ZENTRALVEREINIGUNG DER ARCHITEKTEN ÖSTERREICHS – LANDESVERBAND OBERÖSTERREICH BAUHERRENPREIS 09 PREISTRÄGER - JURYPROTOKOLL Bitte beachten Sie die Sperrfrist: Freitag, 6. November 2009, 19:00! Projekt 097 Bilger-Breustedt Schulzentrum, Taufkirchen an der Pram (OÖ) Bauherrin: Gemeinde Taufkirchen an der Pram; Bgm. Josef Gruber Architekten: DFA | Dietmar Feichtinger Architectes, Paris Der Ort zählt nicht ganz dreitausend Einwohnerinnen und Einwohner. Mit dem Vorhaben, eine neue Schule mit integriertem Heimatmuseum und Turnsaal als Wettbewerb auszuschreiben, obwohl bereits ein fertiges Umbauprojekt für den Altbau vorlag, haben die Gemeinde und ihr damals neuer Bürgermeister unter Einbindung aller Nutzer mit Weitsicht in die Zukunft ihrer Kinder investiert. Die neue Volks- und Hauptschule in Skelettbauweise aus Stahl und Holz vermittelt nun in der Innviertler Landschaft ungewohnte Leichtigkeit und Transparenz. Ein straßenparalleler, dreigeschossiger Baukörper sorgt glas- und holzschindelverkleidet für eine markante Erscheinung im Ortsgefüge mit beinahe städtischer Anmutung. Nach Süden und zum Naturraum der Pram sind die Klassenräume orientiert, die der Volksschule in Form eines vom Hauptbaukörper subtil differenzierten Pavillons. Die Baukörper zeigen hier leichte, weit auskragende Dächer und breite, gut bespielbare Balkonzonen, die konstruktiv auch Aufgaben des Sonnen- und Witterungsschutzes übernehmen, was dem Schulbau nahezu den Charakter einer Sommerfrische verleiht. 1104 Projekt 094 Domplatz Linz Bauherrin: Stiftung St. Severin, Linz Architekten: Hohensinn Architektur ZT GmbH, Graz Die Absicht, den ehemals heterogenen, kleinteiligen und unübersichtlichen Bereich um den neugotischen, nach über 60jähriger Bauzeit erst 1924 fertiggestellten Linzer Mariendom zu bereinigen und mit neuem Leben zu erfüllen, zeigt von der Courage und der dafür notwendigen baukulturellen Offenheit der Bauherrschaft. Mit der notwendigen städtebaulichen Sensibilität und dennoch selbstbewusst, tritt der als Solitär positionierte Hotelneubau in einen unaufgeregten Dialog mit dem - nunmehr von seiner Freistellung immens profitierenden - Dom und wird so zum Identität stiftenden Element im Ensemble, das von weiterer kleinteiliger, subtil restaurierter Bebauung ergänzt wird. Die Reduktion der Materialien, sowohl im Bereich der Platzgestaltung, als auch im Inneren des Hotels erzeugt eine unaufdringlich großzügige Atmosphäre und belohnt den Mut der Stiftung St. Severin als Bauherrin - ein Beispiel gelungener Stadtreparatur. 924 Projekt 069 Landhauspark und Promenade, Linz Bauherren: Land Oberösterreich, Stadt Linz Architekten: el:ch landschaftsarchitekten GBR, München Auch wenn Linz von beeindruckender Landschaft umgeben ist, so gehört Landschaftsarchitektur nicht unbedingt zu alltäglichen Planungsaufgaben. Um so lobenswerter ist, dass der prominente innerstädtische Freiraum zwischen Landhaus und Promenade nun eine zeitgemäße Nutzbarkeit erhielt. Die Aufgabenstellung war ungewöhnlich, zumal sich das Areal exakt an der Schnittstelle der Aufgabenbereiche der Stadt Linz und des Landes Oberösterreich befindet. Von allem unnötigem Mobiliar bereinigt, bildet nun promenadenseitig ein einheitlicher Belag aus länglichen Granitplatten eine neue Oberfläche, begleitet von einem Streifen wassergebundener Decke und einem durchgehenden Steinsockel im Park. Darauf punktuell aufgesetzte Holzbänke laden zum Verweilen ein und geben den Blick zum Straßenraum frei. Der urbane Charakter verstärkt sich bei Dunkelheit, wenn ein durchgehender Lichtstreifen entlang des Sockels den ehemaligen Stadtwall markiert und die Länge des Parks akzentuiert. 