SANIERUNG Steiermark 101108.indd

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Zeitgemäß Sanieren
Vom Althaus
zum Niedrigenergiehaus
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Geldbörse
und Umwelt
schonen.
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oder unter der Finanzierungs-Hotline:
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Inhaltsverzeichnis
5
Zeitgemäß Sanieren
Mehr Wohnqualität und weniger Heizkosten
8
Vorbildliche Sanierungen
14
15
17
18
Sanierungskonzept
Planung
Berechnung der Energiekennzahl
Sanierung auf Passivhausstandard
20
21
29
30
32
35
Neue Bautechnik
Wärmedämmung
Ausführungsqualität
Blower-Door-Test – Qualitätssicherung am Bau
Vermeiden und Entfernen von Mauerschimmel
Fenster und Verglasungen
37
38
44
46
Neue Haustechnik
Heizungsanlagen
Warmwasserbereitung
Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung
47
48
49
50
Förderungen und Energieberatung
Förderungen – Wohnhaussanierung
Der Energieausweis
Energieberatungsstellen
Mit freundlicher Unterstützung des Bundesministeriums für
Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft.
3
„Österreich ist fertig gebaut“ kann man bei Diskussionen
um die Neubautätigkeit hören. Wenngleich das für den
Wohnbau noch nicht zutrifft ist doch allen bewusst, dass
der Sanierung in Zukunft eine besondere Bedeutung zukommen muss: Für energetisch besseres Bauen, für nachhaltiges, nicht Umwelt belastendes Bauen, als Arbeitgeber
und Hoffnung für die Bauwirtschaft.
„Sanieren ist teuer“ – wenn man nur Investitionen, nicht
aber Lebenskosten kalkuliert. Die Errichtung eines Gebäudes macht gerade einmal 15 Prozent seiner Gesamtkosten
aus. Ein bestehendes Gebäude (so ferne die Bausubstanz
an sich in Ordnung ist) sinnvoll – hinsichtlich seiner Funktionen, des Energieeinsatzes, seines langfristigen Bestandes - zu verbessern bedeutet auch, langfristige Werte
zu erhalten.
Sanieren ist ohne Zweifel technisch und logistisch anspruchsvoller als neu bauen. Mit der vorliegenden Broschüre zeigt der LandesEnergieVerein aber, dass und
wie es geht, insbesondere was den Einsatz von Energie
betrifft. Der praxisnahe Leitfaden für Bauherrn mit konkreten Beispielen aus der Steiermark soll vor allem in der
Planungsphase wertvolle Tipps und Hinweise liefern, die
letztlich langfristig nicht nur die Umwelt, sondern auch
die Brieftasche entlasten.
Landesrat Johann Seitinger
Zeitgemäß sanieren – vom Althaus zum Niedrigenergiehaus. Ein praxisnaher Leitfaden für Bauherren.
Seit Beginn der 90er Jahre hat sich in der Bau- und Haustechnik ein enormer Wandel vollzogen. Zeitgemäß saniert
heute nur, wer am neuesten Stand der Energietechnik ist.
Das gilt nicht nur im Hinblick auf die gestiegenen Energiepreise sondern auch um die wachsenden Ansprüche an
eine hohe Wohnqualität zu erfüllen.
Wir haben die Vorarbeiten unseres Partnerinstitutes Energie-Tirol gerne genutzt um ihnen diese Broschüre vorzulegen. Neben wichtigen Tipps und Hinweisen soll Sanierern
vor allem in der Planungsphase eine wichtige Hilfestellung geboten werden.
Die Präsentation vorbildlicher Sanierungsbeispiele zeigt
die Spannweite möglicher Niedrigenergiehaus-Sanierungen. Die Palette reicht vom Einfamilienhaus bis zum
städtischen Wohnbau.
Die möglichen Beratungsangebote sowie die Förderungsmöglichkeiten werden vorgestellt.
Wir hoffen dass diese Broschüre, für deren Förderung wir
den Inserenten danken, Ihnen die Entscheidungen im Sanierungsfall erleichtern wird und für den Fall, dass Sie noch
nicht darüber nachgedacht haben ihr Objekt zu sanieren,
sie ermuntern wird, das Werk in Angriff zu nehmen.
Gerhard Ulz, Geschäftsführer
LandesEnergieVerein Steiermark
4
Zeitgemäß Sanieren
Mehr Wohnqualität
und weniger Heizkosten
Die häufigsten Gründe ein Haus zu sanieren sind die Behebung von Bauschäden, gestiegene Ansprüche an den
Wohnkomfort und hohe Energiekosten. Wer energiesparend saniert, profitiert zweimal: Ein Niedrigenergiehaus
sichert hohe Wohnqualität und spart Heizkosten.
5
In alten Häusern lässt der Wohnkomfort oft zu
wünschen übrig. Die Heizung läuft auf Hochtouren
und Heizkosten belasten die Geldtasche. Undichte Fenster, kalte Wände und Böden verursachen im
Winter und in der Übergangszeit Kältegefühl und
Zugerscheinungen.
Mehr Wohnqualität: Warme Wände und
angenehme Raumtemperaturen
Trotz intensiven Heizens
ist es in alten Häusern
oft sehr unbehaglich. Die
Temperaturen von Boden-,
Wand- und Fensterflächen
haben wesentlichen Einfluss auf das Wohlbefinden.
Je kälter sie sich anfühlen,
umso unangenehmer
fühlen wir uns. Eine hohe
Raumlufttemperatur kann
dieses Defizit nur unzureichend ausgleichen.
Für neue energiesparende Bautechnologien spricht
die hohe Wohnqualität. Im Gegensatz zu herkömmlichen Sanierungen werden bei Sanierungen auf
Niedrigenergiehausqualität Außenwände, Decken
und Kellerwände stark gedämmt und hochqualitative Verglasungen eingesetzt. Dadurch steigen
die Temperaturen der Bauteile, und Temperaturunterschiede im Raum, die zentrale Ursache für
Unbehaglichkeit und Zuglufterscheinungen sind,
werden ausgeglichen. Im sehr gut gedämmten
Haus liegen die Temperaturen der umgebenden
Oberflächen nur ein bis zwei Grad Celsius unter der
Raumlufttemperatur.
Auch das Heizsystem hat großen Einfluss auf das
Wohlbefinden. Systeme mit hohem Strahlungsanteil wie Wand- oder Fußbodenheizungen werden
als sehr angenehm empfunden. Niedertemperatur-Verteilsysteme mit Vorlauftemperaturen unter
45 Grad Celsius sind für Häuser mit sehr geringem
Heizbedarf besonders geeignet. Im Gegensatz
dazu führen Systeme mit Hochtemperaturradiatoren (Temperatur bis zu 70°) zu Staubverschwelungen, die das Gefühl von zu trockener Luft hervorrufen. Heizsysteme wie die Wärmepumpe und
die teilsolare Raumheizung (Solaranlage) sind auch
nur mit einem Niedertemperatur-Verteilsystem effizient einzusetzen.
Weniger Heizkosten:
Geringer Energieverbrauch und hohe Rendite
Eine energietechnisch
hochwertige Sanierung
ist derzeit eine der besten
Geldanlagen.
6
Ein großes Plus der neuen Bau- und Haustechnik
ist der geringe Energieverbrauch. Bei Sanierungen
auf Niedrigenergiehausqualität können bis zu zwei
Drittel der Heizkosten eingespart werden. Bauliche
Voraussetzungen und vorgegebene Rahmenbedingungen können den Spielraum einengen.
Eine energietechnisch hochwertige Sanierung ist
derzeit eine der besten Geldanlagen. Es ist allerdings schwer einzuschätzen, wie sich die Energiekosten entwickeln werden. Durch geringen Energieverbrauch und die Nutzung von erneuerbaren
Energieträgern verringert der Bauherr seine Abhängigkeit von schwankenden Energiepreisen.
Maßnahmen, wie die Dämmung der obersten Geschoßdecke oder die Installation von Thermostatventilen bei Heizkörpern, lassen sich auch ganz
einfach und kostengünstig realisieren. Auch die Investitionskosten für höhere Dämmstärken rechnen
sich fast immer.
Herausforderung Sanierung:
Sofortmaßnahmen und gute Gesamtplanung
Die Sanierung eines Althauses stellt wegen der
unterschiedlichen Rahmenbedingungen meist höhere Anforderungen an Planer und Ausführende
als die Errichtung eines neuen Gebäudes.
Dabei hängt es wesentlich vom Bestand ab, welche Maßnahmen Sinn machen. Unvorhergesehene
Mängel und Bauschäden, auf die sofort reagiert
werden muss, können auftreten. Nicht alles ist im
Vorhinein absehbar, jedoch: Gute Planung ist eine
wesentliche Voraussetzung für gutes Gelingen.
Deswegen sollten, auch wenn vorerst nur minima-
le Maßnahmen geplant sind, die einzelnen Sanierungsschritte immer im Rahmen eines Gesamtkonzepts gesetzt werden.
Das gilt besonders für den Finanzplan des Bauherrn: Eine falsche Abfolge der Sanierungsschritte
kann nicht nur viel Ärger bedeuten, sondern auch
viel Geld kosten. Im Kapitel Sanierungskonzept
werden die wichtigsten Voraussetzungen, wie z. B.
die Bestandserhebung und die Festlegung der Sanierungsziele, angesprochen.
Falsche Abfolge der
Sanierungsschritte zieht
nicht nur viel Ärger nach
sich, sondern kostet auch
viel Geld. Gut geplant ist
halb gebaut!
Manchmal war es nicht ganz einfach, den Anspruch,
sowohl eine allgemeine Einführung als auch eine
Vielzahl brauchbarer Tipps für Sanierer zu geben,
zu erfüllen. Wir hoffen dennoch, dass die Broschüre für den interessierten Leser zumindest eine erste
Einführung ist und wichtige Hinweise gibt. Damit
wäre ein Etappenziel, das vom Althaus zum Traumhaus führt, schon erreicht.
Für die Zukunft saniert
nur, wer auf die neuesten
Bau- und Haustechniken
setzt.
Gute Information:
Neueste Technik und Kostenplanung
Seit Anfang der neunziger Jahre haben neue Energietechnologien das Baugeschehen radikal verändert. Für die Zukunft saniert heute nur, wer die
aktuellen Entwicklungen in der Bau- und Energietechnik berücksichtigt. Genaue Information im
Vorfeld zeigt nicht nur verschiedene Möglichkeiten
auf, sie schützt auch vor unangenehmen finanziellen Überraschungen.
Das Ziel der Broschüre ist, Einblick in die wichtigsten Punkte neuer Bau- und Haustechnik zu geben und möglichst viele praxisnahe Anleitungen
zu bieten. Die einzelnen Kapitel beschreiben dabei
im Wesentlichen die wichtigsten Komponenten
der Niedrigenergiebauweise.
Abb 1 – 4 | Vorbildlich sanierte
Wohngebäude
7
Vorbildliche
Sanierungen
Minimaler Energieverbrauch und hohe
Wohnqualität machen das
Niedrigenergiehaus zur
zeitgemäßen Bauform.
Die gängigsten Vorurteile gegenüber energiesparendem
Bauen sind: „zu teuer“ und „architektonisch zu aus gefallen“. Die folgenden Beispiele veranschaulichen die
viel fältigen Gestaltungs möglichkeiten. Sie zeigen aber
auch, dass mit nur geringen Mehr kosten ein hoher Wohnstandard erreichbar ist.
8
Abb 5 | Die Fassade wurde mit
einer geölten Lärchenholzschalung
neu gestaltet.
Abb 6 | Vom Wohn- und Aufenthaltsbereich führen großflächige
Schiebetüren in den Garten.
Haus Ladstätter:
Altes Blockhaus mit moderner Architektur
Dem auf Niedrigenergiehaus-Standard sanierten Gebäude sieht man das ursprüngliche Holzblockhaus aus den 30er Jahren
nicht mehr an. Der Bauherr konnte die
Wohnqualität mit geringem Kostenaufwand auf zeitgemäßen Standard heben.
Die Energiesparmaßnahmen beim Haus
Ladstätter konzentrieren sich vor allem auf
die Wärmedämmung. Die großen Fensterflächen beim neuen Zubau wurden mit besonders guter Glasqualität ausgestattet.
Vor der Sanierung lag der Energieverbrauch
bei ca. 2100 Liter Heizöl pro Jahr. Heute
liegt der Bedarf trotz Nutzflächenerweiterung um 23 m2 bei ca. 560 Liter Heizöl.
Energietechnisches Sanierungskonzept:
tsehr gute Wärmedämmung der Außenwände mit Mineralwolle, Verkleidung mit
Lärchenholzverschalung
thohe Fensterqualitäten
tkonsequente Vermeidung von Wärmebrücken (Entfernung des Südbalkons,
Überdämmung der Fenster)
tWarmwasserbereitung durch Solaranlage
(ausreichende Solarerträge trotz langer
Verschattung des Gebäudes in der kalten
Jahreszeit)
Abb 7 – 8 | Das Haus Ladstätter
vor und während der Sanierung.
Nutzfläche: 140 m2
Heizwärmebedarf:
vor Sanierung: 180 kWh/m2a
nach Sanierung: 40 kWh/m2a (78 % Reduktion)
Zubau in Fertigteilbauweise
Dämmung Altbau:
Außenwände: 11 cm Holzblockwand mit 20 cm
Mineralwolle, Lärchenholzschalung geölt (U = 0,14
W/m2K); Dach: Sparrendach mit 27 cm Mineralwolle
(U = 0,13 W/m2K); Fenster: Holzfenster in Lärche,
Rahmen überdämmt (UW = 1,20 W/m2K); Kellerdecke:
Holzbalkendecke mit 15 cm Mineralwolle und 10 cm
EPS-Platten (U = 0,13 W/m2K)
Dämmung Zubau:
Außenwände: Holzfertigteile mit 24 cm Mineralwolle
(U = 0,14 W/m2K); Flachdach: Holzfertigteil mit 24 cm
Mineralwolle (U = 0,14 W/m2K); Fenster: Holzfenster
in Lärche, Rahmen überdämmt (UW = 0,90 W/m2K);
Boden zum Erdreich: 20 cm extrudiertes Polystyrol
(U = 0,15 W/m2 K)
Heizung: derzeit noch die bestehende Ölheizung
Solaranlage: 6 m2 Kollektorfläche zur
Warmwasserbereitung
Sonstiges: Das Haus liegt südseitig an einer stark
befahrenen Straße. Um guten Lärmschutz zu erzielen,
wurde der Wohnbereich abgesenkt und die Belichtung über Oberlichten sichergestellt.
Auszeichnungen:
Anerkennung NEH-Preis 2001
Auszeichnung „Altbau der Zukunft“ bmvit 2001
9
Abb 11 | Anbringung des 25 cm starken
Vollwärmeschutzes an den Außenwänden
Abb 9 | Objekt nach der Sanierung
Abb 10 | Objekt vor der Sanierung
Haus Dr. Mayer :
Sanierung mit neuester Bau- und Haustechnik
Das Gebäude wurde in den 60er Jahren
errichtet. Die Außenwände bestanden aus
Mantelbetonstein. Alle weiteren Bauteile
waren schlecht oder gar nicht gedämmt. Der
Wohnkomfort war dementsprechend niedrig. Der alte Ölkessel hatte einen schlechten Wirkungsgrad. Daraus entstanden hohe
Heizkosten und hohe Umweltbelastung.
Energietechnisches Sanierungskonzept:
tsehr gute Dämmung der Außenwände
(28 cm EPS Wärmedämmverbundsystem),
talle erdanliegenden Böden wurden ausgehoben und mit 24 cm EPS (druckfest)
unter dem Estrich versehen,
tim Dachboden wurde mit 40 cm Zellulose
ausgeblasen,
tFenstertausch (Passivhausfenster)
tWintergartenzubau mit Passivhausfenstern,
tder Öltank wurde entfernt. Der Tankraum
und ein weiterer Kellerraum wurden
in den beheizten Gebäudebereich
integriert,
tAnschluss an das örtliche Biomassefernwärmenetz (Anschlusswert 6,7 kW bei
vergrößerter Nutzfläche),
10
tEinbau einer Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung zur Komfortsteigerung
und Reduzierung der Lüftungswärmeverluste,
tmassive Reduktion des Energievebrauchs
auf ca. 25 kWh/m2a.
Abb 12 | Schema einer kontrollierten Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung
Abb 13 | Sanierungsprojekt GIWOG
Graz-Dieselweg
Zukunftsweisendes
Sanierungsprojekt in Graz/Liebenau
Im Grazer Stadtteil Liebenau befindet sich
eine Siedlung, die für die Wohnversorgung
von MitarbeiterInnen der Steyr Daimler
Puch AG in 3 Bauabschnitten von 1950 bis
1968 errichtet wurde. Sie besteht aus 203
Wohneinheiten und einem Lokal mit einer
Gesamtwohnnutzfläche von 10.114,86 m2.
In den letzten Jahren haben sich mehrfach
die Verwaltung und auch die Eigentümerstruktur geändert. Seit 01.01.2007 steht
die Wohnanlage im Eigentum der GIWOG
(Gemeinnützige Industrie Wohnungsaktiengesellschaft) mit Sitz in Leonding und einer Zweitniederlassung im obersteirischen
Trofaiach.
Dem Alter der Wohngebäude entsprechend
befinden sich Außenmauerwerk, Kellerdecke, Dachgeschoßdecke, Fenster, Türen
etc. in einem Zustand, der weder dem heutigen Stand der Technik, noch einem zukunftsfähigen Standard entspricht. Zudem
fehlt der gesamten Wohnanlage eine Zentralheizung – die Wohnungen werden mit
Einzelöfen (Kohle, Holz, Öl, Elektro) beheizt
– und die Warmwasseraufbereitung erfolgt
dezentral mittels Elektroboiler. Kein Gebäude verfügt über einen Lift. Die GIWOG hat
innerhalb eines Jahres ein umfassendes Sanierungskonzept erstellt und bei Landesrat
Seitinger die Unterstützung aus Mitteln der
Wohnbauförderung, bei Landesrat Wegscheider eine Unterstützung aus Mitteln
des Umweltschutzes sowie beim Bundesministerium für Verkehr, Infrastruktur und
Technologie (BMVIT) eine Förderung aus
dem Projekt ,,Haus der Zukunft“ sichergestellt, damit die Finanzierung der Investitionen auch für die Mieterinnen und Mieter
Ieistbar bleibt.
Das Hauptziel der GIWOG ist eine ökologische und energieeffiziente Sanierung der
bestehenden Bausubstanz, welche nach
Fertigstellung Passivhausstandard aufweisen und durch nachträglichen Lifteinbau
einen erheblichen Komfortgewinn mit
mehr Behaglichkeit im mehrgeschoßigen
Altbau bringen wird.
tVergrößerung und Verglasung der Balkone,
tLiftzubau mit Windfang,
tDacherneuerung.
Durch die zentrale Warmwasseraufbereitung mit Solaranlage, eine zentrale Ergänzungsheizungsversorgung sowie eine
kontrollierte Wohnraumlüftung wird die
Wohnqualität zusätzlich aufgewertet.
