Zeitgemäß Sanieren Vom Althaus zum Niedrigenergiehaus Jetzt Geldbörse und Umwelt schonen. 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Wenngleich das für den Wohnbau noch nicht zutrifft ist doch allen bewusst, dass der Sanierung in Zukunft eine besondere Bedeutung zukommen muss: Für energetisch besseres Bauen, für nachhaltiges, nicht Umwelt belastendes Bauen, als Arbeitgeber und Hoffnung für die Bauwirtschaft. „Sanieren ist teuer“ – wenn man nur Investitionen, nicht aber Lebenskosten kalkuliert. Die Errichtung eines Gebäudes macht gerade einmal 15 Prozent seiner Gesamtkosten aus. Ein bestehendes Gebäude (so ferne die Bausubstanz an sich in Ordnung ist) sinnvoll – hinsichtlich seiner Funktionen, des Energieeinsatzes, seines langfristigen Bestandes - zu verbessern bedeutet auch, langfristige Werte zu erhalten. Sanieren ist ohne Zweifel technisch und logistisch anspruchsvoller als neu bauen. Mit der vorliegenden Broschüre zeigt der LandesEnergieVerein aber, dass und wie es geht, insbesondere was den Einsatz von Energie betrifft. Der praxisnahe Leitfaden für Bauherrn mit konkreten Beispielen aus der Steiermark soll vor allem in der Planungsphase wertvolle Tipps und Hinweise liefern, die letztlich langfristig nicht nur die Umwelt, sondern auch die Brieftasche entlasten. Landesrat Johann Seitinger Zeitgemäß sanieren – vom Althaus zum Niedrigenergiehaus. Ein praxisnaher Leitfaden für Bauherren. Seit Beginn der 90er Jahre hat sich in der Bau- und Haustechnik ein enormer Wandel vollzogen. Zeitgemäß saniert heute nur, wer am neuesten Stand der Energietechnik ist. Das gilt nicht nur im Hinblick auf die gestiegenen Energiepreise sondern auch um die wachsenden Ansprüche an eine hohe Wohnqualität zu erfüllen. Wir haben die Vorarbeiten unseres Partnerinstitutes Energie-Tirol gerne genutzt um ihnen diese Broschüre vorzulegen. Neben wichtigen Tipps und Hinweisen soll Sanierern vor allem in der Planungsphase eine wichtige Hilfestellung geboten werden. Die Präsentation vorbildlicher Sanierungsbeispiele zeigt die Spannweite möglicher Niedrigenergiehaus-Sanierungen. Die Palette reicht vom Einfamilienhaus bis zum städtischen Wohnbau. Die möglichen Beratungsangebote sowie die Förderungsmöglichkeiten werden vorgestellt. Wir hoffen dass diese Broschüre, für deren Förderung wir den Inserenten danken, Ihnen die Entscheidungen im Sanierungsfall erleichtern wird und für den Fall, dass Sie noch nicht darüber nachgedacht haben ihr Objekt zu sanieren, sie ermuntern wird, das Werk in Angriff zu nehmen. Gerhard Ulz, Geschäftsführer LandesEnergieVerein Steiermark 4 Zeitgemäß Sanieren Mehr Wohnqualität und weniger Heizkosten Die häufigsten Gründe ein Haus zu sanieren sind die Behebung von Bauschäden, gestiegene Ansprüche an den Wohnkomfort und hohe Energiekosten. Wer energiesparend saniert, profitiert zweimal: Ein Niedrigenergiehaus sichert hohe Wohnqualität und spart Heizkosten. 5 In alten Häusern lässt der Wohnkomfort oft zu wünschen übrig. Die Heizung läuft auf Hochtouren und Heizkosten belasten die Geldtasche. Undichte Fenster, kalte Wände und Böden verursachen im Winter und in der Übergangszeit Kältegefühl und Zugerscheinungen. Mehr Wohnqualität: Warme Wände und angenehme Raumtemperaturen Trotz intensiven Heizens ist es in alten Häusern oft sehr unbehaglich. Die Temperaturen von Boden-, Wand- und Fensterflächen haben wesentlichen Einfluss auf das Wohlbefinden. Je kälter sie sich anfühlen, umso unangenehmer fühlen wir uns. Eine hohe Raumlufttemperatur kann dieses Defizit nur unzureichend ausgleichen. Für neue energiesparende Bautechnologien spricht die hohe Wohnqualität. Im Gegensatz zu herkömmlichen Sanierungen werden bei Sanierungen auf Niedrigenergiehausqualität Außenwände, Decken und Kellerwände stark gedämmt und hochqualitative Verglasungen eingesetzt. Dadurch steigen die Temperaturen der Bauteile, und Temperaturunterschiede im Raum, die zentrale Ursache für Unbehaglichkeit und Zuglufterscheinungen sind, werden ausgeglichen. Im sehr gut gedämmten Haus liegen die Temperaturen der umgebenden Oberflächen nur ein bis zwei Grad Celsius unter der Raumlufttemperatur. Auch das Heizsystem hat großen Einfluss auf das Wohlbefinden. Systeme mit hohem Strahlungsanteil wie Wand- oder Fußbodenheizungen werden als sehr angenehm empfunden. Niedertemperatur-Verteilsysteme mit Vorlauftemperaturen unter 45 Grad Celsius sind für Häuser mit sehr geringem Heizbedarf besonders geeignet. Im Gegensatz dazu führen Systeme mit Hochtemperaturradiatoren (Temperatur bis zu 70°) zu Staubverschwelungen, die das Gefühl von zu trockener Luft hervorrufen. Heizsysteme wie die Wärmepumpe und die teilsolare Raumheizung (Solaranlage) sind auch nur mit einem Niedertemperatur-Verteilsystem effizient einzusetzen. Weniger Heizkosten: Geringer Energieverbrauch und hohe Rendite Eine energietechnisch hochwertige Sanierung ist derzeit eine der besten Geldanlagen. 6 Ein großes Plus der neuen Bau- und Haustechnik ist der geringe Energieverbrauch. Bei Sanierungen auf Niedrigenergiehausqualität können bis zu zwei Drittel der Heizkosten eingespart werden. Bauliche Voraussetzungen und vorgegebene Rahmenbedingungen können den Spielraum einengen. Eine energietechnisch hochwertige Sanierung ist derzeit eine der besten Geldanlagen. Es ist allerdings schwer einzuschätzen, wie sich die Energiekosten entwickeln werden. Durch geringen Energieverbrauch und die Nutzung von erneuerbaren Energieträgern verringert der Bauherr seine Abhängigkeit von schwankenden Energiepreisen. Maßnahmen, wie die Dämmung der obersten Geschoßdecke oder die Installation von Thermostatventilen bei Heizkörpern, lassen sich auch ganz einfach und kostengünstig realisieren. Auch die Investitionskosten für höhere Dämmstärken rechnen sich fast immer. Herausforderung Sanierung: Sofortmaßnahmen und gute Gesamtplanung Die Sanierung eines Althauses stellt wegen der unterschiedlichen Rahmenbedingungen meist höhere Anforderungen an Planer und Ausführende als die Errichtung eines neuen Gebäudes. Dabei hängt es wesentlich vom Bestand ab, welche Maßnahmen Sinn machen. Unvorhergesehene Mängel und Bauschäden, auf die sofort reagiert werden muss, können auftreten. Nicht alles ist im Vorhinein absehbar, jedoch: Gute Planung ist eine wesentliche Voraussetzung für gutes Gelingen. Deswegen sollten, auch wenn vorerst nur minima- le Maßnahmen geplant sind, die einzelnen Sanierungsschritte immer im Rahmen eines Gesamtkonzepts gesetzt werden. Das gilt besonders für den Finanzplan des Bauherrn: Eine falsche Abfolge der Sanierungsschritte kann nicht nur viel Ärger bedeuten, sondern auch viel Geld kosten. Im Kapitel Sanierungskonzept werden die wichtigsten Voraussetzungen, wie z. B. die Bestandserhebung und die Festlegung der Sanierungsziele, angesprochen. Falsche Abfolge der Sanierungsschritte zieht nicht nur viel Ärger nach sich, sondern kostet auch viel Geld. Gut geplant ist halb gebaut! Manchmal war es nicht ganz einfach, den Anspruch, sowohl eine allgemeine Einführung als auch eine Vielzahl brauchbarer Tipps für Sanierer zu geben, zu erfüllen. Wir hoffen dennoch, dass die Broschüre für den interessierten Leser zumindest eine erste Einführung ist und wichtige Hinweise gibt. Damit wäre ein Etappenziel, das vom Althaus zum Traumhaus führt, schon erreicht. Für die Zukunft saniert nur, wer auf die neuesten Bau- und Haustechniken setzt. Gute Information: Neueste Technik und Kostenplanung Seit Anfang der neunziger Jahre haben neue Energietechnologien das Baugeschehen radikal verändert. Für die Zukunft saniert heute nur, wer die aktuellen Entwicklungen in der Bau- und Energietechnik berücksichtigt. Genaue Information im Vorfeld zeigt nicht nur verschiedene Möglichkeiten auf, sie schützt auch vor unangenehmen finanziellen Überraschungen. Das Ziel der Broschüre ist, Einblick in die wichtigsten Punkte neuer Bau- und Haustechnik zu geben und möglichst viele praxisnahe Anleitungen zu bieten. Die einzelnen Kapitel beschreiben dabei im Wesentlichen die wichtigsten Komponenten der Niedrigenergiebauweise. Abb 1 – 4 | Vorbildlich sanierte Wohngebäude 7 Vorbildliche Sanierungen Minimaler Energieverbrauch und hohe Wohnqualität machen das Niedrigenergiehaus zur zeitgemäßen Bauform. Die gängigsten Vorurteile gegenüber energiesparendem Bauen sind: „zu teuer“ und „architektonisch zu aus gefallen“. Die folgenden Beispiele veranschaulichen die viel fältigen Gestaltungs möglichkeiten. Sie zeigen aber auch, dass mit nur geringen Mehr kosten ein hoher Wohnstandard erreichbar ist. 8 Abb 5 | Die Fassade wurde mit einer geölten Lärchenholzschalung neu gestaltet. Abb 6 | Vom Wohn- und Aufenthaltsbereich führen großflächige Schiebetüren in den Garten. Haus Ladstätter: Altes Blockhaus mit moderner Architektur Dem auf Niedrigenergiehaus-Standard sanierten Gebäude sieht man das ursprüngliche Holzblockhaus aus den 30er Jahren nicht mehr an. Der Bauherr konnte die Wohnqualität mit geringem Kostenaufwand auf zeitgemäßen Standard heben. Die Energiesparmaßnahmen beim Haus Ladstätter konzentrieren sich vor allem auf die Wärmedämmung. Die großen Fensterflächen beim neuen Zubau wurden mit besonders guter Glasqualität ausgestattet. Vor der Sanierung lag der Energieverbrauch bei ca. 2100 Liter Heizöl pro Jahr. Heute liegt der Bedarf trotz Nutzflächenerweiterung um 23 m2 bei ca. 560 Liter Heizöl. Energietechnisches Sanierungskonzept: tsehr gute Wärmedämmung der Außenwände mit Mineralwolle, Verkleidung mit Lärchenholzverschalung thohe Fensterqualitäten tkonsequente Vermeidung von Wärmebrücken (Entfernung des Südbalkons, Überdämmung der Fenster) tWarmwasserbereitung durch Solaranlage (ausreichende Solarerträge trotz langer Verschattung des Gebäudes in der kalten Jahreszeit) Abb 7 – 8 | Das Haus Ladstätter vor und während der Sanierung. Nutzfläche: 140 m2 Heizwärmebedarf: vor Sanierung: 180 kWh/m2a nach Sanierung: 40 kWh/m2a (78 % Reduktion) Zubau in Fertigteilbauweise Dämmung Altbau: Außenwände: 11 cm Holzblockwand mit 20 cm Mineralwolle, Lärchenholzschalung geölt (U = 0,14 W/m2K); Dach: Sparrendach mit 27 cm Mineralwolle (U = 0,13 W/m2K); Fenster: Holzfenster in Lärche, Rahmen überdämmt (UW = 1,20 W/m2K); Kellerdecke: Holzbalkendecke mit 15 cm Mineralwolle und 10 cm EPS-Platten (U = 0,13 W/m2K) Dämmung Zubau: Außenwände: Holzfertigteile mit 24 cm Mineralwolle (U = 0,14 W/m2K); Flachdach: Holzfertigteil mit 24 cm Mineralwolle (U = 0,14 W/m2K); Fenster: Holzfenster in Lärche, Rahmen überdämmt (UW = 0,90 W/m2K); Boden zum Erdreich: 20 cm extrudiertes Polystyrol (U = 0,15 W/m2 K) Heizung: derzeit noch die bestehende Ölheizung Solaranlage: 6 m2 Kollektorfläche zur Warmwasserbereitung Sonstiges: Das Haus liegt südseitig an einer stark befahrenen Straße. Um guten Lärmschutz zu erzielen, wurde der Wohnbereich abgesenkt und die Belichtung über Oberlichten sichergestellt. Auszeichnungen: Anerkennung NEH-Preis 2001 Auszeichnung „Altbau der Zukunft“ bmvit 2001 9 Abb 11 | Anbringung des 25 cm starken Vollwärmeschutzes an den Außenwänden Abb 9 | Objekt nach der Sanierung Abb 10 | Objekt vor der Sanierung Haus Dr. Mayer : Sanierung mit neuester Bau- und Haustechnik Das Gebäude wurde in den 60er Jahren errichtet. Die Außenwände bestanden aus Mantelbetonstein. Alle weiteren Bauteile waren schlecht oder gar nicht gedämmt. Der Wohnkomfort war dementsprechend niedrig. Der alte Ölkessel hatte einen schlechten Wirkungsgrad. Daraus entstanden hohe Heizkosten und hohe Umweltbelastung. Energietechnisches Sanierungskonzept: tsehr gute Dämmung der Außenwände (28 cm EPS Wärmedämmverbundsystem), talle erdanliegenden Böden wurden ausgehoben und mit 24 cm EPS (druckfest) unter dem Estrich versehen, tim Dachboden wurde mit 40 cm Zellulose ausgeblasen, tFenstertausch (Passivhausfenster) tWintergartenzubau mit Passivhausfenstern, tder Öltank wurde entfernt. Der Tankraum und ein weiterer Kellerraum wurden in den beheizten Gebäudebereich integriert, tAnschluss an das örtliche Biomassefernwärmenetz (Anschlusswert 6,7 kW bei vergrößerter Nutzfläche), 10 tEinbau einer Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung zur Komfortsteigerung und Reduzierung der Lüftungswärmeverluste, tmassive Reduktion des Energievebrauchs auf ca. 25 kWh/m2a. Abb 12 | Schema einer kontrollierten Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung Abb 13 | Sanierungsprojekt GIWOG Graz-Dieselweg Zukunftsweisendes Sanierungsprojekt in Graz/Liebenau Im Grazer Stadtteil Liebenau befindet sich eine Siedlung, die für die Wohnversorgung von MitarbeiterInnen der Steyr Daimler Puch AG in 3 Bauabschnitten von 1950 bis 1968 errichtet wurde. Sie besteht aus 203 Wohneinheiten und einem Lokal mit einer Gesamtwohnnutzfläche von 10.114,86 m2. In den letzten Jahren haben sich mehrfach die Verwaltung und auch die Eigentümerstruktur geändert. Seit 01.01.2007 steht die Wohnanlage im Eigentum der GIWOG (Gemeinnützige Industrie Wohnungsaktiengesellschaft) mit Sitz in Leonding und einer Zweitniederlassung im obersteirischen Trofaiach. Dem Alter der Wohngebäude entsprechend befinden sich Außenmauerwerk, Kellerdecke, Dachgeschoßdecke, Fenster, Türen etc. in einem Zustand, der weder dem heutigen Stand der Technik, noch einem zukunftsfähigen Standard entspricht. Zudem fehlt der gesamten Wohnanlage eine Zentralheizung – die Wohnungen werden mit Einzelöfen (Kohle, Holz, Öl, Elektro) beheizt – und die Warmwasseraufbereitung erfolgt dezentral mittels Elektroboiler. Kein Gebäude verfügt über einen Lift. Die GIWOG hat innerhalb eines Jahres ein umfassendes Sanierungskonzept erstellt und bei Landesrat Seitinger die Unterstützung aus Mitteln der Wohnbauförderung, bei Landesrat Wegscheider eine Unterstützung aus Mitteln des Umweltschutzes sowie beim Bundesministerium für Verkehr, Infrastruktur und Technologie (BMVIT) eine Förderung aus dem Projekt ,,Haus der Zukunft“ sichergestellt, damit die Finanzierung der Investitionen auch für die Mieterinnen und Mieter Ieistbar bleibt. Das Hauptziel der GIWOG ist eine ökologische und energieeffiziente Sanierung der bestehenden Bausubstanz, welche nach Fertigstellung Passivhausstandard aufweisen und durch nachträglichen Lifteinbau einen erheblichen Komfortgewinn mit mehr Behaglichkeit im mehrgeschoßigen Altbau bringen wird. tVergrößerung und Verglasung der Balkone, tLiftzubau mit Windfang, tDacherneuerung. Durch die zentrale Warmwasseraufbereitung mit Solaranlage, eine zentrale Ergänzungsheizungsversorgung sowie eine kontrollierte Wohnraumlüftung wird die Wohnqualität zusätzlich aufgewertet. Die schonende Sanierung wird durch das Umbauen der vorhandenen Gebäudehüllen mit vorgefertigten Wandelementen inkl. Fenster erreicht. Die dezentrale Wohnraumlüftung wird von außen vorbereitet und es werden lediglich die Geräte vom Innenraum her installiert. Die bestehenden, vorwiegend Holzfenster werden nach Fertigstellung der neuen Gebäudehülle demontiert. Die geplanten Sanierungsmaßnahmen beinhalten unter anderem: tdie passivhaustaugliche Sanierung der Fassade, tAustausch der vorhandenen Fenster durch Passivhausfenster mit Sonnenschutz, 11 Konkret liegt das Projektziel dieser umfassenden Modernisierung bei einer Senkung des Heizenergiebedarfs um 91%, der