URBACT NEWSBULLETIN November / Dezember 2012 2 URBACT NACHRICHTEN 1. Ergebnisse der Arbeitsgruppe „Mehr Arbeitsplätze, bessere Städte“ 2. Mit URBACT von der Krise zur Innovation 3. Diskussionspapiere zur Jahreskonferenz verfügbar Ergebnisse der Arbeitsgruppe „Mehr Arbeitsplätze, bessere Städte“ Sechs URBACT Arbeitsgruppen befassten sich mit den zentralen Themen des Berichts "Cities of Tomorrow" der Europäischen Kommission. Ihre Ergebnisse werden auf der Jahrestagung in Kopenhagen am 3. und 4. Dezember 2012 dargestellt. Dieser Artikel beschreibt die Erfahrungen von Alison Partridge, der Koordinatorin der Arbeitsgruppe “Mehr Arbeitsplätze, bessere Städte“ (More Jobs, Better Cities). Der zweite Artikel des Newsletters stellt die Zwischenergebnisse der anderen Arbeitsgruppen dar. Welche URBACT Projekte haben Sie in der Arbeitsgruppe "Mehr Arbeitsplätze, bessere Städte“ untersucht? Alison Partridge: Wir haben alle URBACT Projekte, die sich mit Arbeitsplätzen und Wachstum befassen, untersucht. Am meisten Aufmerksamkeit haben wir den Projekten ESIMeC, Creative Clusters, Urban N.O.S.E., My Generation und Open Cities gewidmet. Zudem haben wir einige INTERREG-Projekte und Untersuchungen des OECD LEED-Programms (lokale Entwicklung von Wirtschaft und Beschäftigung) einbezogen. T Wie funktioniert die Arbeitsgruppe und wer ist daran beteiligt? 3 Ich koordiniere die Arbeitsgruppe. Die Kerngruppe besteht aus Professor Mike Campbell OBE, einem unabhängigen Arbeitsmarktexperten; Norbert Grasselli, einem ungarischen Experten für Innovation und wissensbasierte Wirtschaft; Daniel Garnier, einem britischen Gemeindebeamten und Experten für wirtschaftliche Entwicklung mit langjähriger praktischer Erfahrung; Paul Soto, URBACT Experte für Arbeitsplätze und Wachstum und Francesca Froy, politische Beraterin des OECD LEED Forums. Somit haben wir eine Reihe von hochrangigen Experten, wie auch Teilnehmer, die die theoretischen Ansätze durch ihre praktischen Erfahrungen bereichern können. Seit März hat sich diese Kerngruppe drei oder vier Mal getroffen. Inhaltlich baute unsere Arbeit auf Dokumentenanalysen der Projekte auf. Da Daniel und ich führender Partner und die leitenden Sachverständigen des Projekts ESIMeC sind, haben wir dort unseren Schwerpunkt gesetzt. Auf der URBACT Website haben wir eine offene Aufforderung zur Einreichung von Stellungnahmen veröffentlicht. Wir baten Städte darum, uns mitzuteilen, wie sie neue Arbeitsplätze schaffen. Zwei Konsultationen wurden im Juni und September organisiert, an der sich sowohl Akademiker beteiligten, die sich mit strategischer Stadtpolitik befassen, als auch Experten aus der Praxis. Wie werden Sie die Ergebnisse der Arbeitsgruppe auf der Jahreskonferenz präsentieren? Wir organisieren einen Workshop, der sowohl zur Diskussion und Konsultation einlädt als auch eine Gelegenheit zum weiteren Erfahrungsaustausch zwischen den Städten bietet. Für jeden der drei Abschnitte unserer Richtlinien haben wir vier Aussagen formuliert. Wir werden die politischen Entscheidungsträger und Experten der Städte bitten, sich auf einer Skala einzuordnen zwischen „Das tun wir intensiv" bis „Das tun wir kaum". Im Anschluss werden wir sie fragen, wieso sie auf diese Weise arbeiten, was genau sie wieso tun und vor welchen Herausforderungen ihre Städte stehen. Was werden Sie veröffentlichen und wann? Unser Bericht wird im Frühjahr veröffentlicht, unter dem Titel Framework for City Action on Jobs: What Can Cities Do to Support and Grow New Jobs in the Recovery? Wir versuchen die Berichte recht kurz zu halten, um sie lesbar und prägnant für Fachkräfte und