Inneren Reinigung - Verlagsgruppe Random House

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Das große Buch der
Inneren
Reinigung
Mit der Piper-Methode in nur 4 Wochen zu
weniger Gewicht und mehr Gesundheit
TRACY PIPER
MIT EVE ADAMSON
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Für meine Großmutter Ellen, Tucan und Niko und für alle
meine treuen und mir lieb gewordenen Patienten, die
die Leidenschaft für diese Arbeit in mir geweckt haben.
Übersetzung aus dem amerikanischen Englisch
von Claudia Callies
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INHALT
VORWORT6
WER ICH BIN UND WARUM ICH IHNEN HELFEN KANN6
TEIL 1
IHRE REINIGUNGSANLAGE UND WIE SIE FUNKTIONIERT
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KAPITEL 1
WIE VERSCHLACKT SIND SIE?20
KAPITEL 2
VERDAUUNG FÜR ANFÄNGER33
KAPITEL 3
DIE LEBENSRHYTHMEN42
TEIL 2
TIEFENREINIGUNG VON INNEN NACH AUSSEN
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KAPITEL 4
LIEBEN SIE BAKTERIEN?66
KAPITEL 5
IHR SÄURE-BASEN-GLEICHGEWICHT 80
KAPITEL 6
OBST, GEMÜSE UND DIE MAGIE DER ENZYME97
KAPITEL 7
TRENNKOST 107
KAPITEL 8
PHYSIKALISCHE ENTGIFTUNGSTHERAPIEN117
KAPITEL 9
EMOTIONALE REINIGUNG142
KAPITEL 10
JETZT GEHT’S LOS – DARMSPÜLUNGEN152
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TEIL 3
DIE PIPER-METHODE 179
KAPITEL 11
ÜBERSICHT ÜBER DIE PIPER-METHODE180
KAPITEL 12
DIE ERSTE WOCHE DER PIPER-METHODE: 50:50 –
START DER INNEREN REINIGUNG208
KAPITEL 13
DIE ZWEITE WOCHE DER PIPER-METHODE: 80:20 PROTEINE216
KAPITEL 14
DIE DRITTE WOCHE DER PIPER-METHODE: 80:20 KOHLENHYDRATE222
KAPITEL 15
DIE VIERTE WOCHE DER PIPER-METHODE: FLÜSSIGES SCHLEMMEN230
KAPITEL 16
ZUSÄTZLICHE DREI BIS SECHS TAGE: ZELLENTGIFTUNG239
KAPITEL 17
DIE PIPER-METHODE IM ALLTAG248
KAPITEL 18
REZEPTE253
DANKSAGUNG300
MACHEN SIE SICH AUF VERÄNDERUNGEN GEFASST!304
ERSTE UND ZWEITE WOCHE: VON 50:50 ZU 80:20306
MEINE BEWÄHRTEN SONNTAGSGERICHTE307
ERSTE UND ZWEITE WOCHE308
DRITTE WOCHE: 80:20 – GEMÜSE UND GETREIDE310
VIERTE WOCHE: FLÜSSIGES SCHLEMMEN314
VIERTE WOCHE: SÄFTE FÜR INNERE FITNESS315
REGISTER316
IMPRESSUM320
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EINFÜHRUNG
VORWORT
Vor vielen Jahren, als ich als junger Arzt kurz vor dem Abschluss meiner Weiterbildung
zum Kardiologen stand, wurde ich plötzlich sehr krank. Ich suchte drei Spezialisten auf,
wurde von oben bis unten untersucht, erhielt drei verschiedene Diagnosen und insgesamt sieben Medikamentenverschreibungen. Man sagte mir, mein Körper würde diese
Arzneimittel benötigen, um funktionieren zu können. Meine Symptome wurden durch
diese Mittel auch wirklich erst mal zum Schweigen gebracht, aber das zugrunde liegende
Problem wurde nicht behoben.
Auch ich hatte es während meines Studiums gelernt, Patienten auf diese Weise zu behandeln. Meine Einstellung veränderte sich aber, als ich nun selbst Patient war und mir all
diese Verschreibungen nicht wirklich einleuchteten. Ich machte mich auf die Suche nach
einer anderen Lösung, einer Lösung ohne Medikamente. Und ich fand schließlich eine, die
mir zu lebendiger Gesundheit und neuer Dynamik verhalf und mich zehn Jahre jünger
aussehen ließ. Sie hieß innere Reinigung und Entgiftung.
Im Laufe meiner Suche traf ich ein paar bemerkenswerte Menschen, die mich vieles
lehrten. Tracy Piper, die ich heute zu meinen besten Freundinnen zähle, gehört dazu. Ihr
umfangreiches Wissen, ihre Erfahrung und ihr einfühlender Umgang mit Patienten in
Kombination mit ihrem orkanartigen schamanischen Temperament trugen viel zu meiner
Gesundung bei. Hätte es doch in jener Zeit, als ich so krank war, nur bereits ihr Buch gegeben! Es hätte mir bei meiner verzweifelten Suche nach Heilung viel Zeit und Geld erspart.
Denn die Wahrheit ist, dass der Weg zur Gesundheit viel einfacher ist, als Ihnen viele Ärzte
glauben machen.
Ich lege dieses Buch jedem ans Herz, der oder die gesund werden und bleiben oder
anderen dabei helfen möchte.
WER ICH BIN UND
WARUM ICH IHNEN HELFEN KANN
Mit diesem Buch nehme ich Sie mit auf eine Reise. Diese Reise führt Sie von Ihrem
Ausgangspunkt zu einem Ziel, das sauberer, reiner, pulsierender und lebendiger ist und an
dem Sie sich viel wohler fühlen. Bei dieser Reise geht es darum, dass Sie sich innen und außen reinigen – den Körper, den Geist und die Seele. Es geht aber um noch viel mehr als um
eine Reinigung. Es geht darum, dass Sie leben, indem Sie sich von den Verhaltensmustern
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WER ICH BIN UND WARUM ICH IHNEN HELFEN KANN
und Einflüssen befreien, die Sie davon abhalten, so gesund, strahlend und fit zu sein, wie es
nur irgend möglich ist.
Die Grundlage Ihres Wohlbefindens wird in der Körpermitte gelegt. Fitness und
Gesundheit fangen bei der Verdauung an. Ohne regelmäßige Pflege wird Ihr Körper nicht
so funktionieren, wie er könnte und sollte. Egal, wie viel Erfahrung Sie vielleicht schon mit
Entgiftung und Entschlackung haben, Sie können immer noch mehr tun, da der Körper
konstant Nahrung umwandelt und die Abfälle des Lebens so verarbeitet, dass sie Ihnen
nicht schaden.
In diesem Buch nehme ich Sie mit auf eine Reise durch Ihren Körper und erläutere
Ihnen, was passiert, wo etwas schiefgehen kann und was Sie dagegen tun können. Zunächst
befassen wir uns mit den Mechanismen des Körpers, wie er sich auf natürliche Weise reinigt und wie Sie diesen Prozess unterstützen können. Danach zeige ich Ihnen, was ich
auch meinen Promi-Kunden jeden Tag zeige: Wie Sie es schaffen, dass sich Körper, Geist
und Seele auf jeder Ebene besser fühlen und verhalten. Ich lege Ihnen dar, wie Sie nicht
nur äußerlich schöner werden, sondern vor allem – und was viel wichtiger ist – Fitness von
innen erlangen, denn genau da beginnt die eigentliche Schönheit.
Ich werde Sie mit jeder Menge Informationen versorgen und hoffe, dass Sie sie aufnehmen und umsetzen. Jedes Kapitel in den ersten zwei Teilen dieses Buchs befasst sich mit
einem Thema, in dem Sie sich auskennen sollten, wenn Ihnen innere Fitness am Herzen
liegt. Jeweils am Ende eines Kapitels gebe ich Ihnen konkrete Anweisungen, wie Sie sich
Gewohnheiten aneignen, die Ihnen zu mehr innerer Fitness verhelfen. Diese einzelnen
Schritte bauen wie Treppenstufen aufeinander auf und wenn Sie am Ende der Treppe ankommen, sind Sie bereit für die im dritten Teil des Buchs ausführlich beschriebene „PiperMethode“. In diesem Teil befassen wir uns gründlich mit den Themen Entschlackung
und Entgiftung. Die Piper-Methode wird von meinen Patienten in meiner Klinik in
Sotho angewendet. Auch zahlreiche Schauspieler, Schauspielerinnen und Models engagieren mich, um sich mithilfe der Piper-Methode für Film- und Fotoaufnahmen oder für
Preisverleihungen in Form zu bringen. Für dieses Buch habe ich die Methode angepasst.
Innere Reinigung ist etwas sehr Individuelles, das keinen starren Regeln folgen muss, um
erfolgreich zu sein. Ich habe mehrere Intensitätsstufen ausgearbeitet und Sie können auf
der Stufe beginnen, für die Sie sich bereit fühlen. Verweilen Sie auf jeder Stufe so lange,
wie Sie möchten. Sie können auch Pausen einlegen, wenn Ihnen das guttut. Und wenn
Sie sich bereit fühlen, gehen Sie weiter zur nächsten Stufe. Die Piper-Methode ist flexibel
– Sie können sie Ihren Lebensbedingungen anpassen und in der von Ihnen gewünschten
Geschwindigkeit vorgehen.
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EINFÜHRUNG
WAS SIE ZUM THEMA INNERE REINIGUNG WISSEN MÜSSEN
Für uns in den USA ist Sauberkeit etwas Selbstverständliches. Alles um uns herum
ist einigermaßen sauber, teilweise sogar steril. Solange wir uns regelmäßig duschen und
ab und zu Gemüse essen, reinigt sich unser Körper von selbst, davon gehen wir aus. Viele
stellen sich vor, dass auch ihr Körperinneres sauber ist. Als ob sich vom Mund bis zum
After eine blitzblanke Röhre durch den Körper ziehe, durch die das Essen durchrutscht
und deren Innenwände glatt wie Glas bleiben. So genau will man das vielleicht alles auch
gar nicht wissen – wie es in unserem Innern aussieht, was sich da für Lebewesen tummeln,
wie gut alles fortbewegt wird, wie effektiv unsere Organe funktionieren. Das Interesse
kommt meistens erst, wenn etwas wehtut. Und eine „innere Reinigung“ ziehen wir erst in
Erwägung, wenn etwas nicht mehr stimmt.
