Anhang: Würdigung der zur Prämierung vorgeschlagenen Fassaden Fassadenpreise 2007 1. Alfonsstr. 11 Das neubarocke Eckhaus mit Walmdach ist durch einen überkuppelten Eckturm, zwei geschweifte Zwerchgiebel, zwei Bodenerker und reichen Stuckdekor sehr aufwändig gegliedert. Das Gebäude geht auf einen Entwurf von Ludwig Catharinus zurück und entstand in den Jahren 1900/01. Im Zuge des Dachgeschossausbaus ließ der Bauherr auch die Fassaden instandsetzen. Einen großen Mangel stellten die beiden in Folge eines Kriegsschadens vereinfacht wieder aufgebauten Zwerchgiebel dar. Dieses Manko wurde durch eine Rekonstruktion der beiden Giebel behoben, so dass die Fassade wieder ihr ursprüngliches Erscheinungsbild zeigt. Die Putze blieben weitgehend erhalten und wurden wo notwendig ausgebessert. Anschließend wurde die Fassade in einem warmen Grauton, der gut zur Architektur der Fassade passt, neu gestrichen. Die Fenster waren so stark geschädigt bzw. in der Vergangenheit z. T. bereits gegen unpassende Fenster ausgetauscht worden, dass sie erneuert werden mussten. Straßenseitig ließ der Bauherr wieder schlank profilierte Kastenfenster nach historischem Vorbild einbauen. Dabei verschwanden u. a. die störenden einflügeligen Fenster in der ersten Dachgeschossebene. An den Hofseiten wurden sorgfältig detaillierte Isolierglasfenster eingesetzt. Die originale Hauseingangstüre wurde behutsam aufgearbeitet. Das Dach wurde denkmalgerecht mit naturroten Biberschwanzziegeln neu eingedeckt und die Verblechungen in Kupfer erneuert. Durch die sehr umfangreiche Gesamtinstandsetzung der Fassaden gelang es, das ursprüngliche Erscheinungsbild des Gebäudes wieder herzustellen. Das durch seine Ecklage an der Kreuzung Alfons-/Jutastr. städtebaulich wichtige Anwesen stellt ein sehr gelungenes Beispiel einer material- und detailgerechten Instandsetzung dar. 2. Böcklinstr. 31 Die denkmalgeschützte Villa in Ecklage entstand in den Jahren um 1895 im Stil des Neubarocks nach Plänen des Bauunternehmens Heilmann und Littmann. Sie liegt innerhalb des Ensembles „Villenkolonie Gern“, das im wesentlichen die älteste Münchner Reihenhaussiedlung im Villentypus umfasst und somit von siedlungsgeschichtlicher Bedeutung ist. Bei diesem Anwesen waren die Wandputze so stark geschädigt, dass sie weitgehend erneuert werden mussten. Dies geschah in guter handwerklicher Qualität. Die Stuckteile dagegen waren in besserem Zustand, so dass diese lediglich ausgebessert werden mussten. Die historischen Kastenfenster konnten instand gesetzt werden und tragen ganz wesentlich zum vornehmen Gesamterscheinungsbildes des Gebäudes bei. Die vor der letzten Instandsetzung vorhandene Farbgebung wirkte durch ihren harten Kontrast zwischen den weißen Gliederungen und den ockerfarbenen Rücklagen sehr störend und entsprach nicht den historischen Gepflogenheiten. Es wurde daher ein neues Farbkonzept, das auf einem harmonischen Zusammenspiel von Wand-, Gliederungs- und Fensterfarbton basiert, entwickelt. Insgesamt kann die Fassadeninstandsetzung als beispielhaft für die Sanierung der zahlreichen benachbarten Baudenkmäler bezeichnet werden. Die reich stuckierte Fassade wurden in ihrem Erscheinungsbild wesentlich aufgewertet. 3. Dienerstr. 16 Zwischen Rathaus und Altem Hof steht eines der letzten erhaltenen altmünchner Bürgerhäuser, ein im Kern mittelalterlicher, viergeschossiger Traufseitbau mit Holzlauben an den 1 Hofseiten, der seine Fassade bei einem Umbau im Jahre 1747/48 erhalten hat. Aufgrund altersbedingter Verwitterungen wurde eine Instandsetzung der barocken Fassade notwendig. Hierbei mussten Putzschäden handwerklich ausgebessert und Feuchtigkeitsschäden im Sockelbereich behoben werden. Vor dem Neuanstrich waren die Rücklagen in einem hellen Braunton und die Gliederungen in einem Weißton gestrichen. Dadurch bestand ein sehr unpassender Farbkontrast zwischen diesen Fassadenteilen. Beim Neuanstrich wurde nun auf Wunsch des Bauherrn für die Rücklagen ein Grauton und für die Gliederungen ein aus dieser Farbe entwickelter, etwas hellerer Ton verwendet, was zu einer gestalterischen Verbesserung geführt hat. Insgesamt eine solide Renovierungsmaßnahme, die eine für die Baugeschichte der Stadt München bedeutende Barockfassade für die nächsten Jahre im Bestand sichert. 4. Eggernstr. 5 Das neubarocke Mietshaus mit Stuckdekor aus dem Jahre 1893 ist Teil einer geschlossenen Blockrandbebauung und als Einzelbaudenkmal in die Denkmalliste eingetragen. Vor Beginn der Sanierung wies die Fassade, insbesondere der Erdgeschossputz, starke Schäden auf, verursacht durch einen in der Vergangenheit aufgebrachten, diffusionsdichten Dispersionsanstrich. Es war daher unvermeidlich, die Dispersionsfarbe in der Erdgeschosszone abzubeizen und den schadhaften Putz durch Sanierputz zu ersetzen. Neben den Putzausbesserungen in den Obergeschossen ist die Erneuerung sämtlicher Verblechungen erwähnenswert. Soweit es möglich war, blieben die originalen Kastenfenster erhalten und wurden repariert. Lediglich im ersten Obergeschoss wurden die Fenster wegen irreparabler Schäden originalgetreu nachgebaut. Die unpassenden Kunststofffenster in den Gauben und im Giebel ersetzte man wieder durch denkmalgerechte Holzkastenfenster. Aufbauend auf eine Befunduntersuchung ließ der Bauherr schließlich ein neues Farbkonzept entwickeln, da der vorherige, sehr kräftige, rotbraune Anstrich mit seinen farblich stark abgesetzten Gliederungen dem Gebäude in keiner Weise gerecht geworden war. Die Wandflächen wurden nun in einem warmen Grauton mit nur um eine Nuance heller abgesetzten Gliederungen neu gestrichen und vereinen sich mit den rotbraunen Fenstern zu einem harmonischen Gesamtbild. Besonderer Wert wurde darauf gelegt, die Fassade farblich in die Bebauung der Eggernstraße zu integrieren und trotzdem die Ablesbarkeit der einzelnen Häuser zu gewährleisten. Die sehr aufwändige Fassadeninstandsetzung kann zu Recht als vorbildlich bezeichnet werden. Nach der im Jahre 2001 ebenfalls mit dem Fassadenpreis ausgezeichneten Renovierung des Nachbaranwesens hat der Bauherr nunmehr einen weiteren, bedeutenden Beitrag zur visuellen Aufwertung dieser Haidhauser Straße geleistet. 