60 Jahre Rykart Architekten 60 Jahre Rykart Architekten 60 Jahre Rykart Architekten Inhalt Rykart Architekten 1949-2009 4 Vorwort 8 Rykart Architekten 1949–2009 14 «Jede Bauaufgabe erfordert ihre eigene Formensprache» Ein Gespräch mit Claude Rykart und Oliver Sidler Impressum Aktuelles Schaffen 20 Städtebaulicher Wettbewerb Emmi-Areal, Thun 22 «Die Auseinandersetzung mit dem Ort steht am Anfang des Entwurfs» Herausgeberin Wettbewerbe und Projektierung Rykart Architekten AG, Gümligen 24 Einfamilienhaus Schönbrunnen, Utzigen Claude Rykart, Oliver Sidler, Veronika Niederhauser 26 Wohnüberbauung Dreispitz, Liebefeld Texte, Redaktion 30 «Wir wollen Wettbewerbe auch umsetzen können» Konzept Veronika Niederhauser Ausführung und Qualitätsmanagement Interviews 32 Sanierung und Erweiterung Firmenhauptsitz SRG SSR idée suisse, Bern 34 Erweiterung Industrieanlage Bucher Hydraulics AG, Frutigen Rykart Architekten AG, Gümligen 36 Wohnen und Arbeiten Von-Roll-Areal, Bern Fotografien 40 «Das Haus der Zukunft produziert Energie» Magdalena Schindler, Journalistin, Bern Pläne Dominique Uldry, Dominique Plüss, Gerhard Hagen, Christine Blaser, Energie und Nachhaltigkeit Marianne Vetter, Thomas Reufer 42 Visualisierungen Umbau und Sanierung VIDMARhallen, Liebefeld Ausbau der 2. Spielstätte des Stadttheaters Bern twin design, Bern Architron, Zürich 46 Umbau und Restaurierung Verwaltungsgebäude, Ausbau «Haus der Kantone» Speichergasse/Hodlerstrasse, Bern Grafische Gestaltung Mendieta Design + Grafik, Bern 50 «Die Bestandesaufnahme steht am Anfang der Projektarbeit» Bauen im Bestand und Denkmalpflege Druck Stämpfli Publikationen AG, Bern Bern, 2010 Werkverzeichnis ab 1990 54 Wettbewerbe 56 Neubauten 57 Umbauten und Sanierungen 59 Überbauungsordnungen In der Rangliste der gefragtesten Immobilien stehen jene Wohnquartiere zuoberst, die vor einem Jahrhundert oder länger von wenig bekannten Baumeistern gebaut worden sind. Ihre Dichte, ihre Robustheit, ihre Permanenz haben sie längst als ökologisch ebenso wie ökonomisch leistungsfähig ausgewiesen. Ihre unangestrengte Selbstverständlichkeit, ihre beiläufige Präsenz werden von ihren BewohnerInnen über alles geschätzt. Viele der besten Projekte von Rykart Architekten haben diese gleiche baumeisterliche Qualität. Sie stricken mit zeitgenössischen Mitteln bestehende Situationen und Typologien weiter. Sie können eigenständig sein, ohne einen Bestand mit ihrer Logik dominieren zu wollen. Gestalten, ohne sich aufzuzwingen, Fehlstellen sensibel ergänzen: diese Qualitäten sind Unangestrengte Selbstverständlichkeit und baumeisterliche Haltung Vorwort exemplarisch im Projekt VIDMARhallen umgesetzt. Ohne unternehmerischen Mut wäre diese Anlage, die heute zu den bedeutenden kulturellen Treffpunkten weit über Bern hinaus gehört, zerstört. Am Schluss sind die Architekten still abgetreten. Geblieben ist ein Gebäude, das da ist, das gut ist, das keinen schillernden Namen vor sich her trägt, Bücher über neue Architektur sind heute oft dick, bunt, schillernd. Sie spiegeln den um von den Menschen angenommen und geschätzt zu werden. Anspruch der Redaktoren, es den Architekten der vorgestellten Bauten gleichzutun. Gefragt ist das Extravagante, Auffällige, das Herausstechen aus dem Angebot. Auf Wesentliche andere Arbeiten aus dem Büro Rykart befassen sich mit Städtebau im Häuser übertragen, die sich im Alltag bewähren müssen, sind solche Qualitäten ebenso engeren Sinn: mit dem Bau von neuen Stadtteilen. Im Von-Roll-Areal, im Dreispitz Lie- verbreitet wie leider auch absurd. befeld, in der Siedlung Acherli und anderswo hat das Büro dichte Quartiere entworfen, die parallel zum neuen Angebot auch bestehende Probleme wie Lärmimmissionen mit Die Wirklichkeit der Architektur kann auch eine ganz andere sein. Von einer solchen baulichen Mitteln lösen. Diese Siedlungen beweisen, dass das urbane Leben jenseits Wirklichkeit handelt das Buch über Rykart Architekten, das wir in Händen halten. Es aller Vorurteile zeitgemäss, attraktiv und bezahlbar ist. In einer Zeit, wo auch die nicht ist eine Jubiläumsschrift über ein mittelgrosses Architekturbüro in einer mittelgrossen erneuerbare Ressource Landschaft bis zum Verschwinden schrumpft, ist dieses Bauen Schweizer Stadt. Es ist ein Buch über ein Architekturbüro, das Bern und seine Nachbar- ein Zeichen von unschätzbarem Wert gegen die Zersiedelung. schaft seit Jahrzehnten mitprägt, obwohl seine Bauten nicht auf den ersten Blick und schon gar nicht mit spektakulären Eigenschaften überzeugen wollen. Architekten gestalten mit ihren Werken nicht nur unsere Umgebung: Sie gestalten die Zukunft, in der Regel weit über ihre Generation hinweg. Dass Rykart Architekten einige Im Umstand, dass hier nicht nur die Chefs, sondern auch ihre MitarbeiterInnen zu Wort ihrer Werke hier mit einem Moment des Innehaltens, mit einem Blick in die Vergangen- kommen, wird deutlich, was viele andere Bücher über die Architektur unserer Zeit heit, mit einem Buch nochmals vergegenwärtigen, unterstreicht das Gelingen und die unterbewerten: dass Bauen eine Tätigkeit für Generalisten, für Leute ist, die das Ganze Glaubwürdigkeit ihrer Recherche. im Auge behalten. Teamarbeit in Wettbewerben, Fragen des Kontextes und der Denkmalpflege, Bauausführung, Gebäudetechnik und das unternehmerische Kalkül sind in jedem Projekt miteinander abzuwägen – die für das Einzelne zuständigen Spezialisten Bern, im Mai 2010 müssen bereit sein, Hand in Hand zu arbeiten. Das Resultat zielt nicht auf die Oberfläche, sondern auf strukturelle Qualitäten. Christoph Schläppi, Architekturhistoriker Rykart Architekten 1949–2009 Rykart Architekten 1949–2009 frühen 1950er-Jahre: Walmdächer mit gestalteten Untersichten, Blumenfenster mit Kunststeineinfassungen, sorgfältige Balkondetails und Treppenhäuser mit vorfabrizierten Glas-Beton-Elementen. 1956 bezog das Architekturbüro das neu erstellte Wohn- und Geschäftshaus an der Giacomettistrasse 33a in Bern. In einer wirtschaftlich schwierigen Zeit, unmittelbar nach dem Ende des 2. Weltkrieges, gründeten Ernst und Marcelle Rykart-Petitjean ihr Architekturbüro mit Sitz an der Effingerstrasse in Bern. Ernst Rykart verfügte mit einer Maurerlehre und dem Archi- Die Fassadengestaltung der Mehrfamilienhäuser, welche nach 1960 erstellt wurden, tekturstudium am Technikum in Biel sowie der anschliessenden Bauleitertätigkeit über erscheint bereits bedeutend kraftvoller. Farblich und in der Putzstruktur differenzierte eine solide, praxisbezogene Ausbildung. Bänder mit durchgehenden Kunststeingesimsen strukturieren die Baukörper und werden von Treppenhauspartien in der Vertikalen rhythmisiert. Eine gänzlich neue Der Start in die Selbständigkeit wurde durch Notar Adolf Fleuti erleichtert, der dem Sprache sprechen die 1967 realisierten Mehrfamilienhäuser an der Lorrainestrasse in jungen Büro die Möglichkeit gab, im Neubaugebiet Oberer Spiegel in Bern Einfami- Bern. Erstmals wurden scharf geschnittene Kuben mit Flachdächern, Sichtbeton- lienhausparzellen zu beplanen und Bauherren für die Realisierung zu finden. Dadurch fassaden und einer durchgehenden Balkonschicht mit vorfabrizierten Betonelementen entstanden am Chaumontweg und am Grünenbodenweg in den 1940er- und 1950er- geplant und realisiert. Jahren insgesamt 15 Einfamilienhäuser. Das Honorar für die Planung und Realisierung des ersten Einfamilienhauses, welches für den bekannten Berner Kunstmaler Werner Die Wohnungsnot und die staatlich verordnete Wohnraumproduktion der späten Schmutz erstellt wurde, betrug 3000 CHF. Die Anlagekosten pro Haus beliefen sich auf 1960er-Jahre ermöglichte in den 1970er-Jahren die Realisierung von grossen Über- rund 55000 CHF. bauungen mit bis zu 300 Wohnungen in der Länggasse, in Stettlen, Ittigen und Kehrsatz. Um der grossen Wohnungsnachfrage zu genügen, wurde der Elementbau zum Neben der Realisierung von Einfamilienhäusern bot sich bald die Möglichkeit zur Thema: zur Sicherstellung möglichst rationeller Arbeitsabläufe wurden Raumeinheiten Planung und Realisierung etlicher Mehrfamilienhäuser in Bern, Fribourg und Biel. Diese mit Tunnelschalungen hergestellt. Die Fassaden der bis zu achtgeschossigen Bau- Wohnbauten zeigen eine zurückhaltende