Was ist Sportpsychologie

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Was ist Sportpsychologie?
Allgemein gefasst beschäftigt sich Sportpsychologie mit den psychischen Grundlagen und
Folgen sportbezogener Handlungen unter der Perspektive grundlagenwissenschaftlicher
Analyse einerseits und praxisbezogener Aufgabenstellung andererseits.
Grundlegende Theorien für die Sportpsychologie?
Verhaltensorientierte Theorien:
Behaviorismus: Mensch als Produkt der Umwelt
Außenaspekt, Empirismus, Darvinismus
Objektivismus, Fremdbeobachtung, Biologismus
Verhaltensanalyse, Verhaltensmodifikation
Reflexologie: M. als Produkt materieller Bedingungen, Umwelt u. phys. Prozesse
Außenaspekt, Empirismus, Physiologismus
Siehe Behavoirismus
Konditionierung, Gegenkonditionierung, Löschung
Erlebnisorientierte Theorien:
Kognitivismus: M. als einsichtiges selbstverantw. Wesen, setzt sich aktiv mit Umwelt
auseinander
Erkenntnis, Bewusstsein, Kogn. Ordnung, Einsicht,Selbstverantwortung
Subjekivismus, Selbstaussagen, Finalerklärungen
Kogn. Um-/Neustrukturierung, Hilfe zur Selbsthilfe
Psychoanalyse: durch unbewussttriebhafte Tendenzen begrenzte Handlungskontrolle
Topologie: Bewusst, unbewusst, vorbewusst (Es, Ich, Über-ich)
Deutung von symbolischen Inhalten
Deutung, biographische Analyse, Aufklärung, Neuverarbeitung
Systempostulat:
Handeln wird in allgemeiner Sicht als ein ganzheitliches Geschehen, d.h. als Systemprozess
verstanden. (3 Sichtweisen analysieren: Trainier-Sportler-Aufgabe)  gut Beobachter 2
Ordnung
Intentionalitätspostulat:
Handeln wird als eine besondere Form der Verhaltensorganisation verstanden, nämlich als
intentionales, d.h. nicht als primär von objektiven Ursachen, sondern von subjektiven
Zwecken bestimmtes Verhalten.
Regulationspostulat:
Handeln als intentionales Verhalten lässt sich nicht alleine aus im engeren Sinn biologischen
Regulationsmechanismen erklären, sondern ist wesentlich psychisch reguliert.
Jede Regulation stellt einen Prozess und somit einen Zeitverlauf dar. Dieser Zeitverlauf lässt
sich nun daraufhin untersuchen, ob er bestimmte Gliederungsmerkmale aufweist, nach denen
einzelne, inhaltlich bestimmte Phasen unterschieden werden können.
1. Antizipationsphase; 2. Realisationsphase; 3. Interpretationsphase
Entwicklungspostulat:
Handeln ist in seiner generellen Bestimmung als Systemprozess, in seiner Intentionalität und
in seinen Regulationsgrundlagen sowohl ein phylo- und ontogenetisches als auch ein – in
seinem Bezug zu den gesellschaftlichen Lebensbedingungen – ein biographisch und
gesellschaftlich-historisches Phänomen.
Was sind Kognitionen?
Wahrnehmung, Gedächtnis, Entscheidung, Sprache, Konzentration, Aufmerksamkeit, Denken
beeinflussen Handlungen. Man nennt diese Faktoren kognitiv. Kognition ist ein allgemeiner
Begriff für alle Formen des Erkennens und Wissens.
Er bezieht sich sowohl auf das Produkt als auch auf den Prozessaspekt des Erkennens und
Wissens. Produkte der Kognitionen sind Begriffe wie: Tatsachen, Aussagen, Regeln,
Erinnerungen.
Prozess der Informationsverarbeitung (Marteniuk)
Gedächtnis
Daten
eingabe
 Sinnes-  Wahrnehmungs-  Entscheidungs-  Effektor-  musk.  Datenausgabe
organe
mechanismen
mechanismen
mechan. System
 Es laufen innere Feedbackmechanismen ab  die Könner für Feinabstimmung der
Bewegung nutzen.
Z.B.: Fußball: Stürmer läuft alleine auf Tormann zu. Nimmt von außen Zurufe war (mach
Tor, Spiel ab,...),  Er lenkt Aufmerksamkeit auf Tor und Tormann  Erkennt freie Ecke
und Entscheidet in diese zu schießen. Effektoren leiten Entscheidung an Muskulatur weiter 
Torschuss
Diagnose kognitiver Prozesse:
Wiener Testsystem: zu Aufmerksamkeit, Daueraufmerksamkeit, sprachfreier Intelligenz,
Informationserkennung, Konzentration, Umstellugsfähigkeit, Gedächtnis
Papier-Bleistift-Test
Computerunterstützte Verfahren
Wahrnehmung:
Der vermuteten „objektiven“ Wirklichkeit steht die individuell-subjektive
wahrnehmungsgeleitete Wirklichkeit gegenüber. Jeder einzelne kann aufgrund seiner Anlage
oder seines Vorwissens Informationen ergänzen, selegieren und weglassen.  mehr
Erfahrungen  bessere Wahrnehmungsleistungen
Drei Aspekte der Wahrnehmung
Physikalische Perspektive: physikalische Beschaffenheit der Wahrnehmungsgegenstände
Physiologische Pers: Beschaffenheit und Funktion der Sinnesorgane, afferenten Reizleitung,
Rezeptoren in Haut, Muskeln und inneren Organen
Psychologische Pers: Verarbeitung der Informationen zu bewussten Wahrnehmungsinhalten.
Fehlende Infos ergänzt, Überflüssige u. Bedeutungslose ausgeschieden
 einzelne Wahrnehmungsinhalte  zu raum-zeitlicher Ganzheit
Funktionen der Wahrnehmung: (Sonnenschein)
- Voraussetzung für die Einleitung und Aufrechterhaltung von Handlungen
- Wahrnehmung ist integraler Bestandteil der Planung und Steuerung sowie der
Kontrolle von Ausführungen
 die Wahrnehmung wirkt sich unmittelbar auf die Bewegung aus.
Wahrnehmung als Bedeutungswahrnehmung
Wahrnehmen ist stets Bedeutungswahrnehmen. Die Bedeutung der Wahrnehmung begründet
sich auf dem Erfahrungshintergrund des Individuums und der je gegebenen
Handlungsperspektive. Wahrnehmung ist zyklischer Konstruktionsvorgang der auf
antizipierten Schemata beruht.
Wahrnehmungstraining
1. Verbesserung der Wissensstruktur: Information mit Medieneinsatz, induktives
Lernen, Stabilisierung durch Wiederholung und über bewusstes, denkendes und
engagiertes Handeln. (Tennis: Über Flugbahn des Balles, wenn er gespinnt oder
geslicet wird, informieren)
2. Verbesserung der Informationsselektion: Aufmerksamkeit/Wahrnehmung weit
streuen oder bündeln.
3. Verbesserung der Info-kodierung: Beobachtungskriterien auf Kurzformeln bringen
(Ski: Eisstück-mehr Druck, Ziel-tiefe Hocke)
4. Umkodierung der Information: Fehlerhafte Info-verarbeitung muss sehr häufig in
entspannten Zustand und unter Stress wiederholt werden. (Tennis: Schneller Ball wird
oft mit hartem Rückschlag beantwortet  besser nur kurz ausholen und Druck nutzen:
aus Schnell-Schnell wird Schnell-Druck)
5. Wahrnehmung von psychischer Beanspruchung: psych. Beanspruchung in enger
Koppelung zu Wahrnehmungsprozessen. Ihre Wahrnehmung und Steuerung ist eine
Voraussetzung für ein effizientes Wahrnehmungstraining. (Fußballtormann: vor lauter
Angst nur mehr Heranlaufen des berühmten Stürmers fixieren (psych Belastung), und
keine Möglichkeit mehr seine Bewegungen auf mögliche Schussrichtung zu prüfen. 
lernen Wahrnehmung offener zu halten)
Beispielhafte Gestaltgesetze:
1. Faktor der Gleichartigkeit bzw. Ähnlichkeit (Gruppierung von gleichartigen
Gebilden)
2. Faktor der Nähe: (Gruppierung mit möglichst geringem Abstand  dichte, isolierte)
3. Faktor der gemeinsamen Bewegung: gleichartige Veränderung  zusammengehörig
4. Faktor der Geschlossenheit: unvollendete Gestalten als geschlossene wahrnehmen
Denken
Ist eine Bezeichnung für die interpretierende und Ordnung schaffende Verarbeitung von
Informationen. Es führt zu Annahmen und Schlussfolgerungen, regt zu weiteren
Überlegungen an und dient der Lösung von Problemen;  inneres Probehandeln. Denken
bezieht sich auf vergangene, gegenwärtige und zukünftige Sachverhalte. Denkvorgänge
können selbst zum Gegenstand des Denkens werden.