Die schonende Sanierung wird durch das
Umbauen der vorhandenen Gebäudehüllen mit vorgefertigten Wandelementen
inkl. Fenster erreicht. Die dezentrale Wohnraumlüftung wird von außen vorbereitet
und es werden lediglich die Geräte vom
Innenraum her installiert. Die bestehenden, vorwiegend Holzfenster werden nach
Fertigstellung der neuen Gebäudehülle demontiert.
Die geplanten Sanierungsmaßnahmen
beinhalten unter anderem:
tdie passivhaustaugliche Sanierung der
Fassade,
tAustausch der vorhandenen Fenster
durch Passivhausfenster mit Sonnenschutz,
11
Konkret liegt das Projektziel dieser umfassenden Modernisierung bei einer Senkung des Heizenergiebedarfs um 91%, der
Warmwasserkosten von ca. € 0,40 auf ca.
€ 0,10/ m2, einer Reduktion des CO2 -Ausstoßes um 89% sowie einer erheblichen
Verbesserung der Wohnqualität.
Die GIWOG hat bereits eine ähnliche Sanierung eines Einzelobjektes vom Altbau zum
Passivhaus erfolgreich durchgeführt und
wurde dafür mit zahlreichen nationalen
Preisen, wie z. B. dem Staatspreis für Architektur und Nachhaltigkeit ausgezeichnet.
Die angestrebte Einsparung von rund 90 %
des Energieverbrauches konnte bei diesem Projekt tatsächlich erzielt werden, so
dass jetzt der Versuch gewagt wird, diese
Erfahrungen für eine gesamte Siedlung zu
nutzen.
Abb 14 | Objekte vor der Sanierung
Abb 15 | Objekte nach der Sanierung
12
Nach Umsetzung des Sanierungskonzeptes
wird diese Siedlung ein für die Steiermark
und Österreich einzigartiges Demonstrationsprojekt mit hoher Vorbildwirkung
darstellen, welches als Beispiel für eine
zukunftsweisende Verbesserung der zahlreichen thermisch kritischen Nachkriegsbauten dienen kann.
Generell ist jedoch festzustellen, dass mit
dieser Sanierung zwar die technischen
Möglichkeiten für eine außerordentlich
hohe Energieeinsparung geboten werden,
ausschlaggebend für den tatsächlichen
Nutzen ist jedoch das Verhalten der BewohnerInnen. Eine von der GIWOG durchgeführte Evaluierung einer Siedlungsanlage mit 2 mehrgeschoßigen Passivhäusern,
2 mehrgeschoßigen Holzwohnbauten
und 2 mit herkömmlicher Technologie ge-
dämmten Niedrigstenergiehäusern hat
teilweise höchst unterschiedliche Ergebnisse beim individuellen Energieverbrauch
pro Wohnung ergeben. Hier ist noch sehr
viel Informations- und Überzeugungsarbeit
zu leisten, damit die angestrebten Ziele in
vollem Umfang erreicht werden können.
Abb 16 | Errichtung der südseitigen
Verglasung für passiven Solargewinn
(Ausreichende Beschattung im Sommer
durch vorgezogenes Dach)
Haus Lesch –
Föhrenhof
SmartHOUSING®
Das ca. 100 Jahre alte Bauernhaus mit
Stallungen in Nestelbach bei Graz war nur
teilweise unterkellert. Die Außenwände bestanden aus 25 cm Vollziegelmauerwerk,
innen und außen verputzt. Der Spitzboden
war mit Lösch beschüttet. Wohnkomfort
war nicht vorhanden. Die Betriebskosten
waren entsprechend hoch.
Das Gebäude wurde innen „entkernt“, nur
die alten Deckenbalken wurden bewusst
erhalten.
Durch die umfassende Sanierung des Gebäudes wurde der Wohnkomfort massiv
gesteigert und die Heiz- und Betriebskosten gesenkt.
SmartHOUSING® ist ein Contractingmodell, bei dem folgende Schwerpunkte gesetzt werden:
Angenehmes Raumklima,
Nachwachsende Rohstoffe,
Nutzung erneuerbarer Energieträger,
PVC- und FCKW-frei,
Baubiologisch unbedenkliche Materialien.
Bei Contracting werden die Sanierungsmaßnahmen über die Kosteneinsparungen
nach der Sanierung finanziert.
Planung/Contracting: CONNESS Energieberatungs-, Planungs- und Betriebs-GmbH.
Auszeichnung: Energieprofi 2004, Hauptpreis in der Kategorie Innovationen.
Abb 17a | Objekt vor der Sanierung
Abb 18 – 19 | Verglaste Südfassade mit
Auszeichnung zum Energieprofi 2004.
Innen: Innenansicht mit individueller
Farbgestaltung auf Lehmputz.
Abb 17b | Objekt nach der Sanierung
Sanierungsmaßnahmen:
t8PIOSBVNFSXFJUFSVOHBVGNħ
t)FJ[VOHTTBOJFSVOH
t&SOFVFSVOHEFS4BOJUÊSJOTUBMMBUJPOFO
t-àGUVOHTBOMBHFNJU8ÊSNFSàDLHFXJOnung und Erdkollektoren,
t4PNNFSCZQBTT[VS6NHFIVOHEFS
Warmwasserbereitung für die sommerliche Kühlung,
t5FJMTPMBSF3BVNIFJ[VOHVOE8BSNXBTserbereitung über thermische Sonnenkollektoren (30 m2) und Pufferspeicher,
t;VTÊU[MJDIFS4DIXFEFOPGFOJN8PIO[JNmer für die Behaglichkeit,
t8ÊSNFWFSUFJMVOHàCFS3BEJBUPSFOJN"MUbau und über Fußboden/Wandheizung
in den Sanitärräumen und den übrigen
Räumen,
t'FOTUFSUBVTDI
t,PNQBLUHFQSFTTUF4USPICBMMFONJUFJOFS
Stärke von 35 cm als Dämmung der Außenwände (U-Wert 0,1 W/m2K) sowie der
Dachschrägen (Aufsparrendämmung),
t'BTTBEFOHFTUBMUVOHNJUFJOFS4UVMQTDIBlung aus sägerauhen Lärchenbrettern,
t4àETFJUFHSP•UFJMTNJU(MBTWFSTFIFOVN
passiven Solargewinn zu erzielen,
t;FOUSBMTUBVCTBVHFSBOMBHF
t'FVDIUJHLFJUTSFHVMJFSFOEFS8BOEBVGCBV
t1øBO[FOLMÊSBOMBHFTPXJFFJOF;JTUFSOF
mit 39 m3 großem Regenwassertank.
13
Sanierungskonzept
Auch wenn anfangs nur geringfügige Maßnahmen beabsichtigt sind – der kluge Bauherr plant die einzelnen
Sanierungs schritte auf Grundlage eines umfassenden
Sanierungs konzeptes. Detaillierte Information und Planung im Vorfeld sind der beste Schutz vor Bau schäden
und un an genehmen finanziellen Überraschungen.
14
Planung
Realistische Angebote
und detaillierte Kosteneinschätzungen können nur
auf Basis einer genauen
Planung erfolgen.
Bauprofis wissen aus Erfahrung: Die Sanierung eines Altbaus ist meist
anspruchsvoller als die Errichtung eines Neubaus. Eine gute und kostengünstige Gesamtplanung setzt eine gewissenhafte Bestandsaufnahme,
eine sorgfältige Festlegung der Sanierungsziele sowie einen verbindlichen Ablaufplan für die einzelnen Sanierungsschritte voraus.
Bestandsaufnahme
Am besten erfolgt eine Begehung des Hauses oder
der zu sanierenden Wohnung in Begleitung eines
Experten. Der Zustand des Objekts sollte dabei exakt erhoben werden. Wichtig ist auch, vorhandene
Pläne, sowie Verbrauchsdaten für Heizung und
Strom bereit zu halten. Mit den Verbrauchsdaten
kann die Energiekennzahl des Gebäudes berechnet werden (siehe Seite 17f ). Sie gibt gerade bei
Althaussanierungen wesentlichen Aufschluss über
den Zustand des Gebäudes und des Heizsystems.
Auch den Ursachen von baulichen Mängeln, wie
beispielsweise Schimmelbildung, sollte auf den
Grund gegangen werden. Erst durch Ursachenabklärung können die richtigen Maßnahmen gesetzt
werden.
Festlegung der Sanierungsziele
Die Voraussetzungen
für den Bezug von Energiesparförderungen sollten
im Planungsprozess bereits
berücksichtigt werden.
Nach der Bestandsaufnahme kann mit der Planung
begonnen werden.
Der Bauherr sollte am Beginn die Sanierungsziele
klar festlegen. Dazu müssen die eigenen Wünsche
und Vorstellungen genau überlegt werden. Die
wichtigsten Bereiche, die festzulegen sind, betreffen:
tdie Wohnqualität,
tden Platzbedarf und die funktionalen Anforderungen,
tden Energieverbrauch,
tdie optische Gestaltung und
tden Kostenrahmen.
Voraussetzung dafür ist, über gute Informationen
zur neuesten Bau- und Haustechnik zu verfügen. Denn gleich wie im Neubau hat sich im vergangenen Jahrzehnt auch bei der Sanierung vieles
verändert.
Abb 20 | Mit Thermografieaufnahmen
werden Schwachstellen sichtbar gemacht.
Wichtige Fragen zu den Sanierungszielen
t*TU eine umgehende Behebung von Bauschäden
notwendig?
t3FJDIFO die Informationen über alle Angebote
neuester Bau- und Haustechnik aus?
t.JU welchen Maßnahmen kann man einen zeitgemäßen Wohnstandard erreichen?
t*O welcher Reihenfolge werden die geplanten
Sanierungsschritte am besten umgesetzt?
t8JF sieht der Sanierungszeitplan aufgrund
finanzieller Vorgaben aus?
t8FMDIF Dämmstärken sind für ein angenehmes
und ausgeglichenes Raumklima Voraussetzung?
t8JF hoch muss der Dämmstandard sein und
welche Fensterqualitäten benötigt man, um
die angestrebten Heizkosteneinsparungen zu
erreichen?
t8FMDIF Kriterien muss man beachten, um hochqualitative Fenster zu bekommen?
t8FMDIF Erwartungen stellt man an das Heizsystem hinsichtlich Bedienungskomfort, Versorgungssicherheit, Brennstoffkosten, Investitionskosten und Umweltfreundlichkeit?
t4PMM die zukünftige Warmwasserbereitung über
Solaranlage, Wärmepumpe, Heizanlage oder
über Strom erfolgen?
15
Richtige Abfolge der Sanierungsschritte
Nach Festlegung der Sanierungsziele geht es an
die Planung der einzelnen Sanierungsschritte. Dabei ist besonders auf die Abfolge der Maßnahmen
zu achten. Mängel oder Bauschäden müssen sofort
behoben werden. Wichtig dabei ist, das Gesamtkonzept immer im Auge zu behalten. Eine Problematik bei Sanierungen ist der „Zugzwang“, der beim
Beheben bestimmter Mängel auftreten kann.
Beispiel 1: Aufgrund eines Defekts der Heizanlage
steht ein Kesseltausch an. Um die Heizkosten in den
Griff zu bekommen, denkt der Bauherr schon länger
daran, Dämmmaßnahmen zu setzen. Wegen der
Aktualität zieht er aber die Erneuerung der Heizanlage vor, ohne die Dämmmaßnahmen einzuplanen.
Werden später Dämmmaßnahmen gesetzt, ist die
Anlage überdimensioniert und arbeitet durch häufiges Ein- und Ausschalten der Anlage mit geringem
Wirkungsgrad. Das schlägt sich nicht nur finanziell
zu Buche, sondern auch der Schadstoffausstoß ist
höher. Grundsätzlich sollte deswegen zuerst immer
die Gebäudehülle saniert werden.
Voraussetzung für eine
kostengünstige Sanierung
ist eine durchdachte Abfolge
der einzelnen Sanierungsmaßnahmen. Keinesfalls
sollte nach dem Prinzip
„Löcher stopfen“ vorgegangen werden. Denn das kann
ins Geld gehen. Dieser Rat
gilt auch, wenn vom Bauherrn vorläufig nur geringfügige Maßnahmen beabsichtigt sind.
Beispiel 2: Werden Fenstertausch und Außenwanddämmung gleichzeitig durchgeführt, kann viel Geld
gespart werden: So muss das Baugerüst nur einmal
errichtet werden. Aber auch beim Einbau der Fenster ergeben sich Vorteile: Um den Anschluss des
neuen Fensterstocks an den Bestand fachgerecht
auszuführen, muss der Stock überdämmt und dicht
angeschlossen werden. Das schließt Schimmelgefahr aus. Werden beide Maßnahmen gleichzeitig
durchgeführt, ist dies auf einfache Weise möglich.
Abb 21
16
Berechnung der Energiekennzahl
Die Energiekennzahl
wird in Kilowattstunden
pro Quadratmeter und Jahr
angegeben. Die Einheit
ist kWh/m2a.
Überschlägige Berechnung des Heizenergieverbrauches aus der tatsächlichen Nutzung:
Brennstoffverbrauch in Liter/m3/kg/rm/Srm etc. x Heizwert (z.B. Pellets 4,9 kWh/kg) ergibt den Heizenergieverbrauch in kWh.
Beispiel:
Pelletsverbrauch 5 t/Jahr, Heizwert Pellets: 4,9 kWh/kg
4,9 kWh/kg x 5.000 kg
= 24.500 kWh/a
– 5.000 kWh/a (Wirkungsgrad und Warmwasser-Verbrauch)
= 19.500 kWh/a
19.500 kWh/a
Heizwärmebedarf =
= 97,5 kWh/m2 a (Energiekennzahl)
200 m2
Energieausweis Neu - Der Typenschein für Gebäude.
Ähnlich dem Typenschein für ein Auto, bei dem
der Verbrauch bei einer normierten Geschwindigkeit angegeben wird, ist auch im Energieausweis
der Verbrauch unter vorgegebenen Normbedingungen (z. B. Annahme einer konstanten Innenraumtemperatur) dargestellt. Der tatsächliche
Energieverbrauch kann natürlich in Abhängigkeit
der GebäudenutzerInnen und ihres Verhaltens von
diesem errechneten Energiebedarf abweichen.
Mit dem Energieausweis kann die Gesamtenergieeffizienz eines Gebäudes transparent gemacht
werden. Mit diesem Gütesiegel für Gebäude kann
auch der Laie auf einen Blick erkennen, ob es sich
um eine sparsame Immobilie oder einen Energieverschwender handelt.
Der Heizwärmebedarf bezogen auf das Referenzklima (HWBref,3400HGT) muss für einen Neubau
oder ein umfassend saniertes Gebäude unter dem
vom jeweiligen Landesgesetz vorgeschriebenen
Grenzwert liegen.
Dieser HWB - Grenzwert wird für jedes Gebäude in
Abhängigkeit von seiner Kompaktheit, dem lc Verhältnis ermittelt.
Auf der ersten Seite des Energieausweises wird
der Kennwert für den Heizwärmebedarf in der
jeweiligen Energieklasse ausgewiesen. Dieser
Wert wird mit den Klimadaten eines mittleren
Klimastandortes von ganz Österreich ermittelt.
(Siehe Energieausweis Seite 49).
Berechnungsmethode
Die Bilanzierung
umfasst Energieaufwendungen für die:
t)FJ[VOH
t Raumlufttechnik,
t Klimatisierung (inkl.
Kühlung, Be- und Entfeuchtung),
t Warmwasserversorgung,
t Beleuchtung.
Für die Berechnungsmethode sind folgende ÖNORMen heranzuziehen:
Nutzenergiebedarf
Endenergiebedarf
Heizwärme- und Kühlbedarf (HWB, KB)
Raumlufttechnik-Energiebdarf (RLTEB)
Heiztechnik-Energiebedarf (HTEB)
Kühl-Energiebedarf (KEB)
Beleuchtungs-Energiebedarf (BelEB)
ÖNORM B 8110-6
ÖNORM H 5057
ÖNORM H 5056
ÖNORM H 5058
ÖNORM H 5059
Der jährliche Endenergiebedarf QEEB wird wie folgt ermittelt:
QEE = QHEB + QKEB + QBFEB + QLFEB + QLENI in kWh/a
QHEB Jährlicher Heizenergiebedarf gemäß ÖNORM H 5056, in kWh/a,
QKEB Jährlicher Kühlenergiebedarf gemäß ÖNORM H 5058 (nur bei Nicht-Wohngebäude), in
kWh/a
Jährlicher Energiebedarf für die Befeuchtung gemäß ÖNORM H 5058 (nur bei Nicht-Wohngebäude), in kWh/a
QLFEB Jährlicher Energiebedarf für mechanische Luftförderung gemäß ÖNORM H 5058 (nur bei
Nicht-Wohngebäude), in kWh/a
QLENI Jährlicher Energiebedarf für Beleuchtung gemäß ÖNORM H 5059 (nur bei Nicht-Wohngebäude), in kWh/a
Der spezifische Endenergiebedarf EEBBGF bezogen auf die konditionierte Brutto-Grundfläche wird wie
folgt ermittelt:
QBFEB
EEBBGF =
BGF
QEEB
QEEB
BGF
in kWh/(m2a)
Konditionierte Bruttogrundfläche, in m2
Jährlicher Endenergiebedarf in kWh/a
17
Abb 22 |
BezirkspensionistInnenheim Weiz,
vor der Sanierung
Sanierung auf Passivhausstandard
Ein neu errichtetes Gebäude bedeutet immer eine hohe energetische Belastung für
die Umwelt. Die Sanierung eines Gebäudes
ist das geringere Übel.
Bei vielen Altbausanierungen wird oft nur
ein Mindeststandard realisiert. Neue Fenster (nur eingeschäumt), neue Heizungsanlage, geringfügige Wärmedämmung oder
nur neuer Anstrich und Innendämmung.
Schimmel und Bauschäden sind bei diesen
Sanierungen oft vorprogrammiert.
Gerade im Altbestand macht die Sanierung
auf Passivhausstandard Sinn, da nirgendwo
sonst so hohe Einsparpotentiale bestehen
und CO2-Emissionsminderungen möglich
sind. Der Energieeinsatz, der in der bestehenden Bausubstanz steckt, kann zu einem
großen Teil weitergenutzt werden. Durch
diese Tatsache verbessert sich die Energiebilanz eines sanierten Gebäudes im Vergleich zu einem neu errichteten Gebäude
wesentlich. Bis zu 90% Energieeinsparung
sind durch konsequente Umsetzung eines
umfassenden Sanierungskonzeptes möglich.
Die Anforderungen an das Raumklima sind
höher geworden. Das BenutzerInnenverhalten hat sich über die Jahre verändert.
Viele bestehende Gebäude sind diesen
stärkeren bauphysikalischen Belastungen
nicht gewachsen. Gebäude aus der Nachkriegszeit bis zu den späten 70iger Jahren
befinden sich thermisch und bauökologisch
meist in schlechtem Zustand. Die Energieversorgung ist oft veraltet und ineffizient.
Die überwiegend kompakten Baukörper
bieten sehr günstige Voraussetzungen für
18
energetische Sanierungen. Die Sanierung
von schlecht gedämmten Gebäuden und
der Austausch veralteter Heizsysteme bedeuten kurze Amortisationszeiten der investierten Mittel.
Im Rahmen eines Sanierungskonzeptes ist
es erforderlich die Bausubstanz und die
verwendeten Baustoffe zu analysieren, um
eine maßgeschneiderte Lösung zu finden.
