Nifehexal retard 40 mg-Filmtabletten

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Nifehexal retard 40 mg-Filmtabletten
2. Qualitative und quantitative Zusammensetzung
1 Filmtablette enthält 40 mg Nifedipin.
Sonstige Bestandteile: enthält 20 mg Lactose.
Die vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.
3. Darreichungsform
Filmtablette.
Rosafarbene bis hellrote bikonvexe Filmtablette mit einseitiger Bruchkerbe.
Die Bruchkerbe dient nur zum Teilen der Tablette für ein erleichtertes Schlucken und nicht zum Aufteilen in gleiche Dosen.
4. KLINISCHE ANGABEN
4.1 Anwendungsgebiete
Zur Dauerbehandlung chronisch stabiler Angina pectoris (Belastungsangina), vasospastische Angina pectoris (Prinzmetal-Angina, Variant-Angina).
Zur Dauerbehandlung der arteriellen Hypertonie.
4.2 Dosierung, Art und Dauer der Anwendung
Dosierung
Die Behandlung soll möglichst individuell nach dem Schweregrad der Erkrankung und der Ansprechbarkeit des Patienten durchgeführt werden.
Die durchschnittliche Dosierung für die Dauertherapie bei den oben angeführten Indikationen beträgt 2mal täglich 1 Filmtablette.
Falls notwendig, kann die Dosierung stufenweise bis auf 2mal täglich 2 Filmtabletten gesteigert werden. Der empfohlene Einnahmeabstand bei den RetardFilmtabletten beträgt etwa 12 Stunden und sollte 4 Stunden nicht unterschreiten.
Falls ein Absetzen von Nifedipin erforderlich ist. wird aus Sicherheitsgründen insbesondere bei koronarer Herzkrankheit empfohlen, die Behandlung nicht
plötzlich, sondern ausschleichend zu beenden.
Bei Patienten mit niederigerem Nifidipinbedarf (bei leichter und/oder stabiler Angina pectoris, älteren Patienten und Patienten mit eingeschränkter Leberund/oder Nierenfunktion, z.B. Leberzirrhose) empfiehlt sich eine Dosiseinstellung mit einem niedrig dosierten Präparat.
Art der Anwendung
Nifehexal retard 40 mg - Filmtabletten werden unzerkaut, unabhängig von den Mahlzeiten mit Flüssigkeit eingenommen. Die Einnahme mit Grapefruit-Saft ist
wegen einer möglichen Wirkungsverstärkung zu vermeiden.
Kinder und Jugendliche
Nifehexal retard 40 mg - Filmtabletten ist bei Kindern und Jugendlichen kontraindiziert (Siehe Abschnitt 4.3)
4.3 Gegenanzeigen
Überempfindlichkeit gegen Nifedipin oder einen der sonstigen Bestandteile des Präparates
– Herz-Kreislauf-Schock
– höhergradige Aortenstenose
– instabile Angina pectoris (Ausweitung der myocardialen Ischämie und Links-Herzinsuffizienz möglich)
– Akuter Myocardinfarkt (in den ersten vier Wochen nach dem Infarkt)
– Gleichzeitige Anwendung mit Rifampicin und anderen starken CYP 3A4-Induktoren und Inhibitoren (siehe auch Abschnitt 4.5)
– Anwendung bei Kindern und Jugendlichen.
– Schwangerschaft und Stillzeit (siehe Abschnitt 4.6)
4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
Vor allem bei Langzeittherapie sollen Leber- und Nierenfunktion, Serumelektrolyte (Kalium), Blutbild und Blutzuckerspiegel (bei Diabetikern) kontrolliert
werden. Bei gleichzeitiger Chinidin- oder Digoxinbehandlung empfiehlt sich, bei Zugabe bzw. Absetzen von Nifedipin eine Kontrolle des Chinidin- bzw. Digoxinspiegels und gegebenenfalls eine entsprechende Dosisanpassung.
Bei Patienten mit einer schweren Leber- und Nierenfunktionsstörung, vor allem bei Dialysepatienten mit maligner Hypertonie und irreversiblem Nierenversagen sowie bei Hypovolämie ist der Blutdruck insbesondere zu Therapiebeginn engmaschig zu kontrollieren und die Dosis gegebenenfalls anzupassen.
Vorsicht bei:
– schwerer Hypotension (systolischer Blutdruck <90 mmHg) mittelschwerer und schwerer chronischer Herzinsuffizienz (NYHA III und IV)
– Dialysepatienten mit maligner Hypertonie und Hypovolämie (ausgeprägter Blutdruckabfall möglich)
– schweren Leberfunktionsstörungen
– gleichzeitiger Einnahme von Diltiazem (siehe 4.5.)