Durch das Denken erschließen wir die Zeit. Denken wird als Sekundärprozess beschrieben,
der in Raum und Zeit beweglicher und flexibler ist als Wahrnehmung.
Denken im Handlungsverlauf
Handlungsbezogene Denkvorgänge:
- Lageorientiertes Denken:  Tempo do halten  Bombenzeit
- Aufgabenorientiertes Denken: wo sind Gegner und Mitspieler  für idealen Pass
Ich-bezogene Denkvorgänge:
- Kompetenzorientiertes D: Heute kann ich sichere harte Vorhand effektiv einsetzen
- Zustandsorientiertes D: Allgemein: Heute tut mir Knie ordentlich weh
- Selbsinstruktionsorient. D: Elfer: Schieße scharf und platziert ins linke Eck
Sozial- und umweltbezogene Denkvorgänge:
- Interaktionsorient. D:Box: Schaue Gegner vor Beginn tief in Augen  beeindrucken
- Bewertungsorient. D: Große Wettkämpfen messe zu viel Bedeutung zu  nervös
- Präsentationsorient. D: Heute zeige ich Publikum was ich leisten kann
Funktionen des Denkens:
1. Handlungsvorbereitende: Durchspielen von möglichen Abläufen und Alternativen
2. Handlungsbegleitende:
- Handlungsrelevante Kogn.: Denken und Handeln  Hand in Hand
- Handlungsirrelevante Kogn.: Denkprozesse an Fehler, Ergebnisse, Folgen
3. Handlungsnachbereitende: Aufarbeitung von Ereignissen  zentrale Bedeutung
auch für Motivation. Stärken und Schwächen erkennen. Positives und Negatives
reflexieren
Formen des Denkens
1. Intuitives Denken: unmittelbares Erfassen von Informationen  starker Zeitdruck 
Entscheidungen folgen unmittelbar auf Grundlage automatisch ablaufender
Denkprozesse
2. Operatives Denken: Handlungen geplant  Möglichkeiten abgewogen 
Entscheidung (ohne großen Zeitdruck)
3. Strategisches Denken: Handlungsketten in komplexes Geschehen ohne größeren
Zeitdruck eingebettet. (Strategie für ganzes Match)
Negatives – Positives Denken
- Kontrolle negativer Gedanken: Problem real, Befürchtungen angemessen, durch
Pläne und konstruktive Gedanken ersetzen, warum gebe ich Gegner, die mich ärgern
so viel Raum?, ermüden negative Gedanken?, unbeirrbare negative
GedankenStopp!!, oder ziehen lassen
- Negative Gedanken positiv nutzen: zB. Bevorstehender Krieg relativiert eventuellen
zweiten Platz morgen. Gibt wichtigere Dinge auf der Welt
- Positives Denken: nicht immer angebracht, unrealistisch positives Denken kann bei
geringem Fehler zu Konzentrationsverlust führen
- Kognitive Um- und Neustrukturierung:
o Ziel: Veränderung einer belastenden Situation durch neuen gedanklichen
Zugang
o Annahme: Bewertung einer Situation ändern  Erleben dieser ändert sich
o Voraussetzung:
 Erarbeitung mit Experten
 Beispielhafte Vorgangsweise:
 Gedankliche Falle explorieren
 Zusammenhang Denken – Handeln erfassen
 Gewünschte Handlungsresultat formulieren
 Hilfreiche Gedanken hin zu gewünschten Resultat formulieren
 Auswählen der am besten geeigneten kognitiven Strategie
 Einüben
 Anwenden, anpassen und stabilisieren
Aufmerksamkeit
Von Aufmerksamkeit und Konzentration wird im Alltag immer dann gesprochen, wenn sich
eine Person bestimmten äußeren Objekten, Ereignissen oder inneren Gedanken zuwendet.
Diese Zuwendung ist beobachtbar und kann auch aus dem Verhalten geschlossen werden.
Demnach sind Aufmerksamkeit und Konzentration „hypothetische Konstrukte“, mit deren
Hilfe das beobachtete Verhalten der Zuwendung beschrieben und erklärt werden soll.
Aufmerksamkeit wird dabei als Oberbegriff für gerichtete und eingegrenzte Wahrnehmung
verwendet. Konzentration ist eine gesteigerte Intensitätsform der Aufmerksamkeit. Bsp.:
Lichtkegel der Taschenlampe (weit gestreut – Aufmerksamkeit; gebündelt – Konzentration)
Konzentration
3 Phänomene:
1. Hohes Maß an intentionaler Gerichtetheit: Fokussierung der Aufmerksamkeit 
Ausschaltung von Störfaktoren
2. Klarer Bewusstseinszustand:  Keine Ablenkung
3. Erlebnis der Anspannung: positive Anspannung  Energiebündelung
Funktionen der Aufmerksamkeit
 Aufmerksamkeit als strukturiertes Erleben:
 erlebnismäßige Abgrenzung eines Wahrnehmungszentrums von der Peripherie
 Abhebung eines Bewusstseinsvordergrundes von einem Bewusstseinshintergrund
 relative Klarheit und Deutlichkeit des bewussten Erlebens
 Aufmerksamkeit als Einengung des Wahrgenommenen oder Vorgestellten
 Begrenztheit des Bewusstseins („Enge“)  ein Ins-Bewusstseins-Treten, eine
Bevorzugung von bestimmten Bewusstseinsinhalten gegenüber anderen
 die „Konzentration“ der Wahrnehmung oder Vorstellung
 Zentralisierung als bewusste und willentliche Fokussierung geistiger Energie
 Selektive Funktion
 aktive, durch Interesse gelenkte Selektion aus dem Reizangebot
 auswählende Anknüpfung einer Vorstellung an eine Empfindung
 Hemmung des Ich auf einen Gegenstand, zu einer Handlung
 eine die Bewusstseinsüberlastung verhindernde Selektivität
 Aufmerksamkeit als Gerichtetheit oder Bereitschaft
 auf die Beachtung eines Objekts gerichtete Bewussteinshaltung
 so genannte Konation (Strebung) nach klarer Auffassung eines Gegenstandes
 einstellende oder regulierende Gerechtigkeit
 zielgerichtete Wahrnehmung  erhöhte, gerichtete Aufmerksamkeitsbereitschaft
 ungleiche Verteilung der kognitiven Intentionen und Funktionen auf Objekte
 Aufmerksamkeit als Anpassungs- oder Steuerfunktion
 Sensibilisierung der Sinnfunktionen, affektiv gesteuerte Bahnung bestimmter
Sinnesfunktionen
 verbesserter, konzentrierter Einsatz des Aufnahme- und Verarbeitungsapparates
 Erzeugung eines Zuwachses an Vorstellung
 erhöhte Aufmerksamkeit durch Wachheit des Bewusstseins
 Bereitstellung kognitiver Kapazität  Steuerung von Wahrnehmung, Gedächtnis
 psychische Anspannung, Willensakt
 Sammlung psychischer Energie auf gewisse Gegenstände des Bewusstseins
 Anpassung der Sinnesorgane u./od. des ZNS für optimale Reizaufnahme
 Aufmerksamkeitsreaktion, Orientierungsreflex, Zuwendungsreflex,
Merkmale der Aufmerksamkeit
- Intensität vs. Beständigkeit: Hohe Intensität  hoher Energieverbrauch; Organismus
schaltet selbst ab  Aufmerksamkeitsschwankungen; oder Spieler legt Pausen ein
- Internale vs. Externale Aufmerksamkeit: selbstbezogene (z.b Muskelspannung) vs.
Umweltbezogene (z.b. Gegner, Ball)
- Konzentration vs. Distribution: enge vs. weite Aufmerksamkeit (Schnelle
Umschaltung zb. Handball: bei Wurf auf Eck konzentrieren  nicht im Tor  weite
- Aufmerksamkeitsrichtung: Worauf richte ich
- Aufmerksamkeitsumfang: Was ist im Blickfeld?
Trainierbarkeit: ist nachgewiesen, aber auch relative Stabilität des Merkmals
Talent oder Transfer: Selektionshypothese:
- Atypische Disziplinen: hervorragende Konzentrations- und Distibutionswerte
- Vergleich Leistungsklassen  kaum Unterschiede
Formen der Aufmerksamkeit
1. External-weit: Optimal um komplexe Situationen zu lesen, Umfelder einschätzen,
Ermöglicht hohes Maß an Antizipation
2. External-eng: Erforderlich beim Reagieren auf eine situative Anforderung,
Aufmerksamkeit eingeengt, fokussiert
3. Internal-weit: Analyse des Eigenzustandes, der Gesamtbefindlichkeit, Vor
Entscheidungen wichtig
4. Internal-eng: In sich hinein hören. Erforderlich um sich zu zentrieren, regulieren und
um mental zu trainieren
 wichtig ist zwischen Formen der Aufmerksamkeit schnell zu wechseln.