5. Ehrengutstr. 27 Der stattliche Eckbau im Stil der deutschen Renaissance, errichtet 1898 nach einem Entwurf des Architekturbüros Rosa Barbist, bildet zusammen mit den Nachbaranwesen eine Gebäudegruppe, die den städtebaulich prägenden Eckbereich zwischen Ehrengut- und Isartalstraße besetzt. Ausgangspunkt der Sanierung war ein in seiner Grundsubstanz weitgehend erhaltenes historisches Gebäude, das nur im Dachbereich nach Kriegsschäden bei den Ziergiebeln und Ecktürmchen stärkere Vereinfachungen aufwies. Nachkriegszeitliche, flächige und falsch geteilte Fenster beeinträchtigten den Eckbau in seinem Erscheinungsbild. Anhand historischer Fotobelege konnten die ursprünglichen, mit feinen Profilen gestalteten Holzfenster wieder rekonstruiert werden. Durch die zeittypische Detailgestaltung der Fensterstöcke und -flügel gelang es, das einstmals vorhandene, elegante Fensterbild als wesentliches Gestaltungselement der Fassade wieder herzustellen. Ansonsten wurden an der Fassade schadhafte Putzstellen fachgerecht ausgebessert und ein dem Haustypus angemessener warmer Grauton – etwas heller im Bereich der Gliederungen, etwas dunkler im Bereich der Wandflächen – gestrichen, der sich gut in das Straßenbild einfügt. Im Rahmen eines Dachgeschossausbaues hat man auch die Gauben nach historischem Vorbild neu gestaltet und die Dachflächen wieder mit naturroten Biberschwanzziegeln eingedeckt. Ins2 gesamt eine gelungene Instandsetzungsmaßnahme, welche zur visuellen Aufwertung des Viertels um den Roecklplatz beiträgt. 6. Frans-Hals-Str. 4 a Die malerische Villa, deren Fassaden ursprünglich reich im Stil der deutschen Neurenaissance dekoriert waren, entstand als erstes Gebäude an der Frans-Hals-Straße in den Jahren von 1900 bis 1901 nach Plänen von Carl Zeh. Nach vereinfachenden Überarbeitungen 1935 folgten weiteren Veränderungen in den 1950er Jahren, wie der Aufbau eines Wintergartens auf die Eingangsüberdachung und das Vorsetzen eines Betonsockels vor die Außenwand. Im Rahmen der aufwändigen Fassadeninstandsetzung wurden diese störenden Bauteile nunmehr zurück gebaut und die Fassaden nach Entfernung der schädlichen Dispersionsfarbschichten und behutsamen Putz- und Stuckausbesserungen in einem auf Grundlage einer Befunduntersuchung ermittelten, hellen Sandton neu gestrichen. Auch bei den Fenstern hat man Störungen der Vergangenheit, wie z. B. die in einigen Fensteröffnungen eingebauten Glasbausteine, entfernt. Noch vorhandene Kastenfenster ließen die Bauherren instandsetzen und an der Gartenseite neue, denkmalgerechte Holzisolierglasfenster einbauen. Wo notwendig, wurden die Rollläden in Holz erneuert. Die Sicherung und Instandsetzung der Garteneinfriedung, welche typische Elemente des Jugendstils aufweist, rundet die Gesamtmaßnahme auf positive Weise ab. Für das historische Villenviertel Solln, in dem heute Mehrfamilienhäuser aus der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg überwiegen, ein städtebaulicher und visueller Gewinn. 7. Franziskanerstr. 17 Das schlicht zurückhaltend gestaltete Mietshaus mit Eckerker entstand in den Jahren um 1900. Es ist heute als Einzelbaudenkmal in die Denkmalliste der Landeshauptstadt München eingetragen. Wie so viele gründerzeitliche Gebäude in München hatte auch dieses Haus, wohl in Folge von Kriegsschäden, vereinfachten Wiederaufbau und falsch verstandener Modernisierung stark gelitten. Die Haube des Erkers, der die Ecke des Gebäudes betont, war verschwunden und in den Fensteröffnungen saßen gesichtslose einflügelige Fenster mit einem Hauptfensterflügel und darüber liegendem Oberlicht. Im Erdgeschoss waren großflächige Schaufenster vorhanden. All diese Mängel ging die Bauherrin im Zuge einer Gesamtinstandsetzung an. Sie ließ die fehlende Zwiebelhaube des Eckturms rekonstruieren und neue denkmalgerechte zweiflügelige Holzfenster einsetzen. Auch im Erdgeschossbereich wurden stärker gegliederte Fenster eingebaut. Durch diese Maßnahmen erhielt die Fassade wieder wesentliche Elemente ihrer ursprüngliches Gestaltung zurück. Die starken Putzschäden wurden handwerklich saniert und die fehlende Rustika im Erdgeschoss ergänzt. Die Gauben wurden erneuert und die Dachflächen mit Biberschwanzziegeln neu eingedeckt. Abschließend wurden die Fassaden in gelblichen Farbton mit helleren Gliederungen neu gestrichen. Mit den beschriebenen aufwändigen Sanierungsmaßnahmen gelang es, dem Gebäude wieder eine gestalterische Dichte und ein ausgewogenes Erscheinungsbild zurückzugeben. Die Fassaden wirken durch die exponierte Ecklage des Hauses jetzt als positives Vorbild weit in die umliegenden Straßenräume hinein. 8. Josephspl. 