971 Projekt 044 Hypo Landesbank Vorarlberg, Bregenz (Vorarlberg) Bauherrin: Hypo Landesbank VBG, Bregenz Architekten: Dietrich / Untertrifaller Architekten mit Arch. DI Gerhard Hörburger, Bregenz Der mit einer Generalsanierung verbundene Umbau der Zentrale der Hypo-Landesbank Vorarlberg bedeutet für das Zentrum von Bregenz eine wichtige Stadtreparatur. Das Erscheinungsbild des Bankgebäudes hat sich völlig gewandelt: Anstelle der zerklüfteten Fassaden aus dem Jahr 1984 zeigt es nun markant gegliederte Wandflächen, die der prominenten Stellung des Bankhauses am Eingang zur Innenstadt angemessen sind. Ein Vorteil beim Umbau war, dass ein neuer Bebauungsplan für die Kubatur ein drittes Obergeschoss als Vollgeschoss ermöglichte. Die horizontal betonte Gestalt des neuen Baukörpers mit plastisch hervortretenden Fensterformaten setzt sich auch deutlicher von den historischen Fassaden des ehemaligen Landtagsgebäudes ab, das bereits 1984 in den Komplex der Bank einbezogen worden war. Der Bauherr legte besonderen Wert darauf, dass der alte Landtagstrakt und der erweiterte Bankentrakt als eigenständige Baukörper klar zu erkennen sind. Der frühere Bankentrakt wurde auf den Rohbau zurückgeführt und innenräumlich völlig neu geordnet. Eine wichtige Änderung war die Verlegung des Haupteingangs in die Fußgängerzone: Seither werden die Kunden der Bank in einem hellen und großzügigen Foyer empfangen. 1206 Projekt 106 Krankenhaus Dornbirn (Vorarlberg) Bauherrin: Stadt Dornbirn; DI Markus Aberer Architekten: Gohm & Hiessberger Architekten, DI Markus GOHM , DI Arnulf Hiessberger, Feldkirch BHP09_JURYPROTOKOLL-2 2 2 Der Entwurf eines Krankenhauses zählt für Architekten zu den besonders schwierigen Aufgaben. Einerseits muss die Planung äußerst komplexe organisatorische und technische Vorgaben erfüllen. Anderseits wird von einem Krankenhaus auch erwartet, Wohlbefinden zu vermitteln, ist es doch vor allem für länger untergebrachte Patienten eine „Heimat auf Zeit“. Diese Verantwortung für ein menschenfreundliches Ambiente kommt bei dem umgebauten und erweiterten Stadtspital klar zum Ausdruck. Die notwendige Neuorganisation der Stationen und OP-Bereiche wurde durch die Auslagerung von Verwaltung und Ärztebüros in einen eigenen Baukörper möglich. Der elegante, schwebend wirkende Zubau wurde entlang der Straße mit Hilfe ausgefeilter Statik auf einer bestehenden Tiefgarage errichtet, wobei er sich nur mit wenigen Stahlsäulen und zwei Festkernen auf der verstärkten Garagendecke abstützt. Durch eine verglaste Brücke sind die neuen Ärztebüros niveaugleich mit den Bereitschaftszonen im Altbau verbunden. Hochwertige Materialien, die sympathische Farbgebung der Innenräume und sorgfältige Details zeigen, dass von Seiten der Stadt Dornbirn nicht nur auf funktionale Lösungen, sondern auch auf die in einem Spital so wichtige sinnlich-ästhetische Wirkung höchster Wert gelegt wurde. 