Krisenzeiten

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Das Forschungsmagazin der Johannes Kepler Universität Linz
Krisenzeiten
Wissenschaft bietet Orientierung
und Aufklärung
Ausgabe 2/13
Editorial
Xxxxxxxxxxx
Liebe Leserin,
lieber Leser!
Inhalt
G
Leitartikel erade im sich ständig beschleunigenden Bereich des wissenschaftlichen
Erkenntisgewinns stellt sich die Frage: ist
alles, was möglich ist, auch richtig? Und
ethisch vertretbar? Die einzelnen Wissenschaftsdisziplinen setzen sich damit wenig
auseinander, umso wichtiger sind „MetaWissenschaften“ wie die Wissenschafts ­
theorie und die Philosophie, die hier Denkansätze und Antworten liefern sollen.
Univ.Prof.
Dr. Gabriele Kotsis
Vizerektorin für Forschung
„Mit unseren
Expert­Innen aus
Gesellschaftswissenschaften,
Geschichte,
Philosophie kommen wir unserer
gesellschaftspolitischen Verantwortung in
hervorragender
Weise nach.“
Für allgemeine gesellschaftliche Entwicklungen, die die Menschen oft verunsichern
und Ängste hervorrufen, sind Wissenschaftsdisziplinen wie Gesellschaftspolitik und Geschichte unabdingbar, weil sie aktuelles Geschehen aus der Distanz betrachten, historische Parallelen ziehen und Lösungsansätze
aufzeigen können.
Die JKU ist in diesen Bereichen mit ihren
Expert­Innen sehr gut aufgestellt und kommt
damit ihrem Auftrag der gesellschaftspolitischen Verantwortung in hervorragender
Weise nach. In dieser Ausgabe der UniVationen bekommen Sie einen Überblick,
was die Geistes- und Gesellschaftswissenschaften, wie sie an der JKU betrieben werden, für eine moderne Gesellschaft zu leisten imstande sind.
Zudem stellt sich im Leitartikel der neue Vorsitzende des Universitätsrats der JKU, Generaldirektor Dr. Heinrich Schaller, vor.
Besonders praxisrelevant sind diesmal unsere
Berichte über aktuelle Forschungsergebnisse
aus den Fakultäten. So ist etwa Prof. Hilgers
einer der wenigen Experten im deutschsprachigen Raum betreffend die Einführung von
doppelter Buchführung auf staatlicher und
kommunaler Ebene. Und entsprechend gefragt… - Aber lesen Sie selbst!
Univ.Prof. Dr. Gabriele Kotsis,
Vizerektorin für Forschung
2
JKU | UNIVATIONEN 2/13
UNIVATIONEN 2/13
Unis als wichtige Impulsgeber
für die Zukunft weiter stärken
Schwerpunkt
3
Warum Geistes- und Gesellschafts­
wissenschaften wichtiger sind denn je 4
Nachwuchswissenschafter: Dr. Takacs 9
SOWI
What gets measured gets done
11
RE
Lichtverschmutzung –
ein neues Umweltphänomen
13
TNF
Motorenproduktion: Probleme
früh erkennen und richtig einschätzen 14
Impressum
UNIVATIONEN – Das Forschungsmagazin der
Johannes Kepler Universität Linz erscheint
vierteljährlich, Auflage 2.000 Stück.
Herausgeber: Rektor o.Univ.Prof. Dr. Richard Hagelauer
Medieninhaberin (Verlegerin): JKU Linz,
Altenberger Straße 69, 4040 Linz, 0732 24 68-3396
Redaktion: Mag. Isabella Staska-Finger
Gestaltung: COMO GmbH, www.como.at
Druck: Trauner Druck GmbH & Co KG
Fotos: JKU, B&C Privatstiftung, Fotolia
Leitartikel
Leitartikel des Universitätsratsvorsitzenden GD Dr. Heinrich Schaller
Unis als wichtige Impulsgeber
für die Zukunft weiter stärken
Nach den BRICS-Staaten Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika tauchen mit den „Next Eleven“ (N-11) die
künftigen möglichen wirtschaftlichen High-Performer auf. Noch ist Europa für viele Innovationen verantwortlich.
Aber das Tempo, mit dem einige Länder vorwärts streben, ist teilweise rasant. In Zeiten der Budgetkonsolidierung wird es daher zur wichtigen Herausforderung in Europa und auch in Österreich, Innovationen zu fördern. Ein
Lösungsansatz kann auch in der Stärkung der Universitäten liegen.
D
i e Vo r a u s s e t z u n g e n u n d
Chancen der N-11 (Ägypten,
Bangladesh, Indonesien, Iran, Mexiko, Nigeria, Pakistan, Philippinen,
Südkorea, Türkei und Vietnam) sind
im Hinblick auf die politische Stabilität oder die Rohstoffvorkommen durchaus unterschiedlich einzuschätzen. Unter den N-11 sind
jedoch vor allem auch Länder, die
nicht nur über Rohstoffvorkommen
verfügen, sondern auch über hochqualifizierte, motivierte Menschen.
Österreichs Position bei F&E
Eine wertungsfreie Analyse für
Öster­r eich zeigt: Mit Aufwendungen für Forschung und Entwicklung im Ausmaß von 2,75 Prozent des Bruttoinlandsproduktes im
Jahr 2011 liegt unser Land ziemlich
genau 1 Prozentpunkt hinter Finnland, dem Spitzenreiter in Europa.
Im selben Jahr betrugen die F&EAusgaben pro Kopf in Österreich
983,2 Euro. An der Spitze steht hier
Schweden mit 1.389 Euro, dicht
gefolgt von Dänemark und Finnland mit je knapp über 1.330 Euro.
Stärkung der Unis als Drehscheiben und Impulsgeber
In einer Globalökonomie müssen
wir uns jedoch mit den BRICS-Ländern genauso messen wie mit den
„Next Eleven“. Bei den Produktions- und Arbeitskosten werden
Österreich und Europa nicht mit
der Welt konkurrieren können. Es
geht daher um die besten Köpfe.
Bildung und Ausbildung der Menschen sowie Forschung und Entwicklung sind hierzulande der Erfolgsschlüssel. Da beides unmittelbar mit unseren Universitäten verbunden ist, liegt ein wesentlicher
Lösungsansatz in der Stärkung der
Unis als wichtige Drehscheiben und
Impulsgeber.
der Universität. In der Leistungsvereinbarung, die für die Periode 2013
bis 2015 Gültigkeit hat, konnten
um 15,7 Prozent mehr Mittel gewonnen werden. Das entspricht
einem Gesamtbudget für diese
Periode in Höhe von 350,2 Millionen Euro und bedeutet für die
Johannes Kepler Universität neben
dem monetären Effekt auch eine
deutliche Aufwertung innerhalb
der österreichischen Hochschullandschaft. Darüber hinaus konnte die JKU das Drittmittelvolumen
für Grundlagen- und kooperative,
anwendungsorientierte Forschung
von rund 13 Millionen Euro im Jahr
2004 auf aktuell rund 30 Millionen
Euro steigern.