Bei einigen Patienten kann die Blutgerinnungszeit verlängert sein, da Nifedipin die Thrombozytenaggregation verringert.
Um Rebound-Phänomene zu vermeiden, sollte bei Patienten mit Angina pectoris eine schrittweise Verringerung der Dosis in Betracht gezogen werden (s.a.
4.8 Herz- und Gefäßerkrankungen).
Bei einzelnen Fällen einer in-vitro Fertilisation wurden Calciumantagonisten wie Nifedipin mit reversiblen chemischen Veränderungen des Kopfabschnitts der
Spermatozoen in Zusammenhang gebracht, was zu irregulärer Spermienfunktion führte.
Bei Männern, mit denen eine in-vitro Fertilisation wiederholt erfolglos ist, und wo keine andere Erklärung dafür gefunden werden kann, sollten Calciumantagonisten wie Nifedipin als mögliche Ursache in Betracht gezogen werden.
Weitere engmaschige Überwachung bei folgenden Interaktionen und Nebenwirkungen
Weitere engmaschige Überwachung ist notwendig bei:
– bei Auftreten des Stevens-Johnson Syndroms
– bei Wechselwirkungen mit Nafcillin und Ginko bilboa Extrakt
– bei Pharmacobezoar
– bei Hypokalzämie
– bei Absterben des Fetus oder bei Fetalem Schocksyndrom
– bei ventrikulärer Arrhythmie und akuter Porphyrie
– bei ischämischen Schlaganfall
– bei malignen Melanomen in der Gebärmutterschleimhaut
– bei Epistaxis
– Haut – Ulcerationen und Pemphigoiden
Patienten mit seltenen angeborenen Stoffwechselstörungen, wie Galaktoseintoleranz, Lapp-Laktasemangel oder Glukose-Galaktose-Malabsorption dürfen
dieses Medikament nicht einnehmen.
4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Der antihypertensive Effekt von Nifedipin kann durch andere Antihypertonika, Nitrate, sympatholytische Substanzen (tri- und tetracyclische Antidepressiva
bzw Neuroleptika), Cimetidin und Ranitidin verstärkt werden.
Bei der Kombination mit Betablockern ist eine sorgfältige Überwachung der Patienten angezeigt, da es zu einer stärkeren Hypotension kommen kann. Selten
wurden bei dieser Kombination auch Symptome einer Herzinsuffizienz beobachtet.
Die Therapie mit Herzglykosiden kann unter Nifedipin-Behandlung begonnen und fortgeführt werden. In Einzelfällen ist ein Anstieg des DigoxinPlasmaspiegels möglich, daher sollten die Patienten vorsichtshalber hinsichtlich einer Digoxin-Überdosierung überwacht werden. Falls nötig, sollte die Glykosiddosis entsprechend reduziert werden.
Bei gleichzeitiger Anwendung mit Theopyllin kann es zu einer Erhöhung des Theopyllin – Plasmaspiegels kommen.
In Einzelfällen wurden bei der gleichzeitigen Einnahme von Nifedipin und Chinidin dosisinadäquat niedrige Chinidinspiegel bzw. nach Absetzen von Nifedipin
deutliche Spiegelanstiege beobachtet. Es ist deshalb ratsam, bei gleichzeitiger Gabe bzw. bei Absetzen von Nifedipin die Chinidinplasmaspiegel zu überwachen.
Bei gleichzeitiger Verabreichung von Rifampicin kann es infolge einer Enzyminduktion zu ungenügenden Plasmaspiegeln von Nifedipin kommen.
Durch Diltiazem wird die Clearance von Nifedipin herabgesetzt. Eine Reduktion der Nifedipin-Dosis kann erforderlich werden.
Eine Erhöhung des Nifedipin – Plasma – Spiegels kann durch gleichzeitige Gabe von Nifedipin und Quinupristin, Dalfopristin und Cimetidin auftreten.
Bei gleichzeitiger Anwendung mit Vincristin kann es zu einer verminderten Ausscheidung von Vincristin kommen, dieser ist mit einer Dosiserhöhung entgegenzuwirken.
Eine Dosiserhöhung ist eventuell auch bei gleichzeitiger Gabe von Nifedipin und Phenytoin notwendig, da hier eine Wirkungsabschwächung von Nifedipin
auftreten kann.
Erhöhungen des Plasma –Spiegels des jeweiligen Wirkstoffs bei gleichzeitiger Anwendung mit Nifedipin können auftreten bei Cephalosporin und Tacrolimus.
