Infektionen in der Schwangerschaft

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Infektionen in der Schwangerschaft
Querschnittsbereich 4: Infektion und Immunologie
5. Juli 2006
Infektionen in der Schwangerschaft
Während der Schwangerschaft verlaufen einige Infektionen
schwerer als üblich oder reaktivieren.
• Physiologische Immunsuppression der Schwangeren
• Veränderte Schleimhaut (Hormone)
• Neue Infektionsorte: Fetus - Plazenta - Brustdrüsen
• Plazentabarriere
• Unreifes fetales Immunsystem
Infektionen in der Schwangerschaft
Fetus als Transplantat, das nicht abgestoßen werden darf
•
•
•
•
•
Fehlende bzw. geringe Expression von MHC-Molekülen
in der Plazenta
Maskierung von Antigen durch blockierende Antikörper
Physiologische Immunsuppression der Schwangeren
Hormonelle Umstellung
Unterernährung (→ Schwächung des Immunsystems,
Störung der Integrität der Epithelien, Verminderung des
Stoffwechsels)
Infektionen mit schwererem Verlauf
in der Schwangerschaft
Malaria
Immunsuppression (zellulär)
Virushepatitis (HEV)
zusätzliche metabolische Belastung
Influenza-Grippe
erhöhte Mortallität während der Saison
Poliomyelitis
häufiger paralytischer Verlauf
HIV-Infektion
Immunsuppression: raschere Progession
HPV-Infektion
Immunsuppression: Progression
VZV-Infektion
Pneumonie, Enzephalitis
Candidiasis
Vulvovaginitis
Listeriose
grippeähnliche Erkrankung
Kokkidioidmykose
häufige Todesfälle (bes. USA, Südamerika)
Reaktivierung von Virusinfektionen
in der Schwangerschaft
Polyomviren
(JCV, BKV)
Virusausscheidung im Urin
CMV
Virusausscheidung im Urin, im Zervixsekret,
in der Muttermilch
HSV
verstärkte Virusreplikation in Zervix- und
Vaginalschleimhaut
EBV
verstärkte Virusausscheidung im Oropharynx
erhöhte Antikörpertiter
Immunabwehr des Feten
•
Keine Synthese von IgM- und IgA-Antikörpern
im 1. Trimenon
•
Keine Synthese von IgG-Antikörpern
•
Zelluläres Immunsystem kaum entwickelt
•
Unzureichende Zytokinproduktion
Impfungen in der Schwangerschaft
1. Trimenon
2./3. Trimenon
nein
nein
Lebendvakzine
grundsätzlich
z.B. BCG, MMR, Varizellen
Gelbfieber
Typhus, Cholera
nur bei strenger Indikationsstellung
wenn indiziert
wenn indiziert
Totvakzine
Tetanus
Diphtherie, Typhus
Pertussis, Hib, Cholera
Polio (IPV)
FSME
Influenza, HepA, HepB
Tollwut
postexpositionell
wenn indiziert
wenn indiziert
nein
nein
ja
ja
nur bei strenger Indikationsstellung
wenn indiziert
wenn indiziert
wenn indiziert (postexpositionell)
Intrauterine Infektion
(congenital infection)
Perinatale Infektion
Postnatale Infektion
,
Infektionsorte
Infektionswege
Intrauterine Infektion
Maternale Infektion
Maternale Virämie
Fehlgeburt,
Spontanabort,
intrauteriner
Fruchttod
Fetale oder
embryonale Infektion
Angeborene Missbildungen
mit und ohne Symptomen
beim Neugeborenen
Neugeborenes
gesund
Neugeborenes zunächst
gesund,
erst später Entstehung von
Symptomen
Infektionsrisiken während der
Schwangerschaft
Hämatogene (diaplazentare) Virusinfektionen
Röteln
Ringelröteln (Parvovirus B19)
primäre CMV-Infektion
HIV
Varizellen
LCMV-Infektion
Peripartale/perinatale und aszendierende Virusinfektionen
HBV-Infektion
CMV-Infektion (Reaktivierung)
HSV-Infektion
Infektionswege bei Infektionen in der
Schwangerschaft
Virus
transplazentar peripartal post partum
CMV
Rötelnvirus
Parvovirus
HSV
VZV
Coxsackie B-Virus
HBV
HIV (unbehandelt)
(behandelt)
++
++
++
+
+
+
++
+
++
++
+
+
++
++
(+)
++
(+)
(+)
+
(+)
++
+
+
(+)
Virusinfektion und Schwangerschaft
Transmission
1.
