zf-einfuhrung-methoden - Fachschaft Psychologie Freiburg

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Zusammenfassung: Einführung + Methoden
Wie konnte Asch zeigen, dass Personen auch bei falscher Mehrheitsmeinung sich dieser anpassen?
Experiment von Asch, 1956: drei unterschiedlich lange Linien, erst einzeln testen, dann in Gruppe
Was zeigten Ross&Samuels zum Einfluss von Persönlichkeit und Situation auf Verhalten?
Verhalten beim Spielen hängt z.B. von Spielnamen ab (Wall Street – kompetitiv, Gemeinschaftsspiel –
kooperativ). Auch kooperative Menschen verhalten sich beim Spiel Wall Street kompetitiv.
Welche verschiedenen Anwesenheitsarten beeinflussen Verhalten?
tatsächlich, vorgestellt (Referat: Publikum vorstellen), implizit (auch wenn niemand da, nicht Müll auf Straße)
Versch. Perspektiven/Prozesse innerhalb der sozialen Psychologie?
Intrapersonal (innere Konflikte, Umgang mit sich selbst), interpersonal (Aggressivität gegen andere, warum
mögen sich Menschen), Intragruppenprozesse (Eingebundenheit in Gruppe, Gruppenprozesse, wie funktioniert
Führung), Intergruppenprozesse (gegenüber anderen Gruppen, Identifikation, Abgrenzung, Beurteilung)
Werte der Wissenschaft
Akkuratheit: gründliche, genaue Sammlung und Bewertung der Infos
Objektivität: Unvoreingenommenes Sammeln und Bewertung von Infos
Skeptizismus: Wiederholbarkeit von Befunden
Offenheit: Bereitschaft zur Änderung einer Meinung
Ursachen von Denken, Fühlen, Handeln
biologische Faktoren (Gene, Prädisposition, Evolution)  kognitive Prozesse (Erinnerung,
Schlussfolgerungen, etc.)  Handlungen+Charakteristika einer Person (Hilfeverhalten, physische Erscheinung)
kultureller Kontext (soziale Normen, Wertvorstellungen,…)  physische Umgebungsvariablen (Temp., …)
Ziele von Wissenschaft
Beschreibung (Sytematische Beobachtung, Umfrage)  Vorhersage (korrelative Forschung)  Erklärung
(warum-Frage – experimentelle Methode)  Kontrolle, Veränderung, Intervention.
Systematische Beobachtung?
Ziel: Momentaufnahme eines aktuellen Zustands
Vorteile: relativ vollständiges Bild der Geg.h. zu best. Zeitpkt, hohe ökol. Validität, evtl. einzige Möglichkeit
Nachteile: keine Analyse der Ursache-Wirkungs-Beziehungen, Beschränktheit auf untersuchte Gruppe
Verschiedene Arten der Systematischen Beobachtung
Naturalistische Beobachtung = in natürlicher Umgebung
Archivanalysen, z.B. Heiratsalter
Umfragen = große Stichprobe von Personen beantwortet Fragen zu Einstellung / Verhalten
Umfragemethode
Beschreibungen einfacher Art (reine Beschreibungen, z.B. Mietpreise in versch. Städten)
Beschreibungen komplexerer Art (z.B. korrelative Forschung, Zusammenhang Mietpreise - Einwohnerzahl)
Repräsentativität für Grundgesamtheit: Vollerherbung vs. Stichprobenziehung
Stichprobenziehungen?
zufällige Stichprobenziehung: jede VP hat gleiche Chance, gezogen zu werden, jede Kombination ist gleich ws
nicht zufällige: Quotenstichprobe (gleiche Quote wie in Bevölk.), relevante Merkmale enspr. Auspräg. in Bev.
