Angewandte Wissenschaft des Göttlichen Lebens durch „Myriam von Nazareth“ Briefe von Myriam an einzelne Seelen Unterrichtungen, ganz an konkreten Lebenssituationen und Lebensfragen von Seelen orientiert Teil 4 75 - 96 Totus Tuus, Maria! 01.10.2010 Inhalt 75. Über den Sinn des Leidens — über das Sühneleiden .................... 4 76. Über die Homöopathie (1) .............................................................. 8 77. Über die Homöopathie (2) ............................................................ 12 78. Über die Mängel der Wissenschaft — über das Studium von Lerninhalten, die nicht mit der Lehre Christi vereinbar sind — über die rechte Ausübung eines Berufes — über die Verpflichtung, die sich aus der Kenntnis der Wahrheit ergibt ........................................................ 16 79. Über die Unmöglichkeit, jetzt schon die jenseitige Welt zu sehen — über den Glauben und die Hoffnung — über den Weg der Mystik — Wie nehmen wir nach unserem Tode im Himmel die anderen Seelen war? — Über die Rückkehr eines verstorbenen Tieres in das Herz Gottes — über den Umgang mit einer Krankheit ................................ 21 80. Über die Beichte — über die Verantwortung für die Eltern — über die Abstinenz — über das Sakrament der Ehe ................................... 27 81. Über den Liberalismus in der Gesellschaft — über die Sünde und die Versuchung — über den Unterschied des männlichen und weiblichen Geschlechts — über die Sünde der Geschlechtsumwandlung — über die Beichte — über die Selbsthinnahme ................................................................................. 32 82. Über die Angst vor der vollkommenen Weihe an Maria ................ 38 83. Über die Wirkungen Satans gegen die Menschenseelen ............. 41 84. Über das Myriam-van-Nazareth-Apostolat — über „Botschaften“ mit drohendem Charakter — über den materiellen Reichtum — über die vielen Botschaften und Visionen weltweit ........................................... 47 85. Über die Liebe .............................................................................. 50 86. Über die Kopfbedeckung bei Frauen während der Heiligen Messe ........................................................................................................... 55 87. Über die Kirche — über die Belebung der Kirche durch die von Maria gewünschte „Lichtkette“ — ein Aufruf zur Unterstützung unserer Seelenhirten ....................................................................................... 57 88. Empfehlung von Myriam-Schriften zur Vorbereitung auf die Beichte — über die Möglichkeit, durch das eigenen Vorbild auf Maria aufmerksam zu machen — über die Namen Jesus und Maria als Vornamen .......................................................................................... 59 89. Über die Taufgnade — über die Notwendigkeit unseres Mitwirkens mit der Gnade .................................................................................... 62 90. Über die Widerstände, den Schritt zur totalen Weihe an Maria zu vollziehen — über die Wichtigkeit, für den Ehepartner zu beten — über das beharrliche Gebet — über die Lebensreise, ihre Schwierigkeiten und ihre Chancen — über die Einsamkeit .......................................... 65 91. Über die Angst vor der Hölle — über die Abbüßung von Fehltritten ........................................................................................................... 69 2 92. Über die Gefahr des Geldes — über das Gebet für die Verstorbenen — über die Bestimmung der Seele nach dem Tod — über das Rosenkranzgebet ................................................................ 70 93. Über den Unterschied der Wirkung der Eindrücke aus der Natur und aus dem künstlich geschaffenen Teil der Welt auf die Seele — über den Unterschied des Himmlischen Verlangens und des weltlichen Verlangens — über die Heiligungs- und Befreiungswerke der Herrin in der Seele — über die Liebe als befreiende Kraft — über die Freiheit des Himmels und die Tyrannei der Welt ............................................. 75 94. Ermutigung für Personen, die mit negativen Einstellungen ihrer Umgebung bzgl. des Glaubens zu kämpfen haben — über das Beten vor Statuen oder Bildern .................................................................... 79 95. Über die Sexualität des Menschen — über die Brautkammer der Seele — über das Dreieck der seelischen Fruchtbarkeit (Liebe + Leiden + Gehorsam/Hingabe) — über die spirituelle Bewertung der Sexualität — über verschiedene Fragen zur Sexualität ...................... 81 96. Über den Sinn des Leidens — über den Umgang mit Krankheiten —Gott ist kein rächender Gott, der Elend und Leid bereitet! .............. 87 3 75. Über den Sinn des Leidens — über das Sühneleiden Liebe Schwester in Jesus und Maria, wie erfreut bin ich doch jedes Mal, wenn mir unsere Himmlische Herrin einen Blick in den tiefen Sinn eines langwierigen Leidens verschafft und mir in Bildern erläutert, wieso Gott dieses Leiden zulässt und was Er damit bezweckt. Diese Sinngebung lehrt uns so vieles über den tiefen Sinn des Lebens schlechthin und birgt somit in sich schon eine verdeckte Freude: Die leidende Seele findet dann in dieser Sinngebung ein ungeahntes Licht, wodurch sie meistens plötzlich erkennen kann, wie sehr Gottes Liebe wirklich mit ihr beschäftigt ist. Diesen Sonnenstrahl möchte ich Ihnen auf dieser schweren Strecke Ihres Lebensweges nicht vorenthalten. Es ist Ihnen ohne jeden Zweifel bekannt, dass die Schleimhäute in unserem Körper eine wichtige Rolle im Stoffwechsel spielen. Sie haben auch eine beschützende Funktion. Unsere Herrin lädt Sie nun zu Folgendem ein: Diese Krankheit ermöglicht es Ihnen nicht, das Gute (die guten Werke) zu tun, das Sie so gerne tun möchten. Liebe Schwester, Sie schenken den Seelen viel mehr als dasjenige, was ihnen Geld schenken könnte. Weihen Sie den Schmerz über die Unfähigkeit ebenfalls Maria, mit der Bitte, Sie möge die von Ihnen bereits so lange getragenen physischen Leiden in Himmlisches Geld seelischer Gnaden für dieselbe Klasse von Seelen umsetzen, auf die ich vorhin schon verwies. Finanzielle Beihilfe für Notleidende ist etwas sehr Schönes. Trotzdem sollten sich die Seelen immer vor Augen halten, dass sie — sie mögen noch so arm sein oder noch so unfähig, um finanzielle Unterstützung zu leisten — immer etwas mit sich tragen, dass den Seelen unendlich viel mehr einbringen kann: das Leidenskapital ihres ganzen Lebensweges. Jesus besaß gar nichts, schenkte den Seelen aber die wahre Liebe und die Wunderwirkungen, die immer auf nichts anderem als der wahren Liebe basieren! Die Weihe Ihrer Leiden bedeutet somit nichts weniger, als dass Sie viele andere Seelen an einem nichtstofflichen Reichtum teilhaben lassen. In Gottes Augen ist das etwas Großes. Liebe Schwester, ein Krankenhausaufenthalt würde Ihnen keinen Nutzen einbringen, zumal diese Krankheit in Ihrem Fall auch eine eindeutige spirituelle Komponente besitzt. Eine körperliche Heilung kann Ihnen niemand versprechen, gerade weil Ihre Leiden für Gottes Heilsplan so wichtig sind, vorausgesetzt, Sie weihen diese von ganzem Herzen und in Dankbarkeit Maria. In den Leiden verbirgt Gott Goldschätze. Jedes Leiden, dass nicht Maria geweiht wird, bleibt für Gottes Heilsplan unwirksam. In der eigenen Seele wirken geweihte Leiden darüber hinaus wie eine seelische Reinigung, dadurch dass sie gleichsam das Gegengift für unsere Sünden, Schwächen, Fehltritte und Nachlässigkeiten bilden, 4 genauso wie die Leiden Jesu notwendig waren als Gegengift für die Wirkungen der Erbsünde in den Seelen aller Jahrhunderte. Eine Heilung von einer schweren — medizinisch gesprochen unheilbaren — Erkrankung ist nur in den nachfolgende Fällen möglich (ich vertrete mit diesen Worten nichts anders als Thesen aus dem Gesetz Gottes, wie mich diese die Herrin aller Seelen lehrt): 1. wenn Gottes Weisheit und Vorsehung, die Urheberin aller Sühneleiden ist, die Zeit der Sühne als erfüllt betrachtet. Das heißt, wenn die betreffenden Sühneleiden die Fülle der von Gott mit ihnen verbundenen Gnaden erwirkt haben. Der Zeitpunkt hängt von einem Komplex von Faktoren ab: Wozu sollten diese Leiden (innerhalb Gottes Heilsplanes) genau dienen? In welcher Verfassung werden/wurden sie von der leidenden Seele getragen? Werden sie ordentlich Maria in einer liebevollen Weihe zu Füßen gelegt? Wie entwickelt sich der Stand der Gnade der Menschheit? Was genau hat Gott für den Lebensweg der leidenden Seele vorgesehen? 2. wenn Maria, die Mittlerin aller Gnaden und Herrin aller Seelen, die von Gott mit der Führung im Kampf des Lichtes gegen die Finsternis beauftragt worden ist, aufgrund von bestimmten Faktoren einschreitet und die „neu schöpfende Macht“ anwendet, über welche Sie verfügt. Diese Macht kann sich unter anderem in der Heilung von physischen Krankheiten äußern. Sie wendet diese Macht zuweilen an, wenn Seelen (vorzugsweise andere als die, welche am Körper erkrankt ist), besondere Aufopferungen, Gebete, Anstrengungen, Weihen oder irgendwelches Einschreiten leisten, durch welche diese Macht geweckt wird. Selbstverständlich werde ich selbst in meiner Kleinheit in tiefstem Gehorsam den Anweisungen meiner Himmlischen Herrin Folge leisten, wie diese auch immer lauten mögen. 3. wenn irgendwo innerhalb von Gottes Heilsplan Leiden erbracht und geweiht werden, welche die Leiden der betreffenden Seele für Gott „überflüssig“ machen. Diesen Punkt könnte man als eine Erweiterung des Punktes 2 betrachten. Er wirkt jedoch auf einer anderen Ebene (weil im Punkt 2 Seelen beteiligt sind, die ihre Leistungen vorsätzlich zugunsten der betreffenden Seele vollbringen, während es sich im Punkt 3 eigentlich um Seelen handelt, die nicht die betreffende Seele vor Augen haben). 4. wenn Gott, aufgrund der vielen ständigen Entwicklungen in Seinem Heilsplan plötzlich eine „Kursänderung“ im Leben der betreffenden Seele verfügt und Er deswegen diese Krankheit wegnimmt. Durchwegs erfolgt dies nur, wenn sich die betreffende Seele ohnehin verdienstvoll gemacht hat und die Heilung voraussichtlich ihrem weiteren Lebensweg dienlich sein wird. Öfters ist eine körperliche Heilung für eine Seele wie Gift. Dies 5 ist zum Beispiel der Fall, wenn die Heilung die Seele dazu veranlasst, sich Unmäßigkeiten hinzugeben und „das Leben zu genießen“. Die Verlassenheit, die Sie zurzeit spüren, lässt sich mit der Verlassenheit Jesu am Kreuz vergleichen, wo Er den Seufzer ausstieß: „Mein Gott, warum hast Du Mich verlassen?“ Jesus seufzte diese Worte zur Heiligung der Augenblicke, in denen leidende Seelen das Gefühl haben, dass Gott Sich ihrer nicht mehr annimmt. Im leidenden Jesus lässt sich in diesen Worten erkennen, wie sehr Er, der Gott-Mensch, im Leiden nicht an erster Stelle „Göttlich“, sondern „menschlich“ war, mit anderen Worten: Wie sehr das Leiden mit der menschlichen Natur verbunden ist. Der Mensch, der leidet, wird tief in den Kern seiner menschlichen, stofflichen, weltlichen Empfindung hinein gezogen. Liebe Schwester, wie wichtig der richtige Umgang mit den physischen Empfindung zur Erlösung von Seelen und zur Erhebung des Gnadenstandes der Seelen ist, lehrte mich Maria seit dem Anfang meiner Berufung in Ihrem Dienst, als Sie mich in Ihrer Eigenschaft als die Schmerzensreiche Mutter auszubilden begann. Später, als Sie Sich als die Herrin aller Seelen kundzutun begann, betonte Sie den Wert des richtigen Umgangs mit den Leiden noch ausgeprägter. In der mystischen Empfindung wird die Seele unter anderem darin geübt, in physischen Leiden eine immer höhere Ebene der Liebe zu empfinden, im Bewusstsein, dass sich diese Leiden aus reinem Gehorsam ergeben. Es ist vorgekommen, und es kommt auch heute noch hin und wieder vor, dass mich Maria Sühne-Übungen unterzieht, in denen Sie mir Leiden auferlegt. Diese können die unterschiedlichen Formen annehmen. Sie lässt diese dann allmählich verschlimmern, bis die Seele (oder das Herz) „bereit ist“, in diesen eine überwältigende, berauschende Liebe zu erkennen. Diese Empfindung tritt meistens dann ein, wenn der Mittelpunkt der Seele die absolute Herrschaft über das Bewusstsein des ganzen Wesens erlangt hat, die physischen Empfindungen ganz und gar sich unterworfen hat und im Bewusstsein dieses eine Bild wie ein führendes Licht strahlt: „Ich leide, weil meine Himmlische Herrin es will“ (= vollendeter Gehorsam). An jenem Punkt wird Leiden zur Verzückung und ist die Seele so weit, dass sie sich Maria dankend zu Füßen wirft. Dies alles erzähle ich Ihnen nur, um darauf hinzuweisen, wie unvorstellbar wichtig unsere Leiden für Gott sind und welche Liebeswellen Er dafür durch die tiefen Kammern unserer Seele strömen lässt. Wenn die Empfindung der Verlassenheit hochkommt, sollten Sie sich fest vor Augen halten: In jenen Augenblicken scheint Gott weit weg, weil Er gerade IN IHNEN lebt (und Sie Ihn deswegen nicht mehr „sehen“ können. Der Gekreuzigte wiederholt Seine Leiden in jeder liebevoll leidenden Seele. Sie werden die Kraft bekommen. Ich sage Ihnen sogar jetzt mit Sicherheit, dass eine Belebung Ihrer Kräfte ansteht, weil Sie 6 spüren werden, wie die Herrin aller Seelen in Ihnen wirkt. Glauben Sie an Maria, Sie ist weit mehr als die weinende Mutter! Verzeihen Sie Ihrem Mann von Herzen, er handelt nur aus Unwissenheit und, weil ihn der Böse dazu anregt, Sie in Ihren Sühneleiden auch moralisch zu unterminieren. Versuchen Sie, ihm ein Lichtpunkt zu sein. Das mag Ihnen unmenschlich schwer erscheinen, Sie werden aber staunen, wie weit der Kern der Seele ihre neuen Kräfte holen kann, wenn sich die Seele bewusst in den Erlösungsplan Gottes hat eingliedern lassen. Liebe Schwester, wo holte der kreuztragende Jesus Seine Kraft? Aus drei Quellen: 1. aus der festen Erkenntnis der Nutzen des Leidens für die Seelen; 2. aus der Liebe zu den Seelen und zum Willen Gottes, von dem Er selbstverständlich vollkommen wusste, dass dieser die eigentliche Quelle der Schöpfung ist: Aus dem Willen Gottes geht alles hervor, alles, was sich verändern muss, zum Beispiel die Umwandlung der verheerenden Wirkung der Erbsünde in die Erlösung durch Leiden; 3. aus der Gegenwart Mariens. Die Mutter Jesu war vollkommen eins mit Seinem Herzen, Sie litt Seine Leiden auf einer erhabenen mystischen Ebene mit und stand während der Passion in einem besonderen ständigen Austausch Himmlischer Liebe mit Jesus. Die Liebe ist bekanntlich die Trägerin aller Lebenskraft. Betrachten Sie nun Ihren Lebensweg: Die Göttliche Vorsehung hat Ihnen Maria als die Herrin aller Seelen bekannt gemacht. Sie finden die Herrin jetzt auf dem Kreuzweg Ihres Lebens, mit einer völlig ungeahnten Macht. Die Herrin aller Seelen lehrt Sie die Geheimnisse der Liebe und die Erkenntnis des Mysteriums der Leiden. Sie besitzen dadurch die drei Komponenten, die Jesus bis in die Stunde der Verherrlichung hinein getragen haben. Aus diesen Komponenten setzt sich jetzt Ihr Glück zusammen. Das nicht von physischen Empfindungen beeinträchtigte oder bedrohte Glück werden Sie nachher kennen lernen. Bedenken Sie, dass Sie jetzt ständig dabei sind, Saat für sich und viele andere auszustreuen, dass man an der Saat aber nie erkennen kann, wie schön die Blumen werden, die sich in dieser Saat verbergen. Saat sieht sich einfach als stoffliche Samen an. Jeder Samen jedoch ist Träger der Göttlichen Intelligenz, des Wachstumsplanes, der Anweisungen für die Blüte und den Stoffwechsel der späteren Blume oder Pflanze und der typischen Merkmale der Gattung: Dies sind alles Beweise der Göttlichen Gegenwart. Ganz ähnlich gilt es für die Saat unserer Leiden. Liebe Schwester, jeder weitere Tag ist das Geschenk der Säerin: Die Seele bekommt in ihrem leidenden Körper eine neue Tagesportion an Leidenskapital, das sie in Seelen streuen kann wie Geld auf ein Konto, 7 das letzten Endes zur Erlösung beiträgt und dabei hilft, eine bessere Welt herbei zu schaffen. Im Namen der seelisch schwer leidenden Menschheit danke ich Ihnen für jeden Samen, den Sie unter der Führung der Himmlischen Königin ausstreuen. Sehr gerne trage ich alles dazu bei, was mir vergönnt wird, beizutragen, damit zwischen Ihrem Herzen und dem Herzen Mariens eine fruchtbare Brücke instand gehalten wird. In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen, Ihre Myriam 76. Über die Homöopathie (1) Hochwürden und lieber Bruder in Jesus und Maria, vielen Dank für Ihren Brief. Die ganze Hetze über bzw. außerordentlich peinlich. gegen die Homöopathie ist mir Erstens habe ich selber unzählige wunderbare Ergebnisse mit diesem Heilprinzip gesehen. Zweitens verbietet mir Maria formell, mich auf jegliche Polemik in Bezug auf medizinische Themen einzulassen, weil (ich zitiere jetzt Himmlische Worte) kein Bereich in der modernen Gesellschaft so vom Bösen beeinflusst wird, als jener der Medizin. Der Grund ist verständlich, weil die meisten Menschen ja ihren ganzen Alltag um die Sorge wegen ihres leiblichen Wohlbefindens herum aufbauen. Maria lässt mich Himmlische Thesen und Stellungnahmen veröffentlichen, manchmal erst anlässlich der Briefe von Seelen, die mit manchen Themen nicht zurechtkommen. Sie verbietet mir jedoch, auf manche Einzelheiten, zum Beispiel im Bereich des Medizinischen, einzugehen, weil dies nicht meine Berufung ist und weil ich mich dadurch einem Streit aussetze, der (so drückt es der Himmel aus!) „wesentlich mit kommerziellen Hintergründen zu tun hat, Grund, wieso der Böse darin so heftig wütet“. Nur ein paar Punkte möchte ich, mit Erlaubnis Mariens trotzdem in dieser Beziehung absolut loswerden. Ich hüte mich davor, eine Art von medizinischer Verteidigungsschrift zugunsten irgendwelchen Heilprinzips zu schreiben, da meine Berufung nur mit der Verkündigung der spirituellen Wahrheit zu tun hat. Was ich nachfolgend schreiben soll, hat allerdings tiefe spirituelle Wurzeln: Die These, dass die Wirkung der Homöopathie „wissenschaftlich nicht nachweisbar“ sei, ist einfach absurd, weil die Schulwissenschaft sowieso durchaus unfähig ist, Wirkungen anzunehmen, die sie nicht empirisch 8 messen kann. Die homöopathischen Mittel basieren halt nicht auf messbaren stofflichen Substanzen. In einem gerade erst veröffentlichten Brief habe ich von Maria darauf hinweisen müssen, dass die Homöopathie auf vollkommen nichtstofflicher Kraft basiert: Ein verdünntes Mittel (vor allem in den höheren Potenzen) enthält gar nichts mehr von dem ursprünglichen Rohstoff. Das Prinzip der Potenzierung wird innerhalb der Schulmedizin auch schon falsch oder gar nicht verstanden, weil es auf einem für die Letztere unüblichen Denkweg basiert. Es versteht sich somit, dass ein wissenschaftliches Denken, das nur das Stoffliche als Grundlage der Schöpfung annimmt und an erster Stelle Gott Selbst völlig verleugnet, weil Er Selbst die Verkörperung des Unstofflichen ist, ein Heilungsprinzip bestreitet, dass: 1. nicht stofflich nachgewiesen und nicht empirisch gemessen werden kann; 2. eine riesige Bedrohung für die gefestigte Schulmedizin darstellt, die ja eine Milliardenindustrie und eine zerschmetternde Lobby hinter sich hat. Die These, dass keine bleibenden Erfolge aus der homöopathischen Behandlung hervorkämen, verrät schon einiges darüber, dass es sich immer noch um einen geschäftlichen Kampf handelt. Die bleibenden Erfolge homöopathischer Behandlungen sind millionenfach dokumentiert, werden aber von der klassischen Schulmedizin so abgetan, als bestünden sie nicht einmal. Ist es denn besser mit Gott vereinbar, dass gerade die medizinische Strömung, die sich so heftig gegen die Homöopathie auflehnt, sich fast ausschließlich der Mittel bedient, die gegen die Göttliche Intelligenz, gegen die wahren Lebensströme wirken und weder in der Tiefe heilen können (weil sie ja aus rein menschlicher Intelligenz hervorgehen, die darüber hinaus dauernd von Gewinnsucht weiter verunreinigt wird), noch der Seele die Instandhaltung ihres seelischen Wohlbefindens gewährleisten können? Heilung in der Tiefe und Steigerung des seelischen Wohlbefindens sind eben Themen, die sich die Homöopathie in jeder Behandlung zum Ziel setzt. Maria weist dahingegen nach, wie sich die meisten alternativen medizinischen Strömungen (unter anderen die Homöopathie) mit der Göttlichen Intelligenz in Bezug auf das Leben vereinen lassen und das Leben fördern, ohne (wenn richtig angewandt, wie es für alles gilt) Schaden zufügen zu können. Wo ist da die teuflische Komponente? Die klassische Schulmedizin hat sich tiefer und tiefer in die Kultur des Todes (ich erinnere an diesen Begriff, den Papst Johannes Paul II so gerne benutzte) eingegliedert. Sie täuscht Seelen mit so genannten „Heilungen“, die wenig anders als Aufschübe und Vertuschungen der Probleme bzw. Verschiebungen der Symptome sind (eine Komponente 9 dafür liegt bereits in den unzähligen Nebenwirkungen der Arzneimittel). Darüber hinaus verspricht sie Seelen die Beseitigung des Kreuzes (das dennoch die einzige Quelle unserer Erlösung ist), wenn nötig durch für Gott Abscheu erregende Wege wie Euthanasie und Abtreibung. Besagen die Worte der Gottesmutter, dass alternative Arzneimittel nicht wirken, wenn es nicht innerhalb der Göttlichen Vorsehung passt, in jenem Falle aber auch kein Unheil anrichten, nicht eindeutig, dass es sich da nicht um verlogene Prinzipien handelt, sondern um Prinzipien, die Gottes Willen entsprechen? Das vorerwähnte Versprechen basiert darüber hinaus noch auf einer bewussten Lüge; denn die klassische Schulmedizin weiß ganz genau, dass sie Versprechen vorhält, in Wirklichkeit jedoch nur kommerzielle Absichten verfolgt und dabei Seelen von Gottes Plänen ablenkt. Es ist kein Heilungswille vorhanden, nur Gewinnsucht. Ganz schlimm wird es erst richtig, wenn sie dabei medizinische Denkströmungen, die die Seelen wohl in den Stand versetzen, ihre von Gott gewollte Rolle innerhalb Seines Heilsplans zu erfüllen, weil sie nicht die von Gott vorgesehenen Lebensströmungen beeinträchtigt (brüskiert), in ihrem Wesenskern verdächtigen lässt, damit sich die unwissenden Seelen ruhigen Herzens von Gott wegführen lassen und sich von der Lüge führen lassen, sie wären dabei, durch Anwendung der alternativen Medizin in ihrem Alltag ihre Seele dem Bösen auszuliefern. Damit der Erfolg vollständig sei, klebt man vielen alternativen medizinischen Strömungen einfach das Schild „Esoterik“ auf. Es heißt jedoch nicht, dass, weil es auch alternative Heilprinzipien gibt, die auf der Esoterik basieren, dass dies auch für die Homöopathie der Fall wäre. Die Seelen sollten inzwischen wissen, wie sehr die Herrin aller Seelen die Esoterik als Täuschungsweg des Bösen an den Pranger stellt. Andererseits geht es auch nicht an, jede Strömung, die man anschwärzen möchte, als „esoterisch“ zu bezeichnen. Leider wird übrigens manche alternative medizinische Strömung gegen die ursprüngliche Absicht in die Esoterik einbezogen, indem man die beiden in einem selben Buch vorstellt, in einem selben Laden verkauft, usw. Kein Mittel wird gescheut, Gottes Liebe in den Seelen unwirksam zu machen bzw. diese für die Seelen unzugänglich zu machen. Lieber Bruder, ich könnte Bände darüber schreiben, was mir im Laufe der Jahre an unverschämten Lügen über die alternative Medizin, unter anderen über die Homöopathie, zugeflossen ist: haarsträubende Aussagen, wenn man sie mit der einzigen Wahrheit vergleicht, wie die Gottesmutter sie verkündet. Man kann wirklich nicht anders als erkennen, dass es sich um eine wohl organisierte Hetze handelt, die von der Finsternis ausgeht. Bräuchte es Sie denn zu wundern, dass mich das alles so anekelt, wo ich seit Jahren ein Element nach dem anderen von Gottes Wahrheit von der Gottesmutter Selbst erfahren darf und 10 verbreiten soll? Dieses Apostolat ist — so bezeichnet es Maria Selbst — das Apostolat der Ermutigung, der Hoffnung und der Wahrheit. Unser Kampf richtet sich gegen jegliche Unwahrheit, jegliche Verblendung, jegliche Täuschung, und bezweckt einzig und allein die Entlarvung der Strategien und Lügen, durch welche der Böse unsere Welt und die individuellen Seelen seit der Erbsünde vergiftet. Die unzähligen Quellen und Wege der Heuchelei gehören auch dazu. Wo hört denn die Blindheit auf? Wären die Seelen der Himmlischen Wahrheit gegenüber ebenso gläubig wie sie es den Täuschungen des Bösen gegenüber sein wollen, diese Welt hätte bereits den Sieg des wahren Lichtes gesehen. Mich beunruhigt tiefstens, dass so viele Seelen sich so leicht von etwas abziehen lassen, was laut Himmlischer Bezeugung als ein Gottesgeschenk betrachtet werden soll, und sich so leicht von Gedanken täuschen lassen, die offenbar den Werken des Bösen dienen. Umso unverständlicher ist mir die Hetze, da die Seele, welche uns den Brief schrieb, in Beantwortung dessen Brief 74 entstand, von ihrem Bischof vernehmen durfte, die Homöopathie sei „ein Gottesgeschenk“. Müsste man denn annehmen, die Kirche wäre da auf einem Irrweg? Leider muss ich all dem noch hinzufügen, dass diese Hetze unter anderem von Bewegungen ausgeht, vor denen mich persönlich unsere Himmlische Mutter auch betont gewarnt hat. Es ist mir aber untersagt, Näheres dazu freizugeben. Ich hoffe, Sie verstehen meine Bedrängnis, da ich mich ebenso gut wie Sie zwischen zwei Feuern befinde. Ich habe nur eine einzige Aufgabe: die mir von Maria übermittelten Wahrheiten an die Welt weiterzuleiten. Manchmal muss ich dabei Bereiche berühren, in denen ich durch die Aufgabe, durch welche ich ja lediglich in Gehorsam handle, auf feindselige Reaktionen stoße. Ich trage dies alles aus Liebe zum Himmel, darf im Übrigen aber ganz und gar keine weiteren Stellungen zu diesem Thema einnehmen, da ich ja nicht damit beschäftigt bin, meine persönlichen Ansichten durchzusetzen, sondern diese, welche mir von der Gottesmutter als die einzige Wahrheit eingegossen werden. Mich schmerzt diese Sache außerordentlich, weil ich weiß, dass es sich in dieser Hetze um Lügen und Blindheit handelt, und weil ich ebenfalls weiß, dass ich nur dasjenige schreibe, was Maria Selbst sagt. Jedes Mal, wenn ich Zeilen lese, in denen es heißt, dass Seelen, manchmal sogar Priester, die Homöopathie so diffamieren, ist mir, als ob mein Herz blutet, weil ich weiß, dass diese Seelen völlig verblendet sind und Maria Selbst mit ihren Aussagen tiefstens verletzen. Der Schmerz geht umso tiefer, weil Kritiken wie diese auf mein Herz zukommen, das die dahinter steckenden Täuschungen aus einer mystischen Einheit mit dem Herzen der Schmerzensreichen Mutter heraus empfindet. So ist es im 11 vorliegenden Falle: Es ist das Herz Mariens, das wegen dieser Hetze blutet. Ich kann dies einfach nicht genügend betonen. Mir ist bekannt, dass es zuweilen die undankbarste Aufgabe ist, in einer Welt voller Finsternis und Täuschung die Wahrheit zu verkünden. So sei es aber, wenn ich dadurch wenigstens hin und wieder eine Seele auf Gottes Liebe und auf Seine wahren Geschenke hinweisen kann. Lieber verliere ich an Glaubwürdigkeit bei Seelen, die sich nicht für die Fülle des Lichtes entscheiden können, als dass ich die Liebe Derjenigen verliere, für Die ich diese Werke vollbringe; denn die Herrin aller Seelen braucht ein Werkzeug, das sich auch auf die Wege der Wahrheit traut, wenn es dadurch mehr Dornen als Rosen erntet. Schließlich habe ich persönlich nicht das geringste Interesse daran, — zum Beispiel — die Homöopathie im spirituellen Sinne zu verteidigen, außer jenem, dass ich weiß, dass ich dasjenige und nichts anders verkündige, wovon ich weiß, dass es mich von der Herrin aller Seelen Selbst offenbart worden ist. In Liebe und zu Diensten der Herrin aller Seelen, Ihre Myriam 77. Über die Homöopathie (2) Liebe Schwester, gerne beantworte ich Ihren zweiten Brief, wie immer, zu Gottes Zeit. Eins aber möchte ich sofort vorwegnehmen, weil Ihre Bemerkung auf einer sehr bedauernswerten Lüge basiert, die — Gott weiß wieso — im Umlauf zu sein scheint. Ich möchte betont bemerken, dass dies auch gar nicht zu verwundern braucht; denn wir dürfen nie vergessen, dass der Böse kein Mittel scheut, in diesen Letzten Zeiten alles Gute verdächtig zu machen. Ihre Bemerkung, viele behaupten, die Homöopathie sei teuflisch, wird von der Gottesmutter entschieden bestritten. Ich verweise auf meinen Brief, den Sie demnächst auf unserer Webseite werden lesen können und in dem ich von Seiten Mariens die Stellungnahme des Himmels zur Homöopathie habe vorbringen dürfen. Die Ansicht, die Homöopathie sei teuflisch, ist einst wegen der Tatsache in Umlauf gebracht worden, dass der Grundleger dieser medizinischen Strömung, Dr. Samuel Hahnemann, angeblich Freimaurer sei. Als ich dies vor vielen Jahren erfuhr, habe ich die Gottesmutter diesbezüglich genauestens befragt, weil ich: - erstens, ausschließlich der Wahrheit Gottes folgen und diese verbreiten möchte; - zweitens, ich in meinem eigenen Leben und in meiner Umwelt bereits hervorragende Erfolge durch homöopathische Behandlungen hatte bezeugen können. 