GESTALTUNGSFIBEL

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SATZUNGSTEXT | ERLÄUTERUNGEN | VORGEHENSWEISEN
GESTALTUNGSFIBEL
FÜR BAULICHE MASSNAHMEN
AN GEBÄUDEN IN CETATE UND
GESCHÜTZTEN ZONEN IN TEMESWAR
STADTVERWALTUNG TEMESWAR
1
2
INHALT
EINLEITUNG
ALLGEMEINES
HINTERGRÜNDE UND HANDHABUNG
GELTUNGSBEREICH
S. 4
S. 6
S. 7
ELEMENTE
BEGRIFFE
S. 8
DACH UND DACHENTWÄSSERUNG
S. 10
FASSADE
S. 14
FENSTER
S. 18
TÜREN UND TORE
S. 22
SCHAUFENSTER UND VORDÄCHER
S. 26
WERBEANLAGEN UND BELEUCHTUNG
S. 30
INNENHÖFE
S. 34
LEITUNGEN UND INSTALLATIONEN
S. 38
ANHANG
RECHTLICHE GRUNDLAGEN
S. 40
PLAN "DENKMÄLER UND GESCHÜTZTE ZONEN"
S. 44
IMPRESSUM
S. 45
3
Gebäude am Piata Unirii in Cetate
Obwohl die Stadt Timişoara eine viel ältere Geschichte
hat, ist die heutige Bausubstanz und städtebauliche
Struktur erst durch die ununterbrochene Bautätigkeit
der letzten drei Jahrhunderte entstanden.
Ungefähr zwischen den Jahren 1725 und 1765
wurde die Innenstadt, das heutige Viertel Cetate
und die Festung auf der Grundlage von technischen
Entwürfen, errichtet. Die Innenstadt bildete zu dieser
Zeit das politische, administrative und kulturelle
Herz der ganzen Stadt. Sie war von einer mächtigen
Festungsanlage umgeben, die aus drei konzentrischen Wallanlagen bestand. Von den neun Bastionen des Hauptwalls besteht nur noch eine, die von
den Temeswarern heute als „die Bastion“ bezeichnet
wird.
Vom äußeren Rand der Festungswerke, der Zirkumvallations-Line, erstreckte sich die Esplanade der
Festung, eine 948 m breite Ebene, auf der Bauverbot
herrschte. Deshalb wurden die anderen Stadtteile,
die sogenannten Vorstädte, in einem Umkreis von
zirka zwei Kilometern vom Mittelpunkt der Innenstadt
gebaut. Schon damals bestand Timisoara aus mehreren „Städten“ (Stadtteilen) mit unterschiedlichen
städtebaulichen Funktionen und unterschiedlichem
4
Charakter. Es handelt sich um die Vorstädte Fabric/
Fabrikstadt, anfangs mit gewerblichen Funktionen,
die damals dörflich geprägten Iosefin/Josef- und
Elisabetin/Elisabethstadt und das ebenfalls ländlich
geprägte Stadtviertel Mehala.
Durch eine planmäßige Entwicklung im 19. und im
20. Jahrhundert sind diese unterschiedlichen Stadtteile zu einer zusammenhängenden, gewissermaßen
einheitlichen Stadtstruktur zusammengewachsen.
In den letzten drei Jahrhunderten blieb die Stadt von
verheerenden Katastrophen wie langen Kriegen oder
schweren Erdbeben größtenteils verschont. Urbane
„Plätze“, ein jeder mit seinem eigenen städtebaulichen Charakter, architektonisch dominante Einzelgebäude und historisch gewachsene Straßenzüge
kennzeichnen die heutige Stadtstruktur. Noch immer
prägen über 14.500 „historische“ Gebäude die wirtschaftlich und kulturell pulsierende Stadt.
Die historischen Gebäude bilden Ensembles von
unverwechselbarer Identität und erstaunlicher Vielfalt
an architektonischen Stilrichtungen. An ihnen kann
die komplette europäische Architekturgeschichte der
Neuzeit vom Barock bis hin zur Moderne nachvollzogen werden. Stadtbildprägend wirken auch die Park-
ALLGEMEINES
ALLGEMEINE GRUNDSÄTZE
Piata Traian in Fabric
Sorgfältige Voruntersuchung der
Bausubstanz
Berücksichtigung der kunsthistorischen
Besonderheiten
Erhöhte Sorgfalt bei Einzeldenkmälern
und Altstadtquartieren
Berücksichtigung des ästhetischen
Gesamteindrucks bei Ensembles und Sites
Untersuchung der Bodenverhältnisse aus
technischer und ggf. archäologischer Sicht
Erfassung der Bauschäden in ihrer zeitlichen
Entwicklung
Erstellung einer sachgerechten und
ausgewogenen Gesamtbeurteilung
Vgl. PUG: ALLGEMEINER FLÄCHENNUTZUNGSPLAN – RLU:
LOKALE STÄDTEBAULICHE SATZUNG 2001
besonders: 4.B.II. Denkmäler, 4.B.III. Geschützte Zonen
RLU: LOKALE STÄDTEBAULICHE SATZUNG FÜR CETATE 1999
besonders: 3.Titel II. Schutzzonen um Cetate, 4.Titel III. Kapitel I.
Allgemeine Vorschriften für Cetate, Kap. II und III Empfehlungen für
die Straßen, Plätze und für sämtliche Gebäude von Cetate
Historische Gebäude in Iosefin
anlagen, welche die historischen Stadtteile entlang
der Hauptverbindungsstraßen und dem Bega-Fluss
miteinander verbinden. Sie umkreisen teilweise die
Innenstadt, das Stadtviertel Cetate.
In einer seit Jahrhunderten von unterschiedlichen
Volksgruppen bewohnten Grenzregion, wo sich die
diversen Kulturräume überlappten und ergänzten,
entstand eine einzigartig vielfältige, multikulturelle
Stadttradition - ein kulturelles Erbe, auf das die
Temeswarer stolz Bezug nehmen, wenn sie von ihrer
Stadt als „Klein-Wien“ sprechen.
Die über 14.500 historischen Gebäude bilden heute
den landesweit größten schützenswerten architektonischen Bereich, der sowohl für Rumänien als auch
für den mitteleuropäischen Kulturraum von besonderer Bedeutung ist. Der Erhalt dieses Erbes für zukünftige Generationen ist eine besondere Verantwortung
für die zuständigen Behörden und die Einwohner.
Die historischen Stadtteile von Timisoara verfügen
über viele Potentiale, die, behutsam und richtig entwickelt, sowohl für die Bürger von Timisoara als auch
für Touristen eine besondere Attraktiviät darstellen
können.
Die Ereignisse der letzten sieben Jahrzehnte führten
zu einer fast flächendeckenden Vernachlässigung
der historischen Stadtteile, die heute dringend Maßnahmen zu ihrer Sanierung erfordern.
Rechtliche, steuerliche und administrative Anreize
für die Eigentümer können die Umsetzung von Strategien zum Schutz des kulturellen Erbes fördern.
Die Maßnahmen für die Sanierung der Gebäude
müssen allerdings wohl überlegt sein. In erster Linie
muss man den statischen, bauphysikalischen und
haustechnischen Anforderungen Rechnung tragen,
doch spielen in den historischen Stadtteilen auch die
ästhetischen Anforderungen eine wichtige Rolle.
Es ist von großer Bedeutung alle Eingriffe, die an
einem Altbau vorgenommen werden, seinen kunsthistorischen, konstruktiven und funktionalen Besonderheiten anzupassen. Es soll nicht vergessen
werden, dass die historischen Viertel von Timisoara
mit ihren Baudenkmälern über mehrere Jahrhunderte unter Beibehaltung älterer Teile gewachsen
sind. Grundsätzlich gilt auch in der Denkmalpflege
in vielen Fällen der Satz: „weniger ist mehr“, da bei
massiven Eingriffen in die Originalsubstanz unwiederbringliche Verluste entstehen können.
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HINTERGRÜNDE UND HANDHABUNG
PROBLEME
ZIELE
In der sogenannten sozialistischen Zeit wurde die
Instandhaltung der meisten historischen Gebäude
vernachlässigt. Auch nach dem Jahre 1990 haben
sich deutliche Fehlentwicklungen auf dem Gebiet
der Altstadtsanierung eingestellt.
Unsachgemäße Eingriffe besonders an den gestaltenden Elementen der Fassaden und an den Dächern
führten zu erheblichen Schäden und unwiderruflichem Verlusten von historischer Bausubstanz.
Die Verwendung von unpassenden Materialien
und die schlechten Detaillösungen haben einzelne
Gebäude verunstaltet und haben sich negativ auf
das historische Stadtbild ausgewirkt.
Neben den oben genannten Veränderungen gab es
auch die folgenden, z.T. bis in die Zeit zwischen den
zwei Weltkriegen zurückliegenden Entwicklungen,
die dem Gebäudestand geschadet haben:
•
Umnutzung eines Gebäudes oder einer
einzelnen Fläche mit z.T.
gebäudeunverträglichen und
substanzschädigenden Auswirkungen.
Verdichtung der Bebauung durch
•
Errichten von Nebengebäuden auf den
hinteren Grundstücksflächen oder sogar in
den Eingangsdurchgängen (kleine Läden).
•
Aufteilung von Gebäudeeinheiten, teilweise
sogar von einzelnen Räumen mit
unglücklicher Teilung der Gewölbe- oder
Stuckdecken.
Eingriffe in die historische Bausubstanz
•
durch die Verlegung von neuen technischen
Installationen.
Diese Fibel richtet sich in erster Linie an die Einwohner, Eigentümer und Mieter, der historischen
Gebäude, aber auch an Behörden, Institutionen,
Bau- und Handwerksbetriebe.
Dieser Zustand hat sich mit den Wohnungsverkäufen im Rahmen des Gesetzes 112/1994 verstärkt:
Durch Wohnungsteilungen entstanden in vielen
Häusern kleine Einheiten, was in Folge auch zu
großen Eigentümergemeinschaften mit vielen Parteien geführt hat.
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Sie soll als Information und Handlungsanleitung
dienen, was bei einer behutsamen und denkmalgerechten Sanierung und Instandhaltung der einzelnen Gebäude und Bauteile zu beachten bzw. zu
vermeiden ist. Neben einer Einführung in die rechtlichen Grundlagen sollen vor allem technische und
gestalterische Hinweise für eine behutsame Stadterneuerung gegeben werden.
ZUR FIBEL
Die Fibel soll den an der Altstadtsanierung beteiligten Personenkreis für die Belange der behutsamen
Stadterneuerung sensibilisieren und als Wegweiser
dienen.
Der Leser wird auf den folgenden Seiten anhand
von kurzen Erläuterungen und Abbildungen über die
denkmalpflegerischen Anforderungen in Timisoara
informiert. Durch die Darstellung von positiven und
negativen Ausführungsbeispielen sollen Tipps für
geplante Maßnahmen gegeben und Fehler vermieden werden.
Auf den folgenden Seiten werden die einzelnen Elemente der Gebäude behandelt und Empfehlungen
für die Sanierung gegeben.
Im Anhang werden die rechtlichen Grundlagen
erläutert und ein Auszug der Satzungen für die
historischen Stadtviertel abgedruckt.
GELTUNGSBEREICH
Stadt Timisoara, Regelwerk Historische Baudenkmäler und Geschützte Zonen
(Diese Plan finden Sie auch vergrößert im Anhang auf Seite 44)
Denkmäler...
... sind sowohl Gebäude mit allen Bauteilen, Fassadenornamenten und Dekorationen, Installationen, Innenund Außeneinrichtungen, als auch Kunst- und Grabdenkmäler und ihre Grundstücke, welche relevante
kulturhistorische Zeugen aus den Bereichen der Architektur, der Archäologie, der Geschichte, Volkskunde,
Religion, sowie der Wissenschaft und der Technik darstellen. Alle Denkmäler sind in der Denkmalliste
(zuletzt aktulisiert im Jahre 2004) eingetragen.
Ensemble ...