2.
3.
Trimenon
Infektionsweg
konnatal,
neonatal
Rötelnvirus +++
CMV
+
+
+
++
+++
HSV
(+)
VZV
+
HBV
HCV
HIV
+
Coxsackie-/ ECHO-Viren
(+)
(+)
+
-
(+)
(+)
(+)
+
-
+++
++
++
(+)
++
+++
Virämie, transplazentar
Virämie, transplazentar
aszendierend (Amnion/Kind),
Muttermilch
aszendierend (Amnion/Kind)
Virämie, transplazentar
maternofetale
Mikrobluttransfusion
Schmierinfektion
Infektionshäufigkeit
Virus
Häufigkeit
betroffene
Neugeborene
Therapie
Rötelnvirus
0.1
30
keine
H IV
0.2
5
ART
HBV
0.7
15
Simultanimpfung
PVB19
0.1
10
Bluttransfusion
3
20
keine
10
10
keine
0.4
<2
HIG i.v., ACV
CMV (primär)
(reaktiviert)
VZV
Embryo- und Fetopathien, perinatale Infektionen
Rötelnvirus
CMV
Parvovirus B19
(Frühgeborene!
Zervikalsekret,
Rötelnembryopathie
Muttermilch)
Embryopathie, seltener bei Reaktivierung
Hydrops fetalis, Abort
Masernvirus
Mumpsvirus
Coxsackievirus
Abort, Totgeburt
Aborte im 1. Trimenon
Neugeborenen-Myokarditis
VZV
HSV
EBV
(Varizellenpneumonie
der Schwangeren
im 2.
Trimenon)
selten Embryopathie, Neugeborenen-Varizellen
Herpes-Sepsis bei Primärinfektion
fraglich
HBV
HCV
HIV
(Simultanimpfung!)
perinatale Infektion
perinatale (und intrauterine) Infektion
intrauterine und perinatale Infektion
(Stillen!)
Zytomegalie bei Neugeborenen
Schwangere mit höherem
sozioökonomischem Status
50 %
immun
< 0,5 %
Infektion bei
Reaktivierung
keine auffälligen
Befunde bei
Kleinkindern
50 %
nicht-immun
Schwangere mit niedrigerem
sozioökonomischem Status
10 %
nicht-immun
1-5%
Primär-Infektion
der
Schwangeren
in 30 %
fetale Infektion
in 20 % der fetalen
Infektionen schwere
Symptome bei Geburt
90 %
immun
1,5 %
Infektion bei
Reaktivierung
0 - 1 % auffällige
Befunde bei
Kleinkindern
Pränatale CMV-Infektion
Vertikale Übertragung auf den Fetus >> Embryo
Neugeborenes mit kongenitaler CMV-Infektion
Systemerkrankung
thromozytopenische
Purpura, Hepatitis
inapparent
geringes Geburtsgewicht Residualschäden
gesunde
Hepatosplenomegalie
Virusausscheider
Gleichgewichtsstörungen
Enzephalitis (Verkalkungen) Taubheit
Mikrozephalie
mentale Retardierung
Hydrozephalus
Paralysen, Konvulsionen
Mikrozephalie, schwere psychomotorische
Retardierung und Hepatospenomegalie bei
Intrauteriner Zytomegalie
Zytomegalievirus
Mikrozephalie
Übertragungswege der CMV-Infektion
• intra-uterin: bei 30 % der infizierten Mütter (Primärinfektion)
7% der infizierten Kinder:
Wachstumsverzögerung,
Hepatosplenomegalie, Thrombopenie,
Enzephalitis (in ca. 20 % letal),
Mikrozephalie
15 % mit Spätschäden: Innenohr, ZNS
• perinatal: Muttermilch, Sekrete im Geburtskanal →
Pneumonie (insbesondere Frühgeborene)
• postnatal: Speichel und sexuell
Pränatales Infektionsrisiko mit CMV
Schwangere seronegativ