Wechselwirkungen aufgrund von Cytochrom P450 Isoenzym 3A4:
Nifedipin wird über das Cytochrom-P450-3A4-System metabolisiert. Daher kann die gleichzeitige Anwendung von Arzneimitteln, die dieses System induzieren oder hemmen, grundsätzlich zu Wechselwirkungen dieser Arzneimitteln mit Nifedipin führen. Anwendung von Inhibitoren des Cytochrom-P450-3A4Systems wie Makroliden (z.B. Erythromycin), Fluoxetin, Nefazodon, Protease Inhibitoren (z.B. Amprenavir, Indinavir, Nelfinavir, Ritonavir oder Saquinavir);
Antimykotika (Ketoconazol, Itraconazol oder Fluconazol) können zu einer Erhöhung des Nifedipin-Plasmaspiegels führen.
Nach Erfahrungen mit dem Calciumantagonisten Nimodipin können folgende Wechselwirkungen mit Nifedipin nicht ausgeschlossen werden: Bei Carbamazepin und Phenobarbital kann eine Abnahme des Nifedipin-Plasmaspiegels auftreten, bei Valproinsäure hingegen, kann eine Erhöhung des NifedipinPlasmaspiegels auftreten.
Grapefruitsaft hemmt den oxidativen Abbau von Nifedipin, die gleichzeitige Einnahme ist daher zu vermeiden.
Die gleichzeitige Verabreichung von Magnesiumsulfat intravenös führte in seltenen Fällen zu einem neuromuskulären Block.
Laborwerte: Bei spektrophotometrischen Messungen kann es durch Nifedipin fälschlicherweise zum Anstieg der Vanillinmandelsäure im Harn kommen. Eine
HPLC-Messung wird dagegen nicht beeinflusst.
4.6 Schwangerschaft und Stillzeit
Während der gesamten Schwangerschaft ist Nifedipin kontraindiziert.
Nifedipin geht in die Muttermilch über. Da über eine pharmakologische Wirkung auf den Säugling bisher nichts bekannt ist, muss aus Vorsichtsgründen
Nifedipin abgesetzt bzw. abgestillt werden.
4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
Durch individuell auftretende unterschiedliche Reaktionen kann die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr oder zum Bedienen von Maschinen
beeinträchtigt werden. Dies gilt in verstärktem Maße bei Behandlungsbeginn und Präparatewechsel sowie im Zusammenwirken mit Alkohol.
4.8 Nebenwirkungen
Die unerwünschten Reaktionen sind in der nachfolgenden Liste nach Systemorganklassen und Häufigkeit gegliedert aufgeführt. Die Häufigkeiten werden wie
folgt definiert:
Sehr häufig (≥1/10), häufig (≥1/100, <1/10), gelegentlich (≥1/1000, <1/100), selten (≥1/10000, <1/1000) und sehr selten (<1/10000), nicht bekannt (auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar).
Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
häufig: Müdigkeit, Schwächegefühl
gelegentlich: Schwindel, Fieber, Schwellungen des Kehlkopfs, Krämpfe der Bronchialmuskulatur
Herz- und Gefäßerkrankungen
häufig: Vasodilatorisch bedingte Ödeme (vor allem im Knöchel-, vereinzelt auch im Gesichtsbereich), Gesichts- bzw. Hautrötung mit Wärmegefühl (Flush,
Erythem, Erythromyalgie zu Therapiebeginn und meist vorübergehend)
gelegentlich: Insbesondere zu Beginn der Behandlung oder bei Dosiserhöhung, bzw. nach abruptem Absetzen: Angina-pectoris-Anfälle, beziehungsweise
Zunahme von Häufigkeit, Dauer und Schweregrad der Anfälle, stärkere hypotone Reaktionen, Palpitationen und Tachykardien, Ventrikuläre Arrhythmien,
Reizleitungsstörungen, Exazerbation von supraventrikulären Arrhythmien, Blutflussverringerung in den Fingern bei Patienten mit Raynaud-Phänomen
sehr selten: Vereinzelt ist das Auftreten eines Herzinfarktes beschrieben worden. Ein ursächlicher Zusammenhang mit der Therapie ist in Anbetracht der
zugrunde liegenden Erkrankung nicht gesichert, kann aber auch nicht ausgeschlossen werden.
Unter der Behandlung mit Nifedipin kann es äußerst selten ca. 15 – 30 Minuten nach der Einnahme zu Schmerzen im Bereich der Brust (unter Umständen
Angina pectoris-artige Beschwerden) kommen. Sehr selten können Bradyarrhythmien und Synkopen auftreten.
