Der Freistaat Thüringen (Abkürzung TH) ist ein Land der

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Der Freistaat Thüringen (Abkürzung TH) ist ein Land der Bundesrepublik Deutschland. Mit rund 2,2
Millionen Einwohnern und einer Fläche von rund 16.000 Quadratkilometern gehört es zu den kleineren Ländern
der Bundesrepublik. Auch die Bevölkerungsdichte liegt etwas unter dem Bundesdurchschnitt. Landeshauptstadt
und zugleich größte Stadt ist Erfurt, während mit Jena noch eine weitere Großstadt in Thüringen liegt. Als
Binnenstaat grenzt es weder ans Meer noch ans Ausland. Nachbarländer sind Sachsen im Osten und Südosten,
Sachsen-Anhalt im Norden und Nordosten, Niedersachsen im Nordwesten, Hessen im Westen sowie Bayern im
Süden. Mehrere Orte im Nordwesten des Landes nehmen für sich in Anspruch, der exakte Mittelpunkt
Deutschlands zu sein.
Der Name Thüringen tritt als Gebietsbezeichnung seit dem Thüringerreich im frühen 6. Jahrhundert auf. Danach
bildete Thüringen kein zusammenhängendes Herrschaftsgebiet mehr, wenngleich es den Landgrafen von
Thüringen für relativ kurze Zeit gelang, große Teile der Region zu kontrollieren. Dennoch blieb der Name für
die Landschaft erhalten und wurde 1920 aufgegriffen, als sich sieben Freistaaten zum Land Thüringen
vereinigten. Ehemals preußische Gebiete wie Erfurt und Nordthüringen kamen 1945 hinzu. Nach der Auflösung
der Länder in der DDR 1952 wurde es erst 1990 aus den drei Bezirken Erfurt, Gera und Suhl sowie einigen
angrenzenden Gebieten wiedergegründet und ist heute in 17 Landkreise sowie sechs kreisfreie Städte gegliedert.
Seit 1993 trägt Thüringen wie Bayern und Sachsen offiziell den Namenszusatz Freistaat.
Die Wirtschaft Thüringens konnte sich nach dem Umbruch im Zuge der Wiedervereinigung in der Zeit nach der
Jahrtausendwende stabilisieren, sodass die Arbeitslosenquote nur noch etwa zwei Prozentpunkte über dem
Bundesdurchschnitt liegt. Dennoch blieben strukturelle Defizite bestehen, die beispielsweise für im
Bundesvergleich geringe Löhne sorgen. Zentrum von Bildung und Forschung im Freistaat ist Jena mit der
viertgrößten Universität der neuen Bundesländer.
Thüringen weist eine hohe Dichte an Kulturstätten von nationalem und internationalem Rang auf. Zum
UNESCO-Welterbe gehören das klassische Weimar, das Bauhaus in Weimar und die Wartburg bei Eisenach.
Auch die Landeshauptstadt weist mit dem Dom, der Krämerbrücke und der ältesten erhaltenen Synagoge
Mitteleuropas bedeutende kulturhistorische Stätten auf.
Der überwiegende Teil der 2,2 Millionen Einwohner Thüringens sind ethnische Deutsche. Angestammte
Minderheiten wie etwa die Sorben in Brandenburg und Sachsen gibt es im Land nicht
In Bezug auf die Bevölkerungsdichte liegt Thüringen hinter Sachsen an zweiter Stelle unter den fünf neuen
Ländern, trotzdem ist die Bevölkerungsdichte inzwischen geringer als die sämtlicher "alter" Länder, während
Thüringen vor dem Zweiten Weltkrieg noch zu den dichter besiedelten Regionen Deutschlands zählte.
Die Legislative ist der Thüringer Landtag, der alle fünf Jahre nach dem personalisierten Verhältniswahlrecht neu
gewählt wird. Der fünfte Thüringer Landtag besteht aus 88 Abgeordneten und wurde auf Grundlage des
Ergebnisses der Landtagswahl vom 30. August 2009 gebildet. Die CDU stellt mit 30 Mandaten die stärkste
Fraktion; Die Linke ist mit 27 Sitzen die größte Oppositionspartei. Die SPD stellt 18 Abgeordnete; die FDP und
Bündnis 90/Die Grünen, die zum ersten Mal seit der ersten Wahlperiode wieder den Einzug in den Landtag
geschafft haben, sind mit sieben bzw. sechs Abgeordneten vertreten. Die seit 1999 allein regierende CDU
verpasste bei der Landtagswahl 2009 ihre absolute Mehrheit. Seitdem wird Thüringen von einer Koalition aus
CDU und SPD regiert. Die Bundesministerin heißt Christine Lieberknecht (CDU).
Das Land Thüringen ist auf zwei Ebenen gegliedert. Auf der ersten Ebene stehen seit der Kommunalreform vom
1. Juli 1994 die 17 Landkreise und sechs kreisfreien Städte und auf der zweiten Ebene die 913 Gemeinden des
Landes (Stand: 1. Dezember 2011). Dazwischen gibt es teilweise Verwaltungsgemeinschaften und erfüllende
Gemeinden als Zusammenschluss mehrerer kleiner Gemeinden, die ihre Verwaltungsaufgaben gemeinsam
erledigen. Die Ebene der Regierungsbezirke gab es in Thüringen nie, da die Größe des Landes dies nicht
rechtfertigt.
Erfurt
kreisfrei
206.384
Jena
kreisfrei
105.463
Gera
kreisfrei
98.762
Weimar
kreisfrei
65.542
Gotha
Gotha
45.564
Nordhausen Nordhausen
43.943
Eisenach
kreisfrei
42.661
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