird vorausgesetzt; auf eine Überdachung kann aus Gründen des Ortsbildschutzes und der Denkmalpflege verzichtet
werden.
Die funktionelle Anlieferung des Kirchgemeindesaals ist aufzuzeigen.
Studienauftrag altes Pfarrhaus Rüti ZH; Bericht des Beurteilungsgremiums
© Evangelisch - reformierte Kirchgemeinde Rüti ZH /Frei & Ehrensperger Architekten GmbH, Zürich
Baugrund
Eine Baugrunduntersuchung liegt vor und wurde den TeilnehmerInnen abgegeben.
Kurz zusammengefasst wird festgestellt, dass die Fundation des Neubaus aufgrund des
felsigen Untergrundes unproblematisch ist. Der Trockenhaltung des Untergeschosses
ist Beachtung zu schenken.
Das Grundstück liegt in der archäologischen Schutzzone. Aufgrund der Erfahrungen
beim Bau der benachbarten Unterflurgarage wird die Wahrscheinlichkeit, auf Fundstücke zu stossen, als relativ gering eingestuft. Im Fall einer grösseren Fundstelle könnte
dies die Erstellung des Neubaus verzögern.
Parkierung
Die sechs Parkplätze auf dem Vorplatz nordwestlich des alten Pfarrhauses sollen bestehen bleiben, sie genügen für den Betrieb des Pfarrhauses. Für die Veranstaltungen im
zukünftigen Kirchgemeindesaal sollen die öffentlichen Zahl-Parkplätze auf dem Klosterhofareal benutzt werden. Aus baurechtlicher Sicht wird im Hinblick auf die Erstellungspflicht ein begründetes Gesuch um Ersatzzahlung gestellt werden müssen.
Auf dem Grundstück der Kirchgemeinde sind Abstellplätze für ca 20 Fahrräder vorzusehen.
Wirtschaftlichkeit
Die Kirchgemeinde Rüti ist auf eine möglichst grosse Wirtschaftlichkeit sowohl bei der
Erstellung wie beim Betrieb/Unterhalt angewiesen. Die Kosten für den Umbau des alten
Pfarrhauses sind im aktuellen Stand schwierig einzuschätzen, trotzdem soll die Budgetvorgabe (Erstellung) von total sFr. 4,2 Mio inkl. MwSt. (BKP 1-9) eingehalten werden.
Sicherheit / Brandschutz
Neubau und Umbau müssen den feuerpolizeilichen Anforderungen entsprechen. Insbesondere sind die Fluchtwege einzuhalten. Auch hier gilt es, Strategien zur Lösung allfälliger Widersprüche zwischen den Anforderungen des Brandschutzes und den Vorgaben
der Denkmalpflege aufzuzeigen.
4
BEURTEILUNG
4.1
Zwischenbesprechung
Die Zwischenbesprechung diente zur Klärung der Aufgabenstellung für die Teilnehmenden am Studienauftrag. Während einer Dauer von je ca 50 Minuten präsentierten sie
je einzeln Ihren konzeptionellen Ansatz für den Eingriff im alten Pfarrhaus sowie den
Neubau im Pfarrgarten.
Das Beurteilungsgremium hatte die Gelegenheit, Fragen zu stellen, aber auch allfällige
Fragen der TeilnehmerInnen entgegenzunehmen. Fragen und Beantwortung wurden
protokollartig festgehalten. Erkenntnisse, die für alle Gültigkeit hatten, wurden allen TeilnehmerInnen zugestellt. Um die Vielfalt der Lösungen nicht zu beeinflussen, wurden
die Präsentationszusammenfassung und projektspezifischen Hinweise nur den entsprechenden Büros weitergegeben.
Das Beurteilungsgremium ist sich bewusst, dass die gestellte Aufgabe mit ihren diversen und teilweise widersprüchlichen Rahmenbedingungen ausserordentlich anspruchsvoll ist. Erfreulicherweise wurden ganz unterschiedliche Lösungsansätze präsentiert,
die eine wertvolle Diskussionsgrundlage darstellten.
Aus der Diskussion ergaben sich zwei wesentliche Erkenntnisse:
Raumprogramm:
Obschon das Raumprogramm bereits mehrfach optimiert worden war, zeigte sich, dass
eine weitere Optimierung den Spielraum für qualitätsvolle Eingriffe wertvoll vergrössert.
In der Folge wurde allen TeilnehmerInnen ein insbesondere hinsichtlich der Nebenräume präzisiertes Raumprogramm abgegeben. Im Wesentlichen wurde im Hinblick auf
mögliche Nutzungssynergien auf einen Unterrichtsraum verzichtet, sowie die diversen
WC-Anlagen optimiert. Zudem wurde festgestellt, dass Nebenräume des Saals bei entsprechend guter Platzierung zum Lift im Untergeschoss angeordnet werden können.
Studienauftrag altes Pfarrhaus Rüti ZH; Bericht des Beurteilungsgremiums
© Evangelisch - reformierte Kirchgemeinde Rüti ZH /Frei & Ehrensperger Architekten GmbH, Zürich
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Festhalten an der Regelbauweise:
Im Hinblick auf die Vorgaben von Denkmalpflege und Ortsbildschutz, die verlangen,
dass der Neubau des Kirchgemeindesaals die Präsenz des alten Pfarrhauses als
Hauptbau weder räumlich noch volumetrisch beeinträchtigt, kann das faktische Flachdachverbot im Rahmen des Studienauftrags ausgesetzt werden. Für die weitere Bearbeitung bleibt die erforderliche Ausnahmebewilligung der Baubehörde für die Abweichung von der vorgeschriebenen Dachform gemäss Art. 19 BZO (Sattel-dachvorschrift)
vorbehalten. Dasselbe gilt für die Materialisierung des Neubaus. Darüber hinaus will die
Kirchgemeinde an den übrigen Vorschriften der Regelbauweise festhalten (Grenzabstände etc.).
Im Übrigen wurde noch einmal darauf aufmerksam gemacht, dass mit dem Umbau
des alten Pfarrhauses und dem Neubau des Kirchgemeindesaals ein neues kleines
Kirchenzentrum entsteht, dessen räumlicher Zusammenhang mit der Kirche für eine
optimale gemeinsame Nutzung bedeutungsvoll ist. Ein detaillierter Vorschlag für die
Gestaltung des Aussenraums war gemäss Programm Studienauftrag vom 16.05.14
nicht Bestandteil dieser Aufgabe, ein kohärentes Konzept für den Aussenraum als
Ganzes sollte jedoch als konzeptueller Ansatz aufgezeigt werden.
4.2
Vorprüfung
Die eingegangenen Arbeiten wurden bezüglich der Einhaltung der Rahmenbedingungen und Anforderungen des Programms für den Studienauftrag, der Fragenbeantwortung sowie der Zwischenbesprechung geprüft.
Für die Zulassung zur Beurteilung:
-
Termingerechte Abgabe der Unterlagen
-
Vollständigkeit der abgegebenen Unterlagen
Für die Zulassung zur Preiserteilung resp. Empfehlung zur Weiterbearbeitung:
-
Rechtliche Bestimmungen (Baurecht, Brandschutz etc)
-
Erfüllung Raumprogramm
-
Funktionalität/Betrieb altes Pfarrhaus und Kirchgemeindesaal
-Wirtschaftlichkeit
Für eine erste Einschätzung der Wirtschaftlichkeit wurden die Mengenangaben der
Verfasser einander vergleichend gegenübergestellt.
Die Ergebnisse der Vorprüfung wurden in einem Bericht zusammengestellt und dem
Beurteilungsgremium im Anschluss an die Schlusspräsentation abgegeben und erläutert.
4.3
Schlusspräsentation
Schlusspräsentation und Beurteilung
Am 2. September 2014 trat das Beurteilungsgremium zum ersten Teil der Beurteilung
zusammen.
Zunächst gab Lisa Ehrensperger einen ersten Überblick über die Erkenntnisse aus der
Vorprüfung.
Danach wurden die einzelnen Projekte von den Verfassern persönlich präsentiert und
erläutert, die Mitglieder des Beurteilungsgremiums hatten die Möglichkeit, Verständnisfragen zu stellen.
Im Anschluss an die Präsentationen der Projekte wurde der Vorprüfungsbericht detailliert erläutert und besprochen. Die Vorprüfung beantragte dem Beurteilungsgremium,
trotz kleinerer Verstösse alle Projekte zur Beurteilung und Preiserteilung resp. Empfehlung zur Weiterbearbeitung zu zu lassen. Der Antrag wurde einstimmig angenommen.
8
Studienauftrag altes Pfarrhaus Rüti ZH; Bericht des Beurteilungsgremiums
© Evangelisch - reformierte Kirchgemeinde Rüti ZH /Frei & Ehrensperger Architekten GmbH, Zürich
Beurteilungskriterien
Für die Beurteilung galten die folgenden Kriterien (Zuschlagskriterien, gemäss Programm Studienauftrag vom 16.05.14, Kapitel 5.8, Beurteilung):
-
-
-
-
-
Qualität der Strategien für den denkmalpflegerisch adäquaten Umgang mit dem alten Pfarrhaus, insbesondere zur Frage der behindertengerechten Er-
schliessung aller Räume für den ständigen Aufenthalt, zur Sanierung der haustechnischen Installationen und zur Verbesserung der Wärmedämmung der Aussenhülle (Dach, Fassaden).
Qualität des ortsbaulichen Konzepts für den Erweiterungsbau.
Architektonische Qualität des Erweiterungsbaus in der äusseren Erschei-
nung (Volumetrie, Gestaltung, Materialität) in Bezug auf die Wirkung der Schutzobjekte sowie innenräumliche Qualitäten.
Funktionalität und betriebliche Qualitäten beider Bauten an sich wie auch im Zusammenspiel. Qualität der Erschliessung, Zugänge und Verbindungen, Flexibilität der Nutzungen, Einbezug des Aussenraums.
Wirtschaftlichkeit (Erstellung, Betrieb und Unterhalt).
Die Reihenfolge enthielt keine Wertung; das Beurteilungsgremium nahm aufgrund der
aufgeführten Kriterien eine Gesamtwertung vor.
Beurteilung 1. Tag
In einem gemeinsamen Rundgang wurde jedes Projekt vom Beurteilungsgremium besprochen und gewürdigt. Ziel des Rundgangs war es, anhand der Beurteilungskriterien
die spezifischen Qualitäten der Projekte herauszuschälen und in der Gegenüberstellung zu den anderen Projekten einzuordnen. Dabei wurde auch die Entwicklung seit der
Zwischenbesprechung sowie die Erkenntnisse aus der Vorprüfung in die Beurteilung
einbezogen. Nach ausführlicher Diskussion wurden dann diejenigen Projekte ausgeschieden, welche das Beurteilungsgremium aufgrund der genannten Beurteilungskriterien am wenigsten zu überzeugen vermochten. Es sind dies die Projekte der folgenden
Teilnehmer:
-
-
moos giuliani herrmann moos architekten ag, Uster
KADEN ARCHITEKTEN SIA, Zürich
Die verbleibenden Projekte wurden für eine weitergehende Betrachtung für den zweiten
Beurteilungstag benannt.
Alle fünf Projekte wurden den FachpreisrichterInnen zum Verfassen eines schriftlichen
Projektbeschriebs zugeteilt.
Beurteilung 2. Tag
Am 10. September trat das Beurteilungsgremium zum ersten Teil der Beurteilung zusammen. Reto Gadola konnte nicht teilnehmen, gab seine vertiefte Beurteilung der Projekte im Hinblick auf den denkmalpflegerisch adäquaten Umgang sowohl mit dem alten
Pfarrhaus selber aber auch mit der unmittelbaren Nachbarschaft dazu in schriftlicher
Form ab. Lisa Ehrensperger übernahm als Ersatz-Fachpreisrichterin seine Funktion im
Beurteilungsgremium.
Für eine vertieftere Einschätzung der Wirtschaftlichkeit wurden die drei verbliebenen
Projekte einer detaillierteren Vorprüfung unterzogen. Neben der Überprüfung der von
den Architekten angegebene Kubaturen wurden der Fussabdruck, die Fassadenflächen
über und unter Terrain berechnet, der Verglasungsanteil etc. Die Ergebnisse wurden in
einem erweiterten Vorprüfungsbericht zusammengestellt und dem Beurteilungsgremium abgegeben, erläutert und diskutiert.
Es zeigte sich, dass keines der Projekte die erhoffte Budgetvorgabe einhalten konnte.
Im Quervergleich liegen aber die Abweichungen in einer so kleinen Bandbreite, dass sie
auf die Projektwahl im aktuellen Planungsstand keine entscheidenden Einfluss haben.
Potenzial für die Kostenoptimierung in der Umsetzung sieht das Beurteilungsgremium
vor allem in der Eingriffstiefe beim Umbau des alten Pfarrhauses.
Anhand der Projektbeschriebe und der Erkenntnisse aus der vertieften Vorprüfung fand
Studienauftrag altes Pfarrhaus Rüti ZH; Bericht des Beurteilungsgremiums
© Evangelisch - reformierte Kirchgemeinde Rüti ZH /Frei & Ehrensperger Architekten GmbH, Zürich
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eine weitere intensive Auseinandersetzung mit allen fünf Projekten statt. Alle wurden
noch einmal detailliert diskutiert und die Beschriebe entsprechend redigiert.
Der Rundgang bestätigte die Einstufung der Projekte der engeren Wahl. In einem weiteren Rundgang wurde nun innerhalb der engeren Wahl der Favorit herausgeschält.
Aufgrund der hohen Gesamtwertung kristallisierte sich das Projekt der folgenden Verfasser als klarer Favorit heraus:
-
4.4
ARGE JMN Zürich, Joos & Mathys Architekten, Daniel Nyffeler Architekten
Entscheid und Empfehlung des Beurteilungsgremiums
Nach einem letzten Kontrollrundgang beschloss das Beurteilungsgremium einstimmig,
der Evangelisch - reformierten Kirchgemeinde als Veranstalterin das Projekt der ARGE
JMN Zürich, Joos & Mathys Architekten, Daniel Nyffeler Architekten zur Weiterbearbeitung zu empfehlen. Zu Berücksichtigen sind die im Projektbeschrieb formulierten
kritischen Hinweise.
4.5
Dank und Würdigung
Das Beurteilungsgremium ist sich bewusst, dass die gestellte Aufgabe mit ihren diversen, teilweise widersprüchlichen Rahmenbedingungen ausserordentlich anspruchsvoll
war und ist. Erfreulicherweise wurden ganz unterschiedliche Lösungsansätze von hoher Qualität präsentiert, die eine wertvolle Diskussion und dadurch fundierte Auswahl
ermöglichten. Dabei zeigte sich, dass mit einem sorgfältig kalibrierten Eingriff die heute
unbefriedigende ortsbauliche Situation wesentlich verbessert werden kann. Mit dieser
Verbesserung einher geht die aussenräumliche Stärkung der denkmalpflegerisch wertvollen Teile des Ensembles, dem alten Pfarrhaus und dem Waschhaus.Das Beurteilungsgremium bedankt sich bei allen TeilnehmerInnen und wünscht der Evangelischreformierten Kirchgemeinde zusammen mit dem zur Weiterbearbeitung empfohlenen
Team eine erfolgreiche Umsetzung.
10
Studienauftrag altes Pfarrhaus Rüti ZH; Bericht des Beurteilungsgremiums
© Evangelisch - reformierte Kirchgemeinde Rüti ZH /Frei & Ehrensperger Architekten GmbH, Zürich
5
GENEHMIGUNG
5.1
Unterschriften Beurteilungsgremium
Die nachfolgend aufgeführten PreisrichterInnen bezeugen ihren Entscheid und ihre
Empfehlung mit ihrer Unterschrift.
Rüti, 2. und 10. September 2014
Sachpreisrichter resp.
Vertreter der Veranstalterin
Sachpreisrichter resp.
Vertreter der Veranstalterin
- Andreas Weber, Präsident der Planungs- und Baukommission (Vorsitz)
- Martin Jurt, Präsident der Evangelisch-reformierten Kirchenpflege Rüti
Ersatz-Sachpreisrichter
- Bruno Schulthess, Mitglied der Planungs- und Baukommission
Fachpreisrichter
- Reto Gadola, Bauberater Kant. Denkmalpflege und Architekt ETH SIA, Zürich
(am 10. September 2014 vertreten durch Lisa Ehrensperger)
Fachpreisrichter
- Dieter Jüngling, Architekt BSA SIA, Chur
Fachpreisrichterin
- Regula Harder, Architektin BSA ETH SIA, Zürich
Ersatz-Fachpreisrichterin
- Lisa Ehrensperger, Architektin BSA ETH, Zürich (Wettbewerbsbegleitung)
Studienauftrag altes Pfarrhaus Rüti ZH; Bericht des Beurteilungsgremiums
© Evangelisch - reformierte Kirchgemeinde Rüti ZH /Frei & Ehrensperger Architekten GmbH, Zürich
11
12
Studienauftrag altes Pfarrhaus Rüti ZH; Bericht des Beurteilungsgremiums
© Evangelisch - reformierte Kirchgemeinde Rüti ZH /Frei & Ehrensperger Architekten GmbH, Zürich
6
BESCHRIEB UND DOKUMENTATION PROJEKTE 6.1
zur Weiterbearbeitung empfohlen:
Projekt der ARGE JMN, Zürich
Joos & Mathys Architekten, Daniel Nyffeler Architekten
Der Neubau des Kirchgemeindesaals integriert sich mit dem asymmetrischen Schrägdach selbstverständlich in das bestehende Ensemble des Klosterbezirks. Er bezieht
sich auf die historischen Gebäude gleichermassen wie auf die charakteristischen Dachlandschaften der benachbarten Industriegebäude. In seiner Lage an der südwestlichen
Grundstücksgrenze schafft er mit dem alten Pfarrhaus, dem Waschhaus und den Umfassungsmauern einen intimen Pfarrhof und distanziert so den benachbarten Gebäudekomplex mit der Tiefgarageneinfahrt. Ein grosszügiger Platz empfängt den Besucher
und verbindet die Eingänge zum alten Pfarrhaus und zum Kirchgemeindesaal. Eine
Rasenfläche umfasst den Neubau und erhält dem alten Pfarrhaus und dem Waschhaus
einen Gartenraum, welcher im positiven Sinn neu definiert wird. Gegenüber der heute
unbefriedigenden Situation entsteht damit - insbesondere hinsichtlich der Wirkung der
beiden denkmalpflegerischen Schutzobjekte - eine wesentliche Verbesserung.