Aufwertung der JKU innerhalb der Hochschullandschaft
JKU ist in Zukunftsfeldern
tätig
So hilft die Johannes Kepler Universität entscheidend mit, neue Zukunftsfelder zu eröffnen. Der Stellenwert als Ideenbringer und Problemlöser, der der JKU bundesweit
zukommt, zeigt sich auch an der
künftigen finanziellen Ausstattung
Damit die Johannes Kepler Universität mit ihren etablierten Fakultäten weiterhin in wesentlichen
Zukunftsfeldern tätig sein kann,
bedarf es einer soliden und gesicherten finanziellen Ausstattung. In
vielen Bereichen hat sich bereits in
der Vergangenheit gezeigt, welche
positiven Impulse durch die starke
Einbindung von universitärem
Know-how in enger Kooperation
mit der regionalen und überregionalen Wirtschaft möglich sind. Unter diesem Blickwinkel würden sich
durch die starke technisch-naturwissenschaftliche Fakultät und die
Gründung einer medizinischen Fakultät neue Perspektiven ergeben.
Zur Person
Dr. Heinrich Schaller
Vorsitzender des Universitätsrates
der Johannes Kepler Universität,
Generaldirektor Raiffeisenlandesbank Oberösterreich
Die Kombination von Medizin und
Technik wäre ein echter USP, von
dem wertvolle Impulse für das Land
Oberösterreich und seinen Wirtschaftsraum ausgehen könnten.
Praxisrelevante Betätigungsfelder
bestehen auch für die sozial- und
wirtschaftswissenschaftliche Fakultät sowie die rechtswissenschaftliche Fakultät. Auch hier gibt es
spannende interdisziplinäre Ansätze, sowohl in Kombination mit
Technik als auch mit Medizin. Hier
ersuche ich auch die Politik, die Institutionen sowie die Unternehmen unseres Landes weiterhin um
tatkräftige Unterstützung unserer
Johannes Kepler Universität.
JKU | UNIVATIONEN 2/13
3
SCHWERPUNKTTHEMA
Warum Geistes- und Gesellschaftswissenschaften wichtiger sind denn je
Bildung betrifft den ganzen Menschen
Die Krise hat uns. Und das ziemlich ausdauernd, in ständig wechselnden Facetten und mit praktisch täglich neu
aufpoppenden Skandalen. Das verursacht Unsicherheit und Ängste, ist aber kein Grund zum Verzweifeln, wenn
man die gegenwärtige Lage in Relation setzt zu allem, was die Menschheit in den letzten Jahrzehnten und Jahrhunderten so erlebt hat.
N
ur: wer nimmt sich schon die
Mühe, in der Alltagshektik auf
Abstand zu gehen und laufende
Ereignisse zu reflektieren? Hier sind
Expert­Innen mit breitem Überblick
und tiefem Durchblick gefragt,
schungsarbeiten vorweisen, dafür aber ein Gerüst bieten, an dem
es sich zu orientieren lohnt, wenn
rundherum der Werteverfall rasant
voranschreitet. Expert­Innen in diesen Fachbereichen forschen und
ganz allgemein für eine breite Öffentlichkeit. Und damit der gesellschaftspolitischen Verantwortung,
die jede Universität hat, nachzukommen. Im folgenden Auszug aus
den Forschungsschwerpunkten, die
„Wenn man sich mit den philosophischen
Voraussetzungen der Erkenntnis beschäftigt, kann man ein kritisches Urteilsvermögen gegenüber angeblich ‚gesicherten’ Befunden in den Wissenschaften
entwickeln. Das ist viel Wert in einer Gesellschaft, in der vieles auf der Grundlage
von wissenschaftlichen Erkenntnissen
entschieden wird.“ o.Univ.Prof. Dr. Volker Gadenne
Historiker­Innen, Gesellschafts­
wissen­s chafter­­Innen, Philosoph­
Innen. Sie können zwar vielleicht
keine Industrieprodukte oder Prototypen als Ergebnisse ihrer For-
lehren auch an der JKU. Sie sehen
eine ihrer wichtigsten Aufgaben
darin, Orientierungswissen und
Aufklärung zu bieten, nicht nur
den Studierenden der JKU, sondern
es in den Fachbereichen Gesellschaftspolitik, Geschichte und Philosophie an der JKU gibt, zeigt sich
das breite Spektrum, das hier inhaltlich abgedeckt wird.
Weitere Schwerpunkte am Institut
für Philosophie und Wissenschaftstheorie:
� Fragen der Ethik in der Wissenschaft, etwa betreffend Gerechtigkeit in der Forschungsfinanzierung oder Beurteilung wissenschaftlicher Leistungen. Korruption in der Begutachtung, Plagiate und Ghost-Writing sind weitere
aktuelle Themen. Die Ursachen solcher negativer Phänomene werden erforscht und wirksame Maßnahmen dagegen aufgezeigt.
� wissenschaftstheoretische Reflexionen zur globalen Finanz- und Wirtschaftskrise: Dabei wird der Frage nachgegangen, warum die Ökonomie weder die Krise prognostizieren noch eine einhellige Analyse der Krisenursachen
bereitstellen konnte. Bei einem neu entwickelten ökonomischen Modell werden Fragen der Einkommensverteilung einbezogen und eine verbesserte Modellierung des Bankensystems ermöglicht.
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Moral ist nicht Ethik
Gibt es einen Skandal, treten in
Folge meist schnell Politiker­­Innen
oder andere „Instanzen“ ins Rampenlicht, um die fehlende Moral zu
beklagen und sich im Gegensatz
zu den Skandal-Verursacher­­Innen
selbst möglichst positiv darzustellen. Diese Moralurteile haben im
Sinne der Philosophie nicht viel mit
Ethik zu tun. Denn eine philosophische Analyse setzt voraus, dass
alle relevanten Gesichtspunkte berücksichtigt werden und dass argumentiert wird, und hierbei muss
man sich immer auf ethische Prinzipien beziehen.
„Ein Prinzip wäre etwa, dass eine
Maßnahme abzulehnen ist, wenn
dadurch andere Menschen ohne
ihr Wissen und ihre Einwilligung
einer Gefahr ausgesetzt werden.
Oder dass etwas dann richtig ist,
wenn es den meisten Menschen
zu größtmöglichem Glück verhilft“, sagt o.Univ.Prof. Dr. Volker
Gadenne vom Institut für Philosophie und Wissenschaftstheorie.
Ethik ist also nicht das bloße Erheben moralischer Vorwürfe, sondern die Überlegung, wie man solche Urteile gegebenenfalls begründen kann.
Sich mit Fragen der Philosophie
zu befassen, also auch mit den
Grundlagen von Erkenntnissen,
ist gerade in Zeiten, in denen etwa die Naturwissenschaften und
neuerdings auch die Neurowissenschaften täglich neue Erkenntnisse liefern, von großer Bedeutung. Gibt es eine Seele? Einen
SCHWERPUNKTTHEMA
freien Willen? Und falls es keinen
freien Willen gibt, welchen Sinn
haben dann Strafen? Die einzelnen Wissenschaften beantworten
diese Fragen nicht direkt, die Aufgabe der Philosophie ist, alle Erkenntnisse der Wissenschaften zu
berücksichtigen und zu diskutieren, welche Folgerungen begründet sind und welche nicht.
