Untitled - Thalia Theater

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3
Inhalt
Die Spielzeit 2009 & 2010
Hamburg
Bremen
Gabriela Maria Schmeide
Hannover
Daniel Lommatzsch
Oda Thormeyer
Düsseldorf
Christoph Bantzer
Circe
Maren Eggert
Sandra Flubacher
Lisa Hagmeister
Daniel Hoevels
Peter Jordan
Felix Knopp
Dietmar Loeffler
Peter Maertens
Katharina Matz
Axel Olsson
Rainer Piwek
Stephan Schad
Alexander Simon
Wolf-Dietrich Sprenger
Angelika Thomas
Victoria Trauttmansdorff
Marina Wandruszka
Matthias Leja
Berlin
Bibiana Beglau
Bruno Cathomas
Christina Geiße
Olivia Grigolli
Julia Jentsch
Mirco Kreibich
Thomas Niehaus
Karin Neuhäuser
Josef Ostendorf
Birte Schnöink
Max Simonischek
Rafael Stachowiak
André Szymanski
Sebastian Zimmler
Weimar
Köln
Maja Schöne
Patrycia Ziolkowska
Thomas Thieme
Bonn
Franziska Hartmann
Frankfurt
Nadia Schönfeldt
München
Zürich
Yvon Jansen
Jörg Pohl
Cathérine Seifert
Marina Galic
Bernd Grawert
Jens Harzer
Nathalie Hünermund
Hans Kremer
Barbara Nüsse
Wolfgang Pregler
Wien
Sven-Eric Bechtolf
Philipp Hochmair
Sebastian Rudolph
Budapest
Tilo Werner
Graz
Julian Greis
Vorwort 4 Das Ensemble 8
Premieren auf einen Blick 66
Die Premieren 70 Theater
Extra A–Z106 Thalia Freunde116
Saalplan und Eintrittspreise118
Service A–Z 120 Thalia
Abonnements124 Es spielen
und inszenieren131
trale Thema unserer Gegenwart und Zukunft, das sich immer
heftiger mit großen wirtschaftlichen und politischen Fragen
verknüpft, Begleitmusik oder Kern eines Epochenwechsels ist,
wissen wir nicht genau. Wir stecken mitten drin. In den kommenden Hamburger Jahren möchte ich dieses Thema zum immer wiederkehrenden Zentrum der Beschäftigung machen.
4
Vorwort
Liebes Publikum,
Ihnen gehört der erste Abend auf der Bühne: den Bürgern der Stadt. Nicht die
Schauspieler eröffnen das künftige Thalia Theater, sondern die Zuschauer. Auf
die Kardinalfrage, die wir zum Thema dieser Veranstaltung erheben – nämlich das Hamletsche „to be or not to be“ – gibt es keine eindeutige Antwort,
aber wir laden Sie ein, sie in vielerlei Formen und Farben auf die Bühne zu
bringen.
Suchende bevölkern in vielen Facetten unseren Spielplan, Menschen, die
unterwegs sind: Flaneure, Passagiere, Migranten und Emigranten, Flüchtlinge, Einwanderer und Auswanderer, Nomaden und Unbehauste, Wanderer aus Lust und aus Not, auf der Suche nach innerer oder äußerer Heimat
und nach kultureller Identität. Wo gehen wir hin? Ob dieses große und zen-
Obwohl es eigentlich auf der Hand liegt, verdanke ich es letztlich der Begegnung mit zwei konkreten Menschen, zwei Autoren, sowie einem dritten, der allerdings vor über zweihundert
Jahren gestorben ist. Hamburg im Kopf und im Herzen, lernte
ich vor zwei Jahren Ilija Trojanow kennen, der das „Weltensammeln“ zu seinem Thema gemacht hat: Als vielsprachiger Kosmopolit, bei dem die zunehmende Vermischung der Weltkulturen und Weltreligionen Zuversicht statt Angst auslöst. Der
dies nicht nur literarisch verarbeitet, sondern auch praktisch
lebt. Der Titel seines Erstlings „Die Welt ist groß und Rettung
lauert überall“ verströmt den optimistischen Grundton, den
ich suche. Offen für die Welt zu sein, offen für andere Erfahrungen (auch im Theater). Offen dafür, über den Tellerrand
unserer Wohn- und Theaterstuben hinauszublicken, in die
Welt der Anderen, in die Welt der Differenz, ohne die eigene
Identität zu leugnen, wie der Philosoph Boris Groys betont.
Diese positive Grundhaltung meint nicht ohne Schmerz und
Bitterkeit, ohne Debatte oder Tragödie auszukommen, aber vielleicht ohne
Zynismus. Während Ilija Trojanow die Welt bereist, geht der vergleichende
Kulturwissenschaftler Raoul Schrott zurück zu den Mythen der Weltkulturen, zum Humus unserer Existenz, und entdeckt dort mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede. Die Fragen „Wo kommen wir her?“, „Was ist der
Ursprung?“ werden uns immer wieder beschäftigen.
Vor über zweihundert Jahren hat sich Gotthold Ephraim Lessing – heute bei
nicht wenigen als Schulbuchklassiker und Erbauungsliterat, als Langweiler
und alter Hut verpönt – mit ähnlichen Fragen beschäftigt. Er ist als Dichter
der bedeutendste Sohn oder, bescheidender ausgedrückt, Adoptivsohn
der Stadt Hamburg. Hier hat er ein neues Medium, das „Nationaltheater“,
erfunden und ist als medialer Pionier ausgerechnet in der (heutigen) Medienstadt Hamburg gescheitert. Ein paar Jahre lang war er hier unglücklich
und hat dennoch Wesentliches geleistet. Er war so etwas wie ein Kosmopolit im Postkutschenzeitalter, in seinem „Nathan“ einen vernunftbegabten
Traum träumend, der sich als Skandal entpuppt. Der Skandal, nicht (nur)
Bourgeois zu sein, sondern Citoyen. Lessing, der klare und luzide Denker,
soll in vielerlei Hinsicht ein Schwerpunkt der Beschäftigung in den kommenden Jahren sein, mit hoffentlich frischem und unverstelltem Blick.
Antipode in beinahe jeder Hinsicht ist Elfriede Jelinek, die mich seit Jahrzehnten begleitet – ein möglicherweise fruchtbarer Widerspruch zu dem
unerschrocken in die Welt aufbrechen wollenden Lessing …
Am Anfang und das Thalia eröffnend steht eine Familie, die das Glück in einer „neuen Welt“ gesucht hat: die Kennedys. Die Beschäftigung mit dieser
irischen Auswanderergeschichte ist auch eine Referenz an die transatlantischen Beziehungen, die Westeuropa und Hamburg seit jeher prägen. Es
inszeniert der Flame Luk Perceval. Er wird neuer leitender Regisseur des
Thalia Theaters und steht für ein Programm, das auch durch weitere Regisseure und Autoren aus dem internationalen Raum geprägt wird.
Lessing hat ein ethisches und ästhetisches Ordnungssystem für das menschliche Leben und seine Darstellbarkeit gesucht. Seit Jahrtausenden beschäftigen sich Philosophie, Religion und Künste mit dem Erstellen von Regeln,
Rezepturen bzw. mit der Suche danach. Heute bezweifeln die meisten, obwohl die Sehnsucht danach immer noch ungestillt und groß ist, dass dies
möglich sein könnte.
Eine witzige Camouflage dieser zeitgenössischen Ratlosigkeit hat vor
dreißig Jahren der französische Autor Georges Perec herausgebracht. In
seinem programmatisch „Das Leben. Gebrauchsanweisung“ genannten
Roman gibt er sich den Phänomenen der Welt wie ein von der Flut des Materials überwältigter Archivar hin und ordnet es nach einem streng geheimen mathematischen, und also inhaltsfreien, Ordnungsprinzip. Vielleicht
ist das die Geste unseres Jahrhunderts, dem zentrale Kategorien für das
eigene Sein weggerutscht sind. Vielleicht ist das Puzzeln am eigenen Bild
die bescheidenste, raffinierteste, ehrlichste und heiterste Überlebensstrategie, die möglich ist.
Eine Zeit lang will das Thalia selbst Archiv- und Sammelstelle sein und sich
der lustvollen Kapitulation vor der Fülle des Lebens widmen. Auf der Bühne, aber auch auf der virtuellen Bühne. Das Internet ist für die modernen,
neuen Nomaden so etwas wie eine neue, wenn auch virtuelle Heimat geworden, in der man surft, chattet, skyped und Logbücher führt, um virtuelle Communities zu gründen. Besuchen Sie uns auf der neu gestalteten
Internetseite. Sie ist im Aufbau und soll langfristig eine dritte Bühne werden, auf der sich Dinge ereignen, die sie auf den Hauptbühnen – dem Thalia
Theater und der Gaußstraße in Altona (mit der übrigens künftig dauerhaft
bespielten Garage) – nicht finden.
Vieles wird neu sein, aber es gibt keinen radikalen Schnitt. Wenn Sie das
Spielzeitheft durchblättern, werden Sie einige Regisseure entdecken, die
Sie vom Thalia Theater kennen, andere sind neu. Ähnlich ist es bei den
Schauspielern, die dem Theater das Gesicht geben und die Identität des
Theaters ausmachen. Es kommen neue Schauspieler, einige bleiben und
– das freut mich ganz besonders – manche kommen zurück, so dass das
in den vergangenen Jahrzehnten entstandene Gesicht des Thalia Theaters
über alle Wechsel hinaus erkennbar bleibt: als Amalgam von Tradition und
Neubildung. Wir sind, bei allem angebrachten Understatement, stolz auf
die hochkarätigen Schauspieler, die unserer Einladung nach Hamburg gefolgt sind, und wir hoffen, dass Sie sie willkommen heißen. Zum Beginn
haben wir sie alle fotografieren lassen, an ihren Wohn- bzw. Arbeitsorten,
von einem Reportagefotograf – von jemandem also, der sich (wie wir) aus
der Schnittstelle zwischen Kunst und Wirklichkeit heraus definiert.
Joachim Lux, Wien Ende März 2009
21 Tage
57 Schauspieler
5361 Kilometer
Von Budapest über
Bremen nach
Zürich und Berlin
Ein Reisetagebuch
unseres Fotografen
Armin Smailovic
9
Katharina Matz
10
Mirco Kreibich
11
Hans Kremer
19.01.2009
das thalia. da ist es.
kleinste gänge im
hintergrund, vorne groß
und den schönsten
kronleuchter seit langem.
den beatles-friseur
mit den originalstühlen
besucht. im keller
sieht es so aus, als wäre
die zeit, so wie die
elbe zur zeit, schockgefroren … ein wesen
lässt mich erstarren.
so schön, so weich, so
unnahbar! vodka auf eis!
einer! fertig!
12
Axel Olsson
20.01.2009
heute wird obama vereidigt. was bringt so ein historischer tag? … man macht mir heißen grünen
tee und springt in den pool. uuups … jim morrison, jesus? schwarzer opel manta verschönert jede
tiefgarage. nach zwanzig jahren wieder in einer theatervorstellung. und das mit meinem hasspoeten
goethe und sein verbrannter „urfaust“ … beladen von vorurteilen zeigt mir die bühne und ihre
quicklebendigen, was ich hier nicht in worten fassen kann … es war wundervoll, auch wenn ich
ausm oberrang zusehe, letzte reihe! wo haben die soviel schwarzen sand her ??? rieselt der nicht
durch den holzboden in irgendetwas darunter? wenn ja, muss es da aussehen wie in der hölle! die
buhrufe eines kritischen haben sogar die amazonen an den garderoben gehört. diese haben mich
mit einem lächeln verabschiedet. mein lächeln hält an bis zum nachtasylheim!!
13
Victoria Trauttmansdorff
14
Lisa Hagmeister
15
Dietmar Loeffler
21.01.2009
ein perfekter tag für ne sonnenfinsternis. faust empfängt mich herzlich. mir schießt kafkas
„die verwandlung“ in den kopf. ein spaziergang hin und ein spaziergang zurück. dazwischen faust
mit regenschirm im gestrüpp. die sonne scheint mir wohltuend ins gesicht. parkplatzsuche in
altona, dann lagerfeuer … zu heiß … ab ins hotel. vorhang!
16
Alexander Simon
22.01.2009
ein weißes
barbiekleid bedeckt das elbufer.
ein kleiner mönch
in dunkelgrün
schaut sich das
an. die russen,
flankiert von zwei
riesigen gummireifen, kommen
und die franzosen
ziehen davon. als
grande dame in
schiffsform. chili
con carne ohne
chili. was neues!
lecker! uneitel!
müde empfängt
mich ein mädchen. müde geht
sie an meiner
seite. müde sind
ihre haare. müde
ihr leben!
selbst sternenlicht erhellt
ihre lethargie
nicht! … ins
thalia. die bühne
leer. ein gesicht
voll stoppeln
steht da und frisst
salzstangen ohne
ende. brrrrrr,
langsam schwarzer. ab in die nacht. logo! schon wieder russen. ska ihre seele. meine wird nicht
berührt. seemänner sind keine da! wozu, rum wird nicht ausgeschenkt … das bett nordnordwest.
17
Gabriela Maria Schmeide
18
Daniel Hoevels
19
Philipp Hochmair
23.01.2009
platt!
braindead!
nothing
to lose!
ahoi!
20
Franziska Hartmann
25.01.2009
endlich sonntag.
naja, ein tag wie
jeder andere.
einfach ein
arbeitstag … die
straßen entlanghangeln, alles
frei für mich. tarzan im mercedes.
habe noch nie
eine menschliche
atombombe
fotografiert. die
kettenreaktion
fiel aus und am
ende war es doch
nur ein rauchender kamion.
doch dann lässt
der dicke, fette,
klebrige nebel
nach berlin jedes
licht wie eine
sternenexplosion
aussehen. ganze
planeten und
sonnensysteme
werden bei
„herzsprung“
kurz vor berlin
geboren …
21
Marina Wandruszka
22
Christoph Bantzer
23
Sandra Flubacher
26.01.2009
suppe zum frühstück.
suppe zum lunch.
suppe zum abendessen
und suppe
zum schlafen gehen.
berlin schmeckt
sooo gleich,
wenns grau ist.
24
Birte Schnöink
27.01.2009
chicks on speed, curt cobain, james dean und eine studentin … und die schaut aus wie der kleine
bei southpark, der keine fünf minuten überlebt. das sind besetzungen für film, theater und
TV, an die sich noch keiner rangetraut hat. auf ihr mutigen, ihr irren, ihr verwegenen!!! das geht!!
glaubt mir, nur das, was sie sein sollen, spielen sollen, müsst ihr ihnen ganz genau erklären.
rotwein im sixpack zum abschluss, ein spanier … ausm glas bitteschön! mit ner schönen
liveübertragung aus der küche. in schwarz-weiß! seht seht. ergebnis: rot+schwarz+weiß=blau
25
Peter Maertens
26
Maren Eggert
27
Rainer Piwek
28
Felix Knopp
29
Stephan Schad
29.01.2009
berlin, ein neues kapitel. heute morgen: „captain mondrian“ empfängt „pirate blackbear“, oder so
ähnlich. dann: eine zigarette, ein tee. aber dann: der immer wiederkehrende müll an gedanken
an den wänden der hauptstadt, der welthirnmüllkulturhauptstadt. bah! bäh! äaahh. der geschriebene
müll von menschen, denen freiburg, heidelberg, magdeburg, marburg, brilon und bielefeld-senne zu
spießig ist und deren gedanken dort niemand versteht. by the way, hier in berlin auch nicht, aber
hier gibts noch genug
DIN A4 häuser an denen
man es auslassen kann,
seinen verfassten THCschatz …püh, mir egal, ich
kann ja weg, muss weg,
will auch weg. alle freaks
aus der spießigen provinz
in berlin macht berlin
nicht freakiger … ab nach
hamburg. in 1,5 stunden,
sprich mit 200.000 metern
pro stunde der wandschande entfliehen, die
niemand außer touris und
den saubermachfirmen gut
finden können … ankommen
und direkt voll fettnapf.
this story contains an
„explicit private shit“.
not for public, not for you,
trotzdem ein tütencapuccino
und 18 filterzigaretten
in 60 minuten. zucker
schon umgezogen. bitter
der rest. das ende. fin. no
mens end. kein applaus.
keine wiederholung. kein
abspann. keine bühne. nach
der bühne, die keine war:
rotwein und noch mehr
smoking skills.
30
Peter Jordan
30.01.2009
hannover … hier kleben autos unter brücken. eingehüllt in betongrauem plastik oder so. komische
platzsparende aktion. naja … aaah … kunst! is ja verrückt! aber … warte mal! was bedeutet das??
ist es ein christo-zitat oder sogar ein plagiat? … hm … oder ein spiderman-zitat? spiderman hat kein
auto! … brrrring: dritter stock. rosengarten! kaffee! zigaretten! fußbad! tschüss!
31
Bernd Grawert
32
Circe
31.01.2009
aus dem nichts zitiert jemand bukowski, so laut, so klar … von osten nach osten, die berliner hinterhofmauern erröten … zwanzig jahre nach der wende … „komm runter … komm runter, du schlampe!!“
… der tag fängt
ja gut an.
hätte sie gerne
gesehen, die edle,
die fee!
ende und aus!