12 Einen Teil der Antwort Mariens werden Sie im besagten Brief lesen können. Ich möchte allerdings an dieser Stelle einige Erweiterungen hinzufügen. Ich betone, dass ich dies nicht aus eigener Initiative mache, sondern im Rahmen der Gehorsamsdisziplin, der ich der Gottesmutter gegenüber unterliege. Zunächst müssen die Verdächtigungen an Dr. Hahnemann im Rahmen der damaligen gesellschaftlichen Entwicklungen betrachtet werden. Dieser Arzt und Forscher wurde aus den Kreisen der klassischen Schulmedizin heftig angegriffen, weil seine „neuen Heilprinzipien“ dieser Letztgenannten schweren geschäftlichen Schaden zuzufügen begannen. Dr. Hahnemanns medizinische Erfolge waren einfach fabelhaft. Aus diesem Grunde schlossen sich eine große Anzahl von Ärzten der so genannten „Schulmedizin“ in der Absicht zusammen, diesen gefährlichen Konkurrenten unwirksam zu machen. Es gibt dafür historische Belege. Unter anderem der berühmte General Radetzky wurde auf rein homöopathischer Grundlage von einem Gehirntumor geheilt. Man begann, Dr. Hahnemann aufgrund seiner Erfolge schamlos anzuschwärzen, und versuchte buchstäblich alles, um ihn in ein böses Licht zu rücken. Unter anderem wurde die These verbreitet, er wäre Anhänger der Freimaurerei, und „an einen Arzt mit solcher unchristlichen Grundlage könne sich doch kein Mensch wenden, ohne die eigene Seele zu gefährden“. Dr. Hahnemanns Mitgliedschaft der Freimaurerei ist nie belegt worden. Sehr viele sind davon überzeugt, diese Behauptung sei nichts anderes als ein Märchen gewesen, das in den Kreisen seiner Feinde geboren wurde. Die Heilige Jungfrau hat mir versichert, dass die Homöopathie „nichts in sich hat, was vom Himmel missbilligt werden könnte“. Halten wir uns sehr gut vor Augen, dass auch in unseren Tagen der Streit zwischen der klassischen Schulmedizin und den alternativen medizinischen Strömungen (unter ihnen die Homöopathie) immer noch sehr heftig wütet, wenn nicht noch viel schlimmer geworden ist als in den Tagen Hahnemanns, um das Jahr 1800 herum. Kein Mittel ist zweckmäßiger, den Kampf wegen kommerzieller Interessen für den unwissenden Laien berechtigt erscheinen zu lassen, als die Verdächtigung an die Adresse eines (kommerziell) „gefährlichen“ Konkurrenten. Deswegen die Neigung, auch heutzutage noch, erfolgreiche medizinische Grundsätze, die von denen der gefestigten Wissenschaft und Industrie abweichen, als verlogen und unrein darzustellen. Übrigens, was tut die Homöopathie? Sie heilt Gleiches durch das Gleiche: Krankheitsbilder werden dadurch (sehr oft besonders erfolgreich) bekämpft, dass man ein Mittel verabreicht, dass, wenn es nicht unter Anwendung besonderer Verfahren verdünnt würde, genau 13 dieses Krankheitsbild hervorrufen kann. Ein Beispiel: Krankheitsbilder, die von einem Schlangenbiss hervorgerufen werden, werden erfolgreich durch homöopathisch verdünntes Schlangengift bekämpft. Das wirkt außerordentlich, weil eben der Körper (und gegebenenfalls der Geist) auf die Verabreichung dieses Mittels reagiert, als ob es unverdünnt verabreicht worden wäre. Die Folge ist eine „Überheilung“: Der Körper reagiert auf das Mittel, das an sich gar nichts Stoffliches des ursprünglichen Rohstoffes mehr enthält, und räumt das Krankheitsbild auf. Das Prinzip ist, so die Heilige Jungfrau, rein und sauber: Ein Komplex von Krankheitserscheinungen wird von den eigenen Körperkräften selber geheilt, weil diese von äußerst minimalen Reizen (aus dem homöopathischen Mittel) dazu angeregt werden, auf die Krankheitserscheinungen zu reagieren. Das homöopathische Mittel enthält alles andere als böse Kräfte, es ist Träger Göttlicher Intelligenz. (Ich zitiere hiermit abermals die Heilige Jungfrau Maria.) Liebe Schwester, wenn ich mir eine Randbemerkung erlauben darf: Jesus wurde in die Welt gesandt, damit Er „dem Menschen gleichgemacht“ die Spuren der Sünde heilt. Wäre dies eigentlich nicht auch ein bisschen „spirituelle Homöopathie“? Die Arznei (Jesus) wird „dem Menschen gleichgemacht“, um die Krankheit (die Folgen der Sündhaftigkeit) aufzuheben. Tatsächlich, ein homöopathisches Arzneimittel wird so bearbeitet, dass es nichts Materielles von dem Rohstoff mehr in sich trägt, nur noch das Wirkungsfeld, dass nicht stofflich, sondern durch die höheren Strömungen des menschlichen Wesens (die seelischen Kräfte) wirkt. So auch war Jesus „dem menschlichen Wesen gleich, aber ohne die Sünde“, und doch imstande, auf der seelischen Ebene die Folgen der Sünde auszumerzen. Ein sonderbares Bild vielleicht, aber vielleicht doch nicht ganz so abwegig? Die negative Erfahrung, die Sie selbst mit Homöopathie gemacht haben, lässt sich übrigens einfach dadurch erklären, dass eine sehr hohe homöopathische Potenz tatsächlich ungünstige Reaktionen hervorrufen kann, wenn sie nicht hundertprozentig zum Krankheitsbild passt. Der Grund dafür ist, dass diese hohen Potenzen auf den hohen Ebenen unseres Wesens und somit sehr tief und lange anhaltend einwirken. Deshalb sollten hoch potenzierte homöopathische Arzneimittel nur von besonders kompetenten Fachhomöopathen verabreicht werden. Homöopathische Mittel, besonders die Höchstpotenzierten, wirken entweder hervorragend oder gar nicht, in manchen Fällen tatsächlich ungünstig. Es ist absolut notwendig, dass der Arzt sowohl das Krankheitsbild als auch die individuelle Beschaffenheit des Papienten haargenau erkennt, sonst passen die durch die Arznei hervorgerufenen Kräfte gar nicht zu demjenigen, was im Patienten auf dessen höheren Wesensebenen vorgeht. 14 Liebe Schwester, ich könnte dies sehr wohl mit der Anwendung mystischer Begabung vergleichen: Wenn man, rein menschlich betrachtet, einen Menschen vor sich hat, von dem man glaubt, er wäre so oder so, wird man diesem Menschen kaum helfen können; denn die Chance, dass man sich irrt, ist erheblich. Wenn man aber aus einer mystischen Begleitung heraus einen Menschen vor sich hat, wird man vom Himmel selbst auf eine Anzahl von ganz spezifischen seelischen Merkmale dieses Menschen hingewiesen, und aus dieser Erkenntnis heraus wird man diesem schon helfen können. Man könnte es so betrachten: Den ersten geschilderten Fall kann man mit einer homöopathischen Behandlung vergleichen, die auf einer Fehleinschätzung basiert. Der zweite Fall wäre mit einer homöopathischen Behandlung vergleichbar, die genau das passende Mittel verwendet. Im Hinblick auf die Tatsache, dass ich formell bezeugen kann, dass ich mit diesen Ansichten ausschließlich die Stellungnahme der Gottesmutter vertrete — Sie würde es mir gar nicht erlauben, dass ich andere als Ihre Thesen verbreite —, erlaube ich mir denn auch, Sie darauf hinzuweisen, dass die Ansichten, die Sie während der besagten Exerzitien erfahren haben, auf Unwahrheit und Phantasie basieren, die aus welchem Grunde auch immer verbreitet werden, nur nicht aufgrund Himmlischer Inspiration. Ich nehme übrigens an, nicht diejenigen, die diese Exerzitien führen, sind an ihren Ansichten schuld, sondern andere haben ihnen diese eingeredet. Liebe Schwester, unser Apostolat ist von der Heiligen Gottesmutter dazu ins Leben gerufen, Liebe, Ermutigung und wahre Hoffnung zu verbreiten, und die unzähligen Unwahrheiten und unverschämten Lügen, die vom Bösen in die Welt geschickt worden sind und immer noch in die Welt geschickt werden, zu entlarven und ihnen die Himmlische Wahrheit gegenüberzustellen. Aus diesem Grunde hat mich Ihre Bemerkung sowohl tiefstens geschmerzt als auch gefreut, wegen der Gelegenheit, auch auf diesem Gebiet darauf aufmerksam machen zu können, wie der Böse dabei ist, Seelen zu verblenden und ihnen seine Finsternis so einzupacken, dass sich viele Seelen davon überzeugen lassen, es handele sich da um die Wahrheit. So werden immer wieder Millionen von Seelen in die Irre geführt und davon abgehalten, Himmlische Geschenke als solche zu erkennen und diese in Dankbarkeit als dasjenige anzunehmen, was sie in Wahrheit sind: Wunder von Liebe aus Gottes Hand. Sehr viele lügenhafte Thesen werden, als Wahrheit getarnt, verbreitet, weil der Glaube an sie den Werken des Bösen Vorschub leistet. Die Lästerungen an der Homöopathie und an einigen anderen alternativen medizinischen Strömungen sind Beispiele davon. Ich lege Ihnen, im Auftrag der Gottesmutter, betont ans Herz: Diese Thesen haben nicht den 15 geringsten spirituellen Hintergrund, sondern lediglich Hintergründe, die im höchsten Maße vom Bösen manipuliert werden, an erster Stelle kommerzielle Hintergründe. Die Gottesmutter bedient sich meiner seit Jahren, um auf den unterschiedlichsten Gebieten des menschlichen Lebens die Fülle der Wahrheit Gottes zu verbreiten und die ganze Unmenge von (oft listig getarnten) Lügen, Verzerrungen der Wahrheit und allerhand Manipulationen von Seiten des Bösen für die Seelen ins Licht zu stellen, damit sie sehen, wie der Böse in dieser Welt vorgeht, um zig Millionen von Seelen von der echten Wahrheit zu entfernen, damit sie nicht mehr an Gottes Liebe glauben und sich von der Bosheit der Welt zerschmettern lassen. Dieser Vorgang verfolgt diese eine Absicht: dass sich die Seelen eine nach der anderen so entmutigen lassen, dass bald keine mehr an den endgültigen Sieg des Göttlichen Lichtes glaubt. Deswegen diese Bitte zum Schluss: Beten Sie täglich, der Heilige Geist möge uns alle führen im Licht Seines Liebesfeuers, damit wir erkennen, wie der Böse uns von Gott zu entfernen versucht. Die Herrin aller Seelen lässt den Seelen so viele wunderbare Erkenntnisse zufließen, damit sie die Täuschungen von Seiten der Feinde der Wahrheit entlarven können. Lassen wir diese Erkenntnisse bitte nicht unbenutzt. In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen, Ihre Myriam 78. Über die Mängel der Wissenschaft — über das Studium von Lerninhalten, die nicht mit der Lehre Christi vereinbar sind — über die rechte Ausübung eines Berufes — über die Verpflichtung, die sich aus der Kenntnis der Wahrheit ergibt Liebe Schwester in Jesus und Maria, In Bezug auf die Diplomarbeit Sie haben die Absicht, eine Diplomarbeit zu schreiben, die auf einer Schrift Freuds basiert, haben jetzt aber Bedenken, weil Freud Atheist war und Sie sich gerade so sehr zu Maria hingezogen fühlen. Des Öfteren muss die Seele während eines Studiums mit Thesen oder Gedanken zurechtkommen, die sie in einen inneren Kampf stürzen können. Die Wissenschaft ist geradezu mit Gedankengut gefüllt, das mit der christlichen Empfindung nicht vereinbar ist. Die meisten Strömungen des menschlichen Denkens sind im unterschiedlichen Maße von Verirrungen geprägt. Das kommt daher, dass bereits der Ausgangspunkt auf einem Boden wächst, der nur einen winzigen Teil der vollständigen Wirklichkeit berücksichtigt. Tatsächlich, alles, was mit Gott und Seinen Mysterien im Zusammenhang steht, lässt sich weder mit dem Verstand erklären noch mit den Sinnen wahrnehmen. Wieso denn könnte die 16 Wissenschaft aus einer so mangelhaften Grundlage heraus Gottes Wahrheit fassen? Darüber hinaus ist dasjenige, was wir überhaupt von der Wirklichkeit wahrnehmen können, nur ein Bruchteil der ganzen Realität. Unzählige Kräfte wirken in der Schöpfung, die nicht wahrnehmbar sind. Die Göttlichen Gesetze und die Göttliche Intelligenz, die alles lenken und beseelen, lassen sich nicht fassen. Obendrein werden diese Kräfte und Elemente der Wirklichkeit nicht einmal im Stillen mit einkalkuliert, sie werden verbannt, weil sie von der Quelle ausgehen, an die nicht geglaubt wird: Gott und Seine unermesslichen Werke. Diesbezüglich sollten Sie sich darüber im Klaren sein, dass das Studium von Gedanken und Thesen, die Sie nicht mit der Wissenschaft des Göttlichen Lebens und mit der Lehre Christi vereinigen können, Sie nicht unbedingt zu einer abtrünnigen Seele macht. Solange Sie solche Kenntnisse in der Absicht geistig in sich aufnehmen, ein Studium absolvieren zu können, sich allerdings unentwegt darüber im Klaren sind, dass es sich um Wissenselemente handelt, die nicht den Werken Gottes dienlich sind, sind Sie diesen Kenntnissen nicht mit dem Herzen ergeben. Es ist immer die Gesinnung des Herzens, die eine Tätigkeit zu einer Tugend bzw. zu einer Untugend macht. Zum Beispiel: - Das Studium der Evolutionslehre Darwins aus dem Grunde, dass man eine Biologieprüfung zu bestehen hat, macht die Seele nicht zum Ketzer. - Das Studium der Lehre des Karl Marx aus dem Grunde, dass man eine Historikprüfung zu bestehen hat, macht die Seele nicht zum Atheisten. - Das Studium der Grundsätze des Hinduismus aus dem Grunde, dass man eine Ethnologieprüfung zu bestehen hat, macht die Seele nicht zum Hindu, usw., es sei denn, das betreffende Studium bewirkt im Herzen eine Wende hin zum Verlust des christlichen Glaubens. Wichtig ist für Sie, in sich festzustellen, ob das Fundament Ihres Glaubens genügend stark ist, um ohne Schäden diese Kenntnisse in sich aufzunehmen, im Bewusstsein, dass sie auf falschen Grundlagen basieren oder aber zwangsläufig zu fehlerhaften Schlussfolgerungen führen, weil sie den allumfassenden Faktor der Göttlichen Gegenwart und Beseelung nicht in sich bergen. Dies ist der Rat, den Ihnen die Gottesmutter geben lässt: 1. Weihen Sie Ihr Studium und die Diplomarbeit inständig an Maria und legen Sie besonders diejenigen Kenntnisse, die auf nicht christlichen Grundlagen basieren oder gegen die Göttliche Wahrheit verstoßen, zu Ihren Füßen, mit der Bitte, Sie möge, während Sie diese Kenntnisse verarbeiten und anwenden müssen, Ihr Herz mit dem Licht der Göttlichen Weisheit und der Unterscheidung füllen. Bitten Sie Maria ebenfalls, Sie möge jetzt noch auf sämtliche Gott nicht dienlichen Wirkungen, welche diese Kenntnisse seit ihrer Verbreitung in Seelen 17 ausgeübt haben, das Licht Gottes herab bitten. Sie wissen ja wahrscheinlich, dass die Herrin aller Seelen betont, dass aller Finsternis, die durch die Jahrhunderte auf Seelen herabgekommen ist, jetzt noch durch inständige Weihe Teile ihrer Wirkungen genommen werden kann. 2. Weihen Sie Ihr Herz und Ihren Geist an Maria. Bitten Sie, dass diesen von keinerlei Einflüssen Schaden zugefügt werden kann. Bitten Sie zum Schluss, dass die aufgenommenen bzw. aufzunehmenden Kenntnisse künftighin ausschließlich dazu beitragen, Ihren Lebensweg so zu gestalten, dass er Gottes Werken dienen kann. Die Seele kann jegliche Art von Kenntnissen für das Gute einsetzen, alles kommt nur auf die Verfassung des Herzens und den festen Vorsatz an, den freien Willen immer in den Dienst Gottes zu stellen. In Bezug auf Ihre Arbeit Jeder Mensch ist letzten Endes für seine Berufswahl verantwortlich. Allerdings gilt, dass in Gottes Augen auch in diesem Zusammenhang die Verfassung des Herzens im Augenblick der Berufswahl ebenso wie während der Ausübung des Berufes ausschlaggebend ist. Es gibt Umstände, die es in Gottes Augen vertretbar machen können, dass eine Seele in einer gewissen Firma mit gewissen Tätigkeiten angestellt ist. Irgendwie passt alles in Gottes Heilsplan hinein, nur kommt es darauf an, wie die Seele sich auf der ihr gebotenen Stelle verhält. Fragen Sie sich zum Beispiel, ob es, mit Rücksicht auf Ihren Wohnort und die dortige Arbeitsgelegenheit überhaupt, konkrete Möglichkeiten gibt, die Arbeitsstelle zu ändern bzw. den Beruf zu wechseln. Weiterhin wäre zu berücksichtigen, mit welcher Gesinnung des Herzens Sie die konkreten Tätigkeiten vornehmen, die von Ihnen verlangt werden. Darüber hinaus kann die Seele immer schon einen Weg suchen, sich während der Berufstätigkeit den Menschen gegenüber so zu verhalten, dass sie Strahlen Göttlichen Lichtes über die Seelen ausbreitet. Es hat in der Geschichte gute Beispiele dafür gegeben, wie sich Seelen im Rahmen einer Beschäftigung in einer Organisation, die durchaus für Gott als verbrecherisch oder finster galt, auf eigene Gefahr so zu verhalten wussten, dass sie manchen Mitmenschen (z.B. Häftlingen) durchaus das Leben erleichterten und somit ihre eigene Schuld vor Gottes Gerechtigkeit verringert haben. Sie fragen sich, ob Sie, dadurch dass Sie diese Arbeit machen, auf irgendeine Weise Menschen belügen. Objektiv könnte man diese Frage bejahen. Trotzdem gäbe es vielleicht eine Möglichkeit, sich bei den Gesprächen mit Menschen am Telefon so von Maria, der Allreinen, führen zu lassen, dass Sie die “Ware” in einem völlig anderen Licht anpreisen? Vielleicht gelingt es Ihnen dann und wann, Ihren Gesprächspartnern dabei zu helfen, ihre Betrachtungsweise zu ändern, und dasjenige, das sozusagen ihr “Eigentum” wird, vielmehr als den 18 Erwerb eines geistigen Sterns zu betrachten, d.h. als Ausdruck eines Verlangens, sich für den Stern einer Tugend zu erschließen? Das dürfte schon nicht immer klappen, aber dennoch gäbe es für Sie einen Weg, diese Tätigkeit auf eine höhere Ebene zu bringen, und zwar folgendermaßen: - Vollbringen Sie die Tätigkeiten, die von Ihnen verlangt werden, weihen Sie dabei aber jedes Telefonat an Maria mit den Worten: “Königin der Reinheit, der Wahrheit und der Weisheit, bitte sprich durch mich. Ich weihe Dir mein Herz und das Herz meines Gesprächspartners.” In dem Maße, wie Sie sich Maria öffnen, wird die Gottesmutter Sie in einen Spiegel von Licht und Wärme umwandeln: Wärme, indem Sie den Seelen liebevoll und ermutigend begegnen werden, und Licht, indem Sie lernen werden, auf Inspiration hin zu den Seelen zu sprechen, mit Worten, die helfen werden, diese zum wahren Licht und zur wahren Erkenntnis führen. Dazu ist notwendig, dass Sie sich Maria vollkommen hingeben. - Betrachten Sie die Tätigkeiten im Rahmen Ihrer Berufsausübung als Akte des Gehorsams. - Weihen Sie Maria Ihre Zukunft und bitten Sie die Herrin aller Seelen, Sie möge Ihnen zu Gottes Zeit die Gelegenheit einer Berufsveränderung erwirken. In Bezug auf Ihre Frage, ob es schlimmer ist, nicht alle Wünsche Mariens erfüllen zu können, als wenn Sie gar nicht gewusst hätten, ob Sie etwas Falsches machen Dies ist eine klare Frage der Moral. Die Göttliche Gerechtigkeit ist weniger streng für die Seele, die unwissentlich etwas Falsches macht, als für die Seele, der die diesbezügliche Wahrheit bekannt ist. Jetzt, wo Maria Ihnen manches erklärt und Ihnen den Weg gezeigt hat, schaut Gott auf Ihr Herz. Er weiß durchaus, dass jede Seele schwach ist und aus mehreren Gründen stolpern kann, Tag für Tag. Nicht jedes Stolpern macht die Seele im gleichen Maße schuldig. Letzten Endes kommt alles auf das Maß der Liebe an, die im Herzen lebt, und auf die Absicht, die sie aus freiem Willen verfolgt. Hat Ihnen Maria den Weg gezeigt, und Sie können trotzdem nicht alle Ihre Wünsche tadellos befriedigen, so bewertet Gottes Gerechtigkeit diesen Zustand unter Berücksichtigung: - der Begleitumstände: Manchmal hat die Seele so gut wie keine Möglichkeit, ein bestimmtes Verhalten oder eine bestimmte Situation gleich völlig zu ändern, manchmal hat sie das eigentlich schon... - des aufrichtigen Willens: Gott ergründet die Tiefen des Herzens und weiß ganz genau, wie sehr Sie wirklich gewillt sind oder nicht, ein bestimmtes Verhalten bzw. eine bestimmte Situation zu ändern. 19 - Ihrer Vorzüge: Gott berücksichtigt Ihre Neigung, sich entweder für Seine Werke oder für die Befriedigung Ihrer eigenen Pläne und Interessen zu entscheiden. Sie können sich (zeitweilig, nicht ein Leben lang) dadurch von Schuld befreien, dass Sie jetzt zu Maria sagen (und wiederholen Sie dieses Bittgebet ruhig jeden Tag): “Maria, Herrin meiner Seele und meines Lebensweges, mir steht eine schwere Entscheidung bevor. Du weißt genau, aus welchen Gründen es mir nicht leicht fällt, Dir in Deinen Ratschlägen nicht vollkommen zu folgen. Deswegen schenke ich Dir mein Herz, meine Wünsche und alle Elemente meines heutigen Lebens, damit Du in mir die Änderungen vornimmst, die es mir ermöglichen werden, in Freude, innerem Frieden und Hingabe all dasjenige zu ändern, dass Du von mir willst. Ich weiß ja, dass Du diese Dinge nur von mir verlangst, weil Du in mir das Höchstmaß an Blumen von Licht wachsen sehen möchtest, damit mir Gott alle meine Anstrengungen und Entsagungen tausendfach ausgleichen kann. Trag mich bitte durch diese schweren Tage, damit ich diesen Knoten lösen kann und wissen möge, dass ich dabei nichts verliere, sondern Gottes Schätze gewinne.” Mir hat die Gnadenwirkung erlaubt, Ihre Schwierigkeiten nachvollziehen zu können. Ich danke der Herrin aller Seelen dafür; denn diese Erkenntnis versetzt mich jetzt in den Stand, Sie in einer möglichst fruchtbaren Weise an diesem besonderen Fest des Einzugs Mariens als Kind in den Tempel (21. November) ganz besonders Maria zu weihen. Maria ist ja Selber der Heilige Tempel Gottes schlechthin. Heute kann eine Seele deswegen in besonderer Weise Maria dargeboten werden, ähnlich des Einzuges in den Tempel Gottes für ein Leben zu Diensten des Lichtes. Wenn dies heute als besondere Weihe an Maria vorgenommen wird, kann die Seele aufgrund der Nächstenliebe und ihres eigenen Glaubens an die Macht Mariens, die Gnade eines Lebens in vollkommener Einheit mit der Unbefleckten Lilie des Paradieses bekommen. Immer von Herzen bereit, In Liebe und zu Diensten der Herrin aller Seelen, Ihre Myriam 20 79. Über die Unmöglichkeit, jetzt schon die jenseitige Welt zu sehen — über den Glauben und die Hoffnung — über den Weg der Mystik — Wie nehmen wir nach unserem Tode im Himmel die anderen Seelen war? — Über die Rückkehr eines verstorbenen Tieres in das Herz Gottes — über den Umgang mit einer Krankheit Liebe Schwester in Jesus und Maria, von Herzen gerne habe ich Maria um Worte gebeten, die Ihnen weiterhelfen dürften. Ihre Fragen berühren Bereiche des Lebens, mit denen es die meisten von uns an irgendwelchem Punkt auf dem Weg zu unserer Bestimmung zu tun haben. Ich möchte Ihre Fragen deswegen der Reihe nach erläutern, aufgrund dessen, was mir Maria vergönnt hat zu sehen. 21 In Bezug auf Ihre Unmöglichkeit, in die jenseitige Welt zu sehen Einst verglich mir die Gottesmutter die Position einer Seele innerhalb der allumfassenden Wirklichkeit durch das nachfolgende Bild: Die Seele ist wie ein Häuschen Gottes in der Mitte eines riesigen paradiesischen Gartens. Das Häuschen hat normalerweise nur ein einziges kleines Fensterchen, so dass die durchschnittliche Seele nur einen ganz kleinen Teil des Paradieses draußen sehen kann. Wenn sie aus dem Fensterchen schaut, sieht sie einiges, aber im Übrigen hat sie nur eine Ahnung von demjenigen, was in dem Paradies draußen alles zu sehen ist. Dennoch ist das Häuschen der Seele von einem Göttlichen Paradiese umgeben. Die Seele kann drei verschiedene Einstellungen hegen: 1. Sie schaut aus dem Fensterchen hinaus und glaubt, dass alles, was sie dort sieht, die ganze Wirklichkeit ist, und eines Tages verzückt sie dieser Anblick vor lauter Gewohnheit nicht mehr besonders, oder 2. sie schaut aus dem Fensterchen hinaus, glaubt durchaus, dass der paradiesische Garten rundum das Häuschen weiterläuft, und ist etwas verstimmt, weil sie den Großteil dieses Paradieses nie sehen kann, oder 3. sie schaut aus dem Fensterchen hinaus, glaubt an die Existenz des Paradieses rundum das Häuschen, ist verzückt beim Gedanken, dass ihr Häuschen überhaupt in einem solchen Paradies liegt, dankt und ist glücklich, weil sie bereits an die Verheißung denkt, dass sie das alles einst wird sehen dürfen. Die meisten Seelen lassen sich unter Punkt 1 oder unter Punkt 2 einstufen. Um vollkommen zu sein, muss die Seele aber Einstellung Nr. 3 hegen; denn dabei liebt sie Gott für dieses Geschenk (danken heißt eigentlich immer auch, denjenigen lieben, dem man dankt), sie glaubt an die Tatsache, dass sie mitten in einer unendlichen Göttlichen Wirklichkeit lebt, UND sie hofft auf die Fülle der Befriedigung im Jenseits. Die Tugend der Hoffnung ist dort vollendet, wo sich die Seele richtig freut in der Erwartung, dass das Schöne erst nach diesem Leben kommt. Dadurch schwebt sie gleichsam leichten Fußes über die holprigen und steinigen Wege zum Land der Bestimmung, wo ihr die Abendsonne des vollendeten Glückes entgegenglüht. Der Großteil von Gottes Wirklichkeit entzieht sich den Augen des Menschen. Wäre das nicht der Fall, so könnte die Seele keinen einzigen Anspruch auf die Verdienste des wahren Glaubens erheben. Jesus sagt: “Dein Glaube hat dich gerettet.” Die Seele, die weiter schauen darf, wie es in der Mystik der Fall ist, verliert dabei einen Teil des Verdienstes und muss diesen Verlust dadurch auszugleichen versuchen, dass sie umso mehr Liebe verbreitet. Konkret heißt dies, liebe Schwester, die Notwendigkeit der vollkommenen Selbstverleugnung. 22 Wenn Gott eine Seele dazu befähigt, Teile der Wirklichkeit zu schauen, die normalerweise den Seelen auf Erden verborgen bleiben, so verfolgt Er damit eine bestimmte Absicht. Die Wege der Mystik, des “unmittelbaren Schauens”, der “weniger als üblich gehemmten Kommunikation” zwischen Gott bzw. Maria und einer Seele, werden nur Seelen erschlossen, die eine bestimmte Aufgabe zu erfüllen haben. Das Schauen in die jenseitige Wirklichkeit, in die Mysterien Gottes und Mariens und in die Geheimnisse der Seele hat einen Preis. Nicht jede Seele ist gewillt, diesen Preis ein Leben lang zu bezahlen. Aus diesem Grunde prüft Gott, manchmal durch Maria, zunächst eine Seele in der Absicht, herauszufinden, ob diese Seele dazu bereit ist, sich selbst vollkommen zu verleugnen, wenn erforderlich durch lebenslängliches Leiden und Aufopferung. Erst nachdem die Seele über eine lange Zeit immer härter geprüft worden ist, werden ihr Türen oder Fenster geöffnet, durch welche sie größere Teile der “übernatürlichen” Wirklichkeit schauen darf. An jenem Punkt hat die Seele bereits begriffen, dass es für sie auf Erden keinen eigenen Willen mehr geben darf, sondern dass sie ausschließlich für das Wohl anderer und für die Verwirklichung von Gottes Heilsplan lebt. Sie schreiben, dass für Sie das Leben auf diesem Planeten viel leichter wäre, wenn Sie in die jenseitige Wirklichkeit schauen dürften. Kraft Göttlichen Gesetzes ist es aber völlig unmöglich, den Weg der Mystik zu gehen und dabei nicht immer zunehmenden Prüfungen unterzogen zu werden. Dasjenige, das man in einem Leben auf dem Weg der Mystik über das durchschnittliche Maß bekommt (die Gabe des “Schauens” u. a.) wird nämlich dadurch bezahlt, dass man auch bereit sein muss, über das durchschnittliche Maß zu geben, ohne Einschränkungen. Die Welt ist im Chaos. Ich verstehe deswegen durchaus, dass Sie sich danach sehnen, selbst einen Blick in die Geheimnisse des Lebens nach dem Tode werfen zu können. Diesen Blick werden Sie dorthin werfen in der Stunde nach dem Dahinscheiden auf Erden. Bis dahin gibt es den übergroßen Verdienst des Glaubens. Eines der größten Geschenke, die Ihnen die Gottesmutter in diesem Augenblick bereiten könnte, ist jenes der inneren Freude über dasjenige, was kommen wird. Der Student kommt leichter durch die Prüfungen, wenn er an die Ferien denkt, die gleich folgen, und der Sportler hält besser durch, wenn er an das Ziel denkt, das immer näher kommt. Denken Sie an die Stunde, in der auch Sie irgendwann (sie liegt vorläufig in Gottes Weisheit geborgen) vor dem Schöpfer stehen werden, die Gottheit und Maria schauen werden und durch das Tor ins Paradies hineingehen dürfen. In jener Stunde werden Sie sagen “Danke, mein Gott, dass ich Dir das Geschenk aller meiner Prüfungen auf Erden geben kann; denn von dem, was mir von Dir bereitet worden ist, hatte ich keine Vorstellung. Hätte ich es gewusst, so hätte ich noch viel mehr leiden wollen.” Liebe Schwester, uns erwartet 23 etwas Unbeschreibliches. Nur noch eine vergängliche Zeit der Prüfung und dann folgt die Ewigkeit des vollendeten Glückes. Sehr gerne würden Sie Ihre Angehörigen und Ihre Tiere sehen, die jetzt schon im Jenseits sind. Das verstehe ich nur zu gut. Zu meiner großen Freude kann ich mit Sicherheit sagen, dass Sie sie alle sehen werden. Damit die Zeit bis dahin etwas erleichtert wird, lege ich Ihnen ans Herz: Gehen Sie zu Maria, voll und uneingeschränkt, in vollkommener Hingabe; denn Maria vertritt ALLES, was je von Gott erschaffen worden ist. Die Liebe, die Geborgenheit, den Trost, die Unterstützung, den inneren Frieden, kann Sie Ihnen bereiten, jetzt schon hier auf Erden. Sie erwartet nur Ihre vollkommene Hingabe in den Prüfungen. Was ist darunter zu verstehen, dass die verstorbene Hündin ins Herz Gottes zurückgekehrt ist? Der Kern eines jeden Lebewesens ist das so genannte Lebensprinzip. Bei dem Menschen wird dieses “die Seele” im engen Sinne genannt. Der Körper ist nur der Teil des Wesens, den wir mit unseren Augen sehen können. Der Körper dient lediglich dem Handeln und Bewegen auf dieser Erde. Dasjenige, was wirklich ständig mit Gott und Seinem Wirken in Berührung bleibt, ist das Lebensprinzip. Deswegen ist es dieses Lebensprinzip, das zu Gott zurückkehrt. Es ist nicht stofflich. Ein verstorbenes Tier existiert also durchaus noch im Jenseits, wird dort aber mit den Augen der Seele wahrgenommen. Wenn wir in den Himmel kommen, werden wir auch unsere verstorbenen Mitmenschen von Seele zu Seele wahrnehmen. Auch die Engel sehen sich gegenseitig von Seele zu Seele, nicht in einem stofflichen Körper. Die Glückseligen (verstorbenen Menschen) sehen