1 Kap Historisches zu Emotion und Motivation Die Beziehung von Emotion und Motivation: (historisch) Nach Platon: ist der Zorn ein Zustand des Kampfbegierigen Kriegers, die Furcht ist ein Zustand desjenigen, der den Kampf meidet. Lust ist eine wesent. Komponente dessen, der nach dem Angenehmen strebt, Unlust eine Komponente Schmerz zu meiden. Nach Aristoteles: Sah die Gefühle und Affekte als wesentliche Komponenten des Strebens ja, er fasst die Gefühle die Emotionen sogar unter das Strebevermögen – die Motivation – zusammen, d.h. die Emotionen bilden einen Teilbereich seiner Motivationspsychologie. Dem sinnesgeleiteten Begehren od. Meiden entsprechen Lust od. Unlust. Diese bewerten die Wahrnehmungen als angenehm od. unangenehm. Dem Verstandesgeleiteten Erkenntnisstreben entspricht Freude. Beide Philosophen setzen sowohl für die Emotionen als auch kognitive Komponenten voraus: Die antiken Stoiker: (z.B.Kition) Sahen die Affekte die passiones, in engem Zusammenhang mit den Motivationen. Die Affekte (Lust/Unlust), Begierde und Frucht, entstehen durch die Einbildung eines Gutes oder eines Übels, das man erstrebt oder flieht. Diese vier Gattungen von Affekten unterteilen die Stoiker in viele Arten, z.B. die Schadenfreude = Lust am Unglück anderer etc. Der Idealzustand, nach dem der Stoiker strebe sollte, ist die Apathia = das Frei sein von Affekten, das betrachten sie als Glückseligkeit als leidlosen Zustand, die Affekte sind Zustände des Erleidens = irrationale Werturteile. Diese Thesen hatten großen Einfluss auf die christlichen Absichten. Der Lust und Begierdefeindliche Stoizismus prägte die meist negative Bewertung der Sexualität im Christentum. Mit dem Stoizismus kam eine moralische Bewertung der Affekte ins Christentum. Die Leidenschaften, die mit dem sinnenhaften Streben verbunden sind, galten als weniger wert als die geistigen Leidenschaften. Die sinnlichen Leidenschaften sollten unter die Kontrolle der Tapferkeit und des Verstandes gestellt, minimiert oder gar abgetötet werden. (Askese) Die differenzierte Emotions- und Motivations- Psychologie des Aristoteles fand stärkeren Eingang in die mittelalterliche Scholastik und hatte tiefem Einfluss bis weit in die Neuzeit ind die sog. Rationale Psychologie, in der christlichen Psychologie hatte sie Einfluss bis ins 20 Jhdt. die aristotelische Psychologie wurde allerdings im Mittelalter schon christianisiert. Descartes: Les passions de l’ame Auch Descartes setzt die Affekte in Beziehung zur Motivation. Er unterscheidet 6 Arten von Affekten: Staunen: Zustand, wenn wir noch nicht wissen, ob uns die überraschende Lage nützlich od. schädlich sein kann. Liebe: Wenn wir eine Sache für nützlich halten, dann reagieren wir mit Liebe und Anstreben Hass: Halten wir eine Sache für schädlich, so reagieren wir mit Hass Begierde und Freude: Begehren wir einen Gegenstand und erlangen diesen, freuen wir uns Trauer: Wenn wir begehrten Gegenstand nicht erreichen, od. verlieren, reagieren wir mit Trauer Genesis der Affekte: Affekte sind nach Descartes Perceptionen/Empfindungen/Emotionen, die durch die Bewegungen der Lebensgeister hervorgerufen werden. Die Affekte sind demnach bio-mechanisch verursachte physiopsychische Phänomene: Die von einem Gegenstand ausgehenden Reize setzen die Spiritus animales bestimmter Hirnpartien in Bew. Diese fokussieren sich in der Zirbeldrüse. Auf der Seite der „Seele“ entstehe dann die bew. Perception der Affekte. Franz Brentano: Psychologie vom emp. Standpunkt (Von Aristoteles und Descartes beeinflusst) Einteilung der psychischen Phänomene in drei Klassen intentionaler Akte: Alle psy. Phänomene sind nach Brentano dadurch ausgezeichnet, dass sie stets auf etwas „Gegenständlichkeit“ bezogen sind. Diese Gegenstände nennt er „intentionale Inexistenzen“. D.h. Etwas, das dem psychischen Akt als Objekt gegeben ist, das als Korrelat des Aktes besteht. Diesen (mentalen) Objekten kann etwas in der realen Welt entsprechen oder auch nicht. Diese Art von Beziehung nennt Brentano „Intentionalität“ 3 Hauptklassen intentionaler Beziehungen zu den (mentalen) Objekten: a) Vorstellen: in solchen Akten ist der vorgestellte Gegenstand bloß präsent (mir bewusst) b) Urteils Aktes: In solchen psy. Phänomenen wird eine urteilende Stellungnahme vollzogen, ob dem Vorstellungsgehalt etwas entspricht od. nicht (Existenz Urteile) od. ob zwischen zwei Vorstellungsinhalten irgend welche Bez. bestehen: Bsp: G.W. Busch ist derzeit Präsident of the United States of Amerikanien (danke Reischl Riapei) Od. Herr Stiech ist ein Tennisspieler. c) emotionale Akte: Akte des Interesses od. des Liebens od. Hassens, wobei er den Bedeutungsumfang dieser Ausdrücke sehr weit fasst, sodass er darunter sowohl alle Emotionen als auch alles Streben (Motivation) fasst. Jede Lust od. Unlust ist auch mit einem streben verbunden. Auch die emotionalen/motivationalen Akte sind intentional: sie beziehen sich auf etwas, aber sie in einer speziellen Weise intentional: in ihnen werden die Gegenstände als gut od. schlecht bewertet. Und die Bez. zwischen Emotionen und Motivation sieht er als ein Kontinuum. Brentano gibt ein Bsp. Für ein solches Kontinuum: Trauer > Sehnsucht nach dem Gut > Hoffnung es zu erlangen > Verlangen, dass Gut zu verschaffen > Mut das Gut zu erstreben > der Willensentschluss zur Tat. Das eine Extrem des Kontinuums ist das Gefühl, das andere ein Wille, beide sind durch Zwischenglieder miteinander verbunden. In den Gefühlen, den Emotionen, liegt der Keim des Strebens. Diese Überlegungen führten Brentano dazu, Emotionen, Motivationen und Volition unter eine Grundklasse der psy.Phänomene zu bringen. Brentanos Psychologie steht an der Schwelle der Psychologie als eigene empirische Disziplin. Mit Brentano und Wundt vollzog sich die Emanzipation der Psychologie aus der Philosophie, taxiert sie als Nat. Wissenschaft Durch Wundt das erste Labor in Kontinentaleuropa für Experi. Psy. Stammväter der Emotions- und Motivationspsychologie: Wilhelm Wundt: Gefühls Theorie Nach Wundt sind Empfindungen; Vorstellungen und Gefühle „Elemente des Bewusstseins“ Die Vorstellungen setzen sich aus den elementaren Empfindungen zusammen. Die Die Empfindungen beziehen sich auf die objektive Welt. Zu den objektiven Empfindungen kommen sub. Komponenten hinzu, die Gefühle. Sie begleiten die Empf. Und Vorstellungen, sie sind die sub. Elemente. Die Gefühle setzen sich wiederum aus Partial-Gefühlen zusammen, die Wundt in 3 Dimensionen anordnet. a) Lust – Unlust b) Spannung – Lösung c) Erregung – Beruhigung. Wenn diese Partial Gefühle best. Vorstellungen begleiten, dann nennt Wundt sie Affekte. So sind z.B. Freude und Zorn „erregende Affekte“, sie unterscheiden sich aber hinsichtlich Lust und Unlust: Freude am Lust Pol, Zorn auf der Unlustseite; Hoffnung und Angst sind beide „gespannte Affekte“ aber sie unterscheiden sich hinsichtlich Lust – Unlust und Erregung, Angst: hoher Erregungsgrad, Hoffnung geringer Erregungsgrad. Affekte sind im zeitlichen Verlauf dynamisch. Beschrieb auch physische Manifestationen der Affekte: Aktivität der Gesichtmuskulatur, Atemrythmus, Pulsfrequenz, Blutgefäss- Erweiterung Kontraktion. Wundts Motivations- Psychologie: Motive bestehen aus einem Handlungsziel mit Vorstellungs- Inhalt. Diesen Inhalt nennt er „Beweggrund“ und einen Gefühlsanteil, den Wundt als Triebfeder bezeichnet. Lust/Unlust bestimmen den Wert des Motiv-Ziels, Der Erregungsgrad bestimmt die Intensität, Spannung und Lösung den Verlauf (Dynamik) der Motivation, Spannung an Beginn bis zum Erfolg, Lösung bei eingetretenem Erfolg. Wundt unterscheidet drei Klassen von Motivationen: a) Triebhandlung: ein Motiv setzt sich durch, es erfolgt die Tat, z.B. aus Wut jemanden verprügeln „Affekthandlung“ b) Willkürhandlung: Es geht ein Kampf der Motive dunkel bewusst voraus, bei diesen können gegensätzliche Affekte auftreten, z.B. Zorn und Angst. Ist einer intensiver, wird er handlungswirksam c) Die Wahlhandlung: ebenfalls eine Konkurrenz der Motive, aber es findet ein bewusster Entschluss für eines der Motive statt – das was wir heute Volition nennen. Bei dieser Art werden auch zukünftige Gefühlslagen vorweg (antizipatorisch) vorgestellt und diese bestimmen den Ausgang des Entschlusses. Wundts Terminologie (nach Sokolowski) „objektive Elemente“ „subjektive Elemente“ Empfindungen Partial Gefühle: Lust - Unlust Spannung - Lösung Erregung - Beruhigung Vorstellungen Beweggründe Gefühle Triebfedern Motive Triebhandlung Willkürhandlung Wahlhandlung William James: Nach James basieren unsere Erfahrungen und Reaktionsweisen auf Instinkten. Jedes Objekt, das einen Instinkt auszulösen vermag, löst auch Emotionen aus. Instinkte fasst James als Handlungstendenzen, Emotion als Gefühlstendenzen. Die James’sche Gefühlstheorie: Emotionsentstehung in 5. Schritten: 1. Objekt stimuliert Sinnesorgane > 2. Afferente Impulse zum Kortex > Objekt wird wahrgenommen > 3. efferente Impulse zur Muskulatur und in die inneren Organe > 4. von den Muskeln und den inneren Organen laufen Impulse zum Cortex zurück > 5. Wahrnehmungen des eigenen Verhaltens und der körperlichen Veränderung: Die Emotion. - - Meine These ist, schreibt James, dass die körperlichen Veränderungen direkt auf Wahrnehmung der erregenden Tatsachen folgen und das unser Fühlen einer solchen Veränderung als Emotion erlebt wird. Die Lust od. Unlustgefühle, welche die Emotion begleiten können, bewerten die Emotionen und regen die motivationalen Systeme an. James zur Emotionskontrolle: 1. Die Vorwegnahme von