33
Barbara Nüsse
34
Maja Schöne
35
Yvon Jansen
36
Christina Geiße
37
Rafael Stachowiak
01.02.2009
sonntag. guten morgen berlin!! heute ist putzerfischtag! die scheiben in charlottenburg freuen sich
und ich auch … ansonsten schnee, schnee, schnee, schnee, schnee, schnee am landwehrkanal.
so wie auch in allen verbleibenden clubs dieser stadt. das ist echt nicht normal. und das ist auch
nicht gut so, herr wowereit!! also, das mit den clubs.
38
Cathérine Seifert
39
Jörg Pohl
40
Sebastian Rudolph
41
Daniel Lommatzsch
42
Bibiana Beglau
43
Thomas Niehaus
02.02.2009
zürichs mitte mittags, ohne nennenswertes wetter oder hektik … hier die küche, das schlafzimmer,
das hitlerzimmer, das
kinderzimmer und
das bad.
hey, hitler sucks!
… but, das room ist
cool! plötzlich hektik,
weil kein taxi. ist es
das bad karma des
hitlerzimmers???
vorbei an übergroßen
rosa hunden und
schwarzen bentleys
mit kleinen fenstern.
dann eine zitrone DS
in gold. sie liegt da,
wie eine anemone
inmitten von seegurken. „blinker kaputt,
tankanzeige reparieren“. die franzosen
wussten mal autos
zu bauen, die ihre
männer noch sexier
machten, als sie eh
schon sind. nun hat
ein schweizer den
triumph an seiner
seite. mit handkuss
verabschieden wir
uns. i see you,
when you see me,
mon cher!
44
Josef Ostendorf
45
Karin Neuhäuser
46
Angelika Thomas
47
Matthias Leja
48
Sebastian Zimmler
03.02.2009
eine fahrt nach köln. von düsseldorf hauptbahnhof, dem bahnhof grenzenloser architektonischer ödnis
und von außen einer schlachthalle ähnelnd. wie kann man das machen?? leipzig ist so schön.
zürich ist so schön. der neue berliner ein monstrum, aber von kräftiger schönheit … in köln erwartet
mich ein wundervolles licht. im winter ist es zu sehen. dafür liebe ich die kalten monate des jahres.
eine schwarze schlange schlängelt sich richtung belgisches viertel. nur ein zahn am kopf. ein regenschirm … hier ist es, das zentrum oshos oder auch mal baghwan genannt. früher rot und disko, heute
unauffällig. eine sekte sieht anders aus … dann treffe ich norman bates. „psycho“ im bad, „psycho 2“
in treppenhaus und plötzlich „psycho 3“ mit espresso. der ist aber jung geblieben?!! filme verfolgen
mich, inkl. schauspieler in ihren besten rollen … minuten später mit nem roller durch rot und die
kölner altstadt. ich lache. die sonne nicht mehr. düsseldorf hauptbahnhof.
49
Tilo Werner
50
Patrycia Ziolkowska
51
Wolfgang Pregler
52
Sven-Eric Bechtolf
53
Wolf-Dietrich Sprenger
04.02.2009
meerbusch. einflugschneise. sehr gut geschlafen … wie ein lamm, ein engel, ein getriebener. wieviele
fotos noch? weiß nicht. wie geht’s weiter? auf und durch. wieviele hab ich schon?
äh äh, irre viele. tag 18, das kann ich noch aufzählen. aber erst nach einem gehirnmarathon … weiter weiter weiter … heute noch düsseldorf und morgen hamburg und dann münchen.
heimspiel! ribéry, demichelis, toni, klose … wieder düsseldorf hauptbahnhof. schließfächer. der
einzige lichtblick: das LED lämpchen für „FREI“. taxi. weiter. irgendwo gewerkschaftsdemo
nähe KÖ. kann jedoch die narren von den demonstranten nicht unterscheiden. alle gleich:
bunt, fröhlich, „do bess de platt!“ endlich palmen! richtig viele! wat, in alte gummireifen reingepflanzt? eine ganze kreuzung!?? tschööö ddorf, verliebt hab ich mich nicht!
54
Olivia Grigolli
55
Julian Greis
56
Nadia Schönfeldt
57
Nathalie Hünermund
05.02.2009
hamburg … „anywhere i lay my head“
(tom waits) … thalia,
am alstertor. hier hat alles
begonnen. meine reise.
aber noch viel mehr. viel
mehr!! man spürt es.
man riecht es. man kann
sich dem nicht entziehen.
ich auch nicht. plötzlich fällt
mir alles wieder ein. jeder
einzelne. jedes foto.
nicht jedes gespräch, aber
all die herzlichkeiten und
das vertrauen und der spass
und die intensität und …
… AAAAAAAAAHHHHHH,
WAKE UP!!!
you´re not done, yet!!!
werd nicht weich, du
warmduscher. boing! bumm!
box! arschtritt! … ok ok,
bin wieder wach! ins taxi.
ab durch den keller ins
paradies. vorort: kleiner
mensch, große neugier.
kinder sind liebe, inspiration
und genuss. zurück durch
den keller im gänsemarsch … abends champagner
und käse. bam oida!!
58
Marina Galic
59
Jens Harzer
60
Max Simonischek
61
Oda Thormeyer
06.02.2009
vormittags nach münchen. der rest ist privat.
pech für euch, schön für mich!
62
Julia Jentsch
63
Thomas Thieme
64
Bruno Cathomas
07.02.2009
der erste tag ohne thalia. hirn minimal fit. körper gar nicht … wie können diese schauspieler am
thalia auf der bühne 360 tage im jahr spielen? ok, nicht jeder jeden tag, aber trotzdem?!! wahnsinn!
respekt! und ich hab sie die letzten drei wochen fast alle getroffen, gesprochen und fotografiert.
ohne worte! … doch, warte … mir fällt beckenbauer und sein zitat zu seiner täglichen hubschraubertour mit dem mehrzweckhubschrauber NH90 der bundeswehr während der WM 2006 ein:
„… das muss jeder bundesbürger mal gemacht haben …“ yep, franzl, recht haste!
65
André Szymanski
66
Premieren Thalia Theater
2009 & 2010
2beornot2be
Stadt auf die Bühne!
Idee und Konzept Luk Perceval
3. September
Uraufführung
Die Kennedytrilogie
Regie Luk Perceval
Premiere 4. September
In Kooperation mit der Hochschule für Musik und Darstellende
Kunst, Ausbildungsbereich Regie
und Schauspiel, Frankfurt am Main
Deutsche Erstaufführung
Nach der Probe
Von Ingmar Bergman
Regie Luk Perceval
Premiere im September
In Zusammenarbeit mit dem
schauspielhannover
Othello
Von William Shakespeare
Regie Luk Perceval
Premiere 13. September
Eine Übernahme von
den Münchner Kammerspielen
Peer Gynt
Von Henrik Ibsen
Regie Jan Bosse
Premiere 16. September
In Zusammenarbeit mit dem
Maxim Gorki Theater Berlin
Uraufführung
Die Kontrakte des Kaufmanns
Eine Wirtschaftskomödie
Von Elfriede Jelinek
Regie Nicolas Stemann
Premiere 2. Oktober
In Zusammenarbeit mit dem
Schauspiel Köln
Richard II.
Solo eines Königs
Von William Shakespeare
Regie Cornelia Rainer
Musik Wolfgang Mitterer
Premiere im November
Eine Koproduktion mit den
Schlossfestspielen Ludwigsburg
Nathan der Weise
Von Gotthold Ephraim Lessing
Regie Nicolas Stemann
Premiere 3. Oktober
In Zusammenarbeit mit dem
Schauspiel Köln
Ödipus, Tyrann
Von Sophokles
Nach Hölderlin von Heiner Müller
Regie Dimiter Gotscheff
Premiere im Dezember
Uraufführung
Abraumhalde Nathan
Von Elfriede Jelinek und
Gotthold Ephraim Lessing
Regie Nicolas Stemann
Premiere 4. Oktober
Uraufführung
Die Marx-Saga
Nach dem Roman von
Juan Goytisolo
Regie Christiane Pohle
Premiere im Oktober
Die Präsidentinnen
Von Werner Schwab
Regie Jan Bosse
Premiere im Dezember
Übernahme vom
Maxim Gorki Theater Berlin
Woyzeck
Nach Georg Büchner
Von Tom Waits, Kathleen Brennan
und Robert Wilson
Regie Jette Steckel
Premiere im Januar
Uraufführung
Andersen
Trip zwischen Welten
Regie Stefan Pucher
Musik Carsten „Erobique“ Meyer
Premiere im März
Kinder der Sonne
Von Maxim Gorki
Regie Luk Perceval
Premiere im März
Große Freiheit Nr. 7
Nach dem Film von
Helmut Käutner
Regie Cornelia Rainer
Premiere im April
… und eine weitere Inszenierung
von Dimiter Gotscheff
Premiere im Mai
68
Premieren Thalia Gauß
Uraufführung
Judasevangelium
oder Verrat ist deine Passion
Von Kornél Mundruczó
und Yvette Bíró
Regie Kornél Mundruczó
Premiere 5. September
Uraufführung
Die Welt ist groß und Rettung
lauert überall
Nach dem Roman von
Ilija Trojanow
Regie Jette Steckel
Premiere 10. September
In Zusammenarbeit mit den
Salzburger Festspielen
Jackie O.
Von Elfriede Jelinek
Premiere im September
Amerika
Von Franz Kafka
Regie Bastian Kraft
Premiere im September
Uraufführung
In einem Land vor unserer Zeit
Deutschland 1989. Eine Recherche
Regie Marlon Metzen
Premiere im Oktober
In Zusammenarbeit mit der
Theaterakademie Hamburg
Ernst ist das Leben (Bunbury)
Von Oscar Wilde
Deutsch von Elfriede Jelinek
Musik von Rocko Schamoni u.a.
Regie Anna Bergmann
Premiere im November
Invasion!
Von Jonas Hassen Khemiri
Regie Antú Romero Nunes
Premiere im Dezember
Uraufführung
Das Leben.
Gebrauchsanweisung
Nach Romanen von
Georges Perec
Regie Christiane Pohle
Premiere im Februar
In Planung
Zwei arme, polnisch sprechende
Rumänen
Von Dorota Masłowska
In Planung
Flüchtlinge
Von Alfian Bin Sa‘at
69
Wiederaufnahmen
Die Räuber
Nach Friedrich Schiller
Regie Nicolas Stemann
Koproduktion mit den
Salzburger Festspielen
Thalia Vista Social Club
Ein Abend von Erik Gedeon
Harold und Maude
Von Collin Higgins
Regie Lilja Rupprecht
My darkest Star
A Trip along Depeche Mode
Momo
Ein Familien- und Kinderstück
von Michael Ende
Regie Henning Bock
70
2beornot2be
Stadt auf die Bühne!
Sie, das Publikum des Thalia Theaters, eröffnen die neue Spielzeit. Die Bühne wird freigegeben für die Einwohner der Stadt Hamburg. Sieben Stunden lang singen, tanzen, malen, spielen und stellen Sie mit dem wohl berühmtesten Monolog der westlichen Theatergeschichte, „To be or not to
be“, Fragen nach dem Sinn von Leben und Theater. Der Vielfalt der Formen
sind keine Grenzen gesetzt – alles ist erlaubt. Und das in der Sprache, die
er oder sie am besten beherrscht.
Idee und Konzept Luk Perceval
Thalia 3. September
Ser ou não ser… Eis a questão. / Que é mais nobre para a alma: / suportar os
dardos e arremessos do fado sempre adverso, / ou armar-se contra um mar de
desventuras / e dar-lhes fim tentando resistir-lhes?
To be or not to
be that is
the question:
Whether ’tis
nobler in the mind
to suffer
The slings and
arrows of
outrageous fortune,
Or to take arms
against
a sea of troubles,
And by opposing,
end them.
In William Shakespeares „Hamlet“ fragt der zweifelnde Held mit den Worten „Sein oder Nichtsein“, was besser ist – zu leben oder zu sterben. Was
für einen Sinn hat es, in einer Welt zu leben, in der so vieles falsch läuft?
Sein oder nicht sein, das ist die Frage / – ob’s im Geiste edler ist zu erdulden, / die Geschosse und Pfeile des wütenden Geschicks, / oder die Waffen
gegen ein Meer von Plagen zu erheben / und sie durch Widerstand zu enden.
Sie sind aufgerufen, auf ihre Weise mit Shakespeares Text das Leben in
Frage zu stellen. Drei Minuten haben Sie Zeit, dies vor Publikum auf der
großen Bühne des Thalia Theaters zu tun. Bis der Gong ertönt … Wo sonst
die Schauspieler stehen, stehen an diesem Abend Sie. Eine andere Rolle,
eine andere Erfahrung, eine andere Perspektive.
Var olmak mı, yok olmak mı, bütün sorun bu! / Düșüncemizin katlanması mı
güzel, / Zalim kaderin yumruklarına, oklarına, / Yoksa diretip bela denizlerine
kașı / Dur, yeter! demesi mi?
Anmeldung und weitere Informationen unter www.thalia-theater.de
72
Die Kennedytrilogie
Regie Luk Perceval
Premiere Thalia 4. September
Uraufführung
Amerika hat einen neuen Präsidenten. Er heißt Barack Obama und ist ein
Mann, den noch vor sehr kurzer Zeit niemand auf dem Zettel hatte. Obama kam aus dem Nichts und führte, bevor er den republikanischen Kandidaten klar besiegte, einen harten innerparteilichen Ausscheidungskampf.
Durchgesetzt hat er sich gegen das Mitglied einer politisch einflussreichen
Familie, die bereits einen ehemaligen Präsidenten in ihren Reihen führte.
Das ist überraschend, denn das höchste politische Amt des Landes wurde
in den vergangenen Jahrzehnten mit beunruhigender Regelmäßigkeit an
Angehörige mächtiger amerikanischer Familienclans vergeben. In Gang gesetzt wurde dieser zweifelhafte Mechanismus durch eine Dynastie, deren
Name bis zum heutigen Tag den globalen Blutdruck zu erhöhen vermag:
die Kennedys.
Keine präsidiale Lebens- und Wirkungsgeschichte hat sich so stark
im kollektiven Gedächtnis der Öffentlichkeit versenkt, wie jene von John
Fitzgerald und Jackie Kennedy, den Symbolfiguren eines vollständig neuen
Erscheinungsbildes politischer Machtausübung. Dass es sich so verhält, ist
alles andere als historischer Zufall. Die Kennedys waren die ersten Großmeister massenmedialer Inszenierung, niemals zuvor wurden Imagebildung und
Machtanspruch mit solchem Geschick zu einer Einheit verschmolzen wie in
den Jahren 1960-63. Doch was steckt hinter dieser perfekten Manipulationsmaschinerie? Gute Berater? Einzigartiges Talent? Der geeignete historische
Moment? Dreimal ja. Allein: die genaue Ursachenforschung gelangt zu einem anderen Ergebnis. Nicht John F. Kennedy war die Triebfeder des glamourösen Gesamtauftritts, sondern dessen Vater Joe Patrick.
Die Kennedys (irisch: „Schwarzköpfe“) waren Mitte des 19. Jahrhunderts nach Amerika ausgewandert und obwohl fremd in diesem Land, gelang ihnen binnen kurzer Zeit der gesellschaftliche Aufstieg. Anfang des 20.
Jahrhunderts setzte John F. Kennedys Vater zu einem beispiellos mafiösen
Gesamtangriff auf alle Bereiche gesellschaftlichen Lebens an, kaufte und
verkaufte Banken, vertrieb Alkohol zu Zeiten der Prohibition, war Teilhaber
in der Kinoindustrie und wirkte im diplomatischen Dienst. Er benutzte und
hinterging seine Geschäftspartner und Kollegen so lange, bis er sich selbst
in die Lage versetzt hatte, einen seiner Söhne für das Präsidentenamt zu
platzieren. Zu diesem Zeitpunkt hatten Joe Patrick und seine Frau Rose ihre
insgesamt neun Kinder bereits so unnachgiebig diszipliniert, dass für alle
nichts anderes mehr in Frage kam, als die „First Family“ des Landes zu sein.
Und zu bleiben.
Die Geschichte der Kennedys umfasst also weit mehr als die tragisch-heroischen Präsidentschaftsjahre von John F. und Jackie. Es ist eine
Erzählung, die Ende des neunzehnten Jahrhunderts ansetzt und bis zum
heutigen Tage fortgeschrieben wird. Ein Mehrgenerationendrama antiken
Ausmaßes, gleichermaßen geprägt von glänzenden Erfolgsstories und abgrundtiefen Katastrophen, von Glück und grenzenloser Macht, von Flugzeugabstürzen, Krankheiten, Attentaten und Affären. Luk Perceval richtet
seinen Blick auf eine zum Mythos gewordene Familiengeschichte des 20.
Jahrhunderts mit einem Projekt, das seine Sprache einzig und allein aus
der komplexen Sammlung von Zeitzeugenberichten bezieht. Wie Teilnehmer an einem Mikadospiel ziehen die Schauspieler ihre Erzählungen aus
einem der unübersichtlichsten Würfe aller Zeiten: vorsichtig, strategisch,
gemein, vorausschauend. Und wie jeder weiß, gibt es beim Mikado immer
irgendwann diesen Moment, wo einer der Spieler alles zum Einsturz bringt.
