4Datenbanken – Elemente – Handling

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Lotus Notes 6 und Domino
4
Arbeiten im Team, arbeiten im Web
ISBN 3-8273-1991-9
Datenbanken – Elemente –
Handling
Im Folgenden beziehen wir uns auf die im Designer erstellte Datenbank »Seminar.nsf«. Die Screenshots zeigen den Zugriff mit dem Notes Client. Wenn Sie das
Gezeigte nachvollziehen wollen, empfehlen wir, die Datenbank von der CD in Ihr
lokales Notes-Datenverzeichnis zu kopieren (Lotus/Notes/Data) und die Datenbank zu öffnen (siehe »Datenbank öffnen« in diesem Kapitel). Dadurch wird automatisch ein Lesezeichen im Lesezeichenordner »Datenbanken« angelegt.
4.1
Elemente einer Notes-Datenbank
Bei Notes 6 hat sich äußerlich wie innerlich wieder einiges geändert. Das Konzept
einer Plattform für alle heute erdenklichen Informationsquellen ist aber beibehalten worden (Arbeiten im Team – Arbeiten im Web). Seit der ersten Notes-Version ist
nach dem Domino-Prinzip mehr und mehr »angebaut« worden (die Bezeichnung
Domino Server ist mit der Version 4.5 entstanden, um die neu eingebaute WebFunktionalität zum Ausdruck zu bringen). Dieses Domino-Prinzip ist mit weiteren
Versionsnummern ausgebaut worden. Wo die Marktentwicklung mit neuen Versionen hingehen wird, ist nicht abzusehen bzw. nur zu erahnen – Mobile Notes, Unified Messaging, Websphere sind in diesem Zusammenhang nur einige Stichworte.
Auch die Entwicklungsumgebung (Notes Designer) hat in Notes 6 wieder ein etwas
anderes Outfit bekommen. Ob der Bedienkomfort dadurch besser geworden ist,
möge letztendlich der Anwender entscheiden. Die Gestaltungselemente von
Notes-Datenbanken wie Gliederungen, Rahmengruppen (Framesets) und Seiten
sind auch weiterhin vorhanden. Die Gestaltungsmöglichkeiten zum Webdesign
sind in Notes 6 noch weiter ausgebaut worden.
Auch wenn Notes in vielen Unternehmen (leider) oft nur für Mailing, Calendering
und To Do benutzt wird (vielleicht noch für ein gemeinsam genutztes Telefonbuch), möchten wir in diesem Kapitel mit den Grundelementen von Lotus Notes
beginnen – den Datenbankelementen. Weiterhin beschreiben wir das allgemeine
Handling dieser Elemente, das hat sich auch in Notes 6 nicht wesentlich geändert.
Waren früher Masken und Ansichten zentrale Gestaltungselemente, werden es
wahrscheinlich in Zukunft Frames, Gliederungen und universelle Programmiersprachen für Web-Auftritte sein. Der Notes Designer ist ein Web-Editor geworden. Es
werden z.B. Content-Management-Systeme angeboten, die es Anwendern ermöglichen, die Inhalte von Web-Auftritten in einem Unternehmen dezentral und ohne
Programmierkenntnisse zu pflegen. Eine Maske ist damit zu einem Gestaltungselement unter vielen geworden – wenn auch immer noch ein sehr zentrales.
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Datenbanken – Elemente – Handling
Trotz aller Domino-Effekte besteht Notes im Kern immer noch aus den Elementen,
mit denen es in der ersten Version auf den Markt kam. In der Grundidee ist Notes
ein Datenbanksystem und ein effektives Werkzeug für den Austausch von Informationen – entweder in geschlossenen Unternehmensnetzwerken oder seit Version
4.5 alternativ über den Zugriff mit einem Internet-Browser.
Sieht man sich für Notes entwickelte Anwendungen an, wird man feststellen, dass
Notes-Datenbanken zwar im Aussehen alle sehr unterschiedlich sind, aber immer
den gleichen Aufbau haben. Sie sind zwar anders, aber trotzdem gleich, könnte
man sagen.
