Schweinefusspraktikum

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Praktikum KSWil
Schweinefusspraktikum
Name
Schule
Klasse
Datum
Theorie
1. Paarhufer
Paarhufer tragen ihren Namen, weil sie eine gerade Anzahl von Zehen haben, nämlich zwei oder vier.
Die Verwandtschaft der einzelnen Gruppen erkannte als erster der Zoologe Richard Owen im 19. Jahrhundert, der auch die Begriffe "Unpaarhufer" und "Paarhufer" prägte. Die Mittelachse eines Beins liegt
bei Paarhufern zwischen der dritten und vierten Zehe. Diese beiden Mittelzehen sind am besten ausgebildet. Die ursprünglich vorhandene erste Zehe ist nur bei fossilen Vertretern belegt und fehlt bei heutigen Paarhufern immer. Die zweite und fünfte Zehe sind unterschiedlich ausgebildet: Bei den als ursprünglich angesehenen und Flusspferden sind sie noch gross und voll funktionsfähig. Bei der grossen
Mehrzahl der Paarhufer, zum Beispiel bei Hirschen, Gazellen, Rindern und Ziegen, sind sie stark reduziert und berühren den Grund nicht mehr; in diesem Fall werden sie "Afterzehen" genannt. Bei manchen Paarhufer-Familien wie bei den Kamelen und den Giraffen ist die Rückbildung so weit gegangen,
dass die zweite und fünfte Zehe nicht einmal mehr als Rudimente vorhanden sind.
Stammesgeschichte
Wie viele andere Säugetierordnungen traten die Paarhufer zuerst vor etwa 54 Millionen Jahren im frühen Eozän auf. Diese frühen Paarhufer waren eher kleine Tiere mit vier oder fünf gut ausgebildeten Zehen, die sich von weichen Pflanzenteilen und Blättern ernährten; sie hatten keine "Stirnwaffen" (Hörner
oder Geweihe) und ein einfaches Verdauungssystem. Im späten Eozän vor etwa 46 Millionen Jahren
hatten sich dann schon die drei heute noch vorkommenden Unterordnungen herausgebildet: die
Nichtwiederkäuer, die Schwielensohler und die Wiederkäuer.
Systematik der Paarhufer
Die Anatomie des Verdauungssystems ist klassischerweise Grundlage für die Einteilung der Paarhufer.
Schweine, Pekaris und Flusspferde haben einen zwei- bzw. dreikammerigen Magen und verdauen direkt, ohne wiederzukäuen. Sie werden deshalb als Nichtwiederkäuer zusammengefasst. Alle anderen
Paarhufer haben die Fähigkeit zum Wiederkäuen. Nach heutigen Erkenntnissen hat sich diese Fähigkeit
allerdings zweimal unabhängig voneinander entwickelt; deshalb werden die Kamelartigen nicht zu den
eigentlichen Wiederkäuern (Ruminantia) gezählt, sondern diesen als Schwestergruppe der Schwielensohler (Tylopoda) gegenübergestellt.
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Unterordnung Nichtwiederkäuer, Schweineartige (Suina)
o Familie Echte Schweine (Suidae)
o Familie Nabelschweine, Pekaris (Tayassuidae)
o Familie Flusspferde (Hippopotamidae)
Unterordnung Schwielensohler (Tylopoda)
o Familie Kamelartige (Camelidae)
Unterordnung Wiederkäuer (Ruminantia)
o Familie Giraffenartige (Giraffidae)
o Familie Moschushirsche (Moschidae)
o Familie Hirschferkel (Tragulidae)
o Familie Gabelhornträger (Antilocapridae)
o Familie Hirsche (Cervidae)
o Familie Hornträger (Bovidae), Rinder, Schafe, Ziegen usw.
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2. Echte Schweine
Die Echten Schweine, auch Altweltliche Schweine
(Suidae), bilden eine Familie der Paarhufer. Ihr natürliches Verbreitungsgebiet umfasst Eurasien und Afrika,
durch menschliche Unterstützung sind Schweine allerdings auch auf alle anderen Kontinente gelangt und haben dort zum Teil verwilderte Bestände gebildet.
Kennzeichnend für die Echten Schweine sind die kompakte Körperform, der kegelförmige Kopf mit der rüsselartigen Schnauze und die kurzen Beine. Von den vier
Zehen berühren nur die beiden Mittelzehen den Grund,
die übrigen sind zu so genannten Afterklauen rückgebildet (siehe Paarhufer). Die Schnauze ist an das Wüh- Abb. 1: Wildschwein
len im Erdboden angepasst; oft sitzen dem Kopf Hilfsmittel wie warzige Höcker oder verlängerte Hauer auf, um hierbei hilfreich zu sein.