zukünftigen Emotionen; 2. Die Unterdrückung des unmittelbaren Emotionsverlaufs: z.B. die Entrüstung, den Wutausbruch unterdrücken, doch die Erregung kann nicht gänzlich neutralisiert werden, die Folge kann sein: langes, rachsüchtiges Grübeln, od. die Erregungsenergie wird in Nachdenkarbeit invesiert. Sigmund Freud: Affekt nach Freud, wesentlich mit den Trieb- Motivationsvorgängen verbunden. Der Affekt ist die qualitativ (subjektiv erlebte) Manifestation der Quantität der Triebenergie, welche Freud mir dem Term „Libido“ bez. Gefühle, Emotionen sind dem nach phänomenal erlebte Zeichen für Bedürfnisse und Strebungszustände des Organismus. - Affekte sind zwar stets Manifestationen von Triebenergien aber sie müssen nicht notwendigerweise an Vorstellungen von Ereignissen od. von Triebobjekten gebunden sein. Es kann eine „Abspaltung“ von Vorstellungen und Affekt stattfinden. (zentrale Rolle für Freuds Auffassung von pathologischen Vorgängen). So kann z.B. die Vorstellung von einem Ereignis auffällig emotionslos sein, od. es gibt affektive Zustände ohne Vorstellungen und Erinnerungen, die Vorstellungen sind dann unbewusst: die Vorstellung vom traumt. Ereignis, das mit einem Triebvorgang assoziiert ist, wurde „verdängt“, aber der Affekt Betrag wird investiert in die hysterischen Symptome (>Konversionshysterie), die Patienten erleben hoch emotionale Zustände und physische, ohne die dazugehörigen Vorstellungen. - Wenn die ursprünglichen Vorstellungen bewusstseinsfähig zugänglich bleiben dann wird der Affekt Betrag in andere Vorstellungen investiert. Der Affektbetrag besetzt Ersatzvorstellungen. Diesen Vorgang nennt Freud Affektverschiebung, dies äußert sich dann in Zwangsvorstellungen und Zwangshandlungen. (z.B. zwanghaftes Grübeln, Waschzwänge) - Die Affekt-Umwandlung: Freud nahm an, dass sich die aufgestaute Libido Qualität in Angstzustände transformiere > Angstneurosen, gehemmte „Abfuhr der Libido“ führe zu Angstzuständen. Für welche Angstneurotiker keine Erklärung haben, weil sie weder um den Transformationsprozess wüssten noch ein „Wovor“ für ihre Ängstlichkeit kennen). - Lust und Unlust: Die Triebvorgänge unterstehen dem Lust/Unlustprinzip. Erhöhung der Triebspannung sei mit Unlust verbunden, Senkung dieser Spannung sei mit Lust gekoppelt. (Auch die Affekte sind davon begeleitet). Er Versteht das Prinzip als eine Regulation der Ökonomie des psych. Apparates (ZNS). Freud versteht darunter einen autom. Regulationsmechanismus. Wenn Freud von „Libido-Spannung“ spricht, dann meint er damit eine quantitative Größe der Triebenergie. Man darf also „Spannung“ nicht gleichsetzen mit qualitativ erlebten Spannungszuständen, denn diese können sowohl als lustvoll oder auch unangenehm erlebt werden. Zusatzbemerkung: Freud ist kein Lustprinzipler, und kein ethischer Hedonist! Was das Lustprinzip betrifft war er stark von Fechner beeinflusst der sagt: das unser Handeln durch Lust/Unlust determiniert ist. Gegenstandbereich der Emotionspsychologie: 1) Sinnverwandte Ausdrücke, erste Abgrenzungen: Erst Ende des 19 Jhdt. Begann sich der Ausdruck Emotion als umfassender Oberbegriff in der akademischen Psychologie durch zu setzten (zunächst englisch von Darein und James eingeleitet). Der Ausdruck „emotion“ stammt ursprünglich aus Latein „emotio“ von „emovere“ = hinausschaffen Der Ausdruck Affekt: eingeschränkte Bedeutung nach und nach Emotion als Bez. Affekt lat. Affectus: Stimmung, Leidenschaft, Begierde, intensives kurzes Gefühl. In der antike bedeutete „affectus“ beinahe alle Gefühlsregungen: Zorn, Wut, hass etc. Es wurde damit vor allem der pathische Aspekt hervorgehoben: A. passieren einem sie fallen über uns herein, entzieht sich meist unserer Kontrolle, od. wir können sie nur schwer unterdrücken. Affektausbrüche und A-Handlungen haben reflex-ähnlichen Charakter. Der Ausdruck Leidenschaft: wurde stärker für bestimmte emot. Eigenschaftenvon Motivationen verwendet, er drückt vor allem die Persistenz von Motiv-Lagen aus. Eine dauerhafte Ausrichtung von Strebungen, die eine hohe Intensität haben. L. bez. große dauerhafte Motivationskraft mit einer Bindung an best. Objektbereiche, z.B. Sport etc. Stimmung: Dieser Ausdruck wird für eine bestimmte Subklasse von Emotionen neu verwendet. Stimmungen unterscheiden sich von den intentionalen Emotionen dadurch, dass ihnen der intentionale Gegenstand fehlt. Weder der Grund noch das Objekt muss uns bekannt sein. Stimmungen haben eine geringere Intensität als Affekte, sie tönen aber auf längere Zeit unsere Befindlichkeit. Sie können angenehm od. unangenehm sein: gehoben od. gedrückt. Sie durchziehen unsere Kognitionen und motivationalen Tätigkeiten wie eine Art „Klima“. Es gibt Autoren, welche die Stimmungen, wegen ihrer Objektlosigkeit, von den Emotionen ausgrenzen möchten, für diese Autoren sind Emotionen per se intentional, Objektbezogen, da den Stimmungen dieser Bezug fehlt, sind sie keine Emotionen. Lösung des Konflikts: Klasse: emotionale Zustände (Emotionen) Subklassen: intentionale Emot. nicht-intentionale Emot (Stimmung) Zu den intentionslosen Stimmungen ist noch zu bemerken: Wir befinden uns in solchen Zuständen nicht in einem gänzlich nicht-intentionalen Bewusstseinszustand: die nichtintentionalen Stimmungen begleiten die übrigen intentionalen Zustände, sie parasitieren auf ihnen: die intentionalen Zustände sind Träger der nicht-intentionalen Stimmungen, bloße Stimmungen ohne irgend einen intentionalen Träger scheint es nicht zu geben. Arbeitsdefinition von Emotion im engeren Sinne (=intentionale Emotion) Weitgehend einig ist man sich, dass Emot. in deisem Sinne durch die Merkmale „ErlebnisQualität“ und „Objekt-Bezug“ gekennzeichnet sind Erlebnis-Qualität: für den Erlebenden fühlt sich der Zustand auf eine bestimmte Weise an, es uns nach etwas zumute. Emot. haben so etwas wie eine Aufdringlichkeit im Unterschied zu eher neutralen kog. Zuständen. Emot. haben Intenstitätsgrade der Erlebnisqualitäten: leichte Angst – starke Angst. Andern intentionalen Zuständen, wie Vorstellen fehlt diese Intensität und Qualität, sie sind entweder klar oder vage. Objekt Bezug: (Intentionalität) Die meisten Emot. zeichnen sich durch die Bez. auf Gegenstände od. Sit aus. Wir fürchten etwas; Die Gegenständlichkeit muss nicht notwendigerweise real existieren, es genügt, dass wir glauben, dass das Objekt existiere. Privatheit: Erlebnisqualität und Intensität sind nur der erlebenden Person zugänglich. Der Gefühlsaspekt der Emotionen ist subjektiv – privat. Nur ich weiß wie sich mein sibirisches Gefühl anfühlt, und die Metapher sibirisch löst bei andern nicht die gleichen Gefühlsqualitäten aus. Und selbst wenn zwei Pers. genau die gleichen Gefühle haben, so können sie wechselseitig nicht feststellen, dass es die gleichen sind, wir können einander nicht in die Gefühlszustände schauen, auch mit der Einfühlung nicht. Wir glauben bloß, dass wir so ähnlich fühlen wie andere, aber es ist nicht sein Gefühl, das wir erleben, sondern unseres. Gilt für alle Zustände: emotional mental, motivations- und volitionale Zustände. Sie können im diesem Sinne nicht Gegenstände einer Wissenschaft werden. Es beginnt die Privat Psychologie: und diese besteht in der inneren Wahrnehmung unserer Zustände und Reflexionen auf unsere Zustände. Darum haben die Behavioristen die mentalen Zustände aus dem Gegenstandsbereich wissensch. Psychologie ausgeschlossen. Einwand: Wir haben eine Sprache für mentale Zustände. Wenn wir dafür eine Sprache haben, dann können wird die Mentalen Zustände dem intersubjektiven Vergleich, somit der Wissenschaft zuführen. Wir können zwar einander beschreiben, dass unsere bewussten mentalen Zustände intentional oder nicht-intentional sind. Wir können sagen, dass unsere Zustände uns in innerer Wahrnehmung bewusst präsent sind (das können wir prüfen). Wir können sagen, dass unsere Gefühle eine Qualität und eine Intensität haben (auch feststellbar). Aber all das sind bloß formale Beschreibungen kategorialer Art. Die private Erlebnisweise kann mit dem kategorialen Prädikat „Qualität“ nicht beschrieben werden, desgleichen gilt für das Prädikat „Intenstität“. Ich kann auf einer mehrstufigen Skala meinen Ärger als „sehr intensiv“ ankreuzen, aber damit hat der andere keinen Verifikations-zugang zu meinem sehr starken Ärger, d.h. er kann damit nicht wahrnehmen, wie stark mein Ärger ist, weil er meinen Ärger gar nicht erleben kann. Er kann die Stufe auf der Ärger-Skala nicht mit meinem Ärger vergleichen, so wie man Farbe auf einer Farb-Skala vergleichen kann. Der somatische Physikalismus (Rudolf Carnap, Wiener Kreis) und der logische Behaveiorism (gilbert Riyle): Versuchten mentale Prädikate mit Hilfe von Ausdrücken der „physikalischen Sprache“ zu definieren. Mit physikal. Sprache meinten Sie Ausdrücke, die auf intersubjektiv beobachtbares Verhalten referieren. Bsp: mentales Prädikat: Peter ist zornig, phsysikal. Prädikate: Peter fuchtelt und flucht. Die Ausdrücke der physikal. Sprache erfüllen zwar die Verifikationsbedingungen. Aber das misslingt weil: a) nicht klar ist wie viele und welche physikal. Prädikate od. Testsätze in physik. Sprache notwendig und auch hinreichend zur Definition sind. b) Die Indikatoren, formuliert in physikal. Sprache, sind nicht eindeutig genug: Anstieg der Puls und Atemfrequenz sind nicht spez. Für Zorn, das passier auch bei anderen Emot. od. physiolog. Ursachen. Kurz: Def. im strengen Sinn von mentalen Ausdrücken durch physikale Sprache sind nicht möglich. Möglich sind partielle Definitionen, d.h. ein Teil der mentalen BedeutungsKomponenten kann durch „Indikator-Sätze“ in physikalischer Sprache angegeben werden. Der semant. Physikalismus hat seine Grenzen sowohl an der Privatheit als auch darin, dass mentale Ausdrücke nur partiell in physikal. Sprache übersetzbar sind. Aber gerade diese partielle Übersetzbarkeit ist für die wissenschaftl. Psy. Unverzichtbar. Die physikale Sprache beschreibt den „behavioralen“ Aspekt mentaler Zustände durch möglichst typische Merkmals-Cluster, welche der intersubjektiven Beobachtung zugänglich sind. Das gilt auch für die Emotions und Motivations Psychologie. Der subjektiv/privat erlebten Emotions-Komponente entsprechen mehr od. weniger regelmäßig auch intersubjektiv beobachtbare Ausdrucksphänomene und Verhaltensweisen: Mimik, Handlungen etc. Wichtig!! Zusammenfassung: Arbeitsdefinition von Emotionen Intentionale Emotionen 5 Komponenten 1) Emotionen sind normalerweise bew. Episodische Zustände, die Möglichkeit nichtbew. Emotionen soll dabei nicht ausgeschlossen werden, z.B. latente Feindseligkeit“, solche Zustände wären emot. Dispo. 