Warmwasserkosten von ca. € 0,40 auf ca. € 0,10/ m2, einer Reduktion des CO2 -Ausstoßes um 89% sowie einer erheblichen Verbesserung der Wohnqualität. Die GIWOG hat bereits eine ähnliche Sanierung eines Einzelobjektes vom Altbau zum Passivhaus erfolgreich durchgeführt und wurde dafür mit zahlreichen nationalen Preisen, wie z. B. dem Staatspreis für Architektur und Nachhaltigkeit ausgezeichnet. Die angestrebte Einsparung von rund 90 % des Energieverbrauches konnte bei diesem Projekt tatsächlich erzielt werden, so dass jetzt der Versuch gewagt wird, diese Erfahrungen für eine gesamte Siedlung zu nutzen. Abb 14 | Objekte vor der Sanierung Abb 15 | Objekte nach der Sanierung 12 Nach Umsetzung des Sanierungskonzeptes wird diese Siedlung ein für die Steiermark und Österreich einzigartiges Demonstrationsprojekt mit hoher Vorbildwirkung darstellen, welches als Beispiel für eine zukunftsweisende Verbesserung der zahlreichen thermisch kritischen Nachkriegsbauten dienen kann. Generell ist jedoch festzustellen, dass mit dieser Sanierung zwar die technischen Möglichkeiten für eine außerordentlich hohe Energieeinsparung geboten werden, ausschlaggebend für den tatsächlichen Nutzen ist jedoch das Verhalten der BewohnerInnen. Eine von der GIWOG durchgeführte Evaluierung einer Siedlungsanlage mit 2 mehrgeschoßigen Passivhäusern, 2 mehrgeschoßigen Holzwohnbauten und 2 mit herkömmlicher Technologie ge- dämmten Niedrigstenergiehäusern hat teilweise höchst unterschiedliche Ergebnisse beim individuellen Energieverbrauch pro Wohnung ergeben. Hier ist noch sehr viel Informations- und Überzeugungsarbeit zu leisten, damit die angestrebten Ziele in vollem Umfang erreicht werden können. Abb 16 | Errichtung der südseitigen Verglasung für passiven Solargewinn (Ausreichende Beschattung im Sommer durch vorgezogenes Dach) Haus Lesch – Föhrenhof SmartHOUSING® Das ca. 100 Jahre alte Bauernhaus mit Stallungen in Nestelbach bei Graz war nur teilweise unterkellert. Die Außenwände bestanden aus 25 cm Vollziegelmauerwerk, innen und außen verputzt. Der Spitzboden war mit Lösch beschüttet. Wohnkomfort war nicht vorhanden. Die Betriebskosten waren entsprechend hoch. Das Gebäude wurde innen „entkernt“, nur die alten Deckenbalken wurden bewusst erhalten. Durch die umfassende Sanierung des Gebäudes wurde der Wohnkomfort massiv gesteigert und die Heiz- und Betriebskosten gesenkt. SmartHOUSING® ist ein Contractingmodell, bei dem folgende Schwerpunkte gesetzt werden: Angenehmes Raumklima, Nachwachsende Rohstoffe, Nutzung erneuerbarer Energieträger, PVC- und FCKW-frei, Baubiologisch unbedenkliche Materialien. Bei Contracting werden die Sanierungsmaßnahmen über die Kosteneinsparungen nach der Sanierung finanziert. Planung/Contracting: CONNESS Energieberatungs-, Planungs- und Betriebs-GmbH. Auszeichnung: Energieprofi 2004, Hauptpreis in der Kategorie Innovationen. Abb 17a | Objekt vor der Sanierung Abb 18 – 19 | Verglaste Südfassade mit Auszeichnung zum Energieprofi 2004. Innen: Innenansicht mit individueller Farbgestaltung auf Lehmputz. Abb 17b | Objekt nach der Sanierung Sanierungsmaßnahmen: t8PIOSBVNFSXFJUFSVOHBVGNħ t)FJ[VOHTTBOJFSVOH t&SOFVFSVOHEFS4BOJUÊSJOTUBMMBUJPOFO t-àGUVOHTBOMBHFNJU8ÊSNFSàDLHFXJOnung und Erdkollektoren, t4PNNFSCZQBTT[VS6NHFIVOHEFS Warmwasserbereitung für die sommerliche Kühlung, t5FJMTPMBSF3BVNIFJ[VOHVOE8BSNXBTserbereitung über thermische Sonnenkollektoren (30 m2) und Pufferspeicher, t;VTÊU[MJDIFS4DIXFEFOPGFOJN8PIO[JNmer für die Behaglichkeit, t8ÊSNFWFSUFJMVOHàCFS3BEJBUPSFOJN"MUbau und über Fußboden/Wandheizung in den Sanitärräumen und den übrigen Räumen, t'FOTUFSUBVTDI t,PNQBLUHFQSFTTUF4USPICBMMFONJUFJOFS Stärke von 35 cm als Dämmung der Außenwände (U-Wert 0,1 W/m2K) sowie der Dachschrägen (Aufsparrendämmung), t'BTTBEFOHFTUBMUVOHNJUFJOFS4UVMQTDIBlung aus sägerauhen Lärchenbrettern, t4àETFJUFHSPUFJMTNJU(MBTWFSTFIFOVN passiven Solargewinn zu erzielen, t;FOUSBMTUBVCTBVHFSBOMBHF t'FVDIUJHLFJUTSFHVMJFSFOEFS8BOEBVGCBV t1øBO[FOLMÊSBOMBHFTPXJFFJOF;JTUFSOF mit 39 m3 großem Regenwassertank. 13 Sanierungskonzept Auch wenn anfangs nur geringfügige Maßnahmen beabsichtigt sind – der kluge Bauherr plant die einzelnen Sanierungs schritte auf Grundlage eines umfassenden Sanierungs konzeptes. Detaillierte Information und Planung im Vorfeld sind der beste Schutz vor Bau schäden und un an genehmen finanziellen Überraschungen. 14 Planung Realistische Angebote und detaillierte Kosteneinschätzungen können nur auf Basis einer genauen Planung erfolgen. Bauprofis wissen aus Erfahrung: Die Sanierung eines Altbaus ist meist anspruchsvoller als die Errichtung eines Neubaus. Eine gute und kostengünstige Gesamtplanung setzt eine gewissenhafte Bestandsaufnahme, eine sorgfältige Festlegung der Sanierungsziele sowie einen verbindlichen Ablaufplan für die einzelnen Sanierungsschritte voraus. Bestandsaufnahme Am besten erfolgt eine Begehung des Hauses oder der zu sanierenden Wohnung in Begleitung eines Experten. Der Zustand des Objekts sollte dabei exakt erhoben werden. Wichtig ist auch, vorhandene Pläne, sowie Verbrauchsdaten für Heizung und Strom bereit zu halten. Mit den Verbrauchsdaten kann die Energiekennzahl des Gebäudes berechnet werden (siehe Seite 17f ). Sie gibt gerade bei Althaussanierungen wesentlichen Aufschluss über den Zustand des Gebäudes und des Heizsystems. Auch den Ursachen von baulichen Mängeln, wie beispielsweise Schimmelbildung, sollte auf den Grund gegangen werden. Erst durch Ursachenabklärung können die richtigen Maßnahmen gesetzt werden. Festlegung der Sanierungsziele Die Voraussetzungen für den Bezug von Energiesparförderungen sollten im Planungsprozess bereits berücksichtigt werden. Nach der Bestandsaufnahme kann mit der Planung begonnen werden. Der Bauherr sollte am Beginn die Sanierungsziele klar festlegen. Dazu müssen die eigenen Wünsche und Vorstellungen genau überlegt werden. Die wichtigsten Bereiche, die festzulegen sind, betreffen: tdie Wohnqualität, tden Platzbedarf und die funktionalen Anforderungen, tden Energieverbrauch, tdie optische Gestaltung und tden Kostenrahmen. Voraussetzung dafür ist, über gute Informationen zur neuesten Bau- und Haustechnik zu verfügen. Denn gleich wie im Neubau hat sich im vergangenen Jahrzehnt auch bei der Sanierung vieles verändert. Abb 20 | Mit Thermografieaufnahmen werden Schwachstellen sichtbar gemacht. Wichtige Fragen zu den Sanierungszielen t*TU eine umgehende Behebung von Bauschäden notwendig? t3FJDIFO die Informationen über alle Angebote neuester Bau- und Haustechnik aus? t.JU welchen Maßnahmen kann man einen zeitgemäßen Wohnstandard erreichen? t*O welcher Reihenfolge werden die geplanten Sanierungsschritte am besten umgesetzt? t8JF sieht der Sanierungszeitplan aufgrund finanzieller Vorgaben aus? t8FMDIF Dämmstärken sind für ein angenehmes und ausgeglichenes Raumklima Voraussetzung? t8JF hoch muss der Dämmstandard sein und welche Fensterqualitäten benötigt man, um die angestrebten Heizkosteneinsparungen zu erreichen? t8FMDIF Kriterien muss man beachten, um hochqualitative Fenster zu bekommen? t8FMDIF Erwartungen stellt man an das Heizsystem hinsichtlich Bedienungskomfort, Versorgungssicherheit, Brennstoffkosten, Investitionskosten und Umweltfreundlichkeit? t4PMM die zukünftige Warmwasserbereitung über Solaranlage, Wärmepumpe, Heizanlage oder über Strom erfolgen? 15 Richtige Abfolge der Sanierungsschritte Nach Festlegung der Sanierungsziele geht es an die Planung der einzelnen Sanierungsschritte. Dabei ist besonders auf die Abfolge der Maßnahmen zu achten. Mängel oder Bauschäden müssen sofort behoben werden. Wichtig dabei ist, das Gesamtkonzept immer im Auge zu behalten. Eine Problematik bei Sanierungen ist der „Zugzwang“, der beim Beheben bestimmter Mängel auftreten kann. Beispiel 1: Aufgrund eines Defekts der Heizanlage steht ein Kesseltausch an. Um die Heizkosten in den Griff zu bekommen, denkt der Bauherr schon länger daran, Dämmmaßnahmen zu setzen. Wegen der Aktualität zieht er aber die Erneuerung der Heizanlage vor, ohne die Dämmmaßnahmen einzuplanen. Werden später Dämmmaßnahmen gesetzt, ist die Anlage überdimensioniert und arbeitet durch häufiges Ein- und Ausschalten der Anlage mit geringem Wirkungsgrad. Das schlägt sich nicht nur finanziell zu Buche, sondern auch der Schadstoffausstoß ist höher. Grundsätzlich sollte deswegen zuerst immer die Gebäudehülle saniert werden. Voraussetzung für eine kostengünstige Sanierung ist eine durchdachte Abfolge der einzelnen Sanierungsmaßnahmen. Keinesfalls sollte nach dem Prinzip „Löcher stopfen“ vorgegangen werden. Denn das kann ins Geld gehen. Dieser Rat gilt auch, wenn vom Bauherrn vorläufig nur geringfügige Maßnahmen beabsichtigt sind. Beispiel 2: Werden Fenstertausch und Außenwanddämmung gleichzeitig durchgeführt, kann viel Geld gespart werden: So muss das Baugerüst nur einmal errichtet werden. Aber auch beim Einbau der Fenster ergeben sich Vorteile: Um den Anschluss des neuen Fensterstocks an den Bestand fachgerecht auszuführen, muss der Stock überdämmt und dicht angeschlossen werden. Das schließt Schimmelgefahr aus. Werden beide Maßnahmen gleichzeitig durchgeführt, ist dies auf einfache Weise möglich. Abb 21 16 Berechnung der Energiekennzahl Die Energiekennzahl wird in Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr angegeben. Die Einheit ist kWh/m2a. Überschlägige Berechnung des Heizenergieverbrauches aus der tatsächlichen Nutzung: Brennstoffverbrauch in Liter/m3/kg/rm/Srm etc. x Heizwert (z.B. Pellets 4,9 kWh/kg) ergibt den Heizenergieverbrauch in kWh. Beispiel: Pelletsverbrauch 5 t/Jahr, Heizwert Pellets: 4,9 kWh/kg 4,9 kWh/kg x 5.000 kg = 24.500 kWh/a – 5.000 kWh/a (Wirkungsgrad und Warmwasser-Verbrauch) = 19.500 kWh/a 19.500 kWh/a Heizwärmebedarf = = 97,5 kWh/m2 a (Energiekennzahl) 200 m2 Energieausweis Neu - Der Typenschein für Gebäude. Ähnlich dem Typenschein für ein Auto, bei dem der Verbrauch bei einer normierten Geschwindigkeit angegeben wird, ist auch im Energieausweis der Verbrauch unter vorgegebenen Normbedingungen (z. B. Annahme einer konstanten Innenraumtemperatur) dargestellt. Der tatsächliche Energieverbrauch kann natürlich in Abhängigkeit der GebäudenutzerInnen und ihres Verhaltens von diesem errechneten Energiebedarf abweichen. Mit dem Energieausweis kann die Gesamtenergieeffizienz eines Gebäudes transparent gemacht werden. Mit diesem Gütesiegel für Gebäude kann auch der Laie auf einen Blick erkennen, ob es sich um eine sparsame Immobilie oder einen Energieverschwender handelt. Der Heizwärmebedarf bezogen auf das Referenzklima (HWBref,3400HGT) muss für einen Neubau oder ein umfassend saniertes Gebäude unter dem vom jeweiligen Landesgesetz vorgeschriebenen Grenzwert liegen. Dieser HWB - Grenzwert wird für jedes Gebäude in Abhängigkeit von seiner Kompaktheit, dem lc Verhältnis ermittelt. Auf der ersten Seite des Energieausweises wird der Kennwert für den Heizwärmebedarf in der jeweiligen Energieklasse ausgewiesen. Dieser Wert wird mit den Klimadaten eines mittleren Klimastandortes von ganz Österreich ermittelt. (Siehe Energieausweis Seite 49). Berechnungsmethode Die Bilanzierung umfasst Energieaufwendungen für die: t)FJ[VOH t Raumlufttechnik, t Klimatisierung (inkl. Kühlung, Be- und Entfeuchtung), t Warmwasserversorgung, t Beleuchtung. Für die Berechnungsmethode sind folgende ÖNORMen heranzuziehen: Nutzenergiebedarf Endenergiebedarf Heizwärme- und Kühlbedarf (HWB, KB) Raumlufttechnik-Energiebdarf (RLTEB) Heiztechnik-Energiebedarf (HTEB) Kühl-Energiebedarf (KEB) Beleuchtungs-Energiebedarf (BelEB) ÖNORM B 8110-6 ÖNORM H 5057 ÖNORM H 5056 ÖNORM H 5058 ÖNORM H 5059 Der jährliche Endenergiebedarf QEEB wird wie folgt ermittelt: QEE = QHEB + QKEB + QBFEB + QLFEB + QLENI in kWh/a QHEB Jährlicher Heizenergiebedarf gemäß ÖNORM H 5056, in kWh/a, QKEB Jährlicher Kühlenergiebedarf gemäß ÖNORM H 5058 (nur bei Nicht-Wohngebäude), in kWh/a Jährlicher Energiebedarf für die Befeuchtung gemäß ÖNORM H 5058 (nur bei Nicht-Wohngebäude), in kWh/a QLFEB Jährlicher Energiebedarf für mechanische Luftförderung gemäß ÖNORM H 5058 (nur bei Nicht-Wohngebäude), in kWh/a QLENI Jährlicher Energiebedarf für Beleuchtung gemäß ÖNORM H 5059 (nur bei Nicht-Wohngebäude), in kWh/a Der spezifische Endenergiebedarf EEBBGF bezogen auf die konditionierte Brutto-Grundfläche wird wie folgt ermittelt: QBFEB EEBBGF = BGF QEEB QEEB BGF in kWh/(m2a) Konditionierte Bruttogrundfläche, in m2 Jährlicher Endenergiebedarf in kWh/a 17 Abb 22 | BezirkspensionistInnenheim Weiz, vor der Sanierung Sanierung auf Passivhausstandard Ein neu errichtetes Gebäude bedeutet immer eine hohe energetische Belastung für die Umwelt. Die Sanierung eines Gebäudes ist das geringere Übel. Bei vielen Altbausanierungen wird oft nur ein Mindeststandard realisiert. Neue Fenster (nur eingeschäumt), neue Heizungsanlage, geringfügige Wärmedämmung oder nur neuer Anstrich und Innendämmung. Schimmel und Bauschäden sind bei diesen Sanierungen oft vorprogrammiert. Gerade im Altbestand macht die Sanierung auf Passivhausstandard Sinn, da nirgendwo sonst so hohe Einsparpotentiale bestehen und CO2-Emissionsminderungen möglich sind. Der Energieeinsatz, der in der bestehenden Bausubstanz steckt, kann zu einem großen Teil weitergenutzt werden. Durch diese Tatsache verbessert sich die Energiebilanz eines sanierten Gebäudes im Vergleich zu einem neu errichteten Gebäude wesentlich. Bis zu 90% Energieeinsparung sind durch konsequente Umsetzung eines umfassenden Sanierungskonzeptes möglich. Die Anforderungen an das Raumklima sind höher geworden. Das BenutzerInnenverhalten hat sich über die Jahre verändert. Viele bestehende Gebäude sind diesen stärkeren bauphysikalischen Belastungen nicht gewachsen. Gebäude aus der Nachkriegszeit bis zu den späten 70iger Jahren befinden sich thermisch und bauökologisch meist in schlechtem Zustand. Die Energieversorgung ist oft veraltet und ineffizient. Die überwiegend kompakten Baukörper bieten sehr günstige Voraussetzungen für 18 energetische Sanierungen. Die Sanierung von schlecht gedämmten Gebäuden und der Austausch veralteter Heizsysteme bedeuten kurze Amortisationszeiten der investierten Mittel. Im Rahmen eines Sanierungskonzeptes ist es erforderlich die Bausubstanz und die verwendeten Baustoffe zu analysieren, um eine maßgeschneiderte Lösung zu finden. Unsachgemäße Sanierung kann Gebäude Abb 23 | Schematische Darstellung von Passivhauskomponenten zerstören, das Raumklima schwer erträglich machen, sowie zu Gesundheitsgefährdung (Schimmel) führen. Durch den Einsatz einer Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung werden die Lüftungswärmeverluste massiv verringert, der Wohnkomfort wesentlich erhöht und Schimmelprobleme verringert bzw. verhindert. Abb 24 | BezirkspensionistInnenheim Weiz – nach der Sanierung auf Passivhausstandard Wichtige Komponenten und Maßnahmen, um Passivhausstandard zu erreichen tMinimierung der Wärmeverluste durch hochdämmende Außenbauteile, tMinimierte Wärmebrücken, tKompakte Gebäudehülle, einfache Dachform ohne Vorsprünge, Erker und Gaupen, tThermische Trennung der unbeheizten Räume (Keller, Garderobenvorbau, Garage, Wintergarten), tPassiver Solargewinn (Südverglasung, geringe Fensterfläche gegen Norden), tAusreichende Speichermassen bei großflächiger Südverglasung, tMinimierung der Lüftungswärmeverluste (bis zu 40 %) durch Einsatz einer Lüf- Es macht Sinn, ein gesamtheitliches Sanierungskonzept zu erstellen. Folgende Reihung ist sinnvoll: 1. Analyse der Substanz a. Bauaufnahme b. Historie der Baustoffe und Konstruktionen c. Schadensanalyse (Checkliste) – Feuchtigkeit, Schimmel, problematische Baustoffe (Asbest etc.) d. Luftdichtheitsmessung und Thermografieaufnahme e. Heizkostenabrechnung. 