Die meisten Schweine sind Bewohner von Wäldern. Sie haben eine Vorliebe für Schlammbäder und
sind gute Schwimmer. Als Allesfresser umfasst ihre Beute sowohl pflanzliche als auch tierische Nahrung
jeder Art.
Systematik der Schweine
Die Schweine werden meistens in fünf Gattungen mit folgenden Arten eingeteilt:
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Gattung Sus
o Wildschwein (Sus scrofa), einschliesslich Hausschwein
o Bartschwein (Sus barbatus)
o Zwergwildschwein (Sus salvanius)
o Pustelschwein (Sus verrucosus)
Gattung Potamochoerus
o Buschschwein (Potamochoerus porcus)
o Potamochoerus larvatus, (Artstatus unstritten)
Gattung Hylochoerus
o Riesenwaldschwein (Hylochoerus meinertzhageni)
Gattung Phacochoerus
o Warzenschwein (Phacochoerus africanus)
o Wüstenwarzenschwein (Phacochoerus aethiopicus), (Artstatus unstritten)
Gattung Babyrousa
o Hirscheber (Babyrousa babyrussa)
3. Hausschwein
Das Hausschwein ist die domestizierte Form des Wildschweins und bildet mit ihm eine einzige Art. Es
gehört damit zur Familie der Echten Schweine aus der Ordnung der Paarhufer. In einigen Teilen der
Welt, etwa im Südwesten der USA, gibt es Schweinepopulationen, die aus einer Vermischung von
Hausschwein und Wildschwein hervorgegangen sind und deshalb auch nicht eindeutig als Hausschwein
oder Wildschwein zu klassifizieren sind.
Geschichte
Die ältesten Funde von domestizierten Schweinen stammen aus Kleinasien und sind etwa 9000 Jahre
alt. Ob das Hausschwein in Ostasien unabhängig von der Domestizierung im östlicher Mittelmeerraum
zum Haustier wurde ist umstritten. Auch ein weiteres Domestikationszentrum im südlichen Ostseeraum wird diskutiert. In der Neuzeit wurde das Hausschwein weltweit verbreitet. Vom 18. Jahrhundert
an war vor allem England ein Zentrum der Schweinezüchtung. Seit dem 19. Jahrhundert wurden auch
ostasiatische Schweinerassen in europäische Rassen eingekreuzt.
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Benennung
Das weibliche Schwein heisst Sau und das männliche wird Eber genannt. Jungtiere bis 5 kg nennt man
Ferkel. Zwischen 5 und 25 kg sind es Läufer. Kastrierte, männliche Tiere werden Borg bzw. Börge genannt. Endstufeneber bezeichnen zur Zucht verwendete männliche Schweine.
Verschiedenes
Bei neugeborenen Ferkeln kann man bei ursprünglichen Rassen noch die Zeichnung erkennen, die bei
Frischlingen so typisch ist. Mit etwa 10 Monaten bzw. etwa 100 kg Lebendgewicht sind die Tiere
schlachtreif. Viele Schweinerassen sind stressanfällig und können auch ähnliche Herz- und Kreislaufkrankheiten entwickeln wie der Mensch, weshalb sie auch zu diesem Zweck als Labor- und Versuchstiere gehalten werden. In neuester Zeit wurden sehr kleine Schweinerassen (sogenannte Minischweine)
auch als Haustiere ohne kommerzielle Nutzung beliebt.
Sozialverhalten
Die grossen Männchen leben für sich allein, und eine Rangordnung bestimmt, wer den Zugang zu den
paarungswilligen Weibchen erhält. Passend zu den kurzen, scharfen und auf Angriff ausgelegten Hauern besitzen die dominanten Eber an den Schultern und an den Seiten dicke Hautschilder, die der Verteidigung dienen.
Die kleineren Männchen wandern in Junggesellengruppen zusammen. Die Weibchen leben in MutterTochter-Gemeinschaften in grossen Wohnrevieren.
Die Reviere werden zwar mit Drüsensekreten markiert, allerdings sind die Schweine gesellig und zeigen
kein territoriales Verteidigungsverhalten, sondern teilen sich die Ressourcen untereinander.
Am warmen Tagen sulen sich die Schweine gerne im Schlamm. Dies kommt daher, weil Schweine keine
Schweissdrüsen besitzen und somit ihre Körpertemperatur nicht durch Schwitzen regulieren können.
Bereits ab einer Temperatur von 23° C steigt die Körpertemperatur der Schweine an und sie müssen
Abkühlung durch Massnahmen wie Schlamm- oder Wasserbäder erreichen. Wenn man den zufriedenen
Gesichtsausdruck eines Schweins beim Schlammbaden beobachtet, wird klar, dass sich das Wohlbefinden der Tiere dadurch erheblich steigert.
Ein positiver Nebeneffekt ist, dass im Schlamm lästige Insekten und Plagegeister eingebacken werden
und die Schweine auch auf diesem Wege eine Erleichterung erfahren. Die getrocknete Kruste wird am
nächsten Scheuerpfahl abgeschubbert und schon kommt wieder die schöne und saubere rosa Haut
zum Vorschein.