politische Entscheidungsträger zu gestalten. Mit URBACT von der Krise zur Innovation Neben der Arbeitsgruppe More Jobs (Mehr Arbeitsplätze) werden auch die anderen fünf Arbeitsgruppen ihre Ergebnisse auf der URBACT Jahreskonferenz 2012 in Kopenhagen präsentieren. Dabei werden die Teilnehmer nun auf den Resultaten langjähriger Bemühungen aufbauen und diese nutzbar machen. Sechs URBACT Arbeitsgruppen haben untersucht, wie eine nachhaltige Stadtentwicklung in europäischen Städten erreicht werden kann. Sie stellen im folgenden Artikel ihre Herausforderungen sowie ihre bisherigen Erkenntnisse dar. Die Arbeitsgruppen haben Empfehlungen entwickelt, um soziale Innovationen umzusetzen, die von den Bürgern angenommen werden. Laut Sally Kneeshaw der Arbeitsgruppe Mobility Mindsets (Mobilität neu denken) wirken solche Maßnahmen als „eine Art Klebstoff, der städtische Prioritäten zusammenhält“. 4 Motivating Mobility Mindsets – Mobilität neu denken Diese Arbeitsgruppe greift die Ergebnisse der Projekte Electric Vehicles in Urban Europe, Active Travel und ENTER.HUB auf. „Wir haben ein neues Konzept der Mobilität erforscht. Zusammen mit einer sozialen Vision der Stadt können Mobilitätsmaßnahmen wie eine Art Klebstoff wirken, der städtische Prioritäten verbindet“, so Sally Kneeshaw, Koordinatorin der Arbeitsgruppe. Sie weist darauf hin, dass eine effektive Mobilitätsplanung benachteiligte Stadtteile mit den benötigten Arbeitsplätzen und Dienstleistungen verknüpfen kann. „Diese neue Mobilität baut auf einem ganzheitlichen Ansatz auf, bei dem die Stakeholder der Stadt zusammenkommen müssen, um einen gemeinsamen Konsens und Lösungen zu finden“, sagt sie. „Es erfordert ein offenes Denken und eine langfristige Vision.“ Building Energy Efficiency – Energieeffizienz ausbauen Antonio Borghi, leitender Sachverständige des URBACT Projekts LINKS, koordiniert das Team. So kann er sein Fachwissen zur Sanierung denkmalgeschützter Gebäude in der Arbeitsgruppe einbringen. Auch die Ergebnisse der Projekte CASH und HerO sind in die Arbeit eingeflossen. „Unsere Auswertung ist noch nicht abgeschlossen“, so Borghi, „doch wir halten diesen Prozess für sehr hilfreich für Städte. In den Workshops wollen wir zeigen, dass energieeffiziente Sanierung eine ökonomische, sozial und ökologisch nachhaltige Entwicklung anschieben kann.“ Supporting young people through social innovation – Jugendliche durch soziale Innovation unterstützen Drei Arbeitsgruppen befassten sich mich den sozialen Herausforderungen europäischer Städte. Im Mittelpunkt dieser Gruppe stehen Jugendliche, die den Anschluss zur Gesamtgesellschaft verloren haben. Es wurden die Ergebnisse der URBACT Projekte Co-Net, My Generation, PREVENT, TOGETHER und RomaNet genutzt. Laut Eddy Adams, dem Koordinator des Teams, tun sich Städte schwer damit, die am meisten benachteiligten Bevölkerungsgruppen in Zeiten der Haushaltskürzungen zu unterstützen. Von anderen wird die Krise als Chance wahrgenommen, um soziale Innovation zu fördern. „Es ist eine gemeinsame Herausforderung, die sozial schwächsten und verwundbarsten Bevölkerungsgruppen zu unterstützen“, so Adams. Städte, die sich dieser Herausforderung stellen, entwickelten neue gesellschaftliche Führungsmodelle, die sich durch neue Arbeitsbeziehungen und Risikobereitschaft auszeichnen. Against Divided Cities – Gegen gespaltene Städte Diese Arbeitsgruppe betrachtete vier Städte, die in URBACT Projekten unter die Lupe genommen wurden. „Zwei dieser Städte, Malmö und Berlin, liegen in Ländern, in denen der Sozialstaat noch stark und die Spaltung der Städte in reichere und ärmere Gebiete noch nicht sehr weit fortgeschritten ist“, so IvánTosics, Koordinator der Gruppe. „Frankreich ist in dieser Hinsicht weniger erfolgreich, wie der Vorort Lyons Vaulxen-Velin zeigt. Neapel gilt als eines der am meisten segregierten Gebiete Europas, insbesondere die Großsiedlung Scampia gilt als sozialer Brennpunkt.