Unsachgemäße Sanierung kann Gebäude
Abb 23 | Schematische
Darstellung von Passivhauskomponenten
zerstören, das Raumklima schwer erträglich machen, sowie zu Gesundheitsgefährdung (Schimmel) führen.
Durch den Einsatz einer Lüftungsanlage
mit Wärmerückgewinnung werden die
Lüftungswärmeverluste massiv verringert,
der Wohnkomfort wesentlich erhöht und
Schimmelprobleme verringert bzw. verhindert.
Abb 24 | BezirkspensionistInnenheim
Weiz – nach der Sanierung auf Passivhausstandard
Wichtige Komponenten und Maßnahmen, um Passivhausstandard zu
erreichen
tMinimierung der Wärmeverluste durch
hochdämmende Außenbauteile,
tMinimierte Wärmebrücken,
tKompakte Gebäudehülle, einfache
Dachform ohne Vorsprünge, Erker und
Gaupen,
tThermische Trennung der unbeheizten
Räume (Keller, Garderobenvorbau, Garage, Wintergarten),
tPassiver Solargewinn (Südverglasung,
geringe Fensterfläche gegen Norden),
tAusreichende Speichermassen bei großflächiger Südverglasung,
tMinimierung der Lüftungswärmeverluste
(bis zu 40 %) durch Einsatz einer Lüf-
Es macht Sinn, ein gesamtheitliches Sanierungskonzept zu erstellen. Folgende Reihung ist sinnvoll:
1. Analyse der Substanz
a. Bauaufnahme
b. Historie der Baustoffe und Konstruktionen
c. Schadensanalyse (Checkliste) – Feuchtigkeit, Schimmel, problematische Baustoffe (Asbest etc.)
d. Luftdichtheitsmessung und Thermografieaufnahme
e. Heizkostenabrechnung.
2. Erstellen eines Sanierungskonzeptes
a. Thermische Sanierung der Bauteile und Optimierung
der Fensterflächen (passiver Solargewinn)
b. Fenstereinbau (hochwertige Dreischeibenverglasung) in der Dämmebene
c. Verminderung von Wärmebrücken durch Entfernen
von Bauteilen (z. B. Balkonplatte) oder Überdämmung
d. Haustechnikkonzept
i. Aktiver Solargewinn durch thermische Solarkollektoren (Warmwasser und Raumheizung mit
entsprechendem Pufferspeicher) und Photovoltaik
ii. Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung dezentral, zentral oder als Einzelraumgerät (abhängig
von Raumhöhen und vorhandenen Schächten).
Lüftungsschächte in die vorgefertigte Außendämmung integrieren
tungsanlage mit Wärmerückgewinnung,
tLuftdichte Gebäudehülle (Überprüfung
mit Blower-Door-Test,
taktiver Solargewinn durch Einsatz von
thermischen Solarkollektoren (Warmwasser und Restwärmeabdeckung) und
Photovoltaik.
iii. Restwärmebedarfabdeckung durch z. B. Pelletskaminofen mit Wärmetauscher (Achtung: externe
Zuluftversorgung erforderlich!)
iv. Kombinierte Lüftungsanlage mit Kleinstwärmepumpe
e. Dichte Gebäudehülle
i. Dichter Fenstereinbau
ii. Installationen, wenn möglich nicht an Außenwänden führen
iii. Verwendung dichter Elektro-Unterputzdosen oder
eigene Installationsebene planen
iv. Verwendung dichter Wanddurchführungen bei
Strom,- Wasser,- Lüftungsinstallationen
v. Innenputz bis zur Geschoßdecke herunterziehen
vi. Dampfbremsen ordnungsgemäß verkleben und
Anschlüsse anbinden (speziell bei Innendämmung
auf die Dampfbremsenanschlüsse achten).
3. Qualitätskontrolle in der Ausführung
a. Begleitende Thermografiemessung (nicht zu
verwechseln mit der Thermografiemessung für die
Gebäudeanalyse) zur Sicherung der ausgeführten
Dämmmaßnahmen
b. Luftdichtheitsmessung (Blower-Door-Test) während
der Bauphase und im Nutzungszustand – dient auch
zur Sicherung der Funktion der Lüftungsanlage.
Definition eines Passivhauses in Zahlen:
Maximaler Heizenergieverbrauch:
Maximaler Primärenergiekennwert:
Maximale Heizlast:
Maximale Undichtigkeit:
15 kWh/m2a
120 kWh/m2a
10 W/m2
0,6 h-1 (n50)
19
Neue Bautechnik
Ein Bündel von aufeinander abgestimmten
Maßnahmen entscheidet
über die bautechnische
Ausführungsqualität des
Gebäudes.
Sanierungen stellen hohe Ansprüche an Bauherren und
ausführende Unternehmen. Das gilt speziell für die neuen
Bautechniken. Entscheidend bei der energiesparenden Bauweise sind: gute Wärmedämmung, hohe Fensterqualität, Reduktion von Wärmebrücken, Luft- und Winddichte.
20
Wärmedämmung
Voraussetzung für die effiziente Wärmedämmung eines Gebäudes sind
große Dämmstärken, angepasste Materialien und Dämmsysteme. Ein
wesentlicher Punkt ist auch die Qualität der Ausführung. Nur durch sie
kann eine entsprechende Dämmwirkung erzielt werden.
Dämmstärken
Mit der Dämmung der Gebäudehülle wird der Energieverbrauch für die
nächsten 30 bis 40 Jahre festgelegt. Die Stärken der Wärmedämmung
der Außenwände, des Dachs und der Kellerdecke sind dabei von zentraler Bedeutung für die Energieverluste des Gebäudes.
Mindestdämmstärken
Erfahrungen zeigen, dass die bisher üblichen
Dämmstärken sowohl energietechnisch als auch
ökonomisch betrachtet zu gering sind. In der folgenden Tabelle werden die Mindestdämmstärken, die keinesfalls unterschritten werden sollten,
aufgelistet. Die Werte beziehen sich auf übliche
Dämmmaterialien für die entsprechende Anwendung.
Der U-Wert
Der U-Wert (früher k-Wert) ist eine Kennzahl, die
Auskunft über den Wärmeschutz eines Bauteils
gibt. Er beschreibt, wieviel Wärme durch einen Bauteil verloren geht. Ein hoher U-Wert bedeutet hohe
Wärmeverluste. Umgekehrt bedeutet ein niedriger U-Wert geringe Wärmeverluste. Das heißt,
je niedriger der U-Wert, desto besser die Wärmedämmung. Die Kennzahl ermöglicht damit einen
Vergleich des Dämmstandards einzelner Bauteile.
Die Einheit des U-Wertes ist W/m2K.
Dämmstärken einzelner Bauteile
Mindestdämmstärken
*
Niedrigenergiehaus
Außenwand
16 cm
20 cm
Oberste Geschoßdecke
25 cm
30 cm
Zwischensparrendämmung
25 cm
30 cm
Aufsparrendämmung *
15 cm
20 cm
Dämmung der Kellerdecke
10 cm
16 cm
Wärmeleitwert (L-Wert) = 0,03; alle anderen Dämmmaterialien = 0,04
Vergleich U-Werte (W/m2K) von Altbauten und thermisch sanierten Gebäuden
Gebäudeteile
Altbau
ungedämmt
Niedrigenergiehaus
Passivhaus
Außenwand
0,60 – 2,40
0,20
Fenster und Türen (inkl. Rahmen)
2,50* – 4,60
1,20
0,10
0,80
Decke gegen Außenluft
(Dach, Durchfahrten, …)
0,70 – 1,80
0,15
0,10
Decke zu unbeheizten Räumen (Kellerdecke)
0,50 – 1,70
0,20
0,10
Erdberührte Wände
1,10 – 4,00
0,20
0,10
Erdberührte Fußböden
1,50 – 2,60
0,20
0,10
* Kastenfenster
Dämmstärken bei Außenwänden
Dämmstärken bei Dächern
Große Dämmstärken sind im Außenwandbereich
aufgrund des hohen Flächeanteils besonders wichtig. Um U-Werte im Niedrigenergiehaus-Standard
(U-Wert = 0,20 W/m2K) zu erreichen, sind je nach
Dämmsystem (siehe Seite 24) verschieden große
Dämmstärken zu empfehlen. Das Wärmedämmverbundsystem erfordert Stärken von etwa 16 cm.
Konstruktionen mit Holzlatten wie bei Vorhangfassaden benötigen ca. 15% höhere Dämmstärken.
Neben finanziellen Überlegungen spielen bei der
Entscheidung über die Höhe der Dämmstärke bauliche Gegebenheiten eine Rolle (Grenz- und Gebäudeabstände, Laibungstiefen, etc.).
Die Außenwände sollten auf der Nord-, Ost-, Südund Westseite mit der gleichen Dämmstärke versehen werden: Eine schlecht gedämmte Südwand
verursacht nicht nur jede Nacht, sondern auch an
allen sonnenarmen Tagen hohe Energieverluste.
Wärme steigt bekanntlich auf, deswegen sollte auf
die Dämmung des Daches besondere Aufmerksamkeit gerichtet werden. Hinzu kommt, dass die
Dachdämmung auch kostenmäßig günstig ist. Bei
der thermischen Sanierung sollte zumindest ein
U-Wert von 0,18 W/m2K angestrebt werden. Bei
der Zwischensparrendämmung entspricht das mit
herkömmlichen Dämmstoffen einer Dämmstärke
von ca. 26 cm, für die oberste Geschoßdecke etwa
22 cm. Der Unterschied ergibt sich aus der schlechteren Dämmwirkung durch die Holzkonstruktion
bei der Zwischensparrendämmung. Für den Niedrigenergiehaus-Standard (0,15 W/m2K) sind Dämmstärken von 30 bis zu 40 cm erforderlich.
Die Abstimmung der
U-Werte der einzelnen Bauteile ist empfehlenswert.
Das Ziel sollten ausgeglichene Dämmstärken um
die gesamte Gebäudehülle
sein.
Dämmstärken bei Kellerdecken
Die Dämmstoffdicke auf bzw. unter der Kellerdecke
richtet sich nach der vorhandenen Raumhöhe im
Keller und nach der verbleibenden Höhe für Fensterund Türstürze. Mindestens 10 cm sollten angestrebt
werden.
21
Dämmmaterialien
Je höher die Oberflächentemperaturen der
Wände, Fenster, des Bodens und der Decke sind,
umso behaglicher ist das
Raumklima.
Die Entscheidung für die Wahl eines bestimmten Dämmstoffs hängt von
verschiedenen Faktoren ab. Eine wichtige Rolle spielen Dämmwirkung,
Dampfdurchlässigkeit, Ökologie und Kosten.
Raumklima
/BERFLËCHENTEMPERATURDER
RAUMUMSCHLIE”ENDEN"AUTEILE;²#=
NOCH
BEHAGLICH BEHAGLICH
Abb 25 | Thermische
Behaglichkeit
2AUMLUFTTEMPERATUR;²#=
Im Allgemeinen werden Raumtemperaturen von
20 bis 22 °C als angenehm wahrgenommen. Die
empfundene Raumtemperatur hängt dabei von
der Oberflächentemperatur der Wände, der Fenster, des Bodens, der Decke und selbstverständlich
von der Raumlufttemperatur selbst ab. Prinzipiell
werden kalte Oberflächen als unangenehm empfunden.
Ein Beispiel: Die Oberflächentemperatur liegt bei
einer ungedämmten Außenwand auf der Innenseite bei ca. 12 °C. Trennwände zwischen den Räumen erreichen meist 21 °C. Durch den Unterschied
von 9 °C entsteht eine Strahlungsasymmetrie im
Raum, die als unangenehm empfunden wird.
Temperaturdifferenzen sind ab 3 °C spürbar.
Dämmwirkung und Dampfdurchlässigkeit
6AKUUMDËMMUNG
Ein schlechter LambdaWert ( L ) kann durch
höhere Dämmstärken
ausgeglichen werden.
n0OLYURETHAN
nEXTRUDIERTES0OLYSTYROL803
n:ELLULOSE
n-INERALWOLLE(ANF&LACHS3CHAFWOLLE
nEXPANDIERTES0OLYSTYROL%03
n+ORK-INERALSCHAUMPLATTE
n3CHAUMGLAS
Abb 26 | Wärmeleitwert:
Je kleiner der Wert, umso besser
ist die Dämmwirkung
(OLZWOLLELEICHTBAUPLATTE
DERZEITNOCHIM6ERSUCHSSTADIUM
Die Kosten
Heizkosteneinsparungen, aber auch die erwarteten
Preisentwicklungen am Brennstoffmarkt, machen
eine hohe Dämmung zu einer sicheren und gut verzinsten Investition.
Über eine Kosten-Nutzen-Rechnung lässt sich feststellen, wie lang es dauert, bis sich eine Dämmmaßnahme durch die eingesparten Heizkosten
amortisiert. Je nach eingesetztem Dämmstoff und
Ausführung ergeben sich Zeiträume von fünf bis
40 Jahren.
2ENTABILITËT
WIRTSCHAFTLICHEMPFOHLENE
$ËMMSTËRKENAUFEINE
MASSIVE!U”ENWAND
Abb 27 | Rentabilität von
Dämmmaßnahmen
$ËMMSTËRKE;CM=
22
Der Wärmeleitwert eines Stoffes (Lambda-Wert)
gibt Auskunft über die Wärmeleitfähigkeit eines
Materials. Als Regel gilt: Je kleiner der Wert, umso
besser ist die Dämmwirkung des Stoffes. Der λ-Wert
ist vom Hersteller zu erfragen (technische Produktinformation).
Bei den technischen Anforderungen spielt die
Dampfdurchlässigkeit eine wichtige Rolle: So kann
nicht jeder Dämmstoff auf jedes Mauerwerk aufgebracht werden, ohne dass es zu Problemen mit
dem Dampfdurchgang durch den Bauteil kommt.
Geschäumte Dämmstoffe wie Polystyrol oder Polyurethan weisen einen höheren Dampfdiffusionswiderstand auf. Bei der Verwendung in Kombination
mit einem Ziegelmauerwerk ist besondere Aufmerksamkeit erforderlich. Materialien wie Mineralwolle,
Hanf, Zellulose oder Mineralschaumplatten sind in
diesem Fall bauphysikalisch besser geeignet.
Abb 28 | Ökologische
Dämmstoffe
Ökologische Dämmstoffe
Die Zahl der Dämmstoffe hat sich in den vergangenen Jahren wesentlich erweitert. Neben den
herkömmlichen Dämmmaterialien werden zunehmend ökologische Dämmstoffe angeboten.
Hanf, Flachs und Schafwolle: Hanf- und Flachsdämmstoffe sind als Platten, Matten, Filze oder
Stopfwolle erhältlich. Die meisten Produkte eignen
sich als Zwischensparrendämmung im Dachbereich,
als Füllung in Holzbauwänden oder als Trittschalldämmung. Die Produkte sind entweder mit Polyesterfasern oder in „Natur pur“ mit Stärke gebunden
erhältlich. Einen ähnlichen Anwendungsbereich
wie Flachs- und Hanfdämmstoffe hat Schafwolle.
Mineralschaumplatten: Die Mineralschaumplatten
sind geschäumte Platten aus rein mineralischen
Rohstoffen wie Quarzmehl, Weißkalk und Zement.
Sie eignen sich ausgezeichnet für Wärmedämmverbundsysteme. Die Platten sind dampfdiffusionsoffen, behindern daher den Wasserdampfaustausch
zwischen innen und außen nicht, und sind unbrennbar.
Zellulose: Zellulosefasern sind Altpapierflocken,
die in die Konstruktion eingeblasen werden. Die
Einblasmethode bietet dann Vorteile, wenn es darum geht, komplexe Hohlräume gut mit Dämmmaterial zu füllen. Außerdem sind sie preisgünstig.
Allerdings muss der Verarbeiter gut geschult sein,
damit wirklich der gesamte Hohlraum vollständig
ausgeblasen wird. Ein Nachteil der Zellulosefasern
ist die Staubentwicklung beim Einblasen.
Wichtige Hinweise:
Ein aus ökologischer Sicht sehr schwieriges Thema
ist die Dämmung von Bauteilen, die hohen Belastungen durch Feuchtigkeit ausgesetzt sind, wie
zum Beispiel erdberührte Bauteile oder Sockeldämmungen. Oft werden in diesem Bereich XPS-Platten
eingesetzt, die mit einem Treibmittel (HFKW) hergestellt werden. Aus ökologischen Gründen sollten
mit CO2 oder Luft geschäumte Platten (HFKW-frei)
oder EPS-Automatenplatten eingesetzt werden.
Baustoffe, die FKW,
HFKW, FCKW, HFCKW oder
SF 6 enthalten, sollten wegen ihrer Klimaschädlichkeit vermieden werden.
Möglichst vermieden werden sollten Montageschäume. Ein generelles HFKW-Verbot bei Beauftragung verhindert zumindest, dass HFKW-hältige
Schäume eingesetzt werden. Montageschaum
allein ist außerdem für den luftdichten Anschluss
auch nicht gut geeignet, der Einsatz von Klebebändern ist notwendig. Alternativen zum Montageschaum sind Mörtel (z. B. bei Türstöcken), Ausstopfen mit Zöpfen aus natürlichen Fasern (Hanf, Flachs,
Kokos, etc.) oder das Setzen des Fensterstocks in die
Dämmschicht.
Die größte Hürde für den Einsatz von ökologischen
Materialien ist weniger der Preis, sondern der erhöhte Planungsaufwand. Oft ist nicht klar: „Welche
Produkte gibt es überhaupt, woher bekomme ich
sie und wer kann sie richtig verarbeiten?“ Der Bauherr ist dadurch besonders gefordert.
Auszug aus: Mötzl Hildegund, Ökologische Dämmstoffe, in
Energie Perspektiven Tirol 01/2003
Buchtipp:
Ökologie der Dämmstoffe,
Österreichisches Institut für
Baubiologie und -ökologie,
Donau-Universität Krems,
Zentrum für Bauen und
Umwelt (Hrsg.),
Springer Verlag, Wien 2000
23
Dämmsysteme
Außenwände
Zur Dämmung der Außenwände kann ein Wärmedämmverbundsystem
oder eine vorgehängte, hinterlüftete Fassade mit dahinter liegender
Dämmung zum Einsatz kommen. Die Wahl des Dämmsystems hängt
von der gewünschten Oberfläche ab: Verputzte Oberflächen sind einfacher mit einem Verbundsystem zu realisieren. Holzfassaden werden
meist hinterlüftet als vorgehängte Fassade ausgeführt. Für denkmalgeschützte Fassaden bietet sich die Innendämmung an.
Verputzte Fassaden:
Wärmedämmverbundsystem
Wer auf die Optik einer Putzfassade wert legt, der
sollte auf ein Wärmedämmverbundsystem, auch
Vollwärmeschutz genannt, zurückgreifen.
Das Wärmedämmverbundsystem besteht aus
Dämmstoffplatten, die mit Hilfe eines speziellen
Klebemörtels direkt auf den vorhandenen Außenputz geklebt werden. In der Regel müssen die
Dämmplatten zusätzlich verdübelt werden. Darüber wird eine Schicht mit Armierungsmörtel und
Armierungsgewebe aufgebracht. Die Armierung
gleicht Temperaturschwankungen aus, die Spannungen im Dämmsystem erzeugen, und dient als
Grundlage für den Außenputz.
