4.12. 0. Einleitung: Historische Entwicklung Die kulturelle und

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Einleitung: Historische Entwicklung
Die kulturelle und literarhistorische Entwicklung
Mozarts / Schikaneders Zauberflöte (1791)
Raimund: Der Verschwender. Original-Zaubermärchen in drei Aufzügen (1834)
3.1. Tradition „Volksstück“
3.2. Verklärung und Bidermeier?
4. Nestroy: Der Talisman (1840)
 Tradition
 Verfahren
 Sozial- und Gesellschaftskritik
 Gesamtbeurteilung
5. Rahmenbedingungen der Literatur(geschichte)
5.1. Theater als internationaler Unterhaltungsbetrieb
 Altwiener Volkskomödie: Kasperltheater
 Paris: Vaudeville (Komödie mit Gesang)
5.2. Rolle der Zensur
 Nestroys Extemporierkunst
 Parodie des „Hochstildramas“
Einführung
1. Prozess der Vereinheitlichung (Schriftsprache, orthographische Norm)
 Lesestoffe können quer durch Europa transportiert werden, Entregionalisierung
2. Prozess der Differenzierung – unterschiedliche Stile
Wurzel für die österreichische Eigenheit: Konfessionalismus – protestantischer Kulturraum in
Deutschland, katholisch im Süden
Programm der Barockliteratur ist im Grunde ein protestantisch-lutheranisches Programm. Es gibt
eine lateinische Barockliteratur, die eher dem katholischen Kulturraum angehört.
7jähriger Krieg (1756 – 1763) – Abgrenzung der Österreicher gegenüber den Preußen
Historische Entwicklung im 18. Jh.:
Josef II, Kaiser ab 1780 -> Jahrzehnt des Josefinismus -> Energische Zurückdrängung der kirchlichen
Macht -> Toleranzpatent, Pressefreiheit -> literarische Öffentlichkeit in Österreich
Nach Josefs Tod wurde die Zensur wieder verstärkt.
Freimaurer: Loge in Wien seit 1742, Elite der österreichischen Kunst und Kultur, „Journal für
Freimaurer“
1. Die kulturelle und literarhistorische Entwicklung
Theater
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Die italienische Oper spielt eine wichtige Rolle für die Kultur des Hofes.
Europäische Form des Wandertheaters (Comedia dell’arte) wird in Wien sesshaft -> Hans Wurst
als komische Kontrastfigur der Staatskomödie
Mit Gottsched kommt der Hans-Wurst-Streit auf -> mit der Zensur wird das Extemporieren
(improvisieren) verboten -> Hans Wurst wird von den Bühnen der Stadt vertrieben -> man geht in
die Vorstädte (Josefstadt, Leopoldstadt, Theater an der Wien), wo Hans Wurst noch gespielt werden
darf, jetzt werden auch Stücke mit H.W. als Hauptfigur geschrieben und gespielt
Lyrik und Prosa
Bardenmode / Ossianmode = Volkslieder
Die poetische Entwicklung in Ö ist ziemlich konservativ, unmodern und qualitätsarm. Im Bereich der
Prosa passiert auch nicht viel, es kommt aber eine neue Gattung auf: Die Parodie.
 Parodie der Eneis durch Alois Blumauer (gereimte Satire)
2. Mozarts / Schikaneders Zauberflöte (1791)
Johann Emanuel Schikaneder: Schauspieler, Sänger, Dichter, großer Pragmatiker
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Exposition: Schreckensort kombiniert mit dem Exotismus des 18. Jh., Bühnenzauber, Ungeheuer
Prinz: heroisch, erhoben, zum Opfer erkoren, umgekehrtes Geschlechtsmodell: Held wird von
Frauen gerettet -> komisches Motiv durch die 3 Frauen
Libretto von Schikaneder weist große stilistische Schwächen auf, flache und starre Charaktere
(=> Volkskomödie) -> Stück ist nicht nach den Gesetzen der Regeldramatik gebaut, sondern
nimmt die irrationalen Bedingungen der Oper an
Vereinigt die Haupt- und Staatsaktion (Konflikt zwischen 2 Reichen) mit der komischen HansWurst-Aktion und der Ideologie des Bürgerlichen
Literarische Vorlage: Wielands „Lulu oder die Zauberflöte“
Zeitgenössischer Kontext – Freimaurerei: z.B. Kampf des Lichtes mit der Finsternis, Aufklärung
vs. Aberglaube, Tempel, Chor, Einführungszeremonie
3. Ferdinand Raimund: Der Verschwender (1824)
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Reales Vorbild hat angeblich existiert
2 Pole umgeben die Verschwender-Geschichte: Feenreich der Cheristane, Dienerfigur Valentin
Tradition – Gegenwart
1. Relation von Komik und Tragik, Interferenz zwischen magischer und irdischer Welt bewegt die
Handlung
2. Laster erkennen und meiden, Dramatik der Typen => Besserungsstück
3. Modern: Ausbruch aus der Tradition: Handlung wird nicht mehr an die Feenwelt geknüpft ->
nicht sein Schicksal, sondern nur sein eigenes Ich kann ihn retten - das Individuum muss sich
bewähren
Gegenwart: Wie passt das Stück in die Zeit des Biedermeier?
o Valentin:
 Hobellied – Untertanenlied, österreichische Unterwürfigkeit
 Jagdlied – kritisch -> optimale Tugend: Verbindung von Mutterwitz und Redlichkeit
o Theater als Ereignis: Wirkung entfaltet sich erst auf der Bühne, z.B. durch Integration der
Musik
o Harmonisierende Schlüsse -> Zufriedenheit, Glücksvision (kann aber auch kritisch verstanden
werden)
4. Johann Nestroy: Der Talisman
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Klassischer Handlungsaufbau: unverhofftes Glück – Glückswechsel – Geldregen
Übersetzung eines französischen Unterhaltungsstückes
Sprachlastigkeit der Figuren
Steckt stärker in einem allgemeinen literarischen Horizont als Raimund – viele Anspielungen
auf Literatur (z.B. auf Emilia Galotti, Reigen, …)
o Figur des Titus Feuerfuchs: moralisch fragwürdiger Charakter, komplexer als bei Raimund
o Reichtum an Gestalten
o Nestroy stellt nicht den Anspruch, Originale zu entwickeln
Das Theater ist ein internationaler Unterhaltungsbetrieb geworden. -> Man sucht sich die Stoffe in
anderen Ländern und Kulturen.
Einschätzung Nestroys: Altwiener Volkskomödie, pessimistische Haltung -> durch Karl Krauss wurde
Nestroy später als Satiriker ins Zentrum gerückt
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