Und verliert.
„Die Kennedytrilogie“ ist ein Projekt, entwickelt von Luk Perceval in Zusammenarbeit mit dem Ausbildungsbereich Regie und Schauspiel der Hochschule
für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt am Main.
74
Judasevangelium
oder Verrat ist deine Passion
Regie Kornél Mundruczó
Premiere Thalia Gauß
5. September
Uraufführung
„Du wirst sie alle übertreffen. Denn du wirst den Menschen opfern, der mich
kleidet.“
Das Leben einer kleinen Theatertruppe wird durcheinander gebracht: Das
Aufsichnehmen einer künstlerischen Wahrheit hat die Gemeinschaft einmal
zusammengehalten. Der gemeinsame Glaube war für sie selbstverständlich. Doch ein scheinbar zufälliger Mord löst ein Trauma aus, das schließlich
zur Explosion im Leben der Gruppe führt und die Suche nach einem eigenen
Weg begründet.
Mundruczó lässt am Modell des Judasevangeliums einen Theaterabend entstehen, der von der Sehnsucht des einzelnen nach Freiheit erzählt. Die erst kürzlich wiederentdeckte apokryphe Schrift beschreibt, dass
Jesus selbst Judas um den Verrat gebeten habe. Der Verrat durch den treuesten Jünger wird hier zum einzig möglichen Weg der Erlösung, wobei die
Liebe Judas’ zu seinem Meister den Glauben gleichermaßen provoziert wie
ermöglicht. Mundruczós Interpretation des Stoffes gilt vor allem der Beziehung zwischen dem Verräter und seinem Meister. Folgende Fragen scheinen dabei unumgänglich: Wer ist der Verräter? Wer braucht einen Verräter?
Wer nimmt die Rolle des Verräters auf sich? Und warum?
Die Arbeiten des ungarischen Film- und Theaterregisseurs Kornél
Mundruczó zeichnen sich vor allem durch ihr virtuoses Spiel mit wechselnden Realitätsebenen und Zuschauerperspektiven aus. Seine Suche gilt dabei dem möglichst unsentimentalen,
authentischen Moment, in dem die
Grenze zwischen Spiel und Wirklichkeit
verwischt und das Spiel Realität wird.
Für seinen Film „Delta“ gewann er in
Cannes 2008 den Preis der internationalen Filmkritik, mit seinem „Frankenstein-Projekt“ ist er derzeit zu zahlreichen nationalen und internationalen
Theaterfestivals eingeladen. Jetzt wird
er zum ersten Mal im deutschsprachigen Raum inszenieren und mit „Judasevangelium“ das Thalia in der Gaußstraße eröffnen.
76
Die Welt ist groß und Rettung
lauert überall
Nach dem Roman von
Ilija Trojanow
Regie Jette Steckel
Premiere Thalia Gauß
10. September
Uraufführung
„Erkläre mir doch bitte, wo beim Würfeln der Zufall liegt. Hast du nicht alles
in der eigenen Hand? Hängt es nicht von dir ab, mit welcher Kraft du wirfst,
in welchem Winkel zum Brett du losläßt, welche Zahlen am Anfang oben
stehen?“
Bai Dan
Apathisch liegt Alex in seiner Wohnung, der Anrufbeantworter speichert
Nachrichten. Nichts geht mehr. Die hoffnungsvolle Flucht der Familie aus
einem diktatorischen Heimatland irgendwo am Rande Europas, hier, in der
totalen Vereinzelung, in der Tristesse des Goldenen Westens, scheint sie zu
enden. Da taucht Bai Dan auf, Bote aus der verlorenen Kindheit, neunundneunzigjähriger Magier des Würfelspiels, Lebenskünstler und Märchenerzähler. Mit einem Backgammon-Brett unterm Arm verführt er den frühvergreisten jungen Mann zu einer inneren und äußeren Reise in die Welt des
Spiels und der Phantasie. Gemeinsam brechen sie auf, und Alex taucht ein
in eine flirrende Realität, in der der Mensch sich immer wieder neu erfinden
kann, denn „die Welt ist groß und Rettung lauert überall.“
Ilija Trojanow, 1965 in Sofia geboren, in Kenia und Deutschland aufgewachsen, ist als reisend Schreibender lebenslang unterwegs. Wie kaum
ein anderer deutschsprachiger Autor hat er sich nicht nur mit seinem Erfolgsroman „Der Weltensammler“ in der Debatte um kulturelle Identitäten
als Kosmopolit positioniert. In seinem 1996 erschienenen Debütroman „Die Welt ist groß und Rettung
lauert überall“ ist es der „Homo ludens“, der das Spielerische als anarchisches Prinzip begreift, um jenseits aller Systeme Begrenzungen
zu überwinden und sich durch den
Aufbruch ins Unbekannte selbst zu
befreien.
„Die Welt ist groß und Rettung lauert überall“ ist eine Zusammenarbeit
mit den Salzburger Festspielen.
78
Othello
79
Jackie O.
Von William Shakespeare
Von Elfriede Jelinek
Regie Luk Perceval
Premiere Thalia 13. September
Premiere Thalia Gauß Garage
im September
Desdemona verliert ihre Unschuld. Nicht jedoch durch ihre Taten, sondern
durch Täuschung. Iago, die böseste Figur, die Shakespeare je geschaffen hat,
täuscht den gutgläubigen Othello, getrieben von Eifersucht und Hass, indem
er ihm den Gedanken einer angeblichen Schuld Desdemonas in den Kopf
setzt. Nun ist Othellos Wahrnehmung der Welt um ihn herum getäuscht. Im
Intriganten Iago sieht er seinen loyalen Freund, in seinem treuen Leutnant
Cassio den Geliebten seiner Frau und in der ihn aufopfernd liebenden Desdemona eine ihn täuschende Hure. Je mehr Desdemona in Othellos Wahrnehmung die Unschuld verliert, um so mehr macht er sich selbst in seinem Wahn
schuldig, indem er sie anklagt, beleidigt und schließlich unter seinem mächtigen Körper begräbt.
Die Neuübersetzung und Bearbeitung durch Zaimoglu und Senkel findet eine eigene Sprache, um den Hass, den Rassismus und die Liebe, die sich
in Shakespeares Text verbergen, spürbar zu machen. Auf dem Flügel begleitet vom Jazz-Pianisten Jens Thomas, wird die Geschichte vom Untergang einer Liebe auf schmerzhafte Weise erfahrbar. Die Inszenierung von Luk Perceval, die 2003 an den Münchner Kammerspielen Premiere hatte und seitdem
auf vielen internationalen Festivals zu sehen war, gehört ab der Spielzeit
2009/2010 zum festen Repertoire des Thalia Theaters.
Sie war eine der schönsten und reichsten Frauen des 20. Jahrhunderts, Idol,
Superstar, Leit- und Neidbild für Millionen Frauen: Jacqueline Bouvier (1929
– 1994), jüngste First-Lady der Vereinigten Staaten von Amerika und Mutter
der Nation. Ein Leben voller Glanz und Glamour und – wie Elfriede Jelinek
in ihrem Monolog zeigt – immer zugleich in Konkurrenz zu einem anderen
Superstar des 20. Jahrhunderts: zu Marilyn Monroe. Am Grab ihres ermordeten Mannes John F. Kennedy wurde sie schließlich vollends zur Ikone. Um
so mehr empörte sich die Welt, als sie den griechischen Millionär Aristoteles
Onassis heiratete: der Sündenfall einer Frau, die nicht als entsagende Witwe
in die Geschichtsbücher eingehen wollte.
Bei Elfriede Jelinek, der Büchner- und Nobelpreisträgerin, wird sie zu
einer Figur ihres Zyklus‘ von „Prinzessinnendramen“ und zum Beispiel dafür,
wie Frauen an der Schere zwischen Träumen und realer Lebenswirklichkeit
zerbrechen können bzw. was sie das Überleben im Kontext von Männern,
Macht und Schönheit kostet. Ein wesentlicher Punkt ist für die modebegeisterte Elfriede Jelinek die Kleidung, die stets eine Differenz zwischen dem Ich
und der Erscheinung markiert: „Ich bin meine Kleidung, und meine Kleidung
ist ich,“ sagt sie zwar, aber eben auch: Ich bin nur „der Schaum auf den Träumen anderer, Fremder“. Eine Frau, die ganz dem Hier und Jetzt hingegeben
schien, steigt zugleich hinab in das Reich der Toten, die sie begraben musste und konfrontiert sich – allem Glamour zum Trotz – auch mit der eigenen
Hinfälligkeit.
„Othello“ in einer Bearbeitung von Feridun Zaimoglu und Günter Senkel ist
eine Übernahme von den Münchner Kammerspielen.
80
Nach der Probe
Von Ingmar Bergman
Regie Luk Perceval
Premiere Thalia im September
Deutsche Erstaufführung
Ingmar Bergman kam zur Kunst, weil er vor dem Leben floh. Der Sohn eines
lutherischen Pfarrers aus Uppsala entzog sich der strengen Erziehung seines Elternhauses, brach den Kontakt zum Vater ab und begann ein Studium
der Literatur- und Kunstgeschichte. „Wer in einem Pfarrhaus aufgewachsen
ist“, sagte er einmal, „beginnt früh, sich einen Blick hinter die Fassade von
Leben und Tod zu verschaffen.“ Es war seine Kindheit samt seiner Nachtgespenster, an der er sich in seinem Werk abarbeitete. An zerrütteten Beziehungen und unmöglicher Liebe. Mit seinem psychologischen Realismus
und akribischen Beschreibungen menschlicher Beziehungen, die geprägt
sind von Schuld und Scham, schuf Ingmar Bergman Zeugnisse der menschlichen Seele. Er gilt als einer der einflussreichsten Künstler des 20. Jahrhunderts. Er war Filmregisseur, Theaterintendant und ein international gefragter Theaterregisseur. 2007 starb Bergman mit 89 Jahren auf der Ostseeinsel
Fårö.
Mit seinem Kammerspiel „Nach der Probe“, das er 1983 auch verfilmt
hat, schafft er ein berührendes Werk über das Altern eines Künstlers, den
Tod und die Liebe und wirft gleichzeitig einen Blick hinter die Kulissen des
Theaters. Nach einer Theaterprobe bleibt der Regisseur Henrik Vogler, der
die Mitte seines Lebens längst hinter sich gelassen hat, auf
der Bühne zurück, um nachzudenken. Er wird von der jungen Schauspielerin Anna gestört, die ihn zu einem Streitgespräch provoziert, in dem sie den Hass auf ihre Mutter
offenbart, die ebenfalls Schauspielerin und einst die Geliebte Voglers war. Plötzlich taucht ein Gespenst aus der
Vergangenheit auf, die alkoholabhängige Schauspielerin
Rakel, mit der Vogler früher eine Liebesbeziehung verband
und die sich nun noch einmal um ihn bemüht. Diese Begegnung scheint ein Tagtraum zu sein und wirkt doch gleichzeitig völlig real. Die Gespräche mit den beiden Frauen drehen sich vordergründig um Liebe, Freundschaft und das
Theater und sind doch zugleich eine Abrechnung mit dem
Gegenüber.
„Nach der Probe“ ist eine Zusammenarbeit mit dem
schauspielhannover und dem Staatsschauspiel Dresden.
82
Amerika
83
Peer Gynt
Nach dem Roman von
Franz Kafka
Von Henrik Ibsen
Regie Bastian Kraft
Premiere Thalia Gauß Garage
im September
„Als der sechzehnjährige Karl Roßmann, der von seinen armen Eltern nach
Amerika geschickt worden war, weil ihn ein Dienstmädchen verführt und ein
Kind von ihm bekommen hatte, in dem schon langsam gewordenen Schiff
in den Hafen von New York einfuhr, erblickte er die schon längst beobachtete Statue der Freiheitsgöttin wie in einem plötzlich stärker gewordenen
Sonnenlicht.“ Franz Kafka
Kafkas Amerika ist kein konkretes Land, sondern ein vielfach überlagertes Bild
aus Mythen, Projektionen, Fakten und Fantasien. Die Reise des Auswanderers
Karl Roßmann findet im Kopf statt, von der Einfahrt in den Hafen New Yorks bis
zur finalen Zugfahrt zum großen Naturtheater von Oklahoma ist es die Odyssee eines Anschlusssuchenden, der bis zuletzt nicht an der eigenen Isolation
verzweifelt und vielleicht sogar am Ende im Theater Oklahomas jenes Zuhause
findet, das er fortwährend suchte.
Kafkas epochales Werk schildert zu Beginn des 20. Jahrhunderts hellsichtig die Figur des „Vertriebenen“ – vertrieben durch die Eltern, vertrieben aus
Europa. Die Geschichte eines Heimatlosen, dem Amerika nicht, wie Hunderttausenden von freiwilligen Auswanderern zum Ort der Verheißung wird, sondern zum Land des sozialen Abstiegs – ein Antibild zu Familien wie den irischen
Kennedys oder deutschen Kaufmannsfamilien, die sich dort eine neue Existenz
aufbauten. Kafka ermöglicht durch die Schilderung der Welt der Moderne, ihrer
gigantischen Verkehrsströme, ihrer hektischen Arbeitswelt unser erinnerndes
Erstaunen darüber, dass all das, was wir als normal empfinden, erst seit kurzem
so ist. Kafkas Roman als Phantasma und Erlebnis eines einzigen Schauspielers.
Regie Jan Bosse
Premiere Thalia 16. September
Wie beginnen moderne Odysseen? Ungefähr so: Was ist die Welt? Wer bist
du? König, Kaiser, Weltbeherrscher? Nichts ist klar. Alles, was du sagen
kannst ist, dass du Peer Gynt heißt. Aber wenn du zu wissen glaubst, wer du
bist, warum lügst du dann? Peer Gynt lügt. Immer. Immer wieder. Er durchschreitet Grenzen, Meere, Länder, Wüsten auf der Suche nach sich selbst. Er
überschreitet Grenzen von Wahrheit und Lüge, von Traum und Wirklichkeit.
Er kann und darf nicht verweilen. Aber je weiter er geht, desto dringlicher
stellt sich die Frage, ob er überhaupt von der Stelle kommt. Er kann erträumen, erfinden, ausmalen, aber er besitzt weder Wahrhaftigkeit noch Treue.
Er ist nie er selbst. Er spielt den Mann von Welt, aber ein freier, weltoffener
Geist ist er nicht. Er reist durch die Weltgeschichte und landet zufällig in
Ägypten. Vor der Sphinx stehend, hallt eben jene Frage zurück: Wer bist du?
Ihm bleibt nur sein Name.
Peer Gynt ist Epigone, Nachahmer, Plagiator. Er ist einer, der nie genug bekommen kann, der Spaß haben will um jeden Preis. Er sucht Ablenkung. Zerstreuung. Phantasie. Neue Moden, neue Speisen, neue Lieben,
neue Landschaften. Er braucht sie wie die Luft zum Atmen. Für seinen Vorteil geht er über Leichen. Seine Beziehung zur Wirklichkeit ist zu Anfang
eine völlig naive und später als reifer Mann eine selbstsüchtige, doch erlebt
er sie immer als Widerstand und Enttäuschung. Er lebt im Hier und Jetzt.
Immer, wenn er Verantwortung übernehmen soll, zieht er weiter und sucht
das Neue und Unbekannte. Er wird älter, aber nicht klüger. Peer Gynt ist ein
Glücksritter, der am Ende erkennen muss, dass es kein Spiel ist, sich zu erinnern, wer man ist und wer man sein soll. Es ist wohl ein Missverständnis,
zu glauben, dass Selbsterkenntnis und Selbstverwirklichung immer etwas
Erfreuliches sein müssen.
„Peer Gynt“ ist eine Zusammenarbeit mit dem Maxim Gorki Theater Berlin.
84
Die Kontrakte des Kaufmanns
Eine Wirtschaftskomödie
Von Elfriede Jelinek
Regie Nicolas Stemann
Premiere Thalia 2. Oktober
Uraufführung
85
Nathan der Weise
Von Gotthold Ephraim Lessing
Regie Nicolas Stemann
Premiere Thalia 3. Oktober
„Nun wessen Treu und Glauben zieht man denn / am wenigsten in Zweifel?
Doch der Seinen? ( …) Doch deren, die uns nie getäuscht, als wo / getäuscht
zu werden uns heilsamer war?“ Gotthold Ephraim Lessing
Ausgehend von österreichischen Wirtschaftsskandalen der vergangenen
Jahre führt Elfriede Jelinek die Spekulationswut der Banker und Manager
vor. Die Wirklichkeit ist Startrampe zum Assoziationenspiel der maßlosen
Übertreibung und komödiantischen Verzerrung. Jelinek zeigt Getriebene.
Rauschhaft ist die Gier der Kleinanleger nach unablässig wachsender Rendite. Unschuldig ist hier niemand. Gerade dass immer der andere der Verantwortliche gewesen sein soll, verrät die eigene Verstrickung. Aber die Blase ist
geplatzt. Die Stunde hat geschlagen und die Geschichtsschreibung, d.h. bei
Jelinek der Sprachnotstand, setzt ein. Denn sie haben nur ihre Sprache, um
die eigene Haut zu retten. Und der Glaube an den einen Gott, die Freiheit –
den freien Markt? – ist erschüttert. Ein Kampf um die Deutungshoheit über
die Frage, wer Opfer ist, wer Täter, beginnt, die Verteilung und Verteidigung
des ideologischen Tafelsilbers ist damit verbunden. Jeder ist auf sich selbst
zurückgeworfen, aber „bei sich selbst ist niemand mehr zu Hause“. Das nackte Nichts ist an die Stelle getreten, die Verzweiflung, die Gewalt, der Tod.