2. Erstellen eines Sanierungskonzeptes a. Thermische Sanierung der Bauteile und Optimierung der Fensterflächen (passiver Solargewinn) b. Fenstereinbau (hochwertige Dreischeibenverglasung) in der Dämmebene c. Verminderung von Wärmebrücken durch Entfernen von Bauteilen (z. B. Balkonplatte) oder Überdämmung d. Haustechnikkonzept i. Aktiver Solargewinn durch thermische Solarkollektoren (Warmwasser und Raumheizung mit entsprechendem Pufferspeicher) und Photovoltaik ii. Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung dezentral, zentral oder als Einzelraumgerät (abhängig von Raumhöhen und vorhandenen Schächten). Lüftungsschächte in die vorgefertigte Außendämmung integrieren tungsanlage mit Wärmerückgewinnung, tLuftdichte Gebäudehülle (Überprüfung mit Blower-Door-Test, taktiver Solargewinn durch Einsatz von thermischen Solarkollektoren (Warmwasser und Restwärmeabdeckung) und Photovoltaik. iii. Restwärmebedarfabdeckung durch z. B. Pelletskaminofen mit Wärmetauscher (Achtung: externe Zuluftversorgung erforderlich!) iv. Kombinierte Lüftungsanlage mit Kleinstwärmepumpe e. Dichte Gebäudehülle i. Dichter Fenstereinbau ii. Installationen, wenn möglich nicht an Außenwänden führen iii. Verwendung dichter Elektro-Unterputzdosen oder eigene Installationsebene planen iv. Verwendung dichter Wanddurchführungen bei Strom,- Wasser,- Lüftungsinstallationen v. Innenputz bis zur Geschoßdecke herunterziehen vi. Dampfbremsen ordnungsgemäß verkleben und Anschlüsse anbinden (speziell bei Innendämmung auf die Dampfbremsenanschlüsse achten). 3. Qualitätskontrolle in der Ausführung a. Begleitende Thermografiemessung (nicht zu verwechseln mit der Thermografiemessung für die Gebäudeanalyse) zur Sicherung der ausgeführten Dämmmaßnahmen b. Luftdichtheitsmessung (Blower-Door-Test) während der Bauphase und im Nutzungszustand – dient auch zur Sicherung der Funktion der Lüftungsanlage. Definition eines Passivhauses in Zahlen: Maximaler Heizenergieverbrauch: Maximaler Primärenergiekennwert: Maximale Heizlast: Maximale Undichtigkeit: 15 kWh/m2a 120 kWh/m2a 10 W/m2 0,6 h-1 (n50) 19 Neue Bautechnik Ein Bündel von aufeinander abgestimmten Maßnahmen entscheidet über die bautechnische Ausführungsqualität des Gebäudes. Sanierungen stellen hohe Ansprüche an Bauherren und ausführende Unternehmen. Das gilt speziell für die neuen Bautechniken. Entscheidend bei der energiesparenden Bauweise sind: gute Wärmedämmung, hohe Fensterqualität, Reduktion von Wärmebrücken, Luft- und Winddichte. 20 Wärmedämmung Voraussetzung für die effiziente Wärmedämmung eines Gebäudes sind große Dämmstärken, angepasste Materialien und Dämmsysteme. Ein wesentlicher Punkt ist auch die Qualität der Ausführung. Nur durch sie kann eine entsprechende Dämmwirkung erzielt werden. Dämmstärken Mit der Dämmung der Gebäudehülle wird der Energieverbrauch für die nächsten 30 bis 40 Jahre festgelegt. Die Stärken der Wärmedämmung der Außenwände, des Dachs und der Kellerdecke sind dabei von zentraler Bedeutung für die Energieverluste des Gebäudes. Mindestdämmstärken Erfahrungen zeigen, dass die bisher üblichen Dämmstärken sowohl energietechnisch als auch ökonomisch betrachtet zu gering sind. In der folgenden Tabelle werden die Mindestdämmstärken, die keinesfalls unterschritten werden sollten, aufgelistet. Die Werte beziehen sich auf übliche Dämmmaterialien für die entsprechende Anwendung. Der U-Wert Der U-Wert (früher k-Wert) ist eine Kennzahl, die Auskunft über den Wärmeschutz eines Bauteils gibt. Er beschreibt, wieviel Wärme durch einen Bauteil verloren geht. Ein hoher U-Wert bedeutet hohe Wärmeverluste. Umgekehrt bedeutet ein niedriger U-Wert geringe Wärmeverluste. Das heißt, je niedriger der U-Wert, desto besser die Wärmedämmung. Die Kennzahl ermöglicht damit einen Vergleich des Dämmstandards einzelner Bauteile. Die Einheit des U-Wertes ist W/m2K. Dämmstärken einzelner Bauteile Mindestdämmstärken * Niedrigenergiehaus Außenwand 16 cm 20 cm Oberste Geschoßdecke 25 cm 30 cm Zwischensparrendämmung 25 cm 30 cm Aufsparrendämmung * 15 cm 20 cm Dämmung der Kellerdecke 10 cm 16 cm Wärmeleitwert (L-Wert) = 0,03; alle anderen Dämmmaterialien = 0,04 Vergleich U-Werte (W/m2K) von Altbauten und thermisch sanierten Gebäuden Gebäudeteile Altbau ungedämmt Niedrigenergiehaus Passivhaus Außenwand 0,60 – 2,40 0,20 Fenster und Türen (inkl. Rahmen) 2,50* – 4,60 1,20 0,10 0,80 Decke gegen Außenluft (Dach, Durchfahrten, …) 0,70 – 1,80 0,15 0,10 Decke zu unbeheizten Räumen (Kellerdecke) 0,50 – 1,70 0,20 0,10 Erdberührte Wände 1,10 – 4,00 0,20 0,10 Erdberührte Fußböden 1,50 – 2,60 0,20 0,10 * Kastenfenster Dämmstärken bei Außenwänden Dämmstärken bei Dächern Große Dämmstärken sind im Außenwandbereich aufgrund des hohen Flächeanteils besonders wichtig. Um U-Werte im Niedrigenergiehaus-Standard (U-Wert = 0,20 W/m2K) zu erreichen, sind je nach Dämmsystem (siehe Seite 24) verschieden große Dämmstärken zu empfehlen. Das Wärmedämmverbundsystem erfordert Stärken von etwa 16 cm. Konstruktionen mit Holzlatten wie bei Vorhangfassaden benötigen ca. 15% höhere Dämmstärken. Neben finanziellen Überlegungen spielen bei der Entscheidung über die Höhe der Dämmstärke bauliche Gegebenheiten eine Rolle (Grenz- und Gebäudeabstände, Laibungstiefen, etc.). Die Außenwände sollten auf der Nord-, Ost-, Südund Westseite mit der gleichen Dämmstärke versehen werden: Eine schlecht gedämmte Südwand verursacht nicht nur jede Nacht, sondern auch an allen sonnenarmen Tagen hohe Energieverluste. Wärme steigt bekanntlich auf, deswegen sollte auf die Dämmung des Daches besondere Aufmerksamkeit gerichtet werden. Hinzu kommt, dass die Dachdämmung auch kostenmäßig günstig ist. Bei der thermischen Sanierung sollte zumindest ein U-Wert von 0,18 W/m2K angestrebt werden. Bei der Zwischensparrendämmung entspricht das mit herkömmlichen Dämmstoffen einer Dämmstärke von ca. 26 cm, für die oberste Geschoßdecke etwa 22 cm. Der Unterschied ergibt sich aus der schlechteren Dämmwirkung durch die Holzkonstruktion bei der Zwischensparrendämmung. Für den Niedrigenergiehaus-Standard (0,15 W/m2K) sind Dämmstärken von 30 bis zu 40 cm erforderlich. Die Abstimmung der U-Werte der einzelnen Bauteile ist empfehlenswert. Das Ziel sollten ausgeglichene Dämmstärken um die gesamte Gebäudehülle sein. Dämmstärken bei Kellerdecken Die Dämmstoffdicke auf bzw. unter der Kellerdecke richtet sich nach der vorhandenen Raumhöhe im Keller und nach der verbleibenden Höhe für Fensterund Türstürze. Mindestens 10 cm sollten angestrebt werden. 21 Dämmmaterialien Je höher die Oberflächentemperaturen der Wände, Fenster, des Bodens und der Decke sind, umso behaglicher ist das Raumklima. Die Entscheidung für die Wahl eines bestimmten Dämmstoffs hängt von verschiedenen Faktoren ab. Eine wichtige Rolle spielen Dämmwirkung, Dampfdurchlässigkeit, Ökologie und Kosten. Raumklima /BERFLËCHENTEMPERATURDER RAUMUMSCHLIEENDEN"AUTEILE;²#= NOCH BEHAGLICH BEHAGLICH Abb 25 | Thermische Behaglichkeit 2AUMLUFTTEMPERATUR;²#= Im Allgemeinen werden Raumtemperaturen von 20 bis 22 °C als angenehm wahrgenommen. Die empfundene Raumtemperatur hängt dabei von der Oberflächentemperatur der Wände, der Fenster, des Bodens, der Decke und selbstverständlich von der Raumlufttemperatur selbst ab. Prinzipiell werden kalte Oberflächen als unangenehm empfunden. Ein Beispiel: Die Oberflächentemperatur liegt bei einer ungedämmten Außenwand auf der Innenseite bei ca. 12 °C. Trennwände zwischen den Räumen erreichen meist 21 °C. Durch den Unterschied von 9 °C entsteht eine Strahlungsasymmetrie im Raum, die als unangenehm empfunden wird. Temperaturdifferenzen sind ab 3 °C spürbar. Dämmwirkung und Dampfdurchlässigkeit 6AKUUMDËMMUNG Ein schlechter LambdaWert ( L ) kann durch höhere Dämmstärken ausgeglichen werden. n0OLYURETHAN nEXTRUDIERTES0OLYSTYROL803 n:ELLULOSE n-INERALWOLLE(ANF&LACHS3CHAFWOLLE nEXPANDIERTES0OLYSTYROL%03 n+ORK-INERALSCHAUMPLATTE n3CHAUMGLAS Abb 26 | Wärmeleitwert: Je kleiner der Wert, umso besser ist die Dämmwirkung (OLZWOLLELEICHTBAUPLATTE DERZEITNOCHIM6ERSUCHSSTADIUM Die Kosten Heizkosteneinsparungen, aber auch die erwarteten Preisentwicklungen am Brennstoffmarkt, machen eine hohe Dämmung zu einer sicheren und gut verzinsten Investition. Über eine Kosten-Nutzen-Rechnung lässt sich feststellen, wie lang es dauert, bis sich eine Dämmmaßnahme durch die eingesparten Heizkosten amortisiert. Je nach eingesetztem Dämmstoff und Ausführung ergeben sich Zeiträume von fünf bis 40 Jahren. 2ENTABILITËT WIRTSCHAFTLICHEMPFOHLENE $ËMMSTËRKENAUFEINE MASSIVE!UENWAND Abb 27 | Rentabilität von Dämmmaßnahmen $ËMMSTËRKE;CM= 22 Der Wärmeleitwert eines Stoffes (Lambda-Wert) gibt Auskunft über die Wärmeleitfähigkeit eines Materials. Als Regel gilt: Je kleiner der Wert, umso besser ist die Dämmwirkung des Stoffes. Der λ-Wert ist vom Hersteller zu erfragen (technische Produktinformation). Bei den technischen Anforderungen spielt die Dampfdurchlässigkeit eine wichtige Rolle: So kann nicht jeder Dämmstoff auf jedes Mauerwerk aufgebracht werden, ohne dass es zu Problemen mit dem Dampfdurchgang durch den Bauteil kommt. Geschäumte Dämmstoffe wie Polystyrol oder Polyurethan weisen einen höheren Dampfdiffusionswiderstand auf. Bei der Verwendung in Kombination mit einem Ziegelmauerwerk ist besondere Aufmerksamkeit erforderlich. Materialien wie Mineralwolle, Hanf, Zellulose oder Mineralschaumplatten sind in diesem Fall bauphysikalisch besser geeignet. Abb 28 | Ökologische Dämmstoffe Ökologische Dämmstoffe Die Zahl der Dämmstoffe hat sich in den vergangenen Jahren wesentlich erweitert. Neben den herkömmlichen Dämmmaterialien werden zunehmend ökologische Dämmstoffe angeboten. Hanf, Flachs und Schafwolle: Hanf- und Flachsdämmstoffe sind als Platten, Matten, Filze oder Stopfwolle erhältlich. Die meisten Produkte eignen sich als Zwischensparrendämmung im Dachbereich, als Füllung in Holzbauwänden oder als Trittschalldämmung. Die Produkte sind entweder mit Polyesterfasern oder in „Natur pur“ mit Stärke gebunden erhältlich. Einen ähnlichen Anwendungsbereich wie Flachs- und Hanfdämmstoffe hat Schafwolle. Mineralschaumplatten: Die Mineralschaumplatten sind geschäumte Platten aus rein mineralischen Rohstoffen wie Quarzmehl, Weißkalk und Zement. Sie eignen sich ausgezeichnet für Wärmedämmverbundsysteme. Die Platten sind dampfdiffusionsoffen, behindern daher den Wasserdampfaustausch zwischen innen und außen nicht, und sind unbrennbar. Zellulose: Zellulosefasern sind Altpapierflocken, die in die Konstruktion eingeblasen werden. Die Einblasmethode bietet dann Vorteile, wenn es darum geht, komplexe Hohlräume gut mit Dämmmaterial zu füllen. Außerdem sind sie preisgünstig. Allerdings muss der Verarbeiter gut geschult sein, damit wirklich der gesamte Hohlraum vollständig ausgeblasen wird. Ein Nachteil der Zellulosefasern ist die Staubentwicklung beim Einblasen. Wichtige Hinweise: Ein aus ökologischer Sicht sehr schwieriges Thema ist die Dämmung von Bauteilen, die hohen Belastungen durch Feuchtigkeit ausgesetzt sind, wie zum Beispiel erdberührte Bauteile oder Sockeldämmungen. Oft werden in diesem Bereich XPS-Platten eingesetzt, die mit einem Treibmittel (HFKW) hergestellt werden. Aus ökologischen Gründen sollten mit CO2 oder Luft geschäumte Platten (HFKW-frei) oder EPS-Automatenplatten eingesetzt werden. Baustoffe, die FKW, HFKW, FCKW, HFCKW oder SF 6 enthalten, sollten wegen ihrer Klimaschädlichkeit vermieden werden. Möglichst vermieden werden sollten Montageschäume. Ein generelles HFKW-Verbot bei Beauftragung verhindert zumindest, dass HFKW-hältige Schäume eingesetzt werden. Montageschaum allein ist außerdem für den luftdichten Anschluss auch nicht gut geeignet, der Einsatz von Klebebändern ist notwendig. Alternativen zum Montageschaum sind Mörtel (z. B. bei Türstöcken), Ausstopfen mit Zöpfen aus natürlichen Fasern (Hanf, Flachs, Kokos, etc.) oder das Setzen des Fensterstocks in die Dämmschicht. Die größte Hürde für den Einsatz von ökologischen Materialien ist weniger der Preis, sondern der erhöhte Planungsaufwand. Oft ist nicht klar: „Welche Produkte gibt es überhaupt, woher bekomme ich sie und wer kann sie richtig verarbeiten?“ Der Bauherr ist dadurch besonders gefordert. Auszug aus: Mötzl Hildegund, Ökologische Dämmstoffe, in Energie Perspektiven Tirol 01/2003 Buchtipp: Ökologie der Dämmstoffe, Österreichisches Institut für Baubiologie und -ökologie, Donau-Universität Krems, Zentrum für Bauen und Umwelt (Hrsg.), Springer Verlag, Wien 2000 23 Dämmsysteme Außenwände Zur Dämmung der Außenwände kann ein Wärmedämmverbundsystem oder eine vorgehängte, hinterlüftete Fassade mit dahinter liegender Dämmung zum Einsatz kommen. Die Wahl des Dämmsystems hängt von der gewünschten Oberfläche ab: Verputzte Oberflächen sind einfacher mit einem Verbundsystem zu realisieren. Holzfassaden werden meist hinterlüftet als vorgehängte Fassade ausgeführt. Für denkmalgeschützte Fassaden bietet sich die Innendämmung an. Verputzte Fassaden: Wärmedämmverbundsystem Wer auf die Optik einer Putzfassade wert legt, der sollte auf ein Wärmedämmverbundsystem, auch Vollwärmeschutz genannt, zurückgreifen. Das Wärmedämmverbundsystem besteht aus Dämmstoffplatten, die mit Hilfe eines speziellen Klebemörtels direkt auf den vorhandenen Außenputz geklebt werden. In der Regel müssen die Dämmplatten zusätzlich verdübelt werden. Darüber wird eine Schicht mit Armierungsmörtel und Armierungsgewebe aufgebracht. Die Armierung gleicht Temperaturschwankungen aus, die Spannungen im Dämmsystem erzeugen, und dient als Grundlage für den Außenputz. 5 6 1 4 2 3 Beim Wärmedämmverbundsystem können nach einiger Zeit die angebrachten Dübel in Form von Punkten auf der Fassade sichtbar werden. Abhilfe schafft das Einfräsen der Dübel und das Aufbringen von Dämmstoffkappen. Abb 29 | Wärmedämmverbundsystem 1: Innenputz; 2: Mauerwerk; 3: Ausgleichschicht; 4: Polystyrol expandiert; 5: Armierungsgitter; 6: Außenputz Beachten Sie beim Wärmedämmverbundsystem die Verarbeitungsrichtlinien der Qualitätsgruppe Vollwärmeschutz. www.waermeschutz.at Beim Wärmedämmverbundsystem ist es wichtig, nicht einzelne Bestandteile des Systems zu kaufen, sondern ein vollständig aufeinander abgestimmtes System (Dämmplatte, Kleber, Gewebe, etc.). Vor dem Aufbringen der Dämmung muss der Zustand der Wände überprüft werden. Wird Feuchtigkeit festgestellt, müssen Maßnahmen zur Trocknung getroffen werden. Als Folge der Feuchtigkeit kann es zur Versalzung des Mauerwerks und damit zu Bauschäden kommen. Für eine Trockenlegung stehen verschiedene Methoden zur Verfügung. Die gängigsten sind: das Einschieben von nicht rostenden Blechen, Mauerwerksperren durch Injektionsmittel oder elektrophysikalische Methoden. Abb 30 | Die Verklebung der Dämmplatten muss immer im Verband mit senkrecht versetzten Stoßfugen erfolgen. 