2) als bew. Zustände sind Emot. meist intentional: objektbez. Ausg. Stimmungen 3) bew. Emotionen haben diese od. jene Erlebnisqualitäten, diese betreffen den Modus, wie wir auf etwas bezogen sind. Diese Qualitäten haben Intensitätsgrade: wie stark wir uns freuen. 4) Privatheit: nur uns selbst sind die bewussten Aspekte der Emot., die Gefühle direktunmittelbar-zugänglich in „innerer Wahrnehmung“. Die Privatheit mentaler Zustände ist der wissenschaftl. Psy. Nicht mehr zugänglich. Die Sprache für mentale Zustände hat hier, als Kommunikationsmedium ihre Grenzen. Der Semantische Physikalismus: Die Bedeutung mentaler, somit auch der Emotionssprache, ist nur teilweise in die „physikale“, die intersubjektive Beobachtungssprache übersetzbar. Die Ausdrücke der „physikalen Sprache“ beschreiben das emotionsspezifische Ausdrucksverhalten (z.b. Mimik etc.) 5) Emotionen sind mehr od. weniger regelmäßig, mehr od. weniger stark von teils spez. Teils weniger spez. Physischen und physiolog. Veränderungen begleitet. z.B. Schrecken, plötzlich weit geöffnete Augen, Blutsdruck etc.) Hauptfragen der Emotionspsychologie: 1) Wie ist das emot. Sestem beschaffen und wie ist es mit anderen Systemen verschaltet? ( Antworten >Aktualgenese) 2) Wie sind emotionale Mechanismen entstanden? (biologisch. Evolution) 3) Welche neuralen Strukturen und Prozesse liegen den Emot. zugrunde - Praktisch alle Theorien enthalten Annahmen über die Aktualgenese und Natur von Emotionen. Aussagen über die Auswirkungen von Emot. auf andere Syst. und die Herkunft neuronaler Korrelate finden sich dagegen nicht in allen Theorien. Aktualgenese: Wie entstehen Emotionen Theorien über die Auswirkungen von Emot. Theorien über die Herkunft emot. Mechanismen Neurobio. Grundlagen Theorien zur Aktualgenese und der Emotionen: William James: (Zeitgleich C. Lange ähnliche Theorie > daher: James – Lange Theorie der Emot. genannt) Theorie: Ziel war die sog. Affektive Wärme der Emotionen verstehbar zu machen. Emot. sind nicht neutral wie z.B. die Durchführung von routinemäßigen Kalkulationen. Sie ist nach James nicht mit Lust/Unlust gleich zu setzen. Denn so J. es gibt Gefühle, denen die Qualitäten angenehm od. unangenehm fehlen, z.B. Mitleid, Hass: schwer zu taxieren. Aber sie sind nicht neutrale Zustände: Die allen Gefühlen gem. Komp. Sei das „aufdringliche Gefühl einer Erregtheit. James Thesen: Gefühle sind Empfindungen der körperlichen Veränderungen: Die körperlichen Veränderungen sind die Ursache von Gefühlen, nicht deren Folgen oder Begleiterscheinungen. Genauer: Bedeutsam für die Gefühle sind die physiolog. Veränderungen (Herzschlag etc.) Die graduellen Änderungen dieser physiologischen Aktivitäten korrespondieren mit den Intensitätsgraden von Gefühlen und den unterschiedlichen Qualitäten der Gefühle. D.h. diesen Qualitäten entsprechen unterschiedliche Muster von physio. Änderungen und somit unterschiedliche Erregungsempfindungen. Die Objektgerichtetheit (Intentionalität): Erregungsempfindungen per se sind nicht Objekt gerichtet, aber sie werden durch objektgerichtete Wahrnehmungen od. Gedanken ausgelöst. Diese Gefühls-Auslöser stellen den Gefühlen auch ein Objekt bereit. Die Aktualgenese von Emotionen: 1) Die Wahrnehmung eines Ereignisses (z.B. ein Bär taucht plötzlich auf) 2) Die Einschätzung des Ereignisses ( de Bär ist eine mögliche Bedrohung): kognitiv evaluativ. 3) Die Einschätzung löst charakteristische physiologische Veränderungen (Herzklopfen) 4) Die physiolog. Änderungen werden aus Gehirn zurückgemeldet und von uns als charak. Erregung erlebt. Diese erregung ist das Gefühl (z.B. Furcht) Zu 2: Die Einschätzungsprozesse müssen nicht notwendigerweise bei allen Gefühlen bewusst werden. Einige Arten von Wahrnehmungen können direkt physiolog. Veränderungen auslösen und in der Folge Erregung erzeugen, Bep: plötzlich laute Geräusche > physio. Reaktion > plötzlich starke Erregung > Schrecken: Verlaufsdiagramm: Wahrnehmung Eines Ereignisses Einschätzung des Ereignisses emot. spez. physio. Erregung Empfindung der Erregung =Gefühl Die Überprüfung der Theorie von W. James: Kritikpunkte: von Walter B. Cannon Die Kritik der Kernthese: Gefühl = das Erleben der physiolog. Erregung. 1. Änderungen sind weder eindeutig spez. Für Gefühle noch korrespondiert jede physiolog. Änderung stets mit irgendeinem Gefühl. 2. physiolog. Änderungen werden nur undifferenziert aus Gehirn zurück gemeldet, dementsprechend wären auch die Empfindungen undifferenziert, d.h. physiolog. Änderungen sind nicht hinreichend für jeweils best. Emotionen. 3. Die künstliche Erzeugung von phsyiolog. Änderungen ruft normalerweise keine Gefühle hervor. (Adrenalin-Injektionen) 4. physiologische Änderungen in den Viscera (innere Organe) sind für das Erleben von Emot. nicht notwendig 5. Viscerale physiolog. Reaktionen können auch erst nach dem stattfinden von Emot. auftreten, also sind diese nicht Ursachen der Emot. Physiolog. Reaktionen sind nicht kausal notwendig für das Auftreten von Emot. Relativierung der Kritik: Zu 4 und 5 müssen nicht zwingend sein. Zu 4 das Ausdrucksverhalten, Fauchen findet statt, aber nicht mehr das Gefühl der Wut. Zu 5 Attraktivitätsurteile müssen nicht auf Gefühlen beruhen. Zu 1 Neuere Untersuchungen deuten darauf hin, dass es einige physiologische Muster gibt die spez. Mit best. Emot. korrespondieren, z.B. Furcht und Ärger. Zu 2 Neuere Forschungen zeigen, dass visceral physiol. Änderungen differenzierter aus ZNS zurückgemeldet werden als W. Cannon annahm. Zu 3 Dieses würde durch spätere Untersuchungen bestätigt: Adrenalin Injektionen führen norm. Nicht zu Emotionen. Dasselbe gilt für physiol. Reaktioen, die durch körperliche Anstrengungen ausgelöst werden. Gefühlstheorie Stanley Schachter: (modifikation der Theorie von James) Die Theorie über die Natur der Gefühle: Schachter : Richtig (an James Theorie) sei, dass Erregungsempfindungen für Gefühle notwendig sind (Kern der Theorie von James). falsch (an James Theorie), dass diese hinreichend für Emot. sind. Zwei Faktoren: (zusammen hinreichend) 1. physiologischer Faktor (Erleben der Erregung) 2. kognitiver Faktor ( Interpretation der Erregung) Die Person muss glauben das ihre Erregung bedeutsam ist, hinsichtlich ihrer Wünsche oder Ziele oder Werte. d.h. Sie muss die Ursache der Erregung einer bestimmten Kognition zuschreiben. Bsp. Bär: Damit Person Furcht vor Bären erleben kann, muss sie glauben dass sie deshalb erregt ist, weil sie den Bären als gefährlich einschätzt. Wäre die Person in einer massiven Holzhütte, hat sie zwar die Erregung, aber sie fürchtet sich nicht. Kognition wird in eine andere Beziehung gebracht. Kognition entscheidend für: Interpretation der Situation + Qualitätsausmaß der Emotion + Deutung der Intentionalität der Emotion Aktualgenese von Emotionen nach Schachter: Wahrnehmung eines Ereignisses Einschätzen des Ereignisses als bedeutsam für mich, verursacht eine physio. Erregung Erregung wird wahrgenommen und auf Einschätzung des Ereignisses attribuiert Kommt zum Erleben einer Emotion Sonderfälle: Physiologische Erregung durch Medikamentengabe: Prozessdiagramm: Reisenzain/Horstmann Wahrnehmung Eines Ereignisses Einschätzung Attribution der Erregung auf die Einschätzung emotions. Unspez. phys. Erregung Erleben der Erregung Emotion Überprüfung der Theorie Schachters: 1. Fehlattribution: (physiologische Erregung aus einer anderen Quelle) Adrenalin Injektion intensiviert bereits bestehende Gefühle sofern Erregung fehl attribuiert wird. Vp wurde unter Vorwand Auswirkung eines Vitamin Präparates zu testen Adrenalin verabreicht. 3 Subgruppen: G1: korrekt informiert G2:falsch informiert G3: gar nicht informiert. Dann Vpn mit andere (verbündeter Vp) auf Wirkung warten. Die Verbündeten agierten entweder euphorisch oder verärgert. Schachter erwartete, dass die Vpn der Gruppe 2 (falsch informiert) und G3 (gar nicht informiert) die Ursache ihrer Erregung entweder Gemäß Euphorie oder Ärger Sit. interpretieren im Unterschied zu G1. Ergebnisse: Vp unter Ärgersit. Keine Interpretation Richtung Ärger Vp unter Euphoriesit. Uneinheitliche Befundlage Auch Vp unter in Ärgerbedingung eher positiv gestimmt Zusatz: Marshall und Zimbardo: (Verbesserte Replikation:) Ergebnisse widersprachen den Vorhersagen Schachters. Die Vpn ohne korrekte Informationüber die Wirkung (als falsch informierten) interpretieren ihren Erregungszustand nicht in Richtung Euphorie. Die Fehlattribution fand nicht statt Auch andere Studien zeigen widersprüchliche Befunde. 