1270 Projekt 036 Bergkapelle Alpe Vordere Niedere, Andelsbuch (Vorarlberg) Bauherren: Irene und Leo Feurstein Architekten: Cukrowicz Nachbaur Architekten ZT GmbH, Bregenz Oberhalb der Gemeinde Andelsbuch liegen auf 1.600 m Meereshöhe eine kleine Alpwirtschaft und ein einfaches Jausenrestaurant. Seit dem Ende des Alpsommers 2008 steht dort ein drittes Bauwerk - auf den ersten Blick ein Stadel, der sich als „heilige Scheune“ entpuppt. Vor Jahren hatten die Betreiber von Alpe und Jausenstation ein Versprechen gegeben: Sollte ihr zweites Kind gesund zur Welt kommen, würden sie zum Dank eine Kapelle errichten. Weil der damalige Pfarrer von dem Vorhaben abriet, konnte das Versprechen erst mit dem neuen Pfarrer eingelöst werden. Die aus einem Wettbewerb hervorgegangene Bergkapelle wurde mit örtlichen Mitteln in Handarbeit errichtet: Das Holz stammt aus eigenem Wald, die Steine für das Fundament wurden auf der Alpfläche gesammelt. Die im Wiesenhang aufragende Gestalt des vertikalen Strickbaus bildet sich im ruhigen Innenraum ab, der aus einem einzigen Material besteht. Lichtquelle ist ein Schlitz aus Glas, der die Altarwand wirkungsvoll von den Längsseiten und der Dachfläche trennt. In der Stirnwand liegt ein Kreuz aus blauem Glas. Dieses in jeder Hinsicht vorbildliche Bauwerk setzt nicht nur ein Zeichen des Glaubens, sondern auch ein Zeichen für die Kraft einfacher Architektur. 1222 Projekt 013 Sporthalle Wattens (Tirol) Bauherrin: Marktgemeinde Wattens; Bgm. KR Franz Troppmair Architekten: Arge Obermoser - Schnizer; Innsbruck, Die Sporthalle Wattens hat die Jury aus mehreren Gründen überzeugt. Städtebaulich schließt sie das Ensemble aus Kirche, Volksschule und dem Museum für Industrie- und Vorgeschichte zu einem geistig-sozialen Zentrum der Gemeinde. Durch die Einbettung des Gebäudes in das Erdreich ist die Maßstäblichkeit im Kontext gewahrt. Funktional lässt die Halle keine Wünsche offen: Der Haupteingang ist an der Straße markant ausgebildet, das großzügige und zum Außenraum hin weitgehend geöffnete Foyer begleitet zusammen mit der Tribüne das abgesenkte und unterirdisch mit dem Schulgebäude verbundene Spielfeld, die seitlich BHP09_JURYPROTOKOLL-2 3 3 angeordnete Kletterhalle wird durch das helle Stiegenhaus erschlossen. Alle Raumsituationen gehen fließend ineinander über, was eine flexible Nutzung erlaubt. Die freundliche Atmosphäre im Gebäude beruht auch auf der konsequenten Verkleidung der wesentlichen Innenräume mit hellem Holz, welche der Dachkonstruktion mit vorgefertigten Leichtbauelementen aus Holz entspricht. Dachfläche, Nordfassade und Untersichten sind mit anthrazitfarbener Folie überzogen. Der Bauherr ist besonders dafür zu loben, dass er die zeichenhafte Gestalt des Gebäudes zugelassen hat - ein mutiger Kontrast zur schlichten Architektur der Umgebung. 