Notes ist im Kern ein Datenbanksystem geblieben und besteht aus sieben klassischen Gestaltungselementen – daran ändert das Hinzufügen der neuen Bausteine
GLIEDERUNG, RAHMENGRUPPE und SEITE seit der Version 5 wie auch die Öffnung zum
Internet nichts:
:
:
:
:
:
:
:
:
:
:
Gliederungen
Rahmengruppen
Seiten
Datenbanken
Masken
Dokumente
Ansichten
Ordner
Navigatoren
Agenten
Gliederungen
Eine GLIEDERUNG ist ein Gestaltungselement, dass seit der Version 5 zur Verfügung
steht. Sie dient dem Benutzer als Navigationsinstrument. Die einzelnen Zweige
führen zu den verbundenen Informationen, sei es eine Ansicht einer Datenbank,
eine Eingabemaske, mit der Daten in einem Dokument gespeichert werden sollen,
oder eine Seite mit statischen Texten, Grafiken, Bildern etc..
Rahmengruppen
Eine RAHMENGRUPPE (Frames/Frameset) ist ein Gestaltungselement, das mit Version
5 aus dem Bereich Webdesign übernommen wurde. Rahmengruppen hat es in
Notes eigentlich schon immer gegeben. Der Aufbau einer Datenbank bestand
schon immer aus verschiedenen Rahmen bzw. Fenstern für die Navigation oder die
Ansicht der gespeicherten Dokumente.
Mit Rahmengruppen können Startseiten für den Zugriff über den Client wie über
den Browser gestaltet werden. Die einzelnen Rahmen werden mit unterschiedlichen Elementen verknüpft, wie z.B. Masken, Ansichten, Seiten oder Datenbanken.
Ein anschauliches Beispiel ist die Startseite von Notes 6.
Elemente einer Notes-Datenbank
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Die klassische Notes-Datenbank ist in diesem Konzept nur noch ein Bestandteil
unter vielen. Die Datenbankfunktion ist und bleibt aber der zentrale Kern von
Lotus Notes. Theoretisch wäre es möglich, beim Gestalten einer Web-Applikation
vollkommen auf eine Datenbank zu verzichten und Notes nur als reinen WebEditor zu benutzen – theoretisch.
Seiten
Eine SEITE ist ein weiteres Gestaltungselement, das in die Vorversion integriert
wurde. Seiten können vielfältige Elemente aufnehmen, wie Gliederungen, Text,
Bilder, Grafiken etc. Sie können auch als Editor für HTML-Code benutzt werden.
Die Eingabe von Benutzerdaten, um sie in Dokumenten einer Datenbank zu speichern, ist nicht möglich. Beispiele dieses Bausteins finden Sie in den Abschnitten
ÜBER DIESE DATENBANK bzw. BENUTZEN DIESER DATENBANK,die es in jeder Notes-Datenbank gibt (Menü HILFE). Seiten können für die Rahmeninhalte einer Rahmengruppe benutzt werden.
Abbildung 4.1: Rahmengruppe mit Gliederung
Die Gestaltung von Datenbanken bleibt den Datenbank-Designern vorbehalten.
Ein normaler Notes-Benutzer wird diese neuen Bausteine benutzen, aber nicht verändern können (bis auf die Startseite, die individuell angepasst werden kann).
Kommen wir nun zu den herkömmlichen Bausteinen von Lotus Notes, zur klassischen Notes-Datenbank.
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Datenbanken – Elemente – Handling
Datenbanken
DATENBANKEN dienen der Aufnahme, Verwaltung und Speicherung von Informationen, die meist nach bestimmten Themen oder Funktionen (z.B. Diskussionen,
Teamarbeit) zusammengefasst werden.
Daten werden:
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:
:
:
in von Datenbank-Designern vorgegebenen Formularen eingegeben bzw. erfasst (MASKEN),
als Datensätze gespeichert (DOKUMENTE),
nach verschiedenen Kriterien sortiert angezeigt (ANSICHTEN),
in vorgegebenen oder benutzereigenen Ablagesystemen geordnet (ORDNER).
Datenbanken können sich auf Ihrem lokalen Rechner oder auf einem Server befinden. Natürlich können mehrere Benutzer nur auf gemeinsam genutzte ServerDatenbanken zugreifen. Der Server dient als Drehscheibe der Kommunikation, um
den Informationsaustausch zu koordinieren.
Masken
In welcher Form die Benutzer Informationen eingeben können, bestimmt die Eingabemaske, die ein Datenbank-Entwickler gestaltet hat. Masken bestehen aus Feldern, in denen Benutzer neue Daten eingeben oder aus Vorgaben auswählen können. Masken bestehen meist zusätzlich aus statischem Text und Bildern. Felder
können bearbeitbar sein oder von Notes automatisch berechnet werden (z.B. Autor
der Eingabe, Zeit, zu der ein Dokument erstellt oder geändert wurde).