sich ebenfalls gegenseitig von Seele zu Seele. Gott und Maria werden mit der Seele wahrgenommen, also in einer verherrlichten Gestalt. So erfolgt eben die Wahrnehmung auf der übernatürlichen Ebene. Wenn Sich Maria einer Seele auf Erden zeigt, erfolgt dies auch gewöhnlich nicht in einer Gestalt aus Fleisch und Blut. Wenn wir unsere Mitgeschöpfe von Seele zu Seele sehen dürfen, werden wir sie sehen, so wie Gott sie ursprünglich gedacht hatte, also viel schöner als auf Erden. Das ist somit alles andere als „schlimm“ (wie Sie es nennen), sondern eine wahre Verzückung, der Gipfel der Glückseligkeit: Wir schauen gleichsam durch das Wesen unserer geliebten Mitgeschöpfe hindurch und sehen es so, wie Gott es sieht. Von der Existenz eines gesonderten Tierparadieses hat mir Maria (noch) nichts gesagt. Die Himmlische Königin sagte mir immer schon, alle Lebewesen, deren Sünden völlig abgebüßt sind, sehen sich im Paradies wieder, durch die übernatürliche Wahrnehmung von Seele zu Seele, oder von Seele zu Lebensprinzip. Da Tiere nicht sündigen können, bezieht sich dieses Abbüßen nur auf die Menschenseelen. Was die Tiere betrifft, sagte mir Maria vor ein paar Jahren ausdrücklich, “kein 24 unschuldiges Lebewesen geht verloren”. Ein verstorbenes Tier kehrt in das Herz Gottes zurück, als Lebensprinzip. Das Lebensprinzip ist Träger der Göttlichen Intelligenz, die das Wachstum und die Einströmung der Lebenskraft von Gott aus in das Lebewesen regelt und gleichsam einen “Entwurf des Lebensplanes” des betreffenden Lebewesens enthält. Das alles macht das Lebensprinzip zu einem echten Wunder aus Gottes Hand. Der Schöpfer lässt dies nicht verloren gehen. Maria hat mir nicht buchstäblich gesagt, allerdings mir zu verstehen gegeben, dass die Menschenseele im Paradies auch die Lebensprinzipien der verstorbenen Tiere wird wahrnehmen können und diese so erkennen, als handele es sich um die leiblichen Wesen. Man könnte es sich eigentlich so vorstellen, dass man dort seinen Hund, seine Katze, sein Kaninchen usw. ohne weiteres wird wiedererkennen können, nicht weil diese physisch vor einem stehen, sondern weil die Seele in der Herrlichkeit eine voll erweiterte Wahrnehmung genießt. Gemäß diesem selben System ließe sich auch erklären, was mich Maria einst in einer mystischen Erfahrung hat schauen lassen: dass die Seele im Himmel jede andere Seele gleich erkennt (alle Engel, alle Glückseligen, die Königin des Himmels usw.). Wieso? Weil die Seele im Paradies eine vollkommene Wahrnehmung besitzt, und durch mystische Kenntnisübertragung die Fähigkeit bekommt, “in andere Seelen hineinzuschauen”. Man könnte es so sehen, dass die Seele in der Herrlichkeit manches annähernd so schauen kann, wie Gott es sieht, und dass sie gleich weiß, “wen sie vor sich hat”. Über die Leiden der Frau Mutter und die Drohung der Einsamkeit Liebe Schwester, es wird Ihnen inzwischen bekannt sein, wie riesig groß der Wert des Opfers ist. Gerne teile ich Ihnen mit, was mir Maria während des Gebetes für Sie und Ihre Frau Mutter hat aufzeichnen lassen. Diese Übermittlung meint Maria übrigens für alle Seelen in einer ähnlichen Lage wie der Ihrigen; denn Sie sind in diesem Leiden durchaus nicht allein. Die Himmlische Mutter lässt hiermit die Sonne der Hoffnung strahlen: Totale, tief gelebte Weihe an Maria bewirkt ein Hinüberfließen Ihres Herzens in das Herz Mariens. Dadurch nimmt Maria Ihr Wesen immer mehr in Besitz und erfüllt Ihr ganzes Wesen mit Ihrer heiligsten und Frieden schenkenden Gegenwart. Sie können dadurch so sehr von Maria getragen werden, dass Sie nie mehr das Gefühl bekommen, allein zu sein. Eins der größten Wunder der totalen Weihe an Maria liegt darin, dass die Seele allmählich von weltlichen Bindungen losgelöst wird und trotzdem immer weniger Einsamkeit verspürt und dass darüber hinaus alles in ihrem Leben immer mehr von Gottes Vorsehung geregelt wird. Machen Sie sich weniger Sorgen. Solange die Seele sich Sorgen macht, hat Gott das Gefühl, dass die Seele damit beschäftigt bleibt, selber 25 Lösungen für allerlei Dinge zu suchen. Sobald die Seele sich keine Sorgen mehr macht, sondern sich total, mit ihrem ganzen weiteren Lebensweg, Maria ausliefert, wird sie von Maria auf Wege geführt, die ihre Sorgen auf völlig unerwartete Weisen auflösen. Sogar wenn der Tag kommt, an dem Gottes Plan es verfügt, dass Ihre Frau Mutter Sie verlassen muss, werden Sie erfahren, dass Sie diesen neuen Zustand auf unerwartete Weise werden tragen können, und da wird Ihnen die Mutter sogar noch näher sein, als sie es jetzt auf Erden sein kann; denn im Paradies lebt die Seele im ungehemmten Zustand. Ihrer Frau Mutter gibt Maria die folgenden Ratschläge: Betrachten Sie Ihren Kampf gegen den Krebs ab heute als Kampf gegen die Finsternis in den Seelen, und Ihre Tage werden in Gottes Augen einen noch unendlich viel größeren Wert bekommen. Der Kampf verändert sich dann nämlich von einem Kampf für eine bessere körperliche Verfassung in einen Kampf für die Reinigung der Welt. Was Sie dann geben werden, ist selbstverleugnende Nächstenliebe, und gerade diese heißt vollkommene Nachfolge Christi und somit ein wirklich fruchtbares Leben. Die wahre Heilung ist nicht das Frei-Werden von unseren körperlichen Lasten, sondern die Befreiung von jeglicher Spur des Unfriedens und der Spannung in unserem Herzen, durch völlige Hinnahme unseres Schicksals. Selbstverständlich dürfen Sie mit der Natur mitwirken und sich die Leiden tragbar machen helfen. Nur wird dies Ihnen erst dann den vollkommenen inneren Frieden bereiten, wenn Sie den Weg ab heute in allen Einzelheiten gemeinsam mit Maria gehen. Sprechen Sie dauernd zu Ihr und bitten Sie Sie um Kraft und Licht. Den Krebs als solchen können Sie Maria mit der Bitte darbieten, er möge aufgrund aller damit einhergehenden Leiden dazu beitragen, den Krebs unserer Gesellschaft zu heilen. Es herrscht unsagbar viel Krebs in den Seelen (Wucherung der Finsternis und der Auswirkungen der unzähligen weltlichen Einflüsse in den Seelen). Sie können jetzt noch aus Ihren schrecklichen Leiden der vergangenen Jahre ein Opfer machen, das von Maria, der Mittlerin aller Gnaden, in Baustoff für Lichtstrahlen für viele Seelen umgewandelt werden kann. Ein solches Opfer würde die Fruchtbarkeit Ihres Lebens in Gottes Augen hochgradig steigern. Sie brauchen dazu nur zu sagen: “Himmlische Mutter Maria, ich schenke Dir alle Wirkungen meiner Krankheit als Lichtstrahlen und alle meine Leiden, die ich an Leib und Seele dadurch habe durchstehen müssen, als Strahlen der Hoffnung für die Heilung von erkrankten Seelen, in denen das wahre Licht dabei ist, ausgelöscht zu werden. Trage mich durch diese schweren Tage, damit ich irgendwann meinen Schöpfer mit diesem Geschenk erfreuen kann.” 26 Sie fragen, ob Sie mir ein Geschenk machen können? Nur eins gibt es auf dieser Welt, das mir Freude machen kann: Wenn sich eine Seele uneingeschränkt Maria hingibt und sich voll und ganz in den von Gott für Sie bereiteten Plan hineinzufügen bereit ist; denn eine solche Seele ist eine Blume zu Füßen der Herrin aller Seelen, ein Diamant in Ihrer Krone und eine Frucht im Obstgarten Gottes. Ein schöneres Geschenk könnten Sie mir überhaupt nicht machen. Ich schließe Sie beide in mein Herz. In Liebe und zu Diensten der Herrin aller Seelen, Ihre Myriam 80. Über die Beichte — über die Verantwortung für die Eltern — über die Abstinenz — über das Sakrament der Ehe Liebe Schwester in Jesus und Maria, In Bezug auf Ihre Beichte Eine richtig befriedigende Beichte abzulegen, ist in unserer Zeit tatsächlich nicht mehr einfach. Allerdings kann ich Sie in diesem Sinne beruhigen, dass die Fülle der Gnade dieses Sakraments auch dann gespendet wird, wenn die Seele nicht ganz über den Verlauf derselben zufrieden ist. Laut demjenigen, was mir Maria zur Beichte gesagt hat, sind die ausschlaggebenden Elemente die Folgenden: - Die Seele muss ihre Sünden, Fehltritte, Nachlässigkeiten, Fehler, Versäumnisse usw. (kurzum, all dasjenige in ihrem Verhalten, wodurch sie von Gottes Gesetzen abgewichen ist) aufrichtig bereuen. - Die Seele muss den aufrichtigen Willen haben, sich mit Gott zu versöhnen. - Die Seele muss ihre Beichte ehrlich und aufrichtig sprechen, im Bewusstsein, dass sie diese eigentlich gegenüber dem barmherzigen Gott spricht, da der Priester während der Beichte Gott vertritt. - Der Priester muss den Freispruch von den gebeichteten Sünden spenden. - Der Priester muss eine Buße auferlegen, welche von der Seele genauestens und in uneingeschränkter Hingabe auszuführen ist. Dieses Element ist besonders wichtig, weil in Gottes Augen die Versöhnung mit Ihm nach einfacher Vergebung noch nicht vollständig ist, sondern die Seele auch Wiedergutmachung zu leisten hat, damit auch die hinterlassenen Spuren der Sünde weggewaschen werden. - Die Seele muss die aufrichtige Absicht haben, zu versuchen, dieselben Fehler künftighin nicht zu wiederholen. 27 Was den Inhalt der Ihnen bei der Beichte auferlegten Buße betrifft, ist es mir untersagt, jegliche Aussage zu machen, da mir unsere Himmlische Herrin nicht erlaubt, irgendwelches Urteil über priesterliche Entscheidungen zu fällen. In tiefstem Gehorsam betrachte ich deswegen diese Entscheidungen als von Gott gewünscht oder mindestens von Ihm zugelassen, aus Gründen die in irgendwelcher Weise Seinem Heilsplan dienlich sein werden. Tatsächlich ist es heilvoll, sich regelmäßig darüber zu besinnen, was Gott von uns will. Gewissermaßen ist das für jede Seele eine tägliche Aufgabe. So gefällt es zum Beispiel der Herrin aller Seelen sehr, wenn sich die Seele abends eine Weile in das eigene Herz zurückzieht und die Bilanz des vergangenen Tages hinsichtlich ihres seelischen Lebens zieht, damit sie auf die innere Führung in Bezug auf dasjenige hören kann, was sie zu tun hat, damit ihr Lebensweg fruchtbar bleibt bzw. fruchtbarer wird. Allerdings darf die Seele dabei nicht ihre Beziehungen zu ihren Mitgeschöpfen aus den Augen verlieren; denn wir dürfen nie vergessen, dass jedes Geschöpf (sei es Mensch oder Tier) auf unseren Lebensweg kommt, weil Gott mit diesem Kontakt etwas vorhat. Das kann etwas Geringes und von kurzer Dauer sein, aber auch etwas Großes und von längerer Dauer. Jede Sekunde zählt. Das heißt, dass jegliche Unachtsamkeit in unserem Verhalten bereits die Qualität unserer Lebensfrucht beeinträchtigen kann. Es ist ein schöner Akt der Liebe Gott gegenüber, diese Regel immer zu berücksichtigen; denn was wäre der Zweck eines Lebens, wenn nicht dieser: Früchte einzubringen, mit denen Gott wirklich etwas tun kann. Keine Seele lebt für sich allein, sie lebt immer an erster Stelle für Gottes Heilsplan, und das Hauptziel ist immer: Fruchtbarkeit durch reine Liebe. In Bezug auf die Verantwortlichkeit für die Eltern u. a. Es ist kein Zufall, dass eine Seele gerade diese Eltern oder jene Kinder hat. Gott sieht das alles genau so vor, weil Er nur die völlige Verwirklichung Seines Heilsplans bezweckt: Er will möglichst viele Seelen den Weg der Heiligung vollenden sehen, um Sein Reich des vollendeten Friedens auf Erden gründen zu können. Deswegen erschafft Gott jede Seele mit einer spezifischen Ausrüstung und bringt diese und jene Seele zusammen, weil Er mit einer gewissen Kombination von Fähigkeiten, Talenten und Schwächen eine genaue Absicht verfolgt. Die Berührung zwischen Fähigkeiten, Talenten, Schwächen, Absichten usw. regt Seelen dazu an, bestimmte Verhaltensmuster zu entwickeln. Gott hat es so verfügt, dass, wenn es einer Seele gelingt, ihr Verhalten vollkommen an den Göttlichen Gesetzen der Liebe zu orientieren, diese Seele dadurch die optimalen Voraussetzungen für ihre eigene Heiligung und (auf indirekte Weise) für die Entwicklung der Seelen in ihrer Umwelt schafft. Wenn Sie es so betrachten, wäre der Schluss vertretbar, dass Sie für Ihre Eltern Mitverantwortung tragen. Es muss jedoch darauf 28 hingewiesen werden, dass jede Seele an sich die Höchstverantwortung für ihr eigenes Heil zu tragen hat. Das heißt konkret, dass Sie Ihre Eltern nicht ganz und gar im Stich lassen dürfen — vorausgesetzt, sie sind bereit, Ihren Einfluss in ihrem Leben wenigstens hinzunehmen —, aber dass der Vater und die Mutter trotzdem ihren eigenen Weg zu gehen haben, auf dem sie nur in dem Maße die Heiligung ihrer Seele verwirklichen werden, wie sie ihren eigenen freien Willen in den Dienst Gottes setzen. Dort hört dann die Verantwortung von Ihnen selbst, liebe Schwester, eigentlich auf. Es sollte durchaus möglich sein, als Erwachsene Ihren eigenen Weg zu gehen, also nicht bei den Eltern zu bleiben, auch wenn die Eltern das irgendwie wünschen oder es ihnen irgendwie helfen würde, auf irgendwelche Weise für sie da zu sein. Was Sie auf keinen Fall unterlassen dürfen, ist, für Ihre Eltern nach wie vor zu beten, damit sie die Führung Gottes spüren und akzeptieren können und gewillt sind, dieser immer zu folgen. Vergessen wir nie, dass die wertvollste Hilfe, die man einem Mitmenschen gegenüber leisten kann, oft nicht die physische Nähe ist, sondern die Gebete und Aufopferungen, die man genauso gut aus der Ferne leisten kann. In Bezug auf die Abstinenz Einer der Gründe, weshalb Maria (so wie Gott Selbst) einen großen Wert auf die sexuelle Enthaltsamkeit legt, ist, dass jedes Bedürfnis, das mit dem physischen Teil des menschlichen Wesens zu tun hat, dazu neigt, die Seele an die Welt festzuketten. Auf dem Weg der Heiligung kann die Seele sich nur in dem Maße mit dem Herzen Mariens und mit Gott verbinden, wie sie sich von sämtlichen Anhänglichkeiten befreien kann. Solange die Seele an dem sexuellen Bedürfnis festhält, widmet sie ihre Aufmerksamkeit nicht völlig der Entwicklung ihres Bundes mit Maria bzw. Gott. Die Herrin aller Seelen weist darauf hin, dass viele Seelen die von Gott erhaltene Lebenskraft in zu hohem Maße auf die körperlichen Funktionen verwenden und dadurch relativ wenig Kraft für die Entwicklung ihrer seelischen Funktionen übrig behalten. So erklärt Sie, dass eine Seele, um die Weihe an Sie zur vollen Fruchtbarkeit zu bringen, versuchen sollte, physisch sehr enthaltsam zu leben: regelmäßiges Fasten, Mäßigkeit in jedem Sinne, weitgehende sexuelle Abstinenz. Im Rahmen meiner mystischen Ausbildung in den vollkommenen Dienst an Maria lehrte mich Maria vieles in Bezug auf das Mysterium der Erhebung der Lebensfunktionen auf immer höhere Ebenen. Nur dieses darf ich zu diesem Zeitpunkt in diesem Zusammenhang dazu schreiben: Wenn eine Seele zum vollkommenen Dienst Mariens berufen wird (und auf irgendeine Weise ist jede Seele das, in Anbetracht der Tatsache, 29 dass Maria von Gott die Führung über Seinen Heilsplan erhalten hat und dass jeder Dienst an Maria zur gleichen Zeit voller Dienst an Gott ist), sollte sie aktiv dabei mitwirken, die inneren Empfindungen so von Maria umgestalten zu lassen, dass zum Beispiel das sexuelle Bedürfnis allmählich durch Akte der vollkommenen Dienstbarkeit ersetzt wird. Sehr kurz zusammengefasst: Maria verglich mir gegenüber einst die Mystik der Einswerdung mit Ihr mit der Einswerdung in einer Brautkammer, wo sich die Seele auf die Einladung Mariens hin in vollendeter Hingabe ihres freien Willens vollkommen mit dem Wesen Mariens verschmelzen lässt, um verschiedenartige Früchte zu “zeugen”. Diese Einswerdung kann sich in vielen Formen vollziehen: durch mystische Verzückung, durch Akte der Buße oder der Entsagung usw. Das heißt konkret, dass sich die Einswerdung sowohl in der Empfindung der verzückendsten Liebe als auch in der Empfindung des tiefsten Leidens vollziehen kann. Voraussetzung für die spirituelle Einswerdung ist eine hochgradige Entwicklung der Bereitschaft zur Empfindung und zur praktischen Erfahrung der drei Elemente LIEBE + LEIDEN + GEHORSAM. Maria sagt dazu noch, dass die Empfindung, welcher der Körper in der sexuellen Einswerdung nachjagt, ihr vollendetes Gegenstück in der Seele dort bekommt, wo die Seele durch totale und bedingungslose Weihe an Maria tief innerlich den Weg gefunden hat, die Aufopferung als Entzückung zu erfahren. In einem gewissen Maße kann jede Seele, auch außerhalb der Mystik, dies nachvollziehen; denn der Schlüssel zur Erschließung dieser Empfindung liegt in dem Willen, die Vervollkommnung in der Liebe anzustreben. Die praktisch gelebte vollkommene Weihe an Maria ist somit der Weg ständig wiederholter Akte der Einswerdung mit Maria. Die Seele, welche die Vollkommenheit anstrebt, sollte ihre Sexualität allmählich gegen diese spirituelle Einswerdung mit Maria (und in ihr automatisch mit Jesus) auszutauschen versuchen. Um die Abstinenz vor der Eheschließung einhalten zu können, sollten Sie inständig zu Maria beten, Sie möge Ihnen die Gnade erwirken, die körperliche Einswerdung nur im Rahmen des Sakramentes zu vollziehen, weil Gott die körperliche Einswerdung nur als Teil Seines Planes für Seelen vorgesehen hat, die durch die Gnade des Ehesakramentes zusammengeführt worden sind. Die Ehe ist ein Sakrament und als solches darf sie nicht leichtsinnig eingegangen werden; denn mit jedem Sakrament berührt Gott die Seele und nimmt Er sie auf eine einzigartige Weise in Seinen Heilsplan auf. Deswegen ist die sakramentale Ehe ein Bund, den die Ehe schließenden Seelen miteinander UND mit Gott schließen. 30 Aus diesem Grunde muss ich Ihnen raten, die Entscheidung zur Ehe erst nach längerer Zeit der Besinnung und des Gebetes zu treffen. Bis dahin sollten Sie auch deswegen so enthaltsam wie möglich leben (und inständig zu Maria um die Kraft dazu beten), da nur die Enthaltsamkeit die Seele vollkommen für die eindeutige Führung auf der nichtstofflichen Ebene öffnet. Als Grund dafür erklärte mir die Herrin aller Seelen, dass die Enthaltsamkeit auf physischer Ebene es der Seele ermöglicht, den Großteil der Lebenskraft, die Gott ihr täglich schenkt, auf die Entwicklung und Reinigung der höheren Lebensebenen zu verwenden. Gerade auf diesen Ebenen vollzieht sich der unmittelbare Kontakt zwischen Gott und der Seele. Deswegen ist auch ein Leben auf dem Weg der Mystik unmöglich, solange den physischen Bedürfnissen im hohen Maße nachgegeben wird, weil sich der Kanal, durch welchen die Inspirationen und mystischen Offenbarungen in die Seele geleitet werden, nur dann rein und offen halten kann, wenn die Lebenskraft voll und ganz auf die höchsten Ebenen der Seele gelenkt wird. Wenn Sie begreifen, wie wichtig das Leben auf den höheren Ebenen der Seele für die Fruchtbarkeit des Lebens ist, werden Sie diese Einstellung (eines Lebens in Abstinenz) immer besser verwirklichen können. Damit sich diese Anstrengung lohnen kann, müssen Sie unbedingt auch für Ihren Freund beten, damit auch er die Kraft findet, diese Wandlung hinzunehmen, um mit Ihnen gemeinsam aus diesem Opfer eine mächtige Waffe zur seelischen Vertiefung zu bereiten. Ohne inständiges Gebet ist dieser Kampf zu schwer; im Rahmen eines felsenfesten Bundes mit Maria können Sie ihn gewinnen; denn die Herrin aller Seelen ist uns in erster Linie dazu gegeben, unsere inneren Schwächen überwinden zu helfen, damit wir der wahren Heiligkeit immer näher kommen können. Sie hat alle Macht, eine Seele völlig neu zu gestalten. Der Schlüssel zu dieser Macht ist der beständige freie Wille der Seele, ein Leben zu führen, das Gottes Interessen dient. Im seelischen Leben ist ALLES letztendlich eine Frage der wahren Liebe. Liebe Schwester, die vielen Fragen, die Sie zurzeit beschäftigen, sind Einladungen von Gott an Sie, sich über manches zu besinnen und die Entscheidung zu treffen, sich völlig und uneingeschränkt dem Weg hinzugeben, den Er für jede Seele in diesen schweren Letzten Zeiten vorgesehen hat: den Weg der vollkommenen Weihe an Seine über alles erhabene Tochter. Sie hat die Macht erhalten, Sie auf jedem Meter Ihres Lebensweges zu führen und Sie genau dorthin zu bringen, wo Gott auf Sie wartet. Enttäuschen Sie Ihn nicht; denn Seine Liebesgeschenke übersteigen das Gewicht aller Ihrer heutigen Prüfungen und Qualen um ein Tausendfaches. In dem Maße, wie Sie sich mit Zuversicht Maria hingeben werden, in jeder Einzelheit Ihres Lebens, werden Sie die richtige Lösung aller Ihrer Fragen auf dem Boden ihres eigenen Herzens 31 lesen können; denn Maria wird diese Lösungen dorthin schreiben mit den goldenen Buchstaben Ihrer vollendeten Liebe. In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen, Ihre Myriam 81. Über den Liberalismus in der Gesellschaft — über die Sünde und die Versuchung — über den Unterschied des männlichen und weiblichen Geschlechts — über die Sünde der Geschlechtsumwandlung — über die Beichte — über die Selbsthinnahme Liebe Schwester in Jesus und Maria, auf Einladung unserer Himmlischen Herrin benutze ich diese Anrede. Sie werden aus diesem Brief verstehen, aus welchem Grunde. Es freut mich, dass Sie so offenherzig über Ihr Problem geschrieben haben. Erstens schreibt jede Seele, die sich an unser Apostolat wendet, eigentlich an Maria Selbst, und zweitens hat Maria unser Apostolat dazu ins Leben gerufen, das Apostolat der wahren Hoffnung zu sein. Es ist in diesem Sinne, dass ich von der Herrin aller Seelen die Belehrung herab gebeten habe, die ich Ihnen jetzt gerne anvertraue. Sie haben eine Geschlechtsumwandlung in der Absicht vornehmen lassen, als Frau geboren, den Körper eines Mannes zu bekommen, und fragen um die Stellungnahme des Himmels in diesem Zusammenhang, und „wie Sie von Gott gerichtet werden“. Unsere moderne Gesellschaft ist sehr liberalistisch geworden. Aus diesem Grunde gibt es immer weniger gesetzliche Hemmungen, zum Beispiel bezüglich der in der Medizin angewandten Verfahren. Der Mensch will frei sein, in dem Sinne, dass er sich eine eigenständige Moral aufbauen will, die von keiner christlichen bzw. kirchlichen Einschränkung bedroht werden kann, weil das Gesetz Gottes außer Kraft gesetzt wird. Diesen Gedanken möchte ich gleich vorwegnehmen; denn er schildert die gesellschaftliche Lage, die eine Geschlechtsumwandlung erst ermöglicht. Indem er eine solche gesellschaftliche Lage schafft und ermöglicht, dass sich dieselbe zügellos ausbreitet, täuscht der liberalistische Gedanke sehr viele Seelen und macht diese vollkommen blind für die Gesetze Gottes, die in jedem Herzen geschrieben sind. Es entsteht die Täuschung, dass Handlungen, die gewissermaßen anerkannt werden und sich somit einbürgern und in immer mehr Fällen sogar gesetzlich zugelassen werden, richtig sind und nicht Gegenstand irgendwelcher Bedenken sein sollten. In diesem Sinne ist das in der Gesellschaft gangbar gewordene Denken, die allgemeine moralische Empfindung, mithaftbar für die Zunahme des sündhaften Handelns. Maria lädt mich dazu ein, Ihr Problem in zwei Phasen zu beantworten. 32 1. Ja, die von Ihnen vorgenommene Handlung ist sündhaft. Ich teile Ihnen gleich die von Maria gelehrten spirituellen Hintergründe mit, damit Sie verstehen können, wieso Gott sie als sündhaft richten kann. 2. Ich darf auch Ihnen die wahre Hoffnung bereiten. Gleich auch dazu Weiteres. 33 Zum Ersten: die Geschlechtsumwandlung als Sünde Zunächst soll ich klarstellen, was laut Belehrung der Herrin aller Seelen unter “Sünde” zu verstehen ist. Eine Seele begeht eine Sünde, wenn sie einer Eingebung nachgibt, aufgrund derer sie zu einer Abweichung von Gottes Gesetz angeregt wird, sei es durch eine Handlung, sei es durch ein Wort, durch ein Gefühl, durch einen Gedanken, durch einen Wunsch oder durch ein Versäumnis. Diese erwähnte “Eingebung” selber, bezeichnet Maria als die Versuchung. Maria fügt noch Folgendes hinzu: “Die Seele gibt der Versuchung freiwillig nach, weil in ihr die Hoffnung auf Befriedigung eines persönlichen Bedürfnisses geweckt worden ist oder aber die Versuchung ein solches Bedürfnis so stark spüren lässt, dass dieses plötzlich eine alles beherrschende Macht über die Seele gewinnt, so dass die Seele keine Ruhe mehr findet, ehe sie der Versuchung nachgegeben hat.” Sünde hat also mit einem Gebrauch des freien Willens in Abweichung von Gottes Gesetzen zu tun. Im Grunde genommen handelt es sich bei der Sünde deshalb immer um einen Mangel an Liebe gegenüber Gott und um einen Mangel an Gehorsam. Darf ich mit Ihnen Ihre persönliche Lage betrachten: Gott hat Sie als Frau erschaffen. Er hatte damit eine bestimmte Absicht. Jede Seele wird ausschließlich dazu in die Welt geschickt, um Gottes Heilsplan für die Seelen verwirklichen zu helfen, damit Gottes Reich des vollendeten Friedens und der vollendeten Liebe auf Erden gegründet werden kann. Jede Seele hat nur diesen selben Lebenszweck. Die Bestimmung ist dieselbe (Heiligung aufgrund der völligen Verwirklichung der Erlösung). Der Weg jedoch ist unterschiedlich. Keine zwei Seelen durchlaufen denselben Lebensweg. Dennoch hat dies alles noch nichts mit Geschlecht zu tun. Das Eigene von jedem der beiden Geschlechter, im spirituellen Sinne, hat Maria einst so umschrieben, dass in Gott ein männliches und ein weibliches Prinzip wirksam sind. Das männliche Prinzip ist der Wille, das weibliche Prinzip die Liebe. Maria sagt, die “weibliche Macht”, die Liebe, muss zugegen sein und bereit sein, die “männliche Macht”, den Willen, zu empfangen, so dass, um neues Leben zu schaffen, die Göttliche Liebe durch den Göttlichen Willen befruchtet werden muss. Den spirituellen Unterschied zwischen den Geschlechtern bei den Menschenseelen erläutert Maria auf ähnliche Weise: Die Frau ist in spiritueller Hinsicht wie eine Vorratskammer der Fruchtbarkeit, der Mann ist gleichsam der Schlüssel zu dieser Kammer. Wohlgemerkt, Maria verweist auf die spirituelle Eigenheit der Geschlechter. Die Frau hat dabei die Aufgabe, die Liebe als die Essenz 34 des wahren Lebens und der Fruchtbarkeit im Göttlichen Leben in sich zu nähren und in vollkommener Reinheit zu bewahren. Das heißt nicht, dass es in spiritueller Hinsicht Aufgaben gäbe, die nur der Mann oder nur die Frau zu erfüllen hätten; denn Mann und Frau haben genau dasselbe Ziel: die Reise in das Herz Gottes auf eine für Gott fruchtbare Weise zu absolvieren. Was Marias Worte allerdings betonen wollen, ist die Tatsache, dass die Geschlechter innerhalb von Gottes Heilsplan spezifische Rollen zu spielen haben und es für Gott nicht einerlei ist, ob man Mann oder Frau ist. Er gießt die Seele entweder in einen männlichen oder in einen weiblichen Körper ein, und in jedem Geschlecht wirkt sich die Göttliche Intelligenz, die den individuellen Lebensplan ein Menschenleben lang zu orientieren versucht, unterschiedlich aus. Dies zu erwägen, ist wichtig; denn es weist nach, wieso Mann und Frau zwar dasselbe spirituelle Ziel verfolgen sollen, aber trotzdem vollkommen verschiedene Verhaltensmuster, Interessen usw. entwickeln, und wieso Gott den Geschlechtern gegenüber verschiedene Erwartungen hegt. Der langen Rede kurzer Sinn: Die Sünde der Geschlechtsumwandlung besteht darin, dass Gott diese Handlung als Auflehnung gegen Seine Verfügung betrachtet. Ob eine Seele als Mann oder als Frau durch das Leben zu gehen hat, bedeutet für sie beträchtliche Unterschiede in den Lebenssituationen. Indem die Seele das Geschlecht selber ändern lässt, zieht sie sich also nicht für sie beabsichtigte Lebenslagen zu und weist sie andere, die freilich für sie beabsichtigt waren, zurück. Sie verändert dadurch im hohen Maße den Plan, den Gott mit ihr hatte. Konkret heißt dies, dass die Seele, die eine Geschlechtsumwandlung vornehmen lässt, einen völlig eigenen Weg geht und dem Göttlichen Heilsplan nicht mehr im vollen Maße dienlich ist. Hinsichtlich Ihrer Bemerkung, dass Sie sich immer mehr als Mann gefühlt haben denn als Frau, muss ich betonen, dass ungeachtet Ihrer Gefühle Gott die Seele nach wie vor so betrachtet, wie Er sie hat werden lassen. Die geborene Frau bleibt für Ihn Frau. Das bedeutet unter anderem, dass Er die Gegebenheiten Ihres Leben vor dem Hintergrund der Tatsache bewertet, dass Ihr Leben als das Leben einer Frau vorgesehen war. Die Entscheidung, als geborene Frau, Mann zu werden, ist nicht umkehrbar. Dennoch wäre Maria nicht der Morgenstern, die Morgendämmerung der Ewigen Hoffnung, wenn es auch für Sie keine Barmherzigkeit gäbe. Das bringt mich zu den konkreten Ratschlägen der Herrin aller Seelen für Sie: Zum Zweiten: Was sollten Sie tun? 35 Gott wäre nicht der barmherzige Gott der Liebe, wenn Er für Sie keine Tür zum wahren Leben öffnen würde. Um Ihnen diese Gnade bereitstellen zu können, verlangt die Herrin aller Seelen von Ihnen vier Maßnahmen: 1. Sprechen Sie eine Lebensbeichte. Die einzig gültige Beichte ist diejenige, welche die Seele individuell einem Priester gegenüber spricht. Maria lädt Sie zu einer Lebensbeichte ein, in der Sie offenherzig von Ihrer Handlung einschließlich der ihr vorangegangenen, langjährigen Gefühle und Wünsche sprechen. Wenn Ihnen Ihr Lebenslauf vergeben wird, kann dies für Sie die erste Tür zum wahren Leben öffnen. Die Voraussetzung für die wahre Vergebung ist Ihrerseits aufrichtige Reue und der feste Vorsatz, ein völlig neues Leben anzufangen. Ich komme gleich noch darauf zurück. Halten Sie sich fest vor Augen, dass eine richtig gesprochene Lebensbeichte, bei der alle Voraussetzungen erfüllt sind, die Seele für das Ewige Leben retten kann; denn eine aufrichtige Beichte ist in Gottes Augen ein Nachweis dafür, dass sich die Seele mit Gott versöhnen will. 2. Sprechen Sie Maria gegenüber einen Akt der Selbsthinnahme aus. Ihr Leben war bisher von einer Einstellung der Auflehnung gegen die Verfügung Gottes geprägt, dass Sie innerhalb Seines Planes einen Lebensweg als Frau zu absolvieren hatten. Die Seele, die sich selbst nicht so hinnimmt, wie sie von Gott gemacht worden ist, wird von Gott so betrachtet, als würde sie auch Seine in ihr wirksame Intelligenz und die Art ihres von Ihm erhaltenen Lebensprinzips nicht lieben. Die Seele muss sich selbst völlig akzeptieren können. Das heißt, dass sie zwar gegen ihre Schwächen und sündhaften Neigungen ankämpfen soll, aber das Geschlecht und den Bau ihres Körpers als Chancen akzeptieren soll, die ihr Gott schenkt, um damit etwas zu tun. Im vorliegenden Falle betont Maria, Sie sollten lernen, es von ganzem Herzen zu lieben, Frau zu sein. Die Gottesmutter weist dabei auf die ganz besondere Rolle der Frau hin, als “Hüterin der reinen Liebe und der (auch spirituellen!) Fruchtbarkeit für Gottes Pläne und Werke”. Ich übermittle Ihnen hiermit einen Akt der Selbsthinnahme, den unsere Himmlische Mutter und Herrin Ihnen schenkt. Dieser Akt lautet: “O Maria, hocherhabene Königin der Schöpfung, von der Hoffnung auf seelische Heilung erfüllt, komme ich zu Dir; denn mein Herz leidet unter der Unfähigkeit, mit mir selbst umzugehen. ich bitte Dich inständig, geruhe, mir die Erkenntnis des Planes zu erwirken, den Gott ab meiner Geburt mit meinem Leben hatte, damit ich mich selbst so hinnehmen kann, wie Er mich beabsichtigt hat. 36 Lass mich doch die Liebe spüren, mit der mein Schöpfer mich erschaffen hat. Lass mich doch erkennen, wie wichtig es ist, meine ganze Lebenskraft darauf zu verwenden, die Werke Gottes zu fördern und mich selbst als Bauwerk Seiner Hände zu betrachten. Lehre mich, mich selbst als Wohnort des Dreifaltigen Gottes und der Herrin aller Seelen zu empfinden und meinem Schöpfer dafür zu danken, dass Er mich so gemacht hat, wie ich bin; denn in meiner spezifischen Art und Eigenheit liegt der Schlüssel zu meiner Heiligung. Erwirke mir doch Gottes Vergebung für sämtliche Gedanken, Gefühle, Worte, Handlungen und Wünsche, durch welche ich das Geschenk meiner Selbst nicht angenommen, sondern mich gegen Seine Liebe mir gegenüber aufgelehnt habe. Mit Deiner Kraft, o Königin und Herrin meines Wesens, will ich künftighin jede Absicht loben, die Gott mit mir verfolgen will; denn auf der Hinnahme meiner Selbst wird die Blume meiner Seele blühen für alle Ewigkeit”. 