/ ITA Institute of Technology in Architecture Faculty of Architecture / ETH Zurich Sol²ergie: System für ZeroEmission Architecture Prof. Dr. Hansjürg Leibundgut 24. September 2012 Chair of Building Systems / Prof. Hansjürg Leibundgut ETH Zurich / Building HPZ / Floor G Schafmattstrasse 32 / CH-8093 Zurich www.gt.arch.ethz.ch / ITA Institute of Technology in Architecture Faculty of Architecture / ETH Zurich 24.09.12 SOL²ERGIE: SYSTEM FÜR ZEROEMISSION ARCHITECTURE Seite 2/13 Seit jeher stand die Architektur bzw. das Bauen im Spannungsfeld zwischen Funktionalität und Form. Gebäude wurden und werden gebaut, um dem Menschen Schutz zu bieten vor allen möglichen Gefahren. Der Innenraum soll besser sein als der Aussenraum. Die Gebäudehülle trennt den Innen- und Aussenraum mit dem Zweck innen einen anderen Zustand zu haben als aussen. i Abb. 1 a Innenraum/Aussenraum Die wichtigste Aufgabe der Hülle ist es, den Menschen im Innern vor Nässe und zu grosser Windgeschwindigkeit zu schützen. Mit dem Bau der Hüllen handelte sich der Mensch zwei wesentliche Probleme ein: 1. Solange die Hüllen dicht aber nicht transparent für das Sonnenlicht waren, war es im Innenraum zu dunkel 2. Dichte Hüllen bewirkten einen Anstieg der Konzentration unerwünschter Gase im Innenraum (ausgeatmetes CO2, Kohlenmonoxid von Feuerungen, unverbrannte Kohlenwasserstoffe von Kerzen, Gerüche aller Art.) Will man im Winter die Temperatur innen deutlich höher halten als aussen, muss man eine dichte Hülle und eine Wärmequelle im Raum haben. Die Wärmequelle muss künstlich erzeugt und stetig mit Energie gespiesen werden. / ITA Institute of Technology in Architecture Faculty of Architecture / ETH Zurich 24.09.12 SOL²ERGIE: SYSTEM FÜR ZEROEMISSION ARCHITECTURE Seite 3/13 Abb. 2 Holz als Energiespeicher Der fatale Irrtum war, dass man Holz als primäre Energiequelle bezeichnete. Hätte man Holz als Energiespeicher und die Solarstrahlung als Primärquelle bezeichnet, dann wären viele Dinge anders gekommen. (Bemerkung: an der Weltaustellung in Paris 1878 lief eine Dampfmaschine im Brennpunkt eines Parabolspiegels, der der Sonne nachgeführt wurde.) Abb. 3 Solarer Dampferzeuger von A. Mouchot auf der Pariser Weltausstellung 1878 Die Häuser des 18. und 19. Jahrhunderts waren dunkel und brauchten sehr viel Holz zur Beheizung. / ITA Institute of Technology in Architecture Faculty of Architecture / ETH Zurich 24.09.12 SOL²ERGIE: SYSTEM FÜR ZEROEMISSION ARCHITECTURE Seite 4/13 Abb. 4 Wohnhaus im 19. Jahrhundert Im Innern stank es. Ende des 19. Jahrhunderts produzierte die neue Industrie neue Materialien. Vier davon (Profile in Stahl, Flachglas, Dachpappe und Zement), die Einführung der Kohle als Ersatz für das Holz und die Erfindung der Elektrizität mit den entsprechenden Apparaten ermöglichten zu Beginn des 20. Jahrhunderts den revolutionären und radikalen Bauhaus-Stil. Abb. 5 Wohnhaus der Moderne Die Dachpappe führte zum Flachdach. Stahlprofile und Glas wurden zu grossen transparenten Fassadenteilen kombiniert. Der Elektromotor trieb Pumpen und Ventilatoren an. Die elektrische Glühbirne ersetzte Kerzen und Gaslampen. Der Innenraum wurde hell, die Luftqualität deutlich besser. Die neue „Primärquelle“ Kohle ermöglichte es, den Wärmeerzeuger in den Keller zu verbannen. Alles schien gut zu sein. 100 