Die Felder können so definiert werden, dass entweder nur bestimmte Eingabeformate (z.B. Text, Datum, Zahlen) oder verschiedene Informationsarten aufgenommen werden (RICHTEXT-FELD – z.B. Text, Bilder, Video, Audio).
Abbildung 4.2: Eingabemaske mit unterschiedlichen Feldtypen
Elemente einer Notes-Datenbank
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Maskenfelder erkennen Sie an den eckigen Klammern. Eine Besonderheit sind die Felder mit den kleinen Pfeilschaltflächen. Dahinter verbergen sich Dialoglisten, aus
denen der Benutzer aus Vorgaben eine oder mehrere Einträge auswählen kann. Die Listen können auch so gestaltet sein, dass Benutzer neue Einträge hinzufügen können.
Abbildung 4.3: Eingabemaske mit Dialogliste zur Auswahl von Schlüsselwörtern
Dokumente
Nach der Eingabe der Daten wird die Maske gespeichert. Es entsteht ein Dokument
der Datenbank. Das folgende Dokument unterscheidet sich nicht wesentlich von
der ausgefüllten Maske. Es werden nur die Feldumrandungen nicht mehr angezeigt.
Abbildung 4.4: Erstelltes Dokument
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Datenbanken – Elemente – Handling
Ansichten
Dokumente werden in Ansichten angezeigt. Ansichten sind vergleichbar mit Abfragen
in relationalen Datenbanken. Eine Datenbank enthält in der Regel mehrere Ansichten,
in der die Felder des Dokuments nach unterschiedlichen Kriterien sortiert und dargestellt werden. Die Bedingungen, welche Feldwerte angezeigt werden, legt der Datenbank-Entwickler fest. Kundendaten lassen sich z.B. nach Namen, Vornamen, Postleitzahl, Ort, Geburtsdatum oder Telefonnummer anzeigen und sortieren. Es entsteht
immer eine neue Zusammenstellung der Daten, die in den Feldern enthalten sind.
Abbildung 4.5: Ansichten
Ansichten können auch über eine Gliederung aufgerufen werden. Dann ergibt sich
ein Bild wie in Abb. 4.5.
Ordner
Dokumente können auch nach selbst gewählten Kriterien in Ordnern sortiert werden. Ordner können grundsätzlich für die gemeinsame oder die private Benutzung
erstellt werden. Sie haben eine ähnliche Aufgabe wie Ansichten, mit dem Unterschied, dass Ansichten aus Feldwerten berechnet werden, Ordner lediglich zur
Ablage von Dokumenten dienen. Ordner können nur durch Aktionen wie Kopieren oder Verschieben von Dokumenten gefüllt werden.
Navigatoren
Navigatoren sind grafische Hilfsmittel, die in der Navigationsübersicht z.B. über
verschiedene Ansichten oder Ordner den Inhalt einer Datenbank wiedergeben. Die
Benutzer werden mit einem Navigator durch eine Anwendung geführt. Sie können
neben den Ansichten und Ordnen auch Verknüpfungen oder Formeln ausführen
oder weitere Navigatoren öffnen. Navigatoren können auch mit Hotspots kombiniert werden.
Agenten
Agenten sind Programme, die wie Makros bestimmte Aufgaben in einer Datenbank
automatisiert ausführen. Mit Agenten können Sie z.B. Suchfunktionen durchführen, Dokumente in Ordner verschieben oder in eine Archivdatenbank kopieren,
Nachrichten versenden oder Mail-Absender über Ihre zeitweilige Abwesenheit im
Unternehmen informieren. Die Einsatzmöglichkeiten sind überaus vielfältig.
Bereiche einer Datenbank
4.2
83
Bereiche einer Datenbank
Notes-Datenbanken sind alle gleich, aber jede ist anders. Das bezeichnet wahrscheinlich am besten die Struktur einer Notes-Datenbank. Egal welche NotesDatenbank Ihnen begegnet, sie werden den typischen Aufbau sofort erkennen.