24 Das Aufbringen von Wärmedämmputz auf ungedämmte Außenwände ist energietechnisch unzureichend. Dämmputz kann maximal 5 cm dick aufgebracht werden, das entspricht einer Dämmstoffstärke von 1,5 cm. Austrotherm EPS® F-PLUS Fassadendämmplatte 20% bessere Dämmwirkung als herkömmliches Styropor formstabil und leicht zu verarbeiten bestens geeignet für die thermische Sanierung (z. B. bei engen Platzverhältnissen) Verkleidete Fassaden: Hinterlüftete Vorhangfassade Mit Windpapieren oder dünnen Holzfaserplatten kann der Dämmstoff vor „Durchlüftung“ geschützt werden. Ein durchlüfteter Dämmstoff verhält sich wie ein dicker Wollpullover, durch den der Wind hindurchpfeift: Er hält nicht warm. Zieht man eine dünne Windjacke über den Pullover, ist man vor Kälte geschützt. Bei der Dämmung verhält es sich gleich: Vor allem fasrige Dämmstoffe, die durchlüftet werden, verlieren einen Teil ihrer Wirkung. Hinterlüftete Vorhangfassaden werden oft als Witterungsschutz oder zur Verschönerung der Fassade eingesetzt. Als Verkleidung dienen Faserzementplatten, Holzschalungen, Kunststein, etc. Beim Errichten einer Vorhangfassade wird zunächst eine Unterkonstruktion an der Außenwand angebracht. Der Dämmstoff wird zwischen Holzlatten an der Wand befestigt. Dadurch verschlechtert sich die Dämmwirkung geringfügig, was durch größere Dämmstärken (mind. 12 cm) ausgeglichen werden sollte. Die Verkleidung wird auf Holzlatten im Abstand von etwa 4 cm zur Dämmschicht angebracht. Über die dadurch geschaffene hinterlüftete Ebene kann die entstehende Feuchtigkeit abgeführt werden. Auf die Ausführung der Hinterlüftung ist besonders zu achten: Öffnungen für die Zu- und Abfuhr der Luft dürfen nicht vergessen werden. Zuletzt wird die Verkleidung angebracht. Vorhangfassaden lassen interessante Gestaltungsmöglichkeiten zu. Allerdings sind sie in der Regel teurer als Wärmedämmverbundsysteme und benötigen mehr Platz. 1: Holzverkleidung 2: Hinterlüftungsebene (vertikale Lattung) 5 3: Winddichtung 6 7 4 4: Dämmung zwischen Lattung überkreuzt 5: alter Außenputz 6: Mauerwerk 3 2 7: Innenputz 1 Abb 31 | Hinterlüftete Fassade 25 1: Gipskartonplatte; 2: Lattung / Installationsebene; Innendämmung 3: Dampfsperre; 4:Klebeband mit Putzgitter; 5:Innendämmung zwischen Holzlattung; 6: alter Innenputz; 7: bestehendes Mau- Die Außendämmung ist der Innendämmung aus bauphysikalischen Gründen vorzuziehen. Um das Eindringen von Feuchte aus der Raumluft zu vermeiden, muss bei fast allen Dämmstoffen auf der Innenseite eine Dampfsperre angebracht werden. Diese Dichtungsebene muss sorgfältig ausgeführt sein, sonst kann durch undichte Stellen feuchtwarme Raumluft in die Konstruktion dringen. Dies kann zu Pilzbefall und Schäden am Mauerwerk führen. Bei Gebäuden mit erhaltenswerten und/oder denkmalgeschützten Fassaden kann meist keine Dämmung von außen angebracht werden. Die einzige Möglichkeit den Wärmeschutz zu verbessern, ist in diesem Fall die Innendämmung. Um den Platzbedarf möglichst gering zu halten, sollte auf besonders leistungsfähige Dämmstoffe zurückgegriffen werden. Mindestdämmstärken von 6 cm werden empfohlen. Auf Wärmebrücken ist speziell zu achten (zum Beispiel Anschlussstelle Decke zu Außenwand). Hier geht nicht nur besonders viel Energie verloren, sondern es besteht auch die Gefahr von Bauschäden durch Schimmelbildung. Eine Überdämmung dieser Bereiche ist zu empfehlen, allerdings optisch oft schwierig zu bewerkstelligen. Auch bei der Innendämmung sind je nach Unterkonstruktion verschiedene Oberflächen wie Putz, Holzschalungen, Gipskartonplatten etc. möglich. Innendämmungen sollten in jedem Fall nur unter Beteiligung von Fachleuten ausgeführt werden! Neben einer klassischen Konstruktion von Dämmmaterialien zwischen Latten (siehe Abbildung 32) können auch druckfeste Dämmplatten verwendet werden. Beispiel: Innendämmung mit PolyurethanHartschaumplatten: Mit beidseitig alukaschierten Polyurethan-Platten erwerk; 8: Außenputz 8 7 6 5 4 3 2 1 Abb 32 | Innendämmung: Dämmung mit Verkleidung kann relativ einfach durch Abkleben der Stöße eine dampfdichte Schicht hergestellt werden. Das Dämmmaterial besitzt zudem sehr gute Dämmeigenschaften und erfordert dadurch geringe Dämmstärken. Um Undichtheiten zu vermeiden, ist eine sorgfältige Ausführung notwendig. Ein Restrisiko besteht in einem möglichen Feuchteeintrag in die Konstruktion durch Beschädigungen der Oberfläche (Aluminiumhaut als Dampfsperre). Eine vollflächige Verklebung und ein dichter Anschluss an die angrenzenden Bauteile ist notwendig, um eine Durchfeuchtung auszuschließen. Dämmung der Kellerdecke 1: Bodenbelag 2: Unterlagsmatte 8 3: Estrich 9 13 4: Ausgleichsfolie 1 12 5: Mineralwolle 6: Betondecke 11 2 3 10 7: Polystyrol expandiert 8: Innenputz 4 9: Mauerwerk 5 10: Gasbetonstein 11: Teerpappe 6 12: Wärmedämmung 13: Außenputz armiert 7 Abb 33 | Dämmung der Kellerdecke 26 In Erdgeschoßwohnungen wird häufig über „Fußkälte“ geklagt. Weil die Kellerdecke häufig nicht gegen den unbeheizten Keller gedämmt ist, entstehen niedrige Temperaturen am Fußboden. Die Folge: hohe Energieverluste und teilweise auch Schimmelbildung. Mit einer Dämmung auf der Unterseite der Kellerdecke ist dieses Problem in den Griff zu bekommen. Bei Massivdecken werden Dämmplatten an die Kellerdecke geklebt und/oder gedübelt. Dabei richtet sich die Dämmstoffdicke nach der vorhandenen Raumhöhe im Keller und nach der verbleibenden Höhe für Fenster- und Türstürze. Dämmstärken von mindestens 10 cm sollten angestrebt werden. Kellerdecken mit gewölbter und gerippter Unterseite können nur mit Hilfe einer Unter- oder Tragkonstruktion nachträglich gedämmt werden. Dabei müssen alle Fugen und Randanschlüsse so ausgeführt werden, dass keine Hinterlüftung der Dämmung stattfinden kann. Dämmung des Dachs Nicht nur aus Energiespargründen, sondern auch wegen der Überhitzungsgefahr im Sommer sollten Dächer ausreichend gedämmt werden. Bei geneigten Dächern bietet sich bei ausgebautem Dachgeschoß die Zwischensparren- oder Aufsparrendämmung an. Bei unbewohntem Dachgeschoß ist die Dämmung einfach durch Auflegen von Dämmplatten auf die oberste Geschoßdecke möglich. Zwischensparrendämmung Als Sparren werden die tragenden Holzbalken bezeichnet, die ein wesentlicher Bestandteil des Dachstuhls sind. Der Raum zwischen den Sparren wird mit Dämmung ausgefüllt. Meist sind die Sparren für die erforderlichen Dämmstärken zu wenig hoch. Hier ist es sinnvoll, nicht nur zwischen den Sparren zu dämmen, sondern durch eine zusätzliche Lattung quer zu den Sparren eine weitere Dämmebene zu schaffen. In diese Ebene können dann Elektro- und andere Installationen untergebracht werden. Sie ermöglicht auch, die Unterkonstruktion für die Innenverkleidung exakt auszurichten, und verringert obendrein mögliche Wärmeverluste über die Sparren. Für die Konstruktion ist eine Dampfbremse – meist in Form von Folien – erforderlich. Sie verhindert das Eindringen von zuviel Feuchtigkeit in die Dämmebene. Sie sollte maximal ein Drittel in die Dämmebene gerückt werden. Ist das Dach schon ausgebaut, aber noch nicht gedämmt, kann nachträglich ein Dämmstoff in die Sparrenzwischenräume eingeblasen werden. Die bestehende Verkleidung muss dabei nicht entfernt werden. Das ist allerdings nur möglich, wenn ein 1: Gipskartonplatte 2: Lattung / Installationsebene 3: Dampfbremse 12 4: Dämmung 5: Staffelholz 11 6: Dämmung 7: Dachsparren 8: Holzschalung 10 9 9: Dachdichtungsbahn (diffusionsoffen) 5 8 10: Staffelholz / Hinterlüftung 11: Konterlattung 4 7 12: Dachdeckung 6 3 2 1 Abb 34 | Zwischensparrendämmung abgeschlossener, dichter Hohlraum zwischen den Sparren vorhanden ist, also Dachhaut und Innenverkleidung intakt sind. Für diese Maßnahme ist eine Dampfdiffusionsberechnung sehr zu empfehlen. Mit einer Dampfdiffusionsberechnung wird festgestellt, wo sich der Taupunkt im Inneren eines Bauteils befindet bzw. ob sich Kondensat bilden kann und damit die Gefahr von Bauschäden besteht. Aufsparrendämmung Bei ausgebauten Dächern wird sehr häufig die Dämmung über den Sparren angebracht. Die Aufsparrendämmung bietet sich besonders dann an, wenn das Dach erneuert wird. Dabei sollte ein abgestimmtes System gewählt werden. Diese Dämmsysteme bestehen aus Dämmplatten, Halterungen und Folien. Während die tragende Dachkonstruktion erhalten bleibt, entsteht nach außen ein völlig neues Dach. Damit keine Schwachstelle in der Dämmung entsteht, ist auf einen lückenlosen Anschluss zwischen Dach- und Außenwanddämmung (siehe Seite 28) besonders zu achten. Bei der Aufsparrendämmung kommen meist Dämmstoffe wie alukaschiertes Polyurethan oder extrudiertes Polystyrol zum Einsatz. Übliche Plattenstärken bei alukaschiertem Polyurethan sind 14 bis 20 cm. Wird druckfeste Mineralwolle verwendet, müssen die Dämmstärken erhöht werden. 1: Dachsparren 2: Holzbrandschutzschalung F30 3: Dampfbremse 4: Dämmung 8 5: Dachdichtungsbahn diffusionsoffen 6: Staffelholz / Hinterlüftung 7 7: Konterlattung 8: Dachdeckung 6 5 4 3 2 1 Abb 35 | Aufsparrendämmung 27 1: Deckenputz 2: tragende Decke 3: Dämmstoff Dämmung der obersten Geschoßdecke 4: begehbare Platte oder Estrich 5: hochgezogene Dämmung 5 4 3 2 1 Abb 36 | Dämmung der obersten Geschoßdecke In Gebäuden mit unbewohntem, aber zugänglichem Dachraum ist die Dämmung der obersten Geschoßdecke eine einfache und preiswerte Dämmmaßnahme. Um den begehbaren Boden als Lagerfläche zu erhalten, können beispielsweise Dämmmaterialien (Mineralwolle, Kork, EPS, etc.) in zwei Schichten zwischen kreuzweise verlegten Polsterhölzern aufgebracht werden. Eine kreuzweise Verlegung vermindert Wärmeverluste über die Polsterhölzer. Darüber wird eine belastbare Platte gelegt. Eine weitere Möglichkeit ist, druckfeste Dämmstoffe ohne Polsterhölzer mit einer Platte als Abdeckung aufzubringen. Dieser Aufbau ist auch als fertiges System erhältlich. Erhöhte Brandschutzanforderungen können durch spezielle Brandschutzplatten erfüllt werden Flachdächer Bei Dächern ist die Dampfdiffusion ein wichtiger Punkt. Nur bei einem richtigen Aufbau bleibt das Dach auf Dauer trocken. Abb 37 | Dämmung: der obersten Geschoßdecke. Zweilagige Dämmung garantiert bei versetzter Verlegung überdeckte Stöße 28 Flachdächer sind Dächer mit einer Neigung von 0 – 10 °C. Bei Flachdächern ist besonderes Augenmerk auf die Ableitung des Niederschlagswassers und die Dichtheit zu richten. Eine wärmetechnische Verbesserung ist dann besonders günstig, wenn die Abdichtung ohnehin erneuert werden muss. Bezüglich der Dämmstärken sind Flachdächer gleich wie geneigte Dächer zu behandeln. Der U-Wert sollte bei maximal 0,18 W/m2K liegen, das entspricht etwa 22 cm Dämmmaterial. Anzustreben sind Dämmstärken von 30 bis zu 40 cm. Übersehen werden darf auf keinen Fall die Dämmung der Attika, die den Dachrand bildet. Auch dieser Bereich muss vollständig mit Dämmstoff eingepackt werden. Ausführungsqualität Eine gute Dämmwirkung hängt nicht nur vom gewählten Dämmmaterial und von der Dämmstärke ab, sondern auch von der Ausführungsqualität. Um die gewünschte Dämmwirkung zu erreichen und Bauschäden zu verhindern, muss besonders auf die Vermeidung von Wärmebrücken und auf die Luft- und Winddichte geachtet werden. Vermeidung von Wärmebrücken Wärmebrücken sind Bauteile, über die vermehrt Wärme nach außen dringt. Ursachen sind geometrische Gegebenheiten (Gebäudeecken) oder konstruktive Schwachstellen. Besonders gefährdet sind Übergangsstellen wie Balkone oder Fenster. Wärmebrücken können nicht nur einen höheren Energieverbrauch verursachen, sondern sind auch verantwortlich für eine Durchfeuchtung der betroffenen Stellen, was zu Schimmelbildung führen kann und sich unangenehm auf das Raumklima auswirkt. Beispiel: Außenwandecke Wärmebrücken treten an Außenwandecken auf, weil in den Ecken die Oberflächen stärker abkühlen. Der Grund dafür ist, dass durch die größere äußere Oberfläche der Wand im Eckbereich mehr Wärme nach außen dringt. Durch eine lückenlose Wärmedämmung steigen die Oberflächentemperaturen und Wärmebrücken werden entschärft oder beseitigt. !UENWANDOHNE$ËMMUNG 57M¶+ !UENTEMPERATUR²# ²# ²# ²# ²# ²# CA²# )NNENRAUMTEMPERATUR²# !UENWANDMITCM$ËMMUNG 57M¶+ !UENTEMPERATUR²# ²# ²# ²# ²# ²# ²# CA²# )NNENRAUMTEMPERATUR²# Abb 38 | Oberflächentemperaturen ohne und mit Dämmung Abb 39 | Durchgehend betonierte Balkonplatte Luft- und Winddichte Undichtheiten in der Gebäudehülle führen ähnlich wie Wärmebrücken zu hohen Wärmeverlusten und sind häufig die Ursache für Bauschäden. Die Wirkung von kleinen Fugen und Ritzen wird meist unterschätzt. Die warme und feuchte Raumluft kann von innen in die Fugen eindringen und die Bausubstanz durchfeuchten. Dies kann zu massiven Bauschäden und in der Folge zu Schimmelbildung führen. Gerade bei der Sanierung kann sich die Herstellung der Luft- und Winddichte als sehr schwierig erweisen: Unzugängliche Bereiche, verschiedenste Materialien aus dem Bestand und komplizierte Dachstuhlkonstruktionen stellen erhöhte Anforderungen. Jede Durchdringung der luftdichten Ebene, beispielsweise durch Abluftrohre und Kamin, ist eine potenzielle Gefahrenstelle. Beispiel: Durchgehend betonierte Balkonplatte Durchgehend betonierte Balkonplatten wirken wie eine Kühlrippe und leiten die Raumwärme ungehindert nach außen. Die beste Lösung dafür ist die Abtrennung der Balkonplatte und die Errichtung eines neuen, vorgestellten Balkons in Leichtbauweise. Da dies meist nicht möglich oder gewünscht ist, kann durch das „Einpacken“ der Balkonplatte das Problem vermindert werden. Empfehlenswerte Dämmstärken liegen bei 6 bis 8 cm. Berücksichtigt werden muss der Austrittsbereich der Balkontüren. Beispiel: Fenstereinbau Äußerst wichtig ist der luft- und winddichte Einbau der Fenster. Dies kann durch Klebebänder, die zwischen Stock und Mauerwerk eingesetzt werden, erreicht werden. Das Abkleben mit speziellen Klebebändern schützt vor unerwünschten Zuglufterscheinungen und ist wichtig für einen guten Schallschutz. Durch Ritzen und Fugen geht nicht nur Energie verloren, auch Lärm dringt in den Wohnraum. Ein Ausschäumen der Zwischenräume allein genügt nicht! Beispiel: Anschlussstelle Dachschräge – Wand Bei Dächern sollte unbedingt eine luft- und winddichte Konstruktion angestrebt werden. Durch Berücksichtigung der Dampfdichte sowie einer vollständigen Luft- und Winddichtung bleibt das Dach auf Dauer trocken, und die Holzkonstruktion entgeht der Gefahr zu faulen. Besonders geachtet werden sollte auf alle Fugen und Anschlusspunkte: zum Beispiel auf die Stöße von Dämmplatten und Dichtungsfolien oder den Anschluss Dach zu Außenwand. Die Winddichtung befindet sich immer auf der Außenseite der Dachkonstruktion. Sie wird als Unterspannbahn (Folie) oder als festes Unterdach (z. B. Holzfaserplatte) ausgebildet. Die Luftdichtung bzw. Dampfbremse liegt immer auf der Innenseite der Dachkonstruktion. Sie verhindert, dass Feuchtigkeit aus der warmen Raumluft durch Fugen in die Konstruktion dringt. Dabei kommt es auf eine besonders sorgfältige Planung und Ausführung an. 29 Blower-Door-Test Qualitätssicherung am Bau „Das