... ist eine zusammenhängende Gruppe von Gebäuden, welche räumlich abgegrenzt ist und aus kultureller, historischer, architektonischer, städtebaulicher, oder musealer Sicht zusammen mit ihrem Grundstück
wichtige Zeugen aus den Bereichen der Architekrur, des Städtebaus, der Archäologie, der Geschichte, der
Kunst, der Volkskunde, der Religion, der Wissenschaft oder der Technik darstellen. Alle Ensembles sind in
der Denkmalliste (zuletzt aktulisiert im Jahre 2004) eingetragen.
Geschützte Zone ...
... ist ein abgegrenztes Gebiet, mit wichtigen Zeugen aus architektonischer, städtebaulicher, archäologischer, geschichtlicher, kunstgeschichtlicher, religiöser, wissenschaftlicher oder technischer Sicht. Alle
geschützten Zonen sind in der Denkmalliste (zuletzt aktulisiert im Jahre 2004) eingetragen.
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BEGRIFFE | FASSADENELEMENTE
DACHRINNE
DACHTRAUFE
KONSOLEN
DREMPELSPIEGEL
EINLAUF
FALLROHR
FENSTERVERDACHUNG
FENSTERGEWÄNDE
SOHLBANK
BRÜSTUNGSSPIEGEL
Ü
GURTGESIMS
FUGENSCHNITT
IM PUTZ
SOCKEL
8
BEGRIFFE | DACH | FENSTER
TURMHAUBE
BIBERSCHWANZ
ZIEGEL
DACHGAUBE
DACHFLÄCHENFENSTER
TASCHENZIEGEL
GEWÄNDE
RAHMEN
FLÜGEL
WETTERSCHENKEL
KÄMPFER
STULP
SCHLAGLEISTE
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DACH
Ein typisches Beispiel für Dachlandschaften, die nach 1900 in den Altstadtquartieren von Timisoara errichtet wurden (hier: Cetate).
01
HISTORISCHE DACHLANDSCHAFT
Die Dachlandschaft in den Altstadtquartieren von Timisoara ist vor allem
durch große Dachflächen der Stadthäuser und -blöcke geprägt. Die Dachzonen benachbarter Gebäude stehen häufig in einem optischen Zusammenhang, in dem beispielsweise Trauf- und Firsthöhen einheitlich sind. Die
Dächer, bestehend aus Dachstuhl und Dachdeckung, dienen nicht nur zum
Schutz der Gebäude sondern bilden einen Bestandteil der z.T. sehr formenreichen Architektur der letzten drei Jahrhunderte und sind deshalb unbedingt zu schützen und zu erhalten.
Bei den in der Denkmalliste eingetragenen Denkmälern darf man die Dachform keinesfalls ändern. Das ursprüngliche Dach ist als geschlossene
Dachfläche mit seinen historischen Dachaufbauten zu erhalten.
Bei Neubauten in den historischen Zonen muss man die Formensprache
der benachbarten historischen Dächer übernehmen.
Beschädigte Dachstühle und ungenügende bzw. nicht mehr funktionstüchtige Entwässerung der Dachflächen sind häufig auftretende Mängel im Altbaubestand von Timisoara.
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DACH | DACHEINDECKUNG | GAUBEN
RICHTIG! Bei der Sanierung des Daches wurde altstadttypische
Dachziegel eingesetzt.
FALSCH! Das historische Dach ist zerstört! Die Gaube entspricht in
keiner Weise historischen Vorgaben und ist falsch ausgeführt.
FALSCH! Für die teilweise Neueindeckung wurden Falzziegel anstatt
historischer Biberschwanzziegel verwendet.
FALSCH! Beim Ausbau des Daches sind Dachflächenfenster
eingebaut worden. Diese zerstören die historische Ansicht des Hauses.
DACHEINDECKUNG
GAUBEN UND DACHFLÄCHENFENSTER
Die Dächer in der Innenstadt waren im 18. und 19.
Jh. mit Biberschwanz- und Taschenziegeln gedeckt.
Einzelne Bauelemente (wie Turmhauben) waren mit
Blecheindeckungen versehen. Um 1900 hat man
auch andere Ziegelarten eingeführt.
Bei Denkmälern, die keine Gauben hatten, ist der
Bau von Gauben nicht erlaubt.
Bei Dachsanierungen soll das historische Ziegelmaterial wieder verwendet werden. Die intakten
alten Ziegel können nach sorgfältiger Prüfung noch
mehrere Jahrzehnte ihren Zweck erfüllen. Ist eine
Wiederverwendung nicht mehr möglich, müssen bei
den Denkmälern originalgetreue (in Form, Farbe und
Material) Ziegel verwendet werden. Dachdeckungsmaterialien wie Profilziegel, Asbest, Kunststoff und
Bitumenpappe, die in der historischen Altstadt untypisch sind, dürfen nicht verwendet werden.
Blecheindeckungen darf man nur bei Gebäuden und
Baukörpern verwenden, die ursprünglich mit Blech
eingedeckt waren.
Wandanschlüsse und Verblechungen sind sorgfältig
zu minimieren und nach Möglichkeit verdeckt auszuführen.
Gauben in unterschiedlichen Formen dienen der
Belichtung und Belüftung der großen Dachräume.
Die historischen Gauben sind als Teil der typischen
Dachlandschaft zu restaurieren und zu erhalten.
Neue Gauben sollen entsprechend historischer Vorbilder und der Architektur des Gebäudes ausgeführt
werden. Gauben innerhalb desselben Daches sollen
einheitlich und regelmäßig angeordnet sein.
Der Einbau von neuen Dachflächenfenstern ist bei
Denkmälern verboten. Bei den übrigen Altbauten
in den geschützten Zonen dürfen Dachflächenfenster eingebaut werden und zwar 2 m von der Traufe
entfernt (horizontal gemessen) in Cetate und 0,5 m
entfernt in den anderen schützenswerten Altstadtvierteln.
Die für die Häuser in Timisoara typischen Blechdeckel, die zu Belüftung der großen Dachräume
dienen, sind ebenso zu erhalten.
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DACH | DACHAUSBAU | SCHORNSTEIN
Richtig sanierter Schornstein
FALSCH! Der Ausbau des Daches zerstört die historische Architektur des Hauses.
Kaputte Schornsteine schränken
die Funktion der Heizungen ein
DACHAUSBAU UND DACHTERRASSEN
Bei Denkmälern ist der Dachausbau nicht erlaubt.
Die ursprüngliche Dachform darf man auf keinen
Fall ändern.
Bei anderen Altbauten in den geschützten Zonen
ist der Dachausbau nach Abstimmung und Genehmigung durch das Amt für Denkmalpflege zulässig,
wenn die Dachform, also die äußere Geometrie des
Daches, bewahrt wird. Die Baumaßnahmen sind mit
besonderer Sorgfalt und in hoher Qualität auszuführen.
Eine Veränderung des ursprünglichen Daches in
Maßstab, Höhe, Form oder Materialwahl ist nicht
gestattet.
Die geschlossene Dachfläche ist zu erhalten und
darf nicht durch Dacheinschnitte unterbrochen
werden.
Dachdurchdringungen für Lüftungsrohre, Antennen
etc. sind verantwortlich für viele Schadensbilder und
stören die Dachlandschaft. Sie sollen deshalb möglichst vermieden werden.
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Ein nachträglicher Einbau von Dachterrassen ist bei
Denkmälern nicht gestattet. Bei Gebäuden, die nicht
unter Denkmalschutz stehen, ist der nachträgliche
Einbau von Dachterrassen im Einzelfall nach vorheriger Abstimmung und Genehmigung durch das Amt
für Denkmalpflege möglich. Dabei ist zu beachten,
dass die Dachterrasse von der öffentlichen Verkehrsfläche aus nicht sichtbar ist.
SCHORNSTEINE
Schornsteine sind ein prägendes Element innerhalb
der historischen Dachlandschaft. Noch erhaltene
Schornsteine sollen repariert werden. Die typischen
Schornsteinköpfe sind wiederherzustellen. Wenn
eine Instandsetzung alter Schornsteine nicht mehr
möglich ist, so sind diese in traditioneller Weise
nachzubauen.
DACH | DACHENTWÄSSERUNG
EMPFEHLUNGEN
RICHTIG! Neue bzw. gepflegte Dachrinnen und Fallrohre verhindern,
dass die Fassaden durch Regenwasser zerstört werden.
Historische Dachformen bewahren
Bei Dachausbauten darf das ursprüngliche
Dach nicht sichtbar verändert werden
Intakte historische Dachziegelverwenden
Neue Dacheindeckungen nur mit adäquaten
Ziegeln in gleicher Form, Farbe und Material
wie der Bestand ausführen
Gauben nach historischem Vorbild bauen
Dachflächenfenster nur nach den
Bestimmungen der Satzungen einbauen
Historische Schornsteine erhalten
Installationen auf dem Dach vermeiden
Dachdurchdringungen vermeiden
Fallrohre vertikal führen
Vgl. PUG: ALLGEMEINER FLÄCHENNUTZUNGSPLAN – RLU:
LOKALE STÄDTEBAULICHE SATZUNG 2001
besonders: 4.B.II. Denkmäler, Dächer: 24 - 26, 4.B.III.4. Geschützte
Zonen, Dächer: 24 – 33
RLU: LOKALE STÄDTEBAULICHE SATZUNG FÜR CETATE 1999
besonders: 4.Titel III. Kapitel I. Allgemeine Vorschriften für Cetate,
Dächer: 38, Kap. II. und III. Empfehlungen für die Straßen, Plätze und
für sämtliche Gebäude von Cetate
FALSCH! Kaputte Dachrinnen und Fallrohre zerstören die Fassaden!
DACHENTWÄSSERUNG
Dachrinnen und Fallrohre schützen das Dach und
die Fassade vor Regenwasser.
Zur Erhaltung von Dach und Fassade müssen die
Dachentwässerungen deshalb regelmäßig überprüft und Schäden sofort repariert werden.
Die Position von Dachrinnen und Fallrohren soll sich
in das Fassadenbild einfügen, wobei lange Verziehungen zu vermeiden sind. Die Verlegung sollte
vorzugsweise an Gebäudeecken und Rücksprüngen erfolgen. Auf Verzierungen an Rinnen und Einläufen sollte verzichtet werden, da diese historisch
nicht begründet sind.
SCHÖN! Ein historischer Rinneneinlauf und Dachrinnenhaken unbedingt zu erhalten!
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FASSADE
Beispielhaft sanierte Fassaden in den Altbauquartieren von Timisoara.
02
FASSADE
Die Fassade ist die Visitenkarte eines Hauses.
Eine historische und gut erhaltene Fassade gibt
Zeugnis über den jeweiligen Baustil und das
historische Straßenbild. Darüber hinaus bringt sie
den Gestaltungswillen des damaligen Bauherren
oder Architekten zum Ausdruck.
Die historischen Fassaden in Timisoara werden
von unterschiedlichen Zeitepochen, vom Barock
bis zur Zwischenkriegszeit, geprägt. Die Vielfalt
der in allen Altbauquartieren vorzufindenden Baustile ist ebenso reich wie die Vielfalt ihrer Fassadengliederungen und ihres Fassadenschmucks.
Während die weitläufigen Verbindungsstraßen
von der Innenstadt in die Vorstädte meist von
Gründerzeit- und besonders Jugendstilbauten
gesäumt sind, findet man in den Zentren der einzelnen Viertel die Baustile der verschiedenen
Epochen oft nebeneinander und mit einer jeweils
reichen Detaillierung.
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GESTALTUNG UND KONSTRUKTION
Auch hier gilt das Prinzip, dass bei Denkmälern
keine Änderung der Fassade sondern nur Restaurierungen und Reparaturen zulässig sind und nur
nach Abstimmung und Genehmigung durch das
Amt für Denkmalpflege.
Die Gestaltung einer Fassade wird durch das systematische Zusammenspiel von Fenstern, Türen, Balkonen, Loggien, Bossierungen, Pilastern, Gesimsen
und vielfältigen Zierelementen bestimmt. In den Altstadtquartieren Timisoaras zeichnen sich die Fassaden durch einen besonderen Reichtum an Formen
und Zierelementen aus, da insbesondere während
des Barocks und der Zeit der Belle Epoque die
Schauseiten der Gebäude mit viel Aufwand gestaltet wurden.
