4 Briefe 75 bis 96

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Angewandte Wissenschaft
des Göttlichen Lebens
durch „Myriam von Nazareth“
Briefe
von Myriam an einzelne Seelen Unterrichtungen, ganz an konkreten Lebenssituationen und
Lebensfragen von Seelen orientiert
Teil 4
75 - 96
Totus Tuus, Maria!
01.10.2010
Inhalt
75. Über den Sinn des Leidens — über das Sühneleiden .................... 4
76. Über die Homöopathie (1) .............................................................. 8
77. Über die Homöopathie (2) ............................................................ 12
78. Über die Mängel der Wissenschaft — über das Studium von
Lerninhalten, die nicht mit der Lehre Christi vereinbar sind — über die
rechte Ausübung eines Berufes — über die Verpflichtung, die sich aus
der Kenntnis der Wahrheit ergibt ........................................................ 16
79. Über die Unmöglichkeit, jetzt schon die jenseitige Welt zu sehen —
über den Glauben und die Hoffnung — über den Weg der Mystik —
Wie nehmen wir nach unserem Tode im Himmel die anderen Seelen
war? — Über die Rückkehr eines verstorbenen Tieres in das Herz
Gottes — über den Umgang mit einer Krankheit ................................ 21
80. Über die Beichte — über die Verantwortung für die Eltern — über
die Abstinenz — über das Sakrament der Ehe ................................... 27
81. Über den Liberalismus in der Gesellschaft — über die Sünde und
die Versuchung — über den Unterschied des männlichen und
weiblichen Geschlechts — über die Sünde der
Geschlechtsumwandlung — über die Beichte — über die
Selbsthinnahme ................................................................................. 32
82. Über die Angst vor der vollkommenen Weihe an Maria ................ 38
83. Über die Wirkungen Satans gegen die Menschenseelen ............. 41
84. Über das Myriam-van-Nazareth-Apostolat — über „Botschaften“ mit
drohendem Charakter — über den materiellen Reichtum — über die
vielen Botschaften und Visionen weltweit ........................................... 47
85. Über die Liebe .............................................................................. 50
86. Über die Kopfbedeckung bei Frauen während der Heiligen Messe
........................................................................................................... 55
87. Über die Kirche — über die Belebung der Kirche durch die von
Maria gewünschte „Lichtkette“ — ein Aufruf zur Unterstützung unserer
Seelenhirten ....................................................................................... 57
88. Empfehlung von Myriam-Schriften zur Vorbereitung auf die Beichte
— über die Möglichkeit, durch das eigenen Vorbild auf Maria
aufmerksam zu machen — über die Namen Jesus und Maria als
Vornamen .......................................................................................... 59
89. Über die Taufgnade — über die Notwendigkeit unseres Mitwirkens
mit der Gnade .................................................................................... 62
90. Über die Widerstände, den Schritt zur totalen Weihe an Maria zu
vollziehen — über die Wichtigkeit, für den Ehepartner zu beten — über
das beharrliche Gebet — über die Lebensreise, ihre Schwierigkeiten
und ihre Chancen — über die Einsamkeit .......................................... 65
91. Über die Angst vor der Hölle — über die Abbüßung von Fehltritten
........................................................................................................... 69
2
92. Über die Gefahr des Geldes — über das Gebet für die
Verstorbenen — über die Bestimmung der Seele nach dem Tod —
über das Rosenkranzgebet ................................................................ 70
93. Über den Unterschied der Wirkung der Eindrücke aus der Natur
und aus dem künstlich geschaffenen Teil der Welt auf die Seele —
über den Unterschied des Himmlischen Verlangens und des weltlichen
Verlangens — über die Heiligungs- und Befreiungswerke der Herrin in
der Seele — über die Liebe als befreiende Kraft — über die Freiheit
des Himmels und die Tyrannei der Welt ............................................. 75
94. Ermutigung für Personen, die mit negativen Einstellungen ihrer
Umgebung bzgl. des Glaubens zu kämpfen haben — über das Beten
vor Statuen oder Bildern .................................................................... 79
95. Über die Sexualität des Menschen — über die Brautkammer der
Seele — über das Dreieck der seelischen Fruchtbarkeit (Liebe +
Leiden + Gehorsam/Hingabe) — über die spirituelle Bewertung der
Sexualität — über verschiedene Fragen zur Sexualität ...................... 81
96. Über den Sinn des Leidens — über den Umgang mit Krankheiten
—Gott ist kein rächender Gott, der Elend und Leid bereitet! .............. 87
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75. Über den Sinn des Leidens — über das Sühneleiden
Liebe Schwester in Jesus und Maria,
wie erfreut bin ich doch jedes Mal, wenn mir unsere Himmlische Herrin
einen Blick in den tiefen Sinn eines langwierigen Leidens verschafft und
mir in Bildern erläutert, wieso Gott dieses Leiden zulässt und was Er
damit bezweckt. Diese Sinngebung lehrt uns so vieles über den tiefen
Sinn des Lebens schlechthin und birgt somit in sich schon eine
verdeckte Freude: Die leidende Seele findet dann in dieser Sinngebung
ein ungeahntes Licht, wodurch sie meistens plötzlich erkennen kann, wie
sehr Gottes Liebe wirklich mit ihr beschäftigt ist. Diesen Sonnenstrahl
möchte ich Ihnen auf dieser schweren Strecke Ihres Lebensweges nicht
vorenthalten.
Es ist Ihnen ohne jeden Zweifel bekannt, dass die Schleimhäute in
unserem Körper eine wichtige Rolle im Stoffwechsel spielen. Sie haben
auch eine beschützende Funktion. Unsere Herrin lädt Sie nun zu
Folgendem ein:
Diese Krankheit ermöglicht es Ihnen nicht, das Gute (die guten Werke)
zu tun, das Sie so gerne tun möchten. Liebe Schwester, Sie schenken
den Seelen viel mehr als dasjenige, was ihnen Geld schenken könnte.
Weihen Sie den Schmerz über die Unfähigkeit ebenfalls Maria, mit der
Bitte, Sie möge die von Ihnen bereits so lange getragenen physischen
Leiden in Himmlisches Geld seelischer Gnaden für dieselbe Klasse von
Seelen umsetzen, auf die ich vorhin schon verwies. Finanzielle Beihilfe
für Notleidende ist etwas sehr Schönes. Trotzdem sollten sich die Seelen
immer vor Augen halten, dass sie — sie mögen noch so arm sein oder
noch so unfähig, um finanzielle Unterstützung zu leisten — immer etwas
mit sich tragen, dass den Seelen unendlich viel mehr einbringen kann:
das Leidenskapital ihres ganzen Lebensweges. Jesus besaß gar nichts,
schenkte den Seelen aber die wahre Liebe und die Wunderwirkungen,
die immer auf nichts anderem als der wahren Liebe basieren! Die Weihe
Ihrer Leiden bedeutet somit nichts weniger, als dass Sie viele andere
Seelen an einem nichtstofflichen Reichtum teilhaben lassen. In Gottes
Augen ist das etwas Großes.
Liebe Schwester, ein Krankenhausaufenthalt würde Ihnen keinen Nutzen
einbringen, zumal diese Krankheit in Ihrem Fall auch eine eindeutige
spirituelle Komponente besitzt. Eine körperliche Heilung kann Ihnen
niemand versprechen, gerade weil Ihre Leiden für Gottes Heilsplan so
wichtig sind, vorausgesetzt, Sie weihen diese von ganzem Herzen und in
Dankbarkeit Maria. In den Leiden verbirgt Gott Goldschätze. Jedes
Leiden, dass nicht Maria geweiht wird, bleibt für Gottes Heilsplan
unwirksam. In der eigenen Seele wirken geweihte Leiden darüber hinaus
wie eine seelische Reinigung, dadurch dass sie gleichsam das Gegengift
für unsere Sünden, Schwächen, Fehltritte und Nachlässigkeiten bilden,
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genauso wie die Leiden Jesu notwendig waren als Gegengift für die
Wirkungen der Erbsünde in den Seelen aller Jahrhunderte.
Eine Heilung von einer schweren — medizinisch gesprochen
unheilbaren — Erkrankung ist nur in den nachfolgende Fällen möglich
(ich vertrete mit diesen Worten nichts anders als Thesen aus dem
Gesetz Gottes, wie mich diese die Herrin aller Seelen lehrt):
1. wenn Gottes Weisheit und Vorsehung, die Urheberin aller
Sühneleiden ist, die Zeit der Sühne als erfüllt betrachtet. Das heißt, wenn
die betreffenden Sühneleiden die Fülle der von Gott mit ihnen
verbundenen Gnaden erwirkt haben. Der Zeitpunkt hängt von einem
Komplex von Faktoren ab: Wozu sollten diese Leiden (innerhalb Gottes
Heilsplanes) genau dienen? In welcher Verfassung werden/wurden sie
von der leidenden Seele getragen? Werden sie ordentlich Maria in einer
liebevollen Weihe zu Füßen gelegt? Wie entwickelt sich der Stand der
Gnade der Menschheit? Was genau hat Gott für den Lebensweg der
leidenden Seele vorgesehen?
2. wenn Maria, die Mittlerin aller Gnaden und Herrin aller Seelen, die von
Gott mit der Führung im Kampf des Lichtes gegen die Finsternis
beauftragt worden ist, aufgrund von bestimmten Faktoren einschreitet
und die „neu schöpfende Macht“ anwendet, über welche Sie verfügt.
Diese Macht kann sich unter anderem in der Heilung von physischen
Krankheiten äußern. Sie wendet diese Macht zuweilen an, wenn Seelen
(vorzugsweise andere als die, welche am Körper erkrankt ist), besondere
Aufopferungen, Gebete, Anstrengungen, Weihen oder irgendwelches
Einschreiten leisten, durch welche diese Macht geweckt wird.
Selbstverständlich werde ich selbst in meiner Kleinheit in tiefstem
Gehorsam den Anweisungen meiner Himmlischen Herrin Folge leisten,
wie diese auch immer lauten mögen.
3. wenn irgendwo innerhalb von Gottes Heilsplan Leiden erbracht und
geweiht werden, welche die Leiden der betreffenden Seele für Gott
„überflüssig“ machen. Diesen Punkt könnte man als eine Erweiterung
des Punktes 2 betrachten. Er wirkt jedoch auf einer anderen Ebene (weil
im Punkt 2 Seelen beteiligt sind, die ihre Leistungen vorsätzlich
zugunsten der betreffenden Seele vollbringen, während es sich im Punkt
3 eigentlich um Seelen handelt, die nicht die betreffende Seele vor
Augen haben).
4. wenn Gott, aufgrund der vielen ständigen Entwicklungen in Seinem
Heilsplan plötzlich eine „Kursänderung“ im Leben der betreffenden Seele
verfügt und Er deswegen diese Krankheit wegnimmt. Durchwegs erfolgt
dies nur, wenn sich die betreffende Seele ohnehin verdienstvoll gemacht
hat und die Heilung voraussichtlich ihrem weiteren Lebensweg dienlich
sein wird. Öfters ist eine körperliche Heilung für eine Seele wie Gift. Dies
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ist zum Beispiel der Fall, wenn die Heilung die Seele dazu veranlasst,
sich Unmäßigkeiten hinzugeben und „das Leben zu genießen“.
Die Verlassenheit, die Sie zurzeit spüren, lässt sich mit der Verlassenheit
Jesu am Kreuz vergleichen, wo Er den Seufzer ausstieß: „Mein Gott,
warum hast Du Mich verlassen?“ Jesus seufzte diese Worte zur
Heiligung der Augenblicke, in denen leidende Seelen das Gefühl haben,
dass Gott Sich ihrer nicht mehr annimmt. Im leidenden Jesus lässt sich
in diesen Worten erkennen, wie sehr Er, der Gott-Mensch, im Leiden
nicht an erster Stelle „Göttlich“, sondern „menschlich“ war, mit anderen
Worten: Wie sehr das Leiden mit der menschlichen Natur verbunden ist.
Der Mensch, der leidet, wird tief in den Kern seiner menschlichen,
stofflichen, weltlichen Empfindung hinein gezogen.
Liebe Schwester, wie wichtig der richtige Umgang mit den physischen
Empfindung zur Erlösung von Seelen und zur Erhebung des
Gnadenstandes der Seelen ist, lehrte mich Maria seit dem Anfang
meiner Berufung in Ihrem Dienst, als Sie mich in Ihrer Eigenschaft als
die Schmerzensreiche Mutter auszubilden begann. Später, als Sie Sich
als die Herrin aller Seelen kundzutun begann, betonte Sie den Wert des
richtigen Umgangs mit den Leiden noch ausgeprägter. In der mystischen
Empfindung wird die Seele unter anderem darin geübt, in physischen
Leiden eine immer höhere Ebene der Liebe zu empfinden, im
Bewusstsein, dass sich diese Leiden aus reinem Gehorsam ergeben. Es
ist vorgekommen, und es kommt auch heute noch hin und wieder vor,
dass mich Maria Sühne-Übungen unterzieht, in denen Sie mir Leiden
auferlegt. Diese können die unterschiedlichen Formen annehmen. Sie
lässt diese dann allmählich verschlimmern, bis die Seele (oder das Herz)
„bereit ist“, in diesen eine überwältigende, berauschende Liebe zu
erkennen. Diese Empfindung tritt meistens dann ein, wenn der
Mittelpunkt der Seele die absolute Herrschaft über das Bewusstsein des
ganzen Wesens erlangt hat, die physischen Empfindungen ganz und gar
sich unterworfen hat und im Bewusstsein dieses eine Bild wie ein
führendes Licht strahlt: „Ich leide, weil meine Himmlische Herrin es will“
(= vollendeter Gehorsam). An jenem Punkt wird Leiden zur Verzückung
und ist die Seele so weit, dass sie sich Maria dankend zu Füßen wirft.
Dies alles erzähle ich Ihnen nur, um darauf hinzuweisen, wie
unvorstellbar wichtig unsere Leiden für Gott sind und welche
Liebeswellen Er dafür durch die tiefen Kammern unserer Seele strömen
lässt. Wenn die Empfindung der Verlassenheit hochkommt, sollten Sie
sich fest vor Augen halten: In jenen Augenblicken scheint Gott weit weg,
weil Er gerade IN IHNEN lebt (und Sie Ihn deswegen nicht mehr „sehen“
können. Der Gekreuzigte wiederholt Seine Leiden in jeder liebevoll
leidenden Seele. Sie werden die Kraft bekommen. Ich sage Ihnen sogar
jetzt mit Sicherheit, dass eine Belebung Ihrer Kräfte ansteht, weil Sie
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spüren werden, wie die Herrin aller Seelen in Ihnen wirkt. Glauben Sie
an Maria, Sie ist weit mehr als die weinende Mutter!
Verzeihen Sie Ihrem Mann von Herzen, er handelt nur aus Unwissenheit
und, weil ihn der Böse dazu anregt, Sie in Ihren Sühneleiden auch
moralisch zu unterminieren. Versuchen Sie, ihm ein Lichtpunkt zu sein.
Das mag Ihnen unmenschlich schwer erscheinen, Sie werden aber
staunen, wie weit der Kern der Seele ihre neuen Kräfte holen kann,
wenn sich die Seele bewusst in den Erlösungsplan Gottes hat
eingliedern lassen.
Liebe Schwester, wo holte der kreuztragende Jesus Seine Kraft? Aus
drei Quellen:
1. aus der festen Erkenntnis der Nutzen des Leidens für die Seelen;
2. aus der Liebe zu den Seelen und zum Willen Gottes, von dem Er
selbstverständlich vollkommen wusste, dass dieser die eigentliche
Quelle der Schöpfung ist: Aus dem Willen Gottes geht alles hervor, alles,
was sich verändern muss, zum Beispiel die Umwandlung der
verheerenden Wirkung der Erbsünde in die Erlösung durch Leiden;
3. aus der Gegenwart Mariens. Die Mutter Jesu war vollkommen eins
mit Seinem Herzen, Sie litt Seine Leiden auf einer erhabenen
mystischen Ebene mit und stand während der Passion in einem
besonderen ständigen Austausch Himmlischer Liebe mit Jesus. Die
Liebe ist bekanntlich die Trägerin aller Lebenskraft.
Betrachten Sie nun Ihren Lebensweg: Die Göttliche Vorsehung hat Ihnen
Maria als die Herrin aller Seelen bekannt gemacht. Sie finden die Herrin
jetzt auf dem Kreuzweg Ihres Lebens, mit einer völlig ungeahnten Macht.
Die Herrin aller Seelen lehrt Sie die Geheimnisse der Liebe und die
Erkenntnis des Mysteriums der Leiden. Sie besitzen dadurch die drei
Komponenten, die Jesus bis in die Stunde der Verherrlichung hinein
getragen haben. Aus diesen Komponenten setzt sich jetzt Ihr Glück
zusammen. Das nicht von physischen Empfindungen beeinträchtigte
oder bedrohte Glück werden Sie nachher kennen lernen. Bedenken Sie,
dass Sie jetzt ständig dabei sind, Saat für sich und viele andere
auszustreuen, dass man an der Saat aber nie erkennen kann, wie schön
die Blumen werden, die sich in dieser Saat verbergen. Saat sieht sich
einfach als stoffliche Samen an. Jeder Samen jedoch ist Träger der
Göttlichen Intelligenz, des Wachstumsplanes, der Anweisungen für die
Blüte und den Stoffwechsel der späteren Blume oder Pflanze und der
typischen Merkmale der Gattung: Dies sind alles Beweise der Göttlichen
Gegenwart. Ganz ähnlich gilt es für die Saat unserer Leiden.
Liebe Schwester, jeder weitere Tag ist das Geschenk der Säerin: Die
Seele bekommt in ihrem leidenden Körper eine neue Tagesportion an
Leidenskapital, das sie in Seelen streuen kann wie Geld auf ein Konto,
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das letzten Endes zur Erlösung beiträgt und dabei hilft, eine bessere
Welt herbei zu schaffen.
Im Namen der seelisch schwer leidenden Menschheit danke ich Ihnen
für jeden Samen, den Sie unter der Führung der Himmlischen Königin
ausstreuen. Sehr gerne trage ich alles dazu bei, was mir vergönnt wird,
beizutragen, damit zwischen Ihrem Herzen und dem Herzen Mariens
eine fruchtbare Brücke instand gehalten wird.
In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen,
Ihre Myriam
76. Über die Homöopathie (1)
Hochwürden und lieber Bruder in Jesus und Maria,
vielen Dank für Ihren Brief.
Die ganze Hetze über bzw.
außerordentlich peinlich.
gegen die Homöopathie
ist
mir
Erstens habe ich selber unzählige wunderbare Ergebnisse mit diesem
Heilprinzip gesehen.
Zweitens verbietet mir Maria formell, mich auf jegliche Polemik in Bezug
auf medizinische Themen einzulassen, weil (ich zitiere jetzt Himmlische
Worte) kein Bereich in der modernen Gesellschaft so vom Bösen
beeinflusst wird, als jener der Medizin. Der Grund ist verständlich, weil
die meisten Menschen ja ihren ganzen Alltag um die Sorge wegen ihres
leiblichen Wohlbefindens herum aufbauen.
Maria lässt mich Himmlische Thesen und Stellungnahmen
veröffentlichen, manchmal erst anlässlich der Briefe von Seelen, die mit
manchen Themen nicht zurechtkommen. Sie verbietet mir jedoch, auf
manche Einzelheiten, zum Beispiel im Bereich des Medizinischen,
einzugehen, weil dies nicht meine Berufung ist und weil ich mich dadurch
einem Streit aussetze, der (so drückt es der Himmel aus!) „wesentlich
mit kommerziellen Hintergründen zu tun hat, Grund, wieso der Böse
darin so heftig wütet“.
Nur ein paar Punkte möchte ich, mit Erlaubnis Mariens trotzdem in
dieser Beziehung absolut loswerden. Ich hüte mich davor, eine Art von
medizinischer Verteidigungsschrift zugunsten irgendwelchen Heilprinzips
zu schreiben, da meine Berufung nur mit der Verkündigung der
spirituellen Wahrheit zu tun hat. Was ich nachfolgend schreiben soll, hat
allerdings tiefe spirituelle Wurzeln:
Die These, dass die Wirkung der Homöopathie „wissenschaftlich nicht
nachweisbar“ sei, ist einfach absurd, weil die Schulwissenschaft sowieso
durchaus unfähig ist, Wirkungen anzunehmen, die sie nicht empirisch
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messen kann. Die homöopathischen Mittel basieren halt nicht auf
messbaren stofflichen Substanzen. In einem gerade erst veröffentlichten
Brief habe ich von Maria darauf hinweisen müssen, dass die
Homöopathie auf vollkommen nichtstofflicher Kraft basiert: Ein
verdünntes Mittel (vor allem in den höheren Potenzen) enthält gar nichts
mehr von dem ursprünglichen Rohstoff. Das Prinzip der Potenzierung
wird innerhalb der Schulmedizin auch schon falsch oder gar nicht
verstanden, weil es auf einem für die Letztere unüblichen Denkweg
basiert. Es versteht sich somit, dass ein wissenschaftliches Denken, das
nur das Stoffliche als Grundlage der Schöpfung annimmt und an erster
Stelle Gott Selbst völlig verleugnet, weil Er Selbst die Verkörperung des
Unstofflichen ist, ein Heilungsprinzip bestreitet, dass:
1. nicht stofflich nachgewiesen und nicht empirisch gemessen werden
kann;
2. eine riesige Bedrohung für die gefestigte Schulmedizin darstellt, die ja
eine Milliardenindustrie und eine zerschmetternde Lobby hinter sich hat.
Die These, dass keine bleibenden Erfolge aus der homöopathischen
Behandlung hervorkämen, verrät schon einiges darüber, dass es sich
immer noch um einen geschäftlichen Kampf handelt. Die bleibenden
Erfolge
homöopathischer
Behandlungen
sind
millionenfach
dokumentiert, werden aber von der klassischen Schulmedizin so
abgetan, als bestünden sie nicht einmal.
Ist es denn besser mit Gott vereinbar, dass gerade die medizinische
Strömung, die sich so heftig gegen die Homöopathie auflehnt, sich
fast ausschließlich der Mittel bedient, die gegen die Göttliche
Intelligenz, gegen die wahren Lebensströme wirken und weder in
der Tiefe heilen können (weil sie ja aus rein menschlicher
Intelligenz hervorgehen, die darüber hinaus dauernd von
Gewinnsucht weiter verunreinigt wird), noch der Seele die
Instandhaltung ihres seelischen Wohlbefindens gewährleisten
können? Heilung in der Tiefe und Steigerung des seelischen
Wohlbefindens sind eben Themen, die sich die Homöopathie in
jeder Behandlung zum Ziel setzt.
Maria weist dahingegen nach, wie sich die meisten alternativen
medizinischen Strömungen (unter anderen die Homöopathie) mit der
Göttlichen Intelligenz in Bezug auf das Leben vereinen lassen und das
Leben fördern, ohne (wenn richtig angewandt, wie es für alles gilt)
Schaden zufügen zu können. Wo ist da die teuflische Komponente? Die
klassische Schulmedizin hat sich tiefer und tiefer in die Kultur des Todes
(ich erinnere an diesen Begriff, den Papst Johannes Paul II so gerne
benutzte) eingegliedert. Sie täuscht Seelen mit so genannten
„Heilungen“, die wenig anders als Aufschübe und Vertuschungen der
Probleme bzw. Verschiebungen der Symptome sind (eine Komponente
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dafür liegt bereits in den unzähligen Nebenwirkungen der Arzneimittel).
Darüber hinaus verspricht sie Seelen die Beseitigung des Kreuzes (das
dennoch die einzige Quelle unserer Erlösung ist), wenn nötig durch für
Gott Abscheu erregende Wege wie Euthanasie und Abtreibung.
Besagen die Worte der Gottesmutter, dass alternative Arzneimittel nicht
wirken, wenn es nicht innerhalb der Göttlichen Vorsehung passt, in
jenem Falle aber auch kein Unheil anrichten, nicht eindeutig, dass es
sich da nicht um verlogene Prinzipien handelt, sondern um Prinzipien,
die Gottes Willen entsprechen?
Das vorerwähnte Versprechen basiert darüber hinaus noch auf einer
bewussten Lüge; denn die klassische Schulmedizin weiß ganz genau,
dass sie Versprechen vorhält, in Wirklichkeit jedoch nur kommerzielle
Absichten verfolgt und dabei Seelen von Gottes Plänen ablenkt. Es ist
kein Heilungswille vorhanden, nur Gewinnsucht. Ganz schlimm wird es
erst richtig, wenn sie dabei medizinische Denkströmungen, die die
Seelen wohl in den Stand versetzen, ihre von Gott gewollte Rolle
innerhalb Seines Heilsplans zu erfüllen, weil sie nicht die von Gott
vorgesehenen Lebensströmungen beeinträchtigt (brüskiert), in ihrem
Wesenskern verdächtigen lässt, damit sich die unwissenden Seelen
ruhigen Herzens von Gott wegführen lassen und sich von der Lüge
führen lassen, sie wären dabei, durch Anwendung der alternativen
Medizin in ihrem Alltag ihre Seele dem Bösen auszuliefern. Damit der
Erfolg vollständig sei, klebt man vielen alternativen medizinischen
Strömungen einfach das Schild „Esoterik“ auf. Es heißt jedoch nicht,
dass, weil es auch alternative Heilprinzipien gibt, die auf der Esoterik
basieren, dass dies auch für die Homöopathie der Fall wäre. Die Seelen
sollten inzwischen wissen, wie sehr die Herrin aller Seelen die Esoterik
als Täuschungsweg des Bösen an den Pranger stellt. Andererseits geht
es auch nicht an, jede Strömung, die man anschwärzen möchte, als
„esoterisch“ zu bezeichnen. Leider wird übrigens manche alternative
medizinische Strömung gegen die ursprüngliche Absicht in die Esoterik
einbezogen, indem man die beiden in einem selben Buch vorstellt, in
einem selben Laden verkauft, usw. Kein Mittel wird gescheut, Gottes
Liebe in den Seelen unwirksam zu machen bzw. diese für die Seelen
unzugänglich zu machen.
Lieber Bruder, ich könnte Bände darüber schreiben, was mir im Laufe
der Jahre an unverschämten Lügen über die alternative Medizin, unter
anderen über die Homöopathie, zugeflossen ist: haarsträubende
Aussagen, wenn man sie mit der einzigen Wahrheit vergleicht, wie die
Gottesmutter sie verkündet. Man kann wirklich nicht anders als
erkennen, dass es sich um eine wohl organisierte Hetze handelt, die von
der Finsternis ausgeht. Bräuchte es Sie denn zu wundern, dass mich
das alles so anekelt, wo ich seit Jahren ein Element nach dem anderen
von Gottes Wahrheit von der Gottesmutter Selbst erfahren darf und
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verbreiten soll? Dieses Apostolat ist — so bezeichnet es Maria Selbst —
das Apostolat der Ermutigung, der Hoffnung und der Wahrheit. Unser
Kampf richtet sich gegen jegliche Unwahrheit, jegliche Verblendung,
jegliche Täuschung, und bezweckt einzig und allein die Entlarvung der
Strategien und Lügen, durch welche der Böse unsere Welt und die
individuellen Seelen seit der Erbsünde vergiftet. Die unzähligen Quellen
und Wege der Heuchelei gehören auch dazu.
Wo hört denn die Blindheit auf? Wären die Seelen der Himmlischen
Wahrheit gegenüber ebenso gläubig wie sie es den Täuschungen des
Bösen gegenüber sein wollen, diese Welt hätte bereits den Sieg des
wahren Lichtes gesehen. Mich beunruhigt tiefstens, dass so viele Seelen
sich so leicht von etwas abziehen lassen, was laut Himmlischer
Bezeugung als ein Gottesgeschenk betrachtet werden soll, und sich so
leicht von Gedanken täuschen lassen, die offenbar den Werken des
Bösen dienen.
Umso unverständlicher ist mir die Hetze, da die Seele, welche uns den
Brief schrieb, in Beantwortung dessen Brief 74 entstand, von ihrem
Bischof vernehmen durfte, die Homöopathie sei „ein Gottesgeschenk“.
Müsste man denn annehmen, die Kirche wäre da auf einem Irrweg?
Leider muss ich all dem noch hinzufügen, dass diese Hetze unter
anderem von Bewegungen ausgeht, vor denen mich persönlich unsere
Himmlische Mutter auch betont gewarnt hat. Es ist mir aber untersagt,
Näheres dazu freizugeben.
Ich hoffe, Sie verstehen meine Bedrängnis, da ich mich ebenso gut wie
Sie zwischen zwei Feuern befinde. Ich habe nur eine einzige Aufgabe:
die mir von Maria übermittelten Wahrheiten an die Welt weiterzuleiten.
Manchmal muss ich dabei Bereiche berühren, in denen ich durch die
Aufgabe, durch welche ich ja lediglich in Gehorsam handle, auf
feindselige Reaktionen stoße. Ich trage dies alles aus Liebe zum
Himmel, darf im Übrigen aber ganz und gar keine weiteren Stellungen zu
diesem Thema einnehmen, da ich ja nicht damit beschäftigt bin, meine
persönlichen Ansichten durchzusetzen, sondern diese, welche mir von
der Gottesmutter als die einzige Wahrheit eingegossen werden. Mich
schmerzt diese Sache außerordentlich, weil ich weiß, dass es sich in
dieser Hetze um Lügen und Blindheit handelt, und weil ich ebenfalls
weiß, dass ich nur dasjenige schreibe, was Maria Selbst sagt. Jedes
Mal, wenn ich Zeilen lese, in denen es heißt, dass Seelen, manchmal
sogar Priester, die Homöopathie so diffamieren, ist mir, als ob mein Herz
blutet, weil ich weiß, dass diese Seelen völlig verblendet sind und Maria
Selbst mit ihren Aussagen tiefstens verletzen. Der Schmerz geht umso
tiefer, weil Kritiken wie diese auf mein Herz zukommen, das die dahinter
steckenden Täuschungen aus einer mystischen Einheit mit dem Herzen
der Schmerzensreichen Mutter heraus empfindet. So ist es im
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vorliegenden Falle: Es ist das Herz Mariens, das wegen dieser Hetze
blutet. Ich kann dies einfach nicht genügend betonen.
Mir ist bekannt, dass es zuweilen die undankbarste Aufgabe ist, in einer
Welt voller Finsternis und Täuschung die Wahrheit zu verkünden. So sei
es aber, wenn ich dadurch wenigstens hin und wieder eine Seele auf
Gottes Liebe und auf Seine wahren Geschenke hinweisen kann. Lieber
verliere ich an Glaubwürdigkeit bei Seelen, die sich nicht für die Fülle
des Lichtes entscheiden können, als dass ich die Liebe Derjenigen
verliere, für Die ich diese Werke vollbringe; denn die Herrin aller Seelen
braucht ein Werkzeug, das sich auch auf die Wege der Wahrheit traut,
wenn es dadurch mehr Dornen als Rosen erntet. Schließlich habe ich
persönlich nicht das geringste Interesse daran, — zum Beispiel — die
Homöopathie im spirituellen Sinne zu verteidigen, außer jenem, dass ich
weiß, dass ich dasjenige und nichts anders verkündige, wovon ich weiß,
dass es mich von der Herrin aller Seelen Selbst offenbart worden ist.
In Liebe und zu Diensten der Herrin aller Seelen,
Ihre Myriam
77. Über die Homöopathie (2)
Liebe Schwester,
gerne beantworte ich Ihren zweiten Brief, wie immer, zu Gottes Zeit. Eins
aber möchte ich sofort vorwegnehmen, weil Ihre Bemerkung auf einer
sehr bedauernswerten Lüge basiert, die — Gott weiß wieso — im Umlauf
zu sein scheint. Ich möchte betont bemerken, dass dies auch gar nicht
zu verwundern braucht; denn wir dürfen nie vergessen, dass der Böse
kein Mittel scheut, in diesen Letzten Zeiten alles Gute verdächtig zu
machen. Ihre Bemerkung, viele behaupten, die Homöopathie sei
teuflisch, wird von der Gottesmutter entschieden bestritten. Ich verweise
auf meinen Brief, den Sie demnächst auf unserer Webseite werden
lesen können und in dem ich von Seiten Mariens die Stellungnahme
des Himmels zur Homöopathie habe vorbringen dürfen.
Die Ansicht, die Homöopathie sei teuflisch, ist einst wegen der Tatsache
in Umlauf gebracht worden, dass der Grundleger dieser medizinischen
Strömung, Dr. Samuel Hahnemann, angeblich Freimaurer sei. Als ich
dies vor vielen Jahren erfuhr, habe ich die Gottesmutter diesbezüglich
genauestens befragt, weil ich:
- erstens, ausschließlich der Wahrheit Gottes folgen und diese verbreiten
möchte;
- zweitens, ich in meinem eigenen Leben und in meiner Umwelt bereits
hervorragende Erfolge durch homöopathische Behandlungen hatte
bezeugen können.
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Einen Teil der Antwort Mariens werden Sie im besagten Brief lesen
können. Ich möchte allerdings an dieser Stelle einige Erweiterungen
hinzufügen. Ich betone, dass ich dies nicht aus eigener Initiative mache,
sondern im Rahmen der Gehorsamsdisziplin, der ich der Gottesmutter
gegenüber unterliege.
Zunächst müssen die Verdächtigungen an Dr. Hahnemann im Rahmen
der damaligen gesellschaftlichen Entwicklungen betrachtet werden.
Dieser Arzt und Forscher wurde aus den Kreisen der klassischen
Schulmedizin heftig angegriffen, weil seine „neuen Heilprinzipien“ dieser
Letztgenannten schweren geschäftlichen Schaden zuzufügen begannen.
Dr. Hahnemanns medizinische Erfolge waren einfach fabelhaft. Aus
diesem Grunde schlossen sich eine große Anzahl von Ärzten der so
genannten „Schulmedizin“ in der Absicht zusammen, diesen gefährlichen
Konkurrenten unwirksam zu machen. Es gibt dafür historische Belege.