Der Kirchgemeindesaal beeindruckt in seiner Gebäudeform und in seinem spezifischen
architektonischen Ausdruck für diesen Ort. Er duckt sich mit einer niedrigen Traufe
zum Pfarrhof und nimmt Bezug zum Massstab der historischen räumlichen Situation.
Die grossen Fenster verstärken diese horizontal niedrige Wirkung des Gebäudes und
schaffen vielfältige Durchblicke im Pfarrhof. Mit dem markanten Schrägdach und mit
der hohen Firstmauer bezieht sich das Gebäude aber gleichzeitig auf die Dimension
der mächtigen Bauten der Umgebung und repräsentiert den Kirchgemeindesaal als
öffentliche kirchliche Institution. Der Platz und der Zugangsweg mit der begleitenden
Umfassungsmauer prägen mit den Verglasungen eine einladend offene Ausstrahlung.
Der Fassadenausdruck mit der feinteiligen Gliederung der Traufen und Dachabschlüsse
in der hellen Farbigkeit ist atmosphärisch stimmig im historischen Kontext des alten
Pfarrhauses sowie der benachbarten Industriegebäude. Die mächtigen Stützpfeiler mit
den ovalen Fenstern, der gegliederte Ausdruck des massiven Dachvolumens und die
grossflächigen Verglasungen stärken den repräsentativen Charakter des Gebäudes.
Der architektonischen Ausformulierung der Fenster in der Firstwand ist als Fassade zur
Amthofstrasse in diesem Sinne auch Beachtung zu schenken.
Studienauftrag altes Pfarrhaus Rüti ZH; Bericht des Beurteilungsgremiums
© Evangelisch - reformierte Kirchgemeinde Rüti ZH /Frei & Ehrensperger Architekten GmbH, Zürich
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Der Kirchgemeindesaal ist ein eindrücklicher Raum, welcher sich mit grossen Verglasungen horizontal zur Rasenfläche des Pfarrhofs erweitert. Das Schrägdach schafft
demgegenüber eine mächtige vertikale Raumdimension und wirkt mit der inneren
Verkleidung in Holz schützend umhüllend. Der Saal kann mit dem Foyer zu einem zusammenhängenden, grossen Raum verbunden werden. Die Grundrissorganisation mit
einem separaten Treppenhaus, mit einer Elementschiebewand zwischen dem Saal und
dem Foyer und mit der Lage der Küche ermöglicht vielseitige Nutzungsszenarien. Das
Foyer und der Saal können unabhängig oder zusammenhängend benutzt werden. Die
Cevi-Räume im Untergeschoss können direkt über das Treppenhaus und unabhängig
vom Foyer erschlossen werden. Die Belichtung der Cevi-Räume über die massiven
Stützen des Saals ist eine innovative architektonische Konzeption der Belichtung und
Sichtbarmachung der unterirdischen Räume. Im Hinblick auf die ökonomischen Rahmenbedingungen ist die vorgeschlagene Konstruktion des Dachvolumens allenfalls zu
überprüfen. Einer angemessenen Materialität der Dacheindeckung als fünfte Fassade
ist ausserdem grosse Beachtung zu schenken.
Der Umgang mit dem bestehenden Gebäude überzeugt durch eine sinnvolle Raumdisposition. Die prominenten Räume im Erdgeschoss zum Pfarrhof werden für Unterrichtsräume und für den Pausenraum genutzt. Im ersten Obergeschoss wird ein attraktiver Kundenbereich beim Sekretariat geschaffen und damit eine gute Belichtung des
Erschliessungsbereiches gewährleistet. Die Eingriffsstrategie im Bestand wird im Sinne einer denkmalpflegerischen Spurensuche positiv beurteilt. Der Einbau des Aufzugs
erfordert den Abbruch einer tragenden Wand. Dies ermöglicht jedoch, die Fassade unberührt zu belassen und den Liftzugang räumlich zurückhaltend über einen Vorbereich
zu organisieren. Die Brandabschnittbildung des Treppenhauses mit brandfallgesteuerten Türelementen ist sachlich und formal positiv, da die räumliche Gesamtwirkung
der Erschliessungsräume erhalten werden kann. Die vorgeschlagene systematische
Überfassung und der Ersatz historisch wertvoller Elemente ist zu überprüfen. Die Notwendigkeit der Anpassung des Schopfs kann vor dem Hintergrund der Denkmalpflege
und der Bauökonomie infrage gestellt werden. Das Waschhaus stellt als disponibler
Raum eine willkommene Nutzungsreserve dar.
Der Neubau für den Kirchgemeindesaal beeindruckt als architektonisch spezifisches
Projekt für diesen Ort und diese Aufgabe. Die seit den sechziger Jahren des letzten
Jahrhunderts unvorteilhafte ortsbauliche Situation erfährt eine wesentliche Verbesserung, die den räumlichen und architektonischen Zusammenhalt der historisch wertvollen Teile des gesamten ehemaligen Klosterbezirks stärkt. Zusammen mit dem sorgfältig erneuerten alten Pfarrhaus schafft der neue Kirchgemeindesaal ein qualitätvolles
Ensemble als öffentliches Zentrum für die reformierte Kirchgemeinde.
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Studienauftrag altes Pfarrhaus Rüti ZH; Bericht des Beurteilungsgremiums
© Evangelisch - reformierte Kirchgemeinde Rüti ZH /Frei & Ehrensperger Architekten GmbH, Zürich
Studienauftrag altes Pfarrhaus Rüti ZH; Bericht des Beurteilungsgremiums
© Evangelisch - reformierte Kirchgemeinde Rüti ZH /Frei & Ehrensperger Architekten GmbH, Zürich
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Situation Mst 1:500
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Sanitäre Einrichtungen:
Die sanitären Einrichtungen liegen wie der Lift im nordwestlichen Gebäudeteil. Die Räume sind
über Vorräume zusammengefasst, damit die Korridorwand nur punktuell geöffnet werden muss.
Die WC Räume sind aus massiven Wänden gebildet, die zwischen Korridorwand und Aussenwand
gespannt sind (im vorliegenden Entwurf muss einzig im Erdgeschoss eine Öffnung neu erstellt
werden; diese ist aber in einem Plan von 1837 dokumentiert, die anderen Öffnungen sind bestehend und müssen lediglich erweitert werden).
Lifteinbau:
Der Lift ist im nordwestlichen Teil des Gebäudes eingeschrieben. Er ist nicht direkt auf den Korridor geöffnet, sondern wird über einen Vorraum erreicht. Durch die zweiseitige Öffnung kann
auch der nördliche Gebäudeteil behindertengerecht erschlossen werden. Der Liftkern ist zwischen zwei Fensterachsen gelegt und die Liftüberfahrt kommt mit dem liegenden Dachgebälk
nicht in Konflikt, sondern liegt zwischen zwei Trägerachsen. Für den Niveauunterschied zwischen
Einganghalle und südlichem Unterrichtsraum schlagen wir ein grosszügig ausgebildetes Podest
vor mit der Möglichkeit einen mechanischen Hublift zu installieren.
Im vorliegenden Konzept sind die wesentlichen Eingriffe des Umbaus dargestellt:
1. Lifteinbau (für die behindertengerechte Erschliessung)
2. Brandschutzmassnahmen: gesteuerte Brandschutztüren,
3. Sanitäre Einrichtungen
4. Wiederinstandstellung Fensteröffnungen, Umgestaltung Garage
Im „alten Pfarrhaus“ kann das vorliegende Raumprogramm für die Kirchgemeinde sinnvoll einquartiert werden. Wie im Raumprogramm vorgeschlagen ist die Aufteilung auf die Geschosse umgesetzt: Im Erdgeschoss sind die Räume mit öffentlichem Charakter; die Verwaltung mit ihren
entsprechenden Räumen im darüberliegenden 1. Stock. Das 2. Geschoss (das 1706 aufgestockt
und in Riegelbauweise erstellt wurde) beherbergt die Sitzungsräume und die Pfarrämter. Abweichend vom Raumprogramm wird vorgeschlagen den Pausenraum anstelle der „Zwinglistube“ zu
platzieren. Im Erdgeschoss entsteht neben der Eingangshalle ein zusätzlicher Raum. Auch das
Waschhaus im Pfarrgarten kann neu bespielt werden.
Die historisch gewachsene Gliederung des Bauwerks mit den zwei massiven Geschossen und
dem darauf gestellten Riegelbau ist bemerkenswert. Für den Vorschlag des Umbaus hat diese
Eigenheit zum jetzigen Zeitpunkt noch keine direkten Konsequenzen, es gilt aber für die weitere Verfeinerung der Eingriffe diesem Umstand Rechnung zu tragen. Zur Verbesserung der Wärmedämmung kann jetzt noch keine präzise Aussage gemacht werden. Die Zusammenarbeit mit
einem Bauphysiker ist zwingend: mögliche Massnahme sind: Innendämmung (Vormauerungen
nicht Leichtbau), Dämmung der Brüstungsbereiche der Fenster (ohne die Fensteröffnungen zu
verunklären), Ausblasen der Hohlräume mit Dammstoff.
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Umgestaltung Garage:
Der Garagenanbau ist aus unserer Sicht nicht befriedigend. An dieser Stelle könnte die Umfassungsmauer der ehemaligen Klosteranlage stehen, auch wenn heute die Originalsubstanz nicht
mehr vorhanden ist. Anstelle eines Kleinbaus, der sich an die Umfassungsmauer lehnt, wurde ein
Flachdach als Terrasse ausgeführt. Diese Situation verhindert ein plausibles Verständnis von
Hauptgebäude, Umfassungsmauer und Kleinbau. Im vorliegenden Entwurf wird vorgeschlagen das
Flachdach durch eine geneigte Blecheindeckung zu ersetzen und die hofseitige Wand mit einer
Rankhilfe zu versehen.
Wiederinstandstellung Fensteröffnungen
Im Erdgeschoss sind verschiedene Fenster aus architektonischer Sicht unbefriediegend ausgebildet worden. Zum einen wurde ein Fenster auf der nordwestlichen Seite von innen verschlossen
und mit einem Kasten ausgefüllt. Zum anderen sind Brüstungsbereiche auf die gesamte Leibungstiefe ausgefacht worden. Diese Massnahmen sind zwar in bauphysikalisch gutgemeinter
Absicht geschehen – müssen aber aus unserer Sicht zurückgebaut werden. In der vorliegenden
Architektur ist ein Fenster immer auch eine Mauernische, die bis zum Boden reicht.
Brandschutztüren (tiefe Türfutter):
Wir gehen davon aus, dass das Treppenhaus brandschutztechnisch mit einem Abschluss vom
Korridor getrennt werden muss. Die neuen Treppenhaustüren müssen mit Türschliessern ausgestattet sein, damit sich im Brandfall der Rauch nicht im Haus ausbreitet. Im Gebrauch ist
diese Lösung für das bestehende Pfarrhaus nicht befriedigend, da pro Geschoss mehrere Türen
auf das Treppenhaus führen. Anstelle von sich immer wieder schliessenden Türen schlagen wir
Türelemente mit tiefen Leibungen vor, so dass die Türflügel in geöffnetem Zustand den freien
Durchgang ermöglichen. Mit brandfallgesteuertem Schliessmechanismus soll der Brandschutz
garantiert werden. Mit dieser Konzeption kann die ursprüngliche Raumsequenz des Korridors erhalten bleiben.
Entflechtung der Wegführung beim Sekretariat im 1.OG.:
Der Empfang zum Sekretariat erhält durch die gewählte Disposition eine Trennung der Wegführung für die Besucher und das Personal. Die Angestellten bekommen einen separaten Eingang
und einen internen Zugang zum Kopierraum. Derart ist die Wegführung entflechtet und der öffentliche Eingang zum Sekretariat vom Treppenhaus selbstverständlich.
Raumbildung im 2.OG mittels Trennwand:
Der freistehende Holzpfeiler im 2. Obergeschoss wird durch eine neue Trennwand seitlich ergänzt, sodass zwei grosse Sitzungszimmer entstehen und das Holzgebälk erhalten bleibt.
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Umbaukonzept
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Grundriss Erdgeschoss Mst 1:100
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Buffet
2 Unterrichtszimmer 50.6 m2
Schrank
Podest (Hublift)
A
1 Entrée 33.0 m2
(+13 m2)
Abst.
1.5 m2
B
Fensterbrüstung
ausbilden
Vorraum
4.7 m2
3 WC Da /Beh.,
WC He 11.4 m2
Garderobe ( Bank mit Hakenleiste )
Mofas
Fahrräder,
2
15.3 m
32 Küche
2
20.1 m
Treppenhaus
-0.72
Eingang -0.72
Disponibel: Unterrichtsraum /
Gruppenraum +22.3 m2
Gang +0.17 m
Vorraum
11.4 m2
2
30 Saal 119 m
2
31 Foyer 45 m
Bühne, Leinwand
14 Pausenraum
"Zwinglistube" 15.5 m2
5 Hauswirtschaft
9.5 m2 (-3 m2)
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+22
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M
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ARGE Joos & Mathys Architekten Daniel Nyffeler Architekten
Fahrräder, Mofas
4 Geräte - und Lagerraum
23.0 m2
K
ARGE Joos & Mathys Architekten Daniel Nyffeler Architekten
C
Studienauftrag für den Umbau des alten Pfarrhauses und den Neubau eines Kirchgemeindesaals
Studienauftrag
für den -Umbau
des alten
PfarrhausesRüti
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den Neubau eines Kirchgemeindesaals I Evangelisch - reformierte Kirchgemeinde Rüti ZH
Evangelisch
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Kirchgemeinde
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Vitrine
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16
Vorraum
Vorraum
Personal
Personal
14 Teeküche
14 Teeküche
+4.3 m2 2
+4.3 m
Studienauftrag altes Pfarrhaus Rüti ZH; Bericht des Beurteilungsgremiums
© Evangelisch - reformierte Kirchgemeinde Rüti ZH /Frei & Ehrensperger Architekten GmbH, Zürich
N
Vorraum
Vorraum
Kunden
+5.5 m2
Kunden +5.5 m2
Grundriss Untergeschoss Kirchgemeindesaal Mst 1:100
N
Grundriss 1. Obergeschoss Pfarrhaus Mst 1:100
7 Sekretariat
287 Sekretariat
m2 (+8 m2 )
28 m2 (+8 m2 )
8 Kopierraum
8 Kopierraum
21.5 m2 2
21.5 m
11 Büro Sigristen
2
Sigristen
1511mBüro
15 m2
15 Putzraum
15 Putzraum
5.8 m2 2
5.8 m
Gang +2.86
Gang +2.86
chnik
6 Heizung, Hauste
2
chnik
8.56 m
Heizung, Hauste
2
8.5 m
Oberlicht
Oberlicht
38 Putzraum
38 2Putzm
3.0raum
2
3.0 m
ager 2
33 Möbell
2 (+3.3 m )
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18.3 m (+3.3
2
44 Putzraum
2 (-3.6)
4.4 m Putzra
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44
2
4.4 m (-3.6)
nraum Cevi II
40 Gruppe
2 (+4.2)
nraum Cevi II
34.2
40mGruppe
2
34.2 m (+4.2)
Cevi I 41.0 m
39 Gruppenraum
2
Cevi I 41.0 m
39 Gruppenraum
35 WC M
2
8.635mWC M
2
8.6 m
36 WC F
2
8.636mWC F
2
8.6 m
37 WC B
2
3.037mWC B
2
3.0 m
41 Gruppenraum2
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20.4nraum
Cevi
Gruppe
41III
2
Cevi III 20.4 m
lraum
34 Abstel
2
13.4 m
lraum
34 Abstel
2
13.4 m
Treppenhaus
-3.82
Treppenhaus
-3.82
12 / 13 Gastarbeitsplatz /
12 / 13 Gastarbeitsplatz /
Büro Finanzen 15.1 m2 (-82 m2 ) 2
Büro Finanzen 15.1 m (-8 m )
9 Büro Jugendarbeit
2
(+5Jugendarbeit
m2 )
25 9mBüro
25 m2 (+5 m2 )
16 WC Pers.
16 WC Pers.
Da / He 3.6 m2 2
Da / He 3.6 m
10 Büro Diakonie
1510
m2Büro Diakonie
15 m2
Vorraum
Vorraum
4.3 m2 2
4.3 m
Studienauftrag für den Umbau des alten Pfarrhauses und den Neubau eines Kirchgemeindesaals
Evangelisch - reformierte Kirchgemeinde Rüti ZH
cht
Oberli
Oberlicht
Oberlicht
Oberlicht
1.08
2.22
7.76
Querschnitt L-L Mst 1:100
-3.82
-3.82
-0.72
-0.72
1.08
2.22
7.76
Grundriss 2. Obergeschoss Pfarrhaus Mst 1:100
22 Sitzungszimmer II
2 Sitzungszimmer
II
(+11 m2 )
41.1 m22
41.1 m2 (+11 m2 )
21 Sitzungszimmer
I
212 Sitzungszimmer
I
2
(+16
) m2 )
36.1 m36.1
m2m(+16
Gang +5.98
Gang +5.98
17 Büro Pfarramt I
2 Büro Pfarramt I
22.3 m17
22.3 m2
25 Archiv
25 Archiv
7.8 m2 7.8 m2
24 WC Da
24 WC Da
1.9 m2 1.9 m2
36 WC F
40 Gruppenraum
Cevi II
40 Gruppenraum
Cevi II
19 Büro Pfarramt III
Büro
III
m2 Pfarramt
)
22.9 m219(+3
22.9 m2 (+3 m2 )
20 Seelsorgezimmer
20 Seelsorgezimmer
2
(+3 m
15.7 m215.7
m2 )(+3 m2 )
N
ARGE Joos & Mathys Architekten Daniel Nyffeler Architekten
36 WC F
18 Büro Pfarramt II
(-3Büro
m2 )Pfarramt II
15.4 m218
15.4 m2 (-3 m2 )
23 Putz23 Putzraum 1.6 m2
raum 1.6 m2
24 WC He
Vorraum
Vorraum 1.9 m2 24 WC2He
6.3 m2
1.9 m
6.3 m2
N
Studienauftrag altes Pfarrhaus Rüti ZH; Bericht des Beurteilungsgremiums
© Evangelisch - reformierte Kirchgemeinde Rüti ZH /Frei & Ehrensperger Architekten GmbH, Zürich
17
Querschnitt M-M Mst 1:100
40 Gruppenraum
40 Gruppenraum
Cevi II
Cevi II
Oberlicht
Oberlicht
Leinwand
38 Putzraum
Leinwand
38 Putzraum
37 WC Beh.
37 WC Beh.
2.22
-3.82 -3.82
-0.72 -0.72
2.22
7.76
Konstruktion / Materialisierung
Der vorgeschlagene Saalbau besteht aus einem massiven Sockelbau und einem mit Holz ausgekleideten Betondach. Das Tragwerk des Daches ist die äussere Betonschale, die auf den massiven
Pfeilern aufliegt.