Korrelative Forschung: Ziele, Vor- und Nachteile
Ziele: Erfassungen von Beziehungen zwischen Variablen
Vorteile: Überprüfung unerwarteter Zusammenhänge zwischen versch Variablen, Studien oft ökol. Valide
Nachteile: kausale Schlussfolgerungen bzgl. der Beziehung zwischen den beteiligten Var ist nicht möglich,
entgegengesetzte Kausalität kann der Fall sein oder Beeinflussung durch Drittvariable
also: positive (negative) Kovariation bedeutet nicht gleich auch positive (negative) Kausalität!
Voraussetzungen für kausale Schlussfolgerungen
vermutete Ursache A muss zeitlich vor vermuteter Veränderung B aufgetreten sein
Veränderung von A muss von Veränderung von B begleitet sein
möglichst ausschließen, dass Drittvariable mit im Spiel ist!
Zur Erforschung von Kausalität: Experimentelle Forschung
dadurch Auswirkung von einer Variable auf andere erforschen
Vorteile: erlaubt Schlussfolgerungen über Ursache-Wirkungs-Beziehung der Variablen
Nachteile: manche interessierenden Variablen können nicht experimentell manipuliert werden (praktische oder
auch ethische Erwägungen); geringe ökologische Validität („Feldexperimente“ gehen allerdings auch ab und zu)
Die Variablen
unabhängige Variable (=UV): Variable, deren Einfluss untersucht wird. Wird manipuliert. Auch: „Faktor“.
abhängige Varibale (=AV): Variable, deren Veränderung gemessen wird (hat UV Wirkung auf AV)
Störende Bedingungen (nach Campbell & Stanley)
Zeiteinflüsse (VP langweilig), Reifeprozesse (VP lernt), Instrumentierungseffekte (Messband gedehnter,
Beobachter verhält sich anders), Vortesteinfluss (VP wissen, um was es geht.. verhalten sich anders), Interaktion
von Vortest und Manipulation(VP wollen konstanter Meinung sein, auch wenn dieses sich verändert hätte durch
Manipulation..)
Störfaktoren kontrollieren
Zufallszuweisung (Randomisierung), Konstanthaltung/Standardisierung der Versuchsbed. (Konfundierung),
Elimination (kein Straßenlärm), Konstanthaltung weiterer Faktoren (Geschlecht), Manipulation
Experimentelle Versuchspläne
one-shot-Fallstudie: Mit gleicher Gruppe Vortest, Manipulation, Nachtest. Mit Kontrollgruppen!
Solomon-vier-Gruppen-Plan:
- 1 Gruppe mit Vortest, Manipulation, Nachtest
- eine Gruppe mit Vortest, keine Manipulation, Nachtest
- eine Gruppe ohne Vortest, Manipulation, Nachtest
- eine Gruppe ohne Vortest, keine Manipulation, Nachtest
(also: Vortest weglassen, um zu kontrollieren, ob Vortest-Einfluss!! Damit eben kein Vortest-Einfluss)
mehrfaktoriell: 2 oder mehr UV werden manipuliert. Bei 2 UV: Vier verschiedene Kombinationen möglich
(z.B. Versuch mit 2 UV: A = Argumentenqualität, B = persönliche Betroffenheit: A stark mit B schwach, A stark
mit B stark, A schwach mit B stark, A schwach mit B schwach).
Experimentformen
Laborexperimente: Laborbedingungen, vollständige Kontrolle über Situation und Zufallszuweisungen
möglich, Zuverlässigkeit kausaler Schlussfolgerungen
Quasi-Experimente: meint in natürlicher Umgebung, keine Zufallszuweisung (Rückgriff auf z.B.
Schulklassen), keine vollständige Kontrolle, bestimmte Bedingungen zufällig, z.B.interindividuelle Unterschiede
(IQ, Geschlecht), geringere Zuverlässigkeit kausaler Schlussfolgerungen
Feldexperimente: natürliche, alltägliche Umgebung, keine vollständige Kontrolle, Zufallszuweisung möglich,
Zuverlässigkeit kausaler Schlussfolgerungen
Validität von Experimenten
Interne (beeinflusst durch „störende Bedingungen“ außerhalb der Manipulation, die auch die AV verändern.