Aufmerksamkeitstraining
Jannsen &Wagner
1. Trainingssituation  Anforderungen des Wettspiels entsprechen
2. Spielnahe Miniatursituationen einbauen
3. komplexe situative Bedingungen  die technischen Niveau der Spieler entsprechen
4. Spieler auch mit psychisch belastenden Situationen konfrontieren (Misserfolg,..)
5. Gewöhne Spieler an komplexe taktische Situationen  Transfer zu Wettkampf
Syer & Conolly
Ausbau und Üben eines stärkeren Verhaltensmusters  Gedankenroutine für spez.
Ablenkung aufbauen  Vergrößern des Interesses für sportliche Aktion (auf die man sich
konzentriert)  Ablenkungsfaktor viel Aufmerksamkeit schenken  Mit Ablenkung
anfreunden durch Simulation im Training  Aufmerksamkeit von körperlichen und
geistigen Ablenkungsfaktoren auf emotionale Aktionsmuster lenken.
Eberspächer
1. Schritt: je 5 Inhalte für Aufmerksamkeitsbereiche external-eng, external-weit und
internal-eng festlegen. Internal-weit für eigene positive Befindlichkeit reserviert.
2. Schritt: Nacheinander Gedanken Aufmerksamkeit auf jeden Inhalt lenken
3. Schritt: In Gedanken zwischen verschiedenen Bereichen und Inhalten hin und her
wechseln  bis problemlos beherrscht.  möglichst lebhafte Vorstellung
4. Zwei Wochen lang täglich einige Minuten an ruhigem Ort üben (Inhalte klar erleben,
schneller Wechsel, Aufmerksamkeitslenkung auch im praktischen Training einüben)
Prüfung der Effektivität von Aufmerksamkeitstraining
Effektivitätskriterien vor Training festlegen; Ablenkung durch Gegner protokollieren – und
vor allem die neuerliche Fokussierungsfähigkeit; Protokoll führen (was war gut oder
schlecht); Neuerliche Selbst- und Fremddiagnostik (ev. Mit Video); Allgemeine
Fähigkeitstests (auch unter Stressbelastung)  wie sieht es mit Ablenkung aus
Kennzeichen der Aktivierung
1. Steigerung der Frequenz und Abnahme der Amplitude von EEG-Rhythmen
2. Erregungssyndrom des autonomen Systems (Herz- und Atemfrequenz,
Pupillenerweiterung, EDA, Hauttemperatur
3. Intensität und Extensität des Verhaltens
4. Psychische affektive Erregung (Affekte sind intensive, kurz dauernde Gefühle 
schwierig zu kontrollieren)
Das Yerkes-Dodsonsche Gesetz
Zwischen Aktivierung und Leistung besteht ein umgekehrt u-förmiger Zusammenhang.
 Stimmt nicht ganz, da jeder Sportler eigenen Grad der Aktivierung hat
 Weder psychophysische Aktivierung noch Aufgabenschwierigkeit sind eindimensional.
 Hyperaktivierung führe zu psychophysischen Labilisierung
 Gegenargument: der Umstand, der die Aktivierung überproportional ansteigen lässt, lenkt
auch die Aufmerksamkeit von der Aufgabe ab.
 Vorschneller Schluss auf Überaktiviertheit bei Leistungssteigerung; Stressoren können
auch zum Abschalten der Aufmerksamkeit führen (wie gelähmt, verschlafen)
 Möglichkeit der aufgabenorientierten Selbstregulation wird zu wenig berücksichtigt
Catastrophic Performance
Erweiterung des Yerkes-Dodsonschen Gesetzes um eine Dimension  Kognitive Angst (Vor
Versagen, Misserfolg)
Ansätze der Ressourcentheorie
 Hilfsmittel der Leistungserbringung
- äußere Ressourcen: natürliche: Sandplätze in ESP ganze Jahr; in Finnland nur 4 Monate
technische: Das Material
- innere Ressourcen: Intelligenz: taktische Intelligenz, Motive, Einstellungen,..
Glukosereserven: durch Ernährung beeinflussbar
- strukturelle Ress: relativ stabile: Verbandstrukturen
- konsumtive Ress: aufbrauchbare Ressourcen: Geldmittel
Was ist Stress
Kurz oder langfristige Belastung eines Organismus (physisch, infektiös, psychisch)
Jeder Bewertet Stress anders  interpretationsabhängig (für einen kein Stress - für anderen
schon)
1. psychosomatische Stressreaktionen wirkt sich auf Hormonsystem aus. Erleben von
Anspannung, Überforderung, Angst (bei Läufer auch positiv: Endrophinausschüttung)
2. habituelle Erkrankungen: Schlafstörungen, Bluthochdruck, Geschwürbildung,
Atemwegserkrankung, Hautentzündung
 Übergänge zwischen beiden sind fließend
Stress der erkannt wird, kann vermieden werden. Im Sport ist Wettkampf Stress  vermeiden
meist nicht möglich
öö
Psychoregulationstechniken
- Zugang über Atmung: geeignete Atemtechnik, durch Konzentration auf Atmung 
aufgabenbezogene Konzentration wiederherstellen
- Zugang über Motorik: Laufen, Schwimmen, Radfahren im regenerativen Bereich, aber
auch Tai Chi und Yoga.
- Zugang über Gedanken: Eingriff auf kognitiver Ebene  Entspannung durch
Vorstellung  Visualisierungstechniken  Ruhebild zuerst im entspannten Zustand
vor Augen, dann auch in Trainings- und Wettkampfpausen
- Zugang über Biofeedback: möglichst auch in Realsituationen zur Anwendung
kommen.
Progressive Muskelrelaxation (nach Jakobsen)
Atmung zur Aufmerksamkeitslenkung auf einen Punkt:
1. Spannen (5-7sec) und Entspannen einzelner Muskelgruppen (zunächst 21 – dann im
Training Kurzform von 5 M-Gruppen  dauert halbe Minute)
2. Lenken der Aufmerksamkeit auf die entsprechende Muskelgruppe
3. Unterschied bemerken
Autogenes Training nach Schulz
1. Schwereübung (Muskelentspannung): re+li Arm ganz schwer
2. Wärmeübung (Gefäßentspannung): re+li Arm ganz warm
3. Herzregulierung: Herz schlägt ruhig und gleichmäßig
4. Atemeinstellung: Atmung ganz ruhig
5. Regulierung der Bauchorgane: Bauch ist strömend warm
6. Einstellung des Kopfgebietes: Stirn angenehm kühl
 Sportler lernen schnell; Gruppen bis 6 Personen; Erklären worauf man hinaus will; Sitzen
beim Erlernen; Anwendung unter Steigenden Stressbedingungen; Schwereübung
problematisch für Sportler
Kritik: für junge Leistungssportler oft zu langweilig; schwere Erlernbarkeit, Nicht für jeden
geeignet; Schwereübung im Sport Nachteil (soll sich fit fühlen)
Wirkungen: besser O² Aufnahme, RR Senkung, Gefäßerweiterung, neuromuskuläre
Entspannung, elektrodermale Veränderungen, Veränderung der Atmung, längere
Belastbarkeit, höhere Konzentration
Biofeedback
Generelle Reaktibilität (gewohnte Reaktionsstil) wird mit aktuellen Reaktibilität (vor
wichtigem Wettkampf) verglichen
Formen des Biofeedback:
- Atemfunktion, Pulsfrequenz, Muskelaktivität, Gehirnaktivität , Herzfrequenz,
Blutdruck, Oberflächentemperatur, elektr. Hautleitwert
Einbindung von Biofeedback: Regulationstechniken müssen in kognitive
Bewältigungsstrategien integriert werden und mit Visualisierungstechniken kombiniert
werden.
Emotionen
Der Begriff Emotionen/Gefühl lässt sich nicht definieren, sondern nur umschreiben, das sie
sich auf nichts anderes zurückführen lassen.
Charakteristika können sein:
- es werden Erlebnisse wie Freude, Ärger, Angst, Wut, Schreck damit verbunden
- Neuheit
- Intrinsische Angenehmheiten (wohlfühlen, begeistert sein)
- Zielrelevanz: immer auf etwas Gerichtet
- Bewältigungsfähigkeit
- Normkompatibilität
Emotionen entstehen durch Handeln und sind von Handlungserfahrungen abhängig. Es
kommen ihnen sowohl handlungsorganisierende als auch handlungsenergetisierende, also
motivationale Funktionen zu.