Unter anderem der berühmte General Radetzky wurde auf rein
homöopathischer Grundlage von einem Gehirntumor geheilt. Man
begann, Dr. Hahnemann aufgrund seiner Erfolge schamlos
anzuschwärzen, und versuchte buchstäblich alles, um ihn in ein böses
Licht zu rücken. Unter anderem wurde die These verbreitet, er wäre
Anhänger der Freimaurerei, und „an einen Arzt mit solcher unchristlichen
Grundlage könne sich doch kein Mensch wenden, ohne die eigene Seele
zu gefährden“. Dr. Hahnemanns Mitgliedschaft der Freimaurerei ist nie
belegt worden. Sehr viele sind davon überzeugt, diese Behauptung sei
nichts anderes als ein Märchen gewesen, das in den Kreisen seiner
Feinde geboren wurde.
Die Heilige Jungfrau hat mir versichert, dass die Homöopathie
„nichts in sich hat, was vom Himmel missbilligt werden könnte“.
Halten wir uns sehr gut vor Augen, dass auch in unseren Tagen der
Streit zwischen der klassischen Schulmedizin und den alternativen
medizinischen Strömungen (unter ihnen die Homöopathie) immer noch
sehr heftig wütet, wenn nicht noch viel schlimmer geworden ist als in den
Tagen Hahnemanns, um das Jahr 1800 herum. Kein Mittel ist
zweckmäßiger, den Kampf wegen kommerzieller Interessen für den
unwissenden Laien berechtigt erscheinen zu lassen, als die
Verdächtigung an die Adresse eines (kommerziell) „gefährlichen“
Konkurrenten. Deswegen die Neigung, auch heutzutage noch,
erfolgreiche medizinische Grundsätze, die von denen der gefestigten
Wissenschaft und Industrie abweichen, als verlogen und unrein
darzustellen.
Übrigens, was tut die Homöopathie? Sie heilt Gleiches durch das
Gleiche: Krankheitsbilder werden dadurch (sehr oft besonders
erfolgreich) bekämpft, dass man ein Mittel verabreicht, dass, wenn es
nicht unter Anwendung besonderer Verfahren verdünnt würde, genau
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dieses Krankheitsbild hervorrufen kann. Ein Beispiel: Krankheitsbilder,
die von einem Schlangenbiss hervorgerufen werden, werden erfolgreich
durch homöopathisch verdünntes Schlangengift bekämpft. Das wirkt
außerordentlich, weil eben der Körper (und gegebenenfalls der Geist)
auf die Verabreichung dieses Mittels reagiert, als ob es unverdünnt
verabreicht worden wäre. Die Folge ist eine „Überheilung“: Der Körper
reagiert auf das Mittel, das an sich gar nichts Stoffliches des
ursprünglichen Rohstoffes mehr enthält, und räumt das Krankheitsbild
auf. Das Prinzip ist, so die Heilige Jungfrau, rein und sauber: Ein
Komplex von Krankheitserscheinungen wird von den eigenen
Körperkräften selber geheilt, weil diese von äußerst minimalen Reizen
(aus dem homöopathischen Mittel) dazu angeregt werden, auf die
Krankheitserscheinungen zu reagieren. Das homöopathische Mittel
enthält alles andere als böse Kräfte, es ist Träger Göttlicher
Intelligenz. (Ich zitiere hiermit abermals die Heilige Jungfrau Maria.)
Liebe Schwester, wenn ich mir eine Randbemerkung erlauben darf:
Jesus wurde in die Welt gesandt, damit Er „dem Menschen
gleichgemacht“ die Spuren der Sünde heilt. Wäre dies eigentlich nicht
auch ein bisschen „spirituelle Homöopathie“? Die Arznei (Jesus) wird
„dem Menschen gleichgemacht“, um die Krankheit (die Folgen der
Sündhaftigkeit) aufzuheben. Tatsächlich, ein homöopathisches
Arzneimittel wird so bearbeitet, dass es nichts Materielles von dem
Rohstoff mehr in sich trägt, nur noch das Wirkungsfeld, dass nicht
stofflich, sondern durch die höheren Strömungen des menschlichen
Wesens (die seelischen Kräfte) wirkt. So auch war Jesus „dem
menschlichen Wesen gleich, aber ohne die Sünde“, und doch imstande,
auf der seelischen Ebene die Folgen der Sünde auszumerzen. Ein
sonderbares Bild vielleicht, aber vielleicht doch nicht ganz so abwegig?
Die negative Erfahrung, die Sie selbst mit Homöopathie gemacht haben,
lässt sich übrigens einfach dadurch erklären, dass eine sehr hohe
homöopathische Potenz tatsächlich ungünstige Reaktionen hervorrufen
kann, wenn sie nicht hundertprozentig zum Krankheitsbild passt. Der
Grund dafür ist, dass diese hohen Potenzen auf den hohen Ebenen
unseres Wesens und somit sehr tief und lange anhaltend einwirken.
Deshalb sollten hoch potenzierte homöopathische Arzneimittel nur von
besonders kompetenten Fachhomöopathen verabreicht werden.
Homöopathische Mittel, besonders die Höchstpotenzierten, wirken
entweder hervorragend oder gar nicht, in manchen Fällen tatsächlich
ungünstig. Es ist absolut notwendig, dass der Arzt sowohl das
Krankheitsbild als auch die individuelle Beschaffenheit des Papienten
haargenau erkennt, sonst passen die durch die Arznei hervorgerufenen
Kräfte gar nicht zu demjenigen, was im Patienten auf dessen höheren
Wesensebenen vorgeht.
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Liebe Schwester, ich könnte dies sehr wohl mit der Anwendung
mystischer Begabung vergleichen: Wenn man, rein menschlich
betrachtet, einen Menschen vor sich hat, von dem man glaubt, er wäre
so oder so, wird man diesem Menschen kaum helfen können; denn die
Chance, dass man sich irrt, ist erheblich. Wenn man aber aus einer
mystischen Begleitung heraus einen Menschen vor sich hat, wird man
vom Himmel selbst auf eine Anzahl von ganz spezifischen seelischen
Merkmale dieses Menschen hingewiesen, und aus dieser Erkenntnis
heraus wird man diesem schon helfen können. Man könnte es so
betrachten: Den ersten geschilderten Fall kann man mit einer
homöopathischen
Behandlung
vergleichen,
die
auf
einer
Fehleinschätzung basiert. Der zweite Fall wäre mit einer
homöopathischen Behandlung vergleichbar, die genau das passende
Mittel verwendet.
Im Hinblick auf die Tatsache, dass ich formell bezeugen kann, dass ich
mit diesen Ansichten ausschließlich die Stellungnahme der Gottesmutter
vertrete — Sie würde es mir gar nicht erlauben, dass ich andere als Ihre
Thesen verbreite —, erlaube ich mir denn auch, Sie darauf hinzuweisen,
dass die Ansichten, die Sie während der besagten Exerzitien erfahren
haben, auf Unwahrheit und Phantasie basieren, die aus welchem
Grunde auch immer verbreitet werden, nur nicht aufgrund Himmlischer
Inspiration. Ich nehme übrigens an, nicht diejenigen, die diese Exerzitien
führen, sind an ihren Ansichten schuld, sondern andere haben ihnen
diese eingeredet.
Liebe Schwester, unser Apostolat ist von der Heiligen Gottesmutter dazu
ins Leben gerufen, Liebe, Ermutigung und wahre Hoffnung zu verbreiten,
und die unzähligen Unwahrheiten und unverschämten Lügen, die vom
Bösen in die Welt geschickt worden sind und immer noch in die Welt
geschickt werden, zu entlarven und ihnen die Himmlische Wahrheit
gegenüberzustellen. Aus diesem Grunde hat mich Ihre Bemerkung
sowohl tiefstens geschmerzt als auch gefreut, wegen der Gelegenheit,
auch auf diesem Gebiet darauf aufmerksam machen zu können, wie der
Böse dabei ist, Seelen zu verblenden und ihnen seine Finsternis so
einzupacken, dass sich viele Seelen davon überzeugen lassen, es
handele sich da um die Wahrheit.
So werden immer wieder Millionen von Seelen in die Irre geführt und
davon abgehalten, Himmlische Geschenke als solche zu erkennen und
diese in Dankbarkeit als dasjenige anzunehmen, was sie in Wahrheit
sind: Wunder von Liebe aus Gottes Hand. Sehr viele lügenhafte Thesen
werden, als Wahrheit getarnt, verbreitet, weil der Glaube an sie den
Werken des Bösen Vorschub leistet. Die Lästerungen an der
Homöopathie und an einigen anderen alternativen medizinischen
Strömungen sind Beispiele davon. Ich lege Ihnen, im Auftrag der
Gottesmutter, betont ans Herz: Diese Thesen haben nicht den
15
geringsten spirituellen Hintergrund, sondern lediglich Hintergründe, die
im höchsten Maße vom Bösen manipuliert werden, an erster Stelle
kommerzielle Hintergründe.
Die Gottesmutter bedient sich meiner seit Jahren, um auf den
unterschiedlichsten Gebieten des menschlichen Lebens die Fülle der
Wahrheit Gottes zu verbreiten und die ganze Unmenge von (oft listig
getarnten) Lügen, Verzerrungen der Wahrheit und allerhand
Manipulationen von Seiten des Bösen für die Seelen ins Licht zu stellen,
damit sie sehen, wie der Böse in dieser Welt vorgeht, um zig Millionen
von Seelen von der echten Wahrheit zu entfernen, damit sie nicht mehr
an Gottes Liebe glauben und sich von der Bosheit der Welt
zerschmettern lassen. Dieser Vorgang verfolgt diese eine Absicht: dass
sich die Seelen eine nach der anderen so entmutigen lassen, dass bald
keine mehr an den endgültigen Sieg des Göttlichen Lichtes glaubt.
Deswegen diese Bitte zum Schluss: Beten Sie täglich, der Heilige Geist
möge uns alle führen im Licht Seines Liebesfeuers, damit wir erkennen,
wie der Böse uns von Gott zu entfernen versucht. Die Herrin aller Seelen
lässt den Seelen so viele wunderbare Erkenntnisse zufließen, damit sie
die Täuschungen von Seiten der Feinde der Wahrheit entlarven können.
Lassen wir diese Erkenntnisse bitte nicht unbenutzt.
In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen,
Ihre Myriam
78. Über die Mängel der Wissenschaft — über das Studium von
Lerninhalten, die nicht mit der Lehre Christi vereinbar sind — über
die rechte Ausübung eines Berufes — über die Verpflichtung, die
sich aus der Kenntnis der Wahrheit ergibt
Liebe Schwester in Jesus und Maria,
In Bezug auf die Diplomarbeit
Sie haben die Absicht, eine Diplomarbeit zu schreiben, die auf einer
Schrift Freuds basiert, haben jetzt aber Bedenken, weil Freud Atheist
war und Sie sich gerade so sehr zu Maria hingezogen fühlen.
Des Öfteren muss die Seele während eines Studiums mit Thesen oder
Gedanken zurechtkommen, die sie in einen inneren Kampf stürzen
können. Die Wissenschaft ist geradezu mit Gedankengut gefüllt, das mit
der christlichen Empfindung nicht vereinbar ist. Die meisten Strömungen
des menschlichen Denkens sind im unterschiedlichen Maße von
Verirrungen geprägt. Das kommt daher, dass bereits der Ausgangspunkt
auf einem Boden wächst, der nur einen winzigen Teil der vollständigen
Wirklichkeit berücksichtigt. Tatsächlich, alles, was mit Gott und Seinen
Mysterien im Zusammenhang steht, lässt sich weder mit dem Verstand
erklären noch mit den Sinnen wahrnehmen. Wieso denn könnte die
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Wissenschaft aus einer so mangelhaften Grundlage heraus Gottes
Wahrheit fassen? Darüber hinaus ist dasjenige, was wir überhaupt von
der Wirklichkeit wahrnehmen können, nur ein Bruchteil der ganzen
Realität. Unzählige Kräfte wirken in der Schöpfung, die nicht
wahrnehmbar sind. Die Göttlichen Gesetze und die Göttliche Intelligenz,
die alles lenken und beseelen, lassen sich nicht fassen. Obendrein
werden diese Kräfte und Elemente der Wirklichkeit nicht einmal im Stillen
mit einkalkuliert, sie werden verbannt, weil sie von der Quelle ausgehen,
an die nicht geglaubt wird: Gott und Seine unermesslichen Werke.
Diesbezüglich sollten Sie sich darüber im Klaren sein, dass das Studium
von Gedanken und Thesen, die Sie nicht mit der Wissenschaft des
Göttlichen Lebens und mit der Lehre Christi vereinigen können, Sie nicht
unbedingt zu einer abtrünnigen Seele macht. Solange Sie solche
Kenntnisse in der Absicht geistig in sich aufnehmen, ein Studium
absolvieren zu können, sich allerdings unentwegt darüber im Klaren
sind, dass es sich um Wissenselemente handelt, die nicht den Werken
Gottes dienlich sind, sind Sie diesen Kenntnissen nicht mit dem Herzen
ergeben. Es ist immer die Gesinnung des Herzens, die eine Tätigkeit zu
einer Tugend bzw. zu einer Untugend macht. Zum Beispiel:
- Das Studium der Evolutionslehre Darwins aus dem Grunde, dass man
eine Biologieprüfung zu bestehen hat, macht die Seele nicht zum Ketzer.
- Das Studium der Lehre des Karl Marx aus dem Grunde, dass man eine
Historikprüfung zu bestehen hat, macht die Seele nicht zum Atheisten.
- Das Studium der Grundsätze des Hinduismus aus dem Grunde, dass
man eine Ethnologieprüfung zu bestehen hat, macht die Seele nicht zum
Hindu, usw., es sei denn, das betreffende Studium bewirkt im Herzen
eine Wende hin zum Verlust des christlichen Glaubens.
Wichtig ist für Sie, in sich festzustellen, ob das Fundament Ihres
Glaubens genügend stark ist, um ohne Schäden diese Kenntnisse in
sich aufzunehmen, im Bewusstsein, dass sie auf falschen Grundlagen
basieren oder aber zwangsläufig zu fehlerhaften Schlussfolgerungen
führen, weil sie den allumfassenden Faktor der Göttlichen Gegenwart
und Beseelung nicht in sich bergen.
Dies ist der Rat, den Ihnen die Gottesmutter geben lässt:
1. Weihen Sie Ihr Studium und die Diplomarbeit inständig an Maria und
legen Sie besonders diejenigen Kenntnisse, die auf nicht christlichen
Grundlagen basieren oder gegen die Göttliche Wahrheit verstoßen, zu
Ihren Füßen, mit der Bitte, Sie möge, während Sie diese Kenntnisse
verarbeiten und anwenden müssen, Ihr Herz mit dem Licht der
Göttlichen Weisheit und der Unterscheidung füllen. Bitten Sie Maria
ebenfalls, Sie möge jetzt noch auf sämtliche Gott nicht dienlichen
Wirkungen, welche diese Kenntnisse seit ihrer Verbreitung in Seelen
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ausgeübt haben, das Licht Gottes herab bitten. Sie wissen ja
wahrscheinlich, dass die Herrin aller Seelen betont, dass aller Finsternis,
die durch die Jahrhunderte auf Seelen herabgekommen ist, jetzt noch
durch inständige Weihe Teile ihrer Wirkungen genommen werden kann.
2. Weihen Sie Ihr Herz und Ihren Geist an Maria. Bitten Sie, dass diesen
von keinerlei Einflüssen Schaden zugefügt werden kann. Bitten Sie zum
Schluss, dass die aufgenommenen bzw. aufzunehmenden Kenntnisse
künftighin ausschließlich dazu beitragen, Ihren Lebensweg so zu
gestalten, dass er Gottes Werken dienen kann. Die Seele kann jegliche
Art von Kenntnissen für das Gute einsetzen, alles kommt nur auf die
Verfassung des Herzens und den festen Vorsatz an, den freien Willen
immer in den Dienst Gottes zu stellen.
In Bezug auf Ihre Arbeit
Jeder Mensch ist letzten Endes für seine Berufswahl verantwortlich.
Allerdings gilt, dass in Gottes Augen auch in diesem Zusammenhang die
Verfassung des Herzens im Augenblick der Berufswahl ebenso wie
während der Ausübung des Berufes ausschlaggebend ist. Es gibt
Umstände, die es in Gottes Augen vertretbar machen können, dass eine
Seele in einer gewissen Firma mit gewissen Tätigkeiten angestellt ist.
Irgendwie passt alles in Gottes Heilsplan hinein, nur kommt es darauf an,
wie die Seele sich auf der ihr gebotenen Stelle verhält. Fragen Sie sich
zum Beispiel, ob es, mit Rücksicht auf Ihren Wohnort und die dortige
Arbeitsgelegenheit überhaupt, konkrete Möglichkeiten gibt, die
Arbeitsstelle zu ändern bzw. den Beruf zu wechseln.
Weiterhin wäre zu berücksichtigen, mit welcher Gesinnung des Herzens
Sie die konkreten Tätigkeiten vornehmen, die von Ihnen verlangt
werden. Darüber hinaus kann die Seele immer schon einen Weg
suchen, sich während der Berufstätigkeit den Menschen gegenüber so
zu verhalten, dass sie Strahlen Göttlichen Lichtes über die Seelen
ausbreitet. Es hat in der Geschichte gute Beispiele dafür gegeben, wie
sich Seelen im Rahmen einer Beschäftigung in einer Organisation, die
durchaus für Gott als verbrecherisch oder finster galt, auf eigene Gefahr
so zu verhalten wussten, dass sie manchen Mitmenschen (z.B.
Häftlingen) durchaus das Leben erleichterten und somit ihre eigene
Schuld vor Gottes Gerechtigkeit verringert haben.
Sie fragen sich, ob Sie, dadurch dass Sie diese Arbeit machen, auf
irgendeine Weise Menschen belügen. Objektiv könnte man diese Frage
bejahen. Trotzdem gäbe es vielleicht eine Möglichkeit, sich bei den
Gesprächen mit Menschen am Telefon so von Maria, der Allreinen,
führen zu lassen, dass Sie die “Ware” in einem völlig anderen Licht
anpreisen? Vielleicht gelingt es Ihnen dann und wann, Ihren
Gesprächspartnern dabei zu helfen, ihre Betrachtungsweise zu ändern,
und dasjenige, das sozusagen ihr “Eigentum” wird, vielmehr als den
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Erwerb eines geistigen Sterns zu betrachten, d.h. als Ausdruck eines
Verlangens, sich für den Stern einer Tugend zu erschließen? Das dürfte
schon nicht immer klappen, aber dennoch gäbe es für Sie einen Weg,
diese Tätigkeit auf eine höhere Ebene zu bringen, und zwar
folgendermaßen:
- Vollbringen Sie die Tätigkeiten, die von Ihnen verlangt werden, weihen
Sie dabei aber jedes Telefonat an Maria mit den Worten: “Königin der
Reinheit, der Wahrheit und der Weisheit, bitte sprich durch mich.
Ich weihe Dir mein Herz und das Herz meines Gesprächspartners.”
In dem Maße, wie Sie sich Maria öffnen, wird die Gottesmutter Sie in
einen Spiegel von Licht und Wärme umwandeln: Wärme, indem Sie den
Seelen liebevoll und ermutigend begegnen werden, und Licht, indem Sie
lernen werden, auf Inspiration hin zu den Seelen zu sprechen, mit
Worten, die helfen werden, diese zum wahren Licht und zur wahren
Erkenntnis führen. Dazu ist notwendig, dass Sie sich Maria vollkommen
hingeben.
- Betrachten Sie die Tätigkeiten im Rahmen Ihrer Berufsausübung als
Akte des Gehorsams.
- Weihen Sie Maria Ihre Zukunft und bitten Sie die Herrin aller Seelen,
Sie möge Ihnen zu Gottes Zeit die Gelegenheit einer Berufsveränderung
erwirken.
In Bezug auf Ihre Frage, ob es schlimmer ist, nicht alle Wünsche
Mariens erfüllen zu können, als wenn Sie gar nicht gewusst hätten, ob
Sie etwas Falsches machen
Dies ist eine klare Frage der Moral. Die Göttliche Gerechtigkeit ist
weniger streng für die Seele, die unwissentlich etwas Falsches macht,
als für die Seele, der die diesbezügliche Wahrheit bekannt ist. Jetzt, wo
Maria Ihnen manches erklärt und Ihnen den Weg gezeigt hat, schaut
Gott auf Ihr Herz. Er weiß durchaus, dass jede Seele schwach ist und
aus mehreren Gründen stolpern kann, Tag für Tag. Nicht jedes Stolpern
macht die Seele im gleichen Maße schuldig. Letzten Endes kommt alles
auf das Maß der Liebe an, die im Herzen lebt, und auf die Absicht, die
sie aus freiem Willen verfolgt. Hat Ihnen Maria den Weg gezeigt, und Sie
können trotzdem nicht alle Ihre Wünsche tadellos befriedigen, so
bewertet Gottes Gerechtigkeit diesen Zustand unter Berücksichtigung:
- der Begleitumstände: Manchmal hat die Seele so gut wie keine
Möglichkeit, ein bestimmtes Verhalten oder eine bestimmte Situation
gleich völlig zu ändern, manchmal hat sie das eigentlich schon...
- des aufrichtigen Willens: Gott ergründet die Tiefen des Herzens und
weiß ganz genau, wie sehr Sie wirklich gewillt sind oder nicht, ein
bestimmtes Verhalten bzw. eine bestimmte Situation zu ändern.
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- Ihrer Vorzüge: Gott berücksichtigt Ihre Neigung, sich entweder für
Seine Werke oder für die Befriedigung Ihrer eigenen Pläne und
Interessen zu entscheiden.
Sie können sich (zeitweilig, nicht ein Leben lang) dadurch von Schuld
befreien, dass Sie jetzt zu Maria sagen (und wiederholen Sie dieses
Bittgebet ruhig jeden Tag):
“Maria, Herrin meiner Seele und meines Lebensweges, mir steht
eine schwere Entscheidung bevor. Du weißt genau, aus welchen
Gründen es mir nicht leicht fällt, Dir in Deinen Ratschlägen nicht
vollkommen zu folgen. Deswegen schenke ich Dir mein Herz, meine
Wünsche und alle Elemente meines heutigen Lebens, damit Du in
mir die Änderungen vornimmst, die es mir ermöglichen werden, in
Freude, innerem Frieden und Hingabe all dasjenige zu ändern, dass
Du von mir willst. Ich weiß ja, dass Du diese Dinge nur von mir
verlangst, weil Du in mir das Höchstmaß an Blumen von Licht
wachsen sehen möchtest, damit mir Gott alle meine Anstrengungen
und Entsagungen tausendfach ausgleichen kann. Trag mich bitte
durch diese schweren Tage, damit ich diesen Knoten lösen kann
und wissen möge, dass ich dabei nichts verliere, sondern Gottes
Schätze gewinne.”
Mir hat die Gnadenwirkung erlaubt, Ihre Schwierigkeiten nachvollziehen
zu können. Ich danke der Herrin aller Seelen dafür; denn diese
Erkenntnis versetzt mich jetzt in den Stand, Sie in einer möglichst
fruchtbaren Weise an diesem besonderen Fest des Einzugs Mariens als
Kind in den Tempel (21. November) ganz besonders Maria zu weihen.
Maria ist ja Selber der Heilige Tempel Gottes schlechthin. Heute kann
eine Seele deswegen in besonderer Weise Maria dargeboten werden,
ähnlich des Einzuges in den Tempel Gottes für ein Leben zu Diensten
des Lichtes. Wenn dies heute als besondere Weihe an Maria
vorgenommen wird, kann die Seele aufgrund der Nächstenliebe und
ihres eigenen Glaubens an die Macht Mariens, die Gnade eines Lebens
in vollkommener Einheit mit der Unbefleckten Lilie des Paradieses
bekommen.
Immer von Herzen bereit,
In Liebe und zu Diensten der Herrin aller Seelen,
Ihre Myriam
20
79. Über die Unmöglichkeit, jetzt schon die jenseitige Welt zu sehen
— über den Glauben und die Hoffnung — über den Weg der Mystik
— Wie nehmen wir nach unserem Tode im Himmel die anderen
Seelen war? — Über die Rückkehr eines verstorbenen Tieres in das
Herz Gottes — über den Umgang mit einer Krankheit
Liebe Schwester in Jesus und Maria,
von Herzen gerne habe ich Maria um Worte gebeten, die Ihnen
weiterhelfen dürften. Ihre Fragen berühren Bereiche des Lebens, mit
denen es die meisten von uns an irgendwelchem Punkt auf dem Weg zu
unserer Bestimmung zu tun haben. Ich möchte Ihre Fragen deswegen
der Reihe nach erläutern, aufgrund dessen, was mir Maria vergönnt hat
zu sehen.
21
In Bezug auf Ihre Unmöglichkeit, in die jenseitige Welt zu sehen
Einst verglich mir die Gottesmutter die Position einer Seele innerhalb der
allumfassenden Wirklichkeit durch das nachfolgende Bild:
Die Seele ist wie ein Häuschen Gottes in der Mitte eines riesigen
paradiesischen Gartens. Das Häuschen hat normalerweise nur ein
einziges kleines Fensterchen, so dass die durchschnittliche Seele nur
einen ganz kleinen Teil des Paradieses draußen sehen kann. Wenn sie
aus dem Fensterchen schaut, sieht sie einiges, aber im Übrigen hat sie
nur eine Ahnung von demjenigen, was in dem Paradies draußen alles zu
sehen ist. Dennoch ist das Häuschen der Seele von einem Göttlichen
Paradiese umgeben. Die Seele kann drei verschiedene Einstellungen
hegen:
1. Sie schaut aus dem Fensterchen hinaus und glaubt, dass alles, was
sie dort sieht, die ganze Wirklichkeit ist, und eines Tages verzückt sie
dieser Anblick vor lauter Gewohnheit nicht mehr besonders, oder
2. sie schaut aus dem Fensterchen hinaus, glaubt durchaus, dass der
paradiesische Garten rundum das Häuschen weiterläuft, und ist etwas
verstimmt, weil sie den Großteil dieses Paradieses nie sehen kann, oder
3. sie schaut aus dem Fensterchen hinaus, glaubt an die Existenz des
Paradieses rundum das Häuschen, ist verzückt beim Gedanken, dass ihr
Häuschen überhaupt in einem solchen Paradies liegt, dankt und ist
glücklich, weil sie bereits an die Verheißung denkt, dass sie das alles
einst wird sehen dürfen.
Die meisten Seelen lassen sich unter Punkt 1 oder unter Punkt 2
einstufen. Um vollkommen zu sein, muss die Seele aber Einstellung Nr.
3 hegen; denn dabei liebt sie Gott für dieses Geschenk (danken heißt
eigentlich immer auch, denjenigen lieben, dem man dankt), sie glaubt
an die Tatsache, dass sie mitten in einer unendlichen Göttlichen
Wirklichkeit lebt, UND sie hofft auf die Fülle der Befriedigung im
Jenseits. Die Tugend der Hoffnung ist dort vollendet, wo sich die Seele
richtig freut in der Erwartung, dass das Schöne erst nach diesem Leben
kommt. Dadurch schwebt sie gleichsam leichten Fußes über die
holprigen und steinigen Wege zum Land der Bestimmung, wo ihr die
Abendsonne des vollendeten Glückes entgegenglüht.
Der Großteil von Gottes Wirklichkeit entzieht sich den Augen des
Menschen. Wäre das nicht der Fall, so könnte die Seele keinen einzigen
Anspruch auf die Verdienste des wahren Glaubens erheben. Jesus sagt:
“Dein Glaube hat dich gerettet.” Die Seele, die weiter schauen darf, wie
es in der Mystik der Fall ist, verliert dabei einen Teil des Verdienstes und
muss diesen Verlust dadurch auszugleichen versuchen, dass sie umso
mehr Liebe verbreitet. Konkret heißt dies, liebe Schwester, die
Notwendigkeit der vollkommenen Selbstverleugnung.
22
Wenn Gott eine Seele dazu befähigt, Teile der Wirklichkeit zu schauen,
die normalerweise den Seelen auf Erden verborgen bleiben, so verfolgt
Er damit eine bestimmte Absicht. Die Wege der Mystik, des
“unmittelbaren Schauens”, der “weniger als üblich gehemmten
Kommunikation” zwischen Gott bzw. Maria und einer Seele, werden nur
Seelen erschlossen, die eine bestimmte Aufgabe zu erfüllen haben. Das
Schauen in die jenseitige Wirklichkeit, in die Mysterien Gottes und
Mariens und in die Geheimnisse der Seele hat einen Preis. Nicht jede
Seele ist gewillt, diesen Preis ein Leben lang zu bezahlen. Aus diesem
Grunde prüft Gott, manchmal durch Maria, zunächst eine Seele in der
Absicht, herauszufinden, ob diese Seele dazu bereit ist, sich selbst
vollkommen zu verleugnen, wenn erforderlich durch lebenslängliches
Leiden und Aufopferung. Erst nachdem die Seele über eine lange Zeit
immer härter geprüft worden ist, werden ihr Türen oder Fenster geöffnet,
durch welche sie größere Teile der “übernatürlichen” Wirklichkeit
schauen darf. An jenem Punkt hat die Seele bereits begriffen, dass es
für sie auf Erden keinen eigenen Willen mehr geben darf, sondern dass
sie ausschließlich für das Wohl anderer und für die Verwirklichung von
Gottes Heilsplan lebt.
Sie schreiben, dass für Sie das Leben auf diesem Planeten viel leichter
wäre, wenn Sie in die jenseitige Wirklichkeit schauen dürften. Kraft
Göttlichen Gesetzes ist es aber völlig unmöglich, den Weg der Mystik zu
gehen und dabei nicht immer zunehmenden Prüfungen unterzogen zu
werden. Dasjenige, das man in einem Leben auf dem Weg der Mystik
über das durchschnittliche Maß bekommt (die Gabe des “Schauens” u.
a.) wird nämlich dadurch bezahlt, dass man auch bereit sein muss, über
das durchschnittliche Maß zu geben, ohne Einschränkungen.
Die Welt ist im Chaos. Ich verstehe deswegen durchaus, dass Sie sich
danach sehnen, selbst einen Blick in die Geheimnisse des Lebens nach
dem Tode werfen zu können. Diesen Blick werden Sie dorthin werfen in
der Stunde nach dem Dahinscheiden auf Erden. Bis dahin gibt es den
übergroßen Verdienst des Glaubens. Eines der größten Geschenke, die
Ihnen die Gottesmutter in diesem Augenblick bereiten könnte, ist jenes
der inneren Freude über dasjenige, was kommen wird. Der Student
kommt leichter durch die Prüfungen, wenn er an die Ferien denkt, die
gleich folgen, und der Sportler hält besser durch, wenn er an das Ziel
denkt, das immer näher kommt. Denken Sie an die Stunde, in der auch
Sie irgendwann (sie liegt vorläufig in Gottes Weisheit geborgen) vor dem
Schöpfer stehen werden, die Gottheit und Maria schauen werden und
durch das Tor ins Paradies hineingehen dürfen. In jener Stunde werden
Sie sagen “Danke, mein Gott, dass ich Dir das Geschenk aller meiner
Prüfungen auf Erden geben kann; denn von dem, was mir von Dir
bereitet worden ist, hatte ich keine Vorstellung. Hätte ich es gewusst, so
hätte ich noch viel mehr leiden wollen.” Liebe Schwester, uns erwartet
23
etwas Unbeschreibliches. Nur noch eine vergängliche Zeit der Prüfung
und dann folgt die Ewigkeit des vollendeten Glückes.
Sehr gerne würden Sie Ihre Angehörigen und Ihre Tiere sehen, die jetzt
schon im Jenseits sind. Das verstehe ich nur zu gut. Zu meiner großen
Freude kann ich mit Sicherheit sagen, dass Sie sie alle sehen werden.
Damit die Zeit bis dahin etwas erleichtert wird, lege ich Ihnen ans Herz:
Gehen Sie zu Maria, voll und uneingeschränkt, in vollkommener
Hingabe; denn Maria vertritt ALLES, was je von Gott erschaffen worden
ist. Die Liebe, die Geborgenheit, den Trost, die Unterstützung, den
inneren Frieden, kann Sie Ihnen bereiten, jetzt schon hier auf Erden. Sie
erwartet nur Ihre vollkommene Hingabe in den Prüfungen.
Was ist darunter zu verstehen, dass die verstorbene Hündin ins Herz
Gottes zurückgekehrt ist?
Der Kern eines jeden Lebewesens ist das so genannte Lebensprinzip.
Bei dem Menschen wird dieses “die Seele” im engen Sinne genannt. Der
Körper ist nur der Teil des Wesens, den wir mit unseren Augen sehen
können. Der Körper dient lediglich dem Handeln und Bewegen auf dieser
Erde. Dasjenige, was wirklich ständig mit Gott und Seinem Wirken in
Berührung bleibt, ist das Lebensprinzip. Deswegen ist es dieses
Lebensprinzip, das zu Gott zurückkehrt. Es ist nicht stofflich. Ein
verstorbenes Tier existiert also durchaus noch im Jenseits, wird dort
aber mit den Augen der Seele wahrgenommen. Wenn wir in den Himmel
kommen, werden wir auch unsere verstorbenen Mitmenschen von Seele
zu Seele wahrnehmen. Auch die Engel sehen sich gegenseitig von
Seele zu Seele, nicht in einem stofflichen Körper. Die Glückseligen
(verstorbenen Menschen) sehen sich ebenfalls gegenseitig von Seele zu
Seele. Gott und Maria werden mit der Seele wahrgenommen, also in
einer verherrlichten Gestalt. So erfolgt eben die Wahrnehmung auf der
übernatürlichen Ebene. Wenn Sich Maria einer Seele auf Erden zeigt,
erfolgt dies auch gewöhnlich nicht in einer Gestalt aus Fleisch und Blut.
Wenn wir unsere Mitgeschöpfe von Seele zu Seele sehen dürfen,
werden wir sie sehen, so wie Gott sie ursprünglich gedacht hatte, also
viel schöner als auf Erden. Das ist somit alles andere als „schlimm“ (wie
Sie es nennen), sondern eine wahre Verzückung, der Gipfel der
Glückseligkeit: Wir schauen gleichsam durch das Wesen unserer
geliebten Mitgeschöpfe hindurch und sehen es so, wie Gott es sieht.