Detaillierung in der Sprache der 1940er- und körper der Wohnüberbauung Fabrikstrasse in Bern spielen mit den Texturen und dem Fugenbild der Betonelemente – wesentlich jedoch ist die volumetrische Gliederung der riesigen Baukörper. MFH Lorrainestrasse, Bern, 1967 MFH Giacomettistrasse, Bern, 1956 MFH Brunnmattstrasse, Bern, 1960 EFH Chaumontweg, Spiegel, 1949 8 | Rykart Architekten 1949–2009 Industriegebäude Garbani, Bern, 1972 MFH Fabrikstrasse, Bern, 1967–1973 9 | Rykart Architekten 1949–2009 Diese ersten Jahre der Zusammenarbeit zweier Generationen waren geprägt von der Auseinandersetzung zwischen Bewahrung und Veränderung. In diesem Zeitraum Neben dem Wohnungsbau entstanden in dieser Zeit vermehrt auch Industriegebäude, entstanden Einfamilienhäuser in sehr unterschiedlicher Architektursprache. Vermehrt wie die Biscuitfabrik Krebs in Niederwangen, die Fabrik der W. Garbani AG am stellten sich auch Bauaufgaben im Bestand und im städtebaulichen Kontext. Mit dem Zikadenweg in Bern, und, mit der Arbeitsbibliothek der Sekundarschule Spiegel, auch Eintritt von Philippe Rykart, dipl. Arch. ETH, überliessen die Firmengründer ab 1988 das erste öffentliche Gebäude. Dieser Auftragsbestand ermöglichte die Vergrösserung des operative Geschäft zunehmend der jüngeren Generation. Büros auf bis zu 14 Mitarbeitende. Aus dieser Zeit datieren auch mehrere Wettbewerbsteilnahmen mit einem 3. Preis für die Planung Blinzernplateau im Spiegel. Der Der Attikaaufbau der W. Garbani AG in Bern zeigt exemplarisch den Übergang zwi- Vorschlag sah am Waldrand 11-geschossige Wohngebäude vor. schen den Generationen: Dieses durch Ernst Rykart in den 1970er-Jahren erstellte Bürogebäude wurde durch Claude und Philippe um ein Attikageschoss mit einer kom- Im Lauf der 1970er-Jahre erweiterte sich das Auftragsspektrum kontinuierlich: Es plexen Tragstruktur von dreidimensionalen Stahl-Fachwerkträgern erweitert. entstanden Autogaragen, Tankstellen, Bürobauten, Praxen, Poststellen, Bankfilialen und Restaurants. Zeittypische Waschbeton-Elemente prägten das Fassadenbild. Der Innen- Neben intensiver Wettbewerbstätigkeit mit vielversprechenden Rangierungen eröffnete ausbau der UBS-Filiale in Zollikofen verkörpert den Geist der 1970er-Jahre in typischer Weise: plastische, abgerundete Formen, Rasterleuchten und eine kräftige Farbigkeit. sich Claude und Philippe die Möglichkeit, innovative Gebäude zu realisieren. Aus dem EFH Gubler, Ittigen, 1990 gewonnenen Studienauftrag konnte 1991 das Büro- und Gewerbehaus von Hewlett Der Neubau für die Firma Stoppani in Niederwangen, Ersteller von Präzisionsmechanik Packard in Niederwangen fertiggestellt werden. Die Stahl-Glas-Fassade des Gebäudes für die Flugzeugindustrie, stellte Anfang der 1980er-Jahre eine grosse Herausforderung weist eine für die frühen 1990er-Jahre bezeichnende, äusserst sorgfältige Instrumen- dar. Mit dem Umbau der Zehntenscheune in Stettlen befasste sich das Büro erstmals tierung und Detaillierung auf. mit den Belangen des Denkmalschutzes. Mit dem Einfamilienhaus Gubler in Ittigen und der Reiheneinfamilienhaus-Siedlung Eichholz in Wabern entstanden erste Wohnbauten der jüngeren Generation. Inno- Ab 1983, mit dem Eintritt von Claude Rykart, dipl. Arch. HTL, Raumplaner NDS/HTL, vative Grundrisse und Raumbezüge kennzeichnen diese Objekte. Die Materialisierung wurden Architekturwettbewerbe zum festen Bestandteil der Arbeit. Als erster Erfolg konnte 1988 der Studienauftrag für das neue Bürogebäude von Hewlett Packard in der Fassaden spielt in präziser Weise mit Kalksandstein-Sichtmauerwerk, BetonREFH Eichholz, Wabern, 1993 elementen, Glasbausteinen und sorgfältig detaillierten Geländerdetails. Engagiert Niederwangen gewonnen werden. Es folgte kurz darauf der Gewinn des Wettbewerbes suchten die jungen Architekten nach neuen konstruktiven Lösungen: Mit dem Mehr- Dreispitz in Kirchberg mit Wohnungs- und Ateliernutzung. familienhaus an der Könizstrasse in Liebefeld wurden erstmals Gebäudeteile im Holzrahmenbau realisiert. Innenausbau UBS, Zollikofen, 1979 MFH Könizstrasse, Liebefeld, 1995 Zehntenscheune Stettlen, 1982 Attika Garbani, Zikadenweg, Bern, 1989 10 | Rykart Architekten 1949–2009 REFH Brünnackerstrasse, Bern, 1997 Bürohaus Hewlett Packard, Niederwangen, 1991 11 | Rykart Architekten 1949–2009 Eine neue Thematik zeichnete sich Mitte der 1990er-Jahre ab: wachsendes Energie- im Wankdorf Bern, eine Wohnsiedlung für die Wohnbaugenossenschaft «Graphis» in und Umweltbewusstsein erforderte umfassende Gebäudehüllen-Sanierungen. Die in Zofingen und die Wohnüberbauung «Hofstetterfeld» in Sursee versprechen interessante den 1920er-Jahren erstellten Arbeiter-Reihenhäuser der Wohnkolonie Brünnacker Bauaufgaben für die Zukunft. wurden energetisch sorgfältig saniert und um eine vorgelagerte Raumschicht erweitert. Mit der Fassadensanierung des Bürogebäudes der UBS in Zollikofen und dem Umbau Bauen im Bestand bildet eine zunehmend wichtige Aufgabenstellung. und der Sanierung des Wohnhauses Morgartenstrasse folgten weitere Objekte. Aus dem 2000 gewonnenen Studienauftrag für den Umbau und die Sanierung des ehemaligen Industrieareals VIDMARhallen in Liebefeld entwickelte sich eine intensive Philippes unerwarteter Tod bedeutete einen grossen Schock für die Familie und das Auseinandersetzung mit dem Bauen in bestehenden Strukturen und deren Ergänzung Büro, welches zu dieser Zeit acht Mitarbeiter beschäftigte. 1996 übernahm Claude durch Neubauten. Mit einer gemischten Atelier- und Kulturnutzung und dem Ausbau Rykart die Einzelfirma Rykart Architektur und Planung. Oliver Sidler, langjähriger Mit- der zweiten Spielstätte des Stadttheaters Bern sind die VIDMARhallen zu einem der arbeiter und enger Freund der Familie, wurde Mitglied der Geschäftsleitung. lebendigsten Kulturtreffpunkte in der Region Bern avanciert. In einem dreistufigen Verfahren konnten Rykart Architekten 2005 den Studienauftrag 1998 erzielten Rykart Architekten in Zusammenarbeit mit Ingenhoven Architekten, für den Umbau und die Sanierung des Firmenhauptsitzes der SRG SSR idée suisse an Düsseldorf, den 4. Preis im Projektwettbewerb für das neue Fussballstadion Wankdorf der Giacomettistrasse in Bern für sich entscheiden. Das neue transparente Erschei- Bern. Die intensive Zusammenarbeit in mehreren Wettbewerben mit dem weltweit nungsbild und die Ergänzung der bestehenden Baukörper um ein Forumsgebäude erfolgreichen Büro eröffnete neue Perspektiven. bilden eine angemessene Adresse für das national tätige Unternehmen. Mit der Restaurierung und dem Umbau des denkmalgeschützten Ensembles Speicher- In der Folge konnte das Team um Claude Rykart und Oliver Sidler mehrere Erfolge gasse/Hodlerstrasse in Bern durfte das Team einen ehemaligen Bundesbau einer neuen in städtebaulichen Wettbewerben verbuchen: Wohnpark von Roll, Bern (2000), Nutzung zuführen. Durch die Neugestaltung des Innenhofes wurde ein städtischer Wohnüberbauung Dreispitz, Liebefeld (2001), Wohnüberbauung Bellevue, Estavayer- Aussenraum geschaffen, welcher den Mitarbeitenden des «Hauses der Kantone» eine le-Lac (2003), Wohnüberbauung Acherli, Bern (2004). Diese mittlerweile realisierten Wohnpark von Roll, Bern neuen Stadtteile beweisen, dass das urbane Leben zeitgemäss, attraktiv und bezahlbar zusätzliche, in der Innenstadt sehr geschätzte Qualität bietet. VIDMARhallen, Liebefeld sein kann. Neueste Wettbewerbserfolge wie das Dienstleistungsgebäude «twist again» 2007 erfolgte mit dem Umzug der Firma an die Feldstrasse 30 in Gümligen die Gründung der Rykart Architekten AG mit den Inhabern Claude Rykart und Oliver Sidler. 