5
6
1
4
2
3
Beim Wärmedämmverbundsystem können nach
einiger Zeit die angebrachten Dübel in Form
von Punkten auf der Fassade sichtbar werden. Abhilfe
schafft das Einfräsen der
Dübel und das Aufbringen
von Dämmstoffkappen.
Abb 29 |
Wärmedämmverbundsystem
1: Innenputz; 2: Mauerwerk; 3: Ausgleichschicht;
4: Polystyrol expandiert; 5: Armierungsgitter; 6: Außenputz
Beachten Sie beim Wärmedämmverbundsystem
die Verarbeitungsrichtlinien der Qualitätsgruppe
Vollwärmeschutz.
www.waermeschutz.at
Beim Wärmedämmverbundsystem ist es wichtig,
nicht einzelne Bestandteile des Systems zu kaufen,
sondern ein vollständig aufeinander abgestimmtes
System (Dämmplatte, Kleber, Gewebe, etc.).
Vor dem Aufbringen der Dämmung muss der Zustand der Wände überprüft werden. Wird Feuchtigkeit festgestellt, müssen Maßnahmen zur Trocknung getroffen werden. Als Folge der Feuchtigkeit
kann es zur Versalzung des Mauerwerks und damit
zu Bauschäden kommen. Für eine Trockenlegung
stehen verschiedene Methoden zur Verfügung.
Die gängigsten sind: das Einschieben von nicht rostenden Blechen, Mauerwerksperren durch Injektionsmittel oder elektrophysikalische Methoden.
Abb 30 | Die Verklebung der
Dämmplatten muss immer im
Verband mit senkrecht versetzten
Stoßfugen erfolgen.
24
Das Aufbringen von
Wärmedämmputz auf
ungedämmte Außenwände ist energietechnisch
unzureichend. Dämmputz
kann maximal 5 cm dick
aufgebracht werden, das
entspricht einer Dämmstoffstärke von 1,5 cm.
Austrotherm EPS® F-PLUS Fassadendämmplatte
20% bessere Dämmwirkung als herkömmliches Styropor
formstabil und leicht zu verarbeiten
bestens geeignet für die thermische Sanierung
(z. B. bei engen Platzverhältnissen)
Verkleidete Fassaden:
Hinterlüftete Vorhangfassade
Mit Windpapieren oder
dünnen Holzfaserplatten
kann der Dämmstoff vor
„Durchlüftung“ geschützt
werden. Ein durchlüfteter
Dämmstoff verhält sich
wie ein dicker Wollpullover, durch den der Wind
hindurchpfeift: Er hält
nicht warm. Zieht man
eine dünne Windjacke über
den Pullover, ist man vor
Kälte geschützt. Bei der
Dämmung verhält es sich
gleich: Vor allem fasrige
Dämmstoffe, die durchlüftet werden, verlieren einen
Teil ihrer Wirkung.
Hinterlüftete Vorhangfassaden werden oft als Witterungsschutz oder zur Verschönerung der Fassade
eingesetzt. Als Verkleidung dienen Faserzementplatten, Holzschalungen, Kunststein, etc.
Beim Errichten einer Vorhangfassade wird zunächst
eine Unterkonstruktion an der Außenwand angebracht. Der Dämmstoff wird zwischen Holzlatten
an der Wand befestigt. Dadurch verschlechtert sich
die Dämmwirkung geringfügig, was durch größere
Dämmstärken (mind. 12 cm) ausgeglichen werden
sollte.
Die Verkleidung wird auf Holzlatten im Abstand
von etwa 4 cm zur Dämmschicht angebracht. Über
die dadurch geschaffene hinterlüftete Ebene kann
die entstehende Feuchtigkeit abgeführt werden.
Auf die Ausführung der Hinterlüftung ist besonders zu achten: Öffnungen für die Zu- und Abfuhr
der Luft dürfen nicht vergessen werden. Zuletzt
wird die Verkleidung angebracht. Vorhangfassaden
lassen interessante Gestaltungsmöglichkeiten zu.
Allerdings sind sie in der Regel teurer als Wärmedämmverbundsysteme und benötigen mehr Platz.
1: Holzverkleidung
2: Hinterlüftungsebene
(vertikale Lattung)
5
3: Winddichtung
6
7
4
4: Dämmung zwischen
Lattung überkreuzt
5: alter Außenputz
6: Mauerwerk
3
2
7: Innenputz
1
Abb 31 | Hinterlüftete Fassade
25
1: Gipskartonplatte; 2: Lattung / Installationsebene;
Innendämmung
3: Dampfsperre; 4:Klebeband mit Putzgitter; 5:Innendämmung
zwischen Holzlattung; 6: alter Innenputz; 7: bestehendes Mau-
Die Außendämmung
ist der Innendämmung aus
bauphysikalischen Gründen vorzuziehen.
Um das Eindringen von
Feuchte aus der Raumluft
zu vermeiden, muss bei fast
allen Dämmstoffen auf der
Innenseite eine Dampfsperre angebracht werden.
Diese Dichtungsebene
muss sorgfältig ausgeführt
sein, sonst kann durch
undichte Stellen feuchtwarme Raumluft in die
Konstruktion dringen.
Dies kann zu Pilzbefall und
Schäden am Mauerwerk
führen.
Bei Gebäuden mit erhaltenswerten und/oder denkmalgeschützten Fassaden kann meist keine Dämmung von außen angebracht werden. Die einzige
Möglichkeit den Wärmeschutz zu verbessern, ist in
diesem Fall die Innendämmung.
Um den Platzbedarf möglichst gering zu halten,
sollte auf besonders leistungsfähige Dämmstoffe
zurückgegriffen werden. Mindestdämmstärken
von 6 cm werden empfohlen. Auf Wärmebrücken
ist speziell zu achten (zum Beispiel Anschlussstelle Decke zu Außenwand). Hier geht nicht nur besonders viel Energie verloren, sondern es besteht
auch die Gefahr von Bauschäden durch Schimmelbildung. Eine Überdämmung dieser Bereiche ist
zu empfehlen, allerdings optisch oft schwierig zu
bewerkstelligen.
Auch bei der Innendämmung sind je nach Unterkonstruktion verschiedene Oberflächen wie Putz,
Holzschalungen, Gipskartonplatten etc. möglich.
Innendämmungen sollten in jedem Fall nur unter
Beteiligung von Fachleuten ausgeführt werden!
Neben einer klassischen Konstruktion von Dämmmaterialien zwischen Latten (siehe Abbildung 32)
können auch druckfeste Dämmplatten verwendet
werden.
Beispiel: Innendämmung mit PolyurethanHartschaumplatten:
Mit beidseitig alukaschierten Polyurethan-Platten
erwerk; 8: Außenputz
8
7
6
5
4
3
2
1
Abb 32 | Innendämmung:
Dämmung mit Verkleidung
kann relativ einfach durch Abkleben der Stöße
eine dampfdichte Schicht hergestellt werden.
Das Dämmmaterial besitzt zudem sehr gute Dämmeigenschaften und erfordert dadurch geringe
Dämmstärken. Um Undichtheiten zu vermeiden,
ist eine sorgfältige Ausführung notwendig.
Ein Restrisiko besteht in einem möglichen Feuchteeintrag in die Konstruktion durch Beschädigungen
der Oberfläche (Aluminiumhaut als Dampfsperre).
Eine vollflächige Verklebung und ein dichter Anschluss an die angrenzenden Bauteile ist notwendig, um eine Durchfeuchtung auszuschließen.
Dämmung der Kellerdecke
1: Bodenbelag
2: Unterlagsmatte
8
3: Estrich
9
13
4: Ausgleichsfolie
1
12
5: Mineralwolle
6: Betondecke
11
2
3
10
7: Polystyrol expandiert
8: Innenputz
4
9: Mauerwerk
5
10: Gasbetonstein
11: Teerpappe
6
12: Wärmedämmung
13: Außenputz armiert
7
Abb 33 | Dämmung
der Kellerdecke
26
In Erdgeschoßwohnungen wird häufig über „Fußkälte“ geklagt. Weil die Kellerdecke häufig nicht
gegen den unbeheizten Keller gedämmt ist, entstehen niedrige Temperaturen am Fußboden. Die
Folge: hohe Energieverluste und teilweise auch
Schimmelbildung.
Mit einer Dämmung auf der Unterseite der Kellerdecke ist dieses Problem in den Griff zu bekommen.
Bei Massivdecken werden Dämmplatten an die Kellerdecke geklebt und/oder gedübelt. Dabei richtet
sich die Dämmstoffdicke nach der vorhandenen
Raumhöhe im Keller und nach der verbleibenden
Höhe für Fenster- und Türstürze. Dämmstärken von
mindestens 10 cm sollten angestrebt werden.
Kellerdecken mit gewölbter und gerippter Unterseite können nur mit Hilfe einer Unter- oder
Tragkonstruktion nachträglich gedämmt werden.
Dabei müssen alle Fugen und Randanschlüsse so
ausgeführt werden, dass keine Hinterlüftung der
Dämmung stattfinden kann.
Dämmung des Dachs
Nicht nur aus Energiespargründen, sondern auch wegen der Überhitzungsgefahr im Sommer sollten Dächer ausreichend gedämmt werden. Bei geneigten Dächern bietet sich bei ausgebautem Dachgeschoß die Zwischensparren- oder Aufsparrendämmung an. Bei unbewohntem Dachgeschoß ist
die Dämmung einfach durch Auflegen von Dämmplatten auf die oberste
Geschoßdecke möglich.
Zwischensparrendämmung
Als Sparren werden die tragenden Holzbalken
bezeichnet, die ein wesentlicher Bestandteil des
Dachstuhls sind. Der Raum zwischen den Sparren wird mit Dämmung ausgefüllt. Meist sind
die Sparren für die erforderlichen Dämmstärken
zu wenig hoch. Hier ist es sinnvoll, nicht nur zwischen den Sparren zu dämmen, sondern durch
eine zusätzliche Lattung quer zu den Sparren eine
weitere Dämmebene zu schaffen. In diese Ebene
können dann Elektro- und andere Installationen
untergebracht werden. Sie ermöglicht auch, die
Unterkonstruktion für die Innenverkleidung exakt
auszurichten, und verringert obendrein mögliche
Wärmeverluste über die Sparren. Für die Konstruktion ist eine Dampfbremse – meist in Form von Folien – erforderlich. Sie verhindert das Eindringen
von zuviel Feuchtigkeit in die Dämmebene. Sie
sollte maximal ein Drittel in die Dämmebene gerückt werden.
Ist das Dach schon ausgebaut, aber noch nicht gedämmt, kann nachträglich ein Dämmstoff in die
Sparrenzwischenräume eingeblasen werden. Die
bestehende Verkleidung muss dabei nicht entfernt
werden. Das ist allerdings nur möglich, wenn ein
1: Gipskartonplatte
2: Lattung / Installationsebene
3: Dampfbremse
12
4: Dämmung
5: Staffelholz
11
6: Dämmung
7: Dachsparren
8: Holzschalung
10
9
9: Dachdichtungsbahn (diffusionsoffen)
5
8
10: Staffelholz / Hinterlüftung
11: Konterlattung
4
7
12: Dachdeckung
6
3
2
1
Abb 34 | Zwischensparrendämmung
abgeschlossener, dichter Hohlraum zwischen den
Sparren vorhanden ist, also Dachhaut und Innenverkleidung intakt sind. Für diese Maßnahme ist
eine Dampfdiffusionsberechnung sehr zu empfehlen.
Mit einer Dampfdiffusionsberechnung wird
festgestellt, wo sich der
Taupunkt im Inneren eines
Bauteils befindet bzw. ob
sich Kondensat bilden kann
und damit die Gefahr von
Bauschäden besteht.
Aufsparrendämmung
Bei ausgebauten Dächern wird sehr häufig die
Dämmung über den Sparren angebracht. Die Aufsparrendämmung bietet sich besonders dann an,
wenn das Dach erneuert wird. Dabei sollte ein abgestimmtes System gewählt werden. Diese Dämmsysteme bestehen aus Dämmplatten, Halterungen
und Folien. Während die tragende Dachkonstruktion erhalten bleibt, entsteht nach außen ein völlig neues Dach. Damit keine Schwachstelle in der
Dämmung entsteht, ist auf einen lückenlosen Anschluss zwischen Dach- und Außenwanddämmung
(siehe Seite 28) besonders zu achten.
Bei der Aufsparrendämmung kommen meist
Dämmstoffe wie alukaschiertes Polyurethan oder
extrudiertes Polystyrol zum Einsatz. Übliche Plattenstärken bei alukaschiertem Polyurethan sind 14
bis 20 cm. Wird druckfeste Mineralwolle verwendet, müssen die Dämmstärken erhöht werden.
1: Dachsparren
2: Holzbrandschutzschalung F30
3: Dampfbremse
4: Dämmung
8
5: Dachdichtungsbahn diffusionsoffen
6: Staffelholz / Hinterlüftung
7
7: Konterlattung
8: Dachdeckung
6
5
4
3
2
1
Abb 35 | Aufsparrendämmung
27
1: Deckenputz
2: tragende Decke
3: Dämmstoff
Dämmung der obersten Geschoßdecke
4: begehbare Platte oder Estrich
5: hochgezogene Dämmung
5
4
3
2
1
Abb 36 | Dämmung der
obersten Geschoßdecke
In Gebäuden mit unbewohntem, aber zugänglichem Dachraum ist die Dämmung der obersten Geschoßdecke eine einfache und preiswerte
Dämmmaßnahme. Um den begehbaren Boden als
Lagerfläche zu erhalten, können beispielsweise
Dämmmaterialien (Mineralwolle, Kork, EPS, etc.)
in zwei Schichten zwischen kreuzweise verlegten
Polsterhölzern aufgebracht werden. Eine kreuzweise Verlegung vermindert Wärmeverluste über die
Polsterhölzer. Darüber wird eine belastbare Platte gelegt. Eine weitere Möglichkeit ist, druckfeste
Dämmstoffe ohne Polsterhölzer mit einer Platte
als Abdeckung aufzubringen. Dieser Aufbau ist
auch als fertiges System erhältlich. Erhöhte Brandschutzanforderungen können durch spezielle
Brandschutzplatten erfüllt werden
Flachdächer
Bei Dächern ist die
Dampfdiffusion ein wichtiger Punkt. Nur bei einem
richtigen Aufbau bleibt das
Dach auf Dauer trocken.
Abb 37 | Dämmung:
der obersten Geschoßdecke.
Zweilagige Dämmung garantiert bei versetzter Verlegung
überdeckte Stöße
28
Flachdächer sind Dächer mit einer Neigung von
0 – 10 °C. Bei Flachdächern ist besonderes Augenmerk auf die Ableitung des Niederschlagswassers
und die Dichtheit zu richten. Eine wärmetechnische Verbesserung ist dann besonders günstig,
wenn die Abdichtung ohnehin erneuert werden
muss. Bezüglich der Dämmstärken sind Flachdächer gleich wie geneigte Dächer zu behandeln.
Der U-Wert sollte bei maximal 0,18 W/m2K liegen,
das entspricht etwa 22 cm Dämmmaterial. Anzustreben sind Dämmstärken von 30 bis zu 40 cm.
Übersehen werden darf auf keinen Fall die Dämmung der Attika, die den Dachrand bildet. Auch
dieser Bereich muss vollständig mit Dämmstoff
eingepackt werden.
Ausführungsqualität
Eine gute Dämmwirkung hängt nicht nur vom gewählten Dämmmaterial
und von der Dämmstärke ab, sondern auch von der Ausführungsqualität. Um die gewünschte Dämmwirkung zu erreichen und Bauschäden
zu verhindern, muss besonders auf die Vermeidung von Wärmebrücken
und auf die Luft- und Winddichte geachtet werden.
Vermeidung von Wärmebrücken
Wärmebrücken sind Bauteile, über die vermehrt Wärme nach außen dringt. Ursachen
sind geometrische Gegebenheiten (Gebäudeecken) oder konstruktive Schwachstellen. Besonders gefährdet sind Übergangsstellen wie Balkone oder Fenster.
Wärmebrücken können nicht nur einen
höheren Energieverbrauch verursachen,
sondern sind auch verantwortlich für eine
Durchfeuchtung der betroffenen Stellen,
was zu Schimmelbildung führen kann und
sich unangenehm auf das Raumklima auswirkt.
Beispiel: Außenwandecke
Wärmebrücken treten an Außenwandecken auf, weil in den Ecken die Oberflächen stärker abkühlen. Der Grund dafür
ist, dass durch die größere äußere Oberfläche der Wand im Eckbereich mehr Wärme
nach außen dringt. Durch eine lückenlose
Wärmedämmung steigen die Oberflächentemperaturen und Wärmebrücken werden
entschärft oder beseitigt.
!U”ENWANDOHNE$ËMMUNG
57M¶+
!U”ENTEMPERATUR²#
²#
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CA²#
)NNENRAUMTEMPERATUR²#
!U”ENWANDMITCM$ËMMUNG
57M¶+
!U”ENTEMPERATUR²#
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)NNENRAUMTEMPERATUR²#
Abb 38 | Oberflächentemperaturen
ohne und mit Dämmung
Abb 39 | Durchgehend betonierte
Balkonplatte
Luft- und Winddichte
Undichtheiten in der Gebäudehülle führen
ähnlich wie Wärmebrücken zu hohen Wärmeverlusten und sind häufig die Ursache
für Bauschäden. Die Wirkung von kleinen
Fugen und Ritzen wird meist unterschätzt.
Die warme und feuchte Raumluft kann
von innen in die Fugen eindringen und die
Bausubstanz durchfeuchten. Dies kann zu
massiven Bauschäden und in der Folge zu
Schimmelbildung führen.
Gerade bei der Sanierung kann sich die
Herstellung der Luft- und Winddichte als
sehr schwierig erweisen: Unzugängliche
Bereiche, verschiedenste Materialien aus
dem Bestand und komplizierte Dachstuhlkonstruktionen stellen erhöhte Anforderungen. Jede Durchdringung der
luftdichten Ebene, beispielsweise durch
Abluftrohre und Kamin, ist eine potenzielle
Gefahrenstelle.
Beispiel: Durchgehend betonierte
Balkonplatte
Durchgehend betonierte Balkonplatten
wirken wie eine Kühlrippe und leiten die
Raumwärme ungehindert nach außen.
Die beste Lösung dafür ist die Abtrennung
der Balkonplatte und die Errichtung eines
neuen, vorgestellten Balkons in Leichtbauweise. Da dies meist nicht möglich oder
gewünscht ist, kann durch das „Einpacken“
der Balkonplatte das Problem vermindert
werden. Empfehlenswerte Dämmstärken
liegen bei 6 bis 8 cm. Berücksichtigt werden
muss der Austrittsbereich der Balkontüren.
Beispiel: Fenstereinbau
Äußerst wichtig ist der luft- und winddichte Einbau der Fenster. Dies kann durch Klebebänder, die zwischen Stock und Mauerwerk eingesetzt werden, erreicht werden.