Schwangere seropositiv
Infektionsrisiko der Mutter während
Schwangerschaft ca. 5 %
CMV-Reaktivierung in 10 –20 %
während der Schwangerschaft
≥ 2 % der Feten werden infiziert
< 1 % der Feten werden infiziert
davon 10 % mit schweren Erkrankungen davon 1 % als Kleinkinder
- Hepatitis
klinisch auffällig mit
- Pneumonie
- Hörschäden
- Myocarditis
- psychomotorischen
- ZNS: Mikrozephalie, spast. Lähmungen,
Lähmungen
Blindheit, Taubheit, Krampfanfälle
CMV-Risiko in der Schwangerschaft
Reakivierung
Primärinfektion
Häufigkeit während
10 %
der Schwangerschaft
3%
Schädigungsrisiko
<5%
für das Neugeborene
5-30 %
Infektionsrisiko
sub partu
10 %
(10%)
Maßnahmen
keine
Amniozentese
Zytomegalie prä- und perinatal
intrauterin
ZNS-Schäden
perinatal
Krampfanfälle
ZNS-Befall selten
Mikrozephalie
periventrikuläre Verkalkung
Hydrozephalus
spastische Parese
Entwicklungsstörung
Schwerhörigkeit
weitere Organ- Hepatitis
manifestationen Hepatospenomegalie
Hyperbilirubinämie
Thrombozytopenie
häufig mit Purpur
Chorioretinitis
Bronchitis, Pneumonie
Mononukleose
Hepatitis
Hepatosplenomegalie
Thrombozytopenie
häufig mit Purpura
Pneumonie (auch atypisch)
Mononukleose
Parvovirus B19
Übertragung:
Tröpfchen, kontaminierte Hände, Blutprodukte (selten)
Ausscheidung:
bis Exanthembeginn
Durchseuchung: Häufigkeitsgipfel 5-15 Jahre, 40-60 % bei Erwachsenen
Inkubationszeit: 12-17 Tage
Klinik:
meist (75%) inapparent oder respiratorischer Infekt
Ringelröteln (Erythema infectiosum) - Ohrfeigengesicht,
nach einigen Tagen girlandenförmiges Exanthem an
Rumpf und Extremitäten - Dauer für Tage bis Wochen
Komplikationen: Polyarthritis (selbstlimitierend) an Knie-, Fuß- und
proximalen Interphalangeal-Gelenken
selten: Enzephalitis, Myokarditis, fulminante Hepatitis
-ssDNA-Virus, keine Hülle, ikosaedrisch
Humanes Parvovirus B19
unbehülltes ssDNA, 5000 Basen
hohe Stabilität und Resistenz: pH 3 - 9; 56°C / 60 min
Rezeptor: P-Antigen (Erythrozyten-Vorläuferzellen, Endothelzellen
Plazenta, fetale Leber- und Herzzellen)
Transmissionsweg:
Aerogen (Nasopharynx), latente Infektion eines Spenderorgans,
kontaminiertes Blut (-produkte)
Apoptoseaktivität vermutlich durch NS-Protein
Ringelröteln
Parvovirus B19
Komplikationen: Aplastische Krise (bei hämolytischer Anämie)
Chronische Anämie (bei immundefizienten Kindern)
bei Erstinfektionen in der Schwangerschaft:
35 % der Feten infiziert, allermeist klinisch stumm
bis zu 6,5 % Abort (im 2.Trimenon)
Hydrops fetalis ca. 1 %
Diagnostik:
Antikörper, PCR in Blut und Knochenmark
DD:
Erythema anulare, Erythema exsudativum multiforme,
SLE, allergische Exantheme
Therapie:
i.a. symptomatisch, ggf. Transfusion (bei Hb < 8 g/dl)
Prophylaxe:
Expositionsprophylaxe
Virologische Befunde bei Parvovirus B19-Infektion
Parvovirus B19-Infektion (Pathogenese)
Transmissionsweg: aerogen (Nasopharynx)
Fieber, Schüttelfrost,
Kopfschmerzen, Myalgie
Exanthem, Erythem
Arthralgie/Arthritis
6-10 Tage
> 3 Wochen
Virämie:
108-1014 Kopien/ml
Folge von Immunkomplexablagerungen
Diagnostik von Parvovirusinfektionen
•
Humorale und zelluläre Immunantwort
•
IgM/IgA: 10d bis 2m pi, kann sehr lange persistieren
•
IgG: lebenslang, bei chronischen Infektionen oft kein oder
nur sehr niedriges IgG (therapeutisch HIG)
•
EIA, IFT und WB
NS1
VP-N
•
PCR (NS1-Gen)
VP-C
VP-1S
Parvovirus B19-Infektion
(Pathogenese)
Symptome als Folge von Wechselwirkung zwischen
Virus, Wirt (Zielzelle) und Immunsystem
• Knochenmarkdepression: früh (während Virämie)
• Beendigung der Virämie:
neutralisierende Antikörper
• Hauptsymptome:
Folge der Immunreaktion,
Koinzidenz mit Immunkomplexbildung
Parvovirus B19-Infektion
(persistierende Infektion)
Führendes Symptom: Anämie
• Kongenitale Immundefizienz (Nezelof)
• Kinder mit lymphoblastischer Leukämie u.a.
• AIDS
• Organtransplantatempfänger
Parvovirus B19-Infektion
(Klinische Erscheinungsbilder)
Erythema infectiosum (sog, Fifth disease, Ringelröteln)
Arthralgie/Arthritis: (Erwachsene >> Kinder; DD: RA)
Benigne Lymphadenopathie
Transiente aplastische Krise (mit hoher Virämie)
z.B. bei hämolytischer Anämie, Sphärozytose,
Sichelzellanämie, Thalassämie
PVB19-Infektion in der Schwangerschaft
• Abortrate 12-16%
• 9% Fetopathie bei Transmissionsrate 33%
• 10% aller nonimmune Hydrops fetalis
- typische zytopathische Veränderungen der
Erythroblasten
- Leukoerythroblastose in der Leber
- Virusantigen- und DNA-Nachweis (Leber)
• keine gesicherte Embryopathie nach PVB19
Allgemeine Hinweise für PCR-Anforderungen
•
Material:
– Serum (10ml Monovette)
– ggfs. Knochenmark, Fruchtwasser (5ml), Liquor (2ml), Biopsieproben
– auch Autopsiematerial möglich
•
Transport/Lagerung:
– Freisetzung von Störfaktoren der PCR aus Untersuchungsmaterial
•
Inhibitoren der PCR:
– Heparin
– Hämoglobin
– endogene Nukleasen
Parvovirus B19-Infektion
(intrauterine Infektion)
Hydrops fetalis
• nicht immunologisch bedingt
• Folge einer schweren Anämie
- Leukoerythroblastose
- Eisenablagerung in der Leber
- typischer virusbedingte zytopathische
Veränderungen der Erythroblasten
- Nachweis von Virus-Antigen und -DNA
(z.B. in der Leber)
Parvovirus B19-Infektion
(intrauterine Infektion)
•
Endothelzellschädigung assoziiert mit T-Zellinfiltraten
• Fehlbildungen am Auge
• Herz- und Skelettmuskeldegeneration
• Virales Antigen und Virus-DNA in multiplen Organen
(Herz, Leber, Gehirn, Milz, Thymus,
Knochenmark)