Es brennt. Schon einmal hatte es gebrannt. Nathans Frau und die gemeinsamen Söhne sterben in den Flammen. Nur Nathan überlebt. Er scheint verdammt, weiterzuleben, auch wenn das „nackte Nichts“ an die Stelle tritt, wo
ehemals sich Sinn ereignete. Aber Lessing lässt Nathan sich das Leben zurückerobern – Lessing widmet diesem Kampf um Wiedererlangung der Würde, um
Wiedererlangung des Glaubens an den Menschen sein Stück.
Ziehtochter Recha ist hierzu Nathans Heilsweg. Denn das ist das Unfassbare: Nathan wird sich einer Christin annehmen, auch wenn Christen es
waren, die seine Familie, den Sinn, am Leben zu sein, auslöschten. Nathan wird
die junge Recha aufziehen, als wäre es die eigene Tochter. Durch sie wird die
Wahrscheinlichkeit Nathan erst zur Wirklichkeit Nathan. In Recha überwindet
er das, wie es scheint, Unüberwindliche: dass die Geschichte stets wiederkehrt,
dass Gleiches sich stets mit Gleichem vergilt. Nathan setzt eine Metaphysik der
aufgeklärten Selbstüberwindung gegen die nackte Physik der Selbstbehauptung und das in Zeiten, da Kreuzzüge Häuser wieder abbrennen. Da ein Sultan Tempelherren hinrichten lässt, und Tempelherren Waffenruhen brechen.
Nathan gibt ein Versprechen: dass der Mensch in Würde frei sein kann, frei
von jeder diesseitigen wie jenseitigen Bevormundung, befreit von jeder Abhängigkeit, frei aus sich selbst heraus. Dass der eine und der ganz andere sie
selbst, und sie beide darin grundverschieden sein können und doch eines beide zusammenhält: ein Mensch zu sein. Es ist ein Versprechen. Und ist auch ein
unmissverständlicher Anspruch: die Erziehung eines Menschengeschlechtes.
„Die Kontrakte des Kaufmanns“ ist eine Zusammenarbeit mit dem Schauspiel Köln.
„Nathan der Weise“ ist eine Zusammenarbeit mit dem Schauspiel Köln.
„Sie werden nie gewinnen, Sie werden nichts gewinnen außer Ihrer Freiheit,
nichts zu gewinnen, aber die werden Sie gewinnen!“
Elfriede Jelinek
86
Abraumhalde Nathan
Von Elfriede Jelinek
und Gotthold Ephraim Lessing
Regie Nicolas Stemann
Premiere Thalia 4. Oktober
Kontrakte des Kaufmanns (1.Teil)
Eine Wirtschaftskomödie von Elfriede Jelinek
Uraufführung
Nathan der Weise (2.Teil)
Von Gotthold Ephraim Lessing
Abraumhalde (3.Teil)
Von Elfriede Jelinek
Uraufführung
„Das Haus, das brannte. Wir bauen uns ein neues. Aber wir können es nicht.
Wir haben keinen Platz. Wir haben kein Bargeld. Wir haben auch keinen Baugrund. Wo den Baugrund suchen? Vielleicht ist ja im Garten noch Platz für
einen Keller …“
Elfriede Jelinek (Abraumhalde)
„Abraumhalde Nathan“ ist ein Wagnis besonderer Art: Elfriede Jelineks neues
Stück „Die Kontrakte des Kaufmanns“ und Lessings Ideendrama „Nathan der
Weise“ – jeweils eigendynamische Produktionen, die als selbstständige Abende zu sehen sind – werden miteinander kombiniert und zu einer langen Theater-Nacht verknüpft. Was erwächst daraus, wenn auf die Jelineksche WeltEntzauberung Lessings Moral-Fantasie eine Antwort zu finden versucht? Die
Konflikte, zu deren Überwindung sich Lessing eine Lösung erträumt, haben ja
nicht nur religiöse, sondern auch wirtschaftliche Ursachen …
Ein Missing Link zu diesem Doppelprojekt hat Elfriede Jelinek mit ihrer
„Nathan“-Überschreibung „Abraumhalde“ geliefert, die sie speziell für diesen Anlass geschrieben hat. Wo bei „Nathan“ am Ende jeder Stein wieder
auf dem anderen steht, da fackelt „Abraumhalde“ das Haus wieder an: Hat
Nathan sich tatsächlich zurück ins Leben gekämpft oder ist alles nur eine
Allmachtsfantasie, die dem Kopf einer unterdrückten Existenz entspringt?
Ist der Mensch überhaupt imstande, nach moralischen Prinzipien zu leben.
Und: Wie teuer ist Moral? Vor allem: Was passiert, wenn wir sie uns nicht
mehr leisten können? Können wir uns das wirklich leisten? Ein moralischer
Kassensturz …
88
In einem Land vor unserer Zeit
Deutschland 1989.
Eine Recherche
Regie Marlon Metzen
Premiere Thalia Gauß im
Oktober
89
Die Marx-Saga
Nach dem Roman von
Juan Goytisolo
Regie Christiane Pohle
Premiere Thalia im Oktober
Uraufführung
Uraufführung
Feiern findet man eigentlich gut. Aber wenn man selbst zu spät geboren ist,
um sich an irgendetwas zu erinnern, was eine Feier wert wäre, was macht
man dann? Einfach planlos mitfeiern und alles mitnehmen, was zu einer guten Party dazu gehört? Vor 20 Jahren, als die Mauer fiel, waren die Diplomstudenten der Theaterakademie gerade drei oder vier Jahre alt. So what, let’s
party – die anderen werden schon wissen warum! Aber das wäre doch irgendwie blöd, oder? Also was tun? Man setzt sich einfach selbst in Beziehung zu
jener Zeit. Macht sich auf die Suche nach dem Unbekannten. Ganz persönlich.
Und fragt bei denen nach, die dabei waren. Folgert vom Kleinen ins Große.
Sichtet Literatur, Filme, Dokumentationen, YouTube. Konfrontiert sich so mit
Geschichten über eine Epoche, die durch ihre Zweistaatlichkeit geprägt war.
Und fragt sich dabei, was das mit einem zu tun hat: Was genau ist eigentlich
Demokratie? Was Diktatur? Richtet Ost- und Westblicke auf die Zukunft. Auf
die Welt heute. Stößt auf andere – für einen persönlich viel wichtigere – Ereignisse. Aus diesem authentischen Blick heraus wird ein projekthafter Theaterabend, der immer auf der Grenze zwischen Spiel und Nicht-Spiel balanciert.
Die Grenzen verwischen, öffnen sich: im Spiel, wie auch in der Realität. Erinnerung und vermittelte Erinnerung ist ein Land fern wie Kuba und fremd wie
China.
Nein! Diese „Marx-Saga“ ist keine „Kommunismus-is-back“-Performance im
Dialogmantel. Auch handelt es sich nicht um den mit einer Liebesgeschichte angereicherten Dramatisierungsversuch der ersten fünf Kapitel des
„Kapitals“. Diese „Marx-Saga“ gibt es überhaupt nicht. Sie existiert einzig
und allein im Gehirn eines Verlagslektors, der sich von der Publikation des
ultimativ besten Karl-Marx-Romans aller Zeiten (Arbeitstitel: „Die Marx-Saga”!) einen umwerfenden Verkaufserfolg verspricht. Allein: Der beauftragte
Schreiber fühlt sich überfordert. Kein Wunder, möchte man meinen, denn
die Aufgabe scheint doch einigermaßen anspruchsvoll. Wie bloß soll es gelingen, allen ohnehin bekannten Tatsachen auch nur eine einzige Neuigkeit
hinzuzufügen? In so einem hoffnungslosen Fall gibt es nur noch einen Ausweg: Das Gespräch mit dem Original suchen, bisher nie Vernommenes auf
das Aufnahmegerät bannen und brandaktuell verarbeiten. Der zukünftige
Bestsellerautor packt die Koffer, reist nach London und klingelt in der 28,
Dean Street an der Tür des nach England emigrierten Philosophen. Bleibt
nur noch eine minimale Ungereimtheit aus dem Weg zu räumen: Der Auftrag, die „Marx-Saga“ zu schreiben, erreicht den nach London Gereisten im
Jahre 1993, also exakt einhundert Jahre nach Beendigung der offiziellen
Trauerfeier zu Ehren des soeben im Kreise seiner Familie verstorbenen Karl
Marx. Und nun?
Diese Frage beantwortet der spanische Schriftsteller Juan Goytisolo, oder besser gesagt: Er erfindet sie. Goytisolo – der heute in Marrakesch
„In einem Land vor unserer Zeit“ ist ein Projekt, entwickelt von Marlon Metzen
in Zusammenarbeit mit der Theaterakademie Hamburg.
lebende, einst von der spanischen Regierung ins Exil vertriebene literarische Chronist der Franco-Verbrechen, Romanautor und politischer Essayist
– verblüffte seine Leserschaft 1993
mit der Veröffentlichung eines eigenartigen Experimentes: Karl Marx
sitzt mit seiner Frau und seinen Kindern vor dem Fernseher, verfolgt
live die Ankunft eines albanischen
Flüchtlingschiffes an einer westeuropäischen Urlaubsküste und erlebt
so den Kollaps des realexistierenden
Sozialismus. Völlig entkräftete Menschen fallen von den Gangways auf
den weißen Sand. Für ihre letzte
Hoffung haben sie alles zurückgelassen. Und diese letzte Hoffnung
heißt: Amerika. Oder anders gesagt:
Marktwirtschaft. Was geht in Karl
Marx angesichts solcher Bilder vor?
Wie kann er eine Gegenwart ertragen, die die Ablehnung seiner Theorien so praktisch vor Augen führt?
Goytisolo hält in seinem Text überraschende Antworten parat. Und wählt
eine Erzählweise, die zwei Jahrhunderte Zeitgeschichte zu einer einzigen (zugegeben!) instabilen Gegenwart verschmilzt.
91
Richard II.
Solo eines Königs
Von William Shakespeare
Regie Cornelia Rainer
Musik Wolfgang Mitterer
Premiere Thalia im November
In Shakespeares Königsdramenzyklus versinkt die Welt in Mord und Blutrunst.
Am Anfang dieser Höllenfahrt aber steht „Richard II.“, eine künstlerische Persönlichkeit, die vor allem durch ihr Desinteresse für das Wirkliche schuldig
wird. Durch fahrlässiges Nicht-Wahr-Haben-Wollen der Realität. Realitätsausblendung als selbstbezüglicher Wahn. Shakespeares „Richard II.“ beim Wort
genommen – „So spiel’ ich viel Personen ganz allein“ – wird zum Solo eines
Königs und also auch zum Solo eines Schauspielers.
„Shakespeare konzipierte Richard II. als ein großes metaphysisches
Gedicht. Richard II. ist ein schlechter Herrscher und ein interessanter metaphysischer Dichter. Seine zwei Rollen sind miteinander unverträglich: Sein
Königtum nimmt in dem Maß ab, in dem seine Dichtung größer wird. Er ist
ein törichter König, ungeeignet für die Würde, die er bekleidet, und er ist
ebenso Opfer seiner eigenen Psyche wie der Machenschaften Bolingbrokes. Er gewinnt nicht eigentlich unsere Sympathie, wohl aber nötigt uns
das ästhetische Erlebnis, wie seine kognitive Musik ihrem Ende zustrebt,
Bewunderung ab. Wenn „Richard II.“ keine vollgültige Tragödie ist, so deswegen, weil das Stück Niedergang und Fall eines bemerkenswerten Dichters beschreibt, der zufällig als menschliches Wesen unzulänglich und als
König vollends hoffnungslos unfähig ist. Man sollte Richard II. nicht als einen Schurken oder Helden betrachten, sondern als Opfer, ein Opfer seiner
Schwachheit, aber auch seiner übermächtigen Fantasie.“
Harold Bloom
„Richard II.“ ist eine Koproduktion mit den Schlossfestspielen Ludwigsburg.
92
Ernst ist das Leben (Bunbury)
93
Invasion!
Von Oscar Wilde
Deutsch von Elfriede Jelinek
Musik von Rocko Schamoni u.a.
Von Jonas Hassen Khemiri
Regie Anna Bergmann
Premiere Thalia Gauß
im November
„Alle wollt ihr nichts als gescheit sein! Es ist geradezu eine Epidemie! Egal,
wo man hingeht, man trifft keinen gescheiten Menschen mehr, nur noch gescheiterte Leute, die irgendwann einmal obergescheit waren. Es wird noch
ein totales öffentliches Ärgernis, wenn das so weitergeht. Manchmal wünschte ich mir wirklich, wir hätten noch ein paar richtige Deppen übrig.“
Oscar Wilde / Elfriede Jelinek
In Elfriede Jelineks deutscher Fassung zeigen sich die Figuren Wildes noch
einmal anders: Zugespitzter, hysterisch überdrehter, überspannter in ihren
Dialogen, werden sie durch die Sprache irgendwohin getragen, ohne Sinn
und Verstand. Es ist die erfindungsreiche Zuspitzung gesellschaftlicher Konflikte wie sie nur in Komödien möglich ist. Dieses ständige „Bunburysieren“,
sich im Spielen abhanden kommen, lässt die Figuren nicht zur Ruhe kommen. In Doppelexistenzen leben sie Dinge aus, die sonst unterdrückt blieben. Namen, Identitäten, Liebe, Gefühle, Geschlechter scheinen verwechsel- und auswechselbar. Kalauernde Wortdrehereien, Pointen, die kein Ende
nehmen, Schlagfertigkeiten aller Art decken die seelischen und sexuellen
Notstände der Figuren auf. Und alles kreist um die Frage: Wer bin ich? Erkennbar bleibt nur eine echte Notwendigkeit, die alle betrifft: Ohne Geld hat
es sich schnell ausgespielt.
Regie Antú Romero Nunes
Premiere Thalia Gauß Garage
im Dezember
Abulkasem. Am Anfang steht nur ein Name. Und wie beim Spiel „Stille Post“
wandert er um die Welt, von Ohr zu Ohr, von Mund zu Mund, durch verschiedene Milieus und Lebensgeschichten. Er wird zum Sinnbild des bedrohlichen
Fremden. Er steht für Terror, Anderssein, aber auch für Liebe und Begehren.
Er verändert seine Bedeutung sooft er ausgesprochen wird, und verwandelt denjenigen, der ihn ausspricht. Experten versuchen ihn zu fassen, zu
deuten, seiner habhaft zu werden. Für die westliche Welt ist Abulkasem ein
Terrorist, für die arabische ein Verräter. Außerdem ist er Liebhaber, Schriftsteller, Emigrant, Geheimagent. Jeder glaubt ihn zu kennen, aber keiner hat
ihn je gesehen. Er ist überall und das zur gleichen Zeit. Um ihn bilden sich
Legenden und Mythen bis ihn am Ende doch jemand erblickt. Ein Junge beobachtet durch ein Fenster wie ein ungefähr fünfzig Jahre alter Mann in
einem weißen, aufgekrempelten Hemd sich die Fingerkuppen auf einer heißen Herdplatte verbrennt. Abulkasem. Oder war auch dies nur eine Sinnestäuschung, war es ein Traum?
Khemiri setzt sich in seinen Romanen und Stücken auf spielerische
und vielschichtige Weise mit dem Thema kulturelle und sprachliche Identität, dem Fremd- und Anderssein auseinander. So kam ihm die Idee zu seinem
Roman „Das Kamel ohne Höcker“ auf einer Reise nach Israel und Palästina;
darin erzählt er die Geschichte eines Jungen, der ebenso wie Khemiri Sohn
einer schwedischen Mutter und eines maghrebinischen Vaters ist. Nach dem
Tod der Mutter begibt der Junge sich auf seine eigene und ungewöhnliche
Weise auf die Suche nach Zugehörigkeit und Sicherheit. Khemiri sagt von
sich, es sei das Literatur- und Wirtschaftsstudium in Stockholm gewesen,
das ihn „schwedisiert“ habe. Aber das Gefühl der Fremdheit und die Suche
nach Identität habe er nicht vergessen.
94
Ödipus, Tyrann
Von Sophokles
Nach Hölderlin von Heiner
Müller
Regie Dimiter Gotscheff
Premiere Thalia im Dezember
Ödipus ist der Fremde. Er ist der Ausgestoßene, der als Kind in der Wildnis ausgesetzt werden sollte, aus Mitleid gerettet, über seine Herkunft getäuscht wurde und der nicht nur äußerlich durch die Verletzung am Fuß
stigmatisiert ist, sondern auch durch den Spruch des Orakels, der ihn zum
Mörder macht. Er entschließt sich, seinem Schicksal zu entfliehen. Doch jeder Schritt, von dem er glaubt, dass er ihn entfernt, bringt ihn nur näher
an die Vorsehung heran und schleudert ihn gleichermaßen aus der Welt der
Menschen. Woher soll er auch wissen, dass der unbekannte Mann, den er
am Wegesrand erschlägt, sein leiblicher Vater ist. Woher soll er ahnen, dass
die ältere Frau, die sich in ihn verliebt und die er heiratet, seine Mutter ist.
