Was Sie schon immer über Pneumonie / Lungenentzündung wissen

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Was Sie schon immer über Pneumonie / Lungenentzündung wissen wollten …
Definition:
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Eine Pneumonie ist eine Entzündung des Lungengewebes. Sie
kann sowohl einen akuten als auch einen chronischen Verlauf
nehmen.
Die Keime können als Tröpfcheninfektion durch die Luft
übertragen werden. Oft werden auch Keime aus dem
Rachenraum in die Atemwege aspiriert. Alternativ können Keime
über die Blutbahn aus entfernten Infektionsherden oder sogar aus
dem Darm in die Lunge transportiert werden.
Mehr als 800.000 Menschen erkranken jedes Jahr an einer
Pneumonie. Bei vielen Betroffenen kommt es zu schweren oder
gar zu lebensbedrohlichen Verläufen. In Industrienationen ist die
Pneumonie die am häufigsten zum Tode führende
Infektionskrankheit.
Viele verschiedene Erreger können eine Pneumonie auslösen,
darunter neben Bakterien und Viren auch Pilze, Mykoplasmen,
Protozoen und Würmer. Darüber hinaus können auch Giftstoffe,
aspirierte Fremdkörper oder Strahlung für die Entzündung
verantwortlich sein. Die Medizin unterscheidet deshalb zwischen
infektiösen und nicht-infektiösen Pneumonien.
Besonders bedrohlich sind Infektionen, die in einem Krankenhaus
erfolgen, die sog. "nosokomiale Pneumonie". Hier sind häufig die
klassischen Hospitalkeime ursächlich, also Staphylococcus
aureus, Enterokokken, Klebsiellen usw. Viele dieser
Erkrankungen lassen sich nicht oder nur mit großem Aufwand
behandeln, da die auslösenden Keime gegen übliche Antibiotika
resistent sind. Die Keime werden vor allem aufgrund
mangelhafter Händehygiene übertragen.
Bei ambulanten Pneumonien erfolgt die Infektion zu Hause, also
nicht im Krankenhaus. Auslöser ist häufig eine Infektion mit
Pneumokokken.
Von einer Pneumonie können Menschen ohne Vorerkrankungen
befallen werden (sog. "primäre Pneumonie"). Deutlich häufiger
tritt die Lungenentzündung jedoch bei Senioren auf, deren Lunge
oder deren Bronchialbaum bereits geschädigt ist (sog.
"sekundäre Pneumonie"). Das Fortschreiten der Infektion wird
also durch den schlechten Allgemeinzustand beschleunigt.
Betroffen sind insbesondere Menschen mit Herzerkrankungen
oder mit Störungen im Blutkreislauf der Lunge, etwa bei einer
Linksherzinsuffizienz.
Weitere begünstigende Faktoren sind Verengungen der oberen
Luftwege oder der Bronchien sowie ein mangelhafter
Hustenreflex, der zu einem Sekretstau führt. Menschen mit einem
Alter von mehr als 60 Jahren, beatmete oder intubierte Patienten
sowie Senioren mit einer Magensonde haben ein hohes Risiko.
Besonders aggressiv verläuft die sog. "opportunistische
Pneumonie". Sie tritt bei Menschen mit einer geschwächten
Immunabwehr auf, etwa als Folge einer Operation, bei einer
Immunsuppression oder bei schweren Erkrankungen, wie etwa
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Grundsätze:
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Ziele:
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AIDS und Krebs.
Die klassische Einteilung der Lungenentzündung:
o Bei der Lobärpneumonie ist ein kompletter Lungenlappen
erkrankt. In den meisten Fällen liegt eine Infektion mit
Pneumokokken vor.
o Die Bronchopneumonie wird von unterschiedlichen
Erregern hervorgerufen. Bei dieser Form sind die Alveolen
an mehreren Stellen betroffen.
o Die interstitielle Pneumonie betrifft vor allem das
Lungenzwischengewebe. Der Alveolarraum wird nicht oder
nur sehr gering in Mitleidenschaft gezogen. Diese Form
tritt vor allem bei abwehrgeschwächten Bewohnern auf,
etwa infolge von AIDS oder bei immunsuppressiven
Therapien.
Eine Lungenentzündung hat oft einen destabilisierenden Einfluss
auf andere Krankheiten und verstärkt deren Folgen, insbesondere
Diabetes mellitus, Asthma bronchiale sowie Herzinsuffizienz.