2009 wurde die Geschäftsleitung mit Urs Brantschen (dipl. Arch. ETH), Hanspeter Marmet (dipl. Arch. HTL) und Urs Fischer (eidg. dipl. Bauleiter) erweitert. Die Schaffung der Fachbereiche Wettbewerbswesen, Projektierung, Ausführung, Qualitätsmanagement, Energie/Nachhaltigkeit und Bauen im Bestand/Denkmalpflege trägt dem breiten Schaffen von Rykart Architekten Rechnung und stärkt die Kompetenz in den verschiedenen Tätigkeitsfeldern. Wohnüberbauung Dreispitz, Liebefeld SRG SSR idée suisse, Bern Die Rykart Architekten AG beschäftigt heute rund 40 Mitarbeitende mit Ausbildungen als Architekten, Hochbautechniker, Bauleiter, Hochbauzeichner und Kaufleute sowie Zusatzqualifikationen in den Bereichen Raumplanung, Energie, Holzbau, Baumanagement und Denkmalpflege. Seit der Gründung der Firma werden ständig zwei Hochbauzeichnerlehrlinge ausgebildet, zudem stellt das Büro Architekturstudierenden Praktikumsstellen zur Verfügung. Das Engagement in Berufsverbände hat eine lange Tradition – seit rund 40 Jahren ist das Büro Rykart stets mit einem Vorstandsmitglied im FSAI vertreten. Wohnüberbauung Estavayer-le-Lac Projektwettbewerb Stadion Wankdorf, Bern 12 | Rykart Architekten 1949–2009 Hof Speichergasse 6, Bern 13 | Rykart Architekten 1949–2009 «Jede Bauaufgabe erfordert ihre eigene Formensprache» Ein Gespräch mit Claude Rykart und Oliver Sidler Wie schaffen Sie es denn, bei Grossaufträgen immer die Fäden in der Hand zu behalten? OS: Mit einer guten Struktur hier im Büro. Diese haben wir in den letzten Jahren ganz Seit 1996 teilen Sie sich die Geschäftsleitung von Rykart Architekten. bewusst aufgebaut. Sie ist unerlässlich, weil wir als Generalisten in der Regel nicht nur Wie funktionieren Sie als Team? für den Entwurf, sondern auch für die Ausführung eines Projekts zuständig sind. Claude Rykart (CR): Wenn wir ein neues Projekt übernehmen, schauen wir uns das zunächst immer gemeinsam an. Je nach freien Kapazitäten und allfälligen Bezüglich der Bauaufgaben ist das Spektrum von Rykart Architekten sehr breit. Beziehungen zur Bauherrschaft übernimmt einer von uns beiden die Gesamt- Wo liegen Ihre Vorlieben oder Schwerpunkte? verantwortung, der andere ist Stellvertreter. Weil wir im gleichen Büro sitzen, OS: Ich freue mich eigentlich über jede neue Aufgabenstellung. Natürlich hat man so funktioniert das sehr gut. seine Lieblingskinder, die man ungern loslässt, zum Beispiel das Vidmar-Areal. Dieses Projekt war eine besondere Herausforderung, weil jeden Tag etwas Neues auftauchte, Und wo liegen Ihre jeweiligen Stärken? auf das man spontan reagieren musste, ohne dabei die Kosten- und Terminvorgaben CR: Unsere Stärke liegt sicher in der Ergänzung. Man kann nicht sagen, der eine ist aus den Augen zu verlieren. der Entwerfer, der andere der Ausführer. Wir machen eigentlich beide alles. CR: Das Bauen im Bestand ist zunehmend wichtig und ein sehr interessanter Bereich. Oliver Sidler (OS): Wir entwickeln sehr viel im Dialog. Gerade die Einstiegsphase bei Ich denke, dass wir uns durch unseren sorgfältigen Umgang mit alter Bausubstanz Wettbewerben ist wichtig und intensiv: Da klinken wir uns manchmal auch bewusst inzwischen auch einen Namen gemacht haben. Im Neubaubereich ist für mich der aus dem Tagesgeschäft aus und treffen uns an einem Samstag zur Klausur. Die zün- städtebauliche Aspekt spannend – wir planen gerne in städtebaulich anspruchsvollen dende Idee zum Beispiel für den Wettbewerb SRG hatten wir an so einem Morgen. Situationen. OS: Beim Bauen auf der grünen Wiese liegt die Herausforderung weniger beim Städtebau, sondern eher bei der Ausformulierung und der Wirtschaftlichkeit der Bauten, wie sie beispielsweise für eine Mustersiedlung in Niederwangen (2007) gefordert war. Bei diesem Studienauftrag haben wir Grundlagenforschung betrieben, auf die wir bei späteren Projekten zurückgreifen konnten. Ihr Büro ist in den letzten zehn Jahren von 10 auf 40 Mitarbeitende angewachsen. Inwiefern hat sich Ihre Arbeit verändert? CR: Unsere Aufgaben sind vielfältiger und anspruchsvoller geworden. Wir konnten das Büro in relativ kurzer Zeit vergrössern, wodurch sich natürlich auch die Herausforderungen verändert haben. Schön ist, dass wir ein gutes Team mit langjährigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern haben. OS: Mit den neuen Herausforderungen öffnen sich auch immer wieder neue Türen. Wettbewerbserfolge wie das Von-Roll-Areal, das Dreispitz im Liebefeld oder das SRGGebäude im Ostring dienen als gute Referenzen, welche zu neuen Direktaufträgen oder Einladungen zu weiteren Wettbewerbsverfahren führen können. Wettbewerb SRG SSR idée suisse, Bern 14 | Rykart Architekten 1949–2009 15 | Rykart Architekten 1949–2009 Welche Bedingungen müssen erfüllt sein, damit Sie an einem Wettbewerben mit, verrannten uns dann aber oft in einer Idee, welche der Aufgaben- Wettbewerb teilnehmen? stellung zu wenig gerecht wurde. Seither legen wir den Fokus stärker auf die Analyse CR: Einerseits muss uns die Aufgabe interessieren, andererseits muss das Verfahren der Aufgabenstellung und die Abklärung des Umfeldes. professionell sein und die Chance bestehen, dass das Projekt überhaupt realisiert werden kann. Das ist bei eingeladenen Wettbewerben natürlich eher der Fall als bei Sind Sie mit der Zeit auch realistischer geworden? öffentlich ausgeschriebenen. CR: Auf der einen Seite sicher ja. Auf der anderen Seite braucht es auch immer wieder Mut für frische Ideen. Da profitieren wir von der Unbekümmertheit unserer jungen Wie hoch ist Ihre Erfolgsrate bei Wettbewerben? Architektinnen und Architekten im Büro. CR: Bei vielen Wettbewerben ist es ja so, dass das Siegerprojekt irgendwann in der Schublade verschwindet. Wir haben jedoch eine hohe Realisierungsrate: Etwa 90% Woran erkennt man eigentlich die Bauten von Rykart Architekten? der Projekte, mit denen wir bei Wettbewerben gewinnen, können wir auch umsetzen. CR: Es ist uns wichtig, dass man uns punkto Stil nicht in eine Schublade stecken kann. Mitgemacht haben wir seit Anfang der 1990er-Jahre etwa bei 100 Wettbewerben, Jede Bauaufgabe erfordert ihre eigene Formensprache. die wir in 25–30% der Fälle gewonnen haben. OS: Diese Rate hat in den letzten fünf bis sechs Jahren zugenommen. Auch wir hatten Welcher Architekturtradition fühlen Sie sich denn am ehesten verbunden? unsere Lehrstücke: In unseren Anfängen machten wir hochmotiviert bei sehr vielen OS: Ich persönlich bewundere insbesondere die Leitbauten der Moderne. Der grösste Anspruch ist, dass man bei einem Gebäude nach zwanzig Jahren feststellen kann, dass es nicht modischen Strömungen erlegen ist. Jedes Mal, wenn ich über die Lorrainebrücke gehe, habe ich Freude an der Gewerbeschule von Hans Brechbühler – es ist unglaublich, wie frisch der Bau nach über 70 Jahren immer noch ist. CR: Herzog & Demeuron sind Forscher, die immer wieder neue Themen entwickeln, insbesondere mit dem Material: Das gefällt mir. Sie haben keinen fixen Stil, den sie einfach über jedes Gebäude stülpen. Was für ein Gebäude würden Sie bauen, wenn Sie absolut freie Hand hätten – quasi ein Traumauftrag? CR: Das wäre am ehesten ein Hochhaus, aber ein richtig hohes, etwa 80 oder 100 Meter müssten es schon sein. Dort sähe ich es als Herausforderung, eine Figur zu entwickeln, ein Zeichen in den Himmel zu setzen. OS: Obwohl ich kein regelmässiger Kirchgänger bin, wäre für mich ein Sakralbau eine der faszinierendsten Aufgaben. Einen Raum zu schaffen, welcher geprägt ist von einer stimmungsvollen Lichtführung, von einer behutsamen Akustik, einen Raum von Geborgenheit und Stille, in dem einen nichts ablenkt – das wäre wahrlich eine reizvolle Herausforderung. Wettbewerb «Preisgünstiges Wohnen», Niederwangen 16 | Rykart Architekten 1949–2009 17 | Rykart Architekten 1949–2009 Aktuelles Schaffen Städtebaulicher Wettbewerb Emmi-Areal, Thun 2007, Studienauftrag 2. Rang Auf dem heutigen Emmi-Areal in Thun soll ein prosperierender Ort zum Verweilen, Flanieren, Shoppen, Ausgehen, Arbeiten und Wohnen entstehen. Das Projekt stärkt durch markante, klare Randbebauungen den Aareraum und den Strassenraum der Allmendstrasse. Der Guisanplatz wird städtebaulich als Eingangspforte zum ehemaligen Industrieareal ausformuliert. Die bestehenden Altbauten werden als Vermittler zwischen urbanem Massstab und Altstadt eingebunden, und die historische Bahnhofstrasse erfährt als Rückgrat des neuen Ensembles eine Aufwertung. Das Areal ist über eine Raumsequenz von Passagen, Höfen und Räumen mit unterschiedlicher Öffentlichkeit erlebbar. Mit ihren einfachen Backsteinvolumen und Lochfassaden greifen die Neubauten das Thema der gewerblich-industriellen Vergangenheit des Ortes auf und beruhigen die heterogene bauliche Struktur der Umgebung. Ausloberin: Marazzi Generalunternehmung AG, Bern Schnitt 1 Schnitt 2 Situation 20 | Aktuelles