Das, was jedem Menschen versprochen ist – eine Zukunft – ist ihm versagt.
Er hat keine Zukunft, er hat ein Schicksal, denn der Lauf seines Lebens wurde lange vor seiner Geburt beschlossen.
Ödipus ist der fanatische Wahrheitssucher. Indem er eine rücksichtslose Aufdeckung der mörderischen Tat verfolgt, wird er von seinem eigenen Werk vernichtet. Er will handelnd er selbst sein und muss erfahren,
dass das unmöglich ist. Er ist Detektiv und Gesuchter, Richter und Täter in
einer Person. Als er erkennt, dass er der Mörder des König Laios von Theben ist und damit seines Vaters, muss er nicht nur die entblößenden Blicke
der anderen ertragen, sondern auch die intime Selbsterkennnis der eigenen Schuld. Als Souverän der Polis muss er erleben, dass das Gesetz, das
er verkörpert, ebenso wenig real gewesen ist, wie das Bild, das er von sich
selbst hatte. Er ist Opfer einer metaphysischen Macht des Schicksals, und
er scheut nicht davor zurück, von der Welt angeschaut zu werden. Er stellt
sich der Öffentlichkeit, setzt sich den Blicken der Bürger von Theben aus,
bevor er sich selbst in die Verbannung schickt. Als Mensch erfährt er, dass
er an sich selbst gefesselt ist und sich selbst nicht zu entkommen vermag.
Die Auflösung des Falles macht ihn sich selbst fremd und deckt gleichzeitig
die Möglichkeiten und Grenzen menschlicher Erkenntnisfähigkeit auf. Der,
der als Sehender blind war, blendet sich am Ende selbst.
Dimiter Gotscheff setzt seinen in Berlin und Griechenland begonnenen Antikenzyklus, eine Reise in die Mythen unserer Kultur, in Hamburg fort.
Die Präsidentinnen
Von Werner Schwab
Regie Jan Bosse
Premiere Thalia im Dezember
Das Leben der drei „Präsidentinnen“ ist nicht so gelaufen, wie sie es sich vorgestellt haben – gänzlich unpräsidential heißen sie Erna, Grete und Mariedl. Die
eine hat gerade einen gebrauchten Fernseher gekauft und spart, wo sie nur
kann. Der zweiten bleibt nach gescheiterter Ehe nur noch ihr Hund Lydi. Und
die fleißige Mariedl befreit die Klos von allfälligen Verstopfungen. Sie sitzen
in der Küche während der Papst gerade den urbi-et-orbi-Segen erteilt und
steigern sich in Größenwahn und Rausch. Sie sind ins Monströse vergrößerte
Kleinbürger, die sich in immer wilderen Allmachtsphantasien verlieren. „Die
Präsidentinnen“ ist das meistgespielte Stück des früh verstorbenen Werner
Schwab. In Jan Bosses Inszenierung wird Schwabs Erstlingsstück vom Schocker zum grotesk-komischen Oratorium, in dem die drei Wiener Putzfrauen
auf einem riesigen Altar des Trashs zu überlebenslustigen Deuterinnen einer
tristen Welt werden.
Seit der Premiere 2005 in Zürich sind die „Präsidentinnen“ im gesamten
deutschsprachigen Raum unterwegs. Nach Zwischenstationen in Frankfurt und
Wien übernimmt Hamburg sie jetzt vom Maxim Gorki Theater in Berlin.
96
Woyzeck
Nach Georg Büchner
Von Tom Waits, Kathleen
Brennan und Robert Wilson
Regie Jette Steckel
Premiere Thalia im Januar
„Woyzeck handelt von Wahnsinn und von Obsessionen, von Kindern und von
Mord – alles Dinge, die uns berühren. Das Stück ist wild und geil und spannend und fantasieanregend. Es bringt einen dazu, Angst um die Figuren zu
bekommen und über das eigene Leben nachzudenken. Ich schätze mal, mehr
kann man von einem Stück nicht verlangen.“
Tom Waits
„Blood Money“ heißt das nach der Aufführung entstandene Musikalbum von
Tom Waits. Und tatsächlich: In Zeiten der Krise trifft man moderne Woyzecks
an jeder Ecke. Wütend, deklassiert, gedemütigt. Bei seinem frühen Tod mit
dreiundzwanzig Jahren hinterließ Georg Büchner 1837 seinen „Woyzeck“
als Fragment, eine auf Tatsachen beruhende Geschichte über den Soldaten
Franz Woyzeck, der am Zustand der Welt und sich selbst zugrunde geht.
In einer pervertierten Welt auf nachdrückliche Art human, ist der
Mord an seiner geliebten Marie auch zwangsläufige Katastrophe eines verpfuschten Lebens. Zugleich Sozialdrama und Fiebertraum eines klaustrophobischen Hirns, ist „Woyzeck“ eines der meistgespielten deutschsprachigen Theaterstücke und als unfertiges Stückwerk offen für Aneignungen,
Seit den Siebziger Jahren befasst sich der Musiker Tom Waits mit den
Abgründen der menschlichen Seele, diagnostiziert in kleinen Songs große
Katastrophen als Abbilder einer kranken Welt. Nach „The Black Rider“ und
„Alice“ als dritte Zusammenarbeit mit Regisseur Robert Wilson entstanden,
wurde die Musiktheateradaption von „Woyzeck“ im November 2000 in Kopenhagen uraufgeführt.
97
Das Leben.
Gebrauchsanweisung
Nach Romanen von
Georges Perec
Regie Christiane Pohle
Premiere Thalia Gauß im
Februar
Uraufführung
Wir können nicht an
ders. Immer wieder schließen wir
die Augen, stellen alle
Uhren auf Null, vernachlässigen
unseren gesamten Er
fahrungsschatz und entwerfen
einen Plan für unser
Leben. Und stets aufs Neue sind
wir davon überzeugt,
endlich die Schlüssel zum Rätsel
unserer Existenz ge
funden zu haben und genießen
die wohligen Schauer
des Erkennens. Allein: Die Freude
währt meist kurz. Die
neue Lebensidee verpasst bereits
auf den ersten Metern
die vorgesehene Ausfahrt und gerät auf Nebenwege.
Eine Zeit lang noch glauben wir an Rückkehr auf die Straßen anhaltender Zufriedenheit. Dann stehen wir wieder am Anfang. Und alles geht
von vorne los. Wie bloß kann es gelingen, diesem ewigen Kreislauf Einhalt
zu gebieten? Der französische Autor Georges Perec hat eine Idee: In seinem
1978 entstandenen Roman „Das Leben. Gebrauchsanweisung“ verkleinert
er die weltweiten Hoffnungen bezüglich gelingender Lebensentwürfe auf
jene von 99 Bewohnern eines Pariser Mietshauses. Einer dieser Bewohner,
ein perspektivloser Millionär namens Bartlebooth, beschließt eines Tages,
sein „ganzes Leben auf ein einziges Projekt hin auszurichten, dessen willkürliche Notwendigkeit allein sein Selbstzweck wäre.“
Wichtigster Grundsatz des Vorhabens: Das Projekt muss ohne erkennbaren Nutzen sein, da „die Zweckfreiheit die einzige Garantie für seine Strenge ist.“ Folgendes hat der Millionär ersonnen:
Bartlebooth wird sich zehn Jahre lang mit der Kunst des Aquarellierens
vertraut machen. Die nächsten zehn Jahre reist er um die Welt und malt
in fünfhundert Hafenstädten ebensoviele so genannte „Seestücke“. Jedes
der vollendeten „Seestücke“ schickt Bartlebooth nach Paris, wo ein Spezialist die Aquarelle in Puzzles mit jeweils siebenhundertfünfzig Teilen umarbeitet. Nach seiner Rückkehr wird Bartlebooth weitere zehn Jahre damit
verbringen, die Puzzles wieder zusammenzufügen und die rekonstruierten
Aquarelle an den Ort zurückzubringen, an dem sie entstanden sind. Dort
legt Bartlebooth die Bilder in eine Reinigungslösung und führt das Aquarellpapier in seinen ursprünglichen Zustand zurück. So wird „von diesem
Wirken, das seinen Urheber fünfzig Jahre lang in Bewegung gehalten hätte,
keine Spur zurückbleiben.“
Aber niemals kann Bartlebooth sein Vorhaben allein in die Tat umsetzen. Er benötigt dringend Hilfe. Zu diesem Zweck schleicht er sich nach und
nach in die Lebensgeschichten seiner unmittelbaren Nachbarschaft ein. Wie
eine Schachfigur bewegt er sich durch Stockwerke und Wohnungen, verknüpft das eigene Projekt mit den Sehnsüchten und Träumen aller weiteren
Hausbewohner, und es dauert nicht lange, und Bartlebooth hat sich und 99
weitere Mieter in eine nie da gewesene Schachpartie verwickelt. Und während die Damen, Könige und Bauern ihre Positionen verschieben, wird sie auf
einmal sichtbar: Die erste und einzige Gebrauchsanweisung für das Leben.
99
Andersen
Trip zwischen Welten
Regie Stefan Pucher
Musik Carsten „Erobique“ Meyer
Premiere Thalia im März
Uraufführung
„Der Schatten war der Herr und der Herr der Schatten.“ Hans Christian Andersen
Den Menschen ist Andersen zu Lebzeiten nie nah gekommen. Kaum 14-jährig macht er sich erstmalig auf, ihnen zu entkommen. Es zieht ihn aus seiner Heimatstadt Odense nach Kopenhagen: Er will berühmt werden. Fortan
wird Andersen immer unterwegs sein, er wird ganz Europa bereisen und
hier die innere Notwendigkeit verstärkt finden, ein Künstler sein zu wollen. Bald kennt er jeden und alles. Doch im Alltag wird er sich nie auskennen. Durch seine Märchen eröffnet Andersen den Menschen die ganze Welt,
aber er selbst wird in ihr nie ganz enthalten sein. Deshalb schreibt er. Um im
Verborgenen all das zu sein, was er nicht ist. Ein Anderer. Er selbst.
„Andersen. Trip zwischen Welten“, eine Projekt von Stefan Pucher,
erzählt das Leben eines Künstlers in der Gewissheit, dass ihn zu erfassen,
nicht die Chronik hinreicht, sondern vielleicht nur die Kunst, das Theater.
Mit aller Kraft hat Andersen selbst ein Leben geführt, als wäre es ein Märchen. Bis zum Ende. Bis zu seiner letzten Reise, die „Andersen“ erzählen
will, da er, der eben nie ganz im Leben angekommen ist, sich sterbenskrank
in ihm verfängt: ganz Körper, ganz endlich, hier und jetzt. Schmerzmittel
werden vielleicht geholfen haben, ihn abermals über die Welt hinauszuheben, er taucht weg, seine Schatten sind um ihn, wie sie ihn stets begleitet
haben: das Mädchen, das am Wegesrand erfroren sitzt, ein Streichholz in
der Hand; die junge Frau, der jeder Schritt wie Messerstiche in den Beinen
schmerzt; der eigene Schatten, der sich von seinem Körper löst, das Leben
zu schauen, das er nie sah; die Nachtigall, die singt, als wäre der Augenblick
der Erlösung gekommen. Doch was ist Schattenspiel, was Wirklichkeit, was
das Andere, was er selbst? Die Phantasie ist ihm letzte Zuflucht. So wie sie
das wirkliche Leben stets behinderte, hat sie es zugleich mit ihm versöhnt.
Und seine Poesie ermöglicht.
Andersen schrieb, um zu sein und mit der Welt in Kontakt zu kommen. Stefan Pucher und sein Musiker und Komponist Carsten „Erobique“
Meyer werden ihn auf ihre ganz eigene Art lesen, um ihm nah zu sein: Auf
den Spuren des Künstlers und Nomaden Hans Christian Andersen.
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Kinder der Sonne
Von Maxim Gorki
Regie Luk Perceval
Premiere Thalia im März
Kein Geld. Schulden. Leben auf Pump, aber das im großen Stil. Eine Mittelschicht droht abzustürzen, doch die Menschen verschließen die Augen
vor dem Unvermeidlichen. Es sind privilegierte Menschen, Künstler, Wissenschaftler, Intellektuelle, die im Hause des Chemikers Pawel Protassow an
dem Bild einer heiteren, strahlenden Zukunft basteln, während draußen
die Cholera wütet. Protassow hat für seine wissenschaftliche Forschung
sein Vermögen und seinen Besitz aufgebraucht. Er sieht in der Wissenschaft
der Chemie ungeahnte Möglichkeiten zu einem besseren und schöneren
Leben und hofft, einen Homunculus, einen neuen, glücklichen Menschen
im Reagenzglas, erschaffen zu können. In seinem Haus leben aufgeklärte
Menschen, mehr oder weniger vernünftig, die sich durch ihre Ignoranz der
profanen Außenwelt gegenüber isoliert haben. Diese Gesellschaft hat beinahe etwas Inzestuöses und Sektiererisches. Eine Gated Community, die
vermeintlich Schutz bietet gegen den Aberglauben, die Gewalt, die Not und
Krankheit, die draußen herrschen: Doch eben diese triviale, unperfekte,
allzu menschliche Wirklichkeit zersetzt unaufhaltsam nicht nur die realen
Mauern, die diese Parallelgesellschaft um sich herum errichtet hat, sondern
auch die imaginären und bringt sie schließlich, wie die Geschichte bald darauf gezeigt hat, zum Einstürzen.
102
Zwei arme, polnisch
sprechende Rumänen
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Große Freiheit Nr. 7
Von Dorota Masłowska
Nach dem Film von Helmut
Käutner
Premiere Gauß Garage
In Planung
Regie Cornelia Rainer
Premiere Thalia im April
Zugedröhnt, zerlumpt und völlig unberechenbar torkeln „zwei arme, polnisch sprechende Rumänen“ durch die polnische Provinz. An einer Tankstelle
kapern sie einen Wagen; der Fahrer bangt um sein Leben. Die Frau, angeblich schwanger, befingert hingerissen den Wunderbaum am Rückspiegel, der
Mann droht vom Rücksitz halbherzig mit seinem Taschenmesser. Frei flottierend zwischen buntem Delirium und schmerzhaften Realitätseinbrüchen
irren die abgerissenen Gestalten durch die Nacht auf der Suche nach dem
Weg nach Warschau, wo der Mann pünktlich um acht Uhr früh in einer beliebten TV-Serie einen Priester geben soll. Und müssen „feststellen, dass all
jene rechtschaffenen Bürger, denen sie sich aufdrängen, noch durchgeknallter und kaputter als sie selbst sind … ein Sozialdrama auf Speed samt kaltem
Entzug.“ (Süddeutsche Zeitung)
Die junge Autorin Dorota Masłowska spannt in ihrem Roadmovie einen
dramatischen Bogen, in dem der Versuch, der Realität zu entfliehen, ebenso
lustvoll wie tragisch und unausweichlich ist.
Dorota Masłowska gilt als größtes Nachwuchstalent der polnischen
Literatur. Ihren Debütroman „Schneeweiß und Russenrot“ schrieb sie mit
neunzehn und als Dreiundzwanzigjährige erhielt sie für ihren Roman „Die
Reiherkönigin“ den bedeutendsten polnischen Literaturpreis. „Der gebannte, scheinbar kalt registrierende Blick auf die Menschen macht die Kunst der
sechsundzwanzigjährigen Dorota Masłowska aus: Die Autorin zuckt nicht mit
der Wimper, wenn sie auf die Obsessionen der neokapitalistischen osteuropäischen Gesellschaften starrt, (in denen wir natürlich auch unsere erkennen),
auf Porno und Konsumwahn, Drogengier und Sinnsuche bei „Escada, Yoga
und Pilates“, wie es im Stück heißt.“ (Der Spiegel)
Helmut Käutners Film aus dem Jahr 1944 nimmt die Klischee gewordene
Sehnsucht des Menschen nach Beheimatung und seinen inneren Zwang zur
dauerhaften Odyssee ernst. Gedreht in einer Zeit, als den Menschen jegliche
Existenz ins Nichts zerrann, geht es um die Annäherung an diese szenische
Ballade und an ein Lied, das mehr ist als ein Lied: „La Paloma.“ Kein Schlager,
sondern ein Symbol gewordenes Kunstlied, das in vielen Weltsprachen in allerlei Varianten existiert.
Der Film erinnert an andere zeitlose Theaterstoffe wie „Liliom“ oder
„Kasimir und Karoline“ und motivisch von Ferne sogar an Wagners „Fliegenden Holländer“. Die „Große Freiheit Nr. 7“ ist die symbolträchtige Vision vom
vollkommenen Glück in der Liebe, der einzigen Möglichkeit so etwas wie Heimat zu erleben, und vom Zerrinnen dieser Hoffnung. „Meine Seemannsbraut
ist die See“ heißt es in einem der Songs unmissverständlich todesnah. Weder
ist die See die verheißene Freiheit, noch ist die Bürgerlichkeit der Hafen, in
den man einlaufen könnte. Zwischen Traum und Realismus gibt es bei Käutner
kein Drittes, das beides ins Lot bringt.