Die Öffnungen sind eine Variation auf die runden „Ochsenaugen“ der umgebenden Bauten der
ehemaligen Seidenweberei. Die Öffnungen sind zum Teil als Lichtkanonen ausgebildet für die Belichtung der Räume im Untergeschoss. Die südlichen Fensteröffnungen sind als Kastenelemente
mit tranzluzider Aussenverglasung ausgebildet.
Neubau Kirchgemeindesaal
Der vorliegende Entwurf versteht den neuen Kirchgemeindesaal als Teil der Gartenanlage, als
pavillonartigen Kleinbau im südöstlichen Winkel des Grundstücks. Das Gebäude ist in einen
flachen Bauteil und den eigentlichen Saalbau gegliedert. Es wird ein Eingangshof aufgespannt
zwischen den sich gegenüberstehenden Gebäuden Pfarrhaus und neuem Kirchgemeindesaal. Mit
gartenarchitektonischen Elementen reicht der Neubau bis an die Strasse und führt einen flach
geneigten Zugangsweg zum Kirchgemeindesaal. Die gewählten Bauelemente sind: flache Rampe, die breiten Treppenstufen und die begleitende Wand. Der Auftakt vom Klosterhof bildet eine
Plattform, die abwechselnd als Brunnen oder Blumenrabatte gestaltet werden kann.
7.76
Der Saal ist leicht ins Gelände eingeschrieben: die begrenzenden Flügelmauern sind auf Sitzhöhe. Derart sitzt man im Innern auf Höhe des Gartens. Ein steiles Dach von der Gartenseite bildet
den asymmetrischen Hauptraum. Aus der südlichen Umfassungsmauer heraus entwickelt, erhebt
sich ebenfalls ein Schrägdach zur ausgeprägten Firstmauer. Dreiseitig orientierte Öffnungen
lassen einen besonderen Bezug zum umliegenden Garten entstehen.
Die Nutzungsverteilung vom Kirchgemeindesaal ist derart optimiert, dass ein möglichst kleiner
„Fussabdruck“ im Garten steht. Nur das Foyer und der Saal, sowie die Küche sind im Erdgeschoss
vorgesehen. Die Lagerräume sind mit einem Lift im Keller erschlossen.
Durch drei raumbildende Stützen wird Licht in das Untergeschoss geleitet. Dadurch werden die
drei Räume für die CEVI natürlich belichtet und belüftet.
Die heutige Situation des Gartens lässt das Potential eines gestalteten „Klostergartens“ nur
mehr erahnen. Dabei ist der Wohnbau aus den 1970er Jahren zu berücksichtigen, der massgeblich
zur unbefriedigenden Hofsituation des Gartens beiträgt.
Das vorliegende Projekt ist gartenarchitektonisch noch nicht entwickelt, dafür wurden die räumlichen Rahmenbedingungen für eine heutige Vorstellung von „Klostergarten“ geschaffen:
1. ein grosser, zusammenhängender Freiraum
2. ein spannungsvolles Gegenüber zu den bestehenden Baukörpern (Pfarrhaus und Waschhaus)
unter Berücksichtigung des unbefriedigenden Nebeneinander zum Wohngebäude aus den 1970er
Jahren
3. eine architektonische Gestaltung mit lokalem Bezug
4. Der Neubau und der Pfarrhof sind Teil der Klosteranlage
Neubau Kirchgemeindesaal
Studienauftrag für den Umbau des alten Pfarrhauses und den Neubau eines Kirchgemeindesaals
Evangelisch - reformierte Kirchgemeinde Rüti ZH
7.76
Querschnitt B-B Mst 1:100
-3.82 -3.82
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Ansicht C-C Mst 1:100
39 Gruppenraum
39 Gruppenraum
Cevi I
Cevi I
40 Gruppenraum
40 Gruppenraum
Cevi II
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41 Gruppenraum
41 Gruppenraum
Cevi III
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ARGE Joos & Mathys Architekten Daniel Nyffeler Architekten
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11 Büro Sigristen
11 Büro Sigristen
17 Büro Pfarramt
17 Büro Pfarramt
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5.98
-1.29 -1.29
2.86
5.98
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8.785 8.78
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Studienauftrag altes Pfarrhaus Rüti ZH; Bericht des Beurteilungsgremiums
© Evangelisch - reformierte Kirchgemeinde Rüti ZH /Frei & Ehrensperger Architekten GmbH, Zürich
Studienauftrag altes Pfarrhaus Rüti ZH; Bericht des Beurteilungsgremiums
© Evangelisch - reformierte Kirchgemeinde Rüti ZH /Frei & Ehrensperger Architekten GmbH, Zürich
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Ausbau optional
Vorraum Kunden
22 Sitzungszimmer II
Querschnitt A-A Mst 1:100
Ausbau optional
Ansicht K-K Mst 1:100
Vorraum Kunden
22 Sitzungszimmer II
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8 Heizung, Haustechnik
8 Heizung, Haustechnik
Studienauftrag für den Umbau des alten Pfarrhauses und den Neubau eines Kirchgemeindesaals
Evangelisch - reformierte Kirchgemeinde Rüti ZH
32 Küche
34 Abstellraum
32 Küche
34 Abstellraum
Computerbild Kirchgemeindesaal
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ARGE Joos & Mathys Architekten Daniel Nyffeler Architekten
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Studienauftrag altes Pfarrhaus Rüti ZH; Bericht des Beurteilungsgremiums
© Evangelisch - reformierte Kirchgemeinde Rüti ZH /Frei & Ehrensperger Architekten GmbH, Zürich
weitere Projekte:
6.2
Menzi Bürgler Archietkten ETH SIA, Zürich
Die ortsbauliche Situation mit den denkmalpflegerischen Schutzobjekten und der einseitig anschliessenden ehemaligen Klostermauer, die einen hofartigen Raum entstehen
lässt, wird im vorgelagerten Gartenbereich des Pfarrhauses mit dem neuen Kirchgemeindesaal ergänzt. Das minimal gehaltene Neubauvolumen wird so gesetzt, dass
zwischen Kirchgemeindesaal und bestehendem Pfarrhaus ein neuer Platz entsteht,
der als Begegnungsraum gedacht ist. Als Reminiszenz an den jetzt durch den Neubau
besetzten Gartenraum wird um den Neubau ein streifenartiger Grünraum erhalten, der
mit einer ungeordneten üppigen Bepflanzung den Verlust an Gartenfläche aufwiegen
soll. Mit der gewählten Setzung des Neubaus wird die Prämisse einer grösstmöglichen
Erhaltung der bestehenden Aussenraumgliederung verfolgt. Zum Teil wirken jedoch die
neu geschaffenen Begrenzungen des Grünbereichs im Bereich des neuen Platzes sowie bei den bestehenden Zugängen zu den Altbauten zu pragmatisch und vermögen als
neue Gliederungselemente nicht vollends zu überzeugen.
Die Zugänge in das Pfarrhaus und den Kirchgemeindesaal erfolgen richtigerweise direkt aus dem neu geschaffenen Begegnungsplatz, der funktional wie auch als Zeichen
des im Ortskern zusammengefassten neuen Kirchenzentrums begrüsst wird.
Gemäss der ortsbaulichen Intention erhält der Neubau des Kirchgemeindesaals den
Charakter eines Pavillons, der sich in Bezug auf seine historischen Nachbarsbauten klar
unterordnen soll. Dieses Bestreben wird auch mit der Formgebung unterstützt, indem
der Längskörper leicht geknickt wird und sich so perspektivisch verkleinert. Das flache
Dach wird als begrünte Dachfläche vorgeschlagen und soll den umgebenden Grünraum im Dachbereich fortführen. Die Fassaden werden zwischen dem Betonsockel und
dem leicht geschwungenem Dachgesimse mit gestrichenem Holz verkleidet und durch
grosse eingesetzte Metallfenster aus Bronze rhythmisiert. Das mit den verwendeten
gestalterischen Mitteln angestrebte Gleichgewicht zwischen der Unterordnung in die
historische Umgebung und der Aufwertung einzelner Elemente, die der Bedeutung des
Gebäudes gerecht werden sollen, verhindert eine klare architektonische Aussage, die
für einen selbstbewussten Ausdruck des Gebäudes, gerade in diesem historischen
Studienauftrag altes Pfarrhaus Rüti ZH; Bericht des Beurteilungsgremiums
© Evangelisch - reformierte Kirchgemeinde Rüti ZH /Frei & Ehrensperger Architekten GmbH, Zürich
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Kontext, wünschbar wäre. Das begrünte Flachdach verstärkt leider diesen Eindruck
noch und verleiht dem Gebäude vollends den Ausdruck eines gestalterisch leicht überhöhten Gartenpavillons.
Die innere Organisation kann mit gut proportionierten Raumfolgen und funktionalen
Abläufen überzeugen. Die Belichtung der Cevi – Räume im Untergeschoss vermag
mit dem vorgeschlagenen Tageslichtsystem zwar zu genügen, kann jedoch mit dem
fehlenden Aussenraumbezug nicht ganz die sich einstellende Raumstimmung von
Kellerräumen verhindern. Zudem werden die vielen ausladenden Lichtschächte den
schmalen Gartenbereich um das Gebäude stark stören.
Im Umgang mit der denkmalpflegerisch wertvollen Bausubstanz des Pfarrhauses wird
generell eine sorgfältige, denkmalpflegerisch ergebnisoffene Herangehensweise vorgeschlagen und im Prinzipschnitt überzeugend dargelegt.
Die geforderten Nutzungseinheiten werden folgerichtig in der Raumstruktur des Gebäudes angeordnet. Es entstehen auch vielversprechende, funktional räumliche Lösungen, die auch die Eingriffstiefe in die Substanz zu konzentrieren vermögen. Zu
überlegen wäre die Einführung eines Brandabschlusses beim Treppenhaus gegen die
jeweilig anstossenden Gänge. So könnten historische Türen im Gangbereich vor einer brandtechnisch erforderlichen Überarbeitung geschützt werden. Der Einbau eines
Personenlifts zur Sicherstellung der Behindertengängigkeit des öffentlichen Gebäudes
wird im Bereich einer Tragwand vorgeschlagen, was ein Verlust an historischer Substanz bedeutet. Demgegenüber steht jedoch die Möglichkeit, die Gangwand wie auch
die Fensterstruktur der Fassade ohne Störungen zu erhalten. Der Eingriff wird zudem
mit einem entsprechenden Produkt möglichst substanzschonend vorgeschlagen.
Der vorliegende Projektvorschlag stellt in allen Bereichen der Aufgabenstellung eine
tragfähige, gut durchdachte und sorgfältige Lösung dar. Die Stärken liegen vor allem
im überzeugend dargelegten Umgang mit der denkmalpflegerisch wertvollen historischen Substanz des Pfarrhauses. Aus Sicht von Ortsbild- und Denkmalschutz wird die
zurückhaltende Ausformulierung des Volumens des Kirchgemeindesaals grundsätzlich
begrüsst. Allerdings lässt das Projekt den selbstbewussten und zeitgemässen architektonischen Ausdruck vermissen, der nötig wäre, um in der heute stark beeinträchtigten
ortsbaulichen Situation die angestrebte Verbesserung zu erzielen.
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Studienauftrag altes Pfarrhaus Rüti ZH; Bericht des Beurteilungsgremiums
© Evangelisch - reformierte Kirchgemeinde Rüti ZH /Frei & Ehrensperger Architekten GmbH, Zürich
Studienauftrag altes Pfarrhaus Rüti ZH; Bericht des Beurteilungsgremiums
© Evangelisch - reformierte Kirchgemeinde Rüti ZH /Frei & Ehrensperger Architekten GmbH, Zürich
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Brunnen
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Naturwiese
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Evangelisch-Reformierte Kirchgemeinde Rüti ZH I Studienauftrag Umbau altes Pfarrhaus und Neubau Kirchgemeindesaal I 22. August 2014 I Menzi Bürgler Architekten
Erdgeschoss Neubau 1:100
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Untergeschoss Neubau 1:100
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Visualisierung
Neubau
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Technik
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11.5
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Studienauftrag altes Pfarrhaus Rüti ZH; Bericht des Beurteilungsgremiums
© Evangelisch - reformierte Kirchgemeinde Rüti ZH /Frei & Ehrensperger Architekten GmbH, Zürich
Evangelisch-Reformierte Kirchgemeinde Rüti ZH I Studienauftrag Umbau altes Pfarrhaus und Neubau Kirchgemeindesaal I 22. August 2014 I Menzi Bürgler Architekten
Querschnitt Neubau 1:200
Visualisierung Kirchgemeindesaal
Längsschnitt Neubau 1:200
Im Innenausbau wird grosser Wert auf die Verwendung von lokalen, natürlichen und rezyklierbaren Materialien gelegt, welche zusätzlich schadstofffreie Innenräume garantieren. Dieser Einsatz von einfachen Baustoffen ermöglicht in Kombination mit dem klar ausformulierten Tragwerk
und der vorgeschlagenen Holzkonstruktion eine bewährte und ökologische
Bauweise. Für die Haustechnik sind unterhaltsarme Systeme vorgesehen. Die erforderliche Wärme wird von der neuen Heizanlage im alten
Pfarrhaus bezogen, welche über einen Kanal mit dem Neubau verbunden
ist. Beide Geschosse werden mit Niedertemperatur-Bodenheizungen
ausgestattet und sind einzeln regulierbar. Eine über der Küche positionierte Lüftungsanlage versorgt den Kirchgemeindesaal mit der hygienisch
notwendigen Luftmenge. Die Verteilung der Luft erfolgt über im Bereich
der Akustikdecke geführte Leitungen.
Die Organisation des Neubaus ist funktional und übersichtlich, die innere
Logik teilt sich dem Benutzer unmittelbar mit. Im Erdgeschoss befinden
sich der grosszügige Kirchgemeindesaal sowie das Foyer und die Küche.
Ein leicht auskragendes und über Eck angeordnetes «Blumenfenster»
schafft den optischen Bezug zwischen dem Begegnungsraum im Aussenbereich und dem Foyer. Aus dem Saal führen – mit Ausnahme einer
Fluchttür – keine Öffnungen direkt in den Aussenbereich. Vielmehr soll
die umlaufende Naturwiese direkt an die Fassade anschliessen und so im
Inneren ein Gefühl des Aufenthalts inmitten eines wild belassenen Grünraums bekräftigen. Eine geschwungene Treppe und ein Aufzug schaffen
die Verbindung aus dem Foyer in das Untergeschoss, welches die Sanitäranlage und die Lagerflächen sowie die Räumlichkeiten für den Jugendverband Cevi aufnimmt. Ausschlaggebend für die mittige Positionierung des
Aufzuges innerhalb des Gebäudes sind kurze Wege von den Stauflächen
im Untergeschoss zu den Nutzflächen im Erdgeschoss. Für eine angemessene Beleuchtung der Cevi-Räume sorgen verspiegelte Lichtschächte mit
einem Tageslichttransportsystem. So gelangen das Vielfache an Tageslicht und sogar Sonnenstrahlen in das Untergeschoss.