In den letzten Jahren habe ich ein steigendes Interesse am Thema Entschlackung und
Entgiftung wahrgenommen. Menschen wollen wissen, was genau das ist und wie es funktioniert, und sie probieren Reinigungsmethoden aus, von denen sie gehört haben. Meine
Kunden befragen mich immer wieder zu diesen Themen und sie haben viele sehr spezifische Fragen, die sie manchmal auch etwas verschämt stellen. Detox-Methoden sind zwar
öfters mal ein Thema in den Medien, aber noch keines in der breiten Masse der Gesellschaft.
Es gibt jede Menge Diät-Ratgeber, jedoch kaum Bücher, in denen Entgiftung ausführlich
erklärt wird.
Noch vor ein paar Jahren gehörte ich selbst zu den Leuten, die entsprechende Antworten
suchten. Als ich mit meinem Weg der inneren Reinigung begann, hätte ich mir gewünscht,
auf ein Buch wie dieses zurückgreifen zu können. Es beantwortet alle mir schon gestellten
Fragen zu diesem Thema, auch die peinlichen, über die niemand gerne redet. Darüber
hinaus finden Sie hier Antworten auf Fragen, die Sie vor dem Lesen der Antworten noch
gar nicht hatten. In diesem Buch spielen Angst oder Scham keine Rolle. Es befasst sich eingehend mit den Abläufen in Ihrem Körper und wie Sie diese Prozesse optimieren können.
Hier haben Sie das Buch, das Sie benötigen, und zwar unbedingt benötigen. Sie brauchen
das Buch, weil eigentlich jeder Mensch seine Gesundheitspflege verbessern kann, um von
einer lebendigen Gesundheit zu profitieren. Von meiner praktischen Arbeit her weiß ich,
dass die innere Hygiene der meisten Menschen nicht so gut ist, wie sie denken. Die Folgen
sind zum Beispiel Übergewicht, chronische Schmerzen und Krankheiten.
Durch Entgiftung und Entschlackung lässt sich dies ändern. Die Aussichten für Ihre
Gesundheit werden nicht mehr düster, sondern großartig sein, und anstatt wohlbeleibt in
die Zukunft zu gehen, dürfen Sie sich auf eine schlanke Figur freuen. Ihre Energieakkus
füllen sich und es kann durchaus sein, dass Sie von chronischen Beschwerden erlöst werden.
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WER ICH BIN UND WARUM ICH IHNEN HELFEN KANN
Ich bin fest davon überzeugt, dass sich jeder in regelmäßigen Abständen innerlich reinigen
sollte, und zwar auf eine sichere und wirksame Weise. Egal, ob Sie sich zum ersten Mal
mit diesem Thema befassen oder dies schon des Öfteren getan haben – die Piper-Methode
wird Ihnen auf jeden Fall von Nutzen sein. Sie verhilft Ihnen zu einem sauberen, frischen,
kräftigen, dynamischen und vitalen Körper und Sie werden von innen heraus fit und durch
und durch gesund.
Aber mit wem haben Sie es eigentlich zu tun? Erlauben Sie mir, dass ich mich vorstelle.
AUF DEM WEG ZUR INNEREN REINIGUNG
Entgiften war irgendwie schon immer ein Thema in meinem Leben, lange bevor ich
mich zur Detox-Spezialistin entwickelte und lange bevor ich überhaupt realisierte, dass
Entgiften ein echtes „Thema“ ist. Da, wo ich aufgewachsen bin, gehört dies ganz natürlich
zum Leben. Ich wurde in St. Thomas auf den U.S. Virgin Islands geboren. Meine mit vier
Kindern überforderten Eltern schickten mich schon als Dreijährige nach Tortola, die größte Insel der British Virgin Islands. Dort erwartete mich meine Großmutter, die dankbar
war, Gesellschaft zu bekommen. Auf Tortola lebten wir in reinlichen, aber bescheidenen
Verhältnissen. Es war kein Geld für einen Anschluss an die öffentliche Kanalisation da,
stattdessen benutzten wir eine Latrine. Manchmal verrichtete ich mein Geschäft auch in
einen kleinen Eimer und leerte diesen dann in die Latrine. Ich war noch klein und meine
Großmutter wollte nicht, dass ich alleine auf dem „Thron“ sitze, sie hatte Angst, ich könne
hineinfallen.
Meine Oma führte ein einfaches Leben und dementsprechend tat ich das auch. Ich hatte
weder Computer und Videospiele noch Designerklamotten. Wenn man krank wurde, begab man sich nicht zu einem renommierten Facharzt in einem großen Ärztezentrum oder
holte sich in der Apotheke eine von der Krankenversicherung bezahlte 500 Dollar teure
Arznei. Die Karibik ist wunderschön, aber der Alltag gestaltet sich manchmal hart. In meinen Kindertagen war Vorbeugung etwas sehr Wichtiges, denn krank zu werden konnten
sich viele schlichtweg nicht leisten. Und an einer vermeidbaren Krankheit aus Geldmangel
vielleicht sogar zu sterben, war nun wirklich nichts Erstrebenswertes.
Es war schön, bei einer so weisen, aber auch fröhlichen Frau wie meiner Großmutter
aufzuwachsen. Sie verfügte über ein großes Wissen darüber, was die Natur für uns bereithält und welche Heilkräuter es gibt. Auf den Tisch kamen nur naturbelassene Lebensmittel,
nichts war verarbeitet, Verpackungsmüll war ein Fremdwort. Großmutter kochte täglich
frisch. Wir aßen Obst und Gemüse aus den Nachbarsgärten oder vom Markt. Alle verkauften samstags auf dem Marktplatz ihre Feldfrüchte. Die von uns verzehrten Lebensmittel
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EINFÜHRUNG
waren zu einem großen Teil roh und reich an Mineralien aus der Erde: Zuckeräpfel,
Limonen, Mangos, Bananen, Papaya, Jenipapo-Früchte, Granatäpfel und Kokosnüsse ebenso wie Zuckerrohr, Sauerklee, Spinat, Kürbis, Kirschtomaten, Straucherbsen, Avocados,
Aloe und Hibiskusblüten. Frischen Fisch erhielten wir direkt von den Fischern unten in
der Bucht. Einer von ihnen war unser Nachbar und so bekamen wir immer die besten
Kangalfische und Gelbschwanz-Barrakudas.
Meine Großmutter pflegte ganz besondere Reinigungsrituale. Jeden Freitagabend wurde mir vor dem Zubettgehen ein Löffel Rizinusöl verabreicht. Dazu gab es einen leicht
faulig schmeckenden Strauchtee. Beides sollte die Verdauung anregen. Ich hasse den
Geschmack – noch heute –, aber in der Karibik war dies nichts Unübliches. Wenn ich
jammerte: „Warum muss ich das nehmen?“, antwortete Sie jedes Mal: „Um dich von innen
sauber zu halten.“ Dem hatte ich nichts entgegenzusetzen. Anders als bei der Kontrolle von
Fingernägeln und Füßen konnte ich ja nicht nachweisen, dass ich da drinnen schon sauber
war. Ich musste einfach darauf vertrauen, dass meine Oma wusste, was sie tat.
Von ihr lernte ich viel über Kräuterheilkunde. Sie nahm mich auf ihre Spaziergänge
mit, bei denen sie Pflanzen sammelte. Daheim verarbeiteten wir diese zu Tee und anderen Heilmitteln. Crab-bush-Tee war gut gegen Erkältungen, Sauerklee half gegen
Schlaflosigkeit und Krebs. Dann gab es noch eine orangefarbene Schlingpflanze, die andere
Pflanzen um sich herum förmlich erwürgte. Wir nannten sie „orange Spaghetti“, denn
genau so sah sie aus. Auf Tortola war sie das einzige bekannte wirksame Mittel gegen
Gelbsucht.
Ich hatte auch meine eigenen Erlebnisse mit den karibischen Pflanzen. Meine Großmutter
arbeitete als Haushälterin für eine Nachbarsfamilie. Jeden Sonntag kam ich mit. Mr und Mrs
Smith sollten nicht gestört werden, weshalb ich ruhig war und im Garten verweilte, während Oma drinnen das Waschen und das Bügeln erledigte. Auf dem Grundstück der Smiths
wuchsen viele Blumen und ich nutzte sie zur Herstellung von „Parfüm“: Dschungelglocken,
Kakteenblüten, Hibiskus und Schmetterlingslilien. Ich mischte einige Blütenblätter in einer
Schüssel und zerrieb sie, um aus dem Öl Parfüm zu gewinnen. Damals hatte ich noch keine
Ahnung, dass ich eigentlich Aromatherapie praktizierte.
Meine Großmutter glaubte daran, dass Pflanzen und Kräuter, die Geschenke der
Natur, uns gesund erhalten würden. Sie betete viel und war sich sicher, dass alles Leben
den Zyklen von Mond und Sternen unterworfen ist. Sie erteilte mir die ersten Lektionen
in den Fächern Rohkost, Aromatherapie, Kräuterkunde und Entgiftung. Und ich war eine
aufmerksame und folgsame Schülerin. Je mehr ich lernte, vor allem dann auch später in
meiner beruflichen Ausbildung, desto mehr wurde mir klar, dass das Prinzip, dass jedes
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Organ zu einer bestimmten Zeit besonders aktiv ist und einem natürlichen Kreislauf folgt,
auch in vielen anderen Kulturen bekannt war. Die Aktivitäten und Gewohnheiten meiner
Großmutter habe ich übernommen. Ich lebe heute in New York City, aber schätze das, was
die Natur uns zu bieten hat, genauso wie früher. Dazu gehört auch die Erkenntnis, wie eine
natürliche, innere Ausgeglichenheit und Reinlichkeit sowie ein gesunder Respekt vor dem
Geist der Natur Menschen heilen kann.
In meiner Kinderzeit entwickelte ich allerdings einige ungewöhnliche Gesundheitsprobleme, bei denen auch meine Großmutter mit ihrem Kräuterlatein am Ende war. Ich aß
kaum noch etwas und war irgendwann so abgemagert, dass sich die Leute über mich lustig
machten. Das Problem bestand darin, dass ich mich jedes Mal übergeben musste, wenn ich
nur wenig mehr als einen kleinen Happen zu mir nahm.