Große Geschichten sind in der Kunst stets in kleine Geschichten aufgelöst; hier zwischen dem ehemaligen Seemann und jetzigen Alleinunterhalter
Hannes, seiner Geliebten Anita und seiner sich in Liebe wandelnde Faszination
zu der jungen unschuldigen Gisa, die er „La Paloma“ nennt. Durch sie erinnert
er sich, der im Leben viel erlebt hat, an seine eigene verschüttete Reinheit.
Aber Gisa verlässt ihn zugunsten eines jungen Werftarbeiters. Und der alternde Hannes, der sich noch einmal verloben wollte, muss Abschied nehmen. Er
ist das „sterbende Tier“, das der Zukunft in Wahrheit nichts mehr zu bieten hat.
So stolpert er in den vorletzten und zweitbesten Jahren in die letzte Wegkreuzung und bleibt das, was er von Anfang an war: ein Unerlöster.
105
Flüchtlinge
Von Alfian Bin Sa‘at
Premiere Thalia Gauß
In Planung
Familienstrukturen in Singapur. Kommunikationsstörungen und unausgesprochenes Verlangen, Beziehungen zwischen Liebe und Hass – Geschichten, uns
auf den ersten Blick scheinbar nah und doch faszinierend fremd. Von Monologen in Dialoge springend,
entfaltet sich die Geschichte von Ong Guan Huat und
seiner Frau Ong Gek Mui, den beiden heranwachsenden Kindern, dem Sohn Ong Kok Ming und der Tochter
Ong Yun Fei, und dem Großvater Ong Chin Thye.
Den Szenen legt Bin Sa‘at als eine Art emotionalen Fahrplan für die Charaktere die fünf menschlichen Elementarbeziehungen des Konfuzianismus zugrunde:
Vater-Sohn. Herrscher-Untertan. Ehemann-Ehefrau. Älterer Bruder-Jüngerer Bruder. Freund-Freund.
Alfian Bin Sa‘at wurde 1977 in Singapur geboren. Der malaysische Moslem aus Minang, von javanesischer und Hakka-Herkunft, schreibt in Malay und in
Englisch und eröffnet uns den Blick in ein vertrautfremdartiges Asien. Er wird als Enfant terrible der Literaturszene seines Landes bezeichnet. Sein provokatives Werk umfasst Lyrik, Prosa und Theaterstücke.
Bereits im Alter von 21 Jahren veröffentlichte er
seine erste Lyriksammlung „One Fierce Hour“. Zu seinen
bemerkenswertesten Stücken gehört: „sex.violence.blood.gore“, mit dem er
in Konflikt mit den staatlichen Zensurbehörden geriet. Er setzt sich in seinen
Stücken auch mit der Lebensrealität von Homosexuellen in Singapur auseinander und beschreibt persönliche und eigenwillige Wahrnehmungsweisen
in einem Überwachungsstaat.
106
Thalia Extra A–Z
Programme, Orte
und Sonderveranstaltungen
Im Folgenden sind sämtliche zusätzlichen Pläne, Projekte und Veranstaltungsformate des Thalia Theaters alphabetisch aufgelistet. Einige lang bewährte Programmschienen setzen wir fort, andere erfinden wir neu. Neu
ist vor allem, dass das Thalia Theater künftig zwanglos und je nach Anlass
thematisch in einem kurzen Zeitraum sein Programm mit Inszenierungen,
Lesungen, Filmen, Diskussionen, Vorträgen, Projekten, Eigenprogrammen
oder Gastspielen bündelt. Das können Projekttage, -wochenenden oder
-wochen sein, die sich ab und an auch zu einem Spielzeitschwerpunkt ausdehnen werden. Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern, die sich für den einen oder anderen Schwerpunkt interessieren.
Kontaktaufnahme und weitere Informationen zu allen Veranstaltungen auf
der Website des Thalia Theaters www.thalia-theater.de
2beornot2be – Stadt auf die Bühne!
Idee und Konzept: Luk Perceval
3. September 2009
Die Bühne des Thalia wird freigegeben für die Einwohner der Stadt. Mit dieser
Veranstaltung und nicht mit einer Inszenierung wird die Spielzeit eröffnet.
Das Theater eröffnet nicht nur, es öffnet sich auch und ist öffentlicher Ort
für Hamburg und seine Bürger. Eine Offensive, die das Theater für das Leben
öffnet und das Leben für das Theater.
Anmeldung und weitere Informationen unter www.thalia-theater.de
Boy-Gobert-Preis – 6. Dezember 2009
Der Boy-Gobert-Preis ist ein Nachwuchspreis. Mit ihm fördert die KörberStiftung seit 1981 junge Schauspielerinnen und Schauspieler für besondere Leistungen an den Sprechbühnen Hamburgs. Die Preisverleihung findet
im Thalia Theater statt. Zu den Preisträgern gehörten in der Vergangenheit
u.a. Stefan Kurt, Ulrich Tukur, Michael Maertens, Annette Paulmann, Martin
Wuttke, Maren Eggert, Wiebke Puls, Fritzi Haberlandt, Lisa Hagmeister. Der
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Boy-Gobert-Preis geht zurück auf den 1925 in Hamburg geborenen und 1986
in Wien gestorbenen Theater- und Filmschauspieler Boy Gobert. Er war von
1969 bis 1980 Intendant des Thalia Theaters und bereitete neben seiner Liebe zum Boulevard dem modernen Regietheater den Weg. Sein Motto: „Ein
Optimum an Kunst und Kasse“.
Früh-Stücke
Die erfolgreiche Veranstaltungsreihe, in der sich das Publikum mit Theaterleuten zum Brunch trifft, wird fortgesetzt. Viermal im Jahr haben interessierte
Theaterbesucher die Gelegenheit, sich in persönlichem Rahmen und exklusiv
über die bevorstehenden Premieren zu informieren. Der Intendant und die Regisseure, Schauspieler und Dramaturgen führen in die jeweiligen Stücke und
Projekte ein, lesen Auszüge und erzählen von ihrer Arbeit. Das Frühstücksbuffet im neu gestalteten Foyer in der Gaußstraße ist jeweils ab 10 Uhr geöffnet.
Gastspielaustausch
Das Thalia Theater setzt den Gastspielaustausch mit anderen deutschsprachigen Bühnen fort. Der Austausch ist eine Gelegenheit, Aufführungen anderer renommierter Bühnen auch in Hamburg zu zeigen und sich ein Bild
von den Entwicklungen der Theaterwelt zu machen.
Gaußstraße
Die Gaußstraße ist Dependance des Thalia Theaters und Stadtteiltheater von
Hamburg Altona gleichermaßen – offen für alle aus dem Großraum Hamburg,
aber mit starker Anbindung an den kreativen Melting Pot Altona aus Arbeitern,
Künstlern, bürgerlichem Mittelstand und einer zunehmend interkulturellen
Gesellschaft. Besonders dem multinationalen Zusammenhang wird das Programm des Thalias in der Gaußstraße verstärkt Rechnung tragen und gleichzeitig Kreativort für ungewöhnliche und junge künstlerische Initiativen sein.
Die Gaußstraße ist eine sich stetig weiterentwickelnde Baustelle. In
den letzten zehn Jahren hat sie sich vom Fabrikgelände in ein Kreativzentrum
mit dem Charme eines New Yorker Hinterhofs verwandelt. Hier proben die
zwei wichtigsten Bühnen Hamburgs. Und hier hat sich das Thalia eine Spielstätte erobert. Wir gestalten weiter: Das Foyer wird offener, großzügiger,
wohnlicher und lädt noch entschiedener zur Kommunikation ein. Die zweite
Spielstätte neben der Thalia Gauß wird fortan die Thalia Gauß Garage sein, ein
Ort mit Patina.
Und es wird weiter gebaut, und die Gaußstraße wird sich mit dem bevorstehenden Neubau der Hamburger Theaterakademie zu einem Campus
der Darstellenden Künste entwickeln.
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Hamburger Theater Festival
Im Oktober 2009 startet das Hamburger Theater Festival, eine privatwirtschaftlich finanzierte Initiative unter der Schirmherrschaft des Ersten Bürgermeisters der Freien und Hansestadt Hamburg. Das Festival wird jedes
Jahr über einen mehrwöchigen Zeitraum hinweg im Hamburger Stadtgebiet stattfinden. Im Thalia Theater sind folgende Gastspiele geplant: „Sturm“
von William Shakespeare (Burgtheater Wien) in der Regie von Barbara Frey
sowie „Die Leiden des jungen Werther“ nach Goethe (Maxim Gorki Theater
Berlin) inszeniert von Jan Bosse.
Weitere Informationen unter www.hamburgertheaterfestival.de
lender erstellen, sich mit anderen Nutzern Nachrichten schreiben, werden
immer über Sonderaktionen und besondere Veranstaltungen informiert
und können daran teilnehmen. Außerdem finden Sie hier den aktuellen
Spielplan, Videotrailer und Bilder aus Inszenierungen und Informationen zu
den Künstlern des Hauses. Sie können einfach und schnell Karten kaufen
und gleich zu Hause ausdrucken. www.thalia-theater.de
Der Hamilton-Pfad
Geschichten sammeln in Hamburg. Online
„Der Hamiltonpfad“ ist ein Projekt, das die Oral History der Hamburger Bevölkerung in den Kunstraum Theater zurückführt: die Stadt schreibt an ihrer eigenen Biographie mit und das Thalia Theater veröffentlicht sie auf
seiner neuen, interkommunikativen Website, die – neben dem Thalia und
dem Thalia in der Gaußstraße – langsam zu einer dritten Bühne wachsen
soll, einer Bühne, die nicht nur von denen gestaltet wird, die sie betreiben,
sondern auch von der Bevölkerung der Stadt. Thema ist eine Sammlung
von „Gebrauchsanweisungen“ für das Leben im virtuellen Zeitalter. Wie lebt
man in einer Stadt, wenn zunehmend das Leben im Netz dominiert? Entfremdet man sich der Stadt? Wie geht der Einzelne mit dem Thema Fremdheit und Heimat um? Lebt er vornehmlich in der Alltagsrealität der Stadt
oder hat er dieses Leben längst zugunsten des virtuellen Raums, zugunsten von zahllosen erfundenen Lebensmodellen abgelöst? Ist er Flaneur
oder Nomade, Migrant oder Bewohner? Und wo? Im Netz?
Nach einer bestimmten mathematischen Formel können viele Interessenten an der von dem Regisseur Andreas Kebelmann initiierten Aktion
teilnehmen, an einem potenziell endlosen Spiel mit den virtuellen und realen Lebenswirklichkeiten der Stadt: Ein Puzzle, das nie endet.
Anmeldung und weitere Informationen unter www.thalia-theater.de
Internet
Die neue Website des Thalia Theaters wird das Kommunikationsmedium
Internet zeitgemäß nutzen: Sie rechnet mit Ihnen, dem Publikum. Ob eine
Inszenierung Ihnen gefallen hat oder nicht, Sie können dies auf der Website
des Thalia Theaters äußern und begründen. Werden Sie Teil der Thalia Community. Sie müssen sich nur einmal anmelden, selbstverständlich kostenfrei, und können dann an Diskussionen teilnehmen, Ihren persönlichen Ka-
Kennedy-Tag
John F. Kennedy wurde am 22. November 1963 ermordet. Am Vorabend seiner Ermordung spielen wir „Die Kennedytrilogie“. Darüber hinaus gibt es
an diesem Wochenende zahlreiche Veranstaltungen (Filme, Lesungen, Vorträge). Vor allem aber lädt das Thalia Theater die Regie-, Dramaturgie- und
Schauspielstudenten von der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst
Frankfurt ein. Sie haben ein halbes Jahr lang recherchiert und gearbeitet, um
Luk Perceval bei der Entwicklung seiner „Kennedytrilogie“ zu unterstützen.
Körber Studio Junge Regie
Seit 2003 trifft sich der Regienachwuchs der Hochschulen aus Deutschland,
der Schweiz und Österreich regelmäßig eine Woche lang zu einem Festival.
Erklärtes Ziel des Treffens ist es, die Vielfalt von Begabungen und Visionen
der zukünftigen Regie-Generation öffentlich zu präsentieren und den Studenten ein Forum für den Austausch von Erfahrungen zu bieten, seit kurzem
auch mit Jungregisseuren aus dem internationalen Raum. Das Festival ist
immer wieder ein Sprungbrett für die nachfolgende Künstlergeneration.
Die Zuschauer werden zu Trend- und Talentscouts für das „Theater von
morgen“. Das „Körber Studio Junge Regie“ ist heute im gesamten deutschsprachigen Raum bekannt und zu einem Aushängeschild für Hamburg geworden: Für Hamburg als Kulturstandort, für Hamburg als Stadt, die in die
Pflege des künstlerischen Nachwuches investiert. Ermöglicht wird das Festival von der Universität Hamburg, dem Thalia Theater, dem Deutschen Bühnenverein und der Körber-Stiftung.
Hamburger Theaternacht – 12. September
Die alljährlich zum Spielzeitauftakt stattfindende „Hamburger Theaternacht“ hat sich in den letzten Jahren zu einem kulturellen Höhepunkt der
Hansestadt entwickelt, zu einem großen Happening, bei dem Stadt und
Kultur auf sympathische Weise ineinander fließen und die Besucher mit
nur einem einzigen Ticket alle Hamburger Theater besuchen können und
mit Shuttlebussen, Alsterschiffen, U- und S-Bahnen die Stadt durchqueren.
Die diesjährige Theaternacht hat für das Thalia Theater besondere Bedeu-
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tung: Das Thalia ist mitten im Neuanfang und die Theaternacht am 12. September ist eine Möglichkeit, dem Hamburger Publikum auf den Bühnen
und in den Foyers des Thalia Theaters die neuen Künstler vorzustellen, die
in den kommenden Jahren das Theater prägen werden.
Projekt Lessing
Gotthold Ephraim Lessing ist die herausragende Geistesgröße der Stadt
Hamburg. Hier hat er sein „Nationaltheater“ gegründet, hier hat er seine berühmte „Hamburgische Dramaturgie“ geschrieben. Das „Projekt Lessing“
versteht sich als Plattform für bereits bestehende Hamburger Initiativen
und als innovatives Projekt gleichermaßen, denn es geht darum, Lessing
umzusetzen, frech, lebendig und streitbar, nicht aber als erlittenen Schulstoff. Der Bezug auf Lessing, den Kosmopoliten im Postkutschenzeitalter,
ist zwingend, sein „Projekt“ unerledigt. Insgesamt sind vier ProgrammModule vorgesehen:
Das Leben. Gebrauchsanweisung
Ein Spielzeitprojekt
Leben puzzeln, Gedanken puzzeln, Bilder puzzeln. Puzzelteile sammeln und
archivieren, sich ein Bild machen und es wieder verwerfen und wieder von
vorn anfangen – mit Humor und ohne Depression. Das kann durchaus gehen: aus dem Geist des Spiels. Wie im Theater. Ausgehend von dem formvollendet nutzlosen und herzerfrischend spleenigen Lebensprojekt des
Millionärs Bartlebooth in Georges Perecs „Das Leben. Gebrauchsanweisung“
fragt das Spielzeitprojekt – begleitend zu Christiane Pohles Inszenierung –
in verschiedensten Veranstaltungen nach Welt-, Reise- und Erfahrungslust
des Menschen, nach seinen Bemühungen, sich z.B. mit Kunst oder Theorie
ein Bild von der Welt und vom Leben zu machen und lädt das Publikum
ein, sich mit eigenen „Leben. Gebrauchsanweisungen“ zu beteiligen, zum
Archivar des eigenen Selbst zu werden. Philosophische Diskurse sind hier
ebenso möglich wie gemeinsames Puzzeln sogenannter Seestücke oder
die Einrichtung eines Museums des Alltags aus den „Gebrauchsanweisungen“ der Hamburger.
Eine zweckfreie, aber sicher nicht sinnlose Veranstaltungsreihe, – wohl
wissend, dass das Leben in Wirklichkeit nicht via Ratgeberliteratur funktioniert, sondern eine kaum durchschaubare Verstrickung von Zufall, heimlichen
Gesetzmäßigkeiten und Chaos beinhaltet … ein Puzzle (engl. für Rätsel) eben.
Mauern – 7. bis 9. November
Zwanzigjähriges Jubiläum. Die Mauer zwischen Ost und West ist weg. Die
Freude darüber auch. Längst sind wir im Alltag des „Danach“. Längst aber
gibt es auch überall auf der Welt andere Mauern, an denen wir direkt oder
indirekt mitbauen. Mauern, Stacheldrähte und hoch bewachte Sicherheitszonen schützen die Nordhalbkugel vor der Südhalbkugel und verwandeln
den Norden in eine riesige Gated Community. Mauern überall. Aber sie
nutzen wenig und werden ständig unterspült. Von „Guerillas“, „Freiheitskämpfern“, „Terroristen“ oder „Piraten“ – so genannt je nach Interessenlage und in fröhlicher Verwirrung. Verschärft durch die globale Weltfinanzkrise sieht die Frankfurter Allgemeine Zeitung „weltbürgerkriegsähnliche
Zustände“ auf uns zukommen…
1. Upside Down
Hamburgische Reden zu einer kosmopolitischen Kultur
Kurator: Ilija Trojanow
Nichts geht mehr ohne den Blick auf das Fremde. Nichts geht mehr ohne
den Blick des Fremden auf uns. Wenn das 21. Jahrhundert eine große zentrale geistige Aufgabe hat, dann ist es die der Arbeit an einer kosmopolitischen Kultur. Die Redereihe will unsere Verhältnisse von der anderen, der
gegenteiligen und ungewohnten Perspektive ansehen und bestehende
Denkmuster über Interkulturalität durchbrechen, aber auch andere globale Themen wie Wirtschaft, Ökologie, Ernährung, Energie zum Thema
machen.