Der Neubau besteht aus einer Holzkonstruktion auf einem betonierten Untergeschoss mit gestocktem Sockel. Die ressourceneffizienten
Holzbauelemente können im Werk exakt dimensioniert und vorproduziert werden, was einen optimierten Bauprozess und eine Aufrichte des
oberirdischen Gebäudeteils innerhalb weniger Tage erlaubt. Die umlaufende äussere Fassadenhaut aus regionalem Holz wird mit einer matten
Roggenmehllasur behandelt. Diese Beplankung verleiht dem Gebäude
die leichte und dezente Beschaffenheit eines Nebenbaus sowie einen
haptischen und warmen Charakter, welcher im Zusammenspiel mit den
glänzend bronzierten Metallfenstern noch gesteigert wird. Aufgrund der
natürlich alternden Materialien wird die Gebäudehülle ihren Ausdruck
im Laufe der Zeit verändern und Patina ansetzen. Der Dachabschluss
ist elfenbeinfarben gestrichen und mit einem bronzenen Abschlussband
versehen.
Klosterbauten. Zudem klingt in der Einbettung in den Grünraum und in
der Anordnung der grossformatigen Sprossenfenster die Atmosphäre ehemaliger Orangerie-Bauten in alten Klosteranlagen mit. Die feinen
Knicke in den Fassaden brechen die Grösse des Gebäudes perspektivisch
und ermöglichen ein passgenaues Einfügen parallel zu den Grenzlinien der
Parzelle. Der Eingang zum Haus wird als überdachter Einschnitt ausformuliert. Eine Anlehnung an die Bauten der Umgebung mit ihren profilierten Dachüberständen findet sich im leicht vorspringenden und abgerundeten Dachabschluss.
Ansicht Nordwest Neubau 1:200
Der geplante Neubau im Pfarrgarten orientiert sich typologisch an
freistehenden Pavillonbauten. Diese Bezugnahme unterstreicht die
klare Unterordnung des Gebäudes gegenüber dem Pfarrhaus und den
Neubau Kirchgemeindesaal
Über einen Dialog zwischen Alt und Neu sollen die räumlichen Qualitäten
des Bestandes gesteigert und zugleich die teilweise verloren gegangene Wirksamkeit der bestehenden Substanz wieder aktiviert werden. Das
bedeutet, dass neben dem möglichst weitgehenden Erhalt der materiellen Denkmalsubstanz auch dem baulichen Zusammenhang, in welchen die
alten Strukturen zu stehen kommen, grosse Aufmerksamkeit geschenkt
wird. Die äussere Erscheinung des Pfarrhauses bleibt komplett erhalten,
die Fassaden und die Dachhaut werden ausgebessert und gereinigt. Die
bestehenden Holzfenster sollen durch eine Fachfirma aufgearbeitet und
wo möglich mit einem Glasersatz (Isolierverglasung) im bestehenden Rahmen versehen werden. Das Waschhaus kann bei Bedarf sanft saniert und
weiterhin als Werk- und Lagerraum genutzt werden.
Die bestehende Haustechnikzentrale und -verteilung wird vollständig erneuert und durch bewährte Systeme ersetzt. Zur Schonung der Substanz
soll dies unter Zuhilfenahme der bestehenden Leitungsführung sowie
mit einer neuen Steigzone im nordwestlichen Hausteil erfolgen, der im
Bereich des neuen Aufzuges und der neuen Sanitäranlagen tiefere denkmalpflegerische Anforderungen aufweist. Die erforderliche Wärme wird
durch eine neue Erdsonden-Wärmepumpe zur Verfügung gestellt, welche
in den bestehenden Technikräumlichkeiten im Untergeschoss positioniert
wird und durch eine Gasheizung unterstützt wird. Sämtliche Heizkörper
werden an ihren heutigen Standorten ersetzt. Die Beleuchtung wird für
den gesamten Bestand neu konzipiert.
Das Raumprogramm wird über die drei Hauptgeschosse innerhalb des
bestehenden Rasters neu organisiert, was einen zeitgemässen Betrieb
ermöglicht. Die bestehende Struktur des Gebäudes wird dabei nur soweit
ergänzt, wie es die grundlegenden Nutzerbedürfnisse verlangen. Das
Dachgeschoss bleibt erhalten und wird nicht mit einer neuen Nutzung
versehen. In denkmalpflegerisch und ökonomisch vertretbaren Bereichen
ist eine neue Wärmedämmung vorgesehen. Das betrifft vor allem den Einbau einer diffusionsoffenen Dämmung auf der bestehenden Dachbodendecke sowie die Montage von Innendämmungen in Räumen ohne denkmalpflegerische Anforderungen. In diesen werden auch die Oberflächen der
Böden, Wände und Decken erneuert. In den Räumen mit denkmalpflegerischen Ansprüchen und originalen Schichten ist eine Restauration oder
sanfte Sanierung der Oberflächen – zum Beispiel der Tonplatten oder der
Wandtäfer – geplant.
der bestehenden Strukturen dar, welcher für die Gewährleistung einer
behindertengerechten Erschliessung des teilweise öffentlichen Gebäudes
notwendig ist. Nach einer Abwägung verschiedener Standorte wird der
Aufzug innerhalb der nordwestlichen Raumschicht im Bereich einer tragenden Wand positioniert. Der damit einhergehende Verlust an Bausubstanz wird zugunsten einer über alle Geschosse unversehrten historischen
Korridorwand und einer räumlich gut funktionierenden Erschliessung in
Kauf genommen. Geplant ist ein hydraulischer Sonderaufzug in einem
Stahlschacht, welcher nur eine geringe Unterfahrt und keine Überfahrt
benötigt. Dies hat den Vorteil, dass die bestehende Bodenplatte und der
Dachstuhlboden vom Einbau nicht tangiert werden.
Ansicht Nordost Pfarrhaus und Neubau 1:200
Ziel des Umbaus und der Sanierung des alten Pfarrhauses ist ein möglichst weitreichender Substanz- und Strukturerhalt im Einklang mit den
denkmalpflegerischen Vorgaben. Sämtliche Eingriffe erfolgen dementsprechend zurückhaltend und additiv, damit die charmante alte Bausubstanz primär lesbar bleibt oder wieder lesbar wird. Letzteres geschieht
über den Abbruch sämtlicher verunklärender Einbauten. Das Pièce de
Résistance stellt der Einbau eines neuen Personenaufzuges innerhalb
Umbau und Sanierung altes Pfarrhaus
Im Kontrast zum klar definierten Platz zwischen den Gebäuden wird der
Neubau auf seinen Seiten und in seinem Rücken von einem lockeren Grüngürtel umfasst, der aus einer wilden Naturwiese mit einheimischen Sträuchern, Büschen, Hecken und Bäumen besteht. Dadurch wird der Kirchgemeindesaal in den Garten und im übertragenen Sinne in die Jahreszeiten
eingebettet – ein Gedanke, welcher in der extensiven Begrünung des
Daches auch in der Vertikalen seine Fortsetzung findet. Die zwei Bäume,
welche dem Neubau weichen müssen, werden durch ökologisch wertvolle
Bäume im Bereich des Begegnungsraumes ersetzt. Die sechs Parkplätze
auf dem Vorplatz nordwestlich des alten Pfarrhauses bleiben bestehen
und werden neu mit Veloabstellplätzen ergänzt.
Zwischen Pfarrhaus, Waschhaus und Kirchgemeindesaal entsteht neu ein
gefasster Raum, welcher als «Begegnungsraum» definiert wird. In logischer Konsequenz orientieren sich die Haupteingänge direkt auf diesen
Platz, der von zwei schattenspendenden Bäumen, einem Spiel- und Trinkbrunnen sowie Sitzgelegenheiten in Form von frei verstellbaren Stühlen
besetzt wird. Die Materialisierung des Platzes mit Kopfsteinpflaster
nimmt die Gestaltung der näheren Klosterumgebung auf und führt die
Qualitäten des schutzwürdigen Ortsbildes weiter. So tritt der Begegnungsraum über den Bearbeitungsperimeter hinaus in einen Dialog mit
den bestehenden Aussenräumen der Kirche und der ehemaligen Klosterbauten und erweitert diese um ein zusätzliches öffentliches Zentrum für
das Gemeindeleben.
Das denkmalgeschützte Pfarrhaus sowie das ebenfalls unter Schutz
stehende Waschhaus bleiben in ihrer äusseren Erscheinung erhalten. Die
Setzung des Neubaus knüpft an die räumlichen Qualitäten der Anlage an.
Das kompakte Gebäude positioniert sich entlang der südwestlichen und
südöstlichen Parzellengrenzen und beeinträchtigt aufgrund seines maximalen Abstandes zum Bestand die Wirkung und Präsenz des alten Pfarrhauses als Hauptbau weder räumlich noch volumetrisch. Mit Ausnahme
des Flachdaches und der Materialisierung, welche ein Ausnahmebewilligung der Baubehörde erfordern, erfüllt der Neubau die Vorschriften der
Regelbauweise. Dies gilt insbesondere für die Einhaltung der vorgeschriebenen Grenzabstände.
Die Evangelisch-Reformierte Kirchgemeinde Rüti ZH plant eine Zusammenführung der öffentlich genutzten Räumlichkeiten in der Nähe der
Kirche. Durch den Umbau des alten Pfarrhauses sowie den Neubau eines
Kirchgemeindesaals im Pfarrgarten soll ein Kirchenzentrum im Ortskern
der Gemeinde entstehen. Unser Projekt für die Sanierung und den Ausbau
der Anlage versteht sich als Aufwertung des bestehenden Ensembles.
Mittels feinen Eingriffen in den Bestand und die Umgebungsgestaltung
sowie der behutsamen Platzierung des neuen Saals wird die vorhandene
Situation geklärt und gestärkt.
Ortsbauliche Situation und Aussenraumgestaltung
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20
2
0.75
20
4
1 00
50
10
5
1
50
10
5
3
2
30
50
20
75
40
3
500
200
1 00
75
50
30
20
10
5
2
100
50
20
10
1
0.5
5
10
5
2
1
50
10 20
5
2
0 20
0
0
0
0
3
0.5
5
30
15
10
3
0.5 0.75
0.25
0 1 2
0
0
10
5
2
1
0.1 0.2 0.3
5
2.5
1
0.5
0 0.2
0
0
0
0
0
0
100
20
10
2
1
50
5
20
0.5
5
0.75
20
10
2
3
1.5
1
30
3
10
200
30
20
2
20
100
50
15
10
5
1
50
10
5
40
300
30
3
2
30
0
0
0
0
0
3
1
0.5
5
10
5
2
0.5
1
50
10
5
5
30
10
3
0.5 0.75
0.25
0 1 2 3
0
0
10
5
1
0.1 0.2 0.3
5
2.5
1
0.5
0 0.2
0
0
0
0
0
0
100
20
10
2
1
20
10
2
20
50
5
0.5
5
1
10
200
1:5000
1:2000
1:1000
1:750
1:500
1:300
1:200
1:100
1:50
1:33
1:20
1:10
1:5
1:2
1:1
Studienauftrag altes Pfarrhaus Rüti ZH; Bericht des Beurteilungsgremiums
© Evangelisch - reformierte Kirchgemeinde Rüti ZH /Frei & Ehrensperger Architekten GmbH, Zürich
25
-0.15
Büro Pfarramt III 24.5
0
0
0
0
1:5
1:10
1:20
3
0.5
2
1
20
10
4
2
0. 5
5
3
1
30
3
2
0.75
20
4
Büro
Jugendarbeit
25.5
+0.12
-0.33
30
Aufzugtreppe
5
3
2
Sitzungszimmer I 23.0
1
50
10
5
Seelsorgezimmer 16.5
75
40
+0.17
WC D/IV
3.0
WC H
3.5
Gastarbeitsplatz /
kl. Sitzungszimmer
10.5
Archiv
15.5
Boden neu
auf +0.17
3
10
5
2
100
50
20
10
Terrasse 27.0
0
10
5
2
1
3
0.5
0.5
1
0.5 0.75
0.25
0.1 0.2 0.3
5
2.5
1
0.5
0 0.2
0
0
0
0
0
0
Geräte- und
Lagerraum 23.0
0.5
5
2
1
0.75
20
10
2
+0.15
3
1.5
1
30
3
2
20
1
50
10
5
40
30
3
2
30
1 0 20
0
1:1000
1:2000
10
5
0
1:750
5
0
5
1:500
2
0
1:300
2
0
1:200
10
5
20
10
50
20
10
20
1 00
50
50
20
200
1 00
75
50
30
0
0
0
0
30
10 20
10
15
5
5
5
10
5
2
0 1 2
20
10
50
20
10
30
20
100
50
15
10
5
1
1
0.5
0
0
0
5
10
5
2
0.5
1
10
5
5
30
10
3
0.5 0.75
0.25
0 1 2 3
0
3
0.1 0.2 0.3
5
2.5
1
0.5
0 0.2
0
0
0
0
0
0
0
1
0. 5 0.75
0.25
0 0.2
0
10
5
2
1
0.1 0.2 0.3
5
2.5
1
0.5
Büro Diakonie 13.0
Pausenraum
13.5
Heizung / Technik
22.5
-0.86
+0.17
Hauswirtschaft
12.5
0
1
3 und
5 Neubau Kirchgemeindesaal
10
20
0
1
2Bürgler
3
5 Architekten10
Evangelisch-Reformierte Kirchgemeinde Rüti ZH I Studienauftrag Umbau altes Pfarrhaus
I 22. August
2014 I Menzi
1:100
1:50
1:33
0
0
Aufzug
El.
Aufzug
Elektro
1:2
Sitzungszimmer II 38.0
+5.98
Putz.
WC D / WC IV
Besucher
1:1
WC D
Pers
Aufzug
0
Putzraum
6.0
WC H
Pers
± 0.00
Büro Sigristen
Büro Finanzen
25.0
+2.86
Entrée, Garderobe
33.5
behindertengerechte
Anpassung Schwelle
Boden neu
auf ± 0.00
5
2. Obergeschoss Pfarrhaus Neu 1:100
Büro Pfarramt II 21.0
Büro Pfarramt I
26.5
1. Obergeschoss Pfarrhaus Neu 1:100
Sekretariat
30.0
Ofen
Kopierraum
27.5
Erdgeschoss Pfarrhaus Neu 1:100
Unterrichtszimmer
50.5
Abstellraum
20
10
2
1
20
10
2
20
50
5
0.5
5
1
10
1
0
0
1:200
1:300
1:100
1:200
0
0
0 20
1:750
1:1000
1:2000
1:5000
1:500
1:750
1:1000
1:2000
5
2
10
5
1
50
1 0 20
5
0
1:500
1:300
2
1
0
0
1:100
3
0.5
10
3
5
0. 5 0.75
0.25
0 0.2
1:50
10
5
2
1
0.1 0.2 0.3
5
2.5
Dachgeschoss Pfarrhaus Abbruch 1:200
1:50
1:33
1:20
1:33
0
1:20
1:10
0
0
0
0
1:10
1:5
1:2
1:5
1:2
1:1
1:1
0 0.5
2. Obergeschoss Pfarrhaus Abbruch 1:200
1. Obergeschoss Pfarrhaus Abbruch 1:200
Erdgeschoss Pfarrhaus Abbruch 1:200
1 00
20
10
2
1
20
10
4
2
50
20
5
0. 5
5
3
1
30
3
10
2 00
20
2
0.75
20
4
1 00
50
10
5
1
50
10
5
3
2
30
50
20
75
40
3
500
200
1 00
75
50
30
20
10
5
2
100
50
20
10
1
0.5
5
10
5
2
1
50
10 20
5
2
0 20
0
0
0
0
3
0.5
5
30
15
10
3
0.5 0.75
0.25
0 1 2
0
0
10
5
2
1
0.1 0.2 0.3
5
2.5
1
0.5
0 0.2
0
0
0
0
0
0
100
20
10
2
1
50
5
20
0.5
5
0.75
20
10
2
3
1.5
1
30
3
10
200
30
20
2
20
100
50
15
10
5
1
50
10
5
40
300
30
3
2
30
0
0
0
0
0
3
1
0.5
5
10
5
2
0.5
1
50
10
5
5
30
10
3
0.5 0.75
0.25
0 1 2 3
0
0
10
5
1
0.1 0.2 0.3
5
2.5
1
0.5
0 0.2
0
0
0
0
0
0
100
20
10
2
1
20
10
2
20
50
5
0.5
5
1
10
200
1:5000
1:2000
1:1000
1:750
1:500
1:300
1:200
1:100
1:50
1:33
1:20
1:10
1:5
1:2
1:1
26
Studienauftrag altes Pfarrhaus Rüti ZH; Bericht des Beurteilungsgremiums
© Evangelisch - reformierte Kirchgemeinde Rüti ZH /Frei & Ehrensperger Architekten GmbH, Zürich
Studienauftrag altes Pfarrhaus Rüti ZH; Bericht des Beurteilungsgremiums
© Evangelisch - reformierte Kirchgemeinde Rüti ZH /Frei & Ehrensperger Architekten GmbH, Zürich
27
B: Tonziegel best
W: Innenputz neu
D: Holzbalken best
Putz neu
B: Betonüberzug neu
W: Innenputz neu
D: Innenputz neu
B: Parkett neu
W: Innenputz neu
D: Holztäfer best
B: Parkett neu
W: Innenputz neu
D: Holzbalken best
B: Parkett neu
W: Innenputz neu
D: Gipsdecke neu
B: Parkett neu
W: Holztäfer best
Innenputz neu
D: Gipsstukatur best
B: Parkett best / W: Innenputz neu / D: Gipsdecke neu
B: Parkett neu
W: Holztäfer best
Innenputz neu
D: Gipsdecke neu
B: Parkett neu
W: Holztäfer best
D: Gipsdecke neu
B: Betonüberzug best
W: Innenputz best
D: Innenputz best
Eingriffstiefe: gross
Neue Oberflächen und Einbauten
Prinzipschnitt Umbau und Sanierung Pfarrhaus 1:50
0
0
0
0
0
1:200
1:300
1:500
1:750
1:1000
0
5
2
1
0 0.2
5
2
0.5
10
5
1
10
3
5
0. 5 0.75
0.25
1:50
1:100
10
5
0.1 0.2 0.3
0
0
1:20
5
2.5
1:33
0
1:10
1:5
0
20
10
2
1
20
10
2
- Wärmedämmung wo möglich: Dämmung auf Dachboden, Innendämmung nur Räume ohne
denkmalpflegerischen Anspruch, Aufarbeiten Fenster mit neuer Isolierverglasung
- Nachträgliche Dämmung unter der Bodenplatte sehr aufwendig und aus wirtschaftlicher Sicht
nicht sinnvoll. Dämmung über Bodenplatte aus denkmalpflegerischen Gründen nicht möglich.