Die Balkone an den Fassaden der Altstadtgebäude
sind oft besonders kunstvoll geplant und handwerklich qualitätsvoll ausgeführt. Sie sind zu erhalten
und ggf. zu sichern, jedoch keinesfalls zu verändern.
Dies gilt auch für die Loggien, welche die Fassaden
stark prägen. Sie dürfen nicht geschlossen werden,
um die Ursprünglichkeit der Fassade zu erhalten.
FASSADE | GESTALTUNG UND KONSTRUKTION
SCHADE! Verfallene Fassaden und der Verlust wertvoller Fassadenornamente beschädigt nicht nur das Bild des Hauses sondern führt auch zu
schweren konstruktiven Schäden, da z.B. das Mauerwerk nicht mehr ausreichend vor der Witterung geschützt wird.
Das Bewahren der wertvollen historischen Fassaden mit all ihren typischen Merkmalen ist das oberste Erhaltungsziel. Deshalb sind alle prägenden
Fassadenelemente unbedingt zu sichern und zu
erhalten oder wiederherzustellen. Die ursprüngliche
Gestaltung der Fassaden lässt sich oftmals anhand
von alten Fotos oder Bauunterlagen feststellen. Störende Veränderungen und Umbauten an Fassaden
sollten im Zuge der Sanierungsmaßnahmen (an
Denkmälern nach Abstimmung und Genehmigung
durch das Amt für Denkmalpflege) zurückgebaut
werden. Fassadenöffnungen sollen in Form, Maßstab und Rhythmus dem ursprünglichen Zustand
entsprechen.
zurückzuführen. Für Schäden im Sockelbereich
können schadhafte Entwässerungsleitungen oder
mangelhaft abgeleitetes Oberflächenwasser verantwortlich sein. Des Weiteren führt der Einsatz von
ungeeigneten dichten Baumaterialien (z.B. Zementputz, Fliesen) zu einer Verstärkung der Feuchteschäden.
Die Restaurierung und Rekonstruktion von Fassadenelementen erfordert hohe handwerkliche
Fähigkeiten und ist nur von erfahrenen Fachleuten
auszuführen.
Putzschäden gefährden das dahinter liegende Mauerwerk und verunstalten häufig das Fassadenbild. In
vielen Fällen sind sie auf eine schadhafte Dachentwässerung oder auf Feuchtigkeit in der Sockelzone
Sehr schöne Beispiele für die vielfältige Ausstattung der Fassaden in
Timisoara mit Schmuckelementen
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FASSADE | MATERIAL
RICHTIG! Die gesamte Fassade wurde fachgerecht mit Kalkmörtel
restauriert. Auch die farbliche Gestaltung ist richtig.
RICHTIG! Vorhandene Verzierungen der Fassade wurden erhalten
und restauriert.
FALSCH! Ohne Rücksicht auf die historische Fassade wurde hier ein
Zementputz im Spritzverfahren aufgebracht.
FALSCH! Die Ornamente wurden nachträglich auf die Fassade
„geklebt“. Die neue Fassadengestaltung ist historisch nicht begründet.
MATERIAL
Im Vorfeld einer Fassadensanierung sind durch
einen Fachmann Fragen wie Art und Beschaffenheit
des Untergrundes sowie vorhandene Feuchte und
Salzbelastungen zu klären. Auf diesen Erkenntnissen aufbauend werden die weiteren Sanierungsschritte und insbesondere die Wahl der geeigneten
Baumaterialien abgeleitet. Besondere Aufmerksamkeit sollte auf eine fachgerechte Ausführung der
Arbeiten durch dafür spezialisierte Firmen gelegt
werden.
Bei der Erhaltung von historischen Fassaden ist die
Verträglichkeit der Materialien besonders wichtig.
So sollten orts- und gebäudetypische Materialien
zum Einsatz kommen, wie z.B.: Kalkmörtel, Kalkfarben, Holz oder Schmiedeeisen. Materialien wie
Beton, Asbest, Kunststoff sind nicht zur denkmalgerechten Sanierung geeignet und sollen nicht verwendet werden.
Wegen der unterschiedlichen Entstehungszeit der
Gebäude ist genau zu prüfen, welche Materialien
und Techniken im Einzelfall geeignet sind. Intakte
Putz- und Stuckflächen sowie Gesimse sind zu
16
sichern und zu erhalten, ggf. auszubessern oder in
historischer Technik und Form zu erneuern.
Zur Restaurierung von Putzflächen sollte, wenn
dies die Eigenschaften des Untergrundes zulassen,
jene Putze verwendet werden, die ursprünglich am
Gebäude vorzufinden waren. Reine Zementputze
und „Besenspritzputze“ sind verboten! Die Fassadenputze müssen wasserdurchlässig sein, um ein
Verdunsten der Feuchte aus den Innenräumen zu
ermöglichen.
Die Behebung vorhandener Feuchteschäden stellt
den ersten unverzichtbaren Schritt für eine erfolgreiche und damit dauerhafte Fassadensanierung
dar. In diesem Zusammenhang kann der Einsatz
von Sanierputzen im feuchte- und salzbelasteten
Bereich notwendig werden.
FASSADE | FARBIGKEIT
EMPFEHLUNGEN
RICHTIG! Auf einem dunklen Fassadengrund werden die Ornamente
durch einen helleren Farbtons in ihrer Wirkung hervorgehoben
Historische Fassadengestaltung
wiederherstellen
Schmuckelemente in geeigneter Technik
reparieren
Haustechnische Installationen auf den
Fassaden vermeiden
Verkleiden des Sockels nicht zulässig
Fassadenputz und Anstriche nur mit
geeigneten, untergrundverträglichen
Materialien ausführen
Farbe nach Farbuntersuchung wählen
Farbkonzept in Anpassung auf die
Nachbarschaft ausarbeiten
Vgl. PUG: ALLGEMEINER FLÄCHENNUTZUNGSPLAN – RLU:
LOKALE STÄDTEBAULICHE SATZUNG 2001
besonders: 4.B.II. Denkmäler, Fassaden: 28, 31 - 35, 4.B.III.4.
Geschützte Zonen, Fassaden: 34, 35, 44
RLU: LOKALE STÄDTEBAULICHE SATZUNG FÜR CETATE 1999
besonders: 4.Titel III. Kap. II. und III. Empfehlungen für die Straßen,
Plätze und für sämtliche Gebäude von Cetate
FALSCH! Weder die Farbtöne, noch die Gestaltung entsprechen dem
historischen Vorbild.
FARBIGKEIT UND ANSTRICH
Farbe ist ein wichtiges gestalterisches Element der
Fassade. Deshalb ist die Farbwahl nicht nur mit dem
Architekten, sondern auch mit dem zuständigen
Denkmalpfleger abzustimmen.
Die Bauwerke sollen nach Möglichkeit ihre originale
Farbgebung zurück erhalten, wenn diese bereits
durch vorhergehende Maßnahmen überstrichen
wurde. Hierfür ist eine Untersuchung der alten Farbschichten notwendig.
Die Farbgestaltung muss in Anlehnung an die Fassadengliederung erfolgen. Typische dekorative Elemente wie z.B. Fenstergewände, Gesimse, Pilaster,
Bossierungen oder Kapitelle dürfen nicht verfremdet
werden. Die Farbgestaltung ist auch auf die Nachbargebäude abzustimmen. Das Straßenbild darf
nicht durch unpassende Farben gestört werden.
Die neue Farbgestaltung muss durch einen gesamtheitlichen Farbentwurf vorbereitet werden. Durch
kolorierte Zeichnungen und durch das Anlegen von
Musterflächen lässt sich die Farbwirkung frühzeitig
überprüfen und gemeinsam mit dem Amt für Denk-
malschutz abstimmen. So können unpassende und
ungewollte Farbwirkungen sowie unnötige Kosten
vermieden werden.
Farbliche Absetzungen von Fassadenteilen und
Rücksprüngen sind dezent in den Tönungsstufen
der Grundfarbe vorzunehmen. Ursprünglich waren
die historischen Fassaden in Timisoara in Ocker-,
Creme- Grün- oder Grautönen gehalten und dekorative Elemente wie z.B. Rahmungen oder Reliefs
monochrom mit heller oder dunklerer Farbgebung
hervorgehoben (hell-dunkel-Kontrast).
Wie bei den Putzen ist es auch bei den Farben wichtig, die für die Entstehungszeit der Fassade typische
Zusammensetzung zu wählen. Zum Beispiel wurden
in früheren Epochen ausschließlich Kalkfarben verwendet, die mit Quark oder Leinöl ergänzt wurden.
Heute können für die Sanierung historischer Fassaden mineralische Farben verwendet werden. Je
nach Untergrund und Sanierungsziel kann der Einsatz von Silikatfarben oder Siliconharzfarben sinnvoll sein.
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FENSTER
Verschiedene historische Fenster aus Holz
Einfache Kastenfenster aus Holz
Handwerklich aufwendig gestaltete Fenstergitter sind in Timisoara sehr
häufig zu finden und unbedingt zu erhalten!
Aufwendig gestaltete historische Holzfenster, die in keinem Fall gegen
billige PVC-Fenster ausgetauscht werden dürfen!
03
FENSTER
Fenster gehören zu den wichtigsten Gestaltungselementen einer Fassade. Durch die Ausbildung von
stimmigen Proportionen, von profilierten Rahmen
und Kämpfern tragen historische Fenster zu einer
schmuckvollen gebäudetypischen Fassadengliederung bei.
In der Altstadt von Timisoara sind eine Vielzahl
von historischen Fenstern der unterschiedlichsten
Epochen und Bauarten noch erhalten und gehören daher zum schützenswerten Denkmalbestand.
Besonders bei Gründerzeit- und Jugenstilbauten
spielen die Fenster in ihrer Anordnung und handwerklichen Ausführung eine wichtige Rolle für das
Erscheinungsbild des gesamten Gebäudes.
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Leider hat in den letzten Jahren der Einbau von
PVC-Fenstern stark zugenommen. Diese Fenster
stören den optischen Eindruck der Gebäude und
gehen leider häufig mit dem Verlust dekorativer
Elemente rings um die Fensteröffnungen einher.
Aber neben der optischen Wertminderung des
Gebäudes, entstehen durch den Einbau von PVCFenstern auch bauphysikalische Schäden.Die
PVC-Fenster verhindern aufgrund ihrer hohen
Dichte den Feuchtigkeitsaustausch, sodass sich
die Feuchte an den Wänden niederschlägt und es
zu Schimmelbildung kommen kann.
Ein fachmännisch ausgeführtes Holzfenster erfüllt
die heutigen Anforderungen an Wärme- und
Schallschutz ebenso gut wie ein modernes PVCFenster.
FENSTER | GESTALTUNG UND KONSTRUKTION
RICHTIG! Historische Fenster wurden aufgearbeitet.
RICHTIG! Die historischen Fenster wurden aus Holz mit
Termopanglas nachgebaut.
FALSCH! Wertvolle Holzfenster werden durch einfache PVC-Fenster
ausgetauscht, Fensterlaibungen und Ornamente werden dabei zerstört.
FALSCH! Beim Einbau von PVC-Fenstern wurden ohne Rücksicht auf
die historische Fassade die Fensteröffnungen vergrößert.
GESTALTUNG UND KONSTRUKTION
Historische Fenster wurden aus abgelagertem Holz
gefertigt und weisen eine hohe handwerkliche Qualität auf. Rahmen und Flügel sind häufig kunstvoll
verziert und besitzen neben ornamentalen oft auch
figürliche Schnitzereien.
Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts öffneten die
Fenster nach außen und nach innen und waren fassadenbündig eingebaut. Danach öffneten die Fenster nach innen, lagen aber in den meisten Fällen
weiterhin in der äußeren Fassadenebene bzw.
waren ca. 12cm nach innen versetzt.