Nein, meint Gadenne, denn: „Nehmen wir an, Sie h ab en Z a hnschmerzen. Da gibt es eine zeitlang eine elektrische Aktivierung
im Gehirn, und diese ist die Grundlage für den Bewusstseinszustand
des Schmerzes. Das Pochen rechts
oben in Ihrem Mund ist nun aber
ein reales Ereignis, das bei der
Beschreibung der Vorgänge im
Gehirn überhaupt nicht vorkommt
und sich durch seine Erlebnisqualität vom elektrochemischen Ereignis unterscheidet. Somit kann man
Ihr subjektives Schmerzempfinden
nicht allein auf die Gehirntätigkeit
reduzieren.“
In welchem Wirtschafts­
system leben wir?
Über die Finanz- und Wirtschaftskrise nachzudenken ver-
langt eine Vorstellung über das
Wirtschaftssys­tem als Ganzes. Das
Forschungsinstitut für die Gesamtanalyse der Wirtschaft untersucht
kussion über diese „Rettungspakete“ wird meist nicht der Schattenbanksektor erwähnt: ein Bereich, der mindestens ebenso groß
Fonds, Geldmarktfonds oder die
vielen Zweckgesellschaften, die jede große Bank unterhält. Ein Großteil des Schattenbanksektors ist im
„Für die wirtschaftspolitischen Debatten
heute ist es entscheidend, wie Verantwortliche der Europäischen Zentralbank, der
EU-Kommission und der deutschen Regierung über das Wirtschaftssystem denken.
Denn dieses Denken erklärt auch, warum
Teile Europas in die Rezession rutschen. Die
Rezession ist also politisch indiziert. Abhilfe
kann hier nur schaffen, wenn bisher sehr intransparente Bereiche wie die Schattenbanken, ein wichtiges
Subsystem der Wirtschaft, ins Bewusstsein gerückt werden.“
Foto: art+fashion|Mediendienst.com
Gadenne erforscht Fragen des
menschlichen Selbstverständnisses,
die sich auf Grund der neuen Erkenntnisse insbesondere über das
Gehir n stellen. Diese Erkenntnisse machen es nötig, das Bild
von uns neu zu überdenken. Die
Grund­frage ist, ob das Phänomen
des Bewusstseins auf die Gehirn­
tätigkeit – also die rein materielle
Struktur und chemische Prozesse -,
reduzierbar ist.
a.Univ.Prof. Dr. Walter Ötsch
dazu wenig erforschte Teilbereiche
der Wirtschaft. Ein Beispiel ist der
Bankensektor. - Seit 2008 wurden Banken mit Hunderten Milliarden Dollar „gerettet“. In der Dis-
wie der der Banken ist und mit
dem „offiziellen“ und streng regulierten Bankensystem eng verbunden ist. Zum Schattenbanksektor zählen u.a. Private Equity
Weiterer Schwerpunkt am Forschungsinstitut
zur Gesamtanalyse der Wirtschaft:
Ein anderes Projekt widmet sich der Erforschung der Geschichte der deutschsprachigen Nationalökonomie seit
1945. Dabei geht es nicht nur um die inhaltliche Entwicklung von Theorien, sondern auch um ihre wissenssoziologischen Aspekte (wie es z.B. dazu kam, dass die Nationalökonomie einen „Mainstream“ und eine „Heterodoxie“
besitzt) und welchen Einfluss Ökonominnen und Ökonomen auf das Wirtschaftssystem ausgeübt haben.
Graubereich von Steuer- und Regulierungsoasen angesiedelt. „Ein
Teil des Wirtschaftssystems ist auf
diese Weise fast unsichtbar geworden“, meint a.Univ.Prof. Dr. Walter
Ötsch, „wir kennen kaum die Größenordnungen und ihre Einflüsse auf die Krisen der letzten Jahre“. Das Institut hofft, mit den hier
gewonnenen Kenntnissen einen
Beitrag zu der aktuellen Diskussion um Steueroasen leisten zu können, - eine Debatte, die uns noch
viele Jahre beschäftigen wird.
Ötsch sieht sich als institutioneller Ökonom und betrach-
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5
SCHWERPUNKTTHEMA
tet die Wirtschaft als regelgebundenes System. Mit seinen
Mitarbeiter­­Innen am Forschungsinstitut erforscht er die Hintergründe
der Krise 2007 bis 2009 und der
folgenden Euro-Krise inter- und in-
Ideen sind keine Fakten
In den USA sind nicht nur die
Aufdecker des oben erwähnten
Steuer­o asen-Skandals zuhause,
sondern auch eine neue Gruppe von Ideolog­­Innen, die sich Li-
sieren und einschätzen zu können, bedarf es bestimmter Instrumentarien. „Immer wieder werden Ideen als Fakten verkauft, dahinter stecken aber oft nur Inter­
essen bestimmter Gruppen oder
„Die Gesellschaftspolitik hat den sozialen
Ausgleich und politische Stabilität als Ziel.
Wir können Ideen vorschlagen oder auch
bereits getroffene Maßnahmen auf ihre
Wirksamkeit prüfen.“ „Bildung ist nicht nur
Ausbildung. Bildung betrifft den ganzen
Menschen, reflektiert Vergangenes und
bisherige Erfahrungen.“ a.Univ.Prof. Dr. Evelyn Schuster
tradisziplinär und verschränkt dabei Methoden, Fragestellungen
und Erkenntnisse aus Politologie,
Soziologie und Ökonomie.
bertarier nennen und den Staat
zur Gänze ablehnen, also eine Art
Neo-Anarchismus vertreten. Um
politische Ideen wie diese analy-
Vorurteile. Das müssen wir auf
der Basis wissenschaftlicher Forschungen ins gesellschaftliche Bewusstsein holen“, sagt a.Univ.
Prof. Dr. Evelyn Schuster vom Institut für Gesellschafts- und Sozialpolitik. Um hier Stellung beziehen zu können, muss man die
Wertebasis von politischen Ideen
und Ideologien analysieren.
