Jurybericht Projektwettbewerb Kunstfreilager / HGK

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Bau- und Verkehrsdepartement Basel-Stadt
Bau- und Umweltschutzdirektion Basel-Landschaft
Gemeinde Münchenstein
Christoph Merian Stiftung
ENTWICKLUNGSPLANUNG
DREISPITZ
Baudepartement BS, Christoph Merian Stiftung
Jurybericht Projektwettbewerb
Kunstfreilager/ HGK
Dezember 2007
Auftragnehmer: Zweistufiger, anonymer Projektwettbewerb im selektiven Verfahren
Verbindlichkeit: Weiterbeauftragungen gemäss Submissionsgesetz Basel-Stadt und
subsidiär SIA 142: Team 1. Rang für Neubau HGK; Teams 2. Rang für Umnutzung
Freilager und Freiflächen
Bericht
des
beurteilungsgremiums
Zweistufiger Projektwettbewerb
im selektiven Verfahren
Projektwettbewerb Entwicklung Kunstfreilager/ Dreispitz Hochschule für Gestaltung und Kunst (HGK- FHNW )
Projektwettbewerb
Entwicklung
Kunstfreilager/ Dreispitz
Hochschule für
Gestaltung und Kunst
(HGK- FHNW)
Veranstalter
Christoph Merian Stiftung Basel
Baudepartement des Kantons Basel-Stadt
Impressum
© Baudepartement des Kantons Basel-Stadt
und Christoph Merian Stiftung, Basel
Redaktion
Axel Schubert und Thomas Waltert, BD BS
Ritter Giger Schmid Architekten SIA AG, Basel
Gestaltung und Realisation
Beat Roth und Tobias Vollprecht
für infarktundherz, Basel/Binningen
Modellbilder
Axel Schubert, BD BS
Druck
Werner Druck AG, Basel
Bezug
Baudepartement des Kantons Basel-Stadt
Hochbau- und Planungsamt
Hauptabteilung Hochbau
Münstergasse 11
4001 Basel
Telefon +41 61 267 94 36
Christoph Merian Stiftung
St. Alban-Vorstadt 5
4001 Basel
Telefon +41 61 226 33 33
Schutzgebühr CHF 10.–
Basel im Dezember 2007
Inhalt
Anlass und Ziel 4
Allgemeine Bedingungen 5
Stufe 1
Programm 7
Beurteilungskriterien 9
Vorprüfung 9
Beurteilung Projekte 10
Schlussfolgerungen
11
Dokumentation Projekte 11
Stufe 2
Programm 31
Beurteilungskriterien 32
Vorprüfung 32
Beurteilung Projekte 33
Schlussfolgerungen und Empfehlungen
34
Dokumentation Projekte 35
Genehmigung durch das Beurteilungsgremium 80
Dreispitz mit Perimeter Kunstfreilager
Bericht des Beurteilungsgremiums
Dezember 2007
Projektwettbewerb Entwicklung Kunstfreilager/Dreispitz
Hochschule für Gestaltung und Kunst der Fachhochschule Nordwestschweiz (HGK-FHNW)
Freilager ca. 1950
Freilager heute (Gebäude 15, 17)
Transitlager (Gebäude 1)
Helsinki-Strasse nach Süd
Dreispitz von Südost – Lage im Raum
Anlass und Ziel
Die der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) zuge­
Ziele der Stufe 1 des Wettbewerbs waren die Erlangung
hörige Hochschule für Gestaltung und Kunst (HGK) ist heu­
eines städtebaulichen Konzeptes mit Nutzungszuteilung
te auf sechs Standorte in Basel und Aarau verteilt. Es ist
und konzeptionellen Vorschlägen für die Freiräume als Ba­
beabsichtigt, alle Institute und Einrichtungen der HGK am
sis für die Erarbeitung des Quartierplanes, sowie die Se­
Standort des ehemaligen Zollfreilagers im kantonsgrenzü­
lektion von circa sechs Büros für die Ausarbeitung eines
berschreitenden Dreispitzareal (Basel/Münchenstein) zu
Projektvorschlages für die HGK-FHNW auf der Basis der
vereinen. Ziel des zweistufigen Wettbewerbs war einer­
von dem Beurteilungsgremium empfohlenen städtebau­
seits die Findung von Lösungen für die städtebauliche Ein­
lichen Rahmenbedingungen und Nutzungszuteilungen.
bindung sowie andererseits für die funktionelle Organisa­
tion und architektonische Ausprägung der Hoch­schule.
Ziele der Stufe 2 waren neben einem schlüssigen Gesamt­
konzept für den Perimeter (Nutzungsverteilung, Erschlies­
Grundeigentümerin des 50 Hektar grossen Dreispitz ist die
sung, Freifläche) die Erlangung eines Projektvorschlages
Basler Christoph Merian Stiftung (CMS). In der partner­
für die HGK-FHNW, welcher sich gemäss den vorgege­
schaftlich organisierten Entwicklungsplanung Dreispitz
benen Kriterien zur Umsetzung am besten eignet.
soll gemeinsam mit den Kantonen Basel-Stadt und BaselLandschaft sowie der Gemeinde Münchenstein der heute
gewerblich-industriell geprägte und mit verschiedenen
Dienstleistungs- und Verkaufsnutzungen durchmischte ehe­
malige Materiallagerplatz zu einem mischgenutzten, urba­
nen Agglomerationsteil transformiert werden. Dabei soll
der Dreispitz in Teilgebieten für neue Nutzungen wie Woh­
nen, Kultur oder Büronutzungen geöffnet werden. Grund­
lage der Entwicklungsplanung stellt die von Herzog & de
Meuron erstellte «Vision Dreispitz» dar. Sie sieht im ehe­
maligen Bereich des Zollfreilagers – im östlichen Teil des
Dreispitz und in der näheren Nachbarschaft zum Schaula­
ger gelegen – einen «Campus des Bildes» vor. Diese Idee
wurde von der CMS weiterentwickelt: Auf dem Wettbe­
werbsperimeter soll ein «Kunstfreilager» entstehen, ein Ort
der Kunstproduktion, des Kunstbetriebes, wie auch der
Kunstvermarktung und -vermittlung. Neben der HGK sollen
dabei nicht nur Galerien und Ateliers Platz finden, vielmehr
soll am Standort auch die Chance für die Realisierung von
Lofts genutzt werden, um gemeinsam mit weiteren Dienst­
leistungsnutzungen und Gewerbeeinrichtungen (z. B Gastro­­
nomie­betrieben) einen Art-Cluster und ein belebtes und
kunstorientiertes Quartier im Dreispitz zu entwickeln.
Neben der Entwicklung und Realisierung der Hochschul­
bauten mit einer Nutzfläche von ca. 25 000 m2 GF gilt es,
die erforderlichen planungsrechtichen Umzonungen für
den gesamten, ca. 75 000 m2 grossen Perimeter des Zoll­
freilagers vorzunehmen.
Bericht des Beurteilungsgremiums
Dezember 2007
Projektwettbewerb Entwicklung Kunstfreilager/Dreispitz
Hochschule für Gestaltung und Kunst der Fachhochschule Nordwestschweiz (HGK-FHNW)
Allgemeine Bedingungen
Auslober
Präqualifikation
Veranstalter sind das Baudepartement des Kantons Basel-
Die folgenden 26 Büros wurden am 08.12.2006 aufgrund
Stadt und die Christoph Merian Stiftung.
der vorgegebenen Kriterien durch das Beurteilungsgremi­
um selektioniert:
Verfahrensbegleitung
Büro Ritter Giger Schmid Architekten SIA AG, Basel
Staufer & Hasler Architekten AG, Frauenfeld
Architektur Consult ZT GmbH, Graz
Wettbewerbsverfahren
Ortner & Ortner Baukunst, Berlin
Der Projektwettbewerb wurde als zweistufiger, anonymer
Baumschlager Eberle/Architectural Devices, St. Gallen
Projektwettbewerb mit Präqualifikation in Anlehnung an
Müller Sigrist Architekten AG, Zürich
die SIA-Ordnung 142 durchgeführt. Im Rahmen der Prä­
Marques AG, Dipl. Architekt ETH SIA BSA , Luzern
qualifikation konnten sich Teams unter Angabe von Refe­
e2a eckert eckert architekten ag, Zürich
renzen für die Teilnahme am Wettbewerb bewerben. Die
Luca Selva Architekten ETH BSA SIA AG, Basel
Anonymität wurde erst nach Abschluss des Gesamtver­
:mlzd, Biel
fahrens aufgehoben. Die Kommunikation mit den Wettbe­
Christ & Gantenbein AG Arch. ETH SIA BSA , Basel
werbsteilnehmern erfolgte über einen externen Treuhän­
Fierz Architekten AG, Basel
der.
Buol & Zünd Architekten BSA , Basel
Caruso St John Architects llp, London
Burkhard Meyer Architekten BSA AG, Baden
Buchner Bründler AG BSA , Basel
Morger + Dettli Architekten AG, Basel
Erny & Schneider AG Architekten BSA SIA , Basel
Sergison Bates architects LLP, London
sabarchitekten, Basel
UNDEND Architektur AG, Zürich
Durisch + Nolli Architetti Sagl ETH SIA BSA , Lugano
GIGON/GUYER, Dipl. Arch. ETH/BSA/SIA AG, Zürich
Drexler Guinand Jauslin Architekten AG, Zürich
SLIK Architekten, Zürich
bhend.klammer dipl. architekten ETH SIA , Zürich
Buehrer Brandenberger Kloter Tigges Arch., Basel
Preissumme
Dem Beurteilungsgremium stand eine Gesamtpreissumme
von CHF 250 000.– zur Verfügung. Die Preissumme für die
Stufe 1 betrug CHF 120 000.–. Diese wurde zu gleichen Tei­
len als feste Entschädigung an die für die Stufe 2 gewähl­
ten Teams ausgerichtet. Die restliche Preissumme stand
für Preise und Ankäufe der Stufe 2 zur Verfügung.
Allgemeine Bedingungen
Beurteilungsgremium
Vorsitz
Fachpreisrichter/Innen
Fritz Schumacher, Hochbau und Planungsamt
Felix Leuppi, CMS, Leiter Immobilien und Baurechte
Basel-Stadt (HPA BS), Kantonsbaumeister
Bruno Chiavi, HPA BS, Leiter Hauptabteilung Hochbau
Sachpreisrichter/Innen
Christian Felber, Christoph Merian Stiftung (CMS),
Direktor
Lukas Lauper, Gemeinde Münchenstein, Gemeinderat
Andreas Kressler, Immobilien Basel, Geschäftsleiter
Peter Schäuble, Immobilien Basel,
Christian Mehlisch, Immobilien Basel,
Portfoliomanager Verwaltungsvermögen
Joakim Rüegger, Erziehungsdepartement BS,
Markus Kreienbühl, FHNW, Leiter Immobilien
Leiter Ressort Hochschulen
Harry Gugger, Professor für Architektur EPFL, Basel
Alois Müller, Hochschule für Gestaltung und Kunst,
Regula Lüscher Gmür, Architektin, Zürich/Berlin (Stufe 1)
Fachhoch­schule Nordwestschweiz (HGK-FHNW),
Andrea Deplazes, Professor für Architektur ETH, Zürich
Direktor
Wilhelm Natrup, Raumplaner, Zürich
Ersatz Sachpreisrichter/Innen
Marc Bayard, Bauverwaltung Münchenstein,
Leiter Raum und Umwelt
Leiter Facility-Management
Brigitte Frei-Heitz, Amt für Raumplanung BL,
Kantonale Denkmalpflegerin
Helen Bisang, Amt für Raumplanung BL,
Leiterin Ortsplanung
Niklaus Wild, Immobilien Basel,
Christophe Girot, Professor für Landschaftsarchitektur
ETH, Zürich
Charlotte Rey, Mitglied Fachhochschulrat FHNW
Leiter Portfoliomanagement
Andreas Wenger, HGK-FHNW,
Nachnomination Fachpreisrichterin Stufe 2
Professor Innenarchitektur und Szenografie
Elisabeth Boesch, Architektin, Zürich
Walter Banga, Gemeinde Münchenstein,
Gemeindepräsident
Ersatz Fachpreisrichter/Innen
Nicolas Christ, HPA BS,
Leiter Bereich Hochschulbauten
Gilbert Davet, Bauverwalter, Münchenstein
Experten/Expertinnen (nicht stimmberechtigt)
Roger Stöcklin, CMS, Ökonomie
Martin Walter, Dreispitz Verwaltung, Leiter
Armin Binz, Professor FHNW Institut Energie am Bau
Bettina Hamel, CMS, Freiraum
Jürg Degen, HPA, Projektleitung Dreispitz
Heidi Müller, Bundesamt für Berufsbildung
und Technologie
Bericht des Beurteilungsgremiums
Dezember 2007
Axel Schubert, HPA, Projektleitung Dreispitz
Peter Inäbnit, Amt für Raumplanung BL, Lärmschutz
Projektwettbewerb Entwicklung Kunstfreilager/Dreispitz
Hochschule für Gestaltung und Kunst der Fachhochschule Nordwestschweiz (HGK-FHNW)
Stufe 1
Programm
Die Aufgabe des Wettbewerbs Stufe 1 war die Definition
Raumprogramm und Nutzungsverteilung
der städtebaulichen Volumen durch Positionierung der ge­
Nachweis einer sinnvollen Verteilung des vorgegebenen
mäss Raumprogramm geforderten unterschiedlichen Nut­
Raumprogramms mittels eines Nutzungskonzepts. Inner­
zungen auf dem Perimeter, unter besonderer Berücksich­
halb des Planungsperimeters liegen u. a. das Gebäude des
tigung der Erschliessung und der vorhandenen Nutzungen,
Transitlagers, in dem bis 2013 unverzollte Güter aus dem
sowie die konzeptionelle Bearbeitung der Freiräume. Bei
In- und Ausland unter Zollkontrolle lagern (Gebäude 1).
der Erarbeitung galt es, die folgenden Rahmenbedingun­
Dieses und andere Gebäude mit langfristigen Unterbau­
gen, die historische Entwicklung, sowie die Entwicklungs­
rechtsverträgen (Gebäude 19, 20) waren in ihrem Bestand
planung Dreispitz, besonders zu beachten.
mit ihrer Nutzung zu belassen. Sie standen deshalb für
eine Hochschulnutzung nicht zur Verfügung. Zur generel­
Städtebau
len Disposition standen die Gebäude 2, 5, 10, 11, 13, 12, 16.
Umgang mit den bestehenden Bebauungsmustern und
Baustrukturen des durch den Schienengüterverkehr ge­
prägten Dreispitz bei gleichzeitigem Herausbilden eines
prägnanten und unverwechselbaren Standorts für den ArtCluster.
Denkmalpflege
Integration verschiedener Bauten und Anlagen, die mit ih­
Geschossflächen (GF) oberirdisch in m2
Neue Nutzungen HGK-FHNW28 100
Wohnen21 700
Dienstleistung und Kunst
7 200
Verkauf und Gastronomie
1 000
ren spezifischen Ausmassen und ihren charakteristischen,
unveränderbare anzunehmende Nutzungen
architektonischen Merkmalen identitätsstiftend wirken, in
Neubau 9
das zu erarbeitende Projekt:
Neubau 42 400
Gebäude 202 750
Gebäude 19
Oslo-Strasse 1 – 7, 1922/24, Freilager (Gebäude 17)
Oslo-Strasse 8 – 14, 1934, Freilager (Gebäude 14, 15)
Helsinki-Strasse 7, 1964, Lagerhalle (Gebäude 3)
Freiraum der Gleisanlagen zwischen Oslo- und
Helsinki-Strasse (zwischen Gebäuden 15, 14, 2
und 11, 10, 3, 4)
Total
58 000
1 600
5 050
11 800
Total GF oberirdisch auf Perimeter
69 800
Parkierung
Autos (Parkierungsanlage)250 PP
erweiterbar auf 450 – 480 PP
Motos 120 PP
Velos Bereich HGK FHNW
850 PP
Einbettung Kunstfreilager
Stufe 1
Verlärmung
Einbezug des baulichen Schutzes gegen die heute beste­
hende und zukünftige Lärmbelastung unter Berücksichti­
gung der Immissionsgrenzwerte der Lärmempfindlichkeits­
stufe ES lll.
