Wettbewerb Seestadt Aspern Wohnhochhaus J5A 160012

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Wettbewerb Seestadt Aspern Wohnhochhaus J5A
160012
Projektbeschreibung
Situation
Der Bauplatz liegt an einem exponierten Ort des neuen Seeparkquartiers. Gemeinsam mit den
angrenzenden Bauplätzen bildet er den Rand des Quartiers zum Seepark. Hier entstehen 4
Hochpunkte, die jeweils ihre eigene Identität bilden, aber auch als Ensemble stadträumlich wirksam
werden sollen.
Städtebauliche Ansätze
Um Durchblicke aus dem Seeparkquartier in Richtung See zu ermöglichen und die Belichtung des
Bauplatzes J4a zu gewährleisten, wird das Volumen orthogonal zur Janis-Joplin-Allee reduziert. Die
Sockelzone verbleibt, um die angrenzenden Straßenräume zu definieren.
Das Gebäudevolumen an der Nordostecke wird zurückgenommen, um einen angemessenen Abstand
zum Komplex des Holzhochhauses zu halten und um die Ansichtsbreite zum See hin zu verringern.
Zusätzlich wird so auch der Neubau nicht vom Volumen des nebenstehenden Holzhochhauses
verschattet. Das Erdgeschoß weicht zurück, um hier einen räumlichen Filter zu erzeugen, der den
Übergang vom Öffentlichen zu den hier vorgesehenen Wohnateliers moderiert.4
An der Südseite wird das Volumen in den Obergeschoßen erweitert. Dieser Gebäudeteil strukturiert die
Zone zwischen J5a und J5b. Darunter entsteht ein hochwertiger, gedeckter Zugang und Freibereich,
der zusammen mit der Gastronomie- und Hotelvorzone von J5b einen lebendigen öffentlichen Raum
generiert.
Gebäudestruktur
Erdgeschoß/ Eingang
Der Haupteingang des Wohnhochhauses orientiert sich zum zentralen öffentlichen Raum auf J5. So
bilden die Vorzonen von J5a und J5b einen gemeinsamen Bereich, der von unterschiedlichen
Nutzungen geprägt ist. Diese reichen von Kinderspiel- und Kommunikationsbereichen über Gastgärten
bis hin zur Hotelterrasse. In der Eingangszone des Wohnhochhauses befinden sich der ConciergeBereich samt Backoffice sowie die Räume für die technische Infrastruktur. Raumbestimmend ist
jedoch vor allem die Fahrradabstellrampe, die hier ihren Auftakt nimmt. Sie führt bis ins 3.
Obergeschoß und dient auch als verbindendes Kommunikationselement.
An den Außenrändern des Erdgeschoßes sind Wohnateliers unterschiedlicher Größe angeordnet. Sie
werden durch eine Schicht von privaten Freibereichen direkt vom Straßenraum aus betreten. Auf
Straßenniveau und 1.60m darüber liegen die Wohn- oder Arbeitsateliers, im 1. Obergeschoß die
Individualräume. Ergänzend werden noch belichtete Arbeitsbereiche in abgesenkten
Zwischengeschoßen sowie unbelichtete Kellerlager angeboten.
Wohngeschoße
Die Wohngeschoße werden über eine natürlich belichtete Zone erschlossen. Die geringe
Baukörpertiefe ermöglicht auch eine effiziente Erschließung innerhalb der Wohnungen und zusätzlich
deren optimale Orientierung. So sind alle Mehrzimmerwohnungen nach 2 Himmelrichtungen / über
Eck orientiert und nur die 2-Zimmer Wohnungen einseitig ausgerichtet. Jede Wohnung ist zusätzlich
mit einem Balkon ausgestattet.
Geschoßstruktur
Um sich ändernden Anforderungen an das Wohnen in Zukunft anpassen zu können, ist das
Wohnhochhaus als Stützen-Decken Konstruktion mit tragendem Kern konzipiert. Durch diese
statische Struktur und die Konzeption haustechnischer Fixpunkte wird eine variable
Grundrisseinteilung ermöglicht.
