Informationen für Einsätze in Tansania

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Koordination Tanzania
Informationen für aureisende Fachpersonen nach Tansania
Marianne und Giovanni Cagnoli
Koordinatoren
P.O. Box 2752
Mwanza
TANZANIA
Tel.: ++255-28-2500892
Fax: ++255-28-2500893
e-mail: [email protected]
im August 2006
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Liebe Ausreisende,
Ihr habt euch entschlossen, einen Einsatz in Tansania zu leisten. Auf den nachfolgenden Seiten
möchten wir die Informationen ausbauen, die ihr vielleicht schon anderweitig habt ansammeln
können. Wir werden versuchen, einige der Fragen zu beantworten, die Ihr Euch stellen könntet.
Dieses Dokument wurde erstmals im August 2006 erstellt. Die gesammelten Erfahrungen
entstammen unserer eigenen Süderfahrung allgemein, sind aber noch frisch, was Tansania an
sich betrifft, sind wir doch selber erst seit Januar 2005 im Land. Es ist vorgesehen, diese
Informationen immer wieder auf Stand zu bringen. Dementsprechend wären wir Euch dankbar,
wenn Ihr Angaben korrigiert oder komplettiert, sobald Ihr eigene Erfahrungen einbringen könnt.
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1. Dokumente zum mitnehmen
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Einen Pass, der mindestens 6 Monate Gültigkeit hat
Fotokopie des Passes für den Fall, dass er verloren geht oder gestohlen wird
Fotokopie des Residence Permits Class C für Tanzania
Wird ein Rückflugbillet verlangt von Immigration bei der Einreise, bitte erklären, dass es
sich um einen längeren Arbeitsaufenthalt handelt (siehe Residence Permit Class C). In
diesem Fall wird normalerweise vom Rückflugbillet abgesehen.
Kopien der Studienabschlüsse (Diplome, Fachausweise, etc)
Arbeitsvertrag mit INTERTEAM
Lebenslauf auf englisch
Testament (ist für die Fachpersonen von Interteam eine Verpflichtung)
Führerschein (wenn vorhanden, auch internationalen, übersetzt auf Englisch, mitbringen)
Ca. 10 Fotos im Passformat
Gewicht des Reisegepäcks erfragen, das bei der jeweiligen Fluggesellschaft erlaubt ist
(Precision Air erlaubt auf Inlandflügen gegenwärtig nur 20 kg Freigepäck, Air Tanzania
hingegen 30 kg)
Falls eine Kiste per unbegleitete Luftfracht gesendet wird, muss eine detaillierte Frachtliste
auf englisch erstellt werden, wo alle Artikel sowie deren ungef. Wertangabe aufgeführt
sind. Angeben, dass es sich um „gebrauchte persönliche Artikel“ handelt, denn bei
neuen wird Zoll verrechnet. Eine Kopie der Liste in die Kiste, eine für euch, eine an die
Koordination.
Eine gute Landkarte und einen guten Reiseführer
2. a) Informationen für die Koordination vor der Ausreise
Das Koordinationsbüro in Mwanza benötigt vor eurer Ausreise folgende Informationen:
-
Ankunftsdatum und -zeit, Flugnummer, Fluggesellschaft
2 Kontaktpersonen in der Schweiz (die in einem Notfall benachrichtigt werden könnten)
b)
Informationen von der Koordination vor der Ausreise
Das Koordinationsbüro gibt euch vor der Abreise folgende Informationen:
-
Adressen:
 des Koordinationsbüros in Tansania
 der Schweizer Botschaft in Dar es Salaam
 Liste aller INTERTEAM Fachpersonen in Tansania
 Notfallnummern
-
Arbeitsplatzbeschrieb, Aufgabenbeschrieb per Logframe
Lage und Adresse der Sprachschule für Kiswahili
Reservierung eines Hotels- oder Pensionszimmers am Ankunftstag, falls notwendig wegen
Weiterverbindung nach Mwanza
3. Praktische Informationen
Reiseführer
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Über Tansania sind viele Reiseführer veröffentlicht worden. Die INTERTEAM Programmleitung
für Afrika kann bestimmt über Neuerscheinungen informieren. In Dar es Salaam sind gute
Reiseführer und Landkarten erhältlich auf englisch, in anderen Städten sind diese rar. Auf
deutsch gibt es praktisch nichts.
Tansania, Sansibar, Kilimanjaro, von Jörg Gabriel, ISBN 3-8317-1138-0, erhältlich bei:
AVA/Buch 2000, Postfach, 8910 Affoltern a.A.