Von der Existenz eines gesonderten Tierparadieses hat mir Maria (noch)
nichts gesagt. Die Himmlische Königin sagte mir immer schon, alle
Lebewesen, deren Sünden völlig abgebüßt sind, sehen sich im Paradies
wieder, durch die übernatürliche Wahrnehmung von Seele zu Seele,
oder von Seele zu Lebensprinzip. Da Tiere nicht sündigen können,
bezieht sich dieses Abbüßen nur auf die Menschenseelen. Was die Tiere
betrifft, sagte mir Maria vor ein paar Jahren ausdrücklich, “kein
24
unschuldiges Lebewesen geht verloren”. Ein verstorbenes Tier kehrt in
das Herz Gottes zurück, als Lebensprinzip. Das Lebensprinzip ist Träger
der Göttlichen Intelligenz, die das Wachstum und die Einströmung der
Lebenskraft von Gott aus in das Lebewesen regelt und gleichsam einen
“Entwurf des Lebensplanes” des betreffenden Lebewesens enthält. Das
alles macht das Lebensprinzip zu einem echten Wunder aus Gottes
Hand. Der Schöpfer lässt dies nicht verloren gehen.
Maria hat mir nicht buchstäblich gesagt, allerdings mir zu verstehen
gegeben, dass die Menschenseele im Paradies auch die
Lebensprinzipien der verstorbenen Tiere wird wahrnehmen können und
diese so erkennen, als handele es sich um die leiblichen Wesen. Man
könnte es sich eigentlich so vorstellen, dass man dort seinen Hund,
seine Katze, sein Kaninchen usw. ohne weiteres wird wiedererkennen
können, nicht weil diese physisch vor einem stehen, sondern weil die
Seele in der Herrlichkeit eine voll erweiterte Wahrnehmung genießt.
Gemäß diesem selben System ließe sich auch erklären, was mich Maria
einst in einer mystischen Erfahrung hat schauen lassen: dass die Seele
im Himmel jede andere Seele gleich erkennt (alle Engel, alle
Glückseligen, die Königin des Himmels usw.). Wieso? Weil die Seele im
Paradies eine vollkommene Wahrnehmung besitzt, und durch mystische
Kenntnisübertragung die Fähigkeit bekommt, “in andere Seelen
hineinzuschauen”. Man könnte es so sehen, dass die Seele in der
Herrlichkeit manches annähernd so schauen kann, wie Gott es sieht,
und dass sie gleich weiß, “wen sie vor sich hat”.
Über die Leiden der Frau Mutter und die Drohung der Einsamkeit
Liebe Schwester, es wird Ihnen inzwischen bekannt sein, wie riesig groß
der Wert des Opfers ist. Gerne teile ich Ihnen mit, was mir Maria
während des Gebetes für Sie und Ihre Frau Mutter hat aufzeichnen
lassen. Diese Übermittlung meint Maria übrigens für alle Seelen in einer
ähnlichen Lage wie der Ihrigen; denn Sie sind in diesem Leiden
durchaus nicht allein. Die Himmlische Mutter lässt hiermit die Sonne der
Hoffnung strahlen:
Totale, tief gelebte Weihe an Maria bewirkt ein Hinüberfließen Ihres
Herzens in das Herz Mariens. Dadurch nimmt Maria Ihr Wesen immer
mehr in Besitz und erfüllt Ihr ganzes Wesen mit Ihrer heiligsten und
Frieden schenkenden Gegenwart. Sie können dadurch so sehr von
Maria getragen werden, dass Sie nie mehr das Gefühl bekommen, allein
zu sein. Eins der größten Wunder der totalen Weihe an Maria liegt darin,
dass die Seele allmählich von weltlichen Bindungen losgelöst wird und
trotzdem immer weniger Einsamkeit verspürt und dass darüber hinaus
alles in ihrem Leben immer mehr von Gottes Vorsehung geregelt wird.
Machen Sie sich weniger Sorgen. Solange die Seele sich Sorgen macht,
hat Gott das Gefühl, dass die Seele damit beschäftigt bleibt, selber
25
Lösungen für allerlei Dinge zu suchen. Sobald die Seele sich keine
Sorgen mehr macht, sondern sich total, mit ihrem ganzen weiteren
Lebensweg, Maria ausliefert, wird sie von Maria auf Wege geführt, die
ihre Sorgen auf völlig unerwartete Weisen auflösen. Sogar wenn der Tag
kommt, an dem Gottes Plan es verfügt, dass Ihre Frau Mutter Sie
verlassen muss, werden Sie erfahren, dass Sie diesen neuen Zustand
auf unerwartete Weise werden tragen können, und da wird Ihnen die
Mutter sogar noch näher sein, als sie es jetzt auf Erden sein kann; denn
im Paradies lebt die Seele im ungehemmten Zustand.
Ihrer Frau Mutter gibt Maria die folgenden Ratschläge: Betrachten Sie
Ihren Kampf gegen den Krebs ab heute als Kampf gegen die Finsternis
in den Seelen, und Ihre Tage werden in Gottes Augen einen noch
unendlich viel größeren Wert bekommen. Der Kampf verändert sich
dann nämlich von einem Kampf für eine bessere körperliche Verfassung
in einen Kampf für die Reinigung der Welt. Was Sie dann geben werden,
ist selbstverleugnende Nächstenliebe, und gerade diese heißt
vollkommene Nachfolge Christi und somit ein wirklich fruchtbares Leben.
Die wahre Heilung ist nicht das Frei-Werden von unseren körperlichen
Lasten, sondern die Befreiung von jeglicher Spur des Unfriedens und der
Spannung in unserem Herzen, durch völlige Hinnahme unseres
Schicksals. Selbstverständlich dürfen Sie mit der Natur mitwirken und
sich die Leiden tragbar machen helfen. Nur wird dies Ihnen erst dann
den vollkommenen inneren Frieden bereiten, wenn Sie den Weg ab
heute in allen Einzelheiten gemeinsam mit Maria gehen. Sprechen Sie
dauernd zu Ihr und bitten Sie Sie um Kraft und Licht.
Den Krebs als solchen können Sie Maria mit der Bitte darbieten, er möge
aufgrund aller damit einhergehenden Leiden dazu beitragen, den Krebs
unserer Gesellschaft zu heilen. Es herrscht unsagbar viel Krebs in den
Seelen (Wucherung der Finsternis und der Auswirkungen der unzähligen
weltlichen Einflüsse in den Seelen). Sie können jetzt noch aus Ihren
schrecklichen Leiden der vergangenen Jahre ein Opfer machen, das von
Maria, der Mittlerin aller Gnaden, in Baustoff für Lichtstrahlen für viele
Seelen umgewandelt werden kann. Ein solches Opfer würde die
Fruchtbarkeit Ihres Lebens in Gottes Augen hochgradig steigern. Sie
brauchen dazu nur zu sagen: “Himmlische Mutter Maria, ich schenke
Dir alle Wirkungen meiner Krankheit als Lichtstrahlen und alle
meine Leiden, die ich an Leib und Seele dadurch habe durchstehen
müssen, als Strahlen der Hoffnung für die Heilung von erkrankten
Seelen, in denen das wahre Licht dabei ist, ausgelöscht zu werden.
Trage mich durch diese schweren Tage, damit ich irgendwann
meinen Schöpfer mit diesem Geschenk erfreuen kann.”
26
Sie fragen, ob Sie mir ein Geschenk machen können?
Nur eins gibt es auf dieser Welt, das mir Freude machen kann: Wenn
sich eine Seele uneingeschränkt Maria hingibt und sich voll und ganz in
den von Gott für Sie bereiteten Plan hineinzufügen bereit ist; denn eine
solche Seele ist eine Blume zu Füßen der Herrin aller Seelen, ein
Diamant in Ihrer Krone und eine Frucht im Obstgarten Gottes. Ein
schöneres Geschenk könnten Sie mir überhaupt nicht machen. Ich
schließe Sie beide in mein Herz.
In Liebe und zu Diensten der Herrin aller Seelen,
Ihre Myriam
80. Über die Beichte — über die Verantwortung für die Eltern —
über die Abstinenz — über das Sakrament der Ehe
Liebe Schwester in Jesus und Maria,
In Bezug auf Ihre Beichte
Eine richtig befriedigende Beichte abzulegen, ist in unserer Zeit
tatsächlich nicht mehr einfach. Allerdings kann ich Sie in diesem Sinne
beruhigen, dass die Fülle der Gnade dieses Sakraments auch dann
gespendet wird, wenn die Seele nicht ganz über den Verlauf derselben
zufrieden ist. Laut demjenigen, was mir Maria zur Beichte gesagt hat,
sind die ausschlaggebenden Elemente die Folgenden:
- Die Seele muss ihre Sünden, Fehltritte, Nachlässigkeiten, Fehler,
Versäumnisse usw. (kurzum, all dasjenige in ihrem Verhalten, wodurch
sie von Gottes Gesetzen abgewichen ist) aufrichtig bereuen.
- Die Seele muss den aufrichtigen Willen haben, sich mit Gott zu
versöhnen.
- Die Seele muss ihre Beichte ehrlich und aufrichtig sprechen, im
Bewusstsein, dass sie diese eigentlich gegenüber dem barmherzigen
Gott spricht, da der Priester während der Beichte Gott vertritt.
- Der Priester muss den Freispruch von den gebeichteten Sünden
spenden.
- Der Priester muss eine Buße auferlegen, welche von der Seele
genauestens und in uneingeschränkter Hingabe auszuführen ist. Dieses
Element ist besonders wichtig, weil in Gottes Augen die Versöhnung mit
Ihm nach einfacher Vergebung noch nicht vollständig ist, sondern die
Seele auch Wiedergutmachung zu leisten hat, damit auch die
hinterlassenen Spuren der Sünde weggewaschen werden.
- Die Seele muss die aufrichtige Absicht haben, zu versuchen, dieselben
Fehler künftighin nicht zu wiederholen.
27
Was den Inhalt der Ihnen bei der Beichte auferlegten Buße betrifft, ist es
mir untersagt, jegliche Aussage zu machen, da mir unsere Himmlische
Herrin nicht erlaubt, irgendwelches Urteil über priesterliche
Entscheidungen zu fällen. In tiefstem Gehorsam betrachte ich deswegen
diese Entscheidungen als von Gott gewünscht oder mindestens von Ihm
zugelassen, aus Gründen die in irgendwelcher Weise Seinem Heilsplan
dienlich sein werden.
Tatsächlich ist es heilvoll, sich regelmäßig darüber zu besinnen, was
Gott von uns will. Gewissermaßen ist das für jede Seele eine tägliche
Aufgabe. So gefällt es zum Beispiel der Herrin aller Seelen sehr, wenn
sich die Seele abends eine Weile in das eigene Herz zurückzieht und die
Bilanz des vergangenen Tages hinsichtlich ihres seelischen Lebens
zieht, damit sie auf die innere Führung in Bezug auf dasjenige hören
kann, was sie zu tun hat, damit ihr Lebensweg fruchtbar bleibt bzw.
fruchtbarer wird. Allerdings darf die Seele dabei nicht ihre Beziehungen
zu ihren Mitgeschöpfen aus den Augen verlieren; denn wir dürfen nie
vergessen, dass jedes Geschöpf (sei es Mensch oder Tier) auf unseren
Lebensweg kommt, weil Gott mit diesem Kontakt etwas vorhat. Das kann
etwas Geringes und von kurzer Dauer sein, aber auch etwas Großes
und von längerer Dauer. Jede Sekunde zählt. Das heißt, dass jegliche
Unachtsamkeit in unserem Verhalten bereits die Qualität unserer
Lebensfrucht beeinträchtigen kann. Es ist ein schöner Akt der Liebe Gott
gegenüber, diese Regel immer zu berücksichtigen; denn was wäre der
Zweck eines Lebens, wenn nicht dieser: Früchte einzubringen, mit denen
Gott wirklich etwas tun kann. Keine Seele lebt für sich allein, sie lebt
immer an erster Stelle für Gottes Heilsplan, und das Hauptziel ist immer:
Fruchtbarkeit durch reine Liebe.
In Bezug auf die Verantwortlichkeit für die Eltern u. a.
Es ist kein Zufall, dass eine Seele gerade diese Eltern oder jene Kinder
hat. Gott sieht das alles genau so vor, weil Er nur die völlige
Verwirklichung Seines Heilsplans bezweckt: Er will möglichst viele
Seelen den Weg der Heiligung vollenden sehen, um Sein Reich des
vollendeten Friedens auf Erden gründen zu können. Deswegen erschafft
Gott jede Seele mit einer spezifischen Ausrüstung und bringt diese und
jene Seele zusammen, weil Er mit einer gewissen Kombination von
Fähigkeiten, Talenten und Schwächen eine genaue Absicht verfolgt. Die
Berührung zwischen Fähigkeiten, Talenten, Schwächen, Absichten usw.
regt Seelen dazu an, bestimmte Verhaltensmuster zu entwickeln. Gott
hat es so verfügt, dass, wenn es einer Seele gelingt, ihr Verhalten
vollkommen an den Göttlichen Gesetzen der Liebe zu orientieren, diese
Seele dadurch die optimalen Voraussetzungen für ihre eigene Heiligung
und (auf indirekte Weise) für die Entwicklung der Seelen in ihrer Umwelt
schafft. Wenn Sie es so betrachten, wäre der Schluss vertretbar, dass
Sie für Ihre Eltern Mitverantwortung tragen. Es muss jedoch darauf
28
hingewiesen werden, dass jede Seele an sich die Höchstverantwortung
für ihr eigenes Heil zu tragen hat.
Das heißt konkret, dass Sie Ihre Eltern nicht ganz und gar im Stich
lassen dürfen — vorausgesetzt, sie sind bereit, Ihren Einfluss in ihrem
Leben wenigstens hinzunehmen —, aber dass der Vater und die Mutter
trotzdem ihren eigenen Weg zu gehen haben, auf dem sie nur in dem
Maße die Heiligung ihrer Seele verwirklichen werden, wie sie ihren
eigenen freien Willen in den Dienst Gottes setzen. Dort hört dann die
Verantwortung von Ihnen selbst, liebe Schwester, eigentlich auf. Es
sollte durchaus möglich sein, als Erwachsene Ihren eigenen Weg zu
gehen, also nicht bei den Eltern zu bleiben, auch wenn die Eltern das
irgendwie wünschen oder es ihnen irgendwie helfen würde, auf
irgendwelche Weise für sie da zu sein. Was Sie auf keinen Fall
unterlassen dürfen, ist, für Ihre Eltern nach wie vor zu beten, damit sie
die Führung Gottes spüren und akzeptieren können und gewillt sind,
dieser immer zu folgen. Vergessen wir nie, dass die wertvollste Hilfe, die
man einem Mitmenschen gegenüber leisten kann, oft nicht die physische
Nähe ist, sondern die Gebete und Aufopferungen, die man genauso gut
aus der Ferne leisten kann.
In Bezug auf die Abstinenz
Einer der Gründe, weshalb Maria (so wie Gott Selbst) einen großen Wert
auf die sexuelle Enthaltsamkeit legt, ist, dass jedes Bedürfnis, das mit
dem physischen Teil des menschlichen Wesens zu tun hat, dazu neigt,
die Seele an die Welt festzuketten. Auf dem Weg der Heiligung kann die
Seele sich nur in dem Maße mit dem Herzen Mariens und mit Gott
verbinden, wie sie sich von sämtlichen Anhänglichkeiten befreien kann.
Solange die Seele an dem sexuellen Bedürfnis festhält, widmet sie ihre
Aufmerksamkeit nicht völlig der Entwicklung ihres Bundes mit Maria bzw.
Gott.
Die Herrin aller Seelen weist darauf hin, dass viele Seelen die von Gott
erhaltene Lebenskraft in zu hohem Maße auf die körperlichen
Funktionen verwenden und dadurch relativ wenig Kraft für die
Entwicklung ihrer seelischen Funktionen übrig behalten. So erklärt Sie,
dass eine Seele, um die Weihe an Sie zur vollen Fruchtbarkeit zu
bringen, versuchen sollte, physisch sehr enthaltsam zu leben:
regelmäßiges Fasten, Mäßigkeit in jedem Sinne, weitgehende sexuelle
Abstinenz. Im Rahmen meiner mystischen Ausbildung in den
vollkommenen Dienst an Maria lehrte mich Maria vieles in Bezug auf das
Mysterium der Erhebung der Lebensfunktionen auf immer höhere
Ebenen. Nur dieses darf ich zu diesem Zeitpunkt in diesem
Zusammenhang dazu schreiben:
Wenn eine Seele zum vollkommenen Dienst Mariens berufen wird (und
auf irgendeine Weise ist jede Seele das, in Anbetracht der Tatsache,
29
dass Maria von Gott die Führung über Seinen Heilsplan erhalten hat und
dass jeder Dienst an Maria zur gleichen Zeit voller Dienst an Gott ist),
sollte sie aktiv dabei mitwirken, die inneren Empfindungen so von Maria
umgestalten zu lassen, dass zum Beispiel das sexuelle Bedürfnis
allmählich durch Akte der vollkommenen Dienstbarkeit ersetzt wird. Sehr
kurz zusammengefasst:
Maria verglich mir gegenüber einst die Mystik der Einswerdung mit Ihr
mit der Einswerdung in einer Brautkammer, wo sich die Seele auf die
Einladung Mariens hin in vollendeter Hingabe ihres freien Willens
vollkommen mit dem Wesen Mariens verschmelzen lässt, um
verschiedenartige Früchte zu “zeugen”. Diese Einswerdung kann sich in
vielen Formen vollziehen: durch mystische Verzückung, durch Akte der
Buße oder der Entsagung usw. Das heißt konkret, dass sich die
Einswerdung sowohl in der Empfindung der verzückendsten Liebe als
auch in der Empfindung des tiefsten Leidens vollziehen kann.
Voraussetzung für die spirituelle Einswerdung ist eine hochgradige
Entwicklung der Bereitschaft zur Empfindung und zur praktischen
Erfahrung der drei Elemente LIEBE + LEIDEN + GEHORSAM.
Maria sagt dazu noch, dass die Empfindung, welcher der Körper in der
sexuellen Einswerdung nachjagt, ihr vollendetes Gegenstück in der
Seele dort bekommt, wo die Seele durch totale und bedingungslose
Weihe an Maria tief innerlich den Weg gefunden hat, die Aufopferung als
Entzückung zu erfahren. In einem gewissen Maße kann jede Seele,
auch außerhalb der Mystik, dies nachvollziehen; denn der Schlüssel zur
Erschließung dieser Empfindung liegt in dem Willen, die
Vervollkommnung in der Liebe anzustreben. Die praktisch gelebte
vollkommene Weihe an Maria ist somit der Weg ständig wiederholter
Akte der Einswerdung mit Maria. Die Seele, welche die Vollkommenheit
anstrebt, sollte ihre Sexualität allmählich gegen diese spirituelle
Einswerdung mit Maria (und in ihr automatisch mit Jesus)
auszutauschen versuchen.
Um die Abstinenz vor der Eheschließung einhalten zu können, sollten
Sie inständig zu Maria beten, Sie möge Ihnen die Gnade erwirken, die
körperliche Einswerdung nur im Rahmen des Sakramentes zu
vollziehen, weil Gott die körperliche Einswerdung nur als Teil Seines
Planes für Seelen vorgesehen hat, die durch die Gnade des
Ehesakramentes zusammengeführt worden sind. Die Ehe ist ein
Sakrament und als solches darf sie nicht leichtsinnig eingegangen
werden; denn mit jedem Sakrament berührt Gott die Seele und nimmt Er
sie auf eine einzigartige Weise in Seinen Heilsplan auf. Deswegen ist die
sakramentale Ehe ein Bund, den die Ehe schließenden Seelen
miteinander UND mit Gott schließen.
30
Aus diesem Grunde muss ich Ihnen raten, die Entscheidung zur Ehe erst
nach längerer Zeit der Besinnung und des Gebetes zu treffen. Bis dahin
sollten Sie auch deswegen so enthaltsam wie möglich leben (und
inständig zu Maria um die Kraft dazu beten), da nur die Enthaltsamkeit
die Seele vollkommen für die eindeutige Führung auf der nichtstofflichen
Ebene öffnet. Als Grund dafür erklärte mir die Herrin aller Seelen, dass
die Enthaltsamkeit auf physischer Ebene es der Seele ermöglicht, den
Großteil der Lebenskraft, die Gott ihr täglich schenkt, auf die Entwicklung
und Reinigung der höheren Lebensebenen zu verwenden. Gerade auf
diesen Ebenen vollzieht sich der unmittelbare Kontakt zwischen Gott und
der Seele. Deswegen ist auch ein Leben auf dem Weg der Mystik
unmöglich, solange den physischen Bedürfnissen im hohen Maße
nachgegeben wird, weil sich der Kanal, durch welchen die Inspirationen
und mystischen Offenbarungen in die Seele geleitet werden, nur dann
rein und offen halten kann, wenn die Lebenskraft voll und ganz auf die
höchsten Ebenen der Seele gelenkt wird.
Wenn Sie begreifen, wie wichtig das Leben auf den höheren Ebenen der
Seele für die Fruchtbarkeit des Lebens ist, werden Sie diese Einstellung
(eines Lebens in Abstinenz) immer besser verwirklichen können. Damit
sich diese Anstrengung lohnen kann, müssen Sie unbedingt auch für
Ihren Freund beten, damit auch er die Kraft findet, diese Wandlung
hinzunehmen, um mit Ihnen gemeinsam aus diesem Opfer eine
mächtige Waffe zur seelischen Vertiefung zu bereiten. Ohne inständiges
Gebet ist dieser Kampf zu schwer; im Rahmen eines felsenfesten
Bundes mit Maria können Sie ihn gewinnen; denn die Herrin aller Seelen
ist uns in erster Linie dazu gegeben, unsere inneren Schwächen
überwinden zu helfen, damit wir der wahren Heiligkeit immer näher
kommen können. Sie hat alle Macht, eine Seele völlig neu zu gestalten.
Der Schlüssel zu dieser Macht ist der beständige freie Wille der Seele,
ein Leben zu führen, das Gottes Interessen dient. Im seelischen Leben
ist ALLES letztendlich eine Frage der wahren Liebe.
Liebe Schwester, die vielen Fragen, die Sie zurzeit beschäftigen, sind
Einladungen von Gott an Sie, sich über manches zu besinnen und die
Entscheidung zu treffen, sich völlig und uneingeschränkt dem Weg
hinzugeben, den Er für jede Seele in diesen schweren Letzten Zeiten
vorgesehen hat: den Weg der vollkommenen Weihe an Seine über alles
erhabene Tochter. Sie hat die Macht erhalten, Sie auf jedem Meter Ihres
Lebensweges zu führen und Sie genau dorthin zu bringen, wo Gott auf
Sie wartet. Enttäuschen Sie Ihn nicht; denn Seine Liebesgeschenke
übersteigen das Gewicht aller Ihrer heutigen Prüfungen und Qualen um
ein Tausendfaches. In dem Maße, wie Sie sich mit Zuversicht Maria
hingeben werden, in jeder Einzelheit Ihres Lebens, werden Sie die
richtige Lösung aller Ihrer Fragen auf dem Boden ihres eigenen Herzens
31
lesen können; denn Maria wird diese Lösungen dorthin schreiben mit
den goldenen Buchstaben Ihrer vollendeten Liebe.
In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen, Ihre Myriam
81. Über den Liberalismus in der Gesellschaft — über die Sünde
und die Versuchung — über den Unterschied des männlichen und
weiblichen Geschlechts — über die Sünde der
Geschlechtsumwandlung — über die Beichte — über die
Selbsthinnahme
Liebe Schwester in Jesus und Maria,
auf Einladung unserer Himmlischen Herrin benutze ich diese Anrede. Sie
werden aus diesem Brief verstehen, aus welchem Grunde. Es freut mich,
dass Sie so offenherzig über Ihr Problem geschrieben haben. Erstens
schreibt jede Seele, die sich an unser Apostolat wendet, eigentlich an
Maria Selbst, und zweitens hat Maria unser Apostolat dazu ins Leben
gerufen, das Apostolat der wahren Hoffnung zu sein. Es ist in diesem
Sinne, dass ich von der Herrin aller Seelen die Belehrung herab gebeten
habe, die ich Ihnen jetzt gerne anvertraue.
Sie haben eine Geschlechtsumwandlung in der Absicht vornehmen
lassen, als Frau geboren, den Körper eines Mannes zu bekommen, und
fragen um die Stellungnahme des Himmels in diesem Zusammenhang,
und „wie Sie von Gott gerichtet werden“.
Unsere moderne Gesellschaft ist sehr liberalistisch geworden. Aus
diesem Grunde gibt es immer weniger gesetzliche Hemmungen, zum
Beispiel bezüglich der in der Medizin angewandten Verfahren. Der
Mensch will frei sein, in dem Sinne, dass er sich eine eigenständige
Moral aufbauen will, die von keiner christlichen bzw. kirchlichen
Einschränkung bedroht werden kann, weil das Gesetz Gottes außer
Kraft gesetzt wird. Diesen Gedanken möchte ich gleich vorwegnehmen;
denn
er
schildert
die
gesellschaftliche
Lage,
die
eine
Geschlechtsumwandlung erst ermöglicht. Indem er eine solche
gesellschaftliche Lage schafft und ermöglicht, dass sich dieselbe
zügellos ausbreitet, täuscht der liberalistische Gedanke sehr viele
Seelen und macht diese vollkommen blind für die Gesetze Gottes, die in
jedem Herzen geschrieben sind. Es entsteht die Täuschung, dass
Handlungen, die gewissermaßen anerkannt werden und sich somit
einbürgern und in immer mehr Fällen sogar gesetzlich zugelassen
werden, richtig sind und nicht Gegenstand irgendwelcher Bedenken sein
sollten. In diesem Sinne ist das in der Gesellschaft gangbar gewordene
Denken, die allgemeine moralische Empfindung, mithaftbar für die
Zunahme des sündhaften Handelns.
Maria lädt mich dazu ein, Ihr Problem in zwei Phasen zu beantworten.
32
1. Ja, die von Ihnen vorgenommene Handlung ist sündhaft. Ich teile
Ihnen gleich die von Maria gelehrten spirituellen Hintergründe mit, damit
Sie verstehen können, wieso Gott sie als sündhaft richten kann.
2. Ich darf auch Ihnen die wahre Hoffnung bereiten. Gleich auch dazu
Weiteres.
33
Zum Ersten: die Geschlechtsumwandlung als Sünde
Zunächst soll ich klarstellen, was laut Belehrung der Herrin aller Seelen
unter “Sünde” zu verstehen ist. Eine Seele begeht eine Sünde, wenn
sie einer Eingebung nachgibt, aufgrund derer sie zu einer
Abweichung von Gottes Gesetz angeregt wird, sei es durch eine
Handlung, sei es durch ein Wort, durch ein Gefühl, durch einen
Gedanken, durch einen Wunsch oder durch ein Versäumnis. Diese
erwähnte “Eingebung” selber, bezeichnet Maria als die Versuchung.
Maria fügt noch Folgendes hinzu: “Die Seele gibt der Versuchung
freiwillig nach, weil in ihr die Hoffnung auf Befriedigung eines
persönlichen Bedürfnisses geweckt worden ist oder aber die Versuchung
ein solches Bedürfnis so stark spüren lässt, dass dieses plötzlich eine
alles beherrschende Macht über die Seele gewinnt, so dass die Seele
keine Ruhe mehr findet, ehe sie der Versuchung nachgegeben hat.”
Sünde hat also mit einem Gebrauch des freien Willens in Abweichung
von Gottes Gesetzen zu tun. Im Grunde genommen handelt es sich bei
der Sünde deshalb immer um einen Mangel an Liebe gegenüber Gott
und um einen Mangel an Gehorsam. Darf ich mit Ihnen Ihre persönliche
Lage betrachten:
Gott hat Sie als Frau erschaffen. Er hatte damit eine bestimmte Absicht.
Jede Seele wird ausschließlich dazu in die Welt geschickt, um Gottes
Heilsplan für die Seelen verwirklichen zu helfen, damit Gottes Reich des
vollendeten Friedens und der vollendeten Liebe auf Erden gegründet
werden kann.
Jede Seele hat nur diesen selben Lebenszweck. Die Bestimmung ist
dieselbe (Heiligung aufgrund der völligen Verwirklichung der Erlösung).
Der Weg jedoch ist unterschiedlich. Keine zwei Seelen durchlaufen
denselben Lebensweg. Dennoch hat dies alles noch nichts mit
Geschlecht zu tun.
Das Eigene von jedem der beiden Geschlechter, im spirituellen Sinne,
hat Maria einst so umschrieben, dass in Gott ein männliches und ein
weibliches Prinzip wirksam sind. Das männliche Prinzip ist der Wille, das
weibliche Prinzip die Liebe. Maria sagt, die “weibliche Macht”, die Liebe,
muss zugegen sein und bereit sein, die “männliche Macht”, den Willen,
zu empfangen, so dass, um neues Leben zu schaffen, die Göttliche
Liebe durch den Göttlichen Willen befruchtet werden muss.
Den spirituellen Unterschied zwischen den Geschlechtern bei den
Menschenseelen erläutert Maria auf ähnliche Weise:
Die Frau ist in spiritueller Hinsicht wie eine Vorratskammer der
Fruchtbarkeit, der Mann ist gleichsam der Schlüssel zu dieser Kammer.
Wohlgemerkt, Maria verweist auf die spirituelle Eigenheit der
Geschlechter. Die Frau hat dabei die Aufgabe, die Liebe als die Essenz
34
des wahren Lebens und der Fruchtbarkeit im Göttlichen Leben in sich zu
nähren und in vollkommener Reinheit zu bewahren. Das heißt nicht,
dass es in spiritueller Hinsicht Aufgaben gäbe, die nur der Mann oder nur
die Frau zu erfüllen hätten; denn Mann und Frau haben genau dasselbe
Ziel: die Reise in das Herz Gottes auf eine für Gott fruchtbare Weise zu
absolvieren. Was Marias Worte allerdings betonen wollen, ist die
Tatsache, dass die Geschlechter innerhalb von Gottes Heilsplan
spezifische Rollen zu spielen haben und es für Gott nicht einerlei ist, ob
man Mann oder Frau ist. Er gießt die Seele entweder in einen
männlichen oder in einen weiblichen Körper ein, und in jedem
Geschlecht wirkt sich die Göttliche Intelligenz, die den individuellen
Lebensplan ein Menschenleben lang zu orientieren versucht,
unterschiedlich aus. Dies zu erwägen, ist wichtig; denn es weist nach,
wieso Mann und Frau zwar dasselbe spirituelle Ziel verfolgen sollen,
aber trotzdem vollkommen verschiedene Verhaltensmuster, Interessen
usw. entwickeln, und wieso Gott den Geschlechtern gegenüber
verschiedene Erwartungen hegt.
Der
langen
Rede
kurzer
Sinn:
Die
Sünde
der
Geschlechtsumwandlung besteht darin, dass Gott diese Handlung
als Auflehnung gegen Seine Verfügung betrachtet. Ob eine Seele als
Mann oder als Frau durch das Leben zu gehen hat, bedeutet für sie
beträchtliche Unterschiede in den Lebenssituationen. Indem die Seele
das Geschlecht selber ändern lässt, zieht sie sich also nicht für sie
beabsichtigte Lebenslagen zu und weist sie andere, die freilich für sie
beabsichtigt waren, zurück. Sie verändert dadurch im hohen Maße den
Plan, den Gott mit ihr hatte. Konkret heißt dies, dass die Seele, die eine
Geschlechtsumwandlung vornehmen lässt, einen völlig eigenen Weg
geht und dem Göttlichen Heilsplan nicht mehr im vollen Maße dienlich
ist.
Hinsichtlich Ihrer Bemerkung, dass Sie sich immer mehr als Mann
gefühlt haben denn als Frau, muss ich betonen, dass ungeachtet Ihrer
Gefühle Gott die Seele nach wie vor so betrachtet, wie Er sie hat werden
lassen. Die geborene Frau bleibt für Ihn Frau. Das bedeutet unter
anderem, dass Er die Gegebenheiten Ihres Leben vor dem Hintergrund
der Tatsache bewertet, dass Ihr Leben als das Leben einer Frau
vorgesehen war.
Die Entscheidung, als geborene Frau, Mann zu werden, ist nicht
umkehrbar. Dennoch wäre Maria nicht der Morgenstern, die
Morgendämmerung der Ewigen Hoffnung, wenn es auch für Sie keine
Barmherzigkeit gäbe. Das bringt mich zu den konkreten Ratschlägen der
Herrin aller Seelen für Sie:
Zum Zweiten: Was sollten Sie tun?
35
Gott wäre nicht der barmherzige Gott der Liebe, wenn Er für Sie keine
Tür zum wahren Leben öffnen würde. Um Ihnen diese Gnade
bereitstellen zu können, verlangt die Herrin aller Seelen von Ihnen vier
Maßnahmen:
1. Sprechen Sie eine Lebensbeichte.
Die einzig gültige Beichte ist diejenige, welche die Seele individuell
einem Priester gegenüber spricht. Maria lädt Sie zu einer Lebensbeichte
ein, in der Sie offenherzig von Ihrer Handlung einschließlich der ihr
vorangegangenen, langjährigen Gefühle und Wünsche sprechen. Wenn
Ihnen Ihr Lebenslauf vergeben wird, kann dies für Sie die erste Tür zum
wahren Leben öffnen. Die Voraussetzung für die wahre Vergebung ist
Ihrerseits aufrichtige Reue und der feste Vorsatz, ein völlig neues Leben
anzufangen. Ich komme gleich noch darauf zurück. Halten Sie sich fest
vor Augen, dass eine richtig gesprochene Lebensbeichte, bei der alle
Voraussetzungen erfüllt sind, die Seele für das Ewige Leben retten kann;
denn eine aufrichtige Beichte ist in Gottes Augen ein Nachweis dafür,
dass sich die Seele mit Gott versöhnen will.
2. Sprechen Sie Maria gegenüber einen Akt der Selbsthinnahme aus.
Ihr Leben war bisher von einer Einstellung der Auflehnung gegen die
Verfügung Gottes geprägt, dass Sie innerhalb Seines Planes einen
Lebensweg als Frau zu absolvieren hatten. Die Seele, die sich selbst
nicht so hinnimmt, wie sie von Gott gemacht worden ist, wird von Gott so
betrachtet, als würde sie auch Seine in ihr wirksame Intelligenz und die
Art ihres von Ihm erhaltenen Lebensprinzips nicht lieben. Die Seele
muss sich selbst völlig akzeptieren können. Das heißt, dass sie zwar
gegen ihre Schwächen und sündhaften Neigungen ankämpfen soll, aber
das Geschlecht und den Bau ihres Körpers als Chancen akzeptieren
soll, die ihr Gott schenkt, um damit etwas zu tun.