Erkrankungen des Gastrointestinaltraktes:
häufig: Übelkeit
selten: Dyspepsie, Diarrhoe, Abdominalschmerzen, Obstipation, Flatulenz, Erbrechen, Aufstoßen, Anorexie, Mundtrockenheit
Erkrankungen des Bewegungsapparates:
selten: Myalgie, Arthralgie, Muskelkrämpfe
Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
selten: Hautreaktionen (Pruritus, Photosensibilität), Urtikaria, Purpura, Schwellung von Haut und Schleimhäuten, Schwitzen
sehr selten: Exfoliative Dermatitis
Erkrankungen des Nervensystems
sehr häufig: Kopfschmerzen, besonders am Beginn der Behandlung
häufig: Schwindel, Benommenheit, Schwäche
selten: Parästhesien, Tremor, Dysosmien und Disgeusien, Nervosität, Schlafstörungen, gesteigerte Gemütserregbarkeit
Psychiatrische Erkrankungen
sehr selten: Agitiertheit, depressive Beschwerden
Erkrankungen des Blutes sowie des Blutgefäß- und Lymphsystems
selten: Anämie, Leukopenie, Thrombozytopenie; Thrombozytopenische Purpura
sehr selten: reversible Gingiva-Hyperplasie nach längerer Behandlung, Agranulozytose
Endokrine Erkrankungen
sehr selten: In klinischen Studien wurde nach oraler Applikation von Nifedipin eine vorübergehende Hyperglykämie beobachtet. Dies sollte bei Diabetikern
beachtet werden. Nifedipin besitzt jedoch keine diabetogene Wirkung.
Leber- und Gallenerkrankungen
gelegentlich: Erhöhung der Serumwerte von alkalischer Phosphatase, LDH, GOT, GPT, CK
selten: Ikterus
Erkrankungen des Urogenitaltraktes und der Niere
sehr selten: BUN- und Kreatininanstieg bei vorgeschädigter Niere, Glomerulosklerose, Immunkomplexnephritis, Nykturie bei Patienten mit Prostatahyperplasie, vermehrter Harndrang, erhöhte Harnmengen
Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse
sehr selten: Reversible Gynäkomastie
Häufigkeit unbekannt: reversible Veränderung der Spermatozoen (s.a. 4.4)
Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
selten: Dyspnoe
sehr selten: Lungenödem
Erkrankungen der Sinnesorgane
selten: Leichte, vorübergehende Änderung der optischen Wahrnehmung, Sehschwäche
Erkrankungen des Immunsystems
sehr selten: Pseudoallergische, d.h. nicht IgE-vermittelte cholestatische Reaktion
4.9 Überdosierung
Bei Überdosierung von Nifedipin können ausgeprägte periphere Vasodilatation mit starker prolongierter Hypotension, Tachykardie, Bradykardie, Hyperglykämie, metabolische Azidose, Hypoxie und kardiogener Schock mit Lungenödem sowie Bewusstseinstrübung bis zum Koma auftreten.
Die Behandlung ist symptomorientiert. Im Vordergrund steht neben Maßnahmen wie Magenspülung (Giftelimination) die Wiederherstellung der Kreislauffunktionen. Nach oraler Ingestion ist eine ausgiebige Magenspülung – eventuell in Kombination mit einer Darmspülung – induziert. Insbesondere bei einer Vergiftung mit Retard-Präparaten ist eine möglichst vollständige Elimination, auch aus dem Dünndarm, anzustreben um die sonst unvermeidliche Nachresorption
der Wirksubstanz zu verhindern. Bei der Gabe von Laxantien ist allerdings die Hemmung der Darmmuskulatur bis zur Darmatonie unter Calciumantagonisten
zu beachten.
Bradykarde Herzrhythmusstörungen werden symptomatisch mit Atropin und/oder Beta-Sympathikomimetika behandelt, bei bedrohlichen bradykarden Herzrhythmusstörungen ist eine temporäre Schrittmachertherapie erforderlich.
Die Hypotonie als Folge von kardiogenem Schock und arterieller Vasodilatation wird mit peripheren Vasokonstriktoren (z.B. Norepinephrin bzw. Epinephrin),
Betamimetika wie Dopamin (bis 25 µg je kg Körpergewicht je Minute) oder Dobutamin (bis 15 µg je kg Körpergewicht je Minute) und 1 bis 2 g Calciumgluconat i.v. (= 10 – 20 ml 10%ige Lösung) behandelt. Die Dosierung dieser Arzneimittel orientiert sich allein an der erzielten Wirkung. Der Serum-Caciumspiegel
sollte hochnormal bis leicht erhöht sein. Die zusätzliche Flüssigkeits- und Volumenzufuhr sollte zurückhaltend und wegen der drohenden kardialen Überlastung unter hämodynamischer Kontrolle erfolgen.