3. Weihen Sie sich vollkommen an Maria. Um im tiefsten Sinne des Wortes ein neues Leben anfangen zu können, ist es sehr wichtig, dass Sie sich vollkommen, bedingungslos und für immer Maria weihen. Auf unserer Webseite finden Sie viele Auswahlmöglichkeiten vor, wie Sie dies tun können. Erst dann kann Maria Sie in jeder Einzelheit Ihres Lebens innerlich führen, Sie begleiten, Sie auf jeder Ebene Ihres Wesens beherrschen. Die Herrin aller Seelen kennt alle Ihre Schwächen und Begabungen, Ihre Verführbarkeiten und Ihre Stärken, Ihre tiefsten Gefühle und Wünsche, sämtliche Punkte, in denen Sie leicht den Fallen der Finsternis erliegen können. Richtig gelebte Weihe an Maria ist mit dem Ausstreuen von Blumen auf den dürren Strecken des Lebensweges vergleichbar, so dass dieser für Gott immer anziehender wird. Es ist, als ob jede Seite Ihres Lebensbuches von Maria korrigiert und verschönert wird. 4. Leisten Sie Wiedergutmachung. Diese Maßnahme schließt sich eng an Punkt 3 an. Die Herrin aller Seelen bezweckt mit jeder Seele, die sich Ihr völlig hingibt, ein großes Ziel: die Heiligung. Zu dem Zweck wird Sie die Ihr geweihte Seele auf Wege der Wiedergutmachung für dasjenige führen, dessen sie sich schuldig gemacht hat. In dem Maße, wie Sie Maria inständig darum bitten, wird Sie in Ihnen die Fähigkeit zum Reifen bringen, sich im spirituellen Sinne wirklich “als Frau zu fühlen”. Sie wird Sich Selbst in Sie ergießen, in Ihrer prachtvollen seelischen Weiblichkeit. Bedenken Sie mal, wie sehr Maria die Würde der Weiblichkeit nach der Erbsünde 37 erhoben hat und wie besonders es ist, in Marias Nachfolge Frau zu sein. Die Weiblichkeit hat durchaus nichts Minderwertiges. Hätte Gott sonst eine weibliche Menschenseele zum mächtigsten Geschöpf aller Zeiten erhoben? In Ihnen hat von Kindesbeinen an die Versuchung Wurzeln geschlagen, die Menschenseele könne sich erst als Mann durchsetzen und den Tatendrang erst recht als Mann verwirklichen. Von Ihnen jedoch verlangt Gott künftighin, dass Sie sich unter der innigsten Führung Mariens richtig über die Art und spezifische Aufgabe der weiblichen Natur besinnen. Liebe Schwester, Sie fragten, wie Sie von Gott gerichtet werden sollen. Diese Frage kann Ihnen niemand beantworten, weil die Antwort als Geheimnis in Gottes Herzen ruht. Gott richtet nach anderen Maßstäben als die Menschen. Eine Sicherheit nur möchte ich Ihnen nicht vorenthalten: Die Seele, die sogar nach der schwersten Sünde: aufrichtige Reue spürt, in aller Offenherzigkeit wahrheitsgetreu beichtet, den aufrichtigen Willen hegt, Wiedergutmachung gegenüber Gott und — falls dies angebracht ist — gegenüber ihren Mitgeschöpfen zu leisten, sich vollkommen Maria weiht und ein neues Leben in Ihrem Dienst anfängt, sich vollkommen vor Maria demütigt und Sie inständig um Ihre Fürbitte und Ihre Führung für eine völlige Bekehrung anfleht, wird Gottes Barmherzigkeit und die uneingeschränkte Macht Mariens erfahren und das Licht der wahren Hoffnung in sich spüren. Wenn es einer Seele gelingt, sich wirklich von ganzem Herzen dem Licht zuzuwenden, wird sie gerettet. Gott lässt keine Seele verloren gehen, die sich durch guten Willen Seiner Liebe würdig erwiesen hat. Es ist nie zu spät. Es bleibt nur dann Nacht, wenn man nicht mehr an den neuen Morgen glaubt. In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen, Ihre Myriam 82. Über die Angst vor der vollkommenen Weihe an Maria Liebe Schwester in Jesus und Maria, vielen Dank für Ihren Brief von vorgestern. Zu einigen Zeilen möchte ich mich gern noch mal äußern. Sie haben solche Angst vor dem Weihen. Ich verstehe das durchaus und irgendwie finde ich es sehr weise, sich erst auf etwas einzulassen, 38 nachdem man das Gefühl bekommen hat, dass man es zu einem guten Ende führen kann. Ich kann Ihnen jedoch versichern (Ehrenwort), dass es kein besseres Heilmittel gegen Angst, Unsicherheit und Unruhe gibt, als die Weihe an Maria. Sobald sich die Seele fest zu der totalen Weihe entschließt, ist es, als ob eine unbekannte Tür sich öffnet, durch welche eine ebenfalls unbekannte Sonne ihre Strahlen in das Herz scheinen lässt. Gerne schildere ich Ihnen das Eigenartige der vollkommenen Weihe im nachfolgenden Bild: Wenn man im irdischen Kontext etwas Neues eingeht, erfährt man das manchmal wie einen Schritt in die Dämmerung hinein. Was wird auf mich zukommen? Werde ich es meistern können? Und was, wenn es nicht klappt? Das ist eigentlich der Zustand, den Sie richtig umschreiben als „nicht klar denken können“. Wenn eine Seele aber den Entschluss fasst, sich vollkommen und bedingungslos Maria zu weihen, geschieht etwas völlig anderes. Allerdings, man muss sich im Klaren sein, was dieser Schritt für die Seele bedeutet, schließlich handelt es sich um einen Bund mit dem Himmel. Aber... statt Verunsicherung spürt die Seele vielmehr etwas wie eine zuvor ungeahnte Stütze. In dem Maße, wie Sie fest entschlossen sind, diesen heiligen Bund zu schließen, kommt Ihnen Maria entgegen. Ich könnte es so ausdrücken: Wenn Sie zu Maria hin zehn Schritte zu gehen hätten, so gehen Sie einen, und inzwischen hat Maria Selbst bereits die neun übrigen zu Ihnen hin zurückgelegt. Der Grund ist, dass Gott diejenigen, die ihr Leben in den Dienst Seines Heilsplans stellen, auf eine besondere Art betreuen will; denn sie müssen die Stützpunkte im Kampf für die Gründung Seines Reiches bilden. Und da fängt Maria gleich an, Ihre Seite des Bundes zu erfüllen: Sie bildet die sich Ihr weihende Seele aus, Tag für Tag, je nach den Aufgaben, die Sie für die Seele bereitet hat. Das ist etwas so Schönes! Ich möchte Sie auf Folgendes hinweisen: - Keine zwei geweihten Seelen bekommen dieselben Aufträge im Leben. Von der einen werden schwere Opfer erwartet, von der anderen manchmal nur geringe, aber deswegen nicht weniger wichtige Aufgaben im Alltag. Bei mancher geweihten Seele besteht die Aufgabe eigentlich hauptsächlich daraus, tüchtig an sich zu arbeiten in einer oder mehreren Tugenden (Geduld, Zuversicht, Zuverlässigkeit u. ä.). Gott erwartet von der Seele nicht immer auffällige Heldentaten, sondern Heldenhaftigkeit in der Selbstüberwindung. Wenn die Seele trotz einer finsteren Umwelt täglich gute und liebevolle Gedanken und Gefühle zu hegen versucht, ist sie für Gott schon wertvoll; denn dann verbreitet sie ungemerkt das wahre Licht um sich herum. - Was auch immer von der geweihten Seele erwartet wird, immer bekommt sie auch die innere Kraft und die Führung, um die Aufgabe fruchtbar zu vollziehen. Angst oder Zweifel sollte es da nicht geben, weil 39 diese Gesinnungen auf einen Mangel an Glauben an die Liebe und Macht Mariens hinweisen. Die Ängste bzw. Gefühle der Unsicherheit, unter denen Sie leiden, rühren hauptsächlich daher, dass unsere Welt so chaotisch ist und die Finsternis sich auf zigtausend verschiedene Weisen kundtut. Von Ihnen wird nun verlangt, dass Sie sich immer wieder vor Augen halten, dass die Macht Mariens uneingeschränkt ist. Je mehr Sie sich Ihr hingeben, desto vollkommener kann Sie Ihr Leben beherrschen. Sie werden dadurch ein völlig neues Licht von Hoffnung und Ermutigung im Herzen finden, eine Wärme wahrer Geborgenheit, und Sie werden begreifen, wie sehr alles um Sie herum sich nur aus dem vergänglichen Schein zusammensetzt, den der Böse zusammengebraut hat. Der Böse macht die Welt so unsicher wie möglich, damit möglichst viele Seelen beunruhigt werden und das Leben unmöglich zu werden scheint. Ich möchte Ihnen betont ans Herz legen: Schenken Sie den weltlichen Eindrücken möglichst wenig Aufmerksamkeit. Halten Sie sich immer ferner von Nachrichten, Massenmedien, Tratsch von Menschen auf der Straße, usw...; denn der Böse benutzt das alles, um die menschliche Torheit zu verbreiten. „Menschliche Torheit“ ist all dasjenige, was von Menschen gedacht, getan und gesprochen wird und nicht auf der Göttlichen Weisheit und Wahrheit basiert und was somit zu Schlussfolgerungen führt, die weder das Wirken Gottes noch den Wert der Dinge für Gottes Heilsplan berücksichtigen. Die Äußerungen der menschlichen Torheit werden nur zu diesem einzigen Zweck verbreitet: Damit die Seelen verunsichert werden und nicht mehr berücksichtigen: - dass das Licht Gottes immer das letzte Wort hat, und - dass die Finsternis mit ihren eigenen Waffen geschlagen werden kann, wenn die Seelen nur dazu kämen, alle ihre Prüfungen und physischen und seelischen Qualen vertrauensvoll Maria zu weihen. Der Verbreitung der „menschlichen Torheit“ ist es zuzuschreiben, dass sich heutzutage sehr viele Seelen so fühlen, als wären sie in einem Spinnengewebe gefangen. Maria kann dieses Gewebe lösen, so dass Sie die wahre Freiheit genießen können, das Gefühl, dass Sie nicht mehr gelebt werden, sondern leben. Eine der größten Anforderungen, die das moderne Leben den Seelen stellt, ist ohne jeden Zweifel, ohne Unterlass den Blick des Herzens auf das Licht der Hoffnung gerichtet zu halten. Solange das nicht gelingt, ertrinkt die Seele in den bedrohenden Wassern der weltlichen Eindrücke, die das Herz dauernd umorientieren möchten, damit es nur an die Macht der Finsternis glauben kann. Es gibt eine Macht, die unendlich viel größer ist: diese des Kreuzes Jesu Christi und der Herrin aller Seelen, die mit dem Kreuz innigst verbunden ist, weil Sie von Gott Selbst voll in die Vollendung des Erlösungsmysteriums einbezogen worden ist und die 40 Macht und Aufgabe hat, in diesen Letzten Zeiten das Erlösungsmysterium in den individuellen Seelen zu seiner vollen Verwirklichung zu führen. Ich danke herzlichst für die Lektüre aus Mutter Teresa, muss Sie aber leider darauf hinweisen, dass mir die Herrin aller Seelen nicht erlaubt, irgendwelche Lektüre vorzunehmen, es sei denn, Sie Selbst schreibt mir im direkten Kontakt diese Lektüre vor. Ich zitiere Maria in der diesbezüglichen Anordnung an Ihre Myriam: „Ich will dein Herz und deinen Geist wie einen unbeschriebenen Papierbogen.“ Maria will, dass ich mich allen Eindrücken außerhalb derjenigen, die unmittelbar von Ihr ausgehen, möglichst fern halte. Was die weltlichen Eindrücke betrifft, tut Sie dies, „damit mein Herz und Geist nicht verunreinigt werden“; was Lektüre von spirituellen Texten betrifft, tut Sie es „damit ich alle meine Kenntnisse von den Himmlischen Lehren und Mysterien ausschließlich unmittelbar von Ihr erhalte, damit mein Herz und Geist nicht mit Informationen gefüllt werden, welche den Empfang und die Weiterleitung der Worte Mariens durch mich auf irgendwelche Weise beeinflussen könnten“. In tiefem Gehorsam muss ich somit dankend ablehnen. Ich hoffe, Sie nehmen es mir nicht übel. Sehr gerne bete ich für Sie, damit Sie es sehr bald wagen, die Tür zur prachtvollen Landschaft der totalen Marienweihe zu öffnen, damit die Liebe und die Macht Mariens damit anfangen können, die Belastungen der Welt von Ihrer Seele wegzuwaschen. In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen, Ihre Myriam 83. Über die Wirkungen Satans gegen die Menschenseelen Liebe Schwester in Jesus und Maria, sehr gerne nutze ich die Gelegenheit Ihres Briefes, um unserer Himmlischen Herrin zu dienen und Ihnen hoffentlich etwas weiterzuhelfen. Ich möchte deshalb näher auf die von Ihnen gestellten Fragen eingehen, aufgrund der Erkenntnisse, welche uns die Gottesmutter in Ihrer Liebe vermittelt: Ich würde gerne wissen, wie Satan Einfluss auf uns Menschen nimmt Das dürfte sich aus mehreren unserer Schriften ergeben, unter anderem aus Sturmschrift Nr. 20. Wesentlich ist es, uns immer dessen bewusst zu bleiben, dass sich die Strategie Satans völlig an unseren Schwächen orientiert. Weil keine zwei Menschenseelen genau dieselben Schwächen haben, geht Satan bei keinen zwei Seelen in genau derselben Weise vor. Ich schildere Ihnen gerne das nachfolgende Bild, weil es mir vor vielen Jahren von der Himmelkönigin Selbst gezeigt wurde: 41 Wenn man sich die Seele wie eine Burg vorstellt, dessen Mauern sich aus den Tugenden zusammensetzen, so kann man sich die Heerscharen des Bösen als nichtstoffliche Wesen vorstellen, die unaufhörlich um diese Burg herumschleichen, an jedem Stein fummeln, und sobald sie eine Schwäche, eine Undichtigkeit usw. vorfinden, gleich eine Bresche zu schlagen versuchen. Dies tun sie ohne Unterlass und auf allen Ebenen unseres Wesens zur gleichen Zeit. Der Böse ist wie ein Virus: Es gibt eigentlich kein endgültiges Arzneimittel gegen ihn, man kann nur das eigene Immunsystem stärken, damit man möglichst wenig infiziert wird. Wann ist eine Person dämonisch besessen und wann nicht? Besessenheit ist ein Begriff, den man nicht in schwarz-weiß betrachten sollte. Im Grunde genommen könnte man jede Menschenseele in unterschiedlichem Maße als besessen betrachten, und zwar, wenn man von Folgendem ausgeht: Im weiten Sinne des Wortes könnte man eine Seele als “besessen” betrachten, sobald sie es dem Bösen ermöglicht, sie zu manipulieren, sie auf irgendwelche Weise zu beherrschen. Wenn Sie der Tatsache Rechnung tragen: - dass jede Seele täglich schon irgendwie von Gottes Gesetz der Liebe abweicht; - dass jede Abweichung von diesem Gesetz entweder eine Untugend oder eine Sünde ist (ich definiere diese Begriffe gleich, damit alles richtig verstanden wird) und - dass das Erliegen einer jeden Untugend und einer jeden Sünde schon ein Sieg Satans über die Seele in sich birgt, ließe sich sagen, dass jede Seele irgendwie der Gewalt Satans unterliegt und somit irgendwie von ihm in Besitz genommen wird. Nun muss gleich darauf hingewiesen werden, dass es in diesem “Unterliegen” unendlich viele Abstufungen gibt. Im engsten Sinne des Wortes lässt sich sagen, dass eine Seele besessen ist, wenn sie den Wirkungen des Bösen in sich in so hohem Grade erliegt, dass sie in allem zu seinem Sklaven wird und seine Werke in allem durch ihr eigenes Verhalten, Handeln, Sprechen, Denken, Fühlen und Verlangen fördert. Maria gab mir die nachfolgenden Definitionen für Untugend und Sünde: Untugend = jede Gesinnung oder Handlung, welche die Fruchtbarkeit der Seele für Gottes Werke und für das Göttliche Heilsplan verringert. Sünde = Eine Seele begeht eine Sünde, wenn sie einer Eingebung nachgibt, aufgrund derer sie zu einer Abweichung von Gottes Gesetz angeregt wird, sei es durch eine Handlung, sei es durch ein Wort, durch ein Gefühl, durch einen Gedanken, durch einen Wunsch oder durch ein 42 Versäumnis. Dabei ist wichtig, dass, damit es sich um eine Sünde handelt, die Seele der Versuchung freiwillig nachgeben muss, weil in ihr die Hoffnung auf Befriedigung eines persönlichen Bedürfnisses geweckt worden ist oder aber diese Eingebung ein solches Bedürfnis so stark spüren lässt, dass dieses plötzlich eine alles beherrschende Macht über die Seele gewinnt, so dass die Seele keine Ruhe mehr findet, ehe sie der Versuchung nachgegeben hat. Sie haben sich gefragt, ob sie in einem gewissen Abschnitt Ihres Lebens besessen waren, weil sich Ihre Seele damals schrecklich schmutzig anfühlte und sie gegen eins der Gebote gesündigt haben. Dazu möchte ich sagen, dass sich der Mensch auch viel versündigen kann, ohne im wahren Sinne des Wortes besessen zu sein. Auch wenn eine Seele regelmäßig sündigt, kann sie trotzdem im Herzen immer noch den Wunsch hegen, aus diesem “Zwinger” befreit zu werden; denn die Verführbarkeit ist wie ein Gefängnis. Wenn die Seele wirklich besessen ist, so werden ihre Gefühle, Gedanken und Wünsche so hochgradig vom Bösen gelenkt und verzerrt, dass die Seele immer weniger dazu imstande ist, sich innerlich auf das Licht Gottes einzustellen. Ich könnte es so ausdrücken: Wenn die Seele sündigt, verbirgt sich über ihr die Sonne des Göttlichen Lichtes hinter einer Wolke, aber die Atmosphäre in der Seele bleibt (im wechselnden Maße) trotzdem jene eines Tages. Wenn die Seele jedoch besessen ist, wird es einfach Nacht in ihr: das Herz ist “umorientiert worden”. Solange sich die Seele schmutzig anfühlt, hat sie noch das wahre Leben in sich; denn dieses Gefühl ist ein Warnsignal des Gewissens. Das Gewissen ist wie ein offener Abdruck des Göttlichen Gesetzbuches. Wenn dieses Buch in der Seele geschlossen wird, kann man das Gewissen als tot bezeichnen und stirbt mithin jede Empfindung der Sündhaftigkeit. Die Seele fühlt sich schmutzig, weil das Gewissen sie daran erinnert, dass es an der Zeit ist, ihr vergangenes Verhalten und bzw. oder ihre derzeitige innere Verfassung in tiefster Besinnung an den Seiten des Göttlichen Gesetzbuches zu spiegeln, das sie in sich trägt. Kann Satan jedem von uns in jedem Augenblick etwas Schlechtes einflüstern oder sind die Menschen, die mehr Licht in der Seele aufweisen, davor besser geschützt? Jede Seele steht einigermaßen vor Satan da wie der Soldat unter Beschuss im offenen Feld. Das heißt: Keine Seele wird vollkommen vor den Einflüssen Satans geschützt. Der Wesenskern der Seele wird allerdings geschützt, solange es die Seele selbst will. Gott würde uns keinen Dienst erweisen, wenn Er jegliche Versuchung von uns fernhalten würde; denn (um nochmals das Bild des Krieges zu benutzen; schließlich ist der Kampf Satans gegen die Seelen Gottes nichts anders 43 als ein spiritueller Krieg) die Versuchung ist wie eine Mine, die man sprengen können muss, ohne selbst gesprengt zu werden. Man sprengt sie, indem man sie überwindet und die Wirkung, welche sie in der Seele und im Herzen hat spüren lassen, gleich an Maria weiht, damit Sie das alles in Licht (lies: in Gnaden für die eigene Seele und für die Menschheit als Ganze) umwandelt. Man wird selbst gesprengt, indem man der Versuchung nachgibt und sich versündigt. Um das Bild weiter durchzuziehen: Je nachdem es sich um eine “leichte” oder eine “schwerere” Sünde handelt, wird man leichter oder schwerer verletzt. Gott lässt die Versuchungen zu, weil sie für die Seele wie getarntes Gold sind. Sie geben der Seele zu leiden, beinhalten aber für sie wichtige Lektionen in spiritueller Selbsterhaltung und Tugendhaftigkeit ebenso wie Gelegenheiten, sich völlig in Gottes Plan einschalten zu lassen, der es so vorgesehen hat, dass eine Seele, die sich gegen ein Wirken des Bösen durchsetzt, sich selbst weiter heiligt und Gnaden für die ganze Menschheit erzeugen hilft, so dass sich Gottes Heilsplan immer weiter verwirklichen kann. Jeder Sieg, den sich die Seele gegen Satan erringt, bringt sie auf eine höhere Ebene der Heiligkeit. Den Heiligungsprozess der Seele kann man sich nämlich als das Besteigen einer Treppe vorstellen, die sich aus sehr vielen Stufen zusammensetzt. Jede Versuchung, der die Seele erliegt, bringt sie um eine oder mehrere kleine Stufen tiefer; jeder Sieg über die Versuchung bringt sie um einiges höher, usw. Je heiliger die Seele wird, desto stärker wird sie gegen die Versuchungen, weil sich das Göttliche Licht in ihr gleichsam dauernd vervielfacht und sozusagen eine Mauer von Licht vor ihr stellt. Vollkommen immun gegen die Versuchung aber kann keine Seele sein, die mit der Erbsünde geboren worden ist, also keine einzige. Maria wurde als Einzige ohne die Erbsünde empfangen und war trotzdem auch nicht vor der Versuchung geschützt! Viele Seelen wissen dies gar nicht. Maria hat mich in vielen Visionen aus Ihrem irdischen Leben sehen lassen, wie gewaltig Sie von Satan angegriffen worden ist. Ihre Macht über ihn war aber total. Ich habe mehrfach sehen dürfen, wie Sie ihm zu Ihren Füßen auf die Knie befahl und er nicht anders konnte, als Ihr zu gehorchen. Marias Macht über die Dämonen ist immer vollkommen gewesen, weil Ihre Heiligkeit vollkommen war. Sie wollte Sich nicht versündigen, weil Ihre Liebe zu Gott vollendet war. Stimmt es, dass Gott für jedes Kind, das abgetrieben wird (auch durch Verhütungsmittel), einen Dämon auf die Erde freilässt und die Welt schon fast völlig verdunkelt ist von ihnen? 44 Aufgrund all desjenigen, was mich Maria bereits über die Göttlichen Mysterien gelehrt hat, weiß ich, dass Gott nicht so rechnet, wie der Mensch. Deshalb lässt sich nicht sagen, ob diese Aussage buchstäblich zu nehmen ist. Was allerdings stimmt, ist, dass unzählige Dämonen frei auf der Erde wirken. Die Erde ist in spiritueller Hinsicht sehr stark verfinstert. Sie sollten sich das so vorstellen: Je mehr Seelen ein möglichst heiliges Leben führen, desto mehr Licht verbreitet sich über die Welt, weil alle diese Seelen eine Vervielfältigung des Lichtes in sich möglich machen. Je mehr und je schwerer gesündigt wird, desto mehr verschließt sich die Menschheit dem Licht und desto finsterer wird die Welt. Die Sünde könnte man wie einen Rauchschwaden betrachten. Täglich werden von der Menschheit insgesamt Milliarden von Sünden begangen. So bildet sich eine “finstere Wolkendecke”, die immer dicker wird, von der sich aber bei jedem Sieg über eine Versuchung und bei jeder praktischen Anwendung einer Tugend ein sehr kleiner Bruchteil auflöst. Je dicker die Wolkendecke, desto schwerer wird es für Seelen, das Göttliche Licht in sich aufzunehmen. Orientiert sich eine Seele vor allem an weltlichen Einflüssen, so schiebt sie sich gleichsam völlig unter diese Wolkendecke. Orientiert sich eine Seele voll und ganz an den Interessen Gottes, so öffnet sich im Mittelpunkt der Seele sozusagen ein Kanal, durch welchen sie das Licht in sich aufnehmen lernen kann, trotz der Finsternis in ihrer Umgebung. Außerdem muss ich darauf hinweisen, dass die (jährlich auf der ganzen Welt millionenfache) Abtreibung tatsächlich außerordentlich viel Finsternis auf die Menschheit herab bringt. Was ist mit den Heiligen. Gott hat bei einigen zugelassen, dass Satan sich ihrer bemächtigt, damit sie durch den Kampf des Leidens noch mehr Schätze bei Gott erwerben. Heißt das also, dass nur, wenn Gott dies möchte, ein Mensch besessen sein kann, oder wenn der Mensch z.B. okkulte Praktiken anwendet, Dämonen sich seines Körpers bemächtigen können? Es stimmt, dass Gott Heilige dazu berufen kann, schwer mit dem Bösen zu kämpfen, damit sie Gnaden der Befreiung für andere Seelen erwirken. Alles hängt von der spezifischen Berufung einer Seele ab ebenso wie von demjenigen, was zu jedem gegebenen Zeitpunkt für die Verwirklichung von Gottes Heilsplan gerade notwendig ist, und von der Frage, inwiefern die dazu berufene Seele den Kampf übersteht oder nicht. Gott will nicht, dass Seelen einer Besessenheit anheim fallen, aber wenn es Satan gelingt, eine Seele voll in den Griff zu bekommen, kann es sein, dass Gott dies zulässt. Eine zeitweilige Besessenheit zum Zweck der Abbüßung wird Gott grundsätzlich nur bei Seelen zulassen, die im ausreichenden Maße seelisch gebildet sind, um diese Phase 45 fruchtbar durchzustehen. Gott liefert keine einzige Seele ohne weiteres der Schlangenhöhle aus. Ich muss immer wieder betonen, wie wichtig es ist, dass sich die Seele im Prozess eines seelischen Aufganges vollkommen Maria weihen sollte, unter anderen wegen der Tatsache, dass die volle Herrschaft Mariens in der Seele in der Letzteren die echte Besessenheit unmöglich macht, es sei denn, Gott hätte dieses Opfer gerade von jener Seele wirklich nötig oder aber die Seele liefert sich freiwillig der Finsternis aus (im letzteren Falle sind Maria, und auch Gott Selbst, die Hände gebunden). Halten wir uns immer vor Augen, dass eine Seele im vollen spirituellen Wachstum von immer mehr Licht erfüllt wird und dass ein immer stärker leuchtendes Licht die Finsternis aufweckt. Da kann die Seele den Schutz Gottes sehr wohl gebrauchen. Sie muss aber selber darum bitten. Es stimmt auf jeden Fall, dass sich eine Seele, die sich okkulten Praktiken übergibt, Satan ausliefert. Durch solche Praktiken betritt die Seele freiwillig das Reich der Finsternis. Wenn man schon bei gutem Willen schwer versucht wird, wie sehr denn rollt man durch okkulte Praktiken Satan den roten Teppich zu. Die Seele des Menschen kann jedoch nicht besessen sein, nur der Körper, oder? Besessenheit ist im Grunde genommen Besessenheit der Seele, weil der Körper für Satan, genauso wie für Gott, keine ewige Bedeutung hat. Allerdings bedient Satan sich durchwegs des Körpers des Menschen. Besessene werden gewöhnlich von ihm dazu gezwungen, ihren Körper als Werkzeug oder als Spiegel für seine eigenen Verfassungen verwenden zu lassen und auch mit dem Körper den Werken Satans zu dienen. Das kann unter anderem dadurch zum Ausdruck kommen, dass ein Besessener auffällig obszöne Handlungen oder Körperhaltungen sehen lässt, gotteslästerliche Worte spricht und vieles mehr. Satan geht es immer darum, den Menschen als Tempel Gottes zu entwürdigen, und zwar in einer solchen Weise, dass auch andere Seelen dies wahrnehmen können. Vergessen wir nie, dass Satan die Werke Gottes zerstören oder mindestens entwürdigen möchte, damit der verheißene Sieg des Lichtes so lange wie möglich verzögert wird und damit möglichst viele Seelen an der Allmacht Gottes zweifeln. Darf ich dich fragen, ob Gott das bei dir auch zulässt? Maria hat mich vor gut zwölf Jahren gerufen und hat mir nach und nach immer mehr Aufträge erteilt. Viele dieser Aufträge muss ich im Verborgenen erfüllen. Nur dies darf ich Ihnen diesbezüglich antworten: Der Kampf gegen die Mächte der Finsternis gehört dazu, und zwar unter einigen spezifischen Formen. Maria hat mir eine lange Reihe von Visionen und Privatoffenbarungen über die Werke der Finsternis, das 46 Vorgehen Satans, die “Beziehungen” zwischen Ihr (Maria) als Führerin im Kampf gegen die Finsternis und den Dämonen und die unvorstellbare Macht Mariens über die Dämonen geschenkt. An manchen Tagen verlangt Sie von mir in diesem Bereich die Absolvierung besonderer Aufgaben. Die Herrin aller Seelen erlaubt es mir nicht, Näheres dazu bekannt zu geben. Nur dies: Marias Macht über die Finsternis ist noch unendlich viel zerschmetternder, als es sich die meisten Seelen vorstellen könnten. Das schreibe ich zur Verherrlichung Gottes und als Strahl der wahren Hoffnung für uns alle, die wir jetzt noch so schwer unter dem von der Finsternis hervorgerufenen Elend leiden. Halten Sie durch. Was ist mit der Mutter, die üble Stimmen von der Nachbarin hört, die sie eigentlich gar nicht hören könnte? Sind das Dämonen, die meine Mutter quälen? Es steht mir nicht zu, mich dazu zu äußern. Letztendlich ist die Wirklichkeit einer solchen Wahrnehmung eine Sache zwischen Gott und der betreffenden Seele. Kein Mensch hat das Recht, sich dazu zu äußern; denn dadurch würde man den “privaten Verbindungsweg” zwischen Gott und dieser Seele betreten ebenso wie die Werke, die Gott in dieser Seele vollziehen möchte. Stellen Sie sich darüber keine Fragen. Beten Sie zu Maria, Sie möge die Frau Mutter durch die Vermittlung Ihrer Liebe und Ihrer Macht befreien helfen. So setzen Sie einen Akt der Nächstenliebe, die bekanntlich viele Schlösser öffnen kann. In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen, Ihre Myriam 84. Über das Myriam-van-Nazareth-Apostolat — über „Botschaften“ mit drohendem Charakter — über den materiellen Reichtum — über die vielen Botschaften und Visionen weltweit Lieber Bruder in Jesus und Maria, Ich möchte es nicht unterlassen, Sie zu beruhigen. Seit über zwölf Jahren begnadet unsere Himmlische Königin mich mit Ihrer verzückenden Gegenwart. Um uns herum verbreiten sich immer mehr drohende Botschaften. Manchmal frage ich Maria, wieso Sie mir eigentlich nie Botschaften, Offenbarungen, Visionen usw. in Bezug auf die Ereignisse schenkt, die sich angeblich in den Letzten Zeiten vollziehen werden... Ihre Antwort lautet: „Du bist Apostel der Herrin aller Seelen, Apostel der Macht Mariens, das Myriam-van-Nazareth-Apostolat ist Mein Apostolat der Hoffnung, der Ermutigung und der Liebe“. Einst sagte Sie mir privat: „Gott ist Liebe. Was würde es Ihm schon bringen, Seelen und die Natur, die Werke Seiner Hände, zu zerstören oder gar 47 nur zu schädigen. Gott sehnt Sich nur danach, dass die Seelen die einzige Wahrheit in sich aufnehmen und ihr zu folgen bereit sind.