Vierkomponententheorie des Gefühls:
Reiz  1.Phase der Aktivierung  2. Phase der Emotion  3. Phase der Konsequenzen
Gesichtsausdruck spontan erlebter Ausdruck
Zustand bewirkt eigene und
fremde Konsequenzen
Einflussfaktoren unserer Emotionen:
Kognitionen/Bewertungsprozess: Höhe des Turms: Das ist aber hoch aus  Angst
Physiologische Prozesse: Steigen des Puls, flaches u. häufiges Atmen
Bewegungsverhalten: Springt nicht und steigt Leiter runter
Ausdrucksverhalten: Stimme zittrig; Mimik ängstlich
Bedeutung positiver Emotionen
Spielen beim Erbringen von Leistung eine ausgezeichnete Rolle
Für jeden eigene Form der optimalen Emotionalität
Sportler rekonstruiert an idealen WK-leistugen das optimale Emotionsmuster (anhand von
Eigenschaftswörterlisten
Befindlichkeit
Ungerichteter emotionaler Zustand (gerichtet = Freude über Ass)
Kurzfristige Gefühle werden auch als aktuelle Befindlichkeit bezeichnet
Habituelle Befindlichkeit ist grundsätzliche Stimmungslage eines Menschen.
Veränderung der Befindlichkeit durch Bewegung und Sport
In 2 Richtungen positiv:
- Stress und Hyperaktivität können in ausgeglichene Funktion kommen
- Depressive Verstimmtheit kann verbessert werden.
Angst
Freud unterscheidet: Realangst: Angst vor Krokodil, ist normal, sogar notwendig das man
Angst bekommt, um notwendige Verhalten einzuleiten.
neurotische Angst: panische Angst, wenn man nur Foto von Krokodil sieht
moralische, Über-Ich-Angst: „ich kann es dem Trainer nie recht machen. Er wird wieder
schimpfen“. Oder „Oh Gott, wenn mich jetzt jemand beim Ballfangen sieht“.
Interaktionistisches Modell der Angst (Spielberger)
1) Zustandsangst (Angstzustand) entsteht durch externe und interne Stimuli, die als
bedrohlich wahrgenommen werden (interne: Gedanken über Versagen; externe: zB.
Qualifikationswettkampf)
2) Die kognitive Verarbeitung und die Bedrohungssituation dieser Stimuli hängt von der
Höhe der Trait-Angst (Angstdisposition) jeder einzelnen Person ab. Daneben spielen
aber auch Fähigkeiten, Fertigkeiten und vergangene Erfahrungen einer Rolle, wie auch
das Maß an objektiv gegebener Gefahr. (Freundschaftsspiele erzeugen weniger
Zustandsangst als Meisterschaften)
3) Wird Situation als bedrohlich empfunden  Reaktion mit Zustandsangst, deren Stärke
proportional zum Ausmaß der erlebten Bedrohung ist.
4) Reduktion der Zustandsangst  Beendigung der bedrohlichen Situation oder durch
Anpassungsprozesse (Umdeutung der Situation; vermehrte Anstrengung; bzw. Flucht
vor Situation)
5) Bei Umdeutung wird Verhalten eher locker sein.
Die Messung von Angst als Eigenschaft und Angst als Zustand erfolgt bei Spielberger
zumeist mit Hilfe von Fragebögen.
Diagnosemöglichkeiten von Angst
- Competitve State anxiety Inventory-2: Zustandsangst bei Wettkämpfen
- State- Trait- Angstinventar: Zustandsangst vs. Eigenschaftsangst
- Sport Competition anxiety Test: Eigenschaftsangst bei Wettkämpfen
- Das Sportangst Deutungsverfahren: bei Kindern
- Bilder-Angst-Test für Bewegungssituationen: Kinder (Selbsteinschätzung der Angst)
Bewältigungsstrategien in 3 Schritten:
Primäre Einschätzung: worum geht es, was steht am Spiel
Sekundäre Einschätzung: zur Verfügung stehenden Ressourcen werden durch Person geprüft.
- Kompetenzen (halte ich durch,..)
- Selbstwirksamkeitsüberzeugung (wenn ich will, schaffe ich es)
- Ziele (Da komm ich drüber)
Neubewertung: Aufgrund primärer und sekundärer Einschätzung werden Handlungen gesetzt
 deren Ergebnisse dienen zur Neubewertung
Motivation
Unter Motivation wird das Warum und das Wozu des Handelns verstanden.
Motivation ist die Gesamtheit der Person- und Umweltfaktoren, die Verhalten auslösen und
aufrechterhalten, um einen als angemessenen erscheinenden Person-Umwelt Bezug
aufrechtzuerhalten oder zu erreichen.
Motive: sind nicht direkt beobachtbare, überdauernde Bereitschaften zu Zielvorstellungen, die
an Situationen herangetragen werden. Meist regt ein ganzes Motivbündel eine Person zum
handeln an.
Motiviert-sein drückt die aktuelle Handlungsbereitschaft aus.
Leistungsmotivation
Aktuelle, emotionale und kognitive Prozesse, die in der Auseinandersetzung mit
Leistungssituationen angeregt werden.
Leistungsmotiviertes Handeln liegt vor wenn folgende 5 Bedingungen erfüllt sind.
1. Objektivierbarkeit: Ergebnis objektiv bewertbar
2. Gütemaßstab: Leistungen werden gemessen (cm, sec,..)
3. Schwierigkeitsmaßstab: Gütemaßstab muss Schwierigkeitsmaßstab zuzuordnen sein
4. Verbindlichkeit von Güte- und Schwierigkeitsmaßstab
5. Das Handlungsergebnis muss vom Handelnden selbst verursacht sein (beabsichtigt)
Sachliche Bezugsnorm: angestrebte Leistung an sachbezogenen Gütemaßstab messen
Individuelle Bezugsnorm: messen mit individuumsbezogenen Gütemaßstab (Vergleich mit
früheren Handlungsergebnissen) Soziale Bezugsnorm: messen mit sozialbezogenen
Gütemaßstab  Handlungen von Kollegen als Bezugsnorm
Diagnostisches Gespräch
1. Trainer begründet Wunsch Gespräch zu führen
2. Trainer beschreibt Beobachtungen (ohne zu werten)  genauer Zeitpunkt
3. Sportler stellt seine Sichtweise das
a. Weichen Trainer und Sportler ab ohne Konsens  Abbruch, neu Beobachten
b. Übereinstimmung: zuerst Sportler dann Trainer über Ursachen
4. Besteht Übereinstimmung  Motivationsproblem  Faktoren näher ergründen 
Sportler zuerst
Zielsetzungstraining
Zielformulierung:
 realistisch, herausfordernd und überprüfbar  nicht zu allgemein  Ziele überprüfen,
verändern und anpassen  Grenzen des Zielsetzungstrainings: Gibt Sportler die mit Grenzen
nicht zurechtkommen  Kurzfristige Ziele: Wochenplan  Detailziele: zB. Wenn li Fuß weh
tut  Konzentration auf rechten
Arten von Zielen:
 Ergebnisziele: 1. Platz  Handlungsziele: Tollen Start hinlegen; Tore möglichst eng
umfahren. Es ist unvermeidbar an Ergebnisziele zu denken  man sollte aber schnell wieder
bei Handlungszielen sein, da diese leichter zu intrinsischer Motivation führen.
Prognosetraining
 Ziel  zu bestimmter Zeit optimale Leistung zu erbringen  psychische Beanspruchung
zu bewältigen (auch im Training einbauen)
 Ziele suchen wo man klar als Verursacher des Erfolgs erkennbar ist.