1237 Projekt 061 Musikprobelokal, Schützenheim und Veranstaltungsplatz Natters (Tirol) Bauherrin: Gemeinde Natters; Bgm. Alois Falschlunger Architekten: Gsottbauer.architektur.werkstatt - DI Manfred Gsottbauer Im Alpenraum erschöpft sich ein beträchtliches Bauvolumen noch immer im "Jodelstil". Das aus einem Wettbewerb hervorgegangene Vereinsheim in Natters bei Innsbruck ist deshalb ein wichtiges Beispiel für die Entwicklung einer neuen dörflichen Baukultur. Zusammen mit dem historischen Gebäude der Gemeindeverwaltung bildet das Musik- und Schützenhaus nun die politisch-kulturelle Ortsmitte. Die horizontal gestreckte Anlage, die vom Baukörper des Musikprobenraums überragt wird, setzt eine starke Kante zum südlich angrenzenden Grünraum. Das betont zeitgenössische, aber zurückhaltend gestaltete Gebäude leistet auch einen städtebaulichen Beitrag: Nach Osten hin umschließt der überdachte Umgang eine große Freifläche, die für Veranstaltungen und Feste genutzt werden kann, wobei der alte Baumbestand einbezogen ist. Die Bühne vor dem akustisch optimierten Probenraum dient bei Freiluftkonzerten als Aufführungsort. Musik- und Schützenheim werden durch einen gemeinsamen Eingang erschlossen. Die Räume der Musiker liegen ebenerdig, die der Schützen im Untergeschoss, das jedoch nach Süden hin geöffnet ist. Die engagierten Bauherren (Gemeinde und Vereine) haben das Projekt in enger Zusammenarbeit mit der Landesstelle für Dorferneuerung des Landes Tirol ins Leben gerufen. 1270 Projekt 031 Museum Liaunig, Neuhaus / Suha (Kärnten) Bauherr: Dkfm. Herbert Liaunig Architekten: Querkraft Architekten ZT GmbH Jakob Dunkl, Gerd Erhartt, Peter Sapp, Wien Nicht nur die Liebe zur bildenden Kunst, sondern auch die zur Architektur stellt der Bauherr auf beeindruckende Weise mit seinem Privatmuseum der Öffentlichkeit zur Schau. Der stark gerichtete Baukörper wird so selbstverständlich in das Hochplateau eingeschnitten, dass sich neue Bezüge zur Umgebung eröffnen, die bis dato unentdeckt geblieben waren. Großzügige Terrassen an den beiden Enden vermitteln nicht nur zur Landschaft, sondern stellen Bezug zu ihr her - zugleich noch Platz für Skulpturen im Außenbereich bietend. Eine Landmark für die Region. Die auf - vorwiegend Beton - reduzierte Materialwahl wird in gekonnter Weise im Bereich des Daches mit Elementen aus dem Industriebau - Bogenschalen mit transluzenten Belichtungselementen - ergänzt und bildet so die Bühne für die Ausstellung. Diese Inszenierung, Symbiose und Synergie von Architektur, Natur und Kunst entschädigt jeden Besucher für die lange Anreise in den Osten Kärntens und wird vielen ein BHP09_JURYPROTOKOLL-2 4 4 unvergessliches Erlebnis bleiben. Dafür hat der Bauherr immerhin den Aufwand der Abwicklung zweier vollständiger Wettbewerbsverfahren auf sich genommen. 1114 Projelt 053 Rondo home & business, Graz Bauherrin: ÖWGes - Gemnützige Wohnbau-GmbH, Graz; GF Gerhard Königsberger, GF Mag. Christian Krainer Architekten: DI Markus Pernthaler Architekt ZT GmbH, Graz Das Projekt „Rondo“ erweist sich in mehrfacher Hinsicht bemerkenswert. Architekt und Investor bewiesen gleichermaßen Mut zum Experiment. In einem bislang benachteiligten Gebiet in Graz, dem „Lendviertel“ positioniert, umhüllt eine geschwungene Membran aus Polycarbonat einen urbanen Nutzungsmix aus Wohnungen, Ateliers, Verkaufsflächen, Arztpraxen, Büros und einem Cafe. Hinter dieser Membran eröffnet sich ein großzügiger Zwischenraum, der den Lärm der angrenzenden Straße abschirmt und kommunikativen Raum schafft für Laubengänge, Brücken, Treppen, Bepflanzungen und Plattformen. Die durchgesteckten Wohnungen sind mit innen liegenden Nasskernen