:
:
:
Links finden Sie die NAVIGATIONSÜBERSICHT mit Ansichten und Ordnern, die den
Datenbestand der Dokumente unterschiedlich anzeigt. GEMEINSAME oder PRIVATE ORDNER dienen zum Ordnen der Dokumente. Benutzer können weitere private Ordner hinzufügen, um die Dokumente nach eigenen Gesichtspunkten zu
sortieren.
Rechts befindet sich die DOKUMENTÜBERSICHT mit den ausgewählten Feldinhalten der gespeicherten Dokumente. Hier können die Dokumente ausgewählt
bzw. geöffnet werden.
Im unteren Bereich wird die DOKUMENTVORSCHAU sichtbar, wenn Sie den Befehl
ANSICHT – DOKUMENTVORSCHAU ANZEIGEN/VERBERGEN in der Symbolleiste auslösen. Sie können damit ein markiertes Dokument lesen, ohne es zu öffnen. Die
Ränder lassen sich mit dem Mauszeiger verschieben. Die Anordnung der Felder
können Sie über ANSICHT/DOKUMENTVORSCHAU/DOKUMENTVORSCHAU ANORDNEN
variieren. Diese Option wird leider nicht in allen Datenbanken unterstützt.
Abbildung 4.6: Anordnung des Fensters Dokumentvorschau
:
Über den Fenstern ist meist eine AKTIONSLEISTE positioniert (muss aber nicht).
Mit den Schaltflächen können Sie sehr schnell häufig benutzte Aufgaben ausführen, wie Speichern, Schließen, Öffnen der Eingabemaske und Bearbeiten des
Dokuments. Die Anzeige der Tasten ist oft abhängig von der jeweiligen Arbeitssituation.
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Datenbanken – Elemente – Handling
Abbildung 4.7: Die drei Fenster einer Notes-Datenbank
4.3
Datenbank öffnen
Der Notes Client ist für den größten Teil der täglichen Arbeiten im Büro bereits
konfiguriert. Sie versenden oder empfangen E-Mails, arbeiten mit Ihrem Kalender
und der Aufgabenliste. Wenn Ihr Rechner permanent mit einem Domino Server
verbunden ist, arbeiten Sie direkt mit Ihrer Mail-Datenbank auf dem Server und
benutzen für die Adressierung Ihrer E-Mails das Firmenadressbuch (Domino-Verzeichnis). Zu diesen Datenbanken gelangen Sie über die Schaltflächen der Startseite
oder über die Lesezeichen in der Lesezeichenleiste.
Es kann auf einem Domino Server aber auch Datenbanken geben, für die es auf
Ihrem Notes Client noch keine Lesezeichen gibt, mit denen sich eine Datenbank
öffnen ließe.
Neu
Sie können jetzt in Notes 6 die Größe der Dialogfelder generell ändern – wie
heute bei vielen Windows-Anwendungen üblich. Das Handling ist ebenfalls
gleich: Mauszeiger auf den Rand eines Dialogfelds richten und mit linker gehaltener Maustaste den Rahmen aufziehen.
Um eine Datenbank zu öffnen, wählen Sie DATEI/DATENBANK/ÖFFNEN oder (Strg) + (O).
Datenbank öffnen
:
:
85
Bestimmen Sie im nächsten Dialogfeld im Feld SERVER den Server, auf dem sich
die gesuchte Datenbank befindet. Es werden anschließend im Bereich darunter
alle Datenbanken angezeigt, die auf dem Server gespeichert sind.
Wenn Sie LOKAL wählen, werden alle Datenbanken angezeigt, die sich im DataVerzeichnis (meist Lotus/Notes/Data) Ihres lokalen Rechners befinden.
Abbildung 4.8: Dialogfeld – Datenbank öffnen
:
:
:
:
Markieren Sie die gewünschte Datenbank. Im unteren Feld erscheint der Dateiname. Oft werden Datenbanken in einem Unterverzeichnis thematisch zusammengefasst. Mit einem Doppelklick öffnen Sie ein Unterverzeichnis.
Die Schaltfläche ÜBER öffnet eine Seite, die Ihnen erste Informationen über die
Datenbank liefert.
Wenn Sie die Datenbank öffnen, wird automatisch ein Lesezeichen im Lesezeichenordner DATENBANKEN bzw. ein Datenbanksymbol auf der aktuell gewählten
Arbeitsbereichsseite hinzugefügt.
Wenn Sie LESEZEICHEN wählen, erhalten Sie ein Dialogfeld, um den Lesezeichenordner bzw. Unterordner als Speicherort festzulegen.