 Lernen mit Risiko des Misserfolgs umzugehen
 Prognosen schriftlich festhalten und anschließend überprüfen
Training der Nichtwiederholbarkeit
Einmaligkeitstraining:  wer optimale Leistungsfähigkeit prüfen will  nur einmal handeln
 bei Misserfolg nicht wiederholen.  Erfolg als unmittelbare Belohnung  Misserfolg als
Herausforderung für nächstes Training
Prognosetraining und Training der Nichtwiederholbarkeit mit Zeitverzögerung
 anspruchsvolles Ziel wird vorgegeben  Trainingswettkampf  ähnliche psychische
Belastung wie bei Wettkampf
Aspekte der Motivation
Motivation und Motiviertheit sind:
 aktive Vorgänge des Individuums
 individuell sehr unterschiedlich
 von außen „nur“ aufgrund von „Vermutungen“ unterstützt werden können
 Rezepte nahezu unmöglich sind
Kriterien für motivationsförderndes Verhalten
1. Lernklima
a. Verständnis zeigen: in Konfliktsituationen (hält sich mit Androhung und
Anwendung von negativen Sanktionen zurück)
b. Persönliches Gespräch:  unabhängig vom Lerninhalt; thematisiert
unangemessen Umgang miteinander; stellt niemanden bloß
2. Aufgabenstellung
a. Sportlervorschläge: beteiligt Sportler an Planung und Durchführung der
Einheiten; nimmt unaufgeforderte Vorschläge auf und weißt sie nicht
kommentarlos ab
b. Differenzierende Aufgabenstellung: keine einheitliche Aufgabenstellung 
häufig unterschiedliche Aufgabenschwierigkeiten, die eigene
Lösungsmöglichkeiten zulassen.  Individuellen Leistungsfortschritt deutlich
machen und nicht direkt sozialen Vergleich nach legen.
c. Korrektur des Anspruchsniveaus:  Trainer korrigiert bei wiederholtem
Misserfolg oder Erfolg eine neue Aufgabenschwierigkeit, wenn Sportler sich
nicht individuell neues Ziel setzt
d. Neue Teilaufgabe: zunächst einheitliche Aufgabenstellung  bei Unter- oder
Überforderung gibt Trainer neue Teilaufgabe
e. Positive Erwartungen: Trainer macht deutliche, dass er bei angemessener
Schwierigkeit dem Sportler die Lösung der Aufgabe zutraut
3. Leistungsbewertung
a. Individuelle Vergleichsmaßstäbe: zb: Veränderung der Lactatkurve im Monat
b. Leistungsgespräche: Trainer bespricht Kriterien für Leistungsbewertung und
gibt Orientierungshilfe für selbständige Beurteilung  er gibt individuelle
Korrekturen und Rückmeldungen
c. Ursachengespräche: über mögliche Ursachen eines Ergebnisses  fordert
eigene Ursachenerklärung und korrigiert unangemessene U-erklärung
d. Bekräftigung: nicht nur für Ausführung und Leistung loben, sondern auch für
Planung und Durchführung der Einheiten
e. „intrinsische“ Motivation: Trainer versucht intrinsische Motivation aufzubauen
 Aufmerksamkeit auf Freude an der Tätigkeit zu lenken
Aggressionen
 sind Verhaltensweisen, die auf die soziale Umwelt im Sinne einer Schädigung gerichtet
sind. Die überdauernde Bereitschaft in gegebenen Situationen aggressiv zu handeln wird als
„Aggressivität“ bezeichnet.
Aspekte der Aggressions-Defininitionsproblematik
Instrumentelle vs. explizite Aggression:
Positive und negative Aspekte der Aggressionsauslebung : aufgestaute Aggressionen sollen
ausgelebt werden  sonst sogar Depressionen bzw Autoaggressionen möglich
- explizite Agg:  Zweck ist personale Beschädigung eines Gegners (innerhalb und
außerhalb des sportlichen Geschehens)
- Instrumentelle Agg:  aggressive Handlungen zum Zweck der Leistungsverbesserung
und die hierbei mögliche Schädigung des Gegners zugunsten des übergeordneten
Leistungsziels. (Schädigung wird nicht angestrebt, aber in Kauf genommen)
Theoretische Modelle zur Aggression
1. Trieb- und instinkttheoretischer Ansatz:  aggressive Verhaltensweisen kommen
vom angeborenen Aggressionstrieb. Staut sich auf und muss entladen werden. Sport
ist günstiges Ventil für Abbau, weil Regeln und Normen den Abbau im einem
gewissen Rahmen erlauben.
2. Frustrations-Aggressionshypothese:  Aggression ist Reaktionsform auf Frustration.
3. Lern- und sozialisationstheoretischer Ansätze:  Aggressionen im Sport sind v.a. das
Ergebnis von Lernprozessen.  aggr. Verhaltensweisen werden übernommen 
Lernen durch Nachahmung (weil andere dies auch mit Erfolg tun)
4. Integrative Modelle:  vereinen den triebtheoretischen und den lerntheoretischen
Ansatz. Personen werden mit gewisser Aggressionsdisposition geboren, wobei aggr.
Verhaltensweisen auch angelernt werden.
Maslows Bedürfnispyramide
Ebene 1: physiologischen Bedürfnisse (Schlaf, Hunger, Sex,..)
Ebene 2: Sicherheitsbedürfnisse (Schutz, Behaglichkeit, Ruhe,..)
Ebene 3: Soziale Anerkennung (Zugehörigkeit, Verbindung)
Ebene 4: Ich Bedürfnisse (Selbstwertgefühl, etwas wert/kompetent sein)
Ebene 5: Selbstverwirklichung: (eigene Potential ausschöpfen, bedeutende Ziele zu haben)
Maslow unterscheidet:  Mangelmotivation: veranlasst Menschen ihr physisches und
psychisches Gleichgewicht zu erneuern und
 Wachstumsmotivation: veranlasst Menschen, das zu überschreiten, was sie in der
Vergangenheit getan haben und gewesen sind.
Anreiztheorie nach Rheinberg
Situations-Ergebnis-Erwartungen: Sportler hat bestimmt Erwartung bezüglich des Ergebnisses
(am Start)
Handlungs-Ergebnis-Erwartungen: Was muss ich tun um Ziel zu erreichen? (bei Handlung)
Ergebnis-Folge-Erwartungen: welches Ergebnis verursacht welche Folgen
Anreiz des Tätigkeitsvollzugs:
- Handlung: Handlung alleine befriedigt entsprechende Bedürfnis (intirinsisch) –
Ergebnis nicht so wichtig
- Folgen: Gefühl erleben – nicht Ergebnis sichern
Flow
Das reflexiosfreie gänzliche Aufgehen in einer glatt laufenden Tätigkeit, die man trotz hoher
Anforderungen unter Kontrolle hat. Person geht in Tätigkeit auf, ohne an das Ergebnis zu
denken.
Vier Aspekte kennzeichnen Flow:
1. Verschmelzen von Handeln und Bewusstsein. Handlung passiert ohne nachzudenken.
2. Konzentration der Aufmerksamkeit auf ein zunehmend begrenztes Feld
3. Selbstvergessenheit (Selbstreflexion auf Minimum reduziert)
4. Verschmelzen von Selbst und Umwelt, Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft ohne
Kontrollverlust.  Ziel und Person bilden Handlungseinheit (Gefühl für Zeit ist
abhanden gekommen)
2 Seiten der Medaille von Flow:  Intensives Erleben kann positiven Weltbezug herstellen
 und zu Rückzug in begrenzten Wirklichkeitsbereich führen
Flow ist eine optimale Passung von Herausforderung der Aufgabe (challenge) und den
Fähigkeiten der Person (skills)
 Skizze S.99
Motivation im Gesundheitssport
zu regelmäßiger Bewegung und Sportaktivität
 Selbstwirksamkeit: Resultate einer Handlung auf eigene Kompetenz zurückführen
 Barriere-Erwartung: sind Zeitprobleme, Motivationsprobleme und Probleme mit sozialen
Umfeld (wer beaufsichtigt Kinder )
 Vulnerabilität: Wahrscheinlichkeit zu Erkranken (zu hoher RR bringt mich nicht um)
 Änderungsdruck: Person wird schonungslos an desolaten Zustand erinnert (Arzt)
 Gesundheitserwartung: Aktive (Bewegung fordert Gesundheit), Passive (Sport ist Mord)
 Soziale Untestützung: aus Familie, Kommunikation in Gruppe
Aus diesem Bündel an Motiven resultiert Ergebnis: Sport ja oder nein
Veränderungscoaching
Phasenmodell der Veränderung:
1. Überraschung/Schock: Feststellung von Arzt
2. Verneinung: Verleugnet Tatsache
3. Rationale Einsicht: Doch etwas Wahres dran
4. Emotionale Akzeptanz: Situation akzeptieren  Veränderung einleiten
5. Ausprobieren: von Bewegungsmöglichkeiten
6. Erkenntnis/Integration: Bewegungsprogramm hilft und wird eingebaut
Lernen und Bewegungslernen
Mit Lernen wird ein Vorgang bezeichnet, der aufgrund der Aufnahme, Verarbeitung und
Speicherung von Informationen zu relativ stabilen Änderungen im Verhaltenspotential einer
Person führt.
Lernen bezieht sich demnach auf die Veränderungen spezifischer interner Zustände, wie
Wissens- und Könnensbestand, aber auch Dispositionen im Bereich des Wahrnehmens,
Denkens, Fühlens und Wollens, die zu beobachtbaren Veränderungen des Verhaltens führen
können, aber nicht müssen.
