Humane Papillomviren

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Nr. 269
Humane Papillomviren
4. Kopf-Halsbereich
Was sind Humane Papillomviren (HPV)?
Humane Papillomviren sind ubiquitär verbreitet, infizieren
Epithelien des Menschen und können verschiedene Erkrankungen auslösen: cervikale intraepitheliale Neoplasien,
Karzinome und Condylome.
Ca. 130 HPV-Typen sind bekannt, darunter gelten ca. 20
als hochriskant (high-risk-HPV, HR-HPV) für eine Karzinomentwicklung. 18 Niedrigrisiko-Typen (low-risk-HPV, LRHPV) sind mit Condylombildung (selten invasiv wachsend)
assoziiert.
Welche Erkrankungen können HPV hervorrufen?
1. Genitalbereich der Frau
Infektionen des Genitaltrakts mit humanen Papillomviren
sind häufig. Diese sind zunächst harmlos, da es oft nur zu
einer transienten Infektion kommt. Es kann bei ca. 50% der
jungen Frauen im Alter zwischen 15-25 Jahren eine HPVInfektion nachgewiesen werden. Bei vielen dieser Infektionen lassen sich verschiedene HPV-Typen gleichzeitig nachweisen.
Persistiert eine cervikale HPV-Infektion über mehr als 18
Monate mit demselben HPV-Typ, kann dies zu einer Dysplasie und später zu einer Neoplasie-/Karzinom-Entwicklung
führen. Die HPV-Infektion ist eine obligate und die einzige
(monokausale Ätiologie) Voraussetzung zur Entwicklung
des Zervixkarzinoms. In 99,6% aller Zervixkarzinome ist
HPV nachweisbar. Dabei vermitteln die HPV-Typen 16 und
18 ein 10 bis 20fach erhöhtes Risiko für eine hochgradige
Krebsvorstufe (CIN3) im Verlauf von 10 Jahren. Die Läsionen entstehen in den meisten Fällen in der Transformationszone am äußeren Ostium des Zervikalkanals.
Darüber hinaus können im gesamten Genitalbereich Condylome auftreten. Obwohl sie selten invasiv werden, können
sie sehr lange persistieren und stellen eine hohe physische
und psychische Belastung dar.
2. Uro-Genitalbereich des Mannes
HR-HPV Infektionen bei Männern sind meist inapparent
und führen nur in seltenen Fällen zu Karzinomen am Penis. Genitalwarzen treten vergleichbar häufig bei beiden
Geschlechtern auf. Urethrale Condylome sind beim Mann
häufiger.
3. Anus und Rektum
HPV-Infektionen sind mit Larynxpapillomatose (LR-HPV)
und Tonsillenkarzinomen (HR-HPV) assoziiert. Die Genese von Karzinomen im Kopf-Halsbereich (Head and Neck
Squamous Cell Carcinoma - HNSCC) ist multifaktoriell,
aber über 50% aller Tonsillen- und Zungengrundkarzinome
sind positiv für HPV. Dabei sind HPV 16 und 18 die am häufigsten nachgewiesenen Virustypen.
Das HPV-HNSCC zeigt bestimmte Merkmale, wie ein frühes
Auftreten, höhere Wahrscheinlichkeit von Lymphknotenmetastasen (dort auch Nachweis von HPV-DNA) und geringe Assoziation zu Alkohol- und Tabakkonsum. Molekularpathologisches Merkmal ist ein gering differenziertes, nicht
verhornendes Plattenepithelkarzinom.
Patienten mit HPV-assoziiertem HNSCC haben eine bessere
Prognose mit geringerer krankheitsspezifischer Mortalität.
HPV-Genotypisierung
Vor diesem Hintergrund bietet das IMD Berlin in enger Zusammenarbeit mit PD Dr. A. Kaufmann aus dem gynäkologischen Labor der Charité eine erweiterte HPV-Genotypisierung an. Dabei können aus dem Abstrichmaterial folgende
HPV-Typen identifiziert werden:
HR-HPV –
LR-HPV – 6, 11, 42, 43, 54, 57, 70, 72,
Als Qualitätskontrolle dient der Nachweis von zellulärem
β-Globin, da HPV zellulär gebunden ist.
Die Typisierung ermöglicht die zeitliche Nachverfolgung der
Infektion, z.B. den Nachweis des Verschwindens des verursachenden HPV-Typs nach Therapie.
Onkogene E6/E7-mRNA
Die HPV-Gene E6 und E7 kodieren für Onkoproteine, die
zur Transformation der Wirtszelle und deren unkontrollierte Proliferation führen. Bei transienten Infektionen ist die
Expressionsrate niedriger als bei einer persistierenden Infektion. Der Nachweis von onkogener E6/E7-mRNA scheint
ein geeigneter Indikator für das Risiko einer vorliegenden
hochgradigen Infektion zu sein.
In der Transformationszone an der Linea dentata im Analkanal können sich HPV-assoziierte Analkarzimone entwickeln.
Besonders bei HIV-infizierten Patienten nehmen die durch
HPV hervorgerufenen analen Läsionen deutlich zu. Auch bei
Personen, die rezeptiven analen Verkehr praktizieren, ist
die Inzidenz der HPV-positiven Analkarzinome erhöht.
IMD Labor Berlin
Nicolaistraße 22, 12247 Berlin (Steglitz)
Tel +49 30 77001-322
Fax +49 30 77001-332
info imd-berlin.de, imd-berlin.de
16, 18, 26*, 31, 33, 35, 39, 45, 51, 52, 53*,
56, 58, 59, 66*, 68, 73, 82
* high-risk nicht definiert
IMD Labor Potsdam
Fr.-Ebert-Str. 33, 14469 Potsdam
Tel +49 331 28095-0
Fax +49 331 28095-99
info imd-potsdam.de, imd-potsdam.de
bitte wenden
Erforderliche Materialien für die HPV-Genotypisierung
und den mRNA-Nachweis
Abrechnung
• Material für Dünnschichtzytologie (geeignet für den
mRNA-Nachweis) z.B. PreTect TM, Thinprep oder Pre servCyt
GOÄ (1.15 fach) € 113,96
IGeL (1.0 fach) € 99,09
• Biopsien (auch geeignet für den mRNA-Nachweis)
Voraussetzung: Es müssen humane Zellen im Material sein!
EBM bei auffälliger Zytologie oder Z.n. Op. € 28,00
(32820)
Onkogene E6/E7-mRNA
GOÄ (1.15 fach) als erweiterte Vorsorge € 53,62
IGeL (1.0 fach) € 46,63
EBM bei auffälliger Zytologie oder Z.n. Op. € 28,00
(32820)
Dr. T. Ziegler
U. Haselbach
Diag-Info: 269 Version: 1
• Abstriche (sind nicht geeignet für den mRNA Nachweis)
-
z.B. Cervix-Brush für den Zervixabstrich
-
(trockene) Schleimhaut-Abstriche aus dem HNO
und Anal-Bereich
- bei penilen Abstrichen (trockene Abstrich
oder Bürstchen) die Haut vorher anrauhen (ste
rile Nagelfeile, Sandpapier), damit humane Zellen
gelöst werden
HPV-Genotypisierung
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