Haus muß atmen“. So lautet die am häufigsten missverstandene Grundregel bei Hausbau und Sanierung. Gemeint ist damit die Möglichkeit zur Feuchtigkeitsdiffusion durch Außenbauteile, um ein gesundes Raumklima zu schaffen. Luftdurchlässigkeit bedeutet unkontrollierten Wärmeverlust und belastet die Geldbörse. Abb 40 | Blower-Door-Test, Messanordnung Vorteile einer luftdichten Gebäudehülle: tErhöhter Komfort und Vermeidung von Zugluft, tEnergie- und Heizkostenersparnis durch geringere Wärmeverluste, tVerbesserter Schall- und Wärmeschutz, tSicherheit vor Kondensation in Bauteilen, tErhöhung des Wirkungsgrades von Lüftungsanlagen, tVermeidung von Überhitzung im Sommer. Folgende Punkte sollten beachtet werden: tAlle Professionisten müssen wissen, dass Anforderungen und Vorgaben bezüglich Luftdichtheit einzuhalten sind – es ist sinnvoll, dies auch schriftlich festzuhalten, Abb 41 | Blower-Door-Gebläse 30 Eine kontrollierte Wohnraumlüftung kann nur effizient mit hohem Wirkungsgrad betrieben werden, wenn eine luftdichte Gebäudehülle vorhanden ist. Andernfalls wird im Winter unkontrolliert kalte Außenluft und im Sommer warme Luft über Undichtigkeiten der Gebäudehülle angesaugt. Weil durch diese Falschluft der Wirkungsgrad der Anlage signifikant absinkt, wird eine Überprüfung der Gebäudehülle auf ihre Luftdichtheit vorgeschrieben. tDie Überprüfung der Luftdichtheit sollte vor der endgültigen Fertigstellung stattfinden, da sonst das Ausbessern von Fehlstellen nur mehr erschwert möglich ist. Die Luftdichtheitsschicht muss allerdings schon fertig sein, tDie Überprüfung der Luftdichtheit nach Norm umfasst die Messung aller beheizten, gekühlten oder mechanisch belüfteten Räume, tDie Ursachen von Undichtheiten sind häufig Installationsschächte, Rohrdurchführungen, Abflußrohre und Steckdosen. Unverputzte Ziegelwände Fensteranschlußfugen und Bauteilanschlüsse sind potentielle Leckagen, tSind Abdichtungsmaßnahmen zwischen beheizten und unbeheizten Abschnitten (z. B. zwischen Keller, OG oder unbeheiztem Dachboden) fachgerecht ausgeführt bzw. überhaupt geplant? tBesonders kritisch in Hinblick auf Luftdichtheit ist der ausgebaute Dachbereich, tEine unzureichende Luftdichtheit der Gebäudehülle bedeutet jahrzehntelang erhöhte Betriebskosten! Wie wird ein Blower-Door-Test durchgeführt? Die Messung der Luftdichtheit von Gebäuden erfolgt nach festgeschriebenen Normen (ÖNORM EN 13829) mit dem Blower-Door Messverfahren. Mittels eines Gebläses wird im Inneren des Gebäudes ein konstanter Überdruck bzw. Unterdruck erzeugt. Gemessen wird die Gebäudedruckdifferenz und die dabei geförderte Luftmenge. Unter Einbeziehung des Luftvolumens des untersuchten Gebäudes bzw. Gebäudeteils wird die Luftwechselrate pro Stunde bei einem Differenzdruck von 50 Pascal (n50 ) errechnet. Für Passivhäuser werden mit einem n50 Wert von kleiner als 0,6 strenge Anforderungen an die Qualität der Gebäudehülle gestellt. Wie sich in der Praxis zeigt, sind diese Vorgaben nur mit sorgfältiger Planung und exakter Ausführung der die Dichtheit gewährleistenden Schichten zu erreichen. In vielen Fällen wird die Messung nach dem Abschluss aller Bauarbeiten und nach dem Bezug durchgeführt. Bei nicht Erreichen der Vorgaben ist in solchen Fallen nur mehr mit viel Aufwand und in manchen Fällen überhaupt keine Verbesserung mehr möglich. Abb 42 | Konstante Druckdifferenz: Vom Steuerprogramm wird eine Gebäudedruckdifferenz von 50 Pascal eingeregelt. Beim Schließen oder Öffnen von Leckagen regelt sich das Gebläse entsprechend nach, so dass die eingestellte Druckdifferenz während des Gebäuderundganges sichergestellt ist. Der Volumenstrom beträgt in diesem Beispiel 535 m3/h. Daraus ergibt sich eine Luftwechselrate von n50 = 1,22 h-1 bei konstanter Druckdifferenz von 50 Pascal. Abb 43 | Messung und Leckagekurve (automatische Messung) mit Unter-, und Überdruckmessung Der LandesEnergieVerein Steiermark bietet Luftdichtheitsmessungen (Blower-Door-Tests) an! 31 Vermeiden und Entfernen von Mauerschimmel Die nachstehende Auflistung sinnvoller Maßnahmen soll eine Hilfestellung zur Vermeidung von Schimmelbildung geben. Schimmelpilz entsteht nur auf feuchtem Untergrund. Um Schimmelbildung langfristig zu vermeiden muss die Ursache der zu hohen Feuchtigkeit gefunden und beseitigt werden, da sonst nach einer Sanierung unweigerlich wieder neuer Schimmelbelag entsteht! 1. Bauliche Ursachen beheben Manchmal entsteht Schimmelpilz wegen durchfeuchteter Bauteile infolge von Schäden am Haus durch: tUndichte Wasserleitungen, Rohrbruch, tUndichte Abflüsse bei Bad und Dusche, tUndichtes Dach, tVerstopfte Ableitung der Dachrinnen oder hohem Wassereintrag in die Grundmauern wenn keine Dachrinnen vorhanden sind, tWärmebrücken wie durchgehende Balkonplatten, ungedämmte Deckenroste, ungedämmte Fensterlaibungen oder Überlager, tfehlende Feuchtigkeitssperre der Grundmauern. Häufig tritt Schimmelpilz auch nach einem Fenstertausch auf. In diesem Fall bitte besonders auf richtiges Lüften achten, da durch die dichten Fenster bei gleichbleibenden Lüftungsgewohnheiten im Winter meist eine zu hohe Luftfeuchtigkeit in den Wohnräumen entsteht. Ein Hygrometer hilft hier die Lüftungsintervalle zu bestimmen (siehe Punkt 2 und 6). 2. Richtig Lüften Den größten Trocknungseffekt durch Lüften erreichen Sie in der kalten Jahreszeit, da kalte Luft sehr trocken ist. Wenn die kalte Luft sich nach dem Lüften im Wohnraum erwärmt, kann sie Feuchtigkeit aufnehmen. Durch neuerliches Lüften wird diese Feuchtigkeit wieder nach außen abgeleitet. Am besten ist daher regelmäßiges Stoß- oder Querlüften alle paar Stunden. Je kälter es draußen ist, desto kürzer kann die Lüftungsdauer sein. In der Tabelle sind die verschiedenen Arten von Fensterstellungen und die notwendigen Zeitspannen angeführt, um einen Austausch der gesamten Raumluft zu erzielen. Tipp: Im Winter beschlagen beim Öffnen der Fenster die Scheiben. Kurz nachdem der Beschlag wieder abgetrocknet ist, können Sie die Lüftung beenden. Tipp: Im Schlafzimmer vor dem Schlafengehen und nach dem Aufstehen kräftig lüften. Schlafzimmertür tagsüber geschlossen halten damit die warme feuchtere Luft aus dem Wohnraum nicht in das Schlafzimmer einströmen kann. Querlüftung (optimal im Winter) Fenster und gegenüberliegende Tür oder Fenster ganz offen. 1 bis 5 Minuten Stoßlüftung ein Fenster oder eine Tür ganz offen. Lüftungsmethode im Winter für Räume wo eine Querlüftung nicht möglich ist. 5 bis 10 Minuten Fenster gekippt Lüftungsmethode für den Sommer. Im Winter nicht empfehlenswert. 30 Minuten oder länger Abb 44 | Fensterlüftung 32 3. Wäsche nicht in der Wohnung trocknen Wenn nicht anders möglich, nur in gut belüfteten Räumen (z. B. mit Lüftungsventilatoren) oder im Wäschetrockner mit Außenanschluß trocknen. Tipp: Kaufen Sie nur energieeffiziente Wäschetrockner und Elektrogeräte der Energieeffizienzklasse A. 4. Nebenräume beheizen Beheizte Räume haben warme Oberflächen. Dadurch kondensiert bei guter Bausubstanz und wärmebrückenfreien Räumen kein Wasserdampf an den Wänden und Decken und es entsteht kein Schimmelpilz. Der Temperaturunterschied zwischen den einzelnen Wohnräumen soll 3 °C nicht überschreiten. 5. Entstehende Feuchtigkeit ableiten Feuchtigkeitsaufkommen beim Backen, Braten, Kochen, Duschen, Baden oder Waschen sofort über Fenster oder Ventilatoren direkt ins Freie ableiten. Keine Verteilung der Feuchtigkeit in der Wohnung durch geöffnete Türen zu kühleren Räumen (Wasser kondensiert dort an den Außenmauern: Schimmelgefahr!). 6. Einsatz technischer Hilfsmittel Lüftungsgeräte: Ventilatoren mit Zeitschaltuhr, Einzelraumlüftungen oder zentrale Lüftungsanlagen. Mit diesen Geräten erzielen Sie eine kontrollierte Be- und Entlüftung für gute Luftqualität und für optimale Entfeuchtung. Entfeuchtungsgeräte: Sind auch als Kondenstrockner bekannt. Ein Ventilator zieht die Raumluft über eine Kältespule. 7. Regelmäßige Messung der relativen Luftfeuchtigkeit mit Hilfe eines Hygrometers. 60 % relative Luftfeuchtigkeit ist als Obergrenze einzuhalten. Bei höheren Werten Lüften und/oder Heizen. Das Hygrometer nicht neben Ofen oder Heizkörper plazieren, sondern dort wo der Schimmelbefall auftritt. Wichtig: Nebenräume nicht über offene Türen mitheizen. Tipp: Schlafzimmer: Das Fenster ist im Winter während der Nacht geschlossen. Nach dem Aufstehen wird gut gelüftet. Tagsüber sollte die Tür zum Schlafzimmer möglichst geschlossen bleiben und der Raum auf 17 bis 18 °C temperiert werden. Vor dem Schlafengehen wieder ausreichend Stoß- oder Querlüften. Temperatur nach individuellen Bedürfnissen einstellen. Tipp: Entfernen Sie das Restwasser nach dem Duschen mit einem Abzieher. Kochen Sie mit Deckel oder installieren Sie eine Dunstabzugshaube mit Außenanschluß (kein Umluft-Dunstabzug!) Die warme, feuchte Luft kondensiert dabei und das entstehende Wasser tropft in einen Behälter oder in den Abfluß. Die Luft wird über dem Kondensatorteil des Gerätes wieder aufgewärmt und strömt getrocknet in den Raum. Aber Vorsicht! Der Einsatz derartiger Geräte ist nur nach Behebung der Feuchteursache sinnvoll. Bei aufsteigender oder seitlich eindringender Mauerfeuchte zieht starke Trocknung der Innenraumluft noch mehr Feuchtigkeit in die Wand. Tipp: Digitale Hygrometer gibt es, meist in Kombination mit einem Thermometer, in Baumärkten und im Elektrofachhandel. 8. Große Möbel an die Innenwände Wenn es notwendig ist große Möbel an der Außenwand aufzustellen, dann zur Belüftung einen Abstand von 5 cm zur Wand und durch Füße 8-10 cm zum Fußboden einhalten. Keine geschlossenen Sockel verwenden. Bei Vorhängen keine Deckenkarnisen verwenden! Diese verhindern Luftzirkulation an den Raumkanten. Vorhangstangen sind eine gute Alternative. Die relative Luftfeuchtigkeit in einem Raum hängt von der Temperatur, der Anzahl der Personen und dem Lüftungsverhalten ab. Eine vierköpfige Familie „verdunstet“ pro Tag durch Kochen, Duschen, Blumen gießen etc. ca. elf Liter Wasser. Tipp: Raumecken stellen bei schimmelgefährdeten Wohnungen, schon durch die Gebäudegeometrie, ein besonderes Problem dar und sollten deshalb möglichst zur Gänze freigehalten werden (Möbel, Vorhänge). 33 9. Geeignetes Baumaterial Beim Umbau sollte auf die Verwendung von geeigneten Materialien, die Feuchte aufnehmen und abgeben können, geachtet werden: Kalkputze oder unbehandeltes Holz helfen Feuchtigkeit zu puffern. Offenporige Baustoffe wie Kalk- und Lehmputz mit Kalkanstrich, Mineral- oder Silikatfarbe können bei richtigem Lüften sehr gut zur Feuchtigkeitsregulierung der Raumluft beitragen. Denselben Effekt erzielen Sie mit unbehandeltem oder geöltem/gewachsten Holz und saugfähigen Textilien wie Baumwolle, Schafwolle oder Leinen bei Vorhängen, Teppichen und Bezügen. Tipp: Keine Tapeten und Leim-, oder Dispersionsfarben verwenden. Das ist Nahrung für den Schimmelpilz! Abb 45 | Gesundheitsschädlicher Schimmel Was tun bei Schimmelbefall? 1. Schimmel abwaschen mit 20 %iger Sodalauge (300 g Kristallsoda in 1 Liter Wasser auflösen) oder 30 %igem Wasserstoffperoxid oder 70 %igem Ethylalkohol (Weingeist). Die oben genannten Mittel sind im Drogeriefachhandel oder in Apotheken erhältlich. Achtung: Alkohol wirkt narkotisierend und ist leicht entzündlich! Soda und Wasserstoffperoxid sind ätzende Chemikalien! Wasserstoffperoxid ist ein starkes Bleichmittel! -> unbedingt geeignete Schutzhandschuhe und Schutzbrille tragen! Gut lüften. Beachten Sie die Warnhinweise auf den Verpackungen. Mit einem durchtränken Lappen die sichtbaren Schimmelstellen etwa 30 cm über deren Rand hinaus abreiben oder das Schimmelmittel mit einer kleinen Lackwalze aufbringen. Diese Mittel können besser in das Mauerwerk eindringen, wenn die befallenen Stellen vorher mit einem Wärmestrahler getrocknet wurden. Verwenden Sie keinen Heizlüfter, da durch den Luftzug viele Sporen in die Raumluft mitgerissen werden und dadurch die Sporenbelastung stark steigen kann. Nach ein paar Tagen den Vorgang wiederholen, bis die behandelten Flächen gut abgewaschen sind. 2. Feuchtigkeitsursache feststellen Schimmelpilz entsteht durch feuchte Bauteile. Liegt die Feuchtigkeitsursache in einem Bauschaden muss dieser Bauschaden behoben werden um den Schimmelbefall nachhaltig zu verhindern (siehe Vermeidung von Schimmelbildung Punkt 1). Schimmelpilz durch Dampfkondensat kann durch richtiges BenutzerInnenverhalten (richtiges Lüften und Heizen, Vermeidung hoher Luftfeuchtigkeit, Freihalten kritischer Wandbereiche) vermindert werden. 34 3. Feuchtigkeitsursache beheben Um Schimmelpilz dauerhaft zu vermeiden müssen die betroffenen Stellen trockengelegt werden. Die Trockenlegung kann auf verschiedene Arten geschehen: a) Wassereintrag in die Bauteile stoppen Kommt das Wasser von außen durch z. B. undichte Stellen im Dach oder einer Wasserleitung so müssen diese Stellen repariert werden. Aufsteigende Bodenfeuchte über die Grundmauern kann über verschiedene Methoden reduziert werden. Für die Wahl der „richtigen“ Trockenlegungsvariante sind Bausachverständige zu konsultieren. b) Lüften Siehe Punkt „Richtig Lüften“ Bei hoher Raumluftfeuchte folgende Maßnahmen ergreifen: tTrocknen der Wäsche außerhalb der Wohnung, tRestwasser nach dem Duschen mit einem Abstreifer abziehen, tKochen mit Deckel, tSofortiges Lüften nach Duschen, Baden, Kochen, tZimmerpflanzen reduzieren und Gießabstände vergrößern, tEinbau einer Wohnraumlüftung überlegen. c) Befallene Stellen erwärmen Damit wird die Mauerfeuchte weggetrocknet. Eine höhere Wandtemperatur kann durch: tbeheizen der Mauer oder durch tdämmen der Mauer erreicht werden. Achtung: Wenn eine Mauer gedämmt wird, muss sie trocken sein! Dämmmaßnahmen vorher mit einem Sachverständigen absprechen! Fenster und Verglasungen Zugluft, angelaufene Scheiben und hohe Heizkosten sind oft Anlass für einen Fenstertausch. Gute Fenster wirken sich nicht nur auf die Heizkostenrechnung äußerst positiv aus, sie tragen auch wesentlich zu einer hohen Wohnqualität bei. Der richtigen Fensterwahl sollte daher besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden. Qualitätskriterien Vier Kriterien bestimmen die Qualität eines Fensters: die Verglasung, der Randverband, der Rahmen und die Einbausituation. Ist vorerst an keinen Fenstertausch gedacht, können kleine Verbesserungen durch das Nachstellen und Einrichten der Beschläge oder das nachträgliche Einfräsen von Dichtungen erreicht werden. Die Verglasung Heute kommen eigentlich nur mehr Wärmeschutzverglasungen zur Anwendung. Vom normalen Isolierglas unterscheiden sie sich dadurch, dass sie aus zwei oder drei Scheiben bestehen, die mit einer hauchdünnen Metallbedampfung beschichtet und mit Edelgas gefüllt sind. Bei einem hochqualitativen Fenster sollte der U-Wert des Glases nicht mehr als 0,90 bis 1,10 W/m2K betragen. Für hochdämmende Passivhaus-Fenster kommen Verglasungen mit einem U-Wert von 0,20 bis 0,70 W/ m2K zum Einsatz. %INFACHGLAS 57M+ L«L PRO*AHRUNDM 3CHEIBEN )SOLIERVERGLASUNG 57M+ L«L PRO*AHRUNDM 3CHEIBEN 7ËRMESCHUTZVERGLASUNG 57M+ L«L PRO*AHRUNDM 3CHEIBEN 7ËRMESCHUTZVERGLASUNG 57M+ L«L PRO*AHRUNDM Abb 46 | Energieverluste bei unterschiedlichen Verglasungen ohne Wärmegewinne, Fugenverluste und Rahmeneinfluss Verglasungsarten und Oberflächentemperaturen Scheiben mit sehr gutem Dämmwert haben neben den geringen Verlusten auch noch den wesentlichen Vorteil der viel höheren Temperaturen an der Scheibeninnenseite. Bei großen Fensterflächen können so unangenehme Zuglufterscheinungen durch kalte Fallströmungen im unmittelbaren Fensterbereich vermieden werden. Verglasungsart Einfachglas U-Wert W/m2K 5,80 Temperatur an der Scheibeninnenseite bei Außentemperatur -10° C -1,5° 2-Scheiben-Isolierverglasung (keine Gasfüllung und Metallbedampfung) 2,90 +6° 2-Scheiben-Wärmeschutzverglasung 1,10 +15° 3-Scheiben-Wärmeschutzverglasung 0,50 +18° Randverbund Wärmeschutzverglasungen bestehen immer aus zwei oder drei Glasscheiben, die mit einem Abstandhalter auseinander gehalten werden. Der Abstandhalter wird als Randverbund bezeichnet. Konventionelle Abstandhalter bestehen aus Aluminium, das Wärme sehr gut leitet. Wegen der hohen Wärmeleitfähigkeit von Aluminium bildet sich im Randbereich der Fenster eine „kalte Schwachstelle“, auf der sich Feuchtigkeit absetzt. Seit einiger Zeit sind Gläser mit so genanntem „thermisch entkoppeltem Randverbund“ mit geringen Mehrkosten am Markt erhältlich. Bei diesen Gläsern besteht der Abstandhalter aus weniger leitfähigem Kunststoff oder aus Edelstahl. Die geringe Wärmeleitfähigkeit dieser Materialien verringert die Energieverluste und verhindert angelaufene, feuchte Fenster im Randbereich. Abb 47 | Kondenswasser im Randbereich des Fensters Bei alten Fenstern ist der Effekt oft zu beobachten: Am Rand der Fensterscheiben bildet sich Feuchtigkeit. Wenn diese nicht regelmäßig abgewischt wird, wird der Fensterstock zum idealen Nährboden für Schimmelpilze. Ursachen für das Kondensat sind Aluminiumabstandhalter, schlechte Verglasungen, Fugen und Ritzen im Randbereich. 