Verbesserung der Regulierung von Birnengitterrost (Gymnosporangium sabinae) im biologischen Anbau Martin Filippa, Andreas Spornbergera und B. Schildbergerb a Universität für Bodenkultur Wien, Department für Nutzpflanzenwissenschaften, Abteilung für Wein- und Obstbau; [email protected] b Höhere Bundeslehranstalt und Bundesamt für Wein- und Obstbau Abteilung Biologie/Pflanzenschutz; Klosterneuburg. 1. Problemstellung und Zielsetzung 3. Methodik Ausgehend von Problemen mit Birnengitterrost (Gymnosporangium sabinae) auf biologisch bewirtschafteten Birnenanbauflächen in den vergangenen Jahren wurde in einem Projekt von 2009 bis 2012 Grundlegendes über die Biologie des wirtswechselnden Pilzes erforscht, vor allem Details über den Infektionszeitpunkt sowie den Infektionsverlauf bei der Birne unter ostösterreichischen Bedingungen. Weiters wird die Wirksamkeit verschiedener im Bio-Anbau zulässiger Mittel untersucht. Ziel ist es, dadurch den Landwirten in der Praxis eine Hilfestellung zur Minimierung der durch den Birnengitterrost verursachten Schäden zu liefern. Zur Ermittlung des Infektionszeitpunktes wurde der Sporenflug des Birnengitterrostes mittels einer Sporenfalle am Standort Klosterneuburg überwacht (Abb. 3.1 und 3.2). Zusätzlich wurde an verschiedenen Standorten in Ostösterreich die Symptomentwicklung vom ersten erscheinen bis zum Zeitpunkt der letzten auftretenden Symptome detailliert beobachtet. Ein Monitoring von Bio-Birnenanlagen an 13 Betrieben sollte den Befallsdruck in den Baumbeständen aufzeigen sowie die unterschiedlichen Behandlungsstrategien vergleichbar machen. Im Rahmen einer interdisziplinären Projektlehrveranstaltung wurde in der Umgebung einer stark befallenen Birnenanlage nach möglichen Wirtspflanzen gesucht und gleichzeitig die Gartenbesitzer im Umkreis über die Problematik der Wacholderpflanzungen befragt und aufgeklärt. 2. Biologie Der wirtswechselnde Pilz Gymnosporangium sabinae nutzt einige Wacholderarten (Juniperus sp.) bzw. -sorten als Winterwirt. Von empfindlichen Wacholdern ausgehend werden an der Birne hauptsächlich Blätter aber hin und wieder auch Früchte und Triebe infiziert (Abb.1.1), von wo aus im Spätsommer wiederum die Infektion von Wacholdern erfolgen kann. Abb. 3.2: Teleutosporen und Basidiosporen Abb. 3.1: Sporenfalle 4. Ergebnisse Abb. 1.1: Symptome an Birnenblatt und Frucht Anhand der Sporenfluganalysen und der Beobachtung der Symptomentwicklung konnten wichtige Erkenntnisse über den Infektionszeitraum gewonnen werden (Abb. 4.1). Das Monitoring an den Praxisbetrieben zeigte, dass der Krankheitsdruck in den Untersuchungsjahren geringer war als in den vorangegangenen Jahren, aber dennoch einzelne Anlagen teils sehr stark befallen waren (Abb 4.2). In der Umgebung von stark befallenen Anlagen konnten häufig auch befallene Wirtspflanzen gefunden werden. Eine Untersuchung der Pflanzenschutzmittelanwendungen in den Birnenanlagen zeigte, dass eine erfolgreiche Bekämpfung mit biologischen Fungiziden zum Zeitpunkt der Infektion möglich ist (Abb. 4.3). Bei der Befragung von Gartenbesitzern im Umkreis einer stark befallenen Birnenanlage wurde festgestellt, dass der Birnengitterrost oftmals bekannt ist, allerdings nicht das der Wacholder der Ursprung der Infektionen ist. Die Bereitschaft zur Rodung befallener Juniperus Pflanzen war in den Meisten Fällen gegeben. Die Infektion der Birnen ist lediglich vom Wacholder ausgehend möglich (Abb.1.2). Der Wacholder bleibt zeitlebens infiziert und dient jedes Jahr wieder als Ausgangspunkt für Infektionen an der Birne und kann nicht geheilt werden (Abb. 1.3). 80 40 70 35 60 Befallstellen/100 Blätter Birnengitterrost Befallsstellen/100 Blätter Abb. 1.2: Teleutosporenlager an Juniperus sp. im April (links) und Mai (rechts) 50 40 30 20 10 0 25 20 15 9,71 10 4,27 3,30 5 0 Langtrieb Abb. 4.1: Symptomentwicklung, Klosterneuburg 2011 33,43 30 Fruchtsproß Abb. 4.2: Monitoring Befallsstärke Praxisbetriebe – St.Pölten 2010 ohne Fungizid 50m Fungizid 50m Fungizid 110m Fungizid 170m a* b* b* b* * Kruskal-Wallis -Test/ Post Hoc:Tamhane ; α=0.05; Homogene Untergruppen a, b Abb. 4.3: Befallsstärke - Fungizid/ ohne Fungizid, Entfernung zur Wirtspflanze; St. Pölten 2011 In Kooperation mit der Bezirkskammer St. Pölten, LK Steiermark und der HBLAWO Klosterneuburg (Barbara Schíldberger) und wurde von der OPST (Opst Partner Steiermark GmbH) finanziert