2 Das neubarocke Anwesen mit Erker und reichem Stuckdekor stammt aus den Jahren 1902/03 und besitzt als Besonderheit am Zwerchgiebel ein Madonnenrelief. Der Entwurf für das heute denkmalgeschützte Gebäude geht auf Andreas Reinhart zurück. Bei der Instandsetzung der platzseitigen Fassade wurde sehr differenziert mit der historischen Bausubstanz umgegangen. Ziel war der weitest mögliche Erhalt der originalen Bauteile. Die erheblichen Schäden am Putz und den Stuckierungen wurden aufwändig ausgebessert. Dadurch konnten diese Bauteile mit all ihren historischen Informationen, wie z. B. die Abfolge der verschiedenen Farbschichten, im Wesentlichen erhalten werden. Für den notwendigen 3 Neuanstrich der Fassade wurde historisch richtig ein warmer Sandton gewählt. Dabei wurden die Wandflächen etwas dunkler, die Gliederungen etwas heller gehalten, so dass sich ein differenziertes Erscheinungsbild der Fassade ergab. Die originalen Kastenfenster wurden so weit wie möglich im Bestand saniert. Lediglich die äußeren Flügel mussten aufgrund ihrer starken Schädigung durchgängig erneuert werden. Im Erdgeschossbereich waren die Fenster so stark zerstört, dass hier neue, zu den alten baugleiche Kastenfenster eingebaut wurden. Selbst die historische Gaubenverblechung blieb erhalten und wurde sorgsam instand gesetzt. So war es fast schon selbstverständlich, dass auch die sehr dekorative Hauseingangstüre lediglich schonend aufgearbeitet wurde. Der denkmalgerechte und substanzschonende Umgang mit dem Baubestand dieses für das Bild des Josephsplatzes bedeutenden Anwesens ist hier besonders positiv hervorzuheben. 9. Kaiserstr. 10 Das Anwesen Kaiserstr. 10 aus der Mitte der 80er Jahre des 19. Jahrhunderts ist Teil einer symmetrisch gestalteten, zusammenhängenden Villenreihe im Stil der nordischen Renaissance. Seine reich gegliederte Fassade zeigt Wandflächen in Sichtziegelmauerwerk mit Putzgliederungen, Balkon und Giebelrisalit. Da bereits Ende der 1950er Jahre bei größeren Umbauten u. a. die originalen Fenster verloren gegangen, die Balkontüröffnungen durch ein zusätzliches Fenster optisch stark vergrößert, die Ziegeloberflächen abgeschliffen und im Sockelbereich Kacheln angebracht worden waren, setzte sich die Bauherrschaft zum Ziel, diese Fehlentwicklungen, soweit möglich, zu beseitigen und die Fassade wieder in ihren ursprünglichen Zustand zurück zu versetzen. Mit großem Aufwand wurden die das Proportionsgefüge störenden Fensteröffnungen im 1. Obergeschoss wieder zurück gebaut, die Kachelverkleidungen des Sockels abgenommen und an Stelle der großflächigen Fenster der 1950er Jahre wieder sehr sorgfältig detaillierte Holzkastenfenster nach historischem Vorbild eingebaut. Die Gliederungselemente der Fassade wurden fachkundig in Stand gesetzt, die original erhaltene Haustür restauriert sowie abschließend die Putzgliederungen und der neu verputzte Sockel in einem hellen Steinton gestrichen. Die Instandsetzung der Vorgarteneinfriedung rundet eine Gesamtmaßnahme ab, welche in der dichten Folge qualitätsvoller Bauten des Historismus in der Kaiserstraße einen weiteren Glanzpunkt setzt und für den östlichen Teil des Ensembles „Nordschwabing“ eine erneute Aufwertung bedeutet. 10. Karlspl. 7 Das Anwesen ist Teil des Karlsplatz-Rondells, einer etwa halbkreisförmigen Folge von Geschäftshäusern beiderseits des Karlstores. Die Anlage wurde von Gabriel von Seidl (Fassaden) und Oscar Strelin im repräsentativem Neubarockstil konzipiert und in den Jahren von 1899 bis 1901 erbaut. Vor der Instandsetzung zeigte die reich gegliederte und dekorierte Fassade erhebliche Schäden. Die Plastiken auf der Dachtraufe wiesen Fehlstellen und unsachgemäße Ausbesserungen der Vergangenheit auf, die Stuckgliederungen der Fassade waren ebenfalls geschädigt, wie auch die Balkongitter, die Dachbalustrade und die Verblechungen. Die Plastiken wurden an den Fehlstellen nachmodelliert und instand gesetzt, fehlende Stuckteile an der Fassade ergänzt. Nicht mehr zu reparierende Teile der Balustrade mussten nachgeformt werden, die restlichen Teile wurden handwerklich ausgebessert. Die Balkongitter wurden instand gesetzt und die Verblechungen unter Zugrundelegen einer sorgfältigen Detailplanung erneuert. Anschließend wurde die Fassade mit einem die Architekturaussage unterstützenden, speziell gemischten Ockerton nach Befund neu gestrichen und der Natursteinsockel instand gesetzt. Auch die Fenster mussten ausgebessert werden und wurden grün gestrichen. Die Dacheindeckung wurde passend zu den benachbarten Teilen des Rondells mit braunen Biberschwanzziegeln erneuert. Die Behebung der verschiedenen Bauschäden erforderte einen sehr großen Aufwand, sowohl bei der Planung und der Bauausführung, als auch in finanzieller Hinsicht. Die für München einmalige Baugruppe des Karlsplatz-Rondells erfuhr mit dieser Fassadeninstandsetzung eine weitere bedeutende Aufwertung. 