Verkehr
Aufzeigen eines Erschliessungskonzepts, insbesondere
für den motorisierten Individualverkehr und den Langsam­
verkehr (inklusive Parkierung), unter besonderer Berück­
sichtigung der Vorgaben für den Lastwagenverkehr, den
Güterschienenverkehr, die Anbindungsoptionen an den öf­
fentlichen Verkehr, sowie der Erfordernisse einer besseren
Durchwegung des Perimeters für Fussgänger und einer
verbesserten Anbindung an die umgebenden Grün- und
Freiräume des Parks Brüglingen östlich des Perimeters.
Freiraum
Anlage eines Platzes mit einer Mindestgrösse von 4 000 m2
bei einem Anteil an unversiegelter Fläche von circa 40 %.
Zudem mussten in Anlehnung an ein bestehendes Frei­
raum- und Grünraumkonzept für den Dreispitz Standorte
für zwei bis drei baumbestandene Pocket-Parks (je 400 – 1 0 00 m2) aufgezeigt werden. Eine Entsiegelung sons­tiger
Freiflächen war, wo möglich, anzustreben; stillgelegte Bahn­
gleise und Vorbereiche entlang der Gebäude waren unge­
fähr zur Hälfte als unversiegelte Bereiche mit Spontanve­
getation abzubilden.
Energie
Vorschlag einer sparsamen Energieversorgung für alle
Neu­­bauten sowie Gebäudesanierungen auf dem Areal. Für
Neubauten im Bereich Wohnen, Dienstleistungen und
Schule war der Minergie-P Standard anzustreben, für Um­
bauten war der Minergie Standard Vorgabe.
Wirtschaftlichkeit
Wirtschaftliche Bauweise für Neubauten und hohe Wirt­
schaftlichkeit durch sinnvollen Umgang mit den bestehen­
den Strukturen.
Bericht des Beurteilungsgremiums
Dezember 2007
Projektwettbewerb Entwicklung Kunstfreilager/Dreispitz
Hochschule für Gestaltung und Kunst der Fachhochschule Nordwestschweiz (HGK-FHNW)
Beurteilung Stufe 1
Beurteilungskriterien
Vorprüfung
Grundlage zur Beurteilung der Resultate war nachfolgen­
25 Projekte wurden vollständig, termingerecht und ano­
der Kriterienkatalog:
nym eingereicht. Ein Projektteam hatte sich aus zeitlichen
Gründen abgemeldet. Die eingereichten Projekte wurden
Städtebauliche und freiräumliche Intervention
gemäss den im Wettbewerbsprogramm gestellten Anfor­
Nutzungskonzept
derungen geprüft. Die Ergebnisse wurden tabellarisch auf­
Architektonischer Ausdruck
gelistet und den Mitgliedern des Beurteilungsgremiums
Erschliessung und Parkierung
zur Verfügung gestellt. Im Rahmen der Vorprüfung Stufe 1
Umgang mit Ressourcen, Bauten und Anlagen
wurden folgende Punkte geprüft:
Vollständigkeit und Termingerechtigkeit der Abgabe
Kontrolle der Flächenkennzahlen
Einhaltung der Rahmenbedingungen Perimeter,
Verkehr, Freiraum, Lärm und Ökologie
Im Rahmen der Vorprüfung wurden zahlreiche Verstösse,
beziehungsweise fehlende Nachweise festgestellt, welche
jedoch als korrigierbar erachtet wurden und den Verfas­
ser/Innen keine Vorteile gegenüber anderen Projekten ver­
schafften.
Stufe 1
Beurteilung Projekte
Vor dem ersten Rundgang wurden die Resultate der Vor­
2. Jurytag
prüfung durch deren Verfasser vorgestellt. Die in der Vor­
Kontrollrundgang
prüfung festgestellten Verstösse gegen die Bestimmungen
Die von den Mitgliedern des Beurteilungsgremiums ver­
wurden als geringfügig erachtet, weshalb alle 25 Projekte
fassten Berichte zu den sechs ausgewählten Projekten wur­
zur Jurierung zugelassen wurden.
den vorgelesen und vom Gremium wo nötig ergänzt.
1. Jurytag
Anhand der Texte wurden die am ersten Jurytag ausge­
Erster Rundgang
wählten Projekte nochmals beurteilt. Auf Wunsch des Be­
In einem ersten Rundgang wurde jedes Projekt vom Vor­
urteilungsgremiums wurde darauf das Projekt sukuru
prüfungsteam in Hinblick auf Nutzung, Verkehr und Umwelt
nochmals mit dem Projekt superblocks verglichen. Das
kurz erklärt. Anschliessend wurden die Projekte von einem
Projekt superblocks wurde ausgeschieden und anstel­
Mitglied des Gremiums erläutert und im Plenum anhand
le sukuru für die Stufe 2 des Wettbewerbs selektioniert.
der vorgegebenen Kriterien diskutiert und beurteilt.
Qualifizierte Teams
Im ersten Rundgang wurden folgende 15 Projekte
Für den Wettbewerb Stufe 2 haben sich folgende
ausgeschieden:
sechs Projekte definitiv qualifiziert:
Follett, Hongkong, Akazie, Sternbild,
Jim, bald, as found, hofmann, thomy, sukuru
rantanplan, Broadway Boogie Woogie,
efes, dury_free, Dreispitz, Bumm, Origami,
the Hook, Silhouette, G400B, thomy
Zweiter Rundgang
Die verbleibenden Projekte wurden nochmals durch ein
Mitglied des Beurteilungsgremiums gewürdigt und anhand
der Modelle vom Plenum direkt miteinander verglichen und
begutachtet. Auf Antrag hin wurde das in der ersten Runde
ausgeschiedene Projekt thomy im zweiten Rundgang
noch­mals beurteilt.
In der zweiten Runde wurden folgende Projekte
ausgeschieden:
Meat, sukuru, Rohschliff, Sequence Syntax
Salix, dreihochdrei
Nach dem zweiten Rundgang haben sich folgende
Projekte für den Wettbewerb Stufe 2 qualifiziert:
Jim, bald, as found, hofmann, thomy,
superblocks
10
Bericht des Beurteilungsgremiums
Dezember 2007
Projektwettbewerb Entwicklung Kunstfreilager/Dreispitz
Hochschule für Gestaltung und Kunst der Fachhochschule Nordwestschweiz (HGK-FHNW)
Schlussfolgerungen
Von den sechs für die Stufe 2 qualifizierten Projektvor­
schlägen vermochte kein Vorschlag in punkto städtebau­
licher Qualität so zu überzeugen, dass er als Basis für die
Stufe 2 hätte ausgewählt werden können. Aus den in der
Stufe 1 des Wettbewerbs gewonnen Erkenntnissen wurden
daher Vorgaben für die städtebaulichen Rahmenbedingun­
gen für die Stufe 2 definiert.
Vom Beurteilungsgremium wurde eine Arbeitsgruppe ein­
gesetzt, welche diese Vorgaben im Detail für das Pro­
gramm der Stufe 2 überarbeitete. Durch die Diskussion der
Projekte innerhalb des Gremiums ergaben sich zudem
neue vereinfachte Randbedingungen für die langfristige
Lösung des LKW-Verkehrs im Bereich Transitlager. Das
Gremium beschloss zudem die Vorgaben für die Freiflä­
chen freier zu definieren.
Beschreibung und Dokumentation
der rangierten Projekte aus der Stufe 1
Hofmann
Sukuru
As Found
Thomy
Jim
Bald
11
Qualifiziert für Stufe 2
Hofmann
Morger + Dettli Architekten AG
Spitalstrasse 8, 4056 Basel
Meinrad Morger, Fortunat Dettli,
Martin Klein, Bernhard Radi,
Katrin Rheingans, Benjamin Fuhrmann,
Jasmin Zarali, Mareen Hoppe
HGK-FHNW
Wohnen
Dienstleistung
Verkauf
12
Bericht des Beurteilungsgremiums
Dezember 2007
Projektwettbewerb Entwicklung Kunstfreilager/Dreispitz
Hochschule für Gestaltung und Kunst der Fachhochschule Nordwestschweiz (HGK-FHNW)
Projektbeschrieb
Die Verfasser behalten ökonomisch oder baugeschichtlich
Beurteilung nützlich. Mit dem einheitlichen Hartbelag auf
wertvolle Bausubstanz bei und beschränken die Neubauten
der ganzen Fläche des Platzes wird die Vorgabe betreffend
auf die Schliessung der Baulücke gegen die Emil-Frey-Stras­
teilweiser Versickerungsfähigkeit negiert. Ein Anteil an un­
se mit einem Hochhaus. Damit wird die bestehende Domi­
versiegelter Fläche von 40 % der Platzfläche ist anzubieten.
nanz des Transitlagerbaus gebrochen. Der heutige LKW-
Bei den übrigen Freiflächen sind Baumhaine das massge­
Parkplatz wird zum zentralen grossen Platz. Hochhaus und
bende Gestaltungselement. Über die Belagsausbildung feh­
Transitlager flankieren den südöstlichen Arealzugang und
len Aussagen. Da diese Plätze aber nicht unterbaut sind,
schaffen so eine Torsituation. Mit dem Abbruch ausgedien­
sind versickerungsfähige Beläge denkbar.
ter Bausubstanz an der nordwestlichen Grenze wird das
Quartier im Innern aufgebrochen und zum künftigen Broad­
ten. Bei der Arealanbindung an das dreispitzinterne Ver­
way geöffnet. Trotz Beschränkung der Interventionen auf ein
kehrssystem sowie an das externe MIV- und ÖV-Netz be­
Minimum werden die gewünschte Nutzungen optimal zuge­
rücksichtigt der Vorschlag die Vorgaben nicht in allen Teilen.
ordnet und das Quartier im Innern wie nach Aussen ange­
Insbesondere die Erschliessung des Transitlagers bis 2013
messen geprägt.
ist nur bedingt möglich. Dem ruhenden Verkehr dienen Ein­
stellhallen unter dem Hochhaus, den Neubauten an der Hel­
Hauptgebäude der HGK ist das Hochhaus. Werkstätten,
Das Arealinnere bliebt dem Langsamverkehr vorbehal­
Ateliers und Lager belegen das Gebäude 17 des ehemaligen
sinki-Strasse, sowie dem Transitlager.
Zollfreilagers. Der Neubau erlaubt, räumlich auf die spezi­
ellen Bedürfnisse einer Hochschule im Lehr- und Infrastruk­
nungsvoll. Der Neubau der Schule wird als Hochhaus zum
turbereich einzugehen. Mit einer transparenten Fassade
gleichwertigen Partner des Transitlagers. Als Gesamtes
sowie unterschiedlichen, den Nutzungen angepassten Stock­
passt auch die übrige Teppichbebauung in die Grossmass­
werkhöhen wird der grossmassstäbliche Baukörper ange­
stäblichkeit dieser Bauten. Die zwei grossen Freiflächen an
messen gegliedert. Die Allokation der Werkstätten im alten
den Arealeingängen sind ebenfalls gleichgewichtig und tra­
Lagergebäude reduziert die Eingriffe an dessen schützens­
gen so zur städtebaulichen Ausgewogenheit des Entwurfes
werter Sub­stanz auf ein Minimum.
bei. Den Verfassern gelingt es mit diesem Konzept den neu­
en Cluster im Dreispitz zu akzentuieren und im Stadtkörper
Für die Umnutzung des Transitlagers soll das Gebäude
auf den Rohbau zurückgebaut werden. Die Geschossplatten
Der Umgang mit den erhaltenswerten Bauten ist scho-
zeichenhaft sicht­bar zu machen.
des Skelettbaus dienen anschliessend als «gestapelte» Bau­
felder für den Einbau individueller Loftwohnungen. Der Vor­
Bei Überarbeitung zu berücksichtigen
schlag, die Lofts wie bei den «Domino-Häuser» einzubauen
Das Hochhaus ist zwar zur Unterbringung der Schule
erscheint verfolgenswert. Organisation und auch die Lage
denkbar. Das Foyer, die Aula sowie die Mensa dienen aber
der Wohneinheiten im Erdgeschoss sind hinsichtlich des
ausserhalb der Unterrichtszeiten auch einer breiteren Öf­
Lärms zu hinterfragen. Hier sollte eine Allokation schulnaher
fentlichkeit (Abend- und Ferienbetrieb). Sie sollten deshalb
oder gewerblicher Nutzungen geprüft werden.
leichter vom öffentlichen Platz her erreichbar sein.
Die Bauten entlang der Helsinki-Strasse sollen durch Neu-
bauten für Dienstleistungsbetriebe, Ateliers, Studentenwoh-
nutzun­gen kommt dem Lärmschutz besondere Bedeutung
nungen usw. ersetzt werden. Dieser Ersatz ist wegen der
zu. Dies ist insbesondere bei Allokation und Gestaltung
Werthaltigkeit der bestehenden Bauten erst mittelfristig
der Wohnbauten zu berücksichtigen.
sinnvoll. Die lärmexponierte Lage setzt zudem angepasste
Wohntypen voraus. Die vorgeschlagenen Maisonette-Ein­
einer Reduktion des Nutzungsmasses und damit zu einer
heiten eignen sich auf Grund ihrer Grösse und Gestaltung
Abwertung der Grundstücke.
nur bedingt für studentisches Wohnen. Vorstellbar sind eher
Atelier­woh­nungen.
überprüfen. Bespielungsvorschläge und -möglichkeiten
Bedingt durch industrielle und gewerbliche Bestands­
Abgebrochene und nicht ersetzte Bausubstanz führt zu
Ausmass und Gestaltung des grossen Platzes sind zu
sind aufzuzeigen. Der geforderte 40 %-ige Anteil von ver­
Die Freiflächen sind differenziert gestaltet. Für den neuen
sickerungsfähiger Fläche ist nachzuweisen.
grossen Platz wird dabei Bezug genommen auf Plätze wie
der Piazza di Campo in Siena oder der Bereich vor dem
eher das geforderte Mass.
Centre Pompidou in Paris. Die mit ornamentgeschmückten
Betonelementen belegten Platzflächen sind so gefaltet, dass
gramms Stufe 2 zu überprüfen.
sich um das Hauptgebäude eine sanfte arenaartige Mulde
bildet. Ob der Vorschlag den grossen Platz in genügender
liegt auf einer Parzelle mit einem privaten Baurecht. Eine
Weise gliedert, ist fraglich. Differenzierte Vorschläge zu den
Rampenlösung ausserhalb des Vorplatzbereiches des Ge­
Bespielungs­möglichkeiten wären für eine diesbezügliche
bäudes 19 ist anzubieten.