Abbildung 4.9: Lesezeichen für eine neue Datenbank speichern
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Datenbanken – Elemente – Handling
Die Notes-Hilfe (help5_client.nsf) wird standardgemäß nach der Konfiguration
des Clients nicht als Lesezeichen abgelegt. Sie finden die Datenbank im lokalen
Data-Verzeichnis (LOTUS/NOTES/DATA) im Ordner HELP. Sie können die Hilfe aber
auch über das Menü ? aufrufen, dann wird beim ersten Start automatisch dem
Lesezeichenordner DATENBANKEN ein Lesezeichen hinzugefügt.
4.4
Domänen-Katalog
Das Suchen und Öffnen einer Server-Datenbank geht auch einfacher. Gerade für
Leute, die an verschiedenen Notes-Arbeitsplätzen arbeiten, ist es mühsam, die oft
auf vielen Servern einer Notes-Domäne verstreuten Datenbanken über DATEI/
DATENBANK/ÖFFNEN ausfindig zu machen.
Jeder Domino Server verfügt über eine Datenbank mit der Bezeichnung DATEN(catalog.nsf), in der jeweils in einem separaten Dokument verschiedene Daten zu jeder Server-Datenbank bzw. Datenbank-Schablone abgelegt werden. Die Dokumente enthalten sowohl allgemeine Angaben zur Datenbank (Titel,
Server, Dateiname etc.) als auch spezielle Informationen zu Replizierung, Volltext
und Zugriffskontrollliste. Sinnvollerweise sollten in diesem Katalog die Datenbanken aller Server einer Notes-Domäne aufgeführt sein.
BANKKATALOG
Die Datenbanken werden unter verschiedenen Kriterien angezeigt: nach Titel,
Server, Replik-ID, Manager oder nach Kategorien, die der Datenbank-Manager zur
besseren Übersicht selbst bestimmen kann.
Abbildung 4.10: Domänen-Katalog – Ansicht – Nach Titel
Datenbank – neu
87
Sie können in diesem Katalog nach den gewünschten Datenbanken suchen und
Ihrem Client über die Schaltflächen in der Aktionsleiste ein Lesezeichen hinzufügen oder die Datenbank direkt öffnen.
Ob eine Datenbank im Domänen-Katalog aufgeführt ist und unter welcher Kategorie sie zu finden ist, wird auch in der Infobox DATENBANK-EIGENSCHAFTEN (DATEI/
DATENBANK/EIGENSCHAFTEN) im Register GESTALTUNG dokumentiert.
Abbildung 4.11: Infobox Datenbank – Eigenschaften, Register – Gestaltung
Um die Kategorien im Domänen-Katalog festzulegen (Ansicht DATENBANKEN/NACH
KATEGORIE wählen – Menü AKTIONEN/KATEGORISIEREN) sind Entwicklerrechte notwendig.
4.5
Datenbank – neu
Wir erläutern in diesem Kapitel das grundlegende Verfahren, wie neue Datenbanken angelegt werden. Wir betrachten diesen Vorgang aus der Sicht eines ClientBenutzers. Die meisten Notes-Benutzer werden nicht über das Recht verfügen, auf
einem Domino Server neue Datenbanken anzulegen. Das ist Aufgabe des Domino
Administrators. Das Verfahren ist aber grundsätzlich das gleiche.
Wozu braucht nun ein Notes-Benutzer eine neue Datenbank?
Wer sich tiefer gehend mit Notes beschäftigen möchte, für den ist eine neue Datenbank auf dem lokalen Rechner das optimale Übungsfeld, um den allgemeinen
Umgang mit Notes zu erlernen. Genauso braucht man oft eine Datenbank, um
bestimmte Funktionen außerhalb der operativen Netzumgebung gefahrlos testen
zu können.
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Datenbanken – Elemente – Handling
Sie sollten gerade am Anfang Ihrer Arbeit mit Notes nicht mit einer vollkommen
leeren Datenbank hantieren, das wäre bestimmt nicht besonders motivierend.
Notes bietet Ihnen vorgefertigte Schablonen (Dateiendung .ntf – Notes Template
File), auf deren Grundlage Sie mit wenigen Handgriffen neue Datenbanken erstellen können (wir haben dem Thema SCHABLONEN ein eigenes Kapitel gewidmet).