Eine Lungenentzündung ist für alte Menschen eine sehr ernst zu
nehmende Bedrohung ihres Lebens, da zentrale vitale
Funktionen betroffen sind.
Eine rechtzeitig erkannte Lungenentzündung kann zumeist
schnell behandelt werden. Verzögerungen jedoch sind
lebensgefährlich. Daher werden wir stets frühzeitig einen Arzt
hinzuziehen, wenn verdächtige Symptome auftreten. Es sollte
dann grundsätzlich zusätzlich zum Abhören auch eine
Röntgenaufnahme der Lunge erstellt werden.
Verfahren der Naturheilkunde kommen als Ergänzung (nicht als
Ersatz!) konventioneller Therapien in Betracht.
Wenn die Krankheit einen Umfang erreicht hat, der unsere
medizinischen und pflegerischen Fähigkeiten überfordert, zögern
wir nicht und veranlassen eine Überweisung in ein Krankenhaus.
Eine Pneumonie wird rechtzeitig und korrekt erkannt. Eine
Verwechslung mit einem grippalen Infekt wird vermieden.
Gebildetes Sekret wird gelöst.
Das Fieber wird gesenkt.
Die Lungenbelüftung wird verbessert.
Der Körper des Bewohners wird ausreichend mit Sauerstoff
versorgt.
Die häufigsten Komplikationen werden vermieden, insbesondere:
o Kollaps
o toxisches Kreislaufversagen
o Ausbreitung der Infektion innerhalb der Lunge
o Ausbreitung der Infektion mit dem Blutstrom auf andere
Körperteile
o Exsikkose und ein sich daraus entwickelndes
Nierenversagen
o Herzinsuffizienz
o Kreislaufschwäche bis hin zum Schock
o Lungenabszesse
o Bronchiektasenbildung (Erweiterungen der Bronchien)
Thrombosen
Lungenembolie
septischer Schock ("SIRS")
Der Bewohner wird möglichst schnell wieder gesund und erleidet
möglichst wenige Schmerzen.
Der Auslöser der Lungenentzündung wird erkannt.
o
o
o
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Vorbereitung:
Allgemeine
Maßnahmen
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Symptome und
Informationssammlung
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In den meisten Fällen lässt sich eine
Pneumonie durch
Prophylaxemaßnahmen vermeiden.
Dazu zählen insbesondere
Atemgymnastik, atmungsunterstützende
Lagerungen sowie Sekretlockerung.
Das individuelle Risiko eines
Bewohners wird regelmäßig in
Fallbesprechungen thematisiert. Bei
einer hohen Gefährdung muss die
Pflegekraft entsprechend aufmerksam
auf Symptome einer sich entwickelnden
Pneumonie achten.
Wir achten auf Symptome, die auf eine
Lungenentzündung hindeuten. Wenn es
hinreichende Anzeichen für eine
bestehende oder für eine sich
entwickelnde Lungenentzündung gibt,
benachrichtigen wir den Hausarzt und
drängen auf eine zeitnahe
Untersuchung.
Typische (hochakut einsetzende)
Pneumonie:
o plötzliches hohes Fieber (bis zu
40° C.) ggf. mit Schüttelfrost
o stark reduziertes
Allgemeinbefinden
o starker und zunächst trockener
Husten; im späteren Verlauf
produktiver Husten mit eitrigem,
gelblichem, grünem oder rotbraunem Auswurf
o von Anfang an Atemnot und
Schmerzen beim Atmen; dieses
insbesondere bei
Pleurabeteiligung
o schnelle und flache Atmung, ggf.
bewegen sich die Nasenflügel
simultan zur Atmung (sog.
"Nasenflügeln")
o Schonatmung
o starkes Schwitzen im Bereich
des Brustkorbs
o süßlicher oder faulig riechender
Mundgeruch
Zyanose, insbesondere
Lippenzyanose
o hörbare Atemgeräusche
o Beim Abklopfen der Lunge klingt
das Klopfgeräusch über dem
erkrankten Lungenabschnitt
gedämpfter.
o Tachykardie, Hypotonie
Atypische Pneumonie (wird zu Beginn
häufig mit einer Grippe, mit einem
grippalen Infekt oder mit einer anderen
Erkältung verwechselt):
o langsam fortschreitendes
Krankheitsbild
o trockener Husten
o nur allmählich zunehmende
Atemnot
o Kopf- und Muskelschmerzen
o Halsschmerzen
o Fieber unterhalb von 39° C. Kein
Schüttelfrost
o kaum hörbare Atemgeräusche
o nur mäßig beeinträchtigtes
Allgemeinbefinden
o häufig: Desorientierung infolge
von Sauerstoffmangel
o Tachykardie, Hypotonie
Hinweise:
o Bei hochbetagten Menschen ist
die Symptomatik häufig reduziert.