2. Weltmythen – Mythen der Welt
Gelesen vom Ensemble des Thalia Theaters
In Zusammenarbeit mit Raoul Schrott
Bei vielen Menschen gibt es ein wachsendes Interesse an den Ursprüngen
unserer Kultur. Überdies spüren viele, was Lessing in seiner Ringparabel
hoffte: dass nämlich die verschiedenen Kulturen der Welt, die heute mehr
und mehr zusammenrücken (müssen), auf ihrem Urgrund mehr verbindet
als trennt.
Regelmäßig wird das gesamte Ensemble im Thalia Theater von morgens bis nachts Urmythen der Menschheit lesen. Vom Gilgamesch-Epos
über das Alte Testament bis zur Ilias, der Edda oder von dem Nibelungenlied bis zu den großen Erzählungen Asiens, Indiens und Afrikas.
3. „Hamburgische Dramaturgie“ im Internet
Lessing hat in paradoxer Personalunion beides zugleich getan: ein Nationaltheater gegründet und ein Gegenforum geschaffen: die Kritik. Die „Hamburgische Dramaturgie“ ist ein klares Statement für Diskurs und Streitkultur
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und eine der Geburtsstunden des Journalismus. Im Sinne Lessings schafft
das Thalia Theater als einziges und erstes Theater überhaupt seine eigene
kritische Öffentlichkeit. Junge Hamburger Journalisten, Autoren oder Universitätsdozenten schreiben Kritiken und das Thalia veröffentlicht sie – egal
ob Lob oder Verriss.
Thalia Treffpunkt
Theater auf den Punkt gebracht. Hauptsache: Jung. Im Kopf. Im Herzen. Im
Körper. Und gierig auf Neues. Alter: Nebensache. Wir bringen euch ins Spiel!
In den fast vierzig Projekten und Kursen machen wir Theater. Mit euch. Mit
Ihnen. Hier können junge Leute und alle, die Lust auf mehr haben, Theater
erleben: In Improvisationen, mit Texten, in der Ausstattung, in der Technik …
Bei uns gibt es jeden Monat neue Theatergruppen und Workshops.
Das neue Thalia Treffpunkt-Programm erscheint im September 2009.
Unseren Newsletter könnt ihr jetzt schon bestellen. Infos gibt es auch bei unseren Kooperationspartnern, der Hamburger Volkshochschule und im Stadtteil- und Kulturzentrum „Motte“ in Altona.
In den „Eisenhans“-Projekten machen Jungen und Mädchen und junge
Leute mit Handicaps Theater und Musik. Mehr zu unseren integrativen Angeboten, die in Kooperation mit „Leben mit Behinderung Hamburg“ stattfinden, könnt Ihr auf unserer Homepage erfahren.
Mehr zum Thalia Treffpunkt: Tel. 040.32 81 42 20, www.thalia-theater.de
4. Hamburger Lessing-Tage/Lessing-Preis
Künftig sollen einmal jährlich im Zeitraum zwischen Lessings Geburtstag
am 22. Januar und seinem Todestag am 15. Februar die Hamburger LessingTage stattfinden: Neben Eigenbeiträgen des Thalia Theaters sind hier Gastspiele von Lessing-Inszenierungen oder zu lessingnahen Themen geplant.
Vor allem aber sollen die „Hamburger Lessing-Tage“ auch Forum und Plattform für bereits bestehende Hamburger Initiativen sein, für Schulen und
Hochschulen, mit denen das Thalia Theater Kooperationen suchen wird. Die
Verleihung des Lessing-Preises, des renommierten Hamburger Staatspreises im Bereich Kultur, wird ins Thalia Theater verlegt.
Thalia Band
Regelmäßig spielt die Thalia Band, je nach Anlass und Möglichkeit, in der Zentrale (ehemals Nachtasyl), der Garage, dem Foyer im Thalia in der Gaußstraße
oder auch im Großen Haus am Alstertor. Zwischen Jamsession und Konzert
ist alles möglich …
Thalia und Schule
Wir öffnen Schülerinnen und Schülern Türen ins Theater. Hier erhalten Jugendliche aus allen Schulformen Zugang zum Medium und zur Kunstform Theater.
Wir bieten konkrete Begegnungen zwischen Schülerinnen und Schülern und
den Thalia-Theatermachern.
Lehrerinnen und Lehrern stellen wir Materialien zur Verfügung, geben Hintergrundinformationen und bereiten Unterrichtshilfen vor und laden
zu speziellen Lehrertagen ein. Wichtig sind uns die Kontakte zu den TuSchPartnerschulen. Über zwei Jahre erhalten die Schülerinnen und Schüler aller
Jahrgänge intensiv Einblicke in Inszenierungen und in Produktionsprozesse,
entwickeln unter Anleitung in den Schulen eigene Szenenfolgen, Ausstellungen und andere Präsentationen. Unsere Stücke der Reihe Thalia U21 zeigen
Lebenswelten junger Menschen und ihre Sichtweisen auf die sich verändernde Welt. Unsere mobilen Klassenzimmerstücke, mit denen wir in die Schulen
kommen, vertiefen die direkten Kontakte zu den Schülerinnen und Schülern.
Thalia und Schule: Herbert Enge, Corinna Honold, Petra Urbanski
Tel 040.32 81 41 39, Fax 040.32 81 42 04, [email protected]
Theaterakademie
Das Thalia Theater setzt die Kooperation mit der Hamburger Theaterakademie fort und wird sich weiterhin in der Nachwuchsförderung engagieren.
Diesen Herbst beschäftigt sich die jährliche Diplominszenierung, in
der die Studierenden des Abschlussjahres der Abteilung Schauspiel mitwirken, unter dem Titel „In einem Land vor unserer Zeit. Deutschland 1989. Eine
Recherche“ mit dem Fall der Berliner Mauer vor zwanzig Jahren. Im Frühjahr 2010 präsentieren Studierende des vierten Regiejahrgangs eine Woche
lang ihre Arbeiten der Öffentlichkeit, und im Sommer findet das „Finale 2010“
statt, eine Art Best-Of der Akademieproduktionen.
Darüber hinaus bietet das Thalia Theater den Studierenden im Laufe
der Spielzeit die Möglichkeit zur Mitarbeit: Die Teilnehmer des neuen Studiengangs „Dramaturgie“ haben die Möglichkeit zu hospitieren, und die Studierenden der Abteilung Regie werden immer wieder in kleinere Projekte
eingebunden.
Theaterpädagogik: Unart – Ein Jugend-Performance-Wettbewerb
Ende 2009 /Anfang 2010 findet „Unart“ statt – Eine Initiative der BHF-BankStiftung Frankfurt. Ein Jugend-Perfomance-Wettbewerb für alle zwischen
12 und 18 Jahren. Gesucht werden Cross-Over-Projekte verschiedener Künste zu Themen der Lebenswirklichkeit von Jugendlichen. Eine Jury wählt Performances für die Bühne aus – vor großem Publikum.
Das Thalia Theater beteiligt sich gemeinsam mit anderen Theatern an die-
182. Konzertsaison
115
sem kreativitätsfördernden Wettbewerb. Die besten Cross-Over-Projekte
der jeweiligen Region („Best of Unart“) gehen auf Tour und werden in Berlin,
Dresden, Frankfurt und Hamburg gezeigt.
Nähere Informationen unter www.unart.net
Theater und Universität im Gespräch
Das Thalia Theater setzt die erfolgreiche Kooperation mit der Universität
Hamburg (Koordination: Prof. Dr. Ortrud Gutjahr) fort und veranstaltet
zweimal im Jahr Symposien zu Themen des Spielplans. Beteiligt sind jeweils
der Regisseur, der Dramaturg, die Studierenden der Universität, die Schauspieler des Thalia Theaters und ausgewählte Dozenten der Hamburger und
anderer Universitäten in Deutschland.
Werkschau Regie
Jedes Jahr sollen Inszenierungen von dem Thalia Theater in besonderer Weise
verbundenen Regisseuren konzentriert in einer Werkschau gezeigt werden.
Wahl 2009
Wahlpartys machen längst keinen Sinn mehr, seit die Demographen alles
können. Wir wissen binnen Minuten, wer gewonnen hat. Und auch die Argumente sind längst getauscht. Was bleibt ist das Rauschen der Talkshows.
Also kann man auch ruhig ins Theater gehen – eine garantiert wahlfreie
Zone, die einzige vielleicht am 27.9.2009.
Zentrale
In der Zentrale (ehemals Nachtasyl) läuft alles zusammen: Hier treffen sich
Menschen der Stadt, Künstler, Musiker, Schauspieler. Wer Publikum ist, wer
Spieler, entscheidet sich jeden Abend neu. Nur eins ist sicher: Wenn keiner
etwas zu sagen hat, ist es kein Gespräch, wenn keiner auflegt oder tanzt,
keine Party, wenn keiner etwas vorbereitet hat, keine Performance, wenn
keiner etwas trinkt, keine Bar. So wird fortgesetzt, was das Thalia Theater im
Zentrum ausmacht: die Öffnung für das Publikum der Stadt und die Offenheit für die Fragen des Theaters an die Welt und umgekehrt.
www.thalia-theater.de
116
Thalia Freunde
bulthaup
Der weiterführende Kontakt zwischen dem Theater und engagierten Hamburger Bürgern und Unternehmen ist uns ein Herzensanliegen. Theaterarbeit lebt von offener Kommunikation – ein lebendiger Dialog, der Brücken
zwischen den Theatermachern, dem Publikum und der Stadt baut, ist für
künstlerische Arbeit wichtig und wertvoll. Und gerade in Hamburgs weltoffener, von Traditionen getragener Stadtkultur kann Theater ein zentraler
Knotenpunkt für Auseinandersetzung sein: mit Kunst, sich wandelnder Gesellschaft und den Gefühlen, die unser Leben bestimmen.
Die Unterstützung durch die Thalia Freunde wird auch in Zukunft eine wichtige Voraussetzung dafür sein, dass Theaterarbeit auf hohem Niveau entwickelt werden kann.
Das exklusive Programm für die Thalia Freunde umfasst unter anderem
folgende Angebote: Nah dran! Backstage-Führungen und Probenbesuche, Werkeinführungen
und Produktionsgespräche.
Freundschaftsdienste! Bevorzugte Reservierung von Premierenkarten.
Feste feiern! Theaterfest für die Thalia Freunde und Einladung zu allen Premierenfeiern.
Besondere Veranstaltungen! z.B. Themenabende.
Zusammen reisen! Mit dem Ensemble auf Gastspielreisen.
Für junge Leute unter dreißig haben wir ein maßgeschneidertes Angebot
ausgearbeitet, z.B. Theaterworkshops, Informationsveranstaltungen über
Theaterberufe, Einladungen zu besonderen Events und Parties, Premierenkarten für die Gaußstraße und Probenbesuche.
Privatpersonen fördern das Thalia Theater mit Beiträgen ab 150 Euro pro
Jahr und Paar.
Die Jungen Freunde fördern das Thalia Theater jährlich mit 1 Euro pro
Lebensjahr.
Weitere Infos zu den Thalia Freunden per Telefon 040.32 81 42 80 und im
Internet unter www.thaliafreunde.de
Wir freuen uns über Ihre E-Mails: [email protected]
Die Küche ist der wahre Raum des Lebens. Wir planen und
verwirklichen die ganz persönliche Einrichtung und Ausstattung
Ihrer Küche, die weit über den Arbeitsbereich hinausgeht. Das
ist typisch für bulthaup – und für uns, Ihren bulthaup Partner.
bulthaup im stilwerk
cucina hamburg Kücheneinrichtung GmbH. Große Elbstraße 68
22767 Hamburg. Tel. 040 30621150. www.bulthaup-stilwerk.de
118
Saalplan & Eintrittspreise
Thalia
Preis- und Platzgruppen
A
B
C
D
E
I, So Nachmittag
24,–
18,–
12,–
9,–
5,50
II, So bis Do Abend & Sa Nachmittag
32,–
24,–
17,50
11,50
6,50
III, Fr bis Sa Abend & Sonderpreis
44,–
34,–
28,50
17,–
8,50
IV, Premieren & Sonderpreis
62,–
52,–
41,50
25,–
12,50
ermäßigt, Studenten, Schüler u.a.
8 /11,– 8/11,– 8/11,– 8/11,– 5,50/8,–
Platzgruppen
A
Parkett Reihe 1–11, Logenrang
B
Parkett Reihe 12–16, Mittelrang Reihe 1–2
C
arkett Reihe 17–18, Mittelrang Reihe 3–5, Oberrang Reihe 1–2,
P
einzelne Plätze im Parkett
D
Parkett Reihe 19–21, Oberrang Reihe 3–9, einzelne Plätze im Mittelrang
E
einzelne Plätze im Mittel- und Oberrang
Thalia in der Gaußstraße
Freie Platzwahl
Vorstellungen 18 Euro, ermäßigt 8 Euro
Premieren 24 Euro, ermäßigt 10,50 Euro
120
Service A–Z
121
Abendkasse
Die Abendkassen öffnen eine Stunde vor Veranstaltungsbeginn.
Reservierungen werden 30 Minuten vor Vorstellungsbeginn freigegeben.
Geschenkgutscheine
Geschenkgutscheine für Eintrittskarten und Abonnements sind erhältlich
im Kundenzentrum und an der Tageskasse.
Adressen
Thalia Theater: Alstertor, 20095 Hamburg.
Thalia in der Gaußstraße: Gaußstraße 190, 22765 Hamburg Altona.
Postfach 106107, 20042 Hamburg.
www.thalia-theater.de
Kartenvorverkauf
Der Kartenvorverkauf der Tageskasse beginnt in der Regel am 6. Kalendertag
jeden Monats und umfasst den kommenden Monat sowie die darauffolgenden zehn Tage. Eine Zahlung per EC-/Kreditkarte ist möglich. Kartenbestellungen werden telefonisch, schriftlich per Post, per Fax unter 040.32 81 42 12
oder per E-Mail [email protected] entgegengenommen.
Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln
Die Thalia-Eintrittskarte und der Thalia-Fest-Abo-Ausweis gelten am Veranstaltungstag drei Stunden vor und nach der Vorstellung als Fahrkarte im
Gesamtbereich des HVV für alle Verkehrsmittel, auch für die AKN, den Metronom und die Regionalbahn.
Haltestellen:
Thalia Theater am Alstertor: U/S-Bahnhof Jungfernstieg,
U/S-Bahnhof Rathaus und U-Bahnhof Mönckebergstraße.
Thalia in der Gaußstraße: ab S-Bahnhof Altona mit dem Bus 2 im 10-MinutenTakt bis zur Haltestelle Gaußstraße, ab dort 200m Fußweg.
Ermäßigungen
Für Schüler, Studierende, Wehr- und Zivildienstleistende, Arbeitslose und
Sozialhilfeempfänger gibt es für jede Vorstellung bereits im Vorverkauf ein
Kontingent ermäßigter Karten. Ausgenommen sind Sonderveranstaltungen. Bitte legen Sie einen Berechtigungsausweis vor.
Eine Ermäßigung von 50% des Kartenpreises im Vorverkauf erhalten Schwerbehinderte mit einem Grad der Behinderung von mindestens
50%, sowie die Begleitperson, wenn der Schwerbehindertenausweis einen
entsprechenden Eintrag enthält. Dies gilt auch für die Begleitperson eines
Rollstuhlfahrers. Rollstuhlfahrer zahlen 10,50 Euro für die ausgewiesenen
Rollstuhlplätze im vorderen Parkett. Ausgenommen sind Premieren und
Sonderveranstaltungen.
Gruppen ab 10 Personen zahlen den Preis der nächstniedrigeren Platzgruppe. Schulgruppen ab 10 Personen einschließlich eines betreuenden
Lehrers erhalten eine spezielle Ermäßigung. Gruppenanfragen und Reservierungen Montag bis Donnerstag von 10 bis 18 Uhr unter 040.32 81 44 22,
Ansprechpartnerin ist Frau Raith.
Kartenverkauf via Internet
Online- und Print@Home-Tickets gibt es zu einem günstigeren Preis bis 120
Minuten vor Vorstellungsbeginn unter www.thalia-theater.de. Die Zahlung
erfolgt nur per Kreditkarte. Thalia.Card-Besitzer erhalten auf den günstigeren Online-Preis 50% Ermäßigung.