Das Abkleben mit speziellen Klebebändern
schützt vor unerwünschten Zuglufterscheinungen und ist wichtig für einen guten Schallschutz. Durch Ritzen und Fugen
geht nicht nur Energie verloren, auch Lärm
dringt in den Wohnraum. Ein Ausschäumen
der Zwischenräume allein genügt nicht!
Beispiel: Anschlussstelle
Dachschräge – Wand
Bei Dächern sollte unbedingt eine luft- und
winddichte Konstruktion angestrebt werden. Durch Berücksichtigung der Dampfdichte sowie einer vollständigen Luft- und
Winddichtung bleibt das Dach auf Dauer
trocken, und die Holzkonstruktion entgeht
der Gefahr zu faulen. Besonders geachtet
werden sollte auf alle Fugen und Anschlusspunkte: zum Beispiel auf die Stöße von
Dämmplatten und Dichtungsfolien oder
den Anschluss Dach zu Außenwand.
Die Winddichtung befindet sich immer
auf der Außenseite der Dachkonstruktion.
Sie wird als Unterspannbahn (Folie) oder
als festes Unterdach (z. B. Holzfaserplatte)
ausgebildet. Die Luftdichtung bzw. Dampfbremse liegt immer auf der Innenseite der
Dachkonstruktion. Sie verhindert, dass
Feuchtigkeit aus der warmen Raumluft
durch Fugen in die Konstruktion dringt.
Dabei kommt es auf eine besonders sorgfältige Planung und Ausführung an.
29
Blower-Door-Test
Qualitätssicherung am Bau
„Das Haus muß atmen“.
So lautet die am häufigsten missverstandene
Grundregel bei Hausbau
und Sanierung. Gemeint
ist damit die Möglichkeit
zur Feuchtigkeitsdiffusion
durch Außenbauteile, um
ein gesundes Raumklima
zu schaffen. Luftdurchlässigkeit bedeutet unkontrollierten Wärmeverlust und
belastet die Geldbörse.
Abb 40 | Blower-Door-Test, Messanordnung
Vorteile einer luftdichten Gebäudehülle:
tErhöhter Komfort und Vermeidung von Zugluft,
tEnergie- und Heizkostenersparnis durch geringere Wärmeverluste,
tVerbesserter Schall- und Wärmeschutz,
tSicherheit vor Kondensation in Bauteilen,
tErhöhung des Wirkungsgrades von Lüftungsanlagen,
tVermeidung von Überhitzung im Sommer.
Folgende Punkte sollten beachtet werden:
tAlle Professionisten müssen wissen, dass Anforderungen und Vorgaben bezüglich Luftdichtheit einzuhalten sind – es ist sinnvoll, dies auch
schriftlich festzuhalten,
Abb 41 | Blower-Door-Gebläse
30
Eine kontrollierte Wohnraumlüftung kann nur
effizient mit hohem Wirkungsgrad betrieben werden, wenn eine luftdichte Gebäudehülle vorhanden ist. Andernfalls wird im Winter unkontrolliert
kalte Außenluft und im Sommer warme Luft über
Undichtigkeiten der Gebäudehülle angesaugt.
Weil durch diese Falschluft der Wirkungsgrad der
Anlage signifikant absinkt, wird eine Überprüfung
der Gebäudehülle auf ihre Luftdichtheit vorgeschrieben.
tDie Überprüfung der Luftdichtheit sollte vor
der endgültigen Fertigstellung stattfinden, da
sonst das Ausbessern von Fehlstellen nur mehr
erschwert möglich ist. Die Luftdichtheitsschicht
muss allerdings schon fertig sein,
tDie Überprüfung der Luftdichtheit nach Norm
umfasst die Messung aller beheizten, gekühlten
oder mechanisch belüfteten Räume,
tDie Ursachen von Undichtheiten sind häufig
Installationsschächte, Rohrdurchführungen,
Abflußrohre und Steckdosen. Unverputzte Ziegelwände Fensteranschlußfugen und Bauteilanschlüsse sind potentielle Leckagen,
tSind Abdichtungsmaßnahmen zwischen
beheizten und unbeheizten Abschnitten (z. B.
zwischen Keller, OG oder unbeheiztem Dachboden) fachgerecht ausgeführt bzw. überhaupt
geplant?
tBesonders kritisch in Hinblick auf Luftdichtheit
ist der ausgebaute Dachbereich,
tEine unzureichende Luftdichtheit der Gebäudehülle bedeutet jahrzehntelang erhöhte
Betriebskosten!
Wie wird ein Blower-Door-Test durchgeführt?
Die Messung der Luftdichtheit von Gebäuden erfolgt nach festgeschriebenen Normen (ÖNORM EN
13829) mit dem Blower-Door Messverfahren. Mittels eines Gebläses wird im Inneren des Gebäudes
ein konstanter Überdruck bzw. Unterdruck erzeugt.
Gemessen wird die Gebäudedruckdifferenz und
die dabei geförderte Luftmenge. Unter Einbeziehung des Luftvolumens des untersuchten Gebäudes bzw. Gebäudeteils wird die Luftwechselrate
pro Stunde bei einem Differenzdruck von 50 Pascal
(n50 ) errechnet.
Für Passivhäuser werden mit einem n50 Wert von
kleiner als 0,6 strenge Anforderungen an die Qualität der Gebäudehülle gestellt.
Wie sich in der Praxis zeigt, sind diese Vorgaben nur
mit sorgfältiger Planung und exakter Ausführung
der die Dichtheit gewährleistenden Schichten zu
erreichen. In vielen Fällen wird die Messung nach
dem Abschluss aller Bauarbeiten und nach dem
Bezug durchgeführt. Bei nicht Erreichen der Vorgaben ist in solchen Fallen nur mehr mit viel Aufwand
und in manchen Fällen überhaupt keine Verbesserung mehr möglich.
Abb 42 | Konstante Druckdifferenz:
Vom Steuerprogramm wird eine
Gebäudedruckdifferenz von 50 Pascal
eingeregelt. Beim Schließen oder
Öffnen von Leckagen regelt sich
das Gebläse entsprechend nach, so
dass die eingestellte Druckdifferenz
während des Gebäuderundganges
sichergestellt ist.
Der Volumenstrom beträgt in diesem
Beispiel 535 m3/h. Daraus ergibt sich
eine Luftwechselrate von
n50 = 1,22 h-1 bei konstanter Druckdifferenz von 50 Pascal.
Abb 43 | Messung und Leckagekurve
(automatische Messung) mit Unter-,
und Überdruckmessung
Der LandesEnergieVerein Steiermark bietet Luftdichtheitsmessungen (Blower-Door-Tests) an!
31
Vermeiden und Entfernen von Mauerschimmel
Die nachstehende
Auflistung sinnvoller Maßnahmen soll eine Hilfestellung zur Vermeidung von
Schimmelbildung geben.
Schimmelpilz entsteht nur auf feuchtem Untergrund. Um Schimmelbildung langfristig zu vermeiden muss die Ursache der zu hohen Feuchtigkeit gefunden und beseitigt werden, da sonst nach einer Sanierung
unweigerlich wieder neuer Schimmelbelag entsteht!
1. Bauliche Ursachen beheben
Manchmal entsteht Schimmelpilz wegen durchfeuchteter Bauteile infolge von Schäden am Haus
durch:
tUndichte Wasserleitungen, Rohrbruch,
tUndichte Abflüsse bei Bad und Dusche,
tUndichtes Dach,
tVerstopfte Ableitung der Dachrinnen oder
hohem Wassereintrag in die Grundmauern wenn
keine Dachrinnen vorhanden sind,
tWärmebrücken wie durchgehende Balkonplatten, ungedämmte Deckenroste, ungedämmte
Fensterlaibungen oder Überlager,
tfehlende Feuchtigkeitssperre der Grundmauern.
Häufig tritt Schimmelpilz auch nach einem Fenstertausch auf. In diesem Fall bitte besonders auf
richtiges Lüften achten, da durch die dichten Fenster bei gleichbleibenden Lüftungsgewohnheiten
im Winter meist eine zu hohe Luftfeuchtigkeit in
den Wohnräumen entsteht. Ein Hygrometer hilft
hier die Lüftungsintervalle zu bestimmen (siehe
Punkt 2 und 6).
2. Richtig Lüften
Den größten Trocknungseffekt durch Lüften erreichen Sie in der kalten Jahreszeit, da kalte Luft sehr
trocken ist. Wenn die kalte Luft sich nach dem Lüften im Wohnraum erwärmt, kann sie Feuchtigkeit
aufnehmen. Durch neuerliches Lüften wird diese
Feuchtigkeit wieder nach außen abgeleitet.
Am besten ist daher regelmäßiges Stoß- oder Querlüften alle paar Stunden. Je kälter es draußen ist,
desto kürzer kann die Lüftungsdauer sein.
In der Tabelle sind die
verschiedenen Arten von
Fensterstellungen und die
notwendigen Zeitspannen angeführt, um einen
Austausch der gesamten
Raumluft zu erzielen.
Tipp: Im Winter beschlagen beim Öffnen der
Fenster die Scheiben. Kurz
nachdem der Beschlag
wieder abgetrocknet ist,
können Sie die Lüftung
beenden.
Tipp: Im Schlafzimmer vor dem Schlafengehen und
nach dem Aufstehen kräftig lüften. Schlafzimmertür tagsüber geschlossen halten damit die warme
feuchtere Luft aus dem Wohnraum nicht in das
Schlafzimmer einströmen kann.
Querlüftung
(optimal im Winter)
Fenster und
gegenüberliegende Tür oder
Fenster ganz offen.
1 bis 5 Minuten
Stoßlüftung
ein Fenster oder eine Tür
ganz offen. Lüftungsmethode
im Winter für Räume wo eine
Querlüftung nicht möglich ist.
5 bis 10 Minuten
Fenster gekippt
Lüftungsmethode für den
Sommer. Im Winter nicht
empfehlenswert.
30 Minuten oder länger
Abb 44 | Fensterlüftung
32
3. Wäsche nicht in der Wohnung trocknen
Wenn nicht anders möglich, nur in gut belüfteten
Räumen (z. B. mit Lüftungsventilatoren) oder im
Wäschetrockner mit Außenanschluß trocknen.
Tipp: Kaufen Sie nur energieeffiziente Wäschetrockner und Elektrogeräte der Energieeffizienzklasse A.
4. Nebenräume beheizen
Beheizte Räume haben warme Oberflächen. Dadurch kondensiert bei guter Bausubstanz und
wärmebrückenfreien Räumen kein Wasserdampf
an den Wänden und Decken und es entsteht kein
Schimmelpilz. Der Temperaturunterschied zwischen den einzelnen Wohnräumen soll 3 °C nicht
überschreiten.
5. Entstehende Feuchtigkeit ableiten
Feuchtigkeitsaufkommen beim Backen, Braten, Kochen, Duschen, Baden oder Waschen sofort über
Fenster oder Ventilatoren direkt ins Freie ableiten.
Keine Verteilung der Feuchtigkeit in der Wohnung
durch geöffnete Türen zu kühleren Räumen (Wasser kondensiert dort an den Außenmauern: Schimmelgefahr!).
6. Einsatz technischer Hilfsmittel
Lüftungsgeräte:
Ventilatoren mit Zeitschaltuhr, Einzelraumlüftungen oder zentrale Lüftungsanlagen. Mit diesen
Geräten erzielen Sie eine kontrollierte Be- und Entlüftung für gute Luftqualität und für optimale Entfeuchtung.
Entfeuchtungsgeräte:
Sind auch als Kondenstrockner bekannt. Ein Ventilator zieht die Raumluft über eine Kältespule.
7. Regelmäßige Messung der relativen Luftfeuchtigkeit
mit Hilfe eines Hygrometers.
60 % relative Luftfeuchtigkeit ist als Obergrenze
einzuhalten. Bei höheren Werten Lüften und/oder
Heizen.
Das Hygrometer nicht neben Ofen oder Heizkörper plazieren, sondern dort wo der Schimmelbefall
auftritt.
Wichtig:
Nebenräume nicht über offene Türen mitheizen.
Tipp: Schlafzimmer: Das Fenster ist im Winter während der Nacht geschlossen. Nach dem Aufstehen wird gut gelüftet. Tagsüber sollte die Tür zum
Schlafzimmer möglichst geschlossen bleiben und
der Raum auf 17 bis 18 °C temperiert werden. Vor
dem Schlafengehen wieder ausreichend Stoß- oder
Querlüften. Temperatur nach individuellen Bedürfnissen einstellen.
Tipp: Entfernen Sie das Restwasser nach dem Duschen mit einem Abzieher. Kochen Sie mit Deckel
oder installieren Sie eine Dunstabzugshaube mit
Außenanschluß (kein Umluft-Dunstabzug!)
Die warme, feuchte Luft kondensiert dabei und das
entstehende Wasser tropft in einen Behälter oder
in den Abfluß. Die Luft wird über dem Kondensatorteil des Gerätes wieder aufgewärmt und strömt
getrocknet in den Raum. Aber Vorsicht! Der Einsatz derartiger Geräte ist nur nach Behebung der
Feuchteursache sinnvoll. Bei aufsteigender oder
seitlich eindringender Mauerfeuchte zieht starke
Trocknung der Innenraumluft noch mehr Feuchtigkeit in die Wand.
Tipp: Digitale Hygrometer gibt es, meist in Kombination mit einem Thermometer, in Baumärkten
und im Elektrofachhandel.
8. Große Möbel an die Innenwände
Wenn es notwendig ist große Möbel an der Außenwand aufzustellen, dann zur Belüftung einen Abstand von 5 cm zur Wand und durch
Füße 8-10 cm zum Fußboden einhalten. Keine
geschlossenen Sockel verwenden. Bei Vorhängen keine Deckenkarnisen verwenden! Diese
verhindern Luftzirkulation an den Raumkanten.
Vorhangstangen sind eine gute Alternative.
Die relative Luftfeuchtigkeit in einem Raum
hängt von der Temperatur,
der Anzahl der Personen
und dem Lüftungsverhalten ab. Eine vierköpfige Familie „verdunstet“ pro Tag
durch Kochen, Duschen,
Blumen gießen etc. ca. elf
Liter Wasser.
Tipp: Raumecken stellen bei schimmelgefährdeten
Wohnungen, schon durch die Gebäudegeometrie,
ein besonderes Problem dar und sollten deshalb
möglichst zur Gänze freigehalten werden (Möbel,
Vorhänge).
33
9. Geeignetes Baumaterial
Beim Umbau sollte
auf die Verwendung von
geeigneten Materialien, die
Feuchte aufnehmen und
abgeben können, geachtet
werden: Kalkputze oder
unbehandeltes Holz helfen
Feuchtigkeit zu puffern.
Offenporige Baustoffe wie Kalk- und Lehmputz mit
Kalkanstrich, Mineral- oder Silikatfarbe können bei
richtigem Lüften sehr gut zur Feuchtigkeitsregulierung der Raumluft beitragen.
Denselben Effekt erzielen Sie mit unbehandeltem
oder geöltem/gewachsten Holz und saugfähigen
Textilien wie Baumwolle, Schafwolle oder Leinen
bei Vorhängen, Teppichen und Bezügen.
Tipp: Keine Tapeten und Leim-, oder Dispersionsfarben verwenden. Das ist Nahrung für den Schimmelpilz!
Abb 45 | Gesundheitsschädlicher
Schimmel
Was tun bei Schimmelbefall?
1. Schimmel abwaschen mit
20 %iger Sodalauge (300 g Kristallsoda in 1 Liter
Wasser auflösen) oder
30 %igem Wasserstoffperoxid oder
70 %igem Ethylalkohol (Weingeist).
Die oben genannten Mittel sind im Drogeriefachhandel oder in Apotheken erhältlich.
Achtung: Alkohol wirkt narkotisierend und ist
leicht entzündlich! Soda und Wasserstoffperoxid
sind ätzende Chemikalien! Wasserstoffperoxid
ist ein starkes Bleichmittel! -> unbedingt geeignete Schutzhandschuhe und Schutzbrille tragen!
Gut lüften. Beachten Sie die Warnhinweise auf den
Verpackungen.
Mit einem durchtränken Lappen die sichtbaren
Schimmelstellen etwa 30 cm über deren Rand hinaus abreiben oder das Schimmelmittel mit einer
kleinen Lackwalze aufbringen. Diese Mittel können
besser in das Mauerwerk eindringen, wenn die befallenen Stellen vorher mit einem Wärmestrahler
getrocknet wurden. Verwenden Sie keinen Heizlüfter, da durch den Luftzug viele Sporen in die Raumluft mitgerissen werden und dadurch die Sporenbelastung stark steigen kann. Nach ein paar Tagen
den Vorgang wiederholen, bis die behandelten
Flächen gut abgewaschen sind.
2. Feuchtigkeitsursache feststellen
Schimmelpilz entsteht durch feuchte Bauteile.
Liegt die Feuchtigkeitsursache in einem Bauschaden muss dieser Bauschaden behoben werden um
den Schimmelbefall nachhaltig zu verhindern (siehe Vermeidung von Schimmelbildung Punkt 1).
Schimmelpilz durch Dampfkondensat kann durch
richtiges BenutzerInnenverhalten (richtiges Lüften
und Heizen, Vermeidung hoher Luftfeuchtigkeit,
Freihalten kritischer Wandbereiche) vermindert
werden.
34
3. Feuchtigkeitsursache beheben
Um Schimmelpilz dauerhaft zu vermeiden müssen
die betroffenen Stellen trockengelegt werden. Die
Trockenlegung kann auf verschiedene Arten geschehen:
a) Wassereintrag in die Bauteile stoppen
Kommt das Wasser von außen durch z. B. undichte
Stellen im Dach oder einer Wasserleitung so müssen diese Stellen repariert werden.
Aufsteigende Bodenfeuchte über die Grundmauern
kann über verschiedene Methoden reduziert werden. Für die Wahl der „richtigen“ Trockenlegungsvariante sind Bausachverständige zu konsultieren.
b) Lüften
Siehe Punkt „Richtig Lüften“
Bei hoher Raumluftfeuchte folgende Maßnahmen
ergreifen:
tTrocknen der Wäsche außerhalb der Wohnung,
tRestwasser nach dem Duschen mit einem Abstreifer abziehen,
tKochen mit Deckel,
tSofortiges Lüften nach Duschen, Baden, Kochen,
tZimmerpflanzen reduzieren und Gießabstände
vergrößern,
tEinbau einer Wohnraumlüftung überlegen.
c) Befallene Stellen erwärmen
Damit wird die Mauerfeuchte weggetrocknet.
Eine höhere Wandtemperatur kann durch:
tbeheizen der Mauer oder durch
tdämmen der Mauer erreicht werden.
Achtung: Wenn eine Mauer gedämmt wird, muss
sie trocken sein! Dämmmaßnahmen vorher mit
einem Sachverständigen absprechen!
Fenster und Verglasungen
Zugluft, angelaufene Scheiben und hohe Heizkosten sind oft Anlass für
einen Fenstertausch. Gute Fenster wirken sich nicht nur auf die Heizkostenrechnung äußerst positiv aus, sie tragen auch wesentlich zu einer
hohen Wohnqualität bei. Der richtigen Fensterwahl sollte daher besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden.
Qualitätskriterien
Vier Kriterien bestimmen die Qualität eines Fensters:
die Verglasung, der Randverband, der Rahmen und die Einbausituation.