Im vorliegenden Falle betont Maria, Sie sollten lernen, es von ganzem
Herzen zu lieben, Frau zu sein. Die Gottesmutter weist dabei auf die
ganz besondere Rolle der Frau hin, als “Hüterin der reinen Liebe und der
(auch spirituellen!) Fruchtbarkeit für Gottes Pläne und Werke”. Ich
übermittle Ihnen hiermit einen Akt der Selbsthinnahme, den unsere
Himmlische Mutter und Herrin Ihnen schenkt. Dieser Akt lautet:
“O Maria, hocherhabene Königin der Schöpfung,
von der Hoffnung auf seelische Heilung erfüllt, komme ich zu Dir;
denn mein Herz leidet unter der Unfähigkeit, mit mir selbst
umzugehen.
ich bitte Dich inständig, geruhe, mir die Erkenntnis des Planes zu
erwirken, den Gott ab meiner Geburt mit meinem Leben hatte, damit
ich mich selbst so hinnehmen kann, wie Er mich beabsichtigt hat.
36
Lass mich doch die Liebe spüren, mit der mein Schöpfer mich
erschaffen hat.
Lass mich doch erkennen, wie wichtig es ist, meine ganze
Lebenskraft darauf zu verwenden, die Werke Gottes zu fördern und
mich selbst als Bauwerk Seiner Hände zu betrachten.
Lehre mich, mich selbst als Wohnort des Dreifaltigen Gottes und
der Herrin aller Seelen zu empfinden und meinem Schöpfer dafür zu
danken, dass Er mich so gemacht hat, wie ich bin; denn in meiner
spezifischen Art und Eigenheit liegt der Schlüssel zu meiner
Heiligung.
Erwirke mir doch Gottes Vergebung für sämtliche Gedanken,
Gefühle, Worte, Handlungen und Wünsche, durch welche ich das
Geschenk meiner Selbst nicht angenommen, sondern mich gegen
Seine Liebe mir gegenüber aufgelehnt habe.
Mit Deiner Kraft, o Königin und Herrin meines Wesens, will ich
künftighin jede Absicht loben, die Gott mit mir verfolgen will; denn
auf der Hinnahme meiner Selbst wird die Blume meiner Seele
blühen für alle Ewigkeit”.
3. Weihen Sie sich vollkommen an Maria.
Um im tiefsten Sinne des Wortes ein neues Leben anfangen zu können,
ist es sehr wichtig, dass Sie sich vollkommen, bedingungslos und für
immer Maria weihen. Auf unserer Webseite finden Sie viele
Auswahlmöglichkeiten vor, wie Sie dies tun können. Erst dann kann
Maria Sie in jeder Einzelheit Ihres Lebens innerlich führen, Sie begleiten,
Sie auf jeder Ebene Ihres Wesens beherrschen. Die Herrin aller Seelen
kennt alle Ihre Schwächen und Begabungen, Ihre Verführbarkeiten und
Ihre Stärken, Ihre tiefsten Gefühle und Wünsche, sämtliche Punkte, in
denen Sie leicht den Fallen der Finsternis erliegen können. Richtig
gelebte Weihe an Maria ist mit dem Ausstreuen von Blumen auf den
dürren Strecken des Lebensweges vergleichbar, so dass dieser für Gott
immer anziehender wird. Es ist, als ob jede Seite Ihres Lebensbuches
von Maria korrigiert und verschönert wird.
4. Leisten Sie Wiedergutmachung.
Diese Maßnahme schließt sich eng an Punkt 3 an. Die Herrin aller
Seelen bezweckt mit jeder Seele, die sich Ihr völlig hingibt, ein großes
Ziel: die Heiligung. Zu dem Zweck wird Sie die Ihr geweihte Seele auf
Wege der Wiedergutmachung für dasjenige führen, dessen sie sich
schuldig gemacht hat. In dem Maße, wie Sie Maria inständig darum
bitten, wird Sie in Ihnen die Fähigkeit zum Reifen bringen, sich im
spirituellen Sinne wirklich “als Frau zu fühlen”. Sie wird Sich Selbst in Sie
ergießen, in Ihrer prachtvollen seelischen Weiblichkeit. Bedenken Sie
mal, wie sehr Maria die Würde der Weiblichkeit nach der Erbsünde
37
erhoben hat und wie besonders es ist, in Marias Nachfolge Frau zu sein.
Die Weiblichkeit hat durchaus nichts Minderwertiges. Hätte Gott sonst
eine weibliche Menschenseele zum mächtigsten Geschöpf aller Zeiten
erhoben?
In Ihnen hat von Kindesbeinen an die Versuchung Wurzeln geschlagen,
die Menschenseele könne sich erst als Mann durchsetzen und den
Tatendrang erst recht als Mann verwirklichen. Von Ihnen jedoch verlangt
Gott künftighin, dass Sie sich unter der innigsten Führung Mariens richtig
über die Art und spezifische Aufgabe der weiblichen Natur besinnen.
Liebe Schwester, Sie fragten, wie Sie von Gott gerichtet werden sollen.
Diese Frage kann Ihnen niemand beantworten, weil die Antwort als
Geheimnis in Gottes Herzen ruht. Gott richtet nach anderen Maßstäben
als die Menschen. Eine Sicherheit nur möchte ich Ihnen nicht
vorenthalten: Die Seele, die sogar nach der schwersten Sünde:
 aufrichtige Reue spürt,
 in aller Offenherzigkeit wahrheitsgetreu beichtet,
 den aufrichtigen Willen hegt, Wiedergutmachung gegenüber Gott
und — falls dies angebracht ist — gegenüber ihren Mitgeschöpfen
zu leisten,
 sich vollkommen Maria weiht und ein neues Leben in Ihrem Dienst
anfängt,
 sich vollkommen vor Maria demütigt und Sie inständig um Ihre
Fürbitte und Ihre Führung für eine völlige Bekehrung anfleht,
wird Gottes Barmherzigkeit und die uneingeschränkte Macht Mariens
erfahren und das Licht der wahren Hoffnung in sich spüren. Wenn es
einer Seele gelingt, sich wirklich von ganzem Herzen dem Licht
zuzuwenden, wird sie gerettet. Gott lässt keine Seele verloren gehen, die
sich durch guten Willen Seiner Liebe würdig erwiesen hat. Es ist nie zu
spät. Es bleibt nur dann Nacht, wenn man nicht mehr an den neuen
Morgen glaubt.
In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen,
Ihre Myriam
82. Über die Angst vor der vollkommenen Weihe an Maria
Liebe Schwester in Jesus und Maria,
vielen Dank für Ihren Brief von vorgestern. Zu einigen Zeilen möchte ich
mich gern noch mal äußern.
Sie haben solche Angst vor dem Weihen. Ich verstehe das durchaus und
irgendwie finde ich es sehr weise, sich erst auf etwas einzulassen,
38
nachdem man das Gefühl bekommen hat, dass man es zu einem guten
Ende führen kann. Ich kann Ihnen jedoch versichern (Ehrenwort), dass
es kein besseres Heilmittel gegen Angst, Unsicherheit und Unruhe gibt,
als die Weihe an Maria. Sobald sich die Seele fest zu der totalen Weihe
entschließt, ist es, als ob eine unbekannte Tür sich öffnet, durch welche
eine ebenfalls unbekannte Sonne ihre Strahlen in das Herz scheinen
lässt. Gerne schildere ich Ihnen das Eigenartige der vollkommenen
Weihe im nachfolgenden Bild:
Wenn man im irdischen Kontext etwas Neues eingeht, erfährt man das
manchmal wie einen Schritt in die Dämmerung hinein. Was wird auf mich
zukommen? Werde ich es meistern können? Und was, wenn es nicht
klappt? Das ist eigentlich der Zustand, den Sie richtig umschreiben als
„nicht klar denken können“. Wenn eine Seele aber den Entschluss fasst,
sich vollkommen und bedingungslos Maria zu weihen, geschieht etwas
völlig anderes. Allerdings, man muss sich im Klaren sein, was dieser
Schritt für die Seele bedeutet, schließlich handelt es sich um einen Bund
mit dem Himmel. Aber... statt Verunsicherung spürt die Seele vielmehr
etwas wie eine zuvor ungeahnte Stütze.
In dem Maße, wie Sie fest entschlossen sind, diesen heiligen Bund zu
schließen, kommt Ihnen Maria entgegen. Ich könnte es so ausdrücken:
Wenn Sie zu Maria hin zehn Schritte zu gehen hätten, so gehen Sie
einen, und inzwischen hat Maria Selbst bereits die neun übrigen zu
Ihnen hin zurückgelegt. Der Grund ist, dass Gott diejenigen, die ihr
Leben in den Dienst Seines Heilsplans stellen, auf eine besondere Art
betreuen will; denn sie müssen die Stützpunkte im Kampf für die
Gründung Seines Reiches bilden. Und da fängt Maria gleich an, Ihre
Seite des Bundes zu erfüllen: Sie bildet die sich Ihr weihende Seele aus,
Tag für Tag, je nach den Aufgaben, die Sie für die Seele bereitet hat.
Das ist etwas so Schönes! Ich möchte Sie auf Folgendes hinweisen:
- Keine zwei geweihten Seelen bekommen dieselben Aufträge im Leben.
Von der einen werden schwere Opfer erwartet, von der anderen
manchmal nur geringe, aber deswegen nicht weniger wichtige Aufgaben
im Alltag. Bei mancher geweihten Seele besteht die Aufgabe eigentlich
hauptsächlich daraus, tüchtig an sich zu arbeiten in einer oder mehreren
Tugenden (Geduld, Zuversicht, Zuverlässigkeit u. ä.). Gott erwartet von
der Seele nicht immer auffällige Heldentaten, sondern Heldenhaftigkeit in
der Selbstüberwindung. Wenn die Seele trotz einer finsteren Umwelt
täglich gute und liebevolle Gedanken und Gefühle zu hegen versucht, ist
sie für Gott schon wertvoll; denn dann verbreitet sie ungemerkt das
wahre Licht um sich herum.
- Was auch immer von der geweihten Seele erwartet wird, immer
bekommt sie auch die innere Kraft und die Führung, um die Aufgabe
fruchtbar zu vollziehen. Angst oder Zweifel sollte es da nicht geben, weil
39
diese Gesinnungen auf einen Mangel an Glauben an die Liebe und
Macht Mariens hinweisen.
Die Ängste bzw. Gefühle der Unsicherheit, unter denen Sie leiden,
rühren hauptsächlich daher, dass unsere Welt so chaotisch ist und die
Finsternis sich auf zigtausend verschiedene Weisen kundtut. Von Ihnen
wird nun verlangt, dass Sie sich immer wieder vor Augen halten, dass
die Macht Mariens uneingeschränkt ist. Je mehr Sie sich Ihr hingeben,
desto vollkommener kann Sie Ihr Leben beherrschen. Sie werden
dadurch ein völlig neues Licht von Hoffnung und Ermutigung im Herzen
finden, eine Wärme wahrer Geborgenheit, und Sie werden begreifen, wie
sehr alles um Sie herum sich nur aus dem vergänglichen Schein
zusammensetzt, den der Böse zusammengebraut hat. Der Böse macht
die Welt so unsicher wie möglich, damit möglichst viele Seelen
beunruhigt werden und das Leben unmöglich zu werden scheint.
Ich möchte Ihnen betont ans Herz legen: Schenken Sie den weltlichen
Eindrücken möglichst wenig Aufmerksamkeit. Halten Sie sich immer
ferner von Nachrichten, Massenmedien, Tratsch von Menschen auf der
Straße, usw...; denn der Böse benutzt das alles, um die menschliche
Torheit zu verbreiten. „Menschliche Torheit“ ist all dasjenige, was von
Menschen gedacht, getan und gesprochen wird und nicht auf der
Göttlichen Weisheit und Wahrheit basiert und was somit zu
Schlussfolgerungen führt, die weder das Wirken Gottes noch den Wert
der Dinge für Gottes Heilsplan berücksichtigen. Die Äußerungen der
menschlichen Torheit werden nur zu diesem einzigen Zweck verbreitet:
Damit die Seelen verunsichert werden und nicht mehr berücksichtigen:
- dass das Licht Gottes immer das letzte Wort hat, und
- dass die Finsternis mit ihren eigenen Waffen geschlagen werden kann,
wenn die Seelen nur dazu kämen, alle ihre Prüfungen und physischen
und seelischen Qualen vertrauensvoll Maria zu weihen.
Der Verbreitung der „menschlichen Torheit“ ist es zuzuschreiben, dass
sich heutzutage sehr viele Seelen so fühlen, als wären sie in einem
Spinnengewebe gefangen. Maria kann dieses Gewebe lösen, so dass
Sie die wahre Freiheit genießen können, das Gefühl, dass Sie nicht
mehr gelebt werden, sondern leben.
Eine der größten Anforderungen, die das moderne Leben den Seelen
stellt, ist ohne jeden Zweifel, ohne Unterlass den Blick des Herzens auf
das Licht der Hoffnung gerichtet zu halten. Solange das nicht gelingt,
ertrinkt die Seele in den bedrohenden Wassern der weltlichen Eindrücke,
die das Herz dauernd umorientieren möchten, damit es nur an die Macht
der Finsternis glauben kann. Es gibt eine Macht, die unendlich viel
größer ist: diese des Kreuzes Jesu Christi und der Herrin aller Seelen,
die mit dem Kreuz innigst verbunden ist, weil Sie von Gott Selbst voll in
die Vollendung des Erlösungsmysteriums einbezogen worden ist und die
40
Macht und Aufgabe hat, in diesen Letzten Zeiten das
Erlösungsmysterium in den individuellen Seelen zu seiner vollen
Verwirklichung zu führen.
Ich danke herzlichst für die Lektüre aus Mutter Teresa, muss Sie aber
leider darauf hinweisen, dass mir die Herrin aller Seelen nicht erlaubt,
irgendwelche Lektüre vorzunehmen, es sei denn, Sie Selbst schreibt mir
im direkten Kontakt diese Lektüre vor. Ich zitiere Maria in der
diesbezüglichen Anordnung an Ihre Myriam: „Ich will dein Herz und
deinen Geist wie einen unbeschriebenen Papierbogen.“ Maria will, dass
ich mich allen Eindrücken außerhalb derjenigen, die unmittelbar von Ihr
ausgehen, möglichst fern halte. Was die weltlichen Eindrücke betrifft, tut
Sie dies, „damit mein Herz und Geist nicht verunreinigt werden“; was
Lektüre von spirituellen Texten betrifft, tut Sie es „damit ich alle meine
Kenntnisse von den Himmlischen Lehren und Mysterien ausschließlich
unmittelbar von Ihr erhalte, damit mein Herz und Geist nicht mit
Informationen gefüllt werden, welche den Empfang und die Weiterleitung
der Worte Mariens durch mich auf irgendwelche Weise beeinflussen
könnten“. In tiefem Gehorsam muss ich somit dankend ablehnen. Ich
hoffe, Sie nehmen es mir nicht übel.
Sehr gerne bete ich für Sie, damit Sie es sehr bald wagen, die Tür zur
prachtvollen Landschaft der totalen Marienweihe zu öffnen, damit die
Liebe und die Macht Mariens damit anfangen können, die Belastungen
der Welt von Ihrer Seele wegzuwaschen.
In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen, Ihre Myriam
83. Über die Wirkungen Satans gegen die Menschenseelen
Liebe Schwester in Jesus und Maria,
sehr gerne nutze ich die Gelegenheit Ihres Briefes, um unserer
Himmlischen Herrin zu dienen und Ihnen hoffentlich etwas
weiterzuhelfen.
Ich möchte deshalb näher auf die von Ihnen gestellten Fragen eingehen,
aufgrund der Erkenntnisse, welche uns die Gottesmutter in Ihrer Liebe
vermittelt:
Ich würde gerne wissen, wie Satan Einfluss auf uns Menschen nimmt
Das dürfte sich aus mehreren unserer Schriften ergeben, unter anderem
aus Sturmschrift Nr. 20. Wesentlich ist es, uns immer dessen bewusst zu
bleiben, dass sich die Strategie Satans völlig an unseren Schwächen
orientiert. Weil keine zwei Menschenseelen genau dieselben Schwächen
haben, geht Satan bei keinen zwei Seelen in genau derselben Weise
vor. Ich schildere Ihnen gerne das nachfolgende Bild, weil es mir vor
vielen Jahren von der Himmelkönigin Selbst gezeigt wurde:
41
Wenn man sich die Seele wie eine Burg vorstellt, dessen Mauern sich
aus den Tugenden zusammensetzen, so kann man sich die
Heerscharen des Bösen als nichtstoffliche Wesen vorstellen, die
unaufhörlich um diese Burg herumschleichen, an jedem Stein fummeln,
und sobald sie eine Schwäche, eine Undichtigkeit usw. vorfinden, gleich
eine Bresche zu schlagen versuchen. Dies tun sie ohne Unterlass und
auf allen Ebenen unseres Wesens zur gleichen Zeit. Der Böse ist wie ein
Virus: Es gibt eigentlich kein endgültiges Arzneimittel gegen ihn, man
kann nur das eigene Immunsystem stärken, damit man möglichst wenig
infiziert wird.
Wann ist eine Person dämonisch besessen und wann nicht?
Besessenheit ist ein Begriff, den man nicht in schwarz-weiß betrachten
sollte. Im Grunde genommen könnte man jede Menschenseele in
unterschiedlichem Maße als besessen betrachten, und zwar, wenn man
von Folgendem ausgeht:
Im weiten Sinne des Wortes könnte man eine Seele als “besessen”
betrachten, sobald sie es dem Bösen ermöglicht, sie zu manipulieren, sie
auf irgendwelche Weise zu beherrschen. Wenn Sie der Tatsache
Rechnung tragen:
- dass jede Seele täglich schon irgendwie von Gottes Gesetz der Liebe
abweicht;
- dass jede Abweichung von diesem Gesetz entweder eine Untugend
oder eine Sünde ist (ich definiere diese Begriffe gleich, damit alles richtig
verstanden wird) und
- dass das Erliegen einer jeden Untugend und einer jeden Sünde schon
ein Sieg Satans über die Seele in sich birgt,
ließe sich sagen, dass jede Seele irgendwie der Gewalt Satans unterliegt
und somit irgendwie von ihm in Besitz genommen wird. Nun muss gleich
darauf hingewiesen werden, dass es in diesem “Unterliegen” unendlich
viele Abstufungen gibt. Im engsten Sinne des Wortes lässt sich sagen,
dass eine Seele besessen ist, wenn sie den Wirkungen des Bösen in
sich in so hohem Grade erliegt, dass sie in allem zu seinem Sklaven wird
und seine Werke in allem durch ihr eigenes Verhalten, Handeln,
Sprechen, Denken, Fühlen und Verlangen fördert.
Maria gab mir die nachfolgenden Definitionen für Untugend und Sünde:
Untugend = jede Gesinnung oder Handlung, welche die Fruchtbarkeit
der Seele für Gottes Werke und für das Göttliche Heilsplan verringert.
Sünde = Eine Seele begeht eine Sünde, wenn sie einer Eingebung
nachgibt, aufgrund derer sie zu einer Abweichung von Gottes Gesetz
angeregt wird, sei es durch eine Handlung, sei es durch ein Wort, durch
ein Gefühl, durch einen Gedanken, durch einen Wunsch oder durch ein
42
Versäumnis. Dabei ist wichtig, dass, damit es sich um eine Sünde
handelt, die Seele der Versuchung freiwillig nachgeben muss, weil in ihr
die Hoffnung auf Befriedigung eines persönlichen Bedürfnisses geweckt
worden ist oder aber diese Eingebung ein solches Bedürfnis so stark
spüren lässt, dass dieses plötzlich eine alles beherrschende Macht über
die Seele gewinnt, so dass die Seele keine Ruhe mehr findet, ehe sie
der Versuchung nachgegeben hat.
Sie haben sich gefragt, ob sie in einem gewissen Abschnitt Ihres Lebens
besessen waren, weil sich Ihre Seele damals schrecklich schmutzig
anfühlte und sie gegen eins der Gebote gesündigt haben. Dazu möchte
ich sagen, dass sich der Mensch auch viel versündigen kann, ohne im
wahren Sinne des Wortes besessen zu sein. Auch wenn eine Seele
regelmäßig sündigt, kann sie trotzdem im Herzen immer noch den
Wunsch hegen, aus diesem “Zwinger” befreit zu werden; denn die
Verführbarkeit ist wie ein Gefängnis. Wenn die Seele wirklich besessen
ist, so werden ihre Gefühle, Gedanken und Wünsche so hochgradig vom
Bösen gelenkt und verzerrt, dass die Seele immer weniger dazu
imstande ist, sich innerlich auf das Licht Gottes einzustellen.
Ich könnte es so ausdrücken: Wenn die Seele sündigt, verbirgt sich über
ihr die Sonne des Göttlichen Lichtes hinter einer Wolke, aber die
Atmosphäre in der Seele bleibt (im wechselnden Maße) trotzdem jene
eines Tages. Wenn die Seele jedoch besessen ist, wird es einfach Nacht
in ihr: das Herz ist “umorientiert worden”. Solange sich die Seele
schmutzig anfühlt, hat sie noch das wahre Leben in sich; denn dieses
Gefühl ist ein Warnsignal des Gewissens. Das Gewissen ist wie ein
offener Abdruck des Göttlichen Gesetzbuches. Wenn dieses Buch in der
Seele geschlossen wird, kann man das Gewissen als tot bezeichnen und
stirbt mithin jede Empfindung der Sündhaftigkeit. Die Seele fühlt sich
schmutzig, weil das Gewissen sie daran erinnert, dass es an der Zeit ist,
ihr vergangenes Verhalten und bzw. oder ihre derzeitige innere
Verfassung in tiefster Besinnung an den Seiten des Göttlichen
Gesetzbuches zu spiegeln, das sie in sich trägt.
Kann Satan jedem von uns in jedem Augenblick etwas Schlechtes
einflüstern oder sind die Menschen, die mehr Licht in der Seele
aufweisen, davor besser geschützt?
Jede Seele steht einigermaßen vor Satan da wie der Soldat unter
Beschuss im offenen Feld. Das heißt: Keine Seele wird vollkommen vor
den Einflüssen Satans geschützt. Der Wesenskern der Seele wird
allerdings geschützt, solange es die Seele selbst will. Gott würde uns
keinen Dienst erweisen, wenn Er jegliche Versuchung von uns fernhalten
würde; denn (um nochmals das Bild des Krieges zu benutzen;
schließlich ist der Kampf Satans gegen die Seelen Gottes nichts anders
43
als ein spiritueller Krieg) die Versuchung ist wie eine Mine, die man
sprengen können muss, ohne selbst gesprengt zu werden.
Man sprengt sie, indem man sie überwindet und die Wirkung, welche sie
in der Seele und im Herzen hat spüren lassen, gleich an Maria weiht,
damit Sie das alles in Licht (lies: in Gnaden für die eigene Seele und für
die Menschheit als Ganze) umwandelt.
Man wird selbst gesprengt, indem man der Versuchung nachgibt und
sich versündigt. Um das Bild weiter durchzuziehen: Je nachdem es sich
um eine “leichte” oder eine “schwerere” Sünde handelt, wird man leichter
oder schwerer verletzt.
Gott lässt die Versuchungen zu, weil sie für die Seele wie getarntes Gold
sind. Sie geben der Seele zu leiden, beinhalten aber für sie wichtige
Lektionen in spiritueller Selbsterhaltung und Tugendhaftigkeit ebenso
wie Gelegenheiten, sich völlig in Gottes Plan einschalten zu lassen, der
es so vorgesehen hat, dass eine Seele, die sich gegen ein Wirken des
Bösen durchsetzt, sich selbst weiter heiligt und Gnaden für die ganze
Menschheit erzeugen hilft, so dass sich Gottes Heilsplan immer weiter
verwirklichen kann.
Jeder Sieg, den sich die Seele gegen Satan erringt, bringt sie auf eine
höhere Ebene der Heiligkeit. Den Heiligungsprozess der Seele kann
man sich nämlich als das Besteigen einer Treppe vorstellen, die sich aus
sehr vielen Stufen zusammensetzt. Jede Versuchung, der die Seele
erliegt, bringt sie um eine oder mehrere kleine Stufen tiefer; jeder Sieg
über die Versuchung bringt sie um einiges höher, usw. Je heiliger die
Seele wird, desto stärker wird sie gegen die Versuchungen, weil sich das
Göttliche Licht in ihr gleichsam dauernd vervielfacht und sozusagen eine
Mauer von Licht vor ihr stellt. Vollkommen immun gegen die Versuchung
aber kann keine Seele sein, die mit der Erbsünde geboren worden ist,
also keine einzige.
Maria wurde als Einzige ohne die Erbsünde empfangen und war
trotzdem auch nicht vor der Versuchung geschützt! Viele Seelen wissen
dies gar nicht. Maria hat mich in vielen Visionen aus Ihrem irdischen
Leben sehen lassen, wie gewaltig Sie von Satan angegriffen worden ist.
Ihre Macht über ihn war aber total. Ich habe mehrfach sehen dürfen, wie
Sie ihm zu Ihren Füßen auf die Knie befahl und er nicht anders konnte,
als Ihr zu gehorchen. Marias Macht über die Dämonen ist immer
vollkommen gewesen, weil Ihre Heiligkeit vollkommen war. Sie wollte
Sich nicht versündigen, weil Ihre Liebe zu Gott vollendet war.
Stimmt es, dass Gott für jedes Kind, das abgetrieben wird (auch durch
Verhütungsmittel), einen Dämon auf die Erde freilässt und die Welt
schon fast völlig verdunkelt ist von ihnen?
44
Aufgrund all desjenigen, was mich Maria bereits über die Göttlichen
Mysterien gelehrt hat, weiß ich, dass Gott nicht so rechnet, wie der
Mensch. Deshalb lässt sich nicht sagen, ob diese Aussage buchstäblich
zu nehmen ist. Was allerdings stimmt, ist, dass unzählige Dämonen frei
auf der Erde wirken. Die Erde ist in spiritueller Hinsicht sehr stark
verfinstert. Sie sollten sich das so vorstellen: Je mehr Seelen ein
möglichst heiliges Leben führen, desto mehr Licht verbreitet sich über
die Welt, weil alle diese Seelen eine Vervielfältigung des Lichtes in sich
möglich machen. Je mehr und je schwerer gesündigt wird, desto mehr
verschließt sich die Menschheit dem Licht und desto finsterer wird die
Welt.
Die Sünde könnte man wie einen Rauchschwaden betrachten. Täglich
werden von der Menschheit insgesamt Milliarden von Sünden begangen.
So bildet sich eine “finstere Wolkendecke”, die immer dicker wird, von
der sich aber bei jedem Sieg über eine Versuchung und bei jeder
praktischen Anwendung einer Tugend ein sehr kleiner Bruchteil auflöst.
Je dicker die Wolkendecke, desto schwerer wird es für Seelen, das
Göttliche Licht in sich aufzunehmen. Orientiert sich eine Seele vor allem
an weltlichen Einflüssen, so schiebt sie sich gleichsam völlig unter diese
Wolkendecke. Orientiert sich eine Seele voll und ganz an den Interessen
Gottes, so öffnet sich im Mittelpunkt der Seele sozusagen ein Kanal,
durch welchen sie das Licht in sich aufnehmen lernen kann, trotz der
Finsternis in ihrer Umgebung.
Außerdem muss ich darauf hinweisen, dass die (jährlich auf der ganzen
Welt millionenfache) Abtreibung tatsächlich außerordentlich viel
Finsternis auf die Menschheit herab bringt.
Was ist mit den Heiligen. Gott hat bei einigen zugelassen, dass Satan
sich ihrer bemächtigt, damit sie durch den Kampf des Leidens noch mehr
Schätze bei Gott erwerben. Heißt das also, dass nur, wenn Gott dies
möchte, ein Mensch besessen sein kann, oder wenn der Mensch z.B.
okkulte Praktiken anwendet, Dämonen sich seines Körpers bemächtigen
können?
Es stimmt, dass Gott Heilige dazu berufen kann, schwer mit dem Bösen
zu kämpfen, damit sie Gnaden der Befreiung für andere Seelen
erwirken. Alles hängt von der spezifischen Berufung einer Seele ab
ebenso wie von demjenigen, was zu jedem gegebenen Zeitpunkt für die
Verwirklichung von Gottes Heilsplan gerade notwendig ist, und von der
Frage, inwiefern die dazu berufene Seele den Kampf übersteht oder
nicht. Gott will nicht, dass Seelen einer Besessenheit anheim fallen, aber
wenn es Satan gelingt, eine Seele voll in den Griff zu bekommen, kann
es sein, dass Gott dies zulässt. Eine zeitweilige Besessenheit zum
Zweck der Abbüßung wird Gott grundsätzlich nur bei Seelen zulassen,
die im ausreichenden Maße seelisch gebildet sind, um diese Phase
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fruchtbar durchzustehen. Gott liefert keine einzige Seele ohne weiteres
der Schlangenhöhle aus.
Ich muss immer wieder betonen, wie wichtig es ist, dass sich die Seele
im Prozess eines seelischen Aufganges vollkommen Maria weihen
sollte, unter anderen wegen der Tatsache, dass die volle Herrschaft
Mariens in der Seele in der Letzteren die echte Besessenheit unmöglich
macht, es sei denn, Gott hätte dieses Opfer gerade von jener Seele
wirklich nötig oder aber die Seele liefert sich freiwillig der Finsternis aus
(im letzteren Falle sind Maria, und auch Gott Selbst, die Hände
gebunden). Halten wir uns immer vor Augen, dass eine Seele im vollen
spirituellen Wachstum von immer mehr Licht erfüllt wird und dass ein
immer stärker leuchtendes Licht die Finsternis aufweckt. Da kann die
Seele den Schutz Gottes sehr wohl gebrauchen. Sie muss aber selber
darum bitten.
Es stimmt auf jeden Fall, dass sich eine Seele, die sich okkulten
Praktiken übergibt, Satan ausliefert. Durch solche Praktiken betritt die
Seele freiwillig das Reich der Finsternis. Wenn man schon bei gutem
Willen schwer versucht wird, wie sehr denn rollt man durch okkulte
Praktiken Satan den roten Teppich zu.
Die Seele des Menschen kann jedoch nicht besessen sein, nur der
Körper, oder?
Besessenheit ist im Grunde genommen Besessenheit der Seele, weil der
Körper für Satan, genauso wie für Gott, keine ewige Bedeutung hat.
Allerdings bedient Satan sich durchwegs des Körpers des Menschen.
Besessene werden gewöhnlich von ihm dazu gezwungen, ihren Körper
als Werkzeug oder als Spiegel für seine eigenen Verfassungen
verwenden zu lassen und auch mit dem Körper den Werken Satans zu
dienen. Das kann unter anderem dadurch zum Ausdruck kommen, dass
ein Besessener auffällig obszöne Handlungen oder Körperhaltungen
sehen lässt, gotteslästerliche Worte spricht und vieles mehr. Satan geht
es immer darum, den Menschen als Tempel Gottes zu entwürdigen, und
zwar in einer solchen Weise, dass auch andere Seelen dies
wahrnehmen können. Vergessen wir nie, dass Satan die Werke Gottes
zerstören oder mindestens entwürdigen möchte, damit der verheißene
Sieg des Lichtes so lange wie möglich verzögert wird und damit
möglichst viele Seelen an der Allmacht Gottes zweifeln.
Darf ich dich fragen, ob Gott das bei dir auch zulässt?
Maria hat mich vor gut zwölf Jahren gerufen und hat mir nach und nach
immer mehr Aufträge erteilt. Viele dieser Aufträge muss ich im
Verborgenen erfüllen. Nur dies darf ich Ihnen diesbezüglich antworten:
Der Kampf gegen die Mächte der Finsternis gehört dazu, und zwar unter
einigen spezifischen Formen. Maria hat mir eine lange Reihe von
Visionen und Privatoffenbarungen über die Werke der Finsternis, das
46
Vorgehen Satans, die “Beziehungen” zwischen Ihr (Maria) als Führerin
im Kampf gegen die Finsternis und den Dämonen und die unvorstellbare
Macht Mariens über die Dämonen geschenkt. An manchen Tagen
verlangt Sie von mir in diesem Bereich die Absolvierung besonderer
Aufgaben. Die Herrin aller Seelen erlaubt es mir nicht, Näheres dazu
bekannt zu geben. Nur dies: Marias Macht über die Finsternis ist noch
unendlich viel zerschmetternder, als es sich die meisten Seelen
vorstellen könnten. Das schreibe ich zur Verherrlichung Gottes und als
Strahl der wahren Hoffnung für uns alle, die wir jetzt noch so schwer
unter dem von der Finsternis hervorgerufenen Elend leiden. Halten Sie
durch.
Was ist mit der Mutter, die üble Stimmen von der Nachbarin hört, die sie
eigentlich gar nicht hören könnte? Sind das Dämonen, die meine Mutter
quälen?
Es steht mir nicht zu, mich dazu zu äußern. Letztendlich ist die
Wirklichkeit einer solchen Wahrnehmung eine Sache zwischen Gott und
der betreffenden Seele. Kein Mensch hat das Recht, sich dazu zu
äußern; denn dadurch würde man den “privaten Verbindungsweg”
zwischen Gott und dieser Seele betreten ebenso wie die Werke, die Gott
in dieser Seele vollziehen möchte. Stellen Sie sich darüber keine
Fragen. Beten Sie zu Maria, Sie möge die Frau Mutter durch die
Vermittlung Ihrer Liebe und Ihrer Macht befreien helfen. So setzen Sie
einen Akt der Nächstenliebe, die bekanntlich viele Schlösser öffnen
kann.
