16 Marketing & Kommunikation werbewoche 03 | 12.02.2016 Wer gewinnt die Marketing-Trophy 2016? Die Marketing-Trophy wird jedes Jahr von Swiss Marketing am Schweizerischen Marketing-Tag vergeben. Die interdisziplinäre Fachjury unter der Leitung von Werber und Unternehmer Dr. Peter Felser hat in diesem Jahr folgende Projekte für den Award nominiert: Kategorie Grossunternehmen Coop Genossenschaft Lancierung des Weinclubs «Mondovino» Weinkunden gehören für Coop zu einer der wichtigsten Zielgruppen. Durch die Lancierung des Weinclubs «Mondovino» konnte diese Zielgruppe noch besser und effizienter bedient und die im Vergleich zum Fachhandel geringere persönliche Beratung nahezu ausgeglichen werden. Zudem sollte das Thema Weinkompetenz, das bei «Mondovino» im Zentrum steht, die Fachkunden noch stärker ansprechen. Die Lücke zwischen den Weinfachläden und Coop konnte dadurch minimiert werden. Clubgedanke mit Cross-Channel-Ausrichtung Das ganzheitliche Konzept mit der Cross-Channel-Ausrichtung und dem umfangreichen Weincontent auf Mondovino.ch ist bisher einzigartig in der DACH-Region. Durch den Club-gedanken und die Auswertungsmöglichkeiten über die SupercardDaten besteht die Möglichkeit, die Mitglieder von Mondovino effizient und nachhaltig zu bearbeiten. Interne und externe Ziele erreicht Ziel von «Mondovino» war der Ausbau bzw. die Verteidigung des Marktanteils sowie eine Steigerung des Nettoumsatzes. Zudem sollte die Bekanntheit und das Image von Coop als kompetenter und vielseitiger Weinhändler weiter gestärkt werden. Als Weinclub hatte «Mondovino» auch interne Ziele: Die Mitgliederzahl und die Weiterentwicklung der Mitglieder standen hier im Fokus. Seit dem Launch von Mondovino 2014 ist die Mitgliederzahl nach eineinhalb Jahren auf über 100›000 gestiegen. Die Umsatzentwicklung bei den Mitgliedern zeigte in einem rückläufigen Markt mit zunehmenden Konkurrenzumfeld eine Steigerung von 45 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Fazit Mit «Mondovino» ist es Coop nachweislich gelungen, sich in einem hart umkämpften Marktumfeld zu beweisen und durchzusetzen. Zudem zeigt das in der DACHRegion einzigartige Konzept, wie innovativ die Idee dieses Weinclubs ist. www.mondovino.ch, www.coop.ch UBS Switzerland AG Migros-Genossenschafts-Bund Migros-Genossenschafts-Bund Charity-Aktion im Zentrum der Weihnachtskampagne Chance Eigenmarken Migros stellte als erster Detailhändler eine Charity-Aktion in den Fokus der Weihnachts-kommunikation. Um die Hauptbotschaft «Zusammen feiern. Zusammen spenden.» prägnant zu transportieren, wurde das erste Schweizer Weihnachtslied «Ensemble» lanciert. Die Kampagne wurde unterstützt durch ein Musik-Video, Anzeigen, Plakate, Online- und POP-Massnahmen und einer OnlineAuktion, an welcher persönliche Gegenstände von Stars sowie Events versteigert wurden. Die grössten Spendeneinnahmen wurden POP erzielt, daneben konnte man mit dem Download des Weihnachtssongs, per SMS oder per Banküberweisung spenden. Traditionell ist das Weihnachtsgeschäft die umsatzstärkste Zeit im Jahr. Mit der neuen Weihnachtskampagne wollte die Migros auf eine differenzierte Idee setzen, welche die Migros als führenden Weihnachtskanal positioniert und die Werte der Migros glaubwürdig vermittelt. Erwartungen übertroffen Neben dem Ziel, Migros auch während der Weihnachtszeit als führende Detailhändlerin zu etablieren, wollte die Migros eine Spendenaktion für Bedürftige in der Schweiz ins Leben rufen. Damit stellte sie konsequent ihre Marke