Jahre nach dieser Revolution muss konstatiert werden, dass die im Bauhausstil gebauten Häuser heute prak- / ITA Institute of Technology in Architecture Faculty of Architecture / ETH Zurich 24.09.12 SOL²ERGIE: SYSTEM FÜR ZEROEMISSION ARCHITECTURE Seite 5/13 tisch nicht mehr betrieben werden können. Die Gebäude brauchen zu viel Wärme und sie sind angewiesen auf eine Energieform mit hoher Betriebstemperatur. War der konstruktiv sehr einfache und formal überzeugende Bauhausstil ein Irrläufer? Es wäre einfacher, diese Frage mit „ja“ zu beantworten, wenn die Bauten danach – vor allem ab den Jahren ca. 1975 – sehr viel besser wären. Die Konstruktionen wurden aber leider immer aufwändiger, weil man Primärenergie Kohle, Öl, Gas und Uran sparen wollte und musste. Abb. 6 Hochgedämmte Fassade Man investierte in die Gebäudehülle, um sogenannte Primärenergie zu sparen. Seit 1985 treiben die Begriffe Energieeffizienz und Energiesparen die Bauindustrie zu absurden Konstruktionen. Die 3-fach Isolierverglasung ist bei grossen Fenstern derart schwer, dass die Rahmenkonstruktion ganze Häuser tragen könnte. Die Wärmerückgewinnung aus der Abluft führt zu dichten Gebäuden und damit zu grotesken Verklebungen, zu hoch komplizierten Fensterprofilen mit Mehrfachdichtungen und zu schweren Beschlägen. Die sehr gute Wärmedämmung führt zu Pilzbefall der Putze. Der Anteil an hochwertigem Material und hochwertiger Energie zur Produktion einer Einheit Haus hat sich innerhalb von 100 Jahren mindestens verdoppelt. Die Bauindustrie ist in eine Sackgasse gefahren. Staatlich gefordert und gefördert. Gefordert ist eine Renaissance der Bauhaus-Idee. Radikale Vereinfachung der Konstruktion und ein Ersatz der vermeintlichen Primärenergien Kohle, Öl, Gas und Holz durch die wirkliche Primärenergie: durch die Strahlungsenergie der Sonne. Die heute noch als Primärenergieträger bezeichneten chemischen Moleküle des Holzes, der Kohle, des Öls und des Erdgases wurden produziert durch den Prozess der Photosynthese aus Solarstrahlung, Wasser und CO2. Da der Wirkungsgrad der Photosynthese mit weniger als 1% sehr klein ist, beansprucht ein Haus mit Verbrennungsöfen viel Wald. Junger Wald beim Holz, sehr alter Wald bei der Kohle und dem Öl. Bei einer Heizenergiekennzahl von 50 kWh/m2a braucht es eine Waldfläche von 5 m2, um den Ofen nachhaltig zu beliefern. Ein Baum muss 40 Jahre wachsen, bevor es sich lohnt, ihn zu schlagen. Er speichert Energie, ist nicht eine primäre Quelle. Kohle ist nichts anderes als sehr speziell gelagertes mindestens 40-jähriges Holz. Öl stammt aus den sehr speziell gelager- / ITA Institute of Technology in Architecture Faculty of Architecture / ETH Zurich 24.09.12 SOL²ERGIE: SYSTEM FÜR ZEROEMISSION ARCHITECTURE Seite 6/13 ten Überresten von Tieren, die die in den Blättern der 40-jährigen Bäume umgesetzte Solarenergie in ihre Körpermasse umsetzten und somit speicherten. Die wahre Primärquelle ist der Wasserstoff in der Sonne, der mit dem Fusionsprozess in Solarstrahlung umgewandelt wird. Abb. 7 Sonne als Primärenergiequelle 1 m2 Dachfläche erhält nördlich der Alpen eine jährliche Strahlungsenergie von rund 1'000 kWh. Der erst seit wenigen Jahren erfundene Hybridkollektor wandelt davon 150 kWh in elektrischen Strom und 450 kWh in Wärme mit einer Temperatur von 25–30°C