Charakteristische Fenster in den Altstadtquartieren
von Timisoara sind stehende, rechtwinklige Einzelfenster. Das Verhältnis von Höhe zu Breite beträgt
dabei mindestens 1:1,5 bis 1:2. Weder die Konstruktion noch die Proportionen historischer Fenster
dürfen verändert werden.
Sprossenteilungen gliedern das Fenster und gestalten somit auch das Fassadenbild maßgebend. In
der Regel sind die Fenster stark vertikal gegliedert
und haben einen Kämpfer. Das Verhältnis zwischen
Oberlicht und unterem Fenster beträgt meistens
1:3 bzw. 1:2. Historische Fenster- und Sprossenteilungen sind zu erhalten oder wiederherzustellen.
An vielen Fenstern sind heute noch Fensterläden
mit beweglichen Klappen erhalten. Historische Fensterläden sind zu erhalten oder wiederherzustellen.
Moderne außen angebrachte Kunststoffrollläden
sind untersagt.
Vielfach sind auch noch handwerklich wertvolle
Fenstergitter vorhanden. Historische Fenstergitter
sind ebenso zu erhalten.
19
FENSTER | REPARATUR UND INSTANDSETZUNG
REPARATUR UND INSTANDSETZUNG
Beschädigte Holzfenster und Fensterläden können
meist mit einfachen handwerklichen Mitteln kostengünstig repariert werden. Stark geschädigte Elemente sind nach historischem Vorbild zu ersetzen.
Die Reparatur von originalen Fenstern ist einem
historischen Nachbau der Fenster nicht nur aus
Denkmalschutzgründen vorzuziehen, sondern sie
ist auch wesentlich preiswerter.
20
Auch die historischen Beschläge sind oft aufwändig
gestaltet und manchmal Einzelanfertigungen für das
entsprechende Gebäude. Sie funktionieren in vielen
Fällen noch gut, sind aber oft durch viele Farbschichten beeinträchtigt. Die originalen Beschläge
sind zu bergen, wieder gangbar zu machen und
erneut zu verwenden. Historische Fenstergitter sind
zu erhalten.
FENSTER | NACHBAU | FARBIGKEIT
EMPFEHLUNGEN
Historische Fenster erhalten und reparieren
Nur Holzfenster einbauen, keine PVC- oder
Aluminiumfenster
Konstruktion nach historischem Vorbild
ausführen
Proportionen und Gliederung erhalten
Fensteröffnungen nicht vergrößern, verändern
Historische Fensterläden und -gitter erhalten
Außen keine Rollläden anbauen, wenn
ursprünglich nicht vorhanden
Historische Beschläge wieder verwenden
Farbe nach historischem Vorbild und
Farbuntersuchung wählen
Vgl. PUG: ALLGEMEINER FLÄCHENNUTZUNGSPLAN – RLU:
LOKALE STÄDTEBAULICHE SATZUNG 2001
bes.: 4.B.II. Denkmäler, Fassaden-Fenster: 29, 30, 4.B.III.4.
Geschützte Zonen, Fassaden-Fenster und Türen: 36
RLU: LOKALE STÄDTEBAULICHE SATZUNG FÜR CETATE 1999
besonders: 4.Titel III. Kap. II. und III. Empfehlungen für die Straßen,
Plätze und für sämtliche Gebäude von Cetate
RICHTIG! Die historischen Fenster wurden aus Holz mit
Termopanglas nachgebaut.
NACHBAU
FARBIGKEIT UND ANSTRICH
Der Neubau von Fenstern ist nur zulässig, wenn die
originalen Fenster nicht mehr reparaturfähig sind.
Die Fenster wurden bis nach dem ersten Weltkrieg
ausschließlich mit Ölfarben gestrichen.
Die neuen Fenster müssen in der Proportion, Teilung und Profilstärken den originalen Fenstern entsprechen.
Die farbliche Gestaltung der Fenster richtet sich
nach dem historischen Befund und dem speziellen
Farbkonzept der Fassade.
Die Vergrößerung von Fensteröffnungen stört das
Fassadenbild erheblich. Neue Fenster müssen in
die ursprünglichen Öffnungen eingepasst werden.
Zur Vorbereitung der Farbentscheidung ist die
Befundlage durch restauratorische Untersuchungen
festzustellen.
Nachgebaute Fenster sind ausschließlich aus Holz
herzustellen. Fenster aus PVC oder Aluminium sind
in den Altstadtquartieren untersagt.
ACHTUNG!
Isolierglasscheiben (Thermopan) mit guten Wärmeund Schallschutzeigenschaften lassen sich auch
problemlos in Holzfenster einbauen. Es ist sogar
möglich, in bestehende Holzfenster Thermopanglasscheiben einzusetzen.
Bei notwendigen Nachbauten von Fenstern sind vorzugsweise Kastenfenster herzustellen. Der äußere
Fensterflügel muss dabei dem originalen Fenster
entsprechen.
Ein Thermopanfenster ist kein PVC-Fenster!
Thermopan ist ein Isolierglas.
Thermopangläser können auch in Holzfenster
eingebaut werden. Somit kann ein hoher
Wohnkomfort erzielt und die Belange des
Denkmalschutzes erfüllt werden.
21
TORE UND TÜREN
Ein historisches, kunstvoll gearbeitetes Tor ist oft ein Blickpfang in der
Fassade
Beispiele von historischen Toren mit wertvollen Holzschnitzereien
Beispiele von historischen Türen mit prächtigen Verzierungen aus Holz
und Schmiedeeisen
An fast allen Eingängen von Häusern lassen sich reichhaltige
Verzierungen finden.
04
TÜREN UND TORE
Die Türen und Tore sind ein wichtiges Gestaltungselement der Fassaden und prägen das Erscheinungsbild eines Hauses.
Über die Tordurchfahrt wurde bei den traditionellen
Handwerker- und Händlerhäuser der hintere Hof
mit Pferdewagen befahren und das Grundstück
erschlossen. Außenseitig sind sie mit reich ornamentierten hölzernen Füllungen gestaltet. Die
Türen der mehrstöckigen Wohn- und Geschäftshäuser, die seit Ende des 19. Jahrhunderts eingesetzt wurden, weisen eindrucksvolle Portale mit
Schnitzereien oder mit Glasscheiben und dekorativen Eisengittern auf.
Die originalen Türen und Tore müssen als wichtiges historisches Zeugnis unbedingt bewahrt und
restauriert werden, denn viele sind bereits bei der
Umnutzung der Gebäude im 20. Jahrhundert verloren gegangen.
22
FALSCH! Ungepflegtes und in Teilen zerstörtes historisches Tor. Die
Ladeneingangstür passt sich nicht an den Bestand an und ist aus PVC,
das in den Altstadtquartieren nicht zum Einsatz kommen darf.
TORE UND TÜREN | GESTALTUNG UND KONSTRUKTION | BESCHLÄGE
Häufig besitzen große Tore eine sogenannte Schlupftür, die leichter
geöffnet bzw. geschlossen werden kann.
SCHÖN! Man kann an den Häusern der Altstadtquartiere die
unterschiedlichsten und wertvollen Türöffner finden.
FALSCH! Historische Tore mit wertvollen Schnitzereien werden
umgebaut. Der Eingang des Hauses wirkt ungepflegt.
FALSCH! An der Eingangstür wurden leider die historischen
Beschläge abgebaut und mit unpassenden Garnituren ersetzt.
GESTALTUNG UND KONSTRUKTION
SCHMIEDEEISERNE ELEMENTE (BESCHLÄGE)
Bei den Gebäuden, bei denen sich die historische
Fassadengliederung bewahrt hat, sind noch massive zweiflügelige Holztore mit gestaffelten geometrischen Ornamenten erhalten. Die Tragkonstruktion
dieser alten Tore ist ein Balkengerüst, das in schmiedeeisernen Angeln hängt. Sie sind oft in portalartigen oder verzierten Gewänden aus Naturstein
eingebaut. Die meisten älteren Tore haben einen
Korb- oder einen Rundbogenabschluss. Prinzipiell
dient der rechte Flügel als Durchgang für Personen,
während der linke nur bei Bedarf geöffnet wird.
Die historischen Beschläge bilden mit den Türen
und Toren eine gestalterische Einheit und sind von
hoher kunsthandwerklicher Qualität. Sie sind meinst
Einzelstücke und aufwändig gestaltet.
Die Hauseingangstüren der Gründerzeit und des
Jugendstils weisen eine unglaubliche Varietät an
dekorativen Holzreliefs und beeindruckende Eisengitter, die vor den Glasscheiben montiert sind, auf,
so dass man kaum zwei ähnliche, geschweige denn
gleiche Tore nebeneinander findet.
Fehlende oder nicht mehr reparaturfähige Garnituren sollten durch die Wiederverwendung von
geborgenen Beschlägen aus der gleichen Zeit
ersetzt werden. Sie sind meist nach einer sorgfältigen Reinigung wieder zu gebrauchen.
Sind aus funktionalen Gründen zusätzliche Garnituren wie z. B. Schlösser erforderlich, so sind diese
aus gleichem Material zurückhaltend zu wählen.
23
TORE UND TÜREN | REPARATUR UND INSTANDSETZUNG
REPARATUR UND INSTANDSETZUNG
Der Zustand der historischen Türen und Tore wird
oftmals schlechter eingeschätzt als er tatsächlich ist.
Unter blätternden Farbschichten und korrodierten
Beschlägen versteckt sich oft eine gute Substanz.
Die Reparatur ist meist mit einfachen handwerklichen Mitteln und niedrigen Kosten möglich.
Zur Vorbereitung der Instandsetzung muss der
Fachmann die Schäden in einer Zeichnung kartieren und die originale Farbfolge feststellen.
Die Farbschichten werden vorsichtig entfernt und
die Beschläge abgebaut.
Dann werden die beschädigten Holzteile durch den
Tischler in traditioneller Handwerkstechnik ausgewechselt bzw. repariert.
Um möglichst viel von dem originalen Tor zu erhalten und es kostengünstig zu reparieren, werden nur
die zerstörten Holzteile ersetzt.
Besonders bei filigranen Holzschnitzereien muss ein
ausgebildter Fachhandwerker die unnötigen alten
24
Farbschichten vorsichtig entfernen. Ausnahmsweise
darf er nach Abstimmung mit der Denkmalbehörde
auch die fehlende Holzsubstanz ergänzen.
In der Regel reicht die Behandlung mit einem mehrschichtigen Leinölanstrich zum Schutz gegen die
Witterung. Auch hier gilt das Prinzip “weniger ist
mehr”. Das Gleiche gilt für dekorative Eisengitter,
bei welchen der Fachmann den geeigneten Korrosionsschutz vorsehen muss.
Abnutzungsspuren verweisen auf das Alter der Tür
und sind kein Grund zur Auswechselung des Werkstücks.
TORE UND TÜREN | NACHBAU | FARBIGKEIT
EMPFEHLUNGEN
Historische Tore und Türen erhalten und
reparieren
Reparaturen in traditioneller Weise
ausführen
Historische Beschläge wieder verwenden
Farbe nach historischem Vorbild und
Farbuntersuchung wählen
Anstrich auf Leinölbasis herstellen
Vgl. PUG: ALLGEMEINER FLÄCHENNUTZUNGSPLAN – RLU:
LOKALE STÄDTEBAULICHE SATZUNG 2001
besonders: 4.B.II. Denkmäler, Fassaden-Fenster und Schaufenster:
29, 30, 4.B.III.4. Geschützte Zonen, Fassaden-Tordurchgänge,
Beschläge: 36, 41,42
RLU: LOKALE STÄDTEBAULICHE SATZUNG FÜR CETATE 1999
besonders: 4.Titel III. Kap. II. und III. Empfehlungen für die Straßen,
Plätze und für sämtliche Gebäude von Cetate
Typische Farbgebung von Toren in Timisoara: grüne, braune und rote
Farbtöne fügen sich in das Farbkonzept der gesamten Fassade ein.