“ Deswegen lehrt Sie die Seelen die „Wissenschaft des Göttlichen Lebens“; denn (wie Maria Selbst sagt) „Ich will in individuellen Seelen die Erlösung verwirklichen und sie dadurch zur Heiligung führen, dass sie erkennen, wozu sie wirklich leben, was Gott von den Seelen erwartet, wie die Göttlichen Gesetze funktionieren und wie sie die höchste Fruchtbarkeit für Gottes Reich verwirklichen können.“ Maria warnt mich seit Jahren vor „Botschaften“ mit drohendem Charakter. Sie legt den Seelen ans Herz, zu den Wurzeln der christlichen Lehre zurückzukehren, aber eine Radikalität zu erzwingen, ist nutzlos, weil nur dasjenige, was die Seele im Herzen empfindet und freiwillig zu verwirklichen versucht, für Gottes Heilsplan Früchte einbringt. Wenn Jesus zum reichen Jüngling sagte, er solle alle seine Reichtümer veräußern und erst dann wiederkommen, um Ihm zu folgen, tat Er das aus folgendem Beweggrund heraus: Jesus ergründete das Herz und die Seele des Jünglings und Er sah, dass dieser sein Leben lang im Herzen an seinen Gütern würde orientiert bleiben. Ein reicher Mensch braucht für Gott nicht unbedingt seine Reichtümer zu verkaufen. Wenn die Seele ein Leben in Vergeistigung zu führen vermag (also nicht materialistisch eingestellt ist) und seine Reichtümer für gute Zwecke gebraucht, kann sie durchaus trotz vieler Besitztümer in das Paradies hineingehen. Wieso denn, sagte Jesus, dass es für das Kamel leichter wäre, durch das Auge einer Nadel zu gehen, als für den reichen Mann, in das Himmelreich zu kommen? Weil es den meisten reichen Menschen nicht gelingt, sich im Herzen von ihrem Reichtum zu trennen, das heißt: Gott über ihrem Besitz zu stellen. Die Herrin aller Seelen sagt, Reichtum ist nicht an sich schlecht. Es kommt nur darauf an, was man mit Reichtum tut, und wie er die Seele beeinflusst. Nicht der Reichtum an sich verdammt die Seele, sondern die Gesinnung des Herzens im Kontakt mit dem Reichtum, weil Reichtum in den Händen des großen Verführers eine gewaltige Waffe ist. Sie wissen: die Macht Satans ist genauso groß wie die Schwäche der von ihm angegriffenen Seele. Hat die Seele ihren materiellen Reichtum „seelisch“ im Griff, dann gibt es kein einziges Problem. Reichtum wird von der Himmlischen Herrin als ein bestimmtes Gepäck von Seiten der Göttlichen Vorsehung bezeichnet, genauso wie Armut ein bestimmtes Gepäck der Göttlichen Vorsehung ist. Gott schickt eine Seele in die Welt, in eine bestimmten Umgebung , mit bestimmten Lebensverhältnissen, bestimmten Familienverhältnissen, bestimmten körperlichen Merkmalen usw. Dann schaut Er zu: Was macht diese Seele mit all dem? Wie bringt sie das alles zum größten Nutzen? Wenn der Reiche seine Reichtümer so sehr zu relativieren weiß, dass sie für ihn nicht zum Abgott werden, sondern er sich ganz der seelischen Berufung widmet, die er tief in sich 48 verspürt, wird er reifer für das Paradies sein, als der Arme, der wegen seiner Armut Gott verflucht und sündigt ohne Ende. Lieber Bruder, es ist mir nicht erlaubt, über Offenbarungen, Botschaften, Visionen u. ä. individuelle Aussagen zu machen. Nur dieses will ich Ihnen unbedingt anvertrauen: Es gibt eine Unmenge von Botschaften, Visionen usw., denen man deswegen nicht glauben sollte, weil sie von der Finsternis in der Absicht eingegeben worden sind, die Seelen in Unruhe zu versetzen und das ohnehin schon gewaltige Chaos in der Welt auf die Spitze zu treiben. Das sage ich nicht aus mir heraus, sondern das sind Worte, mit denen mich Maria vor vielen Jahren von allem weggeleitet hat, was Sie nicht persönlich zu mir sagt. Der rote Faden ist dieser: 1. Satan hat Gott den Kampf angesagt. 2. Gott hat dies mit dem erlösenden Kreuzestod Jesu beantwortet. 3. Gott hat Maria für die Letzten Zeiten zur Führerin im Kampf gegen die Finsternis erhoben. 4. Die Seele muss das Erlösungswerk Christi in sich selbst individuell verwirklichen. 5. Dazu schickt Gott Maria zu den Seelen als die Herrin aller Seelen, mit dem Auftrag, die Seelen zur Heiligung zu führen, indem Sie: - die Seelen zur vollkommenen Weihe an Sich einlädt; - die Seelen die „Wissenschaft des Göttlichen Lebens“ lehrt, damit sie Erkenntnis von Sinn und Zweck der ursprünglichen Lehre Christi und von den Gesetzen und Mysterien Gottes erhalten. Gott will möglichst viele Seelen bei Sich im Paradies haben; denn gerade darin liegt die Krönung Seiner Werke. Da das Göttliche Gesetz es so vorgesehen hat, dass die Seelen an die Erlösung glauben und die Heiligung in sich verwirklichen müssen, um den Eintritt in das Paradies zu bekommen, versucht Gott, alle Seelen zu Maria zu führen, der goldenen Brücke über die tosenden Wassern des irdischen Lebens zum Ufer der Vervollkommnung. Seelen und die Natur zu vernichten, würde bedeuten, dass Gott (die vollendete Liebe) die Werke Seiner Liebe zerstören würde und dass Er sich Satan gegenüber geschlagen geben würde; denn die Zerstörung von Seelen und der Natur von Seiten Gottes hieße, dass Gott Selber die Werke Satans krönt. Wer könnte denn darin eine Himmlische Logik wiederfinden, angesichts dessen, was wir vom Heilsplan Gottes wissen? Ein Gott der Liebe, Quelle aller Liebe, der Vernichtung und Finsternis säen sollte...? Maria sagte mir immer schon: Misstraue jeder „Botschaft“, in welcher die Werke der Finsternis verherrlicht werden. Satan reißt ab und hinterlässt Ruinen. Gott und Maria reißen ab, wenn es unbedingt notwendig ist, 49 aber erbauen dann gleich etwas Neues, das noch viel wertvoller ist. So auch mit Botschaften: Reißen sie nur ab, so stammen sie nicht aus der Quelle der Ewigen Liebe und der Ewigen Hoffnung. Liebe und Hoffnung sind die Morgendämmerung nach der Nacht, die Sonnenstrahlen nach dem Sturm. Gott und Maria lassen der Seele immer neue Hoffnung, keine Atmosphäre von Götterdämmerung. Es freut mich immer wieder maßlos, dieses verzückende Licht aus dem Herzen der Himmelkönigin an Seelen weiterleiten zu dürfen. Verlassen Sie sich voll und ganz auf Maria, die Herrin aller Seelen, und Sie werden noch in diesem Leben auf Erden erfahren, dass das Licht der wahren Hoffnung ein Licht ist, dass keine Schatten wirft, weil es übermächtig und überall zugegen ist, so wie alles, was von Gott ausgeht. In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen, Ihre Myriam 85. Über die Liebe Liebe Schwester in Jesus und Maria, Ihr Brief hat mich tief berührt, und zwar dadurch, dass Sie ihn so offenherzig geschrieben haben. Das ist wichtig, weil ich jeden Brief, den mir eine Seele zukommen lässt, nicht aus irgendwelcher psychologischer Sicht zu analysieren versuche, sondern ich mich erstens tiefstens in dem Herzen unserer Himmlischen Herrin versinken lasse und zweitens mit der Genehmigung der Himmelskönigin die Seele des Verfassers sich vor mir entfalten lasse. Das ist eine der wichtigsten Gnaden, die mir Maria einst geschenkt hat: die Erkenntnis von Seelen und ihre tieferen Gesinnungen, Beweggründe, Zielsetzungen usw. So wirkt die Herrin aller Seelen durch mich, nichtige Dienerin. Dadurch, dass Sie so offenherzig schreiben, werde ich in die Lage versetzt, Ihnen die Bedeutung der Empfindungen in der Tiefe Ihrer Seele besser begreifen zu helfen. Sie haben sich in die Lehrerin verliebt. Die Liebe ist eine außerordentlich komplexe Empfindung. Wie könnte das anders sein, wo doch die Liebe die Essenz des wahren Lebens der Seele und die Essenz des Wesens von Gott Selber ist? Mich hat die Himmelskönigin durch langjährige Reihen von mystischen Erfahrungen gerade in den tiefsten Wesenszügen der Liebe ausgebildet. Unbeschreibliche Empfindungen hat mein Herz kennen gelernt, alle in Bezug auf Maria, auf das Wesen Gottes, auf die Göttlichen Mysterien, auf die tiefsten Wesenszüge der Geschöpfe (Menschenseelen, Tiere, Blumen...). Ich habe die Liebe kennen gelernt als ein Phänomen, das ich mit einer Rose vergleichen möchte: Bei jeder neuen Empfindung, jeder neuen 50 Erfahrung von Liebe, entfaltet sich ein Blütenblatt, und so immer weiter. Es ist, als ob jede Erfahrung im Herzen gespeichert wird und bei jeder weiteren Erfahrung neu angefacht und verstärkt wird, während sich die Rose im Herzen um ein neues Blütenblatt weiter entfaltet. Jedes Mal, wenn es die Herrin will, lodert die Verzückung so immens auf, dass es das Herz kaum aushält und der Seele den Eindruck vermittelt wird, diese Himmlische Rose wäre an sich eine Unendlichkeit von sich zum Teil überlagernden Schichten (Blütenblättchen), die, je nachdem sich ihre Anzahl vermehrt, die Seele tiefer in den Mittelpunkt des größten Geheimnisses vordringen lässt, dass Gottes Wesen in Sich birgt. Liebe Schwester, ich schildere Ihnen dieses Bild, weil ich versuchen möchte, Ihnen mehr Klarheit darüber zu verschaffen, was eigentlich in Ihnen vorgeht. “Verliebtheit” ist im Grunde genommen eher “Ichbezogen”. Die Seele spürt etwas in dem Mitmenschen, das in ihr besondere Gefühle wachruft, die aber irgendwie daran orientiert sind, in sich eine “Lücke” befriedigt zu bekommen. Einen Schritt weiter geht die wahre Liebe, die zwar ebenfalls eine Befriedigung sucht, aber der wesentliche Unterschied ist dieser: - Die von der wahren Liebe angestrebte Befriedigung liegt vielmehr auf der seelischen Ebene, in diesem Sinne, dass die Seele (unbewusst, im tiefsten Wesenskern) weiß, dass die wahre Liebe Trägerin des wahren Lebens ist. Sie wissen, dass das “wahre Leben” das Göttliche Leben ist, indem sich die Empfindungen und das Bewusstsein der Seele immer tiefer in den Sphären der Göttlichen Beseelung, der Göttlichen Eingebungen, der Verschmelzung mit dem Willen Gottes, versinken lässt. - Und die wahre Liebe sucht, gerade wegen ihrer Verbundenheit mit dem Göttlichen Leben, an erster Stelle das Wohl des geliebten Wesens und dessen Zufriedenheit oder Befriedigung. Aus diesem Grunde geht die wahre Liebe immer mit einer großen Aufopferungsbereitschaft einher. Ein kleines Beispiel: In Jesus und Maria “verliebt” man sich nicht einfach und man sucht in Ihnen nicht lediglich nach demjenigen, was man selber braucht, sondern man will Ihnen um alles in der Welt dienen, für Sie das eigene Leben geben. Daher: Vollkommene Weihe an Maria ist nur dann voll und ganz fruchtbar, wenn sie auf der Grundlage einer uneingeschränkten Selbsthingabe basiert. Die totale Weihe an Maria, wenn sie im Alltag tief gelebt wird, gehört zu den allerhöchsten Formen der wahren Liebe, weil sie immer mit selbstloser Hingabe verbunden ist und sich selbst und die eigenen Bedürfnisse hochgradig unberücksichtigt lässt. Vielleicht könnte ich es so ausdrücken: Bei Verliebtheit wundert sich die Seele über die Schönheit der Himmlischen Rose, deren Bild sie in sich wahrnimmt, sie umwirbt diese und gerät auch von ihr in Verzückung, 51 aber im Grunde genommen verspürt sie nicht die Neigung oder das Bedürfnis, daran zu arbeiten, dass die Rose sich weiter entfaltet. Die wahre Liebe dahingegen, will um jeden Preis in den Wesenskern der Rose vorzudringen versuchen und wirkt dabei mit, dass sie sich völlig und ganz entfalten kann. Liebe Schwester, die Verliebtheit ist trotzdem nicht unbedingt als “egoistisch” zu verstehen. Gott hat diese Empfindung in der Absicht vorgesehen, dass die Seele die Verliebtheit leicht dazu benutzen kann, die so komplexe Empfindung der Liebe (die für die Seele vollkommen unentbehrlich ist; denn Liebe ist der Kraftstoff des Göttlichen Lebens) in sich reifen und entwickeln zu lassen. Sie empfinden zurzeit die beiden Äußersten der Gefühlsskala: sowohl das brennende Herz als auch den herzzerreißenden Schmerz. Sie können diesen Gefühlen dadurch einen besonderen Sinn verleihen, dass Sie die Herrin aller Seelen, die Himmlische Mutter, darum anflehen, Sie möge diese Gefühle derart steuern und lenken, dass diese in Ihrem Herzen die wahre Rose entfalten helfen. Sehr wichtig ist die Tatsache, dass Sie — wie Sie selbst schreiben — wissen, dass die Verliebtheit als Endpunkt nichts bringt. Maria Selbst lädt Sie dazu ein, alle Ihre Gefühle an Ihr (der Mutter und Herrin) zu orientieren. Das heißt nicht, dass Sie sich der Lehrerin gegenüber “anders” zu verhalten hätten; denn in jenem Falle würden Sie plötzlich einem Mangel an Spontaneität zum Opfer fallen, wodurch Ihre Gefühlserfahrungen nicht länger auf einer Realität, sondern auf einer Illusion basieren würden. Dies wäre der “Heilung” nicht zuträglich. Auch der “Entzug” (der Versuch, die Lehrerin möglichst viel aus dem Wege zu gehen) wäre nicht die beste Lösung; denn dadurch würden Sie eine von Gottes Vorsehung gegebene Chance unbenutzt abstoßen. Sie dürfen nie aus den Augen verlieren, dass alles, was sich auf unserem Lebensweg ereignet, aus einem ganz bestimmten Grund auf uns zukommt. Wir müssen mit allem etwas tun, und zwar zum Heil unserer seelischen Entwicklung. Ich versuche, mich jetzt möglichst klar auszudrücken: An Ihrer Lehrerin gefällt Ihnen so besonders ihre Ausstrahlung, ihre Wärme, ihr Lächeln, ihre Stimme, ihre Zartheit und... ihre Autoritätsposition. Bedenken Sie: Das alles wird auch, und in vollendetem Maße, in Maria, der Himmlischen Herrin, verkörpert. Sie finden in der Lehrerin den Ausdruck der unkomplizierten Liebe, weil Sie diese in Ihrer Lebenswelt so sehr vermissen. Maria aber ist die Königin der wahren Liebe. Zurzeit hat die Lehrerin tatsächlich eine uneingeschränkte Macht über Sie. Diese Macht hat die Himmlische Herrin auch, und Sie übt diese uneingeschränkte Macht durch die vollendete Himmlische Liebe aus. 52 Liebe Schwester, ich darf die derzeitigen Wogen Ihres Herzens nachempfinden, und mir ist die Erkenntnis von den Gründen derselben gewährt worden. Ich verbinde diese mit den Wünschen, welche die allerheiligste Maria Ihnen gegenüber hegt, und kann Ihnen deswegen anvertrauen, dass Sie Ihre derzeitigen Empfindungen als eine Traumbrücke zum Herzen Mariens benutzen könnten, wenn Sie ab heute inständig zu Ihr beten um Kraft, um Führung, um Lenkung. Ich rede aus eigener (mystischer) Erfahrung, wenn ich sage, dass Maria tatsächlich die übermächtige Herrin des Herzens wird, sobald man sich Ihr völlig hingibt und sich voll von Ihr führen und beherrschen lässt. Sie richtet dann sämtliche inneren Empfindungen und Gemütsbewegungen so aus, dass diese Ihr vollkommen dienen und die Seele von Tag zu Tag fruchtbarer machen. Wenn Sie Maria inständig darum bitten, wird Sie Ihnen dabei helfen, die derzeitige Verliebtheit in Ihrem Herzen so zur Entfaltung zu bringen, dass sich diese allmählich in ein “Sprungbrett” zur wahren Liebe umwandeln wird. Die Gefühle der schlichten Geborgenheit werden sich in eine Fähigkeit verwandeln, selber wahre Liebe zu geben, und zwar in so fruchtbarer Weise, dass die Seele richtig neu aufgebaut wird. Die Entwicklung, die Sie dann durchmachen werden, wird jene sein, die menschliche Anhänglichkeit allmählich in Himmlische Beseelung umwandeln wird. All dasjenige, was Sie empfinden, wird auf eine höhere Ebene gehoben werden, auf eine Ebene, wo die seelischen Früchte reifer werden und deshalb auch der innere Herzensfriede und die innere Ruhe viel fester Wurzeln schlagen können. Die inneren Stürme verwandeln sich dadurch in eine wachsende innere Ausgewogenheit. Sehen Sie den Unterschied? - Bei Verliebtheit ist die innere Einstellung unfest, bei wahrer Liebe werden ihr Richtung und Ziel vermittelt. - Aus diesem Grunde kann Verliebtheit sehr unproduktiv sein, während wahre Liebe Gottes Plänen dienlich ist. - Verliebtheit kann produktiv werden, sobald man sie an Maria weiht, damit Sie ihr Richtung und Ausfüllung gibt. - In der Verliebtheit schwebt das Herz gleichsam unbestimmt herum, während in der wahren Liebe das Herz fest auf die Nöte von Gottes Gesetz ausgerichtet ist; denn die wahre Liebe ist immer uneigennützig und findet ihre tiefste Befriedigung in der Selbstaufopferung. Meine liebe Schwester, Ihre derzeitigen Empfindungen sind nicht unbedingt ein Kreuz und brauchen schon gar nicht so etwas wie eine lebenslängliche Bürde zu werden. Genauso wie bei all demjenigen, was die Seele quält, gibt es eine Möglichkeit, diese Qual in Segen zu verwandeln. Alles, was schmerzt, kann zu einer Wiedergeburt führen. 53 Dazu ist nur eins notwendig: dass man die goldene Brücke über den See des Schmerzes benutzt, die Brücke, die zum Ufer der wahren Freiheit, der seelischen Wiedergeburt führt. Diese goldene Brücke ist die Himmlische Herrin, Maria. Sie ist die Autoritätsperson, in die sich jede Seele verlieben sollte, weil Sie die Seele durch das Tor des Paradieses führen kann. Maria wird Sie tief in Ihrem Herzen lehren, wie Sie jegliches Gefühl gegenüber der Lehrerin zu Maria hin umbiegen können, während Sie so wie früher mit der Lehrerin umgehen. Sehr wichtig ist, dass Sie sich Ihren Gefühlen nicht aktiv widersetzen, sondern dass sie diese Maria zu Füßen legen. Versuchen Sie es mal folgendermaßen: - Bei jeder Aufwallung eines Gefühls von “Flattern”, von “Schmetterlingen”, sagen Sie zu Maria: “O meine Himmlische Herrin, ich liebe Dich so sehr.” - Bei jedem Schmerz, weil Ihnen die Gegenwart der Lehrerin fehlt, sagen Sie zu Maria: “O meine Himmlische Herrin, Du fehlst mir so”, usw. Bei all dem versuchen Sie, sich die Himmelskönigin visuell vorzustellen. In dem Maße, wie Sie sich danach sehnen, alle Ihre Gefühle auf die Königin der Herzen zu projizieren, wird Maria in Ihnen die Umgestaltung vollziehen, die Sie in den Stand versetzen wird, die derzeitigen Empfindungen völlig fruchtbar zu machen. Es ist schon möglich, dass der “große Versucher” Sie in letzter Zeit hat ablenken wollen, aber der Herrin aller Seelen gegenüber ist er völlig machtlos. Sie können ihn dadurch mit seinen eigenen Waffen schlagen, dass Sie sich jetzt inständiger als je zuvor Maria hingeben. Sie sagen es: Maria und Gott sollten Ihnen genügen. Nur Sie können Ihnen die Fülle der wahren Liebe in das Herz gießen. Seien Sie jedoch nicht zu streng mit sich selbst; denn es liegt hier kein bewusster Fehler Ihrerseits vor. Sie sind mit einer Gefühlslage konfrontiert worden, mit denen Sie noch nicht auf eine Art und Weise umzugehen vermochten, die Früchte für Gott einbringen kann. Das wird sich ab heute ändern, wenn Sie sich voll für die Himmelskönigin entscheiden. Weihen Sie Ihr alles, jede Einzelheit Ihres Alltags. Schämen Sie sich durchaus nicht, ständig in sich mit Maria zu sprechen, so als täten Sie alles nach Rücksprache mit Ihr. Das wird Ihnen helfen, Ihr Leben vollkommen von Maria gestalten und ausfüllen zu lassen. Sie werden übrigens eine Liebe spüren lernen, wie Sie nie zuvor eine erfahren haben. Sie werden die wahre Liebe kennen lernen, die vom inständigen Verlangen geprägt wird, zunächst zu geben. Maria wird Sie Schritt für Schritt lehren, dass Sie die Macht hat, Ihnen alles hundert- und tausendfach zurückzugeben. Alles, was Sie Maria geben, veredelt Sie mit Ihrer vollendeten Liebe und gibt es dann zurück. Die sich daraus ergebende Erfahrung ist jene einer Wiedergeburt. Die wahre Liebe macht aus dem Menschen eine neue Seele: Das Schwache 54 wird durch das Liebesfeuer verbrannt und die echten Begabungen für das Heil der Seele werden aufgedeckt, in den Flammen geläutert und in Licht für sich selbst, für die Umgebung und für Gott verwandelt. Ich wünsche Ihnen diese wundervolle Offenbarung von ganzem Herzen. Auf Ihre Frage in Bezug auf die Kopfbedeckung während der Heiligen Messe werde ich später, nach Gebet zu diesem Thema, zurückkommen. Ich melde mich diesbezüglich gerne in einem weiteren Brief. Ich flehe gerne für Sie zu unserer Himmlischen Herrin, damit Sie an Ihnen das Wunder der Wiedergeburt aus der Liebe und für die Liebe vollzieht. Nützen Sie die Entwicklung Ihres inneren Lebens so, dass es bald zu Diensten von etwas viel Höherem Verwendung finden kann. Nur dazu sind wir alle erschaffen worden. Möge Maria Sie auf diesem Weg innigst begleiten und erfüllen. In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen, Ihre Myriam 86. Über die Kopfbedeckung bei Frauen während der Heiligen Messe Liebe Schwester in Jesus und Maria, gestern Abend erhielt ich im Gebet zu der Herrin aller Seelen die Erkenntnis zur Beantwortung Ihrer Frage in Bezug auf die Kopfbedeckung während der Heiligen Messe. Zur Kopfbedeckung bei Frauen scheint es in unserer römischkatholischen Kirche nicht wirklich eine eindeutige Regel zu geben. Mir ist bekannt, dass die Kopfbedeckung im Süden häufiger angewendet wird und dass Priester in manchen Gegenden sie betont bevorzugen. Von den diesbezüglichen Gewohnheiten in Deutschland, Österreich oder der Schweiz ist mir nichts Genaues bekannt. In meiner Heimat (Flandern, dem niederländisch-sprachigen Teil Belgiens) ist die Kopfbedeckung in der Kirche bei Damen nicht sehr üblich. Ich bin deswegen davon ausgegangen, dass nur unsere Himmlische Königin Selbst mir eine Antwort geben könne. Das hat Sie in all Ihrer Liebe getan. Weil Maria mir die Antwort — wie Sie das öfters zu tun pflegt — nicht in Worten, sondern in Bildern mit Kenntnisübertragung gegeben hat, muss ich diese dem Sinne nach wiedergeben. Sie lautet wie folgt: Für die Frau in unserer Gesellschaft sind die Haare bzw. die Haartracht im Durchschnitt wichtiger als für den Mann. Wenn die Frau in der Kirche eine Kopfbedeckung trägt, welche die Haare verbirgt, setzt sie dadurch Gott gegenüber einen Akt des Verzichtes auf etwas, was ihr normalerweise wichtig ist, nämlich auf die Aufmerksamkeit, die ihr der Mitmensch möglicherweise entgegenbringen wird, weil die Haare zu den 55 auffälligsten Aspekten ihrer physischen Erscheinung gehören. Indem sie darauf verzichtet, bekennt sie sich öffentlich zu Gott als dem Mittelpunkt ihrer Interessen. Dies gilt umso mehr, wenn es sich um eine Frau handelt, deren Haare lang sind. Die Herrin aller Seelen bezeichnet deswegen die Kopfbedeckung von Seiten der Frau in der Kirche als einen Akt des Verzichtes oder der Entsagung. Der Himmelskönigin gefällt es durchaus, wenn sich die Frau in der Kirche die Haare bedeckt. Das Wichtigste ist für Sie jedenfalls, dass die Gesinnung des Verzichtes bzw. der Entsagung fest im Herzen lebt. Wenn sich die Frau in der Kirche die Haare nur als inhaltlose Handlung bedeckt, hat dies in Gottes Augen keinen besonderen Wert. Der Wille, sich für Gott zu entscheiden und auf jegliche Befriedigung eines etwaigen Bedürfnisses an menschlicher Aufmerksamkeit oder Bewunderung oder an der Aufrechterhaltung ihres “Selbstbildes” zu verzichten, muss aufrichtig vorherrschen. Immer gerne bereit! In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen, Ihre Myriam 56 87. Über die Kirche — über die Belebung der Kirche durch die von Maria gewünschte „Lichtkette“ — ein Aufruf zur Unterstützung unserer Seelenhirten Liebe Schwester in Jesus und Maria, den Seelen ist inzwischen bekannt, dass ich mich seitens der Gottesmutter weder zu kirchlichen Thesen und Standpunkten noch zum Verhalten geweihter Mitglieder der Kirche Christi öffentlich äußern darf. Ich möchte dies auch schon deswegen nicht tun, weil es keiner Seele zusteht, eine andere Seele zu richten. Die Schwächen der menschlichen Seele auf Erden sind eine Folge der Erbsünde, die das Fundament des seelischen Lebens untergraben hat. Allein ist jede Seele wie das Opfer eines Sumpfes: Sie kann kaum aus eigener Kraft jegliche Verführbarkeit in sich vollkommen lähmen. Sie kann sich aus den saugenden Kräften des Schlammes nur mit Hilfe außerhalb ihrer Selbst befreien. Wie es für jedes der vielen Geschenke Gottes gilt, trifft auch auf jenes der Überwindung der physischen Verführbarkeit der Menschenseele zu, dass diese Gnade „erschlossen“ werden muss. Die Erschließung einer Gnade ist immer die Frucht der Begegnung zwischen dem Willen Gottes und dem Willen der Seele. Die „Vermählung“ zwischen dem Willen Gottes und dem Willen der Menschenseele wird gleichsam von einer Kraft besiegelt, die uns als die Nächstenliebe bekannt ist. Deswegen gilt, dass zum Beispiel das Vorhaben einer Seele, sich ganz und gar in Gott zu verlieren und Seine Gesetze genauestens einzuhalten, erst recht fruchtbar wird, wenn eine andere Seele die Liebe aufbringt, dieses Vorhaben dadurch zu fördern, dass sie zusätzlich Gott um die Freisetzung der erbetenen Gnade anfleht. Da sich die Kirche Christi weltweit aus vielen geweihten Mitgliedern zusammensetzt, die sich selbstverständlich alle, genauso wie sämtliche Menschenseelen überhaupt, mit ihrer physischen Natur auseinandersetzen müssen, ruft die Herrin aller Seelen hier und jetzt möglichst viele Seelen dazu auf, sich die Hände zu reichen in einem Kampf gegen den Feind, dessen Absichten nichts weniger sind als jene, die Kirche Christi, das Denkmal der Vollendung unseres Gottes, Seiner Liebe und Seiner Wahrheit, und das Mahnmal für die kommende endgültige Lähmung sämtlicher Werke der Finsternis, in ihrer Grundlage zu zerstören. Die Kirche Christi basiert auf der vollendeten Heiligkeit Christi, des Göttlichen Beispieles der vollkommenen Vergeistigung. Nur in ihrem anfangs beabsichtigten Zustand der Vergeistigung kann die Seele das Höchstmaß ihrer Fruchtbarkeit für den Heilsplan Gottes verwirklichen. Maria ruft deswegen die Seelen dazu auf, sich mit Ihr, der Mutter der Kirche, in einem inbrünstigen Kampf zu vereinen für die gemeinsame Überwindung der größten Barriere auf dem Wege zur vollen seelischen 57 Fruchtbarkeit: jener der physischen Natur mit ihren Bedürfnissen, welche die Seelen daran hindern können, die Fülle des Lichtes in sich blühen zu lassen und um sich herum zu verbreiten. Jesus hat die Kirche als eine Institution der Vergeistigung beabsichtigt, weil das Göttliche Leben nur dort in der Fülle blüht, wo die Göttliche Lebenskraft, die der Seele durch die Gnaden, die Werke der Göttlichen Vorsehung und die Sakramente zufließt, im möglichst hohen Maße auf der Ebene der höheren seelischen Lebensvorgänge benutzt wird. Maria hat Sich dazu bereits in manchen unserer Schriften geäußert. Die sich hinter diesem System verbergende Göttliche Weisheit ist der Grund schlechthin, wieso die Kirche bis in ihren Wurzeln den ursprünglichen Vorschriften und dem ursprünglichen Vorbild Jesu Christi folgen muss. Es handelt sich da um eine so riesige Gnade, dass es durchaus nicht selbstverständlich ist, dass sich die Menschenseele diese voll zu Nutzen machen kann. Die Kirche Christi braucht dazu eine Belebung ohnegleichen der von Maria gewünschten Lichtkette. An uns als Laien richtet sich jetzt das Verlangen Gottes, unsere Hirte voll zu unterstützen, mit Gebet, aber auch mit tatsächlichen Aufopferungen; denn die Macht der vorerwähnten Barriere kann nur dadurch gebrochen werden, dass wir in der Allmacht der aufrichtigen Nächstenliebe und im festen Willen zum Sieg des Lichtes Christi die Kirche durch Opfer, die uns auch physisch etwas kosten, neu aufbauen helfen. Die Kranken unter uns mögen zum Beispiel ihre Leiden für die Stärkung unserer Hirten in ihrem Kampf für das Licht und gegen die Finsternis aufopfern. Stellen wir uns jetzt wie eine Mauer hinter unsere Hirten; denn je kräftiger sie den Angriffen des Bösen widerstehen können, desto fruchtbarer werden ihre Werke sein. Sie wissen, dass die Herrin aller Seelen früher darauf hingewiesen hat, dass die Gnaden, die wegen Abweichungen in der Kirche nicht oder ungenügend erwirkt werden, von der Göttlichen Barmherzigkeit ergänzt werden müssen. Je mehr wir unsere Hirten in den Angriffen des Alltags tragen helfen, desto gnadenreicher kann ihr Dienstwerk zugunsten der Kirche werden und desto mehr Gnaden kann der barmherzige Gott unmittelbar für die Gründung Seines Reiches auf Erden freisetzen. Die Zerschmetterung des Kopfes der höllischen Schlange ist unser aller Verantwortung. Richten wir also niemanden, lieben wir jedoch alle; denn nur durch die Liebe und die Solidarität kann dieser Sieg errungen werden. Mehr denn je ist jetzt die Stunde angebrochen, um zu vereinen, nicht zu teilen. Ich bringe Ihr Anliegen gerne vor Maria, die Herrin aller Seelen und Mutter der Kirche. So großer Liebe kann Sie nicht widerstehen. Bitte beten Sie, damit die Herrin mir die Gnade erwirkt, worum Sie in Ihrem Brief bitten. In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen, 58 Ihre Myriam 88. Empfehlung von Myriam-Schriften zur Vorbereitung auf die Beichte — über die Möglichkeit, durch das eigenen Vorbild auf Maria aufmerksam zu machen — über die Namen Jesus und Maria als Vornamen Liebe Schwester in Jesus und Maria, gerne nehme ich jetzt Ihre weiteren Fragen auf; denn die Beantwortung eines jeden Briefes erfolgt immer zu Gottes Zeit. Ich wollte dich darum bitten, ob du auf deiner Homepage nicht eine Liste aller zehn Gebote veröffentlichen könntest, das heißt, diese erklären könntest, so dass ich weiß, was alles gebeichtet werden muss. Auf unserer Homepage erscheinen alle für die Öffentlichkeit bestimmten Schriften und Gebete, welche die Gottesmutter durch Ihre Myriam den Seelen schenkt ebenso wie, nach und nach, die Übersetzungen derselben, unter anderem ins Deutsche. Auf der Homepage wird deshalb grundsätzlich nichts veröffentlicht, was nicht unmittelbar von Maria aus an Ihre Myriam offenbart worden ist bzw. noch offenbart wird. Bisher hat Maria noch keine Erläuterungen zu den Zehn Geboten gegeben. Sollte Sie das eines Tages tun, dann wird diese Erläuterung, in welcher Form diese auch immer offenbart wird, bald nach jener Offenbarung veröffentlicht werden. Was ich Ihnen im Hinblick auf die Vorbereitung einer gründlichen Beichte auf jeden Fall wärmstens empfehlen kann, ist eine aufmerksame Lektüre des Buches Kreuzzug in die Seele, das Sie unter “Maria unterrichtet” vorfinden können. Es setzt sich aus vierzig Kapiteln zusammen, gedacht für die vierzig Tage der Fastenzeit. Maria ruft dazu auf, dieses Buch jährlich während der Fastenzeit zur Hand zu nehmen. Die Seele, die das Buch zum ersten Mal entdeckt, kann es sehr wohl auf fruchtbare Weise auch außerhalb der Fastenzeit studieren. Es vermittelt einen wertvollen Leitfaden zur Aufdeckung der Tiefen der Seele. Auch der Text Der Goldene Weg zum Paradies, den Sie ebenfalls unter “Maria unterrichtet” vorfinden werden, kann Ihnen sehr behilflich sein. Dieser Text ist eine Sammlung aus dem vorgenannten Kreuzzug in die Seele und aus einem anderen Buch: Die Wiedergeburt des Irdischen Paradieses. Zurzeit wird auf Deutsch nach und nach noch ein anderes Buch veröffentlicht, dass vor fast sechs Jahren als ein gründlicheres Studium der Tugenden, der Bausteine der Heiligkeit, geschrieben wurde, und sehr gut als Spiegel für eine Lebensbeichte verwendbar ist: Es heißt Frühlingsblüten am Lebensbaum. 