Die Temperaturerhöhung ist
mäßig. Bei jedem zweiten über
75-Jährigen tritt trotz Pneumonie
kein Fieber auf. Schüttelfrost ist
selten zu beobachten. Der
Husten und der Auswurf bleiben
zumeist moderat.
o Gleichzeitig jedoch zeigen
Betroffene unvermittelt
Bewusstseinseintrübungen als
Folge der Exsikkose. Daher ist
Verwirrtheit häufig das erste
registrierte Symptom einer
Lungenentzündung.
o Eine atypische Pneumonie wird
aufgrund der unspezifischen
Symptome häufig als Grippe
fehldiagnostiziert.
Wir stellen für den Arzt alle uns
bekannten relevanten Risikofaktoren
zusammen. Insbesondere:
o Herzerkrankungen
o
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o
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o
o
o
o
Durchführung: Krankenhauseinweisun
g
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medizinische Therapie
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Übergewicht
Rauchverhalten
bekannte Tumore in der Lunge
Sedierungen
Hemiplegie
Ernährungssonde
Krankenhausaufenthalte in den
vergangenen Tagen
Gemeinsam mit dem behandelnden Arzt
prüfen wir, ob eine
Krankenhauseinweisung notwendig ist.
Ein schwerer Verlauf liegt vor, wenn der
Bewohner unter schwerer Atemnot oder
unter hohem Fieber (über 40° C.) leidet.
Auch eine plötzlich auftretende
Verwirrtheit begründet eine stationäre
Behandlung.
In diesem Fall bereiten wir die
Krankenhauseinweisung vor. Wir folgen
den Vorgaben des Standards
"Krankenhauseinweisung".
Bei einer bakteriell verursachten
Pneumonie erhält der Bewohner ein
Antibiotikum oder eine Kombination
verschiedener Antibiotika, also etwa
Penicilline, Makrolidantibiotika und
Cephalosporine. Zumeist erfolgt
anfangs eine Therapie, ohne dass der
genaue Erreger bereits bekannt ist (sog.
"ungezielte Antibiotikatherapie"). Diese
richtet sich gegen den Keim, der als am
wahrscheinlichsten angenommen wird.
Sobald die mikrobiologischen
Untersuchungen abgeschlossen sind,
wird die Wahl der Medikamente ggf.
abgeändert.
In den meisten Fällen führt Bettruhe in
Kombination mit Antibiotika innerhalb
von 24 bis 48 Stunden zu einer
signifikanten Reduktion des Fiebers.
Wir stellen uns auf die häufigsten
Nebenwirkungen dieser Arzneimittel ein,
etwa allergische Reaktionen oder
pseudomembranöse Kolitis (Durchfall,
Fieber, Flüssigkeitsverlust). Vor der
ersten Applikation von Antibiotika prüfen
wir, ob der Bewohner bereits an
Hautausschlägen leidet. Wir vermeiden
damit, dass der Hautausschlag erst
später erkannt wird und
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Hilfe beim
Sekretabhusten /
Verbesserung der
Belüftung der
Lungenabschnitte
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irrtümlicherweise dem Antibiotikaeinsatz
zugerechnet wird.
Bei Pilzpneumonien erhält der
Bewohner Antimykotika. Diese werden
entweder durch eine intravenöse
Injektion oder durch Inhalationen
verabreicht.
Viruspneumonien werden zumeist nur
symptomatisch behandelt. Die
Anwendung von Virostatika ist nur in
sehr frühen Krankheitsstadien sinnvoll,
i. d. R. also innerhalb der ersten 48
Stunden nach Beginn einer Pneumonie.
Bei starkem Husten bitten wir den Arzt
um die Verschreibung eines
hustendämpfenden Medikaments
(Antitussivum) wie etwa
Codeinpräparate.
Bei produktivem Husten regen wir die
Verabreichung von Expektoranzien
(auswurffördernde Mittel) an.