ins Zentrum und war eine Ausnahme im kommerziell getriebenen Werbeumfeld. Der Vorsprung gegenüber den Mitbewerbern wurde im Dezember ausgebaut. Zudem wurde die Spendensumme mit CHF 2,4 Millionen im Vergleich zum Vorjahr fast verdoppelt. Auch der Song hat alle Erwartungen übertroffen: Als erfolgreichster DownloadSong eines Schweizer Künstlers erreichte er Doppel-Platin und war fünf Wochen lang in der Hitparade auf Rang 1 platziert. Die Weihnachtswebsite verzeichnete einen Besucher-zuwachs von 340 Prozent. Fazit Die Kampagne hat mit dem Charity-Fokus neue Massstäbe gesetzt. Das Projekt war nicht nur für die Migros ein grosser Erfolg, sondern auch für viele bedürftige Menschen in der Schweiz. Relaunch in drei Phasen Mit dem neuen Markenauftritt unterstreicht UBS den erfolgreichen Kulturwandel, der in einer intensiven ersten Phase bei allen Mitarbeitenden initiiert wurde. Gefolgt von zwei inhaltlich und zeitlich abgestimmten Kommunikationsphasen. Auf die interne Sensibilisierung bei UBS-Mitarbeitenden in der Schweiz folgte die Lancierung der Marken-Kampagne in der Finanzcommunity, die die neue Markentonalität etablierte. Abgerundet wurde der Marken-Relaunch durch eine Dienstleistungskampagne. Neue Ära der UBS Ziel war es, bei den vielfältigen Anspruchsgruppen eine spürbar positive Markenwahrnehmung zu erzielen und den Neugeldzufluss sowie die Kundenzufriedenheit zu stärken. Dem dreiteiligen Marketingansatz gelang eine nachweisliche Zunahme der Markensympathie, Erhöhung der Neukundenzunahme und des Neugeldzuflusses. Dank dem integrierten Marketing-Ansatzes gelang es, Unternehmenskultur, Markenpersönlichkeit und intelligente Verlinkung der produktbezogenen Vorsorge-Initiative sprachlich wie visuell in einem neuen Auftritt zu vereinen. Fazit Der Erfolg zeigt sich nicht nur im erfolgten internen Kulturwandel, sondern auch dem zahlreichen positiven Marktfeedback sowie dem positiven Geschäftsverlauf. Es ist gelungen, die neue UBS nicht nur intern neu zu definieren, sondern die Schweizer Bevölkerung an der neuen UBS teilhaben zu lassen. Involvierte Agentur: www.publicis.ch, www.ubs.com/ch Der Kunde entscheidet Auf innovative Art und Weise wurden neue Produkte lanciert, wobei der Kunde mitentschied, welche Sorte langfristig im Regal bleibt und nachproduziert wird. In erster Linie sollte eine junge Zielgruppe angesprochen werden, welche über innovative Tools wie Social Media Battles, Games und interaktive Banner abstimmen konnte. Neben der Signalisierung des Mitbestimmungsrechts durch hohes Kundeninvolvement, sollte die Kampagne zur Beweisführung der Eigenproduktion dienen. Ziele nachweislich erreicht Die jeweiligen Produkte sollten nicht nur während der Einführung, sondern auch danach sehr gut performen. Ein weiteres Ziel war es, eine junge und involvierte Zielgruppe zu begeistern. Alle Ziele konnten nachweislich erreicht werden. Ausserdem geniessen die «Produkt- Abstimmungen» mittlerweile schon eine grosse Bekanntheit und werden mit der Migros assoziiert – das beweisen auch circa 2,7 Millionen Video Views auf Social Media und circa 230 000 Votes für Produkte über Website, Banner und Degustationen. Fazit Durch «A vs. B – Battle of Tastes» konnte die Migros gleich zwei grosse Erfolge erzeichnen: Zum einen konnte sie damit ihre Eigenmarken profilieren, zum anderen konnte die Migros eine neue, junge Zielgruppe aktiv involvieren. Involvierte Agenturen: Wirz Werbung AG, (www.wirz.ch), TrueStory AG (www.truestory.ch), www.migros.ch/avsb, www.migros.ch 