NACHBAU
FARBIGKEIT UND ANSTRICH
Ist eine Restaurierung historischer Türen und Tore
nicht möglich - oder sind diese bereits entfernt, so
sollte anhand von alten Fotos die ursprüngliche
Gestaltung herausgefunden werden.
Der Anstrich soll das verarbeitete Holz vor der Witterung schützen und eine dekorative Wirkung haben.
Falls Hinweise gefunden werden, kann das als
Grundlage für den Nachbau benutzt werden.
Ohne entsprechende Kenntnis ist darauf zu achten,
dass sie die baustiltypische Gliederung und Proportion der ursprünglichen Gestaltung übernehmen.
Die Neugestaltung von Türen und Toren ist im Einzelfall mit den Denkmalbehörden anhand eines Entwurfs abzustimmen.
Ausführungen aus Kunststoff oder Aluminium sind
untypisch und werden nicht gestattet.
Die Farbe von Toren und Türen ist mit der Farbgebung der gesamten Fassade und insbesondere der
Fenster abzustimmen und muss von der Denkmalbehörde genehmigt werden.
Vorzugsweise sind traditionelle Farbsysteme, z.B.
auf Leinölbasis, zu verwenden. Diese entsprechen
in ihrer Farbwirkung weitgehend der Wirkung der
originalen Farben.
Bei modernen, industriell gefertigten Farben muss
gewährleistet sein, dass sie diffusionsoffen und ausreichend elastisch sind.
Falsche Anstrichstoffe führen schnell zu großen
Schäden.
25
SCHAUFENSTER UND VORDÄCHER
Verschiedene Beispiele für historische Schaufenster, die handwerklich sehr aufwendig gefertigt wurden. Die historischen Schaufenster fügen sich in
der Regel in die Konstruktion und Gestaltung der Gesamtfassade ein.
Auch dieses originale Schaufenster ist ein gestalterischer Bestandteil
der Sockelzone des Hauses.
05
SCHAUFENSTER UND VORDÄCHER
Die Hauptfunktion historischer Gebäude war das
Wohnen. Während in Cetate und in den zentralen
Zonen der anderen Stadtviertel Ladengeschäfte
bereits schon im 18. Jh. exisitierten, kamen sie
in der Regel in den anderen Stadtteilen erst zum
Ende des 19. Jh. auf und bedingten den Umbau
der historischen Häuser.
Die ersten Schaufenster besaßen wie die Fenster der Obergeschosse vertikale Proportionen
und waren axial an ihnen ausgerichtet. Bei der
um 1900 gewählten Lösung waren oft die großflächigen Glasscheiben nicht in das Mauerwerk montiert, sondern von massiven Holzrahmen gefasst,
die dem Haus vorgeblendet waren und so aus der
Fassadenebene um einige Zentimeter herausstanden.
Die zu Beginn des 20. Jahrhunderts errichteten
Gebäude, bei denen auch eine Geschäftsnutzung
vorgesehen war, verfügten über große Fenster-
26
Ein historisierendes und ein „modernes“ Vordach nebeneinander. Die
Gestaltung des traditionellen Vordachs ist wesentlich aufwendiger.
flächen, deren Gestaltung auf das Gesamterscheinungsbild der Gebäude abgestimmt war und
besaßen eine ornamentale Gliederung aus mehreren einzeln gerahmten Scheiben.
Seit den 60er und 70er Jahren des 20. Jh. werden
großformatige Schaufenster in die historischen
Fassaden gebaut. Dabei ist nicht selten die komplette Fassade im Erdgeschoss sowohl bezüglich der Gliederung als auch des Dekors verloren
gegangen. Vielerorts ist sogar das gesamte Mauerwerk durch Stahlbetonkonstruktionen ersetzt
worden. Diese mit den historischen Fassaden
unverträglich großen Öffnungen veränderten das
Stadtbild erheblich.
SCHAUFENSTER | GESTALTUNG UND KONSTRUKTION
RICHTIG! Die restaurierten Schaufenster integrieren sich durch ihre
Anordnung und Farbigkeit in die historische Fassade.
FALSCH! Eine historische Durchfahrt wurde rücksichtlos in einen
Laden umgebaut, ohne Bezug zur restlichen Fassade.
FALSCH! Verschiedene Beispiele für den rücksichtlosen Umgang mit dem bestehenden Gebäude. Läden und Schaufenster respektieren weder
konstruktive noch gestalterische Grundlagen und verändern oftmals das Aussehen der Gebäude grundlegend.
GESTALTUNG
Bei der Neuanlage einer Ladeneinheit mit Schaufenstern muss darauf geachtet werden, dass der
typische Charakter der historischen Fassade erhalten bleibt. Die Ladenfassade muss sich in das
gesamtheitliche Fassadenbild einfügen und darf
keine historisch wertvollen Elemente zerstören.
Die originale Fassadengliederung muss erhalten
bleiben. Schaufenster und Ladeneingangstüren
sollen deshalb vorzugsweise die Fensterachsen der
Obergeschossfenster aufnehmen.
Die Schaufensterformate müssen mit den Proportionen der übrigen Öffnungen harmonieren.
Schaufensterreihen ohne trennende Mauerwerkspfeiler, die in der Flucht der Fassade liegen, sind
unzulässig (siehe Zeichnung).
Die Rahmen sind aus Holz oder in besonderen
Fällen aus Metall herzustellen. Ihre Ansichtsbreiten
sind auf ein Minimum zu beschränken.
Die Farbigkeit ist auf das Farbkonzept der Fassade
abzustimmen.
Alle Eingriffe und Veränderungen erfordern eine
behördliche Genehmigung.
Schaufenster sind nur im Erdgeschoss zulässig.
Der Gebäudesockel darf nicht vollständig aufgelöst
werden. Neu angelegte Eingänge dürfen Kellerlichtschächte oder Kellerzugänge nicht überbauen.
Historische Schmuckelemente dürfen nicht zerstört werden. Bei Umwandlungen von Fenstern zu
Türen oder Schaufenstern dürfen keine denkmalgeschützten Fenstergewände zerstört werden.
27
SCHAUFENSTER | INSTANDSETZUNG UND NACHBAU | FARBIGKEIT
RICHTIG! Ein Schaufenster aus PVC wurde ausgebaut und durch ein
zur Fassade passend gestaltetes Schaufenster ersetzt.
RICHTIG! Die Schaufenster der Sockelzone sind farblich auf die
Fabrigkeit der Gesamtfassade abgestimmt.
RICHTIG! Die Schaufenster in diesem sanierten Haus wurden
erhalten und aufgearbeitet.
FALSCH! Weder die Farbigkeit der Schaufenster noch der Anstrich der
Sockelzonen sind auf die Architektur der Häuser abgestimmt.
INSTANDSETZUNG, REPARATUR UND
NACHBAU VON SCHAUFENSTERN
Im Zuge von Umbaumaßnahmen an vorhandenen
Ladenfassaden sollten falsche Ausführungen aus
dem 20.Jh. oder gestalterische Missstände korrigiert werden. Das Ziel ist eine Neugestaltung innerhalb der überlieferten Proportionen, Materialität
und Farbigkeit. Dazu ist der ursprüngliche Zustand
durch alte Fotos, Schriftstücke, Bauzeichnungen
oder andere Untersuchungen zu ermitteln. Bei der
Neugestaltung sind diese Befunde und die oben
genannten Grundsätze zu berücksichtigen.
Bei der Erneuerung von Schaufensterrahmen sind
die nicht zugelassenen Materialien (Metall und
Kunststoff) zu entfernen und gegen traditionelle (in
der Regel Holz) zu ersetzen.
Zu große Schaufensteröffnungen sind entweder
neu zu unterteilen oder wie oben dargestellt, baulich
anzupassen.
28
FARBIGKEIT UND ANSTRICH
Hier gelten die gleichen Hinweise und Empfehlungen, wie sie unter dem Punkt 04 angegeben
wurden.
VORDÄCHER
EMPFEHLUNGEN
ERHALTENSWERT! Ein schön gestaltetes Vordach - allerdings ist
eine Restaurierung dringend notwendig!
Historische Schaufenster erhalten und
reparieren
Schaufenster an typischer
Fassadengliederung orientieren
Zu große Fensteröffnungen rückbauen und
unterteilen
Historische Schmuckelemente der Fassade
bewahren
Farbe in Anlehnung an die Gesamtfassade
wählen
Vordächer nur ausnahmsweise anbringen
Vgl. PUG: ALLGEMEINER FLÄCHENNUTZUNGSPLAN – RLU:
LOKALE STÄDTEBAULICHE SATZUNG 2001
besonders: 4.B.III. Geschützte Zonen, Fassaden-Tordurchgänge,
Beschläge: 42
RLU: LOKALE STÄDTEBAULICHE SATZUNG FÜR CETATE 1999
besonders: 4.Titel III. Kap. II. und III. Empfehlungen für die Straßen,
Plätze und für sämtliche Gebäude von Cetate
FALSCH! Die Überdachung ist überdimensioniert, mit falschen
Materialien ausgeführt, und farblich nicht zur Fassade passend.
VORDÄCHER
Historische Vordächer, Markisen und andere Überdachungen für Fenster und Türen waren in Timisoara nur in besonderen Fällen vorhanden und von
hoher handwerklicher Qualität.
Die frühesten Beispiele stammen aus dem 18.Jh.
und waren als Eingangsportale aus Mauerwerk zur
optischen Betonung von Tor- und Türöffnungen und
zum Schutz gegen Niederschläge vorgesehen. Sie
waren über schmalen Fassadenöffnungen angebracht und kragten in der Regel weiniger als 0,50
m aus.
Einzelne historische Eingangsportale sind erhalten
geblieben.
Überdachungen dürfen nicht in den Straßenverkehrsraum hineinragen. Die Bürgersteige müssen
eine ausreichende Breite aufweisen.
Die Bespannungen müssen aus schlichten, der Farbgebung der gesamten Fassade entsprechenden,
Stoffen bestehen. Bezüge aus Kunststoff oder mit
grellen Farben sind nicht gestattet.
Da Markisen und Vordächer keine typischen stadtbildprägenden Elemente in der historischen Altstadt
sind und kunstvolle Fassadenelemente verdecken
können, sollte ihre Anbringung nur ausnahmsweise
vorgenommen werden.
Die Anbringung von Vordächern im Straßenraum
kann nur bei entsprechender historischen Einordnung und in begrenztem Umfang erfolgen.
Bewegliche Stoffmarkisen auf Metallgerüsten
kamen vermutlich erst Ende des 19.Jh. auf. Ihre
Neuverwendung muss in Anlehnung an den historischen Originalzustand belegt werden und kommt
nur an den Gebäuden aus neuerer Zeit in Frage.
29
WERBEANLAGEN UND BELEUCHTUNG
GUT! Beispiele von Auslegern in Cetate, die richtig dimensioniert sind und sich durch ihre Gestaltung an historischen Vorbildern orientieren.
FALSCH! Die Werbung ist überdimensioniert und tritt zu stark in den
Vordergrund.
06
FALSCH! Die Werbung dieses Geschäfts verdeckt Elemente der
Fassade. Sie ist zu bunt und mit ungeeigneten Materialien ausgeführt.
WERBEANLAGEN UND
BELEUCHTUNG
Werbung spielt eine wichtige Rolle im Geschäftsleben und lässt sich im Stadtbild nicht mehr vermeiden. Dabei wird oft vergessen, dass eine gut
gestaltete Fassade mit maßvoller, ansprechender
Werbung eine größere Anziehungskraft besitzt
und für qualitätvolle Ware spricht.
Historische Werbeanlagen sind oftmals handwerklich gefertigt und schützenswerte Bestandteile der Fassade.
Es wird zwischen Werbeanlagen, die parallel zur
Fassade angebracht werden und auskragender
Werbung (Ausleger) unterschieden.
SCHÖN! Eine Straßenlampe für die historischen Altstadtquartiere
30
WERBEANLAGEN UND BELEUCHTUNG | GESTALTUNGSGRUNDLAGEN
RICHTIG! Verschiedene Werbeträger sind aufeinander abgestimmt.