4 11. Karl-Theodor-Str. 16 Die denkmalgeschützte Schwabinger Vorstadtvilla mit barocker Hausfigur stammt im Kern aus den 1870er Jahren und wurde 1904 erweitert. Im Zweiten Weltkrieg durch einen Bombentreffer stark zerstört, wurde sie später so vereinfacht wieder aufgebaut, dass sie auf den ersten Blick mit dem Vorkriegsbau nur noch wenig gemein hatte. Im Rahmen des Umbaus und der Erweiterung des Gebäudes nach Norden und Westen wurde der bislang fehlende, für das ursprüngliche Erscheinungsbild aber wesentliche Giebel wieder rekonstruiert. Bei der Renovierung der Fassadenteile des Altbaus brachte man die verloren gegangenen Stukkaturen wieder an, baute passende, neue Holzfenster ein und ergänzte die fehlenden Fensterläden. Nach der Neueindeckung der Dachflächen mit zeittypischen, naturroten Biberschwanzziegeln und dem Fassadenanstrich in einem hellen Ockerton mit Absetzungen stellt sich das Anwesen von der Karl-Theodor-Straße her wieder in einem Zustand dar, der annähernd dem der 1930er Jahre entspricht. Bei der hier zu würdigenden Instandsetzungsund Rekonstruktionsmaßnahme wurde ein historisches Gebäude in dominanter Ecklage rehabilitiert und ein Akzent mit Vorbildwirkung für die Bauten der Karl-Theodor-Straße geschaffen. 12. Lipowskystr. 24 Diese Untersendlinger Neurenaissance-Villa stammt aus dem Jahre 1884 und wurde bereits vier Jahre später für einen Kunstmaler um einen Atelieranbau nach Nordwesten erweitert. Ihre Fassaden haben die Zeitläufe weitgehend original überstanden, lediglich Teile des Fassadenstuckes, der Ziergiebel zur Berlepschstraße, die Haube des Eckturmes und die Gauben zur Lipowskystraße waren in der Vergangenheit in einer dem Gebäude abträglichen Form verändert worden. Ziel des Bauherrn war es daher, das Haus wieder in seinen ursprünglichen Zustand zurück zu versetzen. Anhand historischer Baupläne und Fotografien gelang es, fehlende Stuckteile, Ziergiebel, Turmhelm und Gauben wieder originalgetreu zu rekonstruieren. Hierbei wurde auch die Dacheindeckung von der vorhandenen Ziegeldeckung wieder in die ursprüngliche Schieferdeckung zurück geführt. Die instand gesetzten, bauzeitlichen Kastenfenster hat man innen mit neuen, isolierverglasten Fensterflügeln versehen. Auch die ansonsten oft vernachlässigten, aber für das Erscheinungsbild eines Gebäudes so wichtigen Bauteile, wie Fensterläden, Holzrollos und die Garteneinfriedung wurden bei der Instandsetzung nicht vergessen. Aufbauend auf den Ergebnissen der Befunduntersuchung ließ der Bauherr das Gebäude in einem zur Architektur passenden Sandton mit etwas heller abgesetzten Gliederungen neu streichen und damit die zuvor vorhandene, äußerst störend wirkende, zweifarbige Unterteilung der Fassaden in eine weißliche Erdgeschoss- und eine gelbe Obergeschosszone überdecken. Insgesamt eine, auch im Innern des Gebäudes sorgfältig durchgeführte Instandsetzung, welche eine alte Münchner Künstlervilla rehabilitiert und in der heterogenen Lipowskystraße einen städtebaulichen Akzent mit Vorbildwirkung schafft. 13. Loichingerstr. 16 Die erdgeschossige Villa mit Mansarddach wurde im Jahr 1905 erbaut und befindet sich am Rand der Villenkolonie I in Pasing. Der Bauherr ließ das Gebäude von Grund auf instand setzen. Dabei wurden die Putze ausgebessert und die Fassaden in einem hellen Grauton neu gestrichen. In der Vergangenheit eingebaute, unpassende Fensterelemente wurden rückgebaut. Die neuen Fenster wurden als Holzisolierglasfenster mit Sprossenteilung, die sich am ursprünglichen Bestand orientiert, ausgeführt. Die originale Hauseingangstür blieb erhalten und wurde wie die Fensterläden in einem zur Fassadenfarbe passenden ochsenblutroten Farbton neu gestrichen. Die Dachflächen ließ der Bauherr mit naturroten Biberschwanzziegeln neu eindecken. Insgesamt handelt es sich hier um eine sehr stimmige Gesamtsanierung der Fassaden. Die historische Villa, die zwar nicht den Status eines Einzelbaudenkmals erreicht, aber dennoch ein qualitätvolles Beispiel dieser Architek5 turtyps aus der Zeit des Jugendstils darstellt, konnte in ihrem Erscheinungsbild wesentlich aufgewertet werden. 14. Sendlinger Str. 11 Die Fassaden des viergeschossigen Walmdacheckbaus mit frühklassizistischer Putzgliederung in spätbarocker Tradition stammen aus dem 18. Jahrhundert. Im Kern ist das Anwesen noch älter. Als Besonderheit besitzt das Gebäude an der Hausecke eine spätbarocke Marienbüste von 1731. Im Rahmen der Gesamtsanierung waren auch umfangreiche Arbeiten an den Fassaden notwendig. So mussten Teile des maroden Verputzes abgenommen werden ohne dabei die Stuckierungen zu beschädigen. In der Vergangenheit aufgebrachte Dispersionsanstriche wurden von den Wandflächen entfernt. Danach konnten die historischen Stuckteile instand gesetzt und fehlende ergänzt werden. Die Fenster ließ der Bauherr als denkmalgerechte Holz-Isolierglasfenster erneuern, wobei die Schaufensterelemente als Eichenholzkonstruktionen ausgeführt wurden. Die Dachflächen wurden mit für München typischen roten Biberschwanzziegeln neu eingedeckt. Abschließend wurde die Fassade nach Befund neu gestrichen. Insgesamt stellt die Maßnahme einen wichtigen Beitrag für den Erhalt des besonderen Charakters der Sendlinger Straße innerhalb des Münchner Altstadtensembles dar. Alle Arbeiten wurden in sehr guter handwerklicher Qualität ausgeführt. 15. Sternwartstr. 