In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen,
Ihre Myriam
84. Über das Myriam-van-Nazareth-Apostolat — über „Botschaften“
mit drohendem Charakter — über den materiellen Reichtum — über
die vielen Botschaften und Visionen weltweit
Lieber Bruder in Jesus und Maria,
Ich möchte es nicht unterlassen, Sie zu beruhigen. Seit über zwölf
Jahren begnadet unsere Himmlische Königin mich mit Ihrer
verzückenden Gegenwart. Um uns herum verbreiten sich immer mehr
drohende Botschaften. Manchmal frage ich Maria, wieso Sie mir
eigentlich nie Botschaften, Offenbarungen, Visionen usw. in Bezug auf
die Ereignisse schenkt, die sich angeblich in den Letzten Zeiten
vollziehen werden... Ihre Antwort lautet: „Du bist Apostel der Herrin aller
Seelen, Apostel der Macht Mariens, das Myriam-van-Nazareth-Apostolat
ist Mein Apostolat der Hoffnung, der Ermutigung und der Liebe“. Einst
sagte Sie mir privat: „Gott ist Liebe. Was würde es Ihm schon bringen,
Seelen und die Natur, die Werke Seiner Hände, zu zerstören oder gar
47
nur zu schädigen. Gott sehnt Sich nur danach, dass die Seelen die
einzige Wahrheit in sich aufnehmen und ihr zu folgen bereit sind.“
Deswegen lehrt Sie die Seelen die „Wissenschaft des Göttlichen
Lebens“; denn (wie Maria Selbst sagt) „Ich will in individuellen Seelen die
Erlösung verwirklichen und sie dadurch zur Heiligung führen, dass sie
erkennen, wozu sie wirklich leben, was Gott von den Seelen erwartet,
wie die Göttlichen Gesetze funktionieren und wie sie die höchste
Fruchtbarkeit für Gottes Reich verwirklichen können.“
Maria warnt mich seit Jahren vor „Botschaften“ mit drohendem
Charakter. Sie legt den Seelen ans Herz, zu den Wurzeln der
christlichen Lehre zurückzukehren, aber eine Radikalität zu erzwingen,
ist nutzlos, weil nur dasjenige, was die Seele im Herzen empfindet und
freiwillig zu verwirklichen versucht, für Gottes Heilsplan Früchte
einbringt. Wenn Jesus zum reichen Jüngling sagte, er solle alle seine
Reichtümer veräußern und erst dann wiederkommen, um Ihm zu folgen,
tat Er das aus folgendem Beweggrund heraus: Jesus ergründete das
Herz und die Seele des Jünglings und Er sah, dass dieser sein Leben
lang im Herzen an seinen Gütern würde orientiert bleiben. Ein reicher
Mensch braucht für Gott nicht unbedingt seine Reichtümer zu verkaufen.
Wenn die Seele ein Leben in Vergeistigung zu führen vermag (also nicht
materialistisch eingestellt ist) und seine Reichtümer für gute Zwecke
gebraucht, kann sie durchaus trotz vieler Besitztümer in das Paradies
hineingehen. Wieso denn, sagte Jesus, dass es für das Kamel leichter
wäre, durch das Auge einer Nadel zu gehen, als für den reichen Mann,
in das Himmelreich zu kommen? Weil es den meisten reichen Menschen
nicht gelingt, sich im Herzen von ihrem Reichtum zu trennen, das heißt:
Gott über ihrem Besitz zu stellen.
Die Herrin aller Seelen sagt, Reichtum ist nicht an sich schlecht. Es
kommt nur darauf an, was man mit Reichtum tut, und wie er die Seele
beeinflusst. Nicht der Reichtum an sich verdammt die Seele, sondern die
Gesinnung des Herzens im Kontakt mit dem Reichtum, weil Reichtum in
den Händen des großen Verführers eine gewaltige Waffe ist. Sie wissen:
die Macht Satans ist genauso groß wie die Schwäche der von ihm
angegriffenen Seele. Hat die Seele ihren materiellen Reichtum „seelisch“
im Griff, dann gibt es kein einziges Problem. Reichtum wird von der
Himmlischen Herrin als ein bestimmtes Gepäck von Seiten der
Göttlichen Vorsehung bezeichnet, genauso wie Armut ein bestimmtes
Gepäck der Göttlichen Vorsehung ist. Gott schickt eine Seele in die Welt,
in eine bestimmten Umgebung , mit bestimmten Lebensverhältnissen,
bestimmten Familienverhältnissen, bestimmten körperlichen Merkmalen
usw. Dann schaut Er zu: Was macht diese Seele mit all dem? Wie bringt
sie das alles zum größten Nutzen? Wenn der Reiche seine Reichtümer
so sehr zu relativieren weiß, dass sie für ihn nicht zum Abgott werden,
sondern er sich ganz der seelischen Berufung widmet, die er tief in sich
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verspürt, wird er reifer für das Paradies sein, als der Arme, der wegen
seiner Armut Gott verflucht und sündigt ohne Ende.
Lieber Bruder, es ist mir nicht erlaubt, über Offenbarungen, Botschaften,
Visionen u. ä. individuelle Aussagen zu machen. Nur dieses will ich
Ihnen unbedingt anvertrauen: Es gibt eine Unmenge von Botschaften,
Visionen usw., denen man deswegen nicht glauben sollte, weil sie von
der Finsternis in der Absicht eingegeben worden sind, die Seelen in
Unruhe zu versetzen und das ohnehin schon gewaltige Chaos in der
Welt auf die Spitze zu treiben. Das sage ich nicht aus mir heraus,
sondern das sind Worte, mit denen mich Maria vor vielen Jahren von
allem weggeleitet hat, was Sie nicht persönlich zu mir sagt. Der rote
Faden ist dieser:
1. Satan hat Gott den Kampf angesagt.
2. Gott hat dies mit dem erlösenden Kreuzestod Jesu beantwortet.
3. Gott hat Maria für die Letzten Zeiten zur Führerin im Kampf gegen die
Finsternis erhoben.
4. Die Seele muss das Erlösungswerk Christi in sich selbst individuell
verwirklichen.
5. Dazu schickt Gott Maria zu den Seelen als die Herrin aller Seelen, mit
dem Auftrag, die Seelen zur Heiligung zu führen, indem Sie:
- die Seelen zur vollkommenen Weihe an Sich einlädt;
- die Seelen die „Wissenschaft des Göttlichen Lebens“ lehrt, damit sie
Erkenntnis von Sinn und Zweck der ursprünglichen Lehre Christi und von
den Gesetzen und Mysterien Gottes erhalten.
Gott will möglichst viele Seelen bei Sich im Paradies haben; denn
gerade darin liegt die Krönung Seiner Werke. Da das Göttliche Gesetz
es so vorgesehen hat, dass die Seelen an die Erlösung glauben und die
Heiligung in sich verwirklichen müssen, um den Eintritt in das Paradies
zu bekommen, versucht Gott, alle Seelen zu Maria zu führen, der
goldenen Brücke über die tosenden Wassern des irdischen Lebens zum
Ufer der Vervollkommnung. Seelen und die Natur zu vernichten, würde
bedeuten, dass Gott (die vollendete Liebe) die Werke Seiner Liebe
zerstören würde und dass Er sich Satan gegenüber geschlagen geben
würde; denn die Zerstörung von Seelen und der Natur von Seiten Gottes
hieße, dass Gott Selber die Werke Satans krönt. Wer könnte denn darin
eine Himmlische Logik wiederfinden, angesichts dessen, was wir vom
Heilsplan Gottes wissen? Ein Gott der Liebe, Quelle aller Liebe, der
Vernichtung und Finsternis säen sollte...?
Maria sagte mir immer schon: Misstraue jeder „Botschaft“, in welcher die
Werke der Finsternis verherrlicht werden. Satan reißt ab und hinterlässt
Ruinen. Gott und Maria reißen ab, wenn es unbedingt notwendig ist,
49
aber erbauen dann gleich etwas Neues, das noch viel wertvoller ist. So
auch mit Botschaften: Reißen sie nur ab, so stammen sie nicht aus der
Quelle der Ewigen Liebe und der Ewigen Hoffnung. Liebe und Hoffnung
sind die Morgendämmerung nach der Nacht, die Sonnenstrahlen nach
dem Sturm. Gott und Maria lassen der Seele immer neue Hoffnung,
keine Atmosphäre von Götterdämmerung.
Es freut mich immer wieder maßlos, dieses verzückende Licht aus dem
Herzen der Himmelkönigin an Seelen weiterleiten zu dürfen. Verlassen
Sie sich voll und ganz auf Maria, die Herrin aller Seelen, und Sie werden
noch in diesem Leben auf Erden erfahren, dass das Licht der wahren
Hoffnung ein Licht ist, dass keine Schatten wirft, weil es übermächtig und
überall zugegen ist, so wie alles, was von Gott ausgeht.
In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen,
Ihre Myriam
85. Über die Liebe
Liebe Schwester in Jesus und Maria,
Ihr Brief hat mich tief berührt, und zwar dadurch, dass Sie ihn so
offenherzig geschrieben haben. Das ist wichtig, weil ich jeden Brief, den
mir eine Seele zukommen lässt, nicht aus irgendwelcher
psychologischer Sicht zu analysieren versuche, sondern ich mich
erstens tiefstens in dem Herzen unserer Himmlischen Herrin versinken
lasse und zweitens mit der Genehmigung der Himmelskönigin die Seele
des Verfassers sich vor mir entfalten lasse. Das ist eine der wichtigsten
Gnaden, die mir Maria einst geschenkt hat: die Erkenntnis von Seelen
und ihre tieferen Gesinnungen, Beweggründe, Zielsetzungen usw. So
wirkt die Herrin aller Seelen durch mich, nichtige Dienerin. Dadurch,
dass Sie so offenherzig schreiben, werde ich in die Lage versetzt, Ihnen
die Bedeutung der Empfindungen in der Tiefe Ihrer Seele besser
begreifen zu helfen.
Sie haben sich in die Lehrerin verliebt. Die Liebe ist eine außerordentlich
komplexe Empfindung. Wie könnte das anders sein, wo doch die Liebe
die Essenz des wahren Lebens der Seele und die Essenz des Wesens
von Gott Selber ist? Mich hat die Himmelskönigin durch langjährige
Reihen von mystischen Erfahrungen gerade in den tiefsten
Wesenszügen der Liebe ausgebildet. Unbeschreibliche Empfindungen
hat mein Herz kennen gelernt, alle in Bezug auf Maria, auf das Wesen
Gottes, auf die Göttlichen Mysterien, auf die tiefsten Wesenszüge der
Geschöpfe (Menschenseelen, Tiere, Blumen...).
Ich habe die Liebe kennen gelernt als ein Phänomen, das ich mit einer
Rose vergleichen möchte: Bei jeder neuen Empfindung, jeder neuen
50
Erfahrung von Liebe, entfaltet sich ein Blütenblatt, und so immer weiter.
Es ist, als ob jede Erfahrung im Herzen gespeichert wird und bei jeder
weiteren Erfahrung neu angefacht und verstärkt wird, während sich die
Rose im Herzen um ein neues Blütenblatt weiter entfaltet. Jedes Mal,
wenn es die Herrin will, lodert die Verzückung so immens auf, dass es
das Herz kaum aushält und der Seele den Eindruck vermittelt wird, diese
Himmlische Rose wäre an sich eine Unendlichkeit von sich zum Teil
überlagernden Schichten (Blütenblättchen), die, je nachdem sich ihre
Anzahl vermehrt, die Seele tiefer in den Mittelpunkt des größten
Geheimnisses vordringen lässt, dass Gottes Wesen in Sich birgt.
Liebe Schwester, ich schildere Ihnen dieses Bild, weil ich versuchen
möchte, Ihnen mehr Klarheit darüber zu verschaffen, was eigentlich in
Ihnen vorgeht. “Verliebtheit” ist im Grunde genommen eher “Ichbezogen”. Die Seele spürt etwas in dem Mitmenschen, das in ihr
besondere Gefühle wachruft, die aber irgendwie daran orientiert sind, in
sich eine “Lücke” befriedigt zu bekommen. Einen Schritt weiter geht die
wahre Liebe, die zwar ebenfalls eine Befriedigung sucht, aber der
wesentliche Unterschied ist dieser:
- Die von der wahren Liebe angestrebte Befriedigung liegt vielmehr auf
der seelischen Ebene, in diesem Sinne, dass die Seele (unbewusst, im
tiefsten Wesenskern) weiß, dass die wahre Liebe Trägerin des wahren
Lebens ist. Sie wissen, dass das “wahre Leben” das Göttliche Leben ist,
indem sich die Empfindungen und das Bewusstsein der Seele immer
tiefer in den Sphären der Göttlichen Beseelung, der Göttlichen
Eingebungen, der Verschmelzung mit dem Willen Gottes, versinken
lässt.
- Und die wahre Liebe sucht, gerade wegen ihrer Verbundenheit mit dem
Göttlichen Leben, an erster Stelle das Wohl des geliebten Wesens und
dessen Zufriedenheit oder Befriedigung. Aus diesem Grunde geht die
wahre Liebe immer mit einer großen Aufopferungsbereitschaft einher.
Ein kleines Beispiel: In Jesus und Maria “verliebt” man sich nicht einfach
und man sucht in Ihnen nicht lediglich nach demjenigen, was man selber
braucht, sondern man will Ihnen um alles in der Welt dienen, für Sie das
eigene Leben geben. Daher: Vollkommene Weihe an Maria ist nur dann
voll und ganz fruchtbar, wenn sie auf der Grundlage einer
uneingeschränkten Selbsthingabe basiert. Die totale Weihe an Maria,
wenn sie im Alltag tief gelebt wird, gehört zu den allerhöchsten Formen
der wahren Liebe, weil sie immer mit selbstloser Hingabe verbunden ist
und sich selbst und die eigenen Bedürfnisse hochgradig unberücksichtigt
lässt.
Vielleicht könnte ich es so ausdrücken: Bei Verliebtheit wundert sich die
Seele über die Schönheit der Himmlischen Rose, deren Bild sie in sich
wahrnimmt, sie umwirbt diese und gerät auch von ihr in Verzückung,
51
aber im Grunde genommen verspürt sie nicht die Neigung oder das
Bedürfnis, daran zu arbeiten, dass die Rose sich weiter entfaltet. Die
wahre Liebe dahingegen, will um jeden Preis in den Wesenskern der
Rose vorzudringen versuchen und wirkt dabei mit, dass sie sich völlig
und ganz entfalten kann.
Liebe Schwester, die Verliebtheit ist trotzdem nicht unbedingt als
“egoistisch” zu verstehen. Gott hat diese Empfindung in der Absicht
vorgesehen, dass die Seele die Verliebtheit leicht dazu benutzen kann,
die so komplexe Empfindung der Liebe (die für die Seele vollkommen
unentbehrlich ist; denn Liebe ist der Kraftstoff des Göttlichen Lebens) in
sich reifen und entwickeln zu lassen. Sie empfinden zurzeit die beiden
Äußersten der Gefühlsskala: sowohl das brennende Herz als auch den
herzzerreißenden Schmerz. Sie können diesen Gefühlen dadurch einen
besonderen Sinn verleihen, dass Sie die Herrin aller Seelen, die
Himmlische Mutter, darum anflehen, Sie möge diese Gefühle derart
steuern und lenken, dass diese in Ihrem Herzen die wahre Rose
entfalten helfen.
Sehr wichtig ist die Tatsache, dass Sie — wie Sie selbst schreiben —
wissen, dass die Verliebtheit als Endpunkt nichts bringt. Maria Selbst lädt
Sie dazu ein, alle Ihre Gefühle an Ihr (der Mutter und Herrin) zu
orientieren. Das heißt nicht, dass Sie sich der Lehrerin gegenüber
“anders” zu verhalten hätten; denn in jenem Falle würden Sie plötzlich
einem Mangel an Spontaneität zum Opfer fallen, wodurch Ihre
Gefühlserfahrungen nicht länger auf einer Realität, sondern auf einer
Illusion basieren würden. Dies wäre der “Heilung” nicht zuträglich. Auch
der “Entzug” (der Versuch, die Lehrerin möglichst viel aus dem Wege zu
gehen) wäre nicht die beste Lösung; denn dadurch würden Sie eine von
Gottes Vorsehung gegebene Chance unbenutzt abstoßen. Sie dürfen nie
aus den Augen verlieren, dass alles, was sich auf unserem Lebensweg
ereignet, aus einem ganz bestimmten Grund auf uns zukommt. Wir
müssen mit allem etwas tun, und zwar zum Heil unserer seelischen
Entwicklung. Ich versuche, mich jetzt möglichst klar auszudrücken:
An Ihrer Lehrerin gefällt Ihnen so besonders ihre Ausstrahlung, ihre
Wärme, ihr Lächeln, ihre Stimme, ihre Zartheit und... ihre
Autoritätsposition. Bedenken Sie: Das alles wird auch, und in
vollendetem Maße, in Maria, der Himmlischen Herrin, verkörpert. Sie
finden in der Lehrerin den Ausdruck der unkomplizierten Liebe, weil Sie
diese in Ihrer Lebenswelt so sehr vermissen. Maria aber ist die Königin
der wahren Liebe. Zurzeit hat die Lehrerin tatsächlich eine
uneingeschränkte Macht über Sie. Diese Macht hat die Himmlische
Herrin auch, und Sie übt diese uneingeschränkte Macht durch die
vollendete Himmlische Liebe aus.
52
Liebe Schwester, ich darf die derzeitigen Wogen Ihres Herzens
nachempfinden, und mir ist die Erkenntnis von den Gründen derselben
gewährt worden. Ich verbinde diese mit den Wünschen, welche die
allerheiligste Maria Ihnen gegenüber hegt, und kann Ihnen deswegen
anvertrauen, dass Sie Ihre derzeitigen Empfindungen als eine
Traumbrücke zum Herzen Mariens benutzen könnten, wenn Sie ab
heute inständig zu Ihr beten um Kraft, um Führung, um Lenkung.
Ich rede aus eigener (mystischer) Erfahrung, wenn ich sage, dass Maria
tatsächlich die übermächtige Herrin des Herzens wird, sobald man sich
Ihr völlig hingibt und sich voll von Ihr führen und beherrschen lässt. Sie
richtet dann sämtliche inneren Empfindungen und Gemütsbewegungen
so aus, dass diese Ihr vollkommen dienen und die Seele von Tag zu Tag
fruchtbarer machen. Wenn Sie Maria inständig darum bitten, wird Sie
Ihnen dabei helfen, die derzeitige Verliebtheit in Ihrem Herzen so zur
Entfaltung zu bringen, dass sich diese allmählich in ein “Sprungbrett” zur
wahren Liebe umwandeln wird. Die Gefühle der schlichten Geborgenheit
werden sich in eine Fähigkeit verwandeln, selber wahre Liebe zu geben,
und zwar in so fruchtbarer Weise, dass die Seele richtig neu aufgebaut
wird.
Die Entwicklung, die Sie dann durchmachen werden, wird jene sein, die
menschliche Anhänglichkeit allmählich in Himmlische Beseelung
umwandeln wird. All dasjenige, was Sie empfinden, wird auf eine höhere
Ebene gehoben werden, auf eine Ebene, wo die seelischen Früchte
reifer werden und deshalb auch der innere Herzensfriede und die innere
Ruhe viel fester Wurzeln schlagen können. Die inneren Stürme
verwandeln sich dadurch in eine wachsende innere Ausgewogenheit.
Sehen Sie den Unterschied?
- Bei Verliebtheit ist die innere Einstellung unfest, bei wahrer Liebe
werden ihr Richtung und Ziel vermittelt.
- Aus diesem Grunde kann Verliebtheit sehr unproduktiv sein, während
wahre Liebe Gottes Plänen dienlich ist.
- Verliebtheit kann produktiv werden, sobald man sie an Maria weiht,
damit Sie ihr Richtung und Ausfüllung gibt.
- In der Verliebtheit schwebt das Herz gleichsam unbestimmt herum,
während in der wahren Liebe das Herz fest auf die Nöte von Gottes
Gesetz ausgerichtet ist; denn die wahre Liebe ist immer uneigennützig
und findet ihre tiefste Befriedigung in der Selbstaufopferung.
Meine liebe Schwester, Ihre derzeitigen Empfindungen sind nicht
unbedingt ein Kreuz und brauchen schon gar nicht so etwas wie eine
lebenslängliche Bürde zu werden. Genauso wie bei all demjenigen, was
die Seele quält, gibt es eine Möglichkeit, diese Qual in Segen zu
verwandeln. Alles, was schmerzt, kann zu einer Wiedergeburt führen.
53
Dazu ist nur eins notwendig: dass man die goldene Brücke über den See
des Schmerzes benutzt, die Brücke, die zum Ufer der wahren Freiheit,
der seelischen Wiedergeburt führt. Diese goldene Brücke ist die
Himmlische Herrin, Maria. Sie ist die Autoritätsperson, in die sich jede
Seele verlieben sollte, weil Sie die Seele durch das Tor des Paradieses
führen kann. Maria wird Sie tief in Ihrem Herzen lehren, wie Sie jegliches
Gefühl gegenüber der Lehrerin zu Maria hin umbiegen können, während
Sie so wie früher mit der Lehrerin umgehen. Sehr wichtig ist, dass Sie
sich Ihren Gefühlen nicht aktiv widersetzen, sondern dass sie diese
Maria zu Füßen legen. Versuchen Sie es mal folgendermaßen:
- Bei jeder Aufwallung eines Gefühls von “Flattern”, von
“Schmetterlingen”, sagen Sie zu Maria: “O meine Himmlische Herrin, ich
liebe Dich so sehr.”
- Bei jedem Schmerz, weil Ihnen die Gegenwart der Lehrerin fehlt, sagen
Sie zu Maria: “O meine Himmlische Herrin, Du fehlst mir so”, usw.
Bei all dem versuchen Sie, sich die Himmelskönigin visuell vorzustellen.
In dem Maße, wie Sie sich danach sehnen, alle Ihre Gefühle auf die
Königin der Herzen zu projizieren, wird Maria in Ihnen die Umgestaltung
vollziehen, die Sie in den Stand versetzen wird, die derzeitigen
Empfindungen völlig fruchtbar zu machen. Es ist schon möglich, dass
der “große Versucher” Sie in letzter Zeit hat ablenken wollen, aber der
Herrin aller Seelen gegenüber ist er völlig machtlos. Sie können ihn
dadurch mit seinen eigenen Waffen schlagen, dass Sie sich jetzt
inständiger als je zuvor Maria hingeben.
Sie sagen es: Maria und Gott sollten Ihnen genügen. Nur Sie können
Ihnen die Fülle der wahren Liebe in das Herz gießen. Seien Sie jedoch
nicht zu streng mit sich selbst; denn es liegt hier kein bewusster Fehler
Ihrerseits vor. Sie sind mit einer Gefühlslage konfrontiert worden, mit
denen Sie noch nicht auf eine Art und Weise umzugehen vermochten,
die Früchte für Gott einbringen kann. Das wird sich ab heute ändern,
wenn Sie sich voll für die Himmelskönigin entscheiden. Weihen Sie Ihr
alles, jede Einzelheit Ihres Alltags. Schämen Sie sich durchaus nicht,
ständig in sich mit Maria zu sprechen, so als täten Sie alles nach
Rücksprache mit Ihr. Das wird Ihnen helfen, Ihr Leben vollkommen von
Maria gestalten und ausfüllen zu lassen. Sie werden übrigens eine Liebe
spüren lernen, wie Sie nie zuvor eine erfahren haben. Sie werden die
wahre Liebe kennen lernen, die vom inständigen Verlangen geprägt
wird, zunächst zu geben.
Maria wird Sie Schritt für Schritt lehren, dass Sie die Macht hat, Ihnen
alles hundert- und tausendfach zurückzugeben. Alles, was Sie Maria
geben, veredelt Sie mit Ihrer vollendeten Liebe und gibt es dann zurück.
Die sich daraus ergebende Erfahrung ist jene einer Wiedergeburt. Die
wahre Liebe macht aus dem Menschen eine neue Seele: Das Schwache
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wird durch das Liebesfeuer verbrannt und die echten Begabungen für
das Heil der Seele werden aufgedeckt, in den Flammen geläutert und in
Licht für sich selbst, für die Umgebung und für Gott verwandelt. Ich
wünsche Ihnen diese wundervolle Offenbarung von ganzem Herzen.
Auf Ihre Frage in Bezug auf die Kopfbedeckung während der Heiligen
Messe werde ich später, nach Gebet zu diesem Thema, zurückkommen.
Ich melde mich diesbezüglich gerne in einem weiteren Brief.
Ich flehe gerne für Sie zu unserer Himmlischen Herrin, damit Sie an
Ihnen das Wunder der Wiedergeburt aus der Liebe und für die Liebe
vollzieht. Nützen Sie die Entwicklung Ihres inneren Lebens so, dass es
bald zu Diensten von etwas viel Höherem Verwendung finden kann. Nur
dazu sind wir alle erschaffen worden. Möge Maria Sie auf diesem Weg
innigst begleiten und erfüllen.
In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen,
Ihre Myriam
86. Über die Kopfbedeckung bei Frauen während der Heiligen
Messe
Liebe Schwester in Jesus und Maria,
gestern Abend erhielt ich im Gebet zu der Herrin aller Seelen die
Erkenntnis zur Beantwortung Ihrer Frage in Bezug auf die
Kopfbedeckung während der Heiligen Messe.
Zur Kopfbedeckung bei Frauen scheint es in unserer römischkatholischen Kirche nicht wirklich eine eindeutige Regel zu geben. Mir ist
bekannt, dass die Kopfbedeckung im Süden häufiger angewendet wird
und dass Priester in manchen Gegenden sie betont bevorzugen. Von
den diesbezüglichen Gewohnheiten in Deutschland, Österreich oder der
Schweiz ist mir nichts Genaues bekannt. In meiner Heimat (Flandern,
dem niederländisch-sprachigen Teil Belgiens) ist die Kopfbedeckung in
der Kirche bei Damen nicht sehr üblich. Ich bin deswegen davon
ausgegangen, dass nur unsere Himmlische Königin Selbst mir eine
Antwort geben könne. Das hat Sie in all Ihrer Liebe getan. Weil Maria mir
die Antwort — wie Sie das öfters zu tun pflegt — nicht in Worten,
sondern in Bildern mit Kenntnisübertragung gegeben hat, muss ich diese
dem Sinne nach wiedergeben. Sie lautet wie folgt:
Für die Frau in unserer Gesellschaft sind die Haare bzw. die Haartracht
im Durchschnitt wichtiger als für den Mann. Wenn die Frau in der Kirche
eine Kopfbedeckung trägt, welche die Haare verbirgt, setzt sie dadurch
Gott gegenüber einen Akt des Verzichtes auf etwas, was ihr
normalerweise wichtig ist, nämlich auf die Aufmerksamkeit, die ihr der
Mitmensch möglicherweise entgegenbringen wird, weil die Haare zu den
55
auffälligsten Aspekten ihrer physischen Erscheinung gehören. Indem sie
darauf verzichtet, bekennt sie sich öffentlich zu Gott als dem Mittelpunkt
ihrer Interessen. Dies gilt umso mehr, wenn es sich um eine Frau
handelt, deren Haare lang sind.
Die Herrin aller Seelen bezeichnet deswegen die Kopfbedeckung von
Seiten der Frau in der Kirche als einen Akt des Verzichtes oder der
Entsagung. Der Himmelskönigin gefällt es durchaus, wenn sich die Frau
in der Kirche die Haare bedeckt. Das Wichtigste ist für Sie jedenfalls,
dass die Gesinnung des Verzichtes bzw. der Entsagung fest im Herzen
lebt. Wenn sich die Frau in der Kirche die Haare nur als inhaltlose
Handlung bedeckt, hat dies in Gottes Augen keinen besonderen Wert.
Der Wille, sich für Gott zu entscheiden und auf jegliche Befriedigung
eines etwaigen Bedürfnisses an menschlicher Aufmerksamkeit oder
Bewunderung oder an der Aufrechterhaltung ihres “Selbstbildes” zu
verzichten, muss aufrichtig vorherrschen.
Immer gerne bereit!
In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen, Ihre Myriam
56
87. Über die Kirche — über die Belebung der Kirche durch die von
Maria gewünschte „Lichtkette“ — ein Aufruf zur Unterstützung
unserer Seelenhirten
Liebe Schwester in Jesus und Maria,
den Seelen ist inzwischen bekannt, dass ich mich seitens der
Gottesmutter weder zu kirchlichen Thesen und Standpunkten noch zum
Verhalten geweihter Mitglieder der Kirche Christi öffentlich äußern darf.
Ich möchte dies auch schon deswegen nicht tun, weil es keiner Seele
zusteht, eine andere Seele zu richten. Die Schwächen der menschlichen
Seele auf Erden sind eine Folge der Erbsünde, die das Fundament des
seelischen Lebens untergraben hat. Allein ist jede Seele wie das Opfer
eines Sumpfes: Sie kann kaum aus eigener Kraft jegliche Verführbarkeit
in sich vollkommen lähmen. Sie kann sich aus den saugenden Kräften
des Schlammes nur mit Hilfe außerhalb ihrer Selbst befreien.
Wie es für jedes der vielen Geschenke Gottes gilt, trifft auch auf jenes
der Überwindung der physischen Verführbarkeit der Menschenseele zu,
dass diese Gnade „erschlossen“ werden muss. Die Erschließung einer
Gnade ist immer die Frucht der Begegnung zwischen dem Willen Gottes
und dem Willen der Seele. Die „Vermählung“ zwischen dem Willen
Gottes und dem Willen der Menschenseele wird gleichsam von einer
Kraft besiegelt, die uns als die Nächstenliebe bekannt ist. Deswegen gilt,
dass zum Beispiel das Vorhaben einer Seele, sich ganz und gar in Gott
zu verlieren und Seine Gesetze genauestens einzuhalten, erst recht
fruchtbar wird, wenn eine andere Seele die Liebe aufbringt, dieses
Vorhaben dadurch zu fördern, dass sie zusätzlich Gott um die
Freisetzung der erbetenen Gnade anfleht.
Da sich die Kirche Christi weltweit aus vielen geweihten Mitgliedern
zusammensetzt, die sich selbstverständlich alle, genauso wie sämtliche
Menschenseelen
überhaupt,
mit
ihrer
physischen
Natur
auseinandersetzen müssen, ruft die Herrin aller Seelen hier und jetzt
möglichst viele Seelen dazu auf, sich die Hände zu reichen in einem
Kampf gegen den Feind, dessen Absichten nichts weniger sind als jene,
die Kirche Christi, das Denkmal der Vollendung unseres Gottes, Seiner
Liebe und Seiner Wahrheit, und das Mahnmal für die kommende
endgültige Lähmung sämtlicher Werke der Finsternis, in ihrer Grundlage
zu zerstören.
Die Kirche Christi basiert auf der vollendeten Heiligkeit Christi, des
Göttlichen Beispieles der vollkommenen Vergeistigung. Nur in ihrem
anfangs beabsichtigten Zustand der Vergeistigung kann die Seele das
Höchstmaß ihrer Fruchtbarkeit für den Heilsplan Gottes verwirklichen.
Maria ruft deswegen die Seelen dazu auf, sich mit Ihr, der Mutter der
Kirche, in einem inbrünstigen Kampf zu vereinen für die gemeinsame
Überwindung der größten Barriere auf dem Wege zur vollen seelischen
57
Fruchtbarkeit: jener der physischen Natur mit ihren Bedürfnissen, welche
die Seelen daran hindern können, die Fülle des Lichtes in sich blühen zu
lassen und um sich herum zu verbreiten.
Jesus hat die Kirche als eine Institution der Vergeistigung beabsichtigt,
weil das Göttliche Leben nur dort in der Fülle blüht, wo die Göttliche
Lebenskraft, die der Seele durch die Gnaden, die Werke der Göttlichen
Vorsehung und die Sakramente zufließt, im möglichst hohen Maße auf
der Ebene der höheren seelischen Lebensvorgänge benutzt wird. Maria
hat Sich dazu bereits in manchen unserer Schriften geäußert. Die sich
hinter diesem System verbergende Göttliche Weisheit ist der Grund
schlechthin, wieso die Kirche bis in ihren Wurzeln den ursprünglichen
Vorschriften und dem ursprünglichen Vorbild Jesu Christi folgen muss.
Es handelt sich da um eine so riesige Gnade, dass es durchaus nicht
selbstverständlich ist, dass sich die Menschenseele diese voll zu Nutzen
machen kann. Die Kirche Christi braucht dazu eine Belebung
ohnegleichen der von Maria gewünschten Lichtkette.
An uns als Laien richtet sich jetzt das Verlangen Gottes, unsere Hirte voll
zu unterstützen, mit Gebet, aber auch mit tatsächlichen Aufopferungen;
denn die Macht der vorerwähnten Barriere kann nur dadurch gebrochen
werden, dass wir in der Allmacht der aufrichtigen Nächstenliebe und im
festen Willen zum Sieg des Lichtes Christi die Kirche durch Opfer, die
uns auch physisch etwas kosten, neu aufbauen helfen. Die Kranken
unter uns mögen zum Beispiel ihre Leiden für die Stärkung unserer
Hirten in ihrem Kampf für das Licht und gegen die Finsternis aufopfern.
Stellen wir uns jetzt wie eine Mauer hinter unsere Hirten; denn je
kräftiger sie den Angriffen des Bösen widerstehen können, desto
fruchtbarer werden ihre Werke sein. Sie wissen, dass die Herrin aller
Seelen früher darauf hingewiesen hat, dass die Gnaden, die wegen
Abweichungen in der Kirche nicht oder ungenügend erwirkt werden, von
der Göttlichen Barmherzigkeit ergänzt werden müssen. Je mehr wir
unsere Hirten in den Angriffen des Alltags tragen helfen, desto
gnadenreicher kann ihr Dienstwerk zugunsten der Kirche werden und
desto mehr Gnaden kann der barmherzige Gott unmittelbar für die
Gründung Seines Reiches auf Erden freisetzen. Die Zerschmetterung
des Kopfes der höllischen Schlange ist unser aller Verantwortung.
Richten wir also niemanden, lieben wir jedoch alle; denn nur durch die
Liebe und die Solidarität kann dieser Sieg errungen werden. Mehr denn
je ist jetzt die Stunde angebrochen, um zu vereinen, nicht zu teilen.
Ich bringe Ihr Anliegen gerne vor Maria, die Herrin aller Seelen und
Mutter der Kirche. So großer Liebe kann Sie nicht widerstehen. Bitte
beten Sie, damit die Herrin mir die Gnade erwirkt, worum Sie in Ihrem
Brief bitten.
In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen,
58
Ihre Myriam
88. Empfehlung von Myriam-Schriften zur Vorbereitung auf die
Beichte — über die Möglichkeit, durch das eigenen Vorbild auf
Maria aufmerksam zu machen — über die Namen Jesus und Maria
als Vornamen
Liebe Schwester in Jesus und Maria,
gerne nehme ich jetzt Ihre weiteren Fragen auf; denn die Beantwortung
eines jeden Briefes erfolgt immer zu Gottes Zeit.