RICHTIG! Bei dieser Werbung wird sofort sichtbar, was hier
angeboten wird.
FALSCH! Die Werbung und das Vordach kragen zu weit in den
Straßenraum. Sie sind in ungeeigneten Materialien ausgeführt.
FALSCH! Dieses Geschäft nutzt nicht nur die Schaufenster, sondern
hat auch Werbeflächen direkt auf die Fassade aufgebracht.
GESTALTUNGSGRUNDLAGEN
Die Anbringung von Werbeanlagen an historischen Fassaden erfordert unbedingt eine Genehmigung, die
vom Amt für Denkmalpflege eingeholt werden muss. Hierfür ist eine detaillierte Darstellung der geplanten
Anlage mit Aussagen zu Material und Farbe erforderlich.
Grundsätzlich gilt Folgendes:
•
Werbeanlagen dürfen das Erscheinungsbild
der gestaltprägenden Bauteile nicht überdecken
und müssen sich in die Fassadengestaltung harmonisch einfügen. Zurückhaltende Proportionen
werden empfohlen.
•
In der Werbung sollten traditionelle Symbole
des Gewerbes verwendet werden.
•
Schriftzüge von Werbeanlagen eines Gewerbes sollten miteinander harmonieren.
•
Mehrere Werbeanlagen an einem Gebäude
müssen untereinander abgestimmt sein.
•
Werbeanlagen sollen nur im Erdgeschoss und
in enger Verbindung zum Ladenraum angebracht
werden.
•
Unzulässig sind Werbeanlagen mit grellen
oder glänzenden Farben, Blink- oder Wechsellicht
oder akustischen Signalen.
Das Anbringen von Warenautomaten an und
•
vor den historischen Fassaden im öffentlichen
Raum ist unzulässig.
Spannbänder über die Straßenbreite und
•
Fahnen dürfen nur für die Dauer zeitlich befristeter
(in der Regel 10 Tage) und genehmigter Sonderveranstaltungen angebracht werden.
31
WERBEANLAGEN UND BELEUCHTUNG | ANBRINGUNG
RICHTIG! Beispiele für richtig gestaltete Ausleger
RICHTIG! Beispiele für gut gestaltete Werbung parallel zur Fassade
NICHT SCHÖN! Einfach gestaltete Ausleger, die billig wirken.
FALSCH! Der gut gestaltete Schriftzug ist kaputt und wirkt ungepflegt.
ANBRINGUNG VON AUSLEGERN
ANBRINGUNG PARALLEL ZUR FASSADE
Die Gestaltung darf die Straßen- und Fassadenfluchten nicht beeinträchtigen.
Die Gestaltung der Werbeanlage muss sich der
Fassade und ihrer Umgebung anpassen. Vorhandene Fassadengliederungen dürfen nicht gestört
werden.
Vorzugsweise sollen traditionelle Ausführungen aus
Schmiedeeisen, die einen Bezug zur Art des Gewerbes darstellen, angebracht werden.
Empfohlen werden transparente Schilder mit Umrahmungen aus Metall. Sie sollen höchstens 0,2 bis 0,5
m² groß sein und maximal 0,90 m von der Fassade
abstehen. Die Mindesthöhe der Schildunterseite
beträgt vom Gehwegniveau aus 2,5 m.
Die Farben sollen auf die Fassadenfarben abgestimmt sein.
Die Beleuchtung sollte in Schildnähe durch dezent
an der Fassade angebrachte Leuchtkörper erfolgen.
Die Schriftlänge muss sich auf die Schaufensterlänge beziehen und symmetrisch angeordnet sein.
Die Farben der Schriften und die Beleuchtung
müssen auf die Farbgebung der Fassade abgestimmt sein.
Die Beschriftung wird ohne besonderen Unterbau
direkt auf der Fassade angebracht. Schriftliche
Werbung darf nur aus Einzelbuchstaben bestehen.
Die maximale Schrifthöhe beträgt 35cm und die
Gesamtlänge höchstens 2/3, in der Regel aber ½
der Fassadenbreite.
Zu den Gesimsen oder Fensterlaibungen sollen
Mindestabstände eingehalten werden.
32
WERBEANLAGEN UND BELEUCHTUNG | ANBRINGUNG
EMPFEHLUNGEN
Werbung der Fassadengliederung anpassen
Traditionelle Symbole und Schriftzüge des
Gewerbes verwenden
Material, Farbe und Form müssen mit der
Fassadengestaltung harmonieren
Keine Fassadenelemente verdecken
Beleuchtung und Farben dezent einsetzen
Werbung nur im Erdgeschoss anbringen
Straßen- und Fassadenfluchten nicht
beeinträchtigen
Vgl. PUG: ALLGEMEINER FLÄCHENNUTZUNGSPLAN – RLU:
LOKALE STÄDTEBAULICHE SATZUNG 2001
besonders: 4.B.V. Werbeanlagen für Denkmäler und Gebäude in den
schützenswerten Altstadtzonen: 18 - 27
RICHTIG! Beispiele für zurückhaltend gestaltete Werbetafeln, die
gesammelt an der Fassade angebracht sind und nicht störend wirken.
RLU: LOKALE STÄDTEBAULICHE SATZUNG FÜR CETATE 1999,
besonders: 4.Titel III. 66. Werbeanlagen
FALSCH! Ohne Rücksicht auf die Gestaltung der Fassade und
benachbarte Geschäfte wurden Werbungen angebracht.
Mehrere Tafeln oder Hinweisschilder sind als Sammelschildanlage in vertikaler oder horizontaler Reihung anzuordnen. Firmenschilder für Firmen und
Freiberufler, die ihren Sitz in den oberen Geschossen historischer Gebäude haben, werden parallel
zur Fassade als einheitliche Sammelschildanlage in
der Nähe des Hauseingangs angebracht.
Für die Beleuchtung sind diskret an der Fassade
angebrachte Spots oder Leuchtkörper erlaubt.
Bei Denkmälern muss der Gesamtentwurf für die
Fassadenbeleuchtung von einem verantwortlichen
Architekten koordiniert werden.
RICHTIG! Neue und eine erhaltene Straßenlampe, die dem Charakter
eines Altstadtviertels entsprechen.
33
INNENHÖFE
RICHTIG! Ein schön gestalteter Innenhof in Cetate. Für den Bodenbelag wurden Tonziegel verwendet, die Baumscheibe ist aus Gusseisen sichert
die ausreichende Bewässerung des Baumes.
07
INNENHÖFE
Die Höfe in Timisoara sind das Ergebnis eines
langen organischen Wachstumsprozesses innerhalb der Grundstücksparzellen.
Die ältesten Innenhöfe gab es in der Innenstadt,
wo man schon im 18.Jh. traufständige Stadthäuser
als geschlossene Straßenfronten errichtet hat.
In den Vorstädten, wo die Häuser anfangs giebelständig an einer länglichen Grundstücksgrenze in
dörflich-offener Bauweise gebaut wurden, stammen die Innenhöfe in der Regel aus dem 19. und
einige sogar Anfang des 20. Jh. Hier sind die
Grundstücksparzellen in der Regel lang gestreckt.
In beiden Fällen sind die Grundstücke rückwärtig
mit Seitenflügeln und Nebengebäuden bebaut. Ein
Ensemble von Vorderhaus, Seitenflügel, Nebengebäuden, Hofmauern und Pflasterungen bestimmt
die typische Gestalt der Höfe. Die Innenhöfe der
Altbauquartiere gehören zum organisch gewach-
34
senen historischen Stadtbild und sind als Ensemble zu bewahren.
Der Zugang in die Innenhöfe erfolgt über die Durchfahrten bzw. Durchgänge an der Gebäudefront.
Die Seitenflügel werden im Erdgeschoss vom
Innenhof aus erreicht. Die Obergeschosse werden
über ein Treppenhaus in der Eingangsdurchfahrt
und meist über offene Laubengänge erschlossen.
Sie sind oft kunstvoll gestaltet und prägen das
Aussehen der Innenhöfe.
INNENHÖFE | NUTZUNG
RICHTIG! Die Bewohner nutzen die Höfe als Gärten, zur Erholung oder als Spielplatz für Kinder. Allerdings kann die Gestaltung der Freiflächen,
z.B. durch schönes Pflaster noch wesentlich verbessert werden.
FALSCH! Häufig sind die Innenhöfe in Timisoara trist und ungepflegt. Sie dienen als Parkfläche und die Böden sind versiegelt.
NUTZUNG
In der traditionellen Nutzung der Innenhöfe gab es
eine ausgewogene Mischung aus Wohnen und Wirtschaften.
BEISPIEL FÜR DIE GELUNGENE
NEUGESTALTUNG EINES INNENHOFS
Heute werden die Höfe vielfach von unerwünschten
Nutzungen dominiert. Oft dienen sie als intensiv
genutzte Gewerbefläche, als Parkplätze oder als
Sammelstelle für Müll. Wohnen und hauswirtschaftliche Nutzungen (Wäsche trocknen etc.) werden
dadurch oftmals beeinträchtigt.
Zur Aufwertung des Hofes müssen die störenden
Beeinträchtigungen entfernt und vielseitig nutzbare
Flächen geschaffen werden.
Durch das Anlegen von Grün- und evtl. Spielflächen
für Kinder sowie Sitzplätzen können z. B. attraktive Aufenthaltszonen für die Bewohner geschaffen
werden.
35
INNENHÖFE | NEBENGEBÄUDE | GESTALTUNG
RICHTIG! Störende Nebengebäude wurden abgetragen, um den Hof
freundlicher zu gestalten und mehr Platz zu haben.
SCHÖN! Kunstvoll gestalteter Treppenaufgang und Laubengang im
Innenhof
FALSCH! Ein mit Nebengebäuden verbauter Innenhof
FALSCH! Das schmiedeeiserne Geländer ist teilweise zerstört und es
besteht Verletzungsgefahr.
NEBENGEBÄUDE
GESTALTUNG
Die Nebengebäude dienten ursprünglich dem Handwerk und Gewerbe. Oft gab es im hinteren Bereich
Schuppen für Brennholz und Gartengeräte oder
Stallungen. Heute finden sich in den Nebengebäuden meistens Wohnnutzungen.
Die Hoffassaden der Vorderhäuser und der Seitenflügel werden durch die vielfältige Gestaltung der
Laubengänge bestimmt. Meistens sind die Laubengänge aus massiven Mauerwerkskonstruktionen,
Holz oder Mischkonstruktionen aus Mauerwerk,
Naturstein, Schmiedeeisen und Holz. Oftmals sind
die Tragkonstruktionen und die Brüstungen kunstvoll gestaltet.
Historische Höfe sollen die Gestalt eines harmonisch gewachsenen Ensembles bewahren, bzw.
zurückerlangen.
Störende neuzeitliche Nebengebäude sollten
nach Möglichkeit entfernt werden. Da sie vielfach
bewohnt sind, können sie jedoch oft nicht abgerissen werden.
Die Grundstücksparzelle und das Verhältnis von
bebauter zu unbebauter Fläche müssen in einem
harmonischen Verhältnis stehen.
Die Laubengänge der Innenhöfe sind baugeschichtlich und handwerklich wertvoll und müssen unbedingt erhalten werden.
Durch die Montage von wild anmutenden Briefkastenanlagen, haustechnischen Installationen und
der Einrichtung von Müll- und Lagerplätzen im Hof
und in den Durchfahrten wurde die Ursprünglichkeit
der historischen Innenhöfe stark beeinträchtigt.
Unpassende Materialien sind zu vermeiden. Haustechnische Installationen und Versorgungsanlagen
sind dezent in die bestehende Gestaltung zu integrieren.
36
INNENHÖFE | NEBENGEBÄUDE | GESTALTUNG
EMPFEHLUNGEN
RICHTIG! Die technischen Anlagen sind gruppiert in der Durchfahrt
installiert und stören nicht.