Vielleicht kommen Sie auch auf die Idee, vorhandene Schablonen für persönliche
Zwecke zu benutzen, z.B. als Container für persönliche Informationen oder für die
Verwaltung Ihrer Platten-, CD- oder Briefmarkensammlung. Die Einsatzmöglichkeiten sind vielfältig und der Phantasie keine Grenzen gesetzt.
:
Wählen Sie DATEI/DATENBANK/NEU oder (Strg) + (N). Sie erhalten ein Dialogfeld,
auf dem Sie diverse Einstellungen vornehmen können.
Abbildung 4.12: Dialogfeld zum Erstellen einer neuen Datenbank
:
:
:
Geben Sie einen Titel ein, der Dateiname wird automatisch davon abgeleitet.
Normalerweise wird eine neue Datenbank im Notes-Data-Verzeichnis abgelegt.
Mit dem Ordnersymbol kann man aber auch einen anderen Speicherort wählen.
Die Einstellungen der Größenbeschränkung (1-4 GByte) gelten für Datenbanken nicht mehr seit Version 5. Sie beziehen sich nur auf Datenbanken, die noch
nicht auf Version 5 aktualisiert wurden.
Entscheiden Sie, ob Sie die Datenbank verschlüsseln wollen. Mobile LaptopBenutzer sollten diese Option für besonders sensible Daten wählen. Bedenken
Sie aber, dass zum Öffnen der Datenbank Ihre Benutzer-ID und Ihr Passwort
zwingend notwendig sind.
Zugriffskontrollliste (ACL)
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Abbildung 4.13: Optionen zur Verschlüsselung
:
:
:
Sie können sich an dieser Stelle bereits für einen Volltextindex entscheiden. Er
wird Ihre zukünftigen Suchabfragen beschleunigen und optimieren.
Wählen Sie eine Schablone für die Gestaltung Ihrer Datenbank. Mit der Option
WEITERE SCHABLONEN ANZEIGEN werden zusätzliche Schablonen zur Verfügung
gestellt. Mit der Schaltfläche SCHABLONEN-SERVER können Sie auch auf die Schablonen eines Domino Server zugreifen. Die Schaltfläche ÜBER bietet Ihnen Informationen über Aufbau und Verwendungszweck der ausgewählten Schablone.
Bei der Option ERWEITERT möchten wir auf die Auswahl WIEDERHERSTELLBARE
LÖSCHUNGEN ZULASSEN hinweisen. Seit Version 5 lassen sich auch scheinbar endgültig aus einer Datenbank gelöschte Dokumente wiederherstellen (mehr dazu
in Kapitel 5.11). Diese Voreinstellung aktiviert die Option in der Infobox
DATENBANK-EIGENSCHAFTEN im Register ERWEITERT.
Mit Abschluss durch OK wird die neue Datenbank generiert und ein Lesezeichen
dem Lesezeichenordner DATENBANKEN bzw. ein Datenbanksymbol der aktuell
gewählten Arbeitsbereichsseite hinzugefügt.
4.6
Zugriffskontrollliste (ACL)
Das Festlegen der Sicherheitsstrukturen im Notes-Netzwerk ist Aufgabe der
Domino Administratoren. Der Client-Benutzer wird in der Regel keine Befugnis
haben, Benutzerrechte auf Datenbanken zu verändern.
Dieses Thema wird in Teil 2 dieses Buchs zur Administration ausführlich behandelt. Um aus Sicht des Client-Benutzers das Sicherheitssystem von Lotus Notes
prinzipiell zu verstehen, möchten wir an dieser Stelle bereits einen kurzen Überblick über die Zugriffsrechte auf eine Datenbank geben.
Neben der allgemeinen Zugangsberechtigung zum Notes-Netzwerk durch die
Registrierung eines Benutzers (Benutzer-ID und Passwort) verfügt jede NotesDatenbank über eine Zugriffskontrollliste (ACL – Access Control List) mit der die
Zugriffsberechtigungen der Benutzer, einschließlich Gruppen und Server, gesteuert
werden. Notes verwendet sieben abgestufte Zugriffsrechte, die durch die Auswahl
von weiteren Optionen erweitert bzw. eingeschränkt werden können. So entsteht
ein differenziertes Geflecht von Kontrollmöglichkeiten.
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:
:
Datenbanken – Elemente – Handling
Markieren Sie ein Lesezeichen einer Datenbank, um die ACL einer Datenbank
einzusehen.
