Anforderung der Hygiene bei immunsupprimierten Patienten in der

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4. Hygieneforum
Es lohnt sich, genauer hinzusehen
23. August 2007, Bonn
Granulozytopenie, Lymphopenie,
IgG Mangel
Gestörte Integrität von Haut und
Schleimhaut
Anforderung der Hygiene bei
immunsupprimierten Patienten
in der Kinderonkologie
Wenig bewusstes Hygieneverhalten
Viele asymptomatische Ausscheider
von (potentiellen) Infektionserregern
PD Dr. med. A. Simon
Pädiatrische Hämatologie und Onkologie
Zentrum für Kinderheilkunde
Adenauerallee 119, 53113 Bonn
[email protected]
Hoher Bedarf an persönlicher
Zuwendung und Kontakt
Gefahr des Hospitalismus bei
‚strenger Isolierung‘
Händehygiene
Katheter-assoziierte Infektionen vermeiden
Händedesinfektion „Wie in der Fabrik“
TauroLock™ als antimikrobielle
Blocklösung
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Wasser ‘zum menschlichen Gebrauch’
zur Pflege Immunsupprimierter
… muss frei sein von
Krankheitserregern
insbes. Pseudomonas spp.
Legionellen, Acinetobacter spp.
atypische Mycobakterien
Cryptosporidien
In der Praxis:
Point-of-use Filter
(cave: Kontamination von außen)
(Heilkräuter-)Tee zur Pflege?
Teeblätter sind mitunter mit pathogenen Erregern kontaminiert
Acinetobacter spp. (P.aeruginosa, E.coli)
Aspergillus spp.
Kompromiss: Tee mehrere Minuten kochen lassen
(cave: Heißwasserautomaten schalten bei Erreichen einer
bestimmten Zieltemperatur automatisch ab).
Mindestens zweimal täglich frisch zubereiten.
Nicht mit ungefiltertem Wasser ‚abkühlen‘.
Exner et al. 2005
Trautmann et al. 2005
Ortolano et al. 2005
Besucherregelung:
Die Besucher “regelt” der Patient.
Angehörige und Freunde, die
keine Zeichen einer akuten Infektion aufweisen
(und sich anamnestisch erkennbar nicht in Inkubation
einer kontagiösen Erkrankung befinden)
sind als Besucher erwünscht.
Geschwister müssen
… den Anweisungen des Personals Folge leisten
… von den Eltern beaufsichtigt werden.
Haustiere
Sorgfältige Händehygiene
nach dem Streicheln.
Tierkontakte bei Kleinkindern
beaufsichtigen.
Füttern und
‘Saubermachen’ sollen
andere übernehmen.
Herdimmunität optimieren:
Impfung gegen Masern und Varizellen.
Influenzaimpfung
(insbesondere auch des Behandlungsteams).
Veterinärmedizinische
Kontrollen der Tiere.
Behandlungsteam über
Haustiere informieren.
Windpocken / Zoster-Exposition
Risikoadaptierte Prophylaxe:
Acyclovir po.(7 Tage Regel)
vs.
Hyperimmunglobulin
vs. keine Prophylaxe.
Ungeklärt:
Was ist eine relevante
Exposition?
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Invasive Aspergillose
Invasive Aspergillose im Onkopäd NKI Modul
10% von 263 NI; Median 0.35 (0,26-2,84)/1000 Patiententage
Akut lebensbedrohliche Situation
während der Granulozytopenie.
Unterbrechung der Chemotherapie.
V.a. bei ZNS-Beteiligung: Operation.
Lungenblutung
in der Rekonvaleszenz
Kosten der Therapie und der
Sekundärprophylaxe enorm.
Medikamentöse Prävention der IA
(UKK 2001-2005)
• Itraconazol Suspension oder Kapseln po.
(≥ 8mg/kg/d), Talspiegel > 0,5mg/l.
Cave: Interaktionen z.B: VCR
GIT- NW / Transaminitis: 6% (n=50 Zyklen)
• AmBisome® (liposomales Amphotericin B)
5mg/kg/Woche, d.h.
2,5mg/kg als KI über 1 h Montag und Donnerstag
• Verabreichung zu Hause ist sicher und
kostengünstig (über Carreras Pflegedienst).
Stationär: Mobile HEPA Filter
(Confitex / MedicleanairTM)
Baumaßnahmen und Renovierungsarbeiten müssen mit
ausreichendem Vorlauf mitgeteilt werden!
Nur bei geschlossenen Türen /
Fenstern effektiv.
3
http://www.rki.de
Romina, 8 Jahre
AML-Induktion, akutes Lungenversagen
Romina, nach der Intensivtherapie
„Wir brauchen heißes ÖL!
Vergiss die Wasserbomben!“
Kontrolle
Evidenz-basierte Isolierung konsequent umsetzen.
Erst der Wechsel zu Sterilium®
Virugard und das Anlegen eines
Mundnasenschutzes bei engem
Kontakt beendete die Epidemie.
Noro-PCR pos. Im Median 27 Tage
(bis zu 140 Tage)
4
Isolierung in der Kinderheilkunde…
… ist sehr personalintensiv, da
die Kinder ständig beaufsichtigt
/ überwacht werden müssen.
… darf die Qualität der
medizinischen Versorgung nicht
einschränken.
„Jetzt wollen wir mal sehen ob der Kerl
hier rauskommt!“
Eine drastische Reduktion des Glycopeptid-Einsatzes
(um 96%) ist machbar und sicher
VRE bei pädiatrischer Patientin mit ALL
Patientin, 4 Jahre, ALL-Induktion
VRE-Besiedelung einer Wunde nach
Leistenabszess [E.coli].
Isolierung für die gesamte Dauer
der Chemotherapie (6 Monate)
Ernährung
Steroide verursachen Heisshunger !!
Simon et al. Int J Antimicrob Agents 2006
Eltern- / Gemeinschaftsküche
„Nach der Chemotherapie fahre
ich mit meinem Vater als Erstes
zu …
und lasse mir einen Burger
frisch zubereiten.“
Paul, 16 Jahre
Kein rohes Fleisch.
Obst geschält, Gemüse
gewaschen und geputzt.
Tee kochen.
Nüsse erhitzt und frisch
geöffnet.
Keine Rohmilchprodukte
(Listerien, EHEC)
Geschirr auf Station:
Thermische Desinfektion.
Ernährungssonden
Nur gebrauchsfertig abgefüllte, sterile Sondennahrungen
(nicht aus Trockenmilchpulver anrühren).
Standzeit bei Raumtemperatur
maximal 6 Stunden.
Separater ‚Milchkühlschrank‘ mit
Temperaturdisplay und Doku.
Vor jeder Manipulation Hände
desinfizieren, bei Diskonnektion
Einmalhandschuhe tragen.
Sonde mit abgekochtem Wasser spülen.
Indikationen für Magensäureblockade
(Ranitidin, Omeprazol etc.) überdenken.
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Wundpflege
Wundpflege mit Medihoney™
Danke für Ihre Aufmerksamkeit!
[email protected]
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