Ich wollte dich darum bitten, ob du auf deiner Homepage nicht eine Liste
aller zehn Gebote veröffentlichen könntest, das heißt, diese erklären
könntest, so dass ich weiß, was alles gebeichtet werden muss.
Auf unserer Homepage erscheinen alle für die Öffentlichkeit bestimmten
Schriften und Gebete, welche die Gottesmutter durch Ihre Myriam den
Seelen schenkt ebenso wie, nach und nach, die Übersetzungen
derselben, unter anderem ins Deutsche. Auf der Homepage wird deshalb
grundsätzlich nichts veröffentlicht, was nicht unmittelbar von Maria aus
an Ihre Myriam offenbart worden ist bzw. noch offenbart wird. Bisher hat
Maria noch keine Erläuterungen zu den Zehn Geboten gegeben. Sollte
Sie das eines Tages tun, dann wird diese Erläuterung, in welcher Form
diese auch immer offenbart wird, bald nach jener Offenbarung
veröffentlicht werden.
Was ich Ihnen im Hinblick auf die Vorbereitung einer gründlichen Beichte
auf jeden Fall wärmstens empfehlen kann, ist eine aufmerksame Lektüre
des Buches Kreuzzug in die Seele, das Sie unter “Maria unterrichtet”
vorfinden können. Es setzt sich aus vierzig Kapiteln zusammen, gedacht
für die vierzig Tage der Fastenzeit. Maria ruft dazu auf, dieses Buch
jährlich während der Fastenzeit zur Hand zu nehmen. Die Seele, die das
Buch zum ersten Mal entdeckt, kann es sehr wohl auf fruchtbare Weise
auch außerhalb der Fastenzeit studieren. Es vermittelt einen wertvollen
Leitfaden zur Aufdeckung der Tiefen der Seele.
Auch der Text Der Goldene Weg zum Paradies, den Sie ebenfalls unter
“Maria unterrichtet” vorfinden werden, kann Ihnen sehr behilflich sein.
Dieser Text ist eine Sammlung aus dem vorgenannten Kreuzzug in die
Seele und aus einem anderen Buch: Die Wiedergeburt des Irdischen
Paradieses.
Zurzeit wird auf Deutsch nach und nach noch ein anderes Buch
veröffentlicht, dass vor fast sechs Jahren als ein gründlicheres Studium
der Tugenden, der Bausteine der Heiligkeit, geschrieben wurde, und
sehr gut als Spiegel für eine Lebensbeichte verwendbar ist: Es heißt
Frühlingsblüten am Lebensbaum.
59
Sollte man mit anderen Menschen, die gar nicht an Gott glauben und
auch nichts von Ihm wissen wollen, das Gespräch mit ihnen versuchen
auf Maria zu lenken, oder gibt Gott einem das ein?
Je inniger Sie mit Maria leben und Ihr vollkommen gehören wollen, desto
mehr werden Sie feststellen, dass all Ihr Handeln, Sprechen und sogar
Denken, Fühlen und Verlangen von Ihr gelenkt wird. Maria ist der
wirksamste Kanal der Inspiration und der alltäglichen Führung. Sie wird
nicht umsonst als die Braut des Heiligen Geistes bezeichnet. Wenn Sie
sich Ihr vollkommen hingeben, werden Sie darüber noch staunen.
Je mehr man Gott und Maria liebt und sich zu Seinem und Ihrem Dienst
gerufen fühlt, desto mehr wird man dazu neigen, über Sie zu sprechen.
Das ist ein natürliches Bedürfnis, weil sich die Seele bald nur dann
befriedigt fühlen kann, wenn über dasjenige gesprochen wird, das sie
selber als die Nahrungsquelle des eigenen Lebens empfunden hat.
Trotzdem sollte man in diesem Sinne umsichtig vorgehen, dass man sich
dessen bewusst bleiben sollte, dass eine Seele meistens vor allem von
demjenigen berührt wird, das sie selbst von sich aus wahrnimmt oder
feststellt. Sie können zu einer Seele, die nicht glaubt, von Gott oder
Maria sprechen, aber Sie werden wahrscheinlich bald die Erfahrung
machen, dass diese sich vor Ihren Worten verschließt, sie nicht richtig
versteht oder verstehen will oder sogar durch diese Worte gereizt wird.
Es gibt da einen anderen Weg, der (obgleich auch meistens nicht gleich)
auf die Dauer erfolgreicher wirken kann: den Weg des Vorbildes.
Es besteht die Möglichkeit, dass die Seele, die Sie beobachtet und in
Ihrem Verhalten und in der Weise, wie Sie einfach nach außen hin
wirken, etwas erspürt, das ihr nicht als “durchschnittlich” oder nicht als
“unter übliches weltliches Verhalten einzuordnen” vorkommt, sich Fragen
zu stellen beginnt. Wenn nun diese Seele Ihr Verhalten oder die Art, wie
Sie in Erscheinung tritt, mit dem “Leben wie eine Christin” in Verbindung
bringen kann, kann es sein, dass sie neugierig wird. Diese Neugier kann
Anlass dazu sein, dass sie “ihre seelische Tür öffnet”. Sie hat dann den
Eindruck, dass sie selber die Entdeckung gemacht hat, dass da etwas
Besonderes vorgeht und dass sie es aus freiem Willen überprüfen
möchte. Vorbilder sagen mehr als tausend Worte. Eine Seele, die sich
für dasjenige, was Sie sagen möchten, weil Sie von der Wahrheit Ihrer
Erfahrungen mit Recht überzeugt sind, nicht aufschließen will, wird
gleich gereizt, wenn Sie davon sprechen.
Jede Seele, auch diejenige, die nicht glauben will (oder kann), soll man
zu lieben versuchen. Die Liebe ist der unentbehrliche Schlüssel zu jeder
Seele, weil jede Seele nur durch die Liebe ihre Lebenskraft erhält.
Gerade deswegen ist eine Seele, in der die Liebe stirbt, buchstäblich
eine tote Seele.
60
Um die Tür einer jeden Seele leichter bzw. rascher öffnen zu können, ist
es vernünftig, diese Seele im Verborgenen des eigenen Herzens an
Maria zu weihen. Diese Seele zieht dann bereits Nutzen aus der
Wirkung, die Maria als die “sekundäre Gnade” bezeichnet: Sollte die
Seele sich selbst aus eigener Initiative an Maria weihen, so würde sie die
“primäre Gnade” bekommen, wenn nicht, bezieht sie die Gnade nicht auf
unmittelbarem Weg, sondern durch den Kanal der Nächstenliebe. Die
primäre Gnade findet einen günstigen “Zufahrtsweg” in der Tatsache,
dass die Seele bereits den eigenen freien Willen auf Gott ausgerichtet
hat und dann um etwas bittet; bei der sekundären Gnade ist der freie
Wille der Seele nicht auf den Empfang der Gnade eingestellt: jemand
anderes bittet für sie um diese Gnade, und die Seele, welche die Gnade
aufnehmen sollte, weiß nichts davon bzw. bittet nicht selbst darum. Aber
immerhin wird auch auf diese Weise schon der Zufahrtweg gepflastert.
Ich weiß, dass es falsch ist als Vornamen Jesus zu haben, aber kann
man seine Tochter auf den Namen Maria taufen oder beleidigt man die
Gottesmutter damit?
“Jesus” als Vorname kommt vor allem in den spanisch sprechenden
Gegenden dieser Welt schon mal vor. Seelen, die ihren Nachwuchs so
nennen möchten, tun das gewöhnlich aus Ehrfurcht bzw. aus Liebe zu
Gott. Da Gott jeder Handlung einen Wert beimisst, der dadurch bestimmt
wird, was im Herzen der Seele vorgeht, wenn diese die betreffende
Handlung stellt, tun die Seelen, die Kinder “Jesus” nennen, nicht
unbedingt etwas Falsches.
Rein menschliche gesehen, könnte man gegen den Namen “Jesus” für
einen “gewöhnlichen” Menschen einwenden, dass es vielleicht Gott
schmerzhaft sein könnte, wenn eine Seele, die diesen Namen trägt,
sündigt. Und da keine Seele ein Leben lang ohne Sünde bleibt... Falsch
im Sinne von Sünde oder Untugend ist dieser Name für ein Geschöpf
nur, wenn eine Seele diesen Namen einem Menschen (oder einem Tier
— alles ist möglich) geben sollte in der bewussten Absicht, dadurch die
Gottheit zu verspotten oder einen anderen Menschen dadurch dazu zu
veranlassen, bewusst bestimmte Merkmale des so benannten
Geschöpfes mit Jesus in Verbindung zu bringen, damit Jesus entwürdigt
wird.
Zu dem Namen “Jesus” für einen Menschen hat mir Maria bisher nichts
anderes gesagt als dasjenige, was ich gerade geschrieben habe. Was
den Namen “Maria” betrifft, weiß ich, dass es die Gottesmutter ebenso
wie Jesus freut, wenn ein Kind auf diesen Namen getauft wird. Maria
damit beleidigen, könnte man nur unter denselben Bedingungen, wie ich
vorhin in Bezug auf den Namen “Jesus” erwähnt habe. Indem man die
Tochter auf den Namen “Maria” tauft, setzt man sie dadurch gleichsam
61
unter den mächtigen Schutz des Namens, der von Gott Selbst mit so
vielen außerordentlichen Eigenschaften bekleidet wurde.
Immer sehr gerne bereit. Ich wünsche Ihnen ein lichtvolles Fest der
Unbefleckten Empfängnis Mariens am nächsten Dienstag.
In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen,
Ihre Myriam
89. Über die Taufgnade — über die Notwendigkeit unseres
Mitwirkens mit der Gnade
Lieber Bruder in Jesus und Maria,
Ihre Frage lautet: Ist es nicht so, dass wir durch die Taufgnade von
allen Sünden, auch von der Erbsünde befreit werden und wir neu
geboren
werden
als "Neue
Schöpfung" in
Christus,
als
Adoptivkinder Gottes?
Gottes Barmherzigkeit hat es so verfügt, dass Jesus Christus als GottMensch in die Welt kommen sollte, um allen Seelen die Fülle der
Erlösung zu ermöglichen, und zwar aufgrund dieses so mächtigen
Instrumentes, das sämtliche Türen zum Paradies öffnen kann: des
Leidens in der Fülle der Liebe und des Gehorsams. Als dem Erlöser am
Kreuze das Herz durchstochen wurde, strömten daraus Sein allerletztes
Blut und Wasser. Dieses Wasser können wir als die Originalquelle der
Barmherzigkeit für den ewig dauernden Neuen Bund betrachten, und
zwar als Vorabbildung des Taufwassers für die Seelen aller Zeiten, die
sich der Nachfolge Christi hingeben würden. Darüber hinaus hat Jesus
Seinen Nachfolgern den Heiligen Geist versprochen. Den Heiligen Geist
empfangen wir zum ersten Male im Sakrament der Taufe. Eigentlich
können wir es so betrachten, dass die Seele durch das Sakrament der
Taufe vom Feuer des Heiligen Geistes für die Fülle der Barmherzigkeit
erschlossen wird.
Gottes Verfügungen und Erlässe haben ewig dauernde Gültigkeit und
gelten dabei in ihrer Fülle. Aus diesem Grunde lässt sich mit Sicherheit
sagen, dass die Taufe für die getaufte Seele die Fülle der Erlösung kraft
Befreiung aus der Erbsünde möglich macht. Allerdings sollen wir uns
über Folgendes im Klaren sein:
Gott hat mit den Seelen den Neuen Bund geschlossen. Ein Bund wird
von zwei Parteien eingegangen, denen dadurch spezifische
Verpflichtungen obliegen. Die Fülle der Erlösung, der Befreiung aus den
Wirkungen der Erbsünde und der weiteren Sünden, ist von Gott durch
Jesus Christus bereit gestellt, muss aber von jeder Seele durch ihre
individuelle Mitwirkung in ihrem eigenen Leben dadurch voll benutzt
62
werden, dass die Seele durch Nachfolge des Vorbildes Christi diese
Frucht in sich zur Reife bringt.
“Erlösung” ist als “Befreiung aus den endgültig verheerenden Folgen der
Sünde” zu verstehen. Sie darf nicht als fix und fertiges Geschenk
betrachten werden, das keiner einzigen Anstrengung von Seiten des
Beschenkten mehr bedarf. Um es mal grob vereinfachend auszumalen:
Das Geschenk der Erlösung ist wie ein Bausatz für ein Modellflugzeug,
den man geschenkt bekommt: Alles ist in der Schachtel enthalten, sogar
die Gebrauchsanweisung wird dazu gegeben, wenn der Beschenkte
Interesse daran zeigt, aber zusammenbauen muss man ihn selber.
Allerdings kann man dafür sogar eine Sachverständige zu Rate ziehen
(Maria).
Wenn die Kirche sagt, die Seele wird durch die Taufe von der Erbsünde
und den weiteren Sünden befreit, so müssen wir dies so verstehen, dass
der Seele nicht länger der Eintritt ins Paradies versagt ist. Auf jeden Fall
trägt die Seele nach wie vor die Verantwortung für ihr eigenes Handeln
und muss kraft Göttlichen Gesetzes immer noch jede Sünde
wiedergutmachen, und zwar in dem Maße, wie diese nicht durch Gottes
Barmherzigkeit ausgelöscht oder aber von der übermächtigen
Fürsprache Mariens und bzw. oder von den Abbüßungen, geweihten
Opfern und Leiden und Gebeten von anderen Seelen beglichen wird. Die
völlige Befreiung aus den Wirkungen der Erbsünde und der anderen
Sünden ist eine völlige Befreiung von einer sonst nicht zu vermeidenden
Verdammung, befreit jedoch nicht unbedingt von der Notwendigkeit einer
individuellen Reinigung im Fegfeuer.
Ganz eindeutig ausgedrückt: Wenn die Kirche von Befreiung (Erlösung)
spricht, meint sie Befreiung von der Hölle, nicht unbedingt vom Fegfeuer.
Gott befreit keine einzige Seele „gegen deren freien Willen“. Sobald eine
Seele “ja” zum Göttlichen Gesetz sagt und so lebt, wie es das Göttliche
Gesetz vorschreibt, wird sie befreit (endgültig erlöst). Sagt sie aber nicht
“ja”, mit anderen Worten: versündigt sie sich zügellos, so betrachtet Gott
dies als Ausdruck ihres freien Willens, nicht erlöst zu werden. Trotz des
Kreuzestodes Christi erschließt eine solche Seele die Erlösung nicht in
sich selbst. Wäre dies nicht der Fall, so wäre jede getaufte Seele
automatisch von allen Wirkungen sämtlicher Sünden befreit, aber das
käme einem Göttlichen Verstoß gegen den von Gott als heilig
geschaffenen freien Menschenwillen gleich.
Da der Unterschied zwischen Hölle und Fegfeuer für eine Seele sowieso
unermesslich ist, darf schon ohne weiteres von einer “völligen Befreiung
durch die Taufe” die Rede sein. Vergessen wir allerdings nie, dass die
letztendliche Frucht einer jeden Göttlichen Verheißung auf der
Bereitwilligkeit der Seele basiert, ihre Mitwirkung an der eigenen
Erlösung voll zu gestalten, durch den Bau ihres eigenen Dreiecks LIEBE
63
+ LEIDEN + GEHORSAM. Gerade deswegen betont die Herrin aller
Seelen immer wieder die Notwendigkeit, Ihr all unsere Prüfungen (=
LEIDEN) zu weihen, diese Weihe richtig in der alltäglichen Praxis zu
leben (= GEHORSAM) und das alles ohne jegliche Auflehnung sondern
aus reiner LIEBE zu Gottes Gesetz.
Es könnte nie zu stark betont werden: Die Aussage “Jesus Christus hat
uns von der Sünde erlöst”, heißt nicht, dass wir nicht mehr sündigen
könnten, noch dass wir trotz unserer Fehltritte automatisch ohne
weiteres in das Paradies kommen. Halten wir uns immer vor Augen,
dass jede Abweichung vom Göttlichen Gesetz irgendwie ausgeglichen
werden muss, entweder dadurch, dass wir sie selber wiedergutmachen,
oder dadurch, dass Gottes Barmherzigkeit mitsamt anderen, oben
erwähnten Hilfsmittel, uns im ausreichenden Maße entgegenkommt.
Vollendete Liebe aber heißt, nicht die Wirkungen dieser Mittel als
Selbstverständlichkeit zu erwarten, sondern Gott das Geschenk unserer
eigenen geweihten Prüfungen ohne jegliche Einschränkung anzubieten.
Vergessen wir übrigens nie, dass die Seele die erlösende Wirkung ihrer
Taufe auch durch ihr eigenes Verhalten beeinträchtigen kann. Die Taufe
öffnet tatsächlich das Tor der großen Verheißung, aber damit wir durch
dieses Tor hineingehen können, müssen wir Heil bringende Wege
gehen. Gerade deswegen ist uns Maria als die Herrin aller Seelen
gegeben worden: Sie kennt diese Heil bringenden Wege und führt die
Seele von innen aus, wenn sich diese Letztgenannte Ihr völlig hingibt.
Unsere Taufe ist erst der Anfang eines Weges, auf dem wir beweisen
sollen, inwiefern wir tatsächlich die Liebe erbringen können bzw. wollen,
dem Kreuz tragenden Christus nachzufolgen.
Wir sind tatsächlich neu geboren als Adoptivkinder Gottes, müssen
allerdings durch einen richtigen Gebrauch unseres freien Willens (d.h.
einen Gebrauch im Sinne Gottes) nachweisen, der Göttlichen Erbschaft
würdig
zu
sein.
Die
von
Gottes
Wegen
auserkorene
Erbschaftsverwalterin ist Maria.
Wie Sie schreiben, sagt die Kirche des Weiteren, dass die späteren
Sünden durch die Gnade Christi und die Sakramente getilgt werden
können. So ist es. Aber ich weise auch diesbezüglich auf meine obige
Erläuterung hin: Die Tilgung der Sünden ist die Frucht der Göttlichen
Barmherzigkeit; sie wartet noch auf die Seele und deren Beitrag. Sehen
Sie, die ganze Kommunikation innerhalb des Heilsgeschehens ist eine
wunderbare Wechselwirkung zwischen dem Schöpfer und den
Geschöpfen. Gott schenkt die wahre Liebe wie Saat, die Seele benutzt
sie, damit sie reift und neue Früchte einbringt. Jedes Werk Gottes ist wie
ein Schlüssel, der immer ein Schloss sucht, das ihn aufnimmt und sich
von ihm öffnen lässt, damit eine Tür aufgeht. Gottes Werke sind Samen
von vollendeter Fruchtbarkeit. Damit diese tatsächlich die Gewächse für
64
Gottes Reich einbringen, müssen sie jedoch in den Acker der Seele
aufgenommen werden und unter der Sonne der Weisheit und Vorsehung
und dem Regen der Gnade und in Wechselwirkung mit der
Beschaffenheit des Seelenbodens (= der gelebten Tugenden!) reifen.
Gottes Allmacht und Intelligenz + Bereitschaft und Mitwirkung der Seele
= Fruchtbarkeit, neue Schöpfung. So weit geht Gottes Liebe, dass Er
nichts zustande bringen möchte, bevor Er die Unterschrift der Seele
unter dem Vertrag (dem Neuen Bund) sehen kann.
In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen,
Ihre Myriam
90. Über die Widerstände, den Schritt zur totalen Weihe an Maria zu
vollziehen — über die Wichtigkeit, für den Ehepartner zu beten —
über das beharrliche Gebet — über die Lebensreise, ihre
Schwierigkeiten und ihre Chancen — über die Einsamkeit
Liebe Schwester in Jesus und Maria,
die Hemmung, die Sie derzeit vor der totalen Weihe an die Herrin aller
Seelen spüren, ist nicht unbedingt ein ungünstiges Zeichen, ganz im
Gegenteil. Diese Hemmung weist darauf hin, dass Sie sich dessen
bewusst sind, dass es sich da nicht um eine Entscheidung handelt, die
man leichtsinnig treffen kann. Es ist schon richtig, dass man den Schritt
zur vollkommenen Weihe an Maria erst machen möchte, wenn man eine
gewisse Freiheit im Herzen spürt. So gilt es schließlich auch für eine
Vermählung, und zwischen einer vollkommenen Weihe und einer Ehe
gibt es weniger Unterschiede, als es die meisten Seelen glauben
würden. Nur sind die Art der Beziehung und die Gestaltung derselben
dadurch anders, dass diese auf einer verschiedenen Ebene erfahren
werden.
Dennoch ist es wichtig, dass sich die Seele zu diesem Schritt
entscheiden kann, wenn sie es gerade schwer hat. Eine Voraussetzung
für eine fruchtbare Weihe ist das blinde Vertrauen, dass Maria die Seele
durch alle Wälder und Wüsten, über alle Berge und Flüsse begleitet, als
Schild, als Schutz, als Führerin, als Spiegel von Gottes Licht, Kraft und
Wärme. Sie ist dabei Sonne und erquickende Brise zugleich. So wie die
Seele nicht darauf warten sollte, zu beten oder zu lieben, bis ihr Gebet
oder ihre Liebe vollkommen sind — denn dann würde sie überhaupt
nicht zum Beten und zum Lieben kommen –, so gilt doch auch, dass die
Seele nicht darauf warten soll, sich ganz Maria zu weihen, bis ihr das
Leben leicht fällt — denn dann würde sie gar nicht zur Weihe kommen.
So wie Jesus sagte, Er sei nicht gekommen für die Gesunden, weil diese
ja keinen Arzt brauchen, sondern für die Kranken, weil diese durchaus
einen Arzt brauchen, so ließe sich ebenfalls sagen, dass Maria als die
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Herrin aller Seelen vor allem da ist, um den Seelen, die es mit sich selbst
am Schwersten haben, das wahre Licht zu zeigen, so dass sie neue
Hoffnung finden. Während die Weihe nicht leichtsinnig eingegangen
werden sollte, gilt doch auch, dass die Seele gerade durch die Weihe
völlig neue Erkenntnisse und Perspektiven erhalten kann. Maria geht
nicht bei jeder Seele in derselben Weise vor, aber was schon auffällt, ist
die Tatsache, dass Sie durchwegs als ersten Schritt jegliche Finsternis in
der inneren Verfassung der Seele beleuchtet, so dass die Seele sich
derer bewusst wird, und dass Sie dann neue Wege zeigt. Das Maß, in
dem dieser Vorgang rasch erfolgreich wird, hängt in erster Linie von dem
Maße des Vertrauens der Seele zu Maria ab. Ich versichere Ihnen, dass
ich für Sie da bin, wenn Sie den Sprung zum unbekannten Ufer wagen.
Ich bin jeder Seele guten Willens von Maria als kleine Brücke anvertraut
worden.
Ihr Zweifel über sich selbst ist normal. Wenn die Seele eine Erfahrung
macht, die ihr Leben ganz auf den Kopf stellt, wird sie sich zunächst mit
Anpassungsschwierigkeiten auseinandersetzen müssen: An viele
Lebenssituationen muss auf einmal anders herangetreten werden. Die
Seele lernt in sich selbst Verhaltens- und Reaktionsmuster kennen, die
ihr zum Teil neu sind. Sie lernt Schwächen kennen, die bis dann
verborgen geblieben waren. Es ist ihr, als ob ein völlig neues Leben vor
ihr steht oder als ob sie eine Reise durch ein völlig fremdes Land antritt
und sie plötzlich entdeckt, dass auf ihr Auto weniger Verlass ist, als sie
bisher glaubte. Wenn dazu noch viel Zeit vergeht, ohne dass sich die
Situation wesentlich ändert, fällt die Seele auch immer tiefer den
Versuchungen des Bösen anheim, der sie glauben lassen möchte, dass
sie, und sie allein, Schuld an allem ist, und der sie darüber hinaus zu
negativen Gedanken und Gefühlen über denjenigen inspiriert, der die
neue Situation veranlasst hat. Die Seele empfindet diese ganzen
Gefühle als Zeichen der Verunreinigung. Der Seele ekelt es allmählich
vor sich selbst.
Geben Sie das Gebet für Ihren Mann nicht auf; denn das Sakrament der
Ehe ist in Gottes Augen ein Goldschatz. Wie die Truhe auch äußerlich
aussehen darf, es ist und bleibt Gold in ihr. Sie verstehen schon, was ich
meine. Ein Sakrament ist ein Berührungspunkt zwischen Gott und der
Seele. Solange man es instand hält, wird man von Gott berührt. Halten
Sie sich dieses Bild vor Augen. Auch wenn Ihr Mann vermutlich nicht für
die Ehe betet (ob er es tut oder nicht, wird uns Maria nie verraten, weil
dies eine Angelegenheit zwischen seiner Seele und Gott ist), wichtig ist,
dass Sie es tun. Betrachten Sie sich als diejenige, die die Schatztruhe
täglich putzt. Dies bringt Ihnen Verdienste ein, weil die Schatztruhe des
Sakramentes der Ehe für Gott wie ein Heiligtum ist. Geben Sie nie auf,
für Ihren Mann zu beten. Vergessen Sie nie, dass der Wert einer
Handlung für Gott nicht dadurch bestimmt wird, was diese Handlung auf
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Erden einbringt oder nicht, sondern dadurch, was sie für Seinen
Heilsplan zu bedeuten hat. Aus diesem Grunde ist es sehr wertvoll, für
eine wankende Ehe beharrlich zu beten. Das Gebet ist der Putzlappen,
mit dem Sie die Schatztruhe putzen; die Leiden, die mit dem Zustand
zusammen hängen, sind das Putzmittel.
Sie schreiben es selbst: Wenn Sie jetzt das Gebet aufgeben, fürchten
Sie, Sie würden ein Leben ohne Gott und Seine Gebote beginnen.
Genau, diese Gefahr ist konkret, und zwar weil gerade das Sakrament
der Ehe einer der wichtigsten Fäden ist, durch welche Ihre Seele mit
Gott verbunden bleibt. Vergessen Sie auch nicht, dass die Seele leicht
dazu neigt, einen Zustand, den sie selbst schafft, auch selber mit
eigenen Gesetzen zu versehen, die öfters von Gottes Gesetz
abweichen. Setzt sie einmal für sich selbst Gottes Gesetz außer Kraft, so
wird sie bald auf jedem Gebiet so handeln, als gäbe es gar kein
Göttliches Gesetz mehr. Genau so geht es mit der Sünde: Versündigt
sich die Seele einmal auf einem Gebiet, auf dem sie bis dahin rein zu
bleiben pflegte, so wiederholt sich dieselbe oder eine ähnliche Sünde
bald wieder, und der Baum der Verirrung bekommt immer neue Äste.
Man könnte es so betrachten, dass sich in der Seele durch eine Sünde
eine Rinne bildet. Sobald diese Rinne einmal benutzt worden ist, findet
das Wasser gleich wieder denselben Abfuhrweg und vertieft diesen
immer weiter, das heißt: Die sich wiederholende Sünde verletzt die
Seele immer tiefer.
Die Reise durch eine heikle Lage auf dem Lebensweg hat nichts mit
einer Bestrafung wegen früherer Sünden zu tun. Jeder Meter des
Lebensweges ist einmalig. Gott bestraft die Seele nicht, Er gibt im
Gegenteil immer neue Chancen. Betrachten Sie das nachfolgende Bild:
Die Lebensreise einer Seele ist eine Wanderung, auf der sie jeden Tag
bestimmte Samen auszustreuen hat. Diese Samen sind die Werke,
Worte, Gedanken, Gefühle, Wünsche, Bestrebungen, Leiden an Leib
und Herzen, Prüfungen, Aufopferungen, Sühneakte, Anbetungsakte,
Gebete usw., durch welche die Seele zur Verwirklichung von Gottes
Heilsplan beitragen soll. Gottes Vorsehung schenkt ihr diese Samen von
einem Augenblick zum anderen, nur in Ausnahmefällen für eine weiter
entfernte Zukunft.
Wenn Sie nun an bestimmten Stellen Ihres Lebensweges nicht die Saat
ausgestreut haben, von der Gott erwartete, dass Sie es tun, so wird Er
durch Seine unfehlbare Vorsehung Wege suchen, Ihnen eine neue
Chance zu bieten, diese Versäumnisse noch wieder gutzumachen; denn
es gilt, alles daranzusetzen, dass die Saat, die Ihnen persönlich zur
Verfügung gestellt worden ist, die Gelegenheit bekommt, sich in Blumen
für Gottes Reich zu verwandeln. Erinnern Sie sich nun aber, woraus sich
die Samen zusammensetzen. Tatsächlich: Es handelt sich um Werke,
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Worte, Gedanken, Gefühle, Wünsche, Bestrebungen, Leiden an Leib
und Herzen, Prüfungen, Aufopferungen, Sühneakte, Anbetungsakte,
Gebete usw. Was heißt dies somit konkret für Ihr Leben?
Sie bekommen die Chance, die von Ihnen durch irgendwelche Fehltritte
versäumten Beiträge zum Frühling von Gottes Reich (= die Blumen, die
sich aus den Ihnen entlang Ihrem Lebensweg zur Verfügung gestellten
Samen hätten entwickeln können) nachzuholen. Einst drückte es mir die
Herrin aller Seelen so aus, dass jede Seele durch ihre Prüfungen auf
Erden einen Teil oder aber die Gesamtheit der für Sie möglicherweise
notwendigen Leiden im Fegefeuer bereits auf Erden vollbringt, falls sie
diese Prüfungen ohne Protest annimmt. Dies heißt nicht, dass Sie
tatsächlich so schwer gesündigt hätten, dass Ihre heutigen Prüfungen
notwendig wären, um Ihre Seele zu reinigen. Es heißt allerdings schon,
dass Gott Ihnen auch durch die heutigen Leiden Chancen für ein ewiges
Glück bereiten will, das dank einer liebevollen Hinnahme dieser Leiden
größer werden kann, als Sie es je geahnt hätten.
Vergessen Sie nicht, dass das Maß des Leidens einer Seele keine
Indizien für das Maß ihrer Sündhaftigkeit bietet. Gott sucht dauernd,
jeder Seele ein Übermaß an Gelegenheiten zu bieten, die ihr anvertraute
Saat auszustreuen. In manchem Falle läuft das darauf hinaus, dass die
Seele weit über das Maß ihrer Sünden oder Fehltritte hinaus säen darf.
Den Überschuss an ausgestreuter Saat sollen wir als die Chance
betrachten, uns die wahre Heiligkeit zu erwerben. Ich betone deswegen,
dass in der Prüfung das Antlitz Gottes der Seele noch strahlender
zulacht, als in einer Stunde des Glückes.
Vertrauen lernen, kann die Seele dadurch, dass sie den Wert einer jeden
Sekunde ihres Lebens nicht länger nach dem misst, was diese Sekunde
ihr an (irdischem) Glück eingebracht hat, oder nach dem Maß des
Glückes, das sie wegen dieser Sekunde empfindet, sondern nach dem
Glauben, dass jede in Hinnahme und Liebe zu Gott, zu Maria und zu den
Mitgeschöpfen zugebrachte Sekunde des Leidens (an Seele, Leib,
Herzen oder Geist) für Gott wie ein goldener Samen ist, aus dem eine
goldene Blume aufblüht. Dies ist keine Illusion, sondern ein
Grundparagraph aus dem Gesetzbuch der Göttlichen Gerechtigkeit.
Selig die Seele, die felsenfest an die Wahrheit dieses Gesetzes glaubt.
Die Bemerkungen bzw. Fragen von Mitmenschen, ob Sie bereits einen
anderen Mann gefunden haben, müssen Sie unbedingt als
Versuchungen von Seiten des Bösen betrachten, der alles daran setzt,
damit das Bild, das Sie nach all diesen Prüfungen und erschütternden
Erfahrungen von sich haben, noch negativer wird. Ihre Entmutigung wäre
für ihn neue „Saat“... für Dornen, mit denen er Ihr Herz ganz zerreißen
möchte. Hören Sie bitte nie auf solches Gerede, weil es lediglich
weltliche Torheit verkündet, und lassen Sie sich nicht scheiden, um sich
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„eine neue Freiheit“ zu erwerben; denn diese Handlung wäre im
Gegenteil der Grundstein eines Kerkers für das ewige Glück. Die wahre
Freiheit kann sich die Seele nur dadurch erwerben, dass sie Gottes
Gesetzen treu bleibt. Die wahre vollendete Freiheit ist die Heiligkeit.
Diese kann man nicht dadurch erreichen, dass man das Band eines
Sakramentes löst. Sich scheiden lassen, hieße: gegen die Heiligkeit
eines Sakramentes verstoßen, einen vor Gott geleisteten Eid brechen
und das Kreuz als persönlichen Beitrag zur Erlösung abwerfen.
Ein einsames Gemüt kann leicht einer Wolke zum Opfer fallen, aber die
Einsamkeit ist auch eine offene Tür für die Sonne der Gegenwart Gottes.
Jesus betete so gerne oben auf einem Berg in der Einsamkeit. Maria
erscheint vorzugsweise auf Bergen und an entlegenen, stillen Orten.
Wenn es Ihnen gelingt, die Neigung zum Denken zu bewältigen und das
Herz ganz Maria zu öffnen, werden Sie Licht in ungeahnten
Schattierungen kennen lernen. Dieses Himmlische Licht wird die Saat
von früher, und jene von heute, zum Reifen bringen. Sie enthält den
Wachstumsplan, den ihr Gottes Weisheit eingegossen hat, und wartet
nur darauf, dass sich die Seele dem Himmlischen Licht aufschließt, um
sie zum Blühen zu bringen. Vertrauen Sie sich uneingeschränkt Maria
an, Sie werden es nicht bedauern. Ich helfe Ihnen gerne, neue Fenster in
Ihrem Herzen zu bauen.
In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen,
Ihre Myriam
91. Über die Angst vor der Hölle — über die Abbüßung von
Fehltritten
Liebe Seele in Jesus und Maria,
Angst vor der Hölle sollte keine Seele haben, wenn sie den
Anweisungen der Himmlischen Königin folgt. Angst ist eine nicht
produktive Verfassung: Sie bringt nichts, sondern lähmt das Gute, das
wir eigentlich tun möchten. Der absolute Gegenpol der Angst ist die
wahre Liebe (die nicht sinnliche Liebe, die man gerade aus dem Herzen
heraus Gott und Seinen Werken in der Schöpfung entgegenbringt). Die
Liebe ist auch gerade die Goldmünze, die uns die ewige Glückseligkeit
kauft.