Irgendwann war mein Körpergewicht so niedrig, dass mein Lehrer die Polizei rief, weil
er den Verdacht hegte, dass ich daheim nicht genug zu essen bekam. Die Polizisten begleiteten mich nach Hause und ich musste etwas essen, um zu beweisen, dass meine Großmutter
recht mit ihrer Aussage hatte, dass sie regelmäßig für mich kochte, ich aber fast nichts bei
mir behielt. Und tatsächlich – auch was ich vor den Polizisten aß, würgte ich danach gleich
wieder heraus.
Die Ärzte sagten, ich würde an einer Art unfreiwilligen Bulimie leiden, aufgrund eines
überaktiven Vagusnervs. Inzwischen weiß ich alles über diesen nervus vagus, den zehnten
Hirnnerv. Die Ärzte verschrieben mir Steroide, die den Appetit anregen und gleichzeitig
den Brechreflex dämpfen sollten. In den Tagen darauf änderte sich aber erst mal nichts. Die
Ärzte erhöhten die Dosis und verringerten sie dann wieder. Schließlich pushten mich die
Steroide in einen Übersteuerungsmodus. Ich aß, ohne mich zu übergeben, und begann, an
Gewicht zuzulegen
Und es wurden mehr Kilos und noch mehr Kilos und noch mehr. Steroide wirken sich
oft so aus, der Körper schwillt an, lagert Wasser ein und baut Fett auf. Als ich irgendwann richtig übergewichtig war, versuchte ich abzunehmen, aber sobald ich wieder weniger wog, gaben mir die Ärzte mehr Medizin. In jenen Jahren hatte ich ununterbrochen
mit Gewichtsschwankungen zu kämpfen. Ich beschäftigte mich obsessiv mit dem Thema
Abnehmen, machte als noch so junges Mädchen bereits zahlreiche Diäten, alles in dem
verzweifelten Versuch, ja nicht dick zu werden. Ich bin mir heute sicher, dass mein Körper
damals schwer geschädigt wurde, was sich aber letztendlich erst zeigte, als ich erwachsen
war. Aber meine Großmutter brauchte mich und ich war immer für sie da, trotz meiner
eigenen Probleme. Als sich bei ihr eine schwere Arthritis entwickelte, aufgrund derer sie
eine Weile ihre Hände nicht mehr gebrauchen konnte, kümmerte ich mich um sie und gab
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EINFÜHRUNG
ihr so etwas von ihrer Fürsorge für mich zurück. Während dieser Zeit lehrte sie mich mit
ihren genauen Anweisungen das Kochen. Nach dem Ausbruch der Krankheit waren wir
nach St. Thomas gezogen, wo mir eine Krankenschwester zeigte, wie ich meiner Oma ihre
tägliche Spritze verabreichen konnte. Ich wurde so gut im Injektionengeben, dass man mir
sagte, ich hätte die Hände einer zukünftigen Chirurgin. In diesen Jahren reifte in mir der
Gedanke, eine Heilerin werden zu wollen.
Als ich elf war, starb meine Großmutter und ich zog wieder zu meinen Eltern. Mein
Wunsch, andere zu heilen, wurde immer stärker. Mit 15 absolvierte ich Freiwilligenarbeit
in einem Krankenhaus und liebte diese Tätigkeit. Es war der bis dahin stolzeste Moment
meines Lebens, als ich die von meiner Mutter genähte Uniform anlegte und mich ins
Krankenhaus aufmachte, um dort zu arbeiten.
Dann wurde ich eines Tages von einem Fahrrad angefahren (ich ängstige mich bis heute
vor Fahrädern und hatte nach diesem Vorfall auch niemals Lust, selbst Rad fahren zu lernen). Ich verlor dabei alle Zähne und als Konsequenz aß ich neun Monate lang nur noch
Eiscreme. Das liest sich wie der Traum eines jeden Kindes, aber glauben Sie mir, ungefähr
am dritten Tag verliert selbst leckeres Pistazieneis seinen Reiz. Bald litt ich an chronischer
Darmträgheit und während meiner gesamten Highschool-Zeit lief mir noch dazu quasi
ununterbrochen die Nase. Ich hatte stets eine Küchenrolle dabei, um mich mit den Tüchern
zu schnäuzen – eine Rolle hielt zwei Tage. Meine Mutter fragte mich, warum denn meine
Nase immer verstopft sei, aber ich wusste die Antwort natürlich ebenso wenig wie sie.
Als Nächstes entwickelte sich seitlich an meinem Kinn eine Zyste, die entfernt werden
musste. Eine weitere Zyste wurde an einem der Eierstöcke festgestellt, auch diese wurde
beseitigt. Das waren zwei Operationen bereits im Highschool-Alter. Ich verstand nicht,
warum die Zysten entstanden waren.
Ich erinnere mich, dass ich den Arzt nach der Ursache dieses Problems fragte. Nun
müssen Sie wissen, wie das in der karibischen Kultur mit dem Respekt vor den Älteren ist.
Sie schauen einer älteren Person niemals in die Augen, stellen keine Fragen und erst recht
keine Nachfragen. Ich verstieß also eigentlich gegen alle Regeln, aber es war ja schließlich
ein Arzt, sagte ich mir, der musste doch Bescheid wissen und es war doch schließlich mein
Körper, um den es ging. Er reagierte, wie zu erwarten war, etwas genervt, gab mir aber dann
doch eine Antwort, und diese überraschte mich. „Zu viel Schleim. Zu viele Milchprodukte
– Käse, Milch und all so was.“ Danach verließ er den Raum.
Ich dachte an die neun Monate, in denen ich nur Eiscreme gegessen hatte. Ich dachte an die sämige Dosenmilch, die ich mir jeden Morgen auf meinen Grießbrei oder
Haferflockenbrei goss (ein typisches Frühstück in der Karibik). An die Käsehappen, die ich
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so gern zwischendurch verspeiste. Aber noch immer war mir nicht klar, dass ich an einer
starken Allergie auf Milchprodukte litt und dass meine chronisch verstopfte Nase damit zu
tun hatte. Ich wusste noch nicht, dass mein Körper chronisch entzündet war und ich noch
viele Jahre lang damit zu kämpfen haben würde. Aber in jenem Augenblick fasste ich den
Entschluss, niemals mehr als Patientin in dieses Krankenhaus zurückzukehren.
Ich schwor mir, in Zukunft auf Eiscreme, Milch und Käse zu verzichten. Grießbrei und
Haferflocken aß ich danach nur noch milchfrei – ohne zu wissen, dass ich zusätzlich an einer
Glutenunverträglichkeit litt. Dementsprechend verschwand die beständige Darmträgheit
auch dann nicht, als ich die Milchprodukte wegließ. Zu meinen weiteren Beschwerden
gehörten Brain Fog [eine kognitive Dysfunktion, Anm. d. Übers.], Müdigkeit und eine
leichte Depression. Aber meine Schulnoten waren gut und so machte sich niemand groß
Gedanken. Und ich? Ich dachte, dass mein Zustand ganz normal war, dass sich alle ungefähr so fühlten.
Als ich älter wurde, kam die Heilkunde ganz selbstverständlich auf mich zu. Ob nun wegen meiner gesundheitlichen Probleme oder wegen meiner Großmutter – oder beidem. Ich
arbeitete immer noch in dem Krankenhaus und kümmerte mich mit Freude und großem
Einsatz um die Patienten. Irgendwann entschied ich mich, Medizin zu studieren und eine
Ärztin zu werden, auf die meine Großmutter stolz gewesen wäre. Den Heilungsprozess
bei Patienten zu verfolgen machte mich glücklich und ich wollte selbst noch mehr dazu
beitragen können.
Ich jobbte viele Jahre in dem Krankenhaus und war in jener Zeit ganz auf meine medizinische Laufbahn konzentriert. Partys oder Ausgehen mit Freunden interessierten mich
nicht groß. In meiner Freizeit studierte oder arbeitete ich. Mein Engagement wurde irgendwann mit einer Stelle in der Physiotherapie-Abteilung des Krankenhauses belohnt. Später
arbeitete ich in einer privaten Krankengymnastik-Praxis mit und lernte nebenher für die
Abschlussprüfungen in meinem Biologiestudium und Medizin-Vorbereitungsstudium an
der University of the Virgin Islands (UVI). In der Praxis führte ich manchmal Massagen
durch und stellte fest, dass die Patienten, die zusätzlich zur Physiotherapie Massagen erhielten, sich schneller erholten als die anderen. Das beeindruckte mich und ich begann
mit dem Gedanken zu spielen, mich später zur Massagetherapeutin ausbilden zu lassen.
Nach dem Abschluss meines Studiums zog ich mit 100 Dollar auf meinem Konto nach
New York City. Ich hatte große Pläne und das Ziel, an der medizinischen Fakultät der
Boston University weiterzustudieren. Zuerst aber wollte ich mich auf dem Gebiet der
Massagetherapie weiterbilden. Ich besuchte das Swedish Institute und absolvierte eine
Ausbildung zur geprüften Massagetherapeutin. Danach plante ich, das Medizinstudium
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EINFÜHRUNG
in Boston aufzunehmen. Meine Freunde waren schon dort und fanden das Studium in
Boston weniger anstrengend als das an der UVI, weshalb ich mir sicher war, dass ich das
auch schaffen würde.
Aber dann passierte etwas, was mein Leben für immer verändern sollte. Der Freund
meiner Mitbewohnerin wurde plötzlich krank und starb bald darauf. Der Grund? Schwere
Darmverstopfung. Wir konnten das nicht verstehen, weil er eigentlich einmal täglich
Stuhlgang hatte, so wie die meisten Menschen. Trotzdem war sein Darm geplatzt und hatte
ihn vergiftet. Er starb letztendlich an einer schweren Infektion aufgrund eines geplatzten
Divertikels. Ein junger, scheinbar gesunder Mann war von einem Tag auf den anderen
nicht mehr am Leben. Meine Mitbewohnerin war am Boden zerstört und ich einfach nur
geschockt. Ich erinnerte mich an meine Kindheitstage, als ich Rizinusöl und diesen schrecklich schmeckenden Strauchtee verabreicht bekam. Vielleicht war meine Großmutter weiser
gewesen, als ich dachte.