Traditionelle Lerntheorien
Klassische Konditionierung:  Erlernen von Angst-, Sicherheits-, Lust-, Hunger-, Zornund Ekelreaktionen auf ursprünglich neutrale Reize.
Neutraler Reiz (Kastensprung)  mit unbedingten Reiz (Verletzung) kombiniert 
unkonditionierte Raktion (Angst)
Nochmals Kastensprung (konditionierter Reiz)  auch ohne Verletzung  Angst
(konditionierter Reaktion)
Bei schwerer Verletzung bereits Anblick Kasten (kond. Reiz)  Angst (kondit. Reaktion)
Konditionierung kann auch im positiven Sinne stattfinden.
Löschung: kond. Reaktion zum Verschwinden gebracht
Generalisierung: Tendenz auf ähnliche Reich gleich zu reagieren.
Instrumentelle Konditionierung
Wenn Person auf Situation so reagiert, dass sie danach positiven Zustand erlebt  erhöht sich
Wahrscheinlichkeit in vergleichbaren Situationen wieder so zu reagieren.
Was eine Person als positiv erlebt, ist stark individuumsabhängig.
Argumente gegen Bestrafung (=negative Verstärkung)
1. lenkt Aufmerksamkeit auf unerwünschte Verhaltensweise.
2. erzeugt negative emotionale Zustände gegen den Bestrafer.  Abwehrreaktion
wahrscheinlicher als Veränderung
3. weniger wirksam als Nichtverstärkung:  Ignorieren oft gewinnbringender
Unterschiedliche Verstärkungspläne:
1. kontinuierliche: andauernde Verstärkung:  zb. Dauernd loben  auf Dauer nicht
gewünschte Reaktion  da keine Besonderheit mehr
2. Intermittierende: Verstärkung nach festgelegten Pausen. Zu Beginn einer Handlung
Verstärkung  dann zurückschrauben  Im richtigen Moment wieder loben.
3. Löschung/Extinktion (wie vorher)
Schrittweise Annäherung = Shaping
Veränderung des Verhaltens in aufeinanderfolgenden kleinen Schritten  jeder eine
Annäherung an erwünschte Leistung. Zu Beginn jedes auftretende Element der erwünschten
Leistung verstärkt. Tritt es regelmäßig auf, nur noch Reaktionen verstärken die Zielverhalten
schon ähnlicher sind.
Lernen am Modell
Aufgrund des sozialen Gefüges werden nicht nur Einzelreaktionen, sondern komplexe
Verhaltensmuster von so genannten „Modellen“ übernommen.
 Aneignung als kognitiver Vorgang: A schaut B zu.  denkt darüber nach 
Informationsverarbeitungsprozesse  A versucht selbe Handlung wie B
 Auslösung als motivationstragendes, verstärkerabhängiges Geschehen: A sieht B bei
Tennis.  A sieht Freude (Verstärker) die B hat  selbst wieder motiviert Tennis zu spielen
Drei Effekte:
1. Neulernen: bei Kindern häufig  sehen jemanden zu  probieren es auch. Kind kann
aber nicht genau sagen was es da macht. Hängt viel vom Bewegungsgefühl und Talent
ab.
2. Verstärker oder Hemmen bereits gelernter Verhaltensweisen: Wenn guter Freund
macht  dann selber auch (Verstärker); Wenn unbeliebte Lehrperson (auch noch
auffordert)  nicht nachmachen (Hemmung)
3. Auslösen bereits gelernter Verhaltensweisen: Kind sieht jemanden bei Handlung 
Kind kann dies auch und beginnt ebenfalls mit Handlung
Aufmerksamkeitsprozesse:
Lernenden Person muss klar sein, worauf Aufmerksamkeit bei Beobachtung von Modell zu
richten ist.
 Herausgehobenheit und Differenziertheit des Modells (welchen Inhalten soll
Aufmerksamkeit geschenkt werden)
 Anreiz des zu erlernenden Verhaltens
 Attraktivität des Modells (Übernahme von geachteter, geschätzter Person eher)
 Instruktion oder Akzentuierung zur Aufmerksamkeitslenkung: Anleitung worauf achten
 Modelle können real sein (aber auch Bildserien, Video)
Gedächtnisprozesse
 Verbale oder bildhafte Speicherung  aktiver Vorgang  Lernen kein exaktes Abbild des
Models
 Am Modell erworbene Vorstellungen und Sprachsysteme dienen zum Wiederabruf.
(Versprachlichung der Bewegung – innere Dialog od. lautes Mitsprechen)
Negativ:
 zu kurze sporadische Beobachtung
 mangelnde körperliche Voraussetzungen
 Entscheidende Elemente der Bewegung sind nicht beobachtbar (dann Lernen am Modell
nicht möglich
 Bei zu komplexen Bewegungen ist man auf kinästhetische Faktoren angewiesen.
Motorische Reproduktionsprozesse:
 Problem, wenn einzelne Verhaltensequenzen nicht im motor. Repertoire sind.
 Im Modellernen wenig ausgearbeitet
Verstärkungs- und Motivationsprozesse:
 Verstärkung des Nachahmungsverhalten  externer Ursprung (Lob)
 Verstärkung des Modellverhaltens  stellvertretende Verstärkung (genaue Nachahmung
des Modells)
 Selbstverstärkung: Sportler will von selbst aus gesehene Handlung erlernen (intrinsisch)
Modelle der Bewegungssteuerung und Regulation
Open-loop-Modelle (einfaches Programmmodell)
Afferenz  Motorisches Programm  Efferenz
Afferenz: Gesamtheit der Nervenerregungen, die von Sinnesorganen (auch Muskeln) zum
Zentralnervensystem führen.
Effernz: leitet Bewegungsprogramm vom ZNS an Organe weiter.
Charakteristika: kein Feedback, keine Regulierungsinstanzen zur Fehlerkorrektur während
Bewegungsausführung. Ausführung ist festgelegtes Programm, dass erst nach
Handlungsrealisation geändert werden kann.
Kritik: Man kann keine 1:1 Übertragung annehmen  Programm geht nie so als Efferenz
zur Muskulatur wie abgerufen
 Es kann verschieden Programme geben  muss Entscheidungsprozess stattfinden (scheint
in diesen Modell nicht auf)
 Mensch müsste unglaublich viele Programme haben (unendlich viele Bewegungen)
 Wie kommt erste Bewegung zustande. War zuerst Bewegung da oder das Programm?
Cloosed-loop-Modell (Einfaches Regelkreis Modell)
Feedbackprozesse spielen große Rolle (innere Feedbackschleifen). Ständiger Ist-SollKorrektur. Bewegungslernen kommt in den Geltungsbereich. Nachteil  die Fehlerkorrektur
durch einen Ist-Sollwert-Vergleich während der Handlung  grenzt Anwendungsbereich auf
relativ langsame ablaufende Bewegungen ein. (Bewegungen bei denen es auf Genauigkeit
ankommt – Balancieren)
Schematheorie nach Schmidt
Schema ist Abstraktion die aus bisherigen Bewegungshandlungen resultiert.
 4 Informationstypen werden dabei gespeichert und miteinander in Beziehung gesetzt. Der
Stärke der Beziehung erhöht sich mit jeden Bewegung der selben allgemeinen Art und erhöht
sich mit steigender Genauigkeit der Feedbackinformationen aus dem Handlungsergebnis.
4 Informationstypen:
1. anfänglichen Bedingungen (z.b. Extremitätenposition)
2. Reaktionsspezifikation des motorischen Programms (die Programmparameter zb.
Krafteinsatz, Geschwindigkeit)
3. Sensorischen Konsequenzen (Rückmeldungen: visuell, auditiv, kinästhetisch,...)
der hervorgerufenen Reaktion
4. Bewegungsergebnis
Zwei getrennte Schemata:
beide beinhalten Informationen über anfängliche Bedingungen und das gewünschte Ergebnis
(das Handlungsziel)
Das Recall-Schema: enthält zusätzlich Informationen über die Reaktionsspezifikation
Das Recognition-Schema: enthält Informationen über die sensorischen Konsequenzen
 damit wird Möglichkeit eröffnet, Fehler bei der Bewegungsausführung zu entdecken.
Rückmeldungen über die Ausführung der Bewegungshandlung gehen in das motorische
Schema ein und spielen wichtige Rolle für motorischen Lernprozess. Wichtig ist dabei die
subjektive Verarbeitung, die in einen Etikettierungs- und Benennungsprozess mündet.