Schaffen 21 | Aktuelles Schaffen Im Wettbewerb um das Emmi-Areal erzielten Sie den 2. Rang. Können Sie die Einschätzung Ihres Entwurfs als eher traditionell nachvollziehen? DH: Die Ausgangslage war ja, dass man ganz unterschiedliche Nutzungen unter einen Hut bringen musste. So entstand die Idee, eine übergreifende Gestaltung zu machen und dem Gebäudekomplex mit dem gelblich-braunen Backstein eine einheitliche Textur «Die Auseinandersetzung mit dem Ort steht am Anfang des Entwurfs» Wettbewerbe und Projektierung. Ein Gespräch mit Dominik Hutz und Hanspeter Marmet zu verleihen. Damit wollten wir die Massigkeit der Grossformen brechen, gleichzeitig haben wir bewusst auf die gewerblich-industrielle Vergangenheit des Areals Bezug genommen. Welche Vorteile bringt die Teilnahme an Wettbewerben abgesehen von der Aussicht Als Verantwortliche für die Bereiche Wettbewerb und Entwurf bilden Sie den Anfang auf ein konkretes Bauprojekt mit sich? der Kette von Beteiligten an einem Projekt. Wie muss man sich das vorstellen? DH: Bei jedem Wettbewerb setzt man sich neu mit einem Thema auseinander und lernt Dominik Hutz (DH): Nach der Auftragserteilung geht es zunächst um die Definition etwas dazu. Auch können wir uns zum Beispiel jetzt für einen Wettbewerb in Zofingen der Rahmenbedingungen. Bei Direktaufträgen definieren wir im Gespräch mit der jene Grundlagenforschung zunutze machen, die wir vor zwei Jahren für eine preiswerte Bauherrschaft zunächst die Bedürfnisse, dann folgen baurechtliche Abklärungen. Bei Mustersiedlung in Niederwangen betrieben haben. Wettbewerben entfällt der direkte Kontakt in der Regel, weil ein fixes Raumprogramm HPM: Interessant sind jeweils auch die Ausstellungen aller eingereichten Projekte: vorgegeben ist. Sie geben Einblick in die Arbeit der Mitbewerber, in allenfalls sehr unterschiedliche Lösungsansätze, und es lassen sich aktuelle Trends ablesen. Hinzu kommt, dass jede Wie entwickeln Sie jeweils Ihre Entwurfsideen? Beteiligung auch Werbung in eigener Sache ist. Hanspeter Marmet (HPM): Am Anfang einer Entwurfsaufgabe steht immer die Auseinandersetzung mit dem Ort, der Geschichte, dem gebauten und unbebauten Umfeld. Bei welchen Projekten haben Sie sich am meisten auf unbekanntes Terrain vorgewagt? Grosse Schritte für mich persönlich in der Entwicklung eines Projektes erfolgen dann DH: Das Schöne hier im Büro ist, dass alles im Team gemacht wird. Entscheide werden im Gespräch im Team, wenn man um den Tisch um das Modell sitzt und ausprobiert, gemeinsam gefällt, und man stärkt sich den Rücken. Von daher habe ich nie das Gefühl modelliert und wieder verwirft. Anschliessend werden Ideen verfeinert und aufs Papier gehabt, ich sei auf unsicherem Terrain. gebracht. Dieser Prozess des Suchens, Findens, Prüfens und wieder Verwerfens kann sich in der Entwicklung eines Projektes mehrmals wiederholen. Auf welche Bauten sind Sie besonders stolz? DH: Bei diesen Gesprächen wird über die grundsätzlichen Ideen diskutiert, wie ein HPM: Bei mir ist es das Vidmar-Areal. Das Umnutzen und Weiterbauen an den ehemali- Gebäude wirken soll, welche Stimmungen man erzeugen will. Beim Wettbewerb ums gen Werkhallen, und schliesslich zu sehen, dass das gewählte Konzept funktioniert und Emmi-Areal in Thun war es so, dass wir uns erst einmal in die komplexe Aufgaben- dadurch die Geschichte eines bedeutungsvollen Ortes weitergeschrieben wird. stellung hineindenken mussten: Es sollten ja ein Hotel, ein Kino sowie Wohn- und DH: Eigentlich identifiziere ich mich mit jedem Projekt, das mir am Herzen liegt und Bürobauten untergebracht werden. In dieser Phase ist man sensibilisiert auf das Thema mit dem ich mich intensiv befasse. Eine speziell schöne Aufgabe war in der Tat das und nimmt die Umwelt aus dieser Perspektive wahr: So entwickelt sich allmählich ein Emmi-Areal. Gefühl dafür, wie das konkrete Projekt aussehen könnte. Wie geht es dann weiter? DH: Zunächst erfolgt die Analyse des Ortes – in diesem Falle von Thun und der konkreten Umgebung mit zwei schützenswerten Gebäuden. Dann geht es um die städtebauliche Situation und die Strassenräume: modellhaft werden in Form von Sagex-Klötzli die Gebäudekörper gesetzt. Erst dann entwickelt man die Grundrisse und Schnitte. Wir gehen immer vom Groben zum Feinen. Heisst das auch, dass bei Ihnen zuerst die Tatsachen und dann die Visionen kommen? HPM: Wir haben durchaus unsere Bilder im Kopf. Aber auch im Fall von Thun war es wichtig, am Anfang mal vor Ort zu sein, sich mit den Gegebenheiten auseinanderzusetzen, auch zu spüren und zu hören, was die Leute in Thun mit diesem Ort verbinden, zum Beispiel mit dem Kino Rex: Das können auch emotionale Bezüge sein. 22 | Aktuelles Schaffen 23 | Aktuelles Schaffen Einfamilienhaus Schönbrunnen, Utzigen 2006–2008, Direktauftrag An exponierter Lage auf einer Hügelkuppe in Utzigen, mit atemberaubender Aussicht auf den Jura und ins Emmental, liegt das Einfamilienhaus Schönbrunnen. Die Aufgabenstellung war nicht einfach: Vom Vorgängerbau sollte das Kellergeschoss und damit die Grundrissgeometrie übernommen werden. Die Bauherrschaft wünschte ein Haus, das von der Aussicht profitiert, jedoch gleichzeitig dem Wetter zu trotzen und den Bewohnern Schutz zu bieten vermag. Die Architekten entwarfen einen kompakten, schlichten Sichtbetonkubus mit präzise geschnittenen Fensteröffnungen. Das dreiseitig ausgerichtete Erdgeschoss umfasst den grosszügigen Wohnraum mit Cheminee, Küche und Bibliothek. In der Geborgenheit des Walmdaches, welches mit zwei Lukarnen gleichermassen beidseitig ins Tal schaut, befinden sich die drei Schlafräume. Bauherrschaft: privat Fassade Süd Schnitt Grudriss Erdgeschoss Grudriss Obergeschoss 24 | Aktuelles Schaffen 25 0 5 10 | Aktuelles Schaffen Fassade Turmbauten Wohnüberbauung Dreispitz, Liebefeld 2003–2011, Projektwettbewerb 1. Preis Generalplanermandat, Minergie-Label Grundriss Turmbauten Die Grundlage des städtebaulichen Konzeptes der neuen Siedlung bilden die 0 5 10 viergeschossigen Zeilenbauten und die sechsgeschossigen Turmbauten, welche das bestehende Bebauungsmuster weiterführen und gegen den Liebefeld-Park abschliessen. Die Wohnüberbauung bildet eine zeitgenössische Umgebung für Menschen, besonders Familien, die von den Vorzügen des urbanen Lebens und gleichzeitig von grosszügigen Aussen- und Grünräumen profitieren wollen. Fassade Süd Insgesamt entstehen hier an optimal erschlossener Lage in fünfzehn Bauten 256 Wohnungen und 2 Atelierräume. Das differenzierte Wohnungsangebot von 1½-bis 5½-Zimmer-Wohnungen verspricht eine vielfältige Bewohnerstruktur im neuen Quartier. Die Wohnungen bieten eine hohe Wohnqualität mit entsprechender Ausstattung, wie mehrheitlich durchgehende Wohnzimmer bei den Zeilenbauten oder zweiseitig belichtete Wohn- und Essräume bei den Turmbauten. Alle Wohnhäuser werden im Fassade Nord Minergie-Standard erstellt und entsprechen damit den neuesten ökologischen und energetischen Anforderungen. Die Umgebungsgestaltung mit grosszügigen Wohnhöfen und Spielflächen unterstützt das Gesamtkonzept. Farblich gestaltete Stirnwände und Nebenbauten beleben die Siedlung und geben den einzelnen Bauten eine unverwechselbare Identität. Bauherrschaft: GFW Wohnbau AG, Bern / Labag AG, Bern Grundriss Zeilenbauten 26 | Aktuelles Schaffen 0 5 10 27 | Aktuelles Schaffen 0 5 10 «Wir wollen Wettbewerbe auch umsetzen können» Wie gehen Sie mit den Wünschen der Bauherrschaft um? Ausführung und Qualitätsmanagement. Ein Gespräch mit Urs Fischer und Urs Brantschen UB: Beim Dreispitz-Areal sind es zwei Investoren, die je ihre eigene Vorstellung haben. Wichtig ist es da, dass die Basis sauber definiert ist und man einen guten Baubeschrieb hat. Das ist dann auch die Kostengrundlage. Wie weit ist ein Bauprojekt gediehen, wenn es an Sie übergeben wird? UF: Schwierig ist manchmal, dass man gegenüber dem Bauherrn die architektonische Urs Fischer (UF): Oft ist es so, dass wir dann zum Einsatz kommen, wenn ein Bau- Linie durchziehen kann. Die Fassadengestaltung ist selten ein Problem, eher schon der gesuch eingereicht wird. Es gibt aber auch Projekte, bei denen wir schon von Anfang Innenausbau: Dieser ist ja genauso Teil unserer Architektur. an dabei sind, etwa um