Medikamente zum Schleimlösen sollten
tagsüber appliziert werden, da
ansonsten die Nachtruhe durch
Hustenanfälle gestört wird. Antitussiva
hingegen sollten vor der Nachtruhe
eingenommen werden, da diese auch
einen sedierenden Effekt haben.
Starke Schmerzen oder hohes Fieber
sollten mit geeigneten Präparaten
bekämpft werden, wie etwa
Paracetamol. Wir nutzen zudem
klassische pflegerische Maßnahmen zur
Fiebersenkung wie etwa Wadenwickel.
Wenn die respiratorische Insuffizienz
fortschreitet, erhält der Bewohner ggf.
zusätzlichen Sauerstoff (s.u.).
Wir bitten ggf. den Arzt, mittels eines
Tuberkulintests das Vorliegen einer
Tuberkulose auszuschließen.
Wir achten darauf, dass verschriebene
Antibiotika auch komplett eingenommen
und nicht vorzeitig abgesetzt werden.
Im weiteren Verlauf kann es notwendig
werden, eine Herzinsuffizienz
medikamentös zu behandeln.
Zum Abhusten richten wir den
Bewohner im Bett auf. Optimal ist es,
den Bewohner leicht geneigt auf einen
Stuhl zu setzen, da nun die Bauch- und
Atemhilfsmuskulatur besser eingesetzt
werden kann.
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Beseitigung der
Atemnot
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Falls der Bewohner über
Pleuraschmerzen oder über Thorax
Schmerzen klagt, erhält er ggf.
Analgetika. Ansonsten ist zu befürchten,
dass der Bewohner eine Schonatmung
entwickelt, um die Beschwerden zu
minimieren. In den schlecht belüfteten
Arealen bieten sich für die Keime ideale
Wachstumsbedingungen.
Das Abhusten lässt sich auch mittels
Einreibungen des Brustkorbs oder durch
Inhalationen fördern.
Ergänzend dazu erhält der Bewohner
Tees, die die Sekretion steigern. Wir
nutzen dafür Thymian, Eukalyptus und
Fenchel.
Ggf. führen wir Thoraxvibrationen durch
(Kontraindikationen beachten!) .
Abgehusteter Auswurf wird in einem
entsprechenden Becher, in einer Schale
oder mittels Zellstoff entfernt. Der
Bewohner sollte den Auswurf nach
Möglichkeit nicht verschlucken.
Ggf. führen wir eine Absaugung (laut
Standard) durch.
Wir prüfen, ob wir trotz der
Beschwerden mit dem Bewohner
Atemgymnastik durchführen können,
also etwa tiefes Ein- und Ausatmen,
Lippenbremse, Nutzung von
Atemtrainern. Die Übungen sollten
mehrmals täglich und nach Möglichkeit
stündlich durchgeführt werden.
Hinweis: Wir verzichten auf alle
pflegerischen Maßnahmen, die
aufgrund eines bestimmten
Krankheitsbildes kontraindiziert sind.
Etwa:
o Ausatmen gegen einen
Widerstand bei Bewohnern mit
einem Lungenemphysem
o Vibrationsbehandlung bei
Bewohnern mit Schädel-HirnTrauma, Herzinfarkt,
Lungenembolie,
Phlebothrombose usw.
Der Bewohner wird atemerleichternd
gelagert, etwa in der Dreh-Dehn-Lage.
Sinnvoll sind auch die rechte und die
linke Seitenlage (Dekubitus Risiko
beachten!).
Falls möglich wird der Bewohner in eine
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Ernährung
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allgemeine
Maßnahmen
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atemerleichternde Position gebracht,
etwa in die Oberkörperhochlagerung
oder in den sog. "Kutschersitz". Zur
Unterstützung der Atemmuskulatur ist
es ggf. sinnvoll, die Arme zusätzlich mit
einem Kissen zu unterlagern.
Sauerstoff darf i. d. R. nur nach
ärztlicher Verordnung verabreicht
werden. Im Notfall jedoch ist es möglich,
auch ohne Rücksprache mit dem Arzt
dem Bewohner zwei Liter Sauerstoff pro
Minute zu geben (gemäß Standard
"Verabreichung von Sauerstoff"). Der
Arzt wird umgehend über die Lage
informiert.
Wir sorgen für Frischluft, ohne die
Raumtemperatur übermäßig abfallen zu
lassen. Der Bewohner darf auch keiner
Zugluft ausgesetzt werden. Es sollte nur
kurz gelüftet werden.