Wählen Sie aus dem Kontextmenü DATENBANK/EIGENSCHAFTEN/ZUGRIFFSKONTROLLE.
Abbildung 4.14: Zugriffskontrollliste (ACL)
Bei einer geöffneten Datenbank wird das Zugriffsrecht in Form eines Symbols in
der Statuszeile angezeigt. Die sieben Zugriffsrechte stellen wir in der folgenden
Tabelle in Grundzügen dar:
Zugriffsrecht
Symbol
Berechtigungen
Manager
Verwaltet das Notes-/Domino-System als höchste Instanz.
Kann alle Aufgaben bzgl. einer Datenbank durchführen, z.B.
neue Datenbanken anlegen, die ACL ändern oder Datenbanken löschen, ebenso alle Aufgaben ausführen, die auf unteren
Ebenen erlaubt sind. Jeder Notes-Benutzer verfügt in der Regel auf seiner E-Mail-Datenbank über dieses Recht.
Entwickler
Kann die Gestaltungselemente einer Datenbank verändern
(Masken, Felder, Ansichten etc.), alle Aufgaben ausführen,
die auf unteren Ebenen erlaubt sind.
Editor
Kann Dokumente lesen und erstellen und eigene und fremde
Dokumente bearbeiten.
Tabelle 4.1: Zugriffsrechte des Notes-/Domino-Systems
Datenbank kopieren
Zugriffsrecht
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Symbol
Berechtigungen
Autor
Kann Dokumente lesen und neue erstellen, darf nur die selbst
erstellten Dokumente bearbeiten bzw. die, in denen er in einem Autorenfeld eingetragen ist. Bemerkenswert ist, dass das
Erstellen von Dokumenten als Option untersagt werden kann.
Leser
Kann Dokumente lesen.
Einlieferer
Kann Dokumente erstellen, diese danach jedoch nicht lesen.
Kein Zugriff
-----
Kein Zugriff auf Datenbanken. Es kann optional zugelassen
werden, öffentliche Dokumente zu lesen und zu schreiben.
Tabelle 4.1: Zugriffsrechte des Notes-/Domino-Systems (Forts.)
In Tabelle 4.2 finden Sie eine Übersicht über alle Grundeinstellungen einschließlich aller möglichen Optionen.
Rechte/Optionen
Manager
Entwickler
Editor
Autor
Leser
Einlieferer
Kein
Zugriff
Dokumente
erstellen
ja
ja
ja
opt.
nein
ja
nein
Dokumente
löschen
opt.
opt.
opt.
opt.
nein
nein
nein
Persönliche
Agenten erstellen
ja
ja
opt.
opt.
opt.
nein
nein
Persönliche
Ansichten/Ordner
erstellen
ja
ja
opt.
opt.
opt.
nein
nein
Gemeinsame
Ansichten/Ordner
erstellen
ja
ja
opt.
nein
nein
nein
nein
LotusScriptAgenten erstellen
ja
opt.
opt.
opt.
opt.
nein
nein
Öffentliche
Dokumente lesen
ja
ja
ja
ja
ja
opt.
opt.
Öffentliche Dokumente schreiben
ja
ja
ja
opt.
opt.
opt.
opt.
Tabelle 4.2: Zugriffsrechte und mögliche Optionen
4.7
Datenbank kopieren
Als Client-Benutzer können Sie von jeder selbst erstellten Datenbank eine Kopie
anlegen. Wenn Sie Leserrechte auf eine Server-Datenbank haben, können Sie
davon eine lokale Replik (eine spezielle Notes-Kopie) anlegen. Davon lässt sich wiederum eine lokale Kopie erzeugen. Dabei ist es möglich, die Zugriffskontrollliste
(ACL) zu deaktivieren.
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Datenbanken – Elemente – Handling
Diese Kopie können Sie aber nicht mehr mit der ursprünglichen Server-Datenbank
abgleichen. Der Hintergrund: Jede Notes-Datenbank wird beim Einrichten mit
einer eindeutigen Identifikationsnummer (Replik-ID) versehen, die auch an eine
lokale Replik vererbt wird. Die Berechtigung zur Replizierung zweier Datenbanken
erfolgt nicht über Titel oder Dateinamen, sondern allein über diese Replik-ID. Beim
Kopieren einer Datenbank erhält die Kopie automatisch eine neue Replik-ID. Die
beiden Datenbanken »kennen« sich also nicht mehr und damit ist auch ein
Abgleich der Inhalte beider Datenbanken nicht mehr möglich.