Ich hatte schon früher von Colon-Hydro-Therapien gehört, mir aber eigentlich nie
vorstellen können, etwas so Extremes wie eine Darmspülung machen zu lassen. Aber was
meinem Freund widerfahren war, ließ mich nicht mehr los. Ohne groß nachzudenken,
suchte ich in den Gelben Seiten nach einer Praxis, die Colon-Hydro-Therapien anbot, und
vereinbarte einen Termin. Ich war mir sicher, eine Sitzung würde ausreichen, um mich zu
vergewissern, dass mit meinem Darm alles in Ordnung war.
Als ich etwas nervös in der Praxis ankam, versicherte mir die Therapeutin, dass die
Prozedur ungefährlich sei und ich mich hinterher großartig fühlen würde. Ein bisschen
komisch war das Ganze schon, aber ich fühlte mich wirklich gut – bis mir die Therapeutin
zeigte, was alles aus mir herausgeflossen war. Eigentlich wollte ich gar nicht hinsehen, aber
konnte meine Augen dann doch nicht abwenden. Es war fast nicht zu glauben, dass sich
diese gewaltige Menge noch eine Stunde vorher in meinem Körper befunden hatte.
Die Therapeutin sagte mir, ich müsse in zwei Tagen noch mal erscheinen. Ich erwiderte
mit Nachdruck, dass dies doch sicherlich nicht nötig sei. Ich sagte ihr: „Entschuldigung,
aber ich habe mich jetzt 45 Minuten lang erleichtert, das müsste doch eigentlich ausreichend sein.“ Sie aber bestand darauf, mich am Mittwoch noch einmal zu sehen.
Ich sucht also die Praxis erneut auf und dachte mir: Nun gut, etwas wird vielleicht noch
herauskommen. Zu meiner großen Überraschung war die Menge der Ausscheidungen
aber dieses Mal noch größer als zwei Tage zuvor.
„Sehen Sie?“, meinte die Therapeutin. Ich aber blieb stur und weigerte mich zu glauben,
dass diese Darmablagerungen älter als zwei Tage waren. Sie mussten die Überreste von
dem sein, was ich am Montag und Dienstag gegessen hatte. Die Darmtherapeutin erläuterte
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WER ICH BIN UND WARUM ICH IHNEN HELFEN KANN
mir, dass ein Darminhalt mehr als zwölf Mahlzeiten umfassen kann, je nachdem, wie oft
wir auf die Toilette können. Ich müsse deshalb auf jeden Fall noch einen dritten Termin
wahrnehmen.
Zwar war ich skeptisch. Aber okay, so dachte ich, wenn ich nun schon zwei Spülungen
hinter mich gebracht hatte, würde ich die dritte auch noch schaffen. Aber ich bin nicht
umsonst vom Sternzeichen Skorpion und wollte ihr beweisen, dass sie selbst voll davon
war (und ich nicht). Ich beschloss, bis zur nächsten Sitzung am Freitag nur noch gefilterten
Apfelsaft zu mir zu nehmen.
Als ich am Freitag in der Praxis erschien, war ich sehr stolz auf mich und ganz gierig
darauf, der Therapeutin ihren Irrtum zu beweisen. Ich erzählte ihr von meinem raffinierten Ernährungsplan der letzten zwei Tage, woraufhin sie lächelnd erwiderte: „Wunderbar,
dann können wir jetzt richtig zur Sache kommen.“
Als die Spülung begann, beobachtete ich den Behälter und war total erstaunt, dass mein
Körper noch mehr ausschied als am Montag und Mittwoch zusammengenommen! Wie
war das möglich? Ich hatte zwei Tage wirklich nichts gegessen, keinen Bissen. Einfach
unglaublich. (Lassen Sie sich nie von Ihrem Ego auf die falsche Fährte führen – das ist eine
ziemlich erniedrigende Erfahrung!)
Nun wollte ich es wissen. Alles sollte raus! Ich entschloss mich, die kleinen
Ernährungstipps der Therapeutin in die Tat umzusetzen: mehr Wasser, keinen Zucker
und jeden Tag einen Salat. Nach acht Tagen hatte ich schon zwei Kilo weniger auf den
Rippen und nach zweieinhalb Monaten hatte ich 28 Kilo verloren. Ich fühlte mich wie
neugeboren!
Ich vereinbarte 15 weitere Darmspülungstermine und rechnete sie über die Kreditkarte
ab. Ich war ja gerade erst nach New York gezogen und hatte nicht gerade viel Geld. Aber
da meine Therapeutin merkte, dass ich es wirklich ernst meinte und ganz gesunden wollte,
räumte sie mir Ratenzahlungen ein. Ich war beeindruckt von ihrem Engagement, ihrer
Geduld und ihrer aufrichtigen Fürsorge. Meine Heilung von innen lag ihr am Herzen. Mir
wurde bald klar, dass ich auch gerne tun wollte, was sie tat – Menschen auf einer tieferen
Ebene (wortwörtlich!) zu helfen.
Je mehr ich dazulernte, desto mehr passte ich meine Ernährung und meinen Lebensstil
an die neu gewonnenen Erkenntnisse an. Ich hatte immer noch ab und zu mit Blähungen
und Entzündungen zu kämpfen – Symptome, die ich erst bemerkte, als ich an Gewicht verlor. Ich war durstig nach weiterem Wissen und vertiefte mich in Literatur über das Thema
Verdauung. Zum Geldverdienen arbeitete ich halbtags bei dem Buchhandelsunternehmen
Barnes & Noble und stieß dort auf das Buch 4 Blutgruppen – Vier Strategien für ein gesundes
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EINFÜHRUNG
Leben von Dr. Peter J. D’Adamo. Der Inhalt dieses Buches faszinierte und berührte mich
total. Nachdem ich zwei Wochen lang die Ernährungstipps für die Blutgruppe 0 befolgt
hatte, waren die Blähungen aus meinem Leben verschwunden. Es gab keine Fäulnisgase
mehr in meinem Körper. Zum ersten Mal seit vielen Jahren war ich gas- und blähungsfrei.
Sozusagen als Gegenprobe aß ich danach wieder ein paar der „verbotenen“ Lebensmittel
– prompt kehrten die Gase zurück. Ich zählte zwei und zwei zusammen und ehe ich mich
versah, hatte ich einen neuen Lebensplan.
Mir war klar geworden, dass ich keine klassische Medizinerin werden wollte. Statt an
der Medical School in Boston schrieb ich mich am Pacific College of Oriental Medicine ein.
Im Jahr 2001 schloss ich die Fächer Akupunktur und Chinesische Kräuterheilkunde mit
einem Mastertitel ab. Und je mehr ich lernte, desto mehr wollte ich wissen. Ich war hungrig
nach der Wahrheit.
Ich erinnere mich noch gut an den Moment, als ich zum ersten Mal darüber nachdachte,
mich zur Darmtherapeutin ausbilden zu lassen. Ich befand mich in einem Zug der Linie F
in Manhattan auf dem Weg vom Akupunktur-College nach Hause. Bei dieser Fahrt kam
es mir in den Sinn, ein eigenes Entgiftungszentrum zu gründen. Die Gedanken tobten nur
so in meinem Kopf. In der darauffolgenden Nacht fand ich keinen Schlaf. Ich stellte mir
mein zukünftiges Leben vor: meine eigene Praxis, wie ich sie einrichten würde, welche
Therapien ich anbieten würde und so weiter.
Und so absolvierte ich noch eine weitere Ausbildung. Ich zog nach Toronto und meldete mich am Canadian Natural Health and Healing Centre an. Danach durfte ich mich
staatlich geprüfte Colon-Hydro-Therapeutin nennen. Wieder zurück in New York, belegte ich Kurse in Irisdiagnostik (dabei werden eventuell vorhandene Krankheiten mittels Betrachtung der Augen durch ein Mikroskop diagnostiziert) bei Judy Vedder, einer
ehemaligen Studentin von Bernard Jensen und Eigentümerin des New York Center for
Iridology.
So gewappnet mit sehr viel Wissen war ich nun bereit zur Einrichtung meiner ersten Praxis. In New York City eröffnete das ganzheitlich orientierte M.A.R.C. Holistic
Center, das heute The Piper Center for Internal Wellness heißt. Meine ersten prominenteren Patienten waren ein Supermodel und ihr A-Promi-Ehemann, ein Filmregisseur,
der Massagen bei mir buchte. Aufgrund ihrer Empfehlungen fanden weitere bekannte
Persönlichkeiten den Weg in meine Praxis. Wenn etwas funktioniert, erzählen Menschen
das weiter. Wem geholfen wird, der möchte das mitteilen, damit auch andere die Chance
erhalten, dass sich ihr Leben zum Guten verändert. Alles lief bestens – bis ich 2010 plötzlich selbst mit einem schweren gesundheitlichen Problem zu kämpfen hatte. Vermutlich
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WER ICH BIN UND WARUM ICH IHNEN HELFEN KANN
war meine Schilddrüse in jenen jungen Jahren geschädigt worden, als ich hohe Dosen von
Steroiden verabreicht bekam, und ich hatte nun eine Schilddrüsenunterfunktion und dann
auch noch Hashimoto-Thyreoiditis (eine chronische Entzündung der Schilddrüse, Anm. d.
Übers.) entwickelt. Ich wurde heiser und bekam wegen der geschwollenen Lymphknoten
am Hals Schluckbeschwerden. Außerdem war da auf der rechten Seite noch ein Knoten,
der immer größer und härter wurde.
Irgendetwas musste ich tun. In der Zwischenzeit verfügte ich über so viel Erfahrung,
dass mir schnell klar war, welches Wissen mir noch fehlte. Ich schrieb mich für einen Kurs
am Ann Wiggmore Natural Health Studio in Puerto Rico ein, in dem das Prinzip der
lebendigen Nahrung gelehrt wurde. Es gab nur Rohkost zu essen. Als ich zurückkam,
ließ ich ein Blutbild machen und es stellte sich dabei heraus, dass die zuvor gestellten
Abweichungen von den Normwerten in nur zwei Wochen um 50 Prozent zurückgegangen waren. Ich konnte das kaum glauben. Mir wurde klar, dass ich andere Menschen beim
Entgiften unterstützte, aber meine eigene Gesundheit dabei etwas vernachlässigt hatte.
Diese Erkenntnisse gaben mir den Anstoß, weiterzulernen. Wenn Rohkost mir so
schnell geholfen hatte, konnte diese Ernährungsweise doch sicher auch bei anderen
Menschen Wunder wirken. Ich eignete mir an mehreren Schulen weiteres Wissen an.