1
Pfarrhaus im Speziellen
- Kompletter Erhalt äussere Erscheinung und möglichst weitgehender Erhalt historische Substanz
- Zurückhaltende und additive Eingriffe, Bausubstanz bleibt primär lesbar oder wird wieder lesbar
- Vor / während Umbau sind diverse Sondierungen und Untersuchungen notwendig
0.5
Eingriffstiefe: mittel
Teilerhalt bestehende Oberflächen und Einbauten:
Sanfte Sanierung und denkmalpflegerische Restaurierung
Teilweise Integration neue Oberflächen und Einbauten
1:2
0
Eingriffstiefe: klein
Erhalt bestehende Oberflächen und Einbauten:
Sanfte Sanierung und denkmalpflegerische Restaurierung
1:1
20
5
0. 5
5
3
1
30
3
10
20
2
0.75
20
4
Haustechnik
10
0
Verbindungskanal Heizung
zu Neubau Kirchgemeindesaal
0.5
1
Neue Heizkörper an bestehender Position
und Ersatz bestehende Leitungsführung
Beleuchtung im ganzen Haus neu,
wenn möglich an bestehenden Positionen
Ausbesserung und Reinigung best.
Weisskalkputz, teilweise Ersatz mit
diffusionsoffenem Kalkputz
Denkmalpflegerische Restauration
oder sanfte Sanierung Oberflächen
in Räumen mit denkmalpflegerischen
Anforderungen (z. Bsp. Tonplattenboden oder Wandtäfer).
Neue Elektro- und EDV-Leitungen
in Fugen (möglichst wenig sichtbar)
Keine Innendämmung in Räumen
mit denkmalpfleg. Anforderungen
an bestehende Wandkonstruktion
(z. Bsp. Wandtäfer). Evtl. Ausflockung
Hohlraum hinter Täferverkleidung
mit Zellulosefasern
Aufarbeitung bestehende Holzfenster
inkl. Ergänzungen durch Fachfirma.
Teilweise Glasersatz mit Isolierverglasung.
Beschichtung mit diffusionsfähigem
Farbsystem
Reinigung und teilweise Aufarbeitung
bestehende Holzkonstruktion aussen
(Dach / Fachwerk / Fensterläden)
Sanfte Sanierung Kehlbalkendachstuhl
auf Grundlage statischer Nachweis
(Ersatz defekte oder fehlende Teilbereiche,
Auffrischung bestehende Konstruktion)
Auffrischung und Ausbesserung Dachhaut
(allenfalls Ersatz defekte Bieberschwanzziegel mit gleichwertigen neuen Ziegeln)
50
10
5
1
50
3
2
50
20
75
3
1 00
75
50
30
20
10
5
2
100
1
0.5
0
0
0
5
2
5
0.5
10
5
2
1
5
15
10
3
0.5 0.75
0.25
0 1 2
0
0
10
0.1 0.2 0.3
5
0 0.2
0
0
0
- Elektro- und EDV-Verteilung unter Putz (Räume ohne denkmalpfleg. Ansprüche) oder
möglichst versteckt in Fugen (Räume mit denkmalpfleg. Ansprüchen)
- Geschossweise neue Elektro- und EDV-Unterverteiler
- Neue und räumlich komprimierte Sanitärinstallationen im NW-Bereich des Gebäudes
30
40
50
0 2.5 5
- Sanitärzentrale
evtl. in Kombination
mit Hauswirtschaftsraum
- Substanzschonender Komplettersatz Haustechnik unter Berücksichtigung und Zuhilfe1 0 nahme der bestehenden Leitungsführung 20
0
1
2 3
- Neues Heizsystem für Alt- und Neubau in bestehendem Heizraum: Wärmepumpe mit
Erdsonden unterstützt durch Gasheizung
- Wärmeverteilung über neue Heizköper an bestehender Position
5
Neues Heizsystem für Alt- und Neubau in best. Heizraum:
Wärmepumpe mit Erdsonden (Vorlauf ca. 45°C)
unterstützt durch Gasheizung (ab Knickpunkt ca. 2°C)
- Für den Einbau des neuen Personenaufzuges sind Eingriffe in die geschützte Substanz notwendig.
0 drei
1 Geschossen
2 3
4
Aufgrund der gewählten Lage und der Art des Aufzuges sind diese Eingriffe in den
auf jeweils eine Wand sowie auf zwei notwendigen Deckendurchbrüche minimiert.
- Vorteile Lage / Art Personenaufzug:
- Bestehende Fensteröffnungen können weiter genutzt werden
- Erhalt der Korridorwand und der bestehenden Türöffnungen in allen Geschossen
- Keine Eingriffe in die bestehende Bodenplatte und in die Decke unter Dachboden
Schmutzwasser: Ersatz sichtbare
Leitungen / Prüfung Kanalisation
im Erdreich und eventuell Ersatz
oder Sanierung
Personenaufzug / Wärmedämmung
Neuer Bodenaufbau auf +/- 0.00
inkl. Anpassung Türschwelle
(Behindertengerechtigkeit Aufzug)
Generell
- Der Erhalt der Originalsubstanz geht vor ökonomischer und ökologischer Nachhaltigkeit
(Ausnahmen nur in begründeten Einzelfällen, z. Bsp. Einbau behindertengerechter Personenaufzug)
- Neue Eingriffe und Massnahmen sind reversibel und additiv auszuführen
- Ergänzungen sind kenntlich zu machen und Zufügungen sollen als heutige Elemente ablesbar sein
- Frühere Renovationen / Umbauten sind ebenfalls Denkmalzeugen und entsprechend zu behandeln
- Spuren des Alters sollen weiterhin ablesbar sein (Patina, leichte Beschädigungen etc.)
Einbau neuer Personenaufzug:
z. Bsp. Högg E50 Sonderaufzug mit Stahlschacht
- Hydraulisch mit Plattform 1100 x 1400 mm
- Unterfahrt min. 12 cm / oberste Etage min. 2.35m
- Nutzlast 300kg, Einbau im Trockenbau
Neue Innendämmung in Räumen
ohne denkmalpfleg. Anforderungen
(diffusionsoffene Konstruktion auf
bestehendes Massivmauerwerk)
Aufbau von aussen nach innen:
- bestendes Massivmauerwerk
- Lehmausgleichputz 30mm
- Lehmansetzmörtel 20mm
- Faserdämmplatte 40mm
- Lehmputz, zweilagig 30mm
Neue Oberflächen in Räumen
ohne denkmalpfleg. Anforderungen.
Neue Elektro- und EDV-Leitungen
unter Putz
Zusammenfassen neue Sanitärräume
im NW-Bereich des Gebäudes inkl.
Einbau neue Steigzone und neue
Leitungsführung
Neue Innendämmung in Räumen
ohne denkmalpfleg. Anforderungen
(diffusionsoffene Konstruktion auf
bestehender Fachwerkkonstruktion)
Aufbau von aussen nach innen:
- bestende Fachwerkkonstruktion
- Lehmausgleichputz 30mm
- Lehmansetzmörtel 20mm
- Faserdämmplatte 40mm
- Lehmputz, zweilagig 30mm
Neue Dämmung Dachbodendecke
(diffusionsoffener Einbau auf der
bestehenden Dachbodendecke)
Aufbau von oben nach unten:
- Wiederverwenden bestehende Beplankung
wo möglich / teilweise neue OSB-Platten
- 2x Faserdämmplatte 40mm
- Lehmestrich 40mm
- bestehende Balkenlage
Denkmalpflege
Innenbereiche ohne denkmalpflegerische Anforderungen
Evangelisch-Reformierte Kirchgemeinde Rüti ZH I Studienauftrag Umbau altes Pfarrhaus und Neubau Kirchgemeindesaal I 22. August 2014 I Menzi Bürgler Architekten
Dachgeschoss Pfarrhaus Eingriffstiefe 1:200
B: Dachbodendecke best / neu
D: Kehlbalkendachstuhl best
2. Obergeschoss Pfarrhaus Eingriffstiefe 1:200
B: Parkett neu
W: Innenputz neu
D: Holzbalken best
B: Parkett neu
W: Innenputz neu
D: Holzbalken best
B: Parkett neu
W: Innenputz neu
D: Putz neu
B: Tonziegel best
W: Holzbalken/
Innenputz best
D: Holzbalken best
Putz neu
B: Parkett best
W: Holztäfer best
D: Gipsdecke neu
B: Parkett best / W: Innenputz neu / D: Gipsdecke neu
B: Parkett neu
W: Innenputz neu
D: Putz neu
1. Obergeschoss Pfarrhaus Eingriffstiefe 1:200
B: Parkett neu
W: Holztäfer best
D: Holztäfer best
B: Tonziegel best
W: Holzbalken best
Innenputz neu
D: Holzbalken best
B/W/D: neu
B: Tonziegel best / W: Holzbalken/Innenputz best
D: Holzbalken best
B: Tonziegel best
W: Innenputz neu
D: Holzbalken best
Erdgeschoss Pfarrhaus Eingriffstiefe 1:200
B: Parkett neu
W: Holztäfer best
D: Akustikdecke neu
B/W/D: neu
20
10
2
1
5
20
0.5
5
0.75
20
10
2
Aussen- und Innenbereiche mit denkmalpflegerischen Anforderungen
3
1.5
1
30
3
10
30
20
2
20
50
15
10
5
1
50
10
5
40
30
3
2
30
0
0
0
3
1
0.5
5
2
5
0.5
1
10
5
10
3
5
0.5 0.75
0.25
0 1 2 3
0
0
10
5
1
0.1 0.2 0.3
5
2.5
1
0.5
0 0.2
0
0
0
0
0
0
20
10
2
1
20
10
2
5
20
0.5
5
1
10
1:1000
1:750
1:500
1:300
1:200
1:100
1:50
1:33
1:20
1:10
1:5
1:2
1:1
28
Studienauftrag altes Pfarrhaus Rüti ZH; Bericht des Beurteilungsgremiums
© Evangelisch - reformierte Kirchgemeinde Rüti ZH /Frei & Ehrensperger Architekten GmbH, Zürich
6.3
ARGE
Bünzli & Courvoisier Architekten AG, Zürich
laterza graf baupartner gmbh, Zürich
Der unvorteilhafte Neubau des Mehrfamilienhauses in den 1960er Jahren und die
gesichtslose Umgebungsgestaltung stellt heute eine massive Beeinträchtigung der
ortsbaulichen Situation dar. Die Projektverfasser korrigieren diese unbefriedigende
Ausgangslage mit der Setzung eines eigenständigen Gebäudekörpers, dem Kirchgemeindesaal. Mit seinem Satteldach ergänzt er die Abfolge von Kirche, Amthaus und
altem Pfarrhaus mit schöner Selbstverständlichkeit und verankert sich so im übergeordneten baulichen Kontext. Die Wirkung des alten Pfarrhauses und die murale Begrenzung des ehemaligen Pfarrgartens bleiben dabei unangetastet. Zwischen altem
Pfarrhaus und neuem Kirchgemeindesaal wird ein hofartiger Raum aufgespannt, der
räumlich und funktional zur neuen Mitte der Anlage wird. Hier befinden sich folgerichtig
die Eingänge in die beiden Gebäude.
Der neue Kirchgemeindesaal ist ein auf die primären Merkmale eines Hauses abstrahiertes Volumen: rechteckiger Grundriss, Satteldach ohne Überstände, Putzfassaden
mit wenigen, übergrossen Fensteröffnungen. Der reduzierten äusseren Erscheinung
entspricht eine einfache, funktionale Einteilung des Erdgeschosses mit einer öffentlichen Raumfolge Eingang – Foyer – Saal. Auf der Gebäuderückseite angeordnet gewährleisten die Serviceräume Küche Abstellraum/Anlieferung eine gute Nutzbarkeit.
Die kompakte Grundrissdisposition korrespondiert mit einer nüchternen Gestaltung der
eher introvertierten Innenräume, was in beträchtlichem Widerspruch zum Wunsch der
Kirchgemeinde nach einladenden, offenen Räumen steht. Dies gilt auch für die bewusst
gewählte Analogie der Kappelle für das äussere Erscheinungsbild. Gesucht ist kein weiterer sakraler Raum, sondern eine möglichst offene Begegnungsstätte.
Die Disposition der Cevi-Räume im Dachstock ist eine an sich schöne Idee, die vorgesehen Raum- resp. Kniestockhöhen schränken allerdings die volle Nutzbarkeit empfindlich ein.
Als Konstruktionsart wird eine Holzelementbauweise vorgeschlagen, die aber mit ihren
aussen wie auch innen verputzten Wandoberflächen nicht als solche in Erscheinung
tritt. Diese Bauweise kann aus ökologischen Überlegungen nachvollzogen werden und
Studienauftrag altes Pfarrhaus Rüti ZH; Bericht des Beurteilungsgremiums
© Evangelisch - reformierte Kirchgemeinde Rüti ZH /Frei & Ehrensperger Architekten GmbH, Zürich
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entspricht durchaus auch dem angestrebten architektonischen Ausdruck. Die zur Wärmeerzeugung vorgeschlagene Luft-Wasser-Wärmepumpe ist an und für sich lobenswert; die vorgesehene Platzierung im Waschhaus müsste jedoch im Hinblick auf die
denkmalpflegerischen Erhaltungsziele sorgfältig überprüft werden.
Die Eingriffe im alten Pfarrhaus zielen auf eine typologische Stärkung des Raumgefüges ab, was insbesondere durch den Rückbau ungeschickter Eingriffe jüngeren
Datums geschieht. Die geforderten Nutzungen sind nachvollziehbar organisiert und
ziehen nur geringfügige Anpassungen an der historisch wertvollen Bausubstanz mit
sich. Den massivsten Eingriff stellt der Einbau eines Lifts neben der Treppe dar, um die
behindertengerechte Erschliessung aller Geschosse sicherzustellen. Die dabei beabsichtigte Schonung der tragenden Mauern hat jedoch zur Folge, dass auf jedem Stock
ein Fenster „blind“ wird. Eine allgemeine denkmalpflegerische Eingriffsstrategie wird
bedauerlicherweise nur in groben Zügen skizziert.
Das Projekt leistet einen wertvollen Beitrag zum Umgang mit einer historisch gewachsenen, heute jedoch in ortsbaulicher Hinsicht stark beeinträchtigten Situation.
Die radikale Haltung wird mit der minimalistischen architektonischen Gestaltung des
neuen Kirchgemeindesaals bestätigt, dessen architektonischer Ausdruck allerdings
nur beschränkt der von der Kirchgemeinde gewünschten Ausstrahlung entspricht. Der
denkmalpflegerisch-bauliche Umgang mit dem alten Pfarrhaus ist im Grundsatz vielversprechend, lässt sich aber aufgrund der lediglich summarischen Aussagen nicht auf
seine Stichhaltigkeit hin überprüfen.
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Studienauftrag altes Pfarrhaus Rüti ZH; Bericht des Beurteilungsgremiums
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Studienauftrag altes Pfarrhaus Rüti ZH; Bericht des Beurteilungsgremiums
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ARGE BÜNZLI & COURVOISIER / LATERZA GRAF
ANSICHT SÜD 1:200
STÄDTEBAU / UMGEBUNGSGESTALTUNG Das neue Gebäude versteht sich als
letztes Glied in der Kette historischer Bauten welche den Klosterbezirk begrenzen. Um
dieser städtebaulichen Interpretation Rechnung zu tragen, werden die bestehenden
Gestaltungsprinzipien hinsichtlich der Dachform und dem Wechsel der Giebelrichtung
AUSGANGSLAGE Durch den Umbau des alten Pfarrhauses und den Neubau des
Kirchgemeindesaals im ehemaligen Klostergarten sollen alle öffentlich genutzten Räume
der evangelisch-reformierten Kirchgemeinde an einem Ort zusammengeführt werden.
Das im Zentrum von Rüti gelegene Grundstück ist Teil des ehemaligen Klosterbezirks und
wird im Nordosten gefasst durch die historische Umfassungsmauer sowie die Silhouetten
der alten Fabrikbauten aus dem späten 19. Jahrhundert. Den räumlichen Abschluss im
Nordwesten bildet das Pfarrhaus, welches zusammen mit dem Zeughaus, dem Amtshaus
und der Kirche den ursprünglichen Charakter des Kirchenplatzes prägte. Dieser wird heute
sehr stark beeinträchtigt durch die Nutzung als Parkplatz, den durchgehenden Asphaltbelag
und das Wohngebäude aus den Sechzigerjahren im Osten. Dessen Tiefgaragenzufahrt an
der Schnittstelle zwischen Platz und ehemaligem Klostergarten verhindert zudem eine
direkte fussläufige Verbindung und lässt den Klosterbezirk nurmehr optisch als Einheit
erscheinen.