2. Reduktion physio. Erregung führt zu Abschwächung der Emotionen: Querschnittpatienten: physiologische Rückmeldung aus Gehirn reduziert, Bef. Nur teilweise bestätigt. Befunde sprechen gegen Annahme von Schachter und auch James, das Intensität von Gefühlen von der Intensität der physio. Erregung bzw. deren Rückmeldung abhängt. Fazit zu 1 und 2: Es ist unklar wie aus Erregung und Kognition Emotionen entstehen sollten. Die Einschätzungstheorie von Magda Arnold: Der Prozess der Emotionsentstehung: Emotionen sind stets intentional, also Objektbezogen Objektbezogene Gefühle treten genau dann auf wenn das Objekt der Emotion auf eine bestimmte Weise eingeschätzt wird. Zwei Komponenten: Tatsachen-Überzeugung + Evaluation gemäß Wertüberzeugung Diagramm zur Entstehung von Emotionen: Glaube dass, ein Sachverhalt der Fall ist Oder eintreten wird Bewertung des Sachverhalts (positiv/negativ) Impuls zur Annäherung Meidung (Gefühl = erlebter Handlungsimpuls Emotionale Annäherung oder Meidungshandlung Physiologische Reaktionen z.B. Gesichtsausdruck Tatsachen-überzeugungen: werden gewonnen durch Wahrnehmungen, Mitteilungen oder schlussfolgerndem Denken. Die Bewertung: Die Tatsachenüberzeugung veranlasst eine Bewertung der Tatsache Die Bewertung wird von uns erzeugt) Tatsachen und Wertüberzeugungen zusammen: bezogen auf ein und denselben Sachverhalt, erzeugen eine Emotion, die auf den Sachverhalt Gerichtet ist. Unterschied zu James und Schachter: Nach Arnold besteht die Emotion im Erleben eines Handlungsimpulses zur Annäherung od. Meidung (des Objektes od. Ereignisses) der durch die Einschätzung entsteht. Gleichzeitig dazu entsteht eine physiologische Erregung, welche dazu dient die Annäherungshandlung oder Meidung vorzubereiten. Bei James dagegen bestehen Emos im Erleben von Erregtheitbei Schachter das Erregung interpretiert wird. Dimension der kog. Einschätzung: 1. Bewertungsgrade (positv negativ Skala) 2. Anwesenheit / Abwesenheit von Sachverhalten 3. Bewältigbarkeit (Kontrollierbarkeit von Sachverhalten / Sit) Die 3 Einschätzungs-Dimensionen kombinieren sich zu Einschätzungsmustern und diese Muster bestimmen die Emotionen. Einschätzungstheorie von Richard Lazarus. Primärer Einsschätzungsprozess: ist ein Ereignis bedeutsam für meine Wünsche (Motive)? Danach können Situationen positiv, günstig oder bedrohlich sein. Sekundärere Einschätzprozess: Die eigenen Fähigkeiten werden zur Bewältigung schon existenter oder antizipierter Ereignisse beurteilt. (Entspricht Arnolds Bewältigungsdimension) Die primäre Einschätzung ist dagegen eine Zusammenfassung der beiden Arnoldschen Dimensionen 1 und 2, also sicher der Fall oder möglich. Nach Lazarus ist also entscheidend darüber, ob wir uns fürchten werden die primäre Einschätzung des Ereignisses als bedrohlich. (Bedrohlichkeit weil wir es nicht verhindern können) Die Einschätzungstheorie von Ortony, Clore und Collins Die verschiedenen Emotionsklassen können nur dann näher bestimmt werden, wenn wir Gegenstandsklassen der Gegenstände unter scheiden. (Ereignisse/Handlungen/Objekte) Ereignisse: Zustände od. Veränderungen, sie werden rein auf dem Hintergrund der pers. Wünsche bewertet (positiv/negativ) Dieses Bewertungen bilden die Grundlage der Ereignisbezogene Emotionen. (Dazu gehören: Furcht/Hoffnung/Mitleid/Schadenfreude/Neid) Handlungen: Hervorbringen von Ereignissen durch verantwortliche Urheber. Handlungen der Urheber werden bewertet nach dem Maßstäben von sozialen moralischen Normen. - Handlungen, die nicht den Normen entsprechen, lösen Zorn gegen den Urheber aus+ - Handlungen, die den Normen entsprechen lösen Lob, Anerkennung aus Objekte: Einzeldinge, Objekte werden auf der Basis von Einstellungen bewertet, d.h. von Meinungen über Eigenschaften. (attraktiv/unattraktiv) Die Attraktivitätsbewertungen bilden Basis der Objektbez. Emotionen. Drei Hauptklassen von Emotionen: Ereignisbezogene Emotionen: (wichtige Einschätzdimensionen) Ereignisfokus: Wen betrifft das Ereignis? Gut/Schlecht für mich? Subjektive Ereigniswahrscheinlichkeit: Ist das Ereignis schon da oder unsicher? Verhältnis zu den Erwartungen der Person: Bestätigt das Ereignis die Erwartungen oder widerlegt es diese? Handlungsbezogene Emotionen: Hier geht es um verursachte Ereignisse, und zwar solche, die entweder von mir selbst ober von anderen Personen verursacht werden, die nach soz. Normen od. allg. moralischen Normen beurteilt werden, d.h. Handlungen mit Ereignisfolgen, für die wir entweder uns selbst oder andere verantwortlich machen. Positive Gefühle: treten auf wenn Handlungen als lobenswert beurteilt wird (erfüllt soz. Norm) Negative Gefühle: wenn Standards verletzt werden (Tadel/Reue/Zorn/Wut) Objektbezogene Emotionen: (Tiere/Personen/Objekte) Positive Emotionen zu Tieren, Menschen, Sympathie, Zuneigung etc. Wobei uns Gründe/Ursache oft nicht bewusst sein können, unser Hirn, das Limbische System u.a. ZNS bewerten dabei automatisch/unbewusst die Objekte. Die Kriterien der Bewertung sind uns meist nicht vollständig bewusst > man redet vom Bauchgefühl. Für Objektbez. Gefühle gilt das sie meist lust – unlust betont sind. Verbund-Emotionen: Ereignis die sich einerseits auf ein Ereignis andererseits auf Handlungen beziehen. Bsp: Selbstzufriedenheit, Dankbarkeit, Reue, Ärger Andere Emotionen: Gram/Bedauern = Verlust eines Menschen etc. Vorteil von Ortonys Theorie ist: Durch Unterteilung eine sehr weitreichende Qualifizierung der Emotionen und damit Differenzierung, die auch unserer impliziten und expliziten Alltagspsychologie entspricht = vorbildlich phänomenal Die empirische Prüfung der Einschätztheorien: Lazarus prüfte sie durch das Paradigma der Stress-Emotionen: Hypothese: Furcht tritt nach den 3 dargestellten Einschätz-Theorien dann auf wenn die Situation das zu erwartende Ereignis als bedrohlich eingeschätzt wird. Die Intensität der Furcht ist umso größer, je unerwünschter das Ergebnis ist. Bei Vpn wurden sog. Bedrohungskognitionen erzeugt: Beschneidungsrituale: Die Ereignisse wurden vor dem Eintreten entweder (durch Kommentare) runtergespielt, geschürt oder weggelassen. Ergebnisse: Die Vpn in der Kommentargruppen wurden weniger physiologisch gestresst. Folgerung > Die Ergebnisse bestätigen die Hypothese welche besagt: Die Intenstität einer Stress Emotion hängt vom Grad der geschätzten Bedrohlichkeit des Ereignisses ab. Theoretische Argumente für die Einschätztheorien: A) Erklärungskraft 1. Differenzierung hängt ab von Differenzen der kog. Einschätzung von Sit. z.B. Freude 2. individ. Unterschiede: interindivid. unterschiedlich reagieren auf objektive Sit. 3. gleichartige Emotionen auf objektiv unterschiedl. Situationen 3. Dieselbe Emotion kann durch verschiedene Infoquellen ausgelöst werden. B) Übereinstimmung mit unserer Alltagspsychologie: Heider verweist, dass wir implizite und z.T. explizite Alltagstheorien über Emotionen haben. z.B. das wir uns freuen, wenn ein sehr erwünschtes Ereignis eintritt, oder dass wir uns fürchten, wenn ein bedrohliches Ereignis bevorsteht. Die Übereinstimmung von psych. Theorien mit unsere folk psychology ist zwar kein Argument. Doch im Bereich Emotion ist die Übereinstimmung relevant, denn die kog. Einschätzungen als Voraussetzungenfür Emot. Spielen auch eine wesentliche Rolle in den Alltagstheorien über Emotionen. Gibt es nicht-kognitive Quellen der Emotions-Entstehung? Erste These: Es gibt bestimmte Arten von Gefühlen, die grundsätzlich nicht kognitiv entstehen: Hauptgruppe sind Lust/Unlusterlebnisse, die durch bloße Sinnesempfindungen entstehen, z.B. Ekel bei faulem Ei. Hier spielen nur limbisches System und Riechhirn eine Rolle. Zweite These: Einige Emotionen, die normalerweise durch kognitive Einschätzungen entstehen, können auch auf nicht kognitivem Weg zustande kommen. Wahrnehmung von Objekten reicht. Es gibt auch Fälle wo sie im Widerspruch stehen. a) Im Widerspruch zu den eigenen Einschätzungen? Phobien: Obwohl Spinne hinter Gittern ist. Dadurch gekennzeichnet das sie auftreten auch wenn die Pers. überzeugt ist das phobisches Objekt ungefährlich ist. Wurden widerlegt > folglich Phobien kein Einwand gegen kognitive Einschätztheorien und kein Beleg für die nicht-kognitive Entstehung von Emotionen. b) Gibt es Emotionen ohne kogn. Einschätzung? Experimente mit unterschwelliger Wahrnehmung Emotionsauslösende Dias extrem kurz dargeboten. Die Bilder werden nicht bewusst erkannt. Ergebnis: Spinnenängstliche Pers. physiolog. Reaktion > unbewusste Emotionen. Einschätzprozesse können auf unbewusst ablaufen: weiters: A) nicht automatisch: langsam, bewusst, modifizierbar oder C) automatisch: schnell, unbewusst, nicht kontrollierbar Die Theorie der automatischen Einschätzung (Magda Arnold) Annahme 1: Einmal vollzogene Einschätzungen eines Objektes werden im Gedächtnis gespeichert. Annahme 2: Bei erneuter Wahrnehmung des Objektes wird die Einschätzung wieder aus dem Gedächtnis abgerufen: automatisch, bewusst wird nur die Kategorisierung des Objektes. Auch oberflächlich möglich In den 80ern durch Experimente gestützt. Die Ergebnisse werden als affective priming effect bez. Positive od. Negative Wörter, d.h. die damit bez. Dinge werden schneller als gut od. schlecht bez., wenn kurz zuvor ein gleichartig bewertetes anderes Wort vorausgeschickt wird. Bsp: Zuvor das Wort Tod > dann wird das Wort schrecklich rasch als negativ bewertet. Effekt der Voraktivierung: priming) wurde in Folge oft bestätigt. Naheliegende Interpretation, schnellere Bewertungsreaktion: Die Bewertung ist automatisch, das funktioniert auch wenn der vorhergehende Aktivierungsreiz unter der Wahrnehmungsschwelle verabreicht wird. > heißt die automatische Reaktivierung geschieht auch dann, wenn der priming Reiz nicht bewusst erkannt wurde! Fazit: Ergebnisse der automatischen Einschätzung werden bestätigt. > kognitive bewertende Einschätzung kann auch unbewusst laufen. Und das könnte auch bei Emotionen der Fall sein, die durch bloße Wahrnehmung ausgelöst werden: Ekel beim faulen Ei. Auswirkung und Funktionen von Emotionen: (auf andere psych. Prozesse und das Verhalten) 1. Frühere Emotionsmechanismen die uns dysfunktional erscheinen, könnten einmal sinnvoll gwesen sein. (Bsp aufbrausende Bauern schüchtern einen Gemeindeschreiber ein) die Emotionalen Reaktionen sind formbar. 