6 Die reich stuckierte, neuklassizistische Villa wurde im Jahr 1924 durch das bekannte Münchner Baugeschäft Heilmann & Littmann errichtet. Das denkmalgeschützte Anwesen ist Bestandteil des Ensembles „Bogenhausen“. Im Jahr 1953 wurde im Zuge von Umbauarbeiten u. a. sämtliche Fenster, mit Ausnahme der Fenster zur Sternwartstraße. hin, ausgetauscht. Die damals eingebauten einflügeligen, ungeteilten Fenster entsprachen dem noblen Erscheinungsbild des Hauses in keiner Weise. Daher wer es Ziel, im Rahmen einer Gesamtinstandsetzung wieder denkmalgerechte Fenster einzubauen. Die neuen Fenster wurden als sorgfältig detaillierte Holz-Isolierglasfenster mit Teilungen nach historischen Vorbild ausgeführt. Die zur Sternwartstraße hin noch vorhanden bauzeitlichen Kastenfenster konnten instand gesetzt werden. Darüber hinaus ließ die Bauherrin fehlende Fensterfaschen, Gesimse und Stuckdekorationen nach originalem Vorbild aufwändig wieder herstellen. Die verloren gegangenen Fensterläden im ersten Obergeschoss wurden ebenfalls wieder hergestellt und prägen das Erscheinungsbild des Hauses entscheidend mit. Die Fassaden wurden anschließend in einem hellen Grauton mit etwas heller abgesetzten Gliederungen passend neu gestrichen. Mit der Rekonstruktion der fehlenden Bauteile, dem Austausch der störenden Fenster und dem farblich auf die Architektur des Gebäudes abgestimmten Neuanstrich gelang es, den Villencharakter des Gebäudes wieder zur Geltung zu bringen. 16. Tal 43 Ausgangspunkt für die hier zu würdigende Fassadenrenovierung war ein ursprünglich fünfgeschossige Miets- und Geschäftshaus im Stil der deutschen Renaissance, errichtet 1896 am Eingang zum Tal, von dem nach massiven Schäden im Zweiten Weltkrieg nur noch die unteren 3 Geschosse erhalten waren. Die Bauherrin gab nun den verdienstvollen Auftrag, die fehlenden Geschosse anhand der alten Baupläne und historischer Fotos wiederherzustellen. Nach einer sorgfältigen Planungsphase und in enger Abstimmung mit den Denkmalfachbehörden wurde die gegliederte Fassade in ihren wesentlichen Elementen rekonstruiert. Hierbei wurde größter Wert auf die Ausbildung der aufwändigen Stuckdekoration, des reich verzierten, geschwungenen Giebels, der Balkonbrüstung mit Maßwerkbalustrade und der Gaubenbekrönung gelegt. Selbstverständlich kamen beim abschließenden Fassadenanstrich die historisch richtigen Farben zur Ausführung. Die Wiederherstellung der ursprünglichen Gebäudekubatur stellt einen wichtigen Beitrag zur Stadtreparatur in der 6 Münchner Altstadt dar. Angesichts seiner dominanten Ecklage und der Nachbarschaft zum Isartor ist die Schließung der Lücke im historischen Straßenzug des Tals von beispielgebender Bedeutung. 17. Türkenstr. 71 Das fünfgeschossige breitgelagerte Mietshaus mit neubarocker Putzgliederung, Stuckdekor und Zwerchgiebel wurde in den Jahren 1891/92 nach Plänen von Albin Linke und Max Littmann erbaut. Das Gebäude wies sehr starke Putzschäden auf, so dass die Putze an den Wandflächen weitgehend erneuert werden mussten. Die Stuckteile dagegen konnten erhalten und restauriert werden. Beide Maßnahmen wurden sehr sorgfältig und in guter handwerklicher Tradition ausgeführt. Anschließend wurde die gesamte Fassade nach historischem Vorbild in einem sandfarbenen Farbton neu gestrichen. Die bauzeitlichen Kastenfenster wurden ebenfalls erhalten, instand gesetzt und passend zum Fassadenfarbton farblich neu gefasst. Die sehr schöne Hauseingangstüre musste lediglich aufgearbeitet werden. Nach der stimmigen Fassadeninstandsetzung des stattlichen Eckgebäudes an der Türkenstraße kann mit Recht von einer Aufwertung des Hauses selbst und des angrenzenden Straßenraums gesprochen werden. 18. Widenmayerstr. 3 Eines der beeindruckendsten Anwesen des Historismus am Münchner Isarquai ist dieses monumentale, reich gegliederte, neubarocke Eckgebäude des Architekten August Nopper von 1898/1900 mit seinem auffälligen, mit Halbsäulen umstellten, pavillonartigen Eckturm, das zusammen mit dem stilgleichen Nachbaranwesen Widenmayerstr. 2 eine Baugruppe bildet. Das nach Bombenschäden 1951 nur vereinfacht wieder errichtete Dach wurde bei den umfassenden Außenmaßnahmen rekonstruiert und die aufwändig gestaltete Bekrönung des Eckturmes nach historischem Vorbild wiederhergestellt. Weitere verloren gegangene Bauteile, wie Balkonbrüstungselemente, Fenster- und Brüstungsgitter, wurden ebenfalls originalgetreu ergänzt. Darüber hinaus waren umfangreiche Ausbesserungsarbeiten an den Putzflächen, den Stuck- und den Werksteinteilen erforderlich. Mit dem Anstrich der Fassade in einem historischen, befundgestützten Steinton, der mit dem Grün der Fenster eine gelungene Symbiose eingeht, wurden die Arbeiten komplettiert. Durch die umfangreichen, sorgfältig ausgeführten Arbeiten gelang es, das bauzeitliche Fassadenbild wiederherzustellen und dem Gebäude seine ursprüngliche Präsenz im Stadtbild zurückzugeben. Für den südlichen Auftakt des Ensembles „Widenmayerstraße“ bedeutet dies eine beträchtliche visuelle Aufwertung. 19. Widenmayerstr. 23 Das denkmalgeschützte Mietshaus aus den Jahren 1908/09 ist bei seiner Erbauung in der Formensprache des Neubarock mit einzelnen Jugendstilanklängen reich stuckiert worden. Die Fassade des Mansarddachbaus weist zudem mit einem geschweiftem Zwerchgiebel, Loggien- und einem Kastenerker eine stark plastische Gliederung auf. Die weitestgehend original überlieferte Fassade bedurfte in Folge des üblichen Bauunterhalts eine durchgehende Instandsetzung. Ziel war es dabei, eine fachliche einwandfreie Restaurierung durchzuführen. Entsprechend sorgfältig wurden die notwendige Maßnahmen geplant und ausgeführt. Feuchtigkeitsschäden am Sockel wurden beseitigt und verloren gegangene Stuckteile an der Fassade ergänzt. Die Giebelplastik wurde restauriert und konserviert. Die Loggienabdichtung wurde erneuert und die Gesimsverblechungen ausgebessert bzw. wo notwendig erneuert. Die bauzeitlichen Kastenfenster wurden lediglich repariert und im Dachgeschoss neue Kastenfenster nach historischen Vorbild anstelle der alten Verbundfenster eingebaut. Die vorhandenen