die Kosten zu ermitteln. Unser Ziel ist es, dass wir das, was in einem Wettbewerb geplant wird, auch wirklich umsetzen können. Wie funktioniert das Qualitätsmanagement im Büro? Urs Brantschen (UB): Die Grenzen zwischen Planung und Ausführung sind fliessend, UB: Ziel der regelmässig stattfindenden Projektreviews ist es, herauszufinden, was im und wir sind in ständigem Dialog miteinander. So sollen Erfahrungen aus der Realisie- Projektablauf gut geklappt hat und welche Punkte bei kommenden Projekten anders rung bereits früh in kommende Planungen einfliessen. gemacht werden müssen. Wir wollen uns laufend verbessern und die gemachten Erfahrungen in unsere Arbeit einfliessen lassen. Das gilt sowohl für die Planung als Wie weit reicht da Ihr Einfluss? auch für die Ausführung. UB: Von da an, wo das Baugesuch eingereicht ist, fängt im Team ein Entscheidungsprozess an, in den ich bis zur Garantieabnahme involviert bin. Gerade wenn man eine Begleiten sie in der Regel jedes Bauprojekt vom Entwurf bis zur Fertigstellung? grössere Überbauung macht und ein Projekt so lange dauert wie das Dreispitz-Areal, UF: Ja, das ist eine Stärke von unserem Büro. Dass wir kürzlich den Auftrag für das muss man eine durchgängige Struktur finden. Postprovisorium an der Effingerstrasse in Bern erhalten haben, hat wesentlich damit zu tun, dass wir das Projekt von A bis Z betreuen können und auch eine Gewähr für Welche Instrumente stehen Ihnen da zur Verfügung? Termine und Kosten bieten. UB: Das fängt mit einer guten Ablagestruktur an und reicht bis zu klaren Standards, zum Beispiel, wie wir mit CAD zeichnen. Da haben wir Vorgaben, nach denen unsere Was für ein Gefühl ist es, wenn ein Haus fertig gebaut ist? Mitarbeitenden geschult werden. UB: Zunächst einmal einfach Freude. Nicht unwichtig ist das positive oder auch UF: Das ist wichtig, denn wir zeichnen ja für die Ausführung alle Pläne ganz neu, kritische Feedback von Berufskollegen. denken alles nochmals durch, damit wir die Pläne wie verschiedene Schichten UF: Wenn sowohl die Nutzer als auch die Handwerker am Ende zufrieden sind, ist übereinanderlegen können. das ein gutes Gefühl: Man sieht, was man gemacht hat. Lässt sich Qualität konkret messen? UB: Ja, klar. Am Anfang jedes Projekts muss man die Ziele definieren und dann in der Umsetzung kontrollieren. Wir stützen uns ja zum Beispiel punkto Schallschutz oder Energie auf Normen und Empfehlungen. Bereits beim Einbau eines Wandschranks oder einer Badewanne müssen wir an mögliche Schallprobleme denken und stichprobenartige Messungen machen. Da arbeiten wir auch mit Spezialisten wie Bauphysikern zusammen. Wer sind Ihre Ansprechpartner? UF: Wir haben die ganze Palette, von der Bauherrschaft über den Unternehmer bis zu den Handwerkern. Im Dreispitz-Areal im Liebefeld ist permanent ein Bauleiter von uns vor Ort, weil verschiedene Phasen parallel laufen: Während man am einen Ende noch an den Ausbauarbeiten ist, ist man bei der ersten Etappe schon an den Garantiearbeiten. 30 | Aktuelles Schaffen 31 | Aktuelles Schaffen Sanierung und Erweiterung Firmenhauptsitz SRG SSR idée suisse, Bern 2005–2011, Projektwettbewerb 1. Preis Minergie-Label Das Projekt zur Energiesanierung der Fassaden bietet die Möglichkeit, Hoch- und Bürohaus, die durch zahlreiche Umbauten verändert und schlecht zugänglich waren, zu einem repräsentativen Firmenhauptsitz aufzuwerten. Das siegreiche Wettbewerbsprojekt verbindet die bestehenden Bauten mit einem eingeschossigen Empfangs- und Längsschnitt Forumsgebäude, welches sich mit seiner geschwungenen Aussenmauer bis an die Autobahn erstreckt. Höfe beleuchten das Innere dieses Bauteils, zonieren seinen Grundriss und prägen den Charakter der einzelnen Raumbereiche. Formal wird das Erscheinungsbild vereinheitlicht und geklärt. Die Sanierung bringt die bestehenden Bauten mit transparenten Fassaden, neuer Haustechnik und optimierten Grundrissen auf einen zeitgemässen Standard. Dank der zusammengeführten Adresse und der neuen architektonischen Qualität der Bauten erhält das national operierende Unternehmen auch auf der städtebaulichen Ebene einen angemessenen Ausdruck. Grundriss Obergeschoss Bauherrschaft: SRG SSR idée suisse, Bern 0 5 10 15 20 Grundriss Erdgeschoss 32 | Aktuelles Schaffen 33 | Aktuelles Schaffen Erweiterung Industrieanlage Bucher Hydraulics AG, Frutigen 2006–2008, Direktauftrag Minergie-Label Die Firma Bucher Hydraulics AG stellt hydraulische Bestandteile für den Maschinenbau her. Das kontinuierliche Wachstum der Firma am Standort Frutigen schlägt sich auch in der baulichen Substanz nieder: Die bestehende Industrieanlage der Bucher Hydraulics AG in Frutigen wurde 2008 um eine weitere Produktionshalle erweitert. Der unterkellerte neue Stahlbau richtet sich mit Shed-Dächern nach Norden aus und sorgt damit für optimale Lichtverhältnisse für die Produktion. Die Gebäudehülle in Profilblech erscheint in einem schlichten Grau mit einer dunkleren Sockelpartie und erfüllt energetisch die Minergie-Anforderungen. Obwohl in erster Linie ein funktionales Gebäude, zeichnet sich der Neubau dennoch durch eine sorgfältige Positionierung und Detaillierung aus. Bauherrschaft: Bucher Hydraulics AG, Frutigen Ansicht Fassade Längsschnitt 34 | Aktuelles Schaffen 35 | Aktuelles Schaffen Fassade «Der Familiäre» Wohnen und Arbeiten Von-Roll-Areal, Bern 2000–2006, Projektwettbewerb 1. Preis Minergie-Label, Altlastensanierung Grundriss «Der Familiäre» Die Interpretation des ehemaligen Industriegeländes der Firma Von Roll mittels ergänzender Bauten setzt die bestehenden Gebäude in einen neuen, sinnvollen Zusammenhang und generiert an den freistehenden Seiten des Areals spezifische 0 5 10 Räume und Stimmungen. Das nordöstliche Drittel des Gebiets, welches mit modernen Wohn- und Geschäftshäusern überbaut wurde, greift traditionelle Typologien des Länggassquartiers auf. Interessante Perspektiven, Durchblicke und eine differenzierte Aussenraumgestaltung zeichnen den Wohnpark Von Roll als städtisches Wohnquartier mit hoher Wohnqualität aus. Für Familien des Mittelstandes entstand hier eine urbane, geräumige, gleichwohl private Wohn- und Lebenssituation. Unser Büro realisierte hier 98 Familienwohnungen Fassade «Der Urbane» und rund 5500 m Büro- und Gewerbeflächen im Minergie-Standard. 2 Der nordwestliche Gebäuderiegel des neu konzipierten Areals schliesst das Länggassquartier zum Bremgartenwald hin ab. Die präzise geschnittene, metallische Fassade reflektiert den Himmel und die umstehenden Bäume und wird damit Teil der Umgebung. Das Gebäude beherbergt 265 Arbeitsplätze im Dienstleistungssektor. Die Berufs-, Studien- und Laufbahnberatung BIZ belegt drei Obergeschosse und bietet im Erdgeschoss Schulungsräumlichkeiten und eine Infothek an. Bauherrschaft: Bauherrengemeinschaft Wohnpark Von Roll, Bern Grundriss «Der Urbane» 36 | Aktuelles Schaffen 0 5 10 37 | Aktuelles Schaffen 38 | Aktuelles Schaffen 39 | Aktuelles Schaffen «Das Haus der Zukunft produziert Energie» Energie und Nachhaltigkeit. Ein Gespräch mit Gerhard Ryter Südseite eines Gebäudes grosse, auf der Nordseite kleine Fenster angebracht werden. Beim Wohnpark Von Roll konnte man dies kaum berücksichtigen, weil er inmitten Herr Ryter, wie sind Sie zum Energiespezialisten von Rykart Architekten geworden? eines städtischen Gefüges liegt. Als ich im Sommer 2000 ins Büro eintrat, war mein erstes Projekt der Wohnpark Von Roll. Das war für uns alle der Einstieg in die Minergie-Thematik. Denn bei der Stand die Überarbeitung der architektonischen Fassadengestaltung der Von-Roll- Von-Roll-Überbauung mit ihren hundert Wohnungen handelt es sich um eines Mehrfamilienhäuser in Zusammenhang mit der Energiefrage? der ersten Grossprojekte im Kanton Bern, bei dem der Minergie-Standard umge- Nein, sie erfolgte aus rein gestalterischen Gründen. Es ging darum, das starre Raster setzt wurde. Mir persönlich kam das entgegen, weil mir ökologische Anliegen der langgezogenen Rückfassaden aufzubrechen, was uns durch die Verkleidung mit am Herzen liegen. gefalzten, vorpatinierten Kupferblech-Rauten gelungen ist. Als Material nimmt der Kupfer lose Bezug zur früheren Nutzung des Standorts als Metallverarbeitungsfabrik. War der Minergie-Standard