Ist vorerst an keinen
Fenstertausch gedacht,
können kleine Verbesserungen durch das Nachstellen und Einrichten
der Beschläge oder das
nachträgliche Einfräsen
von Dichtungen erreicht
werden.
Die Verglasung
Heute kommen eigentlich nur mehr Wärmeschutzverglasungen zur Anwendung. Vom normalen
Isolierglas unterscheiden sie sich dadurch, dass
sie aus zwei oder drei Scheiben bestehen, die mit
einer hauchdünnen Metallbedampfung beschichtet und mit Edelgas gefüllt sind. Bei einem hochqualitativen Fenster sollte der U-Wert des Glases
nicht mehr als 0,90 bis 1,10 W/m2K betragen. Für
hochdämmende Passivhaus-Fenster kommen Verglasungen mit einem U-Wert von 0,20 bis 0,70 W/
m2K zum Einsatz.
%INFACHGLAS
57M+
L«L
PRO*AHRUNDM
3CHEIBEN
)SOLIERVERGLASUNG
57M+
L«L
PRO*AHRUNDM
3CHEIBEN
7ËRMESCHUTZVERGLASUNG
57M+
L«L
PRO*AHRUNDM
3CHEIBEN
7ËRMESCHUTZVERGLASUNG
57M+
L«L
PRO*AHRUNDM
Abb 46 | Energieverluste bei
unterschiedlichen Verglasungen
ohne Wärmegewinne, Fugenverluste und Rahmeneinfluss
Verglasungsarten und Oberflächentemperaturen
Scheiben mit sehr gutem Dämmwert haben neben
den geringen Verlusten auch noch den wesentlichen Vorteil der viel höheren Temperaturen an
der Scheibeninnenseite. Bei großen Fensterflächen
können so unangenehme Zuglufterscheinungen
durch kalte Fallströmungen im unmittelbaren Fensterbereich vermieden werden.
Verglasungsart
Einfachglas
U-Wert
W/m2K
5,80
Temperatur an der Scheibeninnenseite
bei Außentemperatur -10° C
-1,5°
2-Scheiben-Isolierverglasung
(keine Gasfüllung und Metallbedampfung)
2,90
+6°
2-Scheiben-Wärmeschutzverglasung
1,10
+15°
3-Scheiben-Wärmeschutzverglasung
0,50
+18°
Randverbund
Wärmeschutzverglasungen bestehen immer aus
zwei oder drei Glasscheiben, die mit einem Abstandhalter auseinander gehalten werden. Der
Abstandhalter wird als Randverbund bezeichnet.
Konventionelle Abstandhalter bestehen aus Aluminium, das Wärme sehr gut leitet. Wegen der hohen
Wärmeleitfähigkeit von Aluminium bildet sich im
Randbereich der Fenster eine „kalte Schwachstelle“,
auf der sich Feuchtigkeit absetzt. Seit einiger Zeit
sind Gläser mit so genanntem „thermisch entkoppeltem Randverbund“ mit geringen Mehrkosten
am Markt erhältlich. Bei diesen Gläsern besteht der
Abstandhalter aus weniger leitfähigem Kunststoff
oder aus Edelstahl. Die geringe Wärmeleitfähigkeit
dieser Materialien verringert die Energieverluste
und verhindert angelaufene, feuchte Fenster im
Randbereich.
Abb 47 | Kondenswasser im
Randbereich des Fensters
Bei alten Fenstern ist
der Effekt oft zu beobachten: Am Rand der Fensterscheiben bildet sich Feuchtigkeit. Wenn diese nicht
regelmäßig abgewischt
wird, wird der Fensterstock
zum idealen Nährboden für
Schimmelpilze. Ursachen
für das Kondensat sind
Aluminiumabstandhalter,
schlechte Verglasungen,
Fugen und Ritzen im Randbereich.
35
Der Rahmen
Das gesamte Fenster
sollte einen U-Wert von 1,30
W/m2K nicht überschreiten.
Der Gesamt-U-Wert von
Glas, Rahmen und Randverbund wird mit dem Kürzel
Uw angegeben. Besonders
auf diesen Wert achten!
Fensterrahmen mit hoher thermischer Qualität sind
heute vorwiegend in Holz, Holz-Alu, Kunststoff und
Aluminium erhältlich. Aus ökologischer Sicht sind
Holzrahmen zu bevorzugen. Um dem Passivhausstandard zu genügen, reichen konventionelle Rahmen nicht aus. Hier kommen gedämmte Rahmen,
so genannte Warmrahmen, zum Einsatz. Diese
trennen mittels Einlagen (druckfeste Dämmstoffe,
weiche Holzarten, etc.) mit sehr geringer Wärmeleitfähigkeit oder zusätzlichen Luftkammern den
äußeren kalten Rahmenteil vom inneren, warmen
Teil.
Abb 48 | Holz/Alu-Verbundfenster mit
Ganzglasflügel und Innenjalousie
Die Einbausituation
Bei gut erhaltenen
Kastenfenstern besteht die
Möglichkeit, die inneren
Flügel zu tauschen und mit
einer neuen Wärmeschutzverglasung zu versehen.
Damit können sehr gute
Gesamt-U-Werte bis 1,00
W/m2K erreicht werden.
Jede Unterteilung der
Scheiben durch Sprossen
verschlechtert durch die
Verlängerung des Randverbunds den U-Wert. Wer
aus optischen Gründen auf
Sprossen nicht verzichten
möchte, kann auf aufklippbare Konstruktionen
zurückgreifen, die auch bei
der Reinigung angenehmer
sind.
36
Ein wichtiger Punkt ist auch der Einbau der Fenster.
Mit geringem Mehraufwand können Wärmebrücken vermieden werden. Bei der Montage ist besonders auf den Übergangsbereich Fensterstock
und Mauerwerk zu achten. Der neue Fensterstock
sollte in der Dämmebene oder direkt hinter der
Dämmung platziert sein, um ein einfaches „Überdämmen“ mit mindestens 3 cm zu ermöglichen.
Äußerst wichtig ist der luft- und winddichte Einbau der Fenster. Das Abkleben mit speziellen Klebebändern schützt vor unerwünschten Zuglufterscheinungen und ist zudem wichtig für einen
guten Schallschutz. Denn durch Ritzen und Fugen
geht nicht nur Energie verloren, sondern es dringt
auch Lärm in den Wohnraum. Das Ausschäumen
der Zwischenräume allein genügt nicht!
Falsch
o#
Richtig
o#
Abb 49 |
Falsch: Fenster und Dämmebene weisen eine Lücke auf
Richtig: Überdämmter Fensterstock
Nutzerverhalten
Rollläden
Bei neuen Fenstern ist das Nutzerverhalten besonders zu berücksichtigen. Die guten Dichtungen
verbessern nämlich nicht nur den Wohnkomfort,
sondern sie verhindern auch den unkontrollierten
Luftaustausch und helfen damit viel Energie zu
sparen. Allerdings steigt dadurch auch die Luftfeuchtigkeit im Raum. Um Kondensat und Schimmelbildung zu vermeiden, ist konsequentes Stoßlüften Voraussetzung für ein gutes Raumklima.
Eine Alternative zur Fensterlüftung ist der Einbau
einer Lüftungsanlage, die den notwendigen Luftwechsel sicherstellt.
Bereits bestehende Rollladenkästen stellen oft
eine Schwachstelle in der Außenwand dar, da sie
meist nicht ausreichend gedämmt sind. Durch den
nachträglichen Einbau von Dämmmaterial und
Dichtungen am Rollladenauslass können Energieverluste wesentlich reduziert werden. Es ist also
sinnvoll, die Rollladenkästen nicht nur bei einer Erneuerung der Fenster zu überprüfen.
Beim nachträglichen Einbau von Rollläden ist
darauf zu achten, ausgeschäumte gedämmte
Rolllädenkästen zu verwenden. Die einzelnen Lamellen sollten dicht schließen und ebenfalls ausgeschäumt sein.
Die Verwendung von Vorbaurollläden ist zu bevorzugen. Diese sind über der Dämmung platziert und
bilden damit keine Schwachstelle.
Neue Haustechnik
Neben der Bautechnik ist die richtige Wahl des Heiz systems
aus schlag gebend für die zukünftige Wohn qualität des sanierten Gebäudes. Die Entscheidung für ein bestimmtes System
Auf die Wahl eines
umweltfreundlichen
Energieträgers sollte
speziell geachtet werden.
hängt dabei auch von der Gebäude qualität ab. So können die neuen Heiztechniken, wie teilsolare Raum heizung,
Wärmepumpen oder Wohn raum lüftungen mit Wärme rückgewinnung, nur im gut sanierten Alt haus sinnvoll und wirtschaftlich eingesetzt werden.
37
Heizungsanlagen
Als Regel gilt: Je geringer die Heizungstemperaturen, umso angenehmer
ist das Raumklima. Bei entsprechender Wärmedämmung ist das Niedertemperatur-Verteilsystem auch
mit den alten Radiatoren
möglich.
Das Wärmeabgabesystem sollte, insbesondere
bei großen Südverglasungen, auf einstrahlende
Sonne schnell reagieren
können. Thermostatventile kombiniert mit einem
Außentemperaturfühler
bieten hohen Komfort.
Die beste Heizung erzielt nicht den gewünschten Effekt, wenn Wärmeverteilsystem und Heizanlage nicht aufeinander abgestimmt sind. Denn
bestimmte Heizsysteme, wie z. B. Wärmepumpen und teilsolare Raumheizungen, funktionieren nur mit Niedertemperatur-Verteilsystemen.
Voraussetzung für die Dimensionierung der Heizanlage ist die Berechnung der Heizlast.
Niedertemperatur-Heizsystem
Bei herkömmlichen Radiatoren betragen die Vorlauftemperaturen im Heizkreislauf meist 50 °C bis
70 °C. Die Folgen der hohen Temperaturen sind
Staubverschwelungen am Heizkörper, die ein Gefühl der trockenen Luft erzeugen. Im Gegensatz
zu Hochtemperatursystemen arbeitet das Niedertemperatur-Verteilsystem mit Temperaturen unter
45 °C.
Durch große Heizflächen im Fußboden, in der
Wand oder in Form von Plattenheizkörpern wirdmit geringen Vorlauftemperaturen angenehme
Strahlungswärme abgegeben. Das Ergebnis sind
geringe Luftbewegungen, wenig Staubbildung
und geringe Temperaturunterschiede im Raum.
Das Wohlbefinden ist übrigens am größten, wenn
die Temperaturen in den großflächigen, abstrahlenden Flächen, wie beispielsweise in der Wand, unter
30 °C liegen. Bei einer Fußbodenheizung werden
Oberflächentemperaturen unter 26 °C empfohlen.
Ein behagliches Raumklima wird erzielt durch:
t HSP•FO4USBIMVOHTBOUFJMVOEHMFJDINʕJHF
Temperaturverteilung,
t HFSJOHF-VGUCFXFHVOHFOEVSDILMFJOFO
Konvektionsanteil,
t HSP•F8ÊSNFBCHBCFøÊDIFO
t SBTDIF3FHFMCBSLFJU
Abb 50 | Fußbodenheizung
Kesseltausch
Ist der Kessel länger als
15 Jahre in Betrieb, sollte
ein Tausch überlegt werden. Das Baujahr steht auf
dem Typenschild.
Bei Ausschreibungen
der Rohrleitungen sollte
die Wärmedämmung der
Leitungen explizit erwähnt
werden. Ungedämmte
Leitungen führen zu hohen
Energieverlusten.
Alte Heizkessel sind meist überdimensioniert und
haben einen schlechten Wirkungsgrad. Durch einen Kesseltausch kann der Wirkungsgrad um 25 %
bis 30 % verbessert und entsprechend viel Energie
eingespart werden. Bei modernen Kesseln sind die
Verluste über den Rauchfang deutlich geringer,
weil die Abgase mit einer tieferen Temperatur in
den Kamin geführt werden. Durch eine gute Dämmung des Kessels selbst wird die Abstrahlung in
den Heizraum gering gehalten.
6OLLE+ESSELLEISTUNG
AN4AGEN
+ESSELLEISTUNG
AN4AGEN
+ESSELLEISTUNG
AN4AGEN
+ESSELLEISTUNG
AN4AGEN
+ESSEL
LEISTUNG
AN4AGEN
+ESSEL
LEISTUNGAN
4AGEN
(EIZTAGE
38
Alte, „konventionelle“ Kessel haben vor allem im
Teillastbetrieb, wenn bei mäßig kalten Außentemperaturen nicht die volle Heizleistung benötigt
wird, einen sehr schlechten Wirkungsgrad. Durch
moderne Anlagentechnik wird auch der Schadstoffausstoß deutlich reduziert.
Vor der Erneuerung einer Heizungsanlage sollte in
jedem Fall geprüft werden, ob sich der bestehende
Kamin für das geplante Heizsystem eignet. Für eine
Kaminsanierung stehen mittlerweile unterschiedliche Methoden zur Verfügung, wie beispielsweise
der Einschub von einem flexiblen Rohr in den alten
Kamin.
Egal ob alte oder neue Heizungsanlage, die jährliche Wartung der Anlage sollte nicht vergessen
werden: Die Überprüfung der Heizanlage garantiert optimierten Betrieb und Energiekosteneinsparungen.
Abb 51 | Kesselauslastung
Teilsolare Raumheizung
Bei entsprechenden Kollektorflächen ist in unseren
Breiten mit vertretbaren
Mehrkosten ein Deckungsgrad von bis zu 50 %
des Heizwärmebedarfs
beim sanierten Gebäude
möglich. Bei höheren
Prozentsätzen ist der Investitionsaufwand derzeit
noch hoch. Der Restwärmebedarf kann z. B. mit einer
umweltfreundlichen Holzheizung gedeckt werden.
Solaranlagen werden neben der Warmwasserbereitung zunehmend auch für die Raumheizung eingesetzt. Eine teilsolare Raumheizung ist nur dann
zweckmäßig und kostengünstig, wenn ein äußerst
guter Dämmstandard vorliegt (Energiekennzahl
des Gebäudes unter 65 kWh/m2).
Um Deckungsgrade zwischen 30 und 50 % zu erreichen, benötigt man ca. 0,2 m2 bis 0,5 m2 Kollektorfläche pro Quadratmeter Wohnfläche und ein
Heizungssystem mit extrem niedrigen Temperaturen (am besten nicht über 30 °C). Die Kollektorneigung sollte, um gute Erträge in der Heizperiode
zu erzielen, steiler als 60 °C sein. Dadurch können
auch Überhitzungsprobleme im Sommer vermieden werden. Weitere Informationen sind im Kapitel
Warmwasserbereitung mit Solaranlagen zu finden
(siehe Seite 44).
Abb 52 | Fassadenkollektor
Die Wärmepumpe
Seit Jahrzehnten hat sich das „umgekehrte Kühlschrankprinzip“ der Wärmepumpe in jedem Haushalt tausendfach bewährt, nicht umsonst geben
einige Hersteller bis zu 10 Jahre Garantie auf das
„Herzstück“ der Wärmepumpe, den Kompressor.
Durch abwechselndes Verdampfen und Verflüssigen eines Kältemittels wird Wärme aus dem Erdreich, dem Wasser oder der Luft entzogen und mit
dem Kompressor auf ein höheres Energieniveau
gepumpt. Die im Erdreich gespeicherte Sonnenenergie lässt sich mittels Erdsonden, Flach- oder
Grabenkollektoren nutzen. Als Richtwert für einen
Flächenkollektor muss eine erforderliche Gartenfläche vom ca. 2-fachen der beheizten Wohnnutzfläche angenommen werden. Ein Erdkollektor
besteht aus Kunststoffrohren oder kunststoffbeschichteten Kupferrohren, welche in einer Tiefe
von ca. 1 bis 1,5 m und einem Abstand von ca. 80
cm verlegt werden. Die benötigte Fläche ist vom
Wärmebedarf des Gebäudes, von der Erdreichzusammensetzung und dem Feuchtigkeitsgehalt des Bodens abhängig. Für die Effizienz einer
Wärmepumpe ist der Einsatz eines Niedertemperatur-Verteilsystems Voraussetzung. Hier eignen
sich besonders Fußboden- und Wandheizungen.
Weitere Vorteile der Wärmepumpe sind neben
den geringen Heizkosten, hohe Betriebssicherheit, der geringe Platzbedarf sowie das Wegfallen eines Brennstofflagers. Wärmepumpen sind
echte Komfortsysteme mit denen man nicht nur
Als Wärmeabgabesystem eignen sich besonders Fußboden- und
Wandheizungen. Diese
Systeme gewährleisten
volle Behaglichkeit bereits
bei einer Vorlauftemperatur von +35 °C. Will man auf
den Einsatz von Radiatoren
nicht verzichten, so müssen
Niedertemperaturradiatoren mit großer Oberfläche verwendet werden.
Niedrige Vorlauftemperatur
ist Voraussetzung für den
wirtschaftlichen Betrieb
einer Wärmepumpe.
Abb 53 | Wärmepumpe
effizient heizen, sondern auch kühlen kann. Bei
diesem passiven Kühlbetrieb wird die Kälte ausschließlich aus dem Erdkollektor entzogen. Das
senkt nicht nur die Energiekosten, sondern beschleunigt auch den Regenerationsprozess der
Erde für die nächste Heizsaison.
39
Pellets-Zentralheizungen
Die elektronischen
Steuerungen moderner
Holzheizungen bringen
nicht nur hohen Komfort,
sondern sichern auch eine
saubere und schadstoffarme Verbrennung. Holz ist
kohlendioxid-neutral und
trägt so wesentlich zum
Klimaschutz bei.
Mit der Pellets-Zentralheizung steht durch elektronische Leistungsregelung, automatische Zündung,
Wärmetauscherreinigung und Ascheaustragung
ein vollautomatisches Heizsystem zur Verfügung.
Die Brennstoffzufuhr aus dem Lagerraum erfolgt
mittels Transportschnecke oder Saugleitung. Zu
beachten sind die Anforderungen an den Lagerraum: Der Lagerraum muss nicht nur absolut trocken sein (feuchte Kellerräume sind ungeeignet),
sondern auch eine entsprechende Größe aufweisen. Die lose gelieferten Presslinge haben einen
ähnlichen Platzbedarf, wie zur Lagerung von Heizöl
benötigt wird. Wichtig ist auch, die Zugänglichkeit
des Lagerraums sicherzustellen. Die Pellets werden
nämlich von einem Tankwagen in den Lagerraum
eingeblasen. Distanzen von bis zu 30 Meter können mit einem Schlauch überbrückt werden.
Berechnung des Lagerraumvolumens:
0,9 x kW (Heizlast) = Platzbedarf in Kubikmeter
Abb 54 | Pellets
Pellets sind kleine
Holzpresslinge aus unbehandelten Spänen der
Holzverarbeitung. Die
Späne werden unter
hohem Druck und ohne
Zusatz von Bindemitteln
verpresst.
Abb 55 | Pelletstankwagen beim Befüllen
des Lagerraumes
Pellets-Einzelofen
Die Heizlast gibt an,
wie hoch die Leistung
ist, die die Heizung am
(genormten) kältesten Tag
des Jahres erbringen muss,
um im Inneren des Gebäudes behagliche Temperaturen (20 ° C) zu schaffen.
Dafür werden die Verluste
über die Bauteile und die
Lüftung berechnet.