59 Sollte man mit anderen Menschen, die gar nicht an Gott glauben und auch nichts von Ihm wissen wollen, das Gespräch mit ihnen versuchen auf Maria zu lenken, oder gibt Gott einem das ein? Je inniger Sie mit Maria leben und Ihr vollkommen gehören wollen, desto mehr werden Sie feststellen, dass all Ihr Handeln, Sprechen und sogar Denken, Fühlen und Verlangen von Ihr gelenkt wird. Maria ist der wirksamste Kanal der Inspiration und der alltäglichen Führung. Sie wird nicht umsonst als die Braut des Heiligen Geistes bezeichnet. Wenn Sie sich Ihr vollkommen hingeben, werden Sie darüber noch staunen. Je mehr man Gott und Maria liebt und sich zu Seinem und Ihrem Dienst gerufen fühlt, desto mehr wird man dazu neigen, über Sie zu sprechen. Das ist ein natürliches Bedürfnis, weil sich die Seele bald nur dann befriedigt fühlen kann, wenn über dasjenige gesprochen wird, das sie selber als die Nahrungsquelle des eigenen Lebens empfunden hat. Trotzdem sollte man in diesem Sinne umsichtig vorgehen, dass man sich dessen bewusst bleiben sollte, dass eine Seele meistens vor allem von demjenigen berührt wird, das sie selbst von sich aus wahrnimmt oder feststellt. Sie können zu einer Seele, die nicht glaubt, von Gott oder Maria sprechen, aber Sie werden wahrscheinlich bald die Erfahrung machen, dass diese sich vor Ihren Worten verschließt, sie nicht richtig versteht oder verstehen will oder sogar durch diese Worte gereizt wird. Es gibt da einen anderen Weg, der (obgleich auch meistens nicht gleich) auf die Dauer erfolgreicher wirken kann: den Weg des Vorbildes. Es besteht die Möglichkeit, dass die Seele, die Sie beobachtet und in Ihrem Verhalten und in der Weise, wie Sie einfach nach außen hin wirken, etwas erspürt, das ihr nicht als “durchschnittlich” oder nicht als “unter übliches weltliches Verhalten einzuordnen” vorkommt, sich Fragen zu stellen beginnt. Wenn nun diese Seele Ihr Verhalten oder die Art, wie Sie in Erscheinung tritt, mit dem “Leben wie eine Christin” in Verbindung bringen kann, kann es sein, dass sie neugierig wird. Diese Neugier kann Anlass dazu sein, dass sie “ihre seelische Tür öffnet”. Sie hat dann den Eindruck, dass sie selber die Entdeckung gemacht hat, dass da etwas Besonderes vorgeht und dass sie es aus freiem Willen überprüfen möchte. Vorbilder sagen mehr als tausend Worte. Eine Seele, die sich für dasjenige, was Sie sagen möchten, weil Sie von der Wahrheit Ihrer Erfahrungen mit Recht überzeugt sind, nicht aufschließen will, wird gleich gereizt, wenn Sie davon sprechen. Jede Seele, auch diejenige, die nicht glauben will (oder kann), soll man zu lieben versuchen. Die Liebe ist der unentbehrliche Schlüssel zu jeder Seele, weil jede Seele nur durch die Liebe ihre Lebenskraft erhält. Gerade deswegen ist eine Seele, in der die Liebe stirbt, buchstäblich eine tote Seele. 60 Um die Tür einer jeden Seele leichter bzw. rascher öffnen zu können, ist es vernünftig, diese Seele im Verborgenen des eigenen Herzens an Maria zu weihen. Diese Seele zieht dann bereits Nutzen aus der Wirkung, die Maria als die “sekundäre Gnade” bezeichnet: Sollte die Seele sich selbst aus eigener Initiative an Maria weihen, so würde sie die “primäre Gnade” bekommen, wenn nicht, bezieht sie die Gnade nicht auf unmittelbarem Weg, sondern durch den Kanal der Nächstenliebe. Die primäre Gnade findet einen günstigen “Zufahrtsweg” in der Tatsache, dass die Seele bereits den eigenen freien Willen auf Gott ausgerichtet hat und dann um etwas bittet; bei der sekundären Gnade ist der freie Wille der Seele nicht auf den Empfang der Gnade eingestellt: jemand anderes bittet für sie um diese Gnade, und die Seele, welche die Gnade aufnehmen sollte, weiß nichts davon bzw. bittet nicht selbst darum. Aber immerhin wird auch auf diese Weise schon der Zufahrtweg gepflastert. Ich weiß, dass es falsch ist als Vornamen Jesus zu haben, aber kann man seine Tochter auf den Namen Maria taufen oder beleidigt man die Gottesmutter damit? “Jesus” als Vorname kommt vor allem in den spanisch sprechenden Gegenden dieser Welt schon mal vor. Seelen, die ihren Nachwuchs so nennen möchten, tun das gewöhnlich aus Ehrfurcht bzw. aus Liebe zu Gott. Da Gott jeder Handlung einen Wert beimisst, der dadurch bestimmt wird, was im Herzen der Seele vorgeht, wenn diese die betreffende Handlung stellt, tun die Seelen, die Kinder “Jesus” nennen, nicht unbedingt etwas Falsches. Rein menschliche gesehen, könnte man gegen den Namen “Jesus” für einen “gewöhnlichen” Menschen einwenden, dass es vielleicht Gott schmerzhaft sein könnte, wenn eine Seele, die diesen Namen trägt, sündigt. Und da keine Seele ein Leben lang ohne Sünde bleibt... Falsch im Sinne von Sünde oder Untugend ist dieser Name für ein Geschöpf nur, wenn eine Seele diesen Namen einem Menschen (oder einem Tier — alles ist möglich) geben sollte in der bewussten Absicht, dadurch die Gottheit zu verspotten oder einen anderen Menschen dadurch dazu zu veranlassen, bewusst bestimmte Merkmale des so benannten Geschöpfes mit Jesus in Verbindung zu bringen, damit Jesus entwürdigt wird. Zu dem Namen “Jesus” für einen Menschen hat mir Maria bisher nichts anderes gesagt als dasjenige, was ich gerade geschrieben habe. Was den Namen “Maria” betrifft, weiß ich, dass es die Gottesmutter ebenso wie Jesus freut, wenn ein Kind auf diesen Namen getauft wird. Maria damit beleidigen, könnte man nur unter denselben Bedingungen, wie ich vorhin in Bezug auf den Namen “Jesus” erwähnt habe. Indem man die Tochter auf den Namen “Maria” tauft, setzt man sie dadurch gleichsam 61 unter den mächtigen Schutz des Namens, der von Gott Selbst mit so vielen außerordentlichen Eigenschaften bekleidet wurde. Immer sehr gerne bereit. Ich wünsche Ihnen ein lichtvolles Fest der Unbefleckten Empfängnis Mariens am nächsten Dienstag. In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen, Ihre Myriam 89. Über die Taufgnade — über die Notwendigkeit unseres Mitwirkens mit der Gnade Lieber Bruder in Jesus und Maria, Ihre Frage lautet: Ist es nicht so, dass wir durch die Taufgnade von allen Sünden, auch von der Erbsünde befreit werden und wir neu geboren werden als "Neue Schöpfung" in Christus, als Adoptivkinder Gottes? Gottes Barmherzigkeit hat es so verfügt, dass Jesus Christus als GottMensch in die Welt kommen sollte, um allen Seelen die Fülle der Erlösung zu ermöglichen, und zwar aufgrund dieses so mächtigen Instrumentes, das sämtliche Türen zum Paradies öffnen kann: des Leidens in der Fülle der Liebe und des Gehorsams. Als dem Erlöser am Kreuze das Herz durchstochen wurde, strömten daraus Sein allerletztes Blut und Wasser. Dieses Wasser können wir als die Originalquelle der Barmherzigkeit für den ewig dauernden Neuen Bund betrachten, und zwar als Vorabbildung des Taufwassers für die Seelen aller Zeiten, die sich der Nachfolge Christi hingeben würden. Darüber hinaus hat Jesus Seinen Nachfolgern den Heiligen Geist versprochen. Den Heiligen Geist empfangen wir zum ersten Male im Sakrament der Taufe. Eigentlich können wir es so betrachten, dass die Seele durch das Sakrament der Taufe vom Feuer des Heiligen Geistes für die Fülle der Barmherzigkeit erschlossen wird. Gottes Verfügungen und Erlässe haben ewig dauernde Gültigkeit und gelten dabei in ihrer Fülle. Aus diesem Grunde lässt sich mit Sicherheit sagen, dass die Taufe für die getaufte Seele die Fülle der Erlösung kraft Befreiung aus der Erbsünde möglich macht. Allerdings sollen wir uns über Folgendes im Klaren sein: Gott hat mit den Seelen den Neuen Bund geschlossen. Ein Bund wird von zwei Parteien eingegangen, denen dadurch spezifische Verpflichtungen obliegen. Die Fülle der Erlösung, der Befreiung aus den Wirkungen der Erbsünde und der weiteren Sünden, ist von Gott durch Jesus Christus bereit gestellt, muss aber von jeder Seele durch ihre individuelle Mitwirkung in ihrem eigenen Leben dadurch voll benutzt 62 werden, dass die Seele durch Nachfolge des Vorbildes Christi diese Frucht in sich zur Reife bringt. “Erlösung” ist als “Befreiung aus den endgültig verheerenden Folgen der Sünde” zu verstehen. Sie darf nicht als fix und fertiges Geschenk betrachten werden, das keiner einzigen Anstrengung von Seiten des Beschenkten mehr bedarf. Um es mal grob vereinfachend auszumalen: Das Geschenk der Erlösung ist wie ein Bausatz für ein Modellflugzeug, den man geschenkt bekommt: Alles ist in der Schachtel enthalten, sogar die Gebrauchsanweisung wird dazu gegeben, wenn der Beschenkte Interesse daran zeigt, aber zusammenbauen muss man ihn selber. Allerdings kann man dafür sogar eine Sachverständige zu Rate ziehen (Maria). Wenn die Kirche sagt, die Seele wird durch die Taufe von der Erbsünde und den weiteren Sünden befreit, so müssen wir dies so verstehen, dass der Seele nicht länger der Eintritt ins Paradies versagt ist. Auf jeden Fall trägt die Seele nach wie vor die Verantwortung für ihr eigenes Handeln und muss kraft Göttlichen Gesetzes immer noch jede Sünde wiedergutmachen, und zwar in dem Maße, wie diese nicht durch Gottes Barmherzigkeit ausgelöscht oder aber von der übermächtigen Fürsprache Mariens und bzw. oder von den Abbüßungen, geweihten Opfern und Leiden und Gebeten von anderen Seelen beglichen wird. Die völlige Befreiung aus den Wirkungen der Erbsünde und der anderen Sünden ist eine völlige Befreiung von einer sonst nicht zu vermeidenden Verdammung, befreit jedoch nicht unbedingt von der Notwendigkeit einer individuellen Reinigung im Fegfeuer. Ganz eindeutig ausgedrückt: Wenn die Kirche von Befreiung (Erlösung) spricht, meint sie Befreiung von der Hölle, nicht unbedingt vom Fegfeuer. Gott befreit keine einzige Seele „gegen deren freien Willen“. Sobald eine Seele “ja” zum Göttlichen Gesetz sagt und so lebt, wie es das Göttliche Gesetz vorschreibt, wird sie befreit (endgültig erlöst). Sagt sie aber nicht “ja”, mit anderen Worten: versündigt sie sich zügellos, so betrachtet Gott dies als Ausdruck ihres freien Willens, nicht erlöst zu werden. Trotz des Kreuzestodes Christi erschließt eine solche Seele die Erlösung nicht in sich selbst. Wäre dies nicht der Fall, so wäre jede getaufte Seele automatisch von allen Wirkungen sämtlicher Sünden befreit, aber das käme einem Göttlichen Verstoß gegen den von Gott als heilig geschaffenen freien Menschenwillen gleich. Da der Unterschied zwischen Hölle und Fegfeuer für eine Seele sowieso unermesslich ist, darf schon ohne weiteres von einer “völligen Befreiung durch die Taufe” die Rede sein. Vergessen wir allerdings nie, dass die letztendliche Frucht einer jeden Göttlichen Verheißung auf der Bereitwilligkeit der Seele basiert, ihre Mitwirkung an der eigenen Erlösung voll zu gestalten, durch den Bau ihres eigenen Dreiecks LIEBE 63 + LEIDEN + GEHORSAM. Gerade deswegen betont die Herrin aller Seelen immer wieder die Notwendigkeit, Ihr all unsere Prüfungen (= LEIDEN) zu weihen, diese Weihe richtig in der alltäglichen Praxis zu leben (= GEHORSAM) und das alles ohne jegliche Auflehnung sondern aus reiner LIEBE zu Gottes Gesetz. Es könnte nie zu stark betont werden: Die Aussage “Jesus Christus hat uns von der Sünde erlöst”, heißt nicht, dass wir nicht mehr sündigen könnten, noch dass wir trotz unserer Fehltritte automatisch ohne weiteres in das Paradies kommen. Halten wir uns immer vor Augen, dass jede Abweichung vom Göttlichen Gesetz irgendwie ausgeglichen werden muss, entweder dadurch, dass wir sie selber wiedergutmachen, oder dadurch, dass Gottes Barmherzigkeit mitsamt anderen, oben erwähnten Hilfsmittel, uns im ausreichenden Maße entgegenkommt. Vollendete Liebe aber heißt, nicht die Wirkungen dieser Mittel als Selbstverständlichkeit zu erwarten, sondern Gott das Geschenk unserer eigenen geweihten Prüfungen ohne jegliche Einschränkung anzubieten. Vergessen wir übrigens nie, dass die Seele die erlösende Wirkung ihrer Taufe auch durch ihr eigenes Verhalten beeinträchtigen kann. Die Taufe öffnet tatsächlich das Tor der großen Verheißung, aber damit wir durch dieses Tor hineingehen können, müssen wir Heil bringende Wege gehen. Gerade deswegen ist uns Maria als die Herrin aller Seelen gegeben worden: Sie kennt diese Heil bringenden Wege und führt die Seele von innen aus, wenn sich diese Letztgenannte Ihr völlig hingibt. Unsere Taufe ist erst der Anfang eines Weges, auf dem wir beweisen sollen, inwiefern wir tatsächlich die Liebe erbringen können bzw. wollen, dem Kreuz tragenden Christus nachzufolgen. Wir sind tatsächlich neu geboren als Adoptivkinder Gottes, müssen allerdings durch einen richtigen Gebrauch unseres freien Willens (d.h. einen Gebrauch im Sinne Gottes) nachweisen, der Göttlichen Erbschaft würdig zu sein. Die von Gottes Wegen auserkorene Erbschaftsverwalterin ist Maria. Wie Sie schreiben, sagt die Kirche des Weiteren, dass die späteren Sünden durch die Gnade Christi und die Sakramente getilgt werden können. So ist es. Aber ich weise auch diesbezüglich auf meine obige Erläuterung hin: Die Tilgung der Sünden ist die Frucht der Göttlichen Barmherzigkeit; sie wartet noch auf die Seele und deren Beitrag. Sehen Sie, die ganze Kommunikation innerhalb des Heilsgeschehens ist eine wunderbare Wechselwirkung zwischen dem Schöpfer und den Geschöpfen. Gott schenkt die wahre Liebe wie Saat, die Seele benutzt sie, damit sie reift und neue Früchte einbringt. Jedes Werk Gottes ist wie ein Schlüssel, der immer ein Schloss sucht, das ihn aufnimmt und sich von ihm öffnen lässt, damit eine Tür aufgeht. Gottes Werke sind Samen von vollendeter Fruchtbarkeit. Damit diese tatsächlich die Gewächse für 64 Gottes Reich einbringen, müssen sie jedoch in den Acker der Seele aufgenommen werden und unter der Sonne der Weisheit und Vorsehung und dem Regen der Gnade und in Wechselwirkung mit der Beschaffenheit des Seelenbodens (= der gelebten Tugenden!) reifen. Gottes Allmacht und Intelligenz + Bereitschaft und Mitwirkung der Seele = Fruchtbarkeit, neue Schöpfung. So weit geht Gottes Liebe, dass Er nichts zustande bringen möchte, bevor Er die Unterschrift der Seele unter dem Vertrag (dem Neuen Bund) sehen kann. In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen, Ihre Myriam 90. Über die Widerstände, den Schritt zur totalen Weihe an Maria zu vollziehen — über die Wichtigkeit, für den Ehepartner zu beten — über das beharrliche Gebet — über die Lebensreise, ihre Schwierigkeiten und ihre Chancen — über die Einsamkeit Liebe Schwester in Jesus und Maria, die Hemmung, die Sie derzeit vor der totalen Weihe an die Herrin aller Seelen spüren, ist nicht unbedingt ein ungünstiges Zeichen, ganz im Gegenteil. Diese Hemmung weist darauf hin, dass Sie sich dessen bewusst sind, dass es sich da nicht um eine Entscheidung handelt, die man leichtsinnig treffen kann. Es ist schon richtig, dass man den Schritt zur vollkommenen Weihe an Maria erst machen möchte, wenn man eine gewisse Freiheit im Herzen spürt. So gilt es schließlich auch für eine Vermählung, und zwischen einer vollkommenen Weihe und einer Ehe gibt es weniger Unterschiede, als es die meisten Seelen glauben würden. Nur sind die Art der Beziehung und die Gestaltung derselben dadurch anders, dass diese auf einer verschiedenen Ebene erfahren werden. Dennoch ist es wichtig, dass sich die Seele zu diesem Schritt entscheiden kann, wenn sie es gerade schwer hat. Eine Voraussetzung für eine fruchtbare Weihe ist das blinde Vertrauen, dass Maria die Seele durch alle Wälder und Wüsten, über alle Berge und Flüsse begleitet, als Schild, als Schutz, als Führerin, als Spiegel von Gottes Licht, Kraft und Wärme. Sie ist dabei Sonne und erquickende Brise zugleich. So wie die Seele nicht darauf warten sollte, zu beten oder zu lieben, bis ihr Gebet oder ihre Liebe vollkommen sind — denn dann würde sie überhaupt nicht zum Beten und zum Lieben kommen –, so gilt doch auch, dass die Seele nicht darauf warten soll, sich ganz Maria zu weihen, bis ihr das Leben leicht fällt — denn dann würde sie gar nicht zur Weihe kommen. So wie Jesus sagte, Er sei nicht gekommen für die Gesunden, weil diese ja keinen Arzt brauchen, sondern für die Kranken, weil diese durchaus einen Arzt brauchen, so ließe sich ebenfalls sagen, dass Maria als die 65 Herrin aller Seelen vor allem da ist, um den Seelen, die es mit sich selbst am Schwersten haben, das wahre Licht zu zeigen, so dass sie neue Hoffnung finden. Während die Weihe nicht leichtsinnig eingegangen werden sollte, gilt doch auch, dass die Seele gerade durch die Weihe völlig neue Erkenntnisse und Perspektiven erhalten kann. Maria geht nicht bei jeder Seele in derselben Weise vor, aber was schon auffällt, ist die Tatsache, dass Sie durchwegs als ersten Schritt jegliche Finsternis in der inneren Verfassung der Seele beleuchtet, so dass die Seele sich derer bewusst wird, und dass Sie dann neue Wege zeigt. Das Maß, in dem dieser Vorgang rasch erfolgreich wird, hängt in erster Linie von dem Maße des Vertrauens der Seele zu Maria ab. Ich versichere Ihnen, dass ich für Sie da bin, wenn Sie den Sprung zum unbekannten Ufer wagen. Ich bin jeder Seele guten Willens von Maria als kleine Brücke anvertraut worden. Ihr Zweifel über sich selbst ist normal. Wenn die Seele eine Erfahrung macht, die ihr Leben ganz auf den Kopf stellt, wird sie sich zunächst mit Anpassungsschwierigkeiten auseinandersetzen müssen: An viele Lebenssituationen muss auf einmal anders herangetreten werden. Die Seele lernt in sich selbst Verhaltens- und Reaktionsmuster kennen, die ihr zum Teil neu sind. Sie lernt Schwächen kennen, die bis dann verborgen geblieben waren. Es ist ihr, als ob ein völlig neues Leben vor ihr steht oder als ob sie eine Reise durch ein völlig fremdes Land antritt und sie plötzlich entdeckt, dass auf ihr Auto weniger Verlass ist, als sie bisher glaubte. Wenn dazu noch viel Zeit vergeht, ohne dass sich die Situation wesentlich ändert, fällt die Seele auch immer tiefer den Versuchungen des Bösen anheim, der sie glauben lassen möchte, dass sie, und sie allein, Schuld an allem ist, und der sie darüber hinaus zu negativen Gedanken und Gefühlen über denjenigen inspiriert, der die neue Situation veranlasst hat. Die Seele empfindet diese ganzen Gefühle als Zeichen der Verunreinigung. Der Seele ekelt es allmählich vor sich selbst. Geben Sie das Gebet für Ihren Mann nicht auf; denn das Sakrament der Ehe ist in Gottes Augen ein Goldschatz. Wie die Truhe auch äußerlich aussehen darf, es ist und bleibt Gold in ihr. Sie verstehen schon, was ich meine. Ein Sakrament ist ein Berührungspunkt zwischen Gott und der Seele. Solange man es instand hält, wird man von Gott berührt. Halten Sie sich dieses Bild vor Augen. Auch wenn Ihr Mann vermutlich nicht für die Ehe betet (ob er es tut oder nicht, wird uns Maria nie verraten, weil dies eine Angelegenheit zwischen seiner Seele und Gott ist), wichtig ist, dass Sie es tun. Betrachten Sie sich als diejenige, die die Schatztruhe täglich putzt. Dies bringt Ihnen Verdienste ein, weil die Schatztruhe des Sakramentes der Ehe für Gott wie ein Heiligtum ist. Geben Sie nie auf, für Ihren Mann zu beten. Vergessen Sie nie, dass der Wert einer Handlung für Gott nicht dadurch bestimmt wird, was diese Handlung auf 66 Erden einbringt oder nicht, sondern dadurch, was sie für Seinen Heilsplan zu bedeuten hat. Aus diesem Grunde ist es sehr wertvoll, für eine wankende Ehe beharrlich zu beten. Das Gebet ist der Putzlappen, mit dem Sie die Schatztruhe putzen; die Leiden, die mit dem Zustand zusammen hängen, sind das Putzmittel. Sie schreiben es selbst: Wenn Sie jetzt das Gebet aufgeben, fürchten Sie, Sie würden ein Leben ohne Gott und Seine Gebote beginnen. Genau, diese Gefahr ist konkret, und zwar weil gerade das Sakrament der Ehe einer der wichtigsten Fäden ist, durch welche Ihre Seele mit Gott verbunden bleibt. Vergessen Sie auch nicht, dass die Seele leicht dazu neigt, einen Zustand, den sie selbst schafft, auch selber mit eigenen Gesetzen zu versehen, die öfters von Gottes Gesetz abweichen. Setzt sie einmal für sich selbst Gottes Gesetz außer Kraft, so wird sie bald auf jedem Gebiet so handeln, als gäbe es gar kein Göttliches Gesetz mehr. Genau so geht es mit der Sünde: Versündigt sich die Seele einmal auf einem Gebiet, auf dem sie bis dahin rein zu bleiben pflegte, so wiederholt sich dieselbe oder eine ähnliche Sünde bald wieder, und der Baum der Verirrung bekommt immer neue Äste. Man könnte es so betrachten, dass sich in der Seele durch eine Sünde eine Rinne bildet. Sobald diese Rinne einmal benutzt worden ist, findet das Wasser gleich wieder denselben Abfuhrweg und vertieft diesen immer weiter, das heißt: Die sich wiederholende Sünde verletzt die Seele immer tiefer. Die Reise durch eine heikle Lage auf dem Lebensweg hat nichts mit einer Bestrafung wegen früherer Sünden zu tun. Jeder Meter des Lebensweges ist einmalig. Gott bestraft die Seele nicht, Er gibt im Gegenteil immer neue Chancen. Betrachten Sie das nachfolgende Bild: Die Lebensreise einer Seele ist eine Wanderung, auf der sie jeden Tag bestimmte Samen auszustreuen hat. Diese Samen sind die Werke, Worte, Gedanken, Gefühle, Wünsche, Bestrebungen, Leiden an Leib und Herzen, Prüfungen, Aufopferungen, Sühneakte, Anbetungsakte, Gebete usw., durch welche die Seele zur Verwirklichung von Gottes Heilsplan beitragen soll. Gottes Vorsehung schenkt ihr diese Samen von einem Augenblick zum anderen, nur in Ausnahmefällen für eine weiter entfernte Zukunft. Wenn Sie nun an bestimmten Stellen Ihres Lebensweges nicht die Saat ausgestreut haben, von der Gott erwartete, dass Sie es tun, so wird Er durch Seine unfehlbare Vorsehung Wege suchen, Ihnen eine neue Chance zu bieten, diese Versäumnisse noch wieder gutzumachen; denn es gilt, alles daranzusetzen, dass die Saat, die Ihnen persönlich zur Verfügung gestellt worden ist, die Gelegenheit bekommt, sich in Blumen für Gottes Reich zu verwandeln. Erinnern Sie sich nun aber, woraus sich die Samen zusammensetzen. Tatsächlich: Es handelt sich um Werke, 67 Worte, Gedanken, Gefühle, Wünsche, Bestrebungen, Leiden an Leib und Herzen, Prüfungen, Aufopferungen, Sühneakte, Anbetungsakte, Gebete usw. Was heißt dies somit konkret für Ihr Leben? Sie bekommen die Chance, die von Ihnen durch irgendwelche Fehltritte versäumten Beiträge zum Frühling von Gottes Reich (= die Blumen, die sich aus den Ihnen entlang Ihrem Lebensweg zur Verfügung gestellten Samen hätten entwickeln können) nachzuholen. Einst drückte es mir die Herrin aller Seelen so aus, dass jede Seele durch ihre Prüfungen auf Erden einen Teil oder aber die Gesamtheit der für Sie möglicherweise notwendigen Leiden im Fegefeuer bereits auf Erden vollbringt, falls sie diese Prüfungen ohne Protest annimmt. Dies heißt nicht, dass Sie tatsächlich so schwer gesündigt hätten, dass Ihre heutigen Prüfungen notwendig wären, um Ihre Seele zu reinigen. Es heißt allerdings schon, dass Gott Ihnen auch durch die heutigen Leiden Chancen für ein ewiges Glück bereiten will, das dank einer liebevollen Hinnahme dieser Leiden größer werden kann, als Sie es je geahnt hätten. Vergessen Sie nicht, dass das Maß des Leidens einer Seele keine Indizien für das Maß ihrer Sündhaftigkeit bietet. Gott sucht dauernd, jeder Seele ein Übermaß an Gelegenheiten zu bieten, die ihr anvertraute Saat auszustreuen. In manchem Falle läuft das darauf hinaus, dass die Seele weit über das Maß ihrer Sünden oder Fehltritte hinaus säen darf. Den Überschuss an ausgestreuter Saat sollen wir als die Chance betrachten, uns die wahre Heiligkeit zu erwerben. Ich betone deswegen, dass in der Prüfung das Antlitz Gottes der Seele noch strahlender zulacht, als in einer Stunde des Glückes. Vertrauen lernen, kann die Seele dadurch, dass sie den Wert einer jeden Sekunde ihres Lebens nicht länger nach dem misst, was diese Sekunde ihr an (irdischem) Glück eingebracht hat, oder nach dem Maß des Glückes, das sie wegen dieser Sekunde empfindet, sondern nach dem Glauben, dass jede in Hinnahme und Liebe zu Gott, zu Maria und zu den Mitgeschöpfen zugebrachte Sekunde des Leidens (an Seele, Leib, Herzen oder Geist) für Gott wie ein goldener Samen ist, aus dem eine goldene Blume aufblüht. Dies ist keine Illusion, sondern ein Grundparagraph aus dem Gesetzbuch der Göttlichen Gerechtigkeit. Selig die Seele, die felsenfest an die Wahrheit dieses Gesetzes glaubt. Die Bemerkungen bzw. Fragen von Mitmenschen, ob Sie bereits einen anderen Mann gefunden haben, müssen Sie unbedingt als Versuchungen von Seiten des Bösen betrachten, der alles daran setzt, damit das Bild, das Sie nach all diesen Prüfungen und erschütternden Erfahrungen von sich haben, noch negativer wird. Ihre Entmutigung wäre für ihn neue „Saat“... für Dornen, mit denen er Ihr Herz ganz zerreißen möchte. Hören Sie bitte nie auf solches Gerede, weil es lediglich weltliche Torheit verkündet, und lassen Sie sich nicht scheiden, um sich 68 „eine neue Freiheit“ zu erwerben; denn diese Handlung wäre im Gegenteil der Grundstein eines Kerkers für das ewige Glück. Die wahre Freiheit kann sich die Seele nur dadurch erwerben, dass sie Gottes Gesetzen treu bleibt. Die wahre vollendete Freiheit ist die Heiligkeit. Diese kann man nicht dadurch erreichen, dass man das Band eines Sakramentes löst. Sich scheiden lassen, hieße: gegen die Heiligkeit eines Sakramentes verstoßen, einen vor Gott geleisteten Eid brechen und das Kreuz als persönlichen Beitrag zur Erlösung abwerfen. Ein einsames Gemüt kann leicht einer Wolke zum Opfer fallen, aber die Einsamkeit ist auch eine offene Tür für die Sonne der Gegenwart Gottes. Jesus betete so gerne oben auf einem Berg in der Einsamkeit. Maria erscheint vorzugsweise auf Bergen und an entlegenen, stillen Orten. Wenn es Ihnen gelingt, die Neigung zum Denken zu bewältigen und das Herz ganz Maria zu öffnen, werden Sie Licht in ungeahnten Schattierungen kennen lernen. Dieses Himmlische Licht wird die Saat von früher, und jene von heute, zum Reifen bringen. Sie enthält den Wachstumsplan, den ihr Gottes Weisheit eingegossen hat, und wartet nur darauf, dass sich die Seele dem Himmlischen Licht aufschließt, um sie zum Blühen zu bringen. Vertrauen Sie sich uneingeschränkt Maria an, Sie werden es nicht bedauern. Ich helfe Ihnen gerne, neue Fenster in Ihrem Herzen zu bauen. In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen, Ihre Myriam 91. Über die Angst vor der Hölle — über die Abbüßung von Fehltritten Liebe Seele in Jesus und Maria, Angst vor der Hölle sollte keine Seele haben, wenn sie den Anweisungen der Himmlischen Königin folgt. Angst ist eine nicht produktive Verfassung: Sie bringt nichts, sondern lähmt das Gute, das wir eigentlich tun möchten. Der absolute Gegenpol der Angst ist die wahre Liebe (die nicht sinnliche Liebe, die man gerade aus dem Herzen heraus Gott und Seinen Werken in der Schöpfung entgegenbringt). Die Liebe ist auch gerade die Goldmünze, die uns die ewige Glückseligkeit kauft. Ihr Wille, das Gute zu tun, wird, wenn Sie sich nicht davon ablenken lassen, Ihre Seele Schritt für Schritt reinigen. Ich weise auf das kurze aber so außerordentlich machtvolle Bittgebet hin, das die Herrin aller Seelen vor zwei Jahren die Seelen lehrte, und das im Buch “Die Morgendämmerung von Gottes Reich auf Erden” veröffentlicht wurde, samt dem wunderschönen damit einhergehenden Versprechen von Seiten der Gottesmutter. Das Bittgebet lautet: “Maria, mächtige 69 Herrin der Seelen, erwirke uns totale Vergebung, Reinigung und Wiedergeburt.