Ablauf einer Bewegungshandlung nach Schematheorie:  Beginn der Bewegungshandlung
mit Festlegung des gewünschten Ergebnisses, verbunden mit einer Bestandaufnahme der
vorliegenden (anfänglichen) Bedingungen. Auf Grundlage von Erfahrungen werden
vermutete Reaktionsspezifikationen antizipiert, ebenso die zu erwartenden sensorischen
Konsequenzen.  danach folgt Phase der Bewegungsausführung  führt zu realen
sensorischen Rückmeldungen, die mit erwarteten verglichen werden.  kann bei
Abweichung zu unmittelbarer Korrektur führen oder: über den Irrtumsbennenungsprozess, zu
einer Veränderung des motorischen Schemas (Bewegungslernen). Ebenso erfolgt eine
Rückmeldung durch Ergebnisbewertung (zb. Weite, Traineraussage, Zeit,..)
 Schemata bleiben relativ lange gespeichert (auch nach längerer Pause mühelos
reaktivierbar), wobei Reaktionsspezifikationen schneller vergessen werden.
Schematheorie von Schmidt stellt Verbindung von open und closed loop Modellen dar.
Kognitiv kontrollierter Lernprozess???
Hinweise für das Bewegungslernen
Explizites Lernen:  kognitive System zuständig (es geht um Dinge die erkennbar sind)
Hier ist strukturiertes Lernen gefragt:  Lernende entwirft aktiv Bewegungsplan, stellt
Annahmen darüber auf, wie Bewegung auszuführen ist versucht Regelhaftigkeiten in
Bewegung zu erfassen.
Weiters werden:  Intentionen formuliert
 Aufgabenstellungen verstanden
 Handlungsausführungen reflektiert
Impliziertes Lernen:  motorisches System (Steuerung und Regelung der motor. Prozesse)
Dabei sind eine Vielzahl von Entscheidungen zu treffen.
- Rezeptives Lernen: Dinge auf sich zukommen lassen, nicht analytisch und sprachlich
Gesetze formulieren, sonder ganzheitlichen Eindruck gewinnen
- Motorisches System: entzieht sich bewusster Kontrolle (Jonglieren, Einradfahren,..)
Beschleunigung von Lernprozessen
(in Kombination mit dem aktiven Lernen)
 Vermittlung von Kenntnissen zum Aufbau adäquater interner Repräsentationen
 sprachliche Benennung von (Teil-)Bewegungen (zur Erleichterung der
Superzeichenbildung  Kurzformel einer Bewegung)
 Hinweis auf die sprachliche Benennung von relevanten Signalen (zur
Aufmerksamkeitslenkung)
 Durchführung von ergänzendem (externen) Feedback (Spiegel, Video, Trainer) zur
besseren Ausnutzung von Eigenfeedback. (Aber extrinsisches Feedback sparsam und
punktgenau  zuviel stört inneres Feedback)
 Gedankliche Beschäftigung mit Bewegungsaufgabe (mentales Training)
Psychomotorisches Training
Ist die Schulung grundlegender, jedoch stets an den sportartspezifischen Anforderungen
orientierter, psychischer Voraussetzungen der Bewegungsregulation.
Mit Hilfe verschiedener Übungsformen werden Bewegungswahrnehmung,
Bewegungsgenauigkeit und –schnelligkeit, die differenzierte muskuläre An- und
Entspannung, das optimale Abstimmen von Aktivitäts- bzw. Konzentratinszustand und
Bewegungsausführung trainiert.
Grundtechniken:
 Observatives Training: anderen Sportler beobachten; Augen zu  in Vorstellung
Technik richtig durchführen.
 Vorstellungstraining: Bewegungsfolge durchlaufen  sich selbst wie in einem Film
beobachten.
 Ideomotorisches Training: von eigener Position aus mehrmals die gewünschte
Bewegungsabfolge durchlaufen lassen und darauf achten, wie die Sinneskanäle
genutzt werden können.
 Mentalsimulation: umfassend den Wettkampf vor inneren Auge ablaufen lassen, und
mit gutem sicheren Gefühl begleiten. Auch Vorstartphase und Zeit unmittelbar nach
Wettkampf
Ziele:
 Bewegungslernen: (als ergänzende Maßnahme zum aktiven Training)
 Stabilisation der Bewegung
 Antizipation der Bewegungshandlungen
Erklärungstheorien:
 kognitive Modell erklärt Erfolg des Trainings mit Koppelung von Bewegung und Sprache
 ideomotorischer Effekt (Carpentereffect): durch intensives Vorstellen und Beobachten
einer Bewegung  Muskelgruppen werden innerviert (ohne das sichtbare Veränderungen
auftreten müssen). Die Muskeleinstellungen und –empfindungen und physiologischen
Veränderungen können wahrgenommen werden  trainierenden Effekt
 Aufmerksamkeits- und Aktivierungsregulation werden geübt
Elemente mentaler Steuerung:
 Informationsaufnahme (Bewegung anschauen) und Verarbeitung (Einprägung der
Informationen)
 wiederholtes und bewusstes „sich Vorstellen“ (vor geistigen Auge ablaufen)
 unabhängig von Raum und Zeit
 verbal orientierte Reproduzierbarkeit (Sollte Bewegung benennen können)
 Entscheidungssicherheit vie der Auswahl relevanter Muster (wichtige Merkmale der
Bewegung erkennen und unrelevante Inhalte streichen)
 kritische Auseinandersetzung mit der eigenen Bewegungsvorstellung (in Absprache mit
Trainer  richtige Vorstellung)
Effektivitätsnachweise:
 Verhältnis aktiv : mental  2:1 bis 3:1
 Anfänger  Lernzuwachs; Könner  Stabilität, Neukombinationen, Umlernen
 in verletzungsbedingten Pausen  weniger Leistungsverlust
 Schnelles Wiedererlernen nach Pausen
Wie wird mental trainiert?
1. Bewegungsplan aus Innensicht schriftlich erarbeiten (mit Trainer gegenprüfen)
2. Knotenpunkte herausarbeiten
3. Knotenpunkte auf Kurzformeln reduzieren
4. Rhythmisieren der Bewegung
5. Verinnerlichtes Trainieren der Bewegungsvorstellung
6. Wechsel von Vorstellungs- und Realtraining
Die Gestaltung von Lehr- und Lernprozessen
1. Ziele klären: positive Atmosphäre, Bedürfnisse der Lernenden erheben, Vorgehen
begründen, effizient loben – wenig kritisieren, auf Erfolg aufbauen, individuelles
Leistungsniveau beachten
2. Lehren und Lernen über alle Sinneskanäle: (visuell, akustisch, vestibulär, taktil,
kinästhetisch,...) tun, beobachten, denken, fühlen, empfinden, hören
3. Bei Erfolglosigkeit den „Zugangskanal“ wechseln: (z.b.: Ohren zustoppeln um mehr
Aufmerksamkeit auf Fühlen der Bewegung zu legen)
4. Bei Lernplateaus mögliche Ursachen bedenken: Überforderung: eher stufenweise
lernen und Lernniveau anpassen; Übermüdung: neuraler sowie muskulärer Natur 
Pause; Umlernen: schwieriger als Neulernen (altegelernte stört das Umzulernende)
5. Das „zentrale“ Erkennen: Wozu macht Sportler das, was er tut?; Was hindert am
Lernfortschritt
6. Nach Erkennen gibt es zwei Reaktionsmöglichkeiten: Mangel bewusst machen 
alternative Lösung; Fehler nicht mitteilen und entsprechende Bewegungsaufgabe
stellen
7. Mit komplexen Methoden arbeiten: Lernen an Aufgabenstellung, Rhythmus auf allen
Lernniveaus einsetzen, Können nach allen Seiten entwickeln, Wechsel zwischen
Erhöhung der Schwierigkeit und bei gleichzeitiger Reduktion der Komplexität
8. Selbstrückmeldung vor Fremdrückmeldung: wenig und punktgenaues externes
Feedback, damit Selbstrückmeldung nicht gestört.
9. Fehler verstärken: um sie anschließend bewusst zu machen.
10. Kontrastaufgaben: Aufmerksamkeit auf Unterschiede zwischen Aufgaben
11. Aufgaben zur Erhöhung der Selbständigkeit: Selbständigkeit durch selbständiges
Üben (auch ohne externes Feedback)
12. Aufmerksamkeit gezielt richten: materiale Umwelt, Mitspieler, Gegner, Sportgerät,
Körper, Gesamtsystem
13. Ängste ernst nehmen:
Persönlichkeit
Ist Bedingung, Ordnung, Produkt oder Abstraktion des konkreten Verhaltens und Erlebens,
und ist dem Zeitablauf relativ konstant und stabil. Ist bei jedem Menschen einzigartiges,
relativ überdauerndes und stabiles Verhaltenskorrelat.