“ Tosics hofft, dass der Workshop aufzeigen wird, dass weniger gespaltene Städte in den meisten Bereichen des wirtschaftlichen und sozialen Lebens besser abschneiden. „Segregation macht die Einkommensschwachen unsichtbar“, so Tosics. „Wir müssen die Lage in sozialen Brennpunkten verbessern und Brücken zwischen wohlhabenden und einkommensschwachen Gebieten schlagen.“ Shrinking Cities – Schrumpfende Städte 5 Die Arbeitsgruppe untersucht die komplexen Sachverhalte, die zum Bevölkerungsrückgang führen, wie niedrige Geburtenraten, Alterung der Bevölkerung und Abwanderung. Hierbei baut sie auf den Ergebnissen von URBACT Projekten wie Active A.G.E auf. Laut Hans Schlappa, dem Veranstalter des Workshops in Kopenhagen, wird dieser sich mit drei Aspekten befassen: Anpassung der Infrastruktur und Umgang mit ungenutzten Gebäuden; Anpassung der Dienstleistungen an die Bedürfnisse einer alternden Bevölkerung und Finden eines neuen Selbstverständnisses der Stadt. „Zu akzeptieren, dass die eigene Stadt im Rückgang ist und eine neue Vision zu entwickeln, die von den Bürgern angenommen wird, ist eine schwierige Aufgabe. Das ist eine wenig offensichtliche, aber zentrale Herausforderung für die Städte", so Schlappa. Diskussionspapiere zur Jahreskonferenz verfügbar Die „URBACT Tribune 2012“ ist ein umfangreiches Informationspaket zur URBACT Jahreskonferenz. Diskussionspapiere aller Arbeitsgruppen stehen jetzt auf der Website der Konferenz für Sie bereit. Die Artikel dienen zur Vorbereitung auf die sechs thematischen Workshops. Dank einer neuen Online-Diskussionsplattform können Sie sich nicht nur informieren, sondern auch Ihre eigenen Ideen teilen, Rückmeldungen zu anderen Beiträgen geben und sich mit anderen Teilnehmern vernetzen. Wir laden Sie dazu ein, dieser neuen Online-Community und ihren Workshop-Gruppen beizutreten, um an Diskussionen zu den Artikeln der Tribune 2012 teilzunehmen. Die folgenden Links bringen Sie zu den Diskussionsgruppen: • • • • • • Shrinking cities: challenges and opportunities (Schrumpfende Städte: Herausforderungen und Chancen) More jobs: better cities (Mehr Arbeitsplätze – bessere Städte) Supporting young people through social innovation (Jugendliche unterstützen durch soziale Innovation) Against divided cities in Europe (Gegen gespaltene Städte in Europa) Motivating mobility mindsets (Mobilität neu denken) Building energy efficiency (Energieeffizienz unterstützen) Die Diskussionspapiere finden Sie unter „Available Files", auf der rechten Seite der Webseite. Außerdem können Sie auch selbst Materialien zur Diskussion hochladen! URBACT ist ein europäisches Austausch- und Lernprogramm zur Förderung nachhaltiger Stadtentwicklung. Es ermöglicht es den Städten, gemeinsam Lösungen für große städtische Herausforderungen zu erarbeiten und bestätigt sie in ihrer Schlüsselrolle bei der Bewältigung der zunehmend komplexen gesellschaftlichen Herausforderungen. Das Programm hilft den Städten pragmatische, neue und nachhaltige Lösungen zu entwickeln, die wirtschaftliche, soziale und ökologische Aspekte berücksichtigen. Es ermöglicht ihnen, gute Praxisbeispiele und Erfahrungen mit Fachleuten aus dem Bereich der Städtepolitik in ganz Europa zu teilen. URBACT umfasst 300 Städte, 29 Länder und 5.000 aktive Teilnehmer. www.urbact.eu/project