Darunter war auch die Cayce/Reilly School of Massotherapy in Virginia Beach, die von
Edgar Cayce gegründet worden war, dem amerikanischen Mystiker, der als Vater der ganzheitlichen Medizin gilt. Noch mehr über Entgiftung und die Auswirkungen chemischer
Belastungen erfuhr ich an der Dr. Robert Morse International School of Detoxification in
Florida. Ich vertiefte meine Kenntnisse über die Ursachen von Entzündungen und über
die Übersäuerung des Körpers beziehungsweise das, was sich dagegen tun lässt. Ich lernte
alles über Wasser und Säfte und die Zubereitung von Rohkost und sogar darüber, wie ich
Colon-Hydro-Therapie lehren konnte. Und all dieses neu erworbene Wissen wandte ich
bei mir selbst an und gab es auch gerne an meine Patienten weiter.
Heute habe ich Hunderte von prominenten Kunden, die aus allen Teilen des Landes
zu mir kommen, damit ich sie für ihre jeweiligen Aufgaben vorbereite. Sie müssen in der
Regel gut aussehen, aber wichtiger noch: Sie müssen sich von innen heraus wohlfühlen. Ich
habe Menschen von acht bis 85 Jahren in meiner Praxis, berate sie, gebe ihnen Massagen und
entgifte sie. Darunter sind Models, wirtschaftliche Strippenzieher, Redakteure, Ärzte und
Personal Trainer. Und auch eingeschworenen Rohköstlern kann ich noch Hilfestellungen
geben. Zu meinen Stammkundinnen gehören die von mir liebevoll „Tribeca Moms“
(Tribeca ist ein Stadtteil von New York) genannten Frauen, die meine Klinik am Anfang
durch eifrige Mund-zu-Mund-Propaganda bekannt machten.
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EINFÜHRUNG
Allerdings ist meine Zeit begrenzt und damit die Anzahl möglicher Patienten ebenfalls.
Ich würde aber eigentlich gerne noch viel mehr Menschen helfen als denen, die meine Klinik
aufsuchen oder die es sich leisten können, mich zu ihrem Filmset einfliegen zu lassen.
Ich weiß genau, wie es ist, wenn man sich schlecht fühlt, wie es sich anfühlt, wenn
man mitten in einer Gesundheitskrise steckt. Ab und zu habe ich immer noch körperliche
Probleme. Jedes Mal, wenn ich mit meiner Ernährung etwas nachlässig bin und wieder
mehr gekochte Produkte esse, wenn ich stark unter Stress stehe und meinen gesunden
Lebensstil nicht mehr so konsequent verfolge, treten diese Probleme erneut auf und meine
Energie schwindet. Mein Körper ist dann übersäuert und leidet unter Entzündungen.
Außerdem weiß ich auch ganz genau, wie es ist, wenn man sparen muss und sich nicht
die Therapien leisten kann, die einem guttun würden. Ich habe ja den größten Teil meines
Lebens in bescheidenen Verhältnissen zugebracht. Und ich weiß, wie es ist, wenn man so irgendwie über die Runden kommt und glaubt, dass die ewige Müdigkeit, das Übergewicht,
die Energielosigkeit, die fahle Haut und das unbestimmte Gefühl, dass man nie wirklich
das im Leben machen können wird, was man gerne täte, irgendwie normal sind.
Finden Sie sich nicht damit ab, dass Sie nur mittelmäßig gesund sind, dass Sie sich „so
einigermaßen“ fühlen und „zurechtkommen“. Auch Sie haben ein Recht darauf, sich vitaler, kräftiger und dynamischer zu fühlen, ein Recht auf glänzende Haare und Fingernägel,
auf eine straffe Haut und eine gesunde Hautfarbe. Ihr Magen könnte sich auf seine natürliche Größe verkleinern und Sie könnten besser in Form sein – so viel besser, dass Sie alle
Unpässlichkeiten hinter sich lassen und sich Ihr Leben positiv verändert.
Am Anfang dieses Prozesses steht eine Reinigung von innen. Freuen Sie sich auf einen gesunden, vor Leben sprühenden Körper, der in der Lage ist, sich selbst wieder ins
Gleichgewicht zu bringen, wenn mal etwas nicht ganz optimal ist. Sie können besser aussehen und sich wohler fühlen als heute. Sie können endlich das Leben führen, wie Sie es sich
vorgestellt haben, aber für das Ihnen bisher die Energie fehlte. Über diese Energie werden
Sie in Zukunft verfügen, weil Sie fit und gesund sein werden. Es ist gar nicht schwierig. Sie
brauchen einfach nur die richtige Anleitung. Sich reinigen, ein gesundes Leben führen und
die Fitness verbessern – dies ist alles Teil eines Prozesses und niemand wird jemals ganz
perfekt sein. Aber wenn wir zusammenarbeiten und Sie sich an ein System halten können,
geht es leichter. Sie erfahren von mir, warum Entgiftung und Entschlackung für Ihren
Körper so wichtig sind und Ihnen zu einem glücklichen Leben verhelfen können.
Begleiten Sie mich auf dieser Reise – am Ziel werden Sie sich wie neugeboren fühlen!
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TEIL 1
IHRE REINIGUNGSANLAGE
UND WIE SIE FUNKTIONIERT
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Kapitel 1
KAPITEL 1
WIE VERSCHLACKT SIND SIE?
Innere Reinigung – das klingt so schön. So … sauber, hygienisch, erfrischend. Irgendwie
ist das gerade auch etwas in Mode. Sie haben sicher schon öfters mal etwas über Entgiften
und Entschlacken gelesen und vielleicht auch schon selbst etwas in dieser Richtung ausprobiert. Oder Sie sind einfach nur neugierig. Sie möchten wissen, was das genau bedeutet,
und vor allem, ob das auch etwas für Sie wäre.
Die kurze Antwort: Ja, Sie brauchen das. Woher ich das weiß, obwohl wir uns noch
nie begegnet sind? Ich sage Ihnen das Gleiche, was ich meinen Patienten sage (auch den
Promis): Sie müssen sich entgiften, weil Sie verschlackt sind.
Denken Sie sich nichts dabei, das geht nicht nur Ihnen so. Wir alle tragen in unseren
Eingeweiden einen Haufen Giftstoffe mit uns herum und ohne ein gesundes, gut funktionierendes Verdauungssystem (also ohne innere Fitness) werden wir diese nicht los. Sie
können sich dreimal täglich duschen, aber wenn Sie sich von innen nicht genauso gut reinigen wie von außen, müssen Sie damit rechnen, dass sich unangenehme oder sogar gesundheitsschädigende chronische Beschwerden einstellen. Schadstoffe im Körper können die
Ursache folgender Leiden sein (oder mindestens dazu beitragen):
•• Akne
•• Blähungen
•• Brain Fog (Gehirnnebel, starke Benommenheit)
•• Candida-Pilze
•• Chronische Erschöpfung
•• Colitis (Dickdarmentzündung)
•• Dünnes Haar, Haarausfall
•• Eingeschränkte Sehfähigkeit
••
••
••
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••
••
••
Ekzeme
Endometriose
Gastritis
Gewichtszunahme
Harnwegsinfekt
Hautausschlag
Kalkeinlagerungen in den Gelenken (zum Beispiel Arthritis und Gicht)
•• Konzentrationsprobleme
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Wie verschlackt sind Sie?
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••
Körpergeruch
Kreislaufprobleme
Lupus
Multiple Sklerose
Mundgeruch
Muskelknoten
Parasiteninfektion
Prämenstruelles Syndrom (PMS)
Reizdarm
•• Schmerzen in allen Bereichen des Körpers
•• Schuppenflechte (Psoriasis)
•• Übersäuerung
•• Unerklärlicher Gewichtsverlust
•• Verminderte Drüsenfunktion
•• Verminderte Organfunktion
•• Verstopfung
•• Völlegefühl
Wenn der Körper sich nicht wirksam reinigt, funktioniert nichts, wie es sollte – weder
die Organe noch die Verdauung, und auch erholsamer Schlaf stellt sich nicht ein. Eine mangelnde innere Fitness behindert die gesunden, funktionalen Prozesse des Körpers, die dafür
sorgen, dass die Nährstoffe aus dem Essen herausgefiltert und die Reste in Abfall umgewandelt werden, zur Entsorgung durch die Hintertür. Nieren, Leber, Lungen, Herz und sogar
die Durchblutung leiden, wenn die inneren Reinigungsabläufe beeinträchtigt sind.
Der Körper verfügt eigentlich über zahlreiche Reinigungsmechanismen, aber durch
unsere Lebensweise erschweren wir ihm die Arbeit. Wir stehen ihm im Weg. Das ist so, als
wäre Ihr Haus mit Umzugskisten voller altem Krempel zugestellt und Sie müssten sich mit
dem Staubsauger den Weg darum herum bahnen. Die meisten Menschen in der entwickelten Welt achten nicht sehr auf gesunde Ernährung und kombinieren die Nahrungsmittel
auf eine Art und Weise, die die Verdauung erschwert. Eine sitzende Lebensweise, Stress bei
der Arbeit und Umweltgifte in Wasser, Erde und Luft sind der Gesundheit ebenso wenig
zuträglich. Aus all diesen Gründen sollten Sie sich entgiften und entschlacken. So viele
Lebensmittel, die wir heutzutage konsumieren, enthalten Konservierungsstoffe, chemische
Zusätze, künstliche Farbstoffe, Geschmacksverstärker und Füllstoffe – alles Dinge, die keine wirkliche Nahrung für den Körper sind.
Diese ganzen chemischen Zusätze tun dem Körper nicht gut. Schlicht und einfach ausgedrückt sorgen sie dafür, dass wir verfetten. Einer der effizientesten Wege, wie der Körper
seine lebenswichtigen Organe vor Toxinen schützt, besteht darin, dass er diese Gifte in
Fettzellen einlagert und isoliert. Je mehr Gifte, desto mehr und größere Fettzellen werden
benötigt. Ach du Schande!