„Die Krise der gegenwärtigen Gesellschaften liegt darin, dass die
Logik, nach der sich ein Markt­
system entwickelt, mit den Bedürfnissen der Menschen nach einem
lebenswerten und sinnvollen Leben nicht vereinbar ist“, sagt
Schuster. „Das ist die Situation,
die wir in den letzten Jahren mit
zunehmender Beklemmung beob­
achten.“ Wenn ein Marktsystem,
das eigenständig funktioniert und
keine Kategorien wie „Gerechtigkeit“ kennt, immer mehr Menschen aus dem Produktionsprozess ausgliedert, die Zahl der Arbeitslosen immer weiter steigt, ist
nur der Wohlfahrtsstaat imstande,
SCHWERPUNKTTHEMA
einen Ausgleich zu schaffen. „Die
hohe Jugendarbeitslosigkeit in Südeuropa ist ein politisches Pulverfass, ein Sprengsatz, der auch
heute wieder zu antidemokratischen Systemen führen kann“,
Gräser selbst ist Experte für nord­
amerikanische Geschichte, arbeitet derzeit am Nordamerika-Band
für die Neue Fischer-Weltgeschichte. Verträge mit renommierten und
weltweit tätigen Verlagen, wie in
Gräser will unter dem Stichwort
„defekte Imperien“ in einem geplanten Projekt auch untersuchen,
wie die USA und die Habsburgermonarchie jeweils mit desintegrierenden Tendenzen umgegangen
„Man hört oft: ‚Die Dinge werden immer
schlimmer, früher war alles besser’, aber das
Gegenteil ist der Fall: Die Dinge werden immer besser! Wohlstand und Chancen sind
über die Generationen gewachsen, müssen
aber auch verteidigt und gerecht ausgebaut
werden.“ Univ.Prof. Dr. Marcus Gräser
sagt Schuster. „Für das Funktionieren von Gesellschaften sind
staatliche Integrationsleistungen
erforderlich, denn Menschen finden sich nicht einfach damit ab,
durch den Markt ausgegliedert zu
werden. Niemand steht freiwillig
am Rand!“ Insofern sieht Schuster
auch den Wohlfahrtsstaat als unverzichtbar an.
Globalisierung ist nichts
Neues
Internationale Forschungszusammenarbeit, wie oben erwähnt, ist
heute Standard und als Zeichen
einer Zeit zu sehen, in der die Globalisierung weit fortgeschritten
ist, was vielfach auch Ängste auslöst.
Hier hilft ein Blick in die Geschichte, um zu sehen: „Globalisierung
ist nichts Neues, wir sind jetzt nur
in einer neuen Phase“, wie Univ.
Prof. Dr. Marcus Gräser vom Institut für Neuere Geschichte und
Zeitgeschichte erläutert. „Es ist
deshalb wichtig, nicht nur die Probleme, sondern auch die Chancen aufzuzeigen, die sich durch
die Globalisierung bieten.“ Durch
Wissensvermittlung können
Historiker­­Innen ganz allgemein
Menschen dazu verhelfen, ihre Situation besser zu begreifen, und
zu verstehen, wie weit sie mit anderen verbunden sind.
diesem Fall mit dem S. Fischer Verlag, sorgen in den Geistes- und
Kulturwissenschaften für hohe Aufmerksamkeit, hier geht es
um große Auflagen und Übersetzungen in andere Sprachen.
sind. Die USA haben jedenfalls Instrumente zur Stabilisierung erfolgreicher eingesetzt: die Partizipationschancen wurden erhöht –
Mitbestimmung für möglichst breite gesellschaftliche Schichten –,
wirtschaftliche Dynamik stimuliert
und mit einer Fülle an Symbolen
Identifikationsangebote geschaffen. „Dieses Wissen aus dem Vergleich früherer defekter Imperien
kann natürlich auch für heutige
Formen supranationaler Zusammenschlüsse aufschlussreich sein“,
sagt Gräser.
Was eine allfällige Krise des heutigen Wohlfahrtsstaats betrifft,
bleibt der Historiker, der auch Veröffentlichungen zur Geschichte
des Wohlfahrtsstaats vorgelegt
hat, eher gelassen: „Der Wohlfahrtsstaat ist eine Korrektur des
Kapitalismus, die auf Basis der unterschiedlichen staatlichen Traditionen eingeführt wurde. Demokratie und Wohlfahrtsstaat sind enge Verbündete, soziale Sicherheit
sichert auch die Loyalität der Bürger. Der Wohlfahrtsstaat ist quasi
die Innenausstattung des modernen Staates.“
Weitere Schwerpunkte am Institut
für Gesellschafts- und Sozialpolitik:
� Sozialpolitik: Wissenschaftliche Klärung, inwieweit die bedarfsorientierte Mindestsicherung, die anstelle der
Sozialhilfe eingeführt wurde, die gesetzten Ziele – einheitliche Mindestsicherung, Bekämpfung von Armut,
Vermeidung von sozialem Ausschluss und Förderung der Wiedereingliederung ins Erwerbsleben – erreicht.
� Vergleichende Politikforschung, Familien- und Gesundheitspolitik innerhalb der Sozialpolitik: Dabei werden politische Entscheidungsprozesse genau verglichen und der Einfluss von Politikinhalten auf Ergebnisse
von Entscheidungen untersucht. In einem aktuellen Projekt macht Univ.Prof. Dr. Margitta Mätzke vergleichende Diagnosen zum aktuellen Paradigmenwechsel in der Familienpolitik in vielen europäischen Ländern.
Ein weiteres internationales Projekt beschäftigt sich mit den Veränderungen in den Governance Mechanismen der Gesundheitssysteme Deutschlands, Großbritanniens und der USA. „Wir sehen hier einen Trend zu
immer weiter reichender staatlicher Intervention und untersuchen, inwieweit sich hierfür eine Erklärung finden lässt“, sagt Mätzke.
Forschungsschwerpunkte am Institut
für Neuere Geschichte und Zeitgeschichte:
Die Forschungsschwerpunkte sind breit gestreut: von klassischer österreichischer Zeitgeschichte über die Beziehung Europas und Asiens in der frühen Neuzeit bis zur Geschichte Afrikas. „’Lokal lehren, global denken’ ist für
uns also mehr als nur ein Schlagwort“, sagt Gräser. Globalgeschichte ist ein Auftrag des Instituts, dem auch in
den Lehrveranstaltungen nachgekommen wird, und weitere Internationalisierung durch internationale Kontakte
steht auf der Tagesordnung.
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Nachwuchswissenschafter
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Schrödinger-Stipendium für Numerischen Mathematiker
Mathematik ist (fast) alles
Die Begabung für die Mathematik wurde ihm von den Eltern praktisch in die Wiege gelegt, und sie bleibt in seinem Leben eine Konstante, der er gerne folgt und die ihn nun über ein Schrödinger-Stipendium bis Oxford geführt hat: Dr. Stefan Takacs ist in der Numerischen Mathematik zuhause, einem der jüngeren Gebiete der Mathematik, in dem es noch viel zu erforschen gibt.
B
ereits im Gymnasium zeigte
sich das mathematische Talent
von Takacs bei der Teilnahme an
mehreren Mathematik-Olympiaden. Für ein Studium wären zwar
auch Physik oder Informatik in Frage gekommen, dass es dann doch
Mathematik wurde, hängt wohl
auch mit dem elterlichen Vorbild
zusammen: „Mein verstorbener
Vater war Mathematiker und meine Mutter ist Mathematikerin, für
mich war das also nichts Außergewöhnliches.“
Das Doktorat absolvierte Takacs im
Rahmen des Doktoratskollegs Computational Mathematics an der JKU.
Obwohl er nach der Diplomarbeit
bereits ein Jobangebot eines Industrieunternehmens in der Tasche
hatte, entwickelte sich die Karriere
doch in Richtung Wissenschaft.