35 Der Rahmen Das gesamte Fenster sollte einen U-Wert von 1,30 W/m2K nicht überschreiten. Der Gesamt-U-Wert von Glas, Rahmen und Randverbund wird mit dem Kürzel Uw angegeben. Besonders auf diesen Wert achten! Fensterrahmen mit hoher thermischer Qualität sind heute vorwiegend in Holz, Holz-Alu, Kunststoff und Aluminium erhältlich. Aus ökologischer Sicht sind Holzrahmen zu bevorzugen. Um dem Passivhausstandard zu genügen, reichen konventionelle Rahmen nicht aus. Hier kommen gedämmte Rahmen, so genannte Warmrahmen, zum Einsatz. Diese trennen mittels Einlagen (druckfeste Dämmstoffe, weiche Holzarten, etc.) mit sehr geringer Wärmeleitfähigkeit oder zusätzlichen Luftkammern den äußeren kalten Rahmenteil vom inneren, warmen Teil. Abb 48 | Holz/Alu-Verbundfenster mit Ganzglasflügel und Innenjalousie Die Einbausituation Bei gut erhaltenen Kastenfenstern besteht die Möglichkeit, die inneren Flügel zu tauschen und mit einer neuen Wärmeschutzverglasung zu versehen. Damit können sehr gute Gesamt-U-Werte bis 1,00 W/m2K erreicht werden. Jede Unterteilung der Scheiben durch Sprossen verschlechtert durch die Verlängerung des Randverbunds den U-Wert. Wer aus optischen Gründen auf Sprossen nicht verzichten möchte, kann auf aufklippbare Konstruktionen zurückgreifen, die auch bei der Reinigung angenehmer sind. 36 Ein wichtiger Punkt ist auch der Einbau der Fenster. Mit geringem Mehraufwand können Wärmebrücken vermieden werden. Bei der Montage ist besonders auf den Übergangsbereich Fensterstock und Mauerwerk zu achten. Der neue Fensterstock sollte in der Dämmebene oder direkt hinter der Dämmung platziert sein, um ein einfaches „Überdämmen“ mit mindestens 3 cm zu ermöglichen. Äußerst wichtig ist der luft- und winddichte Einbau der Fenster. Das Abkleben mit speziellen Klebebändern schützt vor unerwünschten Zuglufterscheinungen und ist zudem wichtig für einen guten Schallschutz. Denn durch Ritzen und Fugen geht nicht nur Energie verloren, sondern es dringt auch Lärm in den Wohnraum. Das Ausschäumen der Zwischenräume allein genügt nicht! Falsch o# Richtig o# Abb 49 | Falsch: Fenster und Dämmebene weisen eine Lücke auf Richtig: Überdämmter Fensterstock Nutzerverhalten Rollläden Bei neuen Fenstern ist das Nutzerverhalten besonders zu berücksichtigen. Die guten Dichtungen verbessern nämlich nicht nur den Wohnkomfort, sondern sie verhindern auch den unkontrollierten Luftaustausch und helfen damit viel Energie zu sparen. Allerdings steigt dadurch auch die Luftfeuchtigkeit im Raum. Um Kondensat und Schimmelbildung zu vermeiden, ist konsequentes Stoßlüften Voraussetzung für ein gutes Raumklima. Eine Alternative zur Fensterlüftung ist der Einbau einer Lüftungsanlage, die den notwendigen Luftwechsel sicherstellt. Bereits bestehende Rollladenkästen stellen oft eine Schwachstelle in der Außenwand dar, da sie meist nicht ausreichend gedämmt sind. Durch den nachträglichen Einbau von Dämmmaterial und Dichtungen am Rollladenauslass können Energieverluste wesentlich reduziert werden. Es ist also sinnvoll, die Rollladenkästen nicht nur bei einer Erneuerung der Fenster zu überprüfen. Beim nachträglichen Einbau von Rollläden ist darauf zu achten, ausgeschäumte gedämmte Rolllädenkästen zu verwenden. Die einzelnen Lamellen sollten dicht schließen und ebenfalls ausgeschäumt sein. Die Verwendung von Vorbaurollläden ist zu bevorzugen. Diese sind über der Dämmung platziert und bilden damit keine Schwachstelle. Neue Haustechnik Neben der Bautechnik ist die richtige Wahl des Heiz systems aus schlag gebend für die zukünftige Wohn qualität des sanierten Gebäudes. Die Entscheidung für ein bestimmtes System Auf die Wahl eines umweltfreundlichen Energieträgers sollte speziell geachtet werden. hängt dabei auch von der Gebäude qualität ab. So können die neuen Heiztechniken, wie teilsolare Raum heizung, Wärmepumpen oder Wohn raum lüftungen mit Wärme rückgewinnung, nur im gut sanierten Alt haus sinnvoll und wirtschaftlich eingesetzt werden. 37 Heizungsanlagen Als Regel gilt: Je geringer die Heizungstemperaturen, umso angenehmer ist das Raumklima. Bei entsprechender Wärmedämmung ist das Niedertemperatur-Verteilsystem auch mit den alten Radiatoren möglich. Das Wärmeabgabesystem sollte, insbesondere bei großen Südverglasungen, auf einstrahlende Sonne schnell reagieren können. Thermostatventile kombiniert mit einem Außentemperaturfühler bieten hohen Komfort. Die beste Heizung erzielt nicht den gewünschten Effekt, wenn Wärmeverteilsystem und Heizanlage nicht aufeinander abgestimmt sind. Denn bestimmte Heizsysteme, wie z. B. Wärmepumpen und teilsolare Raumheizungen, funktionieren nur mit Niedertemperatur-Verteilsystemen. Voraussetzung für die Dimensionierung der Heizanlage ist die Berechnung der Heizlast. Niedertemperatur-Heizsystem Bei herkömmlichen Radiatoren betragen die Vorlauftemperaturen im Heizkreislauf meist 50 °C bis 70 °C. Die Folgen der hohen Temperaturen sind Staubverschwelungen am Heizkörper, die ein Gefühl der trockenen Luft erzeugen. Im Gegensatz zu Hochtemperatursystemen arbeitet das Niedertemperatur-Verteilsystem mit Temperaturen unter 45 °C. Durch große Heizflächen im Fußboden, in der Wand oder in Form von Plattenheizkörpern wirdmit geringen Vorlauftemperaturen angenehme Strahlungswärme abgegeben. Das Ergebnis sind geringe Luftbewegungen, wenig Staubbildung und geringe Temperaturunterschiede im Raum. Das Wohlbefinden ist übrigens am größten, wenn die Temperaturen in den großflächigen, abstrahlenden Flächen, wie beispielsweise in der Wand, unter 30 °C liegen. Bei einer Fußbodenheizung werden Oberflächentemperaturen unter 26 °C empfohlen. Ein behagliches Raumklima wird erzielt durch: t HSPFO4USBIMVOHTBOUFJMVOEHMFJDINÊJHF Temperaturverteilung, t HFSJOHF-VGUCFXFHVOHFOEVSDILMFJOFO Konvektionsanteil, t HSPF8ÊSNFBCHBCFøÊDIFO t SBTDIF3FHFMCBSLFJU Abb 50 | Fußbodenheizung Kesseltausch Ist der Kessel länger als 15 Jahre in Betrieb, sollte ein Tausch überlegt werden. Das Baujahr steht auf dem Typenschild. Bei Ausschreibungen der Rohrleitungen sollte die Wärmedämmung der Leitungen explizit erwähnt werden. Ungedämmte Leitungen führen zu hohen Energieverlusten. Alte Heizkessel sind meist überdimensioniert und haben einen schlechten Wirkungsgrad. Durch einen Kesseltausch kann der Wirkungsgrad um 25 % bis 30 % verbessert und entsprechend viel Energie eingespart werden. Bei modernen Kesseln sind die Verluste über den Rauchfang deutlich geringer, weil die Abgase mit einer tieferen Temperatur in den Kamin geführt werden. Durch eine gute Dämmung des Kessels selbst wird die Abstrahlung in den Heizraum gering gehalten. 6OLLE+ESSELLEISTUNG AN4AGEN +ESSELLEISTUNG AN4AGEN +ESSELLEISTUNG AN4AGEN +ESSELLEISTUNG AN4AGEN +ESSEL LEISTUNG AN4AGEN +ESSEL LEISTUNGAN 4AGEN (EIZTAGE 38 Alte, „konventionelle“ Kessel haben vor allem im Teillastbetrieb, wenn bei mäßig kalten Außentemperaturen nicht die volle Heizleistung benötigt wird, einen sehr schlechten Wirkungsgrad. Durch moderne Anlagentechnik wird auch der Schadstoffausstoß deutlich reduziert. Vor der Erneuerung einer Heizungsanlage sollte in jedem Fall geprüft werden, ob sich der bestehende Kamin für das geplante Heizsystem eignet. Für eine Kaminsanierung stehen mittlerweile unterschiedliche Methoden zur Verfügung, wie beispielsweise der Einschub von einem flexiblen Rohr in den alten Kamin. Egal ob alte oder neue Heizungsanlage, die jährliche Wartung der Anlage sollte nicht vergessen werden: Die Überprüfung der Heizanlage garantiert optimierten Betrieb und Energiekosteneinsparungen. Abb 51 | Kesselauslastung Teilsolare Raumheizung Bei entsprechenden Kollektorflächen ist in unseren Breiten mit vertretbaren Mehrkosten ein Deckungsgrad von bis zu 50 % des Heizwärmebedarfs beim sanierten Gebäude möglich. Bei höheren Prozentsätzen ist der Investitionsaufwand derzeit noch hoch. Der Restwärmebedarf kann z. B. mit einer umweltfreundlichen Holzheizung gedeckt werden. Solaranlagen werden neben der Warmwasserbereitung zunehmend auch für die Raumheizung eingesetzt. Eine teilsolare Raumheizung ist nur dann zweckmäßig und kostengünstig, wenn ein äußerst guter Dämmstandard vorliegt (Energiekennzahl des Gebäudes unter 65 kWh/m2). Um Deckungsgrade zwischen 30 und 50 % zu erreichen, benötigt man ca. 0,2 m2 bis 0,5 m2 Kollektorfläche pro Quadratmeter Wohnfläche und ein Heizungssystem mit extrem niedrigen Temperaturen (am besten nicht über 30 °C). Die Kollektorneigung sollte, um gute Erträge in der Heizperiode zu erzielen, steiler als 60 °C sein. Dadurch können auch Überhitzungsprobleme im Sommer vermieden werden. Weitere Informationen sind im Kapitel Warmwasserbereitung mit Solaranlagen zu finden (siehe Seite 44). Abb 52 | Fassadenkollektor Die Wärmepumpe Seit Jahrzehnten hat sich das „umgekehrte Kühlschrankprinzip“ der Wärmepumpe in jedem Haushalt tausendfach bewährt, nicht umsonst geben einige Hersteller bis zu 10 Jahre Garantie auf das „Herzstück“ der Wärmepumpe, den Kompressor. Durch abwechselndes Verdampfen und Verflüssigen eines Kältemittels wird Wärme aus dem Erdreich, dem Wasser oder der Luft entzogen und mit dem Kompressor auf ein höheres Energieniveau gepumpt. Die im Erdreich gespeicherte Sonnenenergie lässt sich mittels Erdsonden, Flach- oder Grabenkollektoren nutzen. Als Richtwert für einen Flächenkollektor muss eine erforderliche Gartenfläche vom ca. 2-fachen der beheizten Wohnnutzfläche angenommen werden. Ein Erdkollektor besteht aus Kunststoffrohren oder kunststoffbeschichteten Kupferrohren, welche in einer Tiefe von ca. 1 bis 1,5 m und einem Abstand von ca. 80 cm verlegt werden. Die benötigte Fläche ist vom Wärmebedarf des Gebäudes, von der Erdreichzusammensetzung und dem Feuchtigkeitsgehalt des Bodens abhängig. Für die Effizienz einer Wärmepumpe ist der Einsatz eines Niedertemperatur-Verteilsystems Voraussetzung. Hier eignen sich besonders Fußboden- und Wandheizungen. Weitere Vorteile der Wärmepumpe sind neben den geringen Heizkosten, hohe Betriebssicherheit, der geringe Platzbedarf sowie das Wegfallen eines Brennstofflagers. Wärmepumpen sind echte Komfortsysteme mit denen man nicht nur Als Wärmeabgabesystem eignen sich besonders Fußboden- und Wandheizungen. Diese Systeme gewährleisten volle Behaglichkeit bereits bei einer Vorlauftemperatur von +35 °C. Will man auf den Einsatz von Radiatoren nicht verzichten, so müssen Niedertemperaturradiatoren mit großer Oberfläche verwendet werden. Niedrige Vorlauftemperatur ist Voraussetzung für den wirtschaftlichen Betrieb einer Wärmepumpe. Abb 53 | Wärmepumpe effizient heizen, sondern auch kühlen kann. Bei diesem passiven Kühlbetrieb wird die Kälte ausschließlich aus dem Erdkollektor entzogen. Das senkt nicht nur die Energiekosten, sondern beschleunigt auch den Regenerationsprozess der Erde für die nächste Heizsaison. 39 Pellets-Zentralheizungen Die elektronischen Steuerungen moderner Holzheizungen bringen nicht nur hohen Komfort, sondern sichern auch eine saubere und schadstoffarme Verbrennung. Holz ist kohlendioxid-neutral und trägt so wesentlich zum Klimaschutz bei. Mit der Pellets-Zentralheizung steht durch elektronische Leistungsregelung, automatische Zündung, Wärmetauscherreinigung und Ascheaustragung ein vollautomatisches Heizsystem zur Verfügung. Die Brennstoffzufuhr aus dem Lagerraum erfolgt mittels Transportschnecke oder Saugleitung. Zu beachten sind die Anforderungen an den Lagerraum: Der Lagerraum muss nicht nur absolut trocken sein (feuchte Kellerräume sind ungeeignet), sondern auch eine entsprechende Größe aufweisen. Die lose gelieferten Presslinge haben einen ähnlichen Platzbedarf, wie zur Lagerung von Heizöl benötigt wird. Wichtig ist auch, die Zugänglichkeit des Lagerraums sicherzustellen. Die Pellets werden nämlich von einem Tankwagen in den Lagerraum eingeblasen. Distanzen von bis zu 30 Meter können mit einem Schlauch überbrückt werden. Berechnung des Lagerraumvolumens: 0,9 x kW (Heizlast) = Platzbedarf in Kubikmeter Abb 54 | Pellets Pellets sind kleine Holzpresslinge aus unbehandelten Spänen der Holzverarbeitung. Die Späne werden unter hohem Druck und ohne Zusatz von Bindemitteln verpresst. Abb 55 | Pelletstankwagen beim Befüllen des Lagerraumes Pellets-Einzelofen Die Heizlast gibt an, wie hoch die Leistung ist, die die Heizung am (genormten) kältesten Tag des Jahres erbringen muss, um im Inneren des Gebäudes behagliche Temperaturen (20 ° C) zu schaffen. Dafür werden die Verluste über die Bauteile und die Lüftung berechnet. Mit dem Pellets-Einzelofen steht eine automatische Holzheizung für den kleinsten Leistungsbereich (2 bis 10 kW) zur Verfügung. Der Pellets-Einzelofen eignet sich nicht nur für die Zusatzheizung in Wohnungen, sondern auch als Hauptheizung in sehr gut gedämmten Gebäuden. Die Öfen sind mit Vorratsbehältern ausgestattet. Der Inhalt reicht je nach Leistung für einen Heizbetrieb von 12 bis 90 Stunden. Die Befüllung erfolgt meist händisch. Üblich sind 15 kg Säcke zum Nachfüllen. Verschiedene Hersteller bieten Öfen mit Wärmetauscher an, die Wandheizungen, Fußbodenheizungen oder Radiatoren, versorgen können. Abb 56 | Pellets-Einzelofen 40 Stückholzheizung mit Pufferspeicher Abb 57 | Holzvergaserkessel mit Pufferspeicher Moderne Stückholzkessel mit Pufferspeicher sind mit einer separaten Brennkammer für den Ausbrand der Schwelgase und einem Gebläse ausgestattet. Damit wird nicht nur eine schadstoffarme, sondern auch eine effiziente Verbrennung mit Wirkungsgraden bis zu 90 % ermöglicht. Die Abbrandzeiten betragen bis zu acht Stunden bei Volllast und bis zu 20 Stunden bei Teillast. Innerhalb der Heizperiode, aber auch im Tagesverlauf, kann es zu hohen Schwankungen beim Wärmebedarf kommen. Die neuen Stückholzgebläsekessel können die Leistung auf bis zu 50 % der Nennleistung ohne merklichen Wirkungsgradverlust reduzieren. Bei noch geringerem Bedarf sinkt der Wirkungsgrad allerdings ab. Eine Kombination mit einem Pufferspeicher gleicht diese Schwankungen aus. Mit der überschüssigen Wärme wird der Pufferspeicher „geladen“. Diese Wärme kann zu einem späteren Zeitpunkt genützt werden. Als Faustregel gilt: Pro kW Heizleistung des Kessels ca. 50 Liter Speichervolumen. Voraussetzung für die Direktförderung einer Stückholzheizung: Mindestens 800 Liter Pufferspeichervolumen. Kachelofen-Ganzhausheizungen Abb 58 | Kachelofen Der Einsatz von Kachelöfen als behagliche Zusatzheizung beschränkte sich bisher auf die Beheizung von einzelnen Wohnräumen. Mit dem geringen Energiebedarf im Niedrigenergiehaus entwickelte sich das Konzept der Kachelofen-Ganzhausheizung. Dabei wird der Kachelofen mit einem Warmwassereinsatz und einem Pufferspeicher kombiniert und als Zentralheizsystem eingesetzt. Nicht nur Radiatoren-, Wand- oder Fußbodenheizungen werden mit Warmwasser versorgt, auch das Brauchwasser kann zur Verfügung gestellt werden. Moderne Kachelöfen verfügen über eine automatische Zündung: Die Anfeuerungsphase wird so auf ein Minimum reduziert. 