Web-Sites:
http://www.africaguide.com/country/tanzania/
http://www.africaguide.com/country/zanzibar/
http://www.africapoint.com/travel/tanzania.htm und viele andere
Die Situation im Land
Eine gute, kurze Zusammenfassung der Geschichte in Tansania findet man auf folgender
webpage:
http://www.historyworld.net/wrldhis/PlainTextHistories.asp?historyid=ad23
Einige Bücher:
LIMITED CHOICES, The Political Struggle for Socialism in Tanzania
Autor: Dean E. McHenry Jr.
Herausgeber: L. Rienner, Boulder, CO., 1994
The Politics of Environmental Control in Northeastern Tanzania, 1840 – 1940
Autor: James L. Giblin
Herausgeber: University of Pennsylvania Press, Philadelphia, 1992
Penetration & Protest in Tanzania
The Impact of the World Economy on the Pare, 1860 - 1960
Autor: Isaria N. Kimambo
Herausgeber: James Currey, London, 1991
Und über Afrika generell ist sehr zu empfehlen:
Afrikanisches Fieber
Erfahrungen aus vierzig Jahren
Autor: Ryszard Kapuscinski
Herausgeber: Eichborn GmbH & Co. Verlag KG, Frankfurt am Main, 1999
Zeitungen in Tansania:
Tanzania News
http://www.mediatico.com/en/mnews
Tanzania News continually updated from thousands of sources around the net
The Express
http://www.theexpress.com
Tanzania
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Majira
http://tanserve.com/news/guardian.html
Dar es Salaam, Tanzania
The Guardian
http://www.tanserve.com/news/guardian.html
Dar es Salaam, Tanzania
Mtanzania
http://www.tanserve.com/news/mtanzania.html
Dar es Salaam, Tanzania
IPP Media
http://www.ippmedia.com/
IPP Group, Dar es Salaam, Tanzania
The Arusha Times
http://www.arushatimes.co.tz/
The African
http://tanserve.com/news/theafrican.html
Gesundheitswesen
Die öffentlichen Gesundheitszentren in Tansania sind nicht mit jenen der Schweiz
vergleichbar. Da die Krankenkasse in der Schweiz die Kosten deckt, wird empfohlen, wenn
möglich einen privaten Arzt (Einheimischer oder Ausländer), private Labors und gute
Apotheken aufzusuchen. Es gibt Ärzte, die neuerdings mit alternativer Medizin arbeiten. Fragt
die Apotheken, Eure Mitarbeiter, oder andere Fachpersonen, die in der Region leben.
Die beste Vorsorge ist bestimmt eine gesunde Selbstversorgung.
Am meisten leidet die Bevölkerung in Tansania unter Krankheiten wie Malaria, Tuberkulose,
HIV/Aids, Darminfektionen mit Durchfall, Typhus, Hepatitis, und manchmal Cholera. Durchfall
und Typhus werden oft von unsauberem Wasser verursacht, oder durch Obst und Gemüse,
das mit unsauberem Wasser gewaschen wurde. Wir empfehlen folgendes Buch:
Travellers’ Health
How to stay healthy abroad
Author: Dr. Richard Dawood
Herausgeber: Oxford University Press, Oxford
ISBN: 0-19-262247-1 (englisch, 1994)
In feuchten Tropengebieten, aber auch in den Bergen, gibt es verschiedene Typen von
Malaria, die manchmal gefährlich sein können. Medikamente zur Vorbeugung können, auf
längere Zeit eingenommen, Schäden verursachen. Trotzdem ist zu raten, bei wiederholten
Anfällen einen einheimischen Arzt beizuziehen. Die einheimischen Ärzte haben oft bessere
Erfahrungen mit Krankheiten in ihrem Gebiet als Ausländer. Besonders gegen Malaria gibt es
unteredessen in Tanzania verschiedene natürliche Heilmittel, z.B. Neem Drops und ArtemisiaProdukte. Im Falle von abwechselndem Fieber mit Intervall von zwei Tagen ist es unbedingt
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geraten, sofort einen Arzt oder Klinik aufzusuchen, und sich auf Malaria untersuchen zu
lassen. Der Nachweis ist einfach, nicht teuer, und mit medikamentöser Behandlung von
wenigen Tagen kann die Malaria ausgeräumt werden. Um Rückfälle zu vermeiden ist es
wichtig, sich gut zu erholen während der Behandlung, und nicht zu früh zur Arbeit
zurückzukehren. Allgemein kann Malaria recht gut mit einer gezielten guten Lebenshygiene
vermieden werden, d.h. gesunde, einfache Ernährung, Reduktion von Suchtmitteln,
ausreichende Erholung, Vermeidung von Stress und anderen Strapazen, auf seinen Körper
hören – dies alles, um die Abwehrkräfte zu stärken. Um sicher zu gehen, ist aber bei Fieber
immer ein Laboruntersuch auf Malaria angebracht.
Hinweise und Erfahrungen des Koordinationsbüro
 Bei hohem Fieber, immer einen Arzt aufsuchen!