2. Emotionen können unterm Strich mehr Nutzen als Schaden haben > die Angst vor der Prüfung treibt uns an. 3. Einige dysfunktionen können auf Störungen emot. Mechanismen rückgeführt werden (bipolare Deprression) Zwei Funktionsklassen: Motivationale (beeinflussen die Handlung Informationale (beeinflussen die Informationserwerb) Motivationale Funktion der Emotion: Hedonistische Theorie: Hauptannahme: Grundmotiv des Handelns ist, angenehme Zustände zu erreichen unangenehme zu vermeiden > Optimierung der Gefühlsökonomie Die meisten sind der Ansicht das hedon. Motive eine Gruppe von mehreren Grundmotiven sind. Hedonistische Motive können auf: Gegenwärtige Gefühle, auf antizipierte Gefühle beziehen H. der Gegenwart H. der Zukunft 1. Hedonismus der Gegenwart: ökonom. Regulation gegenwärtiger Gefühle: (Dissonanztheorie Festinger) (Selbstaufmerksamkeitstheorie Wicklund) Gemeinsame Haupt (Kern) Annahmen: 1. Das hedon. Motiv ist ein Grundmotiv. Dieses wird durch das Eintreten negativer Gefühle aktiviert, d.h. es entsteht der Wunsch das unangenehme Gefühl zu beseitigen. 2. Dieser hedon. Wunsch führt zur Suche nach Mitteln die den Wunsch erfüllen könnten. Eingesetzte Mitteln: a) Änderung des emotionsauslösenden Zustandes, b) Neueinschätzung, die Einschätzung durch eine andere ersetzen entweder durch Lebenslügen od. ernsthafte Re-Analyse der Situation. c) Aufmerksamkeitsablenkung: durch Arbeit die den Geist beansprucht. d) Erzeugen posit. Gefühle: Frauen gehen einkaufen. e) Beruhigungsmittel 3. Abschätzen der Erfolgschancen: der in Auge gefassten Regulations-Techniken, Nachteile vs. Nutzen, Effektivität der Techniken. 3. Entscheidung für eine der Regulations Techniken: zweckrational, man wählt die jenige, die mit hoher Wahrscheinlichkeit effektiv ist. Entscheidung nach dem höchsten erwarteten Wert im Vergleich zu einer Handlungsalternative. Wertprinzip: Heutige Hedonismus Theorien behaupten nicht das alle 4 Schritte stets explizit ablaufen müssen, die Schritte können automatisiert werden, sodass die Regulationstechniken zur Optimierung der emot. Ökonomie relativ gedankenlos angewendet werden. z.B. Hoffnung erzeugen gehört zu den hedon. Regulationsmechanismen (Religion versucht schon in Kinderköpfe zu dringen) Empirische Belege für die Theorie des Gegenwartshedonismus: Es wird wenig bezweifelt das hedon. Handlungen negative Sit ändern können und postive herbeiführen. Bezweifelt wird: 1.das alle emot. Motivierten Handlungen diese hedon. Funktion haben. 2. dass hedonische Motive durch Re-Interpretation der Sit. erfüllt werden können – obwohl die ungefähre Alltagserdfahrung dies prima vista zu bestätigen scheint. > Tendenz zur hedonischen Verzerrung der Situation indem man sich Illusionen hingibt. Re-Interprationen können sehr oft auch dysfunktional sein. Dennoch emp. Untersuchungen zeigen, dass hedon. Motivierte Neueinschätzungen Realität sind. Empirische Befunde: 1. Personen in Konsistenz Konflikten sind physiologisch erregt und fühlen sich unwohl. 2. Wenn sie ihre Einstellung ändern, dann verschwinden die unangenehmen Gefühle 3. Wird Personen ein Beruhigungsmittel gegeben, das die Entstehung unguter Gefühle unterdrückt, dann führt überzeugungswidersprechendes Handeln nicht zu einer Einstellungsänderung. 4. Desgleichen passiert wenn den Personen eingeredet wird, ihre unguten Gefühle hätten andere Ursachen. Belege dazu: Hedonistische Überzeugungsänderungen scheinen real zu sein. Zur Adaptivität, zwei Standpunkte: 1. Hedonisch motivierte Einstellungsänderungen sind in bestimmten Sit. adaptiv und sie seien auf solche beschränkt, somit funktional 2. Sie seien keine Funktionen von Emotionen, sie seien nicht adaptiv Nebeneffekte des hedon. Motivationsmechanismus, die in Kauf genommen werden. 3. Hedonismus der Zukunft: Regulation von antizipierten Gefühlen: Zukünftige positive Gefühle herbeiführen, negative möglichst erneuern. Seit Bentham ein zentraler Bestandteil vieler Motivationstheorien: Zwei Arten von antizipierten Gefühlen: 1. antizipierte Enttäuschung vs. antizipierte Freude 2. antizipierte Reue versus antizipierte Zufriedenheit Die Theorie der antizipierten Enttäuschung und der antizip, Reue: Annahme 1: Personen berücksichtigen bei Entscheidungen zwischen 2 od. mehreren Handlungsalternativen auch die möglichen zukünftigen Gefühle von Enttäuschung/Reue Annahme 2: Personen wählen die jenige Handlung , die den erwarteten Gesamtnutzen maximiert Die beiden Annahmen sind mit den Hauptannahmen der Einschätztheorien vereinbar, besonders mit der von Ortony zur Entstehung von Enttäuschung und Reue. Die emp. Untersuchungen: Sprechen dafür und zwar in ziemlicher Anzahl, dass besonders antizipierte Reue zahlreiche Handlungen beeinflusst, vor allem bei finanziellen Investitionen, Kaufverhalten etc. Außerdem kann sie das herunterschrauben von Erwartungen erklären. Theorie der emotionalen Handlungsimpulse: (EHI) Die meisten Hedonism Theorien sind der Ansicht, dass die Emotionen allein über die hedonische Schiene (Lust/Unlust) die Motivation beeinflusse. Gegen diese Ansicht stellen sich: James, McDougall etc. Nach ihnen gibt es zumindest einige Emotionen die einen direkten Effekt ohne Zwischenschaltung von hedonischen Regulationen auf die Motivationen haben, Bsp: Furcht, Ärger, Mitleid z.B. Furcht > direkter Wunsch zur Flucht Einige EHI Theoretiker sind der Ansicht, dass die eben genannten Handlungswünsche durch das Gefühl verursacht werden; andere meinen, dass sie direkt durch die Einschätzung der Situation zustande kommen. Hypothese der EHI Theorie: zu Ärger, bzw. Mitleid: Ärger/Mitleid erzeugen emotionsspez. Handlungswünsche (Mitleid Hilfeleistungen; Ärger z.B. Verweigerung von Hilfeleistung) Überprüfung der Hypothese: zahlreiche Untersuchungen best. die Hypothese Bsp: Ärger und Mitleid. Exp: Vpn sollten sich vorstellen, ihre Mitschrift von der letzten Vo einem Kollegen zu leihen Zwei Versionen: V1: Mitstudent ist für seine Notlage selber Schuld V2: Mitstudent ist nicht Schuld Ergebnisse: V1: Vpn gaben an sie seien verärgert. V2: Sie hatten Mitgefühl + hohe Bereitschaft zu helfen Einwand gegen die Befunde: Gegen diese Befunde könnte man einwenden: Ärger/Mitleid sind unlustgetönte Gefühle, sie lösen somit hedonische Regulationen aus. D.h. bei beiden komme ein hedonisches Motiv in Gang: Den Ärger zu beseitigen durch Verweigerung der unangenehmen Gefühlston beim Mitleid durch Helfen zu beseitigen. Es ist grundsätzlich möglich das beide Theorien zutreffen. Die Informationsfunktion von Emotionen: Gefühle haben eine Infofunktion: 1. Gefühle werden durch kog. Einschätzungen verursacht 2. Eischätzungsprozess und sogar das Ergebnis können unbewusst bleiben, bewusst ist nur das Objekt und das Gefühl. Bsp: Das ungute Gefühl das jemand hinterlässt ohne dass wir es begründen können. Die Gefühl-als-Informations-Theorie sagt dass: Die Funktion von Gefühlen darin besteht, dem Bewusstsein Infos zu liefern, dass eine motivrelevante Sit. vorliegt, eine Sit. die irgendwie unsere Wünsche betrifft, auch dann wenn der Einschätzprozess unbewusst läuft. Bsp: Person die uns ein ungutes Gefühl hinterließ aus dem Wege gehen Überprüfung der Theorie: Die Infofunktion der Gefühle besteht in der Wertung, ob ein gefühlsauslösendes Objekt/Ereignis gut od. schlecht für uns ist. Wird im Alltag oft zur Bildung expliziter Werteinstellungen benutzt; Gefühlsheuristik läuft so: Je nachdem, ob ein Objekt pos. od. neg. Gefühle hervorruft, bewertet man dieses als gut od. schlecht. Nach Clore: führt die Gefühlsheuristik normalerweise zur korrekten Erschließung der unbewussten Bewertung, welche Gefühle verursacht. Gefühlstheorie ist auch Fehleranfällig: Bsp: Wenn wir außer dem Urteilsobjekt-Gefühl gleichzeitig auch noch andere Gefühle erleben. Oder wenn wir die Gefühlsursache übersehen, weil unsere Aufmerksamkeit durch andere wichtige Dinge gebunden war. Fehlattribution ist die Folge. Experimentelle Dokumentation: Positve/Negative Stimmungen wurden im Labor durch Filme induziert und dann Werturteile über Gegenstände erhoben Ergebnis: Fehlattributionseffekte, d.h. Die Gefühle werden den Gegenständen zugeordnet die nicht die relevanten Gefühlsauslöser waren. Zugänglichkeit von positiven/negativen Detail-Informationen: Bsp: In guten Stimmungslagen fallen uns mehr pos. bewertete Eigenschaften zu Person XY ein, in schlechten ist es umgekehrt. Beide führen zu einseitigen Wertungsverzerrungen. Forgas und andere haben diese Effekte auch experimentell nachgewiesen. Werturteile können außerdem aus hedonischen Gründen verzerrt werden, speziell dann, wenn negative Gefühle vermieden werden sollen. 