Ihr Wille, das Gute zu tun, wird, wenn Sie sich nicht davon ablenken
lassen, Ihre Seele Schritt für Schritt reinigen. Ich weise auf das kurze
aber so außerordentlich machtvolle Bittgebet hin, das die Herrin aller
Seelen vor zwei Jahren die Seelen lehrte, und das im Buch “Die
Morgendämmerung von Gottes Reich auf Erden” veröffentlicht
wurde, samt dem wunderschönen damit einhergehenden Versprechen
von Seiten der Gottesmutter. Das Bittgebet lautet: “Maria, mächtige
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Herrin der Seelen, erwirke uns totale Vergebung, Reinigung und
Wiedergeburt.“ Maria bittet darum, dieses kleine Bittgebet täglich 33
Mal aufmerksam und mit Liebe auszusprechen, gleichzeitig für sich
selbst und die Mitglieder seiner Familie. Das heißt also: Sie sprechen es
aus (das darf in der Stille des Herzens erfolgen) und die Seele(n), die bei
Ihnen lebt bzw. leben, tut bzw. tun es womöglich ebenfalls.
Im Übrigen erwartet Maria von Ihnen die Erfüllung der Wünsche, die Sie
in den vorangehenden Briefen an Sie hat vorbringen lassen. Der
vollkommene Gehorsam der Herrin aller Seelen gegenüber ist das
größte Abbüßungsmittel für unsere Fehltritte, weil dieser Gehorsam in
Gottes Augen als unmittelbarer Gehorsam Seinen Gesetzen gegenüber
gilt. Die Wirkungen von den Fehltritten, die nicht zu ändern sind, kann
die Seele nur durch Gehorsam, Liebe und die innigste Weihe der
Prüfungen des Alltags und allen Herzeleides an Maria nach und nach
ausgleichen helfen.
Lieben Sie Gott und Maria in allem, in jedem Menschen, in jedem Tier, in
jeder Prüfung, in jedem Leid und Schmerz, und verbreiten Sie die
Belehrungen Mariens; denn diese sind die Waffen Gottes gegen die
Finsternis in diesen Letzten Zeiten. Die Barmherzigkeit Gottes und die
Fürsprache und Führung Mariens werden Ihnen zuteil werden. Die
Gottesmutter hat versprochen, dass keine Seele, die sich wirklich mit
Leib und Seele Ihr hingibt und allen Ihren Belehrungen und
Anweisungen nachfolgt (die ja Gottes Gesetzen entsprechen), für das
ewige Heil verloren geht. Sie wartet auf Sie, enttäuschen Sie Sie nicht;
denn Marias Liebe ist unsagbar erhaben.
In Liebe und zu Diensten der Herrin aller Seelen,
Ihre Myriam
92. Über die Gefahr des Geldes — über das Gebet für die
Verstorbenen — über die Bestimmung der Seele nach dem Tod —
über das Rosenkranzgebet
Liebe Schwester in Jesus und Maria,
in Ihrem Leben machen Sie Erfahrungen darüber, wie die Göttliche
Vorsehung Seelen so lenken kann, dass sie durch Situationen gehen,
die sie etwas zu lehren haben. Gottes Weisheit verfügt es oft so, dass
Seelen durch Änderungen in ihren Lebensverhältnissen zur Besinnung
geführt werden, damit sie manches mit anderen Augen betrachten. Geld
hat es tatsächlich in sich, in der Seele, solange diese sich nicht
entschieden zu einem Leben zu Diensten von Gottes Heilsplan
entschlossen hat, das Bedürfnis nach dem Weltlichen zu wecken und
dieses Bedürfnis zum vorherrschenden Beweggrund allen Tun und
Lassens werden zu lassen. Diese Erkenntnis sollten Sie schon in
70
Erwägung ziehen wenn Sie einer Seele finanzielle Beihilfe leisten. Gut
wäre, sorgfältig zu überlegen, ob es ein Maß an Beihilfe gibt, das dieser
Seele hilft, über die Runden zu kommen, ohne ihr die Gelegenheit zu
bieten, dadurch der alten Untugend zu verfallen.
Die Gottesmutter wird Ihnen diesbezüglich keine genauen Vorschriften
machen, weil von jeder Seele erwartet wird, dass sie aus den
praktischen Situationen des Alltags Lehren zieht. Vorgeformte Lösungen
in materiellen Angelegenheiten wären für Gott wie die Beeinträchtigung
des freien Willens. Die Beihilfe vollkommen einzustellen, wäre auch in
spiritueller Hinsicht auf jeden Fall nicht die beste Lösung, weil diese
Anstrengung in dieser Phase Ihres Lebens schon von Ihnen erwartet
wird. Es gilt da aber, den goldenen Mittelweg zu finden.
In Bezug auf den verstorbenen Nachbarn fragen Sie, ob man für
Menschen, von denen man nicht weiß, ob sie im Fegfeuer oder in der
Hölle sind, beten soll, da dies für Menschen in der Hölle wirkungslos ist.
Die Göttliche Weisheit und Liebe ist den Seelen gegenüber unvorstellbar
fürsorglich. Da für Gott das Leben auf Erden nicht das Wichtigste ist,
wirkt Seine Fürsorge über die Grenzen des irdischen Todes hinaus
uneingeschränkt weiter. Damit sich jede Seele bis zum Äußersten für die
Werke Gottes einsetzt, hat Gott allerdings die Kenntnis über die
Bestimmung von Seelen nach dem irdischen Tod unserer Kenntnis
entzogen. Ein paar Seelen haben zwar zu einem gewissen Zeitpunkt die
Gabe erhalten, über die Bestimmung mancher Seelen Näheres zu
erfahren, aber dabei handelt es sich eindeutig um eine mystische
Begabung, nicht um einen “Normalzustand”. Diese Begabung wird von
Gott äußerst selten geschenkt, genau damit die Verbreitung solcher
Kenntnisse sehr beschränkt bleibt. Seien Sie diesbezüglich übrigens
sehr vorsichtig; denn die Gottesmutter hat mich davor gewarnt, dass
weitaus die meisten Seelen, die behaupten, die Bestimmung von Seelen
nach dem irdischen Tod zu kennen, diese Begabung nicht erhalten
haben bzw. diese nicht aus Himmlischen Quellen erhalten haben (Sie
verstehen, was ich meine).
Das heißt, dass man nie mit Sicherheit sagen kann, ob sich eine
verstorbene Seele, von der es so gut wie auszuschließen wäre, dass sie
sich im Himmel befinden könnte, im Fegfeuer oder in der Hölle befindet.
Gottes Barmherzigkeit, die übermächtige Fürsprache Mariens und die
von Seelen auf Erden dargebrachten Abbüßungen, Aufopferungen,
geweihten Prüfungen, Gebete und Heiligen Messopfer können
insgesamt eine Seele, die auf Grund des Gesetzes der Göttlichen
Gerechtigkeit für ewig verdammt werden sollte, trotzdem vor der Hölle
retten und in das Fegfeuer verweisen, das bekanntlich einmal ein Ende
nimmt und nur einen einzigen Ausweg hat: diesen ins Paradies, nach
erforderlicher Läuterung im Feuer der Liebe.
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Konkret heißt dies, dass jede Seele auf Erden, wenn sie wirklich die
Tugenden der Barmherzigkeit, der Milde, der Nächstenliebe und der
Hoffnung üben möchte, gut daran tut, davon auszugehen, dass sich
Verstorbene(r) X oder Y usw. im Fegefeuer befindet, nicht in der Hölle,
möge die betreffende Seele auch noch so sündhaft gelebt haben.
Aufgrund dieser Annahme tun Sie gut daran, dem Verstorbenen jetzt
noch zwei, womöglich drei Geschenke anzubieten:
1. Beten Sie für ihn.
2. Weihen Sie Maria das ganze irdische Leben des Verstorbenen, mit all
seinen Prüfungen, Krankheiten, Leiden, Schmerzen, Kummer und mit
allen guten Taten, die er ohne jeden Zweifel irgendwann vollbracht hat
(sogar im Verborgenen seines Herzens oder hinter geschlossenen
Türen). Maria kann aufgrund dieser Weihe dem Verstorbenen jetzt noch
Verkürzung seiner etwaigen Läuterungszeit erwirken.
3. (falls möglich): Wenden Sie sich an einen Priester und lassen sie
diesen Vertreter Christi ein Heiliges Messopfer für den Verstorbenen
feiern. Die Wirkung ist ähnlich wie diese im Punkt 2.
Was denn, wenn diese Seele doch in der Hölle ist? Leider hat sie selbst
dann nichts mehr davon, aber Ihre Anstrengungen finden dann drei
andere Auswirkungen:
1. Die dargebrachten Gebete, Weihe, Messopfer usw. werden in Gnaden
für andere Seelen umgewandelt, entweder auf Erden oder im Fegfeuer.
2. Sie tragen dadurch zu einer Erhebung des Standes der Gnade der
Menschheit als Ganze bei.
3. Sie selbst bekommen den Verdienst, einen Akt der Nächstenliebe und
des Vertrauens in Gottes Barmherzigkeit und die Macht der
Himmelskönigin vollbracht zu haben.
Sagen Sie mal tief im Herzen zu Maria, wie sehr Sie diesen Nachbar
gemocht haben und dass Sie ihm jetzt noch seine Fehltritte vergeben.
Diese beiden kleinen Sätzchen, in aller Aufrichtigkeit in Marias Herz
gelegt, sind wie Strahlen goldenen Lichtes.
Halten Sie an Ihrer Gewohnheit fest, ein “Gegrüßet seist Du, Maria” zu
beten für jede Seele, von deren Tod Sie erfahren. Diese Gewohnheit
verbreitet Gottes Licht und hilft tatsächlich diesen Seelen vor dem
Göttlichen Gericht.
„Welcher Rosenkranz ist wirksamer: Der Rosenkranz zur Göttlichen
Barmherzigkeit von Schwester Faustine oder der normale Rosenkranz
mit den vier Geheimnissen. Ich mag den von Schwester Faustine lieber,
weil man so speziell für andere betet.“
Alle Gebete sind für Gott und für Maria wie Honig im Kelch der Bitterkeit,
den Jesus nicht aufhört, für die Menschheit zu leeren. Die Art und Weise,
72
wie Maria Selbst den Rosenkranz betrachtet, könnte für Sie die
Fruchtbarkeit dieses Gebetes immens steigern: Sie sollten sich
angewöhnen, davon auszugehen, dass auch der normale Rosenkranz
ein Gebet ist, das man für andere betet, und zwar für die ganze
Menschheit von allen Zeiten. Ich gebe Ihnen die goldene Regel, wie sie
mir die Himmelskönigin bereits vor zwölf Jahren in Bezug auf den
Rosenkranz gegeben hat: Der Rosenkranz, von dem die höchste
Fruchtbarkeit für Gottes Reich ausgeht, und zwar mit Wirkung für den
Göttlichen Heilsplan für alle Zeiten, ist dieser:
1. bei dem man bei jedem “Gegrüßet seist Du, Maria” eine Erwägung
hinzuzieht, die sich auf das betreffende Mysterium bezieht (z.B. auf das
Wiederfinden Jesu, die Kreuzigung, die Krönung Mariens usw...);
2. den man ausdrücklich Maria schenkt, ohne irgendeine eigene Absicht,
das heißt, dass man es vollkommen und uneingeschränkt Maria
überlässt, was Sie mit diesem Rosenkranz tun will. Maria bittet betont
darum, weil Ihr sonst die Hände gebunden sind. Wenn Sie Maria bitten,
Sie möge den Rosenkranz für Herrn X oder Frau Y oder für ein
bestimmtes Geschehen anwenden, so legt Sie diese Gebetsabsicht in
die Sammlung der Gebetsabsichten der ganzen Welt und aller Zeiten.
Diese Sammlung wird ständig mit den vorhandenen und innerhalb einer
gegebenen Zeitfrist “spendbaren” Gnaden verbunden. Wenn die von
Ihnen vorgebrachte Absicht aus irgendwelchem Grunde nicht (oder nicht
zu jenem Zeitpunkt) innerhalb der Absichten der Göttlichen Vorsehung
und bzw. oder innerhalb der derzeitigen Entwicklung des Göttlichen
Heilsplan passt und bzw. oder die Seele, für welche der Rosenkranz
dargeboten wird, für den Erhalt dieser Gnade zum gegebenen Zeitpunkt
nicht bereit ist, oder die Göttliche Weisheit es für angebracht hält, dass
diese Seele noch für eine gewisse Zeit eine besondere Prüfung
durchzustehen hat, so kann die Gebetsabsicht nicht fruchtbar gemacht
werden.
Maria bittet deshalb die betenden Christenseelen ausdrücklich darum,
sie mögen sich angewöhnen, den Rosenkranz in die Hände Mariens zu
legen, ohne jegliche eigene Absicht zu formulieren, damit Maria als
übermächtige Mittlerin aller Gnaden und Herrin aller Seelen, mit einem
vollständigen Überblick über den Stand aller Seelen, über die
Entwicklungen des Göttlichen Heilsplans und über die Absichten der
Göttlichen Vorsehung, Selber entscheiden kann, in welchem Bereich
dieser Rosenkranz seine höchste Fruchtbarkeit erlangen kann. Wir
Seelen haben einen beschränkten Blick, Maria aber lebt in innigster
Verbundenheit mit der Göttlichen Dreifaltigkeit. Gerade deswegen wird
Sie auch die Herrin der Vorsehung genannt.
Ihre Liebe zum Rosenkranz der Göttlichen Barmherzigkeit kann ich
allerdings nachvollziehen, weil auch ich selbst diesen Rosenkranz liebe,
73
so wie ich besonders jedes Gebet liebe, das mit den Leiden Christi und
den Schmerzen Mariens und mit der Aufopferung derselben im
Zusammenhang steht.
Wenn Sie fragen, welcher der beiden Gebete wirksamer ist, so müsste
ich sagen: Man kann nie ohne weiteres Äpfel mit Birnen vergleichen. Die
beiden Gebete haben einen besonders hohen Wert für die Pläne und
Werke Gottes. Das Eigene dieser Gebete ist Folgendes:
- Der Rosenkranz der Göttlichen Barmherzigkeit verweist unmittelbar auf
den mächtigen erlösenden Wert des Kreuzesopfers und erinnert uns
daran, dass das Kreuzesopfer Jesu überhaupt das Herz Gottes für alle
Zeiten dazu veranlasst, sich uneingeschränkt über die Seelen zu
ergießen.
- Der “gewöhnliche” Rosenkranz ist das Gebet der Gebete (so
bezeichnet ihn die Gottesmutter Selbst); denn er birgt in sich die
Gesamtheit der gnadenvollen Meilensteine aus den Leben des Erlösers
und der Gottesgebärerin. Indem sich die Seele mit diesen Ereignissen im
Herzen verbindet, öffnet sie sich immer wieder für den Erguss der von
Gott Selbst mit diesen Ereignissen verbundenen Gnaden zur Erlösung
und Heiligung. Darüber hinaus setzt sich der Rosenkranz hauptsächlich
aus dem “Vater unser” und dem “Gegrüßet seist Du, Maria” zusammen,
die alle beide, wenn man sie genügend tief betrachtet, so inhaltsreich
und gnadenvoll sind.
Wenn man den Rosenkranz darüber hinaus für die Absichten Mariens
betet (die ja die Absichten von Gott Selbst sind), erhält dieses Gebet
noch den zusätzlichen Wert einer Weihe. Gott hat Bedürfnisse, die sich
auf das Heil aller Seelen beziehen. Die Seelen auf Erden können die
Befriedigung dieser Bedürfnisse am Besten durch ihre selbstlos
dargebotenen Gebete loskaufen, durch ihre Liebe und Bestrebungen der
Tugendhaftigkeit und dadurch, dass sie über das Kapital eines Leibes
verfügen, das Leiden und Prüfungen durchstehen kann, genauso wie
Jesus Christus Selbst in Seinem menschlichen Körper. Es zeigt sich
darin der Wert der vollkommenen Nachfolge Christi.
Eins nur kann ich Ihnen ans Herz legen: Beten Sie womöglich die beiden
Gebete regelmäßig, weil jedes von ihnen mächtige Lichtströme
erschließt, ohne welche noch viel mehr Seelen in den Abgrund
abstürzen würden.
Geben Sie den Kampf des Lebens nie auf; denn das Leben ist eine
Goldgrube für Gottes Werke. Legen Sie diesen Schatz richtig an.
In Liebe und zu Diensten der Herrin aller Seelen,
Ihre Myriam
74
93. Über den Unterschied der Wirkung der Eindrücke aus der Natur
und aus dem künstlich geschaffenen Teil der Welt auf die Seele —
über den Unterschied des Himmlischen Verlangens und des
weltlichen Verlangens — über die Heiligungs- und Befreiungswerke
der Herrin in der Seele — über die Liebe als befreiende Kraft — über
die Freiheit des Himmels und die Tyrannei der Welt
Lieber Bruder in Jesus und Maria,
die Welt ist voller Eindrücke. Wenn wir uns deren Herkunft mal näher
betrachten, erkennen wir leicht zwei große Quellen von Eindrücken:
1. diejenigen, die aus der Natur hervorkommen: Es handelt sich dabei
um die Eindrücke, die uns die Tier- und Pflanzenwelt ebenso wie die
nicht lebendigen Landschaftselemente — Steine, Bodenbeschaffenheit
aus geologischer Sicht betrachtet, usw. — vermitteln (Farben, Formen,
Geräusche, Gerüche, Geschmäcker);
2. diejenigen, die durch menschliche Vermittlung hervorgerufen werden.
Es handelt sich dabei um den von Menschen “erschaffenen” Teil der
Landschaft — Industriegelände, Gebäude, Straßen, usw. — ebenso wie
die unzähligen Eindrücke aus unnatürlichen Geräuschen, aufdringlicher
Werbung, Fernsehen und anderen Medien.
Oberflächlich betrachtet, könnte man davon ausgehen, dass es einerlei
ist, woher ein Eindruck stammt, Farbe ist ja Farbe, Geräusch ist
Geräusch, usw. Ein gewaltiger Irrtum! Die Menschenseele ist mit einer
“Vorrichtung” ausgestattet, die sich mit einem Sensor, einem Fühler,
vergleichen ließe. Dieser “Sensor” scheint dauernd die Umgebung, in der
sich die Seele (im physischen Leib) bewegt, abzutasten und deren Wert
für die seelische Entwicklung zu ergründen und zu bestimmen. Dieser
“Sensor” bemerkt rasch, ob ein sich darbietender Eindruck aus der von
Gott erschaffenen Natur oder aber aus einer künstlich von
Menschenhand “erschaffenen” Quelle stammt. Das Natürliche wird dabei
als “Leben tragend und spendend” ausgewertet, während das
Künstliche, das Unnatürliche, das Menschliche, als “seelisch tot”
empfunden wird. Unter anderem aus diesem Grunde kommt es vor, dass
sich die Seele im regen Straßenverkehr, in einer Industriezone u. ä. nicht
wohl fühlt.
Lieber Bruder, diese Information ist wichtig, weil sich durch sie Ihr
Problem leichter im spirituellen Sinne fassen lässt:
Die Eindrücke, welche aus der menschlichen Quelle auf die Seele
zukommen, sind nicht nur “seelisch tot”, sie sind auch dadurch
verunreinigt, dass sie nur auf die Befriedigung weltlicher, stofflicher
Bedürfnisse abzielen. Die Welt verspricht den Seelen unendlich vieles,
buchstäblich “den Himmel auf Erden”. Dieser “Himmel” ist eine
Luftspiegelung, flüchtig wie der Duft eines von Menschen hergestellten
75
Parfüms, vom Wind verweht. Trotzdem verkaufen Unzählige
buchstäblich ihre Seele für diesen “Himmel auf Erden”. Das letztendliche
Ziel einer jeglichen weltlichen “Schöpfung”, die solche Eindrücke in den
Seelen weckt, ist der finanzielle Gewinn. Aus dieser Bestrebung werden
Industrie, Werbung und Medien geboren oder mindestens sehr weit über
das Maß des Notwendigen hinaus entwickelt. Diese “entseelte”
Herzensverfassung, aus welcher heraus somit täglich Milliarden von
Eindrücken in die Welt gebracht werden, raubt unzähligen Seelen das
Göttliche Leben und zerstört auf die Dauer jegliche Saat, aus der dieses
Göttliche Leben in den Seelen aufzublühen versucht. So müssen Sie die
Gesinnung verstehen, die zurzeit Ihr Herz überwältigt.
Sie versinken in Schulden, überziehen leicht das Konto, möchten aber
ein für allemal schuldenfrei werden und bitten deswegen Maria um
Unterstützung. Sie wird Ihnen diese nicht verweigern. Um eines nur bittet
Sie die Himmelskönigin: Dass Sie Ihr jegliche Versuchung, die Sie dazu
veranlassen möchte, sich der Welt und seinen etlichen
Scheinbedürfnissen zuzuwenden, unter die Füße legen. Lieber Bruder,
versuchen Sie, sich das nachfolgende Bild vor Augen zu halten:
Jedes Verlangen, das die Herrin aller Seelen durch die Schriften bekannt
gibt, ließe sich mit einer wunderschönen Blume vergleichen:
- Es verzaubert durch Schönheit: Die Seele wird tief innerlich – im
vorerwähnten “Sensor” – verzückt, weil sie Gottes Gegenwart in diesem
Verlangen spürt.
- Es verzaubert durch Duft: Die Seele empfindet es tief innerlich als Weg
zur Heiligkeit.
- Es trägt in sich den Blütenstaub, Träger der Fruchtbarkeit und des
(Göttlichen) Lebens.
Dieses Himmlische Verlangen wirkt im tiefsten Keim der Seele wie reine
Nahrung. Tief innerlich sehnt sich die Seele nach der Erkenntnis der
Wünsche der Herrin, die ja vollkommen und restlos jenen von Gott
Selbst entsprechen.
Jedes Verlangen, das Ihnen dahingegen aus der Welt aufgenötigt wird
und nur bezweckt, dass Sie in die Zwickmühle der weltlichen
Bedürfnisse und unzähligen künstlich ins Leben gerufenen
Scheinbedürfnisse geraten, die alle nur die Torheit des weltlichen
Denkens unterstreichen, ist lediglich eine Plastikblume:
- Die anfängliche Verwunderung über ihre “Schönheit” verwandelt sich
rasch in Enttäuschung und das Gefühl, betrogen zu sein; denn die
Schönheit ist künstlich und nicht beseelt, sie ist leer und inhaltslos.
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- Duften tut sie ja gar nicht; denn dazu fehlt es ihr an Inhaltsstoffen, die
sie aufgrund der Göttlichen Intelligenz und eines eingebauten
Wachstumsplanes hätte entwickeln können.
- Sie trägt kein Leben in sich und hat der Seele somit gar nichts zu
bieten.
Die Bedürfnisse nach den Dingen der Welt, die man sich mit Geld kaufen
kann und muss, sind wie ein unersättlicher Hunger, der ständig ein
Gefühl des Unbefriedigt-Seins hinterlässt und das ganze Wesen kraftlos
macht. Wegen der nie aufhörenden Jagd nach echter Nahrung bleibt der
Seele keine Zeit übrig, ihrer wirklichen Berufung nachzugehen. Alle ihre
Anstrengungen verwendet sie auf vergängliche Tätigkeiten und auf den
Erwerb vergänglicher Gegenstände, die ihr nichts einbringen, was sie
näher ans Ziel bringen kann. Das einzige Ziel des Lebens ist das Tor der
Ewigen Glückseligkeit, die sich die Seele auf Wegen wahrer
Fruchtbarkeit für Gottes Werke erwirken muss.
Lieber Bruder, die Dinge der Welt nähren das seelische Leben nicht und
werden sehr leicht dazu herbeigesehnt und erworben, die eigenen
Schwächen noch weiter zu nähren, so dass diese letzten Endes die
Seele in faustdicken Ketten fesseln, wie in einem Kerker: getrennt von
allem Licht, von jeglicher bleibenden Freude, fern von allem Leben. Das
einzige Werkzeug, das die Seele aus ihren Schwächen befreien kann, ist
die wahre Liebe. Die wahre Liebe wird in der Seele zum Leben erweckt,
sobald die Seele zur Erkenntnis ihrer Bestimmung als Kind Gottes
gelangt. Diese Erkenntnis soll sie sich aber nicht durch den Verstand
erwerben, sondern durch das Herz.
Halten Sie sich fest vor Augen:
- dass Gott Sie dazu in die Welt gesandt hat, damit Sie sich am Pflücken
der Früchte für Gottes Reich auf Erden beteiligen;
- dass Er Ihnen dazu wunderbare Talente als Rucksack auf dem Weg
zwischen den Obstbäumen geschenkt hat, die Er täglich durch den
Erguss von Gnaden und die Winke Seiner Vorsehung zu nähren
versucht;
- dass Er zwar die Befriedigung von Bedürfnissen zulässt, welche den
Leib instand halten sollen, dass diese jedoch als Mittel zur
Selbstentfaltung (Heiligung) gedacht sind und auf keinen Fall Ziele an
sich werden dürfen;
- dass Er für Sie den Lohn des Erben der Göttlichen Nachlassenschaft
bereit hält, die sich aus der Ewigen Glückseligkeit zusammensetzt, die
allerdings nur durch ein Leben der Loslösung angetreten werden kann.
Der Grund ist, dass Gott die weltlichen Anhänglichkeiten als eine
Entscheidung zugunsten der Welt und zum Nachteil Seiner ewigen
Geschenke betrachtet.
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- dass die weltlichen Anhänglichkeiten in dem Maße stärker werden, wie
sich die Liebe in der Seele lähmen lässt;
- dass die Herrin aller Seelen die wahre Liebe zu Gott, zu Gottes Werken
und Plänen und zu den Mitgeschöpfen hundert- und tausendfach
anfachen kann und dass Sie dazu nur die Nachfolge von Seiten der
Seele braucht: Die Seele, die Ihre Belehrungen und Anweisungen in der
alltäglichen Praxis anwendet, wird von der Herrin zu den Gipfeln der
Heiligkeit geführt. Diese Seele wird an erster Stelle so umgestaltet, dass
ihre Fähigkeit zu lieben, zu hoffen und zu glauben viele Male verstärkt
wird. Unter den ungeahnten Vorteilen dieser Entwicklungen zählen die
Nachfolgenden zu den Auffälligsten:
1. Je größer die Liebe wird, desto leichter wird die Seele dazu kommen,
sich von der Welt abzuwenden und ihr Leben bis in alle Einzelheiten in
den Dienst der höheren Dinge zu stellen.
2. Je größer die Hoffnung wird, desto rascher wird der innere Friede der
Seele wachsen, weil sie dann in allem aus der festen Überzeugung
heraus lebt, dass dieses Leben mit seinen Prüfungen nur wie ein Sturm
in einem Wassertropfen ist, den sie bestehen muss, um die vollendete
Glückseligkeit des ewigen Paradieses zu erben.
3. Je größer der Glaube wird, desto untrüglicher wird für die Seele die
Empfindung von Gottes Gegenwart in allen Kreuzen, in jeder Entsagung,
in jeder Loslösung, so dass sie sich eines Tages mehr über einen
Mangel an weltlichen Befriedigungen als über die Erfüllung der meisten
Bedürfnisse freuen wird; denn sie wird dann verstanden haben, dass
neunzig Prozent der weltlichen Bedürfnisse lediglich Scheinbedürfnisse
sind, die sie von Gott entfernen, genauso wie neunzig Prozent der
Wirklichkeit für die Seele nicht sinnlich wahrnehmbar ist und die
Bedürfnisse der Materie somit wie ein Ungeheuer sind, dem es gelingt,
die Seelen dazu zu bringen, dass sie neunzig Prozent der Gaben Gottes
uninteressiert zurückweist, dazu noch gerade die neunzig Prozent, in
denen die allermeisten unvergänglichen Gnaden wirksam sind.
Lieber Bruder, die Welt ist ein Tyrann. Je mehr sich die Seele ihr
verschenkt, desto mehr wird die Seele zu ihrem Sklaven. Die
Himmelskönigin wird uns, Seelen der Letzen Zeiten, als die Herrin
vorgeführt, die Macht hat, uns zu befreien. Maria macht die Erlösung der
Seele guten Willens in dem Maße vollständig, wie die Seele sich Ihr
vollkommen hingibt und Ihre Anweisung genau befolgt. Die Erlösung ist
kein passiver Vorgang. Sie ist eine Frage des aktiven Einsatzes, und
zwar vor allem im Bereich der Überwindung der eigenen Schwächen.
Genau deswegen brauchen die Seelen jetzt die Herrin aller Seelen:
Sie macht die Herzen frei, damit die wirklich Maria geweihten
Seelen die Kraft und den Mut finden, die Erlösungswerke Jesu in
sich zu vollenden. Der Heilige Paulus erinnerte uns bereits daran, dass
78
die Erlösung eine Frage der Ergänzung der Werke Christi ist. Jetzt, in
unseren Tagen, wird uns haargenau geschildert, wie wir diese
Ergänzung auf die fruchtbarste Weise verwirklichen können.
Lieber Bruder, Sie brauchen sich nicht mehr zu fürchten. Sie haben sich
völlig Maria hingegeben. Der Böse ist es, der Ihnen Angst zu machen
versucht. Fürchten Sie sich nicht wegen Ihrer Schwächen; denn genau
zur Besiegelung deren Niederlage hat die Herrin aller Seele Sich Ihrer
angenommen. Bald wird das einzige, das Sie sich noch erwerben
möchten, die Vollendung der Liebe sein und werden Sie nur noch das
Geld Ihrer Aufopferungen ausgeben, mit denen sich die Seele
buchstäblich alles kaufen kann, was sie wirklich für ewig reich macht. Mit
meinem Einsatz im Gebet bei der Himmlischen Herrin können Sie fest
rechnen.
In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen,
Ihre Myriam
94. Ermutigung für Personen, die mit negativen Einstellungen ihrer
Umgebung bzgl. des Glaubens zu kämpfen haben — über das Beten
vor Statuen oder Bildern
Liebe Schwester in Jesus und Maria,
wenn die Not hoch ist, wird sogar das leiseste Flüstern in Gottes Herzen
wie ein Schrei, weil sich das Herz dann die Gegenwart und die Wirkung
Gottes ganz ausgeprägt herbeisehnt. So hat die Quelle der Ewigen
Liebe auch Ihnen in Ihren Leiden zugehört und zugesehen. Ihre Anliegen
habe ich in aller Liebe der Herrin aller Seelen übergeben, die Sich
besonders über Ihre Ausdauer freut. Es ist nicht selbstverständlich, dass
eine Seele in einer Umgebung voller Feindseligkeit und Unverständnis
unbeirrbar an das Licht und die Liebe glaubt.
Ich möchte Sie deswegen mit diesem kleinen Sonnenstrahl aus dem
Herzen unserer Himmlischen Herrin ermutigen, wo Sie sagt, dass der
Verdienst einer Seele in dem Maße umso größer wird, wie sie mit
negativen Einstellungen in ihrem Alltag zu kämpfen hat. Viele versuchen,
Sie von Ihrem Glauben zu entfernen. Geben Sie nicht nach, lassen Sie
sich diesen Schatz niemals nehmen; denn er ist die Sonne, die Sie
immer von innen aus wärmen wird, wenn das Leben anscheinend nur
Wolken und Regen zu bieten hat. Vergessen Sie nie: Seelen, die Sie
vom Glauben und von der Verehrung Maria gegenüber wegzuführen
versuchen, sind Gefangene der Finsternis. Sie tun dies hauptsächlich
deswegen, weil sie selbst nicht den Frieden gefunden haben, den Sie
besitzen, während Sie zu Maria sprechen. Die Gegenwart der Herrin
aller Seelen kann Ihnen niemand nehmen, außer Sie selbst, wenn Sie
nicht mehr daran glauben würden, dass die Himmlische Königin Sie sehr
79
liebt und beschützt. Gerade das ist es, was ich Ihnen auf Anordnung
unserer Himmlischen Herrin hiermit bestätigen möchte.
Im nachfolgenden Punkt möchte ich Sie noch beruhigen. Man hat zu
Ihnen gesagt, Sie würden in die Hölle kommen, weil Sie zu Bildern und
Statuen beten. Die Seelen, die dies behaupten, haben offensichtlich
nicht verstanden, dass der römisch-katholische Christ weder zu Gips,
Holz oder Stein (in Statuen) noch zu Zellophan oder Papier und Tinte (in
Bildern) betet, sondern zu dem Wesen, das durch die Abbildung
vertreten wird. Man vergöttert da nicht das Material, aus dem diese
Abbildung hergestellt ist, sondern man verehrt das Himmlische Wesen,
das man sich mit Hilfe dieser Abbildung vor Augen zu führen versucht.
Der reinste Kontakt zu Gott bzw. zu Maria ist jener, bei dem wir im
Herzen auf Sie gerichtet sind, zu Ihnen Kontakt aufnehmen, mit unseren
ganzen Gefühlen und unserer ganzen Vorstellungskraft (die meisten
Seelen können sich bei Maria eigentlich wenig Konkretes vorstellen, bei
Gott noch weniger). Wenn es behilflich ist, sich bei diesem Kontakt
dadurch zu konzentrieren, dass man vor einem Bild oder vor einer
Statue betet, während das Herz sich völlig an Gott, Jesus, Maria usw.
orientiert, ist daran ganz und gar nichts Falsches. Seien Sie trotzdem
diesen Seelen nicht böse: Sie wissen nicht, was sie sagen. Beten Sie für
sie um Licht, damit auch sie eines Tages das wahre Glück in Maria zu
suchen lernen. Wenn sie guten Willens sind, wird ihnen diese Gnade
nicht vorenthalten werden. Spätestens nach diesem Leben auf Erden
werden diese Seelen sehen, dass Sie das Richtige getan haben.