17 Kategorie KMU Elkuch Josef AG Recycling-Center Der Supersack – ein Schritt in die richtige Richtung SC Bern / SCB Eishockey AG #bärnrockt In der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein werden Haushaltkunststoffe nur zu rund 15 Prozent recycelt, der Rest landet im regulären Haushaltsabfall. Mit dem Supersack wurde ein preisgünstiger Kunststoffsammelsack für alle Haushaltskunststoffe lanciert. Ein dichtes Netz von Verkaufs- und Abgabestellen in den Regionen Ostschweiz, Liechtenstein und Nord-Graubünden machte es umweltbewussten Menschen leicht, Haushaltskunststoffe nachhaltig zu entsorgen. Sportunternehmen stehen vor der Herausforderung, FanKult und Kommerz in den Kampagnen gekonnt zu vereinen. Um den Nutzen im Fan- sowie im Sponsoringbereich auszubauen, einen attraktiven Mehrwert zu schaffen und gleichzeitig Einnahmen zu generieren, lancierte der SCB Bern unter dem kreativen Ansatz #bärnrockt eine crossmediale Kampagne mit Print, Outdoor, Online und Radio-Inhalten. Umfassende Marketingmassnahmen zur Lancierung Die SCB-Familie sollte über Social Media-Kanäle, via Apps und Online-Plattformen vergrössert werden, um so das Potenzial auch ausserhalb der PostFinance-Arena zu erschliessen. Der SCB implementierte mit dem Projekt als erster Schweizer Eishockeyclub digitale Plattformen effizient in das Businessmodell. Der Fokus beim Marketing-Mix lag auf einer gut durchdachten und kanalübergreifenden Kommunikation. Ein Massnahmenpaket bestehend aus Einführungstagen mit Sampling, Messeauftritten, Mailings und Postwürfen, Aussenwerbung, Medianarbeit und Online Marketing wurde geplant. Es galt, gut durchdachte Kommunikations-massnahmen umzusetzen, um langfristige Kundenbindungen zu erzeugen. Um erste Anreize zu schaffen, musste die Entsorgung von Haushaltskunststoffen günstiger gestaltet werden, als die Entsorgung von Kehrichtabfällen. Vor allem mussten die Kunden aber über den ökologischen Aspekt erreicht werden. Nachhaltig und erfolgreich Das höchste Ziel des Supersacks war es, die Umwelt nachhaltig zu schonen. Mit der Einsparung von 122›000 Kilogramm Co2 per Ende 2015 wurde dieses Ziel erreicht. In der Region Liechtenstein / Kanton St. Gallen konnte die Marktführerschaft erreicht werden. Das Absatzziel von 30 000 verkaufen Supersäcken konnte sogar bei weitem übertroffen werden. Auch die Umsatzerwartungen wurden mit mehr als CHF 70 000.übertroffen. Fazit Mit dem Supersack ist es gelungen, die Menschen auf ein wichtiges Problem aufmerksam zu machen – die Entsorgung von Haushaltskunststoffen. Durch den Marketing-Mix wurde eine breite Zielgruppe erreicht und ein nachhaltiger Beitrag für die Umwelt geleistet. Aus den gesammelten Kunststoffen werden wichtige Sekundärkunststoffe gewonnen, die den lokalen Industriebetrieben kostengünstig zur Verfügung stehen. So profitiert auch die Wirtschaft. Fangemeinschaft soll wachsen Ziele Ziel des SCB war es, die Marke zu stärken und auszubauen. Zudem sollte das Community-Potential ausserhalb der Arena ausgeschöpft werden, indem Fans auf sozialen Medien und via App stärker animiert und involviert wurden. Ein weiteres Ziel war es, das Cross-Selling in den Bereichen Gastro, Merchandising und Nachwuchs zu steigern. Die neue SCB App wurde bis Juni 2015 44 000 mal heruntergeladen. Für das SCB Game «Super Fan» haben sich knapp 2 400 Fans registriert. Der neue Hashtag #bärnrockt war in 35 Webbeiträgen, ca. 350 Social Media- und zehn TV-Beiträgen präsent. Ein Grund dafür ist die fortlaufende