4 Kap. Die Entstehung emotionaler Mechanismen Evolution und Lernen: - Welche Emotionen, bzw. deren Komponenten sind ererbt? Welche sind ontogenetisch erworben? Wie wirken Natur und Kultur bei der Entwicklung des emotionalen Systems zusammen? Evolutionspsychologen: nehmen an dass, das emotionale System in seinem biologischen Kern durch einen Prozess der natürlichen Selektion entstanden ist. Häufigere Fortpflanzung Lerntheoretisch orientierte Emot. Psychologen: emotionale Mechanismen sind hauptsächlich in soz. Lernprozessen erworben. Angeborene Ausstattung dazu sei minimal. (Diese These vertreten auch: sozialisationstheoretische und sozialisationstheoretische Emotionstheorien) Theorien: Extrem evolutionär: Theorie der diskreten Basis – Emotionen Extrem lernpsycholog: radikale Version des Sozial-Konstruktivismus Gemäßigt evolutionär: Theorie des Lust/Unlust Mechanismus Gemäßigt lerntheoretisch: nicht radikaler Sozialkonstruktivismus 4.1.Evolutionspsycholog. Emotionstheorien Diskret separate Emotionen: Eine Teilmenge der Emotionen basiert auf ererbten emotionsspezifischen Mechanismen (Dispositionen) (Freude, Trauer, Furcht, Ekel) Werden als biologische Basis Emotionen bez. + das sie psychologisch fundamental sind und die Grundlage auch der übrigen Emotionen bilden: biologische Emotion = primäre E. Abgeleitete = sekundäre E. William McDougalls Theorie (1908) Vertrat eine Version der diskreten Basisemotionen, näher ausgeführt von McDougall: Kern des Emot. Systems besteht aus einer begrenzten Anzahl von bereichsspezif. Angeborenen Mechanismen: aus Instinkten: Folgende Basis Module (Instinkte + Basisemotionen) Fluchtinstinkt > Emotion Furcht Kampfinstinkt > Emotion Ärger Neugier > Staunen Brutpflege > Zärtlichkeit Fortpflanzung > Liebe Abwehr > Ekel Diese Instinkte + Basisemotionen haben sich bewährt im Evolutionsprozess Struktur der Basisemotions- Module: WahrnehmungsEinschätzungsmechanismus Für Reize Emotions-Modul Detektor > Reaktionsprogramm > Handlungsimpuls > Gefühl >Ausdruckstendenz periphär-physiolog. Reaktion Handlungs- + Ausdrucks Kontrollsystem Jedes Emotionsmodul besteht aus einem Detektor, der selektiv auf bestimmte Wahrnehmungen anspricht: auf solche die ein Anpassungsproblem signalisieren > Reaktionsprogramm wird aktiviert. Die Hauptfunktion (biologische) der E. Module ist: möglichst erfolgreiche Handlungen anzuregen, um das Anpassungsproblem zu lösen. Das ist auch der Grund, weshalb einige Emotionen mit nicht-hedonischen Vehaltensimpulsen gekoppelt sind. Die innere Struktur der Basis-Emotionsmodule ist nach McDougall nicht durch lernen änderbar. Gelernt wird nur: 1. ursprünglich emotional neutrale Reize können Zugang zum Emot- Modul erwerben. z.B. klassisches Konditionieren: wenn der neutrale Reiz assoziiert wird mit einem emotionsauslösenden Reiz. 2. Erlernt wird auch, ob und in welcher Form die Handlungstendenzen zur Ausführung kommen oder nicht. - Die Basis Emotionen sind grundlegend für alle anderen sekundären Emotionen Paul Ekman Neurokulturelle Theorie der Emotionen: (spezielle Basisemotionstheorie) Basis Emotionen: ähnlich wie bei McDougall 1992 auf ca. 15 Basis Programme erweitert. Speziell hat sich Ekman mit dem evolutionären Ursprung des Gesichtsausdrucks von Emot. Beschäftigt. Der spezif. Mimik für die Basis Emot: Freude, Trauer, Ärger, Furcht, Ekel Überraschung: Bsp: Augenbrauen zusammenziehen, Augenlider weiten etc. Biologische Funktion des Gesichtsausdrucks: ist nach Ekman informational/kommunikativ: andern Gefühle mitzuteilen. Diese Annahme bedeutet, dass der Emotionsausdruck in der Evolution einen Anpassungsvorteil bewirkt hat. Bsp: Andere runzelt Stirn > ich geh ihm vermutlich auf die Nerven. Theorie des evolutionären Lust/Unlust Mechanismus: (2 evolutionsbio. Emot. Theorie) Zwei Hauptannahmen der Theoriegruppe: 1. Der biolog. Kern des emot. Systems aus wenigen und nicht bereichsqualitätsspezifischen Mechanismen, im Gegensatz zu den Basis Emotionstheorien. 2. Die evolutionsbasierten Mechanismen erzeugen nicht die spezifischen Emotionen. Sie erzeugen nur Komponenten von Emotionen aus denen sich dann die qualitativ unterschiedenen Emotionen zusammen setzen. P.J. Lang: nimmt an, dass Emotionen auf nur zwei evolutionären Mechanismen basieren: Appetenz und Aversions Mechanismus: welche durch Wahrnehmungen + Einschätzungen aktiviert werden Appetenz = Tendenz zur Annäherung an etwas, z.B. an Beute, potentielle Partner, Konsumgegenstände > Exploration von Kleidern etc. Aversion = Meiden, Abwehr - Diese beiden Mechanismen entsprechen kortikale und periphere Erregungen und die Gefühle von Lust od. Unlust - Die biolog. Funktion: dieser beiden Mechanismen ist primär von motivationaler Art. Einschätztheoretiker Ortony etc. nehmen eine evolutionäre Grundlage der Emotionen an. Zur Outputseite des Lust/Unlustmechanismus nehmen Ortony et al. an: 1. spez. Emotionale Reaktionen werden durch nicht spezifische Mechanismen erzeugt, die einen evolutionären Kern haben. 2. Welche Reaktionen die Mechanismen erzeugen, hängt von den detailierten Situationseinschätzungen ab, aber auch von gelernten Reaktionsmustern. Nach dieser Theorie ähneln die diskreten Reaktionsmuster zwar den Basis Emotionen aber sie sind nicht von speziellen Affekt Modulen erzeugt, viel mehr sind sie stark situationsabhängige Produkte. Damit nähert man sich einer gemäßigten sozial-konstruktivistischen Pos. 4.2 Sozialkonstruktivistische E. Theorien: Zwei Versionen: (stark, schwach) Starke Version: Alle Emotionen sind vollständig soziokulturelle Produkte angeboren ist nur die Fähigkeit des Erwerbs. Schwache Version: Emot. Mechanismen sind teilweise angeboren der ererbte Kern ist unspezifisch. Der Kern wird stark durch Lernprozesse verändert! James Averills Theorie: (schwache Version) Viele emot. Reaktionsmuster haben evolutionäre Komponenten, aber sie werden soziokulturell überformt, und auch durch zusätzliche Komponenten bestückt, so dass die Emotionen von Erwachsenen im Vergleich zu Kleinkindern neue Qualitäten haben; die Emot. von Erwachsenen sind sozial konstruiert d.h. sie beruhen zu einem großen Teil auf Überzeugungen und internalisierten Normen, die in der sog. Sozialisation erworben werden und als Schemata od. Scripts abgespeichert werden. Der normative Druck der soz. Bezugsgruppen formt: a) wie Objekte, Ereignisse, Situationen eingeschätzt werden b) welche physischen/psychischen Reaktionen auftreten. Zwei Gruppen von Emotions-Regeln: 1. Einschätzregeln: Geben vor wie bestimmte Dinge, Sit., Ereignisse eingeschätzt werden sollen. 2. Ausdrucksregeln: sie geben vor wie oder ob bestimmte Gefühle gezeigt werden sollen, oder nicht gezeigt werden sollen. Averills Theorie steht der Lust/Unlust Theorie nahe, unterscheidet sich aber deutlich von der diskreten Basis Theorie, darin das auch die Gefühle selbst, durch Lernen veränderbar sind. Es gibt nach Averill: 1. keine angeborenen Mimik Programme 2. Handlungsimpulse überwiegen gelernt 3. physiologische Erregung wird auf klassische Kond. Zurückgeführt 4. Gefühlserleben besteht im Bewusstsein der Einschätzung und der Reaktion 5. Anzahl der Emotionen ist unbestimmt, denn die Gesellschaft erzeugt sie Empirische Befunde die zwischen den Theorien unterscheiden: Vergleich zw. Evolutionspsychologischen und sozialkonstruktivistischen Theorien: Wichtige Methode, Kulturvergleich: sind Emotionen ererbt, dann sollten sie trotz der kulturellen Unterschiede, relativ einheitliche universelle Grundmuster haben. Sind sie dagegen sozial konstruiert, dann sollten die Emotionen stark variieren. 1. Methoden des Kulturvergleichs: a) Wortschatz für Gefühlsbegriffe: Wortschatzverg. empir. Bef. Hupka, Lenton 135 Emot. Wörter des englischen, aufgeteilt auf 25 Kategorien. Dann: 64 Sprachen darauf hin, ob sie eines od. mehrere Wörter aus diesen Kategorien enthalten. Ergebnisse: 17 Sprachen haben Wörter aus allen 25 Kategorien: 53 Sprachen aus mindestens 20 E. Kategorien. Kategorien und alle 64 Sprachen aus mindestens 15 Kategorien. Daraus folgt: zwar deutliche interkulturelle Unterschiede, aber noch deutlicher sind die Ähnlichkeiten! b) Emotionserleben – Befunde: 1. Zahlreiche transkulturelle Studien zeigen, dass Lust/Unlust kulturinvariant eine zentrale Komponente des emot. Erlebens ist, ebenso auch die Komponenten aktiviert/desaktiviert, äquivalente Emotionswörter werden in beiden Dimensionen sehr ähnlich eingeordnet. 