Historisches Ensemble bewahren
Störende neuzeitliche Nebengebäude
entfernen
Durchfahrten freihalten
Haustechnische Installationen verdeckt
verlegen
Geeignete Müllplätze einrichten
Hof nicht als Parkfläche nutzen
Historisches Pflaster erhalten
Bodenflächen nicht versiegeln
Hof begrünen
Aufenthaltszonen schaffen
Regenwasser sicher ableiten
Vgl. PUG: ALLGEMEINER FLÄCHENNUTZUNGSPLAN – RLU:
LOKALE STÄDTEBAULICHE SATZUNG 2001
besonders: 4.B.III. 4. Geschützte Zonen, Innenhöfe: 48 – 59
RLU: LOKALE STÄDTEBAULICHE SATZUNG FÜR CETATE 1999
besonders: 4.Titel III. Empfehlungen für Cetate, Art.40. Innenhöfe
FALSCH! Die Installationsleitungen sind willkürlich angeordnet und
beeinträchtigen das Bild des Hofes negativ.
Die ursprünglich erhaltenen Innenhöfe sind gepflastert und haben eingefasste Beete für Blumen,
Sträucher oder Rankgewächse. Oftmals sind mehrere Pflasterverlegearten nebeneinander erhalten.
Es gab in Timisoara Ziegel- und Natursteinpflaster
(flache Steinplatten, Kopfstein- und Katzenpflaster).
Durch die Pflasterung und die Begrünung wird der
Staub gebunden und die Versickerung von Regenwasser gefördert.
Ziegel- und Natursteinpflasterung und Begrünung
sind typisch für historische Höfe und verleihen ihnen
eine angenehme Atmosphäre. Sie sind zu erhalten
oder wiederherzustellen.
RICHTIG! Ein schöner Bodenbelag, der gleichzeitig auch Wasser für
die Hofbegrünung durchlässt.
Wasserdicht versiegelte Flächen sind untypisch für
die Innenhöfe und schränken die Möglichkeiten einer
nachhaltigen Hofgestaltung stark ein. Sie sollten im
Zuge der Hofsanierung entfernt und durch Pflaster
oder Grünflächen ersetzt werden. Zur Ableitung von
Feuchtigkeit ist auf das Anlegen eines leichten, von
der Bebauung wegführenden Gefälles zu achten.
FALSCH! Zerstörter Bodenbelag in einem Innenhof
37
LEITUNGEN UND INSTALLATIONEN | HAUSANSCHLUSSLEITUNGEN
RICHTIG! Haustechnische Installationen, wie z.B. Gaszähler sollten an einer Stelle gruppiert werden.
08
LEITUNGEN UND
INSTALLATIONEN
Im Straßenraum geführte technische Leitungen
und Installationen stören in starkem Maße das
historische Stadtbild.
In der letzten Zeit wird diese Beeinträchtigung
noch zusätzlich durch Antennen und Satellitenschüsseln auf den Dächern sowie durch Lüftungsrohre von gastronomischen Einrichtungen
verstärkt.
38
HAUSANSCHLUSSLEITUNGEN
Da der Hausanschluss an das öffentliche Leitungsnetz in der Verantwortung der öffentlichen
Versorgungsunternehmen steht, sind diese zur
Zusammenarbeit und Unterstützung aufgerufen.
Um die Beeinträchtigungen durch sichtbar verlegte
Versorgungsleitungen im Stadtbild abzubauen,
müssen die Betreiber der öffentlichen Leitungs- und
Kabelnetze sich auf neue Trassenführungen verständigen. Es sollte erreicht werden, dass zukünftig alle Neuinstallationen unter Rücksichtnahme auf
den historischen Bestand ausgeführt werden.
Weitere Probleme stellen die im Boden verlegten
Trink- und Abwasserleitungen dar. Undichtigkeiten
in dem schadhaften Leitungsnetz führen häufig zu
starken Feuchteschäden an der historischen Bausubstanz. Eine grundsätzliche Erneuerung ist zur
Erhaltung der historischen Substanz in der Altstadt
dringend erforderlich. Auch hier liegt die Verantwortung bei den öffentlichen Versorgungsunternehmen.
LEITUNGEN UND INSTALLATIONEN | HAUSTECHNISCHE VERSORGUNG | ANTENNEN
FALSCH! Versorgungsleitungen und Stromkabel sind oft ungeordnet
auf der Fassade entlang angebracht. Sie wirken extrem störend!
FALSCH! Antennenanlagen sollten so auf dem Dach montiert werden,
dass sie von der Straßenseite nicht sichtbar sind.
FALSCH! Klimaanlagen sollten nicht an der Schaufront der Gebäude
angebracht werden. Sie stören das Gesamtbild.
FALSCH! Die Anbringung von Antennen an den Fassaden ist
verboten, weil es das Gesamtbild des Hauses negativ verändert.
HAUSTECHNISCHE VERSORGUNG
ANTENNENANLAGEN
Strom-, Wasser- und Telefonanschlüsse sowie die
gelb gestrichenen mehrzölligen Gasleitungen sind
meist sichtbar an den Außenwänden und im Bereich
des Haupteingangs verlegt. Sie verlaufen bunt
durcheinander über die historischen Fassadenelemente oder unter den Gewölben und Decken der
Hauszugänge. Zu den Kabeln und Leitungen gehören Schalter, Zählerschränke und Befestigungen.
Sie verunstalten und beschädigen erheblich das
historische Fassadenbild.
Die Dachlandschaften werden zunehmend von
montierten Antennenanlagen und Satellitenschüsseln gestört.
Alle Kabel und Leitungen sollen in verdeckt liegenden Leerrohren oder unter Putz verlegt werden.
Elektroverteiler und Anschlussleitungen sollten sich
in abgeschlossenen Kästen installiert werden, die
sich möglichst in separaten Räumen oder an ausgewiesenen, nicht störenden Stellen befinden. Sie
dürfen nicht auf der straßenseitigen Fassade oder im
Eingangsbereich montiert werden. Die Gasleitungen
sollten grundsätzlich im Erdreich verlegt werden
und direkt in die Wohnungen führen. Druckminderer,
Zähler und Absperrhähne sollten in den Fluren oder
in den Wohnungen untergebracht werden.
Die Montage von technischen Dachaufbauten darf
nicht vom öffentlichen Straßenraum einsehbar sein.
Bei der Sanierung von Wohnhäusern für mehrere
Parteien sollten auf der rückwärtigen Hausseite
Gemeinschaftsantennenanlagen installiert werden.
EMPFEHLUNGEN
Kabel und Leitungen verdeckt verlegen
Unterirdische Wasserleitungen instandsetzen
Gasleitungen nur im Boden verlegen
Keine technischen Geräte außen montieren
Keine technischen Anlagen straßenseitig
montieren
Vgl. PUG: ALLGEMEINER FLÄCHENNUTZUNGSPLAN – RLU:
LOKALE STÄDTEBAULICHE SATZUNG 2001
besonders: 4.B.II. 3 Fassaden 27, 4.B.III. 4. Fassaden 41
39
ANHANG
RECHTLICHE GRUNDLAGE
BERATUNG
Vor allem in der Zeit zwischen 1977 und 1989 war
in Rumänien die historische Bausubstanz politisch
nicht gewollt und wurde deshalb gezielt vernachlässigt. In vielen Städten wurde sie sogar zerstört, wobei
Timisoara hier eine glückliche Ausnahme bildete.
Heute werden die internationalen Richtlinien wie z.B.
die Charta von Venedig von 1964 u.a. anerkannt.
Informationsmaterial und Beratung zur behutsamen
Stadterneuerung erhalten alle Interessenten beim:
Vor Beginn jeder Baumaßnahme in den historischen
Stadtteilen muss eine von der Stadtverwaltung ausgestellte Baugenehmigung vorliegen. Dafür sind
eine Genehmigung des Amtes für Denkmalpflege
und unter Umständen ein statisches oder auch
andere Gutachten erforderlich.
Die Baugenehmigung kann nur von autorisierten
Architekten, die bei der Architektenkammer Rumäniens eingetragen sind, beantragt werden. Bei
Denkmälern müssen die Architekten zusätzlich vom
Ministerium für Kultur anerkannt sein.
Außerdem wird festgesetzt, dass Baumaßnahmen
an historischen Gebäuden von erfahrenen Bauleitern ebenfalls mit entsprechender Zulassung durch
das Ministerium für Kultur zu überwachen sind.
Neben den allgemein gültigen gesetzlichen Grundlagen und dem Denkmalschutzgesetz (Gesetz Nr.
422/18.7.2001) ist die Lokale Satzung als Teil des
genehmigten Flächennutzungsplanes (PUG) mit der
Nr. 34.233/010/Kc 2001 die wichtigste Vorschrift zur
Regelung von Baumaßnahmen in den Altstadtbereichen von Timisoara. Für das Viertel Cetate gilt
die Lokale Satzung 52/1999.
Im Rahmen von Sanierungsarbeiten an denkmalgeschützten Häusern sind die Vorgaben der Baunormen
P 100/1992 und C 107 (betreffend Energieeffizienz)
nicht zu berücksichtigen. Es werden reversible Baumaßnahmen empfohlen, welche die Tragfähigkeit der
Bauteile verbessern sollen, und infolge einer technischen Begutachtung vorgeschlagen wurden. Das
bautechnische Gutachten wird von einem Experten
für Statik gemäß folgender Gesetze und deren nachträglichen Änderungen erstellt: 422/2001 - betreffend
Denkmalschutz, 10/1995 - betreffend der Qualitätssicherung am Bau, als verpflichtende Vorschriften für
alle Baukategorien, 50/1991 - betreffend Baurecht;
Maßnahmen zur Steigerung der Energieefizienz
können infolge einer gemäß folgender Gesetze, und
deren nachtraeglichen Änderungen, genehmigten
Planung durchgeführt werden: 422/2001 - betreffend
Denkmalschutz, 50/1991 - betreffend Baurecht.
Die Artikel der Satzungen, die die wesentlichen
Grundlagen für die Fibel enthalten, sind im Anschluss
veröffentlicht.
40
Rumänisch-Deutsches Kooperationsprojekt
Behutsame Erneuerung und wirtschaftliche Belebung der Altbauquartiere in Temeswar
KAST - Koordinierungsstelle Altstadtsanierung
Temeswar
Str. Stefan cel Mare 2
300116 Timisoara
Tel
Fax
+40 -356 -459.350
+40 -256 -435.436
+40 -256 -435.436
Mail
Internet
[email protected]
www.gtztm.ro
Öffnungszeiten
Montag-Freitag
9.00-17.00 Uhr
ANHANG
DÄCHER UND DACHAUSBAUTEN
RLU:
2001
LOKALE
STÄDTEBAULICHE
SATZUNG
4.B.II. Denkmäler
Dachausbau
24. Bei Denkmälern ist ein Ausbau des Daches
(als Neubau) nicht erlaubt.
Dächer
25. Sowohl die Architekturdetails als auch die Baumaterialien, aus denen das Dach besteht, müssen
wiederverwendet werden.
26. Die historischen Blechdeckel der Dachflächenöffnungen, welche der Durchlüftung der Dächer
dienten, dürfen nicht entfernt werden
Blecheindeckungen sind nur bei Gebäuden, die
ursprünglich mit Blech eingedeckt waren, zulässig.
33. Die ursprüngliche Dachform ist bei allen Eingriffen zu erhalten. Bei Neubauten muss man die
Typologie der benachbarten Dächern übernehmen.
RLU: LOKALE STÄDTEBAULICHE SATZUNG FÜR
CETATE 1999
Dächer
Art.38 (P) b.
Dachflächenfenster dürfen nur in
einem Mindestabstand von 2 m horizontal von der
Traufe gemessen, eingebaut werden.
FASSADEN, FENSTER UND TÜREN
4.B.III.4. Geschützte Zonen
Dachausbau
24. Es wird empfohlen, das Dach auszubauen,
wenn dieses möglich ist.
25. Die Dachform, also die äußere Geometrie des
Daches, darf nicht geändert werden. Wenn es ausreichende Dokumente gibt, die beweisen, dass das
Dach früher eine andere Form besaß, darf man diese
ältere Form wieder herstellen nach Abstimmung und
Genehmigung durch das Amt für Denkmalpflege.