 Die hiesige Ernährung ist ganz anders als in der Schweiz. So können z.B. tropische Früchte,
die plötzlich regelmässig und in grossen Mengen eingenommen werden, zu Bauchweh,
Darmverstimmungen und Durchfall führen. In Verbindung mit einfachen Krankheiten, der
hier in grossem Ausmass konsumierten Zuckermengen, und den starken Medikamenten,
die verordnet werden, kann sich sogar eine Veränderung des Metabolismus entwickeln.
Manche nehmen plötzlich zu, andere verlieren viel Gewicht, und in manchen Fällen kann
sogar die Psyche beeinträchtigt werden.
 Das Wasser soll gefiltert, abgekocht, oder desinfiziert werden. Rohes Gemüse nur mit
solchem Wasser waschen oder schälen. Die für Tansania empfohlenen Impfungen und
Immunisierung vornehmen lassen (z.B. Hepatitis Twinrix, Starrkrampf), und grundsätzliche
Hygiene befolgen.
 Recht üblich in Tansania ist, dass die Ärzte starke Antibiotika verschreiben, die den
Organismus und seine Abwehrkräfte schwächen. Joghurt und Quark können
Mikroorganismen im Magen, und eventuell beschädigte Darmflora, wieder aufbauen
helfen.
 Auch mit kleinem Budget kann man sehr abwechslungsreich essen. Lebensmittel sind in
Tansania preiswert, Obst und Gemüse geradezu billig. Knoblauch ist ein ausgezeichnetes vorbeugendes Hausmittel gegen viele Krankheiten, sogar (zumindest bis zu einem
gewissen Mass) gegen Mückenstiche.
 Bei leichtem Durchfall: reinen Zitronensaft mit Salz trinken. In schwereren Fällen: einige
Tage auf nüchteren Magen Papayakerne essen.
 Bei schweren Fällen von Durchfall (mehrmals täglich mit Schmerzen, Fieber und
Erbrechen): sofort einen Arzt aufsuchen und Flüssigkeit zu sich nehmen (möglichst
Kochsalzlösung). Aufgepasst: man leidet leicht unter Wasserentzug!
Persönliche Hygiene
In Tansania gibt es nicht überall fliessendes Wasser, es muss oft auf den Köpfen und
Fahrrädern befördert werden. Ebenfalls kann der Wasserdruck sehr schwach sein. Die
Glücklicheren sind sehr auf Hygiene bedacht, auf ihr Aussehen und Kleidung. So tragen jene
Frauen, die sich es leisten können, gerne Kunsthaarperücken, und gehen oft zum Coiffeur.
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Erstaunliche Haarkunstwerke werden kreiert. Leicht parfümiertes Vaseline wird regelmässig
verwendet, um sich Gesicht, Hals, Arme und Beine zu massieren. In Büros und bei offiziellen
Besuchen ist es fast obligatorisch, formelle Kleidung zu tragen (sauberes Hemd, lange Hosen
– keine Jeans! -, unter die Knie reichende Jupes oder Kleider). Auch unter schwierigen
Umständen werden Kleider gebügelt, oft noch mit Kohlebügeleisen. Shorts oder Jeans
werden von Einheimischen sehr selten getragen.
Bildungssystem
Wer mit Kindern im Schulalter ausreist, muss diesbezüglich vorher das Koordinationsbüro
konsultieren. Es gibt Montessori Kindergärten und private Schulen.
Elektrizität
Die Stromspannung in Tansania beträgt 230 Volt. Stromausfälle sind, besonders in der
Trockenzeit, gang und gäbe. Taschenlampen und Kerzen sind deshalb unentbehrlich. Die
Steckdosen sind mehrheitlich britisch, aber auch merkwürdige indische und chinesische
Kopien sind keine Seltenheit. Empfehlenswert ist ein Adapter. Es lohnt sich die Überlegung, ob
überhaupt und welche Elektrogeräte mitgenommen werden, gibt es doch viele
gebräuchlichen Elektrogeräte zu normalen Preisen hier zu kaufen. Der Aufwand des
Transports wird erspart, und Spannunganpassung bzw. Zwischenstecker sind nicht
notwendig.
Vorsicht: Stromschwankungen zwischen 150 und 300 Volt beschädigen empfindliche
elektrische und elektronische Geräte (Laptop, Kühlagregate, usw.). Ein Spannungsstabilisator
ist daher ratsam, und kann in Tansania gekauft werden.
