Ö KOT ROPHOL OGIE Damit Fett nicht fett macht

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ten Nahrungsmitteln zugelassen, in den EU-Ländern
jedoch nicht. Fettersatzstoffe eignen sich für die Zubereitung kalter Speisen ebenso wie zum Backen,
Braten oder Frittieren. Der Verzehr größerer Mengen
von Olestra führt zu Blähungen und Durchfall.
Fettaustauschstoffe sind im Gegensatz zu den Fettersatzstoffen Proteine oder Kohlenhydrate. Sie gelten deshalb als gesundheitlich unbedenklich und
brauchen lebensmittelrechtlich keine besondere Zulassung. Sie sind bereits in einigen EU-Ländern auf
dem Markt. Fettaustauschstoffe täuschen im Mund
den Geschmack und das Gefühl von Fett vor und
werden im menschlichen Darm vollständig verdaut
In Deutschland nimmt jeder Erwachsene durchund resorbiert. Fettaustauschstoffe sind im Vergleich
schnittlich über 40 Prozent mehr Fett zu sich, als
zu den Fettersatzstoffen kalorienreduziert.
empfohlen wird. Ein zu hoher Fettkonsum ist UrsaDer erste Fettaustauschstoff auf Proteinbasis war
che für Übergewicht und trägt nach gegenwärtigen
Simplesse aus Hühnereiweiß, Magermilch oder
medizinischen Erkenntnissen zur Zunahme an
Molkeprotein. Fettaustauschstoffe auf Proteinbasis
Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes in der
werden durch Hitze zerstört und können nicht zum
Bevölkerung bei. Die Nahrungsmittelindustrie hat in
Backen und Frittieren verwendet werden. Sie werdem Problem der hohen Fettaufnahme eine Marktlüden vor allem fettreduzierten Milchprodukten, Eiscke entdeckt und bietet Nahrungsmittel mit Fettauscremes, Mayonnaisen und Cremes zugesetzt.
tauschstoffen oder Fettersatzstoffen an.
Fettaustauschstoffe aus Kohlenhydraten sind etwas
hitzestabiler und finden in Suppen und Soßen VerFettersatzstoffe sind synthetisch hergestellte Verwendung. Zum Beispiel kann sich hinter dem Begriff
bindungen aus Fettsäuren, die nicht an ein GlycerinStärke auf den Etiketten von fettarmen Mayonnaisen
Molekül gebunden sind, sondern an ein achtarmiges
der Fettersatzstoff Maltrin verstecken.
Zucker-Molekül. Sie erzeugen im Mund das Gefühl
Gesundheitlich bedenklich ist sowohl bei Fettersatzund den Geschmack von Fett, können jedoch nicht
stoffen als auch bei Fettaustauschstoffen, dass sie
von Lipasen des Verdauungstrakts gespalten werden
keine Träger von essenziellen Fettsäuren und fettund verlassen den Darm unverdaut. Der bekannteslöslichen Vitaminen sind. Bisher durchgeführte Unte Fettersatzstoff, Olestra, ist in den USA in bestimmtersuchungen zur Gewichtsabnahme mit
diesen Stoffen waren nicht überzeugend.
Die pharmazeutische Industrie bietet bereits seit 1998 die so genannte Fettpille
Xenical an. Es handelt sich dabei um ein
verschreibungspflichtiges Medikament zur
Gewichtsabnahme bei hohem Übergewicht. Wird zu einer Mahlzeit eine Kapsel
Xenical geschluckt, so inaktiviert der darin
Triglycerin
Olestra
enthaltene Wirkstoff Orlistat einen Teil der
Lipasen im Verdauungstrakt. Infolgedessen
passieren circa 30 Prozent der aufgenommenen Fette unverdaut den Körper. Sie
werden unter Blähungen und Durchfall
ausgeschieden. Da diese Nebenwirkungen
vom Fettgehalt der aufgenommenen Nahrung abhängig sind, ist die Einnahme von
Xenical nur bei einer fettarmen Ernährungsweise erträglich.
Molekülstruktur eines Triglycerins und des Fettersatzstoffes Olestra
Ö KOT R O P H O LO G I E
Damit Fett nicht fett macht
Ernährung, Verdauung und Resorption
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