Wenn nicht intern valide: keine Kausalhypothesen möglich!!)
Konstruktvalidität: Gültigkeit der Operat. von AV und UV = Ergebnis musst den Theorien entsprechen!
Ökologische: Alltagsnähe des Experiments, allerdings gefährdet Erhöhung der ökol.Val. die interne Validität,
die für möglichst gute Überprüfung der Kausalhypothesen notwendig ist
Externe: Generalisierbarkeit auf andere Menschen, Zeitpunkte, Situationen. Induktiver Schluss vom Speziellen
aufs Allg. allerdings logisch nicht möglich, deshalb fragwürdig. Sinnvoller: Gültigkeitsbereich der
Kausalhypothese prüfen durch unt.schdl. Operationalisierungen der AV und UV, untschdl. Vp, Situat., Zeitpkte
Was muss die Inferenzstatistik untersuchen?
Unterschiede der AV verschiedener Versuche zufällig oder substantiell? Koirrelation zwischen AV und UV
zufällig oder substantiell? Ergebnis signifikant? (5%...), Replikation möglich?
Probleme bei Selbstauskunft?
VP können oder wollen evtl nicht wahrheitsgemäß antworten, jeder versteht Skala anders…
Stattdessen?
Verhaltensmaße sind wahrheitsgetreuer – vor allem wenn VP nicht wissen, dass sie beobachtet werden!
Beispiele?
Häufigkeit (z.B. Häufigkeit des Stotterns als Maß für Ängstlichkeit), Dauer (z.B. ..der Beschäftigung mit
Aufgabe als Maß für Interesse), Intensität (z.B. Intensität körperlicher Leistung als Maß für Anstrengung),
Latenz (z.B. Anzahl der Tage bis zu Referatvorbereitung als Maß für Verschleppung), Geschwindigkeit (z.B.
Dauer bis zur Fertigstellung einer Gruppenaufgabe als Maß für die Effizienz)
Ethische Aspekte der Täuschung
Teilnehmer könnten geschädigt werden (Wohlbefinden, Angst..), negative Einstellung geg Forschung entw!!
Maßnahmen?
Einwilligung auf Basis von Vorabinformation, Aufklärung (debriefing):vollständige Info über Sinn+Zweck
„Gute Theorie“?
(Ableitung neuer Vorhersagen, die durch weitere Forschung überprüft werden können)
Explizitheit: Begriffe + Aussagen sollen explizit (ausdrücklich, ausführlich) dargestellt werden
Empirische Verankerung: Begriffe sollen sich direkt/indirekt auf beobachtbare Daten beziehen
Widerspruchsfreiheit: Aussagen sollen sich nicht widersprechen!
Vollständigkeit: Aussagen sollen alle bekannten Phänomene des Gegenstandbereichs erklären
Sparsamkeit: Theorie soll auf die Grundbegriffe beschränkt sein; mit denen auskommen
Produktivität: Theorie soll neue Fragestellungen erzeugen + dadurch Forschung voranbringen!
Anwendbarkeit: Theorie soll sich praktisch anwenden lassen.
Forschungs-Hypothese?
spezifische Vorhersage bzgl Ursache-Wirkungs-Beziehung oder des (korrelativen) Zusammenhangs
zweier/mehrerer Variablen.
Falsifizierbarkeit?
..dass Theorie durch Überprüfung der aus ihr abgeleiteten Hypothesen widerlegbar ist. Die ForschungsErgebnisse können entweder mit der Hypothese übereinstimmen (postulierte Beziehung zw zwei Var findet sich
empirisch) oder nicht übereinstimmen (entgeg der Hyp findet sich keine Beziehung zwischen den beiden
Variablen, oder in die entgegengesetzte Richtung!)
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