Trinkwasser
Es gibt Regionen, wo das Wassert knapp und von schlechter Qualität ist, deshalb ist es
notwendig, Chlor hinzuzufügen, das Wasser zu filtern oder sogar beides. Wasserfilter und
Kerzen dazu sind in Tansania erhältlich. Mineralwasser in PET Flaschen und 10-Liter Gefässen
sind fast überall erhältlich. Je nach Arbeitsgebiet ist es eventuell notwendig, Wasser zu
kaufen und transportieren zu lassen, im Tank zu lagern und sparsam zu verwenden.
Postdienst
Der Postdienst in Tansania ist ziemlich zuverlässig. Für ganz wichtige Briefe und Pakete ist es
aber ratsam, diese per EINSCHREIBEN zu senden. DHL und EMS sind ebenfalls vorhanden.
Internet-Zugang und E-mail
In den Hauptstädten und Provinzhauptstädten sind inzwischen Internet-Cafés sehr verbreitet.
Wir empfehlen daher, ein Email-Konto bzw. Adresse bei einem Provider einzurichten, der
sowohl Web-Mail als auch einen POP oder POP3 Dienst anbietet. Wer von zu Hause auf seine
Emails oder ins Internet zugreifen will, benötigt einen lokalen Internet Service Provider.
Ungleich wie in Europa, sind die Zugangsberechtigung und das Email-Konto kostenpflichtig.
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Die Preise variieren, je nach Kontotyp zwischen ca. US-$ 50-60/Monat. Die Verbindung zum
Internet Provider kann mittels Telefonleitung (lokale Telefongebühren) erfolgen. Es ist daher
wichtig, dass das Haus bereits mit einem Telefonanschluss ausgerüstet ist, will man sehr lange
Wartezeiten für die Installation verhindern. In grösseren Städten oder ganz auf dem Land (wo
kein Telefonfestnetz besteht) gibt es auch die Möglichkeit eines permanenten und viel
schnelleren Zugangs zum Internet via Kabel oder Satellit. Die Preise dafür variieren zwischen
US-$ 70-100 monatlich.
Computer
Viele Fachpersonen ziehen ihren eigenen Computer oder Laptop vor. Kompetenter
Reparaturservice und Ersatzteile sind schwierig zu finden. Die Erfahrung ist, dass man
beschädigte Laptops meistens ins Ausland befördern muss zur Reparatur. Die Preise für
einfache Tisch-Computer liegen zwischen US$ 1,200 und 1,500, inkl. Zubehör. Viele Marken
von Laptops und anderer elektronischer Ausrüstung sind besonders in den grösseren Städten
erhältlich.
Telefon
Auf ca. 36 Millionen Einwohner in Tansania gibt es ungefähr 160,000 FestnetzTelefonanschlüsse. Die Tanzanian Telephone Company Limited (TTCL) ist unterdessen
teilweise privatisiert, und hat enorme technische Fortschritte gemacht. Das Mobiltelefon
hingegen ist in Tansania mit rasender Begeisterung zur Anwendung gekommen, als der Markt
dafür vor ein paar Jahren liberalisiert wurde. Es wurde zum Konkurrenten Nr. eins der TTCL,
erlaubt aber eindeutig bessere Kommunikation sogar in den entferntesten Ecken von
Tansania. Ein Hinweis: Bei Verlust eines Mobiltelefons kann z.B. bei Celtel die Nummer dafür
gerettet werden, indem man sofort zu einem ihrer Büros geht, den Fall schildert, und Tsh 2,500
bezahlt. Die verschwundene Nr. wird sofort übertragen, und kann deshalb beibehalten
werden. Ob dies der Fall bei Vodacom, Buzz oder Tigo ist, ist momentan unbekannt.
Kreditkarten und Banken
Diese Dienstleistungen gibt es nur in grösseren Städten und Provinzhauptstädten. Kreditkarten
werden selten akzeptiert (z.B. in Reiseagenturen, um Billete zu bezahlen, oder grossen Hotels
in der Hauptstadt). Für alltägliche Einkäufe wird bar bezahlt. Bargeld kann per Kreditkarte
bezogen werden, dabei ist die VISA bekannter als Mastercard. Auf jeden Bargeldbezug wird
eine Kommission erhoben.
Es ist empfohlen, bei der Ankunft an seinem Wohnort oder am nächstmöglichen Ort ein
Bankkonto zu eröffnen, worauf man Schweizer Franken so schnell wie möglich überweisen
lassen kann. Dazu ist das Residence Permit Class C unerlässlich. Die Überweisung dauert ein
paar Tage, max. 10 Tage. Gewisse lokale Banken erheben dafür eine zusätzliche Kommission,
die direkt vom Geldbetrag abgezogen wird, oder mit dem Wechselkurs verrechnet ist. ATM
Maschinen für Bezug von T-Shillings gibt es bei den grösseren Banken. Es ist wichtig,
ausreichend Bargeld oder Reiseschecks mitzubringen, um mindestens anfangs unabhängig
zu sein von Wartezeiten bei Banken, bis das Konto eröffnet ist. Die Bürokratie in Tansania ist
unglaublich kompliziert und langwierig. US-$ ist die am meisten verbreitete ausländische
Währung. In grösseren Städten kann man aber auch Schweizer Franken umwechseln.