Informationen unter www.thalia-theater.de
Monatsspielplan, Newsletter und Community
Auf Wunsch schicken wir Ihnen den Monatsspielplan kostenlos per Post
oder per E-Mail zu. Zusätzliche Informationen und Tipps rund ums Thalia
Theater erhalten Sie mit unserem Newsletter per E-Mail. Anmeldung unter [email protected] oder www.thalia-theater.de. Ebenso freuen
wir uns über Ihre Meinung auf unserer Website. Dort können Sie über Inszenierungen diskutieren, Fragen stellen und Teil der Community werden.
Öffnungszeiten, Tageskasse und Telefonservice
Montag bis Samstag 10 bis 19 Uhr und Sonn- und Feiertage 16 bis 18 Uhr
Telefon 040.32 81 44 44, Fax 040.32 81 42 12,
Gruppenbestellungen unter 040.32 81 44 22.
Öffnungszeiten Kundenzentrum / Abonnementsbüro
Montag bis Freitag 10 bis 18 Uhr, Telefon 040.32 81 44 33
In unserem Kundenzentrum und an der Tageskasse am Alstertor erhalten
Sie Programmhefte, Plakate und alle weiteren Publikationen des Theaters.
Service am Abend
Wenn Sie Kopfhörer für die Schwerhörigenanlage, ein extra Sitzkissen oder
nach der Vorstellung ein Taxi benötigen, ist Ihnen unser Abendpersonal gerne behilflich. Es finden regelmäßig Einführungen und Publikumsgespräche
zu unseren Inszenierungen statt. Informationen hierzu finden Sie in unserem Monatsspielplan oder unter www.thalia-theater.de
An unserem Bücherstand im Foyer des Thalia Theaters finden Sie eine
Auswahl an Literatur zu unseren aktuellen Inszenierungen, zum Thalia Theater sowie ein breites Sortiment an allgemeiner Theaterliteratur. Der Bücherstand ist eine halbe Stunde vor jeder Veranstaltung und in den Pausen geöffnet. Sonderplätze für Rollstuhlfahrer in der 4. Reihe im Thalia Theater und
Rollstuhlplätze im Thalia in der Gaußstraße stehen auf Anfrage unter Telefon
040.32 81 44 44 zur Verfügung.
Die Medienpartner für die Spielzeit 2009.2010:
Kulturpartner des Thalia Theaters:
Förderer der Spielzeit 2009.2010:
124
Thalia Abonnements
Vorstellungen
B-Premieren-Abo
Abonnementsbüro Alstertor
Montag bis Freitag von 10 bis 18 Uhr
Telefon 040.32 81 44 33, [email protected].
Als Abonnent genießen Sie viele zusätzliche Vorteile. Wir beraten Sie gerne.
A
B
C
D
9
252,–
180,–
130,50
90,–
Fest-Abo, Fr bis Sa Abend
8
176,–
136,–
108,–
72,–
Fest-Abo, So bis Do Abend
8
152,–
112,–
88,–
56,–
Verschiedene-Tage-Abo (VTG)
8
152,–
112,–
88,–
56,–
Nachmittags-Abo Sa & So
8
112,–
92,–
68,–
40,–
Sonntag-17 Uhr-Abo
8
112,–
92,–
68,–
40,–
Wahl- und (Geschenk)-Abo
6
144,–
105,–
78,–
48,–
Super-Wahl-Abo
6
183,–
132,–
93,–
54,–
Oper und Thalia-Abo
8
-
221,60
-
-
Jugend-Fest-Abo
8
100,–
64,–
48,–
44,–
Jugend-Wahl-Abo
6
33,–
33,–
33,–
33,–
Preise
Die Thalia.Card
Sie sehen alle Stücke unbegrenzt zum halben Preis. Ausgenommen sind
Premieren und Sonderveranstaltungen. Die Thalia.Card gilt für Sie und eine
Begleitperson ein Jahr lang und kostet 70 Euro. Infos im Abobüro unter
040.32 81 44 33 oder an der Tageskasse unter 040.32 81 44 44.
Kartenvorverkauf und Reservierung
Der Kartenvorverkauf beginnt in der Regel am 6. Kalendertag jeden Monats
und umfasst den kommenden Monat sowie die darauffolgenden zehn Tage.
Zahlung ist auch per EC- oder Kreditkarte möglich.
Das Fest-Abonnement
– Sie sehen acht Inszenierungen auf dem von Ihnen ausgewählten Platz.
– Begleitpersonen erhalten 10% Ermäßigung auf den regulären Eintrittspreis.
– Sie entscheiden sich für einen bestimmten Wochentag oder für ein „Verschiedene-Tage-Abo“ (VTG), zum Beispiel wenn Sie nicht in den Hamburger Schulferien (Herbst/Frühjahr) ins Theater gehen wollen.
–Für Inszenierungen im Thalia in der Gaußstraße sowie für Sonntagnachmittags-Vorstellungen (Preiskategorie I) zahlen Sie nur den halben Preis.
– Sie erfahren vor Beginn der Spielzeit alles über den Spielplan und Ihre
persönlichen Thalia-Termine.
– Lange im Voraus können Sie Ihren Thalia-Abend planen. Falls Sie verhindert sind, können Sie innerhalb der Spielzeit bis zu drei Mal kostenlos
die Karten bis zwei Tage vor dem Termin freigeben. Sie erhalten einen
Tauschschein, den Sie für eine andere Vorstellung einlösen können. Ausgenommen sind A-Premieren und Gastspiele.
– Das Fest-Abo gibt es auch als „Nachmittags-Abo“: Sie sehen acht Vorstellungen an Samstag- oder Sonntagnachmittagen und genießen alle Vorteile des Fest-Abos.
Das B-Premieren-Abonnement
– Sie sehen die zweite Vorstellung von neun Neuinszenierungen in der jeweiligen Spielzeit auf Ihrem festen Platz.
– Sie sehen die neuen Stücke, bevor die ersten Kritiken in der Zeitung erscheinen und können sich Ihre Meinung bilden.
– Das Regieteam kommt zum Applaus wie bei der A-Premiere auf die Bühne.
– Sollten Sie verhindert sein, können Sie die Karten 2 Tage vor Termin tauschen
oder Freunden eine Freude machen.
– B-Premieren finden in der Regel sonntags um 19 Uhr statt, eine Einführung wird nach Möglichkeit angeboten.
Das Jugend-Fest-Abonnement
– Sie sehen acht Inszenierungen in allen Preiskategorien auf dem von Ihnen ausgewählten Platz.
– Schüler, Studierende, Auszubildende sowie Wehr- und Zivildienstleistende
126
127
bekommen das Fest-Abonnement zu einem deutlich niedrigeren Preis.
– Eltern können sich und ihren Kindern die besten Plätze in den vorderen
Platzgruppen sichern.
–S
ie zahlen bei einem Theaterbesuch für ihre Kinder deutlich weniger.
– Jugend-Fest-Abonnenten genießen alle Vorteile des Fest-Abonnements.
Die Familien.Card
–F
amilien kommen günstiger ins Thalia Theater, ins Thalia in der Gaußstraße,
in die Staatsoper und ins Schauspielhaus: Kinder und Jugendliche bis 18
Jahre zahlen nur 6 Euro im Thalia, 10 Euro in der Staatsoper. Bis zu zwei begleitende Erwachsene erhalten an allen drei Bühnen eine Ermäßigung von
10%. Die Familien.Card gilt für eine Spielzeit und kostet 15 Euro.
Das Wahl-Abonnement
– Sie sind unabhängig und suchen sich Ihre Stücke und Termine selbst aus.
– Sie entscheiden, wie Sie die Gutscheine einlösen: sechs Thalia-Abende allein, drei Mal zu zweit oder ein Vorstellungsbesuch mit fünf Freunden.
– Sie erwerben sechs Gutscheine für die Preisgruppe II. Für Preiskategorie III
muss die Differenz des Eintrittspreises zugezahlt werden.
– Das Wahlabonnement gilt für alle Vorstellungen in einer Spielzeit im Großen
Haus, außer für Premieren und einige Sonderveranstaltungen.
Super-Wahl-Abonnement
– Sie erwerben sechs Gutscheine für die Preisgruppe III. Es gelten die gleichen Bedingungen wie beim normalen Wahlabonnement.
– Das Super-Wahlabonnement gilt für alle Vorstellungen in einer Spielzeit im
Großen Haus, außer für Premieren und einige Sonderveranstaltungen.
Das Jugend-Wahl-Abonnement
– Sie sehen sechs Vorstellungen im Großen Haus; ausgenommen sind Premieren und einige Sonderveranstaltungen. Die Platzgruppen C und D sind garantiert, die übrigen Platzgruppen nach Verfügbarkeit.
Das Firmen-Abonnement
– Wir bieten Firmen-Abonnements an. Bitte wenden Sie sich für nähere Informationen direkt an das Abonnementsbüro.
Oper & Thalia – Das 3-Sparten-Abonnement
– Sie erhalten je vier Gutscheine für das Thalia Theater und die Staatsoper
Hamburg (Oper und Ballett).
– Sie können frei aus dem reichhaltigen Repertoire der beiden Staatstheater
je vier Vorstellungen wählen.
– Im Thalia gelten die Gutscheine für Platzgruppe B, in der Oper für Platzgruppe 5.
Ihre Vorteile als Abonnent
– Sie gehen regelmäßig ins Thalia Theater und lernen das aktuelle Repertoire und das Ensemble kennen.
– Sie sparen gegenüber dem Normalpreis bis zu über 50%.
– Für Inszenierungen im Thalia in der Gaußstraße sowie für Sonntagnachmittags-Vorstellungen (Preiskategorie I) zahlen Sie nur den halben Preis.
– Sie werden mehrmals pro Spielzeit zu exklusiven Sonderveranstaltungen
eingeladen.
– Sie erhalten regelmäßig den Spielplan und weitere Thalia-Publikationen
per Post und auch per E-Mail zu Ihnen nach Hause.
– Abonnements sind übertragbar, ausgenommen sind die Jugend-Abonnements und die Thalia.Card.
– Die Thalia-Eintrittskarte und der Thalia-Fest-Abo-Ausweis gelten am Vorstellungstag als Fahrkarte im Gesamtbereich des HVV für alle Verkehrsmittel ab drei Stunden vor Vorstellungsbeginn (inkl. Schnellbus).
Was Sie wissen sollten
Das Fest- und das Wahl-Abonnement verlängern sich jeweils automatisch
um eine Spielzeit, wenn sie nicht bis zum 30. April gekündigt werden. Zuvor
erhalten Sie jedoch die neue Spielzeitübersicht des Thalia Theaters, so dass
Sie wissen, welche Stücke Sie als Abonnent sehen können. Entscheiden Sie
sich für eine Verlängerung, brauchen Sie nichts zu tun. Rechtzeitig im August schicken wir Ihnen alle Unterlagen zu.
So werden Sie Abonnent
Der Einstieg in ein Abo ist jederzeit möglich. Senden Sie Ihren Abonnementswunsch auf der ausgefüllten Bestellkarte an das Kundenzentrum des
Thalia Theaters. Oder kommen Sie persönlich vorbei: Frau Soyka und Frau
Böker beraten Sie gern.
Herausgeber: Thalia Theater GmbH, Alstertor, 20095 Hamburg
Intendant: Joachim Lux
Kaufmännischer Geschäftsführer: Ludwig von Otting
Redaktion: B
eate Heine (Geschäftsführende Dramaturgin),
Ursula Steinbach (Leiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit)
Mitarbeit: Claudia Bestenbostel (Assistentin der Presse- und
Öffentlichkeitsarbeit), Benjamin von Blomberg (Dramaturg), Tarun Kade
(Dramaturgieassistent), Sandra Küpper (Dramaturgin), Susanne Meister
(Dramaturgin), Christine Ratka (Dramaturgische Mitarbeiterin),
Ulrike Rennings (Künstlerisches Betriebsbüro), Jochen Strauch (Referent
für Marketing und Kommunikation), Malte Ubenauf (Dramaturg)
Gestaltung und Konzept: Bureau Mirko Borsche
Fotos: Armin Smailovic
Foto von Thomas Thieme: Thorsten Eichhorst
Druck: Langebartels & Jürgens, Druckereigesellschaft mbH
Fest-Abo So bis Do
Di
Mi
A
B
C
D
92 €
68 €
40 €
A
B
C
D
D
56 €
D
40 €
68 €
92 €
C
D
48 €
Platzgruppe
A
B
C
D
Preis Anzahl
33 €
33 €
33 €
33 €
Platzgruppe
A
B
C
D
70 €
70 €
70 €
70 €
Preis Anzahl
50% Erm. für 2 Pers., 1 Jahr
Für 6 Vorstellungen
Preis Anzahl
54 €
93 €
132 €
183 €
221,60 €
Preis Anzahl
Preis
44 €
48 €
64 €
100 €
Anzahl
*Mit Berechtigungsnachweis
D
C
B
A
Platzgruppe
B
Platzgruppe
Jugend-Fest-Abo*
Für 8 Vorstellungen
Für 8 Vorstellungen
Oper & Thalia-Abo
So
Auszug aus unseren Abonnementbedingungen:
Fest-, Nachmittags-, B-Premieren-, Jugend-Fest-, Oper & Thalia-, Wahl- und Super-Wahl-Abonnements
verlängern sich automatisch, wenn Sie nicht bis zum 30.April der laufenden Spielzeit gekündigt werden.
Geschenk- und Jugend-Wahl-Abonnements verlängern sich nicht.
Mit der Bestellung erkennen Sie unsere Abonnementbedingungen an, die vollständig in unserem
Kundenzentrum einsehbar sind.
B
78 €
A
105 €
Platzgruppe
Preis Anzahl
Für 6 Vorstellungen
Super-Wahl-Abo
Sa
144 €
Thalia.Card
Platzgruppe
Preis Anzahl
112 €
Platzgruppe
Für 6 Vorstellungen
Jugend-Wahl-Abo*
Do
Wahl-/ Geschenk Abo
Mo
Für 8 Vorstellungen
Sonntags-17 Uhr-Abo
C
88 €
Anzahl
Sa
72 €
B
112 €
C
B
112 €
Fr
D
108 €
136 €
A
Preis
Platzgruppe
Preis Anzahl
152 €
A
Platzgruppe
So
56 €
C
B
Preis Anzahl
176 €
gewünschter Wochentag:
D
90 €
D
88 €
112 €
A
Platzgruppe
Nachmittags-Abo
Für 8 Vorstellungen
VGT-Abo
Für 8 Vorstellungen
gewünschter Wochentag:
C
Preis Anzahl
152 €
Fest-Abo Fr bis Sa
Für 8 Abendvorstellungen
gewünschter Wochentag:
B
180 €
130,50 €
C
A
A
B
Platzgruppe
Preis Anzahl
252 €
Platzgruppe
Für 8 Vorstellungen
Für 9 Vorstellungen
B-Premieren-Abo
Ich möchte / wir möchten Thalia-Abonnent/en werden:
Ich möchte / wir möchten ein Thalia-Abo verschenken:
Impressum
Abo-Infos 040.32 81 44 33
Kartentelefon 040.32 81 44 44
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Straße
Plz, Ort
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Thalia Theater
Kundenzentrum
Postfach 106107
20042 Hamburg
Bantzer, Christoph
Bechtolf, Sven-Eric
Beglau, Bibiana
Cathomas, Bruno
Circe
Flubacher, Sandra
Galic, Marina
Geiße, Christina
Grawert, Bernd
Greis, Julian
Hagmeister, Lisa
Hartmann, Franziska
Harzer, Jens
Hochmair, Philipp
Knopp, Felix
Kreibich, Mirco
Kremer, Hans
Leja, Matthias
Lommatzsch, Daniel
Maertens, Peter
Matz, Katharina
Neuhäuser, Karin
Niehaus, Thomas
Nüsse, Barbara
Olsson, Axel
Ostendorf, Josef
Pohl, Jörg
Rudolph, Sebastian
Schmeide, Gabriela Maria
Schnöink, Birte
Schöne, Maja
Schönfeldt, Nadia
Seifert, Cathérine
Simon, Alexander
Simonischek, Max
Sprenger, Wolf-Dietrich
Stachowiak, Rafael
Szymanski, André
Thomas, Angelika
Thormeyer, Oda
Trauttmansdorff, Victoria
Wandruszka, Marina
Werner, Tilo
Zimmler, Sebastian
Ziolkowska, Patrycia
Hünermund, Nathalia Jansen, Yvon
Jentsch, Julia
Jordan, Peter Lagerpusch, Ole
Loeffler, Dietmar
Monori, Lili
Piwek, Rainer
Pregler, Wolfgang
Reichhardt, Verena
Schad, Stephan
von Schweder-Schreiner,
Nicolai
Thieme, Thomas
Thomas, Jens
Als Gäste in
Übernahmen:
Dürrenberger, Therese
Harster, Ralf
Kukulies, Ronald
Müller, Anne
Schrader, Maria
Eggert, Maren
Grigolli, Olivia
Hoevels, Daniel
Sowie als Gäste in Koproduktionen mit Köln und
Berlin
Es inszenieren
Luk Perceval
(Leitender Regisseur)
Anna Bergmann
Henning Bock
Jan Bosse
Erik Gedeon
Dimiter Gotscheff
Andreas Kebelmann
Bastian Kraft
Marlon Metzen
Kornél Mundruczó
Antú Romero Nunes
Christiane Pohle
Stefan Pucher
Cornelia Rainer
Lilja Rupprecht
Jette Steckel
Nicolas Stemann
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