Holzrollläden waren mitsamt ihres Ausstellgestänges nicht mehr zu reparieren und wurden gegen neue Holzrollläden mit Ausstellgestänge ausgetauscht. Allein diese auf den ersten Blick kleine Maßnahme darf nicht gering geschätzt wer7 den, wenn man bedenkt, wie schwierig es im Allgemeinen ist, den Wiedereinbau von Holzrollläden zu vermitteln. Die gerne verwendeten Kunststoffrollläden sind aufgrund ihrer Materialität für das Erscheinungsbild einer Fassade äußerst abträglich. Die Dachflächen wurden wieder mit naturroten Biberschwanzziegeln eingedeckt und die Hauseingangstüre restauriert. Abschließend wurde die Fassade in einem hellen Ockerton monochrom neu gestrichen und die Fenster mit einem dazu passenden grünlich weiß-gebrochenen Anstrich versehen. Bei diesem Beispiel ist vor allem die sorgfältige Planung und Ausführung aller Arbeiten und die Auswahl denkmalgerechter Materialien hervorzuheben. Dadurch gelang es den historischen Charakter des Hauses zu bewahren und den nächsten Generationen weiterzugeben. 20. Zielstattstr. 139-143 (unger.) Die Häuser an der Zielstattstraße sind Teil der 1992 in die Denkmalliste nachgetragenen sog. Siemens-Siedlung, errichtet in den Jahren von 1952 bis 1954 nach Plänen des Architekten Emil Freymuth als erste Wohn-Hochhaus-Siedlung in Süddeutschland. Bei einer vorangegangenen Sanierung in den 1980er Jahren war das Erscheinungsbild des Wohnblockes durch neue Fenster, ein zusätzliches Wärmedämmverbundsystem und eine auf das bestehende Dach aufgebrachte, zusätzlich Dachkonstruktion wesentlich und nachteilig verändert worden. Ziel der jetzigen Sanierung war eine denkmalgerechte Instandsetzung, die das Erscheinungsbild der 1950er Jahre unter Beachtung aktueller bautechnischer Notwendigkeiten wiederherstellen sollte. Anhand historischer Fotos und Zeichnungen von Emil Freymuth wurde die gesamte Dachkonstruktion neu aufgebaut und mit Blech eingedeckt, wobei besonderer Wert auf eine qualitative Detailausbildung gelegt wurde. Erneuert wurden die Balkonbrüstungen, die Hauseingangstüren und ebenso die unpassenden, einflügeligen Fenster aus den 1980er Jahren. Die Fenster wurde dabei so weit nach außen in die Ebene des Wärmedämmverbundsystems gesetzt, dass wieder die geringe Leibungstiefe der 1950er Jahre hergestellt werden konnte. Die noch vorhandenen, originalen Treppenhausfenster konnten erhalten und restauriert werden. Zum Abschluss der Sanierung wurde in Anlehnung an die Ergebnisse der Befunduntersuchung ein stimmiges Farbkonzept entwickelt und umgesetzt. Mit großem Aufwand ist es dem Bauherren gelungen, den Block 9 der Siemens-Siedlung wieder auf das bauzeitliche Erscheinungsbild zurückzuführen. Das Haus an der Zielstattstraße kann somit zu Recht als Vorbild für die Sanierung der übrigen Teile der Siemens-Siedlung bezeichnet werden, einer Großsiedlung, die als herausragendes Beispiel des Wohnungsbaus der frühen 1950er Jahre nunmehr die ihrem Rang gebührende Aufmerksamkeit erfahren hat. 21. Zucallistr. 13/15 Die Doppelvilla - ein zweigeschossiger Flachsatteldachbau in alpenländischer Formensprache mit Fußwalmen und hölzernen Rahmungen - geht auf einen Entwurf von August Thiersch zurück. Thiersch griff bei seiner Planung bewusst auf Elemente der bäuerlichen Architektur zurück, um daraus eine Landhaus-Architektur als Gegenentwurf zur damals üblichen Villenarchitektur für den Münchner Stadtrand zu begründen. Schon wenige Jahre nach seiner Erbauung in den Jahren 1885 und 1886 wurde das Gebäude 1897 im Bereich der westlichen Haushälfte durch eine zusätzlich angebaute Raumachse, einen neuen Turm, aufgesetzte Gauben usw. in ihrem Proportionsgefüge empfindlich gestört. Nachdem die Bausubstanz über viele Jahre vernachlässigt worden war, gelang es dem Bauherrn dieser Sanierung beide Haushälften zu erwerben. Von Anfang an plante er, das Gebäude nach strengen denkmalfachlichen Gesichtspunkten instand zu setzen. Ziel war es, das ursprüngliche Erscheinungsbild der Villa wieder herzustellen. Das Gebäude wurde von seinen störenden Zubauten befreit und die fehlenden Bauteile, wie z. B. die Südveranda ergänzt. Praktisch alle Oberflächen wurden mit sehr hohem Aufwand in akribischer Feinarbeit restauratorisch überarbeitet. Aufgrund des mangelnden Bauunterhalts mussten die erheblich geschädigten Außenputze erneuert werden. Es wurde wieder ein traditioneller Kalkputz 8 von Hand aufgebracht und nach Befund mit Kalktünche gestrichen. Die Fenster wurden exakt nach historischem Vorbild erneuert. Für die Neueindeckung des Daches konnten nach dem Muster der z. T. noch vorhandenen originalen Dachziegel speziell für dieses Gebäude neue „Herzfalzziegel“ angefertigt werden. Auch die Kamine, die zu den oft vernachlässigten Bauteilen zählen, wurden wieder aufgemauert. Die Wiederherstellung der Doppelvilla kann mit Recht als denkmalpflegerischer Glücksfall bezeichnet werden. Durch hohen persönlichen Einsatz der Beteiligten, sorgfältige Planung und akribische Ausführung der einzelnen Arbeiten gelang es, den ursprünglichen Charakter der Villa wieder herzustellen und damit ein Stück Münchener Architekturgeschichte wieder zum Leben zu erwecken. Lobende Erwähnungen 2007 1. Liebigstr. 