2. Dem Emotionswörtern entsprechen transkulturell auch ähnliche Situationseinschätzungen und Bewertungen: 37 Nationen: typische transkuturell invarianten Auslöse-Ereignis-Katgorien für Freude, Trauer, Furcht, Ärger, Scham, Ekel (bezogen auf die Einschätzdimensionen: erwünscht/unerwünscht; Erwartung; normative Bewertung; Verantwortlichkeit) 3. Auch emotionsentsprechende Handlungsimpulse scheinen kulturübergreifend ähnlich zu sein. z.B. Tendenz zur Aggression c) Emotionsausdruck transkulturell: Methode: Photos mit Gesichtsmimik den Vp aus versch. Kulturen vorgelegt > Vpn sollten Namen für die Emotion aus Liste suchen: Ergebnis: hohe Treffsicherheit bez. Basis Emot. und Gesichter von Ekman auch in nicht westlichen Kulturen. Einwände gegen Ekman: -Übereinstimmungen sind möglicherweise Artefakte, weil die Vpn durch die vorgegebenen E. Namen beeinflusst wurden. - Möglich, dass nicht die tatsächlichen Zusammenhänge zwischen Mimik und Emot. untersucht wurden, sondern bloß die Meinung der Vp über einen solchen Zusammenhang. Kurz: Beide Einwände markieren, dass kein so enger Zusammenhang zwischen Ausdruck und Emotion bestehe, wie Ekman glaubt. Fazit zu A)und C) Die Ergebnisse sprechen doch überwiegend für eine evolutionäre Grundlage der emot. Mechanismen und damit gegen eine rein sozialkonstruktivistische Posit. Die Kulturspezif. Überformungen scheinen eine gemeinsame evolutionäre Grundlage zu haben. Was ist der Kern dieser Grundlage? Besteht er aus einer bestimmten Anzahl Basis Emotions Mechanismen? Die bisherigen Befunde sprechen nicht dafür. Emotionsspez. Handlungsimpulse sind nicht für alle postulierten Basis Emot.nachgewiesen. Die peripher-physiolog. Muster unspezifisch. Evolutionäre Lust Unlust Mechanismen (Appetenz/Aversion) Am ehesten sprechen die Befunde (aus B) für die Existenz einer solchen universalen Regulation. Sollte das so sein müsste es auch im Gehirn entsprechende Strukturen und Funktionen geben. Kap. 5 Neurobiologische Grundlagen: (Neurophysiolog. Emotionstheorien) Die klassischen neurowissenschaftlichen Theorien: 1) W. James: die sensorischen und motorischen Areale sind bekannt, spezielle Emot Zentren nicht. James Annahmen schematisch: Objekt > Sensor > sensor Cortex (Erregungsmuster erzeugt Objektwahrnehmung auf Basis angeborener/erworbener neuronaler Verbindungen) > mot. Cortex (mit emotionsspezifischen Reaktionsprogrammen) > efferente Impulse zu den inneren Organen und Muskeln > emot spez. Veränderungen > Introzeptoren > Rückmeldung an sens. Cortex > emot spez. Erregungsmuster = neuronales Korrelat der Gefühle. 2) Theorie von Walter Cannon: (alt. zu James zentral vs.peripher) Annahme: Emotionszentren befinden sich im subcorticalen Bereich Hirn in der Thalamus Region und den angrenzenden subcort. Strukturen > dort sitzen die Emot. Programme. Die „Ausdrucks Neurone“ dieser Region senden Signale an: - die inneren Organe und an die Muskeln - die sensor. Regionen des Neo Cortex > Gefühle diese werden nicht peripher, sondern zentral erzeugt, d.h. Gefühle treten nur dann auf, wenn auch diese Region aktiviert wird. Die Aktivierung der efferenten Kerne des Thalamus kann auf zwei Wege geschehen: über die sensor. Kerne des Thalamus, dann a) zu den efferenten oder/und b) über den Cortex und dann zu den efferenten Kernen des Thalamus: b Sensor. Kerne Des Thalamus Reize Cortex c efferente Kerne des Thalamus (Hypothalamus) a physiolo. motorische Reaktionen Der Weg a) kann die Reize unbewusst und schnell verarbeiten Der Weg b) läuft über die bewusste Wahrnehmung und die bewusste Einschätzung der Reize Die physiolog. Reaktion (Erreg.) ist emotions-unspezifisch globale Aktivierung des sympathischen autonomen Nervensystems, evolutionsbiologisch eine Notfall-Reaktion, die den Organismus energetisiert (z.B. für Flucht vor Kampf) Der Weg c) von den efferenten Kernen zum Cortex führt im Cortex zur Entstehung bewusst wahrnehmbarer Gefühle. Empirische Belege: Läsionsstudien an Katzen und Hunden: 1. operative Entfernung des Cortex führte nicht zum Verschwinden der emot. Reaktionen, im Gegenteil erhöhte Reaktionen (Fauchen, Kratzen) sogar zuvor neutrale Reize, Blutdruck Herzrate steigt an, die mot. Reaktionen wurden stereoyp (Scheinwut) 2. Wenn auch noch Thalamus + Hypothalamus wegoperiert wurde, dann verschwand auch die Scheinwut (Scheinwut, weil angenommen wird, dass ohne Cortex keine Gefühle erlebt werden könne) ähnlich auch bei Furchreaktion Also: Zumindest die Scheinwut und die Scheinfurcht haben ihren Ursprung nicht im motor Cortex wie James glaubte, sondern im Thalamus, bzw. subcorticalen Regionen. Zugleich wurde damit der subcorticale Weg a) für die Emotionsauslösung belegt, denn die emot. Reaktionen traten ja auch nach der Beseitigung des Cortex auf. Bard fand, dass für Wut und Furcht Hypothalamus und Hirnstamm zuständig sind. 3. Die Theorie von James Papez und Paul MacLean Hauptthese: Limbisches Syst. ist das neuronale Substrat der Emotionsmechanismen (limbischer Lappen, oberer Hirnstamm, Thlalamus, Gyrus Cinguli, Hippocampus, Kerne des Thalamus und Hypothalamus, Amygdala,) MacLean glaubte, dass der Hirnstamm der älteste Teil in der Wirbeltier Entwicklung sei., das limb. System sei das Alt-Säuger-Hirn der Neocortex sei das Neusäuger-Hirn (Wurde in den 90ern verworfen) Empirische Belege: Das Limb. System als Sitz der Emotionen wurde populär: 1. neuronale Abgrenzung ist schwierig weil es mit anderen Strukturen verbunden ist. 2. der Hippocampus, nach MacLean der Ort der Gefühle, hat weitgehend kognitive Funktionen: Integration der Sinnesinfo aus versch. Kanälen und Konsolidierung der Erinnerung. 3. Bestätigt die Rolle der Amygdala für die Emotionen vor allem für Furcht, Trauer, Ärger Teil II Motivation: 1. Kapitel Begriffsbestimmung und Methoden der Mot. Psychologie: Einleitung: Motivation im Kontext zu Fitness Oberste Ziele von Lebewesen sind Selbsterhalt und Reproduktion der Gene in die nächste Generation: Die minimal Anforderung für Fitness eines biolog. Systems besteht somit in der Selbsterhaltung mindestens bis zur Fortpflanzung (und Aufzucht). Im Fitness-Kontext sind letztlich die Motivations-Systeme der Lebewesen zu sehen: Selbsterhaltung und Reproduktion geschehen nicht „von selbst“. Die Individuen als Gen Träger müssen sich zur Umwelt verhalten und handeln um überleben und sich reproduzieren zu können. Diese Programme müssen nicht bewusst sein. Damit die genannten Tätigkeiten geleistet werden können, haben sich in der Evolution basale Motivations-Systeme entwickelt. Die bekanntesten sind. Hunger, Durst, Neugier, Sexualität, Aggression etc. Bei komplex höher organisierten Lebewesen sind diese Funktionen lernfähig, sodass sich sekundäre Bedürfnis Systeme ausbilden können sog. Bedürfnis Hierarchien. Fazit: biologisch betrachtet dienen Motivationen dazu, das Verhalten und Handeln erreicht bzw. optimiert werden kann. Komponenten der Motivation, Definitionsversuch: 1. Emotionale Komponente: Motivationale Prozesse haben stets auch mit Emot. Zuständen zu tun: – posit. Emot. Zustände beizubehalten – od. negative zu beseitigen – od. posit. Anzustreben – neg. Vermeiden letztere sind antizipativ erzeugen also einen inneren Reiz die Zukunft zu gestalten. Tiere und Menschen streben nach möglichst pos. Emot. Bilanz Zwei Regulationsmechanismen: a) ein appetitiv-hedonisches System, Freud: Lustprinzip b) ein aversives System: Vermeiden von aversiven emot. Zuständen Das appetitive System: Bereiche im med. Vorderhirnbündel. Spätere Läsionsstudien zeigten, dass dafür die Dopamin Fasern und der Nucleus accumbens ein Teil des Striatums eine wichtige Rolle spielen und ebenso auch Zellen im Bereich des lat. Hypothalamus. Für das aversive System: scheinen die Amygdala im Limb. System und Teile des rechten Frontal Cortex zuständig zu sein: Das „Gefahr System“ Beide gelten als Motor des Verhlatens 2. Die Motiv Komponente: (nach Schneider und Schmalt) Definition:Motiv Eine psychophysische Dispo, die ihren Besitzer befähigt: 1 bestimmte Dinge als bedeutsam zu beachten. 2 dabei eine emot. Aktivierung zu erleben 3 Impulse zum Handeln zu geben. Motive werden als persistente Dispo aufgefasst > Bereitschaft, Neigung zu bestimmten Handlungen. Bleiben auch bestehen wenn nicht aktiviert od. ausgelöst. Ferner wird angenommen das sie bei Aktivierung das Verhalten bis zu Zielerreichung energetisieren und steuern. 3. Die Anreiz Komponente: (Lewin) Dinge, Situationen in der Umwelt „sprechen“ Motive an/lösen sie aus, sie können persistente Motive aktivieren. Wenn dies der Fall ist, dann werden Reize bewertet, die Dinge erhalten einen Anreiz-Wert, dabei spielen stets auch emotionale Komponenten eine wichtige Rolle: Motiv < situative Reiz Merkmale macht den Reiz zum „Anreiz“ Aam Angeborene Auslöse Mechanismen: Bsp: Heringsmöve mit rotem Fleck zur Aufzuchtszeit Bsp für Anreiz: Sammler hat eine Motiv-Struktur für Fossilien ausgebildet. Findet er ein Fossil bekommt es Anreiz Wert 4. Erwartung: Realisierungschancen Die Erwartung der Zielerfüllung hängt von der Einschätzung der Wahrscheinlichkeit der Zielrealisation ab. Diese ist bedingt durch die Bewertung der Umstände und der Bewertung der eigenen Verhaltensmöglichkeiten (auch bei Tieren) Schneider, Schmalt merken an: das der Begriff Erwartung nicht ausschließlich von bewussten intentionale Zuständen handeln muss. Zu beachten ist jedoch dass die Einschätzung von Realisierungschancen auch vom Anreiz des Handlungsziels abhängen kann > erfolgsmotivierte überschätzen tendenziell ihre Erfolgschancen. Erwartungs- und Wertkonzept: Nimmt an das die Motivation weder allein durch den Anreiz Wert eines Ziels noch allein durch dessen Realisierbarkeitschancen zustande kommt, sondern das beide Komponenten in einer multiplikativen Bez. stehen. (Geht zurück auf Blaise Pascal die Wette) 5. Ziel: Motivation ist zielgerichtet, zielbestimmt: Mehrere Ebenen: Unterste Ebene: unüberschaubar viele Ziele anstrebbar = die Objektebene. Man kann diese gruppieren. Zweite Ebene: die Handlungsfolgen mit ihren möglichen emotionalen Zuständen erzeugen eine Zielausrichtung: positive zu optimieren, negative zu minimieren, dazu werden die Objekte als Mittel eingesetzt. Dritte Ebene: ultimative Ziele: Fitness, Mittel die Lebensqualität zu steigern. Biologische Sichtweise. (Zweite und Dritte Ebene müssen nicht bewusst konzipiert sein, können implizit angestrebt werden). 