Wenn Sie eine Datenbank auf Betriebssystemebene kopieren, wird die Replik-ID
nicht verändert. Wenn Sie als mobiler Benutzer eine große Server-Datenbank lokal
nutzen und den gesamten Inhalt der Datenbank nicht über das Netz ziehen wollen, bietet sich der Transport über eine CD oder einen anderen Datenträger an.
:
Markieren Sie das Lesezeichen der Datenbank, die Sie kopieren wollen, mit der
rechten Maustaste und wählen Sie aus dem Kontextmenü DATENBANK/NEUE KOPIE.
Abbildung 4.15: Einstellungen für eine Kopie einer Datenbank festlegen
:
:
Die Einstellungen in der oberen Hälfte des Dialogfelds ähneln dem Anlegen einer neuen Datenbank.
Sie können entscheiden, ob die gesamte Datenbank mit Gestaltung und Dokumenten oder nur die Gestaltungselemente (Masken, Ansichten, Ordner etc.) kopiert werden sollen.
Sie können eine neue Schablone erzeugen, indem Sie nur die Gestaltung kopieren und die Dateiendung auf ».ntf« ändern. Sie erscheint automatisch in der
Schablonenliste beim Anlegen einer neuen Datenbank.
:
:
Sie können die Zugriffskontrollliste deaktivieren. Damit erhalten Sie automatisch Managerrechte auf der erstellten Kopie.
Starten Sie den Kopiervorgang mit OK.
Datenbank löschen
4.8
93
Datenbank löschen
Die folgenden Schritte löschen eine Datenbank endgültig von Ihrem Rechner.
:
:
Markieren Sie das Lesezeichen oder entsprechend das Datenbanksymbol auf der
Arbeitsbereichsseite.
Wählen Sie das Menü DATEI/DATENBANK/LÖSCHEN oder aus dem Kontextmenü
DATENBANK/LÖSCHEN.
Zum Löschen einer Datenbank benötigen Sie Managerrechte. Für die selbst erstellten Datenbanken bzw. lokalen Kopien von Server-Datenbanken (wenn die ACL
nicht kopiert wurde) hat jeder Client-Benutzer automatisch Managerrechte.
Wenn Sie ein Lesezeichen bzw. Datenbanksymbol entfernen, werden lediglich
diese Zeichen gelöscht, nicht aber die Datenbank selbst.
4.9
Datenbank archivieren
Datenbanken, die im »operativen Geschäft stehen«, wachsen gerne sehr schnell
an. Als Notes-Benutzer werden Sie in den seltensten Fällen das Recht haben, Dokumente (außer Ihren eigenen) aus Domino-Datenbanken löschen zu dürfen. Der
Regelfall wird sein, dass Sie die Archivierung auf lokale Datenbanken anwenden.
Jede Notes-Datenbank verfügt über eine Archivierungsfunktion.
Öffnen Sie die Infobox DATENBANK–EIGENSCHAFTEN. Auf der ersten Registerkarte
DATENBANK/ALLGEMEIN finden Sie die Schaltfläche ARCHIVIERUNGSEINSTELLUNGEN.
Dort bestimmen Sie die Dokumente, die von dem Archivierungsagenten erfasst
werden sollen. Archivdatenbanken werden standardgemäß in einem Unterordner
des Notes-Data-Verzeichnisses angelegt.
Abbildung 4.16: Einstellungen für die Archivierung
IBM SOFTWARE PRESS
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Datenbanken – Elemente – Handling
Auf der Karte ERWEITERT legen Sie fest, wie der Agent gestartet wird. Sie können hier
außerdem bestimmen, ob in einer PROTOKOLL-DATENBANK Informationen zu den
einzelnen Archivierungsprozessen festgehalten werden sollen. Damit behalten Sie
immer die Kontrolle über die Archivierungsfunktion. Weiterhin können Sie festlegen, welche Dokumente nach einem bestimmten Zeitraum automatisch archiviert
werden.
Neu
In Version 6 können Sie im Register ERWEITERT/ZEITPLAN jetzt einen genauen Zeitpunkt für die automatische Archivierung festlegen.
Bei geöffneter Datenbank starten Sie manuell den Archivierungsprozess mit dem
Menübefehl DATEI/DATENBANK/ARCHIVIEREN.
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