um. Abb. 8 Hybridkollektor Total 600 kWh an transportierbarer Sekundärenergie. Das heisst, dass man 0.083 m2 Hybridkollektor braucht, um ein geeignetes Heizsystem für 1 m2 beheizte Fläche nachhaltig zu beliefern, falls es gelingt, die mehrheitlich im Sommer anfallende Solarenergie in den Winter zu retten. Der Hy- / ITA Institute of Technology in Architecture Faculty of Architecture / ETH Zurich 24.09.12 SOL²ERGIE: SYSTEM FÜR ZEROEMISSION ARCHITECTURE Seite 7/13 bridkollektor erntet die Solarenergie 60-mal besser ab als der Baum. Aber der Hybridkollektor speichert die umgewandelte Energie nicht. Gesucht sind neue Primärenergiespeicher, die die beiden Energieströme Strom und Wärme des Hybridkollektors während 5 Monaten speichern. Ist dies wirklich so? Müssen wir beide Anteile speichern? Nein, wir haben eine andere Wahl. Wir speichern nur die Wärme. Die kann man schlecht über weite Strecken transportieren. Den Strom des Hybridkollektors brauchen wir ungespeichert just in time für das Autofahren, das Fernsehen, das Kochen oder für den Antrieb der Warmwasser-Wärmepumpe im Sommer. Wie aber soll aus 25°C Wärme aus dem Hybridkollektor im Sommer 50°C Wärme für das Duschen und 30°C Wärme für das Heizen im Winter werden? Hier an dieser Stelle ist fundiertes Wissen der Thermodynamik notwendig. Es ist für die Mehrheit der Menschen nachvollziehbar, dass der Hybridkollektor die sehr hochwertige Solarstrahlung in die zwei Energieströme Strom und Wärme aufteilen kann. 10 Einheiten Solarenergie ergeben etwa 1.5 Einheiten Strom und ca. 4.5 Einheiten Wärme bei einer Temperatur zwischen 25 und 30°C. 4 Einheiten der Solarstrahlung sind nicht verwertbar, z.B. deshalb, weil im Winter die Wärme unter 15°C anfällt. Bevor wir über den Speicher reden können, müssen wir die Wärmepumpe verstehen. Wenige Menschen wissen, wie eine Wärmepumpe funktioniert. Die Wärmepumpe ist eine Maschine, die niederwertige Wärme mit z.B. 17°C aus dem Erdreich mit einem Anteil an hochwertigem Strom in nutzbare Wärme von z.B. 30 oder 50°C veredelt. 30°C W 17°C Abb. 9 Schema Wärmepumpe Der Anteil an Strom bezogen auf den Anteil an Wärme aus dem Erdreich hängt stark ab von der Temperatur der Wärme aus dem Erdreich und von der notwendigen Temperatur der Nutzwärme. Der Stromanteil wird sehr klein, wenn der Temperaturhub der Wärmepumpe klein ist und wenn die Maschine dafür gebaut wurde. Die Wärmepumpe ist ein notwendiges Werkzeug zur Lösung des Speicherproblems. / ITA Institute of Technology in Architecture Faculty of Architecture / ETH Zurich 24.09.12 SOL²ERGIE: SYSTEM FÜR ZEROEMISSION ARCHITECTURE Seite 8/13 Der Speicher für die Abwärme des Hybridkollektors im Sommer ist das Erdreich in einer Tiefe zwischen 200 und 500 m unter der frostfreien Erdschicht. 4°C 8°C 10°C 14°C 18°C 22°C 26°C 30°C 0m 100 m 200 m 300 m 400 m 500 m Abb. 10 Temperaturprofil im Erdreich Wir transportieren die 25–30°C Wärme im Sommer 500 m tief mit Hilfe einer neuartigen Erdwärmesonde und übergeben sie dem Erdreich, das im Winter zuvor durch die Wärmepumpe auf rund 17–20°C ausgekühlt worden ist. Die Einlagerung der Sommerwärme stellt den natürlichen Zustand des Erdreichs in dieser Zone jährlich wieder her. 4°C 8°C 10°C 14°C 18°C 22°C 26°C 30°C 0m 100 m 200 m 300 m 400 m 500 m Abb. 11 Laden und Entladen des Erdspeichers Das