Steigerung der Social Media Likes und Followers. Sky-Frame AG Neue Konkurrenzsituation durch Marktwachtum Sky-Frame ist ein rahmenloses Schiebefenster, das lange als einer der einzigen Wettbe-werber auf dem Markt die Produktbekanntheit bei den Zielgruppen Architekten, Bauherren und Investoren aufgebaut hat. Der Markteintritt von neuen Mitbewerbern forderte einen neuen, einzigartigen und differenzierenden Markenauftritt von Sky-Frame. Rebranding Der Markenauftritt von Sky-Frame war bisher sehr generisch und austauschbar. Über ein gesamthaftes Rebranding in Form von Markenauftritt und Logo sollten Emotionen und Raumgefühl auf eine intelligente und hochwertige Weise kommuniziert werden. Erfolge zeichnen sich ab Sky-Frame konnte den Absatz um über 10 Prozent steigern und eigene Filialen in vier Ländern aufbauen. Sky-Frame gewann zudem den German Design Award 2016. Auch die Bekanntheit der Marke konnte durch das Rebranding profitieren: Die Facebook Likes sind um 66 Prozent gestiegen, die Abonnenten auf Instagram sogar um 185 Prozent. Fazit Sky-Frame hat auf eindrucksvolle Weise gezeigt, wie Marken auf neue Konkurrenzituationen reagieren können – und sich sogar neue Chancen eröffnen. Zudem ist es gelungen, durch das Produkt Emotionen und Raumgefühl zu vermitteln. Involvierte Agentur: newid.ch, www.sky-frame.ch Fazit Mit der crossmedialen Marketingkampagne ist es dem SC Bern geglückt, die Fans aktiv zu involvieren und damit noch stärker mit der Marke zu verbinden. Die Ergebnisse zeigen, dass der SC Bern das zusätzliche Potential der Fangemeinschaft richtig erkannt und für den Club genutzt hat. Involvierte Agentur: www.republica.ch, www.scb.ch Involvierte Agenturen: www.markenkern.ch, www.supersack.ch www.recycling-center.li Kategorie Non-Profit-Organisationen Involvierte Agentur: Wirz Werbung AG (www.wirz.ch), www.migros.ch Markenrelaunch im Heimmarkt Schweiz Gerade im Heimmarkt Schweiz hat für UBS die Reputationspflege auch Jahre nach der Finanzkrise grosse Bedeutung. Nach einer erfolgreichen Neustrukturierung war es nach einer selbst auferlegten Zurückhaltung im Marketing an der Zeit, die neu ausgerichtete und stark aufgestellte UBS zu präsentieren. Die Migros gehört weltweit zu den grössten Eigenmarkenproduzenten. In ihrer Eigenmarken-industrie stellt die Migros circa 10 000 ihrer Produkte selber her. Das bringt den grossen Vorteil, dass Kundenwünsche, Trends und Innovationen schnell und unkompliziert umgesetzt werden können. Dieses Differenzierungsmerkmal sollte durch den «A vs. B – Battle of Tastes» kommuniziert werden. Marketing & Kommunikation werbewoche 03 | 12.02.2016 SPAR Handels AG Produktlinie «Schellen-Ursli» Der Schweizer Detailhandel ist ein gesättigter Markt, eine Diversifikation über das Sortiment wird durch die hohe Preissensibilität und geringe Bereitschaft der Kunden, den Supermarkt zu wechseln, zunehmend erschwert. Auch der starke Schweizer Franken ist eine grosse Herausforderung – zu der nationalen Konkurrenz kommt verstärkt die ausländische. Unter diesen Einflüssen wurde die eigene Positionierung in der Schweiz weiter gefestigt. Da die meisten SPAR-Standorte in der Deutschschweiz sind, lag der MarketingFokus auf dieser Region. Nationale Produkte im Fokus Um die Schellen-Ursli Produktlinie (Produkte aus der Schweiz) zu pushen, übernahm SPAR die Rolle des Presenting-Sponsors bei der Verfilmung des Buchs «Schellen-Ursli». Durch die daraus resultierende Aufmerksamkeit und die Thematisierung über den Produktbereich