Die Grösse der sogenannten Pocket-Parks übersteigt
Die Verkehrsführung ist anhand der Vorgaben des Pro­
Die Erschliessung der Tiefgarage im Bereich Hochhaus
13
Qualifiziert für Stufe 2
Sukuru
Müller Sigrist Architekten AG
Hildastrasse 14a, 8004 Zürich
Pascal Müller, Peter Sigrist,
Mareike Neumann, Michael Meyer
Spezialisten
Dipol Landschaftsarchitekten GmbH, Basel
HGK-FHNW
Wohnen
Dienstleistung
Verkauf
14
Bericht des Beurteilungsgremiums
Dezember 2007
Projektwettbewerb Entwicklung Kunstfreilager/Dreispitz
Hochschule für Gestaltung und Kunst der Fachhochschule Nordwestschweiz (HGK-FHNW)
Projektbeschrieb
Städtebauliche und freiräumliche Interventionen
kneipe lassen auf einen munteren Umgang mit dem En­
Das Projekt ergänzt die bestehende Struktur mit Neubau­
semble hoffen.
ten, die die unterschiedlichen Gebäudehöhen integrativ
ver­binden. Der städtebaulich interessante Hauptakzent
Erschliessung und Parking
wird mit einem als «Leuchtturm» bezeichneten hohen Ge­
Die Fussgänger- Velo- und PKW-Erschliessung im Gelände
bäude in die Mitte des Ensembles gesetzt. Unverständlich,
ist grösstenteils funktionell und praktikabel. Zu nachbar­
dass sich darin nicht die Hauptnutzerin HGK allein befin­
schaftlichen Komplikationen Anlass gibt vermutlich die
det, sondern eine wilde Mischung von Wohnen etc. Entge­
Flächeninanspruchnahme im Bereich Florenz-Strasse Ost.
gen der bestehenden linearen Struktur werden zwei gross­
flächige Gebäude in die Leerstellen an der Florenz-Strasse
Umgang mit Ressourcen Bauten und Anlagen
und an der Emil-Frey-Strasse gesetzt. Diese beiden neuen
Der Umgang mit dem Bestehenden ist grösstenteils rück­
Elemente überzeugen in der dargestellten Form noch nicht.
sichtsvoll. Das auf den ersten Blick sperrige Volumen des
Der Abbruch und Abbau des Gebäudes 11 bringt keine
Transitlagers wird umgenutzt und gut in die Gesamtanlage
städte­bauliche Verbesserung und ist unwirtschaftlich.
integriert. Der erhaltenswerte Sichtbetonbau gewinnt mit
Hauptelemente des Freiraumkonzepts sind ein baum­
der Freilegung seiner Nordseite an Stellenwert. Die üb­
bestückter, formwilder Platz zwischen Transitlager und
rigen erhaltenswerten Bauten werden belassen und mit
Leucht­­­turm und ein weiterer bewusst unmöbliert belas­
sinnvollen Nutzungen belegt. Richtigerweise werden auch
sener Dreiecksplatz, verbunden durch die Oslo-Strasse.
die ortstypischen Elemente der Rampen und Geleisefelder
Der grosse Platz wird eindeutig von den Gebäuden domi­
belassen. Die Ausführung der Gebäude im Minergie/Min­
niert und lässt die Stirnseite des Gebäudes 19 in den Hin­
ergie-P Standard ist möglich, mit Fragezeichen bei den
tergrund treten. Die Ausgestaltung der zwei Plätze sollte
grossen Fassadenabwicklungen verursacht durch die Höfe
im Zusammenhang mit der Nutzungsanordnung nochmals
beim Transitlager und im Haus E.
überdacht werden. Die Bäume sind generell mit wenig Ge­
staltungswillen übers Gelände gestreut. Insgesamt sind
Zu beachten
gute Ansätze vorhanden, damit das Ganze mehr wird als
Das Beurteilungsgremium sieht nicht ein, dass der Ab­
die Addition einzelner Teile.
bruch des vor wenigen Jahren erstellten Gebäudes 11 not­
wendig ist. Hier muss eine Alternative aufgezeigt werden.
Nutzungskonzept
Im Weiteren ist das Beurteilungsgremium der Ansicht, dass
Die Nutzungsverteilung der HGK auf verschiedene Gebäu­
eine Mischung von Hochschulnutzung mit anderen Nut­
de ist prinzipiell attraktiv, da sie die unterschiedlichen
zungen wie beim Haus E und Leuchtturm unerwünscht ist.
Qualitäten der Alt- und Neubauten gut zur Geltung bringt
Schlussendlich ist bei den Wohnungen die Lärmproblema­
und auf natürliche Art für Bewegung und damit Belebung
tik zu beachten. Eine zweiseitige Orientierung der Woh­
im Quartier sorgt. Des Guten zuviel ist die Nutzungsmi­
nungen ist daher erwünscht.
schung im Gebäude beim Leuchtturm und im Haus E. Das
Unterbringen der Nutzungen der HGK auf der Verbindungs­
linie von Broadway bis «Platz-Park Emil-Frey-Strasse» gibt
der Schule die gewünschte Präsenz im Quartier, darf aber
noch etwas konzentrierter sein, um einen guten Gebrauchs­
wert zu gewährleisten. Die Nutzungsmischung von Schule,
Wohnen und Dienstleistung rund um den «Platz-Park» ist
gut nachvollziehbar. Zu hinterfragen ist, ob der Park hier­
für das richtige städtebauliche Bindeglied ist. Die Anord­
nung der Wohnungen mit einer zweiseitigen Orientierung
ist vorteilhaft und kann die bestehenden Lärmbelastungs­
probleme entschärfen. Dieses gute Prinzip wird leider beim
Transitlager nicht angewendet.
Architektonischer Ausdruck
Das Projektteam suggeriert mit den Visualisierungen einen
leichten transparenten Stil für die Neubauten und einen
pfleglichen Umgang mit der erhaltenswerten Bausubstanz.
Die Assoziativillustrationen von Leuchtturm bis Studenten-
15
Qualifiziert für Stufe 2
As Found
Christ & Gantenbein AG
Architekten ETH SIA BSA
Spitalstrasse 12, 4056 Basel
Emanuel Christ, Christoph Gantenbein,
Julia Tobler, Berend Frenzel, Marion Clauss,
Tabea Lachenmann, Marcus Müller
Spezialisten
August Künzel,
Landschaftsarchitekten AG, Basel
HGK-FHNW
Wohnen
Dienstleistung
Verkauf
16
Bericht des Beurteilungsgremiums
Dezember 2007
Projektwettbewerb Entwicklung Kunstfreilager/Dreispitz
Hochschule für Gestaltung und Kunst der Fachhochschule Nordwestschweiz (HGK-FHNW)
Projektbeschrieb
Das Projekt AS FOUND respektiert die bestehende Bebau­
sehr lebendiges neues Quartier schaffen zu können. Das
ungsstruktur des Dreispitz-Areals und baut an ihr weiter.
kann aber nur passieren, wenn ein gleich starkes Aussen­
Die Umnutzungs-Strategie zeigt ein gutes Verständnis der
raum- wie Innenraumkonzept zur Anwendung kommt.
existierenden Bausubstanz. Alle denkmalgeschützten Ge­
bäude bleiben erhalten und werden teilweise transformiert.
Empfehlungen zur Weiterbearbeitung
Die urbane Komposition entwickelt eine Vielzahl von Ty­
In der nächsten Phase sind die Nutzungen zwingend ge­
pen, wie Hallen, mehrgeschossige Lagergebäude, Büro­
mäss Programm zu platzieren. Das Transitlager steht als
häuser und Werkstätten. Gewisse Gebäude versuchen Ak­
Schulgebäude nicht zur Verfügung.
zente in der rigiden städtebaulichen Struktur einzusetzen,
dies schafft ein urbanes Quartier mit einer sehr spezi­
sieren. Die Raumfigur des «Campus» müsste bis an die Emil-
fischen hybriden Identität.
Frey-Strasse führen, ohne irgendwelche Camouflage oder
Die Formulierungen des Aussenraumes sind zu präzi­
Die Konzipierung der Schulanlage durch ein «Dreihäu­
Hindernis. Im Projekt wirkt der Zugang von der Emil-Frey-
ser»-Konzept ist klar und grosszügig. Das allgemeine Sys­
Strasse noch sehr suburban und ungeschickt. Dieser Be­
tem wirkt sehr funktional und eng verknüpft mit einem
reich ist entsprechend intensiv zu überarbeiten. Ein grös­
grossen Angebot an Nutzungen. Der Vorschlag für die
seres Spiel mit den starren urbanen Qualitäten der
neuen Lofthäusern im Quartier zeigt eine klare Sorgfalt an
be­stehenden Aussenräume wäre wünschenswert.
Vielfalt in ein gut integriertes Quartier. Leider platzieren die
Projektverfasser das gesamte Wohnungsangebot in Neu­
tential aus dem Dreispitz-Areal mit seinen gewachsenen
bauvolumen. Offenbar haben sie kein Vertrauen, dass
Strukturen.
Wohnen in der bestehenden Substanz möglich ist. Die
Künstlerateliers sind nur am Rand des zentralen Platzes
täten des Standorts, um mehr Leben und Sichtbarkeit nach
vorgesehen. Es wäre sicherlich wünschenswert gewesen,
Aussen zu richten.
Insgesamt schöpfen die Projektverfasser zu wenig Po­
Wir empfehlen mehr Vertrauen in die inhärenten Quali­
diese mehr im Herzen des Schulkonzeptes am Platz einzu­
tragen.
Die Etappierung stellt eine sorgfältige Methodik dar, ei­
nen neuen Stadtteil «peu à peu» zu bauen, das grösste
Handicap des Entwurfs ist jedoch die Missachtung der
Programmvorgabe, wonach das Transitlager (Gebäude 1)
nicht zum gewünschten Zeitpunkt verfügbar ist. Der Vor­
schlag von einem temporären Containerdorf zeigt ein
gutes Verständnis für die zeitlich beschränkten Nutzungs­
möglichkeiten, wird aber in der dargestellten Form als
nicht sehr praktikabel eingestuft.
Das Projekt AS FOUND leidet an einem unklaren Aus­
senraumkonzept. Auf einer Seite zeigt es ein grosses Ver­
trauen in die stark industrielle Ästhetik des bestehenden
Quartiers, auf der andern Seite bleibt die Wahl von roman­
tischen Baumklumpen mitten im Aussenraum widersprüch­
lich und unverständlich. Die neuen Komponenten Wohnen
– vor allem der Teil «Wohnen am Platz» vermag mit den
vorgeschlagenen Volumen städtebaulich nicht zu be­frie­
digen.
Der Nachweis der LKW-Erschliessung ab 2013 über die
Neapel-Strasse (Bereich Transitlager-Platz) wurde nicht
erbracht. Die geforderte Aufrechterhaltung dieser LKWErschliessung ist nur bei einer Modifikation der Freiraum­
konzeption möglich.
Das Projekt AS FOUND, könnte zu einer exemplarischen
Transformation des Gewerbeareals Dreispitz führen. Mit
einer klaren Etappierung (obschon mit dem Containerdorf
für das Projekt kaum realisierbar) und der weiteren Nut­
zung der bestehenden Bausubstanz, verspricht man ein
17
Qualifiziert für Stufe 2
Thomy
Luca Selva Architekten ETH BSA SIA AG
Viaduktstrasse 14, 4051 Basel
Luca Selva, Anouk Benon, David Gschwind,
Alex Pipoz, Corinne Huwyler, Judith Kappes
HGK-FHNW
Wohnen
Dienstleistung
Verkauf
18
Bericht des Beurteilungsgremiums
Dezember 2007
Projektwettbewerb Entwicklung Kunstfreilager/Dreispitz
Hochschule für Gestaltung und Kunst der Fachhochschule Nordwestschweiz (HGK-FHNW)
Projektbeschrieb
Städtebau und Freiraumgestaltung geschlagene LKW Erschliessung über die Neapel-Strasse
Es ist eine einfache und prägnante städtebauliche Figur die
steht im Widerspruch zur platzartigen Öffnung zur Emil-Frey-
das Projekt THOMY auszeichnet. Einerseits wird die beste­
Strasse. Die Zufahrt zum Autoparking ist wegen der Lage
hende, ortstypische Zeilenstruktur verstärkt und über die
der Einfahrt unnötig kompliziert. Die Umlegung der Rampe
formale Anpassung an das Erschliessungsmuster zu einer
zum Parking Gebäude 19 bedingt eine Verschiebung der un­
ablesbaren Grossform zusammengefasst. Andererseits wird,
terirdischen Einfahrt. Ansonsten ist die Parkierung gut ge­
im Zusammenspiel mit dem Transitlager, durch das mar­
löst, das Autoparking etappierbar und die Fahrradparkplät­
kante Neubauvolumen für die HGK eine neue städtebauliche
ze sind dezentral im direkten Bezug zu den unterschiedlichen
Dimension geschaffen. Ein dreiecksförmiger, die Tiefe des
Nutzungen angeordnet.
Areals auslotender Platz schafft eine grosszügige Öffnung
zur Emil-Frey-Strasse und verhilft der Schule zu einem pro­
Umgang mit Ressourcen und Strukturen minenten Auftritt. Gleichzeitig verändert diese Massnahme
Das Projekt pflegt einen schonungs- und sinnvollen Umgang
die Erscheinung des Transitlagers. Es scheint nicht mehr
mit den vorhanden Ressourcen und Strukturen. Die vorge­
bezugslos in der Landschaft zu stehen. Durch Unterbre­
schlagenen kompakten Volumen lassen eine problemlose
chungen der Zeilenbebauung entstehen im Innern der Anla­
Einhaltung des geforderten Minergie-Standards erwarten.
ge kleinere, räumlich klar gefasste und wohlproportionierte
Das Projekt ist stufengerecht ausgearbeitet und gewährleis­
Freiräume. Diese schaffen im Campus eine überraschende
tet damit eine eindeutige und widerstandsfähige städtebau­
Offenheit und erlauben die Durchquerung der Zeilen. Die ex­
liche Grundlage für einen Projektvorschlag für die HGK. Da­
pressive Volumetrie des Gebäudes 3 wird durch die Zuord­
bei sind die wiederholt auftretenden Dreiecksformen als
nung eines solchen Freiraums geschickt in Szene gesetzt.
Mittel zu verstehen, welche die städtebauliche Konzeption
Im Ganzen entsteht ein ausgewogenes Freiraumangebot,
lesbar machen. Diese Konzeption lässt sich aber auch mit
das in seiner leider sehr schematischen und plakativen Dar­
einer anderen formalen Fassung umsetzen und gewährt so­
stellung, die räumliche und gestalterische Vielfalt nur erah­
mit auch den notwendigen architektonischen Spielraum.
nen lässt, das aber das Potenzial besitzt die unterschied­
lichsten Bedürfnisse zu befriedigen.