Erdreich in 200–500 m Tiefe ist der Primärenergiespeicher für den niederwertigen Teil der Sonnenenergie. Die Tiefe ist notwendig, damit der Strombedarf der Wärmepumpe im Winter klein / ITA Institute of Technology in Architecture Faculty of Architecture / ETH Zurich 24.09.12 SOL²ERGIE: SYSTEM FÜR ZEROEMISSION ARCHITECTURE Seite 9/13 wird. 500 m tiefe Erdwärmesonden erfordern eine komplett neue Konstruktion (Patent angemeldet). Dieser Primärenergiespeicher, der jährlich durch den Hybridkollektor mit der wahren Primärenergie der Solarstrahlung regeneriert – also nachgefüllt – wird, wird zur Wärmequelle der Wärmepumpe. Die Quellwärme wird durch die Wärmepumpe zu Nutzwärme veredelt. Abb. 11 Sol²ergie: Beladen Abb. 12 Sol²ergie: Entladen Dazu wird elektrischer Strom benötigt. Den Strom des Hybridkollektors haben wir bereits verbraucht für andere wichtige Aufgaben im Sommer. / ITA Institute of Technology in Architecture Faculty of Architecture / ETH Zurich 24.09.12 SOL²ERGIE: SYSTEM FÜR ZEROEMISSION ARCHITECTURE Seite 10/13 Woher den Strom im Winter nehmen und wie viel? Das wie viel beantwortet wieder die Thermodynamik und die Kunst des Maschinenbaus. Als Faustregel gilt, dass der Anteil (a) an Strom bezogen auf den Anteil an Quellwärme aus dem Erdreich für eine gute Maschine berechnet wird zu a = ∆T / 160 a a=1/ = T / 160 0.3 0.2 0.1 0 0 Abb. 13 10 20 30 40 T Stromanteil der Wärmepumpe ∆T ist der Temperaturhub zwischen der Temperatur der Quellwärme und der Nutzwärme, den die Wärmepumpe überwinden muss. In der Zahl 160 sind mehrere Dinge integriert, sie ist eher konservativ, bezieht sich aber immer auf eine Temperatur der Quellwärme von mindestens 15°C = 288°K. Der Stand der Technik im Jahr 2012 ist der, dass das Verhältnis Strom zu Quellwärme 1:10 sein kann, wenn der Temperaturhub unter 16°C bleibt. Das technische System, bestehend aus einer Ernteanlage für den niederwertigen Solarenergieanteil, aus einer auf Niederhub optimierten Wärmepumpe und aus einem mittels Koaxial-Erdwärmesonden erschlossenen saisonalen Erdreichspeicher wird Sol²ergie genannt (Energie solaire avec stockage au sol). / ITA Institute of Technology in Architecture Faculty of Architecture / ETH Zurich 24.09.12 SOL²ERGIE: SYSTEM FÜR ZEROEMISSION ARCHITECTURE Seite 11/13 Abb. 14 Sol²ergie (Energie solaire avec stockage au sol) Das System, das das alte Wärmeerzeugungssystem mit den Primärenergieträgern Holz, Kohle, Öl und Gas ersetzt, ist die Voraussetzung für eine Renaissance der Bauhaus-Architektur, die sich u.a. durch eine einfache und stringente Konstruktion der Gebäudehülle auszeichnete. Das System „Sol²ergie“ stellt sehr viel Wärme im Winter zur Verfügung und benötigt wenig Winterstrom. Die Kosten sind kalkulierbar für die nächsten 100 Jahre. Damit wird eine neue Optimierung des Gesamtsystems Gebäude möglich. - Die Wärmerückgewinnung der Abwärme aus der Abluft entfällt. Es ist einfacher, Wärme aus dem Erdspeicher zu beziehen als aus der Abluft. Dadurch werden die Lüftungssysteme wieder viel einfacher und die Anforderung an die Winddichtigkeit der Hülle nimmt ab. - Die Wärmedämmung der vertikalen Fassade kann auf ein Mass reduziert werden, das wieder einfache Konstruktionen zulässt. Reduziert man den transparenten Anteil der Fassade auf 40–45%, dann können die opaken Teile