hinaus, war eine gute Basis für den Verkauf der Sortiments-Linie mit 100 Prozent Swissness geschaffen. Resonanz positiv Während der Film in den Kinos gezeigt wurde, konnte der Sortimentsbereich bei SPAR eine Umsatzsteigerung um 194 Prozent erreichen. Das auch, weil die Artikelzahl in diesem Sortiment von 15 auf 54 erhöht wurde. Fazit SPAR hat mit der Idee, eine Eigenmarke durch den Kinofilm als Träger zu pushen, Innovationsstärke bewiesen. Die Schellen-Ursli Produkte erreichten die Konsumenten. www.spar.ch Amt für Umwelt und Energie Basel-Stadt Verein Authentica Schweiz BOOKBRIDGE Der «Drecksack» macht sauber Spezialitätenmesse für wertorientierte Konsumenten BOOKBRIDGE macht Bildung zugänglicher Die Digitalisierung hinsichtlich der Verschmelzung sämtlicher Medienkanäle, die Bewegung von Print zu Online und der starke Fokus auf die Werbewirkung stellen die Medienbranche seit Jahren vor grosse und bisher unbekannte Herausforderungen. Somedia begegnete dem durch eine umfassende Medienstrategie. Die Konvergenz als crossmediales Erlebnis (Print, Radio, TV und Online) ermöglichte die multimediale Kundenansprache und umfasste sowohl ein einheitliches Leistungsversprechen an Konsumenten «Alles was die Region interessiert» sowie eine auf den umfassenden Medien-Mix ausgelegte Agenturleistung für Werbekunden. Somedia hatte damit als erstes Medienunternehmen der Schweiz die Medienkonvergenz konsequent umgesetzt. Wie in jeder grösseren Stadt, ist das Littering auch in Basel ein gesellschaftliches Problem. Um die Situation zu verbessern, wurde eine Kampagne lanciert, die einen sympathisch-provokativen Charakter hat und keinesfalls mahnend oder belehrend wirkte. Mit dem Ansatz «richtiges Handeln belohnen, statt Falsches bestrafen», wurde rund um die wichtigsten Take-Away-Geschäfte, deren Produktverpackungen einen grossen Teil des Litterings verursachen, ein kostenloser Kunststoff-Müllbeutel (der «Drecksack») abgegeben. So konnte der Müll einfach in einem öffentlichen Container entsorgt werden. Auf jedem Sack wurde ein Gewinncode aufgedruckt – wenn der Drecksack in einem offiziellen Container entsorgt wurde, konnte man einen Sofortoder Wochenpreis gewinnen. Die Massnahme wurde über Plakate, Kleber, über beteiligte Partner, sowie in Kooperationen mit lokalen Medien und Promotionen an den Littering-Hotspots kommuniziert. Der Verein Authentica Schweiz will Kleinproduzenten in den Bereichen Lebensmittel und Kunsthandwerk eine einzigartige Messeplattform bieten. Anders als bei klassischen Messen, werden Locations mit Möglichkeit zu Entdeckungsreisen, wie beispielsweise stillgelegte Klöster, gewählt. Kleinproduzenten sind persönlich vor Ort und stellen ihre Produkte ohne schrille Werbung vor. Dadurch sollen wertorientierte Kunden erreicht werden. Optimismus dank Ergebnissen Erwartungen übertroffen Somedia Multimedia als Chance Durch die Medienkonvergenz konnten die Reichweiten von Print (+3,1 Prozent), Radio (+10,2 Prozent), TV (+17,5 Prozent) und Online (+6,2 Prozent) deutlich gesteigert werden. Auch die Werbeumsätze sind in einem rückläufigen Markt um circa zwei Prozent gestiegen. Zudem konnte Somedia ihre Position als führendes Medienunternehmen der Südostschweiz weiter ausbauen. Fazit Während der Kampagnendauer wurden 400 000 Drecksäcke abgegeben und die mobile Seite wurde gut 48 000 mal aufgerufen. Die Aufmerksamkeit für die Anti-Littering-Kampagne übertraf die Erwartungen – auch noch nach Kampagnenende. Der schönste Erfolg war jedoch, dass gemäß