2.3 Der äußere Körperbau der Insekten

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Außer den schon genannten Unterschieden im Verhalten
(geringe Beweglichkeit, keine Nahrungsaufnahme) verändert
sich auch das Aussehen des Tieres deutlich: So verschmelzen
die Segmente 2 bis 4, an denen die Beine sitzen, teilweise zu
einem starren Brustabschnitt. Die Augen – beim Mehlwurm
als kleine Punktaugen ausgebildet – werden merklich größer
und sind nun aus zahlreichen Einzelaugen zusammengesetzt.
Solche Augen nennt man Komplex- oder Facettenaugen. Im
Unterschied zum Mehlwurm besitzt das Folgestadium außerdem am 3. und 4. Körperglied jeweils zwei flache Körperanhänge.
Doch damit ist die „Verwandlung“ noch nicht abgeschlossen.
Nach einigen Tagen bis Wochen – besonders rasch bei einer
Temperatur von 28 °C – schlüpft aus der Puppe ein völlig verändertes Tier (Abb. 2.4), das du unschwer als Käfer erkennst!
Zunächst noch ganz weiß, wird das Tier im Verlauf mehrerer
Tage immer dunkler, bis es seine endgültige, schwarze Färbung
besitzt. Bei den Mehlwürmern handelt es sich also nicht um
eine besondere Art eines Wurms, sondern um die Larven eines
Käfers, des Mehlkäfers. Beim Übergang vom Larvenstadium
zum erwachsenen Tier, der Imago (lat. = Bild, Ebenbild),
macht der Mehlkäfer eine Verwandlung (Metamorphose)
durch. Bisweilen wird die Imago auch als „Vollinsekt“ oder
„Vollkerf“ bezeichnet. Über die Herkunft dieser Namen
erfährst du Näheres im folgenden Kapitel. Das geschlechtsreife Tier lebt wie die Larve in Getreideerzeugnissen, wo die
Weibchen auch ihre Eier ablegen.
PUPPE
3–30 Tage
LARVE
IMAGO
„Mehlwurm“
3–12 Monate
Geschlechtsreifes
Insekt
etwa 3 Monate
4–12 Tage
EI
Abb. 2.5: Entwicklung des Mehlkäfers
52
Abb. 2.4: Mehlkäfer
4. Beschreibe das Aussehen des
Mehlkäfers. Welche Merkmale
des erwachsenen Käfers sind bereits an der Puppe sichtbar?
5. Was versteht man allgemein unter
einer Larve?
Den einzelnen Entwicklungsstadien
kommen ganz unterschiedliche Aufgaben zu. Das Larvenstadium, das bis
zu einem Jahr dauern kann, ist das
Fress- und Wachstumsstadium. Die
Puppe ist das Umwandlungsstadium. In dieser Zeit, in der sich das
Tier äußerlich kaum verändert, findet
im Inneren der Puppenhülle ein tief
greifender „Umbau“ zum erwachsenen Käfer statt. Die Imago wächst
nicht mehr und macht auch keine
Häutungen mehr durch. Man kann sie
als das Fortpflanzungsstadium bezeichnen. Ihre Lebensdauer ist – im
Vergleich zur Larvenzeit – mit höchstens drei Monaten relativ kurz.
Mundwerkzeuge
Fühler (Antenne)
Komplexauge
Vorderflügel
Hinterflügel
Fuß
6. Erläutere den Begriff „Metamorphose“. Von welcher anderen Tiergruppe kennst du eine vergleichbare „Verwandlung“?
7. Abb. 2.5 zeigt die Entwicklung des
Mehlkäfers. Beschreibe den Ablauf, ausgehend von der Larve.
Wie lange dauert ein durchschnittlicher Entwicklungszyklus?
2.3 Der äußere Körperbau
der Insekten
Hinterleib
Schenkel
Die Imago des Mehlkäfers zeigt den
typischen äußeren Körperbau der mit
Abstand artenreichsten Tierklasse:
Die Insekten oder Kerbtiere sind
allein in Deutschland mit über 30 000
Arten vertreten. Sie haben ihren
Namen von zwei Einschnitten (lat.
insectus = eingeschnitten, gekerbt)
zwischen ihren Segmenten, die den
Körper in die drei Abschnitte Kopf,
Brust und Hinterleib untergliedern.
Am Kopf der Insekten sitzen kräftige
Mundwerkzeuge, zwei große Komplexaugen und ein Paar Fühler oder
Antennen, die vor allem als Tast- und
Riechorgane dienen.
Die Brust besteht aus drei Segmenten
(Vorder-, Mittel-, Hinterbrust). Alle
drei tragen je ein Paar gegliederte
Laufbeine. An den beiden hinteren
Brustabschnitten sitzen je zwei Flügel. Beim Mehlkäfer ist wie bei allen
Käferarten das vordere Paar zu starren
Deckflügeln entwickelt, die beiden
Hinterflügel sind häutig-durchsichtig
und dienen als Flugorgane.
Der Hinterleib ist auf der Rückenseite oft – wie auch beim Mehlkäfer –
von den Flügeln bedeckt. Er besteht
bei den meisten Insekten aus elf
Segmenten.
Hüfte
Schiene
Schenkelring
Abb. 2.6: Äußerer Körperbau eines Insekts am Beispiel des Mehlkäfers
Die Körperglieder sind außen von einem starren Chitinpanzer
umgeben, der dem Körper Stabilität verleiht und der ein
Außenskelett darstellt. Ein Innenskelett, wie du es von den
Wirbeltieren kennst, fehlt. Um dem Tier trotzdem ausreichende Beweglichkeit zu verschaffen, sind die einzelnen Körperund Gliedmaßenabschnitte durch dünnhäutige Stellen miteinander verbunden.
Sechs Beine, zwei Fühler und (meist) vier Flügel sind die
Haupterkennungsmerkmale der Insekten.
8. Wie sind die Beine des Mehlkäfers aufgebaut?
9. Vergleiche das Skelett eines Insekts mit dem eines Wirbeltiers und nenne die wesentlichen Unterschiede (Lage,
Baumaterial, Gelenke).
10. Abb. 2.7 auf der folgenden Seite zeigt den Kopf eines
Käfers. Zähle seine Mundwerkzeuge auf. Welche anderen
Organe findest du am Kopf des Käfers?
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