“ Maria bittet darum, dieses kleine Bittgebet täglich 33 Mal aufmerksam und mit Liebe auszusprechen, gleichzeitig für sich selbst und die Mitglieder seiner Familie. Das heißt also: Sie sprechen es aus (das darf in der Stille des Herzens erfolgen) und die Seele(n), die bei Ihnen lebt bzw. leben, tut bzw. tun es womöglich ebenfalls. Im Übrigen erwartet Maria von Ihnen die Erfüllung der Wünsche, die Sie in den vorangehenden Briefen an Sie hat vorbringen lassen. Der vollkommene Gehorsam der Herrin aller Seelen gegenüber ist das größte Abbüßungsmittel für unsere Fehltritte, weil dieser Gehorsam in Gottes Augen als unmittelbarer Gehorsam Seinen Gesetzen gegenüber gilt. Die Wirkungen von den Fehltritten, die nicht zu ändern sind, kann die Seele nur durch Gehorsam, Liebe und die innigste Weihe der Prüfungen des Alltags und allen Herzeleides an Maria nach und nach ausgleichen helfen. Lieben Sie Gott und Maria in allem, in jedem Menschen, in jedem Tier, in jeder Prüfung, in jedem Leid und Schmerz, und verbreiten Sie die Belehrungen Mariens; denn diese sind die Waffen Gottes gegen die Finsternis in diesen Letzten Zeiten. Die Barmherzigkeit Gottes und die Fürsprache und Führung Mariens werden Ihnen zuteil werden. Die Gottesmutter hat versprochen, dass keine Seele, die sich wirklich mit Leib und Seele Ihr hingibt und allen Ihren Belehrungen und Anweisungen nachfolgt (die ja Gottes Gesetzen entsprechen), für das ewige Heil verloren geht. Sie wartet auf Sie, enttäuschen Sie Sie nicht; denn Marias Liebe ist unsagbar erhaben. In Liebe und zu Diensten der Herrin aller Seelen, Ihre Myriam 92. Über die Gefahr des Geldes — über das Gebet für die Verstorbenen — über die Bestimmung der Seele nach dem Tod — über das Rosenkranzgebet Liebe Schwester in Jesus und Maria, in Ihrem Leben machen Sie Erfahrungen darüber, wie die Göttliche Vorsehung Seelen so lenken kann, dass sie durch Situationen gehen, die sie etwas zu lehren haben. Gottes Weisheit verfügt es oft so, dass Seelen durch Änderungen in ihren Lebensverhältnissen zur Besinnung geführt werden, damit sie manches mit anderen Augen betrachten. Geld hat es tatsächlich in sich, in der Seele, solange diese sich nicht entschieden zu einem Leben zu Diensten von Gottes Heilsplan entschlossen hat, das Bedürfnis nach dem Weltlichen zu wecken und dieses Bedürfnis zum vorherrschenden Beweggrund allen Tun und Lassens werden zu lassen. Diese Erkenntnis sollten Sie schon in 70 Erwägung ziehen wenn Sie einer Seele finanzielle Beihilfe leisten. Gut wäre, sorgfältig zu überlegen, ob es ein Maß an Beihilfe gibt, das dieser Seele hilft, über die Runden zu kommen, ohne ihr die Gelegenheit zu bieten, dadurch der alten Untugend zu verfallen. Die Gottesmutter wird Ihnen diesbezüglich keine genauen Vorschriften machen, weil von jeder Seele erwartet wird, dass sie aus den praktischen Situationen des Alltags Lehren zieht. Vorgeformte Lösungen in materiellen Angelegenheiten wären für Gott wie die Beeinträchtigung des freien Willens. Die Beihilfe vollkommen einzustellen, wäre auch in spiritueller Hinsicht auf jeden Fall nicht die beste Lösung, weil diese Anstrengung in dieser Phase Ihres Lebens schon von Ihnen erwartet wird. Es gilt da aber, den goldenen Mittelweg zu finden. In Bezug auf den verstorbenen Nachbarn fragen Sie, ob man für Menschen, von denen man nicht weiß, ob sie im Fegfeuer oder in der Hölle sind, beten soll, da dies für Menschen in der Hölle wirkungslos ist. Die Göttliche Weisheit und Liebe ist den Seelen gegenüber unvorstellbar fürsorglich. Da für Gott das Leben auf Erden nicht das Wichtigste ist, wirkt Seine Fürsorge über die Grenzen des irdischen Todes hinaus uneingeschränkt weiter. Damit sich jede Seele bis zum Äußersten für die Werke Gottes einsetzt, hat Gott allerdings die Kenntnis über die Bestimmung von Seelen nach dem irdischen Tod unserer Kenntnis entzogen. Ein paar Seelen haben zwar zu einem gewissen Zeitpunkt die Gabe erhalten, über die Bestimmung mancher Seelen Näheres zu erfahren, aber dabei handelt es sich eindeutig um eine mystische Begabung, nicht um einen “Normalzustand”. Diese Begabung wird von Gott äußerst selten geschenkt, genau damit die Verbreitung solcher Kenntnisse sehr beschränkt bleibt. Seien Sie diesbezüglich übrigens sehr vorsichtig; denn die Gottesmutter hat mich davor gewarnt, dass weitaus die meisten Seelen, die behaupten, die Bestimmung von Seelen nach dem irdischen Tod zu kennen, diese Begabung nicht erhalten haben bzw. diese nicht aus Himmlischen Quellen erhalten haben (Sie verstehen, was ich meine). Das heißt, dass man nie mit Sicherheit sagen kann, ob sich eine verstorbene Seele, von der es so gut wie auszuschließen wäre, dass sie sich im Himmel befinden könnte, im Fegfeuer oder in der Hölle befindet. Gottes Barmherzigkeit, die übermächtige Fürsprache Mariens und die von Seelen auf Erden dargebrachten Abbüßungen, Aufopferungen, geweihten Prüfungen, Gebete und Heiligen Messopfer können insgesamt eine Seele, die auf Grund des Gesetzes der Göttlichen Gerechtigkeit für ewig verdammt werden sollte, trotzdem vor der Hölle retten und in das Fegfeuer verweisen, das bekanntlich einmal ein Ende nimmt und nur einen einzigen Ausweg hat: diesen ins Paradies, nach erforderlicher Läuterung im Feuer der Liebe. 71 Konkret heißt dies, dass jede Seele auf Erden, wenn sie wirklich die Tugenden der Barmherzigkeit, der Milde, der Nächstenliebe und der Hoffnung üben möchte, gut daran tut, davon auszugehen, dass sich Verstorbene(r) X oder Y usw. im Fegefeuer befindet, nicht in der Hölle, möge die betreffende Seele auch noch so sündhaft gelebt haben. Aufgrund dieser Annahme tun Sie gut daran, dem Verstorbenen jetzt noch zwei, womöglich drei Geschenke anzubieten: 1. Beten Sie für ihn. 2. Weihen Sie Maria das ganze irdische Leben des Verstorbenen, mit all seinen Prüfungen, Krankheiten, Leiden, Schmerzen, Kummer und mit allen guten Taten, die er ohne jeden Zweifel irgendwann vollbracht hat (sogar im Verborgenen seines Herzens oder hinter geschlossenen Türen). Maria kann aufgrund dieser Weihe dem Verstorbenen jetzt noch Verkürzung seiner etwaigen Läuterungszeit erwirken. 3. (falls möglich): Wenden Sie sich an einen Priester und lassen sie diesen Vertreter Christi ein Heiliges Messopfer für den Verstorbenen feiern. Die Wirkung ist ähnlich wie diese im Punkt 2. Was denn, wenn diese Seele doch in der Hölle ist? Leider hat sie selbst dann nichts mehr davon, aber Ihre Anstrengungen finden dann drei andere Auswirkungen: 1. Die dargebrachten Gebete, Weihe, Messopfer usw. werden in Gnaden für andere Seelen umgewandelt, entweder auf Erden oder im Fegfeuer. 2. Sie tragen dadurch zu einer Erhebung des Standes der Gnade der Menschheit als Ganze bei. 3. Sie selbst bekommen den Verdienst, einen Akt der Nächstenliebe und des Vertrauens in Gottes Barmherzigkeit und die Macht der Himmelskönigin vollbracht zu haben. Sagen Sie mal tief im Herzen zu Maria, wie sehr Sie diesen Nachbar gemocht haben und dass Sie ihm jetzt noch seine Fehltritte vergeben. Diese beiden kleinen Sätzchen, in aller Aufrichtigkeit in Marias Herz gelegt, sind wie Strahlen goldenen Lichtes. Halten Sie an Ihrer Gewohnheit fest, ein “Gegrüßet seist Du, Maria” zu beten für jede Seele, von deren Tod Sie erfahren. Diese Gewohnheit verbreitet Gottes Licht und hilft tatsächlich diesen Seelen vor dem Göttlichen Gericht. „Welcher Rosenkranz ist wirksamer: Der Rosenkranz zur Göttlichen Barmherzigkeit von Schwester Faustine oder der normale Rosenkranz mit den vier Geheimnissen. Ich mag den von Schwester Faustine lieber, weil man so speziell für andere betet.“ Alle Gebete sind für Gott und für Maria wie Honig im Kelch der Bitterkeit, den Jesus nicht aufhört, für die Menschheit zu leeren. Die Art und Weise, 72 wie Maria Selbst den Rosenkranz betrachtet, könnte für Sie die Fruchtbarkeit dieses Gebetes immens steigern: Sie sollten sich angewöhnen, davon auszugehen, dass auch der normale Rosenkranz ein Gebet ist, das man für andere betet, und zwar für die ganze Menschheit von allen Zeiten. Ich gebe Ihnen die goldene Regel, wie sie mir die Himmelskönigin bereits vor zwölf Jahren in Bezug auf den Rosenkranz gegeben hat: Der Rosenkranz, von dem die höchste Fruchtbarkeit für Gottes Reich ausgeht, und zwar mit Wirkung für den Göttlichen Heilsplan für alle Zeiten, ist dieser: 1. bei dem man bei jedem “Gegrüßet seist Du, Maria” eine Erwägung hinzuzieht, die sich auf das betreffende Mysterium bezieht (z.B. auf das Wiederfinden Jesu, die Kreuzigung, die Krönung Mariens usw...); 2. den man ausdrücklich Maria schenkt, ohne irgendeine eigene Absicht, das heißt, dass man es vollkommen und uneingeschränkt Maria überlässt, was Sie mit diesem Rosenkranz tun will. Maria bittet betont darum, weil Ihr sonst die Hände gebunden sind. Wenn Sie Maria bitten, Sie möge den Rosenkranz für Herrn X oder Frau Y oder für ein bestimmtes Geschehen anwenden, so legt Sie diese Gebetsabsicht in die Sammlung der Gebetsabsichten der ganzen Welt und aller Zeiten. Diese Sammlung wird ständig mit den vorhandenen und innerhalb einer gegebenen Zeitfrist “spendbaren” Gnaden verbunden. Wenn die von Ihnen vorgebrachte Absicht aus irgendwelchem Grunde nicht (oder nicht zu jenem Zeitpunkt) innerhalb der Absichten der Göttlichen Vorsehung und bzw. oder innerhalb der derzeitigen Entwicklung des Göttlichen Heilsplan passt und bzw. oder die Seele, für welche der Rosenkranz dargeboten wird, für den Erhalt dieser Gnade zum gegebenen Zeitpunkt nicht bereit ist, oder die Göttliche Weisheit es für angebracht hält, dass diese Seele noch für eine gewisse Zeit eine besondere Prüfung durchzustehen hat, so kann die Gebetsabsicht nicht fruchtbar gemacht werden. Maria bittet deshalb die betenden Christenseelen ausdrücklich darum, sie mögen sich angewöhnen, den Rosenkranz in die Hände Mariens zu legen, ohne jegliche eigene Absicht zu formulieren, damit Maria als übermächtige Mittlerin aller Gnaden und Herrin aller Seelen, mit einem vollständigen Überblick über den Stand aller Seelen, über die Entwicklungen des Göttlichen Heilsplans und über die Absichten der Göttlichen Vorsehung, Selber entscheiden kann, in welchem Bereich dieser Rosenkranz seine höchste Fruchtbarkeit erlangen kann. Wir Seelen haben einen beschränkten Blick, Maria aber lebt in innigster Verbundenheit mit der Göttlichen Dreifaltigkeit. Gerade deswegen wird Sie auch die Herrin der Vorsehung genannt. Ihre Liebe zum Rosenkranz der Göttlichen Barmherzigkeit kann ich allerdings nachvollziehen, weil auch ich selbst diesen Rosenkranz liebe, 73 so wie ich besonders jedes Gebet liebe, das mit den Leiden Christi und den Schmerzen Mariens und mit der Aufopferung derselben im Zusammenhang steht. Wenn Sie fragen, welcher der beiden Gebete wirksamer ist, so müsste ich sagen: Man kann nie ohne weiteres Äpfel mit Birnen vergleichen. Die beiden Gebete haben einen besonders hohen Wert für die Pläne und Werke Gottes. Das Eigene dieser Gebete ist Folgendes: - Der Rosenkranz der Göttlichen Barmherzigkeit verweist unmittelbar auf den mächtigen erlösenden Wert des Kreuzesopfers und erinnert uns daran, dass das Kreuzesopfer Jesu überhaupt das Herz Gottes für alle Zeiten dazu veranlasst, sich uneingeschränkt über die Seelen zu ergießen. - Der “gewöhnliche” Rosenkranz ist das Gebet der Gebete (so bezeichnet ihn die Gottesmutter Selbst); denn er birgt in sich die Gesamtheit der gnadenvollen Meilensteine aus den Leben des Erlösers und der Gottesgebärerin. Indem sich die Seele mit diesen Ereignissen im Herzen verbindet, öffnet sie sich immer wieder für den Erguss der von Gott Selbst mit diesen Ereignissen verbundenen Gnaden zur Erlösung und Heiligung. Darüber hinaus setzt sich der Rosenkranz hauptsächlich aus dem “Vater unser” und dem “Gegrüßet seist Du, Maria” zusammen, die alle beide, wenn man sie genügend tief betrachtet, so inhaltsreich und gnadenvoll sind. Wenn man den Rosenkranz darüber hinaus für die Absichten Mariens betet (die ja die Absichten von Gott Selbst sind), erhält dieses Gebet noch den zusätzlichen Wert einer Weihe. Gott hat Bedürfnisse, die sich auf das Heil aller Seelen beziehen. Die Seelen auf Erden können die Befriedigung dieser Bedürfnisse am Besten durch ihre selbstlos dargebotenen Gebete loskaufen, durch ihre Liebe und Bestrebungen der Tugendhaftigkeit und dadurch, dass sie über das Kapital eines Leibes verfügen, das Leiden und Prüfungen durchstehen kann, genauso wie Jesus Christus Selbst in Seinem menschlichen Körper. Es zeigt sich darin der Wert der vollkommenen Nachfolge Christi. Eins nur kann ich Ihnen ans Herz legen: Beten Sie womöglich die beiden Gebete regelmäßig, weil jedes von ihnen mächtige Lichtströme erschließt, ohne welche noch viel mehr Seelen in den Abgrund abstürzen würden. Geben Sie den Kampf des Lebens nie auf; denn das Leben ist eine Goldgrube für Gottes Werke. Legen Sie diesen Schatz richtig an. In Liebe und zu Diensten der Herrin aller Seelen, Ihre Myriam 74 93. Über den Unterschied der Wirkung der Eindrücke aus der Natur und aus dem künstlich geschaffenen Teil der Welt auf die Seele — über den Unterschied des Himmlischen Verlangens und des weltlichen Verlangens — über die Heiligungs- und Befreiungswerke der Herrin in der Seele — über die Liebe als befreiende Kraft — über die Freiheit des Himmels und die Tyrannei der Welt Lieber Bruder in Jesus und Maria, die Welt ist voller Eindrücke. Wenn wir uns deren Herkunft mal näher betrachten, erkennen wir leicht zwei große Quellen von Eindrücken: 1. diejenigen, die aus der Natur hervorkommen: Es handelt sich dabei um die Eindrücke, die uns die Tier- und Pflanzenwelt ebenso wie die nicht lebendigen Landschaftselemente — Steine, Bodenbeschaffenheit aus geologischer Sicht betrachtet, usw. — vermitteln (Farben, Formen, Geräusche, Gerüche, Geschmäcker); 2. diejenigen, die durch menschliche Vermittlung hervorgerufen werden. Es handelt sich dabei um den von Menschen “erschaffenen” Teil der Landschaft — Industriegelände, Gebäude, Straßen, usw. — ebenso wie die unzähligen Eindrücke aus unnatürlichen Geräuschen, aufdringlicher Werbung, Fernsehen und anderen Medien. Oberflächlich betrachtet, könnte man davon ausgehen, dass es einerlei ist, woher ein Eindruck stammt, Farbe ist ja Farbe, Geräusch ist Geräusch, usw. Ein gewaltiger Irrtum! Die Menschenseele ist mit einer “Vorrichtung” ausgestattet, die sich mit einem Sensor, einem Fühler, vergleichen ließe. Dieser “Sensor” scheint dauernd die Umgebung, in der sich die Seele (im physischen Leib) bewegt, abzutasten und deren Wert für die seelische Entwicklung zu ergründen und zu bestimmen. Dieser “Sensor” bemerkt rasch, ob ein sich darbietender Eindruck aus der von Gott erschaffenen Natur oder aber aus einer künstlich von Menschenhand “erschaffenen” Quelle stammt. Das Natürliche wird dabei als “Leben tragend und spendend” ausgewertet, während das Künstliche, das Unnatürliche, das Menschliche, als “seelisch tot” empfunden wird. Unter anderem aus diesem Grunde kommt es vor, dass sich die Seele im regen Straßenverkehr, in einer Industriezone u. ä. nicht wohl fühlt. Lieber Bruder, diese Information ist wichtig, weil sich durch sie Ihr Problem leichter im spirituellen Sinne fassen lässt: Die Eindrücke, welche aus der menschlichen Quelle auf die Seele zukommen, sind nicht nur “seelisch tot”, sie sind auch dadurch verunreinigt, dass sie nur auf die Befriedigung weltlicher, stofflicher Bedürfnisse abzielen. Die Welt verspricht den Seelen unendlich vieles, buchstäblich “den Himmel auf Erden”. Dieser “Himmel” ist eine Luftspiegelung, flüchtig wie der Duft eines von Menschen hergestellten 75 Parfüms, vom Wind verweht. Trotzdem verkaufen Unzählige buchstäblich ihre Seele für diesen “Himmel auf Erden”. Das letztendliche Ziel einer jeglichen weltlichen “Schöpfung”, die solche Eindrücke in den Seelen weckt, ist der finanzielle Gewinn. Aus dieser Bestrebung werden Industrie, Werbung und Medien geboren oder mindestens sehr weit über das Maß des Notwendigen hinaus entwickelt. Diese “entseelte” Herzensverfassung, aus welcher heraus somit täglich Milliarden von Eindrücken in die Welt gebracht werden, raubt unzähligen Seelen das Göttliche Leben und zerstört auf die Dauer jegliche Saat, aus der dieses Göttliche Leben in den Seelen aufzublühen versucht. So müssen Sie die Gesinnung verstehen, die zurzeit Ihr Herz überwältigt. Sie versinken in Schulden, überziehen leicht das Konto, möchten aber ein für allemal schuldenfrei werden und bitten deswegen Maria um Unterstützung. Sie wird Ihnen diese nicht verweigern. Um eines nur bittet Sie die Himmelskönigin: Dass Sie Ihr jegliche Versuchung, die Sie dazu veranlassen möchte, sich der Welt und seinen etlichen Scheinbedürfnissen zuzuwenden, unter die Füße legen. Lieber Bruder, versuchen Sie, sich das nachfolgende Bild vor Augen zu halten: Jedes Verlangen, das die Herrin aller Seelen durch die Schriften bekannt gibt, ließe sich mit einer wunderschönen Blume vergleichen: - Es verzaubert durch Schönheit: Die Seele wird tief innerlich – im vorerwähnten “Sensor” – verzückt, weil sie Gottes Gegenwart in diesem Verlangen spürt. - Es verzaubert durch Duft: Die Seele empfindet es tief innerlich als Weg zur Heiligkeit. - Es trägt in sich den Blütenstaub, Träger der Fruchtbarkeit und des (Göttlichen) Lebens. Dieses Himmlische Verlangen wirkt im tiefsten Keim der Seele wie reine Nahrung. Tief innerlich sehnt sich die Seele nach der Erkenntnis der Wünsche der Herrin, die ja vollkommen und restlos jenen von Gott Selbst entsprechen. Jedes Verlangen, das Ihnen dahingegen aus der Welt aufgenötigt wird und nur bezweckt, dass Sie in die Zwickmühle der weltlichen Bedürfnisse und unzähligen künstlich ins Leben gerufenen Scheinbedürfnisse geraten, die alle nur die Torheit des weltlichen Denkens unterstreichen, ist lediglich eine Plastikblume: - Die anfängliche Verwunderung über ihre “Schönheit” verwandelt sich rasch in Enttäuschung und das Gefühl, betrogen zu sein; denn die Schönheit ist künstlich und nicht beseelt, sie ist leer und inhaltslos. 76 - Duften tut sie ja gar nicht; denn dazu fehlt es ihr an Inhaltsstoffen, die sie aufgrund der Göttlichen Intelligenz und eines eingebauten Wachstumsplanes hätte entwickeln können. - Sie trägt kein Leben in sich und hat der Seele somit gar nichts zu bieten. Die Bedürfnisse nach den Dingen der Welt, die man sich mit Geld kaufen kann und muss, sind wie ein unersättlicher Hunger, der ständig ein Gefühl des Unbefriedigt-Seins hinterlässt und das ganze Wesen kraftlos macht. Wegen der nie aufhörenden Jagd nach echter Nahrung bleibt der Seele keine Zeit übrig, ihrer wirklichen Berufung nachzugehen. Alle ihre Anstrengungen verwendet sie auf vergängliche Tätigkeiten und auf den Erwerb vergänglicher Gegenstände, die ihr nichts einbringen, was sie näher ans Ziel bringen kann. Das einzige Ziel des Lebens ist das Tor der Ewigen Glückseligkeit, die sich die Seele auf Wegen wahrer Fruchtbarkeit für Gottes Werke erwirken muss. Lieber Bruder, die Dinge der Welt nähren das seelische Leben nicht und werden sehr leicht dazu herbeigesehnt und erworben, die eigenen Schwächen noch weiter zu nähren, so dass diese letzten Endes die Seele in faustdicken Ketten fesseln, wie in einem Kerker: getrennt von allem Licht, von jeglicher bleibenden Freude, fern von allem Leben. Das einzige Werkzeug, das die Seele aus ihren Schwächen befreien kann, ist die wahre Liebe. Die wahre Liebe wird in der Seele zum Leben erweckt, sobald die Seele zur Erkenntnis ihrer Bestimmung als Kind Gottes gelangt. Diese Erkenntnis soll sie sich aber nicht durch den Verstand erwerben, sondern durch das Herz. Halten Sie sich fest vor Augen: - dass Gott Sie dazu in die Welt gesandt hat, damit Sie sich am Pflücken der Früchte für Gottes Reich auf Erden beteiligen; - dass Er Ihnen dazu wunderbare Talente als Rucksack auf dem Weg zwischen den Obstbäumen geschenkt hat, die Er täglich durch den Erguss von Gnaden und die Winke Seiner Vorsehung zu nähren versucht; - dass Er zwar die Befriedigung von Bedürfnissen zulässt, welche den Leib instand halten sollen, dass diese jedoch als Mittel zur Selbstentfaltung (Heiligung) gedacht sind und auf keinen Fall Ziele an sich werden dürfen; - dass Er für Sie den Lohn des Erben der Göttlichen Nachlassenschaft bereit hält, die sich aus der Ewigen Glückseligkeit zusammensetzt, die allerdings nur durch ein Leben der Loslösung angetreten werden kann. Der Grund ist, dass Gott die weltlichen Anhänglichkeiten als eine Entscheidung zugunsten der Welt und zum Nachteil Seiner ewigen Geschenke betrachtet. 77 - dass die weltlichen Anhänglichkeiten in dem Maße stärker werden, wie sich die Liebe in der Seele lähmen lässt; - dass die Herrin aller Seelen die wahre Liebe zu Gott, zu Gottes Werken und Plänen und zu den Mitgeschöpfen hundert- und tausendfach anfachen kann und dass Sie dazu nur die Nachfolge von Seiten der Seele braucht: Die Seele, die Ihre Belehrungen und Anweisungen in der alltäglichen Praxis anwendet, wird von der Herrin zu den Gipfeln der Heiligkeit geführt. Diese Seele wird an erster Stelle so umgestaltet, dass ihre Fähigkeit zu lieben, zu hoffen und zu glauben viele Male verstärkt wird. Unter den ungeahnten Vorteilen dieser Entwicklungen zählen die Nachfolgenden zu den Auffälligsten: 1. Je größer die Liebe wird, desto leichter wird die Seele dazu kommen, sich von der Welt abzuwenden und ihr Leben bis in alle Einzelheiten in den Dienst der höheren Dinge zu stellen. 2. Je größer die Hoffnung wird, desto rascher wird der innere Friede der Seele wachsen, weil sie dann in allem aus der festen Überzeugung heraus lebt, dass dieses Leben mit seinen Prüfungen nur wie ein Sturm in einem Wassertropfen ist, den sie bestehen muss, um die vollendete Glückseligkeit des ewigen Paradieses zu erben. 3. Je größer der Glaube wird, desto untrüglicher wird für die Seele die Empfindung von Gottes Gegenwart in allen Kreuzen, in jeder Entsagung, in jeder Loslösung, so dass sie sich eines Tages mehr über einen Mangel an weltlichen Befriedigungen als über die Erfüllung der meisten Bedürfnisse freuen wird; denn sie wird dann verstanden haben, dass neunzig Prozent der weltlichen Bedürfnisse lediglich Scheinbedürfnisse sind, die sie von Gott entfernen, genauso wie neunzig Prozent der Wirklichkeit für die Seele nicht sinnlich wahrnehmbar ist und die Bedürfnisse der Materie somit wie ein Ungeheuer sind, dem es gelingt, die Seelen dazu zu bringen, dass sie neunzig Prozent der Gaben Gottes uninteressiert zurückweist, dazu noch gerade die neunzig Prozent, in denen die allermeisten unvergänglichen Gnaden wirksam sind. Lieber Bruder, die Welt ist ein Tyrann. Je mehr sich die Seele ihr verschenkt, desto mehr wird die Seele zu ihrem Sklaven. Die Himmelskönigin wird uns, Seelen der Letzen Zeiten, als die Herrin vorgeführt, die Macht hat, uns zu befreien. Maria macht die Erlösung der Seele guten Willens in dem Maße vollständig, wie die Seele sich Ihr vollkommen hingibt und Ihre Anweisung genau befolgt. Die Erlösung ist kein passiver Vorgang. Sie ist eine Frage des aktiven Einsatzes, und zwar vor allem im Bereich der Überwindung der eigenen Schwächen. Genau deswegen brauchen die Seelen jetzt die Herrin aller Seelen: Sie macht die Herzen frei, damit die wirklich Maria geweihten Seelen die Kraft und den Mut finden, die Erlösungswerke Jesu in sich zu vollenden. Der Heilige Paulus erinnerte uns bereits daran, dass 78 die Erlösung eine Frage der Ergänzung der Werke Christi ist. Jetzt, in unseren Tagen, wird uns haargenau geschildert, wie wir diese Ergänzung auf die fruchtbarste Weise verwirklichen können. Lieber Bruder, Sie brauchen sich nicht mehr zu fürchten. Sie haben sich völlig Maria hingegeben. Der Böse ist es, der Ihnen Angst zu machen versucht. Fürchten Sie sich nicht wegen Ihrer Schwächen; denn genau zur Besiegelung deren Niederlage hat die Herrin aller Seele Sich Ihrer angenommen. Bald wird das einzige, das Sie sich noch erwerben möchten, die Vollendung der Liebe sein und werden Sie nur noch das Geld Ihrer Aufopferungen ausgeben, mit denen sich die Seele buchstäblich alles kaufen kann, was sie wirklich für ewig reich macht. Mit meinem Einsatz im Gebet bei der Himmlischen Herrin können Sie fest rechnen. In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen, Ihre Myriam 94. Ermutigung für Personen, die mit negativen Einstellungen ihrer Umgebung bzgl. des Glaubens zu kämpfen haben — über das Beten vor Statuen oder Bildern Liebe Schwester in Jesus und Maria, wenn die Not hoch ist, wird sogar das leiseste Flüstern in Gottes Herzen wie ein Schrei, weil sich das Herz dann die Gegenwart und die Wirkung Gottes ganz ausgeprägt herbeisehnt. So hat die Quelle der Ewigen Liebe auch Ihnen in Ihren Leiden zugehört und zugesehen. Ihre Anliegen habe ich in aller Liebe der Herrin aller Seelen übergeben, die Sich besonders über Ihre Ausdauer freut. Es ist nicht selbstverständlich, dass eine Seele in einer Umgebung voller Feindseligkeit und Unverständnis unbeirrbar an das Licht und die Liebe glaubt. Ich möchte Sie deswegen mit diesem kleinen Sonnenstrahl aus dem Herzen unserer Himmlischen Herrin ermutigen, wo Sie sagt, dass der Verdienst einer Seele in dem Maße umso größer wird, wie sie mit negativen Einstellungen in ihrem Alltag zu kämpfen hat. Viele versuchen, Sie von Ihrem Glauben zu entfernen. Geben Sie nicht nach, lassen Sie sich diesen Schatz niemals nehmen; denn er ist die Sonne, die Sie immer von innen aus wärmen wird, wenn das Leben anscheinend nur Wolken und Regen zu bieten hat. Vergessen Sie nie: Seelen, die Sie vom Glauben und von der Verehrung Maria gegenüber wegzuführen versuchen, sind Gefangene der Finsternis. Sie tun dies hauptsächlich deswegen, weil sie selbst nicht den Frieden gefunden haben, den Sie besitzen, während Sie zu Maria sprechen. Die Gegenwart der Herrin aller Seelen kann Ihnen niemand nehmen, außer Sie selbst, wenn Sie nicht mehr daran glauben würden, dass die Himmlische Königin Sie sehr 79 liebt und beschützt. Gerade das ist es, was ich Ihnen auf Anordnung unserer Himmlischen Herrin hiermit bestätigen möchte. Im nachfolgenden Punkt möchte ich Sie noch beruhigen. Man hat zu Ihnen gesagt, Sie würden in die Hölle kommen, weil Sie zu Bildern und Statuen beten. Die Seelen, die dies behaupten, haben offensichtlich nicht verstanden, dass der römisch-katholische Christ weder zu Gips, Holz oder Stein (in Statuen) noch zu Zellophan oder Papier und Tinte (in Bildern) betet, sondern zu dem Wesen, das durch die Abbildung vertreten wird. Man vergöttert da nicht das Material, aus dem diese Abbildung hergestellt ist, sondern man verehrt das Himmlische Wesen, das man sich mit Hilfe dieser Abbildung vor Augen zu führen versucht. Der reinste Kontakt zu Gott bzw. zu Maria ist jener, bei dem wir im Herzen auf Sie gerichtet sind, zu Ihnen Kontakt aufnehmen, mit unseren ganzen Gefühlen und unserer ganzen Vorstellungskraft (die meisten Seelen können sich bei Maria eigentlich wenig Konkretes vorstellen, bei Gott noch weniger). Wenn es behilflich ist, sich bei diesem Kontakt dadurch zu konzentrieren, dass man vor einem Bild oder vor einer Statue betet, während das Herz sich völlig an Gott, Jesus, Maria usw. orientiert, ist daran ganz und gar nichts Falsches. Seien Sie trotzdem diesen Seelen nicht böse: Sie wissen nicht, was sie sagen. Beten Sie für sie um Licht, damit auch sie eines Tages das wahre Glück in Maria zu suchen lernen. Wenn sie guten Willens sind, wird ihnen diese Gnade nicht vorenthalten werden. Spätestens nach diesem Leben auf Erden werden diese Seelen sehen, dass Sie das Richtige getan haben. Halten Sie sich fest an demjenigen, woran Sie zurzeit glauben. Die Herrin aller Seelen kennt Ihr Verlangen, Ihr vollkommen zu gehören, und wird Sie deswegen niemals im Stich