Neben den räumlichen und städtebaulichen Aspekten, welche für die Setzung des
Gebäudevolumens relevant sind, haben die architektonischen Merkmale der historischen
Bauten, die damit verbundenen denkmalpflegerischen Forderungen und die Art der
Nutzung eine grosse Bedeutung für die Gestaltung und den Ausdruck des neuen
Gebäudes. Prägend für den Klosterbezirk sind die stattlichen Häuser mit ihren mehrheitlich
verputzten, stark geschlossenen Fassaden, dem Fachwerk im Dachbereich und den
steil geneigten, Ziegel gedeckten Satteldächern. Die gestalterischen Vorgaben lassen
hinsichtlich Materialisierung und Dachform einen gewissen Spielraum zu, orientieren sich
aber dennoch sehr stark am historisch bedeutenden Bestand. Hinsichtlich der Nutzung
bildet der im Neubau geforderte Kirchgemeindesaal zusammen mit dem Foyer das
Herzstück des neuen öffentlich genutzten Kirchenzentrums.
ORGANISATION Der Eingang zum Neubau befindet sich gegenüber dem Pfarrhaus an
der dem Klosterbezirk zugewandten Ecke. Im Innern dient das Foyer als Verteilraum,
welcher über eine grosse Doppeltüre direkt mit dem Kirchgemeindsaal verbunden ist.
Dieser besetzt gegen Süden die gesamte Gebäudetiefe und tritt über die beiden grossen
Fenster auch aussen sehr markant in Erscheinung. Die vierte Öffnung in der Fassade
dient der Belichtung und der Anlieferung des Küchenbereiches, welcher rückwärtig um
den zentralen Treppenhauskern angeordnet ist. Im Obergeschoss unter dem markanten
Dach befinden sich im Westen und Süden die drei Cevi-Räume sowie im Norden die
Lüftungszentrale. Die übrigen Haustechnikräume sowie die Toilettenanlagen und das
Möbellager sind im kompakten Untergeschoss angeordnet.
übernommen. Im Gegensatz zum bestehenden Pfarrhaus befindet sich der Eingang
zum Kirchgemeindesaal jedoch nicht an der Traufseite sondern wie bei der Kirche an
der Giebelseite. Der Neubau bildet somit auch aufgrund seiner Ausrichtung und Nutzung
das kleine Gegenstück zu dieser und trägt so seiner Bedeutung als öffentliches Gebäude
Rechnung.
Zusammen mit der bestehenden Umfassungsmauer und dem alten Pfarrhaus bildet der
Neubau einen latent gefassten Hofraum, der sich zum Klosterbezirk hin öffnet. Durch
die zurückversetzte Lage im Zentrum des alten Klostergartens gelingt es, die historisch
bedeutende Sichtachse zwischen Kirche und altem Pfarrhaus nicht zu beeinträchtigen.
Die Umgebungsgestaltung versucht mit wenigen gezielten Eingriffen der Forderung nach
einem für Veranstaltungen gut nutzbaren Aussenraum Rechnung zu tragen. Der Hofraum
ist gepflästert und wird durch die beiden Lindengruppen zusätzlich gefasst. Diese spenden
zudem Schatten und sorgen zusammen mit dem die Mitte der Anlage akzentuierenden
Brunnen für eine angenehme Atmosphäre. Um den ursprünglichen Zusammenhalt
zwischen Hofraum und Kirchenplatz wieder zu stärken, wird im Bereich der Parkplätze
vor dem Amtshaus eine Lindenreihe vorgeschlagen. Dadurch wird die wichtige Sichtachse
betont und der gepflästerte Weg von der Kirche zum Kirchgemeindesaal zusätzlich
aufgewertet.
ANSICHT OST 1:200
SITUATION 1:500
STUDIENAUFTRAG UMBAU ALTES PFARRHAUS UND NEUBAU KIRCHGEMEINDESAAL RÜTI
KONSTRUKTION / MATERIALISIERUNG Um der Forderung nach einer nachhaltigen
und kostengünstigen Bauweise Rechnung tragen zu können, wird für den Neubau eine
Holzbauweise vorgeschlagen. Die Erdbebensicherheit und die Aussteifung wird über das
massive Untergeschoss und den Treppenhauskern sicher gestellt. Die Fundation erfolgt
über eine durchgehende Bodenplatte in Kombination mit lokalen Betonfundamenten.
Die hochgedämmte Holzkonstruktion tritt aufgrund der gestalterischen Vorgaben und
in Anlehnung an die historischen Bestandesbauten im Äussern nicht in Erscheinung.
Als Träger für den mineralischen Aussenputz dient eine Holzfaserdämmplatte, welche
die zweischichtige Konstruktion aussen verkleidet. Entsprechend sind die Wände
und Decken auch im Innern mit Gips beplankt, so dass der Neubau innen wie aussen
massiv in Erscheinung tritt. Die Differenzierung der Räume erfolgt einerseits über die
sehr unterschiedlichen Raumproportionen und Fensterflächen und anderseits über die
differenzierten Bodenbeläge. Im Erschliessungsbereich und den Nebenräumen sind
geschliffene Hartbetonböden vorgesehen, in den Aufenthaltsräumen Holzböden. Durch
diese Materilaisierung wird bewusst die Nähe zum alten Pfarrhaus gesucht.
Im Gegensatz dazu unterscheidet sich die Gebäudehülle mit Ausnahme des Putzes
stark von den Altbauten. Das steile Dach und die Dachfenster sind mit Kupfer verkleidet;
durch die Bewitterung nähert sich dieses farblich den ziegelgedeckten Dächern der
Altbauten an, tritt aufgrund der Detaillierung jedoch viel abstrakter in Erscheinung. Die
architektonisch markantesten und andersartigen Bauteile bilden die vier grossformatigen
Im Altbau befinden sich primär die Arbeitsräume der Kirchgemeinde. Das Pfarramt und die
Sitzungszimmer sind im zweiten Obergeschoss untergebracht. Im ersten Obergeschoss
sind die Büros, das Sekretriat mit angrenzendem Archiv und der Pausenraum mit Bezug
zur bestehenden Terrasse angeordnet. Der öffentlich genutzte Unterrichtsraum sowie
die erforderlichen Nebenräume befinden sich im Erdgeschoss und werden über die
grosszügige Eingangshalle direkt erschlossen. Sie bildet das Gegenstück zum Foyer des
Kirchgemeindesaals und erweitert den durch die beiden Gebäude aufgespannten Hofraum
ins Innere.
E
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EIN HAUS EIN HAUS
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Studienauftrag altes Pfarrhaus Rüti ZH; Bericht des Beurteilungsgremiums
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ARGE BÜNZLI & COURVOISIER / LATERZA GRAF
ANSICHT NORD 1:200
EINGRIFFE IM ALTBAU Im Umgang mit der bestehenden Bausubstanz wird grundsätzlich
eine sehr zurückhaltende Position eingenommen, wobei Lösungen mit einer möglichst
geringen Eingriffstiefe angestrebt werden, welche auch den denkmalpflegerischen Vorgaben
Rechnung tragen können. Basierend auf dieser Grundhaltung wird im vorliegenden Projekt
bewusst auf die Nutzung des Dachstocks verzichtet und die bestehende Garage bzw.
Terrasse mit Aussentreppe erhalten. Auch sind keine Veränderungen am Erscheinungsbild
der bestehenden Fassaden vorgesehen.
Der Einbau der Liftanlage für die hindernisfreie Vertikalerschliessung stellt den grössten
Eingriff in die bestehende Struktur dar, beeinträchtigt diese durch eine optimale und
selbstverständliche Positionierung direkt neben der bestehenden Treppe jedoch nur
unwesentlich. Daneben wird mit wenigen gezielten Eingriffen pro Geschoss eine spezifische
Erschliessungsfigur herausgearbeitet. Bestehende Türöffnungen werden nach Möglichkeit
erhalten und durch die Minimierung der Schwellenhöhen der barrierefreie Zugang zu den
öffentlichen Nutzungen sichergestellt. Der Einbau von zusätzlichen Trennwänden erfolgt
Tür-Fenster-Elemente. Sie sind so angeordnet, dass alle Räume ausreichend belichtet
und die funktional erforderlichen Ein- und Ausgänge (Haupteingang/Anlieferung/
Fluchtweg) abgedeckt sind. Im Wesentlichen besteht die Holz-Metall-Konstruktion dieser
Bauteile aus einem hinterlüfteten Kastenfenster mit integriertem, textilen Sonnenschutz
und einer in der hinteren Ebene liegenden geschlossenen Tür. Um die Lage in den
Gebäudeecken zusätzlich zu akzentuiert und das umlaufende Prinzip der Fassade zu
stärken überschieben die Fensterelemente die dahinterliegende Wand und treten auch mit
ihrer Schmalseite aussen in Erscheinung. Dadurch und über die Verwendung einer dem
Holzwerk nachempfundenen Farbe, wird auch hier eine zeichenhafte Anlehnung an die
charakteristischen Gestaltungsmerkmale der Altbauten gesucht.
Insgesamt versucht der Neubau durch die Reduktion der Elemente, seine Abstaktion und
die zeichenhafte Form, mit den traditionellen Elementen zu spielen, diese zu entfremden
und so seiner Bedeutung als öffentliches, dem Gemeinwohl dienendes Gebäude gerecht
zu werden.
ENERGIEKONZEPT / NACHHALTIGKEIT Für Alt- und Neubau gelten in Bezug auf das
Energiekonzept unterschiedliche Rahmenbedingungen. Während im Altbau die thermische
Behaglichkeit und die Reduktion des Energieverbrauchs durch eine partielle Verbesserung
der Gebäudehülle in Einklang mit denkmalpflegerischen Vorgaben im Vordergrund stehen,
liegt der Fokus beim Neubau auf der Suche nach einem intelligenten Energiekonzept
innerhalb des gegebenen Kostenrahmens. Unter Berücksichtigung dieser Ausgangslage
wird deshalb eine autonome Wärmeerzeugung pro Gebäude vorgeschlagen.
Im Altbau werden die benötigte Heizleistung und die hohen Systemtemperaturen der
Radiatorenheizung am sinnvollsten durch eine Gastherme bereitgestellt, welche im
unter Berücksichtigung der bestehenden Struktur und der gegebenen Fensterpositionen.
Fragestellungen im Zusammenhang mit der wärmetechnischen Verbesserung der
Gebäudehülle werden im Spannungsfeld von unterschiedlichsten Kriterien wie z.B.
Behaglichkeit, Energieeinsparung, bauphysikalischen Gegebenheiten und dem Gebot
der Verhältnismässigkeit beurteilt. Neben sehr wirkungsvollen Massnahmen wie die
vollflächige Dämmung des Dachbodens und dem hochwertigen Fensterersatz werden
situative Massnahmen zur lokalen Verbesserung des Wärmeschutzes vorgeschlagen, wie
z.B. das partielle Aufbringen eines Dämmputzes auf der Innenseite der Aussenwand oder
die Dämmung der Böden in denjenigen Räumen, in denen ohnehin ein neuer Bodenaufbau
erforderlich ist.
Die Umsetzung der gesetzlichen Brandschutzvorschriften kann im Rahmen des
Studienauftrags nur auf konzeptioneller Ebene erfolgen. Aufgrund der kleinen
Geschossfläche wird davon ausgegangen, dass der Altbau weiterhin mit dem bestehenden,
offenen Treppenhaus entfluchtet werden kann, wobei die Korridore aus Sicht des
Brandschutzes Teil des Treppenhauses sind. Die brandabschnittsbildenden Wände
und Türen zwischen Räumen und Treppenhaus müssen entsprechend den Richtlinien
ertüchtigt werden, dasselbe gilt für die Geschossdecken. Entsprechende Detaillösungen
wie auch allfällige Befreiungen wegen Bestandsschutz können nur mit dem zuständigen
Feuerpolizisten erarbeitet bzw. verhandelt werden.
ANSICHT WEST 1:200
STUDIENAUFTRAG UMBAU ALTES PFARRHAUS UND NEUBAU KIRCHGEMEINDESAAL RÜTI
Erdgeschoss in der nördlichen Raumschicht platziert und an einen bestehenden Kaminzug
angeschlossen wird. Die neue Wärmeverteilung erfolgt zunächst vertikal über eine
Steigzone im Bereich des Liftschachts bis ins Dachgeschoss, dann horizontal auf dessen
Boden an die Innenkante der Aussenwände und von dort wieder vertikal nach unten zu
den einzelnen Radiatoren. Bestehende Leitungen werden nach Möglichkeit weitergenutzt.
Der relativ geringe Brauchwarmwasserbedarf wird durch einen Wärmepumpenboiler
gedeckt. Für die Elektroinstallationen wird das gleiche Prinzip wie bei der Wärmeverteilung
angewendet. Die Sanitärinstallationen werden möglichst konzentriert in der nördlichen
Raumschicht innerhalb der neu zu erstellenden Leichtbauwände geführt.
Für den Neubau wird auf Grund des geringen Wärmebedarfs der Einsatz einer LuftWasser-Wärmepumpe in Verbindung mit einer selbstregulierenden Bodenheizung
vorgeschlagen. Dieses System erhält wegen den geringeren Investitionskosten und den
geologischen Gegebenheiten mit felsigem Untergrund trotz der etwas geringeren Effizienz
den Vorzug vor einer Erdsonden-Wärmepumpe. Die Wärmeerzeugung wird im Dachstuhl
des Waschhäuschens eingebaut, die Heizwärme wird über eine kurze Fernleitung ins
Gebäude transportiert. Die Bereitstellung des Warmwassers erfolgt wie im Altbau über
einen Wärmepumpenboiler.
Eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung versorgt die Innenräume des Neubaus
mit der jeweils benötigten Frischluftmenge, wodurch insbesondere in der Heizperiode
die Lüftungswärmeverluste minimiert werden. Ausserhalb der Heizperiode können
die Räume auch über die Fenster natürlich belüftet werden. Die Lüftungsanlage
wird im Dachgeschoss angeordnet und befindet sich damit in kurzer Distanz zu den
Hauptabnehmern (Kirchgemeindesaal, Küche und Cevi-Räume) und zu den Aussenluftund Fortluftöffnungen in der Dachfläche. Die Elektro- und Sanitärinstallationen werden
mehrheitlich in den Hohlräumen der mehrschaligen Wand- und Deckenbauteile geführt. Für
den Neubau sind mit der vorgeschlagenen Energieerzeugung, der mechanischen Lüftung
mit Wärmerückgewinnung und der hochwärmegedämmten Gebäudehülle die Grundlagen
für ein in Erstellung und Betrieb energieeffizientes und ressourcenschonendes Gebäude
gegeben.
UNTERRICHT 51
±0.00
2
ENTREE 33
2
±0.00
1
+0.17
2
±0.00
SAAL 113
FOYER 45
GARD / WC 20
KORR 10
SAN/HEIZUNG 13
2
-0.50
BÜRO GAST 16
KÜCHE 18
HAUSWIRT/ EL 9.5
ABSTELL 11
GERÄTE/ LAGER 23
1
G
N
GU
OR
NTS
E
IZ/
HE
20
EIN HAUS EIN HAUS
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ARGE BÜNZLI & COURVOISIER / LATERZA GRAF
SCHNITT 2-2 1:200
KONSTRUKTION 1:50
BÜRO SIGR 14
+2.86
WC 4
±0.00
2
ENTREE 33
+0.17
±0.00
-3.60
STUDIENAUFTRAG UMBAU ALTES PFARRHAUS UND NEUBAU KIRCHGEMEINDESAAL RÜTI
PAUSE 15
BÜRO GAST 16
HAUSWIRT/ EL 9.5
-3.60
-0.50
GARD / WC 20
KORR 10
BÜRO JUGEND 25
PUTZ 7
SAN/HEIZUNG 13
BÜRO DIAK 11
WC 5
SITZUNG 1 23
BÜRO FINANZ 16
-0.50
ERDGESCHOSS PFARRHAUS 1:200
UNTERRICHT 51
±0.00
1. OBERGESCHOSS PFARRHAUS 1:200
SEKRETARIAT 28
ARCHIV 9 / KOPIEREN 18
SEELSORGE 14
+4.10
SCHNITT 1-1 1:200
SITZUNG 2 38
WC 4
2. OBERGESCHOSS PFARRHAUS 1:200
PFARRAMT 1 24
+5.98
PUTZ 2
+4.10
Aussenputz 10 mm
Holzfaserdämmplatte 60 mm
Dämmung Mineralwolle 140 mm
Dämmung Mineralwolle 200 mm
Dampfbremse
OSB Platte 15 mm
Lattung / Installationsschicht 60 mm
Gipskarton 2 x 12.5 mm
Spachtelung / Anstrich
Aufbau Aussenwand
Parkett 20 mm
Unterlagsboden Anhydrit 70 mm
Trittschall Mineralwolle 20 mm
Holz-Beton Verbunddecke
vorfabrizierte Elemente 450 mm
Abgehängte Decke Gipskarton gesamt 100 mm
Aufbau Decke
Blecheindeckung mit Doppelstehfalz
Strukturierte Trennlage 8 mmx
Schalung aus Holzwerkstoffplatten 22 mm
Dämmung Mineralwolle 250 mm
Dampfsperre feuchteadaptiv
Schalung aus Holzwerkstoffplatten 22 mm
Abgehängte Decke Gipskarton gesamt 100 mm
Aufbau Dach
PFARRAMT 2 21
PFARRAMT 3 22
1
+4.10
CEVI III 43
2
-0.50
KÜCHE 18
-3.60
UNTERGESCHOSS 1:200
EL 4
MÖBEL 18
ERDGESCHOSS 1:200
SAAL 113
FOYER 45
2
DACHGESCHOSS 1:200
CEVI II 29
PUTZ 8
CEVI I 20
LÜFTUNG 20
SAN 11
ABSTELL 11
LAGER 5
1
EIN HAUS EIN HAUS
34
Studienauftrag altes Pfarrhaus Rüti ZH; Bericht des Beurteilungsgremiums
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6.4
KADEN ARCHITEKTEN SIA, Zürich
Die Strategie des vorliegenden Projekts bezüglich der Setzung des neuen Kirchgemeindesaals gründet auf einer Form des Pfarrgartens, die in einer nicht datierten historischen Plandarstellung aufscheint. Der dort in einer klassischen barocken Kreuzform
gezeigte Garten mit einem Vorfeld zum Pfarrhaus wird zur gestalterischen Ikone des
neuen Kirchgemeindesaals. Der neue Baukörper wird so in die Umgebung gesetzt,
dass die ehemalige Kreuzform als Gliederung des Gebäudes übernommen werden
kann. Die restlichen Flächen des Grundstücks werden mit einer Pflästerung versehen,
auf der nur punktuell zwei Bäume und ein Pflanzbeet angelegt sind. Der eigentliche
Garten befindet sich in der historisch begründeten Kreuzform auf dem Dach des neuen
Kirchgemeindesaals.