Mit dem Erwin Schrödinger-Auslandsstipendium sind die nächsten
drei Jahre wissenschaftlicher Arbeit in jedem Fall gesichert, wobei ein Jahr in Oxford, ein Jahr in
Chemnitz und ein „Rückkehr-Jahr“
als Post-Doc an der JKU am Institut
für Numerische Mathematik geplant sind.
Partielle Differentialgleichungen als Schwerpunkt
Im Rahmen seines Stipendiums
vertieft Takacs seine Forschung an
der Schnittmenge von zwei Bereichen: PDE-Constrained Optimization und Mehrgitterverfahren
(Multigrid Methods). Bei der PDEConstrained Optimization geht
es um die Lösung von Optimierungsproblemen, bei denen die
Lösung eine bestimmte partielle
Differential­g leichung – die etwa
einen physikalischen Zusammenhang mathematisch modelliert –
erfüllen soll. „Ein praktisches Beispiel dafür wäre die Optimierung
der Form eines Flügels dahingehend, dass möglichst wenig Reibung entsteht“, berichtet Takacs
von Erfahrungen aus einem seiner
Auslandsaufenthalte. Allerdings
geht es ihm selbst weniger um
praktische Problemstellungen, sondern um den theoretischen Unterbau und die Entwicklung schneller
Verfahren zur Berechnung von Näherungslösungen.
Hier ist für Takacs das Mehrgitterverfahren die Methode der Wahl:
Während normalerweise bei der
Finite-Elemente-Methode (FEM)
nur ein einziges Gitter betrachtet
wird, wird hier eine ganze Hierarchie von Gittern – von einem sehr
groben Gitter bis zu einem sehr
feinen Gitter – verwendet. Man
kann nun einen Lösungsalgorithmus konstruieren, der diese Gitter
in gewisser Weise geschickt kombiniert und sehr schnell eine Näherungslösung für das Problem
am (schlussendlich interessanten)
feinsten Gitter berechnet.
Takacs möchte mit seiner Forschungstätigkeit nicht nur die Methoden am PC implementieren
und ausprobieren. Eines seiner anspruchsvollsten Forschungsziele
ist, auch theoretisch zu beweisen,
dass diese Methoden für alle möglichen Eingabewerte immer zum
richtigen Ergebnis führen.
Zur Person
Dr. Stefan Takacs
Institut für Numerische Mathematik
Forschungsschwerpunkte:
PDE-constrained optimization,
multigrid methods
Kontakt:
Kooperationen
In Oxford arbeitet Takacs mit mehreren Doktorand­­Innen seines betreuenden Professors zusammen.
Auslandsaufenthalte, wie er sie
auch vor dem Schrödinger-Stipendium schon in Trier, Oxford und
Chemnitz absolviert hatte, schätzt
Takacs für die Weiterentwicklung
als sehr wichtig ein: „Im persön-
Erwin-Schrödinger-Auslandsstipendium
Erwin-Schrödinger-Auslandsstipendien werden vom Wissenschaftsfonds FWF an hochqualifizierte Wissenschafter­­
Innen aller Fachdisziplinen aus Österreich vergeben. Die Anträge werden international begutachtet. Durch ein
Schrödinger-Stipendium soll die Mitarbeit an führenden Forschungseinrichtungen im Ausland gefördert werden
und der Zugang zu neuen Wissenschaftsgebieten, Methoden, Verfahren und Techniken erleichtert werden. Die
Stipendien werden für maximal zwei Jahre mit maximal einem Jahr Rückkehrphase vergeben.
Dr. Stefan Takacs
Mail: [email protected]
lichen Gespräch ist es einfach viel
effizienter möglich, Inhalte zu vermitteln und sich auszutauschen.
Und es ist interessant, andere Forschungsgruppen in ihrem Umfeld
kennen zu lernen.“
Für die Erkundung der Umgebung in Oxford wird wohl auch
noch etwas Zeit bleiben, besonders schwärmt Takacs von den teils
700 Jahre alten Dining Halls in den
38 Colleges der University of Oxford und den Dinners, für die „die
Köchinnen und Köche fast schon
eine Haube verdienen würden“.
JKU | UNIVATIONEN 2/13
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JKU | UNIVATIONEN 2/13
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D
enn in einem funktionierenden Gemeinwesen darf
es einfach nicht passieren, dass jemand über Jahre falsch agiert und
niemand es mitbekommt. „Wir
haben kein hinreichend wirkungsvolles System, um die tatsächlichen
Schulden einer öffentlichen Gebietskörperschaft realistisch abzubilden“, sagt Univ.Prof. Dr. Dennis
Hilgers vom Institut für Public und
Nonprofit Management, der sich
mit diesem Thema intensiv auseinandersetzt. „Unser Haushaltsund Rechnungswesen beruht
noch immer auf der Kameralistik,
der ‚einfachen’ Buchführung, die
noch aus der Schatz-‚Kammer’ des
Mittelalters stammt. Wer nicht
weiß, wie verschuldet er überhaupt ist, wird aufgrund mangelnder Informationslage höchstwahrscheinlich die falschen Entscheidungen treffen. Dies gilt für Derivategeschäfte genauso wie für öffentliche Pensionslasten.“
Doppik einführen
Abhilfe kann ein Blick auf das
kaufmännische Rechnungswesen der Unternehmen schaffen,
die vom Gesetzgeber angehalten
sind, ein wesentlich valideres Bild
über die tatsächliche Finanz-, Vermögens- und Ertragslage der eigenen Organisation zu erstellen. Und
auch auf europäischer Ebene haben bereits etliche öffentliche Gebietskörperschaften die doppelte
Buchführung (Doppik) auf Landesoder lokaler Ebene als neues Informationssystem implementiert
und steuern damit ihre Haushalte
transparenter.
Ebenso wurden in Deutschland die
Gemeinden mehrheitlich auf die
Doppik umgestellt, und eine Umfrage von Hilgers unter Kämmerern von deutschen Landkreisen
und Gemeinden mit über 20.000
Einwohner­­Innen ergab, dass sie
als Entscheidungsbefugte einen
eindeutigen Mehrwert in der Doppik sehen, auch wenn die Umstellung mit Kosten und Schulungsaufwand verbunden ist. Vorteile
werden vor allem im Bereich der
Transparenz, der Steuerungsfähigkeit und der Generationengerechtigkeit gesehen.
Durch die Doppik wird es erstmals möglich, zu erkennen, wie
Aktuelle Forschungsprojekte:
� Reform des öffentlichen Haushalts- und Rechnungswesens
in Hessen
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Verwaltung durch neue Formen der Transparenz und Bürger­­
Innenbeteiligung
� Innovationsbarrieren bei Reformprojekten im New Public
Management
hoch das Vermögen einer Stadt
oder eines Landes ist (Flurstücke,
Gebäude, Kanäle, etc.) und vor
allem, wie sich dieses Vermögen
im Zeitablauf verändert, wenn sich
durch Verschleiß und Abnutzung
der Wert reduziert. „Wenn Sie
heute über eine Straße mit lauter
Schlaglöchern fahren oder an einer Schule vorbeikommen, bei der
schon der Putz herunterbröckelt,
dann ist Ihnen wahrscheinlich klar,
dass hier bald Sanierungsarbeiten
anstehen.