lassen. Wie sehr Ihre Umgebung Sie auch beschimpfen mag oder Sie zu isolieren versucht, seien Sie sich immer dessen bewusst, dass Sie diese Erfahrungen gerade deshalb machen, weil Sie auf dem Weg zum wahren Licht sind. Auf diesem Weg reist man öfters alleine, aber wirklich einsam wird man auf ihm nie sein; denn der ganze Himmel ist mit denjenigen, die auf diesem Weg ausharren. Ich nehme Sie von Herzen mit mir zur Herrin aller Seelen mit. In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen, Ihre Myriam 80 95. Über die Sexualität des Menschen — über die Brautkammer der Seele — über das Dreieck der seelischen Fruchtbarkeit (Liebe + Leiden + Gehorsam/Hingabe) — über die spirituelle Bewertung der Sexualität — über verschiedene Fragen zur Sexualität Liebe Schwester in Jesus und Maria, vielen Dank für Ihre Fragen in Bezug auf die Sexualität des Menschen; denn diese Fragen sind ja von Interesse für alle Seelen. Zunächst möchte ich gerne einige wichtige Ansichten der Himmelskönigin vermitteln, welche die Sexualität in das richtige spirituelle Licht rücken dürften. Als Ausgangspunkt weist die Gottesmutter darauf hin, dass Jesus und Sie Selbst während des irdischen Lebens den Seelen vorgelebt haben, sämtliche körperlichen Bedürfnisse und Vorgänge auf eine höhere Stufe zu bringen. Sie haben Ihr Leben auf Erden ohne das geringste Zeichen sexueller Empfindung verbracht. Damit ist nicht gesagt, dass es bei Jesus und Maria keine solchen Empfindungen hat geben können, sondern dass Sie solchen Empfindungen keine Lebenskraft vergönnt haben. Bei diesen Bemerkungen beziehe ich mich nicht lediglich auf die Evangelien, die uns nur einen allgemeinen Blick auf das Leben von Jesus und Maria vermitteln, sondern ebenfalls auf die zahlreichen Visionen und (teils öffentlichen teils privaten) Offenbarungen, die mir Maria bisher in Bezug auf Ihr irdisches Leben und Ihre Natur als Mensch vergönnt hat. Ich orientiere mich jetzt an Maria, weil Sie mich unter anderem anhand Ihres eigenen Vorbildes zu Lebzeiten auf Erden seelisch ausbildet. Weil Maria aufs Innigste mit Jesus verbunden ist, dürfen wir mit absoluter Sicherheit annehmen, dass dieses Vorbild einen Spiegel der Verfassungen Jesu darstellt. Als Ideal bezeichnet Maria es, die Seele sollte alles daran setzen, so zu leben, dass ihr ganzes Wesen zu einer Brautkammer wird. Es ist mir erlaubt, Ihnen das aufgrund ausführlicher mystischer Belehrungen zu erläutern, die mir privat erteilt wurden, die ich hiermit, allerdings sehr gekürzt und strikt auf Ihre Fragen bezogen, wiederzugeben versuche. Maria lehrt die Seele auf dem mystischen Wege, wie jede Prüfung in eine Vereinigung mit Gott — durch den Wesenskern Mariens — umgewandelt werden kann. Dies erfolgt durch ein beharrliches Anstreben einer Liebe, die so sehr im ganzen Wesen der Seele vorherrscht, dass die Seele bis auf die tieferen Ebenen ihres Wesens (die Körperlichkeit) Feuer und Flamme wird und die ganze Lebenskraft voll auf die höchsten Ebenen der Seele ausrichtet. Dieser Vorgang lässt sich schwer beschreiben, kann aber in dem Maße gelernt werden, wie sich die Seele in allem an der wahren Liebe orientiert und diese Letztere 81 durch Einsatz aller ihrer Kräfte und kraft vollkommener Hingabe an Maria nicht verschmutzen lassen will. Maria öffnet gleichsam Ihre eigene Seele für die Seele als ob Sie (die Himmelskönigin) eine Brautkammer wäre. Der Akt, durch welchen eine Prüfung, eine Aufopferung, ein Sühneakt usw. in einem Liebesfeuer an Maria übertragen wird, wird von der Gottesmutter als “sublimierte (vergeistigte) Vereinigung” bezeichnet, im Klartext: eine Vereinigung auf hoher Ebene der seelischen Empfindung, ganz frei von körperlicher Empfindung. Man kann dabei sogar den Punkt erreichen, wo Schmerzen oder Leiden von irgendwelcher Art immer mehr “in diesem Liebesfeuer aufgehen”. Maria spricht oft von diesem gnadenvollen Dreieck der seelischen Fruchtbarkeit: Liebe + Leiden + Gehorsam/Hingabe. Nun, gerade die Vervollkommnung dieses Dreiecks, wobei die drei Bestandteile Schritt für Schritt auf immer höhere Ebenen erhoben werden und dabei ununterbrochen innigst miteinander verwoben bleiben, bildet das höchste Ziel der mystischen Ausbildung, wie Maria sie in der Seele vornimmt. Sie übt die Seele darin, und zwar dadurch, dass Sie die Seele den unterschiedlichsten Situationen unterzieht, in denen sie die drei Elemente in den unterschiedlichsten gegenseitigen Verhältnissen sehr bewusst leben soll und in tiefster Hingabe zu vergeistigen versuchen soll, bis sie dazu imstande ist, die Liebe, das Leiden und den Gehorsam bzw. die Hingabe innigst seelisch und möglichst wenig physisch zu erleben. So tut die Himmlische Herrin es in der mystischen Ausbildung. Dabei muss ich betonen, dass für Maria die Mystik nicht etwa ein Bereich von Erscheinungen und Empfindungen ist, die ganz abseits der “normalen” Erlebungen steht, sondern “die Kommunikationsart schlechthin”, welche zwischen sämtlichen erschaffenen Seelen vorgesehen war, und dass die Himmelskönigin deshalb manche Seelen auf diesem Weg ausbildet, damit diese: 1. manche Göttliche Mysterien etwas tiefer ergründen und erkennen lernen, weil diese Kenntnisse und Erkenntnisse den Werken, die Maria durch die mystische Seele in anderen Seelen vollbringen will, dienlich sind; 2. in sich selbst erfahren lernen, wie die Seele die ganze physische Lebenswelt auf immer höhere Ebenen empfinden kann und dabei den mit diesem Lernvorgang einhergehenden Opfern eine immer größere Fruchtbarkeit für Gottes Heilsplan mit allen Seelen erwirken kann. Mit anderen Worten: Maria möchte, dass Seelen Schritt für Schritt zum ursprünglichen Ideal zurückkehren, wie Gott es sich am Anfang gewünscht hat. 82 Kehren wir nach diesem kurzen Exkurs wieder zur Brautkammer zurück. Maria lehrt die mystische Seele, wie diese sämtliche Prüfungen als Vereinigung mit Maria und durch Sie mit Gott, betrachten soll. Die Seele lässt dabei alle ihre Opfer mitsamt ihrer Liebe und ihrem Gehorsam gegenüber Maria bzw. Gott und ihrer vollkommenen Hingabe an Maria bzw. Gott in der Brautkammer der Seele (oder des Herzens) Mariens völlig mit der unbeschreiblichen Macht Mariens verschmelzen. Diese Macht setzt sich aus den nachfolgenden Komponenten zusammen: 1. der unübertrefflichen Liebe Mariens, die sich bereits zu Ihren Lebzeiten in eine absolute Vollkommenheit aller Ihrer Tugenden verzweigt hat; 2. den von den allermeisten Seelen ungeahnten Leiden Mariens zu Ihren Lebzeiten. Diese Leiden waren sowohl seelischer Art — die berühmten Schmerzen Mariens, die sehr grob unterschätzt werden, weil nicht einmal ein Prozent derselben den Seelen bekannt sind — als auch physischer Art. (Maria offenbarte mir von Ihren unzähligen Ermüdungen bis hin zur Erschöpfung. Darüber hinaus hat Sie ein Leben von unzähligen Aufopferungen, Fasten und Buße geführt. In Ihrer letzten Lebensphase war Sie körperlich außerordentlich geschwächt.) 3. der unüberbietbaren Hingabe Mariens zu Ihren Lebzeiten. In sämtlichen Einzelheiten Ihres Lebens auf Erden hat Maria Ihren freien Willen vollkommen eins mit dem Willen Gottes erhalten. Mit Ihrem Jawort hatte es unendlich weit mehr auf sich, als die meisten Seelen meinen. Sehen Sie, liebe Schwester, dort haben wir wieder mal die drei großen Elemente des Dreiecks der seelischen Fruchtbarkeit, mit der besonders wichtigen Lektion: Die Vervollkommnung dieses Dreiecks in der seelischen Verfassung einer Seele bestimmt Ihre Macht auf Gottes Herz, weil die Seele, je nachdem sich deren Fruchtbarkeit für Gottes Heilsplan den allerhöchsten Graden nähert, in allen Ihren Wünschen gleich die Kraft von Gott Selbst in Gang setzt. Gerade dies erklärt auch die Wunderwerke der Heiligen auf Erden. Nun denn, diese unübertroffene Macht Mariens fängt die Aufopferungen der Seele in sich auf wie in einer Vereinigung in der Brautkammer, um in dieser Verschmelzung das menschliche Opfer vollkommen zu “veredeln” und so Früchte für den Göttlichen Heilsplan einzubringen. Wie steht das alles nun mit der spirituellen Bewertung der Sexualität im Zusammenhang? Gott wünscht Sich sehnlichst, dass sich die Seelen anstrengen, ihre ganze Körperlichkeit zu erheben. Diese Erhebung ist nur durch Erzeugung von wahrer Liebe möglich, welche die Trägerin des Göttlichen Lebens ist. Adam und Eva lebten anfänglich in einer Verfassung der vollkommenen Erhebung über ihre Körperlichkeit hinaus. Sie wurden von Satan zum Ungehorsam Gott gegenüber verführt, das 83 heißt, sie wurden dazu veranlasst, ihr Mensch-Sein auf eine niedrigere Ebene herabsinken zu lassen; denn der Ungehorsam Gott gegenüber machte ihnen das Leben auf der Ebene der wahren Heiligkeit und vollkommenen Vergeistigung nicht länger möglich. Indem sie der Versuchung nachgaben, erkannte jede(r) von ihnen im jeweiligen Gefährten plötzlich die physische Wesensebene mit deren stofflichen Eigenschaften und Merkmalen. Erinnern Sie sich daran, wie im Buch Genesis steht, dass sie auf einmal bemerkten, dass sie nackt waren. Dies heißt, dass sie sich gegenseitig plötzlich nicht länger durch die seelischen Augen, sondern durch die Augen des Leibes wahrnahmen. Ich erinnere Sie dabei an meine Ausführung der Tatsache, dass sich die Seelen in den Himmlischen Sphären in ihren jeweiligen verherrlichten Körpern wahrnehmen, nicht in physischen Körpern. Genauso, wie die Seelen in den Himmlischen Sphären miteinander auf nicht-physische Art und Weise kommunizieren, so sollten die Seelen auf Erden sich anstrengen, immer weniger durch die Kanäle ihres physischen Wesens miteinander umzugehen. Unsere Himmlische Herrin führt weiterhin aus, die Sexualität neige dazu, die Lebenskraft der Seele zur körperlichen Empfindung hinzuziehen, während es für eine möglichst ungehemmt durchströmende seelische Entwicklung und Entfaltung notwendig ist, es der Lebenskraft zu ermöglichen, sich in einem möglichst hohen Anteil auf den höheren Ebenen des Wesens auszuwirken. Das menschliche Wesen erhält seine Lebenskraft über die höheren Ebenen der Seele, lässt diese jedoch unter dem Einfluss sehr vieler Faktoren durchwegs im hohen Maße bis auf die tieferen Ebenen absinken, so dass diese Kraft sich vor allem in den physischen Empfindungen auswirkt. Daraus ergibt sich in unzähligen Seelen eine “Unterentwicklung” der seelischen Fähigkeiten, unter anderem: - eine Verunreinigung der Kommunikation mit Gott bzw. Maria; - eine verringerte Fähigkeit, sich ganz und gar den Inspirationen des Heiligen Geistes aufzuschließen; - eine Unfähigkeit, die ungeahnten Fähigkeiten im Mittelpunkt der Seele, wo Gott die größten Geheimnisse der Seele und des Göttlichen Lebens verborgen hat, zur Entfaltung bringen zu helfen. (Es sind gerade diese, welche uns Maria erschließen helfen möchte.) Jedes Mal, wenn sich die Seele vollkommen in die Sexualität aufgehen lässt, werden Lebenskräfte freigesetzt, die sich auf der physischen Ebene des Wesens auswirken. Wir dürfen nie aus den Augen verlieren, dass sich im menschlichen Wesen je nach seinem Verhalten bestimmte Wege anbahnen: Je öfter sich die Seele sexuellen Tätigkeiten hingibt, umso leichter wird ihre Lebenskraft zu dieser Ebene hin gelenkt, so dass 84 die höheren Ebenen des seelischen Lebens relativ unterernährt werden. Gibt sich die Seele mehr den höheren seelischen Prozessen hin, so werden die “Wege nach unten” allmählich weniger ausgeprägt. Wenn wir die Seele mit einer Blume vergleichen würden, so wären die höheren seelischen Vorgänge die Teile, die den Duft, die Schönheit und die Fruchtbarkeit der Blume bestimmen. Welchen Wert hat eine Blume noch, wenn diese drei Elemente unterernährt werden? Wenn Sie in Ihrem Brief bemerken, Gott habe die Sexualität zur Freude des Menschen erschaffen, so stimmt dies also nicht gerade. Es soll klargestellt werden, dass Gott die Sexualität weder verurteilt, noch sie an sich als schlecht betrachtet. Die Schwierigkeit ist: Weitaus den meisten Seelen gelingt es nicht, die Sexualität so in den Griff zu bekommen, dass sie diese auf die richtige Weise (das heißt: vollkommen in Harmonie mit Gottes Wünschen) empfinden und leben. Die sexuelle Empfindung kann an sich hochgradig sublimiert (veredelt, erhoben) werden, sozusagen wie eine Art der Hingabe an Gott. So war es zum Beispiel, wie es mir unsere Himmlische Herrin offenbart hat, der Fall in der physischen Vereinigung zwischen den Heiligen Joachim und Anna, deren Vereinigung sich im so außerordentlichen Maße in der rein seelischen Verzückung vollzog, dass diese für die Empfängnis der einmalig heiligen Frucht “Maria” geeignet war. Dabei war wirklich die Rede von einer vollendeten Vereinigung in der Brautkammer des Heiligen Geistes, des Goldenen Tabernakels aller Heiligkeit, aus dem die Unbefleckte Empfängnis Mariens hervorgehen sollte. Diese hochveredelte Vereinigung war absolut notwendig, damit der Keim der Unbefleckten Empfängnis, dieser einmalige Edelstein aus der Quelle des Göttlichen Lebens, in den Schoß Annas empfangen werden kann. Sie fragen, ob Eheleute nur Geschlechtsverkehr haben sollten, wenn sie ein Kind zeugen wollen. In dieser Beziehung weist Maria auf das Nachfolgende hin: Der Geschlechtsverkehr ist grundsätzlich nur innerhalb des Sakramentes der Ehe zulässig. Das Sakrament der Ehe ist in den Augen Gottes die Brautkammer, in der zwei Seelen, die vor den Augen Gottes einen heiligen Bund eingegangen sind, sich für die Empfängnis einer Seele zur Verfügung stellen. Im Klartext: - Nur ein Mann und eine Frau — nie zwei Seelen desselben Geschlechtes — können eine in Gottes Augen gültige Ehe schließen. - Diesen beiden Seelen ist es nur erlaubt, miteinander physische Vereinigungen einzugehen. - Wenn solche Vereinigungen eingegangen werden, sind diese als das Betreten der Göttlichen Brautkammer zu betrachten. - Infolgedessen sollen sich die Seelen darüber im Klaren sein, dass sich ihre Vereinigung sozusagen auf der Grundlage eines Sakramentes, d.h. einer Berührung mit Gott, vollzieht, wobei der Schöpfer — wenn dies 85 innerhalb Seines Heilsplans passt — die Vereinigung mit einer neuen Seele bekleiden kann. Wenn man diesen Vorgang also auf der spirituellen Ebene betrachtet, ergibt sich die Schlussfolgerung, dass sich die Eheleute bei jeder Vereinigung darüber im Klaren sein sollten, dass diese Vereinigung eine Art von Bund mit Gott bildet, im Rahmen dessen Gott Sich dazu entscheiden kann, den Keim eines neuen Lebens zuzuteilen und wobei die Eheleute sich dazu verpflichten, diese Göttliche Entscheidung als eine Äußerung Göttlicher Vorsehung und Weisheit zu akzeptieren. Nur so können sich die beiden Seelen vollkommen zu Diensten des Göttlichen Heilsplans stellen. Wieso lässt Gott Schwangerschaften bei Ehebrüchen entstehen? Die Grundregel für jedes Geschehnis auf Erden ist, dass etwas dann von Gott erlaubt wird, wenn es Seinen Plänen dient. Da es den Seelen nicht erlaubt ist, eine vollständige Erkenntnis von allen Elementen dieses Planes zu erhalten, lässt sich diese Frage in jedem vorkommenden Fall selten mit Sicherheit bis in alle Einzelheiten beantworten. Wenn unser Glaube vollendet werden soll, müssen wir von einem immer überzeugt sein: Für Gott hat das alles einen Sinn, auch wenn es uns manchmal irgendwie unerklärlich vorkommt. Ist die Sexualität des Menschen eine Auswirkung der Erbsünde? Nein. Die Empfindung der Sexualität auf physischer Ebene schon. Diese geht nämlich aus einem Herabsinken der Empfindungen auf eine niedrigere, nicht mehr vergeistigte Ebene hervor. Ist es besser für den Menschen, allein zu bleiben und sich Maria zu weihen, als eine Ehe mit einem Menschen einzugehen? Das hängt ganz von der individuellen Berufung ab. Die Seele kann unverheiratet bleiben und dabei in den unterschiedlichsten Graden fruchtbar oder unfruchtbar werden, oder sie kann heiraten und dabei ebenfalls in den unterschiedlichsten Graden fruchtbar oder unfruchtbar werden; denn die Fruchtbarkeit einer Seele für Gottes Heilsplan wird auf unzähligen verschiedenen Wegen erzeugt. Wenn die Seele heiratet, sollte sie sich allerdings anstrengen, die physische Empfindung ihrer Vereinigung mit dem Ehepartner so viel wie möglich zu vergeistigen und sich den Göttlichen Regeln möglichst weitgehend hinzugeben. Der Grund ist einfach, dass die Seele nur auf Erden ist, um sich spirituell möglichst weitgehend zu entfalten. Dies ist eine der schwierigsten Aufgaben der verheirateten Seelen, aber es ist durchaus nicht unmöglich, sie zu erfüllen. Ausschlaggebend für diese Fähigkeit sind die Entwicklung der wahren Liebe zu Gottes Werken und Plänen und der Hingabe an dieselben. Die Herrin aller Seelen versucht, diese in jeder Ihr 86 vollkommen geweihten Seele zu den höchsten Graden der Reife zu führen. Dies beantwortet mithin das Element Ihrer Frage in Bezug auf die Erforderlichkeit der Weihe: Ja, Gott sehnt Sich danach, dass sich jede Seele vollkommen Maria weiht, weil die Seele gerade in den Händen Mariens durch die schwierigsten Aufgaben ihres Lebens, über die holprigsten Strecken ihres Lebensweges, getragen wird, und zwar in dem Maße, wie die Seele sich wirklich Maria hingibt. Wie kann ich beurteilen, ob die Seele von K. mit meiner für die ewigen Dinge wirksam sein wird? Beurteilen werden Sie dies nie vollständig können. Beurteilen ist eine Sache der Einschätzung, und dies steht nur Gott zu, weil Er die allumfassende Weisheit besitzt und einen Überblick von allem hat, was in jeder Seele vorgeht. Bevor Sie mit K. den großen Schritt machen, können Sie sich nur die folgenden Fragen stellen: 1. Was erwarte ich von dem Leben mit K. im Rahmen der sakramentalen Ehe? 2. Was erwartet K. selber davon? 3. Ist jede(r) von uns dazu bereit, die Ehe im strikt christlichen Sinne dieses Sakramentes zu leben, unter Berücksichtigung der Regeln und Erwartungen Gottes in Bezug auf dieses Sakrament? Wenn Sie sich beide zugunsten dieses heiligen Bundes entschließen, obliegt Ihnen die Verpflichtung, sich anzustrengen, sich möglichst tief Maria hinzugeben, damit Sie über alle Ebenen Ihrer Empfindungen und über jedes Element Ihrer gegenseitigen Beziehung herrschen kann. Gott erwartet von Ihnen nicht von heute auf morgen das Ergebnis einer vollheiligen seelischen Beziehung, wohl aber die Anstrengung in diese Richtung und die bereitwillige Hingabe. Eine sakramentale Ehe im Schoß einer vollkommenen und bedingungslosen Weihe an Maria ist eine außerordentlich gesegnete Lebenslage. In Liebe und zu Diensten der Herrin aller Seelen, Ihre Myriam 96. Über den Sinn des Leidens — über den Umgang mit Krankheiten —Gott ist kein rächender Gott, der Elend und Leid bereitet! Liebe Schwester in Jesus und Maria, aus den Belehrungen und Offenbarungen ist Ihnen inzwischen ohne jeden Zweifel bekannt, dass unsere Krankheiten, wie schwer wir es im weltlichen Sinne auch manchmal mit ihnen haben, eine seelische Notwendigkeit sind. Seit der Erbsünde „genießt“ jede Seele das 87 Vorrecht, dabei mithelfen zu dürfen, das Ungleichgewicht, das durch die Sündhaftigkeit des Menschen in die Schöpfung gekommen ist, wieder gutzumachen. Das ist außerordentlich wichtig, weil es letztendlich um den Stand des wahren Friedens, das heißt also, um die Empfindung des wahren, uneingeschränkten Glücks! in den Seelen geht. Liebe Schwester, eigentlich sind unsere Leiden nichts anders als Gottes Antwort an den Urheber allen Elends auf Erden (den Bösen). Durch unsere Leiden können wir das Glück, den inneren Frieden, den Frieden Christi, den Jesus uns versprochen hat, und den Gipfel der wahren Liebe loskaufen, für uns selbst und für andere Seelen. Jesus hat uns die Wirksamkeit dieses Systems in der Praxis nachgewiesen: Er litt unbeschreibliche Schmerzen für den Loskauf der Seelen guten Willens, das heißt, durch die Leiden Jesu sollte unter dem Neuen und Immerwährenden Bund jede Seele, die bereit ist, ihr Leben an Gottes Willen zu orientieren und dem Göttlichen Gesetz der wahren Liebe genauestens zu gehorchen und im eigenen Leben anzuwenden, die Chance bekommen, in den Himmel hineinzugehen, nachdem dieser aufgrund der Sündhaftigkeit für die Seelen geschlossen worden war. Betrachten wir doch das Wunderbare dieses Geschenkes: die liebevoll und im Gehorsam akzeptierten Leiden als Goldmünzen zum Loskauf aus den verheerenden Wirkungen der Sünde. Der Mensch trägt also im eigenen Leib den Schatz, der ihm aufgrund weniger Jahre oder Jahrzehnte von Unbequemlichkeiten eine Ewigkeit von Glückseligkeit einbringen kann und zugleich noch die Gründung des Göttlichen Reiches des wahren Friedens und der wahren vollendeten Liebe auf Erden voranbringen kann. Die Finsternis (der Sünde) wird gleichsam durch andere Finsternis (der physischen und emotionalen Leiden) in vollendetes Licht umgewandelt. So etwas kann doch nur ein vollkommen liebender Gott Sich ausdenken. Der Schatz in unserem Leib muss erschlossen werden, und Gottes Intelligenz macht dies durch unzählige Wege möglich. Eigentlich liegen in der Vielfalt an Krankheitsbildern, welche die Menschheit heimsuchen, unzählige Symbole beschlossen, die es dem Leidenden ermöglichen, seine eigenen spezifischen Leiden auf eine äußerst sinnvolle Weise an Maria zu weihen, so dass Sie diese voll und ganz in Gottes Heilsplan einbauen kann, zur Erlösung von vielen aus ihren spezifischen Sünden und Schwächen. Maria spricht in mir dauernd in Bildern. Sie tut das auch in Bezug auf Krankheitserscheinungen. Einige Beispiele, die Sie interessieren dürften: - Verstopfung könnte die Seele sehr sinnvoll dazu weihen, diese möge Seelen befreien helfen, die das Weltliche und die Vergangenheit nicht loslassen können (die unteren Verdauungsorgane lassen sich leicht auf alles Weltliche beziehen); 88 - Kopfschmerzen könnte die Seele sehr sinnvoll dazu weihen, diese möge Seelen befreien helfen, die dauernd denken, also zu viel mit dem analysierenden Verstand an ihre Lebenswelt herantreten; - Schlaflosigkeit könnte die Seele sehr sinnvoll dazu weihen, diese möge Seelen befreien helfen, die seelisch eingeschlafen und somit auch seelisch umnachtet sind; - Übelkeit könnte die Seele sehr sinnvoll dazu weihen, diese möge Seelen dazu bringen, dass sie die Sünde seelisch anekelt; Was den spezifischen Typ von Rheuma betrifft, von dem Sie befallen sind, so könnten Sie Ihre sämtlichen damit einhergehenden Schmerzen sehr wohl täglich an Maria weihen, mit der Bitte, Sie möge diese dazu anwenden, Gnaden für Seelen zu erwirken, die seelisch erstarrt sind, das heißt, die nicht dazu zu kommen scheinen, in ihren Ansichten auch nur das Geringste zu ändern, und die folglich über die Jahre hinweg gar nicht wachsen. Gott verlangt von jeder Seele Wachstum. Ob sie nun sehr begnadet ist oder kaum talentiert zu sein scheint. Gott erwartet von jeder Seele, dass sie heute auf der Ebene der seelischen Entwicklung weiter steht als vor fünf oder zehn Jahren, und dass sie fünf Jahre weiter noch weiter steht, usw. Eine Seele, die spirituell nicht zu wachsen scheint, ist mit einem Menschen vergleichbar, der sich vor lauter Schmerzen am ganzen Bewegungsapparat kaum bewegen kann. Gott oder Maria werden nur selten buchstäblich sagen, wozu genau eine Seele leiden soll. Der Grund ist einfach: Sollten Sie einen Anlass oder Grund erwähnen, so käme dies einem Urteil über irgendwelche Seelen gleich: Es könnte zum Beispiel eine leidende Seele dazu veranlassen, mit dem Finger auf einen oder mehrere „Schuldige(n)“ zu zeigen — „Ich muss wegen des Verhaltens meiner Tochter leiden“, usw.. Sehr verdienstvoll ist schon, wenn Sie aus eigener Initiative Ihre Leiden für die Seelen darbieten möchten, bei denen Sie sowieso feststellen können, dass ihr Verhalten Gott nicht gerade dienen kann. Wichtig ist nur, dass Sie dabei nicht richten, sondern die Aufopferung lediglich als Akt aufrichtiger Nächstenliebe leisten wollen. Ich muss Sie von unserer Himmlischen Mutter und Herrin aus betont vor der Aussage warnen, die Ihnen der „Seher“ gemacht hat, laut derer Ihre beiden Kinder vom Glauben weggekommen sind, weil Sie bestimmte Heilmittel verwendet haben. Ich schreibe Ihnen buchstäblich die Worte Mariens in diesem Bezug, damit Sie ohne die geringste Spur des Zweifels wissen, wie Sie mit dieser Information umgehen sollen: 1. Gott ist kein Gott der Rache oder der Vergeltung, der X unbedingt mit Y bestraft; das heißt, wenn eine Seele einen Fehltritt begeht (angenommen, dass es sich überhaupt um einen Fehltritt handelt, was in Ihrem Falle ganz und gar nicht der Fall gewesen ist, ganz im Gegenteil), beantwortet Gott diesen nicht mit einem spezifischen Leiden. 89 2. Gott bereitet Seelen kein Elend, keine Strafen, keine Leiden. Ich habe über dieses System bereits an mancher Stelle der Schriften schreiben dürfen: Es ist die Sündhaftigkeit der Menschheit, die Finsternis und Elend heraufbeschwört, nicht Gott. 3. Gott macht einer Seele keine unmittelbaren Vorwürfe wegen eines Fehltritts, im Sinne von „du hast X verbrochen, deswegen geschieht mit dir jetzt Y“. Erstens handelt es sich in Ihrem Falle, wie oben erwähnt, gar nicht um einen Fehltritt (somit hat sich der „Seher“ auf keinen Fall von oben inspirieren lassen) und zweitens gibt Gott einfach nicht solche Erklärungen, solange die Seele noch dabei ist, ihren irdischen Lebensweg zu absolvieren. Gott lässt keine Informationen vermitteln, durch welche die Seele, an die sie vermittelt werden, um irgendwelche Verdienste kommen könnte. Dies wäre dem Göttlichen Heilsplan gar nicht zuträglich. Liebe Schwester, der Glaubensverlust bei den beiden Töchtern hat gar nichts mit einem früheren Verhalten Ihretwegen zu tun. Diese beiden Seelen haben diese Entscheidung freiwillig getroffen und werden täglich vom Heiligen Geist dazu inspiriert, diesen Rücktritt zu bedauern. Vorläufig hören sie nicht auf diese Göttliche Gnadenwirkung. Die Weihe Ihrer Leiden (zum Beispiel des Rheumas, damit sie von ihrer seelischen Erstarrung und „Unbeweglichkeit“ geheilt werden) wird Ihnen reichen Verdienst einbringen; denn Sie erbitten dadurch dauernd die Erzeugung von Licht. Ob und wann die Töchter zum wahren Glauben zurückkehren, wird an erster Stelle von der Bereitschaft der Töchter selbst abhängen, ihren freien Willen in den Dienst Gottes zu stellen. Man kann ein Pferd ans Wasser bringen, man kann es aber nicht zwingen zu trinken. Den Gnadenstand Ihres Ehemannes können Sie dadurch verbessern helfen, dass Sie seine guten Eigenschaften in der Absicht an Maria weihen, Sie möge ihn durch das von ihm ausgehende Licht selbst für die Fülle des Göttlichen Lichtes öffnen. Diese Form der Weihe ist sehr kräftig, weil Sie durch sie nicht zu Maria sagen, Ihr Mann sei an irgendetwas Schuld, sondern, dass Ihr Mann Ihrer Ansicht nach ein guter Mensch ist und deshalb eigentlich doch richtig Träger des wahren Lichtes sein könnte. In Gottes Augen ist das wichtig; denn Sie sprechen dann nur Gutes von einem Mitmenschen. Es dürfte Ihnen aus früher veröffentlichten Briefen deutlich geworden sein, dass Sie über den Gebrauch der Homöopathie falsch beraten worden sind. Ich verweise Sie gerne auf jene Briefe. Nur dies lässt mich die Herrin aller Seelen noch eigens zu Ihrer Beruhigung betonen: Die Gottesmutter Selbst betont mir gegenüber seit vielen Jahren, dass der Gebrauch der Homöopathie vom Himmel durchaus hundertprozentig gebilligt wird und vollkommen im Einklang mit den Gesetzen Gottes ist, was von mancher anderen Heilmethode nicht gesagt werden kann. 90 Maria ist diesbezüglich formell, was manche Seele auch immer an gegenteiligen Ansichten darüber verbreiten mag. Jede Seele, die Sie vom Gegenteil zu überzeugen versucht, wird nicht aus Himmlischer Quelle inspiriert und dient nicht den Werken Gottes (so lauten die Worte der Himmelskönigin). Diese Heilmethode verfolgt keinerlei bösen Absichten, wirkt vollkommen im Einklang mit der Göttlichen Intelligenz und wahrt auf wundervolle Weise das physische Kapital, das der Seele von Gott geschenkt worden ist, unter der einzigen Voraussetzung, dass sie richtig und mit Vernunft angewendet wird — was ja auf jede Heilmethode zutrifft. Weiteres darf ich zu diesem Thema von der Gottesmutter nicht mehr schreiben, da ich bereits ausgiebig die einzige Himmlische Wahrheit dazu habe verkünden dürfen und dieser Wahrheit deshalb nichts hinzugefügt werden kann. Sehr gerne bitte ich die Herrin aller Seelen für Sie um die Kraft, Ihr Kreuz tragen zu können. Versuchen Sie auszuharren, jeder Tag bringt Sie näher ans Ziel und bereitet der Menschheit Strahlen vom Licht der Gnade. Möge diese Erkenntnis Ihnen dabei helfen, die kommenden Passionstage im Licht einer neuen Sinngebung zubringen zu können. Jesus und Maria fühlten Sich in jenen Tagen buchstäblich wie „gebrochen“. Sie können dieses Gefühl nachvollziehen. In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen, Ihre Myriam Apostolat Postfach 50 15 59 D-50975 Köln e-mail: [email protected] © Copyright 2008: "Myriam van Nazareth" Weitere Texte auch in Deutsch unter: www.myriam-van-nazareth.net Totus Tuus, Maria, Potentissima Domina Animarum omnium! (Ich gehöre ganz und gar Dir, Maria, allermächtigste Herrin aller Seelen!) 91