Unterschiedliche Auffassungen bestehen über die Enge (Persönlichkeit = Charakter: innerer
Kern: Moral, Werte,..) und Weite (Auch Aspekt der Leistungen und Fertigkeiten) bzw. über
die zeitliche Stabilität der Persönlichkeit (Konstanz vs. Prozesscharakter)
Zentrale Hypothesen zum Zusammenhang von Sport und Persönlichkeit
1. Sozialisationshypothese: Sport trägt zur Persönlichkeitsformung bzw. zur Ausbildung
und Festigung allgemeiner Persönlichkeitsmerkmale bei.
2. Selektionshypothese: Bestimmte allgemeine Persönlichkeitsmerkmale sind für
sportlichen Erfolg mitentscheidend
3. Interaktionshypothese: beide Hypothesen kombiniert. Sport und Persönlichkeit
beeinflussen sich gegenseitig.
Zentrale Methoden zur Erfassung der Persönlichkeit
 Expertenrating: Beurteilung von Verhalten und Zuordnung
 Verhaltensbeobachtung: in vivo, Video, Selbstaussagen
 Projektive Verfahren: Menschen sollen auf unstrukturiertes, mehrdeutiges Material
reagieren (Rohrschachtest  Tintenklecks; TAT  mehrdeutige Bilder)
 Standardisierte Fragebögen
Gründe für Widersprüchlichkeit der emp. Ergebnisse zu Sport und Persönlichkeit
1. Es gibt „den Sport“ nicht:  nicht unabhängig von gesellschaftlichen Gesamtsystem;
 ist komplexes, inhomogenes und sinnoffene Phänomen;  gibt keine einheitliche
begriffliche Definition
2. Problem der Definition und Theorien von Persönlichkeit
3. Verschiedenste Persönlichkeitsinventare und Meßmethoden bei Untersuchungen
4. Unterschiedliche Anzahl und Art der Einflussvariablen bei Erhebung
5. Unterschiedliche Untersuchungsdesigns
6. Stichprobenunterschiede  Verzerrungstendenzen
7. Statistische Auswertungs- und Interpretationsprobleme
8. Selbstdarstellungsphänomene: Andere Persönlichkeitseigenschaften wenn man als
Jurist oder Sportler befragt wird
Differenzierung des „Selbst“
 Leibselbst: aktualisiert sich laufend durch Empfindungen, Wahrnehmungen und
Kognitionen die aus dem Erleben einer Situation über Sinnesorgane ins Bewusstsein
gelangen.
 Kognitives Selbst:
- wahrgenommene eigene Kompetenz in unterschiedlichen Handlungsfeldern.
- Die erlebten Handlungsmöglichkeiten in unterschiedlichen Situationen
- Von anderen zugesprochenen Kompetenzen
Soziales Selbst: entwickelt sich in der aktiven Auseinandersetzung mit der
gesellschaftlichen-sozialen Umwelt. Mit Umwelt kommunizieren, rechtfertigen und
angemessen anpassen.
Kommunikation
 unverzichtbarer Teilaspekt der Interaktion  Mitteilungsfunktion.  mitteilen und
dadurch beeinflussen. 3 Dimensionen der Beeinflussung:  Machtinteresse;  Soziales
Interesse;  Interesse an einer Aufgabe
3 Arten der Kommunikation
Verbal: Training bzw vor und nach Wettkampf
Nonverbal: im Sport am häufigsten (Training und Wettkampf)
- äußere Erscheinung; Gestik, Mimik, Haltung, Stimme, Berührungen
Räumlich: Nähe/Distanz (umarmen, abklatschen, abstand halten); Territorialverhalten (durch
Markierungsgegenstände (Trikot, Wimpel, Fahnen,..)
Feed Back
Ist eine Mitteilung an eine Person, die diese darüber informiert, wie ihre Verhaltensweisen
von anderen wahrgenommen und erlebt werden.
Feedbackregeln:
FB-Geber:
 nach Eignung des Zeitpunktes fragen
 Konkrete Rückmeldungen
 genaue Beobachtungen (nur beschreiben was nach außen Sichtbar war;
eigene Reaktion darauf benennen; im eigenen Namen sprechen)
FG-Erhalter:  aktiv zuhören, aufnehmen
 andere Position verstehen
 Verständnisfragen stellen
 nicht verteidigen und rechtfertigen
 mit Feedbackgeber ins Gespräch kommen
Positive Wirkungen von Feedback:
Johari Fenster
1.
2.
3.
4.
5.
Stütz und fördert positive Verhaltensweisen
hilft negative, störende Wirkungen des Verhaltens zu erkennen und zu korrigieren
hilft Beziehungen zwischen Menschen zu klären, besser kennenzulernen, verstehen
hilft Selbstwahrnehmung und Fremdwahrnehmung zu vergleichen
leitet Verhaltensänderungen ein  bewusste Akzeptanz des Eigen- und
Fremdverhaltens
Beachten: Ich Botschaften; vor allem positive Gefühle und Wahrnehmungen; keine Analyse
der Person, sondern auf konkretes Verhalten beziehen; möglichst unmittelbar (aber nicht in
Stress-Situation)
Konfliktmanagement
Kennzeichen eines Konflikts:
 gibt mehrere Handlungsmöglichkeiten  offene Entscheidung versperrt den weiteren
Entwicklungsraum  starke persönliche Betroffenheit  Differenzen zwischen Erwartung
und Verhalten einer Person  sofortige, befriedigende Lösung ist nicht in Sicht
Konfliktstärke ist abhängig von:
 Bedeutsamkeit der Lösung; Zeitdruck; persönliche Betroffenheit, persönliche
Konflikttoleranz, Einschätzung – ob Interessenausgleich möglich
Konflikteinstellung:
Egoistische, kooperative, kompetitive
Mechanismen die bei Konflikt wirksam werden:
Verdrängen, ausweichen, verniedlichen, Versprechungen machen, dramatisieren, drohen,
belehren, Schuldzuweisung vornehmen
Konfliktformen:
 Beziehungskonflikt;  Prozesskonflikt,  Verteilungskonflikt;  Zielkonflikt
Wesentliche Schritte zur Konfliktlösung:
 Konfliktpartner akzeptieren  Konflikt ernst nehmen  Ist Problem klar beschrieben?,
Besteht darüber Einigkeit?  Sind unterschiedliche Ziele und Interessen deutlich
herausgearbeitet?  Lösungsmöglichkeiten erfragen, anbieten und festhalten  sind
genügend Wahlmöglichkeiten vorhanden?  Vor und Nachteile der Lösungen bewerten 
Entscheiden (Einverständnis)  Haben alle Beteiligten von Lösung einen Nutzen? 
Durchführen und Kontrollieren
Phasen der Gruppenentwicklung
1. Formierungsphase (Forming): es besteht Angst; Abhängigkeit von einem Führer
a. Sportler: Unsicherheit, höflich-gespannt, Klischeeverhalten, Orientierung am
Trainer, Erstes Abtasten
b. Trainer: Ziele des Teams festlegen, Zielverständnis im Team sicherstellen,
Rahmenbedingungen festlegen
2. Konfliktphase (Storming): Konflikt zwischen Untergruppen, Rebellion gegen
Führer, gegensätzliche Meinungen, Widerstand gegen Kotrolle durch Gruppe,
Konflikt über Intimität der Gruppe
a. Sportler: Sinn der Teamarbeit in Frage stellen, Zielsetzung und oder
Rahmenbedingungen verändert, Team ruft nach Entscheidung von „oben“
b. Trainer: klare Führungsposition einnehmen; Strukturen halten, Inhalte
vorgeben
3. Normierungsphase (Norming): Entwicklung der Gruppenkohäsion, Aufkommen von
Normen, Widerstand ist überwunden und Konflikte beigelegt, gegenseitige
Unterstützung und Entwicklung von Gruppengefühl
a. Erwartungen an Leistung und Entwicklungstempo werden realistischer;
Funktion und Aufgabe werden klar, Kommunikation offener und direkter,
vermehrtes Feedback, Steigerung des Selbstvertrauens der Mannschaft,
Steigerung der Teamleistung
b. Emotionale Entlastung, Verstärkte Konzentration auf Management optimaler
Trainingsbedingungen, Beginn der diff Potentialentwicklung
4. Arbeitsphase (Performing): Interpersonale Probleme gelöst, Rollen flexibel und
funktional, interpersonale Struktur im Dienst der Aufgabenaktivität
a. Zielorientiert, Konfliktfähig, Lernfähig, Feedback-fähig, Identifikation mit
Team, Ideenreich, Gestaltend..
b. Expertenfunktion, Beobachtung, Beratung, Impulse, Steuern, Teamressourcen
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