Fortpflanzung - 3-3-3
Die Brunst erfolgt alle 21 Tage. Eine Sau bringt ihre Jungen nach drei Monaten, drei Wochen und drei Tagen zur
Welt. Ein Wurf besteht aus 6 bis 20 Ferkeln. Wenn die
kleinen Ferkel geboren werden, sucht sich jedes eine Zitze aus und nimmt danach nie wieder eine andere. Nach 812 Wochen sind die Ferkel entwöhnt.
Sauen, die ihre Ferkel fressen oder sie erdrücken, sind das
Resultat künstlich organisierter Systeme (mehr beim
Hausschwein). Der gesamte Sauenbestand in der Schweiz
beträgt 2004 ca. 350'000 Sauen!
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Abb. 2: Hausschwein
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4. Anatomische Grundlagen
Skelettübersicht
Abb. 3: Skelettübersicht
Muskeln der Vorderzehen des linken Vorderbeines
1 M. flexor carpi radialis, 2 Caput humerale, 2’ Caput ulnare des M. flexor
carpi ulnaris, 2’’ seine Endsehne; 3
oberflächlicher Bauch des M. flexor
digitalis superficialis, 3’ sein distales
Ende, 3’’ sein tiefer Bauch, 3’’’ seine
Sehne; 4 Caput humerale, 4’ Caput
ulnare des M. flexor digitalis profundus, 4’’ tiefe Beugesehne, 4’’’ ihre
Endschenkel zu den Haupt- und Nebenzehen, 4’’’’ Unterstützungsband
der tiefen Beugesehne; 5 Mm. interflexorii proximales, 5’ sehniger Teil; 6
M. interflexorius distalis; 7 M flexor
digiti II (Beugemuskel des 2. Zehens);
8 M. flexor digiti V; 9 M. abductor
digiti II (Abspreitzmuskel des 2. Zehens); 10 M. abductor digiti V; 11 M.
tensor fasciae antebrachii; 12 Caput
mediale des M. triceps brachii; 13 M.
biceps brachii; muskulöser Schenkel
des M. pronator teres
A Fesslringband, a’ Ringband des ersten Zehengliedes; b Bandapparatur
der Afterklaue, b’ sein distaler Schenkel; c Epicondylus medialis humeri; d
Os carpi accessorium
Abb. 4: Muskeln des Vorderbeins
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Ziele
I.
II.
III.
IV.
V.
Die verschiedenen Gewebetypen kennen lernen.
Den Aufbau der Säugetierhaut kennen.
Das Zusammenspiel von Knochen, Bändern, Muskeln und Sehnen erleben.
Die „Schmierung“ der Gelenke erleben.
Arthrose als Verletzung der Gelenksfläche nachvollziehen können.
Material:
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Schweinefuss
Scharfe Schere
Skalpell
Unterlage (Holzbrett, Plastikplatte)
Digitalkamera
Arbeit
1) Den Schweinefuss äusserlich untersuchen und die Beweglichkeit austesten
2) Eine Übersichtszeichnung anfertigen und die wichtigsten Teile beschriften.
3) Auf der unteren Seite (zehenseitig) sorgfältig die Haut aufschneiden und den Aufbau der Haut protokollieren.
4) Die Haut gemäss Abbildung entfernen. Darauf achten, dass wenig bis keine Band- und Sehnenstrukturen beschädigt werden.
5) Die Sehnen zum 2. oder 5. Zehen freipräparieren und den ganzen Sehnen- und Muskelstrang der
Fussbeugemuskeln freilegen.
6) Durch ziehen an den Sehnen die Muskelkontraktion simulieren und die Bewegungslösung studieren
und protokollieren.
7) Nach dem Erkennen der Gelenkskapsel der Mittelfussknochen und dem Protokollieren des Verlaufes
der Bänder an der Fussoberseite, die Gelenkkapsel aufschneiden und die Gelenksflüssigkeit auf ihre
Konsistenz überprüfen.
8) Eine Gelenksfläche freilegen und die Knorpelstrukturen betrachten. Mit dem Skalpell einen Teil des
Knorpels wegschneiden und die darunter liegende Knochenstruktur beachten. Du hast hiermit dem
Gelenk künstlich eine „Arthrose“ beigefügt.
9) Versuche den Übergang von Sehne auf Knochen am 2. oder 5. Strahl freizulegen. Beachte dabei das
Strukturfettgewebe an der Zehenunterseite.
Achtung diesem Bericht ist nach der Diskussion ein Abstract (eine Zusammenfassung) der theoretischen
und praktischen Arbeit, sowie der Erkenntnisse anzufügen. Der Abstract muss zwischen 1500 und 1600 Zeichen lang sein!
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