Aber auch die Aufnahmekapazität der Fettzellen ist begrenzt. Und wenn die Toxine
frei im Körper zirkulieren und in unsere Organe gelangen, können Sie alle möglichen
Schäden anrichten, darunter Funktionsstörungen in den Organen, krankhafte Reaktionen
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Kapitel 1
des Immunsystems und sogar Zellveränderungen. Gifte wirken sich auf die Hormone
und den Blutzuckerspiegel aus und können dadurch Stoffwechselstörungen und Diabetes
verursachen. Im schlimmsten Fall überschreiten Sie die Blut-Hirn-Schranke, greifen das
Nervensystem und das Gehirn an und lösen Krankheiten wie ADHS und Alzheimer aus.
Welches sind diese schädlichen chemischen Stoffe in unseren Nahrungsmitteln und unserer Umwelt? Nachstehend finden Sie Kurzbeschreibungen der schlimmsten Übeltäter.
Künstliche Geschmacks- und Aromastoffe, zum Beispiel Glutamate:
Chemische Mixturen, die den echten Geschmack von Lebensmitteln nachbilden. Zu ihren möglichen Nebenwirkungen gehören Hautkrankheiten wie Ekzeme und Dermatitis,
allergische Reaktionen, Schilddrüsenstörungen und Hemmung der Enzymaktivitäten.
Künstliche Lebensmittelfarbstoffe:
Auf Teerbasis hergestellte und teils mit Schwermetallen versetzte Lebensmittelfarbstoffe
werden in Verbindung gebracht mit Krebs, Kopfweh, allergischen Reaktionen, Asthma,
Hyperaktivität, übermäßigem Appetit, Tumoren und neurologischen Problemen. Wenn
man das weiß, sind die bunten Farben gleich viel weniger attraktiv, oder?
Azodicarbonamid:
Dieses weitverbreitete, mit einem verstärkten Krebsrisiko in Verbindung gebrachte
Bleichmittel ist einerseits ein Bestandteil von manchen Schaumstoffen, zum Beispiel für
Sportschuhe oder Gymnastikmatten. Andererseits wird es teilweise auch bei der Herstellung
von Lebensmittelfertigprodukten verwendet. Überlegen Sie sich also gut, ob Sie wirklich
weiterhin tiefgekühlte Fertiggerichte, Backmischungen, fertige Nudelmischungen oder
Brot von Fast-Food-Ketten essen möchten.
Benzoate:
Wenn auf irgendeinem Etikett Benzoat oder ein Derivat davon als Zutat angegeben ist,
lassen Sie besser die Finger davon. Zu den Derivaten (abgeleitete Stoffe ähnlicher Art) zählen BHA, BHT, TBHQ, Benzoesäure, Natrium-/Kalium-/Kalziumbenzoat sowie Ethyl4-Hydroxybenzoat. Es handelt sich dabei um Konservierungsstoffe, die dafür sorgen, dass
Fett nicht ranzig wird, sodass verarbeitete Lebensmittel länger „essbar“ bleiben. Sie werden
in Verbindung gebracht mit Tumoren, Hyperaktivität, Hautausschlägen, hormonellem
Ungleichgewicht und anderen Beschwerden.
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Wie verschlackt sind Sie?
Bisphenol A (BPA):
Diese chemische Verbindung findet sich in Konservendosen (vor allem in solchen mit
Tomaten) und Kunststoffbehältern. Wärme, Erhitzen und der Kontakt mit säurehaltigen
Substanzen begünstigen seine Freisetzung in Lebensmittel und Getränke. Bei Bisphenol A
handelt es sich um eine künstliche Chemikalie mit einer östrogenen Wirkung im Körper.
Sie steht im Verdacht, ein erhöhtes Krebsrisiko ebenso wie Fettleibigkeit, Diabetes,
Stoffwechselstörungen, Herzprobleme sowie ADHS und andere Verhaltensstörungen zu
verursachen – bei allen Menschen, ganz besonders aber bei Kindern. Ich zumindest kann
darauf gerne verzichten.
Perfluoroctansäure (PFOA):
Diese Chemikalie wird für Popcorn- und ähnliche Lebensmittelverpackungen verwendet. Beim Erhitzen einer solchen Verpackung in einer Mikrowelle wird PFOA freigesetzt und wandert direkt in die Esswaren (so wie Aluminium ins Essen gelangt, wenn
wir auf einer Aluminiumfolie backen oder grillen). Wenn wir nach dem Erhitzen die
Popcornverpackung öffnen, atmen wir die freigesetzte PFOA zusätzlich auch noch ein. Es
gibt Hinweise, dass PFOA mit Schilddrüsenkrebs in Zusammenhang steht. In den USA
wurde Perfluoroctansäure in die Kandidatenliste der besonders besorgniserregenden Stoffe
aufgenommen. In Europa ist sie bereits seit einiger Zeit verboten.
Polysorbat 60:
Dieser Emulgator wird aus Mais, Erdöl und Palmöl hergestellt. Er oxidiert nicht und
wird daher als Ersatz für Milchprodukte in Fertiggerichten verwendet. Auch in Gläsern
mit Essiggurken, abgepackter Kaffee- und Schlagsahne oder gefrorenen Desserts ist dieser
Lebensmittelzusatzstoff zu finden. In Bezug auf Polysorbat 60 gibt es Verdachtsmomente
auf Reproduktions- und Organtoxizität sowie auf Krebsentstehung. Na, wollen Sie Ihren
Kaffee nicht lieber schwarz (oder wenigstens mit frischer Milch) trinken?
Propylenglykol:
Wird für Emulgatoren, Stabilisatoren und Verdickungsmittel verwendet, außerdem in
der Kosmetikindustrie sowie in der Autoindustrie für Gefrierschutz- und Enteisungsmittel.
Propylenglykol gibt es in verschiedenen Konzentrationen und laut Studien verursacht
es „wahrscheinlich“ keinen Krebs, dafür aber bei vielen Menschen Hautreizungen und
Allergien sowie gelegentlich Leber- und Nierenschäden.
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Kapitel 1
Raffinadezucker, künstliche Süßstoffe, Glukose-Fruktose-Sirup:
Alle diese Süßungsmittel, ob nun „natürlich“ oder künstlich hergestellt, sind stark
verarbeitet und verursachen jede Menge Gesundheitsprobleme. Von Fettleibigkeit und
Gewebeschäden über Herzkrankheiten, Krebs und Diabetes bis hin zu neurologischen
Schäden. Ob Sie von künstlichen Süßstoffen Kopfweh bekommen oder zuckersüchtig sind,
diese Kategorie stellt in der Regel eine der größten Herausforderungen beim Streben nach
innerer Fitness dar.
Natriumhydroxid:
Diese starke Chemikalie, im normalen Sprachgebrauch auch als Natronlauge bekannt,
ist extrem ätzend und kann Glas, Metall und lebendes Gewebe auflösen. Nichtsdestotrotz
zählt sie zu den Bestandteilen zahlreicher verarbeiteter Lebensmittel und Haushaltsprodukte
wie Seife, Zahnpasta, Abfluss- und Backofenreiniger. Ätzende Laugenflüssigkeiten
sind nachgewiesenermaßen gesundheitsgefährdend, aber sehr geringe Dosierungen in
Haushaltschemikalien sowie für Lebensmittelprodukte (beispielsweise Laugengebäck)
verwendete Laugen sind vermutlich unschädlich. Ich habe aber selbst Kenntnis von
schwerwiegenden Gesundheitsproblemen – bis hin zu Unfruchtbarkeit – bei Menschen,
die mit ätzender Lauge in Berührung kamen. Leider ist Natriumhydroxid auch in einigen Lebensmitteln sogenannter „Gesundheitskost“ enthalten. Lesen Sie aufmerksam die
Etiketten und tragen Sie Natriumhydroxid niemals auf die Haut auf oder nehmen es ein.
Natriumnitrit/-nitrat:
Diese Konservierungsmittel zum Pökeln von Fleisch- und Wurstwaren gelten als krebserregend. Es gibt heutzutage ausreichend Lebensmittel, die auf eine andere Weise konserviert werden. Vielleicht kosten sie etwas mehr, aber dafür sparen Sie sich spätere Besuche
beim Arzt.
Alles ziemlich eklig, nicht wahr? Und das Schlimmste daran ist, dass Sie wahrscheinlich
schon eine Menge von diesem Zeug in sich haben. Die obige Auflistung der Umweltgifte,
denen wir täglich ausgesetzt sind, ist bei Weitem nicht vollständig. Sie kommen von überallher und befinden sich nicht nur in unseren Nahrungsmitteln und Getränken, sondern
ebenso in der Luft, im Wasser und in der Erde. Unsere Teppiche und Möbel geben giftige
Gase ab, Mikrowellengeräte verändern die natürliche Struktur unserer Lebensmittel und
auch der ständige Elektrosmog um uns herum ist wahrscheinlich gesundheitsschädlich.
Über Haut- und Haarpflegeprodukte gelangen Chemikalien in unseren Körper, die da
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Wie verschlackt sind Sie?
eigentlich nichts zu suchen haben. Und auch das wohlriechende Parfüm, das Sie vielleicht
so gerne auftragen, ist schlicht und einfach giftig.
Was können wir tun? Wie gehen wir mit alldem um? Glücklicherweise ist der menschliche Körper ja ziemlich widerstandsfähig, aber in der heutigen Zeit braucht er einfach
Hilfe. Eine innere Reinigung aktiviert einen Neustart Ihres Systems und optimiert die natürlichen Ausscheidungsprozesse des Körpers, sodass dieser sich von dem angesammelten
Schmutz befreien kann. Das ist der Grund, warum Sie eine innere Reinigung durchführen
sollten. Ihre Umwelt und Ihr Lebensstil sind Hindernisse auf dem Weg zu innerer Fitness.
Eine Säuberung von innen macht Sie fit und stärkt das natürliche Entgiftungssystem Ihres
Körpers, damit es wieder so arbeiten kann, wie es sollte. Eine regelmäßige Wartung des
Autos ist für die meisten selbstverständlich, die des Körpers sollte es ebenfalls sein.
INNERE UND ÄUSSERE FITNESS
Meine prominenten Kunden sagen mir regelmäßig, dass sie fit, durchtrainiert und schön
sein wollen. Ich weiß dann genau, dass sie damit die äußerliche Fitness und Schönheit meinen. Wer äußerlich fit ist, sieht optisch ansprechend aus. Er oder sie verfügt über definierte
Muskeln, nicht übermäßig viel Körperfett, eine reine Haut, strahlende Augen und glänzendes Haar. Es gibt Menschen, die die genetische Veranlagung mitbringen, fit auszusehen.