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4. Dokumente (Einreise und im Land)
Alle Behördengänge sind äusserst bürokratisch und können sehr viel länger dauern, als man
sich dies vorstellt. Bevor die Geduld verloren geht, soll daran erinnert werden, dass auch in
der Schweiz sich niederlassende Ausländer eine Reihe Dokumente vorlegen müssen, und
sich aller möglichen Examen unterziehen müssen, bevor sie eine Aufenthaltsbewilligung
erhalten.
Eine der Koordinationsaufgaben vor Ort ist es, dafür zu sorgen, dass die Dokumente für die
Neuausreisenden gut vorbereitet sind. Damit bleiben viele aufwendigen und kostspieligen
Behördengänge erspart. Im Normalfall reisen die neuen Fachpersonen mit einem bereits
ausgestellten Residence Permit Class C in Tansania ein. Dieses gilt als Einreisevisum und
Arbeitsbewilligung. Es wird für zwei Jahre ausgestellt, und erlaubt mehrfache Ein- und
Ausreisen. Das Ausstellungsdatum dieser Bewilligung stimmt nicht mit dem Einreisedatum
überein, weil es im voraus beantragt wurde. Deshalb kann eine Zeitspanne zwischen der
Ausstellung der Bewilligung und der Einreise von 2-3 Monaten entstehen. Dies ist weiter nicht
beunruhigend, es besteht in Tansania kein maximal beschränktes Einreisedatum.
Bei der Einreise ist es wichtig, folgende Dokumente zur Hand zu haben:
 Kopie des Residence Permit Class C (das Original ist in der Koordination)
 mindestens 6 Monate gültiger Pass (für alle Familienmitglieder)
Empfohlen wird, von diesen Dokumenten gleichzeitig Fotokopien mitzutragen, damit bei
Verlust Beweise bestehen.
Im Land selber ist es wichtig, immer Fotokopien dieser Dokumente bei sich zu tragen.
Kontrollen sind rar, können aber vorkommen, und sind umso umständlicher, hat man diese
Dokumente nicht bei sich.
Es ist ratsam, Kopien von folgenden Dokumenten mitzubringen, einfach für den Fall:





Studienabschlüsse (wenn möglich übersetzt auf englisch)
Lebenslauf auf englisch
Familienbüchlein
Vertrag mit INTERTEAM
Informationen über lokalen Arbeitgeber (Arbeitsplatzbeschrieb, Logframe)
5. Ankunft in Tansania
Das Koordinationsbüro hat seinen Sitz in Mwanza. Ihr kommt wahrscheinlich in Dar es Salaam
an, ausser Euer Flug wäre über Nairobi direkt nach Mwanza gebucht worden. In beiden
Städten gibt es Immigrationsbüros. Bei der Ankunft werdet Ihr am Flughafen abgeholt, und
zum ersten Übernachtungsort gebracht. Je nach Verfügbarkeit kann dies in eine Pension, zu
anderen Fachpersonen, oder in die Koordination selber sein.
6. Reisegepäck / nicht begleitete Luftfracht
Reisegepäck:
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Die Einführung von Waren ist keine strikte Angelegenheit in Tanzania. Bei Erhalt des
Reisegepäcks am Flughafen kann der grüne Gang (im Fall von „nichts zu verzollen“) oder
der rote Gang („Waren zu verzollen“) benützt werden. Die Zollbeamten sind vor allem auf
neue Waren erpicht, insbesondere elektronische. Deshalb wird geraten, Waren nicht in ihrer
Originalverpackung mitzubringen, weil sonst das Bezahlen von Zoll unumgänglich wird. Im
Falle von Kontrolle, Waren einfach als „used items“ deklarieren.
Unbegleitete Luftfracht:
Luftfracht sollte am besten, wie von INTERTEAM empfohlen, über eine Transportfirma
spediert werden. Wichtig ist die detaillierte Frachtliste mit Werten auf Englisch, mit welcher es
einfacher ist, das Gepäck am Zoll auszulösen. Wiederum wird normalerweise nur auf neue
Waren Zoll verlangt. Die Kontrolle von Luftfrachtkisten ist meistens unerlässlich.
7. Wohnmöglichkeit
Bei der Ankunft in Mwanza werden die Fachpersonen normalerweise von der Koordination
empfangen. Falls diese nicht zur Verfügung steht, wird eine andere Abmachung getroffen.