ausschlaggebend dafür, dass Rykart Architekten den Die Rück- und Stirnseiten sind dadurch aufgelockert, während sich nach vorne eine Wettbewerb für den Wohnpark Von Roll gewonnen haben? Balkonschicht mit viel Licht öffnet. Nein, die Energiefrage hat sich erst in der Umsetzungsphase gestellt. Vor gut zehn Jahren war es noch kein Thema, dass ein Gebäude energetisch vorbildlich geplant Wie sieht das Haus der Zukunft aus? sein muss, das ist erst in den letzten fünf Jahren zum Standard geworden. Inzwischen Inzwischen gibt es ja bereits das Label «Minergie P eco», bei dem die Verwendung schreibt ja das Energiegesetz quasi schon Minergie-Standard vor, zumindest was ökologischer Materialien, zum Beispiel von Recyclingbeton, berücksichtigt wird. Der die Dämmung der Gebäudehülle betrifft. Noch nicht gesetzlich verankert ist die Idealfall aber ist natürlich ein Gebäude, das von aussen keine Energie mehr braucht, kontrollierte Lüftung: Erst mit ihr ist der Minergie-Standard erfüllt. sondern Energie produziert. Das ist realistisch und gibt es bereits, denn an einer guten Lage erreicht man mit Sonnenenergie sehr viel. Von zentraler Bedeutung aber werden, Haben Sie sich «on the job» spezialisiert oder gezielt ausgebildet? auch im Hinblick auf das Ideal der 2000-Watt-Gesellschaft, immer die Bewohner Eine gewisse Ausbildung bietet der Berufsalltag. Ich habe zudem an mein Architektur- selbst sein. Schon ein Vergleich von drei Wohnungen des Wohnparks Von Roll punkto studium in Burgdorf ein Nachdiplomstudium an der Holzfachschule in Biel angehängt. Energieverbrauch hat gewaltige Unterschiede ergeben. Wir können also noch so Der Bezug zur Ökologie ist da gegeben, weil Holz in dieser Hinsicht etwas vom Besten gute Häuser bauen, ob die Heizungsregler auf 22 oder 18 Grad eingestellt sind, liegt ist, von der Beschaffung über den Transport bis zur Entsorgung. Ein weiterer Vorteil ausserhalb unseres Einflusses. ist auch, dass eine Holzwand samt Isolation dünner ist als eine gemauerte Wand, weil man tragende und wärmedämmende Teile in einem kombinieren kann. Was steckt genau hinter dem Label Minergie? Das heisst zunächst nichts anderes, als dass man schaut, wie viel Energie ein Haus verbraucht und wie viel von aussen zugeführt werden muss, um dies abzudecken. Zentrales Element ist die Dämmung: Mit ihr spart man den grössten Teil der Energie. Hinzu kommt die Lüftung, bei der die warme Abluft mit der kalten Frischluft über einen Wärmetauscher gekreuzt wird, womit man während der Heizperiode 70 Prozent der Energie gewinnt. Theoretisch könnte man das auch von Hand machen, indem man jede Stunde während zweier Minuten durchlüftet. Das ist allerdings nicht realistisch. Vielmehr ist es leider oft so, dass der Bewohner das Fenster gekippt lässt und die Mauern stark auskühlen. Deshalb haben wir beim Wohnpark Von Roll auf Kippfenster verzichtet. Welche Steigerungsmöglichkeiten punkto Energie-Effizienz gibt es denn? Nochmals ein höherer Standard ist Minergie P (passiv). Die Dämmschicht ist hier noch dicker (ca. 30 cm), und die Sonneneinstrahlung wird mit berücksichtigt, indem auf der 40 | Aktuelles Schaffen 41 | Aktuelles Schaffen Umbau und Sanierung VIDMARhallen, Liebefeld Ausbau der 2. Spielstätte des Stadttheaters Bern 2001–2007, Studienauftrag 1. Preis Das Areal, auf dem die Firma Vidmar während nahezu eines Jahrhunderts Kassenschrankanlagen produziert hat, fasziniert mit seiner schnörkellosen Industriearchitektur aus der Zeitspanne von 1900 bis 1960. Das Konzept von Renovation und Erweiterungsbauten klärte die Erschliessungen, bereinigte die Strukturen und erhält dabei die Geschichte in jedem Winkel der Anlage spürbar. Die Gebäude wurden mit gezielten Eingriffen auf die neue Herausforderung getrimmt. Aus der ehemaligen Fabrik entstand eine Plattform für Handwerk und Dienstleistung sowie für Freizeit und Kultur. Der fachkundige Umgang mit der Architektur, verbunden mit moderner Funktionalität, ermöglichte ein vielfältiges Angebot von Arbeits- und Wirkungsräumen. Fassaden Dachaufsicht 42 | Aktuelles Schaffen 43 | Aktuelles Schaffen Und die schönsten Geschichten schreibt ja bekanntlich das Leben selbst: 1903 wurde die erste Bauetappe der Vidmarfabrik realisiert. Im gleichen Jahr wurde das Stadttheater am Kornhausplatz gebaut. Rund 100 Jahre später schickte sich das Stadttheater Bern an, in diesem ehrwürdigen Industrieareal mit einer zweiten Spielstätte ein neues Stück Theatergeschichte zu schreiben. Mit dem Einbau eines mehrseitig bespielbaren, 300 Zuschauer fassenden Theatersaales mit mobilen Sitzrampen und Bühnen, einer entsprechenden Infrastruktur, einem Backstage-, Lager- und Sanitärbereich, einem Ballettsaal sowie einer kleinen Studiobühne, welche sowohl für Theateraufführungen wie auch als Konzertlokal für Be-Jazz genutzt werden kann, avancierten die VIDMARhallen endgültig zu einem der lebendigsten Kulturtreffpunkte der Region. Bauherrschaft: Lista AG, Erlen / IPB Bau AG, Thun / Stadttheater Bern 44 | Aktuelles Schaffen 45 | Aktuelles Schaffen Umbau und Restaurierung Verwaltungsgebäude, Ausbau «Haus der Kantone» Speichergasse/Hodlerstrasse, Bern 2006–2008, Generalplanermandat, Objekt integral unter Denkmalschutz Auszeichnung mit Dr. Jost Hartmann-Preis 2008 Längsschnitt Zwischen der Erstellung des Eidgenössischen Telegraphengebäudes an der Speichergasse 6 (1891/93) und den Erweiterungsbauten an der Hodlerstrasse 5 (1940/42) liegen nur 50 Jahre. Dennoch manifestiert sich der zwischenzeitliche Wandel in eindrücklicher Weise: hier der historisierende, in der Tradition der Ecole des Beaux-Arts reich ausgestattete und verzierte Hauptbau, da die Erweiterungsbauten im puristischen Ausdruck der Moderne. Hinter den repräsentativen Fassaden trafen die Planer auf eine bedrückend enge und teilweise komplett verbaute Situation. Ihre Arbeit stand somit stets im Spannungsfeld Querschnitt zwischen Bewahrung der Originalsubstanz und gezieltem Rückbau, zwischen sanfter Restaurierung des Bestandes und der Integration von Neubauteilen zur Erfüllung der heutigen Anforderungen an ein Bürogebäude. Als augenfälligster Eingriff ist im Kern der Liegenschaft durch das Anheben des Innenhofes auf das ursprüngliche Niveau ein städtischer Aussenraum neu gestaltet worden. Das altehrwürdige ehemalige «Eidgenössische Telegraphen- und Patentamt» beherbergt seit 2008 als «Haus der Kantone» die Stabstellen der kantonalen Direktorenkonferenzen. Die nahezu vollständig erhaltenen historistischen Interieurs der Erschliessungs- und Bürobereiche des ehemaligen Bundesbaus bilden den Rahmen für die heutige interkantonale Zusammenarbeit. Für den regen Sitzungsbetrieb stehen im Erdgeschoss neu gestaltete, multimedial ausgestattete Konferenzsäle zur Verfügung. Die im Geist des Neuen Bauens an der Hodlerstrasse erstellten Gebäudeflügel der ehemaligen «Ober-Telegraphen-Direktion» tragen die Handschrift des Ingenieurs und Brückenbauers Robert Maillart: Noch heute beeindruckt die kräftige Tragstruktur der Stahlbeton-Skelettbauten. Mit der Neugestaltung der Eingangsbereiche an der Hodlerstrasse wurden die Flügelbauten als Geschäftsadresse aufgewertet. Die Bürobereiche wurden von jüngeren Einbauten befreit und auf die ursprünglichen Grossraumstrukturen zurückgeführt. Bauherrschaft: AXA Leben AG, Winterthur / Konferenzen der Kantone, Bern Grundriss 46 | Aktuelles Schaffen 47 | Aktuelles Schaffen 48 | Aktuelles Schaffen 49 | Aktuelles Schaffen Wo lagen die grössten Herausforderungen, die Bedürfnisse der Nutzer mit der alten Bausubstanz in Einklang zu bringen? Die grösste Herausforderung lag wie bei den meisten Umbauprojekten darin, die ganze technische Infrastruktur wie Nasszellen, Lüftung und EDV-Erschliessung zu integrieren. Ebenfalls zu bewältigen waren die verschiedenen behördlichen Auflagen wie Erdbebensicherheit, Fluchtwege oder Behindertengerechtigkeit. Ein zentrales Element des Umbaus ist die Neugestaltung des Innenhofs und dessen Anhebung auf das Niveau der Speichergasse. Wie sind Sie auf diese Idee gekommen? «Die Bestandesaufnahme steht am Anfang der Projektarbeit» Bauen im Bestand und Denkmalpflege. Ein Gespräch mit Veronika Niederhauser Sie hat sich aus dem Quellenstudium ergeben. Auf dem