Empfehlungen zur Weiterbearbeitung Die doch sehr rigide Anwendung der Dreiecksform ist zu
Nutzungskonzept überdenken. Es muss untersucht werden mit welchen ande­
Das Nutzungskonzept überzeugt durch eine realistische und
ren formalen Massnahmen die Fassung des Campus ge­
sinnvolle Durchmischung. Die Schule ist als Campus um den
schaffen werden kann. Diese Untersuchung ist auch aus der
zentralen Neubau gruppiert. Die Werkstätten und Ateliers
Sicht der Gebäudeorganisation zwingend. Es darf nicht sein,
sind in die bestehenden Gebäude eingelagert. Die restlichen
dass die Klarheit der städtebaulichen Figur mit einer man­
Funktionen der Schule sind im Neubau zentriert. Im Erdge­
gelnden Flächeneffizienz und Nutzungsflexibilität erkauft
schossbereich umgeben Dienstleistungen und Verkauf die
wird. Auch die Aufgabe einer gewissen, gerade im Schulh­
Schulnutzung. Dabei wird das bestehende Angebot berück­
ausbau, gewünschten räumlichen Neutralität ist zu vermei­
sichtigt (z.B. Sammlung Herzog). In den Obergeschossen ist
den. Die bei der Erschliessung aufgezeigten Probleme müs­
das Wohnen über das Areal verteilt. Unterstützt durch die
sen behoben werden. Die durch die LKW Durchfahrt bedingte
unterschiedlichen Gebäudeformen, die mit entsprechenden
Abtrennung des keilförmigen Platzes von der Emil-Frey-
Grund­riss­typologien belegt sind, entsteht ein reichhaltiges
Strasse ist nicht zulässig. Die Verkehrsführung ist anhand
Wohnungsangebot.
der revidierten Vorgaben zu überarbeiten. Insbesondere ist
aufzuzeigen, wie der Platz bei der bis 2013 notwendigen Zu­
Architektonischer Ausdruck fahrt zur Rampe des Transitlagers funktioniert. Die Organi­
Die präzise gewählten Wohnungstypologien und noch abs­
sation des Platzes, insbesondere in der Tiefenstaffelung,
trakten Ansichten lassen einen dem Ort und Planungsstand
muss aufgezeigt werden. Es muss die notwendige Zonie­
adäquaten architektonischen Ausdruck erkennen. Auch die
rung zwischen der Emil-Frey-Strasse und dem hinteren Ende
Anordnung der Schulmensa im Transitlager zeigt eine präzi­
des Platzes ausgewiesen werden. Hier kann zum Beispiel
se Lektüre des Ortes. Unter Ausnützung der bestehenden
die geforderte unversiegelte Fläche von 40% des gesamten
Rampenanlage sind hier attraktive Aussensitzplätze ange­
Platzes zur Strukturierung des Platzes einen Beitrag leisten.
ordnet. Leider ist diese Anordnung nicht zulässig da das
Für die im Transitlager angeordnete Schulmensa muss ein
Transitlager erst ab 2013 zur Verfügung steht.
anderer Standort vorgeschlagen werden. Falls nach 2013
Schulnutzungen im Transitlager untergebracht werden dies
Erschliessung und Parkierung Zusatznutzungen sein, welche nicht im Wettbewerbspro­
Zur Erschliessung sind spärliche Angaben gemacht. Die vor­
gramm enthalten sind.
19
Qualifiziert für Stufe 2
Erny & Schneider AG Architekten BSA SIA
Jim
St. Alban-Vorstadt 68a, 4052 Basel
Martin Erny, Karl Schneider, Tanja Raufer,
Christine Siemonsen, Alice Geller,
Eva Hardeweg, Sina Palic, Noriaki Fujishige
HGK-FHNW
Wohnen
Dienstleistung
Verkauf
20
Bericht des Beurteilungsgremiums
Dezember 2007
Projektwettbewerb Entwicklung Kunstfreilager/Dreispitz
Hochschule für Gestaltung und Kunst der Fachhochschule Nordwestschweiz (HGK-FHNW)
Projektbeschrieb
Städtebauliche und freiräumliche Konzeption
Anordnung der Schulnutzung an zwei Standorten, welche
Die Verfasser legen ihrem Vorschlag für die Transformati­
zugleich Anbindungsknoten an den öffentlichen Verkehr
on des Arealbereichs eine integrative Sicht zugrunde und
darstellen. Dieses Splitten bietet die Möglichkeit der Ein­
ordnen dieser die baulichen Eingriffe mehrheitlich unter –
gliederung von Werkstätten usw. in die attraktive Substanz
durch Aufbau auf der vorgefundenen Erschliessungs- und
des Freilagers und entspricht der «Vision Dreispitz», Gale­
Bebauungsstruktur und Übernahme der Volumetrie. Ledig­
rien, Bildung und Forschung auch in ehemaligen Lagerhal­
lich der stark störende Trakt des Gebäudes 16 wird durch
len unterzubringen – im Sinne eines Stadtumbaus in klei­
einen dreigeschossigen Kubus ersetzt. Die Eingriffe zeigen
nen Schritten.
die erwünschte Rücksichtnahme auf die erhaltenswerten
Objekte und den Charakter des Ortes. Die Baukuben schaf­
Schlussfolgerung und Weiterbearbeitung
fen im Dialog mit den Aussenräumen eine spezielle Atmo­
Die Strategie des Aufbaus auf dem Bestand kann weiter­
sphäre des «Nicht-Endgültigen» – des Transportes, der
verfolgt werden unter der Prämisse, dass die räumlichen
Lagerung, des Umschlags.
und gestalterischen Eingriffe konsequent daraus abgelei­
Das Freiraumkonzept ist mit den bestehenden Aussen­
tet werden. Insbesondere ist das zweizeilig strukturierte
räumen (Übergangsräume zur Florenz-Strasse) und den
Gebäude an der Emil-Frey-Strasse volumetrisch seiner
neu formulierten Pocket-Parks sowie dem zentralen Frei­
Bedeutung als Hochschule entsprechend auszubilden und
raum nördlich des Transitlagers ökologisch sinnvoll und
eine klare Definition des zentralen Aussenraumes herbei­
hinsichtlich Erlebniswert und Nutzbarkeit vielfältig. Die
zuführen. Die fremde Baurechtsparzelle östlich des Ge­
vorgeschlagene Durchwegung für Fussgänger über Po­
bäudes 19 darf nicht überbaut werden. Das Transitlager ist
cket-Parks, Rampen, Treppen und Gebäude-Durchgänge
in einer der planerischen Grundhaltung angepassten Art
dürfte die Durchlässigkeit v.a. auch zum Broadway ermög­
umzunutzen. Die Auffindbarkeit – und damit die Adresse
lichen, muss aber im Detail noch hindernisfreier ausgestal­
der Schule – sowie die Orientierungsmöglichkeit innerhalb
tet werden. Die Zugänglichkeit für den Veloverkehr und die
des Campus bleiben noch zu lösende Aufgaben.
Veloparkierung sind durch Vermeidung von Niveaudiffe­
renzen sicher zu stellen.
Das Transitlager wird um zwei Geschosse aufgestockt,
durch innen liegende Terrassen aufgebrochen und in sei­
ner Tiefe reduziert. Dieser Ansatz widerspricht der im
nördlichen Arealteil vertretenen planungsphilosophischen
Haltung und verhilft diesem Gebäude zu einer Bedeutung,
die seiner Nutzung zu Wohnzwecken nicht angemessen
ist.
Architektonischer Ausdruck
Das zweizeilig gegliederte Schulgebäude an der Emil-FreyStrasse nimmt das bestehende Bebauungsmuster auf und
führt es weiter. Der östliche Flügel der Schule befindet sich
zudem auf einer fremden Baurechtsparzelle. Der Aussen­
raum bleibt durch die Setzung der Volumen mehrdeutig
lesbar. Die kleinteiligen und vielschichtigen räumlichen
Eingriffe (z.B. «Stadtpergola») wirken teilweise unentschie­
den und werden der Bedeutung der Schule und des öffent­
lichen Aussenraums nicht gerecht. Das Transitlager ist
aufgrund seiner Mehrhöhe nicht in die Bebauungsstruktur
integriert. Der dargestellte architektonische Ausdruck ist
pragmatisch und scheint auf der konzeptionellen Grund­
haltung zu basieren.
Nutzung und Etappierung
Insgesamt ist der Ansatz sehr von der Nutzbarkeit und Be­
spielbarkeit des Freiraumes aus gedacht und zielt auf eine
hohe Interaktionsdichte ab. Das Konzept basiert auf der
21
Qualifiziert für Stufe 2
Bald
GIGON/GUYER
Dipl. Arch. ETH/BSA/SIA AG
Carmenstrasse 28, 8032 Zürich
Anette Gigon, Mike Guyer,
Raphaela Schacher, Ivana Vukoja,
Brigitte Rüdel, Karsten Buchholz,
Nina Richner, Basil Morscher
Spezialisten
Dr. Lüchinger & Meyer,
Bauingenieure AG, Zürich
Schweingruber Zulauf,
Landschaftsarch. BSLA, Zürich
BAKUS
Bauphysik & Akustik GmbH, Zürich
b+p baurealisation ag,
Kostenplaner, Zürich
Enz & Partner GmbH,
Verkehrsplaner, Zürich
IPB Ingenieurbüro
HGK-FHNW
Wohnen
Dienstleistung
für Energie & Haustechnik, Sarnen
IBG Engineering,
Elektroingenieure, St. Gallen
Verkauf
22
Bericht des Beurteilungsgremiums
Dezember 2007
Projektwettbewerb Entwicklung Kunstfreilager/Dreispitz
Hochschule für Gestaltung und Kunst der Fachhochschule Nordwestschweiz (HGK-FHNW)
Projektbeschrieb
Der Vorschlag besticht durch eine überzeugende Aufnah­
Neapel-Strasse erfolgen, obwohl eine Strassenverbindung
me und Ergänzung der bestehenden städtebaulichen Situ­
um das ehemalige Transitlager weiterhin gegeben ist.
ation. Die Hochschule für Gestaltung und Kunst wird durch
die Anordnung der Bauten und Verteilung der Nutzungen
kierung sind einfach, logisch und weitgehend konfliktfrei
zur zentralen und prägenden Einrichtung des Areals. Dies
mit den Aufenthaltsqualitäten im öffentlichen Raum.
wird insbesondere durch die Setzung eines neuen grös­
seren Hochschulgebäudes an der Emil-Frey-Strasse er­
städtebauliche Anordnung der Bauten vorzuschlagen und
reicht.
attraktive öffentliche Räume zu formulieren. Die funktio­
nale und logische Aufteilung, insbesondre der Hochschul­
Der zentrale Platz erhält durch diese Intervention einen
Die Lösungsvorschläge für die PW-Zufahrten und Par­
Den Projektverfassern gelingt es eine überzeugende
räumlichen Abschluss. Um ihn gruppieren sich neben der
nutzung, bildet ein gute Grundlage für die weitere Arbeit.
Hochschule Galerien, Dienstleistungen und Verkauf. Das
Transitlager wird umgebaut und als Wohngebäude ge­
Schlussfolgerung und Weiterbearbeitung
nutzt. Die Bauvolumen, der Platz und die Pocket-Parks
In der nächsten Phase sind die Qualitäten und die tech­
wirken von ihrer Dimension und Anordnung einfach und
nische und wirtschaftliche Machbarkeit der öffentlichen
wie eine logische Weiterentwicklung der vorhandenen Ty­
Räume (Überdeckung, Bepflanzung, Versickerung), zu ver­
pologien des Dreispitzareals. Die Nutzungen und Gestal­
tiefen.
tung der öffentlichen Aussenräume und Gebäudevorzonen
der Schulen, Galerien und Restaurants sind standortge­
bisherigen Qualitäten nicht überzeugen. Die Nutzung der
recht und haben gute Dimensionen. Die Gestaltung des
EG mit privaten Aussenräumen wird als unzweckmässiger
grossen Platzes mit Bäumen etc. wird durch eine kostspie­
Vorschlag im raue Umfeld (Lärm, Verkehr, Nachbarschaft
lige Überdeckung der Tiefgarage erkauft und kann bisher
Hochschulen und Galerien) beurteilt. Auch der Umbau des
qualitativ und ökologisch nicht überzeugen.
Transitlagers in der vorgeschlagenen Form und Art (Höfe,
Die geschützten Bauten werden für Werkstatt- und
EG-Nutzung) überzeugt nicht. Hier sind städtebaulich-ar­
Ateliernutzungen der Hochschule sowie für Galerien, De­
chitektonische Anpassungen notwendig, die die vorhande­
tailhandel und Gastronomie genutzt. Der Neubau an der
ne Bausubstanz besser nutzen und wirtschaftlicher sind
Ecke Oslo-/Florenz-Strasse schafft einen städtebaulich ak­
(Wohntypen ohne grosse Innenhöfe etc.) und im EG Be­
zentuierten Abschluss der Zeile und kann gemeinsam mit
reich andere Nutzungen zulassen.
dem ehemaligen Zollfreilager (Gebäude 17) einen Schwer­
punkt der Ausbildungsbereiche der Schule bilden, die
gremiums ein grosses Potential für eine zukunftsweisende
durch ihre Produktionen und Ausstellungen zum öffentlich
Entwicklung des Campus des Bildes.
Die Wohnnutzung an der Helsinki-Strasse kann mit den
Das Projekt hat nach Einschätzung des Beurteilungs­
wahrnehmbaren Auftritt einer Gestaltungshochschule bei­
tragen.
Neben dem Umbau des Transitlagers wird die Wohn­
nutzung in einem Neubau an der Helsinki-Strasse (Abriss
Gebäude 11 und 10) und auf ein neues städtebaulich mar­
kantes Gebäude am Abschluss der Ecke Oslo-/NeapelStrasse konzentriert. Die Verfasser vermeiden durch diese
Anordnung weitgehend eine gebäudeweise Mischung von
Nutzungen. Im Neubau an der Helsinki-Strasse und im
Transitlager wird das Erdgeschoss bewohnt. Die vorge­
schlagenen städtebaulichen Massnahmen zur Schaffung
eines Wohnumfeldes in diesen Bereichen können noch
nicht überzeugen. In das heutige Transitlager werden drei
Innenhöfe in das Gebäudevolumen geschnitten, die die
Bautypologie nachteilig verändern und ist wirtschaftlich
unsinnig.
Das Areal ist aus verschiedenen Richtungen erschlos­
sen. Für ÖV-Passagiere wird der Zugang von der Tramhal­
testelle Ruchstrasse an der Emil-Frey-Strasse und vom
Broadway erfolgen. Für die Velo- und PW-Erschliessung ist
die Zufahrt über das Tor 13 (Florenz-Strasse) vorgesehen.