41 Hackschnitzelheizungen Hackschnitzelheizungen eignen sich besonders für die Beheizung größerer Objekte wie Bauernhöfe, Wohnanlagen oder öffentliche Gebäude. Ein sinnvoller Einsatz beginnt ab einer Größe von etwa 20 bis 25 kW. Ein Gebäude mit 30 kW Heizlast benötigt ca. 80 m3 Hackschnitzel jährlich. Für einen zufriedenstellenden Betrieb einer Hackschnitzelheizung sind Wassergehalt und Stückgröße des Brennstoffs wesentlich: Ideales Hackgut weist einen Wassergehalt von 30 % und eine gleichmäßige Korngröße auf. Abb 59 | Hackschnitzel Fernwärme Sie zeichnet sich durch hohen Komfort, wenig Platzbedarf und geringe Investitionskosten aus. Als technische Einrichtung ist im Haus lediglich eine kleine Übergabestation, die aus einem Wärmetauscher, Regelungs- und Messtechnik besteht, erforderlich. (siehe Abb. 61) Abb 60 | Fernwärme - Heizwerk Fernwärme wird im Idealfall aus erneuerbaren Energieträgern (z. B. Hackschnitzel) erzeugt und mittels Fernwärmerohren zu den Abnehmern geleitet. Dadurch entstehen bei den Abnehmern keine Schadstoffemissionen. Im Heizwerk kann der Brennstoff schadstoffarm mit hohem Wirkungsgrad verfeuert werden. Außerdem können die noch entstehenden Emissionen durch entsprechende Filter leichter als bei Einzelfeuerungen verhindert werden. Dezentrale, regionale Fernwärmenetze haben den Vorteil, dass sie relativ günstig in der Errichtung sind und das Kapital nicht aus der Region abgezogen wird. Abb 61 | Fernwärme - Übergabestation 42 Fossile Energieträger Nachteil fossiler, nicht erneuerbarer Energieträger ist die hohe Klimabelastung. Der über lange Zeiträume gebundene Kohlenstoff wird in relativ kurzer Zeit verbraucht. Dadurch kommt es zu einer Überbelastung mit C02. Gas hat in gewissen Situationen seine Einsatzberechtigung. So z. B. in dicht besiedelten Gebieten, wo hohe Imissionsbelastung besteht und wo kein Fernwärmeanschluss möglich ist. Alleine mit dem Austausch alter Ölkesseln und Gasthermen durch Geräte mit hohem Wirkungsgrad kann CO2 eingespart werden. Wenn Erdgas oder Erdöl verwendet wird, dann sollte zumindest ein Brennwertgerät zum Einsatz kommen (siehe auch Gasheizung). Gasheizung: Gas ist in dicht besiedelten Wohngebieten neben Fernwärme die sinnvollste Heizungsart. Speziell in Ballungsgebieten mit hoher Feinstaubkonzentration sowie in Gebieten, wo ein Fernwärmeanschluss nicht möglich ist, bietet sich Ergas als ideale Alternative an. Gasheizungen benötigen keinen eigenen Brennstofflagerraum. Es genügt ein Technikraum, ein Badezimmer oder ein Platz in der Küche. Die Handhabung und Bedienung ist sehr einfach und komfortabel. Gas-Brennwerttherme: Durch die Kondensation des sich im Abgas befindenden dampfförmigen Wassers wird der Wirkungsgrad zur herkömmlichen Gastherme um bis zu 15 % erhöht. Die Abgastemperatur beträgt etwa 40 bis 50 °C und muss über einen kondensatdichten Fang (Kamin) abgeführt werden. Abb 62 | Gas-Wärmezentrale Kombithermen: Diese versorgen die Wohnung für die Beheizung nicht nur mit Wärme, sondern erwärmen auch das Brauchwasser im Durchflussprinzip. Diese Geräte benötigen daher keinen Speicher und sind besonders platzsparend. Warmes Wasser steht so jederzeit zur Verfügung. Abb 63 | Gas-Kombitherme 43 Warmwasserbereitung Im besten Fall erfolgt die Warmwasserbereitung mit einer Solaranlage. Ist dies aus baulichen oder anderen Gründen nicht möglich, kann das Warmwasser in der Heizperiode von der Heizanlage bereitgestellt werden. Eine herkömmliche Heizanlage sollte aber nicht für die Warmwasserbereitung im Sommer eingesetzt werden: Die Wirkungsgrade können dann unter 30 % liegen. Hier schafft im Sommer ein Elektroeinsatz im Wasserspeicher Abhilfe. Als umweltfreundliche Alternative bietet sich neben der Solaranlage die Wärmepumpe an. Solaranlagen Funktionsweise Auf die Dämmung der Rohrleitungen, die den Kollektor mit dem Speicher verbinden, sowie auf die Dämmung des Speichers ist zu achten. 3ON NEN KOL L OR EKT 3PEICHER 7ARMWASSER +ALTWASSER 7ËRMETAUSCHER 0UMPE 3TEUERUNG Ist der Kollektor im Winter zwei bis drei Monate verschattet, vermindert sich der Jahresertrag lediglich um 5 bis 10 %. Die über Kollektoren gewonnene Wärme wird über Rohrleitungen in einen speziellen Solarspeicher eingebracht. Dabei handelt es sich um einen stehenden Wasserspeicher mit Solaranschluss. Wird bei Schlechtwetter die erforderliche Temperatur im Speicher nicht erreicht, kann über die bestehende Heizung oder einen Elektroheizstab die gewünschte Temperatur „nachgeheizt“ werden. Damit steht auch bei Solaranlagen immer ausreichend Warmwasser zur Verfügung. Bei Ein- und Zweifamilienhäusern kann der Warmwasserbedarf im Sommer meist vollständig gedeckt werden, im Winter und in den Übergangszeiten ist eine Nachheizung notwendig. Über das ganze Jahr gerechnet werden Deckungsgrade von ca. 70 % erreicht. 4EMPERATURFàHLER Ausrichtung .ACHHEIZUNG Die Ausrichtung der Kollektoren ist von zentraler Bedeutung für den Ertrag. Die Wärmegewinne sind am größten, wenn der Kollektor im rechten Winkel zur Sonne steht. Deswegen ist die Südrichtung am besten geeignet. Abweichungen bis zu 45 °C können mit etwas größeren Kollektorflächen ausgeglichen werden. Ein Nachdrehen der Kollektorfläche nach der Sonne hat sich als nicht sinnvoll erwiesen. Abb 64 | Anlagenschema: Solare Warmwasserbereitung Neigung %RTRAG ;K7HM¶UND4AG= .EIGUNG² .EIGUNG² .EIGUNG² *ËN &EB -ËRZ !PRIL -AI *UNI *ULI !UG 3EPT /KT .OV $EZ Abb 65 | Ertrag von Kollektoren bei unterschiedlicher Neigung 44 Die Neigung richtet sich nach dem gewünschten Nutzungszeitraum. Ist eine vorwiegende Sommer nutzung beabsichtigt, sollten die Kollektoren möglichst flach aufgestellt werden. Liegt die Hauptnutzung im Winter, dann ist eine annähernd senkrechte Aufstellung zu empfehlen. Weist die Dachfläche nicht die erforderliche Neigung auf, sollten die Kollektoren dennoch auf der Dachfläche montiert werden: Eine Aufständerung verteuert die Kosten um 20 bis 30 %. Der Neigungswinkel sollte sich nach der gewünschten Nutzung richten: Bei der Schwimmbaderwärmung sind es 0 bis 30 °C, bei der Warmwasserbereitung 30 bis 60 °C und bei der Raumheizung 60 bis 90 °C. Kollektorarten Kollektoren kommen in verschiedenen Einsatzbereichen zur Anwendung. Für jeden dieser Bereiche haben sich unterschiedliche Kollektorarten entwickelt. Grundsätzlich werden drei Arten von Kollektoren verwendet: tKunststoffabsorber für Schwimmbäder, tFlachkollektoren für Warmwasser und Heizung, tVakuumkollektoren für Warmwasser und Heizung. Für die Warmwasserbereitung im Haushalt hat sich der Flachkollektor durchgesetzt. Beim Vakuumkollektor ist im Unterschied zum Flachkollektor ein höherer Ertrag bei geringerem Flächenbedarf zu erzielen. Aufgrund des besseren Preis-Leistungsverhältnisses findet aber vorwiegend der Flachkollektor Anwendung. Die neue Kollektorengeneration verfügt über eine selektive oder hochselektive Hightech-Beschichtung, die eine optimale Nutzung der Sonneneinstrahlung sicherstellt und die Verluste gering hält. Abb 66 | Flachkollektoren Dimensionierung der Kollektoren Mit der folgenden Auslegung können rund 70 % des jährlichen Warmwasserbedarfs gedeckt werden: Der Großteil des Stromverbrauchs von Waschmaschinen und Geschirrspülern ist auf den Warmwasserbedarf zurückzuführen. Mit einem Anschluss dieser Geräte an den Solarspeicher können Stromkosten erheblich reduziert werden. Pro Gerät sind ca. 1 bis 1,5 m2 Kollektorfläche zu installieren. Abb 67 | Fassadenintegrierter thermischer Solarkollektor Dimensionierung Dimensionierung pro Person Wasserverbrauch 40 – 60 l Wasser pro Tag Auslegung der Kollektorfläche Flachkollektor (Solarlack): 1,5 – 2,5 m2 Flachkollektor (selektiv Lack beschichtet): 1 – 2 m2 Speicherauslegung 50 – 75 l pro m2 Kollektor zur Deckung des Bedarfs von zwei Tagen Wärmepumpe Luft-Wasser-Wärmepumpen eignen sich in unseren Breiten für die Warmwasserbereitung im Sommer. Prinzipiell funktionieren sie gleich wie Wärmepumpen für die Raumheizung (siehe Seite 39). Als Energieträger wird die warme Außenluft genutzt, im Winter sinkt deswegen der Wirkungsgrad stark ab, da die Lufttemperaturen zu gering sind. Die Warmwasserbereitung erfolgt dann besser über das Heizsystem. 45 Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung Im sehr gut gedämmten Altbau hilft eine Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung, 70 Prozent der durch Lüften verursachten Energieverluste zu vermeiden. Für den Einsatz neuer Lüftungstechnologie im sanierten Niedrigenergiehaus sprechen die hohe Raumluftqualität, geringe Energieverluste, der Lärmschutz sowie der Schutz vor Staub und Pollen. Zudem macht die neue Fenstergeneration Lüftungsanlagen besonders aktuell: Die guten Dichtungen verbessern nämlich nicht nur den Wohnkomfort und sparen enorm viel Energie, sondern es steigt auch die Luftfeuchtigkeit im Raum. Konsequentes Lüften wird dadurch zur Voraussetzung für gutes Raumklima. Lufthygiene Um hygienische Luftverhältnisse herzustellen, sollte alle zwei Stunden gelüftet werden. Das ist gerade im Winter unbehaglich oder in der Nacht gar nicht möglich. Die Folgen davon: Die Kohlendioxid-Konzentration in den Räumen steigt und Feuchte, Gerüche und Schadstoffe werden nicht entsprechend abgeführt. Funktionsweise Mit einer Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung und Erdvorwärmung können Energieeinsparungen von bis zu 20 kWh/m2 und Jahr erzielt werden, das entspricht etwa zwei Liter Heizöl pro m2 und Jahr. Hochwertige Anlagen gewinnen 20 mal mehr Energie zurück als elektrische Energie für den Betrieb eingesetzt wird. Bei Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung wird über ein zentrales Gerät die Zuluft mit der Abluft erwärmt. Dabei sorgt ein hocheffizienter Wärmetauscher für die Wärmeübertragung. Lüftungsanlagen basieren also nicht wie eine Klimaanlage auf Umluftbetrieb, sondern die beiden Luftströme werden getrennt geführt. Dadurch wird eine ständige Zufuhr vorerwärmter Frischluft in Wohn- und Schlafzimmer ermöglicht. Über Küche, Bad und WC wird die verbrauchte Luft dann wieder abgesaugt. Die Luft wird meist über Erdregister vorerwärmt und mit Staub- und Pollenfiltern gereinigt. Abb 68 | Kontrollierte Wohnraumlüftung, Zu- und Abluftanlage 7ËRMETAUSCHER :ULUFTLEITUNG !BLUFTLEITUNG %INUND!USSTRÚMÚFFNUNGEN &RISCHLUFTANSAUGUNG &ORTLUFT Erdreichwärmetauscher Im Lüftungsgerät bildet sich Kondensat, das abgeführt werden muss. Besteht am Aufstellungsstandort des Geräts kein Kondensatabfluss, muss einer hergestellt werden. Das Kondensat kann direkt in den Kanal abgeführt werden. Wenn möglich sollte die Zuluft über einen Erdreichwärmetauscher angesaugt werden. Bei sehr tiefen Temperaturen im Winter kann damit eine Vereisung des Lüftungsgerätes verhindert werden. Werden bei einer Sanierung die Kellerwände auch von außen gedämmt, können die Rohre für die Erdreichvorwärmung einfach in den entstehenden Graben verlegt werden. Die Frischluftansaugung sollte so geplant werden, dass sie leicht zugänglich bleibt, damit die dort vorhandenen Grobfilter getauscht werden können. Leichte Zugänglichkeit Das Rohrleitungssystem der Lüftungsanlage sollte so gestaltet werden, dass es im Nachhinein gereinigt werden kann: Putzöffnungen dürfen nicht vergessen werden. Zum Reinigen stehen Druckluftoder Bürstensysteme zur Verfügung. 46 Abb 69 | Lüftungsgerät mit Wärmetauscher Einbau der Anlage Der nachträgliche Einbau von Lüftungsanlagen bei Sanierungen ist in den meisten Fällen aufwändiger als beim Neubau. Das größte Problem stellen meist die benötigten großen Rohrquerschnitte der Lüftungsleitungen dar. Wenn es keine optischen Vorbehalte gibt, können Rohre auch sichtbar geführt werden. Müssen Durchbrüche durch Wände erstellt werden, sollte bei der Dimensionierung die eventuell notwendige Dämmung des Rohres nicht vergessen werden (ca. 3 – 4 cm). Förderungen und Energieberatung Das Land Steiermark unterstützt die Wohnhaussanierung mit umfassenden Förder möglich keiten wie der rück zahlbaren Wohnhaus sanierungs förderung oder der Direktförderung von Biomasse heizungen und Solar anlagen. Die Bauherren informieren sich am besten bereits vor dem Planungsbeginn über die detaillierten Bestimmungen der einzelnen Fördermodelle Wohnhaus sanierungs förderung richtet sich nach der Anzahl der ÖKOPUNKTE. 47 Förderungen Wohnhaussanierung Art der Förderung: Rückzahlbarer 50 %iger Annuitätenzuschuss für ein Darlehen mit einer Laufzeit von mindestens 5 Jahren. Die förderbaren Kosten je Wohnung richten sich nach ökologischen Kriterien bzw. nach der Anzahl der Ökopunkte. Achtung: Der Einbau einer Elektroheizung bzw. einer Heizungsanlage mit fossilen Brennstoffen (Öl, Erdgas, Kohle), sowie der Einbaueines Kachelofens können grundsätzlich nicht gefördert werden. Förderbare Maßnahmen: t7FSCFTTFSVOHTNBOBINFO[#'FSOXÊSNFBOschluss, Alternativenergieanlagen, energiesparende Maßnahmen, Regenwassernutzung), tTVCTUBO[FSIBMUFOEF.BOBINFOBO&JOVOE Zweifamilienwohnhäusern (z. B. Dach-, Fassadeninstandsetzung, Mauerwerkstrockenlegung). Voraussetzung: Eine Benützungsbewilligung für das Gebäude, die Baubewilligung des zu fördernden Objektes muss – außer für die unten angeführten Maßnahmen – mindestens 30 Jahre zurückliegen: t'FSOXÊSNFBOTDIMVTTPEFS"MUFSOBUJWFOFSHJFBO lagen (z. B. moderne Holzheizung), t&OFSHJFTQBSFOEF.BOBINFO[#8ÊSNFEÊN mung, Fenstertausch), t"MUFOVOECFIJOEFSUFOGSFVOEMJDIF.BOBINFO (z. B. Lifteinbau), t4JDIFSIFJUTNBOBINFOBO)PDIIÊVTFSO Die Förderung erfolgt bei ökologischen Maßnahmen in Form eines nicht rückzahlbaren 15 %igen Annuitätenzuschusses (Laufzeit mind. 10 Jahre) bzw. bei anderen Verbesserungs- und Erhaltungsmaßnahmen in Form eines rückzahlbaren 50 %igen Annuitätenzuschusses für ein Darlehen (Gesamtlaufzeit 5 Jahre). Förderbare Kosten je Wohnung richten sich nach ökologischen Kriterien bzw. nach der Anzahl der Ökopunkte t t t max. € 30.000,– (Basisförderung, wenn kein Ökopunkt erreicht wird) max. € 35.000,– Sanierungsmaßnahmen mit einem Ökopunkt durchgeführt max. € 5.000,– zusätzlich je Ökopunkt, bis zu max. € 50.000,– (vier Ökopunkte) Anträge für die „Wohnhaussanierung“ sind bei der A15, Abteilung Wohnbauförderung, 8010 Graz, Dietrichsteinplatz 15, Telefon 0316/877 DW 3713 bzw. 3769, Internet www.wohnbau.steiermark.at, erhältlich und dort einzureichen. Ökopunkte bei Sanierungsmassnahmen Die förderbare Kostensumme bei Neuschaffung von Wohnungen in bestehenden Gebäuden, Wohnungszusammenlegungen und Wohnungsteilungen beträgt max. € 50.000,–, bei einer Wohnnutzfläche von mind. 30 m2 bis max. 150 m2. Ausnahme: Ist ein Öl- oder Gaskessel nicht älter als 20 Jahre und wird durch einen neuen Kessel eine Energieeinsparung von 15–20 % erzielt, so wird auch diese Anlage gefördert. Bei Gas als Energieträger werden nur Heizkessel mit Brennwerttechnik gefördert. 