Halten Sie sich fest an demjenigen, woran Sie zurzeit glauben. Die
Herrin aller Seelen kennt Ihr Verlangen, Ihr vollkommen zu gehören, und
wird Sie deswegen niemals im Stich lassen. Wie sehr Ihre Umgebung
Sie auch beschimpfen mag oder Sie zu isolieren versucht, seien Sie sich
immer dessen bewusst, dass Sie diese Erfahrungen gerade deshalb
machen, weil Sie auf dem Weg zum wahren Licht sind. Auf diesem Weg
reist man öfters alleine, aber wirklich einsam wird man auf ihm nie sein;
denn der ganze Himmel ist mit denjenigen, die auf diesem Weg
ausharren.
Ich nehme Sie von Herzen mit mir zur Herrin aller Seelen mit.
In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen, Ihre Myriam
80
95. Über die Sexualität des Menschen — über die Brautkammer der
Seele — über das Dreieck der seelischen Fruchtbarkeit (Liebe +
Leiden + Gehorsam/Hingabe) — über die spirituelle Bewertung der
Sexualität — über verschiedene Fragen zur Sexualität
Liebe Schwester in Jesus und Maria,
vielen Dank für Ihre Fragen in Bezug auf die Sexualität des Menschen;
denn diese Fragen sind ja von Interesse für alle Seelen. Zunächst
möchte ich gerne einige wichtige Ansichten der Himmelskönigin
vermitteln, welche die Sexualität in das richtige spirituelle Licht rücken
dürften.
Als Ausgangspunkt weist die Gottesmutter darauf hin, dass Jesus und
Sie Selbst während des irdischen Lebens den Seelen vorgelebt haben,
sämtliche körperlichen Bedürfnisse und Vorgänge auf eine höhere Stufe
zu bringen. Sie haben Ihr Leben auf Erden ohne das geringste Zeichen
sexueller Empfindung verbracht. Damit ist nicht gesagt, dass es bei
Jesus und Maria keine solchen Empfindungen hat geben können,
sondern dass Sie solchen Empfindungen keine Lebenskraft vergönnt
haben.
Bei diesen Bemerkungen beziehe ich mich nicht lediglich auf die
Evangelien, die uns nur einen allgemeinen Blick auf das Leben von
Jesus und Maria vermitteln, sondern ebenfalls auf die zahlreichen
Visionen und (teils öffentlichen teils privaten) Offenbarungen, die mir
Maria bisher in Bezug auf Ihr irdisches Leben und Ihre Natur als Mensch
vergönnt hat. Ich orientiere mich jetzt an Maria, weil Sie mich unter
anderem anhand Ihres eigenen Vorbildes zu Lebzeiten auf Erden
seelisch ausbildet. Weil Maria aufs Innigste mit Jesus verbunden ist,
dürfen wir mit absoluter Sicherheit annehmen, dass dieses Vorbild einen
Spiegel der Verfassungen Jesu darstellt.
Als Ideal bezeichnet Maria es, die Seele sollte alles daran setzen, so zu
leben, dass ihr ganzes Wesen zu einer Brautkammer wird. Es ist mir
erlaubt, Ihnen das aufgrund ausführlicher mystischer Belehrungen zu
erläutern, die mir privat erteilt wurden, die ich hiermit, allerdings sehr
gekürzt und strikt auf Ihre Fragen bezogen, wiederzugeben versuche.
Maria lehrt die Seele auf dem mystischen Wege, wie jede Prüfung in
eine Vereinigung mit Gott — durch den Wesenskern Mariens —
umgewandelt werden kann. Dies erfolgt durch ein beharrliches
Anstreben einer Liebe, die so sehr im ganzen Wesen der Seele
vorherrscht, dass die Seele bis auf die tieferen Ebenen ihres Wesens
(die Körperlichkeit) Feuer und Flamme wird und die ganze Lebenskraft
voll auf die höchsten Ebenen der Seele ausrichtet. Dieser Vorgang lässt
sich schwer beschreiben, kann aber in dem Maße gelernt werden, wie
sich die Seele in allem an der wahren Liebe orientiert und diese Letztere
81
durch Einsatz aller ihrer Kräfte und kraft vollkommener Hingabe an Maria
nicht verschmutzen lassen will.
Maria öffnet gleichsam Ihre eigene Seele für die Seele als ob Sie (die
Himmelskönigin) eine Brautkammer wäre. Der Akt, durch welchen eine
Prüfung, eine Aufopferung, ein Sühneakt usw. in einem Liebesfeuer an
Maria übertragen wird, wird von der Gottesmutter als “sublimierte
(vergeistigte) Vereinigung” bezeichnet, im Klartext: eine Vereinigung auf
hoher Ebene der seelischen Empfindung, ganz frei von körperlicher
Empfindung. Man kann dabei sogar den Punkt erreichen, wo Schmerzen
oder Leiden von irgendwelcher Art immer mehr “in diesem Liebesfeuer
aufgehen”.
Maria spricht oft von diesem gnadenvollen Dreieck der seelischen
Fruchtbarkeit: Liebe + Leiden + Gehorsam/Hingabe. Nun, gerade die
Vervollkommnung dieses Dreiecks, wobei die drei Bestandteile Schritt
für Schritt auf immer höhere Ebenen erhoben werden und dabei
ununterbrochen innigst miteinander verwoben bleiben, bildet das
höchste Ziel der mystischen Ausbildung, wie Maria sie in der Seele
vornimmt. Sie übt die Seele darin, und zwar dadurch, dass Sie die Seele
den unterschiedlichsten Situationen unterzieht, in denen sie die drei
Elemente in den unterschiedlichsten gegenseitigen Verhältnissen sehr
bewusst leben soll und in tiefster Hingabe zu vergeistigen versuchen
soll, bis sie dazu imstande ist, die Liebe, das Leiden und den Gehorsam
bzw. die Hingabe innigst seelisch und möglichst wenig physisch zu
erleben.
So tut die Himmlische Herrin es in der mystischen Ausbildung. Dabei
muss ich betonen, dass für Maria die Mystik nicht etwa ein Bereich von
Erscheinungen und Empfindungen ist, die ganz abseits der “normalen”
Erlebungen steht, sondern “die Kommunikationsart schlechthin”, welche
zwischen sämtlichen erschaffenen Seelen vorgesehen war, und dass die
Himmelskönigin deshalb manche Seelen auf diesem Weg ausbildet,
damit diese:
1. manche Göttliche Mysterien etwas tiefer ergründen und erkennen
lernen, weil diese Kenntnisse und Erkenntnisse den Werken, die Maria
durch die mystische Seele in anderen Seelen vollbringen will, dienlich
sind;
2. in sich selbst erfahren lernen, wie die Seele die ganze physische
Lebenswelt auf immer höhere Ebenen empfinden kann und dabei den
mit diesem Lernvorgang einhergehenden Opfern eine immer größere
Fruchtbarkeit für Gottes Heilsplan mit allen Seelen erwirken kann.
Mit anderen Worten: Maria möchte, dass Seelen Schritt für Schritt zum
ursprünglichen Ideal zurückkehren, wie Gott es sich am Anfang
gewünscht hat.
82
Kehren wir nach diesem kurzen Exkurs wieder zur Brautkammer zurück.
Maria lehrt die mystische Seele, wie diese sämtliche Prüfungen als
Vereinigung mit Maria und durch Sie mit Gott, betrachten soll. Die Seele
lässt dabei alle ihre Opfer mitsamt ihrer Liebe und ihrem Gehorsam
gegenüber Maria bzw. Gott und ihrer vollkommenen Hingabe an Maria
bzw. Gott in der Brautkammer der Seele (oder des Herzens) Mariens
völlig mit der unbeschreiblichen Macht Mariens verschmelzen. Diese
Macht setzt sich aus den nachfolgenden Komponenten zusammen:
1. der unübertrefflichen Liebe Mariens, die sich bereits zu Ihren
Lebzeiten in eine absolute Vollkommenheit aller Ihrer Tugenden
verzweigt hat;
2. den von den allermeisten Seelen ungeahnten Leiden Mariens zu
Ihren Lebzeiten. Diese Leiden waren sowohl seelischer Art — die
berühmten Schmerzen Mariens, die sehr grob unterschätzt werden, weil
nicht einmal ein Prozent derselben den Seelen bekannt sind — als auch
physischer Art. (Maria offenbarte mir von Ihren unzähligen Ermüdungen
bis hin zur Erschöpfung. Darüber hinaus hat Sie ein Leben von
unzähligen Aufopferungen, Fasten und Buße geführt. In Ihrer letzten
Lebensphase war Sie körperlich außerordentlich geschwächt.)
3. der unüberbietbaren Hingabe Mariens zu Ihren Lebzeiten. In
sämtlichen Einzelheiten Ihres Lebens auf Erden hat Maria Ihren freien
Willen vollkommen eins mit dem Willen Gottes erhalten. Mit Ihrem Jawort
hatte es unendlich weit mehr auf sich, als die meisten Seelen meinen.
Sehen Sie, liebe Schwester, dort haben wir wieder mal die drei großen
Elemente des Dreiecks der seelischen Fruchtbarkeit, mit der besonders
wichtigen Lektion: Die Vervollkommnung dieses Dreiecks in der
seelischen Verfassung einer Seele bestimmt Ihre Macht auf Gottes Herz,
weil die Seele, je nachdem sich deren Fruchtbarkeit für Gottes Heilsplan
den allerhöchsten Graden nähert, in allen Ihren Wünschen gleich die
Kraft von Gott Selbst in Gang setzt. Gerade dies erklärt auch die
Wunderwerke der Heiligen auf Erden. Nun denn, diese unübertroffene
Macht Mariens fängt die Aufopferungen der Seele in sich auf wie in einer
Vereinigung in der Brautkammer, um in dieser Verschmelzung das
menschliche Opfer vollkommen zu “veredeln” und so Früchte für den
Göttlichen Heilsplan einzubringen.
Wie steht das alles nun mit der spirituellen Bewertung der
Sexualität im Zusammenhang?
Gott wünscht Sich sehnlichst, dass sich die Seelen anstrengen, ihre
ganze Körperlichkeit zu erheben. Diese Erhebung ist nur durch
Erzeugung von wahrer Liebe möglich, welche die Trägerin des
Göttlichen Lebens ist. Adam und Eva lebten anfänglich in einer
Verfassung der vollkommenen Erhebung über ihre Körperlichkeit hinaus.
Sie wurden von Satan zum Ungehorsam Gott gegenüber verführt, das
83
heißt, sie wurden dazu veranlasst, ihr Mensch-Sein auf eine niedrigere
Ebene herabsinken zu lassen; denn der Ungehorsam Gott gegenüber
machte ihnen das Leben auf der Ebene der wahren Heiligkeit und
vollkommenen Vergeistigung nicht länger möglich. Indem sie der
Versuchung nachgaben, erkannte jede(r) von ihnen im jeweiligen
Gefährten plötzlich die physische Wesensebene mit deren stofflichen
Eigenschaften und Merkmalen. Erinnern Sie sich daran, wie im Buch
Genesis steht, dass sie auf einmal bemerkten, dass sie nackt waren.
Dies heißt, dass sie sich gegenseitig plötzlich nicht länger durch die
seelischen Augen, sondern durch die Augen des Leibes wahrnahmen.
Ich erinnere Sie dabei an meine Ausführung der Tatsache, dass sich die
Seelen in den Himmlischen Sphären in ihren jeweiligen verherrlichten
Körpern wahrnehmen, nicht in physischen Körpern.
Genauso, wie die Seelen in den Himmlischen Sphären miteinander auf
nicht-physische Art und Weise kommunizieren, so sollten die Seelen auf
Erden sich anstrengen, immer weniger durch die Kanäle ihres
physischen Wesens miteinander umzugehen.
Unsere Himmlische Herrin führt weiterhin aus, die Sexualität neige dazu,
die Lebenskraft der Seele zur körperlichen Empfindung hinzuziehen,
während es für eine möglichst ungehemmt durchströmende seelische
Entwicklung und Entfaltung notwendig ist, es der Lebenskraft zu
ermöglichen, sich in einem möglichst hohen Anteil auf den höheren
Ebenen des Wesens auszuwirken. Das menschliche Wesen erhält seine
Lebenskraft über die höheren Ebenen der Seele, lässt diese jedoch
unter dem Einfluss sehr vieler Faktoren durchwegs im hohen Maße bis
auf die tieferen Ebenen absinken, so dass diese Kraft sich vor allem in
den physischen Empfindungen auswirkt. Daraus ergibt sich in
unzähligen Seelen eine “Unterentwicklung” der seelischen Fähigkeiten,
unter anderem:
- eine Verunreinigung der Kommunikation mit Gott bzw. Maria;
- eine verringerte Fähigkeit, sich ganz und gar den Inspirationen des
Heiligen Geistes aufzuschließen;
- eine Unfähigkeit, die ungeahnten Fähigkeiten im Mittelpunkt der Seele,
wo Gott die größten Geheimnisse der Seele und des Göttlichen Lebens
verborgen hat, zur Entfaltung bringen zu helfen. (Es sind gerade diese,
welche uns Maria erschließen helfen möchte.)
Jedes Mal, wenn sich die Seele vollkommen in die Sexualität aufgehen
lässt, werden Lebenskräfte freigesetzt, die sich auf der physischen
Ebene des Wesens auswirken. Wir dürfen nie aus den Augen verlieren,
dass sich im menschlichen Wesen je nach seinem Verhalten bestimmte
Wege anbahnen: Je öfter sich die Seele sexuellen Tätigkeiten hingibt,
umso leichter wird ihre Lebenskraft zu dieser Ebene hin gelenkt, so dass
84
die höheren Ebenen des seelischen Lebens relativ unterernährt werden.
Gibt sich die Seele mehr den höheren seelischen Prozessen hin, so
werden die “Wege nach unten” allmählich weniger ausgeprägt. Wenn wir
die Seele mit einer Blume vergleichen würden, so wären die höheren
seelischen Vorgänge die Teile, die den Duft, die Schönheit und die
Fruchtbarkeit der Blume bestimmen. Welchen Wert hat eine Blume noch,
wenn diese drei Elemente unterernährt werden?
Wenn Sie in Ihrem Brief bemerken, Gott habe die Sexualität zur Freude
des Menschen erschaffen, so stimmt dies also nicht gerade. Es soll
klargestellt werden, dass Gott die Sexualität weder verurteilt, noch sie an
sich als schlecht betrachtet. Die Schwierigkeit ist: Weitaus den meisten
Seelen gelingt es nicht, die Sexualität so in den Griff zu bekommen, dass
sie diese auf die richtige Weise (das heißt: vollkommen in Harmonie mit
Gottes Wünschen) empfinden und leben. Die sexuelle Empfindung kann
an sich hochgradig sublimiert (veredelt, erhoben) werden, sozusagen
wie eine Art der Hingabe an Gott. So war es zum Beispiel, wie es mir
unsere Himmlische Herrin offenbart hat, der Fall in der physischen
Vereinigung zwischen den Heiligen Joachim und Anna, deren
Vereinigung sich im so außerordentlichen Maße in der rein seelischen
Verzückung vollzog, dass diese für die Empfängnis der einmalig heiligen
Frucht “Maria” geeignet war. Dabei war wirklich die Rede von einer
vollendeten Vereinigung in der Brautkammer des Heiligen Geistes, des
Goldenen Tabernakels aller Heiligkeit, aus dem die Unbefleckte
Empfängnis Mariens hervorgehen sollte. Diese hochveredelte
Vereinigung war absolut notwendig, damit der Keim der Unbefleckten
Empfängnis, dieser einmalige Edelstein aus der Quelle des Göttlichen
Lebens, in den Schoß Annas empfangen werden kann.
Sie fragen, ob Eheleute nur Geschlechtsverkehr haben sollten, wenn sie
ein Kind zeugen wollen. In dieser Beziehung weist Maria auf das
Nachfolgende hin: Der Geschlechtsverkehr ist grundsätzlich nur
innerhalb des Sakramentes der Ehe zulässig. Das Sakrament der Ehe ist
in den Augen Gottes die Brautkammer, in der zwei Seelen, die vor den
Augen Gottes einen heiligen Bund eingegangen sind, sich für die
Empfängnis einer Seele zur Verfügung stellen. Im Klartext:
- Nur ein Mann und eine Frau — nie zwei Seelen desselben
Geschlechtes — können eine in Gottes Augen gültige Ehe schließen.
- Diesen beiden Seelen ist es nur erlaubt, miteinander physische
Vereinigungen einzugehen.
- Wenn solche Vereinigungen eingegangen werden, sind diese als das
Betreten der Göttlichen Brautkammer zu betrachten.
- Infolgedessen sollen sich die Seelen darüber im Klaren sein, dass sich
ihre Vereinigung sozusagen auf der Grundlage eines Sakramentes, d.h.
einer Berührung mit Gott, vollzieht, wobei der Schöpfer — wenn dies
85
innerhalb Seines Heilsplans passt — die Vereinigung mit einer neuen
Seele bekleiden kann.
Wenn man diesen Vorgang also auf der spirituellen Ebene betrachtet,
ergibt sich die Schlussfolgerung, dass sich die Eheleute bei jeder
Vereinigung darüber im Klaren sein sollten, dass diese Vereinigung eine
Art von Bund mit Gott bildet, im Rahmen dessen Gott Sich dazu
entscheiden kann, den Keim eines neuen Lebens zuzuteilen und wobei
die Eheleute sich dazu verpflichten, diese Göttliche Entscheidung als
eine Äußerung Göttlicher Vorsehung und Weisheit zu akzeptieren. Nur
so können sich die beiden Seelen vollkommen zu Diensten des
Göttlichen Heilsplans stellen.
Wieso lässt Gott Schwangerschaften bei Ehebrüchen entstehen?
Die Grundregel für jedes Geschehnis auf Erden ist, dass etwas dann von
Gott erlaubt wird, wenn es Seinen Plänen dient. Da es den Seelen nicht
erlaubt ist, eine vollständige Erkenntnis von allen Elementen dieses
Planes zu erhalten, lässt sich diese Frage in jedem vorkommenden Fall
selten mit Sicherheit bis in alle Einzelheiten beantworten. Wenn unser
Glaube vollendet werden soll, müssen wir von einem immer überzeugt
sein: Für Gott hat das alles einen Sinn, auch wenn es uns manchmal
irgendwie unerklärlich vorkommt.
Ist die Sexualität des Menschen eine Auswirkung der Erbsünde?
Nein. Die Empfindung der Sexualität auf physischer Ebene schon. Diese
geht nämlich aus einem Herabsinken der Empfindungen auf eine
niedrigere, nicht mehr vergeistigte Ebene hervor.
Ist es besser für den Menschen, allein zu bleiben und sich Maria zu
weihen, als eine Ehe mit einem Menschen einzugehen?
Das hängt ganz von der individuellen Berufung ab. Die Seele kann
unverheiratet bleiben und dabei in den unterschiedlichsten Graden
fruchtbar oder unfruchtbar werden, oder sie kann heiraten und dabei
ebenfalls in den unterschiedlichsten Graden fruchtbar oder unfruchtbar
werden; denn die Fruchtbarkeit einer Seele für Gottes Heilsplan wird auf
unzähligen verschiedenen Wegen erzeugt. Wenn die Seele heiratet,
sollte sie sich allerdings anstrengen, die physische Empfindung ihrer
Vereinigung mit dem Ehepartner so viel wie möglich zu vergeistigen und
sich den Göttlichen Regeln möglichst weitgehend hinzugeben. Der
Grund ist einfach, dass die Seele nur auf Erden ist, um sich spirituell
möglichst weitgehend zu entfalten. Dies ist eine der schwierigsten
Aufgaben der verheirateten Seelen, aber es ist durchaus nicht
unmöglich, sie zu erfüllen. Ausschlaggebend für diese Fähigkeit sind die
Entwicklung der wahren Liebe zu Gottes Werken und Plänen und der
Hingabe an dieselben. Die Herrin aller Seelen versucht, diese in jeder Ihr
86
vollkommen geweihten Seele zu den höchsten Graden der Reife zu
führen.
Dies beantwortet mithin das Element Ihrer Frage in Bezug auf die
Erforderlichkeit der Weihe: Ja, Gott sehnt Sich danach, dass sich jede
Seele vollkommen Maria weiht, weil die Seele gerade in den Händen
Mariens durch die schwierigsten Aufgaben ihres Lebens, über die
holprigsten Strecken ihres Lebensweges, getragen wird, und zwar in
dem Maße, wie die Seele sich wirklich Maria hingibt.
Wie kann ich beurteilen, ob die Seele von K. mit meiner für die ewigen
Dinge wirksam sein wird?
Beurteilen werden Sie dies nie vollständig können. Beurteilen ist eine
Sache der Einschätzung, und dies steht nur Gott zu, weil Er die
allumfassende Weisheit besitzt und einen Überblick von allem hat, was
in jeder Seele vorgeht. Bevor Sie mit K. den großen Schritt machen,
können Sie sich nur die folgenden Fragen stellen:
1. Was erwarte ich von dem Leben mit K. im Rahmen der sakramentalen
Ehe?
2. Was erwartet K. selber davon?
3. Ist jede(r) von uns dazu bereit, die Ehe im strikt christlichen Sinne
dieses Sakramentes zu leben, unter Berücksichtigung der Regeln und
Erwartungen Gottes in Bezug auf dieses Sakrament?
Wenn Sie sich beide zugunsten dieses heiligen Bundes entschließen,
obliegt Ihnen die Verpflichtung, sich anzustrengen, sich möglichst tief
Maria hinzugeben, damit Sie über alle Ebenen Ihrer Empfindungen und
über jedes Element Ihrer gegenseitigen Beziehung herrschen kann. Gott
erwartet von Ihnen nicht von heute auf morgen das Ergebnis einer
vollheiligen seelischen Beziehung, wohl aber die Anstrengung in diese
Richtung und die bereitwillige Hingabe. Eine sakramentale Ehe im
Schoß einer vollkommenen und bedingungslosen Weihe an Maria ist
eine außerordentlich gesegnete Lebenslage.
In Liebe und zu Diensten der Herrin aller Seelen,
Ihre Myriam
96. Über den Sinn des Leidens — über den Umgang mit Krankheiten
—Gott ist kein rächender Gott, der Elend und Leid bereitet!
Liebe Schwester in Jesus und Maria,
aus den Belehrungen und Offenbarungen ist Ihnen inzwischen ohne
jeden Zweifel bekannt, dass unsere Krankheiten, wie schwer wir es im
weltlichen Sinne auch manchmal mit ihnen haben, eine seelische
Notwendigkeit sind. Seit der Erbsünde „genießt“ jede Seele das
87
Vorrecht, dabei mithelfen zu dürfen, das Ungleichgewicht, das durch die
Sündhaftigkeit des Menschen in die Schöpfung gekommen ist, wieder
gutzumachen. Das ist außerordentlich wichtig, weil es letztendlich um
den Stand des wahren Friedens, das heißt also, um die Empfindung des
wahren, uneingeschränkten Glücks! in den Seelen geht.
Liebe Schwester, eigentlich sind unsere Leiden nichts anders als Gottes
Antwort an den Urheber allen Elends auf Erden (den Bösen). Durch
unsere Leiden können wir das Glück, den inneren Frieden, den Frieden
Christi, den Jesus uns versprochen hat, und den Gipfel der wahren Liebe
loskaufen, für uns selbst und für andere Seelen. Jesus hat uns die
Wirksamkeit dieses Systems in der Praxis nachgewiesen: Er litt
unbeschreibliche Schmerzen für den Loskauf der Seelen guten Willens,
das heißt, durch die Leiden Jesu sollte unter dem Neuen und
Immerwährenden Bund jede Seele, die bereit ist, ihr Leben an Gottes
Willen zu orientieren und dem Göttlichen Gesetz der wahren Liebe
genauestens zu gehorchen und im eigenen Leben anzuwenden, die
Chance bekommen, in den Himmel hineinzugehen, nachdem dieser
aufgrund der Sündhaftigkeit für die Seelen geschlossen worden war.
Betrachten wir doch das Wunderbare dieses Geschenkes: die liebevoll
und im Gehorsam akzeptierten Leiden als Goldmünzen zum Loskauf aus
den verheerenden Wirkungen der Sünde. Der Mensch trägt also im
eigenen Leib den Schatz, der ihm aufgrund weniger Jahre oder
Jahrzehnte von Unbequemlichkeiten eine Ewigkeit von Glückseligkeit
einbringen kann und zugleich noch die Gründung des Göttlichen Reiches
des wahren Friedens und der wahren vollendeten Liebe auf Erden
voranbringen kann. Die Finsternis (der Sünde) wird gleichsam durch
andere Finsternis (der physischen und emotionalen Leiden) in
vollendetes Licht umgewandelt. So etwas kann doch nur ein vollkommen
liebender Gott Sich ausdenken.
Der Schatz in unserem Leib muss erschlossen werden, und Gottes
Intelligenz macht dies durch unzählige Wege möglich. Eigentlich liegen
in der Vielfalt an Krankheitsbildern, welche die Menschheit heimsuchen,
unzählige Symbole beschlossen, die es dem Leidenden ermöglichen,
seine eigenen spezifischen Leiden auf eine äußerst sinnvolle Weise an
Maria zu weihen, so dass Sie diese voll und ganz in Gottes Heilsplan
einbauen kann, zur Erlösung von vielen aus ihren spezifischen Sünden
und Schwächen. Maria spricht in mir dauernd in Bildern. Sie tut das auch
in Bezug auf Krankheitserscheinungen. Einige Beispiele, die Sie
interessieren dürften:
- Verstopfung könnte die Seele sehr sinnvoll dazu weihen, diese möge
Seelen befreien helfen, die das Weltliche und die Vergangenheit nicht
loslassen können (die unteren Verdauungsorgane lassen sich leicht auf
alles Weltliche beziehen);
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- Kopfschmerzen könnte die Seele sehr sinnvoll dazu weihen, diese
möge Seelen befreien helfen, die dauernd denken, also zu viel mit dem
analysierenden Verstand an ihre Lebenswelt herantreten;
- Schlaflosigkeit könnte die Seele sehr sinnvoll dazu weihen, diese möge
Seelen befreien helfen, die seelisch eingeschlafen und somit auch
seelisch umnachtet sind;
- Übelkeit könnte die Seele sehr sinnvoll dazu weihen, diese möge
Seelen dazu bringen, dass sie die Sünde seelisch anekelt;
Was den spezifischen Typ von Rheuma betrifft, von dem Sie befallen
sind, so könnten Sie Ihre sämtlichen damit einhergehenden Schmerzen
sehr wohl täglich an Maria weihen, mit der Bitte, Sie möge diese dazu
anwenden, Gnaden für Seelen zu erwirken, die seelisch erstarrt sind,
das heißt, die nicht dazu zu kommen scheinen, in ihren Ansichten auch
nur das Geringste zu ändern, und die folglich über die Jahre hinweg gar
nicht wachsen. Gott verlangt von jeder Seele Wachstum. Ob sie nun
sehr begnadet ist oder kaum talentiert zu sein scheint. Gott erwartet von
jeder Seele, dass sie heute auf der Ebene der seelischen Entwicklung
weiter steht als vor fünf oder zehn Jahren, und dass sie fünf Jahre weiter
noch weiter steht, usw. Eine Seele, die spirituell nicht zu wachsen
scheint, ist mit einem Menschen vergleichbar, der sich vor lauter
Schmerzen am ganzen Bewegungsapparat kaum bewegen kann.
Gott oder Maria werden nur selten buchstäblich sagen, wozu genau eine
Seele leiden soll. Der Grund ist einfach: Sollten Sie einen Anlass oder
Grund erwähnen, so käme dies einem Urteil über irgendwelche Seelen
gleich: Es könnte zum Beispiel eine leidende Seele dazu veranlassen,
mit dem Finger auf einen oder mehrere „Schuldige(n)“ zu zeigen — „Ich
muss wegen des Verhaltens meiner Tochter leiden“, usw.. Sehr
verdienstvoll ist schon, wenn Sie aus eigener Initiative Ihre Leiden für die
Seelen darbieten möchten, bei denen Sie sowieso feststellen können,
dass ihr Verhalten Gott nicht gerade dienen kann. Wichtig ist nur, dass
Sie dabei nicht richten, sondern die Aufopferung lediglich als Akt
aufrichtiger Nächstenliebe leisten wollen.
Ich muss Sie von unserer Himmlischen Mutter und Herrin aus betont vor
der Aussage warnen, die Ihnen der „Seher“ gemacht hat, laut derer Ihre
beiden Kinder vom Glauben weggekommen sind, weil Sie bestimmte
Heilmittel verwendet haben. Ich schreibe Ihnen buchstäblich die Worte
Mariens in diesem Bezug, damit Sie ohne die geringste Spur des
Zweifels wissen, wie Sie mit dieser Information umgehen sollen:
1. Gott ist kein Gott der Rache oder der Vergeltung, der X unbedingt mit
Y bestraft; das heißt, wenn eine Seele einen Fehltritt begeht
(angenommen, dass es sich überhaupt um einen Fehltritt handelt, was in
Ihrem Falle ganz und gar nicht der Fall gewesen ist, ganz im Gegenteil),
beantwortet Gott diesen nicht mit einem spezifischen Leiden.
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2. Gott bereitet Seelen kein Elend, keine Strafen, keine Leiden. Ich habe
über dieses System bereits an mancher Stelle der Schriften schreiben
dürfen: Es ist die Sündhaftigkeit der Menschheit, die Finsternis und
Elend heraufbeschwört, nicht Gott.
3. Gott macht einer Seele keine unmittelbaren Vorwürfe wegen eines
Fehltritts, im Sinne von „du hast X verbrochen, deswegen geschieht mit
dir jetzt Y“. Erstens handelt es sich in Ihrem Falle, wie oben erwähnt, gar
nicht um einen Fehltritt (somit hat sich der „Seher“ auf keinen Fall von
oben inspirieren lassen) und zweitens gibt Gott einfach nicht solche
Erklärungen, solange die Seele noch dabei ist, ihren irdischen
Lebensweg zu absolvieren. Gott lässt keine Informationen vermitteln,
durch welche die Seele, an die sie vermittelt werden, um irgendwelche
Verdienste kommen könnte. Dies wäre dem Göttlichen Heilsplan gar
nicht zuträglich.
Liebe Schwester, der Glaubensverlust bei den beiden Töchtern hat gar
nichts mit einem früheren Verhalten Ihretwegen zu tun. Diese beiden
Seelen haben diese Entscheidung freiwillig getroffen und werden täglich
vom Heiligen Geist dazu inspiriert, diesen Rücktritt zu bedauern.
Vorläufig hören sie nicht auf diese Göttliche Gnadenwirkung. Die Weihe
Ihrer Leiden (zum Beispiel des Rheumas, damit sie von ihrer seelischen
Erstarrung und „Unbeweglichkeit“ geheilt werden) wird Ihnen reichen
Verdienst einbringen; denn Sie erbitten dadurch dauernd die Erzeugung
von Licht. Ob und wann die Töchter zum wahren Glauben zurückkehren,
wird an erster Stelle von der Bereitschaft der Töchter selbst abhängen,
ihren freien Willen in den Dienst Gottes zu stellen. Man kann ein Pferd
ans Wasser bringen, man kann es aber nicht zwingen zu trinken.
Den Gnadenstand Ihres Ehemannes können Sie dadurch verbessern
helfen, dass Sie seine guten Eigenschaften in der Absicht an Maria
weihen, Sie möge ihn durch das von ihm ausgehende Licht selbst für die
Fülle des Göttlichen Lichtes öffnen. Diese Form der Weihe ist sehr
kräftig, weil Sie durch sie nicht zu Maria sagen, Ihr Mann sei an
irgendetwas Schuld, sondern, dass Ihr Mann Ihrer Ansicht nach ein guter
Mensch ist und deshalb eigentlich doch richtig Träger des wahren
Lichtes sein könnte. In Gottes Augen ist das wichtig; denn Sie sprechen
dann nur Gutes von einem Mitmenschen.
Es dürfte Ihnen aus früher veröffentlichten Briefen deutlich geworden
sein, dass Sie über den Gebrauch der Homöopathie falsch beraten
worden sind. Ich verweise Sie gerne auf jene Briefe. Nur dies lässt mich
die Herrin aller Seelen noch eigens zu Ihrer Beruhigung betonen: Die
Gottesmutter Selbst betont mir gegenüber seit vielen Jahren, dass der
Gebrauch der Homöopathie vom Himmel durchaus hundertprozentig
gebilligt wird und vollkommen im Einklang mit den Gesetzen Gottes
ist, was von mancher anderen Heilmethode nicht gesagt werden kann.
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Maria ist diesbezüglich formell, was manche Seele auch immer an
gegenteiligen Ansichten darüber verbreiten mag. Jede Seele, die Sie
vom Gegenteil zu überzeugen versucht, wird nicht aus Himmlischer
Quelle inspiriert und dient nicht den Werken Gottes (so lauten die Worte
der Himmelskönigin). Diese Heilmethode verfolgt keinerlei bösen
Absichten, wirkt vollkommen im Einklang mit der Göttlichen Intelligenz
und wahrt auf wundervolle Weise das physische Kapital, das der Seele
von Gott geschenkt worden ist, unter der einzigen Voraussetzung, dass
sie richtig und mit Vernunft angewendet wird — was ja auf jede
Heilmethode zutrifft. Weiteres darf ich zu diesem Thema von der
Gottesmutter nicht mehr schreiben, da ich bereits ausgiebig die einzige
Himmlische Wahrheit dazu habe verkünden dürfen und dieser Wahrheit
deshalb nichts hinzugefügt werden kann.
Sehr gerne bitte ich die Herrin aller Seelen für Sie um die Kraft, Ihr Kreuz
tragen zu können. Versuchen Sie auszuharren, jeder Tag bringt Sie
näher ans Ziel und bereitet der Menschheit Strahlen vom Licht der
Gnade. Möge diese Erkenntnis Ihnen dabei helfen, die kommenden
Passionstage im Licht einer neuen Sinngebung zubringen zu können.
Jesus und Maria fühlten Sich in jenen Tagen buchstäblich wie
„gebrochen“. Sie können dieses Gefühl nachvollziehen.
In Liebe, und zu Diensten der Herrin aller Seelen,
Ihre Myriam
Apostolat
Postfach 50 15 59
D-50975 Köln
e-mail: [email protected]
© Copyright 2008: "Myriam van Nazareth"
Weitere Texte auch in Deutsch unter:
www.myriam-van-nazareth.net
Totus Tuus, Maria, Potentissima Domina Animarum omnium!
(Ich gehöre ganz und gar Dir, Maria, allermächtigste Herrin aller Seelen!)
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