Während der Einführung in Mwanza wird Ihnen ein Wohnort zur Verfügung gestellt. Je nach
dem, kann dies eine Pension sein, bei anderen Fachleuten, oder auf dem
Koordinationsgelände. Nach der Einführung werden sie an ihren Arbeitsort gebracht. Die
Partnerorganisation, zusammen mit
der
Koordination, wird unterdessen eine
Wohnmöglichkeit gefunden haben.
8. Einheimischer Führerschein
Ein tansanischer Führerschein kann vor Ort beantragt werden. Dazu wird der ursprüngliche
und gültige Führerschein verlangt, fünf Passfotos, und es müssen ca. US-$ 50 bezahlt werden.
Die Ausstellung kann bis zu drei Wochen dauern, je nach Verfügbarkeit der zuständigen
Person. In der Zwischenzeit kann mit einem auf englisch übersetzten internationalen
Führerschein gefahren werden (falls vorhanden) und bei Kontrolle erwähnt werden, dass der
tansanische Führerschein im Prozess der Erneuerung sei.
9. Einführung
Um einen erfolgreichen Ablauf dieser bedeutungsvollen Stufe zu gewährleisten, und die
Vorbereitung in der Schweiz zu ergänzen (wo Themen wie Entwicklungspolitik, Arbeitsweisen
im Süden, Arbeitsinstrumente, etc. besprochen werden), versucht die Koordination, innerhalb
ihrer Grenzen (Logistik, Zeit, Budget) eine optimale Einführung zu gestalten. Diese wird
manchmal durch plötzlich veränderte Umstände erschwert. Ebenfalls sind wir immer daran,
Verbesserungen anzusteuern, und sind auch für Verbesserungsvorschläge dankbar.
Die neu angekommene Fachperson erhält ein Einführungsprogramm, welches drei
Hauptthemen behandelt:
 Sprachkurs
 Anpassung
 Erfahrungsaustausch/Information
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Sprachkurs
Kiswahili ist eine Bantu-Sprache, die in Tansania, Kenya, Uganda und Kongo (Kinshasa)
gesprochen wird. Standard Kiswahili basiert auf dem Unguja (kiUnguja) Dialekt aus Sansibar,
der durch Unternehmer, die Elfenbein und Sklaven suchten, im 19. Jahrhundert weit ins
Festland verbreitete wurde. Sein Gebrauch wurde von europäischen kolonialen Regierungen
verewigt, welche Ostafrika bis gegen Ende dieses Jahrhunderts besetzten. Modernes
Kiswahili wird im lateinischen Alphabet geschrieben, obwohl Kiswahili Literatur in arabischen
Textbüchern bis ins frühe 18. Jahrhundert zurückreicht. Unter den Bantusprachen ist
bemerkenswert, wieviele Leihwörter das Kiswahili absorbiert hat, besonders aus dem
Arabischen.
Die Koordination organisiert in Mwanza einen Basis-Kiswahili-Kurs, der ca. 4 Wochen dauert.
Morgens ist Sprachtheorie inkl. interkulturelle Vermittlung, mit Besuchen des Marktes, der Post,
und ähnlichen öffentlichen Dienstleistungsstellen. Der Nachmittag ist zur Überarbeitung und
Übung des gelernten vorgesehen.
Es ist unmöglich zu erwarten, dass nach diesem Kurs das Kiswahili beherrscht wird. Der Kurs
soll als Basis gelten, welcher ein Minimum an Kenntnissen vermittelt, das in andauernden
weiteren Kursen und vor allem in Kontakt mit den Einheimischen vertieft und ausgebaut wird.
Anpassung
Zur persönlichen Anpassung wird empfohlen, sich so oft und wann immer möglich mit
Einheimischen zu unterhalten. Die TansanierInnen sind sehr sprachfreudig. Aufgepasst: Ein
auch nur kurzes Gespräch kann darauf hinauslaufen, dass man (als WeisseR) sofort um etwas
gebeten wird.
Ein erster Besuch am zukünftigen Arbeitsplatz ist nach einem Monat, nach Abschluss des
Sprachkurses, geplant, um Arbeitsort und Umgebung des zukünftigen Wohnortes
kennenzulernen. Dabei wird davon ausgegangen, dass die Fachpersonen inzwischen ein
Sprachniveau erreicht haben, das ihnen erlaubt, sich mit den Arbeitskollegen auf einfache
Art und Weise zu unterhalten, und die Anforderungen ihrer zukünftigen Arbeit
kennenzulernen. Normalerweise übernimmt die Fachperson zu diesem Zeitpunkt auch die
Wohngelegenheit.
Mindestens eine Woche vor dem offiziellen Arbeitsbeginn sollten die Fachpersonen im
Gebiet sein, um sich an die Umgebung anzupassen und die Vorbereitungen zur Aufnahme
der Arbeit treffen zu können.