Der Schwerlastverkehr soll ab 2013 nicht mehr über die
23
Weitere Projekte der Stufe 1
ROHSCHLIFF
Drexler Guinand Jauslin Architekten AG
Wildbachstrasse 48, 8008 Zürich
Hans Drexler, Marc Guinand, Daniel Jauslin,
Deniz Demiroglu
Staufer & Hasler Architekten AG
Sternbild
Dipl. Arch. ETH SIA BSA
Industriestrasse 23, 8500 Frauenfeld
Sascha Mayer, Sandra Frei, Ramona Gähler
Rantanplan
Architektur Consult ZT GmbH
Körblergasse 100, 8010 Graz, Österreich
Peter Zinganel, Martin Priehse,
Eva Maria Silberschneider, Jakob Böhme,
Marc Ziegenfuss, Constanze Barthel
Spezialisten
Modellbau Schuller
taska grafik, Martin Hofbauer
24
Bericht des Beurteilungsgremiums
Dezember 2007
Projektwettbewerb Entwicklung Kunstfreilager/Dreispitz
Hochschule für Gestaltung und Kunst der Fachhochschule Nordwestschweiz (HGK-FHNW)
Dreispitz
Ortner & Ortner Baukunst
Gesellschaft von Architekten mbH
Leibnizstrasse 60, 10629 Berlin, Deutschland
Manfred Ortner, Laudris Ortner,
Markus Penell, Christopher Kühn
Spezialisten
Topotek1, Garten- und Landschaftsplanung,
Bumm
Berlin
SLIK Architekten
Hardstrasse 219, 8005 Zürich
Lukas Kueng, Ramias Steinemann,
Steffen Lemmerzahl
Spezialisten
Hansjörg Jauch,
Landschaftsarchitekt BSLA, Zürich
TEAMverkehr Zug, Cham
Martin Lienhard, dipl. Phys. ETH/SIA
Meat
Bau- u. Raumakustik/Lärmschutz,
Langenbruck BL
Baumschlager Eberle/Architectural Devices AG
Davidstrasse 38, 9000 St. Gallen
Carlo Baumschlager, Jesko Hutter,
Hans U. Grassmann, Robert Urbanek-Zeller,
Tomasz Walecki, Piet Wolf
Spezialisten
KuBuS Freiraumplanung, Berlin
Landschaftsarchitekt Ralph Witte
25
Weitere Projekte der Stufe 1
Superblocks
sabarchitekten ag
Blauenstrasse 19, 4054 Basel
Markus Kägi, Andreas Reuter,
Dominique Salathé, Thomas Schnabel,
David Merz, Marco Merz, Alexandre Noël,
Wynd van der Woude
Spezialisten
Adrian König, Bilder
Müller Schmid Landschaftsarchitekten, Zürich
WGG Schnetzer Puskas, Ingenieure, Basel
Stierli + Ruggli, Verkehr
Silhouette
Burkhard Meyer Architekten BSA AG
Martinsbergstrasse 40, 5400 Baden
Tobias Burger, Oliver Dufner, Christiane Illing,
Daniel Krieg, Adrian Meyer, Patrick Rüdisüli
Sergison Bates architects LLP
Akazie
44 Newman Street, London W1T 1QD,
United Kingdom
in Zusammenarbeit
mit Nicolas Hünerwadel Architekt, Basel
Stephen Bates, Aidan Hodgkinson,
Steffen Jürgensen, Timo Keller,
Paolo Scianna, Jonathan Sergison,
Carla Smyth, Lillianna Wild
26
Bericht des Beurteilungsgremiums
Dezember 2007
Projektwettbewerb Entwicklung Kunstfreilager/Dreispitz
Hochschule für Gestaltung und Kunst der Fachhochschule Nordwestschweiz (HGK-FHNW)
duty_free
e2a eckert eckert architekten ag
Hardturmstrasse 76, 8005 Zürich
Piet Eckert, Wim Eckert, Vesna Brandestini,
David P. Lieser
Spezialisten
Vetsch Nipkow Partner AG,
SEQUENCE SYNTAX SALIx
Lanschaftsarchitekten BSLA, Zürich
Durisch + Nolli Architetti Sagl ETH SIA BSA
Via Coremmo 4, 6900 Lugano
Pia Durisch, Aldo Nolli, Alberto Figuccio,
Oscar Maradiaga, Niccolo Nessi,
Margherita Pusterla
Spezialisten
Sophi Ambroise, Landschaftsplanung
BROADWAY BOOGIE WOOGIE
Marques AG
Dipl. Architekt ETH SIA BSA
Rankhofstrasse 3, 6006 Luzern
Daniele Marques, Fanny Hofmann
Spezialisten
Appert & Zwahlen, Landschaftsarchitekten
Rapp AG, Verkehrsingenieure, Basel
27
Weitere Projekte der Stufe 1
DREIHOCHDREI
:mlzd
Mattenstrasse 81, 2503 Biel
Pat Tanner, Lars Mischkulnig,
Claude Marbach, Roman Lehmann,
Daniele Di Giacinto, Ulrich Gradenegger,
Stefan Leiseifer, Ralph Büchel
Spezialisten
Philipp Schaerer, Visualisierung, Zürich
Fierz Architekten AG
Origami
Leimenstrasse 76, 4051 Basel
Peter Fierz, Stefan Bringolf, Christof Flück,
Philipp Moser, Andreas Kimling, Su-Pyo Lee
Spezialisten
Jacob Landschaftsarchitekten GmbH, Basel
Rapp Infra AG, Verkehrsplanung, Basel
Buol & Zünd Architekten BSA
Follett
Greifengasse 1, 4058 Basel
Sebastian von Doering, Matthias Aebersold,
Stéphane Lippitsch, Vincenzo Maddalena,
Juri Schönenberger, Thomas Fischnaller
Spezialisten
Imhof und Nyfeller, Rendering, Zürich
Vogt Landschaftsarchitekten AG, Zürich
28
Bericht des Beurteilungsgremiums
Dezember 2007
Projektwettbewerb Entwicklung Kunstfreilager/Dreispitz
Hochschule für Gestaltung und Kunst der Fachhochschule Nordwestschweiz (HGK-FHNW)
HONGKONG
UNDEND Architektur AG
Schöntalstrasse 21, 8004 Zürich
Dieter Vischer, Raffael Baur, Urs Egg,
Hanna Kronstrand, Robert Ostmann
Spezialisten
Emch+Berger AG, Verkehrsplaner, Zürich
G400B
Buchner Bründler Architekten BSA
Utengasse 19, 4058 Basel
Daniel Buchner, Andi Bründler,
Nicole Johann, Raul Mera, Felix Engelhardt,
Claudia Furer, Bülend Yigin
THE HOOK
Buehrer Brandenberger Kloter Tigges
Architekten
Hochstrasse 111, 4053 Basel
Leif Bennett, Basile Bornand,
Oliver Brandenberger, Stephan Buehrer,
Suzanne Courvoisier, Tobias Eichenberger,
Stephanie Hirth, Andrea Klaes,
Adrian Kloter, Daniel Tigges
29
Weitere Projekte der Stufe 1
bhend.klammer dipl. architekten ETH SIA
Efes
Hardstrasse 219 K1, 8005 Zürich
Christof Bhend, Sergej Klammer, Gaby Kägi,
Eckart Kühne
30
Bericht des Beurteilungsgremiums
Dezember 2007
Projektwettbewerb Entwicklung Kunstfreilager/Dreispitz
Hochschule für Gestaltung und Kunst der Fachhochschule Nordwestschweiz (HGK-FHNW)
Stufe 2
Programm
Die Aufgabe der Stufe 2 war die Entwicklung eines Projekt­
Raumprogramm und Nutzungsverteilung
vorschlags für die HGK-FHNW. Neben der Verfeinerung
Nach den Ergebnissen der Stufe 1 bevorzugen die CMS als
der städtebaulichen Aussagen unter Nachweis des Raum­
Grundeigentümerin und Gebäudeeigentümerin – hinsicht­
programms im Perimeter wurden insbesondere das ge­
lich der Nutzungsverteilung für den Gesamtperimeter des
stalterische und funktionale Potential, die Wirtschaftlich­
Kunstfreilagers – sowie die HGK – hinsichtlich der Konzep­
keit sowie die Ein­haltung der energietechnischen Vorgaben
tionierung der Hochschule – eine Nutzungsverteilung, die
der Vorschläge beurteilt.
die Unterbringung eines Teils der Räume der HGK im Frei­
Gegenüber dem Programm der Stufe 1 wurden für die
lager (Gebäude 17) vorsieht. Im Rahmen der Stufe 2 wur­
Stufe 2 gemäss den Anforderungen der Bearbeitungsauf­
den hierfür von der HGK weitere Vorgaben gemacht. Es
gabe sowie den Erkenntnissen der Beiträge der Stufe 1
wurde eine Raumgruppierung nach Raumtypen gegenüber
verschiedenen Punkte des Programms weiter spezifiziert.
einer nach Instituten präferiert, um eine langfristige Nut­
Besonders zu berücksichtigen waren dabei die folgenden
zungsflexibilität zu sichern.
Vorgaben.
Damit ergaben sich folgende, gegenüber Stufe 1 teil­
weise angepasste Vorgaben: Für alle Nutzungen standen
Städtebau
die Gebäude 12, 13, 16, 17 zur Verfügung. Für Hochschul­
Aufgrund der Wettbewerbsresultate der Stufe 1 hat die von
nutzung standen die Gebäude 1, 2, 3, 5, 10, 11, 14, 15 nicht
dem Beurteilungsgremium eingesetzte Fachgruppe in Zu­
weiter zur Verfügung, wobei die CMS die Absicht hat, die
sammenarbeit mit Fachgremien und der Bauherrschaft die
Gebäude 14 und 15 längerfristig als Atelier-, oder Ausstel­
städtebaulichen Rahmenbedingen für die Bebauung des
lungsräume oder für Galerien zu nutzen. Das Gebäude 11
Wettbewerbsareals überarbeitet. Diese bildeten die Basis
darf nur umgebaut und nicht ersetzt werden. Aufgrund län­
für die Stufe 2 des Wettbewerbs. Insbesondere handelte es
gerfristiger Verträge standen die Gebäude 4, 9, 19, 20,
sich hierbei um Rahmenvorgaben wie Grössen für ver­
nicht zur Verfügung.
schiedene Baufelder, sowie erlaubte Bauhöhen.
Verkehr
Für die Gebäude 4 und 9 hat sich kurzfristig eine weiterge­
Es wurde eine verbindliche Vorgabe für die Erschliessung
hende Verfügbarkeit ergeben. Darum sollte im Rahmen der
durch den Lastwagenverkehr südlich des Transitlagers
gesamtstädtebaulichen Konzeption überprüft werden, in­
(Gebäude 1) gesetzt. Im Bereich Langsamverkehr konnte
wieweit eine Wohnnutzung ab 20 m Höhe über einer gewerb­
eine Anbindung an die Grün- und Freiräume an die Brüg­
lichen Nutzung städtebaulich verträglich und erwünscht
linger Ebene auch im Bereich des heutigen Platzraumes
ist.
nachgewiesen werden.
Energie
Alle Neubauten für die Hochschule waren nach Minergie-P
Standard für Schulbauten zu entwerfen. Für Sanierungen
galt unverändert der Minergie Standard, wobei bei Konf­
likten mit Aspekten des Denkmalschutzes letzterer höher
zu gewichten war.
Wirtschaftlichkeit HGK
Es galt ein Kostendach von 70 Mio. CHF (Gesamtbaukos­
ten BKP 1, 2, 4 und 5). Planung und Realisierung waren auf
Unterschreitung des Kostendachs auszurichten. Die Ein­
haltung des Kostendachs bildet ein Kriterium für die Beur­
teilung der Projekte.
31
Stufe 2
Beurteilung Stufe 2
Beurteilungskriterien
Vorprüfung
Grundlage der Beurteilung der Stufe 2 war nachfolgender
Teilnehmende aus der Stufe 1
Kriterienkatalog:
Jim, bald, as found, hofmann, thomy, sukuru
Städtebauliche und freiräumliche Intervention
Die Projekte für die Stufe 2 wurden unter neuen Kennwör­
Erschliessung und Parkierung
tern eingereicht.
Erfüllung des Raumprogramms, Organisation
der Gebäude (Funktionalität)
Inhalte der Vorprüfung
Architektonischer Ausdruck
Die eingereichten Projekte wurden gemäss den im Wettbe­
Umgang mit Ressourcen, Bauten und Anlagen,
werbsprogramm Stufe 2 gestellten Anforderungen unter
Anforderungen Minergie-Standards
Beizug von Experten geprüft. Die Ergebnisse wurden ta­
Wirtschaftlichkeit, im Zusammenhang mit Umgang
bellarisch aufgelistet und den Mitgliedern des Beurteilungs­
mit der bestehenden Bausubstanz
gremiums zur Verfügung gestellt. Im Rahmen der Vorprü­
Umgang mit schützenwerten Bauten
fung Stufe 2 wurden folgende Punkte geprüft:
Vollständigkeit und Termingerechtigkeit der Abgabe
Kontrolle der Flächenkennzahlen
Einhaltung der Kostenvorgabe anhand einer ein­
heitlichen und vergleichbaren Kostenevaluation durch
Kostenexperten
Einhaltung der Rahmenbedingungen Perimeter,
Verkehr, Freiraum, Lärm und Ökologie
Beurteilung des Potenzials in Hinblick auf die
geforderte Einhaltung des Minergie und Minergie-P
Standards durch einen Energieexperten
32
Bericht des Beurteilungsgremiums
Dezember 2007
Projektwettbewerb Entwicklung Kunstfreilager/Dreispitz
Hochschule für Gestaltung und Kunst der Fachhochschule Nordwestschweiz (HGK-FHNW)
Beurteilung Projekte
Ergebnis der Vorprüfung
1. Jurytag
Sechs Projekte wurden vollständig, termingerecht und an­
Erster Rundgang
onym eingereicht. Von einem Projektteam wurde mit der
In einem ersten Rundgang wurde jedes Projekt vom Vor­
Abgabe des Modells ein zusätzlicher Plan eingereicht. Die­
prüfungsteam in Hinblick auf Verkehr, Energie, Umwelt und
ser wurde für die Beurteilung nicht berücksichtigt.
Kosten kurz vorgestellt. Anschliessend wurden die Pro­
jekte von einem Mitglied des Beurteilungsgremiums erläu­
Bei zwei Projekten wurden Verstösse gegen Vorgaben
tert und im Plenum anhand der vorgegebenen Kriterien
von Parzellenabständen festgestellt.
diskutiert und beurteilt.
Mehrere Projekte wiesen wesentliche Mängel
im Bereich Erfüllung des Minergie-P Standards auf.
Im ersten Rundgang wurden folgende Projekte
Der Lärmproblematik wurde in Hinblick auf
ausgeschieden:
den Gesamtperimeter bei allen Projekten zu wenig
tool, artist
Rechnung getragen (Wohungen an der Helsinki-
Strasse). Die Gebäude der HGK lassen sich bei allen
2. Jurytag
Projekten ausser Faro ohne Veränderung der
Zweiter Rundgang
Nutzungsverteilung, jedoch mit An­passun­g­en an
In einem zweiten Rundgang wurden die Projekte anhand
Fassaden und Grundrissen umsetzen.
der Texte des Beurteilungsgremiums nochmals bespro­
Bei der Parkierung verstossen alle Beiträge gegen
chen. Im Anschluss wurden die vier verbleibenden Projekte
die Vorgaben hinsichtlich der strikten Beibehaltung
miteinander verglichen und anhand der vorgegebenen Kri­
der Einstellhalleneinfahrt des Gebäudes 19.
terien beurteilt.
Bei den Grünflächen wurden teilweise keine unver­
siegelten Flächen nachgewiesen. Bei den festgestell­
Das Beurteilungsgremium nahm folgende Rangierung vor:
ten Verstössen gegen die Forderungen gemäss
1. Rang Armin 45 000.–
Programm sind Überarbeitungen möglich.
2. Rang Faro 40 000.–
Bei den von externen Experten ermittelten Vergleichs­
3. Rang King Kong 30 000.–
kosten wurde der vorgegebene Kostenrahmen bei
4. Rang St. Petersburg allen Projekten überschritten.
5. Rang tool Vor dem ersten Rundgang wurden die Resultate
5. Rang artist 15 000.–
der Vorprüfung durch deren Verfasser im Überblick
vorgestellt. Vom Gremium wurde der Beschluss
gefasst, alle Projekte zur Beurteilung zuzulassen.