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Architektonische Gestaltung - Fassade
Das Erscheinungsbild des Gebäudes ist durch die klare plastische Gliederung der Fassade bestimmt,
die die konstruktiven Tragelemente abbildet. Zwischen den vertikalen Stahlbetonverbundstützen
werden die Decken um 30 cm vor die äußere Stützenebene gezogen, erzeugen so eine räumliche
Strukturierung des Gebäudes und bilden eine „raue“, den Windkomfort verbessernde
Fassadenoberfläche. Die auskragenden Balkonelemente, teilweise mit Pflanzentrögen, die auch als
Puffer und Sichtschutz zwischen angrenzenden Wohnungen dienen, ausgestattet, verstärken die
Plastizität des Gebäudes. Die Felder zwischen dem konstruktiven Raster der Ansichten sind
abwechselnd mit geschlossenen Elementen, verkleidet mit dünnwandigen Glasfaserbetonplatten, und
raumhohen Verglasungen gefüllt.
Brandschutz
Das Hochhaus wird mit 2 Sicherheitsstiegenhäusern ausgestattet. Diese bedienen bis zum 8.
Obergeschoß 2 Brandabschnitte pro Geschoss, ab dem 9. Obergeschoss - mit einer Nettogrundfläche
kleiner 800 m2 - einen Brandabschnitt pro Geschoß.
Der Feuerwehrlift ist in der Schleuse des einen Brandabschnittes angeordnet, mit direktem Zugang
zum anderen Brandabschnitt. In den Geschoßen OG 2 bis OG 8 ist eine zusätzliche Schleuse
vorgesehen, um die maximale gemeinsame Länge der Fluchtwege von 15 m einzuhalten. Die
Fahrradhalle bildet einen eigenen Brandabschnitt. Das gesamte Gebäude wird gesprinklert, auch um
den geschoßweisen Brandüberschlag über die Fassade zu verhindern.
Energiekonzept
Die wesentlichen Eckpfeiler des Energiekonzeptes:
 Die Gebäudehülle im Niedrigstenergie-Standard
 Passive Elemente wie Nutzung der Speichermassen und außenliegender Sonnenschutz
 Die reversible Wärmepumpe als Energiequelle /-senke, sowie Energiepfähle und Sprinklerbecken
als aktive Komponenten
Gebäudehülle:
Mit Dämmstärken zwischen 20 cm an den Außenwänden, 30 cm am Dach und 40 cm an auskragenden
Deckenuntersichten sowie Fenstern in 3-Scheiben-Wärmeschutzqualität wird eine Positionierung im
optimierten Niedrigst-Energie-Gebäudestandard erreicht. Ziel ist die Erreichung eines spezifischen
Heizwärmebedarfs (HWB) < 20 kWh/m²aBGF.
Als Sonnenschutz dienen außenliegende, windfest vor der Verglasung geführte Vertikalmarkisen.
Heizung:
Die Wärmebereitstellung erfolgt über Fernwärme, die Gebäudebeheizung mittels Fußbodenheizung
mit VL/RL = 35/30 °C, um Raumtemperaturen im Bereich von 18-23°C in den Wohn- bzw.
Schlafzimmern sicherzustellen. Im Badezimmer sorgt ein zusätzlicher Heizkörper für die Möglichkeit
einer erhöhten Raumtemperatur von 24-26 °C und die gewohnte Nutzung als „Handtuchtrockner“.
Auf Grund der Gebäudehöhe ist eine Fassadensprinklerung vorgeschrieben. Das dazu notwendige
Sprinklerbecken und die dazugehörige Pumpenräume befinden sich im Untergeschoß.
Die Dachflächen werden für die nachträglichen Ausrüstung mit einer PV-Anlage überwiegend
freigehalten. Die Beleuchtung der Allgemeinbereiche wird weitgehend über LED Leuchtmittel
vorgesehen.
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