Plan der Baueingabe von 1890 sieht man, dass sich der Innenhof ursprünglich auf dem Niveau Speichergasse befand und sich die Fassadengestaltung des Altbaus auch hofseitig auf dieses Niveau bezieht. Entsprechend nackt sah die Fassade mit dem Keller infolge der späteren Abgrabung aus. Daraus entstand die Idee, diese Situation wieder herzustellen und mit einer Frau Niederhauser, inwiefern unterscheidet sich Ihre Arbeit von derjenigen Doppelnutzung des Hofs zu koppeln – unten Parkierung, oben Aussenraumgestaltung. Ihrer Kollegen? Anders als bei Neubauprojekten befasse ich mich in der Regel mit bereits bestehenden Gibt es einen Ort in dem Gebäude, den Sie besonders mögen? Gebäuden in einem historischen Kontext. Jeder Projektarbeit geht daher die intensive Ja, das ist der Innenhof – unsere Spur, die wir sehr bewusst in der Baugeschichte Auseinandersetzung mit dem konkreten Objekt auf zwei Ebenen voraus: Einerseits dieses Ensembles hinterlassen haben. Besonders schön ist es, wenn man an einem macht man eine genaue Bestandesaufnahme vor Ort, andererseits durchforstet lauen Sommerabend von dort zum Kunstmuseum blickt und sich in dessen Fassade man die Archive nach relevanten Dokumenten. Im Ausführungsbereich ist es der Sonnenuntergang spiegelt. sicher so, dass man noch gezielter als sonst auf handwerkliches Knowhow schaut, zum Beispiel wenn es um den Umgang mit historischem Glas oder die Nachbildung Rykart Architekten haben für den Umbau Speichergasse 6 von der Stadt Bern den historischer Profile geht. Dr. Jost-Hartmann-Preis 2008 für die vorbildliche Sanierung erhalten: Was bedeutet Ihnen diese Auszeichnung? Auf welchem Weg sind Sie zur Fachfrau im Bereich Bauen im Bestand geworden? Dieses Umbauprojekt war enorm anspruchsvoll, und umso mehr hat uns die Wert- Das hat eigentlich schon mit der Studienwahl angefangen. Ich habe zuerst ein schätzung gefreut. Unser Ansatz im Umgang mit historischer Bausubstanz, aber Grundstudium in Kunstgeschichte gemacht. Allerdings hat mir da der praktische Bezug auch die grossen Bemühungen der Bauleitung bei der Umsetzung wurden damit gefehlt, sodass ich an die ETH gewechselt und Architektur studiert habe. Das war eine honoriert. Nicht zuletzt ist die Auszeichnung aber auch ein positives Signal an die gute Entscheidung, denn es gefällt mir in der Tat, bisweilen mit schweren Schuhen auf Bauherrschaft, dass sich ein sorgfältiger Umgang mit der bestehenden Bausubstanz der Baustelle zu stehen. Jetzt schliesst sich der Kreis insofern, als ich nach zehn Jahren und eine konstruktive Zusammenarbeit lohnen. Praxis daran bin, ein Nachdiplomstudium in Denkmalpflege zu machen. Übernehmen Sie als Architektin manchmal die Rolle als Vermittlerin zwischen Bauherrschaft und Denkmalpflege? Ja, durchaus. Es ist klar, dass die Denkmalpflege mit ihren Zielsetzungen Interessen hat, die sich unter Umständen nicht mit den Zielen der Bauherrschaft decken. Da müssen wir uns natürlich auch eine eigene Position erarbeiten. Unser Herz schlägt in der Regel für das Objekt. Wie war die Ausgangslage, als Sie das Umbauprojekt Speichergasse/Hodlerstrasse übernommen haben? Angetroffen haben wir zunächst eine sehr gut unterhaltene Fassade. Im Innern war die Situation allerdings extrem verbaut, hat sich Ballast aus hundert Jahren angestaut. Da stellten sich zunächst ganz viele Fragen, etwa was an Originalsubstanz noch erhalten ist und in welchen Zustand man das Gebäude allenfalls zurückbauen will. 50 | Aktuelles Schaffen 51 | Aktuelles Schaffen Werkverzeichnis ab 1990 Wettbewerbe 2010 Projektwettbewerb Überbauung Hofstetterfeld, Sursee 1. Preis 2009 Projektwettbewerb Graphis Siedlung, Zofingen 1. Preis 2003 Projektwettbewerb Plattform Bahnhof, Bern 1. Preis mit Ingenhoven Overdieck Architekten, Düsseldorf 2002 2. Preis 2001 Projektwettbewerb Dorfzentrum, Innertkirchen 1. Preis Studienauftrag Erneuerungskonzept Gebäudeversicherung, Bern 1. Preis Projektwettbewerb Wohnüberbauung Dreispitz, Köniz 1. Preis Studienauftrag Einkaufszentrum Migros, Langenthal 2. Preis Studienauftrag VIDMARhallen, Liebefeld 1. Preis Studienauftrag städtebauliche Entwicklung «Emmi-Areal», Thun 2. Preis Studienauftrag Erneuerung Bürogebäude Schwarztorstrasse, Bern 1. Preis 2000 Studienauftrag Industriegebäude Stoppani AG, Flamatt 2. Preis 1998 Studienauftrag Dienstgebäude ara region bern, Bern-Felsenau Studienauftrag «Preisgünstiges Wohnen», Niederwangen Ideenwettbewerb Kirchhalde, Grosshöchstetten 4. Preis Ideenwettbewerb und Projektwettbewerb Von-Roll-Areal, Bern 1. Preis Projektwettbewerb Wohnen Sperlisacher, Rüfenacht Projektwettbewerb Bezirksgericht, Dietikon, mit ARC, Bern engere Wahl Projektwettbewerb Fussballstadion Wankdorf, Bern, Wohnüberbauung Estavayer-le-Lac Projektwettbewerb Dorfzentrum, Deitingen 5. Preis mit Ingenhoven Overdiek Architekten, Düsseldorf 4. Preis Projektwettbewerb Wohnen im Baumgarten, Bern-Bümpliz 2. Preis Studienauftrag Kirchliches Zentrum, Niederwangen 2. Preis Projektwettbewerb Platzgestaltung Kirchliches Zentrum, Niederwangen 1. Preis Projektwettbewerb Schwarzenburgstrasse 71, Bern 1997 Studienauftrag Überbauung «alte Teigi», Gümligen Projektwettbewerb Wohnen Schlossstrasse, Boll-Sinneringen Studienauftrag Galactina Areal, Belp Projektwettbewerb Wohnen Auwiesen, Winterthur, Projektwettbewerb Überbauung Wendelsee, Oberhofen mit Wildberger Architekten, Winterthur Studienauftrag Wohnen im Stockacker, Kehrsatz 1. Preis Studienauftrag Schulanlage Steinhölzli, Liebefeld 1996 Projektwettbewerb Werkhof, Köniz Ideenwettbewerb Dienstleistungsüberbauung Schürmatt, Gümligen Wohnüberbauung Dreispitz, Liebefeld Projektwettbewerb Hotel am Lachen, Thun 1995 Ideenwettbewerb Siedlung Jurastrasse, Ittigen mit Ingenhoven Architekten, Düsseldorf 1994 Projektwettbewerb Sekundarschule, Köniz Ideenwettbewerb Erschliessung Kursaalanlage, Bern engere Wahl Studienauftrag Hauptsitz SRG SSR idée suisse, Giacomettistrasse, Bern 1. Preis Projektwettbewerb Volksschule Breitenrain, Bern 1. Preis 1993 Projektwettbewerb Siedlung Bifang, Oberbuchsiten Projektwettbewerb Schulanlage Haltenstutz, Niederscherli Studienauftrag Dienstleistungsgebäude S-Bahn-Haltestellen, Wankdorf 2. Preis Projektwettbewerb Wohnüberbauung Strandweg, Burgdorf 2. Preis Studienauftrag Sanierung Wohnsiedlung Nesslerenweg, Wabern 1. Preis 1992 Projektwettbewerb Wohnen & Gewerbe Brünnen Nord, Bern Projektwettbewerb Kindergarten Holenacker, Bern Wohnüberbauung Acherli, Bern Projektwettbewerb Turnhalle und Wehrdienst, Kernenried 1991 Studienauftrag Alterssiedlung Hessgut, Liebefeld 1. Preis Studienauftrag Wohnüberbauung Acherli, Bern 1. Preis Ankauf Ideenwettbewerb Wohnen Lindhalde Süd, Worb Projektwettbewerb Von-Roll-Areal, Bern, mit Werk 1 Architekten, Olten 2. Preis Projektwettbewerb Bürogebäude Bankverein, Ittigen Ideenwettbewerb Stägmattsteg, Wohlen 1990 Projektwettbewerb Dreispitzareal Eystrasse, Kirchberg 1. Preis Studienauftrag Dienstleistung und Wohnen SBB-Südpark, Basel, 1987 Studienauftrag Büro- & Gewerbehaus, Niederwangen 1. Preis mit Ingenhoven Overdieck Architekten, Düsseldorf 1982 Projektwettbewerb Sekundarschule, Niederscherli 55 Werkverzeichnis ab 1990 Bürogebäude Wankdorf, Bern Wohnpark von Roll, Bern | 3. Preis Projektwettbewerb Wohnen im Oberdorf, Ostermundigen Studienauftrag Wohnhaus Baumgarten Ost, Bern 54 1. Preis Ideenwettbewerb Dorfkernplanung, Thörishaus Studienauftrag Siedlung Neuhausmatte, Trimstein 2004 Studienauftrag Wohnüberbauung Niesenweg, Ittigen Studienauftrag Wohnüberbauung Längimoos, Rüfenacht Projektwettbewerb Umbau/Sanierung Kirchgemeindehaus, Muri Bürogebäude Postfinance, Bern 2. Preis 3. Preis Projektwettbewerb Wohnüberbauung Schürmatt, Muri 2005 Projektwettbewerb Seniorenresidenz Mitteldorf-Park, Ostermundigen Projektwettbewerb Bürogebäude Postfinance, Mingerstrasse, Bern Studienauftrag Wohnüberbauung Römermatte, Arch Graphis Siedlung, Zofingen Projektwettbewerb Bahnhofplatz Bern, mit Steiner & Buschor, Burgdorf Studienauftrag Wohnen Schlossstrasse, Köniz Ideenwettbewerb Planung Ried, Niederwangen 2006 3. Preis 1. Preis Projektwettbewerb Bürogebäude Wankdorf City, Bern, 2007 1. Preis Studienauftrag Alters- und Pflegeheim Muri-Gümligen, Gümligen Projektwettbewerb