der Basler Stadtreinigung alle Drecksäcke korrekt entsorgt wurden. Marketing mit knappem Budget Die Kommunikation findet hauptsächlich über ein inserateloses Messebooklet statt, das über die Aussteller verteilt wurde. Es wurden 30›000 kostenlose Booklets an die entsprechende Zielgruppe abgegeben. Das Booklet diente aber nicht nur als Werbemittel, sondern auch als schönes Porträtbuch der Aussteller und Nachschlagewerk zum Entdecken der persönlich geprägten Produkte. Besucherzahlen steigen Die Messe konnte im zweiten Jahr bereits 1›500 Gäste mehr gewinnen als im Vorjahr und das obwohl der Eintritt nicht mehr gratis war, sondern sieben Franken pro Person gekostet hat. Zudem belegte die Authentica Messe 2014 den zweiten Platz am Tourismuswettbewerb des Kantons Solothurn. Somedia hat die aktuellen Herausforderungen in der Medienbranche offensiv angepackt und gezeigt, wie wichtig es ist, die Medienkonvergenz konsequent umzusetzen. Die neue Medienfamilie Südostschweiz konnte sich in einem hart umkämpften Markt positionieren und sehr positiv entwickeln. Fazit Fazit Durch den ungewöhnlichen Ansatz wurde eine hohe Aufmerksamkeit für das Projekt generiert und nachhaltig etwas bewirkt. Der «Drecksack» ist ein effizientes Beispiel, wie man eine innovative Lösung für ein bekanntes Problem schaffen kann. Beigezogener Berater: www.abegglen.com/www.somedia.ch Idee, Konzept und Umsetzung: www.valencia.ch, mobile Umsetzung des RewardsProgrammes inspiriert durch Tagxy Concepts AG www.aue.bs.ch Die Spezialitätenmesse Authentica stellt den Menschen und sein Schaffen ins Zentrum und macht somit eigenständige Kleinproduzenten auffindbar, welche sich mit ausserordentlich hohem Engagement für eine bestimmte Produktspezialität einsetzen. Involvierte Agentur: www.bruppacher.com, www.authentica.ch In vielen Teilen der Welt ist Bildung immer noch nicht für alle zugänglich. BOOKBRIDGE stellt sich dieser Herausforderung mit einem unternehmerischen Ansatz und einem neuen, integrativen Bildungskonzept. Wirtschaftlichkeit und Zusammenarbeit auf Augenhöhe In Kambodscha, der Mongolei und Sri Lanka werden Lernzentren, die den lokalen Bildungsbedürfnissen entsprechen, aufgebaut. Um die Finanzierung sicher zu stellen, stellt jedes Lernzentrum gleichzeitig einen Business Case als kostenpflichtiges Weiterbildungsprogramm für europäische Führungskräfte dar. Die Teilnehmenden arbeiten als Unternehmer auf Augenhöhe mit lokalen Partnern an einem nachhaltigen Geschäftsplan und setzen diesen vor Ort um. Bookbridge sorgt mit diesem «CapabillityProgramm» für nachhaltige, selbsttragende Entwicklungshilfe und verbindet diese mit Know-how aus westlichen Ländern. Vision eines weltweiten Bildungsgleichgewichts Im September 2015 bestehen bereits sechzehn Lernzentren in der Mongolei und in Kambodscha. In Europa haben 112 Führungskräfte das «Capabillity-Programm» durchlaufen und einen Gesamtumsatz von über einer halben Million Euro generiert. Mit dem Aufbau der Lernzentren als Social Business wird die Finanzierung langfristig gesichert. Da die Lernzentren zwar finanziell selbsttragend, aber nicht gewinnorientiert sind, sind die Schulgebühren tief und das Angebot somit für die breite Masse zugänglich. Fazit Das Programm wirkt als Geschäfts- und Bildungsmodell und verbindet zwei Welten. Dieses nachhaltige Bildungskonzept mit Ressourcen und Wissen aus «Nord und Süd» ist nicht nur neu und innovativ, sondern auch erfolgversprechend. Involvierte Agenturen: www.contexta.ch, www.bookbridge.org