26. Innentreppen zur Erschließung der neuen,
ausgebauten Räume im Dachgeschoss dürfen nur
nach Genehmigung durch das Amt für Denkmalpflege errichtet werden.
27. Alle Schornsteine müssen erhalten bleiben.
Dächer
28. Die Architekturdetails und die ursprünglichen
Baumaterialien der historischen Dächer müssen
soweit wie möglich erhalten bleiben.
29. Neue oder zusätzliche Dachflächenfenster
dürfen nur in einem Abstand von 0,5 m von der
Traufe entfernt errichtet werden.
30. Es ist verboten, Klimaanlagen und andere
technische Einrichtungen an den Straßenseiten der
Fassaden und der Dächer zu montieren. Sie dürfen
in anderen Bereichen des Gebäudes angebracht
werden, aber nur wenn sie von der öffentlichen
Straße unsichtbar sind und nachdem der entsprechende Entwurf vom Amt für Denkmalpflege genehmigt wurde.
31. Die bestehenden metallenen Dachluken, die
der Durchlüftung der Dächer dienten, darf man nur
entfernen, wenn sie durch gleichformatige Dachflächenfenster ersetzt werden.
32. Bei Dacheindeckungen aus Ziegeln sollte das
historische Material wiederverwendet werden. Es
dürfen nur rote Dachpfannen verwendet werden.
Dacheindeckungen aus anderen Materialien, die
echte Ziegel nur nachahmen, sind nicht erlaubt.
RLU:
2001
LOKALE
STÄDTEBAULICHE
SATZUNG
4.B.II. Denkmäler
Fassaden
28. Fassadenöffnungen (Tore, Türen und Fenster) darf man nicht ändern, sie dürfen nur saniert
werden.
31. Historische Putze dürfen nur in begründeten
Ausnahmefällen ersetzt werden.
32. Total wasserdichte Außenputze sind verboten.
33. Für die Restaurierung von Fassaden sind Voruntersuchungen anhand von alten Zeichnungen und
Fotos zwingend notwendig. Alle Bauanträge müssen
auch Buntfotos, die den Bestand ausreichend dokumentieren, enthalten.
34. Sockelbereiche sollen aus widerstandsfähigen
aber dampfdurchlässigen Baustoffen ausgeführt
werden.
4.B.III.4. Geschützte Zonen
Fassaden
34. Die Fassadenarbeiten sollen einheitlich von
Fachfirmen ausgeführt werden. Der kohärente
Zusammenhang sowohl der Fassade des einzelnen
Gebäudes, als auch des städtebaulichen Ensembles muss eingehalten werden.
35. Technische Anlagen dürfen nicht an der von
der öffentlichen Straße sichtbaren Seite der Dächer
angebracht werden.
44. Der Zementputz und der sogenannte “Besenspritzputz“ sind verboten.
41
ANHANG
RLU:
2001
LOKALE
STÄDTEBAULICHE
SATZUNG
4.B.II. Denkmäler
Fassaden – Fenster und Türen
29. Fenster und Türen dürfen nur repariert werden.
Holzelemente dürfen auf keinen Fall durch Kunststoff- oder Metallelemente ersetzt werden. Nur in
Ausnahmefällen dürfen alte Holzteile mit neuen
Reparaturhölzern ersetzt werden und nur nach
Abstimmung und Genehmigung durch das Amt für
Denkmalpflege.
30. Wenn Fenster oder Türen ersetzt werden
müssen, sollen die Glasteile genau wie die alten
Glasteile aussehen.
4.B.III.4. Geschützte Zonen
Fassaden – Fenster und Türen
36. Fenster und Türen dürfen nur repariert werden.
Holzelemente dürfen auf keinen Fall durch Kunststoff- oder Metallelemente ersetzt werden. Nur in
Ausnahmefällen dürfen alte Holzteile mit neuen
Reparaturholzteilen ersetzt werden und nur nach
Abstimmung und Genehmigung durch das Amt für
Denkmalpflege.
42. Alle wertvollen Architekturdetails und Accessoires wie Türklinken, Beschläge, Schuhputzer,
Klingeln, historische Eingangswaschbecken sollen
repariert und instand gesetzt werden.
WERBUNG & WERBEANLAGEN UND
BELEUCHTUNG
RLU:
2001
LOKALE
STÄDTEBAULICHE
RLU: LOKALE STÄDTEBAULICHE SATZUNG FÜR
CETATE 1999
4. Titel III.
Art 66 Werbe- und Signalanlagen
Werbe- und Beleuchtungsanlagen dürfen nur
von einem verantwortlichen Architekten geplant und
von zugelassenen Fachfirmen ausgeführt werden.
Die Genehmigung und Abnahme durch das Amt für
Denkmalpflege ist unbedingt notwendig.
SATZUNG
4.B.V. Werbeanlagen für Denkmäler und Gebäude
in den schützenswerten Altstadtzonen
18. Werbeanlagen, Informationsschilder, Verkehrsschilder usw. müssen von Fachleuten entworfen werden. Die Projekte müssen genaue Angaben
über die Platzierung, Maße, Form, Farbe, Material,
Beleuchtung, Art der Schrift und Ausführungsdetails
der Anlagen enthalten.
19. Alle Werbe- und Signalanlagen werden
nicht höher als die Höhe des Erdgeschosses der
Gebäude angebracht, es sei denn, das Gebäude
hat ursprünglich Werbeflächen über die Höhe des
Erdgeschosses gehabt.
20. Alle Werbe- und Signalanlagen werden nur an
Fassadenflächen, die keine Ornamente aufweisen,
angebracht. Sie dürfen nur Dimensionen haben, die
zur entsprechenden Fassade passen.
21. Firmenschilder für Firmen und Freiberufler, die
42
ihren Sitz in den oberen Geschossen historischer
Gebäude haben, werden parallel zur Fassade als
einheitliche Sammelschildanlage in der Nähe des
Hauseingangs angebracht.
22. Form und Material der Werbeanlagen müssen
der Architektur der Fassade angepasst sein.
Schilder auf Kunststoffflächen, die von der hinteren
Seite beleuchtet werden, sind untersagt.
23. Werbeschilder und Ausleger dürfen die Grenze
von 90 cm gemessen senkrecht von der Fassade
nicht überschreiten.
24. Bei der Befestigung von Werbeanlagen soll
die alte Bausubstanz möglichst geschont und nicht
beeinträchtigt werden.
25. Wenn Anzeigeschilder für den öffentlichen
Verkehr an Gebäude angebracht werden müssen,
sollen sie der Architektur der Fassade entsprechend
geplant werden.
26. An Schaufenstern angebrachte Werbung darf
1/3 der Glasfläche nicht überschreiten.
27. Die Werbung darf Denkmäler, Straßen- und
Fassadenfluchten nicht verdecken oder optisch
beeinflussen.
INNENHÖFE
RLU:
2001
LOKALE
STÄDTEBAULICHE
SATZUNG
4.B.II.3 Denkmäler
35. Durchgänge, Durchfahrten, Innenhöfe und Laubengänge gehören zur Identität der Denkmäler. Sie
dürfen nur repariert, aber nicht geändert werden.
36. Die Innenhöfe sind wichtige geschichtliche
Zeugen, die saniert werden müssen.
4.B.III.4. Geschützte Zonen
48. Zur Aufwertung der Innenhöfe können die
störenden neuzeitlichen Nebengebäude entfernt
werden.
ANHANG
49. Änderungen in den Innenhöfen darf man nur
anhand eines Gutachtens, eventuell eines PUD,
unternehmen.
50. Ehemalige gemeinsame Wasserversorgungsanlagen müssen restauriert oder wiederhergestellt
werden.
51. Historische Pflasterungen (Naturstein- und
Holzpflaster) müssen erhalten und restauriert
werden. Änderungen sind nur nach Genehmigung
durch das Amt für Denkmalpflege erlaubt.
52. Alle Schmiedeeisenelemente müssen restauriert erhalten bleiben.
53. Bedeckte Innenhöfe sind als schützenswerte
Architekturensembles zu bewahren. Änderungen
dürfen nur anhand von Baugenehmigungen unternommen werden.
54. Innenhöfe darf man in Ausnahmefällen überdecken.
55. Das Eingangsportal und die Tordurchfahrt sind
wichtige Bestandteile eines historischen Gebäudes.
Die historische Dekoration steht unter Schutz und
muss saniert werden. Die Leitungen für die technische Versorgung sind optisch ein Störfaktor und
müssen in den meisten Fällen sinnvoll geplant, neu
verlegt werden.
56. Nebenanlagen, wie Briefkästen, Besenkammern, Müllkammern, technische Leitungen müssen
der Gesamtarchitektur der Durchfahrt entsprechen.
57. Bei Treppenhäusern sind die historischen
Details zu erhalten, eventuell zu reparieren. Nur die
zerstörten Bauteile dürfen ersetzt werden.
58. Accessoires wie Türklinken, Beschläge, Schuhputzer, Klingeln, historische Eingangswaschbecken
dürfen nicht entfernt werden.
59. Ornamentale Eisenteile, Konsolen, Geländer usw. müssen erhalten, konserviert und saniert
werden.
LEITUNGEN UND INSTALLATIONEN
RLU:
2001
LOKALE
STÄDTEBAULICHE
SATZUNG
4.B.II. Denkmäler
27. Die technischen Anlagen für Strom-, Gas-,
Wasser-, Telefonanschlüsse dürfen nicht sichtbar
an der Fassade angebracht werden.
4.B.III.4. Geschützte Zonen
41. Die technischen Anlagen für Strom-, Gas-,
Wasser-, Telefonanschlüsse müssen aus den Portalen der Tordurchfahrten entfernt werden.
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REGELWERK STADT TIMISOARA: HISTORISCHE DENKMÄLER UND GESCHÜTZTE ZONEN
Lista monumentelor, ansamblurilor şi siturilor istorice din Timişoara actualizată prin Ordinul nr. 2314/2004 al Ministerului pentru Cultură,
Culte şi Patrimoniu Cultural Naţional, publicată în Monitorul Oficial al României nr. 646 bis în 16 iulie 2004.
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IMPRESSUM
HERAUSGEBER
Rumänisch-Deutsches Kooperationsprojekt
“Behutsame Erneuerung und wirtschaftliche
Belebung der Altbauquartiere von Temeswar”
Ein Projekt der Stadtverwaltung Temeswar und
der Deutschen Gesellschaft für Technische
Zusammenarbeit (GTZ) GmbH
im Auftrag des Bundesministeriums für
wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
(BMZ)
Aprilie 2008
KOORDONIERUNG
KAST - Koordinierungsstelle Altstadtsanierung
Temeswar
Koordinator: Jochen GAULY
REDAKTION
Aurelia JUNIE, Primăria Municipiului Timişoara
Monica STAMPAR, Primăria Municipiului Timişoara
Sorin CIURARIU, Primăria Municipiului Timişoara
Doina ANTONIUC, Direcţia pentru Cultură, Culte şi
Patrimoniul Cultural Naţional Timiş
Vergina POPESCU, Inspectoratul de Stat în
Construcţii Timiş
Mihai OPRIȘ, KAST
Michael ENGEL, KAST
AUTOREN
Mihai OPRIȘ, KAST
Michael ENGEL, KAST
Gabriele MERSCH, KAST
GRAFIK
Michael ENGEL, KAST
BILDMATERIAL
Archiv KAST
Mihai Botescu
Mihai Opriș
Gabriel Székely
Direcţia pentru Cultură, Culte şi Patrimoniul
Cultural Naţional Timiş
Diese Broschüre wurde in Anlehnung an die
Gestaltungsfibel der Stadt Sibiu (2003) erstellt.
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KONTAKT
STADTVERWALTUNG TEMESWAR
ABTEILUNG LOKALE ENTWICKLUNG
UND EU-INTEGRATION
Bd. C.D. Loga nr. 1, 300030 Timişoara
Tel.
+40 -256 -408.300
Fax.
+40 -256 -490.635
Internet
www.primariatm.ro
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