• Thrombozytopenische Purpura
• Pure red cell anaemia (PRCA)
Rötelnvirus
Übertragung:
Tröpfcheninfektion und vertikal
Infektiösität:
1 Woche vor bis 1 Woche nach Exanthemausbruch
Inkubationszeit:
14-21 Tage
Klinik:
bis 50 % asymptomatisch
Lymphknotenschwellungen, Fieber, Exanthem
Komplikationen:
transiente Polyarthalgie/-arthritis (Finger & Knie)
Thrombozytopenie (1:3.000), Enzephalitis (1:6.000),
PRP; Embryopathie (Infektiösität bis 1 Jahr)
Diagnose:
Serologie, ggf. PCR (Amnionflüssigkeit, Urin)
Prophylaxe:
Impfung mit 12 und 24 Monaten
Mutterschafts-Vorsorgeuntersuchung
Organmanifestationen der
Rötelnembryopathie
• Mikrozephalie, zentrale Parese
• Katarakt, Mikrophthalmus, Glaukom
Retinopathie (Pseudoretinitis pigmentosa)
• Herz- und Gefäßmißbildungen:
Ductus arteriosus persistens, Septumdefekte
• Innenohrschwerhörigkeit, Taubheit
• Lymphadenopathie
Hepatosplenomegalie
niedriges Geburtsgewicht
Wachstumsretardierung (verkalkte Metaphysen)
Purpura
Pneumonie
Virusaussscheidung im Urin (Virurie)
Gregg‘sche Trias:
Auge, Ohr, Herz
Organmanifestationen bei Rötelnembyopathie
Rautenhirn
Mittelhirn
Vorderhirn
Auge
ZNS
Mikrozephalie, mentale
Retardierung
Auge
Katarakt, Mikrophthalmie
Ohr
Innenohrschwerhörigkei
(Corti’sches Organ)
Herz
Ductus arteriosus apertus,
Ventrikel-Septum-Defekt
Ohr
Arm
Herz
Leber Hepatosplenomegalie,
& Milz trombozytopenische Purpura,
Anämie
Nabelschnur
Bein
geringes Geburtsgewicht
Wachstumsverzögerung
erhöhte Kindersterblichkeit
Rötenembryopathie (CRS)-Risiko
Rötelninfektion der Schwangeren
Gestationswoche
Häufigkeit
-4 bis -6< 4 %
1-6
7-9
10 - 12
13 - 16
17 - 21
(sehr selten)
56 %
25 %
15 %
< 10 %
< 5 % späte Hörschäden?
vorübergehende postnatale
Entwicklungsstörung?
22 - 40
<2%
Katarakt bei Rötelnembryopathie
Rötelnembryopathie
Thrombozytopenische Purpura
Pathogenese von Röteln in der
Schwangerschaft
Impfung
Reinfektion
Organe,
Haut
Leber
LN
Milz
Makrophagen
X
X
primäre
Virämie
X
X X
sekundäre
Virämie
Plazentabarriere
X
CRS
RES
Röteln-Epidemiologie
Impfung zugelassen
Rötelnfälle pro 100.000 Einwohner
24
21
18
Rötelnfälle
insgesamt
15
10
12
9
Rötelnfälle im Alter
von ≥ 15 Jahren
6
4
3
2
Rötelnembryopathie
0
0
1961
1969
1981
1993
CRS-Fälle pro 100.000 Geburten
18
27
Rubella virus exposure or infection
with or without characteristic symptoms
Screening assay: IgM +ve
confirm by µ-capture assay
E2 +ve and AVI >0.5
• no 1° infection
• re-infection ?
• IgM test result
false reactive ?
E2 - ve & AVI < 0.3
follow-up required
AVI >0,3, <0.5
E2 +ve or -ve
ask for follow-up sample
•
•
1° rubella
•
virus transmission to fetus ?
•
development of CRS ?
suspect 1° infection
false reactive IgM ?
reinfection ?
post-vaccination ?