Die nötigen Mittel für Instandhaltung oder Ersatzinvestition als
Maßnahmen gegen den Ressourcenverzehr tauchen aber in der
öffentlichen Buchführung nicht
auf. Von Instandhaltungsrücklagen oder Ertüchtigungsbudgets
ganz zu schweigen“, sagt Hilgers.
Ähnliche Informationsdefizite gibt
es in der Bewertung der Schulden. Nirgends tauchen im Rechnungswesen der Österreichischen
Bundesländer die Verpflichtungen
zu Pensionszahlungen der Beamt­­
Innen oder auf Bundesebene die
Bürgerschaften zur Eurorettung
systematisch auf. Rückstellungen
sind im österreichischen Public
Sektor ein Fremdwort.
Kommt EU-Richtlinie?
Allerdings kommt langsam Bewegung in die Debatte, da die Europäische Kommission nun ein Papier vorgelegt hat, in dem diskutiert wird, den EU-Mitgliedsländern die doppelte Buchführung
auf Staatsebene vorzuschreiben
(sog. EPAS, European Public Sector
Accounting Standards, siehe auch
www.epsas.at). Ob dies in Form
Zur Person
Univ.Prof. Dr. Dennis Hilgers
Institut für Public und Nonprofit
Management
Forschungsschwerpunkte:
Reform des öffentlichen Haushalts- und Rechnungswesens,
Öffentliche Rechnungslegungsstandards, Public Financial and
Performance Management
Kontakt:
Dennis Hilgers
Tel.: 0732 2468-4400
Mail: [email protected]
Web: www.pnp.jku.at
einer Richtlinie von der Kommission tatsächlich beschlossen wird, ist
zwar derzeit noch offen (Deutschland betreibt auf Bundesebene
selbst die Kameralistik und hat im
Rat eine entscheidende Stimme),
„allerdings ist die Diskussion um
ein vergleichbares, harmonisiertes öffentliches Rechnungswesen
sehr zu begrüßen“, sagt Hilgers.
Denn wenn Mitgliedsstaaten, wie
es derzeit der Fall ist, füreinander haften und Schulden
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11
SOWI
übernehmen, mag es von Interesse sein, wie desolat die Finanzverfasstheit bzw. wie ausfallgefährdet ein Schuldnerstaat wirklich ist. Die Finanzkrise hat ebenso
gezeigt, dass die klassischen Formen der Berichterstattung in Form
der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung und deren Meldung an
Eurostat dysfunktional ist, eben
weil Elemente wie Pensionslasten
systematisch ausgeklammert sind.
Österreich hinkt nach
„Es ist überaus begrüßenswert,
dass Österreich die Einführung der
Doppik auf Bundesebene in Angriff genommen hat und in Kürze eine Eröffnungsbilanz präsentieren wird“, sagt Hilgers. Kommt
die EU-Richtlinie, wird dies auch
Auswirkungen auf die Bundesländer und wahrscheinlich auch
auf die Gemeinden haben – mit
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JKU | UNIVATIONEN 2/13
einem großen Geschäftsfeld
für Wirtschaftsprüfer­­Innen und
Berater­­Innen, die bei der Umstellung unterstützen (Conversion),
und mit Möglichkeiten für Begleit-
forschung. „Die Einführung der
Doppik wird Fehlsteuerung nicht
verhindern“, sagt Hilgers, „macht
dies aber schwieriger und transparenter. Die Konzeptionierung
von intelligenten, auf öffentlichen
Bilanzen basierenden Schuldenbremsen wird eine Herausforderung für die nächsten Jahre darstellen.“
Xxxxxxxxxxx
RE
Lichtverschmutzung – ein neues Umweltphänomen
Unsere Welt - rund um die Uhr geöffnet!
Aufgrund effizienter Technik kann heute mit relativ wenig Strom viel Licht freigesetzt werden. Das verleitet zum
verschwenderischen Umgang mit künstlichem Licht, die so genannte Lichtverschmutzung wird daher immer breiter diskutiert. Während manche Länder sich dieses Umweltproblems bereits mit eigenen Regelungswerken angenommen haben, steht Österreich hier noch am Anfang. Derzeit wird am Institut für Umweltrecht an einer Grundlagenstudie dazu gearbeitet.
U
nter Lichtverschmutzung
oder auch „Lichtsmog“ versteht man Beleuchtung mit künstlichem Licht, die Bereiche erhellt,
die man nicht erhellen will oder gegen den Willen anderer erhellt. Dies
führt zu zahlreichen Problemen:
denn zu wenig Licht am Tag und
zu viel Licht in der Nacht führt zu
Störungen des Tag-Nacht-Rhythmuses. Die Freisetzung des Ruheund „Reparatur“hormons Melatonin erfolgt nicht mehr wie vorgesehen, Schlafstörungen und erhöhtes Krebsrisiko sind die gesundheitlichen Folgen. Durch die Lichtverschmutzung werden auch nachtaktive Insekten, Frösche und Fleder­
mäuse beeinträchtigt, ebenso Zugvögel, die durch Skybeamer und
beleuchtete Hochhäuser abgelenkt werden. In nachts beleuchteten Städten ist es auch kaum mehr
möglich, Astronomie zu betreiben.
Rechtliche Definitionen
differieren
Länder wie Tschechien, Slowenien,
Südtirol, die Schweiz und Liechten-
stein haben sich dieses Umweltproblems mit eigenen Regelungswerken bereits angenommen. Die
rechtlichen Definitionen der Lichtverschmutzung und Instrumente,
die zur Vermeidung derselben eingesetzt werden, differieren stark
von Land zu Land. In Österreich
sind in diesem Bereich die Umwelt­
anwaltschaften Vorreiter, indem
sie für das Grundproblem sensibilisieren. Auch im Land OÖ besteht
eine Arbeitsgruppe, die sich dem
Thema Lichtverschmutzung interdisziplinär (Medizin, Physik, Beleuchtungstechnik, Chemie, Polizei) widmet.
Beleuchtung - zielgerichtet
Am Institut für Umweltrecht an der
JKU wird derzeit im Auftrag der
OÖ Umweltanwaltschaft an einer
rechtlichen Grundlagenstudie für
Österreich in diesem Bereich gearbeitet, die bis Herbst 2013 abgeschlossen sein soll. Ziel ist die Erarbeitung eines Rechtsrahmens, der
sich gegen Beleuchtung ohne sinnvolle Beleuchtungszwecke wendet
und dadurch zur künstlichen Erhellung des Nachthimmels beiträgt.
„Wir arbeiten an einem wissenschaftlichen Entwurf für ein Bundes­
immissionsschutzgesetz – Licht und
ein Landes­immissionsschutzgesetz –
Licht“, sagt Univ.Prof. Dr. Ferdinand
Kerschner, Vorstand des Instituts
für Umweltrecht. Derzeit sind belästigende Lichtimmissionen Gegenstand des öffentlichen Anlagenzulassungsregimes und des privaten
Immissionsabwehranspruchs. Daneben gibt es europäische Normen
und ÖNORMEN-Normen, die einen bestimmten Mindest-Standard
für die Beleuchtung regeln, aber
nicht verbindlich sind. Univ.Prof. Dr.