33
Stufe 2
Schlussfolgerungen und Empfehlungen
Das Beurteilungsgremium stellte fest, dass die Aufgabe,
Für die Ausarbeitung des Quartierplans sowie die Planung
welche den Teams im Wettbewerb gestellt wurde, sehr
der Feiraumgestaltung, welche Gegenstand einer separa­
komplex und anforderungsreich war. Keines der einge­
ten Weiterbearbeitung sein wird, empfiehlt das Gremium
reichten Projekte vermochte vollumfänglich den Anforde­
folgende Punkte zu berücksichtigen:
rungen zu genügen. Insbesondere vermochte kein Projekt
sowohl für den Neubauteil der Schule als auch für den Um­
Eine Anbindung aus dem neuen Platz heraus an den
bau von Gebäude 17 zu überzeugen. Das Beurteilungsgre­
Grünraum der Brüglinger Ebene ist wünschenswert.
mium empfiehlt daher das Projekt HGK in zwei Teilprojekte
Diese Frage ist gegebenenfalls separat in einem
aufzusplitten und die Verfasser nachfolgender Projekte zur
Weiterbearbeitung wie folgt zu beauftragen:
weiteren Verfahren zu behandeln
Das bestehende Rampensystem soll nicht eliminiert
werden, schiefe Ebenen sind daher zu überdenken
Projekt ArmiN: Neubau
Projekt Faro: Umbau Gebäude 17
Geeignete Lösungen zu Fragen des Freiraumes
könnten mittels Varianz­verfahren gesucht werden
Der im Projekt Armin vorgeschlagene Pocket-Park
Bei der Weiterbearbeitung sind folgende Kritikpunkte be­
nördlich des Gebäude 15 soll räumlich festgehalten
sonders zu berücksichtigen:
werden
In der Zeile Helsinki-Strasse soll innerhalb der Bauten
Armin
im Altbestand ein weiterer Pocket-Park definiert
Wirtschaftlicheres Verhältnis von HNF zu GF
werden (siehe z. B. Projekt Armin )
Lage der Mensa und Bibliothek
Vereinfachung des Tragwerks
Lage der Erschliessungskerne an der Fassade
Erreichen von Minergie-P Standard im Einklang
mit Fassadengestaltung
Architektonischer Auftritt, Erkennbarkeit der
Hochschulnutzung
Lärmschutz insbesondere gegen die
Emil-Frey-Strasse
faro
Neue Erschliessungskerne
Bessere Belichtung der Atelierflächen
Architektonische Qualität des Erd- und Unterge­
schosses ist auch in den Obergeschossen erwünscht
34
Bericht des Beurteilungsgremiums
Dezember 2007
Projektwettbewerb Entwicklung Kunstfreilager/Dreispitz
Hochschule für Gestaltung und Kunst der Fachhochschule Nordwestschweiz (HGK-FHNW)
Beschreibung und Dokumentation
der weiterbearbeiteten Projekte der Stufe 1
Hofmann
Sukuru
As Found
Thomy
Jim
bald
Armin
Faro
King Kong
St. Petersburg
Artist
Tool
35
1. Rang (Gesamtkonzeption/Weiterbearbeitung Neubau)
Hofmann
Armin
Morger + Dettli Architekten AG
Spitalstrasse 8, 4056 Basel
Meinrad Morger, Fortunat Dettli, Bernhard Radi,
Jasmin Zarali, Matthias Forster, Martin Klein,
Kim Ravenshorst, Christian Deis, Mareen Hoppe
Spezialisten
Conzett Bronzini Gartmann AG, Statik, Chur
Stokar + Partner AG, Haustechnik, Basel
PPEngeneering, Fassadenplaner, Basel
Vogt Landschaftsarchitekten, Zürich
Prof. Dr. Mario Fontana, Brandschutz, Zürich
36
Bericht des Beurteilungsgremiums
Dezember 2007
Projektwettbewerb Entwicklung Kunstfreilager/Dreispitz
Hochschule für Gestaltung und Kunst der Fachhochschule Nordwestschweiz (HGK-FHNW)
Projektbeschrieb
Städtebau
nahme der Bibliothek und der Mensa sinnvoll. Eine bessere
Der städtebaulich-konzeptionelle Ansatz des Vorschlages
Zugänglichkeit für die Öffentlichkeit wie sie beispielsweise
sieht mit Ausnahme der Werk­stätten und Ateliers die Kon­
die Aula, die Aus­stellungshalle und die Cafeteria aufwei­
zentration aller Räume der Hochschule in einem Hoch­haus­
sen, wäre zumindest für den Bibliotheksbereich wün­schens­
neu­bau vor. Die Situierung dieses neuen Hochschulgebäu­
wert. Das Rampensystem, welches die öffentlich zugäng­
des in der bestehenden Baulücke gegen die Emil-Frey-
lichen Bereiche untereinander verbindet, ist aufwendig und
Strasse fördert die Zusammenfassung des Gefüges von
hat in der Nutzbarkeit seine Grenzen. Das vorgeschlagene
Einzelbauten zu einem Ganzen und die klare Definition der
Tragwerkskonzept mit weitgespannten Decken sowie die
angestrebten Freiräume im Innern des Quar­tiers. Mit sei­
Beschränkung auf wenige tra­gende Vertikalelemente im
ner Volumetrie, seiner Gliederung sowie seiner Materiali­
Innern erleichtern die Umsetzung des Konzeptes mit weit­
sierung setzt sich der Bau von der bestehenden in Charak­
gehend freier Nutzungszuordnung in den Obergeschossen
ter und Höhenentwicklung recht homogenen Bebauung
und ermöglicht, die Konstruktionsele­mente (Decken) in
ab, markiert damit aber sowohl für das umstrukturierte
das Konzept für die Raumkonditionierung einzubeziehen.
Quartier als auch für den Hochschul­standort zeichenhafte
Die Höhe der Deckenkonstruktion wirkt sich auf die Ge­
Präsenz. Die bestehenden Lager- und Verwaltungsgebäu­
schossigkeit des Gebäudes aber negativ aus.
de werden mit geringfügigen Eingriffen und unter Berück­
sichtigung ihrer oekonomischen und bauge­schichtlichen
der Erschliessungskerne in die Ge­bäudemitte und der Auf­
Werte neu genutzt.
hebung des Mittelganges mehr Nutzfläche gewonnen.
Beim Umbau des Zollfreilagers wird mit der Verlegung
Vorgesehen ist die Unterbringung der Ateliers und Werk­
Demgegen­über steht jedoch der Verlust einer hausinter­
stätten der Hochschule im Gebäude des ehemaligen Zoll­
nen Verbindung zwischen den verschiedenen Arbeitsbe­
freilagers. Der Ersatz der be­stehenden Bauten an der Hel­
reichen. Die Werkstätten im Untergeschoss sowie im
sinki- und Oslo-Strasse ist erst langfristig vorgesehen.
Dachgeschoss haben mehrheitlich kein Tageslicht. In den
Zwi­schenzeitlich sollen hier aber in den Erdgeschossen
Atelierräumen ist die Belichtung ebenfalls ungenügend.
der neuen Quartiernutzung angepasste Einrichtungen wie
Räume für die Unterbringung haustechnischer Anlagen
Läden, Gastrobetriebe, Ateliers usw. untergebracht wer­
fehlen.
den. Das Gebäude des Transitlagers soll sobald wie mög­
lich für Wohnzwecke bereit gestellt werden.
Energetische Zielsetzung
Das Konzept zur Erfüllung der energetischen Zielsetzung
Architektonische und konstruktive Gestaltung
gemäss Programm sind massge­bende Kriterien für die ar­
Die architektonische und konstruktive Ausbildung des
chitektonische und konstruktive Durchbildung des Projekt­
Hochhausneubaus ist leider der Qua­lität des städtebau­
vorschla­ges. Die Kompaktheit des Hauptgebäudes der
lichen Ansatzes nicht adäquat. Der Vorschlag entspricht
Hochschule unterstützt die Erreichung des angestrebten
mit den freien, der jeweiligen Nutzungszuteilung ange­
Minergie-P Standards. Dieser Vorteil ist aber wegen der
passten Grundrissgliederungen sowie mit den gross­zü­
grossen Verglasungs­flächen (auch gegen Norden) zu rela­
gigen Aufenthalts- und Kommunikationszonen verteilt auf
tivieren. Den Verfassern ist durchaus bewusst, was für Fol­
alle Geschosse weitgehend dem Typus einer Hochschule.
gen der hohe Glasanteil hat. Sie schlagen deshalb in den
Die räumliche Grosszügigkeit wird aber mit wesent­lichen
Erläuterungen kompensatori­sche Massnahmen mit Ein­
funktio­nalen Nachteilen erkauft. Die Konzentration von
satz sehr innovativer Technologien sowie teilweiser Schlies­
rund 8 000 m2 Hauptnutzfläche in einem so kom­pakten Ge­
sung der Fassaden vor. Die vorgeschlagenen Bauelemente
bäude sowie die Beschränkung auf 10 Geschosse führt zu
sind aber grösstenteils noch nicht marktreif und allesamt
einer extremen Gebäudetiefe. Damit vermehren sich zwar
kostenintensiv. Die vorgesehene Gliederung der Fassaden
die Möglichkeiten für freie Grundrissgestaltung, bei einer
in transparente, transluzente und opake Flächen ist aus
Gebäudetiefe von 41 m auf 41 m ist das Gebäudezentrum
den Plänen nicht ersichtlich.
aber kaum mehr natürlich zu belichten. Bei lichten Raum­
höhen von teilweise nur rund 3 m verringert sich der Licht­
Freiräume
einfall zusätzlich. Die Randbereiche entlang den raumhoch
Mit einheitlichem Einsatz von Elementen wie Betonbelag,
verglasten Fassaden werden mehrheitlich durch die zwei
wasserdurchlässige Kieschaussie­rungen, Baumhaine und
Treppenhäuser, die Liftvorplätze sowie die Aufenthalts-
dynamische Spontanvegetation wird das Quartier auch mit
und Verkehrsflächen, d.h. Nebennutzflächen belegt. Die
der Gestaltung der Freiräume zu einem Ganzen zusam­
Hauptnutzräume weisen als Folge mehrheitlich Übertiefen
mengefasst. Das Zentrum bildet der grosse Stadtplatz.
auf oder müssen gar auf direktes Tageslicht verzichten.
Dessen Baumbepflanzung dient nicht nur der Gliederung
Die Zuord­nung der Funktionen im Hauptbau ist mit Aus­
des Grossrau­mes sondern ist auch verbindendes Element
37
1. Rang (Gesamtkonzeption/Weiterbearbeitung Neubau)
Armin
zu den das Quartier umgebenden Räumen. Die zur Verbin­
schliessung der Einstellhalle an der Florenz-Strasse und
dung der bestehenden Bauten des Quartiers vorgeschla­
der Einstellhalle unter dem neuen Hochhaus ist grundsätz­
gene Geländemodulation mit einer Abfolge von Rampen
lich möglich und sinn­voll, bedingt aber das Einverständnis
widerspricht der Zielsetzung, den durch die aktuelle Nut­
der Baurechtnehmer auf der Nachbarparzelle. Die Ein­stell­
zung geprägten Charakter der Bauten und ihrer Umgebung
hallen und Veloparkplätze an der Helsinki-Strasse und Oslo-
weitgehend beizubehalten. Die schie­fen Ebenen erschwe­
Strasse sind erst langfristig möglich.
ren die Nutzung und die Begehbarkeit.
Im Falle einer Weiterverfolgung der Idee einer Fussgän­
Beurteilung und Vorgaben
gerverbindung zwischen dem neuen Quartier und der Park­
Der Vorschlag besticht insbesondere durch sein städte­
landschaft Brüglingen müssen sowohl die Anbindung an
bauliches Konzept. Zur Erreichung einer adäquaten Quali­
den Zent­rumsplatz als auch insbesondere die landschafts­
tät in der architektonischen und der konstruktiven Gestal­
schützerischen wie denkmalpflegerischen Randbedingun­
tung sowie bezüglich der Funktionalität bedarf es aber
gen im Parkbereich sorgfältig überprüft und gesichert wer­
einer tiefgreifenden Überarbeitung der Hochschulbauten.
den (Machbarkeit, Festlegung des Ortes, Ge­stal­tung). Dafür
Beim Hauptbau ist dabei der Ansatz eines der Hochschul­
und für die definitive Gestaltung der Freiräume empfiehlt es
nutzung angemessenes, kommunikationsförderndes Grund­
sich, ein Varianzverfahren ins Auge zu fassen.
rissystems soweit wie möglich beizubehalten und zu ver­
tiefen. Mit dem Ziel, eine ausreichende Belichtung der
Verkehr
Haupt­nutzräume zu gewährleisten und das Verhältnis zwi­
Die für die zweite Stufe neu vorgegebene Erschliessungs­
schen Hauptnutzflächen und Gesamtgeschossflächen zu
möglichkeit für den Schwerverkehr wird genutzt. Im
verbessern, soll insbesondere die Tragstruktur vereinfacht
Hin­blick auf die Umwandlung des Transitlagers für Wohn­
und die Lage der Erschliessungskerne überprüft werden.
zwecke wird eine Einhausung des Trassees der Güterbahn­
Die Konstruktion der Aussenhülle soll die Erreichung des
haupterschliessung vorgeschlagen. Mit der Aufhe­bung von
Minergie-P Standards ermöglichen ohne dass unaus­
Niveaudifferenzen zwischen den einzelnen Bauten soll der
gereifte, kostenintensive Technologien bemüht werden.
Langsamverkehr er­leichtert werden. Eine gemeinsame Er­
Dabei soll die allseitig gleichwertige Ausstrahlung des
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Bericht des Beurteilungsgremiums
Dezember 2007
Projektwettbewerb Entwicklung Kunstfreilager/Dreispitz
Hochschule für Gestaltung und Kunst der Fachhochschule Nordwestschweiz (HGK-FHNW)
Solitär­baus beibehalten werden und die Nutzung als Hoch­
schulbau ablesbar bleiben. Die Gliederung der Funktionen
in reine Hochschul- sowie öffentlich zugängliche Bereiche
ist mit einer Umplatzierung der Bibliothek zu stärken.
Die Unterbringung der Werkstätten und Ateliers im ehe­
maligen Zollfreilager kann nicht in der vorgeschlagenen
Form umgesetzt werden. Eine interne Verbindung zwischen
den Arbeitsbereichen sowie Tageslicht in den Werkstätten
ist unabdingbar.
Für die Entwicklung des Gesamtprojekts bleibt der
Kosten­rahmen von CHF 72 Mio. massgebend. Die Rahmen­
bedingungen für die Subventionierung durch den Bund
sind zu beachten.
39
1. Rang (Gesamtkonzeption/Weiterbearbeitung Neubau)
Armin
40
Bericht des Beurteilungsgremiums
Dezember 2007
Projektwettbewerb Entwicklung Kunstfreilager/Dreispitz
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1. Rang (Gesamtkonzeption/Weiterbearbeitung Neubau)
Armin
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Projektwettbewerb Entwicklung Kunstfreilager/Dreispitz
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2. Rang (Weiterbearbeitung Gebäude 17)
Sukuru
Faro
Müller Sigrist Architekten AG
Hildastrasse 14a, 8004 Zürich
Pascal Müller, Peter Sigrist, Maria Astiaso, Anne Beling,
Michael Meyer, Marco Kistler
Spezialisten
Dipol Landschaftsarchitekten GmbH, Basel
Kartec, Bauingenieure, Zürich
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Bericht des Beurteilungsgremiums
Dezember 2007
Projektwettbewerb Entwicklung Kunstfreilager/Dreispitz
Hochschule für Gestaltung und Kunst der Fachhochschule Nordwestschweiz (HGK-FHNW)
Projektbeschrieb
Das Projekt Faro setzt mit einem schlanken gut proporti­
in Form einer Cafeteria, die sich südwärts zum grossen
onierten Turmgebäude ein markantes Zeichen und verhilft
Platz hin orientiert. Ein privaterer, spektakulärer Rück­
damit der HGK zu einem unübersehbaren Auftritt. Eine
zugs- und Begegnungsort wird zuoberst im Turm mit einer
Landmarke, die nicht überwältigend sein will, sondern
Art Dozentinnen-Foyer-Bar und Dachterrasse angeboten.
leicht und lichterfüllt.
Pro Geschoss sind beim Hochhaus maximal 18 Einzelbü­
Faro kommt der Komplexität der vorgefundenen Situ­
ros plus Lagerräume und Besprechungsraum möglich.
ation mit einem Konzept der Vielfalt und Einbindung entge­
Als Schlusspunkt steht das Collegiengebäude am
gen, und bespielt den ganzen Campus mit Nutzungen der
grossen Platz und schirmt diesen vom Durchgangsstras­
HGK. Bewusst ziehen sich die Zusatznutzungen nicht in
senlärm ab. Es bietet im Erdgeschoss die Mensa mit Gar­
ein einziges neues Gebäude zurück, sondern erhalten je­
tensitzplätzen an. In den oberen Geschossen sind Seminar­
weils ein eigenes, angepasstes Gefäss.
räume, Hörsäle und Aula untergebracht, die alle von
Tages­licht profitieren können.