mit einem U-Wert von ca. 0.35 W/m2K ausgeführt werden. Dies ist z.B. erreichbar mit einem modernen Mauerstein, verputzt mit 5 cm modernem Wärmedämmputz auf rein mineralischer Basis. - Das Dach wird neu eingedeckt mit einem industriell gefertigten Grossmodul in dem die Hybridkollektoren und die bis zu 25 cm starke Dämmung integriert sind. - Das hydraulische System wird sehr viel einfacher, wenn für die Warmwasseraufbereitung eine separate Wärmepumpe eingesetzt wird, die ihre Quellwärme immer aus dem Rücklauf des Wärmeverteilsystems des Gebäudes bezieht. Im Sommer ergibt sich eine sehr elegante Lösung zur Kühlung des Gebäudes. - Der sommerliche Wärmeschutz wird viel einfacher, weil die Wärme zur Regeneration des Erdreichs verwendet wird. Die Wärmepumpe wird aktiv als Kältemaschine betrieben, der Strom stammt direkt vom Hybridkollektor. 07:00 / ITA Institute of Technology in Architecture Faculty of Architecture / ETH Zurich 24.09.12 SOL²ERGIE: SYSTEM FÜR ZEROEMISSION ARCHITECTURE Seite 12/13 Die einzige auch offene Frage ist: Wo und wie produziert man die 8 % hochwertige Energie zum Antrieb der Wärmepumpe im Winter? Ein Blick auf die Wetterkarten der kältesten Wochen im Jahr in Europa und aufTopographie die Standorte Einfluss der auf der dieheutigen Kohle- und Kernkraftwerke zeigt, was getan werden Gewinnung von Solarenergie kann und muss. T T H H T T Wetterzonen Abb. 15 Wetter in Europa eisklima tundrenklima boreales klima warmgemässigtes klima subtropisches klima tropisches klima Abb. 16 Atomkraftwerke in Europa Die Hochdruckgebiete (viel Solarstrom) und die Tiefdruckgebiete (viel Windstrom) werden als neue Stromproduktionsorte entwickelt. Die bestehenden Stromumform- und Verteilstationen bei den Kern- und grossen Kohle- und Ölkraftwerken werden innert 50 Jahren mit einem neuen Gleichstromnetz vermascht. Jede Wärmepumpe erhält eine elektrische Batterie mit 5 Stunden Autonomiezeit beigestellt. Die Wärmepumpe wird so dimensioniert, dass sie am kältesten Tag nur 18–20 Stunden laufen muss, um die Wärme für das Gebäude bereit zu stellen. Während 5 Stunden kann sie Strom ab der beigestellten Batterie beziehen, die irgend wann am Tag geladen wird. Der Strombezug für die Heizung wird dadurch auf max. 13–15 Stunden begrenzt. Der Stromversorger kann / ITA Institute of Technology in Architecture Faculty of Architecture / ETH Zurich 24.09.12 SOL²ERGIE: SYSTEM FÜR ZEROEMISSION ARCHITECTURE Seite 13/13 durch geeignete Tarifgestaltung ein Versorgungsoptimum herbeiführen. Es zeigt sich auch hier, dass durch eine geeignete Kombination von Produktion und Speicherung sehr elegante Lösungen möglich sind. Sol²ergie ist ein System mit dem bestehende Bauten ohne dicke Wärmedämmung in einen emissionsfreien Heizbetrieb überführt werden können. Es bezieht von aussen nur elektrische Energie. Die Verwendung des tiefen Erdreichs als saisonaler Speicher für den niederwertigen Teil der Primärenergie Solarstrahlung führt zu einer sehr grossen Reduktion der benötigen elektrischen Antriebsleistung für die Wärmepumpe im Winter. Für Neubauten führt Sol²ergie zu sehr einfachen Fassaden und Gebäudetechnik-Konstruktionen. Das Dach wird neu interpretiert. Es ist denkbar, dass damit ein neuer Baustil möglich wird. Abb. 17 Haus B35 in Zürich → in Kürze mehr auf: www.solergie.org