Mit dem Pellets-Einzelofen steht eine automatische
Holzheizung für den kleinsten Leistungsbereich (2
bis 10 kW) zur Verfügung. Der Pellets-Einzelofen
eignet sich nicht nur für die Zusatzheizung in
Wohnungen, sondern auch als Hauptheizung in
sehr gut gedämmten Gebäuden. Die Öfen sind mit
Vorratsbehältern ausgestattet. Der Inhalt reicht je
nach Leistung für einen Heizbetrieb von 12 bis 90
Stunden. Die Befüllung erfolgt meist händisch. Üblich sind 15 kg Säcke zum Nachfüllen.
Verschiedene Hersteller bieten Öfen mit Wärmetauscher an, die Wandheizungen, Fußbodenheizungen oder Radiatoren, versorgen können.
Abb 56 | Pellets-Einzelofen
40
Stückholzheizung mit Pufferspeicher
Abb 57 | Holzvergaserkessel mit Pufferspeicher
Moderne Stückholzkessel mit Pufferspeicher sind
mit einer separaten Brennkammer für den Ausbrand der Schwelgase und einem Gebläse ausgestattet. Damit wird nicht nur eine schadstoffarme,
sondern auch eine effiziente Verbrennung mit Wirkungsgraden bis zu 90 % ermöglicht. Die Abbrandzeiten betragen bis zu acht Stunden bei Volllast
und bis zu 20 Stunden bei Teillast.
Innerhalb der Heizperiode, aber auch im Tagesverlauf, kann es zu hohen Schwankungen beim Wärmebedarf kommen. Die neuen Stückholzgebläsekessel können die Leistung auf bis zu 50 % der
Nennleistung ohne merklichen Wirkungsgradverlust reduzieren. Bei noch geringerem Bedarf sinkt
der Wirkungsgrad allerdings ab. Eine Kombination
mit einem Pufferspeicher gleicht diese Schwankungen aus. Mit der überschüssigen Wärme wird
der Pufferspeicher „geladen“. Diese Wärme kann
zu einem späteren Zeitpunkt genützt werden. Als
Faustregel gilt: Pro kW Heizleistung des Kessels ca.
50 Liter Speichervolumen.
Voraussetzung für die Direktförderung einer Stückholzheizung: Mindestens 800 Liter Pufferspeichervolumen.
Kachelofen-Ganzhausheizungen
Abb 58 | Kachelofen
Der Einsatz von Kachelöfen als behagliche Zusatzheizung beschränkte sich bisher auf die Beheizung
von einzelnen Wohnräumen. Mit dem geringen
Energiebedarf im Niedrigenergiehaus entwickelte
sich das Konzept der Kachelofen-Ganzhausheizung.
Dabei wird der Kachelofen mit einem Warmwassereinsatz und einem Pufferspeicher kombiniert und
als Zentralheizsystem eingesetzt. Nicht nur Radiatoren-, Wand- oder Fußbodenheizungen werden
mit Warmwasser versorgt, auch das Brauchwasser
kann zur Verfügung gestellt werden. Moderne Kachelöfen verfügen über eine automatische Zündung: Die Anfeuerungsphase wird so auf ein Minimum reduziert.
41
Hackschnitzelheizungen
Hackschnitzelheizungen eignen sich besonders für die Beheizung
größerer Objekte wie Bauernhöfe, Wohnanlagen oder öffentliche
Gebäude. Ein sinnvoller Einsatz beginnt ab einer Größe von etwa
20 bis 25 kW. Ein Gebäude mit 30 kW Heizlast benötigt ca. 80 m3
Hackschnitzel jährlich. Für einen zufriedenstellenden Betrieb einer Hackschnitzelheizung sind Wassergehalt und Stückgröße des
Brennstoffs wesentlich: Ideales Hackgut weist einen Wassergehalt
von 30 % und eine gleichmäßige Korngröße auf.
Abb 59 | Hackschnitzel
Fernwärme
Sie zeichnet sich durch hohen Komfort, wenig Platzbedarf und
geringe Investitionskosten aus. Als technische Einrichtung ist im
Haus lediglich eine kleine Übergabestation, die aus einem Wärmetauscher, Regelungs- und Messtechnik besteht, erforderlich. (siehe
Abb. 61)
Abb 60 | Fernwärme - Heizwerk
Fernwärme wird im Idealfall aus erneuerbaren Energieträgern (z. B.
Hackschnitzel) erzeugt und mittels Fernwärmerohren zu den Abnehmern geleitet. Dadurch entstehen bei den Abnehmern keine
Schadstoffemissionen. Im Heizwerk kann der Brennstoff schadstoffarm mit hohem Wirkungsgrad verfeuert werden. Außerdem
können die noch entstehenden Emissionen durch entsprechende
Filter leichter als bei Einzelfeuerungen verhindert werden. Dezentrale, regionale Fernwärmenetze haben den Vorteil, dass sie relativ
günstig in der Errichtung sind und das Kapital nicht aus der Region
abgezogen wird.
Abb 61 | Fernwärme - Übergabestation
42
Fossile Energieträger
Nachteil fossiler, nicht erneuerbarer Energieträger ist die hohe Klimabelastung. Der über lange Zeiträume gebundene Kohlenstoff
wird in relativ kurzer Zeit verbraucht. Dadurch kommt es zu einer
Überbelastung mit C02.
Gas hat in gewissen Situationen seine Einsatzberechtigung. So
z. B. in dicht besiedelten Gebieten, wo hohe Imissionsbelastung
besteht und wo kein Fernwärmeanschluss möglich ist.
Alleine mit dem Austausch alter Ölkesseln und Gasthermen durch
Geräte mit hohem Wirkungsgrad kann CO2 eingespart werden.
Wenn Erdgas oder Erdöl verwendet wird, dann sollte zumindest ein
Brennwertgerät zum Einsatz kommen (siehe auch Gasheizung).
Gasheizung:
Gas ist in dicht besiedelten Wohngebieten neben Fernwärme die
sinnvollste Heizungsart. Speziell in Ballungsgebieten mit hoher
Feinstaubkonzentration sowie in Gebieten, wo ein Fernwärmeanschluss nicht möglich ist, bietet sich Ergas als ideale Alternative an.
Gasheizungen benötigen keinen eigenen Brennstofflagerraum.
Es genügt ein Technikraum, ein Badezimmer oder ein Platz in der
Küche. Die Handhabung und Bedienung ist sehr einfach und komfortabel.
Gas-Brennwerttherme:
Durch die Kondensation des sich im Abgas befindenden dampfförmigen Wassers wird der Wirkungsgrad zur herkömmlichen Gastherme um bis zu 15 % erhöht. Die Abgastemperatur beträgt etwa
40 bis 50 °C und muss über einen kondensatdichten Fang (Kamin)
abgeführt werden.
Abb 62 | Gas-Wärmezentrale
Kombithermen:
Diese versorgen die Wohnung für die Beheizung nicht nur mit
Wärme, sondern erwärmen auch das Brauchwasser im Durchflussprinzip. Diese Geräte benötigen daher keinen Speicher und sind
besonders platzsparend. Warmes Wasser steht so jederzeit zur Verfügung.
Abb 63 | Gas-Kombitherme
43
Warmwasserbereitung
Im besten Fall erfolgt die Warmwasserbereitung mit einer Solaranlage. Ist dies
aus baulichen oder anderen Gründen nicht möglich, kann das Warmwasser in der
Heizperiode von der Heizanlage bereitgestellt werden. Eine herkömmliche Heizanlage sollte aber nicht für die Warmwasserbereitung im Sommer eingesetzt werden: Die Wirkungsgrade können dann unter 30 % liegen. Hier schafft im Sommer
ein Elektroeinsatz im Wasserspeicher Abhilfe. Als umweltfreundliche Alternative
bietet sich neben der Solaranlage die Wärmepumpe an.
Solaranlagen
Funktionsweise
Auf die Dämmung der
Rohrleitungen, die den
Kollektor mit dem Speicher
verbinden, sowie auf die
Dämmung des Speichers ist
zu achten.
3ON
NEN
KOL
L
OR
EKT
3PEICHER
7ARMWASSER
+ALTWASSER
7ËRMETAUSCHER
0UMPE
3TEUERUNG
Ist der Kollektor im
Winter zwei bis drei Monate
verschattet, vermindert sich
der Jahresertrag lediglich
um 5 bis 10 %.
Die über Kollektoren gewonnene Wärme wird
über Rohrleitungen in einen speziellen Solarspeicher eingebracht. Dabei handelt es sich
um einen stehenden Wasserspeicher mit Solaranschluss. Wird bei Schlechtwetter die erforderliche Temperatur im Speicher nicht erreicht,
kann über die bestehende Heizung oder einen
Elektroheizstab die gewünschte Temperatur
„nachgeheizt“ werden. Damit steht auch bei
Solaranlagen immer ausreichend Warmwasser
zur Verfügung. Bei Ein- und Zweifamilienhäusern kann der Warmwasserbedarf im Sommer
meist vollständig gedeckt werden, im Winter
und in den Übergangszeiten ist eine Nachheizung notwendig. Über das ganze Jahr gerechnet werden Deckungsgrade von ca. 70 %
erreicht.
4EMPERATURFàHLER
Ausrichtung
.ACHHEIZUNG
Die Ausrichtung der Kollektoren ist von zentraler Bedeutung für den Ertrag. Die Wärmegewinne sind am größten, wenn der Kollektor
im rechten Winkel zur Sonne steht. Deswegen
ist die Südrichtung am besten geeignet. Abweichungen bis zu 45 °C können mit etwas
größeren Kollektorflächen ausgeglichen werden. Ein Nachdrehen der Kollektorfläche nach
der Sonne hat sich als nicht sinnvoll erwiesen.
Abb 64 | Anlagenschema:
Solare Warmwasserbereitung
Neigung
%RTRAG
;K7HM¶UND4AG=
.EIGUNG²
.EIGUNG²
.EIGUNG²
*ËN &EB -ËRZ !PRIL -AI *UNI *ULI !UG 3EPT /KT .OV $EZ
Abb 65 | Ertrag von Kollektoren
bei unterschiedlicher Neigung
44
Die Neigung richtet sich nach dem gewünschten Nutzungszeitraum. Ist eine vorwiegende
Sommer nutzung beabsichtigt, sollten die
Kollektoren möglichst flach aufgestellt werden. Liegt die Hauptnutzung im Winter, dann
ist eine annähernd senkrechte Aufstellung
zu empfehlen. Weist die Dachfläche nicht die
erforderliche Neigung auf, sollten die Kollektoren dennoch auf der Dachfläche montiert
werden: Eine Aufständerung verteuert die
Kosten um 20 bis 30 %. Der Neigungswinkel
sollte sich nach der gewünschten Nutzung
richten: Bei der Schwimmbaderwärmung sind
es 0 bis 30 °C, bei der Warmwasserbereitung
30 bis 60 °C und bei der Raumheizung 60 bis
90 °C.
Kollektorarten
Kollektoren kommen in verschiedenen Einsatzbereichen zur Anwendung. Für jeden dieser Bereiche
haben sich unterschiedliche Kollektorarten entwickelt. Grundsätzlich werden drei Arten von Kollektoren verwendet:
tKunststoffabsorber für Schwimmbäder,
tFlachkollektoren für Warmwasser und Heizung,
tVakuumkollektoren für Warmwasser und Heizung.
Für die Warmwasserbereitung im Haushalt hat sich
der Flachkollektor durchgesetzt. Beim Vakuumkollektor ist im Unterschied zum Flachkollektor ein
höherer Ertrag bei geringerem Flächenbedarf zu
erzielen. Aufgrund des besseren Preis-Leistungsverhältnisses findet aber vorwiegend der Flachkollektor Anwendung. Die neue Kollektorengeneration verfügt über eine selektive oder hochselektive
Hightech-Beschichtung, die eine optimale Nutzung der Sonneneinstrahlung sicherstellt und die
Verluste gering hält.
Abb 66 | Flachkollektoren
Dimensionierung der Kollektoren
Mit der folgenden Auslegung können rund
70 % des jährlichen Warmwasserbedarfs gedeckt werden:
Der Großteil des
Stromverbrauchs von
Waschmaschinen und
Geschirrspülern ist auf
den Warmwasserbedarf
zurückzuführen. Mit einem
Anschluss dieser Geräte an
den Solarspeicher können
Stromkosten erheblich
reduziert werden. Pro Gerät
sind ca. 1 bis 1,5 m2 Kollektorfläche zu installieren.
Abb 67 | Fassadenintegrierter
thermischer Solarkollektor
Dimensionierung
Dimensionierung pro Person
Wasserverbrauch
40 – 60 l Wasser pro Tag
Auslegung der Kollektorfläche
Flachkollektor (Solarlack): 1,5 – 2,5 m2
Flachkollektor (selektiv Lack beschichtet): 1 – 2 m2
Speicherauslegung
50 – 75 l pro m2 Kollektor
zur Deckung des Bedarfs von zwei Tagen
Wärmepumpe
Luft-Wasser-Wärmepumpen eignen sich in unseren
Breiten für die Warmwasserbereitung im Sommer.
Prinzipiell funktionieren sie gleich wie Wärmepumpen für die Raumheizung (siehe Seite 39). Als Energieträger wird die warme Außenluft genutzt, im
Winter sinkt deswegen der Wirkungsgrad stark ab,
da die Lufttemperaturen zu gering sind.
Die Warmwasserbereitung erfolgt dann besser
über das Heizsystem.
45
Wohnraumlüftung mit
Wärmerückgewinnung
Im sehr gut gedämmten
Altbau hilft eine Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung, 70 Prozent
der durch Lüften verursachten Energieverluste zu
vermeiden.
Für den Einsatz neuer Lüftungstechnologie im sanierten Niedrigenergiehaus sprechen die hohe Raumluftqualität, geringe Energieverluste,
der Lärmschutz sowie der Schutz vor Staub und Pollen. Zudem macht die
neue Fenstergeneration Lüftungsanlagen besonders aktuell: Die guten
Dichtungen verbessern nämlich nicht nur den Wohnkomfort und sparen
enorm viel Energie, sondern es steigt auch die Luftfeuchtigkeit im Raum.
Konsequentes Lüften wird dadurch zur Voraussetzung für gutes Raumklima.
Lufthygiene
Um hygienische Luftverhältnisse herzustellen,
sollte alle zwei Stunden gelüftet werden. Das ist
gerade im Winter unbehaglich oder in der Nacht
gar nicht möglich. Die Folgen davon: Die Kohlendioxid-Konzentration in den Räumen steigt und
Feuchte, Gerüche und Schadstoffe werden nicht
entsprechend abgeführt.
Funktionsweise
Mit einer Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung und Erdvorwärmung
können Energieeinsparungen von bis zu 20 kWh/m2
und Jahr erzielt werden,
das entspricht etwa zwei
Liter Heizöl pro m2 und
Jahr. Hochwertige Anlagen
gewinnen 20 mal mehr Energie zurück als elektrische
Energie für den Betrieb
eingesetzt wird.
Bei Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung
wird über ein zentrales Gerät die Zuluft mit der Abluft erwärmt. Dabei sorgt ein hocheffizienter Wärmetauscher für die Wärmeübertragung. Lüftungsanlagen basieren also nicht wie eine Klimaanlage
auf Umluftbetrieb, sondern die beiden Luftströme
werden getrennt geführt. Dadurch wird eine ständige Zufuhr vorerwärmter Frischluft in Wohn- und
Schlafzimmer ermöglicht. Über Küche, Bad und WC
wird die verbrauchte Luft dann wieder abgesaugt.
Die Luft wird meist über Erdregister vorerwärmt
und mit Staub- und Pollenfiltern gereinigt.
Abb 68 | Kontrollierte
Wohnraumlüftung,
Zu- und Abluftanlage
7ËRMETAUSCHER
:ULUFTLEITUNG
!BLUFTLEITUNG
%INUND!USSTRÚMÚFFNUNGEN
&RISCHLUFTANSAUGUNG
&ORTLUFT
Erdreichwärmetauscher
Im Lüftungsgerät bildet
sich Kondensat, das abgeführt werden muss. Besteht
am Aufstellungsstandort
des Geräts kein Kondensatabfluss, muss einer hergestellt werden. Das Kondensat kann direkt in den Kanal
abgeführt werden.
Wenn möglich sollte die Zuluft über einen Erdreichwärmetauscher angesaugt werden. Bei sehr
tiefen Temperaturen im Winter kann damit eine
Vereisung des Lüftungsgerätes verhindert werden.
Werden bei einer Sanierung die Kellerwände auch
von außen gedämmt, können die Rohre für die
Erdreichvorwärmung einfach in den entstehenden
Graben verlegt werden. Die Frischluftansaugung
sollte so geplant werden, dass sie leicht zugänglich
bleibt, damit die dort vorhandenen Grobfilter getauscht werden können.
Leichte Zugänglichkeit
Das Rohrleitungssystem der Lüftungsanlage sollte
so gestaltet werden, dass es im Nachhinein gereinigt werden kann: Putzöffnungen dürfen nicht vergessen werden. Zum Reinigen stehen Druckluftoder Bürstensysteme zur Verfügung.
46
Abb 69 | Lüftungsgerät mit
Wärmetauscher
Einbau der Anlage
Der nachträgliche Einbau von Lüftungsanlagen
bei Sanierungen ist in den meisten Fällen aufwändiger als beim Neubau. Das größte Problem stellen
meist die benötigten großen Rohrquerschnitte der
Lüftungsleitungen dar. Wenn es keine optischen
Vorbehalte gibt, können Rohre auch sichtbar geführt werden. Müssen Durchbrüche durch Wände
erstellt werden, sollte bei der Dimensionierung die
eventuell notwendige Dämmung des Rohres nicht
vergessen werden (ca. 3 – 4 cm).
Förderungen
und Energieberatung
Das Land Steiermark unterstützt die Wohnhaussanierung
mit umfassenden Förder möglich keiten wie der rück zahlbaren Wohnhaus sanierungs förderung oder der Direktförderung von Biomasse heizungen und Solar anlagen. Die
Bauherren informieren
sich am besten bereits vor
dem Planungsbeginn über
die detaillierten Bestimmungen der einzelnen
Fördermodelle
Wohnhaus sanierungs förderung richtet sich nach der Anzahl der ÖKOPUNKTE.
47
Förderungen
Wohnhaussanierung
Art der Förderung:
Rückzahlbarer 50 %iger
Annuitätenzuschuss für ein
Darlehen mit einer Laufzeit
von mindestens 5 Jahren.
Die förderbaren Kosten je
Wohnung richten sich nach
ökologischen Kriterien
bzw. nach der Anzahl der
Ökopunkte.
Achtung:
Der Einbau einer Elektroheizung bzw. einer Heizungsanlage mit fossilen
Brennstoffen (Öl, Erdgas,
Kohle), sowie der Einbaueines Kachelofens können
grundsätzlich nicht gefördert werden.
Förderbare Maßnahmen:
t7FSCFTTFSVOHTNB•OBINFO[#'FSOXÊSNFBOschluss, Alternativenergieanlagen, energiesparende Maßnahmen, Regenwassernutzung),
tTVCTUBO[FSIBMUFOEF.B•OBINFOBO&JOVOE
Zweifamilienwohnhäusern (z. B. Dach-, Fassadeninstandsetzung, Mauerwerkstrockenlegung).