Mit dem Wiederaufbau der alten Umfassungsmauer sowie der Absenkung des Geländes gegen Südosten sollen die einzelnen Aussenraumbereiche gestärkt werden. Die
Ausbildung dieser eigenständigen Gartenbereiche kann jedoch im Projekt nicht nachvollzogen werden, da die baurechtlich schwierige Absenkung nur einen gefassten, wegartigen Umraum um das neue Gebäude schafft, dessen räumliche Ausdehnung keine
weiteren Nutzungen zulässt.
Der Neubau wirkt in dieser neu geschaffenen, befestigten und uniformen Fläche mit den
erwähnten abgetieften Restflächen und den daher zusätzlich notwendigen, angefügten
Treppenanlagen eher als sperriger Fremdkörper.
Der Neubau wird aus zwei Quadern gebildet, die mit unterschiedlicher Höhe die programmatisch differenten Nutzungsteile aufnehmen und gegen Aussen darstellen sollen.
Die beiden Gebäudeteile sind entsprechend dem ikonografischen, historischen Gartenbild gesetzt und ermöglichen so, die Gartenfigur auf dem Flachdach abzubilden. Der
durchgehende Sockel, auf dem das, in einer Holzriegelkonstruktion gedachte, Gebäude
steht, ermöglicht es, zusammen mit der erwähnten Geländeabtiefung, die Räume im
Untergeschoss natürlich zu belichten. Teil des Sockels ist ebenso die neu eingeführte
Studienauftrag altes Pfarrhaus Rüti ZH; Bericht des Beurteilungsgremiums
© Evangelisch - reformierte Kirchgemeinde Rüti ZH /Frei & Ehrensperger Architekten GmbH, Zürich
35
erhöhte Eingangszone, die über eine Rampe und Treppenanlage erschlossen wird.
Das herangezogene Bild des historischen Gartens ist in der bloßen Wahrnehmbarkeit
als Dachgarten für die volumetrische wie gestalterische Formulierung des Gebäudes
nicht tragfähig. Der begehbare Garten wirkt als Geste für einen Kirchgemeindesaal
merkwürdig und ist nicht nachvollziehbar. Auch die vorgeschlagene Gestalt des Gebäudes, als traditioneller Riegelbau, lässt sich mit dem Bild und der Nutzungsabsicht
des Dachgartens nicht zu einem architektonischen neuen Ausdruck vereinen. Sie bleiben Einzelteile, deren Verhältnis untereinander eigenartig und fremd erscheinen.
Die innenräumliche Konzeption des Neubaus ist so denkbar. Doch auch hier hinterlässt
die aufwendige Erschliessung des Dachgartens, in Form einer aufwendigeren Raumorganisation, ihre Spuren.
Das gewünschte Aufzeigen einer denkmalpflegerischen Strategie für das alte Pfarrhaus ist leider nur in Ansätzen erkennbar. Die vorgeschlagene Nutzungsverteilung in
den vorhandenen Raumstrukturen ist so machbar, führt aber zum Teil zu unnötigen
Raumunterteilungen, sowie Eingriffen in die Tragstruktur.
Der wegen der geforderten Behindertentauglichkeit nötige Lift wird so gesetzt, dass
trotz massivem Eingriff in die historische Substanz keine Tragwände betroffen sind.
Der Lift bildet zusammen mit dem Treppenhaus eine logische Erschliessungssituation,
die im Erdgeschoss direkt an der Eingangshalle liegt. Als Nachteil dieser Lage werden
jedoch die zum Teil schwierig nutzbaren Resträume auf den einzelnen Stockwerken
gewertet.
Die Maßnahme, in den einzelnen Geschossen Brandabschlüsse beim Treppenhaus
vorzusehen, wird positiv gewertet, kann doch so bei vielen historischen Türen auf eine
Brandschutzmassnahme verzichtet werden.
Der Vorschlag, die bestehende Garage mit der zugehörigen Treppe zur Dachterrasse
abzubrechen und durch einen Geräteschopf zu ersetzen, wird nicht verstanden, da
weder nutzungsmässig noch denkmalpflegerisch mit diesem Vorhaben ein Gewinn
erreicht wird.
Der Projektvorschlag zeigt eine mögliche aussenräumliche Konzeption, die ihren
Ursprung in der Interpretation einer historischen Situation hat. Leider gelingt es dem
Verfasser nicht, diese Idee in eine überzeugende architektonische Form und Haltung
zu übersetzen. Der Umgang mit der historischen Substanz des Pfarrhauses zeigt mögliche Ansätze, die aber nicht konsequent genug in eine neue Nutzungsstrategie eingeflossen sind.
36
Studienauftrag altes Pfarrhaus Rüti ZH; Bericht des Beurteilungsgremiums
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Studienauftrag altes Pfarrhaus Rüti ZH; Bericht des Beurteilungsgremiums
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37
ITA
LS
TR
AS
SE
Kloster Rüti - Übersichtsplan (Quelle: unbestimmt)
SE
ANSICHT ZUGNAG PLATZ (KLOSTERHOF)
Blatt 1 - Studienauftrag Umbau altes Pfarrhaus und Neubau eines Kirchgemeindesaals Rüti
KADEN ARCHITEKTEN
Die neue Umgebungsgestaltung greift den Bezug zum Platz und zum
alten Garten auf. Hinter der Rampe wird der Platz mit einer Pflästerung
selbstbewusst weitergeführt und der Zugang zum Garten durch die
Fortführuing der Umfassungsmauer präzisiert. In der Idee des Platzes
lässt sich das Gelände beidseits der Rampe erschliessen. Der alte
Brunnen wird wieder an seinen ursprünglichen Platz beim Eingang zum
Garten verschoben. Der Zugang von der Gasse beim Fabrikgelände
bleibt erhalten. Der Gelände ist öffentlich zugänglich. Die Weiterführung
der alten Umfassungsmauer stärkt die unterschiedlichen Charakter der
Zonen. Das Gelände innerhalb der Umfassungsmauer wird mit 6%
Neigung abgesenkt und der Neubau umlaufbar. Die Änderungen an der
Terraingestaltung sind marginal und beziehen sich vorwiegend auf die
Seite zu Parzelle 1157, welche im Sinne des Ortbildes als nicht sehr
gewichtig erscheint. Auf den Dächern des Anbaus wird ein neuer Garten
angelegt. Der Zugang zum Garten erfolgt kontrolliert von innen aus dem
Neubau. Der Garten lädt zum Verweilen ein und kann auch didaktische/
pädagogischenn Charaker haben (bspw. Mitbewirtschaftung durch Cevi).
Der ehemalige Nutzgarten des Klosters ist heute nur noch räumlich
erkennbar. Auf dem historischen Übersichtsplan (Abb. rechts) lässt sich
esine ursprüngliche Form ableiten. Die Beete sind orthognal und
rasterförmig mit einem dazwischenliegenden Weg-System angelegt,
was auf eine eine vielfältige Bepflanzung schliessen lässt. Heute ist das
Feld weitgehend mit Gras und einzelnen Bäumen überwachsen.
Kloster Rüti - Übersichtsplan (Quelle: unbestimmt)
Die Erscheinung des Neubaus fügt sich durch seine Konstruktionsweise
und Farbigkeit in das bestehende Ensemble ein. Die Farbgebung des
Fachwerks in einem warmen, hellen Grauton hebt sich zurückhaltend
vom beigen Anstrich des Fachwerks des Pfarrhaus und Waschhaus ab
und suggeriert eine gewisse Eigenheit. Die ausgefachten Felder sind in
weissem, grobem Kalkputz vorgesehen. Der Sockel in Ortbeton hat eine
grobe Oberfläche (gespitzt) und verweist in seiner Struktur auf
zahlreiche Mauern in der näheren Umgebung, welche mit grobem Putz
überzogen sind (Kellenwurf). Der Neubau soll als einfacher Bau
wahrgenommen werden. Der Dachgarten ist die Folie selbst.
Im Erdgeschoss ist Holz als Baustoff vorherrschend. Im Saal soll ein
Riemenparkett verlegt werden und Akustikelemente aus Holz zum
Einsatz kommen
Im Pfarrhaus sollen die historsichen Bauteil wenn immer möglich
erhalten und in Ihrer Erscheinung gestärkt werden. Es gilt eine Strategie
zu finden, welche die Einbauten aus verschiedenen Epochen
differenziert und harmonisch zusammen führen kann (Material- und
Farbkonzept). Es sollen Materialien verbaut werden, welche eine
gewisse Wertigkeit ausstrahlen und sich gut einpassen.
ATMOSPHÄRE
Der Neubau bildet sich aus zwei Quadern unterschiedlicher Höhe,
welche auf einem Sockel fussen. Der niedrigere Quader beinhaltet die
Eingangshalle, das Foyer und die Küche, der höhere den Saal
(programmatische Transparenz). Die Gesamthöhe des Neubaus bleibt
unterhalb des Horizonts des gemauerten Sockels des Pfarrhauses.
Der Neubau bezieht die Wärme von der Hauptzenrale im Altbau. Die
Wärmeverteilung erfolgt über den Fussboden. Im Saal unterstützt die
Lüftung mittels Vortemperierung.
Alle Räume im Neubau werden von einer Lüftungsanlage mit Zu- und
Abluft bedient.
Im alten Pfarrhaus wird auf Grund der hohen Eingriffstiefe von einer
Komfort-/Hygienelüftung abgeraten. Die benötigten Installationen und
Luftfassungen wären dem Erscheinungsbild des alten Pfarrhaus in
hohem Mass abträglich. Die Räume können über die Fenster belüftet
werden. Ausser dem IV-WC trifft dies auch für alle Sanitärräume zu.
Die Wärmerzeugung für das alte Pfarrhaus und den Neubau kann über
eine Gasheizung erfolgen. Die Heizzentrale bleibt an ihrem bisherigen
Standort. Die Wärmeabgabe im Altbau bleibt wie bisher über neue
Radiatoren gewährleistet.
TECHNIK
Das Fachwerk aus Holz ist ein substantieller Beitrag zur Nachhaltigkeit
auf der konstruktiven Ebene. Holz ist ein nachwachsender Rohstoff und
weitgehend CO2-neutral. Die Hohlräume werden ausgedämmt und
innenseitig mit einer weiteren Dämmschicht bekleidet. Der begrünte
Dachraum sorgt für einen trägeren Wärmeverlauf im Sommer und stellt
sich der zunehmenden Oberflächen-Versiegelung entgegen.
Dämm-Massnahmen an den Innenseiten der Fassaden machen
aufgrund der vorhandenen Wandbekleidungen und Boden-/
Deckenanschlüsse an historisch bedeutungsvolle Bauteil keinen Sinn.
Gegen das Erdreich kann eine Dämmung unter Berücksichtiung der
denkmalpflegerischen Vorgaben (sorgfältiger Aus- und Wiedereinbau der
Tonpflästerung) eingebaut werden. Der Dachstuhl wird mit einer
Horizontaldämmung ausgelegt. Ein Fensterersatz ist zu prüfen. Von
neuen Fenstern mit 3-fach IV ist abzuraten, da Veränderungen im
Feuchteverlauf in den Leibungen zu Problemen führen können.
TRAS
NACHHALTIGKEIT
ER-S
Studienauftrag Umbau altes Pfarrhaus und Neubau eines Kirchgemeindesaals Rüti
Die alte Garage mit darüber liegenden Terrasse soll in seiner heutigen
Form abgerissen werden und durch einen einfach Holz-Schopf mit
Pultdach ersetzt werden. Die Öffnung des Garagentors in der alten
Umfassungsmauer wird aufgehoben. Die volumetrische und mythische
Erscheinung der Mauer wird gestärkt, das Pfarrhaus stetht zum Garten
hin befreiter.
WEB
10m
MORPHOLGIE
NER-
5
SITUATION
WER
1
Das alte Pfarrhaus hat seine ursprünglich prominente Lage am
Kirchplatz eingebüsst. Die Rampe zur Tiefgarage der benachbarten
Liegenschaft und die etwas fremdartige Bepflanzung im ehemaligen
Garten haben den Bezug zum Platz geschwächt.
SITUATIONSPLAN 1:500 (AUSSCHNITT MODELL)
SP
KLOSTERHOF
AMTHOFSTRASSE
0
38
Studienauftrag altes Pfarrhaus Rüti ZH; Bericht des Beurteilungsgremiums
© Evangelisch - reformierte Kirchgemeinde Rüti ZH /Frei & Ehrensperger Architekten GmbH, Zürich
11 Büro
Sigristen
11m²
14 Kleiner
Pausenraum
11m²
16 WC
15 Putzr. 7 Sekretariat
25m²
6m²
+2.86
Blatt 2 - Studienauftrag Umbau altes Pfarrhaus und Neubau eines Kirchgemeindesaals Rüti
KADEN ARCHITEKTEN
+0.12
-0.86
+0.17
16 WC
5 Hauswirtschaft
16m²
8 Kopierraum
24m²
IV-WC
Halle
14m²
9 Büro Jugendarbeit
18m²
30 Saal
120m²
31 Foyer
41m²
6 Technik
19m²
3 IV-WC
4 Lagerraum
10m²
33 Möbellager
15m²
21 Küche
17m²
34 Abstellraum
11m²
4 Geräte-und
Lagerraum
15m²
A
42 Gruppenraum
Cevi
20m²
11
5
7
19 Büro Pfarramt II
23m²
18 Büro
Pfarramt II
17m²
12 Gastarbeitplatz
12m²
A
22 Sitzungszimmer II
38m²
+5.98
24 WC
21 Sitzungszimmer I
24m²
20 Seelsorgezimmer
17m²
UNTERGESCHOSS NEUBAU 1:200
Cevi II
40 Gruppenraum
35m²
41 Gruppenraum
Cevi III
20m²
36 WC F
11m²
35 WC M
12m²
Technik
63m²
2. OBERGESCHOSS PFARRHAUS UND DACHAUFSICHT DACHGARTEN 1:200
+5.92
25 Archiv
10m²
23 Putzr.
2m²
17 Büro
Pfarramt I
15m²
A
1. OBERGESCHOSS PFARRHAUS 1:200
13 Büro
Finanzen
12m²
Ofen
10 Büro
Diakonie
11m²
A
1 Entrée, Garderobe
32m²
+/- 0.00
3 WC
A
ERDGESCHOSS PFARRHAUS UND NEUBAU 1:200
Klosterhof
2 Unterrichtszimmer
50m²
Amthofstrasse
39 Gruppenraum
42m²
38/44
Putzraum
16m²
A
A
Cevi I
A
TYPOLOGIE UND STURKTUR
0
1
5
Das EG und das UG des Neubaus werden durch die Ausbildung des
Sockels in Ortbeton als eigene Brandabschnitte unterteilt. Auch das
Treppenhaus wird als eigener Brandabschnitt ausgebildet.
Das Tragwerk in Holz im EG kann ohne Verkleidungen realisiert werden.
Die Entfluchtung aus dem Saal erfolgt über zwei direkt ins Freie
führende Notausgänge und dem zusätzlichen Fluchtweg durch das Foyer
(drei Ausgänge mit 90cm LIchtmass). Die Entfluchtung vom Dachgarten
erfolgt über die Innentreppe und das Foyer. Die Dachhaut ist nicht
brennbar.
Der Sicherheitsabstand des Neubaus zum Pfarrhaus ist gewährleistet.
Der Sicherheitsbastand zum Waschhaus wird im Bereich der Küche
unterschritten und bedarf zusätzlicher Massnahmen an der Fassade.
BRANDSCHUTZ
Im alten Pfarrhaus muss situativ entschieden werden, wie die
geschossübergreifende Ausbildung der Brandabschnitte und der
Nachweis R60 für das Tragwerk realisiert werden kann. Das
Fluchttreppenhaus ist als eigener Brandabschnitt auszubilden. Die
Treppe muss aus nicht brennbaren Materialien bestehend und deshalb
wohl ersetzt werden. Die Büros ausserhalb des Brandabschnitts können
im Sinne einer Kombizone betrachtet werden.
Eine Rampe führt zum höher gelegenen Niveau des Erdgeschoss des
Neubaus. Der Lift befindet sich in der Eingangshalle und erschliesst das
UG. Auf eine Erschliessung des Dachgartens ist aus denkmalpflegerischen Überlegungen verzichtet worden. Eine Erschliessung
mittels Treppenlift ist denkbar.