Die Pflegekraft wirkt beruhigend auf den
Bewohner ein.
Ein Bewohner mit Atemnot wird niemals
allein gelassen.
Der Bewohner wird mit leichter vitaminund kohlenhydratreicher Kost ernährt.
Wenn der Bewohner wenig Appetit hat,
bieten wir ihm sein Lieblingsgericht an.
Wir respektieren es, wenn der
Bewohner einige Tage lang nur einen
deutlich reduzierten Appetit hat. Er
sollte nicht zum Essen überredet
werden.
Der Bewohner wird aufgefordert,
ausreichend zu trinken. Etwaige
Kontraindikationen werden beachtet.
Viele Senioren mit Pneumonie
reduzieren den Flüssigkeitskonsum,
weil sie befürchten, dass sie beim
Trinken husten müssen. Ggf.
kontrollieren wir die Flüssigkeitszufuhr
mittels einer Ein- und Ausfuhrbilanz.
Wenn die Atemwege verschleimt sind,
erhält der Bewohner keine kalten
Getränke, da diese zu Bronchospasmen
führen können. In diesem Fall ziehen
wir warme Tees vor, etwa Lungenkraut
oder Thymian.
Wir erklären dem Bewohner seine Lage
und versuchen, ihn zu beruhigen.
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Insbesondere machen wir ihm klar, dass
alle notwendigen medizinischen Schritte
eingeleitet werden.
Wir lagern den Bewohner entsprechend
der aktuellen gesundheitlichen Lage.
Wir wechseln zwischen der V- und TLagerung sowie der Dehn- und
Seitenlage.
Insbesondere in der Akutphase sorgen
wir dafür, dass der Bewohner möglichst
wenig gestört wird. Wir bitten
Angehörige, Freunde und Mitbewohner,
geplante Besuche zu verschieben.
Wenn der Bewohner unter einer
infektiösen Krankheit leidet, werden
Besucher über die notwendigen
hygienischen Schutzmaßnahmen
informiert. Dazu zählt neben der
Händehygiene ggf. auch das Tragen
von Schutzkleidung.
Wenn der Besucher selbst unter einer
infektiösen Erkrankung leidet, sollte er
auf den Besuch verzichten.
Wir führen mehrmals täglich eine
Mundpflege durch.
Wir erhöhen die Luftfeuchtigkeit mit
Hilfe eines Ultraschallverneblers.
Wir sorgen für eine ausreichende
Flüssigkeitszufuhr.
Bei hohem Fieber sollte der Bewohner
Bettruhe halten. Der Bewohner soll sich
schonen, um den Sauerstoffbedarf zu
reduzieren. Sobald das Fieber sinkt,
prüfen wir, ob der Bewohner aus dem
Bett an den Tisch, zum Waschbecken
oder auf die Toilette mobilisiert werden
kann. Insbesondere bei geschwächtem
Kreislauf ist es notwendig, den
Bewohner zu begleiten und so einen
Sturz zu vermeiden.
Gemeinsam mit dem behandelnden Arzt
prüfen wir, ob weitere fiebersenkende
Maßnahmen notwendig sind. Dieses ist
insbesondere dann der Fall, wenn die
Temperatur auf über 39° C. steigt oder
wenn der Bewohner vom Fieber bereits
sehr geschwächt ist. Fiebersenkende
Maßnahmen sind auch bei kardial
vorgeschädigten Senioren angebracht,
da das Herz so entlastet wird. Das
genaue Vorgehen ist im Standard
"Pflege von Senioren mit Fieber"
festgelegt.
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Hygiene
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Nachbereitung Dokumentation
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Wir ermitteln engmaschig die Vitaldaten.
Wenn der Sauerstoffgehalt im Blut sinkt,
kompensiert der Körper dieses durch
eine steigende Puls- und Atemfrequenz.
Wenn diese beiden Werte auffällig sind,
sollte folglich die Sauerstoffsättigung
kontrolliert werden.
Wir führen alle Prophylaxen (laut
Standard) durch, insbesondere die
Thrombose- und die Dekubitus
Prophylaxe. Hinweis: Fieber steigert das
Dekubitus Risiko deutlich.
Wir beobachten die Ausscheidungen,
also Sputum, Stuhl, Urin und Schweiß.
Wir beobachten die Reaktion des
Bewohners auf die Medikamente.