Voraussetzung:
Eine Benützungsbewilligung für das Gebäude, die
Baubewilligung des zu fördernden Objektes muss
– außer für die unten angeführten Maßnahmen –
mindestens 30 Jahre zurückliegen:
t'FSOXÊSNFBOTDIMVTTPEFS"MUFSOBUJWFOFSHJFBO
lagen (z. B. moderne Holzheizung),
t&OFSHJFTQBSFOEF.B•OBINFO[#8ÊSNFEÊN
mung, Fenstertausch),
t"MUFOVOECFIJOEFSUFOGSFVOEMJDIF.B•OBINFO
(z. B. Lifteinbau),
t4JDIFSIFJUTNB•OBINFOBO)PDIIÊVTFSO
Die Förderung erfolgt bei ökologischen Maßnahmen in Form eines nicht rückzahlbaren 15 %igen Annuitätenzuschusses (Laufzeit mind. 10 Jahre) bzw. bei anderen Verbesserungs- und Erhaltungsmaßnahmen
in Form eines rückzahlbaren 50 %igen Annuitätenzuschusses für ein Darlehen (Gesamtlaufzeit 5 Jahre).
Förderbare Kosten je Wohnung richten sich nach ökologischen Kriterien bzw. nach der Anzahl der Ökopunkte
t
t
t
max. € 30.000,– (Basisförderung, wenn kein Ökopunkt erreicht wird)
max. € 35.000,– Sanierungsmaßnahmen mit einem Ökopunkt durchgeführt
max. € 5.000,– zusätzlich je Ökopunkt, bis zu max. € 50.000,– (vier Ökopunkte)
Anträge für die „Wohnhaussanierung“ sind bei der A15, Abteilung Wohnbauförderung, 8010 Graz, Dietrichsteinplatz 15,
Telefon 0316/877 DW 3713 bzw. 3769, Internet www.wohnbau.steiermark.at, erhältlich und dort einzureichen.
Ökopunkte bei Sanierungsmassnahmen
Die förderbare Kostensumme bei Neuschaffung von Wohnungen in
bestehenden Gebäuden,
Wohnungszusammenlegungen und Wohnungsteilungen beträgt
max. € 50.000,–, bei einer
Wohnnutzfläche von mind.
30 m2 bis max. 150 m2.
Ausnahme:
Ist ein Öl- oder Gaskessel
nicht älter als 20 Jahre und
wird durch einen neuen
Kessel eine Energieeinsparung von 15–20 % erzielt,
so wird auch diese Anlage gefördert. Bei Gas als
Energieträger werden nur
Heizkessel mit Brennwerttechnik gefördert.
48
Kein ÖKOPUNKT bei:
tWärmedämmende Maßnahmen eines einzelnen
Außenbauteils: Der U-Wert der Außenbauteile
(AW, KD, DD) entsprechen den Bestimmungen
der Wohnbauförderungsstelle,
tFenstersanierung oder Einbau neuer Fenster,
Außentüren (Haus-, Wohnungseingangstüre),
tAnschluss an öffentliches Kanal- und Wassernetz,
tSubstanz erhaltende Maßnahmen an Eigenheimen (Ein- und Zweifamilienhäuser),
tWasserleitungsanlage (Ersatz von Bleileitungen,
Regenwassernutzung),
tElektroinstallationen, Alarmanlagen, Gegensprechanlagen,
tSanitärinstallationen (Bad, WC inkl. Grundrissgestaltung),
tGrundrissgestaltung (inkl. notwendige bauliche
Maßnahmen),
tSicherheitsmaßnahmen an Hochhäusern.
Ein Ökopunkt bei:
tEinbau einer Biomasseheizung (Hackschnitzel,
Pellets oder Stückholzspezialkessel mit mind.
800-Liter Pufferspeicher),
tFernwärmeanschluss,
tEinbau einer Solaranlage,
tEinbau einer monovalenten Wärmepumpenheizung,
tEinbau einer Photovoltaikanlage (mind. 1kW
netzgekoppelt),
tWärmedämmende Maßnahmen: sämtliche
U-Werte bzw. der mittlere U-Wert der Außenbauteile müssen den Bestimmungen der Wohnbauförderungsstelle entsprechen (Nachweis mit dem
Gebäudeerhebungsblatt).
Zwei Ökopunkte bei:
tEinbau einer Biomasseheizung (Hackschnitzel,
Pellets oder Stückholzspezialkessel mit Pufferspeicher) und einer Solaranlage,
tEinbau einer Biomasseheizung (Hackschnitzel,
Pellets oder Stückholzspezialkessel mit mind.
800-Liter Pufferspeicher) und einer Lüftungswärmerückgewinnung mit Wärmerückgewinnung,
tWärmedämmende Maßnahmen: Sämtliche
U-Werte bzw. der mittlere U-Wert der Außenbauteile müssen mindestens 20 % unter den Bestimmungen der Wohnbauförderungsstelle liegen
(Nachweis mit dem Gebäudeerhebungsblatt).
Folgende Alternativenergieanlagen können nur
bei Vorlage einer positiven Stellungnahme einer
autorisierten Energieberatungsstelle bzw. eines Ziviltechnikers gefördert werden:
tMonovalente Wärmepumpenheizung,
tLüftungswärmerückgewinnung (eventuell in
Verbindung mit einer Wärmepumpe),
tHeizungssystem mit erneuerbaren Energieträgern in Verbindung mit einem MassivspeicherHeizsystem,
tStückholzspezialkessel ohne Pufferspeicher,
tTeilsolare Heizung mit Pufferspeicher,
tPhotovoltaikanlage mind. 1 kW, netzgekoppelt.
Biomassedirektförderungen
(Direktförderung)
Für den Einbau einer Heizanlage, welche
mit Biomasse (Stückholz, Hackgut oder
Pellets) betrieben wird, können höchstens
25 % der Nettoinvestition als Investitionszuschuss gewährt werden.
Förderbeträge:
Die Beihilfenobergrenze beträgt für Scheitholzgebläsekessel und Pellets-Zentralheizungsöfen als Gesamtheizsystem € 1.100,–;
für Pellets-Zentralheizungsanlagen und
Hackschnitzel-Zentralheizungsanlagen
€ 1.400,–.
Bei Mehrfamilienhäusern ist die Beihilfenobergrenze durch Multiplikation der oben
genannten Obergrenzen mit der Anzahl
der Wohnungseinheiten (ab 3 WE) in Zusammenhang mit dem maximal möglichen
Investitionszuschuss zu ermitteln.
Die Antragstellung kann erst nach Errichtung der Anlage bei den Beratungsstellen
erfolgen.
Solarförderungen (Direktförderung)
Für Solaranlagen zur Warmwasserbereitung
und Raumheizung gibt es vom Land Steiermark für Ein- und Mehrfamilienhäuser
einen nicht zurückzahlbaren Zuschuss pro
Quadratmeter Kollektorfläche (Aperturfläche). Voraussetzung für diesen Zuschuss
ist eine Förderung durch die jeweilige Gemeinde.
Förderbeträge:
Für Solaranlagen kann ein Zuschuss in Form
eines Sockelbetrages von € 300,– und 50,–/
m2 Kollektorfläche (Aperturfläche) gewährt
werden. Bei Einfamilienhäusern müssen
mindestens 5 m2, bei Mehrfamilienhäusern
(Geschossbau) mindestens 2 m2 Kollektorfläche (Aperturfläche) je Wohneinheit installiert werden.
Im Falle einer Heizungseinbindung (Teilsolare Raumheizung) erhöht sich bei einer
Anlage mit mindestens 15 m2 Kollektorfläche der Sockelbetrag auf € 500,–. Bei der
Erweiterung einer bestehenden Solaranlage werden neue Kollektoren mit € 50,–/m2
gefördert, wobei sich die Kollektorfläche
bei Einfamilienhäusern um 5 m2 und im Geschossbau um 2 m2/Wohneinheit erhöhen
muss.
Fotovoltaik:
Bei Neuerrichtung einer Fotovoltaikanlage kann ein Direktzuschuss in Form eines
Sockelbetrages von € 500,– und 50,–/m2
Kollektorfläche bei einer Mindestkollektorfläche von 2 m2 gewährt werden. Die Förderungsobergrenze beträgt für thermische
und Fotovoltaik-Anlagen € 2.000,– und
650,–/Wohneinheit bei Mehrfamilienhäusern.
Klima- und Energiefonds (KLI.EN-Fonds)
Voraussetzungen:
tHolzzentralheizungsanlagen (bis Nennleistung 50 kW), sofern für Beheizung
privater Wohnflächen,
tFörderung (Pauschale): € 800,– für Pelletskessel, € 400,– für Hackgut- und Stückholzkessel,
tAntragstellung innerhalb von 3 Monaten
ab Rechnungsdatum.
Weitere Infos/Antragstellung bei Kommunalkredit Public Consulting GmbH, Türkenstraße 9, 1092 Wien; Telefon 01/31631 DW
264 bzw. 265, Fax: 01/31631-99264,
[email protected]
Internet:
www.publicconsulting.at/holzheizungen
Der Energieausweis
Im Dezember 2002 hat die Europäische Union eine
Richtlinie verabschiedet, mit der die Mitgliedsstaaten bis 2006 verpflichtet werden, einen Energieausweis einzuführen. Die Richtlinie legt fest,
„dass beim Bau, beim Verkauf oder bei der Vermietung von Gebäuden den EigentümerInnen bzw.
potenziellen KäuferInnen oder MieterInnen von
den EigentümerInnen ein Ausweis über die Gesamtenergieeffizienz vorgelegt wird“. Der Ausweis
muss „Vergleichskennwerte enthalten, um den VerbraucherInnen einen Vergleich und eine Beurteilung der Gesamtenergieeffizienz des Gebäudes zu
ermöglichen“.
Der Sinn des Energieausweises ist, Auskunft über
den Energieverbrauch eines Hauses oder einer
Wohnung zu geben. Ähnlich der Kennzeichnung
von Elektrogeräten ist mit einem Ausweis der energietechnische Stand eines Gebäudes auf einen
Blick erkennbar. Die Kategorisierung von „A“ bis
„G“ erfolgt über eine Energiekennzahl. Damit verfügen Bauherren, Käufer oder Mieter von Objekten
über eine objektive Kennzahl, die einen einfachen
Vergleich der Energiestandards unterschiedlicher
Gebäude ermöglicht.
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Zur Senkung des
Energieverbrauchs und
zur Begrenzung der
Kohlendioxidemissionen
ist auch die regelmäßige
Inspektion von Heizkesseln
und Klimaanlagen in der
Richtlinie enthalten.
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50
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Beratungsgespräche in den regionalen Beratungsstellen
Schulberatungstage
Bauherrenabende in den Gemeinden (kostenfrei)
Direktberatungen vor Ort
Wir informieren über:
Unser Serviceangebot
Zeltweg
Energieagentur Obersteiermark
Holzinnovationszentrum 1a
8740 Zeltweg
Tel.: +43 (0)3577 26664
e-mail: [email protected]
Energieberatung
Beratungsstellen und Angebot
Stainz
Energieagentur Weststeiermark
Technologiepark 2
8510 Stainz
Tel.: +43 (0)3463 700 27
e-mail: [email protected]
Magistrat Graz
Umweltamt Energiereferat
Kaiserfeldgasse 1/IV
A-8010 Graz
Tel.: +43 (0)316 872-4320
e-mail: [email protected]
GEA-Grazer Energieagentur
Steiermark GmbH.
Kaiserfeldgasse 13/I
8010 Graz
Tel.: +43 (0)316 81 18 48-0
e-mail: [email protected]
Feldbach
LEA-Lokale Energieagentur
Oststeiermark
Auersbach 130
8330 Feldbach
Tel.: +43 (0)3152 8575 500
e-mail: [email protected]
Gleisdorf
AEE INTEC
Feldgasse 19
8200 Gleisdorf
Tel.: +43 (0)3112 58 86
e-mail: [email protected]
Weiz
Regionalenergie Steiermark
Florianigasse 9
8160 Weiz
Tel.: +43 (0)3172 30 321
e-mail: [email protected]
Energieberatungsstelle
des Landes Steiermark
Burggasse 9/I
8010 Graz
Tel.: +43 (0)316 877 2694 od. 3414
e-mail: [email protected]
Graz
LandesEnergieVerein
Steiermark
Burggasse 9/II
8010 Graz
Tel.: +43 (0)316 877 3389
e-mail: [email protected]
Notizen
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Notizen
52
Literaturhinweise
Die „umweltberatung“ Niederösterreich, ALTHAUS modernisierung,
Tipps zur richtigen Althaussanierung, 2004.
Energieinstitut Vorarlberg, Neue Energie für alte Häuser.
Ein Leitfaden zur energieeffizienten und ökologischen
Wohnbausanierung, 2003.
Energieagentur NRW, Sanierung – Altes Haus wird wieder jung!
Wuppertal 2003.
Energieagentur NRW, Dachausbau. Gut gedämmt – schadensfrei gebaut!
Wuppertal 2003.
NÖ Landes-Landwirtschaftskammer, Energie aus Holz, 2001.
LandesEnergieVerein Steiermark, Informieren spart Energie
Quellenverzeichnis
Fotos und Grafiken
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S. 6
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S. 50
Watzek Photografie, Hall in Tirol
Abb. 1: DI Karl-Heinz Lesch;
Abb. 2: Grazer Energie Agentur
Abb. 3: Arch. DI Erwin Kaltenegger;
Abb. 4: Arch. DI Reinhard Madritsch
Arch. DI Reinhard Madritsch
Abb. 5 – 8: Arch. DI Reinhard Madritsch
Abb. 9 – 11: Arch. DI Erwin Kaltenegger;
Abb.12: DI Andreas Greml/LEV
Abb. 13: GIWOG
Abb. 14 –15: GIWOG
Abb. 16 – 19: DI Karl-Heinz Lesch
Grazer Energie Agentur
Abb. 20: Grazer Energie Agentur
Abb. 21: Watzek Photografie, Hall in Tirol
Abb. 22: Arch.-Büro Kaltenegger;
Abb. 23: Energie Tirol
Abb. 24: Arch.-Büro Kaltenegger
LandesEnergieVerein/Grafik Krausz
Abb. 25 – 26: Umweltberatung Niederösterreich, Althausmodernisierung;
Abb. 27: AREHNA
Abb. 28: Österreichisches Institut für Baubiologie und -ökologie
Abb. 29: LandesEnergieVerein/Grafik Krausz;
Abb. 30: Fa. Austrotherm
Abb. 31 - 36: LandesEnergieVerein/Grafik Krausz
Abb. 37: Fa. Austrotherm
Abb. 38 – 39: Energie Tirol
Abb. 40: LandesEnergieVerein;
Abb. 41: Blower-Door GesmbH
Abb. 42 – 43: Blower-Door GesmbH
Abb. 44: LandesEnergieVerein/Grafik Srienc
Abb. 45: Energie Tirol
Abb. 46: Energie Tirol;
Abb. 47: Firma Swisspacer
Abb. 48: Firma Internorm;
Abb. 49: Energie Tirol
Abb. 50: Energie Tirol;
Abb. 51: Energie aus Holz,
NÖ Landes-Landwirtschaftskammer, Forstabteilung
Abb. 52: DI Andreas Moser;
Abb. 53: Firma Vaillant
Abb. 54: Österreichischer Biomasseverband;
Abb. 55: LandesEnergieVerein;
Abb. 56: Firma Wodtke, D-Tübingen
Abb. 57: LandesEnergieVerein;
Abb. 58: Watzek Photografie, Hall in Tirol
Abb. 59: Österreichischer Biomasseverband;
Abb. 60: LandesEnergieVerein;
Abb. 61: Nopro Wärmesysteme GesmbH
Abb. 62 und 63: Firma Vaillant
Abb. 64 – 65: Energie Tirol
Abb. 66: Firma Vissmann; Abb. 67: DI Andreas Moser
Abb. 68: Energie Tirol; Abb. 69: DI Andreas Greiml
Gerhard Berger, Innsbruck
LandesEnergieVerein
LandesEnergieVerein Steiermark.
Wir danken der Energieagentur NRW recht herzlich für
die Erlaubnis zur Übernahme von Texten aus der
Broschüre „Sanierung – Altes Haus wird wieder jung!“.
Wir danken der FHS Kufstein/Facility Management für
die wissenschaftliche Beratung.
53
Diese Broschüre basiert auf einer Idee von Energie Tirol. Als Vorlage diente die tiroler Broschüre „Vom Althaus zum Niedrigenergiehaus“, die auf steirische Gegebenheiten adaptiert wurde.
Impressum
Eigentümer, Herausgeber
und Medieninhaber:
Für den Inhalt verantwortlich:
LandesEnergieVerein Steiermark
Burggasse 9/II, A-8010 Graz
Gerhard Ulz, LandesEnergieVerein Steiermark
Konzept und Redaktion:
DI Christina Krimbacher, Energie Tirol
Mag. Gerhard Bittersmann, DI Alexander Ebner, Josef Srienc,
LandesEnergieVerein Steiermark
CONTEXT, Medien- und Öffentlichkeitsarbeit, Hall in Tirol
Gestaltung:
Peter Nefischer, Seitenstetten,
Mag. Gerhard Bittersmann, DI Alexander Ebner, Josef Srienc,
LandesEnergieVerein Steiermark
Titelfoto:
Druck:
Arch. DI Reinhard Madritsch
Universitätsdruckerei Klampfer, Weiz
Oktober 2008
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Qualitätssicherung am Bau
Der LandesEnergieVerein Steiermark bietet BlowerDoor Tests (Luftdichtheitsmessungen) für Gewerbe
und für Private an.
Wie wird ein BlowerDoor Test durchgeführt?
Mittels eines Gebläses, das in eine
Textilplane eingehängt wird, erfolgt
mit 50Pa Unterdruck die Ortung von
Leckagen. Die Überprüfung der Luftwechselrate eines Gebäudes erfolgt
mit vergleichender Überdruck- und
Unterdruckmessung.
Vorteile einer luftdichten Gebäudehülle:
tErhöhter Komfort und Vermeidung
von Zug,
tEnergie- und Heizkostenersparnis
durch geringere Wärmeverluste,
Anfragen richten sie bitte an:
Der Messablauf erfolgt nach EN 13829!
Mit einem Nebelgenerator werden
Leckagen geortet. Mit dem Luftströmungsgerät wird die Qualität der
Leckage dokumentiert.
In weiterer Folge wird jede Leckage
bildlich festgehalten und im Protokoll
beschrieben. (Lage, Luftgeschwindigkeit).
LandesEnergieVerein Steiermark
Burggasse 9/II
A-8010 Graz
fon: +43 (0)316 877 4797
fax: +43 (0)316 877 3391
email: [email protected]
website: www.lev.at
Für die Überprüfung der Gebäudehülle
hat sich die BlowerDoor Messung bereits bei vielen Bauprojekten bewährt.
Durch das Auffinden und Abdichten
undichter Stellen (Leckagen) können
massiv Heozkosten eingespart werden.
tVerbesserter Schall- und Wärmeschutz,
tSicherheit vor Bauschäden durch
Kondensation in der Dämmung,
tErhöhung des Wirkungsgrades von
Lüftungsanlagen,
tVermeidung von Überhitzung im
Sommer.
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