und gefalteten Trennwänden klug organisiert und öffnen sich mit breiten, durchgehenden Balkonen in die ruhige Innenzone, in der einzig der Mühlbach als Relikt einer ehemaligen Getreidemühle ein reizvolles Nebengeräusch erzeugt. Spürbar werden die Reste der Mühle auch in den Untergeschoßen der Anlage, wo ehemalige Getreidesilos als komprimierte Parkgarage genutzt werden. "Rondo" hat nicht nur den gängigen Standard im Wohnbau um ein Vielfaches gehoben, es hat einen Teil der Stadt verändert. 1141 Projekt 118 Weinlandbad, Mistelbach Bauherrin: Stadt Mistelbach; Bgm. Ing. Christian Resch, Baudirektor Ing. Helmut Bruckner Architekten: RUNSER / PRANTL Architekten, Wien Die Ortseinfahrt von Mistelbach im nördlichen Niederösterreich präsentiert sich wie in ähnlichen Gemeinden als Mix aus Einkaufszentren, McDonalds und Einfamilienhäusern. An dieser diffusen Grenze zwischen Stadt und Landschaft wird der offene Raum durch den eleganten, lang gezogenen Schwung des neuen Weinlandbades Mistelbach nun angenehm eingefasst. Der zur Gänze in Holzbauweise ausgeführte Kabinen-, Kassa- und Techniktrakt erinnert an traditionelle Sommerbäder. Aneinander gereihte Umkleide- und Waschräume, ein Obergeschoß mit Aussicht über die gesamte Badeanlage und flache, weit auskragende Dächer als Sonnenschutz. Das traditionelle Baumaterial Holz erfährt eine Verfremdung. Die vorgefertigten Brettsperrholzplatten sind durchgehend platingrau lasiert, was dem Gebäude bei Sonneneinstrahlung eine silbern schimmernde Oberfläche verleiht. Die Architekten formulierten mit dem Bau ein stringentes Statement, das sich eindeutig von jeder gängigen Bädererlebnisarchitektur absetzt. Das Projekt ging aus einem Wettbewerb hervor, der auch Überlegungen hinsichtlich der Entwicklung eines Gesundheitszentrums auf dem benachbarten Areal umfasste: Ein Beispiel für vorausschauende, um Baukultur bemühte Stadtentwicklung. 1222 BHP09_JURYPROTOKOLL-2 5 5 Projekt 132 Bürohochhaus Hoch Zwei, Wien Bauherrin: IC Projektentwicklung GmbH, Wien Architekten: Henke und Schreieck Architekten, Wien Die Verlängerung der U-Bahnlinie U2 in Wien bewirkte eine städtebauliche Entwicklung, die den an den Prater anschließenden Stadtteil prägend veränderte. Im so genannten „Viertel Zwei“ entstehen nun eine Reihe von Büro- und Hotelbauten in einem großzügig mit Freiraum durchzogenen Areal. Während Entwicklungsgesellschaften für Bürohäuser normalerweise Flächenmaximierung wünschen, waren beim Bürohochhaus „Hoch Zwei“ sichtlich auch andere Kriterien wichtig. Die konkav-konvex geschwungene, sich nach oben hin erweiternde Form bildet einen Kristallisationspunkt des gesamten Areals. Je nachdem, von welcher Seite man sich dem Bau nähert, verändert er seine Form und trotz der beachtlichen Höhe wird der Turm von einem gelungenen Außenraum mit Aufenthaltsqualitäten umflossen. Die stringente Haltung setzt sich im Innenraum fort, wo geschwungene Glaswände eine nur scheinbare Trennung zwischen Erschließungsraum und Büroflächen bilden. Wie die Ergebnisse eines städtebaulichen - und eines darauf aufbauenden Projektwettbewerbes somit eindrucksvoll beweisen, gibt es in der architektonischen Ausformulierung von Bürohochhäusern ausreichend Potential, das über den Triumph durch Größe hinausgeht. 