Wir wirken auf den Bewohner ein, das
Rauchen zumindest während der
Krankheitsphase einzustellen.
Das Sputum ist hochinfektiös. Wenn ein
Kontakt möglich ist, sollte immer
geeignete Schutzkleidung getragen
werden, mindestens also Schutzmaske
und Einmalhandschuhe, ggf. Schürze
sowie Schutzbrille. Der Sputumbecher
muss stets desinfiziert werden.
Wenn der Bewohner zu schwach zum
Waschen ist, kann die Körperhygiene
für eine gewisse Zeit auf ein
Mindestmaß reduziert werden, also auf
die Mund- und Intimpflege. Dieses gilt
insbesondere in der Phase des
Fieberanstiegs.
Die Bettkleidung und die Bettwäsche
werden regelmäßig gewechselt.
Beim Waschen achten wir darauf, dass
der Bewohner nicht friert. Gleichzeitig ist
es zu vermeiden, dass der Bewohner
einem Wärmestau ausgesetzt wird.
Wenn die Infektion von resistenten
Keimen verursacht wurde, gilt der
Standard "Pflege von Bewohnern mit
MRSA". Insbesondere muss geprüft
werden, ob eine Isolierung oder eine
Krankenhauseinweisung erforderlich ist.
Alle Beobachtungen werden sorgfältig
dokumentiert und dem Arzt mitgeteilt.
Wichtig sind insbesondere:
o Allgemeinzustand
o mentaler Zustand; insbesondere
o
o
o
o
o
o
o
Angstzustände
Mobilität
Appetit und Flüssigkeitszufuhr
Körpertemperatur
Atmung, Blutdruck und Puls
Blutzucker
Schweiß, Urin und Stuhl
Farbe, Menge und Konsistenz
des Sputums
Auswertung
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Um Lungenentzündungen in Zukunft
unwahrscheinlicher zu machen,
versuchen wir zu klären, wie es zur
Infektion des Bewohners kam. Wir
passen die Pflegeplanung so an, dass
Risikofaktoren soweit möglich
umgangen werden.
weitere Maßnahmen

Dem Bewohner wird die Gelegenheit
gelassen, Schlaf nachzuholen
Ggf. wird die Pflegeplanung aktualisiert.
Der Zeitpunkt für die vollständige
Mobilisierung sollte sorgfältig gewählt
werden. Der Bewohner darf erst dann
körperlich belastet werden, wenn er
wieder Kräfte gesammelt hat und
insbesondere Flüssigkeitsverluste
ausgeglichen sind. Auch das Fieber
muss zuvor deutlich gesunken sein.
Wenn eine mutmaßliche Pneumonie auf
keine Behandlung anspricht, sollte eine
Tuberkulose oder ein Lungenkarzinom
ausgeschlossen werden.
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Prognose:
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Die Sterblichkeit bei einer nosokomialen
(im Krankenhaus erworbenen)
Pneumonie liegt bei 20 Prozent. Bei
ambulanten (nicht im Krankenhaus
erworbenen) Pneumonien ist die
Sterblichkeit mit einem Prozent deutlich
geringer.
Die Letalität einer bakteriellen
Aspirationspneumonie liegt bei 10 bis
20 Prozent.
Grundsätzlich steigert ein hohes
Lebensalter das Risiko, dass eine
Lungenentzündung letal verläuft.
Bei vielen Betroffenen bildet sich mit
zeitlicher Verzögerung ein
Lippenherpes aus.
Wenn die Keimflora durch eine
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Antibiotikatherapie gestört wurde, ist
eine Pilzinfektion möglich; etwa ein
Genitalpilz oder Mundsoor.
Als Folge einer Antibiotikatherapie kann
der Bewohner ein Arzneimittelexanthem
entwickeln, also eine allergische
Reaktion der Haut auf ein Medikament.
Dieses wird zumeist erstmals sichtbar,
wenn die Haut mechanischen
Belastungen ausgesetzt ist; also etwa
beim Waschen.
Eine weitere Komplikation der
Antibiotikatherapie ist ein
anaphylaktischer Schock, der die
Atemwege an- und zuschwellen lässt.
Es besteht Lebensgefahr.
Als Folge der Antibiotikatherapie kann
es zu Durchfall kommen.
Senioren mit Flüssigkeits- und
Bewegungsmangel sind anfällig für
Obstipation.
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