7 Der Architekt Heinrich Neumann entwarf das 1884 erbaute Mietshaus mit seiner reich gegliederten Fassade im Stil der italienischen Renaissance. Aufgrund starker Putzschäden vom Sockel bis zur Traufe war eine grundlegende Instandsetzung der Fassade notwendig, welche durch die kräftige Fassadengliederung mit einem hohen Aufwand verbunden war. Dank der Vergabe der Arbeiten an erfahrene Handwerksbetriebe wurde hierbei ein sehr gutes Ergebnis erzielt. Die vorhandenen, z. T. einflügeligen Nachkriegsfenster wurden durch neue, konstruktiv geteilte, nach dem Vorbild der ursprünglichen Kastenfenster detaillierte und daher denkmalgerechte Holzisolierglasfenster ersetzt. Vor Beginn der Instandsetzung waren die zurückliegenden Wandflächen noch in einem nicht zur Architektur des Gebäudes passenden, kräftigen Rotton gestrichen. In Anlehnung an die Ergebnisse einer Befunduntersuchung wurde beim Neuanstrich eine Farbe ausgewählt, die dem Baustil des Gebäudes entspricht. Die nunmehr monochrome, hellgraue Fassung wirkt sehr elegant und betont die Plastizität der Fassade. Durch die handwerklich sehr qualitätvolle Ausführung aller Arbeiten ist es gelungen, ein sehr gutes und dauerhaftes Instandsetzungsergebnis zu erzielen. Insgesamt eine die Liebigstraße erheblich aufwertende Fassadenrenovierung mit Vorbildcharakter für das zentrale Lehel. 2. Plinganserstr. 22 Das zweieinhalbgeschossige Vorstadthaus, auf den ersten Blick an eine klassizistische Villa erinnernd, erweist sich durch rückwärtige Anbauten als der um 1890 erneuerte Wohnteil eines ehemaligen landwirtschaftlichen Anwesens. Durch einen Brandschaden im Jahr 2001 stark geschädigt, war eine umfangreiche Gesamtsanierung notwendig. Die in vereinfachten Formen überlieferten Fassaden waren vor der Sanierung in einem derart schlechten Zustand, dass die Putze teilweise erneuert werden mussten. Anstelle der unpassenden Kunststofffenster ließ der Bauherr wieder hölzerne Kastenfenster einbauen und auch die für Vorstadthäuser so charakteristischen Fensterläden anbringen. Die neue Fassadenfarbe, ein denkmalgerechter, heller Grauton, harmoniert ausgezeichnet mit dem Grün der Fensterbereiche und fügt sich gut in die Umgebung ein. Da das flache Walmdach die Anbringung von Dachgauben verhinderte, kamen Dachliegefenster zum Einbau, welche nach außen kaum in Erscheinung treten und somit das Erscheinungsbild des Gebäudes nicht stören. Ein neues Kupferdach und der detailgetreue Nachbau der maroden Haustür runden die Maßnahme ab. Insgesamt muss von einer verdienstvollen Instandsetzungsmaßnahme gesprochen werden, die über die Erhaltung eines Baudenkmals hinaus das historische Ortsbild von Alt-Sendling stärkt. 3. Prannerstr. 7 Das ehem. Palais Seinsheim, ursprünglich ein zweigeschossiger Satteldachbau mit reicher 9 Stuckgliederung in frühklassizistischen Formen aus der Zeit um 1764/70, wurde nach Kriegszerstörung im Zweiten Weltkrieg durch Herbert Landauer mit einheitlich nach Westen verlängerter Fassade nach alten Plänen wieder errichtet. Das Anwesen war vor der Instandsetzung in einem sehr kräftigen, der Stillage nicht entsprechenden Gelbton gestrichen, wodurch die elegante Stuckdekoration optisch in den Hintergrund gedrängt und die Gesamtwirkung erheblich beeinträchtigt war. Um dieses Manko zu beheben, entschloss sich der Bauherr, die Fassade in Anlehnung an die ursprüngliche Farbgebung neu streichen zu lassen. Für die Wandflächen fand sich ein heller, zurückhaltenderer Gelbton, während die Gliederungselemente in einem warmen Steinton gestrichen wurden. Dadurch gelang es, den steinernen Eindruck der Gliederungselemente wieder heraus zu arbeiten. Die Erdgeschossrustika wurde passend dazu in einem dunkleren Steinton abgesetzt. Zusammen mit dem gebrochenen Weiß der Fenster ist letztlich ein überzeugendes und historisch richtiges Farbkonzept verwirklicht worden. Insgesamt eine gelungene Fassadenrenovierung, an der sich beispielhaft nachvollziehen lässt, wie durch eine dem Stil des Gebäudes angemessene Farbgebung die architektonische Aussage eines historischen Gebäudes noch erheblich gesteigert werden kann. 4. Prinzregentenstr. 3 (Bauteil D) Der Bauteil D ist Teil des Bayerisches Nationalmuseums und war ursprünglich als Studienbau geplant. Die Museumsgebäude sind als malerisch asymmetrische Baugruppe des Münchner Späthistorismus konzipiert und gliedern sich in einen zweigeschossigen lang gestreckten Satteldachbau mit stark vortretendem erhöhtem Mittelbau, seitliche Kopfbauten, Innenhöfe und dem nach Westen anschließendem ehemaligen Alten Studienbau, später Neue Sammlung. Die reich gegliederte Anlage geht auf einen Entwurf des berühmten Architekten Gabriel von Seidl zurück. Bevor die Instandsetzung der Fassaden in Angriff genommen wurde, ließ der Bauherr eine Kartierung der Schäden vornehmen, die einen dringenden Handlungsbedarf zu erkennen gab. Zahlreiche Natursteinelemente aus Kelheimer Kalkstein wiesen durch Verkrustungen bzw. Abwitterungen erhebliche Schäden auf, so dass sogar die Gefahr bestand, dass sich einzelne Steinteile lösen könnten. Die verputzten Bereiche waren nicht zuletzt durch die starke Abgasbelastung ebenfalls stark nachgedunkelt und in Teilbereichen substantiell geschädigt. Die Natursteine wurden schonend mit dem Niederdruck-Rotationswirbel-Verfahren gereinigt, die Fugen saniert und zerstörte Bereiche handwerklich erneuert. Dabei wurde besonderer Wert darauf gelegt, die Spuren der Vergangenheit nicht zu überdecken und somit die Geschichtlichkeit ablesbar zu erhalten. Die verputzten Fassadenbereiche wurden gereinigt, Schadstellen ausgebessert und entsprechend der ursprünglichen Farbgebung mit Silikatfarbe neu gestrichen. All diese Arbeiten waren mit einem hohen Aufwand verbunden und fanden in engen Abstimmung mit den Denkmalfachbehörden statt. Durch die schonende Instandsetzung der Fassade und die Orientierung am ursprünglichen Bestand konnte das Erscheinungsbild des Gebäudes wesentlich verbessert werden. Hier wurde ein Stück Münchner Baugeschichte wieder belebt, ohne die Spuren der Vergangenheit zu überdecken. 