48 Kein ÖKOPUNKT bei: tWärmedämmende Maßnahmen eines einzelnen Außenbauteils: Der U-Wert der Außenbauteile (AW, KD, DD) entsprechen den Bestimmungen der Wohnbauförderungsstelle, tFenstersanierung oder Einbau neuer Fenster, Außentüren (Haus-, Wohnungseingangstüre), tAnschluss an öffentliches Kanal- und Wassernetz, tSubstanz erhaltende Maßnahmen an Eigenheimen (Ein- und Zweifamilienhäuser), tWasserleitungsanlage (Ersatz von Bleileitungen, Regenwassernutzung), tElektroinstallationen, Alarmanlagen, Gegensprechanlagen, tSanitärinstallationen (Bad, WC inkl. Grundrissgestaltung), tGrundrissgestaltung (inkl. notwendige bauliche Maßnahmen), tSicherheitsmaßnahmen an Hochhäusern. Ein Ökopunkt bei: tEinbau einer Biomasseheizung (Hackschnitzel, Pellets oder Stückholzspezialkessel mit mind. 800-Liter Pufferspeicher), tFernwärmeanschluss, tEinbau einer Solaranlage, tEinbau einer monovalenten Wärmepumpenheizung, tEinbau einer Photovoltaikanlage (mind. 1kW netzgekoppelt), tWärmedämmende Maßnahmen: sämtliche U-Werte bzw. der mittlere U-Wert der Außenbauteile müssen den Bestimmungen der Wohnbauförderungsstelle entsprechen (Nachweis mit dem Gebäudeerhebungsblatt). Zwei Ökopunkte bei: tEinbau einer Biomasseheizung (Hackschnitzel, Pellets oder Stückholzspezialkessel mit Pufferspeicher) und einer Solaranlage, tEinbau einer Biomasseheizung (Hackschnitzel, Pellets oder Stückholzspezialkessel mit mind. 800-Liter Pufferspeicher) und einer Lüftungswärmerückgewinnung mit Wärmerückgewinnung, tWärmedämmende Maßnahmen: Sämtliche U-Werte bzw. der mittlere U-Wert der Außenbauteile müssen mindestens 20 % unter den Bestimmungen der Wohnbauförderungsstelle liegen (Nachweis mit dem Gebäudeerhebungsblatt). Folgende Alternativenergieanlagen können nur bei Vorlage einer positiven Stellungnahme einer autorisierten Energieberatungsstelle bzw. eines Ziviltechnikers gefördert werden: tMonovalente Wärmepumpenheizung, tLüftungswärmerückgewinnung (eventuell in Verbindung mit einer Wärmepumpe), tHeizungssystem mit erneuerbaren Energieträgern in Verbindung mit einem MassivspeicherHeizsystem, tStückholzspezialkessel ohne Pufferspeicher, tTeilsolare Heizung mit Pufferspeicher, tPhotovoltaikanlage mind. 1 kW, netzgekoppelt. Biomassedirektförderungen (Direktförderung) Für den Einbau einer Heizanlage, welche mit Biomasse (Stückholz, Hackgut oder Pellets) betrieben wird, können höchstens 25 % der Nettoinvestition als Investitionszuschuss gewährt werden. Förderbeträge: Die Beihilfenobergrenze beträgt für Scheitholzgebläsekessel und Pellets-Zentralheizungsöfen als Gesamtheizsystem € 1.100,–; für Pellets-Zentralheizungsanlagen und Hackschnitzel-Zentralheizungsanlagen € 1.400,–. Bei Mehrfamilienhäusern ist die Beihilfenobergrenze durch Multiplikation der oben genannten Obergrenzen mit der Anzahl der Wohnungseinheiten (ab 3 WE) in Zusammenhang mit dem maximal möglichen Investitionszuschuss zu ermitteln. Die Antragstellung kann erst nach Errichtung der Anlage bei den Beratungsstellen erfolgen. Solarförderungen (Direktförderung) Für Solaranlagen zur Warmwasserbereitung und Raumheizung gibt es vom Land Steiermark für Ein- und Mehrfamilienhäuser einen nicht zurückzahlbaren Zuschuss pro Quadratmeter Kollektorfläche (Aperturfläche). Voraussetzung für diesen Zuschuss ist eine Förderung durch die jeweilige Gemeinde. Förderbeträge: Für Solaranlagen kann ein Zuschuss in Form eines Sockelbetrages von € 300,– und 50,–/ m2 Kollektorfläche (Aperturfläche) gewährt werden. Bei Einfamilienhäusern müssen mindestens 5 m2, bei Mehrfamilienhäusern (Geschossbau) mindestens 2 m2 Kollektorfläche (Aperturfläche) je Wohneinheit installiert werden. Im Falle einer Heizungseinbindung (Teilsolare Raumheizung) erhöht sich bei einer Anlage mit mindestens 15 m2 Kollektorfläche der Sockelbetrag auf € 500,–. Bei der Erweiterung einer bestehenden Solaranlage werden neue Kollektoren mit € 50,–/m2 gefördert, wobei sich die Kollektorfläche bei Einfamilienhäusern um 5 m2 und im Geschossbau um 2 m2/Wohneinheit erhöhen muss. Fotovoltaik: Bei Neuerrichtung einer Fotovoltaikanlage kann ein Direktzuschuss in Form eines Sockelbetrages von € 500,– und 50,–/m2 Kollektorfläche bei einer Mindestkollektorfläche von 2 m2 gewährt werden. Die Förderungsobergrenze beträgt für thermische und Fotovoltaik-Anlagen € 2.000,– und 650,–/Wohneinheit bei Mehrfamilienhäusern. Klima- und Energiefonds (KLI.EN-Fonds) Voraussetzungen: tHolzzentralheizungsanlagen (bis Nennleistung 50 kW), sofern für Beheizung privater Wohnflächen, tFörderung (Pauschale): € 800,– für Pelletskessel, € 400,– für Hackgut- und Stückholzkessel, tAntragstellung innerhalb von 3 Monaten ab Rechnungsdatum. Weitere Infos/Antragstellung bei Kommunalkredit Public Consulting GmbH, Türkenstraße 9, 1092 Wien; Telefon 01/31631 DW 264 bzw. 265, Fax: 01/31631-99264, [email protected] Internet: www.publicconsulting.at/holzheizungen Der Energieausweis Im Dezember 2002 hat die Europäische Union eine Richtlinie verabschiedet, mit der die Mitgliedsstaaten bis 2006 verpflichtet werden, einen Energieausweis einzuführen. Die Richtlinie legt fest, „dass beim Bau, beim Verkauf oder bei der Vermietung von Gebäuden den EigentümerInnen bzw. potenziellen KäuferInnen oder MieterInnen von den EigentümerInnen ein Ausweis über die Gesamtenergieeffizienz vorgelegt wird“. Der Ausweis muss „Vergleichskennwerte enthalten, um den VerbraucherInnen einen Vergleich und eine Beurteilung der Gesamtenergieeffizienz des Gebäudes zu ermöglichen“. Der Sinn des Energieausweises ist, Auskunft über den Energieverbrauch eines Hauses oder einer Wohnung zu geben. Ähnlich der Kennzeichnung von Elektrogeräten ist mit einem Ausweis der energietechnische Stand eines Gebäudes auf einen Blick erkennbar. Die Kategorisierung von „A“ bis „G“ erfolgt über eine Energiekennzahl. Damit verfügen Bauherren, Käufer oder Mieter von Objekten über eine objektive Kennzahl, die einen einfachen Vergleich der Energiestandards unterschiedlicher Gebäude ermöglicht. Energ iegea uswe is GEBÄ UDE für W ohng ebäu de Gebeu deart Gebäu dezo ne Straße PLZ/O rt Erbaut Eigent ümer eIn SPEZ IFISC HER HEIZ Katast ralgem einde KG-N umm er Einlag ezahl Grund stücks numm er WÄR M EBED ARF BEI 34 00 H EIZG RADTA GEN (REFER ENZK ERST LIMA ) ELLT Erstel lerIn Erstel lerIn-N GWR- r. Zahl Gesch äftsza hl Dies er Öster Energiea von Gereichische usweis entsp n bäud richt en un Instituts den fü d de s Energr Bautec Vorgab ieaus hnik in en der Ric Um weisVorla setzung htlinie 6 ge -G „E esetz der Richt nergiee ins lin es (EA VG). ie 20 02/91parung /EG üb und Wä er die rmesch ut Gesa mten z“ des ergiee ffizien Organ isatio n Ausst ellung sdatum Gültig keitsda tum Unter schrift z EA-01 -20 07 -SW-a EA 25.04 -WG .20 07 Zur Senkung des Energieverbrauchs und zur Begrenzung der Kohlendioxidemissionen ist auch die regelmäßige Inspektion von Heizkesseln und Klimaanlagen in der Richtlinie enthalten. 49 50 t'ÚSEFSVOHFO t8ÊSNFEÊNNVOH t'FOTUFSVOE5àSFO t4POOFOFOFSHJFOVU[VOH t)FJ[VOHTTZTUFNF t-àGUVOHTTZTUFNF tFOFSHJFTQBSFOEF7FSIBMUFOTXFJTFO Beratungsgespräche in den regionalen Beratungsstellen Schulberatungstage Bauherrenabende in den Gemeinden (kostenfrei) Direktberatungen vor Ort Wir informieren über: Unser Serviceangebot Zeltweg Energieagentur Obersteiermark Holzinnovationszentrum 1a 8740 Zeltweg Tel.: +43 (0)3577 26664 e-mail: [email protected] Energieberatung Beratungsstellen und Angebot Stainz Energieagentur Weststeiermark Technologiepark 2 8510 Stainz Tel.: +43 (0)3463 700 27 e-mail: [email protected] Magistrat Graz Umweltamt Energiereferat Kaiserfeldgasse 1/IV A-8010 Graz Tel.: +43 (0)316 872-4320 e-mail: [email protected] GEA-Grazer Energieagentur Steiermark GmbH. Kaiserfeldgasse 13/I 8010 Graz Tel.: +43 (0)316 81 18 48-0 e-mail: [email protected] Feldbach LEA-Lokale Energieagentur Oststeiermark Auersbach 130 8330 Feldbach Tel.: +43 (0)3152 8575 500 e-mail: [email protected] Gleisdorf AEE INTEC Feldgasse 19 8200 Gleisdorf Tel.: +43 (0)3112 58 86 e-mail: [email protected] Weiz Regionalenergie Steiermark Florianigasse 9 8160 Weiz Tel.: +43 (0)3172 30 321 e-mail: [email protected] Energieberatungsstelle des Landes Steiermark Burggasse 9/I 8010 Graz Tel.: +43 (0)316 877 2694 od. 3414 e-mail: [email protected] Graz LandesEnergieVerein Steiermark Burggasse 9/II 8010 Graz Tel.: +43 (0)316 877 3389 e-mail: [email protected] Notizen 51 Notizen 52 Literaturhinweise Die „umweltberatung“ Niederösterreich, ALTHAUS modernisierung, Tipps zur richtigen Althaussanierung, 2004. Energieinstitut Vorarlberg, Neue Energie für alte Häuser. Ein Leitfaden zur energieeffizienten und ökologischen Wohnbausanierung, 2003. Energieagentur NRW, Sanierung – Altes Haus wird wieder jung! Wuppertal 2003. Energieagentur NRW, Dachausbau. Gut gedämmt – schadensfrei gebaut! Wuppertal 2003. NÖ Landes-Landwirtschaftskammer, Energie aus Holz, 2001. LandesEnergieVerein Steiermark, Informieren spart Energie Quellenverzeichnis Fotos und Grafiken S. 5 S. 6 S. 7 S. 8 S. 9 S. 10 S. 11 S. 12 S. 13 S. 14 S. 15 S. 16 S. 18 S. 19 S. 20 S. 22 S. 23 S. 24 S. 25 – S. 28 S.29 S. 30 S. 31 S. 32 S. 34 S. 35 S. 36 S. 38 S. 39 S. 40 S. 41 S. 42 S. 43 S. 44 S. 45 S. 46 S. 47 S. 49 S. 50 Watzek Photografie, Hall in Tirol Abb. 1: DI Karl-Heinz Lesch; Abb. 2: Grazer Energie Agentur Abb. 3: Arch. DI Erwin Kaltenegger; Abb. 4: Arch. DI Reinhard Madritsch Arch. DI Reinhard Madritsch Abb. 5 – 8: Arch. DI Reinhard Madritsch Abb. 9 – 11: Arch. DI Erwin Kaltenegger; Abb.12: DI Andreas Greml/LEV Abb. 13: GIWOG Abb. 14 –15: GIWOG Abb. 16 – 19: DI Karl-Heinz Lesch Grazer Energie Agentur Abb. 20: Grazer Energie Agentur Abb. 21: Watzek Photografie, Hall in Tirol Abb. 22: Arch.-Büro Kaltenegger; Abb. 23: Energie Tirol Abb. 24: Arch.-Büro Kaltenegger LandesEnergieVerein/Grafik Krausz Abb. 25 – 26: Umweltberatung Niederösterreich, Althausmodernisierung; Abb. 27: AREHNA Abb. 28: Österreichisches Institut für Baubiologie und -ökologie Abb. 29: LandesEnergieVerein/Grafik Krausz; Abb. 30: Fa. Austrotherm Abb. 31 - 36: LandesEnergieVerein/Grafik Krausz Abb. 37: Fa. Austrotherm Abb. 38 – 39: Energie Tirol Abb. 40: LandesEnergieVerein; Abb. 41: Blower-Door GesmbH Abb. 42 – 43: Blower-Door GesmbH Abb. 44: LandesEnergieVerein/Grafik Srienc Abb. 45: Energie Tirol Abb. 46: Energie Tirol; Abb. 47: Firma Swisspacer Abb. 48: Firma Internorm; Abb. 49: Energie Tirol Abb. 50: Energie Tirol; Abb. 51: Energie aus Holz, NÖ Landes-Landwirtschaftskammer, Forstabteilung Abb. 52: DI Andreas Moser; Abb. 53: Firma Vaillant Abb. 54: Österreichischer Biomasseverband; Abb. 55: LandesEnergieVerein; Abb. 56: Firma Wodtke, D-Tübingen Abb. 57: LandesEnergieVerein; Abb. 58: Watzek Photografie, Hall in Tirol Abb. 59: Österreichischer Biomasseverband; Abb. 60: LandesEnergieVerein; Abb. 61: Nopro Wärmesysteme GesmbH Abb. 62 und 63: Firma Vaillant Abb. 64 – 65: Energie Tirol Abb. 66: Firma Vissmann; Abb. 67: DI Andreas Moser Abb. 68: Energie Tirol; Abb. 69: DI Andreas Greiml Gerhard Berger, Innsbruck LandesEnergieVerein LandesEnergieVerein Steiermark. Wir danken der Energieagentur NRW recht herzlich für die Erlaubnis zur Übernahme von Texten aus der Broschüre „Sanierung – Altes Haus wird wieder jung!“. Wir danken der FHS Kufstein/Facility Management für die wissenschaftliche Beratung. 53 Diese Broschüre basiert auf einer Idee von Energie Tirol. Als Vorlage diente die tiroler Broschüre „Vom Althaus zum Niedrigenergiehaus“, die auf steirische Gegebenheiten adaptiert wurde. Impressum Eigentümer, Herausgeber und Medieninhaber: Für den Inhalt verantwortlich: LandesEnergieVerein Steiermark Burggasse 9/II, A-8010 Graz Gerhard Ulz, LandesEnergieVerein Steiermark Konzept und Redaktion: DI Christina Krimbacher, Energie Tirol Mag. Gerhard Bittersmann, DI Alexander Ebner, Josef Srienc, LandesEnergieVerein Steiermark CONTEXT, Medien- und Öffentlichkeitsarbeit, Hall in Tirol Gestaltung: Peter Nefischer, Seitenstetten, Mag. Gerhard Bittersmann, DI Alexander Ebner, Josef Srienc, LandesEnergieVerein Steiermark Titelfoto: Druck: Arch. DI Reinhard Madritsch Universitätsdruckerei Klampfer, Weiz Oktober 2008 54 Qualitätssicherung am Bau Der LandesEnergieVerein Steiermark bietet BlowerDoor Tests (Luftdichtheitsmessungen) für Gewerbe und für Private an. Wie wird ein BlowerDoor Test durchgeführt? Mittels eines Gebläses, das in eine Textilplane eingehängt wird, erfolgt mit 50Pa Unterdruck die Ortung von Leckagen. Die Überprüfung der Luftwechselrate eines Gebäudes erfolgt mit vergleichender Überdruck- und Unterdruckmessung. Vorteile einer luftdichten Gebäudehülle: tErhöhter Komfort und Vermeidung von Zug, tEnergie- und Heizkostenersparnis durch geringere Wärmeverluste, Anfragen richten sie bitte an: Der Messablauf erfolgt nach EN 13829! Mit einem Nebelgenerator werden Leckagen geortet. Mit dem Luftströmungsgerät wird die Qualität der Leckage dokumentiert. In weiterer Folge wird jede Leckage bildlich festgehalten und im Protokoll beschrieben. (Lage, Luftgeschwindigkeit). LandesEnergieVerein Steiermark Burggasse 9/II A-8010 Graz fon: +43 (0)316 877 4797 fax: +43 (0)316 877 3391 email: [email protected] website: www.lev.at Für die Überprüfung der Gebäudehülle hat sich die BlowerDoor Messung bereits bei vielen Bauprojekten bewährt. Durch das Auffinden und Abdichten undichter Stellen (Leckagen) können massiv Heozkosten eingespart werden. tVerbesserter Schall- und Wärmeschutz, tSicherheit vor Bauschäden durch Kondensation in der Dämmung, tErhöhung des Wirkungsgrades von Lüftungsanlagen, tVermeidung von Überhitzung im Sommer. 55 130'&44*0/&--&'&/45&34"/*&36/( 'Ã3.&)380)/,0.'035 BOJFSFOMFJDIUHFNBDIUNJU½TUFSSFJDIT'FOTUFSNBSLF/VNNFS)ÚDITUF2VBMJUÊUSJFTJHF 4 1SPEVLUWJFMGBMUOBDIIBMUJHFVOE[VLVOGUTXFJTFOEF&OFSHJFTQBSMÚTVOHFOTPXJFEJF,PNQFUFO[ EFS*OUFSOPSN1BSUOFSEJFGàSQSPGFTTJPOFMMF#FSBUVOHFYBLUF.POUBHFVOEQFSGFLUFO4FSWJDF TPSHFO 4PMÊVGU*ISF4BOJFSVOHSBTDITBVCFSVOECFRVFNBCVOE4JFTQBSFO&OFSHJFVOETDIàU[FO EBT,MJNB XXXJOUFSOPSNDPN FIS*OGPSNBUJPOFOFSIBMUFO4JFCFJBMMFO*OUFSOPSN1BSUOFSOPEFSCFJN*OUFSOPSN'FOTUFS5FMFGPOVOUFS . NBMEJF [VN(SBUJT5BSJG