Die gekonnt gesetzten Neubauvolumen ergeben ein at­
traktives städtebauliches Gewebe von Aussenräumen und
Festkörpern. Es entstehen keine undefinierten Restflächen,
bäude ermöglicht eine Quartierstruktur mit einer Vielzahl
sondern aufenthaltsfreundliche Plätze für unterschiedliche
von ausgezeichneten Orten innerhalb und ausserhalb der
Nutzungen. Mit Nonchalance wird dem Gebäude 19 und
Bauten. Erkauft wird dieser Vorteil mit teilweise längeren
dem Transitlager jegliche Dominanz genommen, ohne sie
Wegen für die HGK im Vergleich zu einem Ein-Haus-Kon­
dabei zu erdrücken.
zept.
Maximal verwirklicht ist mit dem dezentralen Konzept
Die Aufteilung der HGK-Nutzungen auf drei neue Ge­
Schwächen zeigt das Projekt bei der Ausgestaltung der
die Möglichkeit von öffentlicher Einsichtnahme in – und
Grundrisse in den Obergeschossen des Freilagers. Im Ge­
Teilnahme an den Aktivitäten der HGK. Die Enfilade der
gensatz zum luftigen Erdgeschoss dominiert hier ein en­
Angebote startet bei der künftigen Tramstation im Norden
ger, finsterer Gang ohne jeglichen Zusatznutzen. Die Ate­
mit einem neutral gehaltenen Dreiecks-Platz, der als Vor­
liers sind nichts weiter als pragmatisch abgepackt.
raum für die ebenerdige Ausstellungshalle dient und von
Überstrahlt wird dieser Nachteil von den zweigeschos­
dieser für Aussenveranstaltungen miteinbezogen werden
sigen Werkstatthallen. Die Öffnung des Untergeschosses
kann, oder auch als Werkplatz für die Ateliers zur Disposi­
zum Erdgeschoss gibt den Werkstätten einen angemes­
tion steht. Das Ausstellungsgebäude ist mit einem gross­
senen Stellenwert und hohe räumliche Attraktivität.
zügigen Foyer ausgestattet, das separat benutzt, aber
auch der Ausstellungsfläche zuschlagbar ist. Im Oberge­
mit kompensatorischen Massnahmen möglich, aber ohne
Die Erfüllung der verlangten Energiestandards ist nur
schoss befindet sich die Bibliothek mit Rundum-Ausblick
wesentliche architektonischen Veränderungen.
und gutem Potential als heiterer Studierort.
Veränderungen an Fassade und/oder Grundriss eingestuft.
An die andere Seite des Dreispitzplatzes grenzt das
In der Lärmbeurteilung wird das Projekt als möglich mit
Atelier-Werkstattgebäude der HGK. Der Arbeit in den Werk­
stätten wird ein hoher Stellenwert und grosse Sichtbarkeit
GF eruiert worden. Das Projekt ist eher kostengünstig.
zugemesen, indem die zur Fussgängerebene erhöhte De­
cke des Untergeschosses partiell entfernt wird und damit
LKW-Erschliessung ab 2013, die jedoch behebbar erschei­
der Blick von der Oslo-Strasse her direkt in die hohen Werk­
nen. Nachbesserungen im Detail sind nötig, so z. B. bei den
hallen gehen kann.
dysfunktionalen Einstellhallen.
Das Freilagergebäude bleibt als Ortszeuge freigestellt,
Bei den Kosten ist ein ökonomisches Verhältnis HNF/
Beim Verkehr gibt es konzeptionelle Mängel für die
Die geforderten Freiflächen sind in Form von Pocket-
wird gleichzeitig aber sehr geschickt mit einer Plattform
Parks und 4 500 m2 grossem Platz vorhanden, ebenso der
auf Rampenhöhe und dazugehörigem Untergeschoss an
Nachweis von 40 % unversiegelter Fläche.
das neue Hochhaus angedockt. Leider entspricht die Be­
lichtung nicht den Anforderungen
Insgesamt überzeugt das städtebauliche Konzept. Zweifel
sind angemeldet im Hinblick auf die uneinheitliche Statur
Als weitere Station steht ein intimer Pocket-Park süd­
lich des Ausstellungsgebäudes bereit. Er ist als lauschiger
und Ausstrahlungskraft der drei neuen Bauten.
Platz unter Bäumen ausgebildet, der den Endpunkt des
Gleisfeldes definiert. Zu erwarten ist hier auch ein schöner
Blick aus der Ausstellungshalle und der Bibliothek ins
Grüne.
Am Endpunkt der Oslo-Strasse sitzt der Eingang zum
Turm-Haus, das die «Büro-pool»-Räume beherbergt. Emp­
fangen wird man auch hier von einer öffentlichen Nutzung
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2. Rang (Weiterbearbeitung Gebäude 17)
Faro
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Bericht des Beurteilungsgremiums
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Projektwettbewerb Entwicklung Kunstfreilager/Dreispitz
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2. Rang (Weiterbearbeitung Gebäude 17)
Faro
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2. Rang (Weiterbearbeitung Gebäude 17)
Faro
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Projektwettbewerb Entwicklung Kunstfreilager/Dreispitz
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3. Rang
As Found
King Kong
Christ & Gantenbein AG Architekten ETH SIA BSA
Spitalstrasse 12, 4056 Basel
Emanuel Christ, Christoph Gantenbein, David Vaner,
Laura Schneider, Carla Ingendoh, Anette Schick,
Michal Czerwinski, Franziska Beyeler
Spezialisten
Dr. Manuel Alvarez und ZPF Ingenieure AG, Statik, Basel
Waldhauser Haustechnik AG, Basel
Zwicker + Schmid, Verkehrsplanung, Basel
August Künzel Landschaftsarchitekten AG, Basel
Meyer Dudesek Architekten, Visualisierung, Zürich
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Bericht des Beurteilungsgremiums
Dezember 2007
Projektwettbewerb Entwicklung Kunstfreilager/Dreispitz
Hochschule für Gestaltung und Kunst der Fachhochschule Nordwestschweiz (HGK-FHNW)
Projektbeschrieb
Die Verfasser des Projektes King Kong zeigen ein mu­
grund­sätzlich der erwähnten Landschaftsidee des Pro­
tiges städtebauliches Konzept und versuchen sowohl ei­
jektes. Im Allgemeinen wirkt King Kong mit seinem unde­
nen optischen als auch einen physischen Sprung hinüber
finierten Grünplatz noch viel zu impressionistisch und hat
in die benachbarte Landschaft der Brüglinger Ebene zu
wenig Bezug zur Realität des Dreispitz-Areals. In diesem
schaffen. Über den gesamten Platz sind zahlreiche unter­
Fall, wäre mehr Kontrast, Klarheit und räumliche Hierar­
schiedliche Baumklumpen verstreut. Der Platz führt nach
chie anstelle einer Art der Camouflage wünschenswert ge­
Süden bis zum Haupteingang eines markanten Neubaus
wesen.
für die Hochschule. Das städtebauliche Projekt versucht
offensichtlich einen klaren Bruch zum ehemaligen industri­
ellen Charakter des Areals Dreispitz zu schaffen. Durch
eine aussergewöhnliche architektonische Atmosphäre und
Massstäblichkeit, schafft das Projekt King Kong einen
identitätsstiftenden Beitrag für die neue Hochschule.
Das neue Hochschulgebäude versucht mit einem «Kopf­
bau» eine neue funktionale Verbindung. mit dem Freilager
(Ateliers) herzustellen. Im Altbau selbst werden wesent­
liche Anforderungen einer Hochschulnutzung ungenügend
erfüllt. Der spektakuläre Rücksprung des Erdgeschosses
und des 1. Obergeschosses hat leider wenig Wirkung auf
den Freiraum (Grünplatz) und bedient nur wenige öffent­
liche Nutzungen, weil die topographische Beziehung zwi­
schen Gebäude und Umgebung unklar bleibt. Das Gebäu­
de zeigt (mit Hilfe eines Kraftakts) eine sehr spannende
Struktur und Innenvolumetrie. Mit den gewählten Dimensi­
onen und Strukturen hat das Gebäude aber wenig wirt­
schaftliches und energetisches Potential.
Das vorgeschlagene Wohnquartier an der Helsinki-
Strasse zeigt grundsätzliche Probleme in Hinblick auf die
Lärmsituation, und stellt eine allgemeine Frage bezüglich
städtebaulicher Vorgehensweise und Integration des Pro­
gramms (Nutzungsverteilung).
Neben der interessanten architektonischen Figur für
das Hochschulgebäude, stellt sich die Frage bezüglich An­
lage und Ausgestaltung des sehr problematischen Grün­
platzes, welcher sich zur Emil-Frey-Strasse hin öffnet.
Die Architektur stellt eine starke und ausgezeichnete sym­
bolische Wirkung für die Schule dar, wirkt aber nicht als
allgemeines Symbol fürs das gesamte Quartier. Grund­
sätzlich ist das Projekt weder überzeugend für einen gros­
sen Teil des Wohnens noch für das Gewerbe überzeugend.
Das neue Schulgebäude rückt im Gelände viel zu weit zu­
rück und erschwert eine klare Hierarchie in der Aussen­
raumgestaltung.
Beim eingereichten Vorschlag fehlt auch ein allge­
meines Verkehrskonzept fürs Quartier mit klaren Vorgaben
für Langsamverkehr und Fussgänger. Die Forderungen
nach Pocket-Parks und einer besseren Durchlässigkeit im
Quartier bleiben leider unerfüllt.
Fehlende Aussagen zu Versickerungsflächen – wie
ökolo­gische Spontanvegetationsflächen – widersprechen
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3. Rang
King Kong
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Bericht des Beurteilungsgremiums
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Projektwettbewerb Entwicklung Kunstfreilager/Dreispitz
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3. Rang
King Kong
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3. Rang
King Kong
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Projektwettbewerb Entwicklung Kunstfreilager/Dreispitz
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4. Rang
Thomy
St. Petersburg
Luca Selva Architekten ETH BSA SIA AG
Viaduktstrasse 14, 4051 Basel
Luca Selva, David Gschwind, Alex Pipoz, Cella Hubel
Spezialisten
Büro Thomas C. Boyle Bauingenieur BE MSCE SIA, Zürich
Waldhauser Haustechnik AG, Münchenstein
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Bericht des Beurteilungsgremiums
Dezember 2007
Projektwettbewerb Entwicklung Kunstfreilager/Dreispitz
Hochschule für Gestaltung und Kunst der Fachhochschule Nordwestschweiz (HGK-FHNW)
Projektbeschrieb
Das Projekt St. Petersburg nutzt die in der ersten Stufe
zenswerten Bausubstanz; im Gegenteil, die schräggestell­
vorgelegte vielversprechende städtebauliche Setzung als
ten Wände wirken beliebig, ihr Verhältnis zum Bestand ist
Grundlage für die Weiterentwicklung. Die Basis-Elemente
konfliktreich. Die Konstruktion der angehängten grossfor­
des Entwurfs sind nach wie vor das durch die Gleisgeo­
matigen Balkone ist in der dargestellten Form wenig glaub­
metrie geprägte Feld der Zeilenbauten zwischen Neapel-
würdig. Der Pylon weist ein wirtschaftlich gutes Verhältnis
und Florenz-Strasse, der mächtige Bau des Transitlagers
von Hauptnutzfläche zu Geschossfläche auf, leider auf
und dazwischen aufgespannt eine grosse dreieckige, zur
Kosten einer zweckmässigen Erschliessung der Büroge­
Emil-Frey-Strasse offene Fläche. In der Stufe 1 komplet­
schosse und auf Kosten von Privacy und Stauraum für die
tierte noch ein grossformatiger dreieckiger Bau für die
Arbeitsplätze.
Fach­hochschule das Feld der Zeilenbauten und blieb der
dreieckige Platz leer, so wird im überarbeiteten Entwurf
Im architektonischen Ausdruck der beiden Neubauten ist
die Zeile des Freilagergebäudes verlängert, und auf dem
ein starker Gestaltungswille ablesbar, doch fällt die Er­
offenen Platz steht neu ein turmartiges Gebäude von
scheinung des Hauptgebäudes mit seiner frei durchbro­
rhomboider Grundfläche, gemäss Projektverfasser «präzi­
chenen Schaufassade (eine Kunst-am-Bau-Intervention?)
se gesetzt wie ein Verkehrsteiler». Feinfühlig und gelungen
und der Rückfassade mit den gängigen langrechteckigen
sind die kleineren Freiräume, die Pocket-Parks. Sie schrei­
Schulhausfenstern auseinander. Beim Pylon ist die unru­
ben sich ebenfalls der strengen Geometrie der Zeilenstruk­
hige Befensterung – eine allzu direkt aus der Bilderwelt
tur ein, sei es als überdeckter Zwischenraum zwischen
bürgerlicher Interieurs des 19. Jahrhunderts übernommene
zwei Häusern, sei es als volumenbildendes Rankgerüst,
und auf die Fassade applizierte Folie – für ein Gebäude
das eine Zeile zu Ende baut.
dieser Nutzung und Bedeutung fehl am Platz.
Geändert haben sich allerdings die Bedeutung und Nut­
Erschliessung und Parkierung sind generell befriedigend
zung der Gebäude und ihre Rolle in der nach wie vor ein­
gelöst, die Veloparkierung längs der Emil-Frey-Strasse ist
fachen und prägnanten städtebaulichen Figur. Stand in der
jedoch wenig plausibel. Die (verlegte) Abfahrt zur Einstell­
Stufe 1 das grosse dreieckige Hauptgebäude der Hoch­
halle 19 wird genutzt, um ab dieser Stelle den Brücken­
schule direkt am dreieckigen Platz und war mit seiner Aus­
schlag zum Brüglinger Park zu machen, was aber nicht
strahlung dem Transitlager ein kräftiges Gegenüber, so
weiter thematisiert wird.
ordnet sich das neue Hauptgebäude in die Zeilenbebauung
ein und ist trotz extravaganter Fassade zum Platz nicht
Gute Noten erhält das Projekt in Bezug auf seinen Umgang
mehr das markante Zeichen für die Hochschule. Diese Rol­
mit Ressourcen. Die Gebäudevolumen sind kompakt, der
le macht ihm das Hochhaus, der Pylon, streitig, doch ver­
Minergiestandard ist mit wenigen Anpassungen zu errei­
mag es darin nicht zu überzeugen. Zu unvermittelt und be­
chen. Das Projekt weist auch wirtschaftliches Potential auf
ziehungslos steht es auf der leider völlig unstrukturierten
und die Baukosten überschreiten den Zielwert nur gering­
Platzfläche.
fügig.
Die Hochschulnutzungen sind auf plausible Art auf drei
Das Projekt zeichnet sich durch eine klare städtebauliche
Gebäude verteilt: im Freilager die Ateliers und Werkstätten,
Setzung aus, die allerdings sorgfältiger und differenzierter
im an das Freilager anschliessenden Hauptgebäude die
hätte verfolgt werden müssen, um ihre Stringenz zu bele­
Aula, Hörsäle und Unterrichtsräume und im Pylon die Ca­
gen. Zu bedauern ist der schematische Umgang mit dem
feteria, die Bibliothek, Räume für die Dozenten und für die
grossen Freiraum. Sowohl im architektonischen Ausdruck
Forschung. Unbefriedigend und ein falsches Signal ist die
wie in der Durchbildung der Grundrisse vermag das Pro­
Platzierung von einigen wenigen exklusiven Wohnungen
jekt in seiner jetzigen Form nicht zu genügen.
zuoberst im Pylon, zudem ist ihre Erschliessung durch das
ansonsten reine Schulgebäude problematisch.