Further procedures in 1° rubella virus
infection during pregnancy
prenatal
amniocentesis: PCR
cordocentesis:
fetal IgM , SP15 antibody
postnatal, newborn
Cord blood: IgM, PCR
Serum: IgM, SP15 antibody
Urine: virus isolation, PCR
PBMCs: PCR
asymptomatic
late-onset disease
negative results never
preclude development of CRS
CRS
Intrauerine Infektionen
Cytomegalievirus
Konnatale Zytomegalie: Taubheit,
mentale Retardierung
Rötelnvirus
Rötelnembryopathie: Greg’sche Trias
Parvovirus B19
Hydrops fetalis
HIV
konnatale HIV-Infektion, AIDS
Varizella-Zoster-Virus
Hautnarben, Skelett- und ZNS-Defekte
Treponema pallidum
konnatale Syphilis (klassisch)
Toxoplasma gondii
konnatale Toxoplasmose
Listeria monocytogenes
konnatale Listeriose: Pneumonie,
Sepsis, Meningitis
Mycobacterium leprae
konnatale Lepra (häufig wenn Mütter
eine lepromatöse Lepra haben)
Retinochorioiditis toxoplasmotica.
Neben pigmentierten Netzhaut-/Aderhautnarben findet
sich ein weißlich-gelber, frischer Retinochorioiditis-Herd,
bedingt durch Toxoplasma gondii.
Perinatale Infektionen
Erreger
Manifestation
Symptome
N.gonorrhoeae
Konjunktiven
Ophthalmia neonatorum
C. trachomatis
Konjunktiven,
Atemwege
Ophthalmia neonatorum
neonatale Pneumonie
HSV
generalisiert
Herpes neonatorum
HBV
Leber
chronische Hepatitis
HPV
Atemwege
Larynxpapillome?
Streptokokken
Atemwege
E.coli etc.
Sepsis
Candida albicans Atemwege
neonataler Mundsoor
Neonatale Coxsackie-Myokarditis
mit massiver Infektion (a) und
Zell-zu-Zell-Ausbreitung (b) nach
perinataler Infektion. In-situHybridisierung ikm autoptischen
Herzen.
Infektionsmodus:
Schmierinfektion
Medizinisch wichtige Chlamydien-Spezies
Spezies
Serotyp natürl. Wirt
C.trachomatis A-C
D-K
L1-L3
Mensch
Mensch
Mensch
Symptome
Trachom
Urethritis, Zervizitis, Proktitis,
Konjunktivitis, neonatale
Pneumonie
Lymphogranuloma venereum
C. psittaci
Vögel, Säuger Pneumonie
C. pneumoniae
Mensch
akute Atemwegserkrankung
Chlamydien-Einschlußkörper
in McCoy-Zellen. Anfärbung mit Jod,
Braunfärbung durch hohen
Glykogengehalt.
Chlamydia trachomatis:
Symptome und Komplikationen
Infektion bei
Symptome
Komplikationen
Männern
Urethritis, Epididymitis,
Proktitis, Konjunktivitis
systemische Infektion
Mb. Reiter (Urethritis,
Konjunktivitis, Polyarthritis,
Hautläsionen)
Frauen
Urethritis, Zervizitis,
Bartholinitis, Salpingitis
Konjunktivitis
ektope Schwangerschaft
Infertilität
systemische Infektion:
Perihepatitis,
Arthritis, Dermatitis
Neugeborene
Konjunktivitis
intersitielle Pneumonie
Lebenszyklus von Chlamydien
EB, Elementarkörperchen; RB, Retikulärkörperchen
Lokale und systemische
Ausbreitung der
Gonokokkeninfektionen im
Körper und ihre
Komplikationen
(a)
Perinatale Infektionen
(a) Staphylokokken-Infektion (scalded skin
syndrome) mit großflächigen Epidermisdefekten
(b) Ophthalmia neonatorum, Gonokokkeninfektion:
Symptombeginn 2-5 Tage nach Geburt,
Ödem und Entzündung sind stärker
ausgeprägt als bei Chlamydieninfektionen
(c) Tetanus: Risus sardonicus bei einem
Neugeborenen
(b)
(c)
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