1190 Projekt 109 Kiska Design GmbH, Anif Bauherren: Kiska GmbH / Cross Immobilien GmbH, Anif Architekten: Planungsgemeinschaft Hofbauer:Architect ZT GmbH + Frohring*Ablinger Architekten, Wels Der Neubau der Fa. Kiska Design GmbH in Anif bei Salzburg stellt ein hervorragendes Beispiel für gelungene städtebauliche Integration eines großvolumigen Gewerbe- / Industriebaus in ein ländliches Umfeld dar. Mit einer zurückhaltenden, aber selbstbewussten Architektursprache wird ein Gebäude von zeitgemäßer Eigenständigkeit und kultiviertem Erscheinungsbild geschaffen. Die auf das Notwendigste reduzierte Materialwahl, sowohl im Außen- als auch im Innenbereich des Gebäudes, unterstreicht die konsequente Haltung der Bauherren bei dieser Aufgabe. Der bekanntlich schwierige Dialog zwischen Mieter, Investor und Architekten wurde bei diesem Projekt mit gegenseitiger Wertschätzung zu einem konstruktiven Prozess während der gesamten Planungs- und Bauzeit. Der Gewerbebau würde mehr solcher Beispiele verdienen. 810 Projekt 032 Universität Mozarteum, Neubau und Generalsanierung, Salzburg Bauherrin: BIG Bundesimmobiliengesellschaft mbH, Wien Architekten: Robert Rechenauer Architekt BDA, München Durch gezielte Eingriffe und Rückbauten ganzer Gebäudeteile des Bestandes ist es gelungen, den „Stadtraum“ als Schnittstelle von Alt und Neu, von Innen und Außen neu zu definieren. Die großzügige Weiterführung des Mirabellplatzes hin bis zum Entree und weiter ins Innere der Universität ist ein Zeichen von kultureller Offenheit der Wissensvermittlung. BHP09_JURYPROTOKOLL-2 6 6 Der gekonnte Wechsel zwischen Weite und Enge, Transparenz und Geschlossenheit schafft eine unverwechselbare Spannung während des gesamten Aufenthalts und lässt trotz dieser selbstbewussten architektonischen Haltung genügend Platz und Raum für Inspiration und Gestaltung. Die oft große Herausforderung des Einbindens der Nutzer in den Planungsprozess und dem daraus resultierenden Spannungsfeld zwischen Gestaltung und Funktion nahmen Architekten als auch Bauherren ernsthaft an. Das Projekt zeigt – nicht zuletzt auch beim Thema "Kunst am Bau" - beispielhaft das Ergebnis einer engagierten und anspruchsvollen Zusammenarbeit aller Verantwortlichen – ein wichtiger gesellschaftlicher und kultureller Beitrag für die Stadt Salzburg. 1082 Bitte beachten Sie die Sperrfrist: Freitag, 6. November 2009, 19:00! Jury: Tom Lechner, Altenmarkt i. Pongau Sabine Pollak, Wien Wolfgang Jean Stock, München Friedrich Achleitner, Wien (stand infolge Erkrankung bei der abschließenden Jury-Sitzung nicht als Juror, sondern nur beratend zur Verfügung) BAUHERRENPREIS-VERLEIHUNG 06.11.2009 | 19:00 Schlossmuseum Linz, Schlossberg 1, 4010 Linz Begleitprogramm Exkursion zu aktuellen Bauten in und um Linz am 7. 11. 2009 und Ausstellung der eingereichten Projekte vom 7. – 27. 11. 2009 im afo architekturforum oberösterreich, Herbert-Bayer-Platz 1, 4020 Linz Öffnungszeiten: Di – So 14.00 – 17.00, Fr 14.00 – 20.00 Kontakt + weitere Informationen Zentralvereinigung der Architekten Österreichs - Landesverband Oberösterreich Christa Lepschi, 0664-5130998, [email protected] (ORGANISATION) Walter Werschnig, 0664-8298286, [email protected] (INFO-MATERIAL) www.zv-architekten.at BHP09_JURYPROTOKOLL-2 7 7