5. Sendlinger-Tor-Pl. 14, An der Hauptfeuerwache 15 Die Schule, ein lang gestreckter, monumentaler, viergeschossiger Block mit flachem Walmdach in strengen Renaissanceformen, wurde in den Jahren 1876/77 nach einem Entwurf von August Voit d. J. errichtet. Im Jahr 1891 wurde sie um einen Turnhallenanbau mit Flachsatteldach im gleichen Stil von Karl Hocheder d. Ä. ergänzt. Im Zuge des Dachgeschossausbaus wurde u. a. auch die Instandsetzung der Fassaden in Angriff genommen. Dabei wurden vorhandene Putzschäden sorgfältig behoben und die bestehenden Fenster instand gesetzt. Um Klarheit über die ursprüngliche Farbgebung der Fassaden zu erhalten, ließ der Bauherr eine Befunduntersuchung durchführen. Auf Grundlage dieser Untersuchung wurde ein eleganter Sandton für den Neuanstrich gewählt. Die Fenster wurden passend dazu in einem dunklen Blaugrünton gestrichen. So gelang es, die architektonische 10 Wirkung des Gebäudes zu unterstützen, anstatt mit zu kräftigen Farben bzw. Farbkontrasten, wie in der Vergangenheit bei vielen Münchner Gebäuden geschehen, die Fassadenstruktur zu überlagern. Das Dach als die fünfte Fassade des Gebäudes wurde mit naturroten Dachpfannen ebenfalls farblich abgestimmt eingedeckt. Die bauzeitlichen Kamine waren durch einen Kriegsschaden instabil geworden und wurden jetzt mit einem aufwändigen Verfahren wieder gesichert. Das sehr hochwertige, freistehende Schulhaus wurde fachlich einwandfrei instand gesetzt. Während des gesamten Bauablauf fand stets eine enge Abstimmung mit den Denkmalfachbehörden statt, so dass der hohe Qualitätsanspruch aller Beteiligten bestens umgesetzt werden konnte. 11 6. Stielerstr. 6 Die Volksschule Stielerstr. 6, ein neubarocker Gruppenbau von Carl Hocheder d. Ä. aus den Jahren 1897 bis 1899, ist das älteste noch erhaltene Zeugnis für die in den 1890er Jahren beginnende Reform des Münchner Schulbaus. Hocheder ersetzte den bis dahin vorherrschenden blockhaften Schulhaustyp durch eine malerische Baugruppe mit verbindendem Turnhallenbaukörper. Auf der Weltausstellung in Paris im Jahre 1900 bekam das Schulhaus eine Auszeichnung als „schönste und zweckmäßigste Schule der Welt“. Nach schweren Beschädigungen im Zweiten Weltkrieg wurden die Gebäude 1953-54 unter gänzlichem Neubau des Flügels am Bavariaring stark vereinfacht wieder aufgebaut, wobei auf den verbindenden Turnhallenbaukörper verzichtet wurde. Im Rahmen der jüngsten Gesamtinstandsetzung wurde nun der fehlende Gebäudeteil in moderner Formensprache ergänzt. Die vorhandenen, z. T. unpassend geteilten Fenster konnten sämtlich gegen denkmalgerechte Holzisolierglasfenster ausgetauscht werden. Neben der Erneuerung der Dacheindeckung und den aufwändigen Spenglerarbeiten ist vor allem auch die fachgerechte Restaurierung des großen Südgiebel-Mosaiks von Waldemar Kolmsperger hervorzuheben. Als Farbkonzept wurde für die Altbauten und den Neubau eine verbindende Farbgestaltung in hellen Steintönen entwickelt. Auch die Freianlagen wurden nicht vergessen und nach historischem Vorbild neu gestaltet. Gewürdigt wird hier eine sorgfältige Fassadeninstandsetzung und eine gelungene Verbindung von Neubau-, Wiederaufbau- und Altbausubstanz. Eine Maßnahme, die für den Bereich am südlichen Bavariaring einen erheblichen stadtbildpflegerischen Gewinn darstellt. 7. Südliche Auffahrtsallee 82 Das stattliche Schulgebäude liegt im Ensemble „Nymphenburg, Schloss Nymphenburg mit Park und Schlossrondell“ und schließt direkt an das südliche Schlossrondell an. Es wurde 1898 erbaut und nur wenige Jahre später barockisierend im Stil des Schloss-Ensembles Nymphenburg umgestaltet. 1959 kam zu der Schulanlage noch eine Turnhalle mit Nebenräumen hinzu, in den 1990er Jahre folgten zwei Klassenpavillons in Holzbauweise. Die Fassade und die Fenster des historischen Schulgebäudes erforderten eine gründliche Instandsetzung. Von den bestehenden Fenstern waren nur noch einige Einfach- und Kastenfenster in der Südfassade historischer Originalbestand. Diese wurden erhalten und saniert. Alle anderen Fenster hatte man vermutlich bereits im Zuge des Wiederaufbaus nach dem Zweiten Weltkrieg erneuert. Diese Fenster wurden gegen neue Kastenfenster mit äußerer Einfach- und innerer Isolierverglasung ersetzt. Dadurch gelang es, den schwierigen Spagat zwischen denkmalpflegerischen und energetischen Anforderungen zu meistern. Der Neuanstrich der Fassaden erfolgte in enger Abstimmung mit der Unteren Denkmalschutzbehörde. Statt der bestehenden zweifarbigen Farbfassung mit kräftig gelben Gliederungen und weißen Wandflächen wählten die Beteiligten warme Sandtöne für den Neuanstrich. Die Gliederungen wurden dabei dunkler, die Wandflächen heller gehalten. Dadurch konnte wieder ein harmonischer Gesamteindruck der Fassade zurückgewonnen werden. Durch die Fassadensanierung mit der denkmalgerechten Erneuerung der Fenster wurde das Erscheinungsbild des Gebäudes wesentlich verbessert. Besonders die aufwändigen Kastenfenster sind sehr gut gelungen und können zu Recht als beispielhaft bezeichnet werden. 12