Die Geländeabsenkung ist konform mit den benötigten Neigungswinkel
für Rollstuhlfahrer. Die äussere Platzgestaltung mit Pflastersteinen ist
zumutbar.
Der Lift bedient die alle Obergeschosse und ist schwellenlos über die
Eingangshalle zu erreichen. Das IV-WC wird ebenfalls von der Halle her
erschlossen.
ERSCHLIESSUNG UND HINDERNISFREI BAUEN
Die Innenräume im Neubau sind um einen Kern (Massivbau) zellular
angeordnet. Die Raumerschliessung ist sequententiell der Nutzung
entsprechend. Im Untergeschoss sind die Räume um die zentrale Halle
angeordnet.
Die Fassaden sind als tragendes Fachwerk ausgebildet. Kleine
Spannweiten werden mit konventionnellen Balken überwunden. Im Saal
kommen Fachwerkträger zum Einsatz. Alle Fassadenöffnungen sind als
strukurelle Öffnungen zu begreifen.
Im Pfarrhaus sind die Räume zellenartig um einen innen liegenden
Korridor angelegt. Dieses Prinzip wird aufrecht erhalten. Unterteilungen
der Haupträume in kleinere Zellen sollen nur in Haupträumen statt
finden, welche vom Ausbau dafür geeignet sind. Durch den Rückbau der
Garage gelangt wieder mehr Tageslicht in den Korridor (EG).
10m
Studienauftrag altes Pfarrhaus Rüti ZH; Bericht des Beurteilungsgremiums
© Evangelisch - reformierte Kirchgemeinde Rüti ZH /Frei & Ehrensperger Architekten GmbH, Zürich
39
SÜDOSTFASSADE 1:200
Blatt 3 - Studienauftrag Umbau altes Pfarrhaus und Neubau eines Kirchgemeindesaals Rüti
KADEN ARCHITEKTEN
NORDOSTFASSADE NEUBAU 1:200
SÜDWESTFASSADE 1:200
NORDWESTFASSADE NEUBAU
+470.96
+475.23
bestehendes Gelände
+470.96
+475.23
+476.43
+468.83
+476.43
+468.83
+476.43
SCHNITT NEUBAU A-A 1:200
+468.95
+476.43
SCHNITT NEUBAU B-B 1:200
+468.88
+476.43
SÜDOSTFASSADE PFARRHAUS 1:200
NORDWESTFASSADE PFARRHAUS 1:200
+475.23
+470.96
+468.88
+475.23
+470.96
+470.50
0
1
5
10m
40
Studienauftrag altes Pfarrhaus Rüti ZH; Bericht des Beurteilungsgremiums
© Evangelisch - reformierte Kirchgemeinde Rüti ZH /Frei & Ehrensperger Architekten GmbH, Zürich
6.5
moos giuliani herrmann architekten ag, Uster
Der situative Ansatz für den Kirchgemeindesaal als Bebauung entlang der Umfassungsmauer konnte in der Zwischenpräsentation ansatzweise überzeugen, da der Garten so
als Freiraum erhalten bleiben konnte. Die Projektweiterwicklung zeigt aber, dass diese
Konzeption unter Einhaltung des Grenzabstandes problematisch ist. Der Kirchgemeindesaal ist als Anbau an das alte Pfarrhaus und an die heutige Garage konzipiert, welcher sich mit einem Abstand zur Mauer als selbständiger Gebäudetrakt zum Garten
freispielt. Dessen symmetrische Konzeption mit einer mittigen Dacherhöhung betont die
Wirkung eines auf sich selbst bezogenen, expressiven Gebäudes, was in dieser Lage
des historisch gewachsenen Ensembles fraglich ist. Der Neubau bedrängt ausserdem
in seiner Nähe das Waschhaus und beeinträchtigt durch das Anbauen die Fassadenansicht des alten Pfarrhauses zum Garten. Dem Ortsbildschutz wird nicht genügend
Rechnung getragen, da so die Ensemblewirkung des Bestandes beeinträchtigt wird.
Die Neuinterpretation des barocken Gartens mit dem Gebäude als bebautem viertem
Quadranten transformiert ein landschaftsarchitektonisches Ordnungsprinzip zu einer
partiellen Raumordnung. Die Qualität der Gesamtwirkung der historischen Referenz ist
darin nicht mehr erkennbar und das aussenräumliche Potential des grossen Gartens
wird durch diese landschaftsarchitektonische Interpretation eher beeinträchtigt.
Der architektonische Ausdruck des Neubaus mit der ausgeprägten Giebelfassade und
den expressiven Fassadenstützen an den beiden Längsfassaden ist im Kontext der
historischen Gebäude wenig integrierend. Das Potential des Raumes zwischen dem
Neubau und der Umfassungsmauer wird mit einer grabenartigen Erschliessung des Untergeschosses geschmälert.
Das Konzept des räumlichen und funktionalen Zusammenhangs von altem Pfarrhaus
und Erweiterungsbau ist als räumliches Szenario einer lebendigen, zusammenhängenden Kirchgemeinde und auch als ökonomischer Ansatz grundsätzlich interessant. Es
resultieren daraus jedoch grosse Zwänge für beide Gebäudeteile, welche diese KonStudienauftrag altes Pfarrhaus Rüti ZH; Bericht des Beurteilungsgremiums
© Evangelisch - reformierte Kirchgemeinde Rüti ZH /Frei & Ehrensperger Architekten GmbH, Zürich
41
zeption in Frage stellen. Der Erweiterungsbau vermag nicht die geforderten Raumflächen und die erwünschten Raumqualitäten bereitzustellen. Das Foyer ist dunkel
und orientiert sich zu wenig grosszügig zum Aussenraum. Der Kirchgemeindesaal ist
flächenmässig zu klein und wird durch die Rampe im Raum funktional und optisch
beeinträchtigt. Die Lage der Küche ist optimal betreffend der Anlieferung, aber in ihrer
Distanz zum Saal problematisch. Die Einpassung in die Topographie wird im Neubau
mit einer gestuften Fassadenkonzeption vorgeschlagen, deren innenräumliche Qualität
in Frage gestellt wird. Die Anbindung des alten Pfarrhauses erfordert auch im historischen Bestand tiefgreifende bauliche Massnahmen, wie die Tieferlegung des Korridors
im Erdgeschoss und dessen Unterbauung im Untergeschoss mit einem Korridor zum
Aufzug. Die räumliche Konzeption des Saals mit den prägenden Bindern ist vorstellbar.
Allerdings stellt sich die Frage, ob die mittige Erhöhung und Belichtung des Saals nicht
dessen primären Raumbeziehungen zum Pfarrgarten und zur Umfassungsmauer verunklären. Die Cevi-Räume mit den grossflächigen Verglasungen sind attraktive Räume
im Untergeschoss, was jedoch mit einer aufwändigen baulichen Lösung realisiert werden muss.
Die denkmalpflegerische Strategie im Bestand ist nur schematisch dargestellt und in
Ansätzen erkennbar. Die grundrisstypologischen Überlegungen und die Verteilung der
Nutzungen sind überzeugend. Die Brandschutzanforderungen können mit der Abtrennung des Fluchttreppenhauses selbstverständlich eingehalten werden. Der Einbau des
Aufzugs ist ein massiver Eingriff, welcher den Abbruch einer tragenden Wand erfordert,
aber dafür die historische Fassade unberührt belässt.
Gesamthaft wird der Projektansatz des Anbauens an das alte Pfarrhaus für den Neubau, für das alte Pfarrhaus und für die Wirkung des ganzen Ensembles als nicht tragfähig beurteilt.
42
Studienauftrag altes Pfarrhaus Rüti ZH; Bericht des Beurteilungsgremiums
© Evangelisch - reformierte Kirchgemeinde Rüti ZH /Frei & Ehrensperger Architekten GmbH, Zürich
Studienauftrag altes Pfarrhaus Rüti ZH; Bericht des Beurteilungsgremiums
© Evangelisch - reformierte Kirchgemeinde Rüti ZH /Frei & Ehrensperger Architekten GmbH, Zürich
43
Modellfoto Saal und Pfarrhaus
Schwarzplan 1:2000
moos. giuliani. herrmann.
architekten.
Durch seine Positionierung entlang der
Umfassungsmauer reiht sich der Saalbau in
die mittelalterliche Bebauungsstruktur, bestehend aus Kloster und umfassende Verteidigungsanlagen, ein.
Somit bleibt der seit jeher bestehende
Pfarrgarten grösstenteils unbebaut und
kann als „offener Garten“ gestaltet werden.
Der Hofraum wird von Fassade zu Fassade
gedacht und verhindert dadurch unkontrollierte Aussenräume.
Durch den Zusammenbau mit dem Pfarrhaus wird der ideologische Ansatz „ein
offenes Haus für alle“ unterstrichen, Wege
verkürzt und Synergien bei den Infrastrukturen geschaffen.
In Anlehnung an die barocken Gärten wird
der Pfarrgarten in vier Teile gegliedert. Drei
bepflanzte Felder umfassen den Gartensitzplatz mit Brunnen. Der vierte Teil ist der
Saalneubau mit seiner Verkleidung aus
diagonalen Latten wie man sie von Garten-
Eingliederung ins gebaute Umfeld
pavillons her kennt. Vor den beiden Eingängen wird um die bestehende Kastanie
ein grosszügiger Platz ausgebildet.
Die Sichtbeziehung zur Kirche wird dadurch
gestärkt.
Konzeptschema Saal als viertes Feld im Garten
Konzeptschema Grenzabstand und Mehrlängenzuschlag
Konzeptschema Raumwirkung
22.08.2014
"Studienauftrag Umbau altes Pfarrhaus und Neubau eines Kirchgemeindesaals Rüti"
Studienauftrag altes Pfarrhaus Rüti ZH; Bericht des Beurteilungsgremiums
© Evangelisch - reformierte Kirchgemeinde Rüti ZH /Frei & Ehrensperger Architekten GmbH, Zürich
Saalansicht Süd 1:100
Situationsplan 1:500
0
moos. giuliani. herrmann.
architekten.
10
ss
e
20
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fs
50 m
rhof
Kloste
1:500
Saalansicht Ost 1:100
Untergeschoss 1:100
0
1
5
-3.43
10 m
A
22.08.2014
1:100
C
17.2
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17.0
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30.5
-3.4
3
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40.9
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20.8
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"Studienauftrag Umbau altes Pfarrhaus und Neubau eines Kirchgemeindesaals Rüti"
H
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WC
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2.3
Am
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B
WC
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44
2.7
B
Erdgeschoss 1:100
plätze
Rampe für barrierefreie Erschliessung
-/
20
Velo
Vorplatz
Studienauftrag altes Pfarrhaus Rüti ZH; Bericht des Beurteilungsgremiums
© Evangelisch - reformierte Kirchgemeinde Rüti ZH /Frei & Ehrensperger Architekten GmbH, Zürich
0
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Mo
50.6 Unterrichtszi.
-0.15
5
+0.00
10 m
Best. Kastanie
+0.00
1:100
+0.00
12.0 WC H
+0.00
4.2
WC B
+0.00
33.3 Entrée/Foyer
3.0
Putz/Abstellr.
+0.00
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Gestal
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Möb
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Saa
15.5 Gastarbeitspl.
+0.15
Erhalt Türblatt
und Türzarge
zusätzlicher Tritt
um Niveau Zwinglistube zu erhalten
17.2 Garderobe
fern
t. Kie
B
mit
1.8 Putzr.
10.0 WC D
+0.00
0
+0.0
28.8
Aus
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Pro
3
-0.6
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Küc
sse
wei
13.0
platz
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Foy
+0.00
13.5 Lager Küche
Anlieferung
B
6 Park
moos. giuliani. herrmann.
architekten.
3
-0.6
6
-0.1
25.0
te-
Gerä
und
A
um
erra
Lag
Schnitt A-A 1:100
1. Obergeschoss 1:100
28.0 Sekretariat
27.0 Kopier- und Pausenraum
0
1
7.4 Warten
+2.86
5
24.7 Büro Diakonie
2.5
WC D Pers.
5.7
WC Bes.
22.08.2014
-0.63
-3.43
Technik
1:100
Saal
10 m
25.4 Büro Jugendarbeit
Wiederherstellung alter
Grundrissstruktur
9.1 Archiv
+0.00
Gruppenraum/Cevi II
+4.59
.0 L
(13
nik)
tech
ngs
üftu
"Studienauftrag Umbau altes Pfarrhaus und Neubau eines Kirchgemeindesaals Rüti"
13.0 Büro Sigristen
B
45
46
Studienauftrag altes Pfarrhaus Rüti ZH; Bericht des Beurteilungsgremiums
© Evangelisch - reformierte Kirchgemeinde Rüti ZH /Frei & Ehrensperger Architekten GmbH, Zürich
0
1
Studienauftrag altes Pfarrhaus Rüti ZH; Bericht des Beurteilungsgremiums
© Evangelisch - reformierte Kirchgemeinde Rüti ZH /Frei & Ehrensperger Architekten GmbH, Zürich
Schnitt B-B 1:100
Lager Küche
HW
Küche
5
21.0 Büro Pfarramt II
27.3 Büro Pfarramt III
Mit wenigen Eingriffen wird das Pfarrhaus
für die neue Nutzung bereitgestellt. Der Lift
ist zentral positioniert ohne denkmalpflegerisch wertvolle Bereiche oder Fenster zu
tangieren. Die Toiletten auf den Obergeschossen sind neben dem Lift angeordnet,
damit die neue Leitungsführung im selben
Eingriff untergebracht werden kann. Im
Erdgeschoss wird der Boden des Korridors
abgesenkt um so einen schwellenlosen
Zugang zu Toiletten, Garderoben und Saal
zu schaffen.
Als aufwertende Massnahme wird die
Treppe in den Obergeschossen und die
Pfarrhaus
2. Obergeschoss 1:100
moos. giuliani. herrmann.
architekten.
10 m
+5.98
1:100
37.9 Sitzungszimmer I
Stuckatur wird wieder
zusammen geführt
8.6
Büro Finanzen
Cevi III
+0.00
Cevi II
Lüftungstechnik
Es wird ein einfacher, vielseitig nutzbarer
Saalraum angeboten, der sich durch die
Tragstruktur charakterisiert. Die beidseitigen Fensterreihen lenken den Blick zur
Mauer und in den Garten. Die beiden grossen Schiebefenster schaffen einen Bezug
Saal
Balkontüre im ersten Stock zurückgebaut
und so der ursprüngliche Zustand wieder
hergestellt.
Aus Brandschutzgründen wird ein Glasabschluss EI30 zum Treppenhaus hin eingeführt. Ein Grossteil der Türen insbesondere
alle originalen können so erhalten bleiben.
23.7 Sitzungszimmer II
+5.98
3.0
WC H Pers.
3.2 Putzraum
47
Saal
Cevi I
Schnitt C-C 1:100
-3.43
-3.43
-0.63
weisse Projektionswand
+4.59
Lager Cevi I
Der Technikraum befindet sich neu unter
dem Saal. Die Grobverteilung wird an der
Decke des Untergeschosses zur vertikalen
Steigzone neben dem Lift geführt.
Aus der Erfahrung vom Umbau anderer
Schutzobjekte können durch den Fensterersatz und dem Dämmen der Böden zum
Erdreich (Im konkreten Fall wo am Boden
ohnehin Massnahmen vorgesehen sind, wie
in WC, Garderobe, Gang) und des Estrichbodens gute energetische Werte erzielt
werden. So bleibt die Dachkonstruktion
sichtbar und kann gut unterhalten werden.
Energie und Haustechnik
Saal
Cevi I
des Pfarrhauses wie auch der Eingangsbereich des Saalanbaus genutzt werden.
Die Anordnung von Anlieferung, Lager,
Küche und Saal ermöglich vielseitige und
effiziente Abläufe.
Unter dem Saal liegen die Räume für die
Cevi. Sie sind sowohl vom Pfarrhaus, wie
auch über einen Lichthof erschlossen.
Zweiteres ermöglich auch „vor Dreck
stehenden Pfadis“ in ihre Räumlichkeiten
zu kommen und verhindert die Beeinträchtigung anderer Nutzungen.
Möblierungsvarianten Saal 1:200
Versammlung/Theater
-0.63
+4.59
zum Waschhaus und dem Aussensitzplatz.
Mittels innenseitigen geschwungenen Holzrollläden kann der Raum verdunkelt werden, wobei er im geschlossenen Zustand
eine andere Form und Stimmung erhält. Vor
die Schiebefenster können Holzwände
geschoben werden. Dabei geben sie eine
weisse Projektionswand frei. Das Stuhllager ist mit einem Vorhang abge-trennt
und kann dem Saal zugeschlagen werden.
Die Atmosphäre des Innenraumes wird
durch das, an allen Oberflächen verwendete Kieferholz geprägt. Aussen ist das
Gebäude Ochsenblutrot gestrichen, was der
Stirnbrettfarbe des Waschhauses entspricht. Als Foyer kann sowohl das Entrée
23.1 Büro Pfarramt I
16.6 Seelsorgezimmer
Konzert
22.08.2014
Sämtliche Geschosse werden über den
neuen Personenlift erreicht. Der Niveauunterschied zum Unterrichtszimmer im EG
und zum Saal wird mittels einer Rampe
überwunden. Einzig zur Zwinglistube bleibt
eine Schwelle.
Behindertengerechtigkeit
Im Pfarrhaus wird die Radiatorenheizung
beibehalten. Im Saal wird eine Grundtemperatur mittels Konvektoren an den
Fenstern erreicht. Die Feinregulierung erfolgt via Saallüftung, deren Zentrale sich
über dem Stuhllager befindet.
Kirchencafé/Seniorennachmittage
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