Erfahrungsaustausch/Information
Die Fachpersonen sollen allgemeine Informationen zur politischen, sozio-ökonomischen,
kulturellen Situation im Land, wie auch fachliche Angaben über ihren zukünftigen
Arbeitsbereich sammeln können.
Dazu werden Treffen organisiert mit Spezialisten, Besuche bei Organisationen, Institutionen,
Gruppen, und in anderen Projekten, wo solche Informationen erfragt werden können, um
sich ein Bild über seinen Arbeitsbereich und das Land machen zu können. Viele Angaben
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werden schon im Kulturprogramm des Sprachkurses vermittelt, dann bei Arbeitsbeginn, und
generell während der ganzen Einsatzzeit.
 Einführung in den zukünftigen Arbeitsbereich, um die formelle und informelle Rolle des
Projekts im spezifischen Sektor kennenzulernen.
 Besuch von ähnlichen Projekten und Fachpersonen, anderer Entsendeorganisationen,
und in anderen Gebieten des Landes, um Umfragen anzustellen, und ganz allgemein
Beziehungen aufzubauen.
 Es ist das Ziel, eine vertrauenswürdige Beziehung aufzubauen zwischen Fachpersonen
und der Koordination während der Einführungsphase, und insbesondere in den ersten
Arbeitsmonaten, damit Grundlagen für eine zufriedenstellende Arbeit mit allen
beteiligten Partnern gefestigt sind.
Am Ende der Einführung führt das Koordinationsbüro mit den Fachpersonen eine Evaluierung
dieser Zeit durch. Diese erlaubt, allgemeine Eindrücke an die Koordination abzugeben, und
Verbesserungen anzustreben.
10. Planung, Monitoring und Begleitung
Nach einer anfänglichen Angewöhnungszeit am Arbeitsort (3-4 Monate) wird in einem
triangulären Gespräch, d.h. Partnerorganisation, Fachperson, und Koordination, ein erstes
Planungstreffen organisiert. Anhand des Dokuments „Gesamteinsatzplanung“ werden
Oberziel, Ziele, und Aktivitäten des Einsatzes nochmals besprochen, und mit Hilfe des
relevanten Logframes eingetragen.
Im Dokument „Jahreseinsatzplanung und Monitoring“ werden die Aktivitäten für das erste
Einsatzjahr geplant, und die Aktivitäten detaillierter runtergebrochen. Einmal im Jahr ist das
Einsatzmonitoring obligatorisch, je nach Bedarf, kann es auch zweimal durchgeführt werden.
Beide Dokumente beruhen auf der ursprünglichen Anfrage an INTERTEAM für eine
Fachperson, und des Logframes, der folgegemäss von der Partnerorganisation mit der
Koordination zusammen erarbeitet wurde.
Veränderungen und/oder andere Richtungen können während dem Monitoringtreffen
angebracht werden. Wichtig dabei ist, dass dies ein partizipativer Prozess ist, mit dem alle
Beteiligten einverstanden sind. Auf das Monitoringtreffen folgt normalerweise gleichzeitig die
Planung der nächsten Periode, die je nach Meinung und Bedarf, auf 6 Monate oder ein Jahr
festgelegt werden kann.
Abgesehen von purer Fachbegleitung ist das Koordinationsbüro auch zuständig für die
persönliche Betreuung der Fachpersonen, im Falle von persönlichen Schwierigkeiten, welche
sie nicht alleine lösen können.
In Konfliktfällen ist es wichtig zu wissen, dass, per offizieller Abmachung zwischen der
Koordination und der Partnerorganisation, vorerst versucht werden muss, innerhalb des
bestehenden Arbeitsverhältnisses eine Lösung zu suchen, bevor die Koordination involviert
wird. Im Falle eines Scheiterns der eigenen Bemühungen vor Ort, und insbesondere vor einer
Eskalation des Problems, muss unbedingt die Koordination zugezogen werden. Eine offene,
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zeitgerechte und objektive Kommunikation kann dazu beitragen, dass solche Zustände
verhindert werden.
11. Weiterbildung und Austausch
Jahrestreffen der INTERTEAM Fachpersonen
Ein jährliches Treffen wird von der Koordination organisiert. Dieses soll dem Austausch unter
Fachpersonen dienen, die Fortschritte in den verschiedenen Einsätzen aufzeigen und mit der
vergangenen Periode vergleichen, und das allgemeine Wohlbefinden der Teilnehmer
beleuchten.
Der Ort des Treffens wird gemäss Budget von der Koordination bestimmt. Themen werden im
Idealfall von allen Beteiligten eingebracht, dann in einem Programm zusammengestellt. Die
Koordination betrachtet für dieses Treffen ebenfalls die Möglichkeit von Vernetzung zwischen
Partnerorganisationen und/oder deren Mitarbeiter, und kann solche zur Teilnahme einladen.