Andere müssen dafür hart arbeiten, Kalorien zählen und trainieren. Äußerliche Fitness ist
für alle ein erstrebenswertes Ziel, weil sie in unserer Kultur hoch angesehen wird.
Ich jedoch konzentriere mich bei meiner Arbeit auf innere Fitness. Innere Fitness bedeutet, über gesunde, effiziente und gut funktionierende Organe, Gewebe und Zellen zu
verfügen. Gesund zu sein, ein intaktes Verdauungssystem und ein starkes Immunsystem
zu haben. Das innere Gleichgewicht des Körpers aufrechtzuerhalten, so wie es die Natur
vorgesehen hat. Eine Beschränkung der Kalorienaufnahme und Körpertraining wirkt
sich auch auf die innerliche Fitness aus, aber bei meinem Programm geht es hauptsächlich darum, sich ausgewogen zu ernähren, Nahrungsmittel wegzulassen, die alles wieder
vermasseln, den Körper regelmäßig zu entgiften und zu entschlacken sowie den Körper
kontinuierlich durch einen Lebensstil zu verjüngen, der den Körper aufbaut, anstatt ihn zu
zerstören.
Innere Fitness führt zu äußerer Attraktivität, und genau das macht sie so erstrebenswert.
Aber umgekehrt ist nicht jeder, der äußerlich in einer guten Verfassung ist, dies auch innerlich. Es gibt Supermodels mit schlimmen Verdauungsstörungen oder schillernde Filmstars,
die an einer Autoimmunerkrankung leiden. Sie können fantastisch aussehen und doch
bereits ein schwerwiegendes Gesundheitsproblem in sich tragen. In solchen Fällen (die in
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Kapitel 1
der Mode- und Filmbranche nicht selten sind) ist die äußere Schönheit sehr vergänglich.
Sobald es innen im Körper kriselt, zeigt sich das auch im Außen. Wenn Sie andererseits
innerlich fit sind, kommt eine attraktive Ausstrahlung wie von selbst. Freuen Sie sich auf
einen strahlenden Teint, glänzendes Haar, einen hohen Energiepegel und einen Körper,
der so arbeitet, wie es vorgesehen ist. Innere Fitness fördert die Entwicklung, Stärke,
Ausdauer und Gesundheit aller Organe, Gewebe und Zellen. Sie führt zu einem gesunden
Bakteriengleichgewicht im Darm, einem guten Muskeltonus im Verdauungssystem und
einem optimalen pH-Wert im Körper. Die aufgenommenen Nahrungsmittel werden auf
ihrer Reise durch den Körper richtig verarbeitet, Nährstoffe werden wirksam aufgenommen und Abfallstoffe ausgeschieden. Sie sehen nicht einfach nur gut aus, sondern haben
einen Körper, der ein langes Leben verspricht, in dem Sie sich wohlfühlen und der so funktioniert, wie er soll. Das möchte ich Ihnen ermöglichen und darum geht es in diesem Buch.
Innere Fitness ist vielleicht nicht so sexy wie äußere Fitness und nicht auf den ersten
Blick wahrnehmbar. Ein Sixpack oder muskulöse Oberarme sehen Sie gleich, was jedoch
im Darm vor sich geht, entzieht sich der äußeren Wahrnehmung. Aber innere Fitness
fühlt sich fantastisch an. Sie ist der Schlüssel zu Gesundheit und Schönheit. Wenn Organe,
Gewebe und Zellen stark und gesund sind, dann sind Sie es auch.
ENTGIFTUNG UND ENTSCHLACKUNG:
DER WEG ZUR INNEREN FITNESS
Innere Reinigung ist etwas ganz Natürliches – im Idealfall ein Tanz natürlicher Prozesse
und Lebensgewohnheiten, die zusammen Vitalität und Gesundheit befördern. Es ist nichts
Komisches oder „Esoterisches“, sondern etwas, was zum Körper gehört. Jedes Lebewesen
führt Entgiftungsprozesse durch. Tiere fasten, wenn ein Heilungsprozess ansteht. Die
Natur fördert das Entschlacken, indem sie bestimmte Nahrungsmittel nur zu bestimmten
Zeiten des Jahres zur Verfügung stellt.
Entgiftung und Entschlackung mag gerade „in“ sein, aber etwas Neues ist das
nicht. Menschen machen das schon seit Jahrtausenden und jede Kultur hat ihre eigenen
Methoden. In den einen wird gefastet oder die erlaubten Nahrungsmittel werden drastisch eingeschränkt. In anderen Kulturen reinigen sich die Menschen, indem sie bestimmte
Kräuter, Tees oder Tinkturen zu sich nehmen, in einer Sauna schwitzen oder eine althergebrachte Art der Darmspülung anwenden. Um 3000 v. Chr. kochten sich die alten Chinesen
Kräutersude, um sich von innen zu reinigen. Das Ausschwitzen der Gifte in einer Sauna
ist schon seit 1100 v. Chr. bekannt. Und Darmspülungen mit Wasser wurden bereits zu
Kleopatras Zeiten durchgeführt. Im heutigen Informationszeitalter, in dem sich so viele
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Wie verschlackt sind Sie?
Menschen auch mit dem Thema Gesundheit beschäftigen, bedient man sich ähnlicher
Methoden, einfach in einer Hightech-Ausprägung. Manchmal funktioniert dies. Manchmal
aber wird auch übertrieben, was dann der Gesundheit nicht mehr unbedingt förderlich ist.
Dazu gehören drastisches Fasten ohne Rücksprache mit dem Arzt oder die Einnahme von
Kräutern, ohne genau zu wissen, was sie eigentlich bewirken, oder das Schwitzen in einer
Schwitzhütte ohne Anwesenheit einer Fachperson. Und für Darmspülungen sollten Sie
sich nur in eine Therapiepraxis begeben, in der dies regelmäßig durchgeführt wird. Aber
was auch immer die Menschen probieren, sie folgen damit dem natürlichen Impuls, den
Körper von innen zu reinigen. Je mehr Sie darüber wissen, wie eine solche Reinigung effektiv und sicher durchgeführt werden kann, desto besser können Sie Ihre Gesundheit optimieren, Energie und Lebensfreude erhöhen und noch dazu schöner aussehen. Ich möchte
Ihnen zeigen, wie Sie richtig, sicher und natürlich vorgehen.
DIE SIEBEN AUSSCHEIDUNGSWEGE
Erst mal beschäftigen wir uns damit, wie sich der Körper auf natürliche Wiese entgiftet.
So erfahren Sie, welche Organe Ihres Körpers Sie unterstützen, wenn Sie sich innerlich
reinigen. Der Körper baut Gifte ab, und zwar sowohl diejenigen, die unser Körper als
Abfallprodukte des Stoffwechsels selbst produziert, als auch diejenigen, die wir aus der
Umwelt aufnehmen. Der Körper verfügt über sieben verschiedene Ausscheidungswege.
Diese sieben Stationen innerer Reinigung sind:
1. Blut
Blut zirkuliert im ganzen Körper und durchdringt sämtliche Organe. Es ist sozusagen
die Versorgungsstraße, auf der die Nährstoffe zu den verschiedenen Körperteilen transportiert werden und auf der Abfallprodukte und andere toxische Stoffe zur Leber gelangen,
um dort abgebaut zu werden. Da Blut durch jeden Körperteil strömt, sollte es so sauber wie
möglich sein. Normalerweise wird das Blut im Körper gereinigt, aber wenn der Körper
voll von Giftstoffen ist, kann er diese Aufgabe nicht mehr bewältigen.
2. Dickdarm
Der Dickdarm bildet das Ende des Verdauungstraktes. Der Körper absorbiert dort
alles noch übrige Wasser, Vitamine, Mineralien und Elektrolyte aus den unverdaulichen Nahrungsbestandteilen und scheidet den Rest aus. Der Dickdarm beginnt mit dem
Blinddarm und steigt von dort zur Leber auf (dieser Teil wird aufsteigender Grimmdarm
genannt). Dann biegt er unterhalb der Leber um (rechte Kolonflexur) und führt quer durch
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Kapitel 1
die Bauchhöhle bis zum linken Oberbauch (quer verlaufender Grimmdarm). Dort biegt er
wieder um (linke Kolonflexur), führt nach unten (absteigender Grimmdarm) und von dort
in die Mitte des Körpers (Sigmadarm). Am Ende geht er in den Mastdarm über und entleert sich durch den Anus. Der Dickdarm ist mit 400 bis 500 verschiedenen Bakterienarten
besiedelt – etwa 100 Trillionen Bakterien insgesamt –, die sich von den Fasern der unverdaulichen Nahrungsbestandteile ernähren und sie aufspalten. Weil so viel Abfall durch den
Darm wandert, ist es sehr wichtig, dass alles immer gut in Bewegung ist.
3. Nieren
Die Nieren sind ein Paar bohnenförmige und etwa faustgroße Organe. Sie befinden sich
im rückwärtigen Teil der Bauchhöhle. Sie filtern das Blut, und das überschüssige Wasser
ebenso wie wasserlösliche Giftstoffe werden als Urin ausgeschieden. In den Nieren wird
auch Vitamin D gebildet. Außerdem stellen sie den Blutdruck ein und kontrollieren den
Elektrolythaushalt im Körper. Nieren sind sehr wichtige Organe, und glücklicherweise
verfügen wir über zwei von ihnen und können notfalls auch nur mit einer Niere überleben.
Wenn aber beide ausfallen, wie zum Beispiel bei einer terminalen Niereninsuffizienz, bricht
der Körper komplett zusammen. Damit Ihre Nieren tipptopp in Form bleiben, müssen Sie
immer ausreichend trinken. Wenn Nieren nicht gut hydriert sind, können sich schädliche
Giftstoffe ansammeln. Auch schlechte Ernährung, Stress und zu viel Salz schädigen die
Nieren.
