Konsistenzsysteme

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Sozialpsychologie 2
Konsistenzsysteme
Sozialpsychologie
Konsistenztheorien 1
Einstellungen sind zumeist nicht isoliert, sondern miteinander verbunden.
Vollständige oder teilweise verbundene (kognitive) Inhalte nennt man
Kognitives System.
•! Konsistente kognitive Systeme: Elemente passen gut zusammen. Sie sind
spannungsfrei und angenehm. Sie sind stabil und relativ schwer zu ändern.
•! Inkonsistente kognitive Systeme: Elemente widersprechen sich, erzeugen
Spannungen, sind unangenehm, instabil und tendieren zu spontanen
Veränderungen.
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Postulat:
Kognitive Systeme folgen einem homöostatischen Prinzip.
Inkonsistente kognitive Systeme werden in konsistente Systeme
übergeführt.
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Heiders (1946, 1958) Balancetheorie
Kognitive Elemente:
Spezifische Einstellungsobjekte, klar unterscheid-bare
Bewusstseinsinhalte
2 Arten von Beziehungen:
1.! Einheitsrelation (unit-relations): sachliche Aspekte
2.! Wertrelationen (sentiment-relations): bewertende bzw. gefühlshaltige
Aspekte
Beide Beziehungsarten können entweder positiv oder negativ sein.
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•! Positive Einheitsrelation: sachliche Aspekte, Elemente
gehören zusammen, bilden eine Einheit, Ähnlichkeit,
räumliche oder zeitliche Nähe, Kausalität, Besitz
•! Negative Einheitsrelation: Trennung, Gegensatz zweier
Elemente
•! Positive Wertrelation: Lieben, schätzen, bewundern,
mögen.
•! Negative Wertrelation: Ablehnen, hassen, fürchten
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Analyse von zwei-elementigen Strukturen:
•! Eine zwei-elementige Struktur ist dann balanciert, wenn alle in ihr
vorhandenen Relationen das gleiche Vorzeichen haben (d.h. alle
positiv oder alle negativ sind).
•! Eine zwei-elementige Strukur ist dann nicht balanciert, wenn die
beiden Relationen ungleiche Vorzeichen besitzen.
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Analyse von drei-elementigen Strukturen:
Verzicht auf die Unterscheidung von Einheits- und Wertrelationen.
Definition:
Eine dreielementige Struktur ist dann balanciert, wenn entweder keine
oder zwei negative Relationen vorhanden sind.
Sie ist nicht balanciert, wenn eine oder drei negative Relationen
bestehen:
! 8 Grundtypen (4 balanciert, 4 nicht balanciert)
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Verallgemeinerung der Balancetheorie
Cartwright & Harary (1956):
Verallgemeinerung auf mehr als drei Elemente.
Substrukturen (Semizyklen) einer komplexen Struktur werden gebildet
und auf ihre Balanciertheit überprüft.
Semizyklus: Ein geschlossener Linienzug.
Ein Semizyklus ist balanciert, wenn er eine gerade Anzahl von negativen
Relationen enthält.
Beispiel:
„Ich schätze meinen Freund A sehr; er ist intelligent und fleißig;
Intelligenz ist eine positive Eigenschaft, nicht aber Fleiß; meiner
Meinung nach schließen diese Eigenschaften einander aus – ein
intelligenter Mensch hat es nicht nötig, fleißig zu sein.“
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Beurteilung der Gesamtstruktur durch Balanceindex:
Anzahl der balancierten Semizyklen
Balanceindex = --------------------------------Gesamtanzahl der Semizyklen
Index-Werte zwischen 0 (keine Balanciertheit) und
1 (Balanciertheit)
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Morissette (1958): Unvollständige Strukturen werden zu balancierten
Strukturen ergänzt.
Zajonc & Burnstein (1965): Lernen kognitiver Strukturen: ! Balancierte
Strukturen werden besser gelernt.
Prinzipien der Veränderung:
1.! Positivitätsprinzip: Es werden solche Möglichkeiten der
Veränderung von nicht konsistenten in konsistente Strukturen
bevorzugt, bei denen die Anzahl der positiven Relationen erhöht
(oder wenigstens konstant gehalten) nicht aber vermindert wird.
2.! Ökonomieprinzip: Es wird jene Veränderungsmöglichkeit
ausgewählt, die mit der geringsten kognitiven Arbeit verbunden ist.
3.! Polarisationsprinzip: Je stärker polarisiert (je extremer oder
intensiver) eine Relation ist, desto schwieriger ist sie zu ändern.
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Die Kongruitätstheorie
von Osgood & Tannenbaum (1955)
Inhalt: Einstellungsänderung durch Kommunikation.
3 Elemente: Sender, Empfänger und Einstellungsobjekt.
Bei den beiden Relationen Empfänger/Sender und Empfänger/
Einstellungsobjekt werden auch die Polarisationsgrade gemessen.
Jede Relation kann Werte zwischen +3 und –3 annehmen.
Kongruenz:
•! Bei einer positiven Mitteilung, wenn die Beziehungen des
Empfängers zum Sender und zum Einstellungsobjekt gleiche
Vorzeichen haben und genau gleiche Zahlenwerte.
•! Bei einer negativen Mitteilung liegt Kongruenz vor, wenn die
Beziehungen des Empfängers zum Sender und zum Einstellungsobjekt
verschiedene Vorzeichen haben und genau gleiche
Polarisationsgrade.
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Wiederherstellung von Kongruenz:
Die Bewertungen von Sender und Einstellungsobjekt werden geändert, und
zwar ist das Ausmaß jeder Bewertungsänderung umgekehrt proportional
zum anfänglichen Polarisationsgrad.
(Der Wert des von vornherein extremer bewerteten Elements ändert sich
weniger)
Positive Mitteilungen
Negative Mitteilungen
| EO |
!S = -------------------- (EO – S)
| S | + | EO |
| EO |
!S = -------------------- (- EO – S)
| S | + | EO |
|S |
!EO = --------------------- (S – EO)
| S | + | EO |
|S |
!EO = --------------------- ( - S – EO)
| S | + | EO |
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