Das Treffen soll ebenfalls der Weiterbildung vor Ort dienen. Zu diesem Zweck können
teilweise und in begrenztem Rahmen interessante Fachkonsulenten zugezogen werden.
Fachliche Weiterbildung
Jede Fachperson hat die Möglichkeit zur fachlichen Weiterbildung im Land, sie muss
allerdings mit Einsatz und Projekt verknüpft sein. Das Resultat der Weiterbildung sollte
möglicherweise in die Einsatzarbeit zurückfliessen, und auch den direkten Mitarbeitern
zugute kommen. Individuelle Weiterbildung der Fachpersonen ist im Budget der Geschäftsstelle enthalten, und muss bei der Koordination mit Angabe des Inhaltes, der Dauer und der
Kosten beantragt werden. Absenz vom Arbeitsplatz für Weiterbildung muss von der
Partnerorganisation bewilligt werden.
Die Koordination leitet gerne Informationen über Weiterbildungsmöglichkeiten an die
Fachpersonen weiter, die sie durch Vernetzung erhalten kann, ist aber dafür nicht primär
verantwortlich, da diese im ganz persönlichen Interesse jedes Einzelnen liegt.
Süd-Süd Austausch
INTERTEAM fördert diese Art von Austausch. Die Koordination übernimmt hier gerne
Initiativen, ist aber nicht verantwortlich. Süd-Süd Austausch heisst die Arbeitsvernetzung im
Süden in Projekten, zwischen Fachpersonen und auch einheimischen Mitarbeitern, innerhalb
derselben oder sehr ähnlichen Arbeitsbereichen. Ein bescheidenes Budget steht hierfür zur
Verfügung. Anträge mit genauem Beschrieb und Kostenvorschlag sind an die Koordination
zu richten.
12. Weitere Unterstützung der Koordination
Informationen
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Die Koordination leitet jegliche Informationen, die sie als wichtig erachtet, an alle
Fachpersonen weiter. Diese können politischer, beruflicher, oder wirtschaftlicher Art, aber
auch projektbezogen sein.
Verwaltungsfragen und Notfälle
Unser Formular „Fachpersonen – Administration“ wird bei Ankunft an alle Fachpersonen
ausgehändigt. Dieses enthält Details über die Person, Residenz, Pass, Visum/Residence Permit
und deren Erneuerungen, Partnerorganisation, medizinische Angaben, und Kontakte in
Notfällen. Das Formular sollte womöglich sofort bei der Ankunft ausgefüllt werden, um
danach im Dossier abgelegt werden zu können. Eine Passkopie muss ebenfalls der
Koordination übergeben werden. Das Original des Residence Permit Class C sollte in der
Koordination verbleiben.
Absenzen
Die Koordination avisiert per e-mail jegliche Absenz (von kurzer oder längerer Dauer) an alle
Fachpersonen, und erwünscht sich dasselbe Prozedere vonseiten dieser.
Dokumentation
Das Koordinationsbüro ist im Aufbau einer bescheidenen Bibliothek, die einige Fachbücher
und andere Resourcen über verschiedene Gebiete enthält. Ebenfalls gibt es Zeitschriften,
Zeitungen und Romane, die ausgelehnt werden können. Für Beiträge zu dieser Minibibliothek
sind wir jedem dankbar.
13. ..... und ausserdem
Wir haben versucht, die allerwichtigsten und als erstes benötigten Informationen zur Einreise
in Tansania als Kurzfassung zusammen zu stellen, weit entfernt von der Behauptung, dass
diese alle Fragen beantworten werden.
Als Abschluss ein paar Anmerkungen aus persönlichen Erfahrungen:
 Ein Lächeln, Witz oder einfache Geschichten sind Gold wert, bringen uns einander näher,
und sind in Tansania äusserst willkommen.
 Pünktlichkeit oder Arbeitsethik sind keine so wichtigen Themen in Tansania. Man kennt sie
durch die Weissen, entschuldigt sich aber oft dafür als AfrikanerIn.
 Die Arbeitsweisen und Arbeitsrhythmen sind sehr anders. Es wird nicht viel erreicht, wenn
man auf seine Art hereinplatzen und alles ändern will. Es wird gearbeitet, um zu leben,
und nicht umgekehrt.
 Rassismus kommt selten zum Vorschein in Tansania. Trotzdem ist es ratsam, diese
Möglichkeit nie auszuschliessen. Die Art der Annäherung und Behandlung der
Einheimischen ist etwas vom Wichtigsten, denn sie können ähnliche Vorurteile wie wir
haben.
 Das Wort "anders" ist oft besser in der Anwendung als "besser" oder "schlechter" wenn es
darum geht, unterschiedliche Kulturen zu vergleichen.
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