Überbauung Vordere Fuhrenmatte, Grindelwald Überbauung Hofstetterfeld, Sursee mit Baeriswyl Scherrer Partners sàrl, Estavayer-le-Lac mit B+S Ingenieuren, Bern Empfehlung zur Weiterbearbeitung 1. Preis Projektwettbewerb Wohnüberbauung Bellevue, Estavayer-le-Lac, Ideenwettbewerb Gestaltung Eigerplatz, Bern, 2008 Ideenwettbewerb Bächumatt, Worb, mit Steiner & Buschor, Burgdorf Werkverzeichnis ab 1990 | Neubauten Umbauten und Sanierungen 2009 2008 Betriebsgebäude Creabeton, Lyss 2009 Tram Region Bern, Teilprojekt Ostermundigen Sanierung Werkhalle, Normannenstrasse 12, Bern Wohnüberbauung Jardin du Paradis, Biel Umbau Bauernhaus, Oberdorf 41, Zuzwil Rastplätze, Wileroltigen und Gurbrü Restaurierung Fabrikantenvillen Creabeton, Lyss Quartierhaus Schönberg Ost, Bern Dachausbau, Effingerstrasse 27, Bern 7 REFH, Wiesenstrasse 41–53, Gümligen Ausbau Bauernhaus, Fimmelsberg, Bissegg Wohnüberbauung Bellevue, Estavayer-le-Lac, 2. Etappe Ausbau Dachwohnung MFH, Dorfstrasse 27, Wabern Wohnüberbauung Hättenberg, Ostermundigen Dachausbau, Könizstrasse 180, Liebefeld Dienstleistungszentrum «twist again», Wankdorf City, Bern Sanierung und Provisorium Schanzenpost, Effingerstrasse 16, 3008 Bern Überbauung Seniorenwohnen, Tschingel, Brienz 2007 2006 2005 2008 Giacomettistrasse 1 + 3, Bern Wohnüberbauung Plattenweg II, Schliern b. Köniz Erneuerung Betriebsgebäude Gebäudeversicherung, Papiermühlestrasse 130, Ittigen EFH, Schönbrunnen 226, Utzigen Erneuerung Bürogebäude, Schwarztorstrasse 71, Bern Überbauung Alte Ziegelei, Bürenstrasse, Busswilstrasse, Lyss Umbau Bauernhaus, Dorfstrasse 34, Agriswil Aussichtsplattform Bettmerhorn, Wallis Umbau EFH, Eichholzstrasse 103c, Wabern Wohnüberbauung Dreispitz, Liebefeld, 2. Etappe Sanierung MFH, Aarhaldenstrasse 2 + 4, Zollikofen EFH, Mühlestrasse 4, Laupen 2004 2002 2007 2000 1999 Büroausbau Rykart Architekten AG, Feldstrasse 30, Gümligen Gebäudeaufstockung VIDMARhallen, Könizstrassse 161, Liebefeld Bürogebäude Schwarztorstrasse, Bern Wohnüberbauung Bellevue, Estavayer-le-Lac, 1. Etappe Anbau EFH mit Schwimmbad, Hausmattweg 23, Muri Wohnüberbauung Bremgartenstrasse, Zollikofen Büroausbau Hogrefe AG Suisse, Länggassstrasse 76, Bern Wohnüberbauung Acherli, Murtenstrasse, Bern Mieterausbau Haus der Kantone, Speichergasse 6, Bern Wohnhaus Murtenstrasse 137, Bern Provisorium Alkistübli, Bollwerk 8, Bern Cash & Carry Growa Markt, Bern Sanierung Reservoire Niederscherli und Blinzern, Köniz Wohnüberbauung Dreispitz, Liebefeld, 1. Etappe Umbau EFH, Hausmattweg 5, Muri 2-Generationen-Haus, Chaumontweg 121, Spiegel Wohnüberbauung Sunnepark, Ittigen Gesamtsanierung Firmenhauptsitz SRG SSR idée suisse, Wohnüberbauung Dreispitz, 3. Etappe Wohnüberbauung Sunnepark, Ittigen Überbauung Alte Ziegelei, Lyss Sanierung und Aufstockung Wohnüberbauung Nesslerenweg 72–116, Wabern Überbauung Marktplatz Muri, Multengut 2006 Umbau und Restaurierung Bürogebäude, Speichergasse 6, Hodlerstrasse 5 + 5a, Bern Umbau Bürogebäude, Schwarzenburgstrasse 73, Liebefeld Wohn-/Geschäftshaus Bollwerk, Bern Überbauung Wohnpark von Roll, Bern Umbau Beratungscenter Postfinance, Bärenplatz 4/8, Bern Überbauung Zentrum, Belp Umbau EFH, Waldriedstrasse 51, Muri Überbauung Schürmattstrasse, Gümligen Sanierung MFH, Kranichweg 13–19, Muri Siedlung Kapellenrain, Niederscherli Sanierung Bürogebäude Hauptsitz SBB, Hochschulstrasse 6, Bern EFH, Wenkenhaldenweg 42, Riehen Ausbau Dachwohnung MFH, Dorfstrasse 23, Wabern 1998 REFH Oberes Gut, Ittigenstrasse, Ittigen Erweiterung EFH, Aebnitstrasse 49, Gümligen 1997 Schulraumprovisorium Gymnasium, Jungfraustrasse, Burgdorf EFH, Untere Zelg 35, Oberscherli EFH, Längackerweg 22, Worblaufen 2-Generationen-Haus, Spiegel Erweiterung Industrieanlagen Bucher Hydraulics AG, Schwandistrasse 25, Frutigen Schulhaus Breitenrain, Bern 1996 Überbauung Grüttbach, Eystrasse/Kanalweg, Kirchberg Provisorium Kurzstrafengefängnis, Witzwil, Gampelen DEFH, Elfenaustrasse 66, Muri 2005 Umbau und Erneuerung Schulhaus Breitenrain, Bern 1995 MFH, Könizstrasse 194 D, Liebefeld Umbau und Erweiterung Growa Markt, Industrie Obermatt, Emmenmatt 1994 Ausbau Stadttheater, VIDMARhallen, Könizstrasse 161, Liebefeld MFH, Köniztalstrasse 2 + 4, Köniz 1993 Reihenhaussiedlung, Eichholzstrasse 103, Wabern 1991 2004 Büro- und Gewerbehaus, Meriedweg 11, Niederwangen Sanierung MFH, Kappelenstrasse 11–15, Lyss 1990 EFH, Ittigenstrasse 8C, Ittigen Überbauung Marktplatz, Muri Sanierung und Erneuerung Alterssiedlung Hessgut, Liebefeld Sanierung MFH, Blumenbergstrasse 34, Bern Hauptsitz SBB, Bern 56 | Werkverzeichnis ab 1990 57 | Werkverzeichnis ab 1990 Sanierung MFH, Bollwerk 41, Bern Überbauungsordnungen Umbau Wohnheim Villette, Thunstrasse 2, Muri Umbau und Erweiterung EFH, Gurtenweg 7 + 7a, Muri 2003 Umbau und Sanierung EFH, Multengutstrasse 37, Muri 2006 UeO Riedli, Münchenbuchsee Fassadensanierung Burger-, Stadt- und Unibibliothek, Münstergasse 63, Bern 2004 UeO Stadtmatte, Laupen Sanierung MFH, Schwabstrasse 40, Bern 2003 UeO Christenmatte, Belp Sanierung Wohnung, Lerberstrasse 30, Bern 2001 UeO Wohnüberbauung Niesenweg/Hausmattstrasse, Ittigen Umbau und Sanierung BEKB, Niederlassung Bahnhofstrasse 6, Worb 1999 UeO Kreuzmatte, Worb Umbau EFH, Sandrainstrasse 88, Bern 1996 UeO, Siedlungsschutzgebiet Gartenstadt, Köniz Umbau EFH, Buchlenweg 4, Uettligen 1996 UeO, Schürmattstrasse, Gümligen Umbau Dachgeschoss MFH, Humboldtstrasse 7, Bern Umbau 7-Zimmer-Wohnung, Giacomettistrasse 35, Bern Burgerbibliothek, Bern 2002 Sanierung MFH, Länggassstrasse 79, Bern Sanierung Reservoir, Wabern 2001 Sanierung Bäder/Küchen MFH, Stoosstrasse 2–6, Bern Umbau EFH, Eichmattweg 10, Kirchlindach Dank Umbau und Sanierung Dachwohnung, Kasernenstrasse 35, Bern Umbau und Sanierung EFH, Elfenaustrasse 13, Muri 2000 Niederlassung BEKB, Worb Umbau und Sanierung Verlagsgebäude Huber, Länggassstrasse 84, Bern Vor 60 Jahren haben Marcelle und Ernst Rykart-Petitjean den Grundstein der Firma Umbau EFH, Flurweg 4, Gümligen Rykart Architekten AG gelegt. In jahrzehntelanger Arbeit haben sie die Basis für unser Umbau Ferienhaus «Mela», Chandolin gegenwärtiges Schaffen entwickelt. Ihnen und allen unseren Bauherren, welche uns in Umbau und Sanierung VIDMARhallen, Könizstrasse 161, Liebefeld den vergangenen 60 Jahren ihr Vertrauen geschenkt haben, gebührt ein grosser Dank. Umbau und Sanierung Bürogebäude SECO, Effingerstrasse 31–35, Bern Eingangsgestaltung, Münstergasse 47/Herrengasse 22, Bern Kein Bauwerk lässt sich ohne Netzwerk realisieren – so blicken wir auf eine langjährige, Sanierung MFH, Bernstrasse 49/51 und 55/57, Kehrsatz kreative Zusammenarbeit mit Ingenieuren und Unternehmern zurück. Unseren externen Umbau Bauernhaus, Feldstrasse 65, Gümligen Partnern und allen unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, welche täglich mit ihrem 1998 Sanierung und Umbau Schulhaus, Bangerten Engagement, ihren Ideen und ihrem Fachwissen die Entwicklung und Umsetzung unserer 1997 Dachausbau MFH, Spiegelstrasse 74, Spiegel Projekte ermöglichen, gilt ein herzliches Dankeschön. 1999 Bürogebäude SECO, Bern Umbau und Sanierung MFH, Morgartenstrasse 11, Bern 1996 Fassadensanierung UBS, Bernstrasse 94, Zollikofen Mit Zuversicht blicken wir in die Zukunft und freuen uns auf kommende Herausforde- Umbau und Sanierung MFH, Morgartenstrasse 15, Bern rungen in der Gestaltung unseres baulichen Umfeldes. Erweiterung Ferienhaus, Route du Lac 55, Môtier 1995 Umbau und Sanierung REFH, Brünnackerstrasse 9–43, Bern 1994 Sanierung Siedlung Einschlag, Bolligen Bern, im Mai 2010 1989 Aufbau Attikageschoss Garbani AG, Zikadenweg 7, Bern Claude Rykart und Oliver Sidler 58 59 Bauernhaus, Gümligen | Werkverzeichnis ab 1990 | Werkverzeichnis ab 1990 Bildnachweise Fotografien Dominique Uldry, Bern Seiten 25, 29, 31, 34, 35 Christine Blaser, Bern Seiten 38, 39, 41 Gerhard Hagen, Bamberg Seiten 43, 44, 45 Dominique Plüss, Bern Seiten 48, 49 Marianne Vetter, Bern Seite 28 unten Thomas Reufer, Bern Seite 28 oben Fotoarchiv Rykart Architekten Visualisierungen twin design, Liebefeld Seiten 16, 21, 23 Architron, Zürich Seite 32 Copyright Rykart Architekten AG Feldstrasse 30 3073 Gümligen Bern www.rykartarchitekten.ch