Nicolas Raschauer, der sich mit der
Aufarbeitung der maßgeblichen
Kompetenzlage für einen entsprechenden Rechtsrahmen beschäftigt hat, sieht deshalb „rechtlich ein
Kompetenzproblem, das es in den
Griff zu bekommen gilt“.
Was ist ortsüblich?
„Der OGH hat bereits mehrfach
ausgesprochen, dass jede Form von
Licht – sowohl künstliches als auch
natürliches, das zum Beispiel von
Metalldächern reflektiert wird – unter den Voraussetzungen der Ortsunüblichkeit der Immission und der
wesentlichen Beeinträchtigung des
betroffenen Nachbarn abgewehrt
werden kann. Das Problem ist, dass
die zunehmende sinnlose Beleuchtung des Nachthimmels durch Skybeamer, Reklamewände etc. dazu
führt, dass Lichtimmissionen ortsüblich werden können“, sagt Univ.
Zur Person
Univ.Prof.
Dr. Ferdinand
Kerschner
Univ.Prof.
Dr. Erika
Wagner
Institut für
Umweltrecht
Institut für
Umweltrecht
Forschungsschwerpunkte:
Nachbarrecht, Immissionsschutzrecht, Klimaschutzrecht,
Natura 2000, Umwelthaftungs­
recht, Gentechnikrecht, Atomhaftungsrecht, Vertrags­
umweltrecht, Verkehrsrecht,
Wasserrecht
Kontakt:
Univ.Prof. Dr. Erika Wagner
Tel.: 0732 2468-3571
Mail: [email protected]
Prof. Dr. Erika Wagner vom Institut
für Umweltrecht. Die Folge: der privatrechtliche Rechtsschutz ist trotz
wesentlicher Beeinträchtigung dann
abgeschnitten. „Sicherheit bleibt
natürlich oberste Priorität“, betont
Wagner, „denn es geht ja nur darum, eine bessere zielgerichtete Beleuchtung zu erhalten“.
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13
TNF
Motorenproduktion: Probleme früh erkennen und richtig einschätzen
Qualitätsmanagement
durch automatisierte Analyseverfahren
Wird in einem Unternehmen ein Produkt in hohen Stückzahlen produziert, muss die Reaktionszeit zwischen der
Identifizierung eines Problems beim ausgelieferten Produkt und dem Ergreifen von Maßnahmen in der Produk­
tion möglichst gering sein, um Folgekosten niedrig zu halten. Das FAW-Institut der JKU hat für das BMW Quali­
tätsmanagement ein automatisiertes Analyseverfahren entwickelt, um dieses Optimierungspotenzial bei der
Motorenproduktion zu nutzen.
Zur Person
D
amit soll der hohe Qualitätsanspruch von BMW, nämlich
auch bei steigenden Produktionszahlen bestmögliche Qualität am
Markt bieten zu können, erfüllt
werden.
Bei der Kooperation des Instituts für
Anwendungsorientierte Wissensver-
arbeitung, FAW, mit der BMW Motoren GmbH Steyr, dem weltweit
größten Motorenwerk der BMW
Group und konzernweiten Kompetenzzentrum für die Entwicklung
aller BMW Dieselmotoren, werden
Konzepte und Methoden entwickelt und umgesetzt, um zielgerichtet und zeitnahe einen Zusammen-
hang zwischen den ausgelieferten
Produkten und den protokollierten
Produktionsdaten herzustellen. Dafür müssen alle relevanten Daten
über die betrachtete Prozesskette
lückenlos verknüpft werden. In einer komplexen und für die Größe
eines Konzerns typisch heterogenen
Informationssystemlandschaft muss
a.Univ.Prof. Dr.
Wolfram Wöß
Institut für Anwendungs­
orientierte Wissensverarbeitung, FAW
Forschungsschwerpunkte:
Intelligente Informationssys­
teme, Semantische Informationsintegration, Semantic Web,
Wissensbasierte Systeme, Datenmodellierung, Context and Semantic Awareness, Accessibility,
E-Business Systeme
Kontakt:
a.Univ.Prof. Dr.
Wolfram Wöß
Tel.: 0732 2468-4184
Mail: [email protected]
www.faw.jku.at
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JKU | UNIVATIONEN 2/13
Überblick über den Analyseprozess: von der Feststellung signifikanter Fehler über Auswertungen zu den betroffenen Motoren, bis hin zur Bestimmung von relevanten technischen
Änderungen.
Xxxxxxxxxxx
TNF
dazu eine Middleware mit MetaInformationen angereichert werden. Das bedeutet, dass in einer
übergeordneten Ebene, der Middle­
ware, eine globale Sicht der relevanten Daten, ihrer Zusammenhänge und ihrer Bedeutungsbeschreibung erstellt wird. Anschließend
werden die Daten mit Data Mining Methoden ausgewertet, also
statistische und intelligente Methoden systematisch angewendet, um
bisher verborgene Zusammenhänge zu erkennen und davon Informationen und Wissen abzuleiten.
Damit sollen frühzeitig potenziell
auftretende Probleme erkannt und
parallel dazu auch deren Relevanz
bewertet werden.
QSTEYR
Das vom FAW entwickelte QSTEYR
(Qualität BMW Steyr) ist ein System,
das diese Aufgaben für die Dieselmotoren der BMW Motoren GmbH
Steyr erfüllt, indem es pro-aktiv eintreffende Fehlerberichte analysiert
und gegebenenfalls dem Benutzer
einen kritischen Trend aufzeigt. Anschließend wird die Problemursache
schrittweise eingegrenzt, um technische Änderungen, die einen Fehler
verursacht haben könnten, unmittelbar zu bestimmen.
Neben diesem automatisierten Analyseverfahren werden nun zusätzliche Funktionen entwickelt, mit
deren Unterstützung der Benutzer selbst anlassbezogene Analysen
spezifizieren und ausführen kann,
deren Ergebnisse strukturiert und
grafisch aufbereitet zur Verfügung
gestellt werden. Sowohl bei den periodischen als auch bei den anlassbezogenen Analysen wird der Benutzer durch weitgehend automatisierte Analyseschritte unterstützt.
Q-AURA
Als Weiterentwicklung von
QSTEYR wird Q-AURA (Qualitäts-
auffälligkeiten und Ursachenanaly­
se) konzipiert und umgesetzt. Neben der Erweiterung auf die Benzinmotoren der BMW Motoren
GmbH werden die Analyse- und
Auswerte­m öglichkeiten auf zwei
weitere BMW Standorte ausgedehnt (Motorenproduktion in
München und Hams Hall).
In einem weiteren Entwicklungsschritt werden die bereits erarbeiteten und eingesetzten Data Mining- und Analyseverfahren hinsichtlich Früherkennung und Verbesserung der Genauigkeit optimiert und verfeinert.