4. Leber
Die Leber befindet sich im rechten Oberbauch. Sie ist kegelförmig und unser größtes
Organ. Eine normale Leber hat etwa die Größe eines kleinen Fußballs, bei Frauen ist sie
etwas kleiner als bei Männern. Eine stark vergrößerte oder zu kleine Leber deutet auf ein
Gesundheitsproblem hin. Die Leber kann einen halben Liter Blut speichern und sie ist
das einzige Organ, das sich selbst regeneriert. Die Leber ist robust und belastbar. Rund
75 Prozent ihrer Zellen können zerstört sein, bevor sie ihre Funktion einstellt. Es ist kein
Zufall, dass „Leber“ und „Leben“ zwei fast identische Wörter sind. Geschädigt wird die
Leber durch Alkohol, Drogen, Insektizide, Pestizide, Schwermetalle und auch durch ein
Übermaß an Kohlenhydraten und Proteinen. Sie ist das wichtigste Entgiftungsorgan und
sorgt dafür, dass Chemikalien, Medikamente, Giftstoffe, Bakterien und Abfallprodukte den
Körper wieder verlassen. Die Leber produziert außerdem Immunfaktoren, die den Körper
beim Kampf gegen Infektionen unterstützen. Verwertete Nahrungsbestandteile werden
von der Leber ans Blut abgegeben oder aber an die Gallenflüssigkeit. Dieser Gallensaft
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Wie verschlackt sind Sie?
Speiseröhre
Leber
Magen
Milz
Gallenblase
Zwölffingerdarm
Bauchspeicheldrüse
Querdarm
Aufsteigender Dickdarm
Leerdarm
Krummdarm
Blinddarm
Absteigender Dickdarm
Wurmfortsatz
Sigmadarm
Mastdarm
After (Anus)
gelangt dann in die Gallenblase und bleibt dort gespeichert, bis der Dünndarm dem Körper
signalisiert, dass der Inhalt der Gallenblase in den Verdauungstrakt entleert werden soll.
Gallenflüssigkeit wird über den Kot ausgeschieden (ins Blut abgegebene Toxine wandern
zu den Nieren, um dort verarbeitet zu werden). Ich betrachte die Leber sozusagen als den
Chef einer Abfallentsorgungsfirma, deren leitende Angestellte die Gallenblase, die Nieren
und die Bauchspeicheldrüse sind. Diese arbeiten mit dem Darm (Betriebsdirektor des
Versorgungssystems) zusammen, um alles aus dem Körper herauszubekommen. Wenn
die Leber optimal arbeitet, kann sie das Cholesterin im Körper reduzieren, überschüssiges
Östrogen ausscheiden und viele weitere wichtige Funktionen übernehmen.
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Kapitel 1
!
DIE GALLENBLASE
Die Gallenblase ist ein kleines Organ, das sich genau unter der Leber
befindet. In der Gallenblase wird der Gallensaft gespeichert, der zur
Verdauung von Fetten im Darm benötigt wird. Außerdem regt die
Gallenblase die Darmkontraktionen an. Die Leber legt ihre Abfallprodukte in
der Gallenflüssigkeit ab und diese bleibt so lange in der Gallenblase, bis der
Körper das Signal gibt, dass sie zur Weiterverarbeitung in den Darm ausgeschüttet werden soll. Bei manchen Menschen bilden sich im Laufe der Jahre
Gallensteine und wenn diese Schmerzen verursachen, raten Ärzte unter
Umständen zur Entfernung der Gallenblase. In der Regel erwachsen aus
solch einem Eingriff keine Probleme, aber andererseits stellt sich die Frage,
warum man die arme Gallenblase entfernen soll, wenn die Steine ja eigentlich von der Leber verursacht werden. Es wäre viel vernünftiger, die Leber zu
stärken und frei von Schadstoffen zu halten, dann bilden sich höchstwahrscheinlich auch keine Gallensteine.
5. Lungen
Dieses schöne, luftgefüllte Organ aus schwammigem Gewebe ist direkt mit der
Luftröhre verbunden. Durch die Luftröhre gelangt die eingeatmete Luft in die Bronchien,
die sich in immer kleiner werdende Verästelungen, die Bronchiolen und Alveolen
(Lungenbläschen), verzweigen. Hier wird der eingeatmete Sauerstoff ins Blut aufgenommen und die Stoffwechselschlacke Kohlendioxid wird aus dem Blut in die Lungenbläschen
abgegeben und von dort wieder ausgeatmet. Der erste Schritt zum Reinigen der Lungen
ist tiefes Einatmen, durch das die Sauerstoffaufnahme erhöht wird. Ich empfehle Ihnen,
jeden Tag ein paar Minuten lang ganz bewusst tief ein- und auszuatmen. Das stärkt auch
die zum Atmen benötigte Rippenmuskulatur – je mehr sich diese Muskeln kontrahieren,
desto besser können sich die Bronchien reinigen. Jede Form von Ausdauertraining stärkt
und reinigt die Lungen ebenfalls.
6. Lymphsystem
Die Lymphe ist eine klare Flüssigkeit mit Immunzellen, den sogenannten Lymphozyten,
die für das Immunsystem von zentraler Bedeutung sind. Die Lymphflüssigkeit wandert durch den Blutkreislauf und durchdringt Kapillargefäßwände, die wegen ihrer
geringen Größe keine roten Blutkörperchen aufnehmen können. Sie umfließt Ihre
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Wie verschlackt sind Sie?
Blutgefäße, nimmt Abfallprodukte auf und gibt weiße Blutkörperchen ab, die wichtig
zur Infektionsbekämpfung und allgemein für die Stärkung des Immunsystems sind.
Dann fließt sie in die Gefäße und Kapillaren des Lymphsystems und wird von dort zu
den Lymphknoten geleitet, wo sie auf schädliche Stoffe untersucht und gefiltert wird.
Die gereinigte Lymphflüssigkeit gelangt danach wieder in den Blutkreislauf und der gesamte Prozess beginnt von vorn. Das Lymphsystem muss ohne Ventile auskommen und
dementsprechend fließt die Lymphe nur, wenn wir uns bewegen. Ein sitzender Lebensstil
macht auch die Lymphe träge und das Ergebnis können geschwollene Fußgelenke und
Hände oder ein irgendwie „aufgeblähtes“ Körpergefühl sein. Körperliche Aktivitäten und
tiefes Atmen sind wichtige Voraussetzungen für ein gesundes Lymphsystem. Beides sorgt
dafür, dass die Lymphe in Bewegung bleibt. Auch Trockenbürsten und Lymphmassagen
stimulieren den Lymphfluss und fördern damit eine effiziente Entsorgung von im Körper
befindlichen Giftstoffen.
7. Haut
Die Haut schützt uns. Sie sorgt dafür, dass manches drinnen bleibt (wie Blut und
Wasser) und manches nicht hereinkommt (wie Bakterien und ultraviolette Strahlen).
Anderes wiederum lässt sie hinein (wie die Wirkstoffe in Pflegecremes) beziehungsweise heraus (beispielsweise Schweiß). Die Haut ist das größte Ausscheidungsorgan, über
sie werden mehr Abfallprodukte entsorgt als über alle anderen zuvor beschriebenen
Ausscheidungswege. Die Haut ist außerdem Ihr Verbindungsorgan zur Außenwelt. Über
die Haut spüren Sie Berührungen, Druck, Schmerz sowie Wärme und Kälte. Sie reguliert
die Körpertemperatur, indem sie Wärme zurückhält oder freisetzt (die Schweißdrüsen
unterstützen sie bei dieser Arbeit), und steuert ihre eigene Durchblutung (das merken Sie,
wenn Sie plötzlich erblassen oder erröten). Da die Poren der Ausgang für Schweiß sind,
der gewisse Abfallprodukte von innen nach außen transportiert, sind Hautprobleme oft
das erste Anzeichen eines gesundheitlichen Problems. Hautkrankheiten betrachte ich als
eine „Blähung durch die Haut“. Wenn der Körper überbelastet ist, muss das ganze Gift ja
irgendwo hinaus. Indem der Körper es (unter anderem) durch die Haut freisetzt, hält er
die Organfunktionen aufrecht. Einfach eine heiße Dusche ist ein hervorragendes Mittel zur
Säuberung der Haut. Sie öffnet die Poren und wäscht allen Unrat weg. Auch Schwitzen
hilft der Haut bei ihrer Entsorgungsarbeit – gehen Sie ab und zu mal in eine Trocken- oder
Dampfsauna. Sollten Sie jedoch an ernsthaften Hautbeschwerden leiden, zeigt dies, dass
noch mehr innere Entgiftung erforderlich ist. All diese Organsysteme sollten Sie gut pflegen. Die Lebensgewohnheiten in der modernen Welt sind nämlich eine große Belastung
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UNVERKÄUFLICHE LESEPROBE
Tracy Piper
Das große Buch der inneren Reinigung
Mit der Piper-Methode in nur 4 Wochen zu weniger Gewicht
und mehr Gesundheit. Extra: alles über schonende Einläufe
Paperback, Klappenbroschur, 320 Seiten, 17,2 x 23,5 cm
ISBN: 978-3-517-09410-6
Südwest
Erscheinungstermin: Dezember 2015
Der neue Detox-Trend aus den USA
Täglich nehmen wir eine Vielzahl von Giften aus der Umwelt und durch die Nahrung auf. Wir
essen hektisch, sind ständig gestresst und treiben viel zu wenig Sport. Irgendwann stoßen
unsere natürlichen Reinigungsorgane wie Leber, Nieren, Lunge oder Darm bei diesem
Lebensstil an ihre Grenzen. Die Folge: Zivilisationskrankheiten wie Burnout, Verstopfung,
Diabetes oder Übergewicht. Doch damit ist jetzt für immer Schluss!
Tracy Piper, Expertin auf dem Gebiet der inneren Reinigung, zeigt in diesem Buch, wie man
seinen Lebensstil so umstellen kann, dass man innerlich und äußerlich, physisch und psychisch
dauerhaft gesund bleibt. Innere Gesundheit bedeutet: funktionierende Organe, eine gesunde
Verdauung, eine ausbalancierte Darmflora und ein vitaler, schlanker und gesunder Körper. Und
das Beste: Ist man innen fit, wird es einem auch äußerlich angesehen!
Hier erfährt man alles über die Rolle der intestinalen Bakterien, der Enzyme und des
Säure-Basen-Gleichgewichts, über die Funktionsweise der Verdauung, über Lebensmittel,
wie sie mit dem Körper interagieren und wie man sie kombinieren soll, aber auch über
Themen wie verschiedene Einläufe und all das, was sonst mit unserem Darm und unserem
Verdauungsapparat zusammenhängt. Mit Tracy Pipers Vier-Wochen-Programm reinigt man
seinen Körper auf natürliche Weise von innen heraus. Die Folge: nachhaltige, dauerhafte, innere
und äußere Gesundheit.
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