Die drei Gebäude mit den Hochschulnutzungen sind
von ihrer Struktur her recht unterschiedlich. Trotzdem ist
die – recht schematische und unausgereifte – Grundriss­
entwicklung aller drei Gebäude verwandt, eine gewisse
Scheu vor dem rechten Winkel ist ihnen gemeinsam. Im
Gebäude des Freilagers resultiert allerdings weniger das
vermutlich angestrebte reizvolle Spiel schräggestellter
Wände im Kontrast zur Strenge der vorgegebenen schüt­
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4. Rang
St. Petersburg
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Bericht des Beurteilungsgremiums
Dezember 2007
Projektwettbewerb Entwicklung Kunstfreilager/Dreispitz
Hochschule für Gestaltung und Kunst der Fachhochschule Nordwestschweiz (HGK-FHNW)
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4. Rang
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Projektwettbewerb Entwicklung Kunstfreilager/Dreispitz
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Dezember 2007
Projektwettbewerb Entwicklung Kunstfreilager/Dreispitz
Hochschule für Gestaltung und Kunst der Fachhochschule Nordwestschweiz (HGK-FHNW)
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5. Rang
Jim
Artist
Erny & Schneider AG Architekten BSA SIA
St. Alban-Vorstadt 68a, 4052 Basel
Martin Erny, Karl Schneider, Tanja Raufer,
Christine Siemonsen, Alice Geller, Eva Hardeweg,
Domenica Tress, Noriaki Fujishige
Spezialisten
edit-Bilder, Zürich
Städtebauliche und freiräumliche Konzeption
bäudes und der moderaten Dimensionierung durch Ein­
Die Konzeption basiert auf der vorgefundenen Erschlies­
fügen in die bestehende Zeilenstruktur wird der zentrale
sungs- und Bebauungsstruktur und übernimmt die Mass­
Freiraum ungenügend definiert. Der Solitär steht «verloren»
stäblichkeit der vorhandenen Volumina. Das eigentliche
am Rande des grossflächigen, grösstenteils versiegelten
Haupt­gebäude der Hochschule wird an der Emil-Frey-
Platzes, welcher v.a. auf der Südseite einen breiten Über­
Strasse platziert und umgibt zusammen mit Transitlager,
gang zum baumgesäumten Strassenrandraum offen lässt.
den Bauten 14 und 15 und dem Freilager einen grossflä­
Mit den in der Zeilenstruktur situierten Pocket-Parks und
chigen Freiraum. Das Gebäude 16 wird durch einen Neubau
zwei triangelförmigen baumbestandenen Resträumen an
ersetzt, welcher Zugänge zur Oslo-Strasse aufweist, aber
der Florenz-Strasse, wird einer Verteilung unversiegelter
mit dem Haupteingang zur Florenz-Strasse orientiert ist.
Flächen im Sinne von Trittsteinen quantitativ entsprochen.
Der schmale Zwischenbau 12 wird ergänzt und umgenutzt.
Die Baumgruppe nördlich des Transitlagers schränkt die
Pocket Parks sind zwischen den Gebäuden 15 und 16 so­
Funktionalität für MIV und LW ein. Die Art der Baumpflan­
wie 10 und 11 vorgesehen. Mit der Setzung des Hauptge­
zungen ist nicht von der Charakteristik des Ortes abgeleitet
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Bericht des Beurteilungsgremiums
Dezember 2007
Projektwettbewerb Entwicklung Kunstfreilager/Dreispitz
Hochschule für Gestaltung und Kunst der Fachhochschule Nordwestschweiz (HGK-FHNW)
Projektbeschrieb
und wirkt, wie z.B. vor dem nördlichen Eingang des Ersatz­
ralen oder vorwiegend geschlossenen Lagerhäusern und
baus 16, wenig präzis. Ein nach Örtlichkeit differenzierter
ergänzenden Glaskörpern ausgegangen. Die Verfasser/In­
Erlebniswert und ein arealspezifisches Ambiente sind nicht
nen haben die Absicht, über die transparente Gestaltung
auszumachen.
die Nutzungen des Lehrens und Forschens ablesbar zu ma­
chen. Die Auskragung der Aula beim Hauptgebäude ver­
Erschliessung und Parkierung
mag jedoch weder die Bedeutung der HGK noch den Ein­
Bei der ÖV-Anbindung gehen die Verfasserinnen von einer
gang in das Hauptgebäude ausreichend zu signalisieren.
Verschiebung der Ruchfeld-Haltestelle in den Bereich des
Das Zurückspringen einzelner bandförmiger Gebäudeteile
Hauptbaus aus. Die über Tor 13 vorgesehene MIV-Erschlies­
scheint unabhängig vom Ort lediglich auf der Funktionalität
sung soll arealintern im Schritttempo erfolgen. Die Zufahrt
zu beruhen und hinterlässt einen eher beliebigen Eindruck.
zur bestehenden Einstellhalle wird parallel zum Gebäude
Der beabsichtigte Bezug von Aussen- und Innenraum
19 an die Emil-Frey-Strasse verlegt. Die internen Verbindun­
kommt nicht zustande – auch nicht über die schematisch
gen zwischen den aufwändig aufgesplitteten Parkierungs­
wirkenden im Platzbelag eingeschriebenen Buchstaben,
anlagen werden mit den geplanten Abmessungen kaum
welche bis in das Foyer weitergeführt werden. Vielmehr
funktionieren. Durch die vorgesehene Wohnnutzung im Erd­
wird der künftige Besucher durch die Gleichartigkeit der
geschoss des Transitlagers sind die Vorgaben für die Ge­
Fassaden und der Eingänge irritiert. Einen ähnlich unspekta­
samterschliessung ab 2013 nicht erfüllt. Die Schulstand­
kulären – aber «glatt geschliffenen» Eindruck hinterlassen
orte Emil-Frey- und Florenz-Strasse liegen diagonal im
die beiden Gebäude mit Schulnutzung an der Florenz-
Bear­beitungsperimeter und sind lediglich über indirekte
Strasse. Einzig die schutzwürdigen Bauten, die charak­te­
Fusswegverbindungen untereinander verbunden. Die Durch­
ristischen Laderampen und die Plattform vor dem Freilager
lässigkeit zum zentralen Freiraum wird mit einem Durch­
erinnern durch ihre Weiterexistenz an die arealtypischen
bruch im Bereich von Gebäude 14 auf Niveau Anlieferungs­
Tätigkeiten. Eine Atmosphäre, welche die Rohheit der ehe­
rampe verbessert, erfordert aber eine Querung der Gleise.
maligen Gewerbenutzung und des Güterumschlags oder
Die Durchwegung über Pocket-Parks auf Zugangsniveau
die produktive Kunststätte erahnen liesse, kann jedoch mit
soll bis zum Broadway fortgesetzt werden. Die Velozugäng­
der kubischen und architektonischen Ausformulierung so­
lichkeit en niveau erfolgt über Oslo- und Neapel-Strasse
wie der gewählten Materialisierung und Textur nicht herbei­
oder über verschiedene Rampen, wobei die Veloparkinger­
geführt werden.
schliessung Teile der Parzelle 20 in Anspruch nimmt.
Umgang mit Ressourcen
Nutzungskonzept
Durch das Freispielen der Stirnseite des Freilagers und das
Das Konzept basiert auf der Anordnung der Schulnutzung
Belassen der schützenswerten Objekte wird auf die Bau­
an vier Standorten. Im Hauptbau an der Emil-Frey-Strasse
substanz Rücksicht genommen. Die Realisierbarkeit von
ist die Aula untergebracht. Das Freilager, welches Werk­
Minergie-P Projekten dürfte aber aufgrund des Glasanteils
stätten, Ateliers und Mensa beinhaltet, ist über zwei glä­
und der Lichthöfe ohne konzeptionelle und konstruktive
serne Passerellen mit dem Neubau 16 verbunden. Dort
Änderungen kaum möglich sein. Insgesamt dürfte die Bi­
befinden sich – in sehr lärmbelasteter Lage – die Hauptun­
lanz der Wirtschaftlichkeit durch die teilweise komplizierte
terrichtsräume. Weitere Werkstätten mit direkter Anliefe­
Fassadenabwicklung, die aufwändige Konstruktionsart und
rung sind im westlichen Zwischenbau 12 angeordnet. Der
die Splittung des Betriebs auf verschiedene Gebäude ne­
attraktiven Substanz des Freilagers wird bei der Gestaltung
gativ ausfallen. Der Hauptfreiraum entspricht hinsichtlich
der Unterrichtsräume wenig zur Geltung verholfen und
des Anteils an unversiegelter Fläche mit ca. 15 % nicht den
funktionale Aspekte (Belichtung) bleiben unberücksichtigt.
Wett­bewerbsvorgaben und lässt eine ökologische Vernet­
zung in diesem Bereich nicht verwirklichen.
Die Nutzung zu Wohnzwecken erfolgt vorwiegend im
Transitlager, an der Neapel-Strasse und an der lärmbelas­
teten Helsinki-Strasse, wo mit einem schützenden Vorbau
Schlussfolgerung
reagiert wird. Die Nutzbarkeit des Freiraumes wird, bis auf
Die räumlichen und gestalterischen Eingriffe werden zwar
den Aussenbereich der Mensa südlich des Freilagers und
von der Strategie des Aufbaus auf dem Bestand abgeleitet,
einer Aussenwerkstätte bei Gebäude 12, nicht weiter defi­
vermögen aber der Bedeutung der Schule und des öffent­
niert.
lichen Aussenraums nicht gerecht zu werden. Örtlichkeiten
mit hohem Identifikationspotential und attraktiver arealty­
Architektonischer Ausdruck
pischer Atmosphäre sowie eine Hochschul-Adresse kön­
Hinsichtlich der architektonischen Gestaltung wird von der
nen mit dem vorliegenden Projekt nicht geschaffen werden.
Strategie einer Kontrastbildung zwischen bestehenden mu­
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5. Rang
Artist
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Bericht des Beurteilungsgremiums
Dezember 2007
Projektwettbewerb Entwicklung Kunstfreilager/Dreispitz
Hochschule für Gestaltung und Kunst der Fachhochschule Nordwestschweiz (HGK-FHNW)
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Artist
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Bericht des Beurteilungsgremiums
Dezember 2007
Projektwettbewerb Entwicklung Kunstfreilager/Dreispitz
Hochschule für Gestaltung und Kunst der Fachhochschule Nordwestschweiz (HGK-FHNW)
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5. Rang
Bald
Tool
GIGON/GUYER
Dipl. Arch. ETH/BSA/SIA AG
Carmenstrasse 28, 8032 Zürich
Anette Gigon, Mike Guyer, Raphaela Schacher,
Ivana Vukoja, Brigitte Rüdel, Karsten Buchholz,
Nina Richner, Basil Morscher
Spezialisten
Dr. Lüchinger & Meyer, Bauingenieure AG, Zürich
Schweingruber Zulauf, Landschaftsarch. BSLA, Zürich
BAKUS Bauphysik & Akustik GmbH, Zürich
b+p baurealisation ag, Kostenplaner, Zürich
Enz & Partner GmbH, Verkehrsplaner, Zürich
IPB Ingenieurbüro für Energie & Haustechnik, Sarnen
IBG Engineering, Elektroingenieure, St. Gallen
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Bericht des Beurteilungsgremiums
Dezember 2007
Projektwettbewerb Entwicklung Kunstfreilager/Dreispitz
Hochschule für Gestaltung und Kunst der Fachhochschule Nordwestschweiz (HGK-FHNW)
Projektbeschrieb
Das Projekt Tool führt die vorgefundene städtebauliche
Es ist schade, dass die funktionalen und architektonischen
Struktur mit einfachen Mitteln (Neubauten in Zeilenstruk­
Mängel gravierend sind und das erkennbare städtebau­
tur, Abmessungen der Bauten) überzeugend fort. Es ge­
liche Potential des Projektes so nicht zum Tragen kommt.
lingt den Projektverfassern aber nicht, für die Hochschule
den angestrebten eigenen Ausdruck zu finden und eine
Landmark zu setzen.
Der neue Hauptbau der Fachhochschule an der Emil-FreyStrasse ist gut situiert. Es entsteht ein zentraler Platzraum
mit vielfältigen angrenzenden Nutzungen. Der architekto­
nische Ausdruck des Gebäudes, wie auch der anderen
Neubauten, entspricht jedoch nicht dem einer Hochschule
und wird der gestellten Aufgabe nicht gerecht. Die Gestal­
tung des zentralen Platzes spielt mit landschaftsarchitek­
tonischen Elementen der 50er Jahre mit grünen Inseln und
Baumgruppen. Die vermittelte Atmosphäre ist für das Quar­
tier Dreispitz untypisch und kann auch im Umfeld der neu­
en Hochschule nicht überzeugen. Die Vorgaben zur Versi­
ckerung sind nicht erfüllt, da unter dem Platz die neue
Garage angeordnet ist. Die Pocket-Parks haben eine gute
Lage. Die mögliche Nutzung als ergänzender Aussenraum
für die Hochschule ist ein ansprechender und guter Vor­
schlag Auch die Pocket-Parks können aber bezüglich der
Gestaltungselemente nicht überzeugen.
Das Projekt erfüllt die Vorgaben der Erschliessung weitge­
hend. Ungelöst ist die Zufahrt in die bestehende Garage.
Die Massnahmen zur Erfüllung der Energievorgaben, Min­
ergie für Altbauten und Minergie-P für Neubauten, sind
über­zeugend und schlüssig nachgewiesen. Die ange­streb­
te Wirtschaftlichkeit kann das Projekt jedoch deutlich nicht
erreichen.
Das Raumprogramm wird erfüllt. Die gewählte Aufteilung
der Hochschulnutzung auf drei Gebäude schränkt die All­
tagstauglichkeit ein. Insbesondere die Ausgliederung der
Werkstätten in ein eigenes Gebäude, getrennt von den
sonstigen Unterrichtsräumen, kann funktional nicht über­
zeugen.
Der Umgang mit dem Gebäudebestand ist umsichtig und
zurückhaltend. Die Anforderungen der Hochschule an hoch­
wertige Ausbildungs- und Arbeitsplätze kann in einzelnen
Gebäuden deshalb in Teilen nicht erfüllt werden. Die Auf­
teilung der Nutzungen auf die Neu- und Altbauten sowie die
einzelnen Geschosse ( z.B. Ausstellung im Dach) wird den
Anforderungen der Hochschule nicht gerecht und nutzt die
Möglichkeiten des Standortes, die öffentlich-wirksamen Be­
reiche der Ausbildung zu präsentieren, zu wenig.
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5. Rang
Tool
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Bericht des Beurteilungsgremiums
Dezember 2007
Projektwettbewerb Entwicklung Kunstfreilager/Dreispitz
Hochschule für Gestaltung und Kunst der Fachhochschule Nordwestschweiz (HGK-FHNW)
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5. Rang
Tool
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Projektwettbewerb Entwicklung Kunstfreilager/Dreispitz
Hochschule für Gestaltung und Kunst der Fachhochschule Nordwestschweiz (HGK-FHNW)
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Genehmigung durch
das Beurteilungsgremium
Fritz Schuhmacher
Christian Felber
Lukas Lauper
Andreas Kressler
Peter Schäuble
Joakim Rüegger
Alois Müller
Felix Leuppi
Bruno Chiavi
Helen Bisang
Marc Bayard
Christian Mehlisch
Markus Kreienbühl
Harry Gugger
Regula Lüscher-Gmür entschuldigt
Andrea Deplazes
Wilhelm Natrup
Christophe Girot
Charlotte Rey
Brigitte Frei-Heitz
Elisabeth Boesch
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Projektwettbewerb Entwicklung Kunstfreilager/Dreispitz
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