Houska-Preis für Biophysik
Mit der Entwicklung ultrasensitiver, stabiler und einfach handzuhabender Sensoren für die Rasterkraftmikro­
skopie erreichte das Institut für Biophysik bei der Vergabe des diesjährigen Houska-Preises den dritten Platz. Die
Sensoren wurden unter der Leitung von Assist.Prof. Dr. Andreas Ebner von der Abteilung für Angewandte Experimentelle Biophysik gemeinsam mit dem Unternehmen SCL-Sensortech entwickelt.
D
as Institut für Biophysik an
der Johannes Kepler Universität Linz arbeitet seit Jahren sehr erfolgreich an verschiedensten biophysikalischen Fragestellungen. Mit
der Entwicklung der Rasterkraftmikroskopie-Messnadel zu einem intelligenten, stabilen und zusätzlich noch sensitiveren biologischen
Einzelmolekül Sensor können zwei
Kerntechniken im Bereich der biologischen Rasterkraftmikroskopie
nun noch wesentlich breiter angewendet werden als bisher.
Und zwar einerseits in der Erkennungskraft Einzelmolekül Spektroskopie, mit der Energielandschaften
von Rezeptor Ligand Wechselwirkungen und damit noch unklare
Mechanismen biologischer Interaktionen auf molekularer Ebene
aufgeklärt werden können, so-
wie andererseits in der von Univ.
Prof. Dr. Peter Hinterdorfer am Institut für Biophysik entwickelten
und mittlerweile weltweit verbreiteten Erkennungsmikroskopie, die
die Visualisierung von biologischen
Oberflächen wie Proteinschichten
und Zellen mit Nanometer-Auflösung bei gleichzeitiger Lokalisierung von Ligand-Bindungsstellen
möglich macht und damit einen
wesentlichen Beitrag zur Aufklärung von physiologischen Prozessen mit einem hohen Potenzial in
der medizinisch-diagnostischen Anwendung leistet.
hoher Anerkennung – der HouskaPreis ist Österreichs größter privater
Forschungspreis und wird jährlich
von der B&C Privatstiftung vergeben - ein Preisgeld von 40.000 Euro
ein.
Der 3. Platz brachte dem Projekt
„Small Cantilevers, Intelligent Piezo Control Hardware and Easy Tip
Functionalization: Steps to Increase
the Usability of a Conventional
Atomic Force Microscope” neben
Verleihung des Houska-Preises, im Bild v.l.n.r.: Mag. Georg
Bauthen, Stv. des Vorsitzenden des Aufsichtsrates B&C; Dr.
Ernest Fantner, SCL Sensor Tech; Sabine Weich, JKU Biophysik,
Masterstudentin; Dr. Michael Leitner, Center for Advanced
Bioanalysis; Assist.Prof Dr. Andreas Ebner; Dr. Erich Hampel,
Vorsitzender des Aufsichtsrates B&C; Dr. Wolfgang Hofer,
Vorstandsmitglied B&C Privatstiftung
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Ausgewählte aktuelle Forschungsprojekte
Europäische Kommission:
„„ Assist.Prof. Dr. Roland
Atz­müller, Abteilung Theo­
retische Soziologie und
Sozialanalysen:„SOCIETY: Social Innovation - Empowering the Young
(SocIEtY) for the Common Good”
Bewilligter Betrag: 110.000- Euro
Laufzeit: bis 31.12.2015
„„ Univ.Prof. Dr. Alois Ferscha,
Institut für Pervasive Computing:
„FOCAS Organisation, Coordination
And Support”
Bewilligter Betrag: 64.200- Euro
Laufzeit: bis 31.12.2015
Fonds zur Förderung
wissenschaftlicher Forschung, FWF:
„„ Kousik Chandra PhD, Institut
für Organische Chemie: „Noise detected two dimensional NMR”
Bewilligter Betrag: 141.220- Euro
Laufzeit: bis 28.2.2015
„„ Ass.Prof. Dr. Stefan Müllegger,
Abteilung für Festkörperphysik,
Priv.Doz. Dr. Wolfgang Schöfberger, Institut für Anorganische Chemie - Center for Nanobionics and
Photochemical Sciences (CNPS):
„High-Valent Metal Tetrapyrroles
for Surface-Supported Catalysis“
Bewilligter Betrag: 319.712- Euro
Laufzeit: bis 28.2.2016
„„ Univ.Prof. Dr. Norbert Müller,
Institut für Organische Chemie:
„NMR Investigations of MAGnetization-Induced Non-linear Effects
(IMAGINE)“
Bewilligter Betrag: 325.007- Euro
Laufzeit: bis 30.4.2016
„„ Assist.Prof. Dr. Irene TiemannBoege, Institut für Biophysik:
„Erhöhte Mutationsvererbung
durch ältere Männer“
Bewilligter Betrag: 317.000- Euro
Laufzeit: bis 1.4.2016
„„ Priv.Doz. Dr. Petro Yudytskiy,
Abteilung für Dynamische Systeme
und Approximationstheorie:
„Hardyräume in Kotani-Last und
anderen Spektralproblemen“
Bewilligter Betrag: 281.600- Euro
Laufzeit: bis 31.3.2016
Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft, FFG:
„„ Univ.Prof. Dr. Bernhard Zagar,
Institut für Elektrische Messtechnik: „Verfahren zur zerstörungsfreien Detektion von subkutanen
Metallisierungsdefekten“
Bewilligter Betrag: 281.600- Euro
Laufzeit: bis 31.12.2015
Deutsche Forschungsgemeinschaft
DFG
„„ Univ.Prof. Dr. Armando Rastelli,
Abteilung für Halbleiterphysik:
„Thermoelectric Properties of SelfAssembled Nanocrystals in Semiconductor Matrix: Experiment and
Theory“
Bewilligter Betrag: 126.300- Euro
Laufzeit: bis 31.3.2016
Österreichische Post AG. Info.Mail Entgelt bezahlt –
Bei Adressänderung bitte um Mitteilung an: [email protected]
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Bundesministerium für Wirtschaft,
Familie und Jugend
„„ a.Univ.Prof. Dr. Heinz Prammer,
Institut für Betriebliche und Regionale Umweltwirtschaft: „Power to
Gas - Wasserstoffgewinnung“
Bewilligter Betrag: 90.000- Euro
Laufzeit: bis 31.3.2014
Österreichischer Austauschdienst,
ÖAD:
„„ a.Univ.Prof. Dr. Werner
Retschitz­egger, Abteilung für ko­
operative Informationssysteme, Institut für Anwendungsorientierte
Wissensverarbeitung: „Analysis of
computational grids efficiency via
Colored Petri Nets“
Bewilligter Betrag: 12.000- Euro
Laufzeit: bis 31.12.2014
„„ Univ.Prof. Dr. Evelyn Buckwar,
Institut für Stochastik: „Approximations to Hybrid Stochastic
Systems“
Bewilligter Betrag: 6.000- Euro
Laufzeit: bis 31.12.2014
„Stability Issues in Computation of
Stiff Stochastic Differential
Equation Systems“
Bewilligter Betrag: 5.860- Euro
Laufzeit: bis 31.5.2015
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