Nifedipin ist aufgrund der hohen Plasmaproteinbindung nicht dialysierbar, eine Plasmapherese (hohe Plasmaeiweißbindung, relativ kleines Verteilungsvolumen) wird jedoch empfohlen.
5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN
5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften
ATC-Code:C08CA05
Pharmakotherapeutische Gruppe: selektive Calciumkanalblocker mit vorwiegender Gefäßwirkung.
Der Wirkstoff Nifedipin ist ein Calciumantagonist aus der Gruppe der Dihydropyridine.
Die Substanz hemmt den Calciumionen-Einstrom in die Zellen des Herzmuskels und der glatten Gefäßmuskulatur.
Die antianginöse Wirkung resultiert aus der Verbesserung des Sauerstoffangebotes an den Herzmuskel durch Dilatation von Koronargefäßen bei gleichzeitiger Senkung des Sauerstoffbedarfs durch Reduktion der Nachlast (After-load). Der antihypertensive Effekt beruht auf der Verminderung des peripheren
Gefäßwiderstandes durch Vasodilatation.
Darüber hinaus besitzt Nifedipin ähnlich wie andere Dihydropyridine einen di- und natriuretischen Effekt.
Bei Langzeitanwendung bei hoher Dosierung (80 mg/Tag) wirkt die Substanz vorbeugend auf die Entwicklung atherosklerotischer Schädigungen der Koronararterien.
Die Wirkung tritt bei Einnahme einer Filmtablette nach ca. 1 Stunde ein und hält etwa 12 Stunden an.
5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften
Nifedipin wird praktisch vollständig von den Schleimhäuten des Intestinaltraktes resorbiert. Die Bioverfügbarkeit beträgt aufgrund eines First-passMetabolismus in der Leber ca. 40 bis 60%.
Die Eliminationshalbwertszeit liegt bei Gabe von Retardformulierungen im Bereich von 4 – 17 Stunden. Nifedipin wird überwiegend in Metabolitenform im
Harn ausgeschieden. Nifedipin wird zu über 90% an Plasmaproteine gebunden. Bei stark eingeschränkter Leberfunktion ist die Bioverfügbarkeit erhöht und
die Elimination verzögert.
5.3 Präklinische Daten zur Sicherheit
Basierend auf üblichen Studien zur Toxizität bei wiederholter Gabe, Mutagenität und Kanzerogenität zeigen die präklinischen Daten kein für den Menschen
besonderes Risiko.
In Studien zur Reproduktionstoxizität an Mäusen, Ratten und Kaninchen fanden sich in maternal toxischen Dosierungen Hinweise für teratogene Effekte und
Embryotoxizität. Die Behandlung von graviden Affen führte zu kleinen Plazenten, Unterentwicklung der Chorionzotten, fetaler Hypoxie und Azidose. Die
limitierten Daten, die zur Anwendung bei Frauen im 3. Trimenon vorliegen, lassen auf kein erhöhtes Risiko von Missbildungen schließen. Es gibt diesbezüglich jedoch keine ausreichenden Erfahrungen beim Menschen.
6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN
6.1 Liste der sonstigen Bestandteile
Polysorbat, Maisstärke, Lactose, Cellulose, Magnesiumstearat, Polyethylenglykol, Methylhydroxypropylcellulose, Farbstoffe Titandioxid (E 171) und Eisenoxid rot (E 172).
6.2 Inkompatibilitäten Nicht zutreffend.
6.3 Dauer der Haltbarkeit
5 Jahre.
6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die
Aufbewahrung
Nicht über 25° C lagern. In der Orginalverpackung aufbewahren um den Inhalt vor Licht zu schützen.
6.5 Art und Inhalt des Behältnisses
Blisterpackungen zu 20 und 50 Stück.
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.
6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung
Keine besonderen Anforderungen.
7. Inhaber der Zulassung: Hexal Pharma, Wien.
8. Zulassungsnummer: 1–21697
9. Datum der Erteilung der Zulassung/Verlängerung der Zulassung: 30. Juli 1996 / 4. Mai 2006.
10. Stand der Information: November 2009.
Verschreibungspflicht/Apothekenpflicht: Rezept- und apothekenpflichtig.
PKZ: 20 ST (2) (EKO: G) [7.15] , 50 ST (EKO: G) [16.65]
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