6. Kontrolle: Die Ziel Inhalte steuern die Informationsverarbeitung, welche für die Zielverfolgung relevant sind; Info wird selektiert nach relevant irrelevant. Die Zielinhalte steuern auch die relevanten Handlungen und die Abrufe von Wissen aus den Gedächtnis. Gedächtnis Kogn. Prozesse Chancenbewertung Motiv (stärke, Persistenz) aktualisierter MotivationsProzess Handlung Emot. Bewertung Erwartung Ziel Zielerfüllung WahrnehmungsBereitschaft (selektiv) Bewertung der Zielerfüllung Reiz Anreiz Fazit: Definitionsversuch von Motivationen: Motivation als Prozess beinhaltet: - emot. Komponente, sie bilden die inneren Anreize Motiv-Komponente, welche Dinge/Sit. zu Anreizen macht und das Handeln energetisiert Anreiz Komponenten: bewertet Dinge/Situationen Erwartung: Bewertung von Realisierungs- Wahrscheinlichkeiten: Realisierbarkeit und Bewertung des Ziels als Anreiz beeinflussen einander Motivation ist zielbestimmt. Die Ziele können nach verschiedenen Ebenen bestimmt werden Motivation als Prozess ist kontrolliert 4. Abgrenzung von Motivation und Volition: (Schmalt/Sokolowski) 1. Volition (Wille) erfordert bew. Zielbildung und bew. Entschluss, was bei bloßer Motivation nicht nötig ist: die angeregten Motive + Anreize stabilisieren das Ziel ausreichend, die Zielfassung muss bei Mot. Nicht bewusst sein. 2. Volitionale Prozesse sind nötig, wenn die gesetzten Ziele nicht durch Motivationen mit gestützt werden, wenn Ziele gegen die Motive durchgesetzt werden müssen, wen äußere und innere Hindernisse überwunden werden müssen. 3. Volitive Prozesse benötigen zur Durchführung einen Aufwand an aktiver Kontrollprozesse an Aufmerksamkeit, Info Kontrolle, emot. Kontrolle, Umwelt Kontrolle, bew. Motivationaler Kontrolle Motivation – Volition – Vergleich nach Sokolowski Kategorien Motivationale Volitionale Steuerung Steuerung Zielerzeugung Durch Motive + Durch Ziel Konzipierung Anreize Und Tätigkeitsplanung Steuerung Unwillkürlich Kontrollaufwand, störbar, wenig ablenkbar ablenkbar Energetisierung Unwillkürlich Kontrolliert, Emotion (automatisch) imaginieren, simulieren Emotion und Macht Freud, Macht kaum Freude, Unlust Kognition Spaß Anstrengungserleben Niedrig, geht wie Hohe Anstrengung, man von selbst muss sich treten Ablenkbarkeit durch Die Anstrengung Zusätzliche Kontrollen, Hindernisse wird Anstrengungstechniken unwillkürlich bewusst angepasst Zeiterleben schnell Langsam: wie lang den noch Volitionen benötigen explizite, bewusste Ziel-Konzipierungen 4. Indikatoren für das Bestehen von Motiven: Motive sind theoretische Konstrukte, ihrer Referenzen der Beobachtung nicht direkt zugänglich. Damit sie etwas bedeuten müssen wir sie mit Sätzen verbinden, welche Verhaltensweisen beschreiben, von denen wir annehmen, dass sie Indikatoren für das Bestehen dispositionaler Motive sind. Liste der Indikatoren für Motive: - Aufmerksamkeit, Muskeltonus, Geschwindigkeit - Indikatoren für Persistenz eines Motivs - Wenn neues Verhalten ausdauernd gelernt und geübt wird - Interindividuelle Unterschiede im Ausprägungsgrad von Verhaltensweisen - Nicht situationsangemessenes Verhalten - Wenn Tätigkeiten auch bei Hindernissen anhaltend auftreten - Wenn im subjektiven Erleben zwanghafte Impulse auftreten und stereotype Rituale vollzogen werden Die Ethologie hat bei vielen Tierarten die Sog. Prägung in sensiblen Phasen beschrieben Resistenz und Nichtkorrigierbarkeit gegenüber negativen Konsequenzen: Bsp. Nachfolgeprägung. Die Ethologen nehmen eine Dispo. an die 1. auf sich Bewegende Objekte anspricht 2. dann durch die Merkmale dieses Objekts programmiert wird, sodass Dispo. fortan nur noch auf dieses Objekt anspricht. 7. Spontan auftretendes Verhalten: ohne einen Auslöser oder Anreiz aus der Umwelt. Man sieht es müssen nicht alle Indikatoren auftreten die letzten zwei schließen sich sogar aus. 5 Motivation als Prozess (Heckhausen) Der zeitliche Verlauf: Von der Aktivierung von Motiven bis zur Ziel-Erfüllung und Ziel/Handlungsbewertung. Anreize A1...An 1. Motive M1...Mn Erwartung Folgenabschätzung 2. resultier. Motiv Dominant Fazittendenz Bewertungen 3. Intentionsbildung Ausarbeitung 5. Ziel 4. HandlungsInitiierung richtiger Zeitpunkt 4.’ Handlungsschritte Bewertung Kommentare zu Diagramm: Zu 1: Verschiedenartige Reize aus der Umwelt od. aus dem Organismus können verschiedene Motive ansprechen und so zu Anreizen werden, gleichzeitig werden Erwartungs/Folgeeinschätzungen aktiv. Verschiedene Motive konkurrieren um die Durchsetzung. Es sind auch Synergieeffekte möglich = Motive in verschiedener Stärke gleichzeitig. Zu 2: Ein od. mehrere synerge Motive setzen sich durch: dominant: das Fazit aus dem Selektionsprozess; die anderen Motive werden zurückgestellt, diese bestehen als unerledigte Tendenzen weiter bis zum günstigen Zeitpunkt Zu 3: Intentionsbildung/-ausarbeitung: kann den Charakter eines Problemlöseprozesses annehmen: Zielausarbeitung, Planung der Realisation der Handlungsschritte, Informationssuche und Infoverarbeitung nach Relevanz für das Ziel und die Durchführung. Bei expliziten (bew.) Ausarbeitungen: kontrolliertes Abwägen der Mittel/ der Handlungsschritte: emotionale Prozesse begleiten diese Akte und bewerten die emot. Zustände. Zu 4: Handlungsinitiierung: Bemerken des richtigen Zeitpunktes der geeigneten Umstände für den Beginn der Handlungssequenzen. 4’: Handlungsschritte durchführen: Die Zielgehalte und die Handlungspläne leiten die Aktionen. Narziß Ach nannte dies „determinierende Tendenz“ der Ziel-Inhalte. Ziele und Handlungspläne wurden auch Handlungsgründe genannt. (auch moralische Norm kann zu Handlungsgrund gemacht werden) Zu 5: Zielereichung oder Erfüllung: Erfüllen die Handlungen die Ziel- Gehalte, dann wird geprüft und bewertet, wie weit die Zielinhalte erfüllt wurden. Je nach Ergebnis der Bewertung werden sog. Ausschluss-Intentionen erzeugt, welche ergänzende od. korrigierende Nachhandlungen festlegen. In dieser postaktionalen Phase werden auch Erklärungen von Erfolg/Misserfolg vorgenommen. Ein Gegenbeispiel zu Heckhausens Prozess-Modell? Das ideomotorische Handeln (William James) Dies ist eine Klasse von Handlungen, denen die (Phase 3) die Intentionsbildung zu fehlen scheint: Ziel Bildung und Handlungsplanung fehlen, die resultierende Motiv Tendenz (Phase 2) geht so gleich zum Handeln (Phase 4) über. Die Ziel und Handlungsplanung fehlt in derartigen Bsp. Von der Idee zur Motorik routinierter Ablauf. Einwand: Bei solchen Vorgängen sind vermutlich Tage vorher Ziel und Handlungsplanung vorausgegangen am betreffenden Tag muss nur das Stichwort fallen und wir gehen schon zum Handeln über. 6.Wichtige spezifische Methoden der Motivations-Psychologie: 1. Kontrolle und Variation der Anreize: Voraussetzung: Reize werden positiv od. negativ bewertet, dadurch werden Reize zu Anreizen. Methode: man bietet Vps eine bestimmte Anzahl von Reizen und beobachtet das Wahlverhalten, d.h. welche Reize werden vorgezogen. Daraus wird geschlossen, welche Reize werden zu positiven und welche zu negativen Anreizen gemacht. Bsp: Leistung Attraktivität Erfolg vs. Misserfolg Probleme mit drei verschiedenen Schwierigkeitsgraden: Leicht: Erfolg zu 90 % Mittel: Erfolg zu 50% Schwer Erfolg zu 10% Messung der Wertschätzung des Erfolgs: Erg. - Personen die Mittelschwere und schwere Aufgaben bevorzugen zeigen einen steilen Anstieg der Wertschätzung von Erfolg - Personen, die leichte bis mittelschwere Probleme wählen, zeigen eine geringere Wertschätzung von Erfolg - Personen, die mittelschwere bis schwere Probleme wählen, haben eine größere Abneigung gegen Misserfolg als die, die leichte wählen. Die Bewertung von Erfolg/Misserfolg wird als Stärke des Anreizes interpretiert. Daraus wird auf die Stärkegrade der Leistungsmotive geschlossen. 2. Die Kontrolle organismischer Bedingungsfaktoren: 1) homoiostatische Motive (Hunger, Durst) reagieren auf Defizit – Zustände im Organismus 2) bei nicht – hmoiostatischen Motivsystemen können im Tierversuch die organismischen Bedingungen variiert werden. a) Zerstörung von Strukturen von ZNS, dann beobachten welche Verhaltensweisen fallen aus/welche treten auf. b) Elektrische Stimulation von Strukturen im ZNS mit Drahtelektroden – Beispiele Olds und Millner Stimulation von Septum und Nucleus Accumbens c) Die Ableitung von elektrischen Potential-Änderungen, EEG, evoz. Pot. + Haut d) Erfassung peripher physiologischer Änderungen: Herzfrequenz, Atemfrequenz, Blutdruck, > man schließt daraus auf allgemeinere od. spez. Aktivierungen. e) Erfassung neuroendokrinologer Variablen: Hormone, Neurotransmitter (Acetylcholin, Noradrenalin, Dopamin, Serotonin) Man fand das soziales Ausschlussverhalten von dopaminergen Systemen aktiviert wird. Das serotonerge System > Hirnstamm ist wichtig für alle Phasen der Motivations Prozesse, vom Anreiz bis zur Endhandlung. Schädigung dieser Systeme > Hyperaggression, Hypersexualität etc. Acetylcholin unterstützt kognitive Aktivitäten. Das Noradrenerge Syst. zuständig für ARAS f) Systematisch variierte Verabreichungen von chemischen Substanzen: Pharmaka, Hormone, Neurotransmitter dann Erfassen von Funktionsänderungen im ZNS und Verhalten g) Bildgebende Verfahren zur Erfassung der Stoffwechsel-Aktivität in bestimmten Regionen des ZNS bei kognitiven Aktivitäten. 3: Verhaltensgenetische Methoden: Vorannahme: Basale Motivations-Systeme sind im Laufe der Phylogenese entstanden, man nimmt an, dass diese somit auch genetische Komponenten haben. Die Motivausprägungen kann auf genetische Variabilität zurückgehen. Hinweise auf genetische Grundlagen für MotivAusprägungen können: 1. im Tierexperiment durch Züchtung von Inzuchtstämmen gefunden werden, z.B. für Aggressivität, Ängstlichkeit 2. Im Humanbereich: Zwillings und damit verbundene Adoptionsstudien: EE Zwillinge, die zur Adoption gegeben werden uns somit in verschiedenen Umwelten aufwachsen.